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Tiergarten 14, Telef. Römer 3132 40. Jahrg. Im Dienste der Wahrheit. Reichspräsident, Reichstanzler und Reichsaußenminister zur Kriegsschuldfrage. In einer Schrift im Dienste der Wahrheit, die der Arbeitsausschuß deutscher Verbände zum Abschluß der Aftenpublikation des Auswärtigen Amtes demnächst herausgibt, befinden sich folgende Aeußerungen der Reichsleitung über die Bedeutung des abgeschlossenen Wertes: Reichspräsident v. Hindenburg. Wir haben die politischen Geheimatten unserer Bergangenheit enthüllt, um der Wahrheit über die Entstehung des Weltkrieges zum Siege zu verhelfen. Unsere Aftenpublitation ist ein offenes Bekenntnis an die Welt. Wir erwarten heute eine ebenso offene Antwort der Welt auf dieses Bekenntnis. Reichskanzler Dr. Mary: Der hohe Gedanke der Völkerversöhnung fann auf geistigem Gebiete durch nichts so start und nachhaltig gefördert werden, als durch unbedingte Aufrichtiat it über jene Vergangenheit, die Europa in zwei feindliche Lager zerrissen hat. Wir sind durch unsere Aktenpublikation auf dem Wege zur geistigen Annäherung der Nationen vorangegangen. Reichsaußenminister Dr. Stresemann: Wie ich schon erklärt habe, sind wir Deutschen bereit, uns jedem unparteiischen Gerichtshof zu stellen, der die Ursachen des Weltkrieges untersucht. Die Attenpublikation des Auswärtigen Amtes enthält das deutsche Material für einen solchen Gerichtshof. Jeder, der sich in ihren Inhalt vertieft, wird die Ueberzeugung gewinnen, daß Deutschland keineswegs den Krieg bös: willig betrieben oder absichtlich entfesselt hat. Schloß Wilhelmshöhe neun soll für den Reichspräsidenten reserviert werden. Der Kasseler Bürgerbund hat, im Einvernehmen mit den im Bürgerausschuß zusammengefaßten Vertretern don Kasseler Bürgerbezirksvereinen dem Magistrat der Stadt Kassel einen Antrag unterbreitet, bei der zuständigen Regierungsstelle zu beantragen, Schloß Wilhelmshöhe als ständigen Sommeraufenthalt für den Reichspräsidenten der deutschen Republik zur Verfügung zu stellen. In der Begründung heißt es: Das im ganzen Reich und weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannte und bewunderte Schloß Wilhelmshöhe mit seinen großen geschichtlichen Erinnerungen und seiner in Deutschland günstigen, zen tralen Lage, wird als zweiter Amtsfiz des Reichspräsidenten zweifellos mehr als jeder andere Ort würdig und geeignet sein. Die hervorragend schöne, natürliche Lage, der einzigartige Park, der zu den schönsten Europas gehört, die gesunde Bergluft und die Nähe des hessischen Gebirgslandes werden den sommerlichen Amtssitz gleichzeitig zu einem wirklichen Erholungsaufenthalt gestalten. Die Gelegenheit, Schloß Wilhelmshöhe dem gedach ten Zwede zuzuführen, scheint außerdem besonders günstig, da Schloß und Parf vor furzer Zeit aus den Händen der Krongutverwaltung in die des preußischen Staates übergegangen ist. Reichspräsident Hindenburg hat bereits mehrere Monate, als er die Demobilisierung und Auflösung des deutschen Heeres nach der Revolution durchgeführt hat, in Wilhelmshöhe geweilt. Rückgang der Arbeitslosigkeit in der zweiten Märzhälfte um 300 000. Die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger in der Erwerbs: losenfürsorge verzeichnet in der zweiten Märzhälfte einen weite ren Rüdgang und zwar um 305 000 gleich 21,2 Prozent. Die Zahl der männlichen Hauptunterstützungsempfänger ist in der Zeit vom 15. März bis 1. April 1927 von 1 222 000 auf 946 000 zurückgegangen, die Zahl der weiblichen von 214 000 auf 185000, die Gesamtzahl von 1 436 000 auf 1 131 000. Europas Gläubiger. Drud, Berlag und Expedition: Gießen, Südanlage 21 Fernsprecher Nr. 1362 Postichedkonto Nr. 8437 Amt Frankfurt a. M. Samstag, den 16. April 1927. mit ihnen den drängenden Gläubiger jenseits des Oze ans zu befriedigen. Auch das heiße Bemühen, die Rohstoffmonopole zu durchbrechen, gehört in dieses Kapitel der bisher größtenteils erfolglosen Auflehnung gegen die Wirtschaftsautokratie der Vereinigten Staaten. Eine wesentliche Steigerung der Warenausfuhr nach Amerita ist dank dem dortigen Schutzzollsystem so gut wie ausgeschlossen. Man versucht daher in verschiedenen Ländern an Stelle dessen, Menschen zu exportieren, um den viel zu engen Lebensraum der heimischen Bevölke rung wenigstens etwas zu entlasten. Namentlich Jtalien wendet an diese Bestrebung ein verzweifeltes Bemühen... Die Folgen aller dieser Spannungen ist ein fast schon verewigter Unruhezustand in Europa, reich an Konflikten und Konfliktmöglichkeiten. Die gesamte europäische Diplomatie gibt jich redlich Mühe, sie wegzuräumen. Aber der Erfolg hat alle diese Bemühungen bisher schlecht gelohnt. Die Durch den Krieg hat sich das kapitalistische Schwergewicht von Europa noch den Vereinigten Staaten verschoben. Vor dem Kriege waren die Vereinigten Staaten an Europa mit etwa 16 Milliarden Mark verschuldet, heute beträgt die finanzielle Verpflichtung Europas an die Vereinigten Staaten rund 60 Milliarden Goldmark! London hat seine Stellung als Geldmarkt der Welt an Neunort abgetreten, und hier laufen, im Großen gesehen, die Fäden zusammen, die die Börsen und, mit einiger Einschränkung natürlich, auch die einzelnen Nationalwirtschaften der Welt leiten. Gläubigerschaft Nordamerikas ist heute der bestimmende Faktor der Weltwirtschaft. Ueberall in der Welt sehen wir aber auch das Bestreben sich dieser Schuldknechtschaft zu entziehen. Man braucht nur an die jahrelangen, zum Teil noch ungelösten Schuldenverhandlungen der Ententeländer mit Amerika zu denken. Auch der überall zu beobachtende Kampf um aktive Handelsbilanzen, zu deren Herbeiführung man eine ſtrenge Hochschutzpolitik treibt, dient letzten Endes dem Zwed, Ueberschüsse der Nationalwirtschaften zu erzielen, um 14000 Neubau- Wohnungen zu Friedenspreisen. Wie die Tagespresse meldet, ist ein amerikanisches Konsor tium vor kurzem an den Berliner Magistrat mit dem Vorschlag herangetreten, auf dem bisher unbebauten Schöneberger Südgelände 14 000 Neubauwohnungen zu errichten und zwar ohne Inanspruchnahme der sonst für diese Zwecke ausgeworfenen öffentlichen Mittel, wie Hauszinssteuer, Hypotheken usw. Vom Magistrat wird an und für sich der Vorschlag des amerikanischen Konsortiums, das über ein bares Kapital von 150 Millionen verfügt, und bisher in erheblichem Maße an dem Wiederaufbau Nordfrankreichs beteiligt war, sich aber jetzt nach Beendigung dieser Tätigkeit der Beseitigung der Wohnungsnot in Deutschland zuwenden will, durchaus begrüßt. Die bisherigen Ver handlungen, die mit dem Konsortium geführt worden sind, sind aber noch zu feinem abschließenden Ergebnis gekommen, denn es scheint, als ob das bisherige Angebot des Konsortiums, das von der Stadt verlangte, sie solle auf 28 Jahre die neuen Wohnungen mieten, die dann allerdings in schuldenfreies Eigentum tum der Stadt übergehen würden, taum annehmbar sein wird. Die Haltung des Magistrats, der übrigens zur Prüfung des Angebotes einen besonderen Ausschuß eingesetzt hat, ist darauf zurückzuführen, daß bei der Berechnung der Mietanschläge, die sich auf Friedensbasis halten sollen, gewisse Fehlkalkulationen von dem Konsortium gemacht worden sind, anscheinend daher. daß die Amerikaner mit den Verhältnissen des Berliner Woh nungsmarktes vor dem Kriege nicht vertraut genug sind. Das Angebot der Amerikaner, dessen finanzielle Auswirkungen für die Stadt gegenwärtig noch Gegenstand eingehender Berech nungen sind, scheint nach der bisherigen Prüfung auch deshalb faum annehmbar, weil die Stadt sicherlich eine langfristige Anleihe zu billigeren Sägen erhalten würde, als bei der Aufbringung der Mieten für die Dauer von 28 Jahren herauskäme. Geplant ist von dem amerikanischen Konsortium die Errichtung von Zwei bis Vierzimmerwohnungen mit Zentral. heizung und Warmwasserversorgung zum Einheitspreis von 25 M je Kubikmeter umbauten Raums, sodaß die Mieten verhältnismäßig niedrig gehalten werden können. Auch Baukostenzuschüsse würden nicht mehr in Frage kommen. Gegenwärtig belaufen sich die Baukosten für Wohnungsbauten auf 29 bis 32 M je Kubikmeter. Auf dem Südgelände sollen ausreichende Grünflächen und Spielpläge zur Erholung der Bevölkerung vorgesehen werden. Das Schöneberger Südgelände, das von dem Konsortium als Baugelände ausersehen ist, ist die größte, in unmittelbarer Stadtnähe noch vorhandene Siedlungsfläche und aus dem Besitz der ehemaligen Stadt Schöneberg zu Groß- Berlin gefommen. Es übertrifft in seiner Ausdehnung vom Sachsendamm bis Steglitz- Südende, von Friedenau bis zur Anhalter Bahn noch das westliche Tempelhofer Feld. Beamtengesetz und Doppelverdiener. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreise: die 30mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg. lokal 12 Pig., die 90mm breite Reflame- Petitzeile 96 Pfg. Platz vorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholungen Rabatt. für Bollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Wie wir erfahren, tann in absehbarer Zeit mit der Vorlage eines Reichsbeamtengesetzes gerechnet werden. In ihm soll auch die Frage der Doppelverdiener eine Regelung finden. Die gleiche Frage spielte auch bei den Verhandlungen der Regierungsparteien über das Arbeitszeitnotgesetz eine Rolle. Auf das Verlangen nach einem strafrechtlichen Verbot der Schwarzarbeit wird von den Vertretern der Arbeiter und Angestellten mit einem Hinweis auf das große Ausmaß des Doppelverdie nens der Beamten und Pensionäre geantwortet. Die Regierungsparteien beabsichtigen, im Anschluß an die Verabschie dung des Arbeitszeitnotgejeges eine Entschließung vorzulegen, die auf ein Verbot der Schwarzarbeit und des Doppelverdienens hinzielt. Die oberen Zehntausend in Amerita. Wochenrückblick. Nr. 16. Es wird immer offenkundiger, daß der Kampf der Generale in China garnicht einen innerpolitischen Krieg im gewöhnlichen Sinne des Bürgerkrieges dar stellt, sondern der Riesenkampf zwischen Rußland und England. Immer unverhüllter werden die Taten der beiden Großstaaten. Vielleicht ist England dann noch das etwas geschicktere Land, dessen Diplomatie nicht so stark mit der Farbe herausrüdt. Warum soll man die einzelnen chinesischen Generäle auch nicht unterstützen? Es wird ja tein russisches und fein englisches Blut ver gossen, sondern nur chinesisches. Dabei ist nur das Sadklotz China zu bedauern, das die Hiebe auszuhalten hat. Der chinesische Krieg ist eines der größten Gaunerstückchen der Weltgeschichte. Der nationalistische Tschang solin schert sich nichts um allgemeine Völkergesetze( warum, ist einfach zu beantworten: weil er westeuropäische Diplomatie hinter sich hat) und dringt in die Gebäude der russischen Botschaft in Peting ein. Proteste hin, Proteste her! Ein Schlag Englands gegen Rußland ist wieder einmal gelungen! Zwischen Italien und Jugoslawien hat man es jetzt so weit gebracht, daß die beiden Staaten direkt miteinander verhandeln werden. In einer dreitöpfigen neutralen Schlichtungskommission soll auf Wunsch der drei beteiligten Staaten Italien, Albanien und Jugoslawien auch Deutschland beteiligt sein. Ein gutes Zeichen für die wieder erwachsende Großmachtstellung unseres Vaterlandes! Zwischen Ungarn und Italien wurde ein Freundschaftsbündnis abgeschlossen. Ungarn bekommt einige Konzessionen, darf Fiume als Freihafen benutzen, muß aber dafür Italiens Politit unterstützen. Wieder ein glänzendes Rechenkunststückchen Mussolinis. Die Kleine Entente ist aber stuzzig geworden! Ungarn erstarkt, das ist be denklich. Besonders, wenn es mit italienischer Unter stützung geschieht. Rumänien wirst eifersüchtige Blicke, hat aber im eigenen Lande viel zu tun. Der König liegt im Sterben und um die Nachfolgerschaft stehen sich im Lande zwei Parteien scharf gegenüber. Die Königin Maria möchte die Zügel der Regierung gern selbst in die Hand nehmen, während auf der anderen Seite vom größten Teil des Militärs und des Volkes die Rückkehr des durch seine Liebesgeschichten bekannt gewordenen Erbprinzen Carol gewünscht wird. Hie Maria, hie Carol, ist die Losung, die beim Tode des Königs einen Bürgerkrieg heraufzubeschwören droht. Polen be nimmt sich weiter wie ein ungezogener Junge; befümmert sich ebenfalls nicht um Völkerrecht, um Völkerbundsbeschlüsse und ist nur vom unbändigsten Hasse gegen alles Deutsche erfüllt. 8000 deutsche Arbeiter wurden wieder unberechtigterweise auf die Straße ge worfen! Die Wirtschaftsführer prediaen derweilen von Verständigung. Selbstredend, denn das Kapital ist international und jede politische Verwidlung er= schwert die Vermehrung des Kapitals. Die deutsche Bankgröße von Mendelssohn sprach in London, Loucheur in Berlin. Natürlich unter Beifall! Kapital versteht sich. Da darf selbst der französische Stinnes tommen, der uns unendlich viel auch schon zu schaffen machte. Die Zeitungen machen dazu ihre Verbeugungen! Es lebe das Kapital! Alle die anderen Worte, die sich sonst um diesen Kernpunkt scharen, sind Schall und Rauch! Der deutsche Reichstag erlebt vor Schluß noch eine ganze Reihe von Sensationen. In der letzten Nummer begrüßten wir die Auslassungen der deutschen Volkspartei auf ihrer Kulturtagung, bei der auch Stresemann sprach. Ihr Führer mußte auch ihre Kulturpolitik vertreten. Doch was war das? Das Zentrum wintte entrüstet! Dann wintte es befehlend und Herr Stresemann jant in die Kniee! Es war ja alles nicht so gemeint! Man hatte alles verkehrt verstanden. Die Demokraten sahen sich durch die Erklärungen ihres Führers Koch blamiert und brachten eine Reichstagsentschließung gegen das Reichskontordat ein. Die Folge? Dazwischen wurde der Etat für 1927 genehmigt, die Reichstagsabgeordneten bestätigen dankend den Empfang von monatlich 619 Mart, genehmigten sich generös eine Reihe weiterer Vorteile, dann gab's noch einen Zusammenstoß zwischen Stegerwald und den Sozialdemokraten oder besser gesagt zwischen den christlichen und den freien Gewerkschaften, wobei die letzteren den türzeren zogen. Dazwischen kam das deutsch- französische Handelsprovisorium auf den Plan. Namens der Regierungsparteien erklärte der Abg. v. Guerard( 3entrum), daß das Abkommen die größten Bedenken hervorgerufen habe, daß die Regierungsparteien sich aber doch entschlossen hätten, zuzustimmen in Erwartung da tam der treffende Zwischenruf: ,, des Konkordats", der schallende Heiterkeit hervorrief. Herr Guerard meinte natürlich in Erwartung einer Besserung des Abkommens in Zukunft. Durch alle diese Zwischenfälle ging man etwas aufgeregt in die Ferien. Die Verschmelzungsverhandlungen zwischen Zentrum und Bayrischer Volts: partei gehen bedenklich langsam. Man ist über das Die Steuerstatistik der Vereinigten Staaten für 1926, die jetzt veröffentlicht worden ist, weist 207 Steuerzahler mit über 1 Million Dollar jährlichem Einkommen auf, davon 104 bis 1½ Dollar, 43 bis 2 Millionen Dollar, 29 bis 3 Millionen Dollar 15 bis 4 Millionen Dollar, 9 bis 5 Millionen Dollar und 7 über 5 Millionen Dollar. Diese Zahlen sind bisher in der Geschichte der Vereinigten Staaten nie erreicht worden, selbst im Kriege night. Sonnabend, den 16. April 1927. - Anfangsstadium noch nicht hinaus. In Heffen zeigte sich der Staat durch Bewilligung von Mitteln für die Kirche etwas erkenntlicher als seither. Ofterfriede liegt über der Politit. Es ist kein Friede, nur ein Wafjenstillstand, denn im Laufe des Sommers werden über eine Reihe wichtiger Lebensfragen, innen- und außenpolitisch, neue Kämpfe entbrennen. Wie sag' ich's dem Käufer? Der Propaganda- Direktor der Bereinigung der amerikanischen Zeitungsverleger teilte in einem Bortrage mit, daß im Jahre 1925 in amerikanischen Zeitungen für 2900 Millionen Mart Anzeigen er Schienen find. In früheren Wirtschaftsepochen war der Grundsatz vor herrschend, nur soviel Waren zu erzeugen, wie der Markt tatsächlich aufnehmen konnte. 3m Gegensatz zu dieser lediglich auf den Kundenbedarf eingestellten Produktion erzeugt in der modernen Bolfs- und Weltwirtschaft jedermann soviel er will und fann. Die Folge davon ist ein Ueberangebot an Waren und das Bestreben, das fertige Produkt restlos an den Mann zu bringen. Der Käufer wird mit nimmermüder Zähigkeit und von dem ganzen Einsatz der modernen Reflamefunft umworben. Und tatsächlich ist es möglich geworden, durch wir fungsvolle Werbearbeit das Ueberangebot in Waren den Käuferfreifen zuzuführen. Jede richtig verstandene Reflame läuft auf die Frage hinaus: Wie jag' ich's dem Käufer? Dieser muß, bevor er zum Erwerb der Ware schreitet, wissen, woher fie stammt, in welcher Güte und Besonderheit und zu welchem Preise sie feil ist. Der Mittel und Wege, über diese den Käufer zunächst interessierenden Fragen Klarheit zu schaffen, gibt es viele. Von der primitioften Form des Ausrufens, Ausschreiens der Waren auf Jahrmärften angefangen bis zum Aushängeschild des Kaufmanns oder Handwerkers, dem einfach ausgeführten Ankündigungszettel oder bem mit allen Borzügen und Effekten moderner Drudtechniken ausgestatteten Werbeblatt und Katalog bis hin zur alle Bevölkerungsschichten berührenden Anfündigung im Anzeigenteil der Zeitung, welch' ein vielgestaltiges, tausendzüngiges Aufgebot an Werbemitteln im Dienste der modernen Warenerzeugung und Absatzgewinnung. Nordamerika, dessen beispiellose Erfolge auf technischem und wirtschaftlichem Gebiete Deutschland zur Nacheiferung die| ,, Gießener Zeitung" muß der Geschäftsmann, der Fabrikant und Handwerksmeister auch darauf sehen, mit dem geringsten Einjah den größtmöglichen Nugeffett zu erzielen. Auf die Werbe- und Reflamearbeit angewandt, ist es längst erwiesene Tatsache, daß die Anzeige der billigste Weg zum Käufer ist, um ihm zu sagen, die und die Ware habe ich in gediegener Qualität und besonders preis: würdig anzubieten. Amerita, ein Land, das alle Reklamearten, auch die modernsten, erprobt hat, fehrt immer wieder zu der altbewährten, stets jungen, stets wirtungsträftigen Form der Re flame zurüd, der Zeitungsanzeige. Denn es hat erkannt, dag hier der billigste, wirfjamite und einzig vollen Erfolg verheißende Weg zum Käufer liegt. DEUTZ Klein- Diesel 4394 Γ 2 Bauart MIH Uber 6000 Dieselmotoren mit ca 300000 PS geliefert nen, ist auch in der Reklame vorbildlich geworden. Dieses Land MOTORENFABRIK DEUTZ A- G. hat alle nur erdenklichen Propagandamöglichkeiten erwogen und fie der Absatzgewinnung nutzbar gemacht, es hat aber schließlich der Kundengewinnung und Absagerhöhung auf dem Wege der Anzeige den Vorzug gegeben. Wir erwähnten bereits einleitend, daß Amerifa in einem einzigen Jahr allein für Zeitungsanzeigen 2900 Millionen Mark verausgabt hat, es ist das eine so horrende, fast märchenhaft anmutende Gumme, daß sie allein schon für Nutzen und Wirkungsweise der Anzeigenreflame spricht. Amerika gibt auf diese Weise insbesondere auch dem deutschen Kaufmann, Handwerker, Gewerbetreibenden vollgültige Antwort auf die Frage: Wie sag' ich's dem Käufer?" Die Zeitungsanzeige ist in der Tat dasjenige Werbemittel, das zu allen Berufs- und Bevölkerungsschichten allen gewerblichen und gesellschaftlichen Kreisen dringt, also überall dorthin, wo nur irgendwie Käufer anzutreffen sind. Sie ist universell, allumfassend, mehr als jede andere Reklameart, und nicht nur dies allein, denn in der heutigen Zeit der geldlichen Knappheit und des Strebens nach sparsamstem Haushalten in allen Ausgaben, Der Traum vom Osterhasen. Eine Ostergeschichte für Groß und Klein. Wenn man den Rhein hinuterfährt, tommt man an einem lleben, freundlichen Städtchen vorbei. Ueber den Häusern ragt ein kleines Kirchlein empor. Die Bewohner schlagen sich recht und schlecht mit dem Weinbau durchs Leben, der bei ihnen nicht besonders lohnend ist infolge einer ungünstigen Lage. Auf dem Rüden müssen sie alles in den Weinberg mühselig tragen, und Mizernten sind zahlreicher als gute Jahre. Aber die Einwohner des kleinen Städtchens lassen sich ihre Arbeit nicht verdrießen. Gott ergeben pflanzt jeder ein Stüdchen Feld und hungert sich, wenn's nötig ist, auch durch. Eine Reihe der männlichen Einwohner hat den Weinbau ganz aufgegeben und den Fischereiberuf ergriffen oder fährt auf einem der Lastschiffe den Rhein talauf und talab. Ganz am Ende des Städtchens steht ein kleines, unschein bares Häuschen. Es hat nur zwei Stuben und eine Küche. Blitzblank sind die Fenster immer gewesen, seit der junge Schif fer mit seiner fleißigen jungen Frau eingezogen war. Innen herrschte die peinlichste Ordnung. In einem Gärtchen neben dem Häuschen zeugten sorgfältig angelegte Beete vom Fleiß der Bebauer. Unter einem Apfelbaume ließ es sich da an den warmen Sommerabenden, wenn der Rhein sein Lied dazu murmelte, gar gut sitzen. Am schönsten war es, wenn einmal der Mann von einer Reise auf einige Tage kam, sich dort mit seiner Frau nach Feierabend unterhielt und mit dem kleinen Kindlein, dem Gretelein, das gar munter auf seinem Schoße hüpfte, spielte. Da tam das Schicksal. Eines Abends, es war kurz nach Neujahr, traf ein Telegramm von der holländischen Grenze ein, daß Greteleins Vater ertrunken sei. Wahrscheinlich ein Fehltritt bel nassem Wetter in der Nacht, sodaß man es erst am nächsten Morgen merkte. Die Leiche wurde nie geländet. Das Gretelein hatte dabei gestanden mit seinen fünf Jahren, als Mutter den Zettel las. Es hatte auch in seiner Art ge= holfen, die Mutter betten, als der Postbote, der das Telegramm brachte, die ohnmächtig Zusammenfallende gerade noch auffing. Und nun ging eine schwere Zeit an. Die Mutter lag frank dar nieder, der Schicksalsschlag hatte sie zu schwer getroffen. Täglich fam die Schwester, um nach der Kranken zu sehen. Auch die Nachbarin war bei der Hand; sie hielt das kleine Anwesen in Ordnung und sorgte für das Gretelein. Ja, wer weiß, wenn das Gretelein nicht gewesen wäre, welchen Verlauf Mutters Krankheit dann genommen hätte. Aber das Gretelein, das ja alles noch nicht recht verstand, war ein Sonnenschein. Mit ihrem Geplauder half sie den Lebensgeistern der Kranken. Zweigniederlg. FRANKFURT/ M. Kaiserstr.23 Lokales. Sonntagsgedanken. Fast 2000 Jahre sind hinabgezogen in das unergründliche Meer der Ewigkeit, seit in Jerusalem jenes Drama begann, das mit einem Hosianna anfing und mit einem Kreuziget ihn" endete. Seitdem ziehen Jahr für Jahr jene trüben, düsteren Schmerzensbilder an den Augen der Christenheit vorüber. Die schweren Stunden der Passion nahmen ihren Anfang. Er, dem die ganze Stadt zujubelte, blieb ernst, denn er wußte, daß dieser Weg, blumengeschmückt und palmenberauscht, auf der steinigen Höhe von Golgatha enden werde. Er wußte, daß einer, der am lautesten Hasianna rief, ihn in wenigen Tagen um schmutziges Geld veraten werde. Und so ist es im Leben. Der offene Feind schadet dir nicht soviel, als der versteckte in der Maske des Freundes, der dich nun werden? Wie sollte sie ihr Brot für sich und das Kindlein verdienen? Sie war, elternlos, früh schon in Stellung in die Stadt ge= kommen, hatte dort schöne Stellen innegehabt bei reichen Leuten, die sich aber um das Personal wenig fümmerten, bis sie schließlich bei einer Familie untergekommen war, in deren Hauss halt es nach strengen Grundsätzen zuging. Christlicher Geist lag über dem Hause und hier hatte sie, die das Beten in der Stadt fast verlernt hatte, es wieder gelernt. Dort war sie geblieben in dem Hause, in dem sie sich wohlfühlte, bis sie geheiratet hatte. Ungern hatte man sie scheiden sehen, aber ihrem Glüde wollte man nicht entgegen stehen. Dorthin hatte die Kranke schon vor Wochen geschrieben, hatte um Rat gefragt. aber es war teine Antwort eingetroffen. Sie wußte gewiß, daß man ihr im Städtchen, so weit es ging, half, aber sie wollte kein Almosen, sie wollte arbeiten, um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen, und das konnte sie am Plaze nicht. So kam der Karfreitag. Gar trübe Gedanken beschlichen die Frau an diesem Tage, und als die Einwohner des Städtchens sich anschickten, den Gottesdienst zu besuchen, da konnte die Arme ihre Tränen nicht zurückhalten. Erschrocken lief das Gretelein zu seiner Mutter: ,, Gelt, Mutter, du weinst nicht mehr? Sieh, der liebe Gott im Himmel will das nicht haben. Die Schwester hat's gesagt. Und weiter hat sie gesagt, der Vater, der im Himmel beim lieben Gott ist, will's auch nicht haben." ,, Ja, mein Kind, du hast recht," sagte die Kranke und ver suchte, den immer wieder hervorbrechenden Tränenstrom zu er stiden. Du bist mein liebes Kind; wenn ich dich auch nicht hätte!" ,, Gelt, Mutter, und wenn ich recht lieb bin, da fommt auch übermorgen der Osterhase zu mir." Neue Tränen entfielen den Augen und mit erstidter Stimme sagte die Frau: ,, Bielleicht, mein Kind, wenn Gott es will." ,, Doch, die Schwester hat es gesagt, daß der Osterhase zu allen lieben Kindern käme," beharrte das Gretelein auf seinem Glauben. Am Karjamstag wachte das Gretelein mit einem frohen Herzen auf.„ Mutter," sagte es ,,, dente einmal, was ich heute Nacht geträumt habe?" Die Mutter hatte schon manche Stunde wach gelegen. ,, Run, was denn, mein Kind?" ,, Vom Osterhasen habe ich geträumt," antwortete der Blondtopf. Ich war in einem großen, schönen Hause, da nahm mich der Vater an der Hand und führte mich in einen Garten. Als wir hinein kamen, da stand gerade so ein Apfelbaum wie in unserem Garten. Auch so eine Hede war um den Garten wie Doch die quälte sich in Sorgen auf ihrem Lager. Was sollte bei uns; da schlüpfte gerade ein Häschen hinaus. Und überall Nr. 16. lobt und feiert, der am gleichen Tische sigt, in der gleichen Stube arbeitet und dann hingeht und zum Judas wird. Und plötzlich siehst du dich allein, verlassen von allen Freunden, weil der Berräter durch Lüge und Verleumdung auch die anderen blen dete, die zu dir hielten. So sind heute noch die Wege der Menschen. Von der Freundschaft zur Feindschaft, von der Feindschaft zum Verrat. Solche Stunden der Mißgunft, des Verrats bleiben keinem Menschen erspart. Es kommt über jeden eine Stuiroe, wo aller gute Wille vertannt und vergessen wird, wo die besten Absch ten falsch ausgelegt und gefälscht werden, wo viele an dir irre werden, umkehren, treulos dich verlassen, höhnen, spotten und tränken. Wehe, wenn dann auch der Freund noch geht! Du wähntest, einen Stab als Stütze zu haben, und ein Schilfroht bricht in deiner Hand zusommen. Und Undant ist die Ernte, wo nur Liebe gejät war. Die günstige Stunde. Sonnabend, den 16. April 1927. Jahre 1925 auf diese Weise für etwa 16 000 jejtitellbar, erschwindelt. Aber auch bei den ü ten gehen die erschwindelten Gummen in die Urteil dürfte voraussichtlich Mitte nächster Wo Giner der Angeklagten, der„ Kaufman delheim, wurde bekanntlich vor einigen Tag al unter Meineidsverdacht in diefer Straffache Giljendungen, nicht zug Batetzustellung an Ostern. Um Ostern Balete, abgefehen von findet am Dtersonntag vormittag eine Pafetzu * Warnung vor einem Schwindler. In unse jade ein angebledher rumänischer Student unter fei politischer Flüchtling, bei einem hier studie mann Unterfommen zu finden. Da der angebl rinen guten Eindrud machte und er seine Angaben würdig vorbrachte, wurde er auch von dem Gh bergt und verpflegt. Nach einigen Tagen jedoch windelung eines Geldbetrages und unter Mitn ientenzeugniffes des Studenten verschwunden. er hat darauf in Marburg a. d. L. und in Detti unter Vorzeigung des entwedeten Abiturientenz auf den Namen Moses König, geboren am 29. 2 ceava, ausgestellt ist, größere Geldbeträge ersch Beträger nannte sich Marto Hoffmann, Student etwa 25 Jahre alt, 1,65 Meter groß, von mi Hand, trug dunkelgeränderte Hornbrille, braune en Smoking, Ladichuhe und braunen Mantel. Zwischen fünf und sechs Uhr in der Morgenfrühe erwoest in den Städten das wochentägliche Leben. Der Mann der Arbeit" beherrscht zunächst das eilende Getriebe in den Straßen; recht zahlreich auch gehört die weibliche Bevölkerung zu diem frühaufstehenden Mann der Arbeit". Eine Stunde später iritt das Heer der Angestellten mit starkem männlichen und weib lichen Aufgebot auf den Plan. Dazwischen die Scharen der, wenn's noch Zeit ist, allotriafreudigen Schulkinder. Dann ebbt der Strom erheblich ab. Gegen neun Uhr früh sind auch die Männer der leitenden und verwaltenden Bürokratie in ihren Wirkungsstätten.d Fast feiertäglich mutet dann auf einmal die Strafe ar. Leere Straßenbahnen. Die wenigen Fußgänger weden feine Er innerung mehr an das Gewimmel zuvor; und wären nicht die Geschäfstwagen, die das Straßenbild wochentäglich charakteris fieren, man würde an Feiertagsstille glauben. So fahl, so unbelebt bleibt es bis in die elfte, bis in die zwölfte Stunde. Allenfalls zieht der Markt einiges Leben aus der Umgegend an sich und gibt es ihr wieder. Aber in den Geschäftsstraßen bleibt es stundenlang merkwürdig einsam. Die wenigsten ron denen, die es tönnten, sind so flug, diese ruhigen Stunden von neun bis elf zu ihren Einkäufen zu nutzen. Häusliche Geschäftig feiten verhindern die meisten Frauen daran, da man sich nur schwer zur Umdisposition eines gewohnten Trotts entschließt. Und doch würde die frühe Stunde den Besorgungen so manche Haft und Ueberstürzung nehmen. Der große Gießener Betrugsprozej. In dem großen Betrugsprozeß gegen die„ Kaufleute" Stehling und Genossen, der bereits seit dem 6. April im Gange ist, wurden bisher 40 Zeugen vernommen; außerdem wurden die protokollarisch festgelegten Aussagen von etwa 200 in allen Teilen Deutschlands wohnenden Zeugen verlesen. Es stellte sich immer wieder dasselbe Bild heraus: Einer der Angeklagten bestellte die Ware oder forderte Offerten, wobei abwechselnd Briebogen mit der Firmenbezeichnung Belzwaren-", Schuh waren-", Trifotagen-", Wollwaren-" ,,, Lederwaren- Handlung" usw. verwandt, nichtexistierende Bankverbindungen Fernsprech anschlüsse, Telegrammadressen und Postschedfontis angegeben wurden. Diese glänzende Aufmachung machte viele Firmen ver trauensselig, die denn auch prompt hineinfielen. Die Vorsich tigeren erkundigten sich nach dem Besteller; da die Angeklagten sich aber gegenseitig als Referenz angegeben hatten, fieelen die Auskünfte natürlich glänzend aus. Stehling hat allein im lagen schöne Ostereier; die habe ich alle in mein Schürzchen ge tan. Gerade wollte ich eines essen, da bin ich aufgewacht." Wehmütig lächelte Greteleins Mutter: Ja, Kind, das war ein schöner Traum für dich. Aber nicht wahr, es war ja nur ein Traum. Vater kann dich nicht mehr führen und der Osterhase hat an so viele Kinder zu denken, daß er auch manchmal cines vergiẞt." ,, Ach, Mutter, mich soll er doch nicht vergessen," meinte das Kind. Ein strahlender Ostermorgen stieg über dem Rheintal auf. Es war, als wolle die Natur bekräftigen:„ Der Herr ist auf erstanden! Freue dich, Menschheit!" Das Gretelein lief gar oft zur Türe hinaus, um zu schauen, ob der Hase noch nicht dagewesen sei. Aber immer fehrte es enttäuscht zurüd. Gegen Mittag tam die Schwester und die Nachbarin. Jede erzählte dem Gretelein, daß bei ihr der Hase schon gewesen sei und auch für sie ein paar Eier abgegeben habe. Aber das Gretelein war nicht zufrieden. Er soll auch in unseren Garten tommen!" Mutter und Kind waren über Mittag gerade etwas eingeschlafen, als es klopfte. Beide fuhren in die Höhe. ,, Mutter, ist das der Osterhase?" flüsterte die Kleine. ,, Ich glaube nicht," sagte die und rief:„ Herein!" In die Stube trat ein Herr mit einer Dame, gingen auf das Bett zu, und, o Freude, es war die ehemalige Herrschaft der Frau, die selbst einmal gekommen war. ,, Liebe, arme Frau," sagte der Herr, entschuldigen Sie, wenn Sie bis jetzt noch teine Antwort von uns erhielten, aber wir waren verreist. Auch haben wir, wie Sie, Schweres durch gemacht. Ihnen starb der Mann, uns unser einziges Kind, das Sie ja fannten. Bei unserer Rüdfunft von der Reise fanden wir gestern Ihren Brief. Wir machen Ihnen folgenden Vorschlag: Sie kommen wieder zu uns und bleiben ganz bei uns. Ihr Kind soll so gut wie unseres sein, damit auch unser Leben noch 3wed und Ziel hat. Schlagen Sie ein." Damit streďte er der Kranken die Hand hin. Auch die Dame bat: ,, Erfüllen Sie uns unseren Osterwunsch, Sie werden es nie zu bereuen haben." Da legte die Kranke dankerfüllt ihre Hände in die der Freudenbringer. Reden konnte sie nicht, nur schluchzen vor Freude und Glüd. Das Gretelein hatte derweilen aus seinem Bettlein sein Köpfchen immer höher geredt und rief jetzt mit seinem feinen Stimmchen:„ Die Mutter soll aber doch nicht weinen!" Da wandten sich der Herr und die Dame dem Kinde zu:„ Ei, Gretelein, Mutter weint nicht mehr! Sich, du und die Mutter, ihr geht jetzt mit uns in die Stadt in ein schönes Haus. Da find viele Spielsachen, mit denen du spielen kannst." * Dammrutsche. An der Eisenbahnstrecke Gie fen haben sich zwei schwierige Bahnrutsche ereig befindet sich zwischen Gießen und der Station G andere zwischen Lich und Garbenteich. Die Züg Etellen im Tempo eines Fußgängers. Es sind b Genbahnzüge mit Schotter und Schlacken in di den geworfen worden; die Lettmassen, welche a werden auf Feldgleisen entfernt. Beide Rutsch ich in Talmulden, in denen das Grundwasser f den Drud gegen den Bahndamm veranlaßt hat. a das Abbrennen von Heden und Buschwe Bolizeiverordnung vom 31. März 1913 verboten; neiben von Heden und Buschwerk in der Zei bis 1. Oktober jeden Jahres. Zuwiderhandlung traft. * Die Berunreinigung von Gebäuden. D unter der Schuljugend verbreitete Unsitte, Ge bigungen ufm., namentlich solche mit frischem Schmieren mit Kreide, Schmutz usw. zu verun legter Zeit wieder überhand genommen. Das ich veranlagt, vor solchen Ausschreitungen ern warnen, sowie an Lehrer, Eltern, Vormünde gende Ersuchen zu richten, die ihrer Obhut un mit allen ihnen zu Gebote stehenden stehenden artigem Unfug abzuhalten. Gegen Zuwiderha unmadichtlich mit Strafanzeige vorgehen. Erben gesucht! Am 17, September v. New- Südwales( Australien), etwa 81 Jahre alt aus Deutschland stammende Franz Friedrich R Etwaige Erbberechtigte mögen sich unter Glaubh Ansprüche an die Reichsstelle für Nachlässe un im Ausland, Berlin W. 8, Wilhelmstraße 61 I Bom Schenten auf Ostern. Wer sich u burch Ausstattung des Heimes eine Freude and fie lanzierte ihn, denn sie hatte eine gro ..Sabt Ihr auch einen Garten?" fragte d Ei gewiß, wir haben auch einen Garter Hörst Du, Mutter, da ist ein Garten und gewig der Osterhase!" Gretelein," meinte der Herr mit einem teft du ja jo lange warten. Ich will mal in e Jehen. Vielleicht war der Osterhase doch auch Da sprang das Gretelein mit einem Gaz lein, streifte seine Kleider an, und gerade wat Sert von draußen rief:„ Gretelein, ei der T ja der Osterhase!" Das Gretelein war wie der Wind dra hajen hat es nicht mehr sehen können. Der über alle Berge. Aber überall im Garten Deritedt, tote, grüne, gelbe, blaue. Sogar e ciez hatte er mitgebracht! Das war ein J Als am Abend sich die Gäste verabschie Berficherung, in einigen Tagen die Ueberfie de fagte das Gretelein nach dem Abendgebet Siehst du, liebe Mutter, es war fast so, habe mit dem Osterhasen. Nur daß mich i Der Bater geführt hat, sondern der neue O * Ihr Bild. Bon Regine Tauber- Mi Magda war ein entzückendes junges M ( Na rehbraunen Augen und einem hellen, zart Elfenbein schimmerte. Sie war das vewöhnte Eltern, die ihr jeden Wunsch freudig erfüllten mah und tränklich und es war ihr sehnl Then bald zu verheiraten, um sich noch glide erfreuen zu fönnen. Bei dem großen Ve Den jungen Erbin fehlte es ihr natürlich nic Eltern übten aber teinerlei 3wang auf ihre mollten ihr ganz allein die Wahl ihres Leb faffen, Magda hatte sich in einen jungen Geiger Derliebt, wie sie sich nach strenger Prüfung e molte fte zum Gatten nehmen. Den schlanken jungen Künstler hatte sie er Tätigkeitsfonzert tennen gelernt, wo er immer ein Autogramm gegeben hatte. Er benbingen und war vermutlich ein Zigeuner. Frembe war von einer unermüdlichen Komite tätigeitsfeites in einem Cafétonzert entdeckt Str. 16. gleichen Tische figt, in der gleichen Stube geht und zum Judas wird. Und plötzlich perlaisen von allen Freunden, weil der nd Verleumbung auch die anderen blen die Wege der Menschen. Bon der chaft, von der Feindschaft zum Berrat. Mizgunit, des Verrats bleiben teinem fommt über jeden eine Stuiroe, wo allet nd vergessen wird, wo die besten Absch gefälscht werden, wo viele an dir itte los dich verlassen, höhnen, spotten und dann auch der Freund noch geht! Du als Stütze zu haben, und ein Schilftoht ujommen. Ernte, wo nur Liebe gejät war. * günstige Stunde. sechs Uhr in der Morgenfrühe erwot vochentägliche Leben. Der Mann der hit bas eilende Getriebe in den Strain; ört die weibliche Bevölkerung zu di em n der Arbeit". Eine Stunde später iritt Iten mit starkem männlichen und weib ent Plan. Dazwischen die Scharen der, lotriafreudigen Schulkinder. Dann ebbt b. Gegen neun Uhr früh sind auch die und verwaltenden Bürokratie in ihren mutet dann auf einmal die Strafe an Die wenigen Fußgänger weden teine Er Gewimmel zuvor; und wären nidit bie s Straßenbild wochentäglich charakteris Feiertagsstille glauben. So fahl, so un n die elfte, bis in die zwölfte Stunde. artt einiges Leben aus der Umgenend I wieder. Aber in den Geschäftsstraßen merkwürdig einsam. Die wenigsten ron sind so klug, diese ruhigen Stunden von infäufen zu nutzen. Häusliche Geschäftig meisten Frauen daran, da man sich nur on eines gewohnten Trotts entschließt. The Stunde den Besorgungen so manche nehmen. Gießener Betrugsprozeß. Betrugsprozeß gegen die„ Kaufleute“ der bereits seit dem 6. April im Gange Zeugen vernommen; außerdem wurden legten Aussagen von etwa 200 in allen hnenden Zeugen verlesen. Es stellte sich Bild heraus: Einer der Angeklagten beSonnabend, den 16. April 1927. ,, Gießener Zeitung" Jahre 1925 auf diese Weise für etwa 16 000 M Waren, soweit| Kinder mit den beliebtesten und schönsten Spielwaren bedenten feststellbar, erschwindelt. Aber auch bei den übrigen Angeklagten gehen die erschwindelten Summen in die Tausende. Das Urteil dürfte voraussichtlich Mitte nächster Woche zu erwarten sein. Einer der Angeklagten, der„ Kaufmann" Römer aus Heuchelheim, wurde bekanntlich vor einigen Tagen im Gerichts: Jaal unter Meineidsverdacht in dieser Straffache verhaftet. * Batetzustellung an Ostern. Am Ostermontag werden Pakete, abgesehen von Eilsendungen, nicht zugestellt, dagegen findet am Ostersonntag vormittag eine Paketzustellung statt. Warnung vor einem Schwindler. In unserer Stadt ver fuchte ein angeblecher rumänischer Student unter dem Vorgeben, er sei politischer Flüchtling, bei einem hier studierenden Lands mann Unterfommen zu finden. Da der angebliche Flüchtling einen guten Eindrud machte und er seine Angaben äußerst glaub würdig vorbrachte, wurde er auch von dem Studenten beher= bergt und verpflegt. Nach einigen Tagen jedoch ist er nach Abschwindelung eines Geldbetrages und unter Mitnahme des Abiturientenzeugnisses des Studenten verschwunden. Der Schwindler hat darauf in Marburg a. d. L. und in Dettingen, Bayern, unter Vorzeigung des entwedeten Abiturientenzeugnisses, das auf den Namen Moses König, geboren am 29. 2. 1904 zu Gu ceapa, ausgestellt ist, größere Geldbeträge erschwindelt. Der Betrüger nannte sich Marko Hoffmann, Student aus Jassy. Er ift etwa 25 Jahre alt, 1,65 Meter groß, Don mittlerer Statur, blond, trug dunkelgeränderte Hornbrille, braunen Hut, schwar Jen Smoking, Ladschuhe und braunen Mantel. forderte Offerten, wobei abwechselnd nenbezeichnung Pelzwaren-",„ SchuhWollwaren-" ,,, Lederwaren- Handlung" ierende Bankverbindungen Fernspred ressen und Postschedfontis angegeben e Aufmachung machte viele Firmen ver auch prompt hineinfielen. Die Vorsich nach dem Besteller; da die Angeklagten Referenz angegeben hatten, fieelen die ingend aus. Stehling hat allein im die habe ich alle in mein Schürzchen ge eines essen, da bin ich aufgewacht." Greteleins Mutter:„ Ja, Kind, das war dich. Aber nicht wahr, es war ja nur n dich nicht mehr führen und der Osterinder zu denken, daß er auch manchmal soll er doch nicht vergessen," meinte das ermorgen stieg über dem Rheintal auf. Natur bekräftigen:„ Der Herr ist aufMenschheit!" ar oft zur Türe hinaus, um zu schauen, dagewesen sei. Aber immer kehrte es n Mittag kam die Schwester und die te dem Gretelein, daß bei ihr der Hase ich für sie ein paar Eier abgegeben habe. r nicht zufrieden.„ Er soll auch in unsewaren über Mittag gerade etwas eingeBeide fuhren in die Höhe. er Osterhase?" flüsterte die Kleine. sagte die und rief:„ Serein!" ein Herr mit einer Dame, gingen auf das * Dammrutsche. An der Eisenbahnstrede Gießen Gelnhaus jen haben sich zwei schwierige Bahnrutsche ereignet. Der eine befindet sich zwischen Gießen und der Station Schiffenberg, der andere zwischen Lich und Garbenteich. Die Züge passieren die Stellen im Tempo eines Fußgängers. Es sind bereits mehrere Eisenbahnzüge mit Schotter und Schladen in die beiden Bre schen geworfen worden; die Lettmassen, welche abgerutscht sind, werden auf Felbgleisen entfernt. Beide Rutschstellen befinden fich in Talmulden, in denen das Grundwasser sich gestaut und den Drud gegen den Bahndamm veranlagt hat. De, es war die ehemalige Herrschaft der gekommen war. a Das Abbrennen von Heden und Buschwert ist nach der Polizeiverordnung vom 31. März 1913 verboten; ebenso das Be schneiden von Heden, und Buschwert in der Zeit vom 1. März bis 1. Oktober jeden Jahres. Zuwiderhandlungen werden be traft. möchte, der schenfe zu Ostern Lose der hessischen Krüppelheimbaulotterie, die nur 1, tosten und für die deutsche Fabriken allein rund 3 600 Gewinne als ihre besten Erzeugnisse gestiftet haben. Die Ziehung ist unwiderruflich am 5. Mai. Wo teine Lose erhältlich, genügt Bofttarte an die Generalvertriebsstelle.. Beamtenbank Darmstadt. Die Lotterie ist in ganz Hessen, in Sanz Baben, in den Städten Frantjurt a. M. und Wiesbaden und in den preußischen Kreisen Obertaunus, Wetzlar, Dill und Biedenkopf zugelassen. * Die Berunreinigung von Gebäuden. Die hauptsächlich unter der Schuljugend verbreitete Unfitte, Gebäude, Einfriebigungen usw., namentlich solche mit frischem Anstrich, durch Beschmieren mit Kreide, Schmutz usw. zu verunreinigen, hat in Letter Zeit wieder überhand genommen. Das Polizeiamt sieht ich veranlaßt, vor solchen Ausschreitungen erneut eindringlich ju warnen, sowie an Lehrer, Eltern, Vormünder usw. das drin gende Ersuchen zu richten, die ihrer Obhut unterstellten Kinder mit allen ihnen zu Gebote stehenden stehenden Mitteln von der artigem Unfug abzuhalten. Gegen Zuwiderhandelnde wird man unnachfichtlich mit Strafanzeige vorgehen. Hallo! Hier Meeresgrund! Am Ostermontag, abends DOR 8 bis 9% Uhr, werden die Rundfunkhörer Gelegenheit haben, eine Stimme aus dem Meeresgrund zu vernehmen. Bei der Insel Sylt wird der Taucher Harmsdorf ins Meer hinabsteigen, um vom Meeresboden aus einen Sprechpersuch nach einem Flugzeug vorzunehmen. Dieser Sprechpersuch wird auch auf den Frankfurter Sender erfolgen. Erben gesucht! Am 17. September v. Js. verstarb in Neu- Südwales( Australien), etwa 81 Jahre alt, der anscheinend aus Deutschland stammende Franz Friedrich Rhonper( Rhyper). Etwaige Erbberechtigte mögen sich unter Glaubhaftmachung ihrer Ansprüche an die Reichsstelle für Nachlässe und Nachforschungen Im Ausland, Berlin W. 8, Wilhelmstraße 61a, wenden. I Bom Schenken auf Ostern. Wer sich und seinen Lieben burch Ausstattung des Heimes eine Freude machen will, wer Die Einheitsturzschrift bleibt unverändert. Vom Deutschen Stenographenbund( Sitz Dresden) wird uns geschrieben: In jüngster Zeit ist in der Tagespresse die Mitteilung verbreitet unb fie lanzierte ihn, denn sie hatte eine große Vorliebe dafür, ..Habt Ihr auch einen Garten?" fragte das Blondchen. ,, Ei gewiß, wir haben auch einen Garten." ..Hörst Du, Mutter, da ist ein Garten und dann kommt auch gewiß der Osterhase!" ,, Gretelein," meinte der Herr mit einem Lächeln ,,, da müßteft du ja so lange warten. Ich will mal in eurem Garten nachsehen. Vielleicht war der Osterhase doch auch hier für dich da." Da sprang das Gretelein mit einem Satz aus seinem Betttein, streifte seine Kleider an, und gerade war es fertig, als der Herr von draußen rief:„ Gretelein, ei der Tausend, da springt ja der Osterhase!" ," sagte der Herr,„ entschuldigen Sie, keine Antwort von uns erhielten, aber uch haben wir, wie Sie, Schweres durchder Mann, uns unser einziges Kind, das unserer Rückkunft von der Reise fanden ef. Wir machen Ihnen folgenden Voreder zu uns und bleiben ganz bei uns. vie unseres sein, damit auch unser Leben Dat. Schlagen Sie ein." Der Kranken die Hand hin. t: ,, Erfüllen Sie uns unseren Osterwunsch, bereuen haben." nke dankerfüllt ihre Hände in die der en konnte sie nicht, nur schluchzen vor atte derweilen aus seinem Bettlein sein geredt und rief jetzt mit seinem feinen ter foll aber doch nicht weinen!" er Herr und die Dame dem Kinde zu:„ Ei, nt nicht mehr! Sieh, du und die Mutter, in die Stadt in ein schönes Haus. Da mit denen du spielen kannit." Das Gretelein war wie der Wind draußen. Den Osterhasen hat es nicht mehr sehen können. Der war scheint's schon über alle Berge. Aber überall im Garten hatte er seine Eier perstedt, rote, grüne, gelbe, blaue. Sogar einige Schokoladencier hatte er mitgebracht! Das war ein Jubel! OsterfreudenSCHIED LOST Backin Osterkuchen Groß und Klein freut sich auf die schönen Festkuchen und wenn diese, wie nicht anders zu erwarten, mit Dr. Oetker's Backpulver ,, Backin" ganz herrlich geraten sind, dann ist die Freude doppelt groß. Viele neue Anregungen zu Backversuchen bietet Ihnen das jetzt erschienene farbig illustrierte Rezeptbuch Ausgabe F. Auch lesen Sie darin Näheres über den vorzüg fichen Backapparat.. Küchenwander", mit dem Sie auf kleiner Gaskocher- Flamme backen, braten u. kochen können. Das neue Buch ist für 15 Plg. in den Geschäften zu haben, wenn vergriffen. gegen Einsendung von Marken von Dr. A. Oetker, Bielefeld. Ladenverkaufspreise: Backpulver., Backin" 1 Stck. 10 Pfg.. 3 Stck. 25 Pfg.. Puddingpulv. Van.- Mand 10 Pfg., Van.- Zuck 5 Pfg., Van.- Soßeap. 5 Pfg. Gala- Schokoladen- Puddingpulv 15 Pfg., Schokoladenspeise mit gehackten Mandela 25 Pfg. Gustin 225 g 35 Pfg. worden, daß zwei Stenographie- Gemeinschaften an die Regierun gen des Reiches und der Länder den Antrag gestellt haben, eine alsbaldige Aenderung der für Schulen und Behörden vorgeschriebenen Einheitsfurzschrift vorzunehmen. Dieser Antrag hat feine Aussicht auf Verwirklichung, denn die Reichsregierung steht auf dem Standpunkt, daß mit einer Aenderung der Einheitsfurzschrift in den nächsten Jahren auf keinen Fall zu rechnen ist. Als am Abend sich die Gäste verabschiedet hatten mit der Bersicherung, in einigen Tagen die Uebersiedelung zu ordnen, da sagte das Gretelein nach dem Abendgebet zu seiner Mutter: Siehst du, liebe Mutter, es war fast so, wie ich geträumt habe mit dem Osterhasen. Nur daß mich in den Garten nicht Der Vater geführt hat, sondern der neue Onkel." * Ihr Bild. Von Regine Tauber Mirsty. G. ( Nachdruck verboten.) * Nr. 16. wegen der besonderen Verhältnisse der Inflations- und De flationszeit nich ausgeführt werden. Zwar wurde die Lohnbe wegung nach Möglichkeit verfolgt, aber mit der praktischen Aus. führung des Gesezes mußte bis zur Wiederherstellung stabilerer Verhältnisse gewartet werden. Dieser Zeitpunkt ist jetzt getommen. Man will zunächst mit Erhebungen fleineren Um fanges in ausgewählten Gewerben beginnen. In erster Linie tommen dabei Gewerbe in Betracht, deren Lohnentwicklung sich infolge vorwiegenden Stüdlohnes tarifmäßig nur sehr unvoll fommen erfallen läßt, z. B. die Textil und Metallindustrie, oder bei denen in größerem Umfang ein tarifloser Zustand herrscht, wie z. B. beim Holzgewerbe. Später sollen die Er hebungen auch auf Gewerbe ausgedehnt werden, in denen der Zeitlohn vorherrscht. Man will mit diesen Erhebungen zu nächst einmal eine Ergänzung der laufenden Tariflohnſtatiſtik durch vergleichbare Feststellungen der tatsächlichen Arbeitsver dienste erreichen, und zugleich den Anregungen des internation nalen Arbeitsamtes in Genf entsprechen, in denen ausdrücklich neben der Tariflohnstatistik auch Feststellungen der tatsächlichen Arbeitsverdienste empfohlen wurden. Ein wesentliches Erfor dernis der amtlichen Lohnstatistik ist die paritätische Betei ligung der Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Diesem Erfordernis wird Rechnung getragen durch gleichberechtigte Heranziehung der Betriebsleiter, bezw. ihrer Vertreter und des Betriebsrates. Lohnstatistit. In diesem Jahre sollen nach einem Vorschlag der Regierung Erhebungen über die Lohn und Gehaltsverhältnisse der Arbeiter und Aegestellten in ausgewählten Ge werben, Orten, Betrieben, Arbeiter und Angestelltengruppen veranstaltet werden. Die Durchführung und Aufarbeitung der Erhebungen wird dem Statistischen Reichsamt übertragen, das nach Anhörung der wirtschaftlichen Vereinigungen der Arbeit geber und Arbeitnehmer die zu erfassenden Betriebe, Arbeiter: und Angestelltengruppen auswählt und die Erhebungspapiere aufstellt. Die Fragen werden sich erstrecken auf Namen, Alter, Familienstand, Lohnform, die Zahl der tatsächlich geleisteten Arbeits- und Ueberstunden, den tatsächlich verdienten Bruttolohn mit Angabe der Zuschläge für Ueberstunden, die Sozialzuschläge, die Beiträge des Arbeitnehmers und Arbeitgebers zur Sozialversicherung und zur Erwerbslosenfürsorge und dem Steuerabzug. Die Erhebung geht zurüd auf das Gesetz betref send Lohnstatistit vom 27. Juli 1922. Das Gesetz konnte damals Magda war ein entzüdendes junges Mädchen mit großen, rehbraunen Augen und einem hellen, zarten Teint, der wie Elfenbein schimmerte. Sie war das vewöhnte Töchterchen reicher Eltern, die ihr jeden Wunsch freudig erfüllten. Die Mutter war schwach und kränklich und es war ihr sehnlichster Wunsch, ihr Töchterchen bald zu verheiraten, um sich noch an ihrem Lebensglüde erfreuen zu können. Bei dem großen Vermögen der reizenden jungen Erbin fehlte es ihr natürlich nicht an Freiern; die Eltern übten aber keinerlei 3wang auf ihre Tochter aus und wollten ihr ganz allein die Wahl ihres Lebensgefährten überlassen. Magda hatte sich in einen jungen Geiger verliebt, ernstlich verliebt, wie sie sich nach strenger Prüfung eingestand, und den wollte sie zum Gatten nehmen. Den schlanken jungen Künstler hatte sie erst fürzlich in einem Wohltätigkeitskonzert tennen gelernt, wo er ihr im Künstlerjimmer ein Autogramm gegeben hatte. Er stammte aus Siebenbürgen und war vermutlich ein Zigeuner. Der interessante Fremde war von einer unermüdlichen Komiteedame des Wohl tätigeitsfestes in einem Caféfonzert entdeckt worden, wo er in * Scheuerfest. O weh, jetzt beginnen fritische Tage für die Herren Haushaltungsvorstände: es wird gescheuert! Schon bei Tagesanbruch wird es im Hause lebendig; in den gestern so trauten Räumen wohnt heute das Grauen. Ueberall wird ge= flopft, geputzt. Seifenwasserfluten ergießen sich, wo man fic gerade nicht vermutet. Die Möbel werden von den Wänden abgerüdt u. man hört Quierschlaute, die dem lieblichen Geschrei Freund Langohrs ähneln und die einem durch Mark und Bein gehen. Staubig gewordene Gardinen werden abgenommen. Müh sam schlängelt man sich von einem Zimmer in das andere, überall ist man im Wege. Endlich gelangt man an den Schreibtisch und stellt sich schützend vor dieses Heiligtum; denn auch auf ihm soll Ordnung" gemacht werden. Es nühr nichts; im Sturm mit Handfeger und Bürsten wird auch diese letzte Bastion genommen. Nachdem man schnell noch den Schlüssel am sorglich verschlossenen Piano abgezogen, damit nicht etwa der Resonanz boden auch noch gescheuert wird, flüchtet man als Vater ins Freie. Doch jedes Ding hat ein Ende. Und so geht auch der große Reinigungsprozeß vorüber. Wenn man dann in die gründlich gesäuberten Räume wieder einziehen darf, die hellen Fenster mit frischen Gardinen bestedt, wenn einem überall saubere Behaglichkeit entgegen lacht, dann sind auch die Scheuertage bald vergessen. Mutter" bekommt einen herzhaften Kuß und zufrieden und glücklich raunt man ihr ins Ohr:„ Trautes Heim ist Glüd allein". * Märzveilchen. Märzveilchen mer fennt sie nicht, diese schlichte Frühlingsblume? Wer hat sich nicht schon oft an ihrem herrlichen Duft erfreut. Noch ringt in der Natur der heran nahende Lenz mit dem mürrisch und nur widerwillig abziehen den Winter: da reden schon die ersten kleinen Märzveilchen ihre blauen Köpfchen, als wollten sie verstohlen Ausschau hal. ten, wieweit es denn eigentlich mit dem Erwachen der Natur wäre? Gerade die Bescheidenheit, verbunden mit dem lieblichen und unaufdringlichen Duft haben unsere deutschen Märzveil chen so viele Freunde erworben. Ihre italienischen Schwestern, die Parma- Veilchen, sind weit größer und pruntvoller in ihrem Bau, aber ihnen fehlt dafür auch der zarte Duft, sie sind auch hierin aufdringlicher. Botanisch heißt das Veilchen viola; man fennt ihrer etwa 150 Spielarten, darunter allein 18 deutsche. Rüdseite des Bildes, auf der er einige hingefrigelte Worte gewahrte. einem Künstlerquartett die erste Geige spielte. Er gefiel ihr| Geiger hob das Bild hastig auf und da fiel sein Blid auf die junge Talente zu entdeden und zu fördern. Die Komiteedame verschaffte ihm in reichen Häusern gut bezahlte Stunden, welche es ihm ermöglichten, das Spielen im Caféfonzert aufzugeben und eifriger seine Studien zu betreiben. Diese Dame, die BaTonin Gollstein, lud den Zigeuner zu ihren Jours, wo er fleißig musizierte und stets die allgemeine Aufmerksamkeit zu fesseln verstand. - Aber der schöne Künstler hatte einen unverzeihlichen Fehler: er war ungemein lintisch und schüchtern. Er beachtete feinen Wink und verstand teine noch so deutliche Anspielung; er lebte nur seiner Kunst, und die vielen ihn umschwärmenden Mädchen und Frauen schien er nicht zu beachten. Magda und Bela trafen einander oft in Gesellschaft. Einmal er spielte gerade wieder seine entzückenden Zigeunerweisen blieb sein traumverlorener Blid wie gebannt an den hellbraunen Augen Magdas hängen, die ihm gegenüber saß und ihn regungslos anstarrte. Er bemerkte jetzt zum erstenmale, daß sie schön, engelschön war und bei dieser blizzartigen Erkenntnis strömte ihm eine Blutwelle ins Gesicht. Und auch das Mädchen war feuerrot geworden, als sie es merkte. Und von nun ab hatte er nur noch Augen für sie. Als das Spiel beendet war, drüdte sie ihm unter heißen Dankesworten die Hand. Und zum erstenmale fühlte sie seinen zaten werbenden Gegendrud. Aber dann zog er sich schweigend zurüd und war bald verschwunden, wie dies so seine Art war. Am folgenden Tage erhielt er von Magda ein Paket zugeschict: ihr Bild in einem großen Lostbaren Rahmen. Hocherfreut sah er das schöne Bild an und dann bededte er die schützende Glasplatte mit heißen Küssen. Er hängte das Bild an die Wand seines dürftigen Stübchens und täglich füßte er die talte gefühllose Glasplatte. Einige Tage nach Erhalt des Bildes traf er die schöne Absenderin wieder in Gesellschaft und fand nur schwer den Mut, ihr mit einigen ungeschidt gestammelten Worten für das herrliche Geschenk zu danten. Sie blidte ihn sehnend, erwartend und vorwurfsvoll an, dann wandte sie sich verlegen ab. Bela war bald wieder aus dem Saale verschwunden. Sie sah ihm mit einem bennenden Blide nach, enttäuscht, gebrochen. Bald darauf war sie mit der tränkelnden Mutter nach dem Süden gereift. Und als der Musiker Magda nach mehr als Jahresfrist wiedersah, war sie die Gattin eines jungen Aristofraten geworden. Kühl und vornehm rauschte sie an ihm vorbei, seinen Gruß stolz gemessen erwidernd. Er rwidernd. Er hatte sie für immer verloren. Nach vielen Jahren geschah es, daß der alternde Junggeselle wieder einmal die Wohnung wechselte, wobei das Bild fallen gelassen wurde und die Scheibe zerbiach. Auch der Rahmen lockerte sich und die Photographie war zu Boden gefallen. Der Und jetzt wurden seine Augen groß und starr und nahmen den Ausdruck der Verzweiflung an; seine Lippen bebten, sein Antlig wurde aschfahl. Das Bild entsant seinen Händen und Bela stürzte stöhnend und schluchzend der Länge nach auf dem Fußboden hin. Die Rückseite des Bildes hatte eine Widmung enthalten, die er erst jetzt nach vielen langen Jahren bemerkte. Da standen mit zitternder Hand hingeschrieben die Worte:„ In heißer Liebe und sehnsüchtiger Erwartung deine dich anbetende Magda." Und nun raufte er sich die wirren Loden, in die sich schon einzelne Silberfäden mischten und jammerte und flagte um sein verlorenes Glüd! Sonntag auf dem Lande. Von Kurt Bod. ( Nachdrud verboten.) Durch tiefen Wald wandern wir, alle Böglein singen uns ihre schönsten Sonntagslieder und dein Kopf ruht an meiner Schulter. Rings Heiligkeit. Sonnenlichter tanzen und haschen nach den trunten taumelnden Faltern. Ein Reh äugt uns unerschredt vertraulich an. Alle Blumen lachen wie dein Mund so rot! Hinaus treten wir an den Wiesenrain, meit vor uns liegt das blühende Land, die reifen Felder, blizen die Bänder der Bäche und aus lauter Wipfeln leuchtenden Dorfdächer. Nun ist nur ein Gedanke: du bist bei mir! Die Wälder verstummen hinter uns, verträumt singt durch den Frieden ein Mühlenwehr, heim gehen wir, heim. Wolfen wandern sacht über uns. - Sieh nun im Abendrot leuchtet traut, so traut ein Haus, im Blättergrün schwanken die Kastanienblüten über Dach und Garten. Und sieh: aus dem Dämmer schweren Flieders strahlt friedlich nur ein Fenster, dein Fenster, Herzliebste. Sell singt nah dem Dorje eine frische Stimme; auf unserem Dachfirst flötet die Drossel hinein in das alte Volkslied: 3um Sterben bin i den Verliebt in di, sih Deine schwarzbraune Aeuglein Verführen ja mi. Bischt hier oder bischt dort Oder sonst an einem Ort, Wollt wünsche, könnt rede Mit dir ein paar Wort. 912 91A Sonnabend, den 16. April 1927. Unverwandte des Veilchens sind die Cyklamen oder Alpenveil chen und das dreifarbige Beilchen, das wir Stiefmütterchen nennen. Das im Walde häufig vorkommende und heller ge= färbte Hundsveilchen ist geruchlos. Das Beilchen war die Wappenblume der Napoleoniden, wie die Lilie die der Bourbonen. Bei lyrischen Dichtern erfreut sich das kleine Blümchen befonderer Beliebtheit. Das„ bescheiden im Verborgenen blühende Beilchen"( ein Mägolein) oder die„ veilchenblauen Augen" sind Phrafen, die in feinem Roman älterer Zeit fehlen durften. Alus Nah und Fern. Bad Nauheim. Das hiesige Hotel Astoria ist durch Kauf in den Besitz der Berliner Buchdruder- Krankenkasse übergegangen. Als Kaufpreis wird die Gumme von 120 000 M genannt. Bad Nauheim. Bei den Kanalisationsarbeiten am Ausgang der Frankfurter Straße nach Nieder- Mörlen wurden fleine Hufeisen in größerer Zahl gefunden, die allem Anschein nach von den Rosaken herrühren, die im Berbande der Blücherschen Ar mee nach der Völkerschlacht bei Leipzig die Wetterau auf dem Marsche nach dem Rhein und Frankreich passierten. Friedberg. Aus dem hiesigen Gerichtsgefängnis ist ein schwerer Junge" ausgebrochen. Er hatte die Wand seiner Zelle durchbrochen und gelangte über Dach und Mauer auf die Straße. Sein erster Besuch galt einem Schuhwarengeschäft. Bisher fehlt jede Spur. Hachenstein. Bei Grundarbeiten im Ronventgarten der Abtei Marienstatt wurde vor einigen Tagen eine Münze ge funden, die sich als ein Goldgulden des Kölner Erzbischofs Friedrich III.( 1371-1414) herausstellte. Frankfurt a. M. Am 18.( Oftermontag), 21. und 24. April eröffnet der Frankfurter Renntlub auf der so idyllisch am Oberforsthaus gelegenen Pferderennbahn jeine diesjährige Saison. An den 3 Tagen find insgesamt 10 Ehrenpreise und 61 000 M an Geldpreifen zu gewinnen, wozu noch die Züchterprämien tommen. Wie bereits heute schon feststeht, wird man gute Felder und spannende Kämpfe zu sehen bekommen. Bei nur einigermagen günstiger Witterung dürften jedem Liebhaber des Pfer des bortselbst einige genußreiche Stunden bevorstehen. Koblenz. Am 9. Dezember vor: Js., im Laufe des Vormittages, wurde im Koblenzer Stadtwald in der Nähe des Geißentöpfchens in einem kleinen Tannenwäldchen eine unbekannte männliche Leiche gefunden. Dieselbe hat anscheinend schon längere Zeit dort gelegen, da die Verwesung weit vorgeschritten war. Nach dem Befund dürfte Selbstmord durch Erhängen vorliegen. Der Tote trug einen Mantel als feldgrauem Militär> stoff, einen braunen Anzug mit weißen Fadenstreifen, darunter eine dunkle Hose mit hellen Streifen, einen braunen Filzhut, schwarze Schnürschuhe, schwarze Soden, ein Normalhemd mit Einsatzbrust mit lila Streifen, einen weißen Stärkefragen und ein weißes Stärkevorhemd. In dem Kragen und dem Vorhemd befindet sich ein Wäschezeichen Nr. 128 mit unauslöschbarer Tinte geschrieben. Folgende Gegenstände wurden bei dem Toten vorgefunden: 1 kleiner schwarzer Handspiegel, 1 weißer Stehfragen mit dem Wäschezeichen 128, ein Bleistift in gelber Mesfingumhüllung, 1 Ring mit Schlüssel, eine kurze Holzpfeife, ein Regenschirm, 38 Pfg. und eine Schachtel mit Streichhölzern. Auf der Schachtel befindet sich die Firmenbezeichnung Sch.. o e. Füllgrebe, Kolonialwaren. Feinkost. Die Buchstaben welche durch Punkte angedeutet sind, sind auf der Streichhozschachtel unleserlich. Um zweddienliche Nachrichten, die zur Ermittelung der Person des Toten führen, ersucht die Fahndungspolizei in Koblenz. Neue Bücher. Ein neues Dart- Buch. Der Hessische Verkehrs- Verband hat unter der Förderung des Ministeriums des Innern mit dem Dari Berlage ein illustriertes Werbebuch„ Hessenland" mit 223 Illustrationen und 4 Kunstblättern in vorzüglicher Art herausgebracht, daß, wie der Herr Minister von Brentano in seinem dem Werke gewidmeten Vorwort jagt:„ daß es die hessische Heimat nicht nur allen Hessen zu Hause und in der Ferne selbst Hypotheken auf gute Objekte von Mk. 5000 an aufwärts zu bedeutend ermässigten Zinsen bis 6% zu vergeben. Erledigung in kürzester Zeit. F. W. WEBER, Frankfurt a.Main Neckarstr. 9 Fernspr. Hansa 1778. B Schußmarte RAUEN färbet zu Hause Eure Blusen, Kleider, Gardinen und dergl. nur mil den echten Hellmann's ARBEN Nur sie geben die Gewähr für schöne und leuchtende Farben. Einfach anzuwenden, sind sie die Es ist wahr REUDE der Hausfrauen. 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Der billige Preis Don nur 3,- M gestattet jedermann die Erwerbung. Spliffen und Knoten. Unter diesem Titel ist im Carl E. Klog Berlag, Magdeburg, soeben ein höchst humorvolles Buch erschienen, in dem Kapitänleutnant a. D. Peter Ernst Eiffe eine Fülle von heiteren Geschichten und Geschichtchen aus der alten Kaiserlichen Marine gesammelt hat. Das glänzend geschriebene, Don Kptlt. Busch mit vielen Federzeichnungen wirkungsvoll illustrierte Wert( in Ganzleinen geb. 5,25 M) stellt ein Stüd undergänglicher Tradition dar. Nachstehend einige Schwänte daraus: Der Rapport. Der Oberbootsmann meldete niemals jemand zum Rapport. Er tam so flat, wie er sagte. Einmal aber geschah es doch, und das tam jo. Ein seebefahrener Mann vom ältesten Jahrgang, ein sogenannter Altbadscher", sollte sich einmal bei ihm melden. Als dem besagten Geemann dieser Befehl überbracht wurde, sagte er in der respektlosesten Weise:„ Was, ich soll zum Oberbootsmann tommen? Ich hab' schon mehr Geewasser gesehen als der Oberbootsmann!" Diese Aeußerung wurde dem Oberbootsmann hinterbracht und schon stand der Sünder vor dem ersten Offizier. ,, Sie sind wohl verrüdt Herr! Was fällt Ihnen ein, solche unverschämten Reden zu führen! Mehr Seewasser haben Gie gesehen als der Herr Oberbootsmann?! Unerhört ist das! Mehr Grog haben Sie gesehen, Sie!" Dor - Bei diesen Worten aber trat der Oberbootsmann empört sein wallender Vollbart zitterte:„ Herr Kapitän! Und auch das möchte ich sehr bezweifeln!" Das Beschwerderecht. Ge. Exzellenz wollten sich Unterricht über das Beschwerderecht vorführen lassen. Was wissen Sie über das Beschwerderecht?" ,, Jch beschwere mich niemals!" Exzellenz:„ Na, na! Hören Sie mal, Herr Oberleutnant, haben Sie den Leuten das beigebracht?" ,, Zu Befehl, Ew. Exzellenz. Ich halte es aber doch für das Beste ,, Ach, ich bitte Sie, Herr Oberleutnant, das ist doch eine gänzlich unmögliche Auffassung!"„ Der rechte Flügelmann! Wie heißen Sie?" ,, Kaludrigkeit, Euer Exellanz!" ,, Schön! Also Matrose Kaludrigkeit, wenn ich nun zum Beispiel mal zu Ihnen sage Sie Kamel! beschweren Sie sich dann?" - ,, Nein, Euer Agellanz!" ,, Nanu? Warum denn nicht?" ,, Aus Kameradschaft, Euer Arellanz!" Banait Istrati, Onkel Angiel, Verlag Rütten- Loening in Frankfurt, 1927. 242 Geiten, geh. 4,-, geb. 6,- M. Von dem ersten Buche dieses neu entdeckten rumänischen Schriftstel lers ,, Kyra Kyralina" war schon an dieser Stelle die Rede. Nun liegt der 2. Band vor und er bedeutet eine Steigerung der literarischen Leistung. Staunend stehen wir einer Welt gegen über, die uns unmöglich scheint und doch wahrhaft besteht. Leidenschaften wogen, Temperamente toben sich aus in so gewal tiger Utmäßigkeit, daß wir degenerierten Kulturmenschen nei disch hinblicken müssen auf jene Südostede Europas, die uns Istrati schildert. Dort leben noch wirkliche Menschen, die leib, haftig und greifbar vor unseren Augen stehen, wirklich in ihren Tugenden und Lastern keine Salonmenschlein des westlichen Europas. Man darf gespannt sein auf die Fortsetzung dieser Bücher, die der Verlag bereits ankündigt. K. Rasmußen, Die Große Jagd. Verlag Rütten- Loening in Frankfurt. 1927. 108 Seiten mit einer geogr. Karte. Geh. 4,-M, geb. 6, M. Der Verfasser hat lange Jahre bei den Polarint mohl bei Rheuma, Hexenschub. Gosick, Kreas, Kopf- u Zahnschmerzen. Carmel- Fabrik Rheinsborg( Mark) In Gießen erhältlich: Kaiser- Drogerie, Ernst, Noll; Drogerie- Winterhoff, Kreuzplatz; Kreuz- Drogerie, Aug. Noll; Germania- Drog. Carl S ibel; Hans Noll. Ludwigsplatz- Droger. u. Neustadt- Drogerie. Schriftl. Heimarbeit Vitalis- Verlag, München 107. Was ist ☐ modern ? Beyers Mode- Führer Band I: Damen- Kleidung Frühjahr 1927 ( Preis 1.50 Mark) Band II: Kinder- Kleidung Frühjahr- Sommer 1927 ( Preis 1 Mark) zeigen's Ihnen! Oberall an haben! Verlag Otto Beyer, Leipzig T la Elderlettkäse 20% Bad Salzschlirl Getdieder höhe schnell, 9 Pfd. M. 6.30 franko Laden, beste Lage, diskret d. Finanzbüro Dampfkäsefabrik Rendsburg. event. mit Einrichtung Görs& Karsten zu vermieten. Spandau, Moritzstr. 5. Chemiker Sack. Rüdporto beilegen. Nr. 16. estimos gelebt, ihre Freundschaft und Achtung genossen und da bei mit offenen Augen ihr Leben und Treiben studiert. Aug aus diesem Buche ergibt sich die Folgerung, daß für die Naturvölker das Erscheinen der Weizen und der Verkehr mit ihnen nur Unheil im Gefolge hat. Die Eskimos erzählen, daß die ersten Menschen nur Estimos waren. Erst durch Paarung eines Mädchens mit einem Hunde entstanden die Weißen. Eine Anschauung, die uns Weißen zu denken geben sollte! Das Buch, das mit der trefflichen Schilderung eines Bärenzweikampfes ichließt, zeigt deutlich, wie abhängig das Leben der Menschen im hohen Norden vom Erscheinen und Verschwinden der Robben, Wale und Bären ist. Das hübsche Wert unterhält nicht nur, es belehrt auch. Adamantius. W. Wirbiky, Adler und Falfen. Ein Ostmartroman. Schlesischer Mujenalmanachverlag in Breitenhain. 255 Seiten. Jn Ganzleinen 3,80 M. Die letzte Tagung in Genf und die dor tige Regelung der polnischen Schulfrage haben unseren Blid wieder nach Osten gerichtet. Wer einmal ein richtiges Bild ge winnen will von der Art und Weise, wie man dort schon vor 1914 das Deutschtum und die deutsche Schule bekämpfte, der greife zu diesem schönen Buche. Erschreckend ist der Haß der Polen gegen alles, was deutsch heißt. Obwohl jie widerwillig deutsche Tatkraft, deutsche Tüchtigkeit, deutschen Fleiß und deuts sche Sauberkeit anerkennen müssen, fämpfen sie trotzdem mit Gewalt, Hinterlist und Tüde dagegen an. Der Verfasser wat in jener Gegend Lehrer; seine Darstellung ist darum wahrheits getreu. Sein Buch sei sehr empfohlen. Adamantius. Wie die Alten jungen. Meine Jugend, von M. Maier Hug en dubel( Christlicher Vollsdienst), Quellverlag, Stutt gart, 32 S., Preis 20 Pjg. In schlichten, aber fraftvoll wieder gegebenen eindrucksvollen Bildern ist hier eine Jugend gezeich net, aus der junge Menschen sich Wegleitung und wahre Lebens weisheit holen tönnen. Ein treffliches Büchlein. Otto Mäding, Unjere Sonnenwelt ein technisches Wun der.( Elektrochemie des Sonnensystems). Theod. Thomas Ber lag, Leipzig. Geheftet 3,-M. In diesem Buche versucht der Verfasser, eine vollständig neue Kosmogonie aufzustellen, indem alle Prozesse im Weltgeschehen auf elettrochemische Vorgänge zurüdgeführt werden. Die Gedankengänge des Verfassets sind außerordentlich interessant und geistreich. Die Lektüre des Buches ist fesselnd. Besondere Kenntnisse werden nicht voraus gesetzt. Zu jeder Zeit gut angezogen zu sein, ist das Bestreben jeder Frau. Hierfür ist ein guter Berater Beners Mode- Führer", Band 3, der auf 32 Seiten die letzten neuesten Sommermodelle bringt. In allen einschlägigen Geschäften ist dieser zum Preise von 1,25. erhältlich, wo nicht, vom Verlag Otto Bener, Leip zig, Weststraße/ Beyerhaus. Verantwortlich: Paul Christian Klein in Gießen. Auch gegen Teilzahlung erhalten Sie ein Presto * Fahrrad.* Es ist allerbeste Qualität, zu billigstem Preis. Verkauf durch: Jakob Schupp, Gießen, Seltersweg 83. Allg.Reichssteuer- Kassebücher. zu haben in der Druckerei NWK WoLe ** NWK Taubenwolle 3acteste 3ephitwolle 3um Sticken u Häkeln Die Taube bürgt für Güte. Übecall echältlich Auf Wunsch Bezugsquellen nachioeis durch Norddeutsche Wollkämmerei Kammgarnspinnerei. Kontor Frankfurt a. M. Taunusstr. 13/ Tel. Römer 1175 Albin Klein, Gießien Gie Erscheint: Gamstags. Bezugspreis 40 Big. monatlich frei Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbew Jendung nicht verlangter Manuskripte wird 40. Jabra Der Heberfall auf den Effenbahnzug in Sei Guadalajara in Merito ist ein Eisenb diten überfallen worden. Der Ueberfall stel der schwersten Verbrechen heraus, die je v Banditen verübt worden sind. Die Zahl der dem Ueberfall ihr Leben lassen mußten, steh timmt feft. Jedenfalls ist der Verlust sehr Soldaten, die dem Zuge zum Schuge beigege dem Anschlag zum Opfer gefallen. Inwieweit daß der Ueberfall von Angehörigen der revol verübt worden ist, den Tatsachen entspricht, n gen. Wir verzeichnen folgende Meldungen: * 187 Tote? Die Zahl der bei dem Raubüberfall auf bei Guadalajara getöteten Insassen wird auf 1 den amtlichen Angaben ist die Mehrzahl vo verbrannt oder durch Bajonett- oder Messe worden. Dem widersprechen private Angaber Leichen Schußwunden festgestellt wurden. D Regierungstruppen bestehende Begleitmann wurde bis auf den letzten Mann niedergemac lichen Stellen mitteilen, ist der Zug von et angegriffen worden. Der Kriegsminister Am lich ihre Verfolgung. Oberst Talamentes is rung zum Zensor für alle militärischen und richten in der merikanischen Presse ernannt Die Ueberlebenden des merikanische attentats. Bei der Ankunft des Zuges, der die Eisenbahnattentats nach Mexiko brachte, reißende Szenen ab. Mehrere Personen littenen Mizhandlungen wahnsinnig gew ganz lleine Kinder sind von den Bandi Zahlreiche Verwundete weisen äußerst gefä und Brandwunden auf. Eine Prämie auf Dichiang Kai Wie„ Evening Standard" aus Scho Dhiang Kai sched Kunfeng zum Finanzmin non Ranting ernannt. Die fommuni Santau soll eine Prämie von 250 000 Tael nahme und 100 000 Taels auf die ermor Dhiang Kai schet ausgesetzt haben. Der von Ranting, Dr. Wu, erklärte den Kri tremisten und dem gemuzigten Flügel Bartei für unvermeidlich. Die Kommun etwa 70 000 Mann in den Provinzen H Streitkräfte Dhiang Kai schets seien ihr überlegen. Der demokratische Parteitag Der siebente ordentliche Reichspartei fratischen Partei wurde am Donnerstag durch eine Tagung des fomunal- politischen Der Vorsitzende des Ausschusses, Landto Köln, begrüßte die zahlreich erschienenen jammlung. Das Ziel, die vorliegenden eine eigene demokratische Zeitschrift zu b In den nächsten Wochen werde diese Zeit Heute habe man sich zunächst mit dem T neuen Städtebaues" zu beschäftigen. All und staatspolitischer Natur drängen sich a jammen, sie müßten frei von jeder part nommenheit rein sachlich angefaßt werde Fald dem Stadtbauamt Delsned( Altona ausführte, daß der neue preußische S leider noch nicht zur Erledigung gekomm bisher auf Kernpunkte nicht einigen för * Kein neuer Russentr Ein Berliner Korrespondenz- Büro 21. ds. Mts. eine Meldung, nach der deu terstützung der Regierung Rußland einen 1200 Millionen Goldmart zur Verfügun elärt, englische Handelstreise würden da rajt, weil dieser Kredit erst in acht Jahr Bon deutscher zuständiger Seite wird eri dung von A bis 3 erfunden ist und daß Rußland neue Kredite vereinbart worden 80 Millionen Dollar- Anleihe Die monatelangen Verhandlungen mi gierung über eine Anleihe zur Stabilis find zum Abschluß gekommen. Ein amer mit den Gesamtbetrag von 80 Million flegen. In den Aufsichtsrat der Bank amenitanisches Mitglied aufgenommen we