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Aus dem jegt herausgekommenen Haushaltsplan des preu hischen Staates für 1928 ift zu ersehen, daß es gegenüber 1913 in Breußen ca. 72 000 Staatsbedienstete mehr gibt, und daß ein ungebedter Betrag von 74 Millionen als Mehrausgaben für bie Beamtenbesoldung aufzubringen ist. Die deutsche Reichsregierung beantragt endgül tige Entscheidung der polnisch- oberschlesischen Schulfrage beim Böllerbund für die Dezembertagung. Der Reichsfinanzminister brachte im Reichstags ausschuß für Kriegsbeschädigtenfragen zum Ausdrud, daß man ein Reichsfinanzministerium eine Steuer- Senkung im ganzen will Reichsbankpräsident Dr, Schacht stellte gestern fest, da die 2,5 Milliarden Auslands- Schulden der öffentlichen Hand annähernd so viel ausmachen, wie die verausgabten Summen für Stabien, Schwimmbäder, Anlagen, Geländefäufe, Messege lände, Festhallen, Theater. und Museumsbauten usw. * Auf dem Festessen der Berliner Presse wiederholte Reichs. fanzler Dr. Marg seine Münchener Ausführungen über die Schchwierigkeiten der Schaffung eines Einheitsstaates. * Heute tagt der Berwaltungsrat der Reichspost, der für dies les Jahr noch 100 Millionen Mart nachbewilligen soll. Eine Erhöhung des Bortos tommt jedoch nicht in Frage. Weite Teile Chinas sind, wie dem internationalen Silfs= ausschuß mitgeteilt wurde, von einer 5ungers not ernstlich bedroht. Adolf Joffe, erster Sowjet- Botschafter in Berlin, hat in Mostan Selbstmord verübt. Der Grund zu der Tat ist angeblich Nervenzerrüttung. Wahlergebnis in Hessen. Bei außerordentlich geringer Wahlbeteiligung in Gießen 51,4 Prozent, auf dem Lande auch nicht viel über 50 Prozent haben, die Wahlen zum Hessischen Landtag folgendes Ergebnis gezeitigt( die eingeflammerten Zahlen betreffen die Landtagswahlen von 1924): Deutsche B Itspa iei 51 638 Stimmen, 7 Mandate( 78930 bezw 8) Deutschnationale Bpt. 2.013 3 M ( 43717 6) " " Demofraten 87750 5 " 11 ( 53801 # 6) Landbund 61067 9 82742 9) " " Rolfs echtpartei 24166 B " " Bent um 85448 13 " 対す ( nicht vertret n) 1100384 " 11) 24 ( 220108 26 か " " 41 60 6 " ( 83689 8) " Soz'a demokraten 157289 Stommuniften Durchschnittlich ist ein Stimmenverlust von 30 Prozent zu verzeichnen, bei den Deutschnationalen sogar von 45 Prozent. Lediglich die Kommunisten haben einen Stimmenzuwachs zu verzeichnen. Das Bremer Wahlergebnis. Mit dem Teilergebnis für die Bezirke Bremen- Land, Vege sad und Bremerhaven verteilen sich die Mandate für das gesamte Bremische Staatsgebiet nach dem vorläufigen amtlichen Ergebnis folgendermaßen auf die Parteien: Sozialdemokraten 50 ( 46), Bürgerliche Einheitsliste 36( 40), Demofraten 12( 14), Rom munisten 10( 9), Haus- und Grundbesitzer 9( 8), Zentrum 2( 2), Heim und Scholle 1( 1), Volfsrechtspartei 0( 0). Drud, Berlag und Expedition: 6ieken, Eudanlage 21 Fernsprecher Nr. 1362 Boft bedfonto Nr. 8437 mi Frankfurt a. M. Samstag, den 19. November 1927 Das Wahlergebnis für den Danzieer Voleret. Die im Hauptausschuß vereinigten Angestelltenverbände haben in 121 Wahlbezirken 318 Vertrauens- und und 587 Ersatzmänner zu verzeichnen. Auf den Deutschnationalen Handlungsgehilfenverband entfallen davon allein 171 Vertrauens, und 293 Ersatzmänner. Die im Afabund zusammengeschlossenen Angestelltenverbände haben in den entsprechenden Bezirken 39 Vertrauens- und 113 Ersatzmänner zu verzeichnen. Bei den Splittergruppen sind dementsprechend 6 Vertrauens- und 19 Ersatzmän ner gewählt worden.( Die Wahlen in Hessen, die erst Ende ds. Mis. und Anfang Dezember stattfinden, fanden bei diesem Teilergebnis natürlich noch feine Berüdsichtigung.) Die Ergebnisse zeigen deutlich, daß die überwältigende Mehrzahr der Angestellten die Politit des sozialdemokratischen AfaBundes in der Angestellten- Versicherungsfrage ablehnen. Die Angestelltenwahlen im Reich. Die Verteilung der Mandate zum Vollstag ist folgende: Bürgerliche Arbeitsgemeinschaft 2 Size(-), Danziger Hausbesiterpartei 1 Sig(-), Deutsch- Danziger Volkspartei 5 Site( 6), Deutsch- liberale Partei 4 Site(-), Deutsch- Nationale Volkspartei 25 Gige( 33), Deutschsoziale Partei 1 Sit( 7). Fischer 1 Sitz( 1), Kommunisten 8 Gige( 11), Mieter- und Gläubiger- Partei 3 Site( 1), National- liberale Bürgerpartei 5 Site(-), Nationalsozialisten 1 Sitz(-), Bolen 3 Sitze( 5), Sozialdemokraten 42 Size( 30), Wirtschaftsliste 1 Sig(-), Zentrum 18 Site( 15). Es stehen also 67 bürgerliche Vertreter 50 Linksradikalen und 3 Polen im Voltsrat gegenüber. Reichskanzler und Außenminister in Wien. Zu Anfang dieser Woche weilten Reichskanzler Dr. Mary und Dr. Stresemann einige Tage in der österreichischen Bundeshauptstadt. Eine ganze Reihe von Empfängen sand statt und viele, a. I. recht bedeutsame Reden wurden gehalten, die vor allem im Auslande starte Beachtung fanden und in Frantreich natürlich wieder zu neuen Befürchtungen und Aengsten Ber anlassung gaben. Ob in den persönlichen Besprechungen mehr als Freundschaftsbeteuerungen- gedacht sei an eine verlangte Zollunion oder an die Rechtsangleichung gewechselt wurde, - - ist mit Bestimmtheit nicht zu sagen. Es wird aber wohl so sein. Am Mittwoch Morgen fuhr Reichstanzler Mary von Wien nach München, das er offiziell besuchen will, ab, am Abend fuhr auch D. Stresemann nach Berlin zurüd. Reichskanzler Dr. Marg Sprach am Donnerstag im bayrischen Landtag. Ganz besonderes Interesse verdienen seine Auslegungen über das Problem des Einheitsstaates. Er sagte u. a.: Sie können versichert sein, daß sich die Reichsregierung mehr, als Sie vielleicht annehmen, mit den Sorgen Bayerns beschäftigt. Wir wissen sehr gut, welche Bedeutung ein Land wie Bayern mit seiner großen historischen Bergangenheit, seinen großen technischen und kulturellen Werten besitzt und daß es ein unentbehrliches Glied im schönen Kranze unferer Länder ist. Solange bei Ihnen und bei Ihrem Bewußtsein der Zusammengehörigkeit. Wir müssen die ReichsBolte der feste Wille zum Eigenstaat vorhanden ist, wäre es unrichtig und politisch falsch, irgendwie zu versuchen, andere 3ustände herbeizuführen. Ich habe selbst darauf gedrungen, daß in die letzte Regierungserflärung bei Vorstellung der Reichsregie rung vor dem Reichstage der Satz aufgenommen wurde, daß ich es für unrichtig hielte, wenn man auf dem Umwege über finanzielle Maßnahmen die Selbständigkeit der Länder untergraben wollte. Hiernach habe ich auch stets gehandelt. Das Wesentliche ist doch, daß das Reich zusammenhält nicht durch eigene Maßnahmen, sondern durch gemeinsames ehrliches Streben und das freude in den Herzen aller Reichsangehörigen stärken, und das fann nicht geschehen, wenn ein meinem politischen Ziele entgegengesetzter Weg beschritten wird. Reichstagsbeginn am 22. November. Berlin. Der Reichstag tritt am 22. November zusammen. Der Weltestenrat des Reichstages war heute mittag zu einer Sigung berufen worden, weil Graf Westarp( Dn.) angeregt hatte, den für den 22. November in Aussicht genommenen Wiederbeginn der Plenarsigungen mit Rüdsicht auf die noch laufenden Ausschußarbeiten zu verschieben. Der Aeltestenrat erhob jedoch dagegen Bedenken, daß immer von neuem wieder vertagt werde. Infolgedessen zog Graf Westarp seine Anregung zurüd. Am 22. November ist der wichtigste Verhandlungsgegen stand der deutsch- französische Handelsvertrag. An den folgenden Tagen wird zunächst die Beamtendisziplinarverordnung und sodann über das Rentnerschutzgesetz verhandelt werden. Tas„ eisenbewaffnete" Deutschland. Der französische Bleddeputierte Taittinger stellt in seinem Blatt National" Erwägungen über den Waffenstillstand und den Frieden an und benutzt diesen Anlaß zu neuer Heze gegen Deutschland. Taittinger schreibt u. a.: Deutschland erhebt nicht nur sein Haupt, sondern es droht mit der Fauft gegen uns und diese Faust ist wie früher eisenbewaffnet.(!) Die deutsche Abrüftung ist eine Komödie, die französische Abrüftung dagegen eine Realität(!), die von heute auf morgen zu einer Tragödie werden fann. Die Politiker der Linken erkaufen den Frieden Don Deutschland durch das Nachgeben von Locarno und die Kapitulation von Thoiry. Um einige Jahre Ruhe zu erhalten, sind sie jetzt dabei, schleunigst das linte Rheinufer zu räumen und unsere beste Sicherheitsgarantie zu opfern. Wir werden bald darauf angewiesen sein, auf die Unterstützung der britischen Flotte rech nen zu müssen, um unsere Küste zu verteidigen und auf die deutsche Armee, um die Unversehrtheit unserer Grenzen zu fichern(!!). Die Politiker bereiten uns heute den Frieden der Stliven und morgen den Frieden der Gräber." ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreise: die 30mm breite Petitzeile auswärts 24 Pia. lotal 12 Big, die 90mm breite Reflame Petitzeile 96 Pig. Platz Doridritten abne Verbindlichten Bei Miederholungen Rabatt, für Bollflischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Nummer 47 Holland verlangt Kriegsschadenersah. Wie aus dem Haag gemeldet wird, erklärte der holländische Außenminister daß die niederländische Regierung nach wie op: der Ansicht sei daß die deutsche Regierung verpflichtet iit, die Holländern oder holländischen Unternehmungen durch völker rechtswidrige(?) Handlungen der Deutschen im Kriege zugefüg ten Schäden voll zu ersetzen. Zwischen Deutschland und den Niederlanden seien aber darüber noch Berhandlungen im Gange die möglicherweise einen befriedigenden Abschluß finden werden. Parlamentstrise in England? Die Erfolge bei den Gemeindewahlen geben den Arbeiter parteien Veranlassung, mit heftigster Obstruktion im Unterhaus anläßlich der Besprechung der Lage im Kohlenbergbau, einen Mißtrauensantrag gegen die Regierung zu stellen. Man fürch tet, daß es zu vorzeitigen Neuwahlen des Unterhauses tommen fann. - Lokales. Sonntagsgedanken. Es ist wieder die Zeit, da wir der Toten gedenken, Toten Sonntag. Bald, kommenden Sonntag, schmüden wir die teuren Grabhügel jener, die in heimatlicher Erde, im Friedhof der Heimat ruhen. Heute schon wollen wir im Geifte zu jenen Kameraden wal. len, die für uns und ihr Vaterland ihr Leben gaben. Nicht fönnen wir selbst nach den fernen Gräbern eilen, unsere Helden Tiegen unerreichbar draußen in Feindesland, in das sie in tapferem Ansturm eingedrungen sind und wo sie in übermensch licher Anstrengung 4% Jahre standhielten, um die Kriegs. schreden von der Heimat fernzuhalten. Andere dedt die unergründliche Fläche des Meeres, andere sind vermißt,- ver Schollen. - In diesen heiligen Stunden ziehen Millionen hinaus auf die Heldenfriedhöfe der Heimat, wallen im Geiste hin nach Frankreichs blutgetränkten Gauen, nach Ypern, Arras, Verdun und Flandern, nach den walbigen Höhen der Bogejen, hinüber nach Rußlands Steppen, nach Italiens Bergen, fuchen im großen Weltmeer das feuchte Grab ihrer Lieben und vergessen auch jener nicht, die hoch in der Luft für Deutschland stritten. In tiefer Trauer machen wir dort Halt an den Stätten des Todes. Und gellend dringt ein Schrei der Verzweiflung aus den Her zen der ganzen Nation: Wacht auf, ihr Brüder drüben im fernen Lande, wacht auf, ihr Helden draußen im Friedhof der Heimat, wacht auf und sagt, was wir tun sollen in diesem furchtbaren Leid! Und aus Millionen Gräbern schallt es Antwort, und die Wellen der Meere tragen den Ruf der Toten an deutsche Strande und aus den Lüften schreit es der deutsche Aar: Deutsches Bolt, du herrlichstes von allen, besinne dich wieder auf deine Pflicht, schlag' wieder, du altes deutsches Herz, hört diesen Geist aus den Gräbern eurer Helden, den Geist der deutschen Treue! Der Opfergeist, der aus den Gräbern ruft, muß Deutschland wieder neu bleiben. Das Gedenken an Deutschlands tote Helden soll uns stets neue Kraft geben, auszuharren in der Zeit der Schmach und der Knechtschaft, auszuhalten in der schweren Arbeit des Wiederaufbaues trotz aller Drangfale, mit welchen die Feinde uns den Weg versperren, bis einst der Morgen anbricht, an dem das befreite Baterland wieder in den Platz einrückt, der ihm von Gott und Rechtswegen gebührt. In diesen Tagen sollen wir aber auch fein höheres und schöneres Ziel fennen, als für die armen Kinder und Witwen unferer gefallenen und verletzten Kameraden zu sorgen. Helft alle mit, das große Unheil zu lindern, das Millionen in vier einhalbjährigem Morden getroffen hat. Helfen wir alle mit am edelsten Friedenswert! Für Frieden und Recht wollen wir an gesichts unserer Toten für alle Zeiten eintreten mit flammen der Begeisterung. Der Opfer unserer Helden sind wir nicht wert, wenn wir unsere gefallenen Kameraden vergessen, der Witwen und Waisen. Wenn wir aber ihrer stets in Treue ge denten, dann war das viele Blut nicht vergeblich geflo Entblößten Hauptes stehen die deutschen Völfer trauernb und flagend an den Massengräbern ihrer Helden. Und alle Kirchengloden läuten durchs deutsche Land die Trauer. Nun lassen wit sie wieder allein in ihren stillen Grüften, die vielen, vielen Schläfer. Gottes heiliger Friebe sente fich nieder auf ihre fernen Gräber. Ehrenfried. Den Toten. Bom Turme läuten ernst die Gloden. Die Tage tommen, da sie uns zum Friedhof rufen. Friedhof. Wie hart muß das Leben sein, wenn man Die die Stätte, wo die Toten liegen, den Friedhof nennt! Toten schweigen und reden doch so laut vom Sinn des Lebens. Es neigen sich Wipfel und Blätter zum herbstlichen Schlafe. Der wehe Zug des Sterbens streift durch Wald und Auen. Vorbei ist die blühende Sommerzeit, Totenjonntag Alles, was einst blühte und grüntees ist wie ein Traum. Gamstag, den 19. November 1927. Mit welkem Laube spielt der Wind. Nur draußen im Kirchhof ist es, als wäre noch einmal auf Stunden der Frühling erwacht. Auf den Gräbern blüht und leuchtet das strahlende Heer der legten Blumen, von Liebe gepflanzt. Reben Blumen und Blühten aber steht die Trauer. Am Tage der Toten weint viel Schmerz. Und viele Wunden bluten neu. Heute, am Tage, der den Toten frei.. Aus den Toren der Vergangenheit tritt, was wir verloren. An diesem stillen Tag im Jahre steht das Begrabene auf. Eine stumme Predigt halten ringsum die vielen Kreuze. Stille ringsum. Sier ruhen sie alle im gleichen Heimatboden, arm und reich, Freund und Feind. Und die Blumen breiten ihren bunten Teppich über den stillen Garten der Toten. Und überall weinende Rinder, trauernde Mütter, ernste Bäter. Hier steht eine junge Witwe mit einem Häuslein Kinder. Bon Schmerz gebeugt. Und dort ein Mann im Gilberhaar. Die Träne jagt, daß der Trennungsschmerz nach einem langen Eheglüd nicht leiner ist, als nach einem furzen. Dort wieder legt eine junge Waise die legten Sommerblumen auf das Grab der Eltern. Allein haben diese sie gelassen auf dem weiten Erbenrund. Des Lebens Sonne ist mit ihnen ins Grab gejunten. Unzählige Bücher von Lebensromanen tönnte man schrei ben, wollte man alles schildern, was die stillen Beter da drauBen bewegt und durchzudt. Dort sehe ich noch ein Grab. es abseits der vielen Blumen. hat man den stummen Schläfer den der Tod reich gemacht hat. Verlassen und schmudlos liegt Selbst an diesem einen Tag vergessen. Es ist ein Armer, Während sie dort draußen die Toten besuchen, sitt in einem ärmlichen Stübchen trüben Auges ein altes Mütterlein. Ihre Füße haben den Dienst versagt. Und was wollte sie auch da draußen suchen? So weit fann sie nicht mehr gehen, daß sie den Hügel finden tann, wo ihr Einziger verlassen ruht. Weit, weit, über manchem Tal, über manchen Höhen, in einem fremden Lande liegt er, vielleicht allein im Bergwald oder bei den anderen im Massengrab. Das Mütterlein hat bald ausgeweint. Wie verklärt erscheinen ihre Züge, wenn vor ihrem Auge ein Grabstein ersteht der ihren Namen trägt. Sie braucht nicht zu zittern, wenn bald der große Versöhner Tod seine Hand auf ihre Schulter legt. Biel lehrt uns der Tag der Toten. Blühen, vergehen und sterben. Und wenn du durch den Friedhof heute gehst, so schau auch auf das weite unbelegte Gräberfeld. Dort ist auch ein Platz schon für dich. Da wirst auch du einst ruhen, wenn man auch dir einmal das Glödlein zieht. * Der Straßenbahn- Sonderdienst zum Friedhof anläßlich des Totenfestes beginnt morgen bereits um 10 Uhr vormittags. Geschäftseröffnung. Die Gießener Geschäftswelt ist um ein modernes Kaufhaus reicher. Die Firma Franz Bette, Mäusburg 10, hat es trotz der Ungunst der Verhältnisse gewagt, ihre alten Geschäftsräume einem völligen Um- und Neubau zu unterwerfen. Der Entwurf ist von Herrn Architekten Nicolaus Gießen ausgearbeitet, in dessen Händen auch die Bauleitung lag, die außerordentlich viele Schwierigkeiten zu überwinden hatte. Galt es doch, den Neubau an der Mäusburg und den Umbau der Häuser an der Wettergasse, die in ihrer Gesamtheit den Gebäudekomplex der Firma Bette bilden, so anzufassen, daß während der ganzen Bauzeit, vom März bis heute, das Geschäft an irgend einer Stelle weitergeführt werden konnte. Aber aufgewandte Mühe und Arbeit haben sich gelohnt. Ein Geschäftshaus, wie es in der Großstadt noch selten ist, ist zauberhaft in wenigen Monaten entstanden. Raffinierteste Platausnutzung, geschmadvolle Wandverkleidungen, Regale und Tresen aus gebeizter Eiche sind in dem 200 qm großen Ladenraum, dessen Inneneinrichtung eine Empfehlung für die Firma Fr. LösseHagen ist, zu finden. Herr Lösse, ein Schwager des Herrn Bette, hat, was Stil, Zweckmäßigkeit. und Qualität angehet, hiermit Vorbildliches für Gießen geschaffen. Sämtliche anderen Arbeiten sind von Gießener Firmen ausgeführt worden. Zwei Umkleideräume und ein Kontorraum vervollständigen die Räumlichkeiten des Erdgeschosses. Im ersten Stockwerk, an der Wettergasse entlang, ist die Engros- Abteilung und im zweiten Stockwerk sind das Lager und Räumlichkeiten für das Personal untergebracht worden. Auch dieses sind helle, freie Räume, nach den letzten Erfahrungen ausgebaut und eingerichtet. Eine Grüner Rasen/ Blaue Wellen. 10. Fortsetzung. Immerhin glaubte er seine Untätigkeit vor dem jüngeren Kameraden nicht dem Neffen, entschuldigen zu müssen: Natürlich stellte ich ihnen den Rest meiner Knochen zur Verfügung. Sie versprachen mir auch Verwendung, und der Bezirksadju tant meinte fogar, es sei einerlei, ob ich mich Premierleutnant oder Oberleutnant nenne. Doch die Einberufung blieb aus, und als Besitzer von Priedelsdorf glaube ich mich unablömmlich. Dort lass ich natürlich alles beim alten. Auch unsere Möbel bleiben in der Berliner Wohnung. Deine Kusinen bleiben un= bedingt bei uns und sollen jedes Zimmer im Hause wie zu ihres guten Vaters Lebzeiten finden. Hoffentlich kommst du bald nach, um dich auf dem Lande zu erholen." Ein lieber Verwandter war der wunderliche Alte immer gewejen. Werner dachte ihm eine Freude zu machen: Wie steht's mit den Bildern, Onkel Karl?" ,, Er zwingt es nicht mehr", antwortete die Tante. Ihr Mann strich perlegen über den eisgrauen Premierleutnantsbart: Auch eins der Lebenswerke, die der Krieg zerstört hat. Leicht fiel es nicht, auf die liebe Arbeit vieler Jahre zu verzichten." Ein Schatten von Wehmut glitt über das vielfaltige stuben bleiche Gesicht. Werner fat, als erstide er ein Hüfteln unter der Bettdecke. Auch die Kusinen zwangen sich, ihr Lächeln über des Onkels Schrulle zu verbergen. Nach dem Scheitern seiner Absicht, den Kadetten Geschichte zu lehren, tam er auf den Gedanken, den Pinsel eines Militärhistorikers zu führen, und malte mit Wasserfarben Soldaten in den Uniformen der Heere aller Zeiten für ein großes Bilder= werf. Blätter von der Größe einer Quartseite trugen je einen Soldaten aller Truppenteile jedes stehenden Heeres seit den Tagen des großen Kurfürsten. In zwanzig Jahren lernte er schnell zu pinseln und konnte täglich ein vollendetes Bild in feine Mappe legen. Trotzdem war vor Kriegsausbruch noch eine ungeheure Leistung zu bewältigen. Er hatte sich an eine Da naidenarbeit gemacht, weil die Armeen von Jahr zu Jahr wuch sen. Asiatische und amerikanische Staaten, wie Japan, China, Siam, Argentinien, Brasilien, Chile schufen neue Heere oder 拜 Gießener Zeitung" Flut von Licht verbreiten geschmackvolle Lichtkörper, die besonders in den sieben Schaufenstern an den beiden Straßenfronten in leuchtender Pracht den Grundsay Licht ist die beste Reklame, wahrmachen werden. Und nun geht hin, ihr Leute aus Gäiße, schaut euch die alte Firma Franz Bette im neuen Gewande an, geht durch den Haupteingang an der Wettergasse, fauft zur Freude des allgemein beliebten Inhabers und ergießt euch durch den Ausgang Ede Wettergasse und Mäusburg in die sich stauenden Menschenmassen. Vor allem left die betr. Anzeige in heutiger Nummer. * Am kommenden Dienstag Abend wird der in diesem Jahre mit dem Schillerpreis ausgezeichnete Dichter Franz Werfel aus eigenen Sachen lesen. Veranstalter ist der Goethe- Bund. * Wie im vorigen Jahre, so ist auch jetzt wieder mit Mitteln des Staates und unter seiner Aufsicht eine„ Sessische Künft lerhilfe" eingerichtet worden, die der mit der wirtschaftlichen Not schwer ringenden hessischen Künstlerschaft einen bescheidenen Ertrag für ihr fünstlerisches Schaffen sichern will. Es finden zu diesem Zwede in den drei Provinzen Weihnachtsausstellungen statt, die jedem Kunstfreund Gelegenheit geben, für niedrig ge haltene Preise Original- Kunstwerte von Qualität zu erwerben. Für die Provinz Oberhessen liegt die Leitung und Geschäftsführung dem Oberhessischen Kunstverein in Gießen ob, die Ausstellung findet in seinem Ausstellungsraum im Turmhaus am Brandplatz vom 27. November bis 23. Dezember bei freiem Eintritt statt. Als Ergänzung dieser Ausstellung ist wieder eine Lotterie eingerichtet worden, deren Gewinne in Kunstwer fen bestehen, die von den ausstellenden hessischen Künstlern angekauft werden. Der Preis des Loses beträgt 50 Pfg. Die Berausgabung der Lose ist bereits erfolgt und damit Gelegen heit gegeben, schon jetzt sich an der demnächstigen Ausspielung zu beteiligen und damit zur Besserung der wirtschaftlichen Lage unserer Künstlerschaft beizutragen. Die Ziehung findet am 19. Dezember im Turmhaus am Brandplatz statt. Fundsachen im September und Oftober. Das Verzeichnis über die in den Monaten September und Oktober 1927 gefun denen bezw. abgelieferten Gegenstände kann beim Polizeiamt ( Fundbüro) eingesehen werden. Die Empfangsberechtigten wer ten aufgefordert, ihre etwaigen Rechte innerhalb zwei Monaten geltend zu machen. Achtung. Der letzten Nummer des Schulboten für Hessen" liegt eine Beilage des Freidenters" Berlin bei, die für ein Buch ,, Die Kirche in der Karikatur" Reflame macht. Der Pros spett stellt eine Schmach für die Schule und die Kirche und für alle Eltern dar. Die Kirche und der Pfarrer( nur Pfaff" ge= nannt) sind in der Karikatur in einer Weise verhöhnt, daß jedem Deutschen, der noch etwas auf Religion gibt, die Schamröte ins Gesicht schlagen muß. Ob der Schulbote seinen Lehrern damit einen Gefallen ge= tan hat, muß dahingestellt bleiben. Was er bezwedt, geht daraus hervor, daß er auf Seite 670 schreibt: ,, Auf die Beilage machen wir unsere Leser ganz besonders aufmerksam." Aus Nah und Fern. Frankfurt a. M. Die neue Zentralbibliothek soll als Universitäts- Bibliothek in unmittelbarer Nähe der Universität errichtet werden. Nach dem Projekt von Professor Elsässer soll die horizontale Lage verlassen, vertikal gebaut und ein vollDie gute Küche 2 Dr. Oetker's Pudding- Pulve sorgt für das Wohlbefinden der ganzen Familie w. bringt nur pahrhafte und wohlbekömmliche Speisen auf den Tisch, bei denen Schmackhaftigkeit Grundbedingung ist. 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In dem Wert, das er der Ruhmeshalle zu schenken gedachte, sollte der Mustetier mit der höchsten Nummer auf den Achseltlappen nicht minder als der mit der niedrigsten Zahl auf den Schultern zu finden sein. Werners Frage wedte mit lieben Erinnerungen seine Redelust. Die müden blauen Augen heischten Bewunderung, als er schilderte, wie er beim Malen das Nahen des Weltkrieges am Wachsen seiner Arbeit gespürt habe. Dann sagte er niedergeschlagen:„ Die Russen waren nicht mehr zu bewältigen." Tante Barbara nidte. Er zwang sie nicht, obwohl er es endlich auf taglich zwei, wenigstens von der Infanterie, brachte. Nur stellten sie auch gar zu viel Kavallerie auf, und ein Reiter mit Pferd nahm zwei Tage. Gewissenhaft, wie er ist, wollte er von jedem Regiment doch auch die Schabracke und Zaumzeug malen." War bei einer so wichtigen Arbeit ganz selbstverständlich, Bärbchen!" schalt er und entschuldigte sich: Ich hätte es auch gezwungen! Doch der Weltkrieg brachte allen Heeren die neue Felduniform. Ich hatte von vorn zu beginnen und obendrei hieß es, die Farben würden fnapp. Da begriff ich, daß mein Lebensplan im Scheitern war." nidte mit jeuchten Augen:„ Es nahm uns furchtbar mit." Er wiegte den Kopf in echter Trauer, und Tante Bärbchen Da konnten die jungen Leute das mühsam verhaltene Lachen nicht meistern. Staunend hörte der Alte ihr Kichern, starrte verblüfft auf den sich unter der Bettdecke schüttelnden Neffen und die in Taschentücher hustenden Nichten. In schmerz licher Wehmut hob er die Achseln. Dann glitt ein Zuden durch die Falten im bleichen Gesicht. Das Lächeln war noch bitter, und seine Augen schimmerten feucht wie die der Tante. Doch gleich recte er den alten Kopf und stimmte mit rauhem Räuspern in das Lachen der Jugend ein. Nur in der Stimme zitterte noch Wehmut nach: Sprechen wir nie wieder davon. Mag alles verloren gehen, wenn nur Kaiser und Reich den Krieg gewinnen." Da blickten die drei Jungen erniter. Das Pinseln des Onkels war der Notbehelf eines vom Mißgeschick zu Müßiggang verurteilten arbeitsfrohen Mannes gewesen Werner wollte seine Hand nehmen, aber der Onkel stand Nr. 47. tommenes Hochhaus für Bücher" von 40 bis 50 Meter Höhe und zwanzig Stodwerken, in dem auf verhältnismäßig fleiner Fläche rund 2 Millionen Bücher untergebracht werden können, geschaffen worden( Kostenpunkt?). Friedberg. Sein 75jähriges Bestehen feierte der Gesangver ein Frohsinn"; er ist der älteste Gesangverein unserer Stadt. Im Namen des Deutschen und Hessischen Sängerbundes über> reichte Rechtsanwalt Dr. Rehn Mainz eine Ehrenurkunde als Jubiläumsausgabe. Samstag, den 19. November 19 ibres relativ niedrigeren Börsenturfes briefabjah, im großen und ganzen ge Eine Anzahl von Instituten fah fich wieder eine Sypothekensperre zunäch treten zu laffen. Wichtig erscheint in diesem Zusam des deutschen Spartapitals. Die im vo Entwidlung hat den deutschen Spart efene Konjunttur ihrem Sypothefe emmal feit der Stabilisierung reich Seleibungen verfügbaren 40 v. 5. der , und eine große Reihe von Anträg trilt. Die Folge davon ist zunächst Satlaffe in Kürze eine Zinsverteueru Sahlungsfurjes vorzunehmen geden Die Nachfrage nach Realkredit ist Als bemerkenswert verdient dabe juh von ausländischen Besizern Se für Sypothetentapital besteh ität zurüdzuführen sein dürfte, d Ländern herrscht und die in Frag en deutschen Hausbesitz zur Beschaff Friedberg. Zum Ehrenbürger ernannt wurde der Geheime Justizrat Adolf Windecker an seinem 70. Geburtstag. Bürs germeister Dr. Send überreichte den Ehrenbrief laut Beschluß der Stadtverordneten- Versammlung. Dem Jubilar wurden ferner Glückwünsche überbracht von Justizrat Bender- Darmstadt im Namen der Hessischen Anwaltskammer, von Rechtsanwalt Men delsohn namens des Oberhessischen Anwaltsvereins. Reichs minister Dr. Stresemann sandte dem Jubilar telegraphisch Glüc wünsche. Friedberg. Ein Dirigentenverband für die Wetterau wurde ins Leben gerufen. Es hatten sich etwa 40 Dirigenten und Chor meister eingefunden; als Gast und Redner wohnte Simmerod Offenbach bei, der 1. Vorsitzende des Landesverbandes hessischer Chorleiter. Nach vollzogener Gründung wurden ein engerer Vorstand gewählt: 1. Vorsitzender Studienrat Kuhn- Friedberg, Beisitzer Hachenberger- Dorheim, Arnold- Bad Nauheim und Dauth- Ober- Möllstadt. bergen. Dies alles bewirkt, daß nach rah dem andern durch allzu große Bed E haben z. B. die großen Versicheru Zinsen bei 96prozentiger Auszahlu mige bereits bis zum April des nächste deß von ihnen bis auf weiteres fein Gel Der Zinsfag für erste Hypotheken 95proze jogen. Er beträgt zurzeit 7% v. 5. bei 31-828. 5. oder 8½ v. 5. bei 95 beides inter Berücksichtigung der Spefen provifionen annähernd 10 v. 5. ausma ift dagegen Buzbach. Die Stadtverordnetenwahl fand bei einer Wahlbeteiligung von 64 Prozent statt. Es wurden insgesamt von 3118 Stimmberechtigten 1987 Stimmen abgegeben. Gewählt find: Sozialdemokraten 5 Site( seither 6 Size), Zentrum 2( 2). Dereinigte Demokraten und Deutsche Volkspartei 6( 7), Mittel standsvereinigung 3( 2), Kommunisten 2( 1). Mein Mütterlein. Wie dent ich Dein, mein Mütterlein, In meinen stillen Stunden, Wenn ich mit Dir so ganz allein In Liebe bin verbunden. Mir ist, als seh' Dein Aug ich ruh'n Auf mich mit fanften Bliden, Als segnetest du all mein Tun Mich liebend zu beglüden. Macht Sehnsucht oft das Herz mir schwer, Dent' ich der Kindheit Tagen, Mir ist, als müßt ich immermehr Dir all mein Wünschen sagen. Wie dent' ich Dein, mein Mütterlein, Auf allen meinen Wegen. Du bleibst bei mir, ob ich allein Mit Deinem Himmelssegen. Emma Knabe. Die Lage am Hypothekenmarkte. ( Aus den Vertraulichen Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Hausbesitzerbanken".) Der Hypothekenmarkt zeigt weiterhin ein trostloses Aus. sehen. Als Mitte Mai der Eingriff der Reichsbank auf den Aktienmärkten der deutschen Börsen erfolgte, hatte man berech tigten Grund zu der Annahme, daß diese Maßnahme eine Be lebung des Rentenmarktes zur Folge haben und damit dem stagnierenden Hypothekengeschäft eine neue Anregung gegeben würde. Diese Rechnung war falsch. Das Hypothekengeschäft ist, von geringfügigen Unterbrechungen abgesehen, von Woche zu Woche schlechter geworden. Ein besonderes Hindernis liegt darin, daß die Behörden den Erfordernissen des Marktes noch nicht Rechnung getragen haben. Die Nachfrage des Publitums richtet sich zum weitaus überwiegenden Teil auf den 8prozentigen Pfandbrief, während die Hypothekenbanken bestrebt waren, den Normalzinsfuß auf 7 v. H. zu standardisieren. Maßgebend hierfür ist vor allem die Tatsache, daß den Realkreditinstituten 8prozentige Stüde aus früheren Emmissionen nur noch in geringen Mengen zur Verfügung standen und Neuemissionen dieses hochverzinslichen Typs vorläufig nicht genehmigt werden. Inzwischen sind nun die verfügbaren 8prozentigen Pfandbriefe fast restlos verkauft worden, und das Publikum schätzt zurzeit die 7prozentigen trot auf:„ Wir dürfen weder zu lange bleiben, noch zu oft tommen, damit Langweile dich bald wieder auf die Füße bringt." Auch der kurze Besuch der Verwandten hatte angestrengt. Am zweiten Feiertag stieg das Fieber, und der Rüdjall schien schwerer als die erste Lungenentzündung. Typhus fam hinzu. Durch Werners Bild huschte das Bild einer neuen Umgebung. Als Genesender fand er sich in einer Jjolierbarade auf dem Tempelhofer Feld. Keine Besucher tamen und von den Kusinen nur Briefe. Sie schickten auch Pakete, obwohl er von ihren Gaben toum tosten durite. Jm März stand er auf. Das Fleisch schien von den Knochen gefallen. Mattigkeit warf ihn nach wenigen Schritten wieder auf das Bett oder in den Sessel. Nach den ersten Ausgängen im April erlaubte der Arzt die Reise nach Priedelsdorf. Die Kusinen standen wieder auf dem Bahnhof. Die gededten Tische waren leerer als einst. Gerda erzählte, jie trügen nur Kaffee und Brot. Die Behörden hätten vor Bergeudung von Lebensmitteln gewarnt, und jede Dame tue nur noch einmal wöchentlich Dienst. Dann nahm sie den linken und Elisabeth den rechten Arm des reisemüden Kranten. Aus dem Wagen sah er Frühlingssonne auf das Grün junger Saaten lachen. Der Lenz quoll aus feuchtem Ader und würzte die Luft mit dem Hauch von Erde und Wurzeln. Als die Kujinen in Priedelsdorf die Tür zum Arbeitszimmer ihres Vaters öffneten, jaẞ am Schreibtisch des Verstorbenen Onkel Karl mit Wirtschaftsbüchern. Ueber seine Schultern sah Tante Bärbchen mit dem Nähzeug in der Hand ihm nicht anders zu als in den Tagen, da er noch einen ganzen Infanteristen oder einen halben Reiter mit Pferd und Sattelzeug malte. Kein Stuhl im 3immer jchien gerüdt. Zwischen den Fenstern hing noch das Bild der schönen Mutter der Kusinen, die dann im Korridor die Güte von Premierleutnants rühmten. Die Alten taten, als wären sie Gäfte in Priedelsdorf. Sogar Bilder des alten Verehrers hatte Tante Bärbchen nicht aufgehängt. Im Fremdenzimmer oben trat Werner zwischen den Mädchen ans Fenster. Unter lindem Fächeln des jonnigen Früh lingstages schüttelten fnospende Zweige den Winterschlaf ab. Ein zarter Schleier jungen Grüns bing um Bäume und Sträucher. Blätter sprangen schon aus den braunen Knospen der Kastanien. Der jüße Duft des Reimens und Sprießens wedte Erinnern an die leblos itarre Radtheit verschneiter polnischer Erde. Auch im fteinernen Meer von Berlin hatte er teine grüne Welt des Wachsens und Wucherns gesehen. Schön, wunderbar Für zweite Sypothefeat unverändert angeboten. 3hr Satz Jährige und bei 12 v. 5. für zweijährig ingerte Spanne zwischen ersten und a zur Folge, daß allmählich auch die Na Seleihungen größer wird und die Za Eteigen begriffen ist. Daneben entwid ja Sägen von 10-12 v. 5. p. a, w Aus dieser Notlage des Marktes söfteren berichteten, manche Geldgeb jieben. Als neue Form dieser Aust Berlangen mancher Stellen, nur da wollen, wenn auch bei schon einget die heute dierteljährliche Borau ährige Vorauszahlungen tonvent Auch die inzwischen( am 4. 10. 192 Richsbantdiskonts dürfte die Lage a Pfarrer He stets vorra Hirsch- A Fra Das Pfarre 272 Seiten 150 F vollhändig un Ludwig Heuma 0: PS 10 4PS ZWEIS ön war es hier, und herrlich das rende daran zeg er sich die Mäd bauten sie das Wunder des Wa Iblonde Haar lag an seiner rechten Schulter. In beide Arme rieselte ible juge Wärme junger Menschenfo Bertagen so mit ihnen gestanden, d Wich, das Herz so weit und offen g Den der Sonne. sondern vor einem er die Augen schließen. Da tam über Krankheit und Todesdrohen r Bit gar nicht mein Sohn!- Seit un Herrn p. d. Helle unterwegs, u Frage nach des Generals leztem W em Ausmarsch geschriebene Postta anwalt in Breslau lag ein Testamen Dunkel des Geheimnisses warf. A arum fordern. Nachmittags führten ihn die Bild zum nahen Löwenberg. Aud An Hügelhang begann schon Gründ gen lugten Schneeglödchen und Die Mädchen pflüdten Strä nas immers. Von der Kuppe i on Beltetten unter blauem Hi inter die Wiese taumelte ei Der Ferme vangte ein Pfirsichbaum Er hätte jubeln fönnen in he Wieben und muste dem überpollen Der, Kinder. was hab ich euch gern Gerdas weiße Haut flammte n mern in feinen Augen machte sie zoh: Jezt weiß ich dich wieder ge Elisabeth ließ ihm den Arm. I anzien dicht vor den feinen Weißt Er schüttelte den Kop Noch Mugen, während auch ihr Gesicht sich Rug auf dem Bahnhof." Aber Elisabeth!" Gerda schien Die Jüngere zuckte die Achseln: utnants batten nichts dagegen! Gi ollen!" Nr. 47 für Bücher" von 40 bis 50 Meter Ho ten, in dem auf verhältnismäßig fleiner nen Bücher untergebracht werden tönnen, ſtenpuntt?). 75jähriges Bestehen feierte der Gesangper der älteste Gesangverein unserer Stadt schen und Hessischen Sängerbundes über Dr. Rehn Mainz eine Ehrenurkunde als Samstag, den 19. November 1927. ihres relativ niedrigeren Börsenkurses so wenig, daß der Pfand briefabjay, im großen und ganzen genommen, fast völlig stodt. Eine Anzahl von Instituten sab sich deshalb bereits genötigt, wieder eine Hypothekensperre zunächst bis zum Oftober ein treten zu lassen. | ,, Gießener Zeitung" günstig beeinflussen. Zum mindesten werden die Zinssäge für Hypotheken eine entsprechende Erhöhung erfahren bezw. wird die Auszahlungsquote noch weiter reduziert werden. Auf der anderen Seite besteht wenig Aussicht, daß angesichts der Ein stellung der Beratungsstelle für Auslandsanleihen ein erhöhter Zuflug von Auslandstapital für Hypothekenzwede, burd die Erhöhung des 3insfuges angereist, eintreten wird. Der deutsche Hausbesih wird hierdurch mehr den je zur Befriedigung seines Realkreditbedürfnisses auf den Weg der Wichtig erscheint in diesem Zusammenhang die Entwidlung des deutschen Spartapitals. Die im vorstehenden gekennzeichnete Entwidlung hat den deutschen Sparlassen eine noch nie dage. wejene Konjunktur ihrem Hypothekengeschäft gebracht. Zum Beleihungen verfügbaren 40 v. 5. der Spareinlagen nicht mehr aus, und eine große Reihe von Anträgen ist zur Ablehnung ver arteilt. Die Folge davon ist zunächst, daß z. B. die Berliner Spartaffe in Kürze eine Zinsverteuerung durch Herabsehung des Auszahlungsfurjes vorzunehmen gedenti. Ehrenbürger ernannt wurde der Geheime erftenmal seit der Stabilisierung reichen die für hypothefarische Selbsthilfe verwiesen. deder an seinem 70. Geburtstag. Bür überreichte den Ehrenbrief laut Beschlug Bersammlung. Dem Jubilar wurden jer racht von Justizrat Bender- Darmstadt im Anwaltstammer, von Rechtsanwalt Men Oberhessischen Anwaltsvereins. Reichs an fandte dem Jubilar telegraphisch Glüd irigentenverband für die Wetterau wurde hatten sich etwa 40 Dirigenten und Chor Is Gast und Redner wohnte Gimmerod zogener Gründung wurden ein engerer Die Nachfrage nach Realkredit ist unverändert, groß geblie ben. Als bemerkenswert verdient dabei festgehalten zu werden, daß auch von ausländischen Besitzern deutscher Häuser reges Interesse für Hypothefentapital besteht, was auf die Geldfalamität zurüdzuführen sein dürfte, die auch in manchen an beren Ländern herrscht und die in Frage kommenden veranlaßt, benugen. Dies alles bewirkt, daß nach und nach ein Geldgeber Borsitzende des Landesverbandes hessischer ihren deutschen Hausbesitz zur Beschaffung liquider Mittel zu Vorsitzender Studienrat Kuhn- Friedberg, nach dem andern durch allzu große Beanspruchung ausscheidet. Dorheim, Arnold- Bad Nauheim und Dtverordnetenwahl fand bei einer Wahl rozent statt. Es wurden insgesamt von en 1987 Stimmen abgegeben. Gewählt 5 Size( either 6 Size), Zentrum 2( 2), und Deutsche Boltspartei 6( 7), Mittel 2), Kommunisten 2( 1). ein Mütterlein. ich Dein, mein Mütterlein, stillen Stunden, it Dir so ganz allein in verbunden. Is seh Dein Aug ich ruh'n it sanften Bliden, du all mein Tun zu beglüden. sucht oft das Herz mir schwer, Kindheit Tagen, nüßt ich immermehr Wünschen sagen. ich Dein, mein Mütterlein, einen Wegen. i mir, ob ich allein Himmelssegen. Emma Knabe. m Hypothekenmarkte. n Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft r Hausbesizerbanken".) ft zeigt weiterhin ein trostloses Aus■ der Eingriff der Reichsbank auf den schen Börsen erfolgte, hatte man berech Innahme, daß diese Maßnahme eine Be ftes zur Folge haben und damit dem engeschäft eine neue Anregung gegeben war falsch. Das Hypothekengeschäft ist, terbrechungen abgesehen, von Woche zu Den. So haben z. B. die großen Versicherungsgesellschaften, die 7 v. H. Zinsen bei 96prozentiger Auszahlung berechnen, ihre Be träge bereits bis zum April des nächsten Jahres festgelegt, so daß von ihnen bis auf weiteres tein Geld mehr zu erwarten ist. Der Zinsfag für erste Hypotheten hat weiter start ange zogen. Er beträgt zurzeit 7% v. 5. bei einer Auszahlung von 91-92 v. 5. oder 8% D. 5. bei 95prozentiger Auszahlung, was beides unter Berüdsichtigung der Spesen und etwaiger Matler provifionen annähernd 10 d. 5. ausmacht. Für zweite Hypotheten ist dagegen von privater Seite Geld angeboten. Ihr Satz liegt unverändert bei 14 d. 5. für ein jährige und bei 12 v. 5. für zweijährige Beleihung. Die ver Verschiedenes. Täglich 2,2 Millionen Liter Milch! Daß diese stattliche Milchmenge täglich die Betriebe der Bereinigung der städtischen Milchgroßbetriebe Deutschlands durchläuft, wurde anläglich einer Tagung vom 14. bis 15. August in Berlin festgestellt. Dieses Milchquantum ftellt einen erheblichen Prozentsatz der täglich in Deutschland gewonnenen und der Versorgung der städtischen Bevölkerung dienenden Milch bar. Die Bedeutung dieser Tagung und das allgemeine Inter esse an den zur Diskussion stehenden Fragen erhellt aus der Tatsache, daß Vertreter der Reichs Staats- und Kommunalbehörden, bes Städtetages, der landwirtschaftlichen und milchwirtschaft lichen Verbände, sowie namhafte Vertreter der Wissenschaft zu den Beratungen erschienen waren. Dem Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft wurde auf einstimmigen Be schluß der Teilnehmer eine Entschließung über ein Reichsmilch gesen und dem Reichsarbeitsministerium sowie dem Preußischen Ministerium für Boltswohlfahrt eine Entschließung über das Arbeitszeitnotgeleg und das Arbeitsschuggefeh eingereicht. Deutschlands Buttereinfuhr. Seit 1896 gehört Deutschland zu jenen Ländern, die ständig mehr Butter ein- als ausführen, die also einen Einfuhrüberschuh an Nr. 47. tragenden Lebensmitteleinfuhr ausmachte, belief sich ihr Anteil 1925 auf reichlich bei einer Lebensmitteleinfuhr von 4 Wil liarden R. Die Passivität unserer Handelsbilanz drobi in Anbetracht der wachsenden Milch, Butter- und Käseerzeugung in der ganzen Welt noch weiterhin bestehen zu bleiben. Es wäre beshalb zu begrüßen, wenn der Verbrauch ausländischer Molferei- Produkte im Interesse der gesamten Wirtschaft sich ein schränken ließe. Die Produktion muß daneben in Deunjiand vermehrt und verbessert werden, damit der Druck der Abhängig feit vom Ausland, der auf der deutschen Wirtschaft lastet vetmindert wird. ringer Spanne smitten crit leader poetitelligen Butter habere Berhältnisse der Kriegszeit hatten biet zur Folge, daß allmählich auch die Nachfrage für zweitstellige Seleihungen größer wird und die Zahl solcher Abschlüsse im Steigen begriffen ist. Daneben entwidelt sich in Zwischenkredi ten zu Sätzen von 10-12 v. 5. p. a. weiter ein reges Geschäft. Aus dieser Notlage des Marftes versuchen, wie wir schon des öfteren berichteten, manche Geldgeber, zufäglichen Nugen" Ju ziehen. Als neue Form dieser Ausnukung nennt man uns das Verlangen mancher Stellen, nur dann neuen Kredit geben ju wollen, wenn auch bei schon eingeftagenen früheren Hypothefen die heute Dierteljährliche Borauszahlung der Zinsen in halbjährige Vorauszahlungen fonventiert wird. ndernis liegt darin, daß die Behörden Marktes noch nicht Rechnung getragen des Publikums richtet sich zum weitaus den 8prozentigen Pfandbrief, während Sestrebt waren, den Normalzinsfuß auf ren. Maßgebend hierfür ist vor allen Realkreditinstituten 8prozentige Stüde nen nur noch in geringen Mengen zur Neuemissionen dieses hochverzinslichen enehmigt werden. Inzwischen sind nun ntigen Pfandbriefe fast restlos verlauft kum schätzt zurzeit die 7prozentigen trotz Auch die inzwischen( am 4. 10. 1927) erfolgte Erhöhung des Reichsbantdiskonts dürfte die Lage am Hypothekenmarkte unzu lange bleiben, noch zu oft kommen, ald wieder auf die Füße bringt." uch der Verwandten hatte angestrengt ieg das Fieber, und der Rückfall schien Zungenentzündung. Typhus kam hinzu. schte das Bild einer neuen Umgebung. er sich in einer Jolierbarade auf dem ine Besucher kamen und von den Kuchickten auch Pakete, obwohl er von ihren fte. auf. Das Fleisch schien von den Knochen varf ihn nach wenigen Schritten wieder n Sessel. Nach den ersten Ausgängen im st die Reise nach Priedelsdorf. Pfarrer Heumanns Heilmittel stets vorrätig in der Niederlage Hirsch- Apotheke, Giessen Frankfurerstrasse 4, Das Pfarrer Heumann- Buch 272 Seiten 150 Abbildung. erhält jed. Leser volliändig umsonst und portofrei, von Ludwig Heumann& Co Nürnberg M. 629. OPE 4PS sen Zustand vorübergehend geändert.) Die Buttereinfuhr hat sich in der Nachkriegszeit ganz bedeutend gesteigert, so daß die Einfuhr von 1913 mit 542 394 Dz. bei weitem überschritten ist. Im Jahre 1926 verteilte sich die Einfuhr von Butter auf fol gende Haupteinfuhrländer: Dänemark Holland Lettland 305 628 Dz. 303 339 D. 88 173 D. 51 584 Dz. Estland 1951 Rußland Schweden Westpolen Finnland Australien 54 326 Dz. sz 46 299 Dz. 35 647 Dz. 31 912 Dz. 12 523 Dz. Büchereke. Reichspräsident Hindenburg. Unter diesem Titel ist von der Hindenburgspende" das bereits angekündigte offizielle Gebentburg zum 80. Geburtstage des Herrn Reichspräsidenten, im Verlag für Politik und Wirtschaft, Otto Stollberg, G. m. b. 5. Berlin SW. 68, erschienen. Preis geb. 2,50.K, von dem eine Abgabe an die Hindenburgspende erfolgt. Besondere Erwäh nung verdient von den zahlreichen und illustrierten Beiträgen der Auffah Hindenburg als Reichspräsident", das erstmals ein zusammenfassendes Bild von dem Wirken unseres Reichspräsi denten gibt. In jeder deutschen Familie sollte dies Buch seinen Einzug halten, denn es zeigt deutlich, wie erhaben unser Hin dentbuch zum 80. Geburtstage des Herrn Reichspräsidenten, im Vaterland zu dienen. Die Gesamteinfuhr an Butter belief sich auf 977 884 Dz. Aber auch in anderen Mollereiprodukten wie Hartkäse, Weich täse usw. ist die Einfuhr gegenüber 1913 gewaltig gestiegen. Bolfswirtschaftlich betrachtet bedeutet diese hohe Einfuhr eine nicht tragbare Belastung unserer Handelsbilanz. Der Gesamt einfuhrüberschuß an Molkerei- Produkten hatte 1926 einen Wert von 448,6 Mill. M; während 1913 die Einfuhr an Milch u. Milch erzeugnissen etwa nur den 15. Teil der 2,8 Milliarden RM be= ZWEISITZER M.2700 MODELL1928 Swinegel. Der Wettlauf. Die Reiseabenteuer, Ein fufti ges Buch für Kinder von acht bis achtzig Jahren. Mit 26 farb. Bildern von Gustav Süß. Text von Wilhelm Schröder und Gustav Süß. Kartoniert Rmt. 2,50.( Die Bücher der Rose. Bunte Reihe. Für Dich und Dein Kind) Verlag Wilhelm Langewiesche Brandt, Ebenhausen bei München. Das erste Bändchen einer neuen Bücherreise, das bei allen Lebensaltern Freude finden wird. Albert H. Rausch, Eros Anadyomenos. In Leinen geb. 6,-M( Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart). Es ist wieder ein Roman aus der großen Welt, den Albert H. Rausch erzählt, eine Seelengeschichte, die sich abspielt zwischen Adelsmenschen von verfeinertem Fühlen und zartester Sinnlichkeit. Der Glanz von Leid und Schönheit über seinem neuen Werte empfängt auf vielen Seiten eine wunderbar getrofte Macht und Fülle durch die Anschauung und Gestaltung heimatlicher Fluren, Wälder und Wiesen Mitteldeutschlands. aller Weiße Zähne maden jeb ( prechend u on. 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Nach furzem Wandern warf Werner sich zwischen den Mädchen ins Gras. Mit der Krant heitsschwäche tam wieder das Behagen wunschlosen Glüds. Neben den ihm Liebsten auf Erden atmete er den Duft von sprie Benden Blumen, tropfendem Harz und sonnengedörrtem Gras oder Laub. Die schwülen, trägen Glutwellen des heißen Früh jahrs trugen den aufpeitschend hittersüßen Geruch der nahen Obsthaine. hön war es hier, und herrlich das wiedergeschenkte Leben. In Freude daran zca er sich die Mädchen näher. Kopf an Kopf hauten sie das Wunder des Wachsens und Werdens. Das blonde Haar lag an feiner rechten, das braune an der linken Schulter. In beide Arme rieselte ihm leise wie Blätterschauern die füße Wärme junger Menschentörper. Oft hatte er seit Rin dertagen so mit ihnen gestanden, doch nie sich so froh und glüdlich, das Herz so weit und offen gefühlt. Nicht vor dem Blen den der Sonne, sondern vor einem Sirahlen in der Brust mußte er die Augen schließen. Da fam wieder das Mahnen des auch über Krankheit und Todesdrohen nicht vergessenen Wortes: Du bist gar nicht mein Sohn! Seit gestern war endlich ein Briefchen, die zur Rechten und Linten auf dem Rüden lagen. Ihre en wieder auf dem Bahnhof. Die geded als einst. Gerda erzählte, sie trügen nur Behörden hätten vor Bergendung von , und jede Dame tue nur noch einmal inn nahm sie den linken und Elisabeth eifemüden Kranken. Aus dem Wagen uf das Grün junger Saaten lachen. Der Acker und würzte die Luft mit dem rzeln. Als die Kusinen in Priedelsdorf immer ihres Vaters öffneten, jaß am enen Onkel Karl mit Wirtschaftsbüchern. ah Tante Bärbchen mit dem Nähzeug in iders zu als in den Tagen, da er noch sten oder einen halben Reiter mit Bierd Rein Stuhl im Zimmer schien gerüdt. hing noch das Bild der schönen Mutter im Korridor die Güte von Premier Die Alten taten, als wären sie Gäste in Bilder des alten Verehrers hatte Tante ingt. an Herrn v. d. Helle unterwegs, und vorher hatte Ontel Karls Frage nach des Generals lettem Willen an eine vom Vater vor dem Ausmarsch geschriebene Postkarte erinnert. Reim Rechtsanwalt in Breslau lag ein Testament, das vielleicht Licht in das Dunkel des Geheimnisses warf. Auch das Dokument mußte er darum fordern. Nachmittags führten ihn die Kusinen durch Garten und Feld zum nahen Löwenberg. Auch im Schatten der Kiefern im Hügelhang begann schon Grünen und Knospen. In Lichhingen lugten Schneeglödchen und Anemonen aus Kraut und Gras. Die Mädden pflüdten Sträußchen für die Blumenschale Jeines 3immers. Von der Kuppe wiesen sie auf das Streichen bon Bogeltetten unter blauem Himmel. Im Geäft sang ein Fint. Ueber die Wiese taumelte ein weißer Schmetterling. In der Ferne prangte ein Pfirsichbaum in rosaroter Blüte. r oben trat Werner zwischen den Mädter lindem Fächeln des sonnigen Früh nospende Zweige den Winterschlaf ab. gen Grüns hing um Bäume und Sträu schon aus den braunen Knospen der uff des Reimens und Sprießens wedte tarre Nacktheit verschneiter polnischer Meer von Berlin hatte er keine grüne Wucherns gesehen. Schön, wunderbar Er hätte jubeln fönnen in heißer Freude am Leben oder Lieben und mußte dem übervollen Herzen Luft machen: Kinder, Kinder. was hab ich euch gern!" Gerdas weiße Haut flammte wieder rot. Vor dem Flimmern in seinen Augen machte sie ihren Arm frei, aber lachte ftoh:„ Jest weiß ich dich wieder gesund." Elisabeth ließ ihm den Arm. Ihre blanken, braunen Augen tanzten dicht vor den seinen Weißt du, woran ich eben dachte?" Er schüttelte den Kop Noch tiefer lachte fie ihm in die Augen, während auch ihr Gesicht sich langsam rötete:„ An den Suz auf dem Bahnhof." ,, Aber Elisabeth!" Gerda schien ärgerlich. Die Jüngere zuckte die Achseln:„ Ach, Gerdchen, Premierleutnants hätten nichts dagegen! Sie lassen uns tun, was wir wollen!" Darum sonnte er sich gern am Waldrande mit den Mäd Augen waren bald geschlossen, die Glieder gestredt und die Füße leicht gespreizt. Sacht spielte der Wind mit dem Saum ihrer dünnen Kleider und legte die weißen Strümpfe frei. Ihr Atem hob und sentte das dünne Blusentuch. Sonst schlummerten fie regungslos im Brüten des heißen Schweigens unter harzduftenden Kiefern. Die flimmernde Sonnenglut und der würzige Hauch vom Weben und Werden erhitzte seinen Kopf. Das Blut pochte in den Schläfen, als fordere mit Lenz und Genesen auch das Mannesfühlen wieder sein Recht. Leise richtete er sich auf, rutsche im Sitz zurüd und sah auf die Schläferinnen. Ueber eine wie die andere beugte er sich und glaubte einen Duft noch töstlicher als den von Bäumen, Blättern und Blüten zu atmen. Nicht einschläfernd wie aus Lenzkeimen, sondern wedend und berauschend schien der Hauch aus Haar und Haut der Mädchen. Ohne seine Blide zu ahnen, zogen fie durch lächelnd rote Lippen und schimmernde Zähne die schwüle Lenzluft, die auch in ihrem Blut wohl unbewußtes Sehnen nach dem Weben und Mehren alles Lebens wedte. Heißrot und feucht glänzten dann der Erwachenden Wangen. Um ihre Grübchen spielte das Lachen satten Behagens des in Träumen vielleicht erfüllten MädchenhofJens. Gleichzeitig schlugen fie einmal die Augen auf und dehn ten wohlig die starken, ranten Glieder: Schön, nicht wahr?" Ja, es war schön mit beiden, aber schön aud morgens mit Gerda allein. Als die Arbeitsame der Schwestern pflegte sie ihn. Auf Geheiß des Arztes lag er lange zu Bett und fam zum Frühstüd später als die Verwandten auf die Veranda. Das Mädchen rief Gerda von ihrem Tun in Hühnerhof oder Gänsestall. Die Kujine goß ihm Kaffee ein, bestrich die Semmel, brachte ihm jeine Post oder las aus der Zeitung vor. Endlich hidie fie ihn in den Liegestuhl in der Verandaede, warf die Dede über ihn und zupfte an den Efeuranten, bis sein Kopf beschattet war. Ein Mütterchen schien sie, wenn sie dann auf Fuß zehen davonschlich oder auf seinen Wunsch, die Unterhaltung zu perlängern, den Zeigefinger schelmisch vor die gespikten Lippen legte: Der Arzt hat verordnet, daß du bis Mittag ruhen follit." Wenn sie gegangen war, fiel er in Halbschlummer, aber freute sich auch im Träumen auf ihr Wiebertommen und bas Weden, bei dem sie mit fühler Hand sanft über seine heiße Stirn strich Des Jahres tredener Lenz brachte warme Tage. An einem fait allzu heißen schlummerte er wieder im Liegestuhl mit dem Rüden vor der furzen und mit der linken Schulter neben ber langen Efeuwand der rechten Verandahälfte. Gerda war längst gegangen, aber schien doch nahe. Er bekannte sich, daß sie ihm jet lieber jei als die jüngere Schwester, und im Schlaf noch tam plöglich jenes Glühen im Kopf. bas oft ein Blid aus ihren Augen und stets das Streicheln ihrer Hand auf der Stirn brachte. Erwachend, ohne die Lider zu öffnen, atmete er bes Mittags schwüle Sitze und den Duft von sonnengedörrtem Buchsbaum um die Beete vor der Veranda. Absichtlich schlug er die Augen nicht auf, um länger das Traumbilb der blonden Kusine zu schauen. Ihm war, als lächle fie auf ihn herab. Mit der seine Gefichtshaut fächelnden Schwüle schien ihr warmer Atem gemengt. Da stieg mit dem Blut das heiße Glühen zu Kopf. Ein tolles Sehnen nach Kuß und Umarmung der Ge liebten brannten wie Feuer in den Adern, als er gar noch eine leichte Berührung seiner auf der Dede liegenden rechten Hand spürte. Schnell schlug er die Augen auf. Der Traum hatte nicht gelogen und Gerda fich wohl wirtlich über sein Gesicht gebeugt. Jeht aber neigte fie fich über ihn hinweg zur Efeuwand an seiner Linfen. Dort hing mit geschlossenen Flügeln ein Trauermantel an einem grünen Blatt. Sie wollte den Falter fangen. Mit Daumen und Zeigefinger den Flügeln nahe, beugte sie sich über den Liegestuhl. Immer weiter griff ihre Hand, und noch mehr brüdten ihre Glieder unter dünnem Kleid gegen sein rech tes Knie. Von dort stieg ein Taumel zum Kopf. Kaum sahen die flirrenden Augen Gerdas vom Eifer der Jagd flammendes Gesicht über dem verwirrend schönen Rund von Hals und Kehle. Das weiche Weiß ihres Kleides lag prall auf den im Vorneigen gestrafften Gliedern des schlanken Körpers. Eine stärtere Gewalt als die des Verstandes hob seinen rechten Arm. Die Hand umschlang Gerdas Süfte perche als lie den Schmetterling faßte. Fortsetzung folgt. Samstag, den 19. November 1927. Wenn Ihr Händler versucht, Ihnen irgend... wwwww Beize nüfgüre. den, anstatt, daß er h men gleich die gute Luba. 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Die Wiener Reftoren nahmen fangstampfes der deutschen Studenter gegen den preußischen Kultusministe * Die Bassivität der deutschen Ein Monat Oftober beträgt 284 Million * Carol von Rumänien bl antreich. Es soll versucht werden, tern, ihn mit seiner Familie aus * Bintila Bratianu teilte mit, daß die Verhandlungen mit d parteien zweds Bildung einer Regi heit für Rumänien günstig verlaufe Das englische Unterhau Macdonald eingebrachten Mißtrau mit 316 gegen 165 Stimmen ab. * Zwischen Polen und Lita aggressive Verhalten Polens zu e tommen. ICH EROFFNE nach vollendetem Umbau und Erweiterungsbau meine vergrößerten, neuzeitlich eingerichteten Geschäftsräume am Samstag, den 19. November, nachm. 4 Uhr. Durch die jetzt gewonnenen großen Räumlichkeiten sind alle Abteilungen meines Spezialgeschäftes bedeutend vergrößert. 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FRANZ BETTE Giessen Mäusburg 10 Parlamentarische Vor 14 Tagen hat die Hälfte d fen gewählt, und noch heute warter effierten, daß in Hessen nun endlic Parteien scheinen sich von ihrem ihrem Schreden erst einmal ausz etwa ab, ob der Einspruch der Wi Bejehlichkeit der neuen Wahlgejeze Erfolg ist, um dann noch mal das nem Winterschlaf in helle Aufreg Auf jeden Fall sind die Me rungsgewaltigen entschieden amts minister Henrich würde sollte der Zukunft es erlauben- sein den von der Volkspartei sein unda Herrn Henrich möchte dann gern den Demokraten, aber zur Wahr in die Regierung eintreten. Ge Staatspräsident Ulrich sein Amt Derwahl, niederzulegen beabsichtig demokratie zwar dementiert, aber diefer Posten ist uns nicht zu neh unserem Genossen Adelung besetze Was dieser Streit eigentlich ist doch einmal festzustellen, wie d chen soll. Daß das Zentrum me Ronstellation gibt, ist flar ersicht boch, wie lieb das Zentrum 3. 3t. benfe nur an das Schulgesetz- h ialdemokraten eben nur als Träu luf jeden Fall wird es Zeit, daß erfährt, woran sie ist. Gescheiterte Verhandl Der besische Minister für A hatte die Bertreter der Arbeitne fationen des heifchen Tabatgeweb Waden, die eine Beilegung des Kon Arbeitgeber forderten vor Aufnah wedingungslose Aufnahme der Arbe Dozu fich die Arbeitnehmerorganisa en wollten. Die Besprechung ver Der neue badische G Am Mittwoch wurde in Karls minister Remmele zum Staatspräfi ft gelernter Müller, frühzeitig mit then Bartei, wurde er 1908 Redatte Fimme, war dann Mitglied der Na D19 auch Minister verschiedener R