Str. 8. rhaft erzählt. Welcher Junge ht gern lesen? se Erzählungen, von K. Hef= M. Die Geschichten Dieses Den zarten Magolein, sondern gefallen. ndere Weihnachtserzählungen. Wilhelm Glitschka. Preis B neuer Christgeschichten Don zahn und anderen. Alle Ge Christtagsfreude. lungen von Anna Schieber. rer D. Dr. Geger, Nürnberg. ige Erzählungen. Sie berich n ihrem Glauben und Lieben. edem ein leuchtendes Borbild et haben die Bayerischen Mo usgegeben, die ihre Wittung bei gleichzeitiger vornehmer fte das Seft, das von den München) Interessenten auf esten Kreisen Antlang finden. irtschaftlichen Standpunit com an Klein in Gießen. ar Einlieferung Steuermartenblätter 26. m Kalenderjahr 1926 Steuer werden hiermit aufgefordert, 27 ihre Steuerfarten mit den ermarken verklebten Marten zamt einzuliefern. Zuständig ezirk der Arbeitnehmer am oder in Ermangelung eines vöhnlichen Aufenthalt hatte. ust kann aber auch die EinArbeitgeber erfolgen. find it sie den Steuerabzug vom fahren durchführen Einliefung der Steuerfarten en Arbeits- und GeschäftsDekanntzugeben. einzelne Steuerblatt in allen sgefüllt ist, insbesondere mu nschrift der Steuerkarte genau gen in den Spalten ,, Gesamtnerbetrag" sind aufzuaohieren. arte und der Martenbläi.r Der Steuerfarte für 1927 und ausgestellt hat, sowie die 31. Dezember 1926 anzugeben. rungspflicht ist mit den im bedroht; außerdem kann ble AO. vorgesehene Strafe et: izbach, Grünberg, Sungen. Schnupfen nol. rmelitergeist wirkungsvolles Haus- und emittel bei Nerven- und ungsschmerzen- Rheuma, 3, Hezenschuß, Kopf- und chmerzen belebend und nd- auch bei Massage t- Mund- u.Rasierwasser. bewährt Drogerien erhältlich. Vollrath Wasmuth molposthof. häftsbuchführung er Stand des Vermögens, en zu ersehen ist, hat man rungsvorkenntnisse dung des staffebuch en pom Jein in Gießen 40. Jahrg. Samstag, den 13. Januar 1927. Nr. 3. Gießener Zeitung Erscheint: Samstags. ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 Big. monatlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr Für Aufbewahrung oder Rüd Jenbung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. - Noch feine neue Regierung. Reichsminister Dr. Curtius berichtete gestern Freitag abend dem Herrn Reichspräsidenten über die durch das Schreiben des Borsitzenden der Zentrumsfraktion an ihn geschaffene Lage und erklärte, daß damit der Berjuch der Bildung einer Mehrheits regierung unter Zuziehung der Deutschnationalen gescheitert sei. Der Reichspräsident behielt sich seine weitere Entschließung noch DOT. Berlin, 14. Januar. In parlamentarischen Kreisen nimmt man an, daß sich der Reichspräsident im Laufe des heutigen Samstags darüber entscheiden wird, ob er nunmehr eine andere Persönlichkeit an Stelle von Dr. Curtius mit Verhandlungen über die Regierungsbildung betraut. Die Wirtschaftliche Bereinigung ist für den Montag zu einer Fraktionsfitung berufen worden. Das Zentrum wird am Dienstag eine neue Frattionsjigung abhalten. Der Frattionsvorstand der Deutschen Bolkspartei ist für Montag vormittag zu einer Sigung zusammenberufen worden, in der er zu der neu geschaffenen Lage Stellung nehmen wird. Berlin, 14. Januar. Der Absagebrief des Zentrums lautet: ,, Sehr verehrter Herr Minister!" Jch bestätige dankend den Empfang Ihres Schreibens vom 14. Januar ds. Js. Dasselbe ist Gegenstand eingehender Würdigung gewesen. Aus diesem Schreiben haben wir ersehen, daß Sie, Herr Minister, lediglich die Aufgabe übernommen haben, sachliche Verhandlungen zum 3wede der Herbeiführung einer Koalition zu führen. Unter ben gegenwärtigen politischen Verhältnissen unterliegt die von Ihnen beabsichtigte Regierungsbildung für uns nach wie vor den schweren Bedenken, die Ihnen von unserem Beauftragten und auch namens unseres Herrn Parteivorsitzenden Dr. Mary dem Herrn Reichsaußenminister Dr. Stresemann dargelegt wor= den sind. Wir halten den Bersuch der Bildung einer Regierung der Mitte nach Lage der Dinge für den gegebenen Weg zur Beilegung der Krise. Wir können uns daher von einer Fortfüh rung Ihrer Berhandlungen auf der Grundlage Ihres Schreibens Dom 14. Januar feinen Erfolg versprechen. Ein Eingehen auf die in diesem Schreiben mitgeteilten Richtlinien dürfte sich darnach erübrigen." Erlaß gegen die militärische Betätigung von Verbänden. Berlin, 14. Januar. Der Reichsminister des Innern hat an die Landesregierungen ein Rundschreiben gerichtet, in dem diese ersucht werden, in allen Fällen, wo Nachrichten über eine militärische Betätigung von Verbänden auftauchen, unverzüg lich die polizeilichen Ermittelungen anstellen zu lassen. Ergeben Die polizeilichen Ermittelungen eine tatsächliche militärische Betätgung, so sind die Vereinigungen aufzulösen. Ergeben die Ermittelungen immerhin einen Verdacht, so ist der betreffende Verband unter Hinweis auf die gesetzlichen Bestimmungen ausbrüdlich zu verwarnen. Verlängerung der Polizeistunde in Preußen. Drud, Berlag und Expedition: Gießen, Südanlage 21 Fernsprecher Nr. 1362 Bostichedfonto Nr. 8437 Amt Frankfurt a. M. Die Verbände der Gasthausangestellten erhoben inzwischen lebhaften Widerspruch gegen die Berlängerung. Die Angestellten der Straßenbahnen und sonstigen Verkehrsmittel werden ebensowenig beglüdt sein von der ihnen winkenden längeren Nachtschicht. Vor allem aber stehen jetzt Millionen von Städtern vor der Frage, ob sie sich wegen einer geringen Zahl von solchen, die bis 12 Uhr die nötige Bettschwere nicht finden, sich durch das Gebimmel der Elektrischen und das Getute der Autos den Schlaf um die Mitternachtsstunde noch weiter verfümmern lassen wollen. Noch immer gilt das Wort„ Morgenstunde hat Gold im Munde" und nicht minder wahr ist, daß im Großstadt leben die Nachtstunde Gift im Munde hat. Die Verlängerung der Polizeistunde über die Mitternachtsstunde hinaus ist eine weitere Abkehr von der Natur. Wer die Rückkehr zu ihr will, muß sie ablehnen und auf hre Beseitigung hinwirken. Die 7 mageren Jahre sind vorbei. Die 7 fetten haben begonnen. Wer es noch nicht weiß, dem tut es der neue Preuß. Minister des Innern fund. Am 16. Oft. brachten die Zeitungen die Meldung, daß nach einem Runderlag des Preußischen Ministers des Innern die Polizeistunde in Preußen folgendermaßen geregelt werden soll: in Städten von 100 bis 300 000 Einwohnern auf 1 Uhr; in Städten von mehr als 300 000 Einwohnern auf 2 Uhr; in Berlin auf 3 Uhr. Außerdem werden die örtlichen Polizeibehörden ermächtigt, ,, bei nachgewiesenem Bedürfnis" noch weitere Verlängerungen der Polizeistunde zuzulassen. ( Aus Die Jugendherberge".) Die italienische Regierung gegen die Vergnügungslokale. Mussolini hat die Tabarias und Kabaretts in Rom ver boten und geschlossen. Nun hätten auch die Präfekten im Lande den strengen Befehl erhalten, die sämtlichen Vergnügungslokale auf ihre Moralität hin zu prüfen. Die Auswirkungen dieses neuen Erlasses, der praktisch einer völligen Aufhebung der Polizeistunde ziemlich nahe tommt, wer den außerordentlich verhängnisvoll sein. Der Alkoholverbrauch wird stark steigen. Nach Jahresfrist wird sich aus den Berichten von Polizei, Trinkerfürsorgestellen, Krankenhäusern und Gerichten ergeben, in welchem Umfang die Flut des Alkoholismus gestiegen ist. In den meisten Großstädten Europas ist die Schlußstunde 12, höchstens 1 Uhr, in London sogar 10 bezw. 11 Uhr. Selbst Paris macht um 2 Uhr Schluß. Also: Preußen voran. Wahrlich ein trauriger Ruhm! Wochenrückblick. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreise: die 30mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg. Total 12 Pig., die 90 mm breite Reflame- Petitzeile 96 Pig. Platz. vorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholungen Rabatt, für Bollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Mit neuen Hoffnungen treten wir in das Jahr 1927 ein. 1926 hat für unsere Außenpolitik manche Erfolge gebracht, erwarten wir daher dasselbe vom Weltfrieden noch entfernt sind, zeigen recht deutlich die neuen Jahre. Wie weit wir allerdings vom großen Zwischenfälle in aller Welt. Um die Weihnachtstage mußte es gerade wieder einmal das ,, Friedens"-Amerika sein, das verhüllt die Kriegstrommel schlug. Mittelamerika und ganz besonders Nikaragua sind ihm begehrliche Bissen. Es suchte nach einem Vorwand, seine Macht fühlen zu lassen und landete bei den inneren Wirren des mittelamerikanischen Staates Truppen, angeblich zum Schutze der amerikanischen dort wohnhaften Staatsbürger. In Wirklichkeit war es ihm vielmehr um die Unterstützung eines Amerika wohlgesinnten Generals zu tun, der aber eine Schlappe nach der anderen erlitt. Als zudem die mittelamerikanischen, ja selbst südamerikanischen Staaten sich energisch gegen dieses Vordringen Nord- Amerikas aussprachen, mußte es notgedrungen fast seine gesamten, übereilt gelande ten Truppen zurückziehen. Eine diplomatische Schlappe Amerikas bleibt zweifellos dieser Vorfall. Aus China kommt die Meldung von christenfeindlichen Unruhen. Man hat in Hantau eine lutherische Mission überfallen, Bibeln und Gesangbücher verbrannt. Wie wird durch solche Bewegungen mühevolle, jahrelange Arbeit unserer treuen Missionare oft in fürzester Zeit vernichtet. Und unermüdlich fangen sie wieder von vorn an, Leben und dauernde Gefahr nicht achtend. Unser Gruß gelte ihnen bei Beginn des neuen Jahres. Stehen wir eigentlich noch in den Zeiten des Aufbaues? Oder haben wir die Notjahre hinter uns, so daß wir wieder flott drauf los leben können? Auf der einen Seite ruft der Staat angesichts seiner traurigen Finanzlage zu größter Sparsamteit und zum Handanlegen am Werke des Aufbaues auf. Auf der anderen aber öffnet er selbst den Mächten des Verfalls Tür und Tor. Derselbe Staat, der zu Gesundheitswochen aufruft, der die Gesolei unterstützte und der jährlich viele Millionen ausgibt zur Hebung der Volksgesundheit, leistet selbst, wie mit Scheuflap pen behaftet, Handlangerdienste für einen Würgengel der deutschen Volkskraft. Bei einem Volfsentscheid über die Verlängerung der Polizeistunde würde nur ein fümmerliches Häuflein für eine solche eintreten. Selbst die Angestellten des Gasthausgewerbes wehren sich dagegen. Der Druck des allmächtigen Alkoholtapitals setzt sich über alle Vernunftgründe hinweg. Wenn darüber allen die Augen aufgingen, so hätte die traurige Verordnung wenigstens ein Gutes. gegenüber will das chinesische Volk die Feindseligkeit mcht eröffnen, sondern der Zorn richtet sich gegen die Engländer, die tatsächlich aber auch in der grausamsten Weise, die mit Christentum nichts zu tun hat, chinesische Jugend aussaugten und zu Sklaven herabwürdigten. Daher auch das zögernde Vorgehen Englands. Wenn die Bedrüdungsgreuel alle ans Tageslicht kommen würden, müßten sich sämtliche christlich und sozial den kenden Völker gegen England stellen. Die Ausbeutung Chinas ist das Ziel Englands. Der Mittelamerita tonflitt ist auf derselben Grundlage aufgebaut. Genau wie unser Weltkrieg nur ein Wirtschaftstrieg war, so ist es auch der langsam zur Entzündung kommende Krieg auf dem schmalen Verbindungsstüd zwischen Nord- und Südamerika. Der Delhunger des nordamerikanischen Großkapitals treibt die nordamerikanische Regierung in den Krieg gegen die schwachen mittelamerikanischen Staaten. Am liebsten würde man von Washington, dem Regierungssitz des nord amerikanischen Staates, aus ganz Mittelamerita auf einmal in die Tasche stecken. Wo stedt der Völkerbund, der dagegen Protest erhebt? Briand und Poincaré, der Friedensmann und der Kriegsgeneral, find sich wegen der Rheinlandräumung und der Friedenspolitik in die Haare geraten. Es ist tatsächlich noch ungewiß, wer in diesem Streit Sieger bleiben wird.- Sehr start wird es abhängig sein von dem kommenden deut chen Reichskabinett. Je näher der Zusammentritt des Reichstages rückt, desto verworrener wird die Lage. Großzügiger Geist zeigt sich leider bei keiner Partei. Jeder würde am liebsten den Kanzler stellen, um seine eigene Parteipolitit auf einer besseren Zieharmonika spielen zu können. Armer deutscher Parlamentarismus! Das Kabinett hat sich mit dem Entwurf eines Gesetzes über Titel und Orden zu beschäftigen. Was man vor 8 Jahren so weit wegwarf, holt man nun ganz verschämt wieder herbei! Beinahe tönnte man seinen Verstand verlieren, wenn man eine Zeitung aus dem Jahre 1919 und eine der heutigen Zeit liest. Was haben die Geister wieder alles lernen müssen, was mußFührer von Parteien versagt, die das, was sie forderten, ten Parteiziele umgeworfen werden. Wie haben die selbst nie hielten, sobald sie zur Macht gelangt waren! Die Erwerbslosenunterstügung tritt ebenfalls in ein neues Stadium. Auch hier hat man ein Gesetz vorbe reitet, das bei seiner Annahme erträglichere Zustände schaffen würde, als es seither der Fall war. Deutschland schloß zwischen den Jahren mit Italien einen Schiedsvertrag ab. Aehnliche Verträge hat es schon mit weiteren 8 Staaten abgeschlossen. Trotzdem ist man in Frankreich schon wieder argwönisch und befürchtet Geheimklauseln. Jede Annäherung Deutsch lands an einen anderen Staat legt sich die Französische Republik" als eine Gefahr für sich aus. Dauerndes Mißtrauen schließt aber eine Verständigung zwi schen zwei Staaten aus. Will denn Frankreich unseren ehrlichen Friedenswillen nicht einsehen? Mit dem Wort ,, Verständigung" spielt man jenseits der Grenze Fangball. Man braucht nur an die erfolgte Begnadigung der im Rouzier- Prozeß verurteilten Deutschen zu denken. Rouzier, der Mörder, geht trotzdem straffrei aus. Sonderbarerweise war die deutsche Regierung mit der Begnadigung sofort zufrieden, ohne weitere Schritte zu dem doch nur halb revidierten Urteil zu unternehmen. Sie fonnte wahrlich noch mehr tun! justiz groß, aber das Pariser Ministerium hätte, wenn Gewiß ist die Blamage für die französische Militäres wirklich auf Verständigung so großen Wert legt, nicht halbe, sondern ganze Sache müssen. Es war in der Lage, Rouzier disziplinarisch zu bestrafen, aber- der Geist Poincarés beherrscht die Lage. In der Zwischenzeit schlägt ein französischer Offizier einem seine Pflicht tuenden Mainzer Straßenbahnschaffner ins Gesicht und will ihn zur Urkundenfälschung verleiten. Da fann nur immer wieder die eine Forderung aufgestellt werden: Abzug der Besatzung, so bald als möglich! Innenpolitisch reiben sich die verschiedenen politischen Beitungen um die Ministersessel. Wir werden Mitte Januar wieder in Berlin die herrlichsten Schauspiele erleben können. Wer wird dieses Mal das meiste profitieren? Ganz ohne Kuhhandel wird es wohl doch nicht gehen! Wir von der Evangelischen Voltsgemeinschaft werden ganz besonderes Augenmerk auf die Kulissenverhandlungen richten müssen. In China spitzen sich die englandfeindlichen Kundgebungen immer mehr zu. Die Lage der Fremdenfolonie in Hantau ist derart gefährlich geworden, daß man sie zum größten Teil geräumt hat. Den Deutschen - Aufwertung. Der Badische Landesverein für Innere Mission hat die ihm darlehensweise überlassenen Gelder voll aufgewertet. Er tat es vor allem aus Dankbarkeit für die ihm in schweren Zeiten gewährte Hilfe. Die Darlehen aus der Vorkriegszeit wurden in Goldmartwäh= rung umgeschrieben, die späteren zum vollen Dollar wert des Tages, an dem sie zur Verfügung gestellt wur den, umgerechnet. Natürlich mußte darauf gesehen werden, daß diese also aufgewerteten Darlehen in den ersten Jahren möglichst nicht gefündigt werden. Bei getilgten hypothetarischen Darlehen hielt sich der Landesverein an die gesetzlichen Auswertungsbestimmungen. Diese entgegenkommende Regelung war nicht ohne Einfluß auf das finanzielle Vertrauen zum Landesverein. So manche erklärten dankbar, daß ihre Darlehen an den Landesverein das einzige seien, das ihnen von ihrem Vermögen erhalten geblieben sei. Der Evangelisch- lutherische Kirchengemeindeverband in Leipzig hat die Darlehen, die den ihm angehörigen 31 Kirchengemeinden durch Tausende ihrer Mitglieder in der Inflationszeit für Besoldungen u. a., zur Verfügung gestellt worden sind, nach dem Dollarfurs von dem Ausfertigungstage des Darlehensscheins aufgewertet und mit einem 50prozentigen Zuschlag zurüdgezahlt. Jeder, der dies liest, wird sich darüber freuen, daß gerade die evangelisch- kirchlichen Instanzen in der Aufwertung mit gutem Beispiel vorangehen. Steuern. Vermögenssteuer und Einheitsbewertung. Im Anschluß an die ausführliche Besprechung der Einheitsbewertung in der letzten Nummer unserer Zeitung veröffentlichen wir noch den Wortlaut der Bekanntmachung der Richtlinien des Landesfinanzamtes Darmstadt über die Bewertung zwangsbewirtschafteter Grundstücke. Belanntmachung. Betrifft: Bewertung zwangsbewirtschafteter Grundstüde für die erste Feststellung nach dem Reichsbewertungsgesetz. Auf Grund der§§ 24 Abs. 2, 26 Abs. 2 und 27 Abs. 2 der Durchführungsbestimmungen zum Reichsbewertungsgesetz für die erste Feststellung der Einheitswerte und zum Vermögenssteuergesetz für die Veranlagung 1925 und 1926 wird über die Bewertung zwangsbewirtschafteter Grundstüde für den Bezirk des Landesfinanzamtes Darmstadt folgendes bestimmt: Sonnabend, den 15. Januar 1927. A. Einfamilienhäuser. 1. Einfamilienhäuser sind grundsäglich mit 65 v. H. des Wehrbeitragswertes zu bewerten. 2. Abweichend hiervon find kleinere, einfach ausgestattete Einfamilienhäuser der minderbemittelten Bevölkerung mit einem Wehrbeitragswert von nicht mehr als 20 000 RM anstatt mit 65 v. 5. mit 55 bis 45 v. 5. des Wehrbeitragswertes zu bemerten. Auf Antrag fann in gleicher Weise verfahren werden, wenn die Bewertung mit 65 v. 5. des Wehrbeitragswertes im Hinblid auf das Alter, die Bauart und die Nugungsweise des Hauses eine außergewöhnliche Härte für den Pflichtigen bedeuten würde. B. Mietwohngrundstüde. 1. Mietwohngrundstüde sind grundsäglich mit 45 v. H. des Wehrbeitragswertes zu bewerten. 2. Bei Mietwohngrundstüden, die im wesentlichen aus einfach ausgestatteten, fleineren Wohnungen bestehen und an Mieter aus Kreisen der minderbemittelten Bevölkerung vermietet zu werden pflegen( z. B. Altstadtgórfer, Mietstajernen und Grundstüde in Arbeiterwohnvierteln) tann in den Städten Darmstadt, Mainz, Offenbach, Worms, Gießen bis auf 25 v. 5. und in den übrigen Stten des Landesfinanzamtsbezirks bis auf 30 d. 5. des Wehrbeitragswertes heruntergegangen werden. C. Geschäftsgrundstüde. 1. Geschäftsgrundstüde find grundsätzlich mit 70 v. 5. des Wehrbeitragswertes zu bewerten. 2. Abweichend hiervon sind die Geschäftsgrundstüde des Hotelund Beherbergungsgewerbes in Bad Nauheim mit 45 d. 5. des Wehrbeitragswertes zu bewerten. 3. Bei Fabritgrundstüden, die nachweislich infolge von Erschüt terungen, der Einwirtung von giftigen Gajen, säurehaltigen Stoffen und anderen außergewöhnlichen Umständen einer besonders starten Abnugung unterliegen, ist die Bewertung mit einem Gate bis zu 60 v. H. des Wehrbeitragswertes zugelassen. D. Gemeinsame Bestimmungen. 1. Bei Grundstüden, die erfahrungsgemäß Hochwassergefahren ausgesetzt sind, fönnen die Finanzämter die nach A, B oder C für die Bewertung in Betracht kommenden Bomhundertjäge nach Lage des Einzelfalles bis zu 5 v. H. ermäßigen, sofern dem Umstand der Gefährdung nicht bereits bei der Feststellung des Wehrbeitragswertes Rechnung getragen worden ist. 2. Allgemein werden für sämtliche zwangsbewirtschafteten Grundstücke des besetzten Gebiets die nach A, B, C oder D1. maß gebenden Bomhundertjäze um 5 v. 5. ermäßigt. Die Finanzämter sind jedoch ermächtigt, in besonders gelagerten Fällen eine Ermäßigung um weitere 5 v. H. eintreten zu lassen. Bei den Fällen unter D1 und D2 dürjen jedoch die in den§§ 24 Abs. 2, 26 Abs. 2 und 27 Abs. 2 der eingangs erwähnten Durchführungsbestimmungen zugelassenen Mindestjäße nicht überschritten werden. Darmstadt, den 28. Juni 1926. Der Präsident des Landesfinanzamts. gez.: Glässing. Es wird ferner darauf aufmerksam gemacht, daß die Einheitswerte der Betriebsgrundstüde maßgebend sind auch für die Einkommensteuer- Eröffnungsbilanz per 1. 1. 1925 insofern, als das Betriebsgrundstüd grundsätzlich mit feinem höheren Wert eingesetzt werden darf, als mit dem per 1. 1. 1925 festgestellten Einheitswert. Dies hat zur Folge, daß die Veräußerung eines Betriebsgrundstückes zu einem den Einheitswert übersteigenden Preise dazu führt, daß der Ueberschuß steuerpflichtiges Einkommen darstellt. Der hiervon betroffene Unternehmer hat die Möglich feit, im Einspruchsverfahren Bewertung mit dem für Betriebsgrundstücke zulässigen Höchstsatz( 70 Prozent des Wehrbeitragswerts) zu verlangen, falls davon abgewichen wurde. Stöffen Fadinger, der Rezer und Rebell, ein Streiter für Glauben und Heimat. Schluß. 3u jener Zeit lebte auf dem Bauernhof Fatting am Wald bei St. Agatha ein ansehnlicher Mann, Stöffen oder Stefan der Fabinger oder Fattinger geheißen, der wegen seiner Rechtlich felt und Klugheit bei allen seinen Standesgenossen hoch geachtet war und einen ähnlichen Einfluß auf die Bevölkerung ausgeübt haben mag wie späterhin in Tirol Andreas Hofer, Josef Specbacher und Peter Mayer. Fadinger wird uns als ein ruhiger, besonnener und durchaus maßvoller Charakter geschildert, der nichts von einem religiösen oder politischen Fanatiker an sich hatte. Zu diesem Manne nahm das verängstigte und unterdrüdte Bolt seine Zuflucht, und er war bereit, ihm ein Helfer und Retter zu werden. Jm geheimen bildete sich eine großzügig angelegte Bauernverschwörung, deren Fäden in den Häusern Fadingers und seines Schwiegersohnes oder Schwagers Christof Zeller, eines Gastwirts in St. Agatha, zusammenliefen, und deren Ziel ein Aufs stand war, der am 31. Mai 1626 zum Ausbruch kommen sollte. Das arme Volk sah, um die Religionsbedrüdung des Kaisers und die Fremdherrschaft der Bayern los zu werden, keinen an deren Ausweg mehr, als Gewalt gegen Gewalt zu setzen, und rüstete sich in aller Stille zum Kampf für Glauben und Heimat. Dies geschah in wohlüberlegter, geordneter Weise, und man be schloß, ein allgemeines Aufgebot zu erlassen, demzufolge jedes Haus mindestens einen Streiter zum gemeinen Haufen stellen sollte. Durch einen Zufall kam die Bewegung vorzeitig zum Ausbruch. Am 17. Mai war Kirchweih zu Lambach im Mühlviertel, und aus der ganzen Nachbarschaft war viel Volfs zusammen geströmt. Wegen eines ausgeborgten Pferdes geriet ein Bauer mit einem Soldaten der bayrischen Besatzung in einen Streit, aus dem sich eine allgemeine Rauferei zwischen Bauern und Sol daten entwickelte, in deren Verlauf sechs Bayern und drei Geistliche von den Bauern totgeschlagen wurden. Damit war das Feuer entfacht, und nun gab's fein Halten mehr. Eilboten liefen von Dorf zu Dorf, von Hof zu Hof. Von den Kirchtürmen heulten die Sturmgloden. ( Fanale) flammten auf den Bergen. Alle Bauern des Landes Kraianfeuer ,, Gießener Zeitung" Bewertung von landwirtschaftlichen Grundstüden. Bekanntlich wird das landwirtschaftliche Vermögen nach einem für die verschiedenen Gegenden festgestellten Satz pro Motgen bewertet. In diesem Satz ist neben dem Wert des eigentlichen Grund und Bodens ein Wertanschlag für totes und lebendes Inventar, sowie für die bäuerliche Hofraite enthalten. In allen Fällen, in denen der Eigentümer weder über landwirtschaftliches Inventar, noch über eine bäuerliche Hofraite verfügt, muß ein entsprechender Abschlag von dem für die Gemeinde festgestellten Morgenwert stattfinden. Wir haben häufig die Erfahrung gemacht, daß dies bei der Wertfeftjehung nicht erfolgt ist und weisen daher ausbrüdlich auf diese Möglichkeit zur Herabsehung der steuerpflichtigen Werte hin. Zahlung der Vermögenssteuerrate Dom 15. November 1926. Folgenden Erlaß des Reichsfinanzministers vom 13. Dezem ber 1926 vermögen wir erst in der gegenwärtigen Nummer zu Deröffentlichen: Wie ich aus den Berichten einiger Landesfinanzämter und aus zahlreichen an mich gerichteten Eingaben ersehen habe, haben bei den Steuerpflichtigen, insbesondere auf Grund unzutref fender Zeitungsnachrichten, vielfach Zweifel über die am 15. No Dember 1926 von ihnen zu entrichtende Vermögensteuertate be standen. Zum Teil sind die Untlarheiten auch darauf zurückzuführen, daß zahlreiche Steuerpflichtige gerade in der Zeit um den 15. November herum den Steuerbescheid zugestellt erhalten haben, also bis zum Zahlungstermin in Ungewißheit darüber waren, welchen Betrag sie zu zahlen haben würden. Die Folge hiervon ist, daß bei den Finanzämtern eine große Anzahl von Anfragen und Stundungsgesuchen eingegangen ist, deren Erle digung im einzelnen die Finanzämter an dringend notwendigen anderen Arbeiten hindern würde. Mit Rücksicht auf diese Unklarheiten und zur Entlastung der Finanzämter erkläre ich mich damit einverstanden, daß in den Fällen, in denen der Steuerpflichtige die von ihm zu leistende Vermögensteuerrate bis zum 24. Dezember 1926 entrichtet, von der Erhebung von Verzugszuschlägen und Verzugszinsen Abstand genommen wird. Dies gilt also bei Steuerpflichtigen, denen der Bescheid bis zum 15. November zugestellt worden ist, für die Zahlungen, die sie auf Grund des Bescheids für die Jahre 1925 und 1926 noch zu entrichten haben, bei Steuerpflichtigen, denen der Bescheid erst nach dem 15. November zugestellt worden ist, für die an sich am 15. November zu entrichtende Vorauszahlung. In den Fällen, in denen hiernach Verzugszinsen zu erheben find( weil die Zahlung erst nach dem 24. Dezember erfolgt), sind im Interesse der Einfachheit die für die Zeit vom 15. November bis zum 30. November zu erhebenden Verzugszuschläge( die für die Zeit vom 1. Dezember ab durch die Verzugszinsen ersetzt wer= den) nur in Höhe der Verzugszinsen zu berechnen. Wegen der Dringlichkeit habe ich den Finanzämtern einen Abdruck dieses Runderlasses unmittelbar zugeleitet. Keine Verzinsung der zu erstattenden Vorauszahlungen. Nach einem Gutachten des Reichsfinanzhofs wird die Verpflichtung des Fistus zur Verzinsung von Ueberzahlungen an Einkommensteuervorauszahlungen, die sich nach Abschluß der Veranlagung herausstellen, verneint. Feststellung der Grundlagen zur Gewinnermittlung für die Einkommensteuer 1926. Bei den nicht nach den Grundsägen des Handelsgesetzbuchs buchführenden Gewerbetreibenden wird der steuerpflichtige Gewinn gemäß§ 12 des Einkommensteuergesetzes ermittelt einmal aus dem Ueberschuß der Geschäftseinnahmen über die Geschäftsausgaben( ohne Haushalts- und sonstige Privatausgaben) und zweitens aus dem Vergleich des Betriebsvermögens am Anfang Str. B. und am Ende des Jahres. Da das Geschäftsjahr der meisten Ge= werbetreibenden, insbesondere der nicht wie Vollkaufleute buchführenden, mit dem Kalenderjahr zusammenfällt, gilt es nun am Ende des Kalenderjahres die Grundlagen zur Ermittlung des Gewinns festzustellen. Insbesondere gilt dies hinsichtlich des Standes des Betriebsvermögens am Ende des Jahres, welcher auch gleichzeitig als Anfangsvermögen für das nächste Jahr gilt. Zum Zwede der Verhütung späterer steuerlicher Benachteiligungen muß daher jeder Handwerker die Bestandteile seines Geschaftsvermögens durch eine Inventur per 31. 12. 1926 aufstellen. Neben den Maschinen und Gerätschaften gilt dies insbesondere von den an diesem Tag vorhandenen Rogstoffen und Fertig waren, sowie von den Außenständen und den Schulden. Ist der Bestand des Betriebsvermogens am Ende des Jahres geringer als zu dessen Beginn, so wird der Unterschied am Ueberschuß der Gejchaftseinnahmen über die Geschäftsausgaben in Abzug gebracht, d. h. das steuerpflichtige Eintommen verringert sich; ist es umgetegrt, jo findet eine entsprechende Hinzujehung statt. Nägeres i ersichtlich aus den Ausführungen in Nr. 17 dieser Zeit ung vom 1. September ds. Js. Seite 264. Einreichung der Lohnsteuerüberweisungsblätter. Die wirtschaftlichen Spitzenverbände haben Verhandlungen mit dem Reichsfinanzministerium eingeleitet, um eine Verein jachung des jetzigen recht umjtändlichen und kostspieligen Ver jahrens der Einreichung der Lohnsteuerüberweisungsblätter zu erreichen. Es ist zu hoffen, daß vom Jahre 1927 ab eine wesentliche Vereinfachung der dem Arbeitgeber auferlegten Schreibarbeit erfolgen wird. Verkauf von Waren aus dem Schaufenster. Im Anschluß an ein vielfach falsch aufgefaßtes Gutachten der Industries und Handelstammer Berlin weist die Zentrale zur Betampjung unlauteren Wettbewerbs darauf hin, daß die höchstgerichtliche Rechtsprechung ebenso wie sämtliche Kommen tatoren des Wettbewerbsgesetzes den Standpunkt vertreten, daß der Kaujmann verpflichtet ist, mit Preisen ausgezeichnete Waren aus dem Schaufenster zu verkaufen, sofern diese in gleicher Güte und zu gleichen Preisen im Geschäftslotal nicht mehr vorhanden jind. Bereits aus dem Schaufenster verkaufte Ware ist als„, vertauft" zu bezeichnen. Die sofortige Herausnahme der Ware aus dem Schaufenster ist nur in den Fällen nicht notwendig, wo die Schaufensterdekoration hierunter wesentlich leiden sollte. Leuchten müssen wir! An einem wunderschönen Sommerabend machten drei Kna ben einen Spaziergang. Jm Dahinschreiten unterhielten sie sich von ihren Zielen, Lieblingsgedanken und Plänen. Der erste wollte einmal ein General werden, dem zweiten dünfte der Be ruf eines Baumeisters als der schönste. Als nun der dritte an die Reihe kam, blieb er stehen und schaute zum Himmel hinauf, wo die Sterne wie Edelsteine funfelten, einer immer heller als der andere. Dann deutete er auf einen ganz besonders prächtig strahlenden und sagte:„ Ich möchte gern ein so hell leuchtendes Sternlein sein!" Das war gewiß ein schöner Wunsch, wie ein Stern am dunt len Himmelszelt zu leuchten in einer Welt, in der die Sünde alles verfinstert hat. Ein Sprichwort sagt ganz richtig: Im Dunkeln stößt man leicht an. Darum ist es nötig, ein Licht zu haben, das die Finsternis erhellt. Kürzlich erzählte eine Schwester in einer Kinderversamm lung, wie sie dies auch einmal erfahren hat: In einer rabenschwar zen Nacht hatte sie einen weiten Weg zu gehen. Eine Laterne war nicht zur Hand, und so machte sie sich denn ohne Licht auf den Weg. Sie fam auch richtig bis zum Kreuzweg. Doch da wußte sie nicht, wohin sie ihre Schritte lenken sollte. Welcher Weg war der rechte? In ihrer Not betete sie nun zum Heiland und wartete auf Antwort. Da wurde es einen Augenblid ganz hell um sie her vom Schein einer Rakete, die jenseits des Wal erhielten die Aufforderung sich sofort zu ihren Sammelplägen| Statthalter entrann mit fnapper Not. Alle Geschüße, der ganze zu begeben. Schießbedarf und auch der Rüstwagen des Henkers fielen in die Hände der Sieger. Bon allen Seiten strömten die Bauern in wohlgeordneten Kampfharsten herbei, sogar aus dem Hausrückviertel, jenseits der Donau. Sie bemächtigten sich in raschem Anlauf der Schlösser Neuhaus, Schaumburg, Weidenholz und Dachsberg, rüsteten sich mit den dort lagernden Waffen aus und verjagten die 60 Mann starke Besatzung von Asch. Ein anderer Bauernhaufe rüdte von St. Agatha gegen Preuerbach vor, besetzte Stadt und Schloß und zwang die Besatzung, mit ihm gemeinsam dem Statt halter entgegenzuziehen. Somit hatte die allgemeine ,, Rebellion" begonnen und der Bauernfrieg einen glüdverheißenden Anfang genommen. Herbersdorf hatte auf die Nachricht von der Erhebung der Bauern zusammengerafft, was ihm zunächst an erreichbaren Streitkräften zur Verfügung stand, und zog von Linz aus mit 1000 Fußknechten und 100 Kroaten nebst Geschütz gegen Preuerbach. Auch diesmal hatte er fürsorglicherweise gleich den Henker mitgenommen. Doch es sollte ganz anders kommen, als er es sich ausgedacht hatte. Ungehindert und sorglos waren die Bayern vorgerüdt. Die Kroaten hatten den Aufklärungsdienst anscheinend leichtfertig gehandhabt. Nirgends hatte man bisher eine Spur der Aufständischen angetroffen. Die Mittagsrast war ohne Störung verlaufen. Getrosten Muts marschierte man weiter. Da auf einmal ward ein fleiner Bauerntrupp sichtbar, der jedoch vor dem überlegenen Gegner zögernd zurüdwich und sich nicht fassen ließ. Die Bayern folgten ihm auf dem Fuß und befanden sich schließ lich in völlig unübersichtlichem Gelände, in einer Talmulde. Herbersdorf steckte in der Falle. Auf einmal krachten Schüsse in der plötzlich über die Unvorsichtigen herfiel. Die Soldaten gerieten rechten Flanke. Zeller war's der mit seinem Gewalthaufen ursogleich in entsetzliche Verwirrung. Die Geschütze konnten nicht in den Kampf eingreifen, denn die Vorspannbauern hatten wie auf Verabredung ihre Pferde abgesträngt und sich davon gemacht. Die Reiterei lonnte sich in dem engen Gelände nicht entwickeln. Die Fußsoldaten wurden auseinandergesprengt und einzeln nieder, gehauen. Und nun hub ein erbittertes Raufen an, um den Herrgott, um Haus und Hof, um Weib und Kind, um's Dirndl, kein Fechten, sondern ein erbarmungsloses Morden. Binnen furzer Zeit hatten die Bauern 600 bis 700 Soldaten totgeschlagen. Der friegsmäßiger Weise. Fadinger, der bei dem Gefecht selbst nicht Nach diesem Erfolg organisierte sich das Bauernheer in zugegen gewesen war, wurde zum Oberanführer für das Haus. rud- und Traunviertel erwählt und Zeller zum Kommandanten für das Mühl- und Machlandviertel. Jetzt griff der Aufstand auch auf das linke Donauufer hin über und breitete sich mit unheimlicher Schnelligkeit über das ganze Land aus. Zahlreiche feste Plätze, Klöster und Markt fleden, aber auch Städte wie Wels und Steyr wurden von den Bauern genommen, welche aber im allgemeinen den Besitz der weltlichen Grundherren schonten und sogar während des Aufstandes stellenweise noch die herkömmlichen Roboten und Abgaben leisteten. Herbersdorf war außer Stand, gegen die Aufständischen irgendwelche Vorteile zu erringen, obwohl Bewaffnung und Manneszucht des Bauernheeres mancherlei zu wünschen übrig ließen. Daher versuchte er es als geriebener Diplomat wiederum mit Berhandlungen. Die Bauern aber nahmen ihrerseits die Kom misfare, welche von Ferdinand und Maximilian geschickt worden waren, um die Ordnung wiederherzustellen, fest und hielten sie auf Schloß Stenr bis zur Rückkehr der unter Führung eines Dr. Haffner nach Wien zum Kaiser entsandten Bauerndeputation in Gewahrsam. Diese Deputation fehrte zurüd, ohne etwas zus Abstellung der vorgebrachten Beschwerden erreicht zu haben. Infolgedessen ließen sich die Bauern auf keine weiteren Unterhandlungen mehr ein und schickten sich an, die bisher noch unbezwungenen Städte Linz, Enns und Freistadt in ihre Gewalt zu bringen. Aber am Belagerungsfrieg sollte die Stoßkraft des Bollsheeres scheitern. Seit dem 24. Juni lagen die Scharen der Aufständischen unter Fadinger vor Linz. Herbersdorf versuchte sie wieder mit Unterhandlungen hinzuhalten. Da verlangten fie furzentschlossen von den oberösterreichischen Ständen seine Auslieferung und be gannen auch ihre adeligen Glaubensgenossen zu den Waffen zu rufen. Linz geriet durch die Einschließung und Beschießung in größte Unglüd, das fie treffen konnte: Fadinger wurde am 28. die bitterste Not. In dieser kritischen Zeit traf die Bauern das Juni durch die Kugel eines Musketiers, der von der Stadtmauet Sonnabenb, ben 15. Januar des abgefeuert wurde, und in de den richtigen Pfad, auf dem sie dann gelangte. Ohne diefes Leuchten wäre fie f gegangen oder hätte fich gar verirrt. In später Abendstunde steht ein 2 bogen ihres Baterhauses und leuchtet in die Finsternis. Auf der Straße no Regen anlämpfend ein Wanderer. – Stube beim fröhlichen G in der warmen Ms es dann aber draußen dunkel murd Heften der Bäume rauschte und der H heiben prasselte, zündete es fein Latern am dem Vater, der um diese Zeit nach S Heimweg zu erleuchten.- Nicht lange m Bater steigt die Stufen der Treppe emp fein liebes Töchterchen. Leuchten müssen wir! Der Heilan Worten: Ihr seid das Licht der Welt! heißt es so son: Jefus heißt uns leuchten mit hellem G Wie ein kleines Lämpchen, brennend Christen sollen leuchten in der dunklen Jedes an dem Pläkchen, wohin Gott e Es ist also unfere Aufgabe, was je als Wunsch äußerte. Für den Heiland z ist diese Aufgabe, die auch schon Kinder e all beim Spiel mit den Kameraden, in Geschwistern, habt ihr Gelegenheit, ein den anderen im Reden und Tun, daß ihnen fehlt; dann ladet sie ein und brin schule oder zum Kinderbund, daß auch sie d der sie heimführt in das ewige Baterho bedenken: Leuchten müssen wi ( Au Lotales. Sonntagsgedank „ Es werde“, sprach einst der Wel Riesenschwungrad begann sich zu schwi Rädchen liefen im Weltall mit. Seit läuft in rasender Gile die große Weltr mal hat sie gestockt. Und die Zeit war rafte unaufhaltsam weiter, wie die Erd Jahr um Jahr verging, es wurden J taufende. Wieder hat ein neues Jahr bego dem langen Film desselben eine fu Unaufhaltsam geht die Rolle weiter, Tage, Freud und Leid, Glüd und Sorg schein. Keine Menschenhand vermag sie mächtigere Schöpferhand ihr die ewige gab. Mancher steht noch träumend da Meer hinaus, von dem die Tage komme Er wartet und schaut.- Schaut nach d muß sehen, daß auch im neuen Jahre e so ernst herankommt und das gleiche bri indessen rast die Zeit weiter und der Blatt nach dem anderen. Wie im alten Glüd und Gorgen, Regen und Sonnens noch nicht ba waren, auch sie werder Warte nicht! Fang an dein Tag du von Anfang an von der gemessenen Aller Anfang ist schwer. Aber jeder hat sich schon um die Hälfte ve verminde Anfang dich entschlossen hast, Frisch ge auf ihn feuerte, so schwer verwundet, da starb. Nachdem der Aufstand seinen verloren hatte, wandte sich das Glüd. Ein Herr von Adel, Achaz Willinger wurde Fadingers Nachfolger. Er set nahm Freistadt, vermochte aber Linz n wohner und Besagung litten furchtba mangel, dem auch nicht gesteuert werd bayrischen Transportschiffe gelungen n Treffen, bei welchem Zeller den Tod fa men. Der Fall von Linz schien nur no zu sein, als Willinger den Befehl gab, fightslos abzubrechen. Was ihn zu diesem Schritt bewog feit und Disziplinlosigkeit der Bauern, Stürmen schwere Verluste erlitten hatte mer mehr aus der Hand geglitten ware Don Entfagtruppen und der Wechsel de norddeutschen Kriegsschauplah, durch we Hilfe von Seiten der Protestanten im Bor Enns war eine Bauernabteilung überraschend anrüdendem faiserlichem M stof Löbel und Weilhard von Auersper worden, wobei 2000 Bauern das Leben Ueberzeugt von der Hoffnungslosigkeit be te Willinger bie Bauern zum Frieden, lie wolltägigen Waffenstillstandes verleiter Densverhandlungen von neuem wieder au Jm Reich hatte der Krieg eine für d ftige Wendung genommen. Tilly hatte de Dänemark bei Lutter am Barenberg auf Wallenstein dem Grafen Mansfeld den reichischen Landen verlegt. Somit war wärtige Unterstützung hinfällig geworden fort von der Diplomatie der Wiener Ho Raiser forderte von den Bauern beding Auslieferung der Führer. Diese Bei Det tat- und hoffnungslosen, unter sich u breilägiger Bedentzeit angenommen. Ser fich aber an dieses Abkommen m Maximilian von Bayern, der durch dasselb St. L. Da das Geschäftsjahr der meisten Ge Dere der nicht wie Volltaufleute buch derjahr zusammenfällt, gilt es nun am die Grundlagen zur Ermittlung des sbesondere gilt dies hinsichtlich des ögens am Ende des Jahres, welcher gsvermögen für das nächste Jahr gilt. ng späterer steuerlicher Benachteilig andwerker die Bestandteile seines Ge e Inventur per 31, 12, 1926 aufstellen. Gerätschaften gilt dies insbesondere vorhandenen Rohstoffen und Fertig enständen und den Schulden. Ist der ogens am Ende des Jahres geringer ird der Unterschieb am Ueberschuß der Die Geschäftsausgaben in Abzug ge chtige Eintommen verringert sich; ist e entsprechende Hinzulegung statt. Nä Ausführungen in Nr. 17 dieser Zeit Js. Geite 264. hnsteuerüberweijungsblätter. pitzenverbände haben Berhandlungen iterium eingeleitet, um eine Berein umständlichen und kostspieligen Ber er Lohnsteuerüberweisungsblätter ja n, daß vom Jahre 1927 ab eine P. der dem Arbeitgeber auferlegten en aus dem Schaufenster. vielfach falsch aufgefaßtes Gutachten Istammer Berlin weist die Zentrale n Wettbewerbs darauf hin, daß die ung ebenso wie sämtliche Kommen fezes den Standpunkt vertreten, daß st, mit Preisen ausgezeichnete Waren rkaufen, sofern diese in gleicher Güte Geschäftslokal nicht mehr vorhanden ufenster verkaufte Ware ist als„ perfortige Herausnahme der Ware aus den Fällen nicht notwendig, wo die nter wesentlich leiden sollte. müssen wir! Sommerabend machten drei kna Dahinschreiten unterhielten sie sich gedanken und-Plänen. Der erste verden, dem zweiten dünkte der Be Der schönste. Als nun der dritte an Sen und schaute zum Himmel hinauf, te funkelten, einer immer heller als auf einen ganz besonders prächtig möchte gern ein so hell leuchtendes er Wunsch, wie ein Stern am dunt in einer Welt, in der die Sünde Sprichwort sagt ganz richtig: Im . Darum ist es nötig, ein Licht zu hellt. Schwester in einer Kinderversamm erfahren hat: In einer rabenschwar eiten Weg zu gehen. Eine Laterne machte sie sich denn ohne Licht auf ichtig bis zum Kreuzweg. Doch da hre Schritte lenken sollte. Welcher rer Not betete sie nun zum Heiland Da wurde es einen Augenblid ganz I einer Rakete, die jenseits des Walpper Not. Alle Geschüße, der ganze üstwagen des Henkers fielen in die anisierte sich das Bauernheer in ger, der bei dem Gefecht selbst nicht zum Oberanführer für das Haus. lt und Zeller zum Kommandanten Boiertel. auch auf das linke Donauufer hin unheimlicher Schnelligkeit über das e feste Plätze, Klöster und Markt e Wels und Steyr wurden von den aber im allgemeinen den Besitz der nten und sogar während des Aufe herkömmlichen Roboten und Ab. Stand, gegen die Aufständischen irgen, obwohl Bewaffnung und Manancherlei zu wünschen übrig ließen. eriebener Diplomat wiederum mit aber nahmen ihrerseits die koms und Maximilian geschick worden derherzustellen, fest und hielten fie Rückkehr der unter Führung eines Taifer entsandten Bauernbeputation ation kehrte zurüd ohne etwas zus Beschwerden erreicht zu haben. Inuern auf keine weiteren Unterhand ten sich an, die bisher noch unde is und Freitadt in ihre Gewalt zu ungstries follte die Stoßkraft des die Scharen der Aufständigen unter sdorf versuchte sie wieder mit Un Da verlangten fie turzentschlossen tänden seine Auslieferung und be aubensgenossen zu den Waffen zu Einschließung und Beschießung in ritischen Zeit traf die Bauern das fonnte: Fadinger wurde am 28. usketiers, der von der Stadtmauer Sonnabend, den 15. Januar 1927. des abgefeuert wurde und in dem Augenblid erkannte fie den richtigen Pfad, auf dem sie dann wohlbehalten an ihr Ziel gelangte. Ohne dieses Leuchten wäre sie sicher den verkehrten Weg gegangen oder hätte sich gar verirrt. In später Abendstunde steht ein Mägdlein unter dem Tor bogen ihres Baterhauses und leuchtet mit einer Laterne hinaus in die Finsternis. Auf der Straße naht fich, gegen Sturm und Regen antämpfend ein Wanderer. Zuerst saß das Kind in der warmen Stube beim fröhlichen Spiel mit den Geschwistern. Als es dann aber draußen dunfel wurde, der Sturmwind in den Nesten der Bäume rauschte und der Regen gegen die Fensterscheiben prasselte, zündete es sein Laternchen an und ging hinaus, um dem Vater, der um diese Zeit nach Hause tommen mußte, den Heimweg zu erleuchten. Nicht lange mehr wird's sein, und der Bater steigt die Stufen der Treppe empor und begrüßt dankbar sein liebes Töchterchen. Leuchten müssen wir! Der Heiland hat's gejagt mit den Worten: Ihr seid das Licht der Welt! Und in dem Liedlein heißt es so schön: Jesus heißt uns leuchten mit hellem Schein Wie ein fleines Lämpchen, brennend flar und rein. Christen sollen leuchten in der dunklen Welt, Jedes an dem Plätzchen, wohin Gott es stellt. Es ist also unsere Aufgabe, was jener Knabe zu Anfang als Wunsch äußerte. Für den Heiland zu leuchten, wie herrlich ist diese Aufgabe, die auch schon Kinder erfüllen können! Ueberall, beim Spiel mit den Kameraden, in der Schule, unter den Geschwistern, habt ihr Gelegenheit, ein Licht zu sein. Zeigt ben anderen im Reben und Tun, daß ihr etwas habt, was ihnen fehlt; dann ladet sie ein und bringt sie mit zur Sonntag schule oder zum Kinderbund, daß auch sie dort den Heiland finden, der sie heimführt in das ewige Baterhaus! Darum laßt uns bebenken: Leuchten müssen wir! ( Aus„ Sonnenstrahlen".) Lokales. Sonntagsgedanken. ,, Es werde", sprach einst der Weltenschöpfer. Und das Riesenschwungrad begann sich zu schwingen, und Milliarden Rädchen liefen im Weltall mit. Seit jenem Weltenanfang läuft in rasender Eile die große Weltmaschine und nicht einmal hat sie geftodt. Und die Zeit wartete auf niemanden, fie rafte unaufhaltsam weiter, wie die Erde um die Sonne jagte. Jahr um Jahr verging, es wurden Jahrhunderte und Jahrtaufende. Wieder hat ein neues Jahr begonnen. Schon hat sich an dem langen Film desselben eine furze Spanne abgewickelt. Unaufhaltsam geht die Rolle weiter, bringt frohe und trübe Tage, Freud und Leid, Glück und Sorgen, Regen und Sonnen= schein. Keine Menschenhand vermag sie aufzuhalten, weil eine mächtigere Schöpferhand ihr die ewige Kraft der Bewegung gab. Mancher steht noch träumend da und schaut in das weite Meer hinaus, von dem die Tage fommen wie Welle um Welle. Er wartet und schaut. Schaut nach dem ersehnten Glüd und muß sehen, daß auch im neuen Jahre ein Tag wie der andere so ernst herantommt und das gleiche bringt wie im alten. Und indessen rast die Zeit weiter und der Film widelt sich ab, ein Blatt nach dem anderen. Wie im alten Jahre: Freud und Leid, Glück und Sorgen, Regen und Sonnenschein. Und wenn Stürme noch nicht da waren, auch sie werden tommen. ,, Gießener Zeitung" Im starken Beginnen liegt jene Kraft, die so vielen großen Werten und Taten den Erfolg und das glüdliche Ende gab. Waldfried. Warte nicht! Fang an dein Tagwert! Denn so verlierst du von Anfang an von der gemessenen Zeit des neuen Jahres. Aller Anfang ist schwer. Aber jeder Arbeit Last und Schwere hat sich schon um die Hälfte vermindert, wenn du zu frischem Anfang dich entschlossen hast. Frisch gewagt ist halb gewonnen. Das heimliche Glüd. Um Neujahr flatterten die Glückwünsche auf. Das ist so alte Gewohnheit. Und was sich jeder denkt unter Glüd, das ist tausendmal verschieden. Dann with nicht weiter vom Glüd gerebet. Aber ein Glüdsjehnen, das trägt so ungefähr jeder in der Brust. Oft ift's ein ganz heimliches Sehnen. Mit manchelei Seufzen und vielleicht mit viel Tränen. Doch es gibt auch ein stilles inneres Leuchten mit erfüllter Sehnsucht. Man braucht's nicht jedem zu sagen. Es ist dann eben ein heimliches Glüd. Das kann an sich eine bescheidene Sache sein. Andere, wenn sie davon wüßten, würden wohl lächeln. Aber der Träger und Pfleger seines himmlischen Glüdes, der weiß schließlich besser. Und er lächelt auch. Rein, im Sinne einer Heiterkeit der Seele. Ein hervorragender Kenner sagte von der Mona Lija des Lionardo, hier schaue man das„ Lächeln des inneren Glücks, die Anmut der Seele." Das ist eben heimliches Glüd. auf ihn feuerte, so schwer verwundet, daß er wenige Tage darauf starb. Nachdem der Aufstand seinen hervorragendsten Führer verloren hatte, wandte sich das Glüd. Ein Herr von Adel, Achaz Willinger von der Au zu Katering, wurde Fadingers Nachfolger. Er setzte die Belagerung fort, nahm Freistadt, vermochte aber Linz nicht zu bezwingen. Einwohner und Besagung litten furchtbar unter dem Proviantmangel, dem auch nicht gesteuert werden konnte, als es einem bayrischen Transportschiffe gelungen war, nach einem scharfen Treffen, bei welchem Zeller den Tod fand, in die Stadt zu fommen. Der Fall von Linz schien nur noch eine Frage furzer Zeit zu sein, als Willinger den Befehl gab, die Belagerung als aus fichtslos abzubrechen. Nicht wahr? Wir sind da mitten im Weben des Romantischen. Und sollte es etwas Verkehrtes, Unzeitgemäßes sein? Das wäre doch nur dann, wenn jemand darüber den wirk lichen Alltag vergäße. Wenn jemand, in ständige Tagträumerei eingesponnen, teinen Sinn und feine Lust mehr hätte, die Pflicht des Tages zu erfüllen. Aber so muß es doch nicht sein. Im Gegenteil. Jenes heimliche Glück der Seele kann trösten, stär ten, beflügeln. So daß man gerade auch an das Alltägliche mit neuer Schwungfraft herangeht. Das heimliche Glüd ist ja zumeist einem hellen, rüftigen Hoffen verwandt. Und wo Hoffnung ist, da ist wieder Leben und Schaffen. Go reimte es sich beispielsweise auch ein Goethe zusammen. Uns Deutschen stand das heimliche Glüd immer wohl an. Verstehen wir's recht! Be wahren wir's gut! Dann ist's eben teine bloße spielerische Phantasie, sondern eine stille und starke Wirklichkeit, die uns an ihrem Teile aufwärtsführt! Was ihn zu diesem Schritt bewog war einmal die Uneinnig feit und Disziplinlosigkeit der Bauern, die bei zwei abgewiesenen Stürmen schwere Verluste erlitten hatten und ihren Führern immer mehr aus der Hand geglitten waren, dann das Herannahen von Entsatztruppen und der Wechsel des Kriegsglüds auf dem norddeutschen Kriegsschauplatz, durch welchen jede Hoffnung auf Hilfe von Seiten der Protestanten im Reich vernichtet wurde. Bor Enns war eine Bauernabteilung unter Wolf Wurm von überraschend anrüdendem kaiserlichem Militär unter Hans Chris stof Löbel und Weithard von Auersperg auseinandergesprengt worden, wobei 2000 Bauern das Leben verloren haben sollen. Ueberzeugt von der Hoffnungslosigkeit des Unternehmens mahn te Willinger die Bauern zum Frieden, ließ sich zum Abschluß eines zwölftägigen Waffenstillstandes verleiten und nahm die Frie Densverhandlungen von neuem wieder auf. Jm Reich hatte der Krieg eine für die Protestanten ungünstige Wendung genommen. Tilly hatte den König Christian von Dänemark bei Lutter am Barenberg aufs Haupt geschlagen und Wallenstein dem Grafen Mansfeld den Weg nach den oesterreichischen Landen verlegt. Somit war jebe Aussicht auf aus wärtige Unterstügung hinfällig geworden. Diese Lage wurde so= fort von der Diplomatie der Wiener Hofburg ausgenügt. Der Raiser forderte von den Bauern bedingungslose Unterwerfung und Auslieferung der Führer. Diese Bedingungen wurden von der rat und hoffnungslosen, unter sich uneinigen Menge nach dreitägiger Bedentzeit angenommen. Bezirksspartasse Gießen. Am 30. D. Mts. fand unter dem Vorsitz des Direktors Zacheis die diesjährige ordentliche Mitgliederversammlung der hiesigen Bezirkssparkasse statt. Die Aufsichtsbehörde war durch Oberregierungsrat Dr. Heß vom Kreisamt Gießen vertreten. Anwesend waren neben dem jast vollzählig erschienenen Aufsichtsrat und dessen Vorsitzenden, Beigeordneten Dr. Seib, 62 Vertreter der Stadt Gießen und der Landgemeinden des Bezirkes, die letteren waren mit 48, die Stadt Gießen mit 39 Stimmen vertreten. Nach einigen Begrüßungsworten an die erschienenen Herren Vertreter, gedachte der Vorsitzende, Direk tor Zacheis, in ehrender Weise des im Sommer ds. Js. ver storbenen langjährigen Vertreters der Gemeinde Lollar, des Beigeordneten Karl Gerlach. An Stelle des Heimgegangenen hat der Gemeinderat Lollar den Beigeordneten Georg Seipp zum Vertreter bei der Sparkasse gewählt. Der Vorsitzende er= stattete sodann den Geschäftsbericht für das Jahr 1925, der ebenso wie die Rechnung für 1925 von der Versammlung ge nehmigt wurde. Wer sich aber an dieses Abkommen nicht fehrte, das war Maximilian von Bayern, der durch dasselbe sein Pfandrecht auf Der Reingewinn des Geschäftsjahres 1925 beträgt 33 737,65 R.-Mt. und wird auf Beschluß der Versammlung der Rücklage überwiesen, während der Vortrag aus 1924 mit 14 036,89 R.- Mt wiederum auf neue Rechnung vorgetragen wird. Aus dem Geschäftsbericht für 1925 seien folgende Angaben hervorgehoben: Nr. 3. Bevölkerung des Bezirkes nach der schlimmen Kriegs- und Inflationszeit haben sich also bei der hiesigen Sparkasse voll und ganz erfüllt. Während die Spareinlagen Ende 1924 1024 030 R.-M. betrugen, sind dieselben im Lauf des Jahres 1925 um 1 189 314 R.-Mt. gestiegen und ergeben Ende 1925 einen Bestand von 2 213 344 R.-Mt. Bemerkenswert ist hierbei, daß die Zunahme der Spareinlagen in den letzten Vorkriegsjahren 1912/13 ebenfalls etwa 1000 000,- M in einem Jahre betragen hat. Die Hoffnungen auf die Wiederhebung des Sparfinnes unter der Die Zahl der Sparbücher erfuhr eine Steigerung um2500 Stild. Neu errichtet wurden im Berichtsjahre 2976 Sparkonten, aufgelöst dagegen 476. Oberoesterreisch bedroht sah. Unter Bruch des Waffenstillstandes ließ er sein Kriegsvolt, geführt von dem Herzog von Holstein und dem Oberst Lindler, in das Land einrüden. Im Kontolorrent( Giro-) Verkehr betrug der Bestand Ende 1925 1436 Konten mit einem Giroeinlagenbestand von 888 290,52 Rt. Die Kontokorrentdebitorien betrugen 1 804 207,70 R- Mt., die Gesamtausleihungen( einschl. dieser Debitoren) 2 193 496 R.-M., die Guthaben bei Girozentralen und Banken 854 123 R.-M., die gesamten flüssigen( fofort greifbaren Mittel 932 000 R.-Mt. oder 33 Prozent der Gesamtverbindlichkeiten. Und nun begann der legte Kampf. Neue Führer traten an die Spitze des betrogenen, verzweifelten Landvolkes: Berndl, Brenninger und der sogenannte Student. Wie der von Hunden umstellte Eber wehrte sich der Bauer gegen die Söldner des Bayernfürsten und noch einmal schien sich das Geschid wenden zu wollen. Die Oberösterreicher schlugen den Holsteiner bet Neukirchen, Lindler bei Brinn und errangen Erfolge bei Wels und Gmunden. Auch im Mühlviertel brach der Sturm von neu em los. Eine starke Vermehrung der Arbeiten brachte der Spar kaffe die Berechnung der aufzuwertenden Spareinlagen, wie die Auswertung der Hypotheken und sonstigen Forderungen. Es wurden Ende 1925 rund 2200 früher eingetragen gewesene Hypotheken auf einem Goldmartwert von 4,7 Millionen Goldmark bei der Auswertungsstelle angemeldet, umzurechnen waren 1925 und 1926 über 38 000 Stüd alte Spareinlagenkonten zweds Aufwertung. Aber Magimilian betam infolge der auswärtigen Kriegsverhältnisse nun gänzlich freie Hand in der oberösterreichischen Angelegenheit. Durch die Kriegsnot im Reich und in Ungarn bebrängt, forderte ihn der Kaiser zu gemeinsamen Vorgehen auf und erhielt von ihm einen hervorragenden Feldherrn in Ba penheim, dem Stiefsohn Herbersdorfs. Auch die Bezirkssparkasse Gießen hat sich nach der fürzlich erschienenen Bekanntmachung entschlossen, an notleitende und über 65 Jahre alte frühere Sparer schon jetzt im Rahmen der verfügbaren Mittel Auswertungsbeträge alter Spareinlagen, also vor dem 1. Januar 1932, auszuzahlen.- Einstimmige Genehmigung fand ferner durch die Ver jammlung der vorgelegte Voranschlag über die Berwaltungs tosten für 1927, welcher abschließt in Einnahme mit: 331 500 R. Mt., in Ausgabe mit 326 000 R. Mt. und mit einem Ueberschuß von 5 500 R.-Mt. Die für die fatzungsgemäß ausscheidenden unständigen Vorstandsmitglieder, Kaufmann August Noll in Gießen und Bürgermeister Philipp Jung in Klein- Linden, erforderliche Ergänzungswahl zum Vorstand der Sparkasse er gab einstimmige Wiederwahl der genannten seitherigen Vorstandsmitglieder. Auf ebenfalls einstimmigen Beschluß der Versammlung wurde den seitherigen Gehilfen Helmchen, Bhi lippi und Wolf die Anstellung als Beamte( Sekretäre) der Bezirkssparkasse verliehen. Während von Böhmen aus der kaiserliche Oberst Breuner in's Land gefallen war und die Bauern gezwungen hatte, von Freistadt, Steyr und Wels zu weichen, war von Bayern her Pap penheim mit bayrischen Truppen eingerüdt und hatte sich mit dem Holsteiner und den im Lande stehenden faiserlichen und bayrischen Truppen vereinigt. Er besiegte die Bauern in einem blutigen Treffen im Emlinger Holz bei Efferding und erschlug ste zu Tausenden. Dann ereilte er die Gehegten im Baurhölzl bei Gmunden und brachte ihnen eine neue Niederlage bei. Dort ist den gefallenen Helden im Jahre 1883 ein einfacher Denkstein er richtet worden, von dem jedoch die Inschrift, weil sie an die Ur fache ihres Opfertodes erinnerte, auf Befehl der damaligen K.K. Regierung entfernt werden mußte. Noch wehrten sich die Wadern mit ihrer letzten Kraft im Buchschacherhölzl bei Böcklabruck und bei Wolfsed. Hier sand der Student seinen Tod. Bei Schöndorf tam es noch einmal zu einem Zusammenstoß. Am 23. November räumten sie auch die Schaumburg und zogen ihre Wachen von der Donau zurüd. - Mit der Kraft der Bauern war es zu Ende, Ueberall liefen fie auseinander. Der Krieg war aus, doch furchtbar war das Rachegericht, welches nun über das arme Volt hereinbrach. Das Land wurde mit 12 000 Mann Besagung belegt, die bis zum Frühjahre in ihren Quartieren auf das entseglichste hausten, woNach Erledigung der Tagesordnung sprach der Regierungsvertreter, Herr Oberregierungsrat Dr. Heß, der Leitung, sowie den Beamten und Angestellten der Sparkasse in anerkennenden Worten den Dank der Aufsichtsbehörde und der Versammlung aus, worauf der Vorsitzende mit Worten des Dantes und hoffnungsvollen Ausblides auf die stetige gesunde Weiterentwid lung der Sparkasse die Versammlung schloß. * Aufgehobene Straßensperrung. Der Verbindungsweg zwischen Weser und Schillerstraße ist wieder dem Verkehr frei gegeben, da die Bauarbeiten beendet sind. * Berbilligung der Telephongebühren? Dem Verwal tungsrat der Deutschen Reichspost ist der Entwurf zu einer neuen Fernsprechordnung zugegangen. Da unter der Wirkung des jetzigen Tarifs die Wenigsprecher, namentlich fast alle neu hinzutretenden Teilnehmer, die Selbstkosten der Post nicht auf bringen, sollen wieder Grundgebühren eingeführt, gleichzeitig aber dieOrtsgesprächsgebühren ermäßigt werden; die Bezahlung einer bestimmten Zahl von Pflichtgesprächen wird nicht mehr beansprucht. Der Zusammentritt des Arbeitsausschusses wird sofort nach der neuen Kabinettsbildung erfolgen. * Waffenbesiger! Die im Jahr 1926 ausgestellten Waffen. scheine haben mit dem Ablauf des 31. Dezember ihre Gültigkeit verloren. Neuanträge für das Jahr 1927 find auf den zustän digen Polizei- Revieren zu stellen. * Der Hessische Verkehrs- Verband gibt im Juftrag des Ministeriums des Innern ein Adressbuch der hessischen Kraftwagenbesitzer heraus, in welchem ein genaues Nummer- und Namensverzeichnis, nach Kreisen geordnet, sowie ein Verzeich nis der Tankstellen, Reparaturwerkstätten, Garagen und der bei sich die Truppen des Holsteiners in schmählichster Weise aus zeichneten. Wer sich einen Begriff von diesen Scheußlichkeiten machen will, der lese es in dem erwähnten Buch der katholischen Schriftstellerin Handel- Mazzetti nach. Der Kaiser aber nügte den Sieg seines Berbündeten in ber niederträchtigsten Weise aus. Ehe das Jahr noch zu Ende ge gangen war, faßen schon 100 Bauernführer im Wasserturm DON Linz gefangen, von denen 37, darunter Achaz Willinger und Vischer von Ed, grausam hingerichtet wurden, während man die übrigen zu Zwangsarbeiten im Wiener Stadtgraben vez schidte. Fadingers und Zellers Familien wurden auf ewige 3eiten des Landes verwiesen. Die Leichname der beiden Helden wurden auf Herbersdorfs Befehl durch den Henfer aus ihrem Grab bei Efferding gerissen und im Seebacher Moos verscharrt. Auf dieser neuen Grabstätte wurde ein Galgen errichtet. Fa dingers Hof und Zellers Gasthaus wurden dem Erdboden gleichgemacht. Kirchhofsruhe herrschte in dem blutgebüngten, ausgebrannten Land. Nachdem es auf solche Weise befriedet war, erließ der Kaiser im Juni 1627 einen Generalpardon, der aber feine Gül tigkeit für die Rädelsführer hatte. Zudem mußte die ausge sogene Bauernschaft für alle Kriegsschäden aufkommen. Mit voller Stärke sette die Gegenreformation von neuem ein. Die Bauern wanderten in Massen nach dem Reich ab, nachdem sie ihre Güter zu Spottpreisen an fatholisch gewordene Edelleute hatten verkaufen müssen. In ihre Stelle rüdten katholische Schwaben und Bayern. Die Unterdrüdung ward ärger als je zuvor und stieg ins unglaubliche, nachdem 1632 ein zweiter Bauernaufstand unter Jakob Greimb! blutig unterbrüdt worden war. Rom und Haus Habsburg triumphierten. Die Leuchte des Evangeliums in den oesterreichischen Landen war verlöscht, das Deutschtum in der Ostmart auf's schwerste geschädigt und der Bauer beinahe rechtlos geworden. Die Verfolgungen um des Glaubens willen dauerten ununterbrochen fort, bis ihnen viele Jahre später Josef II. ein Ende machte. Karl Gerlach. Durch ein Versehen wurde der Name des Verfassers in der Notiz der Schriftleitung der vorlegten Nummet falsch angege ben. Schreiber des geschichtlichen Aufsages ist Pfarrer i. R. A. Gerlach in Bob Münster( nicht Berlach). Der Berlag. Sonnabend, den 15. Jamuar 1927. Verkehrsbestimmungen enthalten find. Der Vorzugspreis von Die 4,50 M gilt bis zum 15. Februar, von da an 6,-M. Hauptversammlung des Heff. Verkehrs- Verbands findet am 20. Januar, vormittags 10 Uhr, im Kafino Gutenberg in Mainz statt, wobei nach der Berichterstattung hoch interessante Vorträge von Herrn Regierungstat Dr. Krebs, Ministerium des Innern, über: ,, Wege fünftiger Verkehrsentwidlung" und von Herrn Reichsbahnoberrat Schmidt, Reichsbahndirettion Mainz, über:„ Die wirtschaftliche Bedeutung des Personenvertehrs im Reichsbahndirektionsbezirk Mainz", sowie ein Bericht Des 2. Vorsitzenden, Herrn Regierungsrat Dr. Roesener, über:„ Den Stand der wichtigen Verkehrsverbesserungspläne in Heffen" gehalten werden. * Rohlings! In der Nacht zum 10. Januar 1927 wurde burch bis jetzt noch unbekannte Täter die Erferscheibe der Drogerie Haus Hindenburg im Seltersweg eingeschlagen, bezw. eingetreten. Personen, welche über diesen Borgang Wahrnehmungen gemacht haben, werden hiermit ersucht, die Kriminalpolizei Nachricht zukommen zu lassen. Am 5. Januar 1927, abends gegen 6 Uhr, wurden auf der Landstraße Gießen- Krofdorf Bassanten von Rabfahrern in der gröbsten Weise belästigt. Die Täter wurden ermittelt und zur Anzeige gebracht. Zur Unterschlagung beim Konjum- Berein. Der Kaufmannslehrling Heinrich Schuch hardt, welcher zum Nachteil des Gießener Konfum- Bereins 3050 R- Mt. unterschlagen hat und am 4. 1. 27 von hier flüchtig ging, wurde in Wesel festgenommen. Geld hatte er nicht mehr im Befih. Eine weitere Berjon, welche zweifellos den jungen Menschen verführt und ihm offenbar das Geld abgenommen hat, wurde einige Stunden später ebenfalls in Wesel a. Rh. festgenommen und ein Teilbetrag des Geldes sichergestellt. * Saison- und Inventurausverkäufe. Nach der Bekanntmachung des Hessischen Kreisamts Gießen vom 8. Juni 1925 ( Amtso. Blatt 50 p. 23. 6. 1925) dürfen Saison- und Inventurausverfäufe nur in der Zeit vom 2. Januar bis 31. Januar und vom 1. Juli bis 31. Juli jeden Jahres, jedoch nur für die Dauer von je 14 Tagen, abgehalten werden. Ausverkäufe, die außerhalb dieser Zeit stattfinden sollen, find unter genauer Angabe des Grundes unter Einreichung eines Verzeichnisses der auszuverlaufenden Waren sieben Tage vor der Ankündigung bei der Handelskammer Gießen anzuzeigen. Im Zuwiderhandlungsfalle müssen Strafanzeigen erhoben werden. * 60jähriges Jubiläum der Unteroffizierschule BiebrichWeglar. Die Vereinigung der Angehörigen ehem. Unteroffizierschulen und Unteroffiziervorschulen Ortsgruppe Wetzlar hat beschlossen, am 4., 5. und 6. Juni 1927( Pfingsten) das 60jährige Jubiläum der Unteroffizierschule Biebrich- Wetzlar, verbunden mit Bundestag, festlich zu begehen. Alle ehem. Angehörigen der Unteroffizierschulen und Vorschulen des Deutschen Reichs, besonders aber die ehem. Angehörigen der Unteroffizierschule Biebrich Wetzlar, Offiziere, Unteroffiziere, Füfiliere, Beamte und Lehrer werden hierdurch zu der Feier herzlich eingeladen. Anmeldungen sind baldigst, spätestens aber bis zum 1. März 1927 an den Vorsitzenden der Ortsgruppe Wetzlar, Kamerad KellerWezlar, Bahnhofstraße 23, zu richten, der auch gerne weitere Auskunft über die Feier erteilt. Aus Nah und Fern. Gießen. Auf der Landstraße zwischen Gießen und Hausen ist das Personenauto des Maschinengroßhändlers Wilhelm Gotthardt aus Dettenhausen( Kr. Limburg) bis auf die Eisenteile verbrannt. Das Unglüd erfolgte durch Heißlaufen des Motors, so daß der direkt über dem Motor liegende Benzintank explodierte. Der Chauffeur und ein Mitfahrer konnten sich nur mit großer Mühe aus dem brennenden Wagen in Sicherheit bringen. Hausfrauen verwendet für Haus- und Küchenbrand die hochwertigen 11 Gießener Zeitung" Klein- Linden. Nachdem die Maul- und Klauenfeuche in Klein- Linden nicht weiter um sich gegriffen hat, werden die beiden verseucht gewesenen Gehöfte zum Sperrbezirk erklärt. Der übrige Teil der Gemeinde Klein- Linden wird zum Beobachtungsgebiet erklärt. Die Gemartung Allendorf a. d. Lahn wird aus dem Beobachtungsgebiet ausgeschieden. Großen- Linden. Nachdem die Maul- und Klauenfeuche nicht weiter um sich gegriffen hat, wird das Gehöft des Landwirts Schmidt zu Großen- Linden, Alte Heerstraße, zum Spertbezirk und der übrige Teil der Gemeinde Großen- Linden zum Beobachtungsgebiet erklärt. Die Gemartung Leihgestern wird aus dem Beobachtungsgebiet ausgeschieden. Staufenberg. Hier ist die Maul- und Klauenfeuche erloschen. Die Gemartung Staufenberg wird aus dem Spertgebiet ausgeschieden und mit Rüdficht auf das Herrschen der Maul- und Klauenjeuche in Lollar zum Beobachtungsgebiet erklärt. Die Gemarfung Mainzlar wird aus dem Beobachtungsgebiet ausgeschieden. Schwere Auto- Unglüdsfälle. Höchst a. M. Bei Otriftel ist das Auto der Linie Otriftel- Hofheim im Taunus einem Brande zum Opfer gefallen. Der Chauffeur führte Reparaturarbeiten aus. Dabei geriet das Benzin in Brand. Der Wagen wurde vollständig vernichtet. Der Chauffeur wurde mit schweren Brandwunden im Höchster Krankenhaus eingeliefert. Die Hef fische Kraft- Verkehrsgesellschaft hat sofort ein neues Auto in den Dienst gestellt, damit der Verkehr nicht unterbrochen werde. Limburg. Auf der oberen Diezer Straße wollte ein OpelDreisitzer, in dem sich neben dem Chauffeur ein Bater mit jeinen beiden Kindern im Alter von 3% und 1% Jahren be jand, ein Fuhrwert überholen und geriet dabei ins Schleudern, jo daß es in höchster Fahrt gegen einen Baum geschleudert wurde. Der Wagen wurde vollständig zertrümmert. Der Chauffeur erlitt einen Schädelbruch und schwere Brustver Nr. 3. und 24, Poſtſchedfonto Frankfurt a. M. Nr. 25035" aufzugeben. Wenn die Mittel zusammenkommen, soll das Denkmal im Sommer 1927 enthüllt werden. Nähere Auskunft erteilt auf Anfrage der Vorsitzende des Denkmalausschusses Oberst a. D. Frhr. von Westerweller, Darmstadt, Riedeselstraße 14. Bücherbesprechung. Das Heimatbuch. Die Herren Glenz und Lutz haben es unternommen, für die heffischen Gemeinden ein Heimatbuch" zu entwerfen, das in drei Teilen erscheinen soll und im ersten Teil nunmehr vorliegt. Der erste Teil handelt von Heimt und Geschichte. Das Buch bezwedt, alles Bemerkenswerte auf diesen Gebieten für jede Gemeinde festzuhalten. Die Eintragungen in das Werk sollen durch die Lehrer erfolgen. Es stellt eine Art Ortschronik dar; worauf sich die einzelnen Eintragungen beziehen, ergibt das nachstehend abgedruckte Inhaltsverzeichnis: Vorspruch, Vorwort, Geleitwort, Geleitspruch, Berzeichnis der Bearbeiter: A) Unser Heimat in der Vorgeschichte, B) Unser Heimatort in der Welt geschichte, C) Unser Heimatort und seine Geschichte: 1. Unsere Ortsgeschichte, 2. Unsere Bürgermeister( Gedenkblatt), 3. Fortlaufende Eintragungen aus dem Gemeindeleben, D) Unsere Heimatkirche und ihre Geschichte: 1. Unsere Kirche, 2. Unser Friedhof, 3. Unsere Pfarrer( Gedenkblatt), 4. Fortlaufende Eintragungen aus dem kirchlichen Leben, E) Unfere Heimatschule und ihre Geschichte: 1. Unsere Schulen, 2. Unsere Lehrer( Ge denkblatt), 3. Fortlaufende Eintragungen aus dem Schulleben, 4. Festtage unserer Schule: a) Unsere Weihnachtsfeiern, b) Unsere Entlassungsfeiern, c) Unsere Jugendtage, d) Unsere Schulausflüge, e) Sonstige Festtage der Schule, Nachspruch und Literaturverzeichnis. Aufforderung zur Einlieferung 40. Jahrg. Gi Erscheint: Gam Bezugspreis 40 Pfg. monat Kebattionsschluß früh 8 Uhr.- Für Jendung nicht verlangter Manuftrip Wochenrud China, das Riefenreich, erle Kämpfe der verschiedensten G Eines Sinnes scheinen aber dies besonders die Engländer zu sein. in den großen Küstenstädten Spinnereien, eingerichtet und be in schamloser Weise aus. Täglich den und mehr, Schlafen im Arb hängigkeit vom Unternehmer, ga die Kennzeichen des englischen, d tapitals. Soll man sich da wun daß die Chinesen einmütig erbos bringlinge, daß sie die Missionare das auf der einen Seite die Gr tums verbreitet, auf der ander Braris mit Füßen tritt? Englan prefären Lage. Nicht weniger al in die chinesischen Gewässer von ih tere Geschwader befinden sich auf zu ernsten friegerischen Konfli selbstverständlich die Lage sämtlic gefahrdrohend, da die weiße R Bolt dann leicht als eins betrad nach der Nationalität zu fragen amerika wird die Lage immer will ganz Nicaragua besetzen, Me Der Präsident Diaz, der die Ar sie nun anscheinend gern wieder ihn zur Ohnmacht verdammen, Gegenpartei unter General Sac schläge. Amerika möge vorsichti Einigung sich der Zorn Nicarag dringling wenden würde. Dabe nen Lande wegen des Vorgehe fämpfende Lager bekommen. Frankreich brachten eine kleine letzungen, das 3% jährige Kind ebenfalls einen schweren Schäder Steuerkarten und Steuermarkenblätter delbruch, den es toum überstehen wird. Der Vater und das jüngere Kind famen mit leichteren Verlegungen davon. Das Hessische Dragoner- Denkmal. An alle ehemaligen Dragoner, ob rot, ob weiß, ergeht der Ruf, den gefallenen Kameraden und den lieben alten Regimentern ein würdiges Denkmal zu setzen. Von Seiten der Stadt Darmstadt ist uns entgegenkommenderweise ein schöner Platz in der Anlage an der Waldstraße, zwischen Landgraf- Philipp- und Hindenburgstraße, für unser Denkmal zur Verfügung gestellt worden. Aus unierfräntischem Muschelfalt hergestellt, wird das Ganze durch die schönen Verhältnisse und durch die GrößenAbmessungen einen imposanten Anblid gewähren und so in würdiger Weise unsere Gefallenen ehren. Das Denkmal ist entworfen von Dr. Jng. Blaß, Leutnant d. R. a. D. des LeibDragoner- Regiments 24. Es besteht aus einem Mittelstüd, gewissermaßen einen Altar darstellend, das auf seiner Vorderseite die Hauptinschrift trägt: „ Den Gefallenen des Großh.-Seff. Garde- DragonerRegiments Nr. 23 und des Großh. Hess. Leib- DragonerRegiments Nr. 24 1914-1918", flankiert von zwei Säulen, geschmüdt mit je einer Reiterfigur, den beiden Regimentern gewidmet. Der Sodel des Denkmals ist 10 Meter lang, die Säulen ohne die Reiterfiguren ca. 5,80 Meter hoch. Auf der Rückseite werden die von den Regimentern aufgestellten Formationen sowie die Gefechte, an denen die Regimenter teilgenommen haben, aufgeführt. Alle Kameraden, die den beiden Regimentern und den von diesen aufgestellten Formationen angehört haben, werden gebeten, ihre Anschrift dem Vorsitzenden des unterzeichneten Denkmalausschusses mitzuteilen oder Geldspenden für das Denkmal auf Postscheckonto: ,, Denkmalfonds der ehemaligen Dragoner- Regimenter Nr. 23 --Bruchbeilungvon Aerztekommissionen bestätigt, ohne Operation, ohne Berufsstörung Ruhr- Eiformbriketts baß selbst Aerzte sich und ihre Familien von uns bewell wesentliche Ersparnis gegenüber sonstigen Brennstoffen. In größeren Kohlenhandlungen erhältlich. Besondere Vorzüge: Offene Bauart, leichtesten Anschlag, geräuschlosen Wagenrücklauf, zwangsweise Grossbuchstabensperre KAPFEL Kappe GEN. Schreibmaschine Maschinenfabrik Kappel Akt: Ges. Chemnitz- Kappel Maschinenfabrik Kappel, A.-G. Chemnitz- Kappel Zur Hochzeit, Gegründet 1860 allen Festen und Gelegenheiten fertigt Reden, Gedichte, Prologe, Tafellieder usw. schnellstens an Heim- Verlag, Radolfzell a. Bodensee. handeln lassen. Oeffentliche Danksagungen dortiger Gegend: Dem Hermes", Aerztlichem Institut für orthopädische Bruch behandlung Hamburg, bestätige ich, daß mein Bruchleiden durch Jhre Methode vollständig geheilt ist. Jedem Bruchleidenden fann ich die Heilmethode empfehlen. Fr. Diebel, Landw., Woken, für 1926. Die Arbeitnehmer, für die im Kalenderjahr 1926 Steuermarken verwendet worden sind, werden hiermit aufgefordert, innerhalb des Monats Januar 1927 ihre Steuerfarten mit den im Kalenderjahr 1926 mit Steuermarken verklebten Markenblättern an das zuständige Finanzamt einzuliefern. Zuständig ist das Finanzamt, in dessen Bezirk der Arbeitnehmer am 31. Dezember 1926 einen Wohnsitz oder in Ermangelung eines inländischen Wohnsitzes seinen gewöhnlichen Aufenthalt hatte. Zur Vermeidung von Zeitverlust tann aber auch die Einlieferung betriebsweise durch die Arbeitgeber erfolgen. Die Arbeitgeber auch soweit sie den Steuerabzug vom Arbeitslohn im Ueberweisungsverfahren durchführen find verpflichtet, die Aufforderung zur Einliefung der Steuerkarten und Markenblätter für 1926 in den Arbeits- und Geschäftsräumen durch Anschlag öffentlich bekanntzugeben. Es ist unerläßlich, daß jedes einzelne Steuerblatt in allen seinen Teilen ordnungsmäßig ausgefüllt ist, insbesondere muß sein Kopfvordrud mit der Kopfinschrift der Steuerkarte genau übereinstimmen. Die Eintragungen in den Spalten„ Gesamt verdienst“ und„ Einbehaltener Steuerbetrag" sind aufzuaddieren. Bei Einlieferung der Steuerkarte und der Martenblätter für 1926 ist zugleich die Nummer der Steuerfarte für 1927 und die Behörde, die diese Steuerkarte ausgestellt hat, sowie die Wohnung des Arbeitnehmers am 31. Dezember 1926 anzugeben. Die Versäumnis der Einlieferungspflicht ist mit den im § 377 AD. vorgesehenen Strafen bedroht; außerdem fann die Einlieferung durch die im§ 202 AD. vorgesehene Strafe et zwungen werden. Gießen, den 7. Januar 1927. Die Finanzämter Gießen, Buzzbach, Grünberg, Hungen. Pallabona- Puder reinigt u. entfettet das Haar auf trockenem Wege, macht schöne Frisur, besond. Bubikopf geeignet für Bei Tanz u.Sport unentbehrlich Zu haben in Dosen von M.I.- an in Friseurgeschäften, Parfümerien, Drogerien u. ApoNachahmung weise zurück! theken. Zum Vertrieb von Solinger 27. 7. 26. Ich kann zu jeder Zeit das Zeugnis beglaubigen, daß Stahlwaren ich durch diese Behandlung vollständig geheilt bin. R. Stüb, Breimfofen, 25. 7. 26. Bestätige, daß mein Bruchleiden durch Ihre Methode seit 5 Jahren vollständig geheilt ist. Fenis, Konstanz, Juli 26. Ich kann hiermit bestätigen, daß ich von meinem rechtsseitigen Leistenbruch gänzlich geheilt bin. Kann jedermann diese Behandlung aufs Beste empfehlen. Armer, Bajjau, 8. 10. 1926. Ueber 100 amtlich beglaubigte Zeugnisse Geheilter liegen vor. Sprechstunde unseres approbierten, speziell ausgebildeten Bers trauensarztes in: Buzbach, Hotel Deutsches Haus", Donners tag, 20. Januar, nachmittags 3-7% Uhr; in: Gießen, Bahnhofshotel Lenz, Freitag, 21, Januar, vormittags 9-1, nachmittags 2-7% Uhr. 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Im Deutschen Reich ist Regierungsbildung migglüft. D Erfolg. Nun versucht es Dr. Ma trums, ob mit besserem Erfolg, fichtlich. Vielleicht glüdt es i arbeit rasch genug beendet ist, ein deutsches Rabinett auf die Reichsbund für Kriegsgräberfi wollender Unterstützung des Re Sonntag Reminiscere, als G gelegt. Hoffentlich versteht sic diesen Tag entsprechend zu schi Heiligkeit, nicht daß mittags die denffeiern stattfinden, währen paute schlägt. Schon die Kreis Beziehung viel tun!- In neuem zwei französische Sold zurückkehrende Familie und s helm ein junges Mädchen ni vorher einen jungen Mann Dunkelheit erleichterte ihre es, die beiden Täter festzuneh Forderung:„ Weg mit der Be Mare legt die Reg Sindenburg Sieben Wochen dauert nun be Berlin, und noch ist der erlösend mist gefunden. Aber einen Schri nerstag doch gekommen. Der e Matz hat dem Reichspräsidenten bildung zurüdgegeben. Zweifellos auf die Forijegung seiner vergebl worden durch den Beschluß der De am Mittwoch Abend gefaßt hat: „ Die Reichstagsfraktion der die Berichte der Abgeordneten über den bisherigen Gang der Die Fraktion sprach dem Abgeord für seine Führung der Verhand einmütig mit der Art dieser handlungen einverstanden. Die folge des Abbruchs dieser Verha frattion die Frage nicht endgült Boraussetzungen für ein Zusan nationalen Frattion auf innengegeben sind. Die Frattion bet der Weiterführung der Verhandl Grundlage ihrer bisherigen Bes 3u einer Fühlungnahme mit d