Nr. 23. Gießener Zeitung Die vielen Fußgänger schienen der so dreinschauenden Wüstentönigin" völlig e waren für sie eben nichts weiter als erfolggewohnten„ Star" des Zirtus Borstellungen ja hinlänglich bekannt eresse legte die seltsame Spaziergänge 1 auf den Veranden der vornehmen Re an den Tag, aber fein Lokalinhaber den Kapitän Schneider( dies war der Bestie) samt seiner Begleiterin einzu thalbstündigem Spaziergang fehrten die traßen- Passanten in den ,, Zirtus der id. Die Leute aber hatten wieder mal Neue Bücher. n:„ Das Urwaldschiff". Ein Buch vom verband der Bücherfreunde, Wegweiser rlin- Charlottenburg 2. Die uralte, un te Sehnsucht im Menschen, fremde Län der michrfach um den Erdball gereiste n seinem neuesten Werte ,, Das Urwald es vortrefflichen Romans gemacht. Preis .R.- M. 3,10. Mit diesem Werte hat al bewiesen, wie überaus leistungsfähig eins. 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Für Aufbewahrung oder Rüd Jenbung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 40. Jahrgang Portoerhöhung der erste Schritt zu einer neuen Inflation. Von J. Max Koch. In letzter Stunde wird von einem erfahrenen Geschäftsmann bringend vor der geplanten Portoerhöhung gewarnt, da diese unwiderruflich eine neue Inflation herbeiführen wird, gerade zu einer Zeit, in der das Wirtschaftsleben im Begriffe ift, fich langsam zu erholen. Die geplanten Lasten sind untrag bar, wie sich aus folgendem Beispiel ergibt: ,, Ein fleiner Fabrikant benötigt jährlich an Porto für Propaganda 20 000 Reichsmart, welche sich bei der geplanten Erhöhung auf 30 000 Reichsmart erhöhen würden. Es fällt schon bei den jetzigen Portojätzen unsagbar schwer, diese Unfosten zu tragen, denn es dürfte auch der Reichspostverwaltung nicht unbekannt sein, daß die gesamte Geschäftswelt totge= steuert ist und gegenwärtig unmöglich neue Lasten auf sich nehmen kann, die sie unweigerlich ins Verderben stürzen würde. Von was sollen in vorliegendem Falle die 10 000 Reichsmart Mehrkosten gededt werden? Durch erhöhte Breise? Diese würden unbedingt einen Rüdgang des Umjazzes bedeuten. Die weitere Folge ist eine unvermeidliche Lohnerhöhung für die Arbeiterschaft, die ja selbstverständlich die erhöhten Preise bei den jetzigen Löhnen auch nicht bezahlen kann. Die weitere Folge bei Lohnerhöhung ist eine weitere Erhöhung der Preise usw., sodaß wir schon von vorn= herein wieder in der schönsten Inflation drinn wären. Diese tann aber die deutsche Wirtschaft zur Zeit nicht aushalten." Drud. Verlag und Expedition: Gießen, Südanlage 21 Fernsprecher Nr. 1362 Postichedkonto Nr. 8437 Amt Frankfurt a. M. Sonnabend, den 11. Juni 1927 Schon diese Teilergebnisse zeigen, wie groß der Anteil der Kleinbetriebe an der Volkswirtschaft ist, und ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreise: die 30mm breite Petitzeile auswärts 24 Pig. lokal 12 Pig., die 90mm breite Reflame- Petitzeile 96 Pig. Playvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholungen Rabatt. für Bollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Das Nummer 24 man geht nicht fehl in der Annahme, daß die anderen Eigentum im Spiegel der Gesetzgebung, deutschen Staaten ähnliche Ergebnisse aufweisen werden. Mindestens ein Drittel aller im Handwerksbe trieb beschäftigten Personen verdienen ihr Brot in Kleinbetrieben! Der Prozentsatz würde auf 50-60 steigen, wenn man die Alleinbetriebe in die Berech nung hineinziehen würde. Man übertreibt wohl nicht, wenn man die Gesamtzahl aller in mittelständlerischen Betrieben beschäftigten Personen in Deutschland auf 12 bis 14 Millionen schätzt. Der neue Strafgeseßentwurf. Nach seinem Weg durch den Reichsrat, wo er in eingehender Beratung vielfache einschneidende Veränderungen erfahren hat, ist der Entwurf des neuen Strafgesetzbuches nunmehr dem Reichstag zugegangen. Er zerfällt in 413 Paragraphen. Das erste Buch behandelt in§ 1-374 die Verbrechen und Vergehen, das zweite Buch(§ 375- Schluß) die Uebertretungen. Eine ausführliche Begründung ist beigefügt, in der auch zur Erleichterung von Vergleichen die Paragraphen des geltenden und des kommenden Strafgesetzbuches einander gegenübergestellt sind. Ueber die wichtige Frage der Rechtsangleichung mit Oesterreich heißt es in der Begründung u. a.:,,Ueber die großen Ziele der Reform besteht in Desterreich und in Deutschland seit langem Einverständnis; daß es gelungen ist, auch in den Einzelheiten zu einer Uebereinstimmung zu gelangen, ist ein schönes Zeichen dafür, wie sehr die sittlichen Grundanschauungen in den beiden Bruderländern übereinDas Opfer ist gering, gemessen an dem hohen Ziele, der Praxis und der Wissenschaft in beiden Ländern eine einheitliche Grundlage und der kulturellen Gemeinschaft der deutschen Stämme einen sichtbaren Ausdruck zu geben." In zwei Anlagen, die der Vorlage beigefügt sind, wird die Frage der Strafrechtsreform in der ausländischen Gesetzgebung und die Entwicklung der Kriminalität im Deutschen Reiche seit 1882 dargestellt. Verfasser dieses weist besonders auf einen Artikel hin, in welchem er bereits im August 1923 eine feste Währung: 1 Million Papiermark= 1 Goldmark forderte, die Reichsregierung hat aber s. 3t. in den November hinein gewartet und dann bei einer Billion stabilisiert! War dies nötig bei einiger maßen Einsicht? Ich führe das Beispiel nur an, um zu bestimmen. weisen, wie recht ich. 3t. hatte! Wie recht ich diesmal haben werde, wenn die Reichspostverwaltung nicht noch in letzter Stunde von ihrer Forderung zurüdtritt, wird die Zukunft ergeben. Es wird auch keinesfalls die gewünschte Mehreinnahme herauskommen, denn der Geschäftsmann wird notgebrungen nicht in der jetzigen Höhe Propaganda betreiben fönnen, was für die Post einen großen Ausfall bedeutet, nicht aber nur für das Reklameporto, sondern auch für den hierdurch bedingten Ausfall des Paketverkehrs, was ebenfalls wieder einen Ausfall für Zahlungsanweisungen nach sich zieht, ganz abgesehen von dem Briefporto, das durch die Hin und Her= forrespondenz infolge der fehlenden Drucksachenreklame wegfällt. Es ist höchste Zeit, daß sich die maßgebenden Stellen flar werden und in zwölfter Stunde die geradezu wahnsinnig anmutende Forderung unterbindet. Die Post ist in letzter Zeit in der Lage, Tausende und Abertausende von Luxus- Gesell schafts- Wagen anzuschaffen, woher nimmt sie hierfür das Geld? Sollen vielleicht auf Kosten der Geschäftsleute weitere Gesellschaftsautos, die wie Pilze aus der Erde schießen, angeschafft werden? Es laufen viele Wagen in Deutschland, die unrentabel arbeiten. Was wird in einigen Jahren, wenn die Wagen verbraucht sind? Zu was braucht die Post Gesellschafts: wagen anzuschaffen? Dieses Geschäft kann nur der Privat anternehmer, der gleichzeitig Reparaturwerkstätten besitzt und infolge persönlicher Beziehungen eine ganz andere Propaganda entfalten kann, einigermaßen gewinnbringend gestalten. A Wochenrückblick. Rechtsprechung und Verwaltung. Dieses Thema hat in ausgezeichneter Weise Herr Professor Dr. Bredt Marburg auf der kürz lich stattgefundenen Tagung des Preußischen Lan desverbandes der Hausbesitzervereine in Erfurt behandelt. Die Ausführungen des Redners bedeuten eine Auseinandersetzung mit den heute vielfach herrschenden Eigentumsbegriffen in Gesetzgebung und Verwaltung. Wir lassen deshalb die Rede nachstehend auszugsweise folgen. Dr. Bredt führte etwa folgendes aus: 3wei xampffelder des Hausbesitzes sind auseinanderzuhalten: der Atau der 3wangswirtschaft und die Erhaltung des Eigentums. Diese beiden Forderungen muß man streng auseinanderhalten, denn sie haben nichts miteinander zu tun. Wir fönnen uns vorstel len, daß, wenn die Zwangswirtschaft nicht mehr bestünde, das Eigentum in seiner Rente usw. angegriffen würde. So wäre es vielleicht gekommen, wenn wir die Inflation nicht gehabt hätten. Wir gehen hoffentlich dem Tage bald entgegen, an dem die Zwangswirtschaft verschwindet. Wir müssen deshalb auf den zweiten Punkt, auf die Erhaltung des Eigentums, beson ders eingehen. Wie hat sich der Eigentumsbegriff im Laufe der Zeit herausgebildet? Wenn man die Schriften der Bodenreformer liest, dann findet man den alten Satz: Es muß der römisch rechtliche Eigentumsbegriff ersetzt werden durch den deutschrechtlichen. Der römisch- und deutsch- rechtliche Eigentumsbe. griff haben teine tlar umrissene Grenze. Der eine ist also nicht ohne weiteres durch den anderen zu ersetzen Der römisch- recht liche Begriff ist der weitestgehende Eigentumsbegriff. Die Römer haben ein ziemlich schrankenloses Eigentum gehabt. Der römisch- rechtliche Eigentumsbegriff ist so weit durchgeführt ge wesen, als er überhaupt durchführbar ist. Bei den alten Ger manen hat er nicht gegolten. Erst in der Hohenstaufenzeit hat sich der germanische Eigentumsbegriff durchgebildet. Er bes steht darin, daß sich mehrere Obereigentümer übereinanderschachteln. Der Grundgedante ist der, daß dem deutschen Kaiser mehr oder weniger das Reich gehört, daß darunter ein nutzbares Lehnseigentum besteht und daß darunter wieder die an sässigen Leute( Bauern, Großgrundbesitzer, Ritter) auf dem Grund und Boden selbst sitzen. Ein Grundeigentum also, das diesem oder jenem gehört, ist nicht vorhanden. Der einzelne hat ein Nutzungsrecht am Boden: Lehnsmann, Fürst, Kaiser. Neben dieser lehensrechtlichen Gebundenheit hat es auch freien Grund und Boden gegeben. Es sei erinnert an die Brüder vom deutschen Hause" in Gustav Freytags ,, Ahnen". Der Streit des Landgrafen von Thüringen mit dem Herrn Joo, der dem Landgrafen nicht lehnspflichtig sein will, endet damit, daß Herr Jvo von Haus und Hof vertrieben wird und der Landgraf einen neuen Lehnsmann einsetzt. Diese Gebundenheit des In China rüden die Truppen der Südarmee unaufhaltsam vorwärts. Die Leitung der Nordarmee hat schon in Erwägung gezogen, Peting tampflos aufzugeben, ein typisches Zeichen für die Machtlosigkeit. In Europa ist zwischen Albanien und Jugoslawien ein neuer Konflikt ausgebrochen. Man hatte in Albanien einen untergeordneten Dolmetscher, welcher der Spio- Grundeigentums, dieses Uebereinanderschichten von Unter- und nage verdächtigt war, auf seinem Landgut verhaftet; Jugoslawien stellte dies als einen groben Völkerrechtsbruch, begangen an einem seiner Beamten, dar, und verlangte für sein diplomatisches Personal in Albanien die Pässe, welche nach längerem Zögern ausgehändigt wurden. Die Lage ist nun gespannter, wie sie jemals vorher war. Albanien hat den Völkerbund angerufen. In Rumänien ist es zu einer Kabinettskrise gekommen. Der König hat selbst den Ministerpräsidenten muß in den nächsten Tagen die Forderung jedes Deutsch en Avarescu auffordern lassen, unverzüglich zu demissiofein! Weg mit den Post- Gesellschaftswagen! Keine Portoerhöhung! Vom Mittelstand. Man hat den Mittelstand als einen„ sterbenden Stand" bezeichnet, um den es sich nicht lohnte, viel Geschrei zu machen. Die Ergebnisse der gewerblichen Betriebszählung aus dem Jahre 1925, die das Statistische Reichsamt soeben veröffentlicht hat, erweisen das Gegenteil. Die Betriebe sind in dieser Statistik eingeteilt in Alleinbetriebe und in Betriebe mit 500 beschäftigten Personen. Die Statistik zeigt nun, daß gerade die Kleinbetriebe, nämlich solche, die bis zu fünf Personen beschäftigen, für die Wirtschaft von viel größerer Bedeutung sind wie die Großbetriebe. Den Anteil dieser Kleinbetriebe an der Gesamtzahl der zum Handelsgewerbe rechnenden Betriebe zeigt folgende Uebersicht: Land Bayern Gesamtzahl Mit bis der Betriebe 5 Pers. 126 425 72 203 % 57,1 Württemberg 38 721 22541 58,2 Hamburg 44 693 22 299 49,9 Mecklenburg- Schwerin 10 131 5 096 50,3 Oldenburg 7971 4962 Braunschweig 10157 Anhalt 5 867 3 491 5 141 3 003 1648 62,2 50,6 51,1 Lübeck - nieren. - In der französischen Kammer dürfte es in den nächsten Tagen zu heftigen Debatten kommen. Das Heeresbudget steht zur Beratung, ein neuer Zolltarif u. a. Poincaré wurde schon auf einer der letzten Sitzungen so stark angegriffen, daß man bei den weiteren Beratungen mit einer Krise rechnen kann, falls er es nicht wieder mit großen Phrasen versteht ,, im Interesse der Sicherheit Frankreichs" die ihm Widerstrebenden zusammenzufassen. Die Wirbesturmitatastrophe hat nicht nur in Holland, sondern auch in Norddeutschland ihre Opfer gefordert. Schauerlich lauten die Berichte, die von der ungeheuren Gewalt des alles verheerenden Luftwirbels sprechen. Der Reichspräsident hat auf seiner Reise durch die Nordmark auch den groBen Uebermeerdamm bei der Insel Sylt eröffnet, der ein neues Wunderwerk deutschen Fleißes und deutscher Technik darstellt. Nachdem der Flieger Lindbergh in der letzten Woche nach glücklichem Fluge von Newyork aus in Paris landen konnte, hatte sich der Flieger Chamberlain Deutschland als Ziel ausersehen. Leider mußte er, ehe er Berlin erreichen konnte, zweimal notlanden. Die Leistung ist noch größer als die Lindberghs. Erstens ist die Strecke länger, zweitens hatte Chamberlain noch einen Passagier. In Mainz trafen in der letzten Woche die Vertreter der Nord- und Ostmart ein, festlich empfangen. Die Vertreter der verschiedenen hart bedrängten Randgebiete gelobten dabei festen Zusammenhalt und unverbrüdliche Treue zum 47,2 Wohle eines einigen und erstarkenden Deutschlands. Obereigentum hat selbstverständlich auch eine soziale Gebundenheit des Menschen, der auf dem Hofe wohnt, zur Folge. Der Bauer war gebunden an seine Scholle. Der Mensch und das Grundstück gehörten zusammen. Wenn der Fürst Grundbesitz faufte oder verkaufte, wurde der Mensch mitgekauft oder verfauft, ein Auswandern in fremdes Gebiet war nicht möglich. DEUTZ kompressorlose Dieselmotoren 7-10 PS hoch überlustbar betriebsicher einfach unverwlistlich preiswert 5240 15-25 PS MOTORENFABRIK DEUTZ A- G. Zweigniederlg. FRANKFURT/ M. Taunusstr.10 Sonnabend, den 11. Juni 1927. Ein staatliches Obereigentum( staatliches Erbbaurecht), wie A. Damaschte will, ist in unserer heutigen Zeit der Freizügigfeit und der Industrialisierung nicht mehr möglich. Diejenigen, die ein Eigentum fordern, auf dem der Mensch festsitzt, find Phantasten. Es hat aber auch Bauern gegeben, die sich gegenüber dem Fürsten behauptet haben. In den freien Reichsstädten hat sich ein freies Eigentum erhalten. Eine interessante Erscheinung in jener Zeit sind die Freibauern in Westfalen. Sie sind diejenigen gewesen, die sich gegen die Fürsten durchgesetzt haben Wo die westfälischen Freibauern im Kampfe mit dem Fürsten stehen, erkennen sie die Gerichtsbarkeit des Fürsten nicht mehr an. Sie greifen zur politischen Selbsthuse, der Feme. Hierüber berichtet 3mmermann in seinem„ Oberhof": Die Bauern jizen selbst unter der Femlinde zu Gericht. Die soziale Gebundenheit hat sich bis zur Franzosenzeit erhalten, als die Landstände verschwanden und der absolute Für stenstaat errichtet wurde. Der Eigentumsbegriff hat sich voll und ganz erhalten. In Preußen ist Freiherr Dom Stein derjenige gewesen, der Wandel geschaffen hat. Alle Parteien nehmen vom Stein in Anspruch, obwohl er für das freie Eigentum eingetreten ist! In der französischen Revolution( 1789) hat es fich nicht etwa um die Beseitigung des Eigentums gehandelt, sondern um die Beseitigung der alten Feudalrechte. Es war eine Revolution des Dritten Standes, aljo eine absolut bürger liche Revolution. Die Feudalrechte wurden restlos abgeschafft, die Bauern erhielten jetzt den Hof zum freien Eigentum, fie bewirtschafteten ihn auf eigene Rechnung und Gefahr. Der alte germanische Eigentumsbegriff wurde durch den römischrechtlichen ersetzt. Auf dieser Grundlage hat Frankreich einen sehr schnellen Aufschwung genommen. Die Intelligenz des einzelnen Mannes war jetzt ausschlaggebend! Dies zeigte sich auch bereits bei einem Einzelgefecht vor der Schlacht bei Jena, bei dem die geschlossenen, gebundenen preußischen Formationen von den losen französischen Schüßenlinien aufgerieben wurden und dessen Ausgang den Berlauf der Schlacht entscheiden mußte. Mit dem alten gefesselten Bürgertum fonnte nichts erreicht werden. Was Gneisenau auf Grund des erlebten Borpostengefechtes, indem sich die Intelligenz des einzelnen entscheidend auswirkte, auf militärischem Gebiet gemacht hat, das hat Freiherr vom Stein auf wirtschaftspolitischem Gebiete getan. Die französische Revolution hat die Volkssouveränität eingeführt, die Napoleon, wenn auch nicht beachtet, so doch der Form nach anerkannt hat. In Preußen hat in jener Zeit niemand an eine Boltssouveränität gedacht. Freiherr vom Stein hat daher die Volts. souveränität in der untersten Stufe, und zwar da, wo die Rechte des Königs nicht hinreichten, ausgebaut. Er hat die Selbstver waltung der Städte geschaffen. Auf dem platten Lande voll30g sich dieser Wandel nicht so leicht, wie in den Stadten. Ein Rittergut bestand nicht aus Herren- und Bauernhof, sondern aus dem Herrenhause und so- und sovielen Bauernhäusern. Die Bauern mußten das ganze Rittergut bewirtschaften, der Ertrag wurde geteilt, das Ganze bildete aber eine unteibare Masse. Herr und Bauern waren eine Zwangsgemeinschaft. Dieses Verhältnis zu lösen, dem Herrn sein Grundeigentum und dem Bauern Grundeigentum zu geben, war das Werk der Bauernbefreiung von dem Freiherrn vom Stein. Die Aufhebung der Leibeigenschaft bedeutete nur eine Geste. Durch die Trennung der Gutsherrschaft von Bauernherrschaft war auf dem Lande das römisch- rechtliche Eigentum eingeführt. Dieses Werk war erst in den vierziger Jahren durchgeführt. Die damals zu diesem Zwede gebildeten Generalfommissionen haben sich bis heute, allerdings mit anderen Aufgaben, wie Verkoppelung, Zusammenlegung, erhalten. Freiherr vom Stein ist also derjenige gewesen, der das römisch- rechtliche Eigentum eingeführt hat. In damaliger Zeit wurde auch ein grundbuchamtliches Eigentum geschaffen. Freiherrn vom Stein und seinen Nachfolgern ist es nicht möglic) gewesen, eine Selbstverwaltung für das Land zu schaffen. Dies geschah erst 1872 durch die Kreisordnung. In den Städten Schlitz und Schlitzerland. ( Schluß.) Die hochragende massige Vorderburg mit dem starten vieredigen Turm und den beiden Renaissanceflügeln bildete einst den Schutz des Obertors, dessen Reste heute noch zu sehen sind. Sie steht auf den Mauern der ältesten romanischen Vorderburg und trägt noch stilvolle gotische Türgewandungen im Erdgeschoß. Ein alter überdedter Leierbrunnen und ein malerisches Treppentürmchen fallen in die Augen. Am Benderhaus und dem erdigungen über diese Haube ein lang hinabfallendes Tuch, den gotischen Rathaus vorbei, geht der Weg zur Hinterburg, deren 35 Meter hoher runder Bergfried mit zu den drei ragenden Wahrzeichen von Schlitz gehört. Das zweite Burghaus der Vorderburg fällt durch den hübschen Treppenturm und den mächtigen Barodgiebel von majestätischer Ruhe auf. Den Weg hinab gelangt man zur Schachtenburg, einem von Wilhelm von Schachten, einem Görgischen Tochtermann, 1557 erbauten Burghaus. Der Marktplatz mit hochgiebeligen, alten Bürgerhäusern und dem turmgekrönten Rathaus, in dem noch die Bürgerglocke hängt, und von dessen Dach bei Festtagen die alte Stadtfahne weht, ist flankiert von der Ottoburg, einem mächtigen, von Otto Hartmann von Schlitz gen. von Görtz erbauten Palastbau mit drei gedrungenen Edtürmen. Wenn der Mondschein die alten Giebel versilbert und tiefe Schatten in die engen Straßen wirft, wenn der Marktbrunnen noch wie vor Jahrhunderten in das gotische Beden plätschert und von ferne ein altes Volks lied klingt, dann atmet man noch heute den stillen Zauber einer mittelalterlichen Stadt. Wir gehen durch ein Gäßchen, in dem einst das Niedertor seinen düsteren Bogen spannte, den Stadtberg hinab an dem alten Brauhaus vorbei nach dem dervol. gepflegten Schloßgarten mit uralten, zum Teil seltenen aumen, den Graf Carl in seiner heutigen Gestalt geschaffen hat. Dori liegt die Hallenburg, ein schlichter Bau des 18. Jahrhunderts, die Residenz der jetzigen Grafenfamilie. Ein Gang durch das Schlitzerland möge nunmehr folgen. Geschäfte zu verrichten, führt den Landbewohner oft zum Städtchen. Dabei hat es gar mancher mit dem Heimweg nicht sehr eilig. Ihm ist das nicht zu verdenken, denn Schlitz ist nach | 11 Gießener Zeitung" wurde auch alles aufgehoben, was noch an Feudalrechten vorhanden war. Unter Freiherr vom Stein wurde das Hausbejizerprivileg eingeführt, nach welchem sich zwei Drittel der Stadtverordneten aus Hausbesikern zusammensetzten. Später wurde diese Zahlen auf die Hälfte der Stadtverordneten herabgesezt. Die Einführung des römisch- rechtlichen Eigentums war die bedeutendste Errungenschaft in jener Zeit. In der franzöfifchen Revolution hatte man fein Vorbild für eine Staatsverfassung. 16 Jahre vorher haben sich die Bereinigten Staaten von Nordamerifa von England losgesagt und sich eine eigene Verfassung gegeben. Frankreich hatte aber insofern Beziehungen, als Lafayette im amerikanischen Freiheitskriege mitgefochten hatte. Die Verfassung des Freistaates wurde einfach in die Deklaration der Droits des hommes et citogen" übernommen. Es findet sich hier zum erstenmal das Programm des freien Grundeigentums. Die wörtliche Lieberjetzung aus der Verfassung von Virginien lautet:„ Das Eigen tum ist ein unverletzliches und heiliges Recht. Niemand lann jein Eigentum entzogen werden, wenn es nicht dringende öffent liche Notwendigkeit erfordert, die durch Gesetz festgestellt ist. und unter der Bedingung einer gerechten und im voraus zahl baren Entschädigung". In ungefähr gleichem Wortlaut war dieser Satz auch in die Verfassung von 1830 aufgenommen wor den. Auch in der preußischen Verfassung von 1848 bleibt die Unverleglichkeit des Eigentums gewährleistet; nur nach Maß gabe des Gesetzes fann das Eigentum entzogen oder beschränkt werden. Neben der preußischen Bewegung ging auch eine Reichsbewegung im Jahre 1848 her. In der Baulskirche in Frankfurt a. M. wurde eine Verfassung beschlossen, die aller dings nicht in Kraft getreten ist. Sie ging vollständig mit der preußischen Berfassung tonjorm. Selbst dem König sollte es verboten sein, das Eigentum noch in Form eines Fideitommisses zu erhalten. Frei, teilbar, veräußerbar, verpfändbar soll das Grundeigentum sein, das ist das Schlagwort Im Jahre 1848 ist alles noch beherrscht von den freiheitlichen Ideen der französischen Revolution: Freizügigkeit, Gewerbefreiheit, Niederlassungsrecht, Freiheit des Grundeigentums. Zwischen den Jahren 1848 und 1918 haben wir in Deutsch land eine innere fulturelle Entwicklung durchgemacht. Ganz langsam beginnt sich der soziale Staat geltend zu machen. Den Umschwung im Eigentumsbegriff bringt das Baufluchtengeseh von 1875. Es enthält schon die ersten leisen Beschränkungen des Eigentums. Immer mehr dringt der Gedante durch, daß wohl das Haus verkauft werden kann, aber nur, wenn bestimmte Lasten getragen werden. Weitere Beschränkungen fommen dann in Bauordnungen, in Polizeivorschriften, in den nachbarrechtlichen Beziehungen zum Ausdrud. Ein bestimmtes Gesetz, mit dem ein neuer Eigentumsbegriff eingeführt worden wäre, läßt sich nicht nennen. Die Entwidlung vollzog sich von 1848 Warum kaufen Sie im Spezialgeschäft am vorteilhaftesten? Sie finden dort größte Auswahl beste Qualitäten billigste Preise Wenn Sie deshalb etwas nötig haben, versäumen Sie nicht, Ihre Einkäufe im Spezial- Wollgeschäft ELSE DITTMAR Fernruf 2423 GIESSEN Löwengasse 20 zu besorgen. Stricksachen:: Wollgarne:: Strümpfe dem Volksmund eine Tagereise. Selbstverständlich müssen dabei auch die leiblichen Bedürfnisse befriedigt werden. Kommt er dann in vergnügter Stimmung zurüd, so muß er sich woh! neden lassen: Du hast den Hinterturm gesehen. Besonders gut trifft es der Fremde, wenn er an einem der vier Markttage nach Schlitz kommt. Dann fann er die ganze Jugend des Schlitzerlandes, besonders aber die Mädchen in ihrer wundervollen malerischen Tracht sehen: farbenfroh an Schürzen und Bändern, die den kurzen Faltenrod bedecken, so buntschillernd und doch so geschmackvoll, wie man selten an Trachten sieht. Die Füße steden in hellblauen Zwickelstrümpfen und zierlichen Halbschuhen, die bei den kurzen und zahlreichen schweren Röden einen besonders schwingenden Gang erfordern, der von Jugend auf geübt wird. Werktags ist das„ Auftreten" in den gestridten und gestickten und kunstvoll gesteppten Lappenstiefeln, Firwes" genannt, oder in Holzschuhen weniger graziös. Der Oberkörper der Schlitzerländerin steckt in einer enganliegenden Jacke oder im Sommer in einem furzen Mieder mit buntfarbigem Brusttuch oder in einem bunten, meist schwarz mit rot geftidten ,, Motzen". Das Haar ist gescheitelt und mit einem schwarzen Samtband verziert. Die alten Frauen, die ganz in Dunkel gehen, tragen beim Abendmahl noch die hinten hochgestellte Bänderhaube, die nächsten weiblichen Angehörigen bei Be,, Schleier". Schade, daß die Männer ihre kleidjame Tracht aufgegeben haben: blaue Strümpfe, weiß- hirschlederne Hosen. blauer Wams ,,, Aermelding" genannt, blauer Kittel oder langer, dunkelblauer Kirchenrod, niedere oder auch hohe Pelzmütze. Die Sprache ist völlig ein Sprachidiom für sich, noch beinahe mittelalterlich. Sie enthält Ausdrücke, die es sonst nicht mehr gibt. Der Schlitzerländer hat, wie der Oberhesse, zu dem er gehört, Rasse. Er erschließt sich nur langsam, aber dann dem, was er für richtig erkannt hat, ganz. Er hält treu und zäh zu den Sitten der Väter, treu zu seinem evangelischen Glauben, für dessen Erhaltung er im Dreißigjährigen Kriege gekämpft hat. Ehrwürdige Alter und Heiligtümer birgt auch das übrige Schlitzerland. Hoch über den Kreutersgrund ragt der Sens gersberg empor, ein uralter germanischer Ringwall, die älteste Flichburg des Schliherlandes aus vorgeschichtlicher Zeit. Und Nr. 24. Auch gegen Teilzahlung erhalten Sie ein Sonnabend, ben 11. Juni 1927. 4 Bei der Rechtsstaatsidee ist es umgekehrt: und die Familie als Zelle des Ganzen, ber Notbehelf zur Aufrechterhaltung der Ordnun Um diese beiden großen Joeengegenfäh jahrtsstaat und Rechtsstaat, dreht sich alles Politit. Man kann aber nicht sagen, wir si Wohlfahrtsstaates und machen bei der Tagun Grundbejihes mit. Wenn der Eigentumsbega wird, dann fällt alles andere mit, wie die Eigentums die Gebundenheit des Rechtes g gibt bereits heute teine Bewegungsfreiheit met fann nicht fündigen; er fann nicht dahin geh hier it. Die Gebundenheit des Grundeigentu Presto * Fahrrad.✶ Es ist allerbeste Qualität, zu billigstem Preis. Verkauf durch: Jakob Schupp, Gießen Seltersweg 83. Gebundenheit des Menschen mit sich. Man Grundbejih nicht aus den ganzen politis ausnehmen. Es gibt nur ein Entwederoder. das Grundeigentum ist das Vorpostengefecht, in um die beiden Grundgegensätze ausgefochten er dieje Borpoftenstellung mit aller Arait hal jen für eine ganz große Staatsauffassung, ja anschauung. Wenn der Freiherr vom Stein teien in Anspruch genommen wird- wir könn Linie in Anspruch nehmen. Wir gehen an di unferer ganzen Entschlossenheit heran. Wir einen großen, gewaltigen, aber ruhigen, fachlic Wir stehen fest und treu zusammen: wi date Haus und Grundbesiz. bis 1918 langsam, bis schließlich in der jetzigen Reichsverfassung jestgesetzt wurde:„ Der Inhalt und die Schranken des Eigentums ergeben sich aus dem Gesetz." Es wird wohl ein Eigentum gewährleistet, aber welchen Inhalt es hat, ergibt sich erst aus dem Gesetz. Das Eigentum ist mit einer verschlossenen Flasche zu vergleichen, auf dessen Etikett„ Eigentum" steht was aber in der Flasche enthalten i, steht nicht fest. Der sigen tumsbegriff ist ein Kautschutball in der Hand des Staates geworden! Eine Enteignung fann nur zum Wohl der Allgemein heit und auf gesetzlicher Grundlage vorgenommen werden; sie erfolgt gegen angemessene Entschädigung, soweit nicht ein Reichsgejez etwas anderes bestimmt. Das Erbrecht ist in der Reichsverfassung genau so abgebogen worden. Es wird nach Maßgabe des bürgerlichen Rechtes gewährleistet. Der Anteil des Staates am Erbgut bestimmt sich nach dem Gejet. Der Staat beansprucht für sich heute 80 Prozent bei der Erbschaftssteuer. Als weitere Beschränkung tommt hinzu die Bodenreform. In Ausführung des Artikels 153, den Damaschke in die Reichsverfassung hineinzubringen verstanden hat, soll ein Bo denreformgejek und ein preußisches Ausführungsgesetz hierzu er lassen werden. Diese beiden Gesetze haben uns bereits eingeherd beschäftigt. Ich glaube, daß wir uns mit der Boden reform überhaupt nicht mehr ernsthaft auseinanderzusetzen brau chen. Was Damaschte gefordert hat, hat sich als undurchführ bar erwiesen. Es ist aufgejogen worden von der gesamten fo zialen Bewegung unserer Zeit. Früher stand die Bodenreform in bewußtem Gegenjas zur Sozialdemokratie; während die So zialdemokratie Boden und Kapital in ihr Programm aufge nommen hat, hatten die Bodenreformer nur den Boden als Programm. Heute jagt die Sozialdemokratie, wir fangen mit dem Grund und Boden an. Wir haben uns nicht mit Damajchte, sondern mit den Bertretern der ganzen sozialistischen Jdeen auseinanderzusetzen! Die sozialistischen Jdeen tann man auch wieder nicht mit den der Sozialdemokratie zajammenwerfen. Die sozialistische Jdee ist weit in die bürgerlichen Kreise eingedrungen. 9 tommt nicht auf die sozialistischen Jdeen internationaler oder nationaler Art an, sondern darauf, ob sie vertreten oder nicht vertreten werden. Wir, der Haus- und Grundbesitz, mollen den Eigentumsbegriff wiederherstellen, den unsere Urgroväter gehabt haben. Für den Haus- und Grundbesitz ist es eine Existenzfrage, daß das freie Eigentum wiederhergestellt ist. Die große Frage des Eigentums fann man nicht loslösen von der Staatspolitik. Die Jdee des Freiherrn vom Stein ift getragen von der Rechtsstaatsidee. Der Staat soll sich darauf beschränken, die Ordnung aufrechtzuerhalten. Die Jdee des Rechtsstaates ist heute abgelöst von der Joee des sozialen Wohl fahrtsstaates. Sie fulminiert darin, daß jeder einzelne eine Nummer im Staate ist: Erst der Staat, dann der einzelne. drunten im Wald bei Ober- Wegfurth steht unter einer uralten Eiche ein sagenumsponnener altgermanischer Opferstein, der Goldstein genannt, mit merkwürdigen Rillen und Mulden. Auch das hochliegende romanische Kreuzkirchlein zu Ober- Wegfurth mit seinen merkwürdigen Reitergrabsteinen derer, die von dort als freie Bauern im Heerbann Kriegsdienst zu Pferd tun mußten, ist sehenswert. Nicht weit von Ober- Wegfurth liegt im Walde verborgen am Fuße des Rechbergs ein reizendes Schlößchen, der Richthof, die Sommerresidenz der Grafen von Schlitz, in Stil und Einrichtung noch völlig erhalten, wie es im Anfang des 18. Jahrhunderts erbaut wurde. In dem Richt hofer Park haust noch heute die einst von Schlangenbad und dorthin von den Römern verpflanzte Aestulaschlange. Das Fuldatal wieder aufwärts gelangt man über das große und schöne Bauerndorf Qued, über Sandlofs nach Frau rombach, wo einst 743 die Boten des Bonifatius auf ihrer Suche nach einem Platz zur Gründung von Fulda auf ihrer Kahn reise erstmals landeten. Das malerische Kirchlein von Frau rombach aber birgt einen funstgeschichtlich überaus wertvollen Schatz. Es sind dies die 1902 wieder bloggelegten mittelalter lichen Wandmalereien aus der Zeit von 1220. Diese stellen in 18 Bildern die sogenannte Herakliuslegende von der Wiederauffindung des Kreuzes Chrifti dar auf Grund einer mittelalterlichen Dichtung gleichen Namens von einem oberhessischen Meister Otto aus dem 12. Jahrhundert, die uns noch erhalten ist. Fuldaaufwärts gelangen wir nach Pfordt, der alten Porta des Klosters zu Fulda, woselbst die Pilger, die diese Straße zogen, verpflegt wurden. Pfordt mit dem folgenden Dorj Uellershausen gehört kirchlich zu Hartershausen, benso auch das lette Dorf des Schlitzerlandes, Hemmen. Hier hat sich aus dem Mittelalter noch ein Brauch erhalten, die Dinjeskermes, d. i. Antoniuskirchweihe zu Ehren des alten Fischerheiligen Antonius. Der Heilige ist auch noch in Gestalt einer alten Holzfigur erhalten, und man nennt ihn in Hemmen der. Mooftfresser, seitdem er auf dem Kirchboden stand in der Nähe einer Anzahl von Mustöpfen, die in einer Nacht ihres Inhalts be raubt wurden. Der humorvolle Dieb aber hatte, um den Verdacht von sich abzulenten, dem Antonius den Mund und die Hände mit Mus, oder mundartlich Mooft, beschmiert. Ein ur Der Geichentwurf über die aufgewerteter Sypothefe Jm Rechtsausschuß des Reichstags wurde des Gefeßentwurfs über die Verzinsung aufgew ten abgeschlossen. Abgeordneter Dr. Best begrü trag, der verlangt, daß die Barzahlung, mit anleihe entrichtete überzahlte Notopfer erstatt in derselben Weise aufgewertet wird, wie der 2 Der Vertreter des Reichsfinanzministeriums ert führung des Antrages aus rechtlchien und finan für unmöglich. In besonderen Fällen trete cin ein. Abg. Dr. Schetter( Zentr.) schloß sich der des Regierungsvertreters an. Auch Abg. Ke gegen den Antrag, wünschte aber eine Prüfung der für die Billigkeitslösung ausgeworfene Bet werden müsse. Der Antrag Best wurde gege Reller abgelehnt. Berlängerung des Steuermilder bevorstehend? Das Steuermilderungsgesetz vom 31. M fanntlich in seiner Wirksamkeit auf Rechtsvo die bis zum 30. September 1927 entstanden bekanntlich in seinem Artikel V u. a. bei der die Ermäßigung des Steuertarifes um 1 vom leineren Vermögen" bis zu 50 000 Mark. es in im§ 20, daß die Vermögenssteuer für Schwerhör Lönnen felbft in hartnäckigen und veralteten neuesten ärztlich empfohlenen Ap sofort gut höre Ueberraschende Laut- und Fern Unverbindliche Vorführung am Donnerstag, 1-5% Uhr, im Bahnhofshotel Lenz. Deutsche Otophone Comp. G. m. b. H., Ulmenstraße 47. altes Grenzmal, das Hemmener Kreuz vor noch die Grenze zwischen dem Schlitzerland Land an, da wo ein Probst Winchihlus in d fche sein Leben gelassen haben soll. Fu über Hartershausen zurückwandernd, winkt dem Liebe, Droben stehet die Kapelle", h liegend das Hartershäuser Kirchlein mit de Dann links in einem Wiesengrund die sog. a eines vieredigen romanischen Wohnturms ein burg. Wenn wir über die Höhe vom Fuld Tal der Schlitz hinabsteigen, grüßt uns scho malerische Silhouette der alten Stadtburg, ingt eine jugendliche Schar mit dem Schlitze wehenden Wimpel das Schlitzer Lied( Dichten ponit Kantor Nanz): Im weiten Deutschen Rei Da liegt ein Städtlein klei Ein Ring von grünen Be Ein heller Edelstein.... Ja, es ist schön, das Dornröschen hinte Saligerland. Marburger Festspiele 19 jur Feier der Einführung der Ref Augenblidlich findet inMarburg bis au Don 5-7 Uhr auf dem freien Platz vor der Bjartliche genannt, die Vorführung eines fpieles, das von A. Pfeffer verfaßt ist, statt. Wir möchten allen unseren Freunden de teringen Untoften einer Fahrt nach Marburg man diesem mächtig wirkenden Stüd teil 3ur weiteren Anregung geben wir im fo Am Gebantengang des Festspieles: Seinen Anfang nimmt das Spiel, indem e Reformation in Marburg- Hessen darstellt: No Ordnung der Lebensverhältnisse, die alte Ve miter, der alte gottesdienstliche Kultgebrauch Str. 24. Teilzahlung Presto erhalten Sie ein * Fahrrad.* Es ist allerbeste Qualität, zu billigstem Preis akob Schupp, Gießen eltersweg 83. Sonnabend, den 11. Juni 1927. Bei der Rechtsstaatsidee ist es umgefehrt: Erst der Mensch da und die Familie als Zelle des Ganzen; der Staat ist nur ein Notbehelf zur Aufrechterhaltung der Ordnung. Um diese beiden großen Jdeengegensäge: sozialer Wohlfahrtsstaat und Rechtsstaat, dreht sich alles in der heutigen Politit. Man fann aber nicht sagen, wir sind Anhänger des Wohlfahrtsstaates und machen bei der Tagung des Haus- und Grundbesizes mit. Wenn der Eigentumsbegriff nicht erhalten wird, dann fällt alles andere mit, wie die Gebundenheit des Eigentums die Gebundenheit des Rechtes gebracht hat. Es gibt bereits heute teine Bewegungsfreiheit mehr. Der Arbeiter tann nicht fündigen; er fann nicht dahin gehen wo der Lohn höher ist. Die Gebundenheit des Grundeigentums bringt immer die Gebundenheit des Menschen mit sich. Man fann den Haus. und Grundbesitz nicht aus den ganzen politischen Fragen herausnehmen. Es gibt nur ein Entwederoder. Der Kampf für das Grundeigentum ist das Vorpostengefecht, in dem der Kampf um die beiden Grundgegenjäße ausgefochten wird. Wir wol. len diese Borpoftenftellung mit aller Krait halten. Wir fämp fen für eine ganz große Staatsauffassung, ja für eine Weltanschauung. Wenn der Freiherr vom Stein von allen Par teien in Anspruch genommen wird wir fönnen ihn in erster Linie in Anspruch nehmen. Wir gehen an diesen Kampf mit unferer ganzen Entschlossenheit heran. Wir wissen, daß wir einen großen, gewaltigen, aber ruhigen, fachlichen Kampf füh ren. Wir stehen fest und treu zusammen: wir, der gute alte deutsche Haus und Grundbesitz. chließlich in der jezigen Reichsverjaljung Inhalt und die Schranken des Eigen Dem Gesetz." Es wird wohl ein Eigen welchen Inhalt es hat, ergibt sich erst Eigentum ist mit einer verschlossenen auf dessen Etikett ,, Eigentum" steht enthalten ist, steht nicht fest. Der igen schutball in der Hand des Staates ge ng kann nur zum Wohl der Allgemein Grundlage vorgenommen werden; sie e Entschädigung, soweit nicht ein Reichs timmt. der Reichsverfassung genau so abge nach Maßgabe des bürgerlichen Rechtes eil des Staates am Erbgut bestimmt Der Staat beansprucht für sich heute 80 ftssteuer. intung tommt hinzu die Bodenreform. rtikels 153, den Damaschke in die ubringen verstanden hat, soll ein S preußisches Ausführungsgesetz hierzu e Seiden Gesetze haben uns bereits ein glaube, daß wir uns mit der Boden mehr ernsthaft auseinanderzusetzen brau gefordert hat, hat sich als undurchführ ufgesogen worden von der gesamten so er Zeit. Früher stand die Bodenreform zur Sozialdemokratie; während die So und Kapital in ihr Programm aufge die Bodenreformer nur den Boden als gt die Sozialdemokratie, wir fangen mit an. Wir haben uns nicht mit Damajchle, rtretern der ganzen sozialistischen Ideen 9 Jdeen kann man auch wieder nicht mit atie zusammenwerfen. Die sozialistische bürgerlichen Kreise eingedrungen. ozialistischen Ideen internationaler oder idern darauf, ob sie vertreten oder nicht Fir, der Haus- und Grundbesitz, wollen wiederherstellen, den unsere Urgroßväter en Haus- und Grundbesitz ist es eine frete Eigentum wiederhergestellt ist. des Eigentums kann man nicht loslösen E. Die Idee des Freiherrn vom Stein ift htsstaatsivee. Der Staat soll sich darauf ung aufrechtzuerhalten. Die Idee des abgelöst von der Idee des sozialen Wohl Iminiert darin, daß jeder einzelne eine ist: Erst der Staat, dann der einzelne Der Gesezentwurf über die Verzinjung aufgewerteter Hypotheken. Jm Rechtsausschuß des Reichstags wurde die erste Lesung des Gesetzentwurfs über die Verzinsung aufgewerteter Hypothe ten abgeschlossen. Abgeordneter Dr. west begründete einen Antrag, der verlangt, daß die Barzahlung, mit der in Kriegsanleihe entrichtete überzahlte Notopfer erstattet worden sind, in derselben Weise aufgewertet wird, wie der Anleihe- Altbesitz. Der Bertreter des Reichsfinanzministeriums erklärte die Durch führung des Antrages aus rechtlchien und finanziellen Gründen für unmöglich. In besonderen Fällen trete ein Billigkeitslösung ein. Abg. Dr. Schetter( 3entr.) schloß sich den Ausführungen des Regierungsvertreters an. Auch Abg. Keil( Soz.) sprach gegen den Antrag, wünschte aber eine Prüfung der Frage, ob der für die Billigkeitslösung ausgeworfene Betrag nicht erhöht werden müsse. Der Antrag Best wurde gegen der Antrag itcller abgelehnt. " , Gießener Zeitung" 1926 zur Abgeltung der durchschnittlichen Minderung der Vermögenswerte nur in Höhe von% des Jahressteuerbetrages für das Kalenderjahr 1925 erhoben wurde. Zu diesem Zwede kam die am 15. Mai 1926 vorgesehene Vierteljahrszahlung in Fort fall. Die Gründe, die zum Erlaß des Gesetzes führten, bestehen immer noch, und die wirtschaftlichen Umstellungen und Rationalisierungen, die durch die Stabilisierung notwendig wurden, sind zu einem großen Teil noch nicht durchgeführt. Wenn man bedenkt, daß das Steuermilderungsgesetz am Tage seiner Berfündung, dem 31. März 1926, mit rüdwirkender Kraft ausge stattet wurde, so dürfte es billig erscheinen, wenn sich die Regierung entschließen würde, aus oben angegebenen Gründen die Wirksamkeit des Gesetzes über den 30. September hinaus zu Derlängern. Beamtenhandel und Einzelhandel. gz. Die Geschäftswelt führt schon einen jahrelangen Kampf gegen die Konkurrenz der verschiedenen Verwaltungsstellen. Zu diesem Thema gehört auch der Beamtenhandel, der eine nicht zu unterschätzende Konkurrenz des Einzelhandels bedeutet. Wiederholt ist schon der Behauptung entgegengetreten worden, daß der Bezug durch die Beamten Einkaufsgenossenschaften SCHIEL Und morgen, MultiOetker Pudding. Der Junge hat recht! Eln Oetker- Pudding mit Vanille- Sobe oder Himbeersaft ist der richtige Nachtisch für die heranwachsende Jugend. Oetker- Puddings sind blut- u. knochenbildend sie sind reich an wertvollen Nährsalzen und well sie mit Milch zubereitet werden, doppelt nahrhaft. Sie haben daher die Gewißheit, das Sie mit Oetker- Puddings sparsam wirtschaften. Schöne Rezepte für Süß- und Gelee- Spelsen sind in dem neuen, farbig illustrierten Oetker- Rezeptbuch, Ausgabe F zu finden, das Sie für 15 Pfg. bel Ihrem Kaufmann erhalten, wenn vergr. geg. Eins. v. Marken v. L Dr. A. Oetker, Bielefeld. 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Ein Vergleich der Waren mit denselben Berlängerung des Steuermilderungsgeseßes Artikeln der in Bielefeld ansässigen privaten Einzelhändlern Dei Ober- Wegfurth steht unter einer ur enumsponnener altgermanischer Opferstein. t, mit merkwürdigen Rillen und Mulden. e romanische Kreuzkirchlein zu Ober- Wegtwürdigen Reitergrabsteinen derer, die von n im Heerbann Kriegsdienst zu Pferd tun rt. Nicht weit von Ober- Wegfurth liegt nam Fuße des Rechbergs ein reizendes thof, die Sommerresidenz der Grafen von Einrichtung noch völlig erhalten, wie es im rhunderts erbaut wurde. In dem Richtoch heute die einst von Schlangenbad und ömern verpflanzte Äeskulaſchlange. wieder aufwärts gelangt man über das bevorstehend? Das Steuermilderungsgesetz vom 31. März 1926 ist ber fanntlich in seiner Wirksamkeit auf Rechtsvorgänge beschränkt. die bis zum 30. September 1927 entstanden sind. Es brachte bekanntlich in seinem Artikel V u. a. bei der Vermögenssteuer bie Ermäßigung des Steuertarifes um 1 vom Tausend für die fleineren Vermögen bis zu 50 000 Mart. Ferner bestimmte es in im§ 20, daß die Vermögenssteuer für das Kalenderjahr Schwerhörige fönnen selbst in hartnädigen und veralteten Fällen mit unsern neuesten ärztlich empfohlenen Apparaten sofort gut hören! Ueberraschende Laut und Fernwirkung. Unverbindliche Vorführung am Donnerstag, den 16. Juni, von 1-5% Uhr, im Bahnhofshotel Lenz. in Gießen. Deutsche Otophone Comp. G. m. b. H., Frankfurt a. M., Ulmenstraße 47. altes Grenzmal, das Hemmener Kreuz von 1383, zeigt heute noch die Grenze zwischen dem Schlitzerland und dem Fuldaer Land an, da wo ein Probst Winchihlus in der einstigen Grenzfehde sein Leben gelassen haben soll. Fuldaabwärts wieder über Hartershausen zurüdwandernd, winkt uns, ein Bild zu dem Liebe, Droben stehet die Kapelle", hoch oben am Berg liegend das Hartershäuser Kirchlein mit dem Pfarrhaus und bann links in einem Wiesengrund die sog. alte Mauer der Rest eines vieredigen romanischen Wohnturms einer kleinen Wasserburg. Wenn wir über die Höhe vom Fuldatal wieder in das Tal der Schlitz hinabsteigen, grüßt uns schon ferne wieder die malerische Silhouette der alten Stadtburg, und am Waldrand jingt eine jugendliche Schar mit dem Schlitzer Wappen auf dem wehenden Wimpel das Schlitzer Lied( Dichter Dieffenbach, Komauerndorf Qued, über Sandlofs nach Fraus ponist Kantor Nanz): 3 die Boten des Bonifatius auf ihrer Suche ur Gründung von Fulda auf ihrer Kahn eten. Das malerische Kirchlein von F einen kunstgeschichtlich überaus merinollen 5 die 1902 wieder bloẞgelegten mittelalterdas Im weiten Deutschen Reiche Da liegt ein Städtlein flein. Ein Ring von grünen Bergen, Ein heller Edelstein Ja, es ist schön, das Dornröschen hinter den Bergen, das Schlitzerland. Marburger Festspiele 1927 zur Feier der Einführung der Reformation. Augenblicklich findet inMarburg bis auf weiteres täglich von 5-7 Uhr auf dem freien Platz vor der Marienkirche, jetzt Pfarrkirche genannt, die Vorführung eines Reformatiosfestspieles, das von A. Pfeffer verfaßt ist, statt. en aus der Zeit von 1220. Dieje stellen in nannte Herakliuslegende von der Wiederuzes Christi dar auf Grund einer mittelgleichen Namens von einem oberhessischen m 12. Jahrhundert, die uns noch erhalten gelangen wir nach Pfordt, der alten Porta Ida, woselbst die Bilger, die diese Straße urden. Pfordt mit dem folgenden Dorf t kirchlich zu Hartershauſen, benso auch lizerlandes, Hemmen. Hier hat sich aus och ein Brauch erhalten, die Dinjestermes, weihe zu Ehren des alten Fischerheiligen eilige ist auch noch in Gestalt einer alten und man nennt ihn in Hemmen der. Mooft auf dem Airchboden stand in der Nähe einer pfen, die in einer Nacht ihres Inhalts be humorvolle Dieb aber hatte, um den Verlenken, dem Antonius den Mund und die Der mundartlich Moost, beschmiert. Ein urWir möchten allen unseren Freunden den Rat geben, die geringen Unkosten einer Fahrt nach Marburg nicht zu scheuen, um an diesem mächtig wirkenden Stüd teilzunehmen. Zur weiteren Anregung geben wir im folgenden einen furBen Gedankengang des Festspieles: Seinen Anfang nimmt das Spiel, indem es den Beginn der Reformation in Marburg- Hessen darstellt: Noch herrscht die alte Ordnung der Lebensverhältnisse, die alte Verfassung der Gemüter, der alte gottesdienstliche Kultgebrauch aber allent- hat bei Zugrundelegung derselben Qualität in der Preisgesta!- tung folgendes interessantes Ergebnis zuungunsten des Be= amtenhandels ergeben: Es fosten: 1 Lodenmantel Schürzensiamosen Jaquard bei der Bekleid.- Ges. 34,- M 1,50 M bei den Bielef. Einzelhändl. 27,- M 0,98 M M 6,50 M 4,75 M Bettsatin, 130 breit 2,40 M 2,- M Popeline, 130 breit 6,- M Zephir 0,70 M Fertiges Kleid, Popeline 47, M Einsatzhemden 3,-M 3,75 M 17,50 M 4,90 M 0,58 M 36,50 M 2,25 M 2,75.M 15,- M Damentaghemd Damenschirm Zur genauen Feststellung wurden die einzelnen Stüde in der Handelskammer zur Besichtigung ausgestellt und die Beamtenschaft besonders eingeladen, sich von diesen Feststellungen zu überzeugen. Die Beamtenhandels- Verkaufsstelle soll daraufhin von Bielefeld verzogen sein. Zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbs seitens Unberufener sind derartige Feststellungen von größtem Interesse Nr. 24. nicht nur im Interesse der ansässigen steuerzahlenden Geschäfts welt, sondern auch im Interesse der Beamtenschaft, die zu einer sachverständigen Vergleichung der Qualitäten und Preise in der Regel nicht in der Lage ist. Lokales. * Verband hessischer Kreise. Am 27. Mai fand in Offens bach a. M. unter dem Vorsitz des Provinzialdirektors Graef Gießen die Mitgliederversammlung des Verbandes der Hessischen Kreise und Provinzen statt. Der Mitgliederversammlung wohnten als Vertreter des Ministers des Innern, die Herren Ministerialdirektor Spa mer und Staatsrat Dr. Reiz bei. An der Tagung nahmen außerdem Vertreter des Hess. Städtetags und des Hess. Landgemeindetags teil. Die Tagesordnung enthielt im wesentlichen geschäftliche Angelegen heiten des Verbandes, die ihre Erledigung fanden. Im Anschluß daran hielten Vorträge: Ministerialrat Heyl- Darmstadt über Meliorationsarbeiten in Hessen, und Kreisdirektor Werner Offenbach über Gruppenwasserversorgung der Landgemeinden des Kreises Offenbach. Die Vorträge fanden den ungeteilten Beifall der Teilnehmer und gaben Anlaß zu einer regen Aussprache. Außer Besichtigungen hörte die Versamm lung noch einen Vortrag des Herrn Kreisschulrat LorentzLauterbach über das Thema„ Der Kreisfilm als Heimat. und Werbefilm". halben macht sich ein neuer Geist, ein neuer Wille, eine neue Anschauung bemerkbar. In Gesprächen zwischen dem bekannten Marburger Bildhauer Juppe, dem vor allen die ElisabethKirche köstliche Bildwerke verdankt, und dem Maler von der Lenten berühren sich die Grundsätze zwischen alter und neuer Kunst und Lebensanschauung. Das Verhältnis zwischen Hiltrude Armbruster und ihren Eltern und Freundinnen einerseits und ihrem geliebten, lutherisch gesonnenen Freunde Goldschmidt, dem späteren Bürgermeister, andererseits, deckt die Gewissenskonflikte, die Leiden und Forderungen auf, die aus ver Glaubensspaltung und dem Widerstreit der alten und der neuen Generation entstehen. Wüste unzufriedene Gesellen, Bilderstürmer, aufrührerische Bauern und junge Burschen duru)= ziehen die Stadt und suchen die gerade stattfindende Marienprozession zu stören. Am bedeutsamsten wirkt sich der Zusammenbruch der überkommenen Herrschermacht aus in der Person der Fürstin Anna, der Mutter Philipps des Großmütigen, bei ihrem Auftritt mit dem Komtur des Deutschordens Lauerbach und dem Guardian des Barfüßerordens Ferber und bei ihrem Zusammentreffen mit den Bilderstürmern unter der Führung des Edelsbach. Ihr Sohn Philipp hat sich dem Geist und Dienst der neuen Lehre hingegegeben. Der freche Auftührer aber fann sie treffen mit dem Worte ,, Meineidige" und ,, Buhlerin". Denn sie hatte die Untreue gegen die beschworene Verfassung nicht gescheut, und ihr Witwentum durch die Beziehungen zu dem Grafen Solms entweiht. Vor der anbrandenden Woge der Empörung brigt sie zusammen. Ein Zwischenspiel stellt die zerstörenden und aufbauenden Kräfte in den Gestalten„ Tod und Teufel“ und„ Ritter"( Landgraf Philipp) einander gegenüber. Im zweiten Akt wird der Blid auf die politischen Vorgänge gelenkt, die den Zusammenschluß der evangelisch Gesinnten zu einer firchlichen Gemeinschaft ermöglichten und beförderten. Die katholische Majestät weil außerhalb des Landes. Nach dem Siege bei Pavia über den König Franz von Frantreich scheint zwar die kaiserliche Macht durchaus gefestigt. Die geistlichen und weltlichen Stände beraten auf dem Reichstag zu Speyer über Maßnahmen im Hinblick auf die vordrängende Reformation. Aber da kommt die Nachricht, Krieg ist ausge= * Der deutsche Städtetag gegen Erhöhung der Postgebühren. Der deutsche Städtetag wendet sid, in einer Eingabe an den Be waltungsrat der Deutschen Reichspost gegen die beabsichtigte Er höhung der Postgebühren und bittet den Verwaltungsrat der Reichspost dringend, der Vorlage des Reichspostministeriums seine Zustimmung zu versagen. Sonderfahrt des hess. Handwerks zur Münchener Ausstellung. Der Sonderzug des hessischen Handwerks nach München nimmt seinen Ausgang von Darmstadt und fährt vom Hauptbahnhof Darmstadt am Mittwoch, den 15. Juni vormittags pünkt lich um 10 Uhr 15 ab. Eintreffen in München bereits um 18 Uhr 49. Letzte Ausgabe der Fahrkarten am 15. Juni vor Abfahrt des Sonderzuges an der Sperre des Darmstädter Hauptbahnhofs. Aus Nah und Fern. Enthüllung des Hessischen Artillerie- Denkmals in Darmstadt. Darmstadt. Sonntag, den 3. Juli ds. Js. findet die feierliche Enthüllung statt. Der Weihetag soll zugleich ein Tag des Wiedersehens für Tausende alter Artilleristen aus ganz Heffen und weit darüber hinaus sein. Samstag, den 2. Juli: Emp fangsabend. Sonntag, den 3. Jult: Hauptfesttag. Der Aufruf gilt nicht nur den beiden aktiven Hessischen Feldart.- Regimentern, sondern auch allen Kriegsformationen, die aus ihnen hervorgingen. Alle Anfragen an Oberstleutnant a. D. Lenné, Darmstadt, Hermannstraße 41. Geschäftliches. Erstklassige Fahrräder auf geringe Teilzahlungen! Wir machen unsere Leser auf das Inserat der Firma: ,, Autofahrag" G. m. b. H., Berlin SW. 68. Alexandrinenstraße, aufmerksam, die beim Verkauf der Fahrräder auf die allgemeine wirtschaftliche Lage der Käufer besondere Rüdsicht nimmt, denn sie ver tauft erstklassige Fahrräder mit schriftlicher Garantie bei nur 10 M Anzahlung und 2,50 M Wochenrate. Es kann dadurch jedermann ohne fühlbare Ausgabe in den Besitz eines guten Fahrrades gelangen. Jllustrierter Katalog fostenlos. Für Schwerhörige findet am Donnerstag, den 16. Juni, von 1-5% Uhr im Bahnhofshotel Lenz in Gießen eine unverbind liche Vorführung der neuesten Hörapparate statt.( S. Anzeige.) Verantwortlich: Paul Christian Klein in Gießen. brochen, Krieg zwischen Kaiser und König Franz und dem mit diesem verbündeten Papst. Die Botschaft löst gewaltige Erregung aus. Die Begeisterung des jungen Ritters Norded für den Kampf wird allgemein. Unter diesem Drud der außenpolitischen Lage wird aber nun ein Reichstagsabschied zustande fommen Erzherzog Ferdinand, der Bruder und Vertreter des Kaisers, fündigt es an, der den lutherischen Fürsten in Sachen der Religionserneuerung freie Hand gibt. Das ist für unjeren Landgrafen ein befeligender Erfolg. Jetzt wird er in sein Hessenland gehen und die Reformation durchführen. Ein Zwischenspiel: Der Versucher tritt an Philipp heran und zeigt ihm, von was für Schrednissen und Wirrungen die Befreiung von der geistlichen Herrschaft begleitet und verfolgt sein wird: von grausam wildem Aufruhr aller Unterdrüdten, voni wahnwitzigen Settiererwesen, vom mordenden Bruderkrieg. Wohl ist Philipp aufgewühlt und erschüttert durch diese Bilder. Aber nicht beirrt. Er flammert sich fest an seinen Glauben, an sein Gottvertrauen: Verbum Domini manet in aeternum( Gottes Wort bleibt in Ewigkeit). Was sein Gewissen ihn zu tun heißt, das wird er ungesäumt zur Ausführung bringen. Der dritte Aft bringt nun das Bild einer geschlossenen Macht, Einigkeit, Ordnung, Herrschaft das Bild der Sieges: freude nach gewonnener Schlacht. In Homberg hat die Synode getagt, das Hessenland hat sich entschlossen, zum neuen Glauben überzutreten. Der Landgraf zieht in Marburg ein, um die alte Pfarrkirche dem lutherischen Kult zu übergeben. Da kommi noch die Nachricht ,, Rom ist erobert"!- ,, Möge nie ein fremder Fuß mehr deutschen Boden feindlich treten", fügt der Landgraf der Botschaft zu, und fordert nunmehr die gesamte beim Spiel versammelte Gemeinde auf, mit ihm in das Gotteshaus zu ziehen, um Gott zu loben und zu danken und zu bitten. Während die Orgel intoniert und ein Chor im Innern der Kirche das„ Niederländische Dantgebet" anstimmt, ziehen die Zuschauer mit den Darstellern in die Kirche. Dort tritt der Darsteller des Adam Krafft, des Reformators von Hessen- Marburg, an die Stufen des Altars und spricht eine Stelle aus der Bibel. Mit dem allgemeinen Gesang ,, Ein feste Burg ist unser Gott" geht die Gemeinde auseinander. Sonnabend, den 11. Juni 1927. Universal- ReichsstenerKassebuch mehrach gesetzlich geschützt- enthält Spezialeindrucke für jedes Geschäft z. B. für ,, Gastwirtschaften",„, Bäckereien", ,, Gärtnereien" ,,, Glasereien" ,,, Landwirtschaftsbetriebe" ,,, Maler u. Weissbinder" ,,, Maureru. Baugeschäfte"," Metzgereien" ,,, Polstereien und Sattlereien" ,,, Schlossereien" ,,, Schmiedereien" ,,, Schneiderbetriebe" ,,, Schreinereien", ,, Schuhmachereien" ,,, Spenglereien", offene ,, Ladengeschäfte" ,,, Modistinnen", 39 , Weissnähereien"," Architekten", ,, Aerzte" und ,, Agenturen". Mit diesem Kassebuch, für dessen Führung Buchführungsvorkenntnisse nicht erforderlich sind, kann zu jeder Zeit sofort ohne viel Mühe die zu zahlende Umsatzsteuer sowie das steuerpflichtige Einkommen festgestellt werden, weil die umsatzsteuerpflichtigen und die umsatzsteuerfreien Einnahmen, sowie die einkommensteuerpflichtigen und die einkommensteuerfreien Ausgaben getrennt von einander mit grösster Leichtigkeit gebucht werden. Nebenher weiss man auch, welche Summen für Materialien und die verschiedenen Unkosten sowie für den eigenen Haushalt verausgabt wurden. Diese allseits als sehr praktisch anerkannten Bücher sind bei mir stets vorrätig. Albin Klein, Giessen, Südanlage 21. Fulda Lahn- Kanalverein E. V.( Limburg- Lahn). Wir beehren uns, die Mitglieder und Interessenten zu der am Dienstag, den 14. Juni 1927, 11,30 Uhr, im Hotel Hof von Holland" in Diez stattfindenden Hauptversammlung einzuladen. 33 Tagesordnung: 1. Neuwahl eines Vorstandsmitgliedes an Stelle des verstorbenen Herrn Landeshauptmanns Dr. Fosil, Wiesbaden, und Neubestimmung des Vorsitzenden. 2. Bericht über die Jahre 1925 und 1926. 3. Rechnungsablage und Entlastung des Vorstandes für 1925 und 1926. 4. Wahl von Rechnungsprüfern. 5. Ort der nächsten Hauptversammlung. 6. Vorbereitender Vortrag über die Anlage in Cronberg. 7. Sonstiges( Anregungen, Anfragen, Mitteilungen usw.). Der Hof von Halland" wird im Anschluß an die Versammlung ein einfaches Mittagessen bereithalten. Nachmittags Besichtigung des neuerbauten eisernen Schützenwehrs, der Schleuse, sowie des Elektrizitätswerks Crasberg und geselliges Beisammensein auf der Schaumburg. Der Verein wird bis auf unangängliche Fußwege für Fahrgelegenheit gegen geringen Kostenanteil sorgen; das Programm wird in der Versammlung bekannt gegeben. Zureise aus der Richtung Gießen: ab 8,09, an Diez 10,30 Uhr( Beschleunigter Personenzug). 11 Gießener Zeitung" Verlangen Sie den hochwertigen zum 1. 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R.P. geschützt Gie Erscheint: Samstags. - Bezugspreis 40 Pig. monatlich frei in Soltionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewa endang nicht verlangter Manuskripte wird 40. Jahrgang Wird das Porto erhöht; Die Annahme des sozialdemokratischen A rädziehung der Vorlage betreffend die Portoer Reichstag große Ueberraschung aus. Man hoff mehr die Reichsregierung die Portoerhöhung ziehen muß, die Erhöhung auf andere Weise du Reidspoitminister hat in seiner Rede im Reich biden lassen, daß er nicht geneigt sei, dem Wur tages zu entsprechen. Es wird ein harter Kan tungsrat der Post entstehen. Sollte der Verwalt lage ablehnen, so hat der Reichspostminister imme liteit, die Zustimmung des Kabinets einzuhole Falle ficher erteilt wird. Wenn die Vorlage ü hidung in Kraft tritt, wird noch immer die Mög daß der Reichsrat innerhalb dreier Monate bejd am Ammersee( 600 m). Familienpension, Vor- u. Nachsaision 5 Mk.- 5,50 Mk. Hauptsaision Juli/ August 5,50-6,50 Mk.( Eigenes Badehaus mit Sonnenbad am See.) 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Der Ausgleich halts konnte nur dadurch erzielt werden, daß serwaltung ihre letten Rüdlagen in Anspruc aftellung des Haushaltsplans für 1928 1105 Millionen Rmt. fehlen. Dabei ist noch daß die Reparationslaften im Rechnungsjahr rung von 351,9 Millionen Rmt. erfahren. 2 sit erfichtlich, wie dieser Gesamtbetrag von i en Amt. sichergestellt werden soll. Ebenso Finanzierung der als dringlich bezeichnet Erhöhung der Beamten besoldung, Steigerun für die Kriegsbeschädigten usw. Der Reich Saushaltsplan nach den Reichstagsbeschlüsser nehmen, ohne Einspruch zu erheben. Das deutsche Memella Die englische Zeitung ,, Manchester Gu einem Leitartikel zur Memelfrage, daß die hend deutsch ist. Die politische Lage in verwirrt. Eine Minderheitsregierung halt malt an der Macht, und es könne nichts and den, als daß ihre Aktion in Memel nicht m ein würde als in Litauen selbst. Ausbau des Lahnkana Diez. Hier fand am 14. ds. Mts. unter o fet Beteiligung die diesjährige Hauptversan Lahn- Kanalvereins statt. An Stelle des ve hauptmanns wurde einstimmig Landeshaup Borsitzenden gewählt. Nach lebhafter Ausspra rigkeiten und die Rentabilität des weiteren. fanalisation von Steeden bei Limburg bis Gi Regulierung der Lahn von Gießen bis Marb Rejolution gefaßt: „ Die 16. Hauptversammlung unterbreit und gejekgebenden Körperschaften von Reich, Das dringendfte Ersuchen, sofort auch die Kanalisierung der ober vom einstweiligen Endpunkt Steeden bei in die Hand zu nehmen. Die Verhältnisse lie Berkehrs- Zentrum Weglar- Gießen noch günst Limburg. Den Baulosten, die schäzungswei fathe wie bei den untersten Streden betragen, Deppelte Berkehrsmenge gegenüber. Neben Den unerschöpflichen Bodenschätzen des Lah mehr Bergfrachten. Der Leerlauf ist geringer, Die Shiffahrtselbsttosten sowohl auf der obere seren Lahn weiter herabgedrüdt. Die obere mur die Vollendung des um 1850 als Torso Kanalisierungswerkes; die von unseren Vät men Baumerte werden erst nutzbar gemacht. find so gering, daß ihr Zinsendienst aus Ertr fahrtsabgaben wird gedeckt werden können, de enberen Kanälen eine eigene Wirtschaftlichtei Teben den unerläglichen volkswirtschaftlichen baltung der bestehenden Industrien eintreten en wird für die billig tarisierten Masseng Den Ranal übergehen, durch andere hochwertig Den Selbstverständlich muß die Verbesserung Landestulturinteressen durch Vermeidung oder fahrung der verderblichen Hochwasser in den i mb die hebung der allgemeinen Steuerfraf