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Das Zentrum vertagt seine Stellungnahme zu dem Froblem: Reich und Länder und Einheitsstaat. Die Memelländer, die bisher noch feinen Bräsidenten ihres Direftoriums erhalten haben, da derselbe den Mehrheits. verhältnissen im Lande nach, fein Litauer sein dürfte, wollen Ach beschwerdeführend an den Bölferbund wenden. * Im Kasseler Bezirk ist heute mit der Aussperrung von 20 00 Tabalarbeitern zu rechnen. Die Oppositionsführer sind aus der Kommunistischen Bar tei in Rußland ausgewiesen. Darunter Trogli, Sinowjew, Ramonew und wahrscheinlich auch Radet. * Mussolini schafft ein Wirtschaftsparlament für Italien. Das allgemeine Wahlrecht wird dabei ausge Ichaltet. Die Berlobung des italienischen Kronprinzen mit der bel gischen Brinzessin Maria Jose steht unmittelbar bevor. Der reparationspolitische Ausschuß. Mit der Einsetzung des reparationspolitischen Ausschusses, die das Kabinett beschlossen hat, ist nunmehr ein Plan verwirk licht worden, der bereits angekündigt war. In dem Ausschuß werden das Finanzministerium, das Auswärtige Amt, das Wirtschaftsministerium und das Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft vertreten sein. Mit der Bildung des Ausschusses ist der Plan der Berufung eines Reparationstommissars erledigt. 8 Millionen Mart Hindenburgspende. Das offizielle Schlußergebnis der Hindenburg- Spende wird etwa 8,5 Millionen Mark erbringen und zwar liegen die Barerträge zwischen 6,3 und 6,5 Millionen und der Erlös aus Hindenburgmarten bei 2 bis 2,5 Millionen. Am schlechtesten hat Berlin abgeschnitten. Die Kosten für die Hindenburgspende betragen etwa 1 Prozent der Gesamteinnahme und zwar genau 63 671 Mart. Aussperrung von 55 000 rheinischen Textilarbeitern. Am Dienstag fanden Verhandlungen im Lohnstreit des rechtsrheinischen Tegtilbezirks vor dem Vorsitzenden des Schlich tungsausschusses für das bergische Land statt. Es wurde feine Einigung erzielt. Es tritt nunmehr die von den Arbeitgebern beschlossene Aussperrung in Kraft. Von Donnerstag an ist mit der Gesamtaussperrung von 55 000 Tertilarbeitern begonnen worden. Zum Fall Fuchs. Darmstadt. Die eingehende Vernehmung von Fuchs durch einen vorgesetzten Ministerialrat hat stattgefunden. Das Ergebnis ist selbstverständlich streng geheim. Inzwischen melden fich zahlreiche Gläubiger, die alle von Fuchs Gelder aus Dar lehen, Wechseln, manche in dreistelligen Zahlen, zu erhalten haben. Wir hören weiter, daß Fuchs auf Grund der Vorkomm nisse aus der Sozialdemakratischen Partei ausgestoßen wurde. Unglaubliche Methoden in Süd- Tirol. Drud, Berlag und Expedition: Sieben, Südanlage 21 Fernsprecher Nr. 1362 Boltsbedkonto Nr. 8437 Amt Frankfurt a. M. Samstag, den 12. November 1927 Wie aus Bozen gemeldet wird, haben die amtlichen Bür germeister von Südtirol zweifellos auf höheren Befehl den Erlaß herausgegeben, wonach Inschriften auf Grabsteinen nur in italienischer Sprache hergestellt sein dürfen. Bis zum 30. November sollen alle deutschen Grabinschriften durch italienische ersetzt werden und, falls dies nicht geschieht, sollen Strafen verhängt werden. Der Manchester Guardian" schreibt dazu, daß eine solche Entscheidung so absurd wäre, daß man kaum an sie glauben könne. Wenn sich die Nachricht bewahrheiten sollte, so würde das faszistische Regime durch die Oeffentlichkeit zum Verzicht auf eine solche Maßnahme gezwungen werden. Es sei eine Art perverser Patriotismus, der seine Opfer bis zum Grabe und darüber hinaus verfolge. Für den Zusammenschluß des Mittelstandes. fung der Standespolitik, wie sie wenigstens die Spitzenverbände und amtlichen Berufsvertretungen von Einzelhandel und Hand werf in den letzten Jahren vertreten haben, zeige im Gegensatz zu jenen Kreisen die vorwiegend weit liberaleren, natürlicheren Auffassungen des Verhältnisses zwischen Staat und Wirtschaft Grundsäglich werde die Nichteinmischung des Staates vor der Kontrolle, sogar auch vor der direkten Hilfeleistung bevorzugt. Die Jdee der Mittelstandskredite, an denen wohl niemand Freude gehabt habe, sei nicht in den Berufsverbänden, sondern im hohen Reichstag geboren worden. Man wünsche nachdrücklich den Abbau staatlicher und gemeinschaftlicher Wirtschaftsbetriebe, mit Ausnahme gewisser traditioneller Bereiche öffentlicher Wirtschaft, wie des Verkehrswesens. Soweit der Fiskus Privatwirtschaft noch betreibe, soll er sie von seinen öffentlich- rechtlichen Monopolbefugnissen trennen und weder Steuerbefreiungen noch Zwangsgewalt beanspruchen. Steuerpolitische Gleichheit der Bedingungen werde auch gegenüber den Konsumvereinen ge= fordert, Konsumentenbewegungen der Beamten seien weder zu Derbieten noch zu unterstützen. Gegenüber den Lieferanten( und Konkurrenten) in Industrie und Großhandel wünschten Einzel handel und Handwerk fein Verbot von Kartellen, auch feine Kartellpolizei, sondern eine gerecht wägende Gerichtsbarkeit, die zur Befreiung von gemeinschädlichen Verbindungen im Einzelfalle verhelfe. In einem Aufsatz in der„ Bossischen Zeitung" vom 11. Oftober hat sich das geschäftsführende Vorstandsmitglied der Hauptgemeinschaft des deutschen Einzelhandels, Oberregierungsrat a. D. Dr. Tiburtius, mit der Frage des Zusammenschlusses des Mittelstandes eingehend befaßt. Er führte u. a. aus, daß es für die gesamte Wirtschaftspolitik von großem Gewinn wäre, wenn es zunächst gelänge, die großen Gruppen des Handwerks, Einzelhandels und der Bauernschaft auf gewisse Grundgedanten zu vereinigen. Ein solcher programmatischer Zusammenschluß wäre feine Kriegsansage an Außenstehende, sondern ein Schritt staatsbürgerlicher Entwicklung innerhalb dieser Gruppen. In großen, für die Oeffentlichkeit bestimmten Kundgebungen aus anderen Kreisen nahmen Hilferufe und Forderungen an den Staat häufig einen recht breiten Raum ein. Eingehendere PrüIn der Zollpolitik hätten sich Handwerk, Einzelhandel und größere Teile der Bauernschaft gegen Zölle und Brotgetreide und Futtermittel erklärt; dagegen wären 3ölle für hochwertige Veredlungsprodukte in mäßigen Grenzen zuzulassen und die In dustriezölle im wesentlichen nur als Verhandlungswaffe für die Handelsvertragspolitik anzuerkennen. Grundsätzlich sei somit die Tendenz zu einem gemäßigten wirtschaftlichen Liberalismus festzustellen. Sie könne geflärt und ins Allgemeine und Staatsbürgerliche hineingesteigert werden. Es sei bedeutungsvoll genug, durch Sammlung der geistigen Kräfte die Wirksamkeit liberalen Selbstvertrauens auch im Innern der Mittelstandsgruppen zu stärken. * 30 Jahre Landesverband hessischer Bürgermeister, Frankfurt a. M. Am letzten Montag hielt der Landesverband hessischer Bürgermeister hier seine 21. Hauptversammlung ab, mit der gleichzeitig das 30. Stiftungsfest verbunden war. Als Vertreter der hessischen Regierung war Ministerialrat Dr. Weber erschienen, ferner waren bei der Tagung anwesend fast sämtliche Kreisdirektoren Hessens, sowie als Vertreter des Deutschen Bürgermeisterbundes Oberbürgermeister a. D. Dr. Herrfurth. Auf der Tagesordnung stand neben der Erledigung geschäftlicher Angelegenheiten und fachwissenschaftlichen Vorträgen als Hauptprogrammpunkt das durch die Aufhebung der alten Richtlinien geschaffene Besoldungsverhältnis der Bürgermeister. Es gelangte folgende Entschließung zur Annahme: ,, Die in Frankfurt am 7. November 1927 versammelten Bürgermeister der Landgemeinden Hessens fordern von der Regierung und dem Landtag, daß in der zu erlassenden neuen Gemeindeordnung die Rechte der Bürgermeister, insbesondere hinsichtlich einer angemessenen Besoldung wie bei den Staatsbe amten gewahrt werden und daß ein Rechtszustand geschaffen wird, der willkürliche Angriffe ausschließt." Lokales. Sonntagsgedanken. Golden war die Sonne im Westen hinabgefunken. Noch einmal füßte sie den schweigenden Wald und die Spitzen der Berge. Dann war sie in ihr Zelt gegangen. Und Abendgloden gaben der Stunde die heilige Weihe. Dämmerstunde! - Das Wort wedt eine stille Welt auf, ruft heimliche Geister zu uns, die die Morgenhelle nicht lieben und die Strahlen der Sonne fliehen. Die Gegenwart verfinft, vergangene Zeiten steigen empor. In des Menschen Bruft wird es laut, wenn der Abend die Stille brachte. Nur die alte Uhr taft ihren Ton weiter. Droben am Himmel sind die Sternlein erwacht und bliden freundlich in die dunkle Stube. Aus unendlichen Weiten. Und traulich läutet ein Abendglödlein zur Ruh'. Dämmerstunde! Stunde heimlicher Schönheit, stillen Reichtums. Wer sie versteht, fann sie zum Gottesdienste machen. Schauen wir empor zum Lichtermeer, wo aus einer fernen Welt uns tausend Rätsel aufgegeben werden. Wachen drüben über den Sternen sie, die wir in solchen stillen Stunden suchen? Der Vater, die Mutter, das Kind? Und sind sie bei ihm, zu dem sie beteten? Und wann kommt der Abend, an dem du gerufen wirst? ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreise: die 30mm breite Petitzeile auswärts 24 Pig. lotal 12 Pig., die 90 mm breite Reflame- Petitzeile 96 Pig. Play vorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholungen Rabatt. für Bollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Wer wird lösen die ewigen Fragen der Menschheit? Glüdlich jene, die schon wissen, was hier auf Erden die Menschenherzen noch quält. Einmal tommt auch für dich der flare Augenblid, wenn du ins Strahlenlicht jenes Reiches eingehen wirft, dessen Rätsel uns verborgen find. In schweigender Ehrfurcht vor diesen Geheimnissen werden wir groß. Und der Glaube an jene Gotteswelt ist unser sicheres Geleit auf dem Wege dorthin.- Es ist Abend. Auch das Glödlein, das vom Berge den Nummer 46 Abendfrieden ins Tal läutete, ist zur Ruhe gegangen. Nur die Sternlein grüßen noch aus einer fernen Himmelswelt. Wenn müd des Tages legte Stimmen schweigen Und Sehnsucht sich an blasse Sehnsucht schmiegt, Und möcht ich Dir meines Gottes Wohnstatt zeigen, Die fern im Dämmerblau der Sterne liegt. Dann überkommt mich wundertieses Ahnen, Als führe Gott mich an der Vaterhand Aus dunklen Nächten dieser Erdenbahnen Durch's Sternenreich nach seinem Heimatland... Waldfried. Wie wird gewählt? * Mit Rücksicht darauf, daß durch falsche Kennzeichnung der Stimmzettel bei den vorhergehenden Wahlen stets ein erheb licher Prozentsatz der abgegebenen Stimmen ungültig war, wird amtlicherseits nochmals auf folgendes hingewiesen: Die Vorschriften der Landeswohlordnung erklären solche Stimmzettel für ungültig, aus deren zulässiger Kennzeichnung der Wille des Wählers nicht unzweifelhaft zu erkennen ist. Die Stimmab gabe erfolgt derart, daß der Wähler durch ein auf dem Stimm zettel in den Kreis gesetztes Kreuz oder auf andere Weise kennt lich macht, welchem Wahlvorschlag er seine Stimme geben will. In§ 45 Absatz 2 der Landeswahlordnung ist noch der Fall be sonders erwähnt, daß der Wahlvorschlag, dem der Wähler seine Stimme geben will, durch Unterstreichen kenntlich gemacht ist. Aber auch andere Kennzeichnungen des gewählten Wahlvor schlag sind zulässig. 3. B. tönnen auch auf dem Stimmzettel außer dem gewählten alle anderen Wahlvorschläge durch strichen sein. Dagegen wäre ein völlig durchgestrichener Stimmzettel ungültig, weil sich der Wille des Abstimmenden daraus nicht ersehen läßt. Desgleichen sind zerrissene Stimm zettel ungültig. Sind aber von einem Stimmzettel nur einige Namen abgerissen und läßt sich nach der Art des Abreißens annehmen, daß der Wähler nicht den ganzen Stimmzettel hat zer reißen wollen, so ist der Stimmzettel noch als gültig zu er achten. Leichte Beschädigungen berühren die Gültigkeit der Stimmzettel nicht. Die Kennzeichnung des Wahlvorschlages, dem der Abstimmende seine Stimme geben will, darf aber nicht derart sein, daß der Stimmzettel als mit Vermerken oder Bor behalten versehen" anzusehen ist. Dann wäre er nach Absatz 1 Ziffer 5 des§ 50 der Landeswohlordnung ungültig. So würde ein Zusatz, der die Beleidigung eines Wählers enthält, den Stimmzettel ungültig machen. Auch sonstige Vermerke, die nicht zur Kennzeichnung des Wahlvorschlags, dem der Abstim mende seine Stimme geben will, dienen, machen den Stimm zettel ungültig. Dagegen berührt die Unterstreichung oder sonstige Hervorhebung einzelner Namen des gewählten Wahlvorschlags die Gültigkeit nicht. Im Interesse der Wähler selbst liegt es, wenn sie alle Zweifel dadurch ausschalten, daß sie das Kreuz in den Kreis anbringen. Das hat der Gesetzgeber mit seiner Bestimmung über die Kenntlichmachung der Stimme ge wollt und nur so schützt sich der Wähler vor etwaiger Ungültigkeit seiner Stimme. * Die evangelische Kirchengemeinde erwarb das Haus Lud wigsplatz 2 zum Preise von 38 500 M, um es als Wohnhaus für den hierher versetzten Pfarrer der neugebildeten Gemeinde am Kugelberg und Plattenhausen" zu verwenden. * In diesen Tagen hält der Evangelische Bund hier in Gießen seine 40. Jubiläums- Landestagung ab. Heute, den 12. November, beginnt die Tagung mit Choralblasen vom Turm der Johanniskirche. Am Abend findet in der Festaula der Universität eine öffentliche Versammlung statt, bei der der Pri Datdozent der Universität Bonn, Dr. Schmidt- Japing, über ,, Protestantismus und Wirtschaft" sprechen wird. Morgen finden Festgottesdienste in den Kirchen Gießens und der ganzen Umgebung statt. In Gießen predigen der Generalsuperinten dent D. Dr. Schian- Breslau und Pfarrer D. Waig Darmstadt. In der anschließenden Festversammlung wird Geh. Konsistorial rat, Universitätsprofessor D. Mirbt Göttingen über„ Das Kontorbatsproblem der Gegenwart" sprechen. Am Nachmittag in der Stadtkirche und Johanniskirche sind Ansprachen des Generalsuperintendenten D. Dr. Schian, des Studienbirettors Fahrenhorst Berlin, Direktors des Evangelischen Bundes und des Vorsitzenden des Rheinischen Hauptvereins, Pfarrer D. Kremers Bonn, vorgesehen. Am Abend findet dann noch eine Begrüßungsversammlung in der Turnhalle am Oswaldsgarten und am Montag Vormittag eine Abgeordneten und Mitglie derversammlung statt. * Die Feier der Markusgemeinde, die am letzten Sonntag in der Turnhalle stattfand, zeigte einen überaus starten Besuch. An reich mit Blumen geschmüdten Tischen fand man sich zuJammen. Kirchenvorsteher Weller begrüßte die große Verjammlung und in buntem Wechsel folgten Gesang und Musik, Spiel und Vortrag. Großen Beifall fanden die schönen Lieder, welche der Frauenhor des Vogelsberger Höhenclubs sang, und die beiden Reigen, welche die Mädchen der Markus- Vereinigung aufführten. Der Posaunenchor des Wartburgvereins trug unter Führung von Kaufmann Schaub einige schöne Musikstüde Ein geschichtliches Spiel,„ Luther in Oppenheim", zum Schluß betonte nachdrüdlich die Bedeutung des Tages und gipfelte in dem gemeinsamen Gesang des Lutherliedes„ Ein feste Burg". DOI. Samstag, den 12. November 1927. Oberhessen im durchgehenden Ost- West- Berkehr. Auf Einladung des Hessischen Verkehrsverbandes fanden sich im Rathaus zu Alsfeld Vertreter der Provinzialdirettion Oberhessen, des Regierungspräsidenten zu Kassel, der Kreise und Städte Alsfeld, Fulda, Gießen und Lauterbach und einer Reihe anderer interessierter Berbände ein. Zur Erörterung ftand die Frage, wie der Verkehr auf der wichtigen oberhessischen Eisenbahnstrecke Gießen Fulda durch Einlegung beschleunigter Züge mehr örtlicher Art, wie sie in der Vorkriegszeit gefahren wutben, wieder verbessert werden könne. Nach eingehender Aussprache konnte festgestellt werden, daß jämtliche interessierten Kreise in erster Reihe eine Lösung anstreben, die die Bahnstrede Gießen Alsfeld Fulda an den durchgehenden Ost- West- Vertehr unmittelbar heranbringt. Es herrschte Uebereinstimmung auch insofern, daß die Durchgangsverbindung von Alsfeld auf dem türzesten Wege über Nieder- Aula nach Hersfeld und weiter nach Thüringen und Sachsen zu führen sei. Die Vertreter von Fulda, Bad Salzschlirf und Lauterbach erklärten, daß ihre Städte in Alsfeld dann besonders eng an die neue Verbindung angeschlos sen werden müßten. Jm Berlaufe der Aussprache wies Provin zialdirektor Graef- Gießen darauf hin, daß noch manche besonders unangenehm empfundene Lüde im oberhessischen Personenzug- Fahrplan balbmöglichst auszufüllen ist. * Erledigte Lehrerstelle im Kreise Gießen. Wie das Landesamt für das Bildungswesen bekanntgibt, sind erledigt: eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Trais- Horloff; eine Lehrerftelle für einen evangelischen Lehrer an der Bolfsschule in Oppenrog; eine Lehrerstelle an der Boltsschule in Eberstadt. Dienstwohnungen sind überall vorhanden. Eine einmalige Beihilfe von 50 M, sowie für jedes Kind eine Unterstützung von 10 M verlangt der Verband der Gemeindes und Staatsarbeiter in einem an die hessische Regierung gestellten Antrag. Ueber die Frage wird der neue Landtag zu entscheiden haben. Der Bogelsberger Höhenclub plant, den Schneesport im tommenden Winter im Vogelsberg bedeutend zu heben. Am Abhange der Herchenhainer Höhe sollen Uebungssprunghügel für den Stisport errichtet werden, während die Hauptsprunghügel am Abhang des herrlich gelegenen Ernstberges nach Sichenhausen errichtet werden. * Der Kriegerverein Gießen hatte für den 6. November ds. Js. ein schönes Militärtonzert vorbereiter. Es fand wieder im großen Saale des Café Leib statt. Der 35 Mann starte Orchesterverein unter Leitung des Dirigenten Weller, zeigte sich auf der Höhe, und der Sänger Heinz Bechstein hatte mit seinen Liedern eine gemütliche Abwechslung in das Programm hineingelegt. Die Veranstaltung war, wie der 1. Bors. Herr Landgerichtsrat Trümpert, in seiner Ansprache hervorhob, der Altveteranen und der Kriegsbeschädig ten und Kriegerhinterbliebenen wegen unternommen. Leider war dieses Mal der Saal lange nicht so start gefüllt, als wie beim ersten diesjährigen Wohltätigkeitskonzert, das 300 M Reingewinn erbracht hatte. Die Zigarrenarbeiter der Firmen Pletz und Nattmann in Gießen, die auf Veranlassung der Gewerkschaftsvertretung die Arbeit ohne Einhaltung der Kündigungsfrist verlassen hatten, sind wieder an ihre Arbeitsstätte zurückgekehrt. Dagegen ist bei zwei Wieseder Fabrikbetrieben unter Bruch des Arbeitsvertrages die Arbeit niedergelegt worden. Es ist damit zu rechnen, daß die Arbeitgeber heute zur Gesamtaussperrung schreiten werden. * Ein schweres Unglüd ereignete sich Montagabend Ede Ludwig und Liebigstraße. Ein beladenes Kohlenfuhrwerk tam 11 Gießener Zeitung" Großen- Bused. Bubenhände haben in der Nach zum legten Sonntag an der Straße nach Rödgen einer ganzen Reihe von jungen Apfelbaumchen die Krone zum Teil abgebrochen, zum Teil zerrissen. Buzbach. Ein schwerer Unfall ereignete fich Montag mor gen in der Schuhfabrit J. Rumpf& Sohn. Ein Arbeiter aus Leihgestern lam dem Triebwerf zu nahe, wurde von diesem er faßt und erlitt so schwere Verlegungen, daß er verstarb. Friedberg. Der Kreistassengehilfe Bruno Stoff ist nach Unterschlagung von amtlichen Geldern flüchtig. Es verlautet, daß 12 bis 15 000 Mart veruntreut wurden. Gegen den Defrau danten ist Stedbrief erlassen worden. Angeblich soll Stoff schon mit seinem Motorrad das Ausland erreicht haben. Darmstadt. Einem Beschluß des Finanzausschusses des hessischen Landtags zufolge soll in den Städten Mainz, Offenbach und Darmstadt je eine Kreisschulratsstelle abgebaut werden. Nievern( Lahn). Der wegen umfangreicher Wahlfälschungen unter Antlage gestellte, durch die Hindenburg- Amnestie begnadigte Bürgermeister a. D. Berndt wurde bei der letzten Bürgermeisterwahl mit Stimmenmehrheit wiedergewählt. Es bleibt nunmehr abzuwarten, wie sich die Aufsichtsbehörde zur Bestätigung dieser Wahl verhält. Hanau. Am Donnerstag ist in einem Lagerraum der Hanauer Küchenmöbelfabrik in Bruchtöbel bei Hanau Feuer 15 gebrochen, das rapid um sich griff. Das 1920 erbaute 100 Meter lange Fabrikgebäude ist vollständig eingeäschert. Lediglich das Wohnhaus und ein Lagerraum tonnten gerettet werden. Der Schaden beträgt etwa 300 000 Mart. Er ist jedoch durch Bersicherung gededt. Als Entstehungsursache wird Brandstif= tung vermutet. Verschiedenes. Reform des Fernsprechdienstes auf dem flachen Lande. Auf eine Eingabe wegen Verbesserung des Fernspres dienstes auf dem flachen Lande hat der Reichspostminister folgende, auch das Handwerk interessierende Antwort erteilt: Die Fernsprechdienststunden auf dem flachen Lande werden dem Verkehrsbedürfnis, soweit irgend möglich, ungepast. Sie müssen indessen aus wirtschaftlichen und betriebstechnischen Gründen mit den Dienststunden für den Postverkehr, die wiederum von dem Eintreffen und Abgehen der Posten abhängig sind, tunlichst zusammengelegt werden. Besonders bei den Postagenturen, bei denen die Wahrnehmung des Post-, Telegraphen- und Fernsprechdienstes in der Regel in einer Hand liegt, ist eine verschiedenartige Festsetzung der Dienststunden nicht angängig. Die deutsche Reichspost ist dauernd bestrebt, die Fernsprechdienstzeiten, besonders auf dem flachen Lande, soweit es im Rahmen der verfügbaren Mittel irgend möglich ist, zu verbessern und so zu legen, daß auch während der Mittagszeit der Fernsprecher benutzt werden kann. Die volle Befriedigung aller Wünsche wird sich indessen nur durch die Einrichtung des Selbstanschlußbetriebs, der eine ununterbrochene Sprechmöglichkeit bietet, erreichen lassen. Die allgemeine Durchführung dieser Betriebsweise wird nach Möglichkeit gefördert. Sie wird aber bei dem außerordentlichen Umfang der Arbeiten und der Höhe der Kosten noch eine Reihe von Jahren in Anspruch nehmen. Gebt Euren Kindern Honig! Nr. 46. Gamstag, den 12. November 192 einen Staubsauger! An die drei Dut pie Treppe hinauf und hinunter in Niederci, und doch will es nicht geling a oben gehören und unten gebrau gelehrt, an Ort und Stelle zu bringen. dann am unteren und oberen rangshäufchen" folcher Transportgüte genheit mitnimmt. Man sieht, das het denkende Hausfrauen"; aber ist habe ich auch nichts vergessen?" nid duttiv und zermürbend? Und dazu iame junger Mütter, die immer wie [ nog цацавә шәләј из род deindes Kleines die schmale Stiege, Kein Nahrungsmittel ist für den Aufbau des Körpers, vor allem für unse e Sein er, so wertvoll, wie der Honig. Von allen Seiten werden uns von der Wissenschaft Stärtungs- und ilmuttel angeboten. sodaß wir fast vergessen haben, welch töftliches 1 iverial- Nabrmittel wir m Honig besigen. Wissenschafil r haben nabarwiefen, daß Hong 98, Nabritoffe enthält, d runner Traubenzuder, Stalfja ze, Phosphor, Etwerk, Fett, Eisens cerbindungen, ätherische Ole und die so wichtige Vitamme. Der Strafi ri von 1 Pund von g gleicht dem von etwa 3 Pfund Fleisch. Hong ist ungemein leicht verdaulich, da er unmittelbar ms Blut aufg nommen wird. Seien sich unfere Mütter bewußt, dak fie im Honig eines der besten Vorb ugungs- und Heilmitel zur Dans haben, das iuren Rinde n unschätzbare Dienste geleistet hot bei Blutarmut, Bleichsucht, Erkrankungen von Magen und Darm, Strofulose, Husten Grippe und Schloflofiafcit. Selbstverständ ich muß der Honig auch emer, nur von B.enen ge fammetter Blütenhonig sein. Vom Einfamilien- Siedlungshaus. Ueber das Einfamilien- Siedlungshaus, das heute vielfach als der Gipfel der Wohnungskultur und das Arbeiterhaus der Zukunft bezeichnet wird, macht eine sozialistische Hausfrau in Nr. 436 des Borwärts" folgende bemerkenswerte Ausführun gen, die von allen jenen Hausfrauen bestätigt wer den müssen, die schon einmal das zweifelhafte Vergnügen hatten, ein mehrjtödiges Einfamilienhaus zu bewohnen. Sie schreibt: Haushaltsrationalisierung ist etwas Notwendiges und Woh nungsfultur etwas Schönes, aber damit ist noch nicht gesagt, daß alles, was im Zeichen dieser Schlagworte heute von wohlmeinenden Architekten gleich ferienweise hingelegt wird, nun auch wirklich diesen idealen Forderungen entspricht. Wir Hausfrauen in den mit Normierung, Typisierung und Rationalisierung dreimal begnadeten Neubausiedlungen wissen ein Lied davon zu singen. Eigene schmerzliche Erfahrungen geben Anlaß, den viel fach etwas überschwenglichen Lobpreisungen moderner Architettenweisheit entgegenzutreten. innen zur Hühnerleiter verengt, Angit und Besorgnis den ganzen adh nur allzu angebracht! Ger hie Sache bei Erkrankung eines F m Obergeschoß steht. Warme Umid panze Krantenpflege spielt fich trepp mit der Kranke dauernd allein. Hin pen so schmal sind, daß man ein ve hhwer hinauftransportieren kann. Unendlich viel ließe sich gegen das aber was spricht eigentlich dafür? hirgerliche und unfozialistische Ideal der Fallein- fein- Wollens", das im Grunde Es wird fühn behauptet, der Architekt Dor allem für die Tatsache, daß das Ha and er schon bei der Anlage des Hauses mu, wenn nicht ein gedankenloser Raub getrieben werden soll". Uns scheint, de hon in der Anlage" des Einfamilien f der sich in Zeiten der Schwangersch Frau ins Qualvolle steigert und dem ledgültig ist, wie ein Küchenstuhl gefor kitung in der Küche angebracht ist. Der Ausdrud das Jdeal des Einfami beiterfamilie" ist ein Widerspruch in sic vie auf Individualismus, Wohlhabenh isliche Hilfskräfte und mechanische Ereifenaufzug und dergleichen, beruht, g wie Arbeiterfamilie sein kann. Unser 3 mi, liegt noch in unerreichbarer Fe wder als Hausfrauen noch als Sozia Sauweise zu pflegen, die auf Koster überlebten und unzeitgemäßen J birviert. In der Not frißt der Teufel Fliegen und der umbergetrie bene Wohnungssucher das Einfamilienhaus. Wenn der Pro test gegen die Sinnlosigkeit dieser Bauweise drei Treppen innerhalb der Dreizimmerwohnung- bisher noch nicht zum Orfan angeschwollen ist, und in dieser Manier immer noch luftig weitergewurstelt wird, so liegt es wohl hauptsächlich an der Dumpfheit und Urteilslosigkeit der meisten Hausfrauen, denen ein Gott weder Zeit noch Fähigkeit gab, zu sagen, was sie leiden. Bei der ersten Besichtigung läßt sich die Sache sogar recht nett an: man ist stolz auf die Villa im Kleinen, man fühlt sich angenehm umfächelt von einem leisen Hauch Hochherrschaftlichkeit. Teuer erkaufte Illusion! Sollen das Schlaf und das Kinderzimmer mit den Betten der Kinder nach oben? Ja, aber die Kinder sind noch flein; sie sollen und wollen ungehinderten Zugang zu ihrem fleinen Reich von draußen her haben und immer ist da die gefährliche Treppe! Beim Baby im Kinderwagen ist es schon ganz unmöglich. Sollen die Kinder unten und die Eltern oben schlafen? Dann sind sie die Nacht über so gut wie allein, und die Mutter hört nicht, wenn eins weint oder erkrankt ist. Oder sollen die Kinder in der Kammer zu ebener Erde und die Eltern in dem einzigen unteren Zimmer schlafen? Dann müßte man jeden flüchtigen Besuch die Treppe hinauf nötigen und sämtliche Mahlzeiten in die Küche verlegen. Wie man sich auch dreht und wendet die Dispositionsfähigkeit in der unglücklichen Treppenwohnung ist und bleibt begrenzt. Bei dem Einzug ergeben sich weitere freudige Ueberraschun in scharfem Trab bie abſchüſſige Ludwigstraße heruntergefahren auf dem Nachhauserveggen! Das einzige größere 3immer liegt im ersten Stod und und bog in die Liebigstraße ein, wo mehrere Knaben standen. Die Knaben stoben auseinander und konnten sich mit knapper Not in Sicherheit bringen. Nur der 14jährige Schäfer stürzte und geriet unter die Räder, welche ihm beide Oberschenkel zerquetschten. Alus Nah und Fern. Lollar. Der 9 Jahre alte Hans Müller in Lollar erhielt Ende voriger Woche beim Spiel von einem Kameraden einen Stoß mit einer Stange gegen ein Auge. Nach zwei Tagen verschlimmerte sich das Befinden des Kindes derart, daß es am Dienstagabend gestorben ist. Der Stoß hatte einen Bluterguß in das Gehirn zur Folge gehabt. Grüner Rasen Blaue Wellen. Roman von Otto von Gottberg. 9. Fortsetzung Wohl darum begann Wernsheim zu plaudern:„ Weißt du, daß morgen Weihnachten ist?" ,, Schenk' ich dir einen Kalender!" Der lag auf dem Tisch, als der Freund am frühen Nachmittag vor Heiligabend ein geputztes Bäumchen ins Zimmer trug. Drei genesende Kameraden brachten eine falte Flasche, aber verabschiedeten sich später, um das Fest auch bei Wernsheims Eltern zu feiern. Werner lag im halbdunklen Zimmer allein. Am Bäumchen brannten die winzigen Kerzen nieder und schienen dem Berlöschen nahe, als Schwester Columbe die Tür zum hel! erleuchteten Rorridor öffnete. Aus weiter Ferne, von oben oder unten im Haus, trug ein Chor von Frauenstimmen das ,, Stille Nacht, heilige Nacht" ins dunkle 3immer. Wie schön doch Frauenlippen das Leben machten Er dachte des Kusses von Elisabeth aber auch an Gerda mit einem Sehnen, in dem er sich trostlos einsam und verlassen fühlte. Gar traurig war die erste Weihnacht ohne Heim und Vater. Rollen und Quietschen auf dem Korridor ließ ihn den Kopf zur Tür drehen. Zum fernen Gesang der Nonnen zogen Schwestern einen buntbeputzten hohen Lichterbaum auf flachem Wagen vor sein Zimmer In die Stube traten zwei niedliche Kinderchen in Weiß. Mit den unter offenem Haar an die Schultern gebundenen Flügeln schienen sie Engel, die Schokolade, " Wein, Zigarren, Zigaretten auf die Bettdecke legten und einen Vers auffagten. Jubelnd in die Hände flatschend, hüpften sie wieder hinaus, und der Wagen rollte zur Tür des nächsten Zimmers. Die Gaben blieben auf dem Bett. Sonst hätte er wirklich an einen Besuch vom Himmel geglaubt. In der Ferne sang der Chor heller Frauenstimmen immer noch wie aus Woltenhöhen die alten frommen Lieder. Im Zimmer war es dunkel. Die Kerzen am Baum fladerten schwach. Doch wärmend und traulich wie das leise, ferne Singen fiel das Licht von draußen in d'e Stube. Es mußte die Stunde sein, da er sonst an Chrift abenden mit dem Vater ins Lazarett ging. Wohl viele lagen heute am Heiligenabend verwundet, trant und allein. Um das Gefühl der Vereinsamung abzuschütteln, leerte er das Weinglas SCHIEL freuen sie sich schon, wenn es einen Oetker- Padding gibt. Die Jungen kommen meist mit einem Bärenhanger nach Hause a. da ist ein Oetker- Pudding Oetkergerade der richtige, sättigende Nachtisch. Paddings sind wohlschmeckend and nahrhaft, jedoch sehr leicht verdaulich Durch die Zubereitung mit der vitaminreichen Milch wird der Nährwert noch erhöht. Mit den neuen Oetker- Feinkost- Puddings Mandelkern und Krokani wird selbst der verwöhnteste Geschmack zufriedengestellt. Nene anregende Rezepte für Süß- a. Gelee- Speisen finden Sie in dem neuen farbig illustrierten Oetker- Rezeptbuch, Ausgabe F, das Sie für 15 Pfg. in den einschlägigen Geschäften erhalten, wenn nicht, gegen Einsendung v Marken v. soll Bücherschrank und Klavier aufnehmen. Aber o Schred! Das Treppengeländer läßt teine größeren Möbelstücke durch und muß, mehr oder übel als wohl, abgesägt und hinterher durch Klammern wieder zusammengefügt werden. Jetzt bekommt auch die Freude des Hausherrn über sein Mietpalais einen argen Stoß! Für die Hausfrau fängt nun das tägliche Martyrium erst an. Nicht allein, daß sie täglich oder doch fast täglich drei ganz unproduktive Treppen innerhalb der Wohnung nebst zusätzlichen Fenstern reinigen muß, muß fie die Reinigungsgeräte jeden tag treppauf, treppab jchleppen, darunter vielleicht sogar den schweren Staubsauger, denn sie ist doch eine moderne, ratio nalisierungsbestrebte Hausfrau! Es tut ihr nur leid, daß ihr Dr. August Oetker, Bielefeld. Bortemonnaie nicht dazu reicht, den durch die Bauweise beding auf dem Nachttisch und fiel in Halbschlummer. Durch das Däm mern seines Dentens huschten die Gestalten der Kusinen. Gerda und Elise beth schienen zu singen, als die Nonnen ein neues Lied anstimmten. Dann schlief er wohl fest, aber fuhr auf, als vertraute Stimmen seinen Namen nannten. Er drehte den Kopf und jah in hellem Licht des Korridors Gerda und Elisabeth in schwarzen Kleidern auf der Schwelle. Mit traurigem Vor wurf sagte die Aeltere: Werner! Warum schriebst du nicht früher? War es ein Traum? Er hatte ihnen doch geschrieben! Schwester Columbe führte die Mädchen ins Zimmer und setzte einen Korb auf den Tisch. Die Kusinen nahmen seine Hände, aber wagten nur flüsternd nach dem Ergehen zu fragen. Um ihnen zu zeigen, daß er jetzt nicht mehr trant jei, antwortete er laut. Da gaben sie ihrer Entrüstung Ausdruck. Die Nonne habe eben erzählt, daß er seit zwei Wochen im Sanatorium liegt, ohne Nachricht zu schicken! Also gaben sie sich noch immer als Verwandte und wußten nicht um das Geheimnis. Er hatte sich vor ihnen nicht zu schä men. Elisabeth ließ das Licht aufflammen. Ihre bernsteinfar benen Augen tanzten wie immer. Wie Gerda sah sie über das Bett hinweg nur in sein Gesicht. Sie waren wohl noch nicht gewohnt, einen Mann im Krankenzimmer zu besuchen. Wieder sah er die schwarzen Kleider: Warum tragt ihr Trauer?" Betrübt, aber auch überrascht, wechselten sie Blicke. Ihre Augen schimmerten feucht:„ Du weißt es nicht?" Er schüttelte den Kopf. Gerda strich mit falten Fingern über seine Linke:..Auch unser quter Vater ist tot!" Ein Drud ihrer Hand schien Halt und Stütze zu suchen. ,, Arme Kujinen!" fonnte er nur sagen. Worte waren überflüssig in den Tagen großen Sterbens, da alle Beraubten and rer Leid und Gram verstanden Nahe wie einst fühlte er sich den Mädchen, die Waisen waren wie er. Schwester Columbe brachte einen zweiten Stuhl. Setzt euch doch!" Nur Elisabeth nahm Play und trocknete die Augen. Gerda ging an das Auspacen des Korbes mit gewollter Fröhlichfeit die ihn wohl aufheitern sollte. Aus einer fleinen Pappschachtel nahm sie ein Bäumchen mit Lichtern, nicht größer als 3ünd hölzer. Als sie brannten und neue Geschenke auf der Bettdecke lagen, fand sie die Kraft, sein Fragen nach des Minister, Tod zu beantworten. Am Morgen des Sterbetages las Papa vom ten Rationalisierungshöhepunkt zu erflimmen: für jede Etage Tode deines lieben Vaters. Er war ernst und bewegt, aber auch stolz. Vor Tisch ließ er eine Flasche alten Burgunder aus dem Keller holen und meinte, er habe den Wein seit zwan zig Jahren aufgehoben, weil dein Vater ihn gern tränke und bei Besuchen wieder auf dem Tisch finden sollie. Nach seiner Art sprach Papa dann bei Tisch von dem Gefallenen und leerte ein Glas auf ihn. Nachmittags tam der Hausarzt und blieb zum Abendbrot, weil die Nacht schauerlich stürmisch war. Spä ter jaßen wir in Papas Zimmer. Plöglich schrillte über das Aechzen der Bäume und Knarren der Wetterjahne die Klingel durchs Haus Alle erschraten. Papa strich mit der Hand über die Augen und stöhnte: Mein Gott, dies Klingeln und Stür men ist gerade wie. Aergerlich brach er ab, denn das Hausmädchen brachte eine Visitenkarte und stotterte: Da tommt ein Herr..." Von der Hölle" sah ich irrtümlich auf der Karte, die ich ihr abnahm. Fast wäre sie aus meinen Fingern gefallen. Ich spürte ein Grauen, das auch nicht wich, als ich Helle las. Papa hörte den Namen nicht gern, obwohl er der unserer Mutter war. Er rief nach der Karte Als er sie unter die Augen hielt, schwoll seine Stirnader Er rang mühsam nach Atem und herrschte das Mädchen an:„ Der Herr ist abzuweisen!" Wir schwiegen. Draußen heulte der Sturm. Mir würgte eine unerfärliche Angst vor Schredlichem an der Kehle. Das Mädchen tam zurüd: Der Fremde lasse sich nicht fortschiden, sondern wolle und müsse Exzellenz sprechen oder hören, wann er will. tommen sei. Papas Gesicht war aschgrau, als er aufstand, um in die Halle zu gehen. Da griff er mit der Rechten in die Luft. mit der Linken nach der Hüfte und fiel in den Geisel zurüd. Wir fprangen zu. Wie Ahnen, daß es zu Ende gehe, tang jein Stöhnen: Schidt ihn fort! Briefe von ihm oder auch vom Ontel General gebt ungeöffnet an Werner!" Anmerkung. Ich freue mich, do zen die Schattenseiten des Einfamili täglichen Erfahrungen im Vorwärt Diel mehr könnte man diesen Auslas mehr Schattenseiten birgt ein Einfa beiterfamilie oder für die Familie ei länger als 4 Jahren, gleich als der ging, habe ich in vielen Bekannten- u stefientreifen dagegen Stellung genomm Häuser in nächster Nähe der Großstäd Mein alter Vorschlag ist: Man b häuser, aber für die beiden oberen Treppenhaus, resp. für die Parterr en Zugang, für jede Wohnung eine gute Lüftungsanlagen, am Schlafzi Muslegen der Betten für's ganze S Woden unterm Dach und vor allen Waschtüche einen sauberen Badera ind Dusche. Die Räume nicht zu tern gespart, daß viel Licht und Bände mit guter Delfarbe bestriche o gebaut, in dem jede Familie alle aft immer noch viel billiger( die 2 " Bohnungen verteilt) als drei Ei primitiv eingerichtet sind. Unsere diese Weise die Bauzuschüsse viel sund es fönnten viel mehr Gesuche Laters gelesen und sich verpflichtet ge er dich zu machen. Verstehst du i Dringlicher forschten vier große S Ber tonnte er nur den Kopf schütte pame mich, zu denken, euer Bater Creat.. Rein, Werner, nein", rief Eli nach einmal von Helle und nur ben lekten Atemzug, ehe Gerda eint Es war sehr still im Zimme Saugen fangen leise die fernen No De weinten die Kusinen laut auf. Ich en die Weihnachtszeit! Werner Rajinen! Wie rührend gut, daß Briedelsdorf gemacht habt!" Elisabeth jchludzte hinter dem e dem Begräbnis bei Ontel Karl Berlin. Ihnen gehört doch Priedel Ihre Stimme schlug um. Au merzlich. Sie war eine Fremde in ters. Doch jollte Werner nicht en ihr Erbe neide: Onkel he nach Priedelsdorf. Er wi bei ihnen bleiben. Bis a it immerhin im alten Sein ens, da der Better einen englis apa mat ihr stolz auf ihn." Werner nidle: ,, Kurt versprach zeigen, und in der Marine glüdt lagen uns bis um Stabsoffizier Majje. Den Stoffizier aber sel de auf der Brüde sjeines U- Boot Eneid hat, fliegt ihm darum bald Bals." Er dachte des schlichten S Bend, das er feit den Tagen von B mud irug. Bielleicht hatte sich Bedauern bean Elisabeth mahnte: Glüd ha her oneren Zutunit entgegen. B De armen Bettern aus Kunzenberg, Werner schlug die Augen nieder. te der Bater gejagt. Also tonnte Gerda schwieg. Beide Mädchen weinten. Ihre Blicke heischten Erklärung Er fonnte sie nicht geben ehe er Helle gespro chen hatte, und schüttelte verlegen den Kopf: Wie soll ich das Derstehen?" Zögernd sprach Gerda weiter: Ratürlich ahnte ich nicht, wie ihnell wir Bapa perlieren jollten. Während der Arzt und Elisabeth ihn im Stuhl aufrichteten, lief ich nach den Tropfen In der Halle trat der fremde vor mich: Fräulein van Dre mit? As it beim Eejahen zitterte bedauerte er, uns er schreden zu haben. Er hätte in der Zeitung vom Tod deines Nr. 46. ren Kindern Honig! Nr. 46. tel ist für den Aufbau des Körpers, er, so wertvoll, wie er Honig. Bon von der Wissenschaft Stärtungs- und Samstag, den 12. November 1927. inen Staubsauger! An die drei Duhend mal am Tage jagt sie die Treppe hinauf und hinunter in unfreiwilliger Mensen Gießener Zeitung" biederci, und doch will es nicht gelingen, alle Gegenstände, die Das Geheimnis des geschäftlichen Erfolges ach oben gehören und unten gebraucht worden sind und umgefehrt, an Ort und Stelle zu bringen. Erfahrungsgemäß bilden ch dann am unteren und oberen Treppenende ganze„ Ordpungshäuschen" solcher Transportgüter, die sie dann bei Gelegenheit mitnimmt. Man sieht, das Einfamilienhaus erfor dett„ denkende Hausfrauen"; aber ist dieses ewige Nachdenken: Sabe ich auch nichts vergessen?" nicht im höchsten Grade unproduktiv und zermürbend? Und dazu kommen dann die Angitfräume junger Mütter, die immer wieder ihr Krabbelndes oder Biete deine Waren etc. an, fann der fluge Geschäftsmann leicht ergründen. Es liegt in den Worten: Gute Reklame für gute Waren! daß wir fast vergessen haben, welch niitel wir im Honig besitzen. Bifen en, daß Hong 98, Nährstoffe er thalt, altsa ze, Phosphor, Eiweiß, Fett, Eisens Sle und die so wichtige Vitamme. Der bong gleicht dem von etwa 3 Pfund ein leicht verdaulich, da er unmittelbar bird. Seien sich unsere Mütter bemount, er besten Borb ugungs- und Heilmitel Kinde n unschäßbare Dienste geleistet hsucht, Erkrankungen von Magen und Grippe und Schlaflosinfrit. Selbst n. ig auch emer, nur von Benen ge ilien- Siedlungshaus. as Einfamilien- Siedlungshaus, das als der Gipfel der Wohnungstultur eiterhaus der Zutunft bezeichnet wird, zialistische Hausfrau in Nr. 436 des folgende bemerkenswerte Ausführun illen jenen Hausfrauen bestätigt wer ie schon einmal das zweifelhafte Ber n, ein mehrstödiges Einfamilienhaus Sie schreibt: ung ist etwas Notwendiges und Woh s, aber damit ist noch nicht gesagt, das er Schlagworte heute von wohlmeinen enweise hingelegt wird, nun auch wirk ungen entspricht. Wir Hausfrauen in pisierung und Rationalisierung dreiiedlungen wissen ein Lied davon zu je Erfahrungen geben Anlaß, den vielchen Lobpreisungen moderner Archi treten. Das Einfamilienhaus. Wenn der Prohome tu po go padelndes Kleines die schmale Stiege, die sich in der Windung zach innen zur Hühnerleiter verengt, hinunterstürzen sehen. Ewige Angst und Besorgnis den ganzen Tag über ist die Folge und auch nur allzu angebracht! Geradezu fatastrophal aber wird die Sache bei Ertranfung eines Familienmitgliedes, dessen Teufel Fliegen und der umbergetrie eit dieser Bauweise- drei Treppen wohnung- bisher noch nicht zum Orin dieser Manier immer noch lustig liegt es wohl hauptsächlich an der gkeit der meisten Hausfrauen, denen Fähigkeit gab, zu sagen, was sie sichtigung läßt sich die Sache sogar auf die Villa im kleinen, man fühlt n einem leisen Hauch Hochherrschaftlusion! Sollen das Schlaf- und das ten der Kinder nach oben? Ja, aber sie sollen und wollen ungehinderten Reich von draußen her haben- und he Treppe! Beim Baby im Kinderinmöglich. Sollen die Kinder unten fen? Dann sind sie die Nacht über Mutter hört nicht, wenn eins weint ollen die Kinder in der Kammer zu En in dem einzigen unteren Zimmer n jeden flüchtigen Besuch die Treppe he Mahlzeiten in die Küche verlegen. d wendet- die Dispositionsfähigkeit penwohnung ist und bleibt begrenzt. Sen sich weitere freudige Ueberraschun e Zimmer liegt im ersten Stod und vier aufnehmen. Aber o Schred! Das ne größeren Möbelstücke durch und wohl, abgesägt und hinterher durch engefügt werden. Jetzt bekommt auch n über sein Mietpalais einen argen und wie soll das Publikum es sonst erfahren! Wer darum geschäftliche Erfolge erzielen, seinen Umsatz und Nutzen steigern will, inseriere in: Bett im Obergeschoß steht. Warme Umschläge und Essen bringen. Gießener Zeitung erscheint vorerit möchentlich 1.X die ganze Krankenpflege spielt sich treppaus, treppab, und trog dem ist der Krante dauernd allein. Hinzu kommt noch, daß die Treppen so schmal sind, daß man ein vernünftiges Tablett nur sehr schwer hinauftransportieren fann. Unendlich viel ließe sich gegen das Einfamilienhaus sagen aber was spricht eigentlich dafür? Nur das ganz und gar bürgerliche und unsozialistische Ideal der Isolierung, des„ Für fich allein- sein- Wollens", das im Grunde doch nicht erfüllt wird. Auflage: 1000 verbreitet in Stadt und Kreis Gießen, Leserkreis in allen Bevölkerungsschichten; die 30 mm breite Petitzeile( 3 mm hoch) oder deren Raum 24 Pia. Anzeigen in diesem Blatt werden nicht übersehen! Hessische Hausbesiger- Zeitung erscheint am 5. und 20. jeden Monats 12 500 offizielles und einziges Organ des Landesverbandes hessischer Hausbesitzervereine( 15000 Mitglieder). Auflage 12 500; die 30 mm breite Petitzeile( 3 mm hoch) oder deren Raum 40 Pig, hat Leser, die viel brauchen. Ein sehr beachtenswertes Anzeigenblatt! Es wird fühn behauptet, der Architekt sei„ voller Verständnis Hessischer Kamerad erscheint am 1. und 15. jeden Monats fängt nun das tägliche Martyrium sie täglich oder doch fast täglich drei n innerhalb der Wohnung nebst zumuß, muß sie die Reinigungsgeräte b schleppen, darunter vielleicht sogar denn sie ist doch eine moderne, ratioSfrau! Es tut ihr nur leid, daß ihr reicht, den durch die Bauweise bedings punkt zu erklimmen: für jede Etage vor allem für die Tatsache, daß das Haus die Arbeitsstätte ist“ und er schon bei der Anlage des Hauses darauf Rüdficht nehmen muß, wenn nicht ein gedankenloser Raubbau an der Frauenkraft getrieben werden soll". Uns scheint, daß ein solcher Raubbau Jhon in der Anlage" des Einfamilienhauses vollauf gegeben ift, der sich in Zeiten der Schwangerschaft und Krankheit der 48 500 offizielles und einziges Organ der Landeskriegerkameradschaft Hassia( 50 000 Mitglieder); verbürgte Auflage 48 500; die 30 mm breite Petitzeile( 3 mm hoch) oder deren Raum 40 Pfg.; hat als Abon nenten sehr viele Beamte, Landwirte und Geschäftsleute, auch bessere Arbeiter. Dieses allgemein beliebte Blatt wird von mindestens 100 000 Personen gelesen! Frau ins Qualvolle steigert und demgegenüber es ziemlich Allgemeine Hessische Sportzeitung erscheint jeden Montag gleichgültig ist, wie ein Küchenstuhl geformt und wo die Wasserleitung in der Küche angebracht ist. =. Er war ernst und bewegt, aber er eine Flasche alten Burgunder meinte, er habe den Wein seit zwan il dein Vater ihn gern tränke und em Tisch finden sollte. Nach seiner Tisch von dem Gefallenen und leerte ittags tam der Hausarzt und blieb Nacht schauerlich stürmisch war. Spä Zimmer. Plöklich schrillte über das Anarren der Wetterfahne die Klingel Der Ausdrud ,, das Jdeal des Einfamilienhauses für die Ars beiterfamilie" ist ein Widerspruch in fich, weil eine Hausform, die auf Individualismus, Wohlhabenheit, Unterstützung durch häusliche Hilfskräfte und mechanische Erleichterungen, wie Speisenaufzug und dergleichen, beruht, gar nicht das Jdeal für die Arbeiterfamilie sein kann. Unser Ziel, die follektive Bauweise, liegt noch in unerreichbarer Ferne, aber wir haben weber als Hausfrauen noch als Sozialistinnen Veranlassung, eine Bauweise zu pflegen, die auf Kosten der Frauenkraft einen ganz überlebten und unzeitgemäßen Individualismus fünftlich fonserviert. ten. Papa strich mit der Hand über Mein Gott, dies Klingeln und Stür " Aergerlich brach er ab, denn das Visitenkarte und stotterte: ,, Da kommt 1200 bei den Sportvereinen und Sportfreunden des Lahn- u. Dillgebiets schnell beliebt geworden; die 30 mm breite Petitzeile( 3 mm hoch) oder deren Raum 24 Pfg. Die Sportsleute geben bekanntlich auf Anzeigen besonders Acht. Dieses Blatt wandert von Hand zu Hand unter den Sportsleuten! Hessisches Handwerk u. Gewerbe erscheint am 1. und 15. jeden Monats 37 500 Anmerkung. Ich freue mich, daß endlich eine Arbeiter frau die Schattenseiten des Einfamilienhauses an Hand ihrer täglichen Erfahrungen im Vorwärts" beleuchtet hat. Noch viel mehr könnte man diesen Auslassungen zufügen, noch viel mehr Schattenseiten birgt ein Einfamilienhaus für eine Arbeiterfamilie oder für die Familie eines fleines Beamten. Seit länger als 4 Jahren, gleich als der Einfamilienhaus- Tanz los ging, habe ich in vielen Bekannten und auch in einigen Architektenkreisen dagegen Stellung genommen, wenn es sich um solche Häuser in nächster Nähe der Großstädte handelte. Man lachte. Mein alter Vorschlag ist: Man baue Drei- Familien- Wohnhäuser, aber für die beiden oberen Wohnungen je ein eigenes Treppenhaus, resp. für die Parterre- Wohnung einen besonde= ren Zugang, für jede Wohnung eine große ausgeplättete Küche gute Lüftungsanlagen, am Schlafzimmer einen Balkon zum Auslegen der Betten für's ganze Haus einen luftigen Trockenboden unterm Dach und vor allen Dingen im Keller neben der Waschküche einen sauberen Baderaum mit Ofen, Badewanne und Dusche. Die Räume nicht zu niedrig, nicht mit den Fen stern gespart, daß viel Licht und Sonne hineinkann, und die Wände mit guter Delfarbe bestrichen. Ein Drei- Familienhaus jo gebaut, in dem jede Familie alle Räume nebeneinander hat, ist immer noch viel billiger( die Baukosten auf die einzelnen Wohnungen verteilt) als drei Einzelfamilienhäuser, die fast primitiv eingerichtet sind. Unsere Reichsregierung würde auf diese Weise die Bauzuschüsse viel rationeller verwenden fönnen und es könnten viel mehr Gesuche berücksichtigt werden. Albin Klein. ich irrtümlich auf der Karte, die ich ie aus meinen Fingern gefallen. J ach nicht wich, als ich Selle las. Papa gern, obwohl er der unserer Mutter Karte. Als er sie unter die Augen er Er rang mühsam nach Atem und : ,, Der Herr iſt abzuweisen!" Wir Baters gelesen und sich verpflichtet geglaubt, Papa Mitteilungen über dich zu machen. Verstehst du jetzt?" Dringlicher forschten vier große Augen in den seinen. Wieder tonnte er nur den Kopf schütteln. Ich weiß nichts, aber häme mich, zu denken, euer Bater hätte sich meinetwegen so tregt Rein, Werner, nein", rief Elisabeth, er sprach ärgerlich noch einmal von Helle und nur von ihm. Dann tat er Den letzten Atemzug, che Gerda eintrat." Es war sehr still im Zimmer. Die Mädchen schluchten Draußen fangen leise die fernen Nonnen O du fröhliche Da weinten die Rujinen laut auf. Ganz und gar nicht fröhlich Thien die Weihnachtszeit! Werner wollte sie trösten: Arme Sufinen! Wie rührend gut, daß Ihr trotzdem die Fahrt von Briedelsdorf gemacht habi!" Elisabeth schluchzte hinter dem Taschentuch:„ Wir wohnten Jeit dem Begräbnis bei Ontel Karl und Tante Barbara hier in Berlin. Ihnen gehört doch Priedelsdorf jetzt." der Sturm. Mir würgte eine unerlichem an der Kehle. Das Mädchen lasse sich nicht fortschiden, sondern sprechen oder hören, wann er will ht war aschgrau, als er aufstand, um Da griff er mit der Rechten in die ch der Hüfte und fiel in den Gessel Wie Ahnen, daß es zu Ende gehe, idt ihn fort! Briefe von ihm oder gebt ungeöffnet an Werner!" amtliches Organ der Hessischen Handwerkskammer Darmstadt, verbürgte Auflage 37 500; die 30 mm breite Petitzeile( 3 mm hoch) oder deren Raum 36 Pig.; hat, wie der Titel sagt, die Handwerksmeister und Gewerbebetriebe, also Großverbraucher, als Abonnenten, die in allen rund 1000 hessischen Orten seßhaft sind. Das Blatt wird von mindestens 50 000 Personen gelesen, die Anzeigen werden beachtet! Verbürgte Gesamtauflage 100 700 Anzeigen, in diesen 5 Zeitungen veröffentlicht, werden also in allen hessischen Gemeinden und in allen Bevölkerungsfreisen von laufträftigen Personen und von interessierten Produzenten wie Verbrauchern gelesen. Wer etwas anzubieten oder zu verkaufen hat, Wer etwas sucht oder bekannt geben will, Ihre Stimme schlug um. Auch Gerdas Mund zudte merzlich. Sie war eine Fremde im Haus ihres verstorbenen Baters. Doch sollte Werner nicht denken, daß sie den Ver Dandien ihr Erbe neide: Ontel und Tante ziehen erst um Neujahr nach Priedelsdorf. Er wünscht als unser Vormund 3 wir bei ihnen bleiben. Bis also Kurt sein Erbe antritt, itfen wir immerhin im alten Heim wohnen. Weißt du übri ns, daß der Better einen englischen Kreuzer verjentt hat? apa war sehr stolz auf ihn." Werner nidte:„ Kurt versprach immer, fich als gute Sorte zeigen, und in der Marine glüdt's leichter als bei uns. Wir blagen uns bis zum Stabsoffizier oder gar General hinauf in Der Masse. Den Seeoffizier aber sehen siebzig Millionen Deut The auf der Brüde seines U- Bootes. Wenn er Glüd und Schneid hat, fliegt ihm darum bald der Pour le mérite an den Sals." Er dachte des schlichten Kreuzes am schwarz- weißen Sand, das er seit den Tagen von Brzezing als einzigen Brustmud trug. Mädchen weinten. Ihre Blicke heische sie nicht geben ehe er Helle gespro verlegen den Kopf: ,, Wie soll ich das weiter:„ Natürlich ahnte ich nicht, eren sollten. Während der Arzt und frichteten, lief ich nach den Tropfen emde vor mich: Fräulein von Dre hen zitterte bedauerte er, uns er de in der Zeitung vom Tod deines Vielleicht hatte sich Bedauern auf seinem Geficht gemalt, denn Elisabeth mahnte: Glüd hast du auch und geht doch einer schöneren Zukunft entgegen. Vergleiche dein Los mit dem der armen Vettern aus Kunzenberg, das du nun bekommst." Werner schlug die Augen nieder. Du bist nicht mein Sein halte der Vater gesagt. Also tonnte er das Majorat nie erben. Der veröffentliche seine Anzeigen in diesen Zeitungen! Machen Sie einen Versuch! Für Anzeigen, die den 4 erstgenannten Zeitungen ohne Textwechsel mehrere Male hintereinander auf gegeben werden, werden folgende Rabatte gewährt: Für 1-2 Aufnahmen 3 " 6 " - Prozent Für 12 Aufnahmen 5 18 " ** " 10 " 24 " über 26 Die Rabatte für Anzeigen, die ohne Tertwechsel in der Zeit: rere Male hintereinander aufgegeben werden, sind folgende: 15 Prozent 20 " 25 ** 30 33 " „ Hessisches Handwerk und Gewerbe" bei 3 × 5%, bei 6X 10%, bei 12X 15%, bei 24 × 20% Für größere Anzeigen( á 250 Zeilen mindestens), die öfters ohne Textwechsel erscheinen, reiche ich auf Wunsch Spezialofferte ein. Zeitungsverlag Albin Klein, Gießen( Hessen) Fernsprecher 2525 • vorm. Wilh. Keller, gegr. 1783 Noch auf der Fahrt von Trebbin nach der Ostfront hatte er vom Leben mit einer der Kusinen in Kunzenberg geträumt. Beide schienen ihm auch jetzt die liebsten und nächsten Menschen auf der Welt. Von einer jah er zur andern. Eine glüdliche Zukunft schien weber ohne Gerda noch ohne Elisabeth ju denten Die frohesten Stunden seiner Jugend hatien beide ge teilt. Des Jünglings erstes Erschauern bei Berührung mit der Frau hatte er am Arm der einen wie der anderen gespürt. Hassen würde er den Mann, der eine von ihnen zur Frau for derie. Gaben sie sein Empfinden wohl zurüd? Er dachte un willfürlicher Zärtlichkeiten die beide ihm einst schentten, ohne vielleicht von der im Verkehr vieler Jahre erwachien Liebe zu ahnen. Oft hatte Elisabeths Hand die seine in unbewußter Zärtlichkeit gesucht. Oft war Gerda bei plöglicher Berühruna feiner Finger errötet. Um den Verstummten aufzuheitern, padien die Mädchen Pfefferkuchen aus. Elisabeth enitortie eine Flasche Punsch effenz, flingelte und bat Echwester Columbe um heißes Wasser. Dann siegte der Frohsinn der Jugend über die Erinnerung an die toten Väter. • Südanlage 21 furzen Schritten. Doch wie Begleitern auf der Straße schien er auch dem Leben seiner Zeit off nachzuhinfen. Trotzdem itedte er fich weite Ziele. Karl, bu zwingit es nicht," sagte Tante Barbara nicht nur auf Spaziergängen. Er nannte sich Hifto rifer, weil er nach seiner Verabschiedung Geschichte studiert hatte Sein damaliger Wunsch, Lehrer am Kadettentorps zu werden, blieb unerfüllt. Seither mätelte er an der Zeit, die auf seine Dienste verzichtete. Mit anderen Neuerungen wedie seinen Merger namentlich die Verfügung, die aus den Premier leutnants früherer Tage Oberleutnants machte. Er blieb Premierleutnant", obwohl er den Titel nicht führte und lie ber die Anrede Herr von Drewit" hörte. Briefe mit der Aufschrift Oberleutnant a. D." wedten seinen Zorn. Auch die Steuerbehörde hatte ihn einst so genannt. Statt den Brief zu öffnen, warf er ihn in den Papierforb. Die Angaben über sein Einkommen blieben aus, und der Magistrat verhängte eine Geldstrafe. Onfel Karl zahlte nicht, sondern trug den Streit Dor Gericht. Da er den Prozeß in letter Jnitanz gewann, war sein wichtigstes Erleben. Nie trant er mit Bekannten ein las Wein, ohne davon zu erzählen und endlich mit der flachen Hand auf den Tisch zu schlagen: Also bin und bleib' ich Premierleutnant." So hien er darum in der Familie, und der Scherzname pagte gut. Auch ins Krantenzimmer watschelte er mit den furzen Schritten in einem wohl neuen, aber alimobisch geschnittenen langichößigen Gehrod. Um den Stehfragen Lag eine schmale schwarze Binde und über den fahlen Lippen bes tubenbleichen Gefichts der lang ausgezwirnte einsgraue Enurt " ubenbleichen Gesichts der lang ausgezwirnte eisgraue Schnurr Die noch soldatisch steife Gestalt wat hoch und hager. Die beweglichere Tante Bärbchen tänzelte tlein und runblich neben hm Langit hatte sie sich an gleich turze Schritte wie der Mann ewöhnt. Nach heiterem Plaudern schieden die Mädchen und brachten am nächsten Nachmittag Ontel Karl und Tante Barbara Dres wig mit. Premierleutnants" hießen sie in der oft ihre Struis len verlachenden Familie Die Tante glaubte fich in jungen Jahren von einem Legationsjekretär geliebt Eeit der alte Vers ehrer Botschafter war, geitand fie gern, er habe einst um ihre Hand gebeten, und schalt fich töricht, weil sie ein grejes Los in der Lebenslotterie verschleudert hatte. Brieje wechselte sie noch heute mit ihm. Seine Bilder als Legitationsrat, Gesandter, Botschafter und Major der Landwehrtavallerie[ dmüdten Tijd und Wand ihres 3immers. Wenn Verwandte davorstanden töhnte sie mit bedauerndem Blid auf den von ihr doch innig celiebten Ontel Karl: Wenn ich gewollt hätte, wäre ich bevie Exzellenz!" 3hr Mann törte das Scufzen rüher mit nach tigem Schmunzeln. Gestern abend hatien Gerda und Elilabeth erzählt, daß er sich seit Kriegsausbrum oft vor die Bilder stelle und lache: Bärbchen, ums Haar wärest du Botschafterin Dann wagtest du dich jetzt nur mit tugelfeitem Schleier über ble Straße, weil Diplomaien unter Pari teben!" Der Onfe me unter dem alten Kaiser Garde- feldartillerift gemejen. Wäh rend der Manöver fuhr ein Gejdüz über seine Füle und zer quetschte die Zehen. Ter Abschied bratte ihm den e mierleutnant und die Verlegung den watscheinden Cemit Wieder hörte Werner Vorwürfe über sein spätes Schreiben. Wernsheim ging aus dem 3immer. Die Damen nahmen auf Stühlen Plat. Der Onfel fetzte fich auf die Betttante und egte, Herr v. d Helle wohne in der Roonstraße, aber sei auf Reifen. Dann wollte er vom Tod des Generals, von den Tagen von Brzezing und von des Neffen Erleben hören. Werner erzählte, aber weber bie Lungenentzündung noch er Lanzenstich schienen dem Onfel vieler Worte wert. Er ebte fi bald zu den Damen: Eine Kanone ist doch das 3 merite und auch im Manöver nicht leichter als im Kriege." vickung- folgt Samstag, den 12. November 1927. ,, Gießener Zeitung" NWK WoLe NWK Universal- ReichssteuerKassebuch mehrach gesetzlich geschützt enthält Spezialeindrucke für jedes Geschäft z. B. für ,, Gastwirtschaften" ,,, Bäckereien", ,, Gärtnereien" ,,, Glasereien" ,,, Landwirtschaftsbetriebe" ,,, Maler u. Weissbinder" ,,, Maureru. Baugeschäfte" ,,, Metzgereien" ,,, Polstereien und Sattlereien" ,,, Schlossereien" ,,, Schmiedereien", Schneiderbetriebe" ,,, Schreinereien", ,, Schuhmachereien" ,,, Spenglereien", offene ,, Ladengeschäfte" ,,, Modistinnen", 33 , Weissnähereien" ,,, Architekten", ,, Aerzte" und ,, Agenturen". 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Jahrgang Politische Tag Die preußische Regierung foll, t Kurie in ernsthaften Verhandlunge рефе * Aus dem jegt herausgekommenen When Staates für 1928 ist zu ersehen in Preußen ca. 72 000 Staatsbedienftet ngededter Betrag von 74 Millionen die Beamtenbesoldung aufzubringen if Die deutsche Reichsregier tige Entscheidung der polnisch- obersch Billerband für die Dezembertagung. * Der Reichsfinanzminister casschuß für Kriegsbeschädigtenfragen ein Reichsfinanzministerium eine St will * Reichsbankpräsident Dr, Schah die 2,5 Milliarden Auslands- Schuld nähernd so viel ausmachen, wie di für Stadten, Schwimmbäder, Anlagen nde, Festhallen, Theater. und Muse * Auf dem Festessen der Berliner pler Dr. Marg seine Münchener hwierigkeiten der Schaffung eines * Heute tagt der Berwaltungsrat les Jahr noch 100 Millionen Mart Erhöhung des Bortos tommt jedoch * Weite Teile Chinas sind, wi ausichug mitgeteilt wurde, von ein bedroht. Adolf Joffe, erster Sowje in Mostau Selbstmord verübt. angeblich Nervenzerrüttung. Wahlergebnis Bei außerordentlich geringer S 51,4 Prozent, auf dem Lande auch haben, die Wahlen zum Hessischen gezeitigt( die eingeklammerten 30 wahlen von 1924): Teutsche V Itspa iet 51 638 Stimm Deuticnationale Bpt. 2.013 Demokraten ndbund 87750 61067 Folks echtpartei 24166 Hent um 85448 Soya demokraten 157289 Rommuniiten 41160 " Durchschnittlich ist ein Stim verzeichnen, bei den Deutschnatio Lediglich die Kommunisten habe verzeichnen. Das Bremer M Mit dem Teilergebnis für di Jad und Bremerhaven verteilen famte Bremische Staatsgebiet no Ergebnis folgendermaßen auf die ( 46), Bürgerliche Einheitsliste 36( munisten 10( 9), Haus- und Grun Seim und Scholle 1( 1), Volksred Das Wahlergebnis für d Die im Hauptausschuß ver haben in 121 Wahlbezirken 318 Ve männer zu verzeichnen. Auf den gehilfenverband entfallen davon Erfagmänner. Die im Afabu telltenverbände haben in den en fans und 113 Ersatzmänner zu gruppen find dementsprechend 6 V mer gewählt worden.( Die Wah ds. Mis. und Anfang Dezember Teilergebnis natürlich noch keine Die Ergebnisse zeigen deutlich, zahr der Angestellten die Politik Bundes in der Angestellten- Bersid Die Berteilung der Mandate Die Angestelltenwa Bürgerliche Arbeitsgemeinsc Danziger Hausbesikerpartei Deutsch- Danziger Boltspartei