Str. 37 der Kasseler Polizei, die mit einem groset Gießener Zeitung fte und aus diesem etwa 1500 bis 1800 G nition gegen das Haus richtete, und außer granaten in das Haus warf, che Claus burd vurde, hat in der Kasseler Presse eine scharfi Man fragt sich, ob es nicht eine Möglichtet ein Haus, in dem ein einzelner Mensch fi 1 gelangen, auch ohne einen größeren AufWaffen und Munition, ohne daß noq jenleben dadurch gefährdet wurden. Neue Bücher. Erscheint: Samstags. ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 Big. monatlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüd Jendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. mit Johann Peter Hebel. Ja, dentt cud ibhaftig begegnet. Ich griff nach dem Heft. Imichlag geschrieben: Hebels Rheinlandischer ang 1928. Die alte Cholender! Der hilft inem tapferen Mut und einem frohen Sinn lieb hat, der muß auch den Rheinländischen 1. 40. Jahrgang Drud, Berlag und Expedition: Gießen, Südanlage 21 Fernsprecher Nr. 1362 Bostichedtonto Nr. 8437 Amt Frankfurt a. M. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreise: die 30 mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg. lokal 12 fg, die 90mm breite Reflame- Petitzeile 96 Pfg. Platz vorschriften ohne Berbindlichkeit. Bei Wiederholungen Rabatt, für Bollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Sonnabend, den 17. September 1927 Zur Landtagswahl noch eine Bartei! günstige Beschäftigung im Baugewerbe. Gegenüber den im ben!" Hebels Rheinländischer Hausfreund fit des Oberlandesger. Präsidenten i. R. Dr. Best aus dem Hy von Moritz Schauenburg in Lahr( Baden) pothekens, Gläubiger- und Sparerschutzverband, dem ReichsbantWie wir erfahren, hat sich die in Darmstadt unter dem VorJaul Christian Klein in Gießen. gläubigerverband und Rentnerbund gegründete ,, Hessische Volts. rechtspartei" entschlossen, für die Hessischen Landtagswahlen eine eigene Kandidatur aufzustellen. Kreditbewilligungen für Hessen. Darmstadt. Der Finanzausschuß beschloß in seiner Mittwoch- Sitzung, der Regierungsvorlage auf Gewährung von Melis orationstrebiten im Betrage von 8 Millionen Mark an die in Betracht tommenden Körperschaften zuzustimmen. Weiter wurde die Vorlage, betreffend Gewährung von 4 Millionen Mart an Die Hessische Landesbank für Baudarlehen, angenommen. live der agskarren FurterMelle sept Gültig ab Samstag mittag 12 UhrRückreise muß Montag früh 9Uhr angetreten sein FIM eise zum Vorverkaufspreise bei: , Giessen Bahnhofstr- 52 a Was Mode wind bringt Beuers Mode- Führer Band Kinder Kleidung Herbst Band I Damen Kleidung Herbst 1927 1927 Preis Preis M1.50 M1.20 Überall zu haben Verlag Otto Beyer Leipzig T Bekanntmachung. Ministerbesuch in Wetzlar. Am Dienstag weilte der preußische Innenminister Grzesinjti, begleitet von dem Regierungspräsidenten von Wiesbaden, Ehrler, und Direktor Katz- Berlin in Weylar. Sie traten am Mittwochvormittag die Weiterreise an. Auf der Fuldaer Bischofskonferenz ift beschlossen worden, daß darauf hingewirkt werden soll, ein Bersäumen firchlicher Veranstaltungen durch die moderne ,, Wohenendfahrt" und durch Sportveranstaltungen zu verhindern. Dieser Beschluß ist den Geistlichen und katholischen Vereinen übermittelt. Die KPD. Zentrale vor dem Reichsgericht. Leipzig. Der Vierte Straffenat des Reichsgerichts setzte die mehrfach verschobene Verhandlung gegen die alte KPD.- Zentrale nunmehr auf den 4. Oktober an. Wegen Vorbereitung um Hochverrat und Vergehens gegen das Republikschutzgesetz haben sich die Reichstagsabgeordneten Fröhlich, Hedert, Remmele, Lindau, Pfeiffer, Schmidt, Stödert und der frühere Reichs tagsabgeordnete Schumann zu verantworten. In der Fachschule 1.& Damenfriseurgewerbe Erdrosselung der deutschen Sprache. Vormonat geäußerten Befürchtungen, daß im Baugewerbe bald ein fühlbarer Rüdgang eintreten würde, fann festgestellt wetden, daß der Beschäftigungsgrad zunächst noch gut geblieben ist und sich auch günstig auf die Auftragserteilung in den Baunebengewerben auswirkte. Bei der Ausstattung der Neubauten fanden vielfach Tischler, Schlosser, Klempner, Töpfer, Glaser und Maler Beschäftigung, wenn auch die zum Teil sehr ungün stige Witterung dazu beitrug, daß die Zahl der Aufträge hier und da eine Einbuße erlitt. Die Verhältnisse im Submissions wesen haben sich allerdings noch nicht in nennenswertem Um fange gebessert; insbesondere gibt die Handhabung der Bestimmungen der Verdingungsordnung für Bauleistungen durch einen Teil der Behörden nach wie vor zu schweren Bedenken Anlaß. In verschiedenen litauischen Blättern taucht die Vorberei tung eines neuen Anschlags auf die Rechte des Memellandes auf; es wird die zwangsweise Einführung der litauischen Sprache im Memelgebiet verlangt. HAMBURG, Besenbinderhof 3 beginnen wieder für Personen, welche das Damenfriseurgewerbe erlernen oder sich in demselben weiter ausbilden wollen, gründliche Unterrichtskurse im Damenfrisieren Ueberzeichnung der Amerika- Anleihe der Deutschen Bank. Nach einer New Yorker Meldung wurde die am Mittwoch in New Yort zur Zeichnung aufgelegte Anleihe der Deutschen Sant sofort start überzeichnet. Ein Millionenauftrag. 3m allgemeinen liegen die Verhältnisse für das in den Städten ansässige Handwerk günstiger als auf dem Lande. Jm Geschäftsverkehr mit der Landwirtschaft ist stellenweise eine fühlbare Stodung eingetreten. Die schlechte Witterung läßt feine gute Ernte erwarten; mancher lohnende Auftrag für das Handwerk wurde daher von der Landwirtschaft zurückgehalten. Auch die Bekleidungshandwerke waren, da der August noch zur Reiseund Ferienzeit gehört, sehr schlecht mit Aufträgen versehen. Eine ganze Anzahl Betriebe mußten geschlossen werden, doch kann trotzdem festgestellt werden, daß gegenüber dem Vorjahre für diese Zweige eine Besserung der Beschäftigungsverhältnisse einge treten ist. Die Essener Kruppwerke haben dieser Tage mit dem franzöfifchen Kolonialministerium einen Vertrag auf Lieferung von Eisenfonstruktionen für den Bahnbau in Indochina abgeschlossen. Die Bezahlung, 4,5 Mill. Rm., erfolgt aus Reparationsmitteln. u. allen anderen Fächern dieses Berufes. Unterrichtszeit 6 bis 9 Stunden täglich Wohnungen mit und ohne Pension sind vorhanden. Verlangen Sie sofort kostenl Prospekt mit Preisen und Referenzen Einigungswille innerhalb der werksgemeinschaftlichen Arbeiterbewegung. Die Entwicklung des Geldmarktes gestaltete sich für das Handwerk nicht günstig. Der erhöhte Diskontsatz macht sich unangenehm bemerkbar. Die Schwierigkeiten in der Kapitalbeschaffung wirken sich umso stärker aus, als dem Handwerk hierdurch in seinem Bemühen, die Betriebe den modernen Verhältnissen anzupassen, außerordentliche Hindernisse in den Weg gestellt werden. Auch sonst wird durch die Geldknappheit der Geschäftsgang gehemmt, da der durch die lebhaftere Geschäftstätigkeit verursachte größere Kpitalbedarf der einzelnen Betriebe nur mit Mühe befriedigt werden kann. Die Bezah lung der Rechnungen durch die Kundschaft ist überwiegend noch schlecht geblieben; gelegentliche Besserungen im Zahlungsver= fehr vermögen das ungünstige Gesamtbild nicht wesentlich zu beeinflussen. Nummer 38 Zur Eröffnung der Landwirtschaftlichen Landesausstellung. Bor nunmehr 27 Jahren, im September 1900, hatte die Hess. Landwirtschaft auf dem Ererzierplatz zu Darmstadt eine große Landwirtschaftliche Ausstellung veranstaltet, die damals weit über die direkt interessierten Kreise hinaus großes Aussehen erregte und sich zahlreichen Besuches aus nah und fern erfreute. Mehr als 2% Jahrzehnte sind seitdem ins Land gegangen, deren erste Hälfte der friedlichen Entwicklung gewidmet war. Ein geordnetes, in sich gefestigtes Staatswesen, blühende Wirtschaft, fortschreitender Aufstieg der einzelnen Berufsstände ver bürgten in diesem Abschnitt zunehmenden Wohlstand breiter Schichten der erwerbstätigen Bevölkerung. Die Preisgestaltung für Arbeiten und Erzeugnisse des Handwerks waren zum großen Teil leider unbefriedigend. Die Preise für Rohstoffe weisen vielfach steigende Tendenz auf. Besonders die Preise für Stoffe, Futter, Leder und Holz zogen an. Auch die Materialpreise des Elettro- Installationsgewerbes sind mit Ausnahme für Glühlampen und Beleuchtungsförper, gestiegen. Die Pfuscharbeit und die Ausdehnung der Regiebetriebe hindern die Entwicklung der Handwerkswirtschaft. Auch das Ueberhandnehmen des Hausierhandels trägt in immer stärkerem Maße zur Verringerung des Umsatzes einzelner HandwerksDer im werksgemeinschaftlichen Gedanken enthaltene gesunde Werksindividualismus barg die Gefahr überhandnehmender Eigenbrödelei innerhalb der einzelnen werfsgemeinschaftlichen Gruppen in sich. Ein solcher Separatismus arbeitete geradezu für diejenigen Bestrebungen, welche die vaterländische Bewegung zu zerschlagen suchen und deswegen erklärt sich auch die stillschweigende Duldung kleiner, unabhängiger, nationaler Werkvereine durch die Gewerkschaften. Nachdem nunmehr der aus über 30 Wertvereinen bestehende, auf provinzieller Grund: lage aufgebaute„ Pommersche Arbeiterbund" sich dem Reichsbund vaterländischer Arbeiter und Werkvereine( R. v. A.) eingegliedert hat, kann in letzter Zeit von neuen Anschlüssen glei cher Art berichtet werden. Insgesamt traten neuerdings 8 foge nannte wilde Werkvereine dem R. v. A. bei, so u. a. die mehtere hundert Mitglieder umfassenden Werkvereine der„ Berei nigten Stahlwerke Gelsenkirchen" und der„ Papierfabrik Hannau a. 5." der R. v. A. umfaßt nunmehr über 450 Vereine auf wertsweiser und lokaler Grundlage und besitzt in rund tausend Betrieben zellenartige Gruppen oder Wertvereine. Durch die immer stärker anwachsende Tendenz der Zusammenfassung der werfsgemeinschaftlichen Arbeiterbewegung im R. v. A. dürfte der Befürchtung der Zersplitterung, welche der Propaganda der Gewerkschaften neuen Raum gegeben hätte, endgültig der Boden entzogen sein. Bericht über die wirtschaftliche Lage des deutschen Handwerks im Monat August 1927. zweige bei. Die zweite Hälfte jedoch die letzten 13 Jahre, bergen in sich Zeiten, wie sie wohl noch kein Volf der Welt über sich ergehen lassen mußte. Zeiten des höchsten nationalen Auflebens, des unerhörtesten Heldentums, des selbstlosesten Opferfinnes, Zeiten aber auch der tiefsten Erniedrigung, des wirtschaftlichen und seelischen Zusammenbruchs, des Erduldens der Fremdherrschaft in weiten Gebieten des engeren Vaterlandes. Schwerste Not jog ein in alle Kreise unseres Volkes. Kein Stand, fein Be ruf, feine Familie blieb verschont von den furchtbaren Krisen, die Deutschland durchmachen mußte, bis langsam und zögernd. nach vielen Schwankungen, allmählich eine Stabilisierung der Verhältnisse einsetzte. Wesentliche Aenderungen der Lage auf dem Arbeitsmarkt werden nicht gemeldet. Die Abnahme der Arbeitslosenziffer erfolgt nur noch in geringem Maße und ist vereinzelt schon ganz zum Stillstand gekommen. Die Handwerkskammer Oldenburg stellt sogar für Ende des Berichtsmonats bereits wieder ein geringes Ansteigen der Erwerbslosenziffer fest. Unruhe entstand auf dem Arbeitsmarkt verschiedentlich durch den stellenweise auffladernden Streit im Baugewerbe wegen der Lehrlingsbe stimmungen im Tarifvertrag für das Baugewerbe und durch Forderungen auf Lohnerhöhungen in anderen Handwerken. Ein allgemeiner Ueberblid über die wirtschaftliche Lage des deutschen Handwerks gibt infolge der örtlichen und fach lichen Verschiedenheiten auch für den Monat August fein einheitliches Bild. Wesentliche Aenderungen gegenüber dem Monat Juli sind nicht zu verzeichnen. Eine nachdrüdliche Besse rung für den einzelnen Handwerksbetrieb wird durch die Uebersehung vieler Handwerkszweige gehindert. Ueberwiegend wird die Lage des Handwerks beherrscht durch die verhältnismäßig Wochenrückblick. All dies hat unser Bolt bestanden und überstanden. Es hat sich abgefunden mit dem verlorenen Krieg, den unermeßlichen Opfern an blühenden Menschenleben und materiellen Gütern, ohne den Mut zum Weiterleben, die Hoffnung auf ein Wieder emporblühen zu verlieren. Die einzelnen Gruppen der erwerbstätigen Schichten suchten sich neu zu orientieren, in den veränderten Staats- und Wirtschaftsformen sich zurechtzufinden, neuzeitliche Arbeitsmethoden sich anzueignen und mit allen Mitteln wieder den verlorenen Boden zurückzugewinnen. Erstaunlich sind die Leistungen der fachlichen und wirtschaftlichen Organisationen, der genossenschaftlichen Gebilde und der berufsständischen Vertretungen der einzelnen Wirtschaftsgruppen während dieser Zeit. In treuer, nicht immer leichten Zusam menarbeit haben die privaten Organisationen und die gesetzlichen Berufsvertretungen unter Führung und Leitung umsichtiger Männer sich bemüht, in dieser Zeit dem einzelnen Berufszugehö rigen Schutz und Hilfe auf allen Gebieten des Wirtschaftslebens angedeihen zu lassen. Sie haben den Boden bereitet, um den Berufsgruppen, damit aber auch jedem einzelnen Betrieb die Wiederaufrichtung der Existenz zu ermöglichen. In Genf waren große Tage. Der Völkerbund stand vor schwersten Problemen. Vorläufig hat er sie durch tiefgründige Reden zu lösen gesucht. Der VorStoß Hollands und Polens brachte Leben in die Delegationen. Zweifellos bekam der Völkerbund von den fleinen Nationen eine moralische Ohrfeige, als sie nach wiesen, wie er schwierigen Problemen furzerhand ausweiche. Die Redner der Großmächte suchten den schlechten Eindrud zu verwischen, aber was gesprochen ist, bleibt gesprochen. Die Hauptredner dieser Session waren Stresemann( Deutschland), Briand( Frankreich) und Chamberlain( England). Zugebilligt wurde Deutschland ein Sitz in der Mandatskommission, wäh rend die brennenden Danziger Fragen verschleppt wurden zugunsten des sich ins Fäustchen lachenden Polens. - Mit großen materiellen Opfern, aufgebracht von Reich und Staat aus Mitteln der Allgemeinheit, unter sorgfältiger Ver wertung der von den Einzelbetrieben zu ihren fachlichen und berufsständischen Vertretungen geleisteten Beiträge werden den Berufsgruppen, sei es nun in Industrie und Handel, in Landwirtschaft oder Handwert, neue Wege gezeigt, um die Produktion durch rationelle Gestaltung der Betriebe zu fördern, die Qua lität der Erzeugnisse zu heben, den Nachwuchs heranzubilden und weiter zu vervollkommnen, durch eigenen Zeitungsdienst die Massen zu unterrichten, furz auf allen Gebieten die einzelnen Gruppen wieder lebensfähig und lebensträftig zu gestalten. Anerkannt und geachtet von all denen, die vorwärts fom men wollen, gehen private und gesetzliche Organisationen ihren Weg, ungeachtet des Nichtverstehenwollens, ja der Anfeindung vieler, die die Zeichen der Zeit nicht erkennen wollen, trotzdem aber indirekt an den Wohltaten all der geschilderten Bestrebun gen teilnehmen. Der englische Gewerkschaftstongreß beschloß mit überwältigender Mehrheit den Abbruch der Beziehungen zu den russischen Kollegen. Immerhin stimmte eine Minderheit, Vertreter für ca. 600 000 Arbeiter, dagegen In Litauen wurde ein kommunistischer Putsch versucht, der aber im Keime erstickt werden konnte. In Belgien geht unterdessen die Kriegsgreuelhete weiter, ja, man scheint das Prinzip der sonntäglichen französischen Reden direkt übernommen zu haben. Dient das zur Das bedeutsamite Verständigung unserer Nachbarn? Ereignis im Reiche ist die Veröffentlichung der neuen Beamtenbesoldungsregelung, die man vor zwei Jahren versprochen hatte.- Der Parteivorstand des Zentrums hat in Dortmund entschiedenes Vorgehen gegen die Außenseiter der Partei in der Schulgesetzfrage beschlossen. - Eines der Mittel zum Aufstieg, zur Belebung und Belehrung sind die Ausstellungen. Sie wollen zeigen, was ein Be ruf bei guter Durchbildung für sich zu leisten vermag, was er aber auch für die Allgemeinheit, für die gesamte Wirtschaft bedeutet. Sie wollen zeigen, in welcher Weise rüdständige Betriebe sich umstellen müssen, wie sie sich neuzeitlich zu gestalten haben, um das zu leisten, was von jedem im Erwerbsleben Tätigen zum Nutzen des gesamten Boltes erwartet werden muß. Ist es doch nicht mehr so, daß ein Gewerbebetrieb nur lebi lich der eigenen Selbsterhaltung dient. Rein, im heutigen Deutschland mit seinen unendlichen Lasten und Verpflichtungen aus dem verlorenen Kriege ist jeder, auch der fleinste Betrieb, nicht nur Selbstzwed, sondern er wird automatisch in das große Getriebe der allgemeinen Volfswirtschaft eingeschaltet. Als Glieb am großen Ganzen gewertet, muß jeder Betrieb sich neuzeitlich einstellen, um neben der eigenen Existenz auch die große Aufgabe der Mitwirkung an der allgemeinen Volksgesundung erfüllen zu fönnen. Es wäre zu wünschen, daß dieses Verantwortungsgefühl Allgemeingut in allen Kreisen der erwerbstätigen Bevölkerung würde. Besonders die Landwirtschaft ist ein Beruf, auf den diese Argumente zutreffen; hat sie doch die große nationale Aufgabe, die Sicherstellung der Voltsernährung vielfach im Zusammengehen mit anderen, gerade dem Handwerk zugehörigen Wirtschaftsgruppen zu erfüllen. Die Organisationen der Landwirtschaft, die Landwirtschaftskammer und die Fachverbände sind fich dieser Aufgabe voll und ganz bewußt und haben durch ihre Tätigkeit diese Verantwortung für das Volksganze bewiesen. Sie wissen, daß das Ziel nur erreicht werden kann durch höchste Intensivität, durch weitgehendste Ausnügung des vorhandenen Geländes, durch Verwertung der stetig sich weiter entwidelnden Sonnabend, den 17. September 1927. Technik, der neuesten Forschungen der Wissenschaft auf allen Gebieten. Wenn heute nach 27 Jahren die Hessische Landwirtschaft wieder einmal mit einer allgemeinen Landesausstellung an die Deffentlichkeit tritt, so will sie gerade diese Grundsätze zum Ausdrud bringen, sie will aber auch den Hochstand landwirtschaftlicher Produktion der verschiedensten Zweige, trog der vergangenen schweren Zeiten, vor Augen führen. Die Ausstellung tut dar, wie die modernen Hilfsmittel, die Entwidlung der Maschinentechnit, die Elektrizität insbesondere, die Gas- und Wasserkräfte für jeden Betrieb nugbringend anzuwenden sind, wie durch Berwertung der wissenschaftlichen Forschungen auf allen Gebieten die Rentabilität zum Nuken des Boltsganzen gehoben werden kann. Nicht zuletzt will aber die Ausstellung zeigen, in welch engster Beziehung die Landwirtschaft zu ande ren Erwerbsgruppen, zur Industrie, zum Handel und zum Handwert steht. Besonders letztere Beziehung zum Handwerf findet ihren Niederschlag in einer Gammelausstellung des hessischen Handwerts, die mit finanzieller Unterstügung der Hessischen Hand mertstammer in die Tat umgesetzt werden tonnte. Jn Betracht fommen in erster Linie solche Handwertszweige, die mit der Landwirtschaft direkt in Berbindang stehen, z. B. das Sattlers, Wagner, Schmiede und Rüfergewerbe, aber auch Schreiner, Elettro- Installateure, Töpfer und andere Handwertszweige werden ihre Erzeugnisse zeigen, die Müller und Bäder auf der Ausstellung vertreten fcin. Interessant ist vor allem die Zusammenarbeit der Landwirtschaft mit dem Schmiede und Wagnerhandwerk, welch letzteres einen Normalwagen zur Ausstellung bringen wird, wozu die Berechnungen und Zeichnungen in langen Verhandlungen der landwirtschaftlichen Vertretungen teils mit den genannten Handwertszweigen festgelegt worden sind. In diesem Einheitswagen finden wir ein Stüd Rationalisierung, gesunder Normung verwirklicht, der, sofern er Antlang findet, sowohl für die Betriebsführung der Landwirtschaft, wie der Frage tommenden Handwertszweige von großer Bedeutung werden kann. Die Führer im Wagner- und Schmiedehandwerk schenkten gerade dieser Sache die größte Beachtung, da sie genau wissen. daß den Berufszugehörigen bei der heutigen Umstellung in der Wirtschaftsführung neue Wege unter Verwertung der neuzeitlichen Bestrebungen gezeigt werden müssen. Andere Ausstellungsgüter, z. B. des Schmiedegewerbes, lajsen erkennen, wie man sich auch hier bemüht, fortgesetzt Verbesserungen und Vervollkommnungen zu erreichen. Der schajfende Geist des dentenden Handwerkers tommt hier zum Ausdruck, der immerwährend darauf bedacht ist, seine Erzeugnisse den Bedürfnissen seiner Abnehmer anzupassen. Sattler- und Rüferhandwerk sind mit gediegenen Qualitätsarbeiten für landwirtschaftlichen Gebrauch vertreten, während das Schreiner- und Töpferhandwert neben Gebrauchsgegenständen auch mit Dingen zur Ausschmüdung eines gemütlichen Heims auf den Plan treten. Die Teilnahme der Elektro- Installation ergibt sich aus dem erhöhten Gebrauch elektrischer Apparate für den Betriebs- und Havsgebrauch. Müller und Bäder beteiligen sich unter der Devise ,, Bom Korn zum Brot" Sie wollen zeigen, wie einheimische Getreideproduktion bei sachgemäßer Verarbeitung zu Mehl, von da zu einem nahrhaften, befömmlichen Brot verwertet werden kann. Sie dienen hiermit der Roggenbrotpropaganda, der Hebung des Verbrauchs landeseigener Aderprodukte. Die innige Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Handwert, wie sie erstmalig wieder seit langen Jahren die landwirtschaftliche Ausstellung der breiten Oeffentlichkeit vor Augen führt, ist durchaus zu begrüßen. Nicht immer haben, wie ja allgemein bekannt, in den letzten Jahren zwischen beiden Erwerbsgruppen harmonische Verhältnisse geherrscht. Mögen die Vortommnisse, erklärlich aus der seelischen Verfassung der Menschen in den schweren Zeiten, der Vergangenheit angehören. Die Ausstellung beweist, daß Landwirtschaft und Handwerk zusammengehören, ja, wenn man so sagen darf, auf Gedeih und Verderb miteinander verbunden sind. Wir können im heutigen Deutschland mit seinen außerpolitischen Verhältnissen, die auf jeden Stand zurückwirken, mit der unseelischen politischen Zerrissenheit es nicht vertragen, wenn auch noch die einzelnen Erwerbszweige, von denen letzten Endes ja doch das Wiedererstarten unseres Vaterlandes abhängt, sich gegenseitig in Streugfeiten zermürben. Landwirtschaft und Handwerk gehören seit Grüner Rasen Blaue Wellen. Roman von Otto von Gottberg. 7. Fortsetzung. Kein Ruf, kein Wort, nur Schurren und Klappern war zu hören. Doch fühlbar zitterte Wut in der Marschierenden verbissenem Schweigen. Der Deutsche tehrte dem Feinde nicht gern den Rücken. Links abbiegen!" gelte eine Stimme, und wieder hallte ins ferne Orgeln und Brausen nur das Schurren pon Sohlen, Knirschen von Schnee, Rauschen von Manteltuch, das Klirren von Blech. Einen seltsameren Zug erhellte dann das farge Licht der Laterne. Stöhnen, Aechzen, Wimmern, Schmer zensrufe zogen mit den Leuten, die zu vieren Bahren an wagerechten Stangen trugen. Verwundete schaukelten auf der Leinwand. Werner staunte in einem Schauern der Ehrfurcht. So fest glaubte der Divisionskommandeur an den Sieg, daß er aus dem Eisenring der Feinde sogar seine Kranken zu Hindenburgs Fahnen trug. Wäre er doch wirklich sein Vater, der stolze General! Wieder kam Infanterie und dann ein Trüppchen von Reitern. Seines Brigadekommandeurs Rieffenbachs rauhe Stimme fluchte ins dämmernde Morgengrau: Jch sollte Sie nach den Lausekerlen in das Nest zurückschicken, Feldwebel! Gefangene nehmen Sie immer mit, ob nach vorn oder hinten, ist einerlei!" Sein Schelten verklang hinter der Ede der Straße auf Brzeziny. Er jah ihm noch nach, als der Vater mit Kumm und Huylarn den Fuchs vor der Kirchentür zügelte: Nanu! Noch hier! Nicht bei den Kranken?" Werner wies mit der Hand nach rechts, die Straße auf Nowo Radomst entlang: Warte auf meine Kompagnie!" Major Kumm führte die Finger zum Helm:„ Darf ich ihm das Pferd eines Meldereiters geben?" Der Generalleutnant nidte, doch sein Sohn antwortete: ,, Danke gehorsamit, Herr Major. Ich habe ausgeschlafen!" Der Vater beugte den Kopf neben dem Pferdehals. Seine Stimme flang weich: Du bist hier Offizier und nicht mein Junge, also fann ich nicht befehlen, sondern nur bitten, daß du das Pferd nimmst." Gern, Papa, aber ich wette, daß mein Hauptmann mir's wieder abtnöppt. Seins haben sie in Brzezinn geffaui!" 11 Gießener Zeitung" undenklichen Zeiten zusammen, möge man sich hierauf besinnen und jedem das Geine geben. Möge die Ausstellung jedem das bringen, was er erhofft, der Ausstellungsleitung das Bewußtsein, einen guten Schritt Dorwärts getan zu haben in der Aufwärtsentwidlung ihres Be rufsstandes. Den Ausstellern volle Befriedigung auch in materieller Beziehung, den Besuchern neue Erfahrung und Belehrung Allen gebe aber die Ausstellung die Erkenntnis, was Orga nisation und Arbeitsdisziplin in Verbindung mit den Errungenschaften der modernen Technik und Wissenschaft zum Nutzen der Allgemeinheit zu leisten dermag. Allen mögen sie die Hoffnung geben, daß ein Bolt, das so schweres wie das deutsche Volk durchmachen mußte, nicht untergehen fann, wenn die einzelnen Er werbsschichten, wie es auch dieje große landwirtschaftliche Landesausstellung wieder zeigt, in raftlosem Borwärtsschreiten begrif fen sind. Der Besuch der Ausstellung tann jedermann nur dringlichst empfohlen werden. W. Sch. Die Herbittagung der Deutschen Landwirtschafts- Gesellschaft. Die D. L. G. hält ihre diesjährige Herbsttagung vom 25. bis 30. September in Magdeburg ab. 18 öffentliche Versammlungen und eine große Reihe von Ausschußigungen werden den neu zeitigen Forderungen der Landwirtschaft gerecht. Die Tagesord nungen find auf Wunsch durch die Hauptstelle der D. L. G., Berlin SW. 11, Dessauer Straße 14, tostenfrei zu erhalten. Die Pfalz am Rhein, das Land, wo meine Wiege stand. Von H. Rett, Obmann. Das ist das Land: Der grüne Rhein, der deutsche Strom, auf dessen Grunde des Nibelungen Hortes Gold" ruht, aus defsen Wellen die Lieder und Weisen von Jahrhunderten, Don hochgelobten Helden, von Mühsal und von Leid, Don Weinen und von Klagen, von fühner Reden Streiten 44 immer wieder neu aufflingen, begrenzt die Pfalz im Osten in einer Ausdehnung von 85 Kilometer. In seinen Wassern spiegelt sich das liebliche Gesicht der fruchtbaren pfälzischen Rheinebene, die sanft westwärts ansteigt zu den bewaldeten Höhen und Bergen, deren Gipfel in weitem Umkreis gekrönt sind von den nieverstummenden, ewig mahnenden Zeugen der großen geschichtlichen Vergangenheit der Pfalz. Grünende Täler sind in den Höhenzügen des Pfälzerwaldes, der im Norden mit dem Donnersberg abschließt, eingeschnitten. Sier suchen und finden zahlreiche Bäche flint ihren Weg zum großen Bruder, dem Rhein. Die Nordausläufer des Wasgenwaldes greifen von Süden her in pfälzisches Gebiet hinein, im Westen grenzt das industrie- und kohlenreiche Saargebiet, durch Versailles bis 1932 von Deutschland abgetrennt, im Norden und Nordwesten ist der Glan ein treuer Begleiter. Und das Land ist in Wahrheit so, wie des Dichters Auge es schaut, und begeistert zeichnet: ,, ein weiter Gottesgarten, vom Himmel reich bedacht; was nun das Herz ergözet, was nur den Blid erfreut, das findest du hier alles in Fülle ausgestreut - Und dennoch: die sonnige Pfalz am Rhein hat etwas von ihrem heiteren Lächeln verloren. Es zeigen sich Sorgenfalten in ihrem reinen, sonst so jugendfrischem Gesicht. Das sind die Merkmale ihrer Not und ihres Leidens, das zugleich auch deutsches Leid und deutsche Not ist. Die Wasser des Rheines und die eherne Stimme der Glode des Kaiserdoms zu Speyer raunen und rauschen: Fremde Truppen in Stadt und Land" Aber das Pfalzvöltchen ist ein Völkchen besonderer Art, ein heiterer, froher Menschenschlag fränkischen Stammes, arbeitsam und geistig rege. Gastfrei öffnet der Pfälzer dem Fremden Küche und Keller, liebt frohes Lied und Wort und hat seine Freude da, wo es laut und froh zugeht nach der Arbeitstages Last und Mühe, wo Menschen sind die die Feste zu feiern wissen, wie sie fallen. Wahrhafte Gutmütigkeit, frohe Laune gepaart mit Sinn für Witz und Humor ist, im pfälzischen Wesen der Hauptkern. Schaue den Menschen ins Auge und du wirst finden, daß sie gezeichnet sind von der Mühsal ihrer Werteltage. Du sollst nicht zur Truppe, sondern zu den Kranten reiten!" Trotz stieg in Werner auf. Er grollte dem herrischen Mann, der wissen sollte, daß ihm ein ehrlicher Soldatentod lieber war als ein Leben unter dem Schatten lichtscheuer Herkunft. Auch er fühlte sich hier nur Offizier, aber nicht Sohn, und hob die Hand, die schnell wieder vom Kopj ohne Helm und Müze fiel: ,, Eure Exzellenz, ich gehöre zu meiner Kompagnie!" Ein Zuden ging über das Gesicht des Generals, der den Kopf an den Hals riß, als wiche er einem Schlage aus. Den Sinn der Antwort und Anrede verstehend, schloß er für Sefunden die Augen. Dann starrte er auf den Sohn, der, wie gar mancher seines Berufes, eine Doppelnatur hatte. Durch das Leben ging er als Schwankender, als Grübler, als Sinnierer. Für den Dienst aber hatte soldatische Erziehung den Charakter gestählt und gefestet. Werner sah die Strenge aus des Vaters Miene weichen. In seinen Augen schimmerte das Brennen, mit dem er oft von braven Untergebenen sprach. Jetzt bot er ihm die Hand: Mein Junge! Es ist möglich, daß wir uns nicht wiedersehen. Darum sollst du wissen, daß dein Vater... dein Vater, lieber Werner und dein Divisionstommandeur stolz auf dich war!" So warm und fest drückte er die Hand, daß Werner ein Be ben seiner Kinnbaden spürte. Der Vater machte die Finger frei und legte sie zu flüchtigem Streicheln auf seine Wange. Wie frant und jung, aber auch seltsam alt und weise sah doch das Kerlchen aus. Jetzt trat dem Jungen gar Wasser in die Augen. ,, Und mein Sohn.. Doch scheute er sich, weiterzusprechen, und brach ab, denn seine Stimme hatte belegt, wie das mert Kumm würdige Räuspern aus Suẞlarns Kehle, getfungen. wendete sich gar ab. Da nahm der General nochmals Werners Hand: Gott mit dir und unserer Sache! Leb wohl, mein Sohn!" 44 Er riz den Fuchs herum, ritt mit den Herren an, und Wer ner hörte wieder die fast heitere flare Stimme, die oft alle Großen und Kühnen deutschen Blutes an seine Seite rief. Zur Rechten flapperten bald Pferdehufe. Aus grauem Wallen und schneeigem Wehen lösten sich die Schatten zweier Reiter. An den Stimmen erkannte Werner den Major Scholz und seinen Adjutanten. Während sie durch den Ostausgang in die Straße nach Brzeziny trabten, tamen die beiden Kompag nien. Er meldete feinem Kompagniechef: 3ur Stelle!" Hatte Sie doch ins Lazarett geschidt, Drewig?" Nr. 38 Dort zu Lande sind die Menschen„ Schaffer", die die Arbeit mit beiden Händen anpaden und wer rechtschaffen schafft", der mag auch„ rechtschaffen verdienen". Die Sonne, die über diesem Ländchen ihre Strahlen fast me in südlich fernen Ländern sendet, macht auch die Menschen heiter und froh, leicht beschwingt und temperamentvoll im Wesen, das gerne zu explosiven Ausbrüchen neigt, um nach Augenblicsdauer wieder auf ruhiger Bahn fortzuschreiten. Das liegt ihnen halt so im Blut, das gar leicht durch die Adern rollt. Ein starkes Selbstbewußtsein eignet jedem Pfälzer, das sich mit treffender, rascher Urteilstraft bindet. So also bildet das gottgesegnete Land, die fruchtbare Flur sich die Menschen nach ewigen Gesetzen und verleiht ihnen besondere Wesenszüge, macht eben die Menschen so wie sie sind. ,, Sie leben vom Geschic Sonnabend, den 17. Gept So fämpfen die Pfälzer mit und seelischen Kampf, der ihnen nen immer wieder mit erfreulicher indem sie nichts fürchten. Gie ha ihre Mission begriffen! Blüht ihnen ein neuer, schön ihnen die Stunde der Befreiung? „ Korzum! Die pfälzische L Es pfälzische Milidär War's bescht im ganze deitsche Und seller Ruhm geht nit ver Do fin met Pälzer gut devor. Und fangt emol de gallisch Schun widder Hännel mit uns Dann Vadderland, kannscht rub Fescht steht in tri die Palz am Bon der hellen Gärten und der bunten Bäume, Don Wölbungen der Fruchtbarkeit, der Rebensäume." Eins möchte ich noch in den Vordergrund stellen: jeher bejaz der Pfälzer ein start ausgeprägtes Heimat- und Na tionalgefühl, das sich gerade bei ihm zu einem Charaktergrund zug entwideln mußte, da sein Land, die Pfalz, dem Andringen des westlichen Nachbarn immer ausgesetzt gewesen ist. Daran ist kein Zweifel: das Heimatbewustsein und das Deutschtum der Pfälzer hat zu allen Zeiten die stärksten Belastungsproben glän zend bestanden. Deutsch waren sie immerdar! Und wenn i heute noch zurüddente als ehem. Kriegsgefangener, so sind wir Bayern in den Gefangenenlagern stets zusammen gelegt worden, seht talt und bekamen feinen Brand, es war so falt, daß die Wachsoldaten über ihren Schuhen noch große Holzschuhe hatte, wit hatten des Nachts Feuer gemacht ohne Kohlen pp., und die Sol daten hatten keine Holzschuhe mehr, und wir Bayern wußten nichts davon. Lotale Cinit and jest im G Der von Pferden gezogene Wager Snellverlehr der Straße. Ueb wollenden Wagens auch die ,, Schnellig Färgers, so war ein Warnungszeiche als die Hufeisen der Pferde und die C Lärm genug machten, um den Fußgän Auf der Wagenführer genügte in be tionen, um die Gefahr abzuwenden nungszeichen wäre im Straßenverkehr hätte nicht die auf Schienen laufend Stogen des Krüppelpflasters befreit nat durch das Trappeln der Pferde und man müßte einen Ersatz für das Ohr des Fußgäng haben, auf das das das wat. Man fand diesen Ausgleich ei genführer betätigenden Glode, andern bei Schlittenpferden üblichen Schelle Das ist des Landes Geschichte: Ein deutsches Grenzland war die Pfalz am Rhein von jehet. Wenn der Westen gegen den Often losbrach, immer in der Geschichte wechselvollem Lauf wat sie die Kampf- und Trümmerstätte, war sie im Mittelpunkt ge schichtlichen Geschehens. So oft auch die Pfalz geweint und ge litten hat in harter Kriegszeit, immer wieder hat sie sich durch deutsche Zähigkeit, deutschen Fleiß und deutsche Ausdauer aus Armut und Not emporgearbeitet, Schutt und Trümmer wegge räumt und Zerstörtes wieder neu aufgebaut. Bliden wir zu rüd in das Jahr 1689 wo der König Ludwig 14. die Pfalz niederbrannte. Damals wurde die Pfalz zur Wüste: Brandschutt deckte das blühende Land. Speyer und Heidelberg und manche Burg wurden ein Raub der Flammen. Tief im Gedächtnis des Volkes lebt die Erinnerung an die Redengestalt Friedrichs 1. mit dem roten Barte, an Barba tossa. Allmächtig steht ihm auf dem Triefels ein Bett gerüstet, um hier bei nächtlicher Fahrt durchs Reich der Ruhe pflegen zu Lönnen und in Kaiserslautern, in seinem unterirdischen Schloffe.so geht die Sage fitt er auf goldenem Trone, umgeben von seiner Ritter- und Knappenschar und die Raben fliegen um den Berg. Seit dem 1. Mai 1816 gehört die Pfalz zu Bayern. Frieden und Wohlfahrt zogen ein in das geeinte Land, das vordem mehr als sonst deutsches Gebiet ein übel Bild der deutschen Kleinstaaterei gewesen. Vom Kirchturm zu Landau schaute man herab in 35 Gebiete und die ganze heutige Pfalz gehörte mehr als 45 großen und fleinen Herren. Am 27. Mai 1832 beging man auf dem Hambacher Schloß ,, den Deutschen Mai" als Ausdrud der großdeutschen Jdee, die in jenen Tagen in aller Herzen lebendig war. Aus allen Reden der Herzen, die gehalten wurden, flang der heiße Ruf nach Deutsch lands Wiedergeburt, nach Deutschlands politischer Einheit. Und dann brachte 1870-71 die Einheit aller deutschen Stämme. Das Jahr 1914, wieder flammte der deutsche Gedanke empor, Herz fügte sich zu Herzen. Jedoch der Ausgang von 1918: die Pfalz unter Herrschaft, rechtlos, entwürdigt. Wieder spielt sei dem die Pfalz am Rhein eine besondere Rolle, die wie bisher als deutsches Grenzland zu dulden hat. In großartiger Ge schlossenheit haben die Pfälzer sich gegen das verbrecherische Treiben des Separatistengesindels zur Wehr gesetzt, welches die Losreisung der Pfalz von Bayern und des deutschen Reiches anfangen wollten. Jst ambulant geworden, Herr Hauptmann!" Galligen Humor zwang er in sein heiseres Krächzen. Vom Weh im Her zen sollten andere noch weniger als vom Stechen in der Brujt ahnen. Zu seinem Zug gehend jah er vor sich schon matten Lichtschein am Himmel. Letzte Schneefloden schwebten langjam nieder. Mit ihrem Fallen schlief bald das Wehen aus Norden ein. Doch blieb der Morgen grimmig falt. Ojt zogen Leute die Fausthandschuhe ab und jaugten mit den frostgeschwollenen, aufgerissenen Lippen an den Fingerspitzen. Viele bumpelten auf erjrorenen Füßen in strohumwidelten Stiefeln. Die Köpfe hingen tief. Alle schwiegen. Doch das Schurren ihrer Füße schien die Raben von den Feldern hinter Tuszyn aufzuscheuchen Krächzend flogen sie von rechts wie links herbei und schwebten über der Kolonne, als ahnten sie ein reiches Mittagsmahl. Ein ferner Schuß hallte ins frostige Rebelgrau. Der Major ließ hinter einer auf der Straße wartenden Truppe halten. Im Halbdunkel waren die beiden mit Rieffenbach von Starowa Gora gelommenen Kompagnien zu erkennen. Daneben stand der Divisionsstab bei den Pferden. Leise Stimmen riefen: An die Gewehre!" Flüsternd be fahl der Hauptmann: Nachspitze Leutnant von Drewiß!" Die Kompagnie trat an und zog ins Grau. Werner blieb zurück, hob endlich die Hand und zischte durch die Zähne:„ Sit!" Die rechts und lints der Straße in breiter Linie wartenden acht Mann der Nachspike stapften über das Schneefeld dem Licht des anbrechenden Tages entgegen. Bald lag hell das flache Land unter dem weißen Leichentuch und der trädzenden Toten flage schwarzer Vögel. Der Knall von Schüssen ließ zurüd bliden. Aus dem Nebelschleier von Tuszyn traten Männerschatten. Das Erdbraun russischer Uniformen leuchtete jait zot im schwebenden Grauweiß. Doch waren auf die Entfernung von 700 Meter nur Flecken oder Tupfen, faum Gestalten zu erfen nen. Allmählich ward vorn der Himmel lichter. Ein Glinern ließ das Ringen der Sonne mit den Wolten ahnen. Sieghaft trat sie endlich aus den Schleiern und war blendes Blinten auf das verschneite Land. Das hatte noch gefehlt. Klar waren jetzt im Rüden die russischen Schützen und zu beiden Seiten der Straße ferne Rojaten zu sehen. Budlige effchen schienen an langer Lanze auf fleinen Pferdchen zu hoden. Born aber stapfte hinter der Marschtolone der Rachhuttompagnie der Vater mit Ehe ein Ausgleich zwischen den i Droshkentutschern und der für billige bahn geschaffen werden konnte, trat in die Erscheinung, das Fahrrad. Bei Geräusch der rollenden Räder, sonder und man fand dieſem neuen Ding mi gegenüber. Die Altvorderent waren z worden, als daß sie an dieses geisterh ohne weiteres hätten gewöhnen t master irgendein Warnungssignal mit den auf ihr Ohr sich verlassenden Zuerst ahmten sie die Eisenbahn nac jobald ein Fußgänger ihnen in die G ten fie fich der bei der Pferdebahn ü enied fish fließlich für das Glode tus reicher strömte" der Verkehr Kaum aber hatte man sich an d erichien etwas Neues im Straßenb Mit der Herrschaft des Radfahrer Straße war es vorbei, aber auch Schläfchen der Fußgängers auf dem ristierte bei einem Zusammenstoß den Fußgänger angefahren haben war stärker als der gehende Mens nen, erfand man den Trompetent Man hatte nun drei Arten al ar den Ruf des Kutschers, den und Radfahrer und den Trompet bald stellte es sich heraus, daß die Eberheit im Straßenverkehr gen hen mußten Augenmenschen geme Sprae mußte man den Strom Senager der Straße vor einander Berkehrsvolapük gewaltigsten Au meiser, Lichtsignale, Verkehrstürme Standung machte der Schutzpolizi Heile der fahrenden und gehenden Rumm durch den Schnee. Ein Unt ten mit Gewehren unter dem Arm Waffen für die beiden Herren, und Offiziers und Sohnes. Des Fein er laut: Seht euch Exzellenz an Die Aufblidenden nidten jtu lem Berstehen. Es ging aufs Ga dem Feind die Zähne zeigte. Bal Kopje. Ohne die Augen zu wen Anicen unter gebeugten Rüden jeiner acht ging Werner auf der zerbrochenen Wagen, verlorenem ben einem Toten fam Erinnern Das Sterben war leicht, doch schr cin Wiedersehen mit den lieben M Den Träumen wedte Pferdetrappel eine breite loje Linie ruffischer Rei in die Manteltasche. Zwischen de anben die Finger den Ballen des Beer, die Lampe, Kortzieher, S Eisenpfeife. Thr Schrillen riz d ihn. Auf der Straße stand e tole in der Rechten. Den Open und der aufgeschlage Det mit adier, roher Haut die G Der braunen Lebergamaschen deckte. bem Riemen das Jagdmesser und u Schal. Ein jah ihr Leutnant n war nicht zu vertehen. Doch befahl gholfen. Die Reiter iprizten ause Dünne graue Linie der letzten acht Um die verlorene Zeit einzubr Der Kopf glühte. Der Oberleib be and nas. Doch die schweren ta Denne Gefühl und Leben. In d und Bedien den Huiten. Hieberschau Chine aus der Tasche, jinete die Bas Pulver auf die Zunge. Biui De unb topite Schnee in den Mund. De Epuden brachte neuen Husten. Er st tragen ohne die quälende Erinner die Menschen Schaffer", die die Arbeit ni paden und wer rechtschaffen schafft", te Oct. 33. ffen verdienen". Sonnabend, den 17. September 1927. So tämpfen die Pfälzer mit herrischem Mute den geistigen und seelischen Kampf, der ihnen aufgezwungen wird und betonen immer wieder mit erfreulicher Eindeutigkeit ihr Deutschtum, indem sie nichts fürchten. Sie haben, als Deutsche, als Pfälzer, ihre Mission begriffen! über diesem Ländchen ihre Strahlen fast indern sendet, macht auch die Menschen hee hwingt und temperamentvoll im Wejen, Ausbrüchen neigt, um nach Augenblidsda Bahn fortzuschreiten. Das liegt ihnen ba hr leicht durch die Adern rollt. Ein starte gnet jedem Pfälzer, das sich mit treffende bindet. So also bildet das gottgelegne Flur sich die Menschen nach ewigen Gejeze n besondere Wesenszüge, macht eben d find. eschid I und der bunten Bäume, Der Fruchtbarkeit, der Rebensäume." noch in den Vordergrund stellen: Bo ger ein start ausgeprägtes Heimat- und Re Blüht ihnen ein neuer, schönerer Tag?, Wann schlägt ihnen die Stunde der Befreiung? gerade bei ihm zu einem Charaktergrumb e, da sein Land, die Pfalz, dem Anbringen barn immer ausgefekt gewesen ist. Dara s Heimatbewußtsein und das Deutschtum de Zeiten die stärksten Belastungsproben glän eutsch waren sie immerdar! Und wenn id te als ehem. Kriegsgefangener, so find wi ngenenlagern stets zufammen gelegt worden ten feinen Brand, es wat so talt, daß di ren Schuhen noch große Holzschuhe hatte, wit Feuer gemacht ohne Kohlen pp., und die Sol Holzschuhe mehr, und wir Bayern wußten Des Geschichte: Ein deutsches Grenzland war von jeher. Wenn der Westen gegen den er in der Geschichte wechselvollem Lauf war Trümmerstätte, war ste im Mittelpunkt ge is. So oft auch die Pfalz gemeint und ge Kriegszeit, immer wieder hat sie sich burd eutschen Fleiß und deutsche Ausdauer aus otgearbeitet, Schutt und Trümmer wegge wieder neu aufgebaut. Bliden wir zu 89 wo der König Ludwig 14, die Pfalz Is wurde die Pfalz zur Wüste: Brandschutt and. Speyer und Heidelberg und manche b der Flammen. is des Volkes lebt die Erinnerung an di s 1. mit dem roten Barte, an Barb t ihm auf dem Triefels ein Bett gerüste r Fahrt durchs Reich der Ruhe pflegen slautern, in seinem unterirdischen Schloffe. fitt er auf goldenem Trone, umgeben von Knappenschar und die Raben fliegen um 1816 gehört die Pfalz zu Bayern. Friede ■ ein in das geeinte Land, das vorden ches Gebiet ein übel Bild der deutscher en. Vom Kirchturm zu Landau schaut biete und die ganze heutige Pfalz gehört und kleinen Herren. beging man auf dem Hambacher Schloß„ der Ausdruck der großdeutschen Idee, die in Herzen lebendig war. Aus allen Reden der wurden, klang der heiße Ruf nach Deutsch nach Deutschlands politischer Einheit. te 1870-71 die Einheit aller deutschen ieder flammte der deutsche Gedanke empor zen. Jedoch der Ausgang von 1918: , rechtlos, entwürdigt. Wieder spielt sei hein eine besondere Rolle, die wie bishn and zu dulden hat. In großartiger Ge ie Pfälzer sich gegen das verbrecherishe istengesindels zur Wehr gesetzt, welches die z von Bayern und des deutschen Reiches „ Korzum! Die pfälzische Leit, Es pfälzische Milidär War's bescht im ganze deitsche Heer. Und seller Ruhm geht nit verlor, Do sin met Pälzer gut devor. Und fangt emol de gallisch Hahn Schun widdet Hännel mit uns an: ,, Dann Badderland, fannscht ruhig sein, Jescht steht un tri die Balz am Rhein!! Lokales. Einst und jest im Straßenverkehr. Der von Pferden gezogene Wagen war die erfte Erscheinung im„ Schnellvertehr der Straße. Uebertraf die Echnelligkeit des rollenden Wagens auch die Schnelligkeit" des zu Fuß gehenden Bürgers, so war ein Warnungszeichen insofern nicht von nöten, als die Hufeisen der Pferde und die Eisenreifen der Wagenräder Lärm genug machten, um den Fußgänger zu warnen. Ein„ He" Ruf der Wagenführer genügte in besonders gefährlichen Situa tionen, um die Gefahr abzuwenden und ein besonderes War nungszeichen wäre im Straßenverkehr nicht erforderlich gewesen, hätte nicht die auf Schienen laufende Pferdebahn sich von den Stößen des Knüppelpflafters befreit. Die Pferdebahn machte nur durch das Trappeln der Pferde auf ihr Rahen aufmerksam und man mußte einen Ersatz für das Geräusch rollender Räder haben, auf das das Dhr des Fußgängers nun einmal eingestellt wat. Man fand diesen Ausgleich einerseits in einer vom Wagenführer betätigenden Glode, andernteils in den bis dahin nur bei Schlittenpferben üblichen Schellen. ,, Gießener Zeitung" Zum Afustischen war das Optische gekommen und mit Oh: und Auge haben die modernen Berkehrstinder im Strudel des Verkehrs sich zurechtzufinden. Für den Uneingeweihten hat diese Sprache etwas verwirrendes, aber dem Eingeweihten ist alles bettraut und ohne Gefahr bewegt er sich auf der Straße Et kennt die Richtungsweiser und Pfeile, er kenni die Zeichen für Einbahnstraßen, verbotene Straßen ufw., er weiß die Licht signale zu deuten und kennt die Bedeutung der Armbewegungen des Schumannes. Zu den Straßenkennzeichen und den Richtungsweisern der Kraftwagen ist ein neues Zeichen getreten. Es ist der bei den Blinden bekannte gelbe Kreis mit den drei Punkten, der be hördlicherseits auch für die Gehörlosen und Schwerhörigen als Erkennungszeichen freigegeben worden ist. Der Bund Deutscher Radfahrer hat dieses Abzeichen für gehörlose und schwerhörige Radfahrer in Emaille herstellen laffen, um diese Radfahrer vor den Gefahren der Straße zu schützen. Das Schild wird unter dem Sattel, für alle dem gehörlosen Radfahrer folgenden Straßenbenutzern sichtbar angebracht und macht mit feinen leuchtenden Farben darauf aufmerksam, daß bei dem mit diesein Schilde bezeichneten Radfahrer ein atustisches Signal unwirk jam iſt. Ehe ein Ausgleich zwischen den in ihrer Existenz bedrohten Droschkentutschern und der für billiges Geld fahrenden Pferdebahn geschaffen werden tonnte, trat ein neues Verkehrsmittel in die Erscheinung, das Fahrrad. Bei ihm entfiel nicht nur das Geräusch der rollenben Räder, sondern auch das Hufgetrappel, und man stand diesem neuen Ding mit Mißtrauen und Verdruß gegenüber. Die Altvorderen waren zu sehr Ohrenmenschen ge= worden, als daß sie an dieses geisterhaft dahinhuschende Gefährt fich ohne weiteres hätten gewöhnen tönnen und die Radfahrer mußten irgendein Warnungssignal suchen, um Zusammenstöße mit den auf ihr Ohr sich verlassenden Fußgänger zu vermeiden. Zuerst ahmten fie die Eisenbahn nach und begannen zu pfeifen, sobald ein Fußgänger ihnen in die Quere fam, alsdann bedienten sie sich der bei der Pferdebahn üblichen Glode. Die Polizei entschied sich schließlich für das Glodengeläute, und um ein Geräusch reicher strömte" der Verkehr dahin. Ist der taube Radfahrer durch diese Schilder geschützt, so hat er sich inbezug auf andere optische und akustische Warnungszeichen dem Verkehr anzupassen. Der Umstand, daß selbst in einer Weltstadt wie Berlin Radfahrerunfälle verschwindend gering sind, zeigt, wie der Radfahrer in den modernen Verkehr fich eingefügt hat. Bedenkt man, daß es in Deutschland rund 10 Millionen Radfahrer und Radfahrerinnen jeden Alters gibt und vergleicht man mit dieser Zahl die Unfallstatistik, dann wird man erkennen, ein wie sicheres Fahrzeug das kleine, flinte Fahrrad ist, wenn der Fahrer dem Berkehrsstrom sich einfügt und alle Zeichen beachtet, die seine Sicherheit und die der anderen hüten und bewahren sollen. Kaum aber hatte man sich an das flinke Fahrrad gewöhnt, erschien etwas Neues im Straßenbilde; der pferdelose Wagen. Mit der Herrschaft des Radfahrers als schnellster Mann der Straße war es vorbei, aber auch mit dem beliebten Mittags= schläfchen der Fußgängers auf dem Fahrdamm. Der Radfahrer ristierte bei einem Zusammenstoß zuviel, als daß er mutwillig den Fußgänger angefahren haben würde, aber das Automobil war stärker als der gehende Mensch, und um die Gefahr zu ban= nen, erfand man den Trompetenton der Hupe als Warnung. Man hatte nun drei Arten akustischer Warnungsmittel und zwar den Ruf des Kutschers, den Glodenton von Straßenbahn und Radfahrer und den Trompetenton der Kraftwagen, aber bald stellte es sich heraus, daß die Akustik allein nicht mehr zur Sicherheit im Straßenverkehr genügte. Aus den Ohrenmenschen mußten Augenmenschen gemacht werden und in stummer Sprache mußte man den Strom des Verkehrs regeln, um vie Benutzer der Straße vor einander zu schützen. Es entstand eine Verkehrsvolapük gewaltigsten Ausmaßes. Pfeile, Richtungsweiser, Lichtsignale, Verkehrstürme erstanden und inmitten der Brandung machte der Schutzpolizist seine Freiübungen zum Heile der fahrenden und gehenden Großstadtmenschen. Rumm durch den Schnee. Ein Unteroffizier und ein Mann folg ten mit Gewehren unter dem Arm. Es sah aus, als trügen sie Waffen für die beiden Herren, und Werner fühlte den Stolz des Offiziers und Sohnes. Des Feindes Nähe vergessend, trächte er laut: Scht euch Exzellenz an!" geworden, Herr Hauptmann!". Galligen sein heiseres Krächzen. Vom Weh im Her och weniger als vom Stechen in der Bruit Zug gehend, sah er vor sich schon matten el. Legte Schneeflocken schwebten langjam Fallen schlief bald das Wehen aus Norden Morgen grimmig falt. Oft zogen Leute ab und saugten mit den frostgeschwollenen, an den Fingerspiken. Viele humpelten in strohumwidelten Stiefeln. Die Köpfe chwiegen. Doch das Schurren ihrer Füße Den Feldern hinter Tuszyn aufzuscheuchen von rechts wie lints herbei und schwebten Is ahnten sie ein reiches Mittagsmahl. hallte ins frostige Nebelgrau. Der Majo: f der Straße wartenden Truppe halten n die beiden mit Rieffenbach von Starowa Rompagnien zu erkennen. Daneben stand den Pferden. iefen:„ An die Gewehre!" Flüsternd be Nachspize Leutnant von Dremiz!" Die nd zog ins Grau, üd, hob endlich die Hand und zischte durch nts der Straße in breiter Linie wartenden ize stapften über das Schneefeld dem Licht ges entgegen. Bald lag hell das flache Sen Leichentuch und der frächzenden Toten l. Der Knall von Schüssen lich zurüd Rebelschleier von Tuszyn traten Männer Straßensperrungen, mitgeteilt vom Obethessischen Automobil- Club E. V., Gießen. Kilometer 22,5 bis 22,8 in dem Straßenzug von Weilburg nach Nr. 38. * Bom städt. Gaswert. Zwischen der Stadt und Wieseck ist ein Gaslieferungsvertrag zustande gekommen, nach welchem Gie Ben sich verpflichtet, die Vorortsgemeinde Wiesed mit Gas zu be liefern. Der Vertrag ist zunächst auf 25 Jahre abgeschlossen wor den. Von besonderer Bedeutung ist dabei die Tatsache, daß Gießen sich das Recht vorbehalten hat, durch die Gemarkung Wiesed hindurch auch anderen Gemeinden Gas zuzuführen. Hierin fann man den Auftakt zu einer großzügig gedachten Fern gasversorgung erbliden. Schmitten( Weilstraße) ist für alle Fahrzeuge bis zum 17. September. Umleitung über Grävenwiesbach- Usingen. Lauterbach Bligenrod, in dem Straßenzug Lauterbach- Herbsteint- Stödheim ist für alle Fahrzeuge vom 14. September bis auf Weiteres. Umleitung über Rudlos- Angersbach oder Frischborn. . * Tierschugverein für Hessen. Auf der Landwirtschaftlichen Landesausstellung in Darmstadt vom 15. bis 20. September 1927 ist der Hessische Tierschutzverein auch vertreten, Berkehrsstunden des Polizeiamtes. Dienststunden des Polizeiamtes für den Publikumsverkehr ab 15. September If. Js. find von 8 Uht vormittags bis 12,30 Uhr mittags und von 2,30 Uhr bis 6 Uhr nachmittags. Samstags von 8 bis 12,30 Uhr mittags. Für Samstag Nachmittag ist in der Zeit von 4,30 bis 5,30 Uhr ein Eildienst eingeführt, bei dem aber nur Anträge, die unaufschiebbar sind, erledigt werden können. * Durchfahrtssperre. Wegen Umbau wird die Bahnunters führung von Oswaldsgarten nach der Lahnbrüde auf die Dauer von einigen Wochen für den gesamten Verkehr gesperrt. * Die Geologische Landes- Anstalt Darmstadt auf der land. wirtschaftlichen Landes Ausstellung. Auf einer landwirtschaft. lichen Landes- Ausstellung muß auch Gelegenheit geboten sein, fich über die im Lande vorkommenden Böden zu unterrichten, von deren Art und Behandlung der Erfolg der Wirtschaft in ho hem Maße abhängt. Deshalb versucht es die Hessische Geologische Landes- Anstalt, die Bodenbeschaffenheit des Landes zur Darstellung zu bringen. Sie zeigt an natürlichen Proben, die Adererde, und die Veränderungen, die sie unter dem Einfluß ver schiedener Klimas und verschiedener Bewirtschaftung erleiden fann. * Bolizeiamt. Die Sperrung des Biadults Neustadt für jeglichen Verkehr gibt uns Veranlassung darauf hinzuweisen, daß aus verkehrspolizeilichen Gründen der Fahrverkehr von der Rodheimerstraße nach der Stadt, durch die Lahnstraße- Gabels= bergerstraße nach der Westanlage, der Fahrverkehr mit Ausnahme von Langholzfuhrwerken von der Stadt nach der Rod= heimerstraße durch die Hammstraße geleitet wird. Langholzfuhrwerke haben durch die Gabelsbergerstraße- Lahnstraße zu fahren. Die Ausblickenden nidten stumm, aber grimmig in schnel lem Berstehen. Es ging aufs Ganze, wenn ihr alter iegrim" dem Feind die Zähne zeigte. Bald schwirrten Geschosse über die Köpfe. Ohne die Augen zu wenden, stapften sie auf frummen Knieen unter gebeugten Rüden müde weiter. In der Mitte jeiner acht ging Werner auf der Straße an gefallenen orden zerbrochenen Wagen, verlorenem Gepäd und Gerät vorbei. Ne ben einem Toten fam Erinnern an die Gedanken der Nacht. Das Sterben war leicht, doch schwer schien das Verzichten auf ein Wiedersehen mit den lieben Mädchen in Priedelsdorf. Aus den Träumen wedte Pferdetrappeln. Den Kopf drehend, sah er eine breite lose Linie ruffischer Reiter antraben und griff haitig in die Manteltasche. Zwischen der klebrig- feuchten Schafwolle janden die Finger den Ballen des schmutzigen Teimer Messer, die Lampe, Kortzieher, Kartenzirfel und endlich die Schützenpfeife. Thr Schrillen riß die acht herum. Ihre Augen juchten ihn. Auf der Straße stand er mit erhobener linker Hand, icine Biltole in der Rechten. Den bloßen Kopf inütten marze Ohrenklappen und der aufgeschlagene Kragen des Panjepelzes, Der mit nadter, roher Haut die Glieder bis zum oberen Rand Der braunen Ledergamaschen deckte. Um den Leib hing an gelbem Riemen das Jagdmesser und um den Hals ein rofwollener Schal. Schön sah ihr Leutnant nicht aus. und sein Krächzen war nicht zu verstehen. Doch befahl er natürlich zu feuern. Sie schossen. Die Reiter spritzten auseinander. Weiter stapfte die Dünne graue Linie der letzten acht am Feind. Um die verlorene Zeit einzubringen, ging Werner eliger. Der Kopf glühte. Der Oberleib in feuchter Schafwone war heiß und naß. Doch die schweren falten Füße jchienen Eistlumpen ohne Gefühl und Leben. In der Brust stachen Schmerzen und wedten den Husten. Fieberschauer schüttelten ihn. Er zog Chinis aus der Tasche, öffnete die Papierhülle und urtelte das Pulver auf die Zunge Pfui Deibel! Schnell büdte er sich und stopfte Schnee in den Mund. Der efle Geschmad wich mt. Epuden brachte neuen Husten. Er stolperte. Doch alles wäre u tragen ohne die quälende Erinnerung an des Vaters Worte aun russischer Uniformen leuchtete fait rot weiß. Doch waren auf die Entfernung von en oder Tupfen, kaum Gestalten zu erken to vorn der Himmel lichter. Gin Glizern Sonne mit den Wolken ahnen. Siegbai en Schleiern und war blendes Blinten auf Das hatte noch gefehlt. Klar ware fischen Schüßen und zu beiden Seiten der zu sehen. Budlige effchen schienen en en Pferdchen zu hoden. Born aber stapi ne der Nachhutkompagnie der Vater mi Sonderzugverkehr nach Darmstadt. Die von der Landwirtschaftskammer bestellten Sonderzüge mit Fahrpreisermäßigung verkehren bestimmt auf folgenden Streden an nachfolgenden Tagen: aus Richtung Bad Salzschlief- Lauterbach- AlsfeldGießen Friedberg Darmstadt und zurüd, am Sonntag, den 18. September; aus Richtung Alsfeld Gießen FriedbergDarmstadt, an Samstag, den 17. September Hinfahrt und am Sonntag, den 18. September Rüdfahrt; aus Richtung Nidda Stodheim- Bilbel- Frankfurt- Darmstadt und zurüd, Sonntag, den 18. September. am die ihn aus der Gemeinschaft chrbarer Menschen stießen. Wessen Sohn mochte er sein? Vielleicht war er ein Findelfind, das nie wieder die Augen zu Gerda und Elisabeth heben durfte. Aus Nah und Fern. Die nahezu 200 Jahre alte Fahne des Veteranen- und Kriegervereins Bollar. Durch verschiedene Tageszeitungen ging vor Monaten eine Notiz, nach der der Veteranen und Kriegerverein Lollar eine nahezu 200 Jahre alte Vereinsfahne befißt. Wir freuen uns über diese Mittellung, wurde doch dadurch die breite Deffentlich. teit von dem Vorhandensein dieser ehrwürdigen Fahne unterrichtet. In der Annahme, daß es insbesondere für unsere Hassia. mitglieder erwünscht sein dürfte, näheres darüber zu erfahren, bringen wir nachstehend einige, in gedrängter Form zusammen gestellte, erläuternde Ausführungen. Da der Beteranens und Kriegerverein Lollar auch der älteste Kriegerverein Hessens und der Haffia ist, verbinden wir damit in turzen Zügen die Ge schichte dieses Vereins. Bis!" Dicht am Kopf vorbei schwirrte ein Geschoß. Das nächste schlug hoffentlich nicht nur eine Wunde, sondern schidie ihn in die Ewigkeit. Dort fragte niemand, wer er sei. Dort gab es fein Fieber, tein Bruststechen, teinen Hunger oder Durit, Leine Müdigkeit. Da schien alles einerlei. Das Sausen in den Ohren schläferte ein. Der schwere Kopf jant zur Brust. Ohne Denten und Fühlen stapfte er weiter. Der Verein wurde am 9. Juni 1844, am Geburtstage des Erbgroßherzogs Ludwig III. von Hessen, wie es in der Gründungsurkunde wörtlich heißt, von 15 nur noch vorhandenen Veteranen unter dem Namen:„ Veteranen- Verein Ludwig zur Treue" gegründet. Die Urschrift dieser Gründungsurkunde befindet sich in Händen des derzeigen 1. Vereinsvorsitzenden. Die Urkunde, die handschriftlich ausgefertigt ist, umfaßt auf 9 Seiten in 21 Paragraphen die Bestimmungen über den Zwed des Zusammenschlusses, worüber§ 1 wörtlich sagt: Herr Leutnant." Nach einem Stolpern schlug er die Augen auf. Die Hand des Gefreiten wies nach rechts und lints. Dort jagten feindliche Reiter. Von hinten schwirrte er Bs" und Huit!". Er schlug mit der Hand einen Kreis über den Kopi. Seine acht warfen sich nieder, und.peng" hallte der trodene Knall des ersten Schujies aus ihren Gewehren. Erschredend flohen die Raben vom blendend weißen Leichentuch und stoben droben auseinander wie unten die Rojalen. Doch die erdbraune Rette blieb im Marsch und fam näher wie eine brüdende Wand obwohl das Knattern der acht Gewehre Löcher riß. Das Bataillon hatte an der Straße nach Nowo Radomst wenia Patronen verschossen und die acht zielten mit dem Licht im Rüden. Ihre Gegner blendete das Glikern der Morgensonne. ,, Kehrt marjch!" winkte Werner. Der Mann rechts der Straße sant im Anschreiten mit leisem Aufschrei in die knie. Er frächzte den Gefreiten zur Linten an: ,, Geben Sie mir sein Gewehr und die Patronen! Nicht bei ihm bleiben, geht nicht, Kerlchen!" Es ging wirklich nicht. Schmerzliche Pflicht gebot, einen Sterbenden dem Feind zu lassen. Er hängte das Gewehr um die Schulter und schleppte sich weiter, Acht Uhr", hatte der Gefreite auf seine Frage gejagt. ..Jeder von uns soll dem anderen in tameradschaftlicher Liebe und Freundschaft bis zum Grabe treu bleiben, und ihm an demselben das dem Krieger gebührende Ehrenfeuer zum Abschied geben helfen." - Alle anderen Paragraphen erläutern die Einzelheiten dieser Ehrung. Um zu verhindern, daß den zuletzt lebenden Bete ranen die drei. Ehrensalven überhaupt nicht oder nur ungenügend gegeben werden fönnte, wird noch bestimmt, daß als Er fagmannschaft zum Ehrenfeuer jungen, ehrenvoll gediente und unbescholtene Männer, die in der Urkunde als Ehrenmitglieder bezeichnet sind dem Veteranen- Berein angegliedert werden sol Ien. Am Schlusse trägt die Urkunde die eigenhändige Unterschrift der 15 Veteranen, anschließend die von 15 Ehrenmitglie dern. Wir lassen die Namen folgen, da Nachkommen noch heute in Lollar leben und z. T. Mitglieder des Veteranen- und Kriegervereins find: a) Beteranen: Georg Philipp Schmitt, Heinrich Krumbach, Heinrich Deibel, Dietrich Simon, Johannes Rohr bach, Konrad Klippel, Johannes Riehm, Konrad Rohrbach. Konrad Krumbach, Georg Heinrich Groß, Friedrich Deibel, Georg Leo, Christoph Schwalm, Adam Schmitt, Balser Rohrbach. b) Ehrenmitglieder: Friedrich Weinrich( Grenzaufseher und Schreiner), Georg Großmann, Gerhard Rohrbach, Johannes Wigner, Franz Schmitt, Philipp Rohrbach, Philipp Schmitt. Ludwig Schön, Heinrich Schaded, Friedrich Weinrich( Schuhmacher), Heinrich Hofmann, Johannes Seipp, Ludwig Seipp III, Den Johann Junter, J. Weege( Schullehrer in Mainzlar). Vorsitz führte der Veteran, Hauptmann Georg Led. Aus dem Zwei Stunden war die Kolonne in Marsch. Wenn der Gegner nicht stärfer nachdrüdte und die Division Litmann den Rufenring bei Brzezing sprengte, fonnte er morgen in einem Lazarett schlafen. War der Wunsch, zu leben, wieder erwacht? Ein Donnerschlag schien vorn in die Straße zu fallen. Von der Spitze der Nachhuttompagnie sprigte ein Regel von Schnee und Erditaub auf. Dann hauren wie schnelle und harte Ham merschläge aus starter, flinter Hand Granaten rings um die Kolonne ein. Auch die runden weißen Kringel von Schrapnell: wöllchen hingen darüber. Die Leute porn sprigten auseinander. Dann lagen graue Fleden auf dem glitzernden Schnee. Borbei, Dorbei! Nicht hinsehen! Niemand fonnte helfen. Weiter vorn griff des Gegners Eisenfaust in den langen Heerwurm. In der Brigade Rieffenbach mordete sie jest. Doch hinten, den armen tleinen Leutnant ohne Vater, juchte feine Granate. Wie gern hätte er für immer geschlafen! Er war zum Sterben müde, und alles, alles einerlei. Plöglich jah er sich zwischen den ersten Stämmen eines Kiefernwaldes. Zur linten stand hinter Schneebeladenen Zwei gen ein umzäuntes Gehöft mit Stall und Scheuer. Ein Forster hatte dort wohl gewohnt. Doch warum ftodie vorn der Marsch der Nachhutkompagnie und der Kolonne? Bon rechts preſchten Dragoner zum Vater, der mit dem Stab und Major Scholz beim Forsthaus stand. Werner hob die Arme wagerecht zur Schulterhöhe und drehte fich zum Feind. Seine Leute machten tehrt und warfen fich am Waldrand hinter Stämmen in den Schnee. Als nächster zur Rechten lag der Gefreite dreißig Schritt von ihm am Bretter zaun der Försterei. Dicht neben ihm tniete sein Sauptmann und hob das Fernglas. Also wachten andere Augen. Er durfte die seinen schließen. Der müde Kopf fiel mit heißer Stirn auf den Unterarm. Wie aus weiter Ferne hörte er den Kompagnie chef sagen, der Ruffe habe der Kolonne den Weg auf Brzezing Derlegt. Ihre Spike jei vor der Brüde über die Miazga auf den Feind gestoßen und versuchte, fich den Uebergang zu erfämpfen. Hier im Walde drohe der Nachhut Umklammerung. Wenn er ihn nur schlafen lassen wollte! Das Bewußtsein schwand. Das ewige Saufen in den Ohren blieb. Sinein schlug ein Lärmen, das Träume zu erflären schienen. Das Echutten Don Füßen im Rüden, das Niederfallen von Männern und Ge wehren jagte, das Bataillon besehe den Waldrand. Spatentnir schen erzähtle vom Schanzen und der Schlag der Aeste vom Befestigen der Forsterei. Dann schwoll Hammern, Knallen, Krachen und Ohrensausen zum Brausen von Fieber und Kampf zujammen. Eine Hand rüttelte an seiner Schulter. Auch Höllenlärm wedte. Werner hob den Kopf und jah in das Geficht des Hauptmanns. Seine Augen bedauerten, aber die Stimme flang streng: ,, Ent- oder weder, Drewig! Führen Sie Ihren Zug, oder melden ( Fortjehung folgt.) Sie nicht frant!" Sonnabend, den 17. September 1927. Veteranenverein hat sich dann laut Beschluß vom 9. Juni 1848 der in der Gründungsurkunde mit der Unterschrift der Vereinsleitung nachgetragen ist, ein Beteranen- Schützen- Korps gebildet( zum Wohle unseres Vaterlandes, zur Aufrechterhaltung der geseglichen Ordnung darin und besonders zur Sicherheit unjeres eigenen Wohnortes in Verbindung mit jüngeren Beteranen und Sonstigen Ehrenmännern, so heißt es in diesem Beschluß). Hieraus hat sich der jetzige Veteranen- und Kriegerverein entwidelt. Im Jahre 1846 tam der Verein unverhoffter Weise in den Besitz einer Fahne, die auf dem Speicher bei einem Mitglied vorgefunden wurde. Diese Fahne trägt in ihrer Mitte auf blauem Grunde den neunmal gestreiften, doppelt geschwänzten Löwen mit der Bügelfrone und darunter die Jahreszahl 1742. In jener Zeit, besonders zur Zeit des 7jährigen Krieges, trieben fich Banditen, davongelaufene Soldaten, Räuberhorden in den benachbarten preußischen Wäldern herum und statteten den Dötfern und Gehöften Nachtbesuche unangenehmer Art ab. Zu dieJer Zeit wurde auch Pfarrer Gebhardt gefnebelt, das Pfarrhaus in Kirchberg ausgeplündert und die Haushälterin getötet. Die jogenannte Garfüche bei Kirchberg, der Schmausplatz des Gefindels, erinnert heute noch an diese traurige Zeit. Gegen diese Banditen bildeten sich sogenannte Bürgergarden, die unter dem Gewehr standen, einzeln im Heimatorte und gemeinsam auf dem Trieb bei Gießen und bei Heuchelheim Feld- und Patrouillendienst übten, um in die Lage zu tommen, gegen dieses Gesindel vorzugehen und unschädlich zu machen. Eine solche Bürgergarde bestand auch in Lollar unter einem Hauptmann und einer Feldfahne, der alten Fahne, die heute noch das Panier des Bei der BeBeteranen und Kriegervereins Lollar ist. erdigung des Veteranen Adam Schmidt( gestorben 9. Dezem ber 1846), eines Mitgründers des Veteranen- Vereins, wurde diese Fahne dem Verein zum erstenmale vorangetragen. Wenn auch die in Seide gehaltene Fahne durch die lange Zeit ihrer Benugung an Aussehen und Vollständigkeit verloren hat, so bildet sie dennoch ein bei den jetzigen Mitgliedern in hohen Ehren stehendes Kleinod und zieht überall, wo sie gezeigt wird, die Aufmerksamkeit der Anwesenden auf sich. Die Fahne dürfte zu den ältesten vorhandenen, insbesondere der noch im Vereinsbesitz befindlichen Fahnen gehören. Der Veteranenund Kriegerverein Lollar, dem es vergönnt ist, eine Fahne mit solch geschichtlicher Vergangenheit zu besitzen, ist der älteste Ortsverein. Es wäre wünschenswert, wenn diese Fahne, da sie jetzt infolge ihres Alters bei jeder Benutzung Schaden erleidet, etwa durch Aufbewahrung in einem Museum der Mit- und Nachwelt erhalten werden könnte. Der Vorstand des Vereins, der sich bereits des öfteren darüber unterhalten hat, konnte leider bis heute keinen derartigen Antrag dem Verein vorlegen, da für die Beschaffung einer neuen Fahne feine Mittel vorhanden sind. Wer zeigt uns hier einen Weg? Rödgen. Die Befürchtung über einen schlechten Ausfall der Körnerernte ist übertrieben, im Gegenteil der Körnerertrag ist als gut zu bezeichnen. Nidda. Die Herbstkonferenz der Freunde der Dorfkirche im südlichen Oberhessen tagte hier kürzlich. Der Vorsitzende, Dekan NWK* WoLe NWK الم 3 Kugel Marke Strümpfe, Socken Strickwaren aller Art in höchster Qualität und in modernsten Farben. Auf Wunsch BezugsquellenNachweis durch: Überall erhältlich. 3 Kugel Marke Norddeutsche WollKämmerei 2 Kammgarnspinnerei Kontor Frankfurt a. M., Taunusstr.13/ Tel.Römer 1175 Tüchtiger Versicherungsfachmann als Reise- Inspektor gegen Gehalt, Spesen und hohe Provision, fowie einige arbeitsfreudige Herren als Landreifende erzielen hohen Nebenverdienst d. Mitführen meiner neuzeitlich. beliebten Messing- Fuhrwerksschilder f. Landwirte u. Fuhrgeschäfte. Hohe Provision. Meffingschilder- Fabrik W. Bartolomey, Welda in Westfalen ( Kreis Marburg) Wir suchen verkäufl. Häuser Nur jed. 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Außerdem wird in nächster Zeit eine Reihe größerer Privatbauten fertiggestellt werden. ** Kartoffeltrebs. Nicht nur in Oberroden und Neu- Jjen= burg sondern jetzt auch in der Gemarlung Sprendlingen ist der Kartoffeltrebs festgestellt worden. Darmstadt. Der Gedanke der Schaffung eines Ratskellers mit Restaurationsbetrieb in Darmstadt ist am Donnerstag durch Beschluß der Stadtverordnetenversammlung Wirklichkeit geworden. Darmstadt. Jm hessischen Landestheater ist die Spielzeit mit Händels Oper Julius Casar" und Shakespeare's Wintermärchen" erfolgreich eröffnet. Einige interessante Uraufführungen find erworben: Brecht's Jm Didicht der Städte", Claudel's Mittagswende", Lernet- Holermas„ Erotik" und Zud mayer's Schinderhannes". Ingelheim a. Rh. Jm IngelheimerGrund( Rheinhessen) gibt es dieses Jahr eine Zwetschenernte, wie man fie feit langem nicht mehr hatte. Herborn. Der Staat hat der Stadt Herborn zur Dillregulierung gegen Hochwassergefahr eine Beihilfe von 20 000 Mart zugesagt, unter der Bedingung, daß der Kommunalverband Wiesbaden einen gleichen Betrag bewilligt. Die Gesamtkosten des Projektes werden mit 156 000 Mark veranschlagt. Schloßbeleuchtung in Weilburg. mo ilgi Weilburg mit seinem unvergleichlich schön gelegenen Schlosse veranstaltet am 18. September wieder eine große Schloßbeleuch tung mit Höhenfeuerwerk. Die letzten Beleuchtungen haben sehr viel Fremde nach Weilburg gezogen. Limburg( Lahn). Unter Leitung von Gemeindeförster BaumLanghede tagte hier der Verein der Gemeindeforstbeamten der Bezirksgruppe Wiesbaden. Diez a. d. Lahn. Die Stadtverordnetenversammlung behandelte die Sicherung der Stadt gegen Hochwasser. Das porliegende Projekt erfordert einen Aufwand von rund 1 Million R.- Mart. Es wurde beschlossen, dies Projekt zurüdzustellen, dagegen eine Teiltanalisierung sofort vorzunehmen. * Das Alter der Frankfurter Messen. Frankfurt a. M. Durch einige Zeitungen ging in diesen Tagen die Nachricht, daß im Dezember dieses Jahres 700 Jahre seit der Gründung der Frankfurter Messen verstrichen sind. Diese Meldung beruht auf einem Irrtum, denn die Frankfurter Messen sind nicht 1227 gegründet worden, sondern bestehen schon ei= Nr. 38. nige hundert Jahre länger. Im Jahre 1227 sind nur bestimmte wichtige neue Privilegien der Stadt Frankfurt als Reichsmesse stadt verliehen worden, der beste Beweis dafür, daß die Messen damals schon so bedeutend gewesen sein müssen, daß sie kaiserlich privilegiert wurden. Die Frankfurter Messen sind nicht ge gründet" worden, sie haben sich zwangsläufig und mit Naturnot wendigkeit aus der geographischen Lage des alten Frankfurt und jeiner Bedeutung für Verkehr und Handel der alten Welt entwidelt. Die Frankfurter Messen im Jahre 1928. Frankfurt a. M., 15. September. Soeben sind die Termine für die Frankfurter Messen des Jahres 1928 von Fachausschüssen beim Frankfurter Meßamt festgesetzt worden. Die Fachausschüsse bestehen bekanntlich aus Vertretern der Industrie, des Groß und Einzelhandels. Dieses Gremium hat nun die Termine für die Frühjahrsmesse 1928 auf den 22. bis 25. April und für die Herbstmesse auf den 30. Sept. bis 3. Oktober festgelegt. Wenn die zuständigen Stellen in Handel und Industrie schon jetzt die Termine der Messen festlegen, so mag auch das ein vollgültiger Beweis dafür sein, daß die Frankfurter Messen eine nicht zu missende Notwendigkeit für die deutsche Wirtschaft darstellen. Bad Homburg. Zur 20. wiſſenſchaftlichen Tagung der Deutschen Gesellschaft für Geschichte der Medizin und der Naturwis senschaften zu Bad Homburg vom 18. bis 22. September 1927 wird sich eine große Anzahl von Aerzten u. Gelehrten einfinden. Kassel. Der 27jährige Sohn des Jungmann aus Rengerts hausen bei Kassel verunglüdte bei einer Reparatur einer Radio antenne dadurch, daß der Antennendraht mit der elektrischen Lichtleitung in Berührung fam. Der junge Mann hing stundenlang an dem ich Starkstrom durchpulsten Draht und konnte erst aus seiner schrecklichen Lage befreit werden, nachdem der Strom abgestellt war. Inzwischen war der Tod eingetreten. Gi Erfgeint: Sa Bezugspreis 40 Pig. mond Rebellionsschluß früh 8 Uhr.- Fi endang nicht verlangter Manust 10. Jahrgang Die heffliche Lay Wie aus Darmstadt gemel Fraktionen in der Finanzausj mber dahin geeinigt, daß die November stattfinden soll. Den jen, die Regierung möge eine C gen, durch die die Legislaturper prechend abgeändert werde, um November stattfinden lassen zu Sandtag ist nämlich am 7. De worden. Nach der hessischen V Neuwahlen in der zweiten Hälf in der ersten Hälfte des Dezem beiden letzten Novemberſonntage 1. Advent, zwei für unsere ev babe Feiertage. Da an solchen den dürjen, so tame nur die er in Frage. Much diese sind für d geeignet, weil sie in der Weihna wir keine Walltämpfe führen nötig, die Wahlen auf die erste legen. Allerdings ist dazu e Des Gejet nötig. Die Stellungnahme der einz wie wir hören, folgende: Für termins auf den 13. November m traten, Demokraten, Zentrum und Der Bauernbund behielt sich seine Dot. Die Deutschnationalen spra Borverlegung des Wahltermins c foll der Landtag noch einmal z die Gesetzesvorlage über die Ve raten werden soll. Hersfeld. Unsere Stadt war in diesen Tagen der Schauplah eindrudsvoller evangelischer Kundgebungen. Der Hessen- Kasselsche Hauptverein der evangelischen Gustav Adolf- Vereine hielt hier sein Jahresfest, verbunden mit Jahreshauptversammlung, ab.. Bad Kreuznach soll durch die in Aussicht stehende Vermin derung der Besatzungstruppen ganz von den Franzosen befreit werden. Eine große Ausstellung für Hotels und Gastwirtsfach, Kochkunst sowie verwandte Gewerbe oom 29. Oftober bis 7. November 1927 in Ludwigshafen a. Rh. Ludwigshafen. Die Veranstaltung findet unter dem Ehrenpräsidium des Herrn Dr. Dr. Christian Weiß, Oberbürgermeister der Stadt Ludwigshafen statt. Im Ehrenausschuß sind unter anderen vertreten: Die Vorsitzenden der Handwerkss u. Ge werbekammer, der Handelskammer und der Innungen einschlä gigen Gewerbes, die maßgebenden Herren der Stadt und der Landesverwaltung. Die Ausstellung wird mithin von allen in Frage kommenden Vereinen, Verbänden und Berufszweigen unterstützt und auf das lebhafteste begrüßt. Man rechnet mit einem starken Fremden besuch. Der Prospekt der Ausstellung ist erschienen und wird vom Ausstellungsbüro Ludwigshafen a. Rh.. Siegfriedstraße 10, versandt. Verantwortlich: Paul Christian Klein in Gießen. Mehr als 1200 verschiedene Formulare für Behörden, andere Amtsstellen, für Vereine und Körperschaften, sowie auch für alle Geschäftsleute ständig am Lager Albin Klein, Gießen vorm. W. Keller, gegr. 1783 Südanlage 21 Zur Hochzeit, allen Festen und Gelegenheiten fertigt Reden. Gedichte, Prologe, Tafellieder usw. schnellstens an Heim- Verlag, Radolfzell a. Bodensee. 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Gerade die trotz de auftretenden Gruppen werden zufriedenen Kreise unseres He 官 Am 13. November Landtagsa fish in der Finanzausschußsizung i November für die Landtagswahle Regierung ist veranlaßt worden, bringen, durch die die Verfassung eigentlich verfrüht gewählte Land mit dem alten Landtag follidier fann schon Ende dieses Monats tretenden Landtag genehmigt w 21. September der Ministerialro Landeswahlleiter und der Legat tabt zu seinem Stellvertreter er Landtags- Finanza An der Landwirtschaftlichen i der Staat mit eigenem Mate willigt 28 300 M. Außerdem ge Bufchuß des Staates zu dem zu Busschuß ersucht weiterhin die R Baatgut für alle Wettergeschädig Die Regierung soll weiterhin 600 Senijebau treibenden Gemeinde stulturen flüssig machen. U fragt, erwiderte der Finanzminis maden ja tönnen, da noch verho Ministerpräsident Held über Tuntenhausen. Auf der S patriotischen Bauernvereins führt us, daß nicht nur in Berlin, so eien, die das Heil für das ganze Im Einheitsreich, sehen, ohne Rücksi Wir wollen aber unsere Selbstä bas Reich dadurch zu schwächen, eugung haben, daß die Kraft desi nigfaltigkeit der Stammeseigentüm peiichtlich geworden und bis auf peblieben find.