Gießener Zeitung Erscheint: Samstags. ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Bfg. monatlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rid. fendung nicht verlangter Manuftripte wird nicht garantiert. - 40. Jahrg. 1. Blatt Drud, Berlag und Expedition: Sieben, Sübanlage 21 Fernsprecher Nr. 2525 und 2526 Bostichedtonto Nr. 69 530 mt Frankfurt a. Mr. Samstag, den 10. Dezember 1927 ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreise: die 30mm breite Betitzeile auswärts 24 Pig lofal 12 Pig, die 90 mm breite Reflame- Petitzeile 96 Blg. Play vorschriften ohne Berbindlichkeit. Bei Wiederholungen Rabatt, für Bollffishee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Nummer 50 100.- Rmf. als Nebeneinnahmen vor Weihnachten! Man beachte die erste Seite des 2. Blattes. Politische Tagesschau. Der Konflikt in der Eisen industrie nimmt leider immer schärfere Formen an, Jodak die heute beginnenden Schlich tungsverhandlungen gefährdet erscheinen. * Die Länder haben sich zum großen Teil im Reichsrat gegen Die geplante 2ohnsteuerjenfung ausgesprochen. Bilsubsti ist gestern zu wahrscheinlich nur furzem Aufenthalt in Genf eingetroffen. Der Bölferbunb, ber in Paris, London und Rom 3weigbros unterhält, wird im Januar auch in Berlin ein solches eröffnen. Der Antrag auf Einführung der Todesstrafe in Defter. reich ist abgelehnt worden. Streitigkeiten, die zum Abbruch der Wirtschaftsverhand. lungen mit 3talien geführt haben, werden jetzt einem Shiebsgericht vorgelegt. Die Teilnehmer an den Großwardeiner Unruhen in Ungarn find in Bukarest von Militär verhaftet worden. Washington. Nachdem Präsident Coolidge auf Widerwahl endgültig verzichtet hat, werben als bie mutmaßlichen Präsi bentschaftsfandidaten jetzt 5ooper, Dames und Lowben an erster Stelle genannt. Dames hat zwar die Kandidatur nor Furzem abgelehnt, doch hoffen weite Streife, daß er sich doch zur Randidatur bereit finden lassen werde, zumal Lomben feine fo national anerkannte Stellung einnimmt. Regierungsbildung in Hessen. Rud nach links? Darmstadt. Die Mitglieder der bisherigen RegierungsCoalition haben wiederholt in längeren Besprechungen über die Zusammensetzung der neuen Regierung verhandelt. Ueber das Ergebnis werden offiziell nur allgemeine Richtlinien bekannt gegeben; boch hört man von unterrichteter Seite nachstehende Erwägungen und Forderungen: Grundsätzliche Forderung bleibt nach wie vor, die Be fetzung des Ministeriums des Innern mit einem Sozialbemo Eraten und zwar tommt hier in erster Linie die Person des bg. Leuschner in Betracht. Damit dürfte die Politifie rung der Kreisämter nur eine Frage der Zeit sein. Auch das Schulwesen soll diesem Ministerium wieder angegliebert mer ben. Nur im Falle der hier bestehende ernstliche Widerstand bes Zentrums nicht zu überwinden sein wird, will man dieses Ministerium bem Zentrum überlassen unter der Bedingung, baß an Stelle des beisherigen Inhabers dieses Ministeriums eine weiter fints orientierte Zentrumspersönlichkeit in Vorhlag gebracht wird. Für den Eintausch des Innenministeriums will die Sozialdemokratie das Staatspräsidium abgeben, da Staatspräsident Ulrich doch infolge seines hohen Alters die Bürbe abgeben wird, um seine letzten Lebensjahre in Ruhe su verleben. Die von einem Flügel ber Jozialdemokratischen Bartei getragene Absicht, den Landtagspräsidenten Adelung um Staatspräsidenten zu ertüren( wir wissen bestimmt, daß diese Absicht bestand), scheint an den radikalen Elementen ge Scheitert zu sein. Man will das Staatsministerium dem Zen trum überlassen, das dazu das Finanzministerium erhalten soll. Die Demofraten sollen dafür das Justizministerium erhal ten, die dafür den Abgeordneten Shreiber als geeignete Berson vorschlagen. Nur das Ministerium für Arbeit unb Wirtschaft foll feinen bisherigen Minister Raab, der ber zweite sozialdemokratische Minister in der neuen Regierung märe, behalten. auf ben erfrankien deutschnationalen Abgeordneten Kind feft. Die bedrohliche Lage der deutschen Eisenindustrie. Die Wenigsten werden sich beim Lesen der bisher in der Presse gebrachten Notizen über den bevorstehenden Rampf in der deutschen Eisenindustrie und seine Gründe flat geworden fein, um was es fich handelt und was für uns alle dabei auf bem Spiele steht. Da die Sozialdemokraten wiederum die stärkste Fraktion dar stellen, wird der frühere Landtagspräsident Abelung mit 68 von 69 Stimmen zum Präsidenten wiedergewählt. Abelung dankt dem Landtag für das ihm entgegengebrachte Bertrauen und übernimmt das Amt. In seinen weiteren Ausführungen erwähnt der Präsident, daß demnächst Staatspräsident urich jein 75. Lebensjahr( 28. Januar) vollendet und daß den neuen Landtag außerordentlich schwere Aufgaben erwarten. Die Be fretung des besetzten hessischen Gebietes sei entgegen lang ge 80 000 000 Tonnen Roheisen erzeugte die Welt 1918, davon hegter Hoffnungen noch nicht gekommen. Heffen leibe besons Deutschland allein 20 Prozent. Die Weltproduktion, während ders stark unter der Belegung und habe leider auch feinerlei des Krieges aufs äußerste forciert, fiel nach dem Kriege um Erleichterungen in dieser Frage erfahren. So habe Mainz ein Bebeutendes. Durch den Friebensvertrag wurde Deutsch 3. B. allein eine stärkere Garnison als die gesamte Pfalz. Abg. land außerdem eines Teiles feiner Haupterzeugungsgebiete be Nu vom Zentrum wird zum 1 nd Dr. v. Helmolt nom raubt. Saargebiet, Oberschlesien und Elsaß Lothringen Helen Landbund zum 2. Präsidenten gewählt, aus. Als Schriftführer Deutschlands Produktion vor dem Kriege 17 Millionen Tonnen sank auf 10 Millionen Tonnen herab( 13,6 Prozent der Welterzeugung). Wenn nun Deutschlands Eisenindustrie über die augenblidliche Inlandskonjunktur auch nicht flagen tann, so finft jeboch trotz aller verzweifelten Anstrengungen fein Einfluß und seine Bedeutung auf dem Weltmarkte von Monat zu Monat. Noch im letzten Jahre wurden durchschnitt lich im Monat 445 000 Tonnen Eisen gegen 358 000 Tonnen im September und 353 000 Tonnen im Oktober dieses Jahres ex50,- Rmf. als Prämie für diejenige Anzeige in der am 17. Dezember 1927 erscheinenden Nummer der Gießener Zeitung", welche den besten und originellsten Text enthält. porbiert. Was das heißt, mag beweisen, daß der Ueberschuß des Eisenerportes in den Aktiven der deutschen Handelsbilanz fast zwei Milliarden ausmachte. 3wei Milliarden, die aus reichten, die im Auslande für Lebensmittel gemachten Schulden auszugleichen! Diese Benachteiligung des deutschen Eisenfabrikanten auf dem Weltmarkte ist durch die Söhe der Selbstfosten bebingt. Die Bewertung, wem diese Prämie zufallen soll, Dieser Selbstfostenpreis wird heute schon durch die steuerlichen werden, laut deren Zusage, die Herren: Dr. Bünnings, Gewerbeschulrat, und sozialen Lasten unverantwortlich in die Höhe getrieben, so daß andere billiger liefern fönnen. Glaubt jetzt der optimistische Leser noch, daß die in voller Rationalisierung begriffene Eifenindustrie feine Sorgen habe, Dr. Zeidler, Syndikus der Handelskammer, Röhr, Syndikus der Handwerkskammer- Neben fo höre er weiter. stelle, - - Die Verordnung des Reichsarbeitsministeriums nom 16. Juli besagt, daß vom 1. Januar 1928 ab in allen Stahl- und im Karl Horn, Vorsitzender des Vereins der Walzwerten der 8- Stundentag, das Dreischichtensystem einzufüh Gegensatz zu dem bisherigen Zweischichtensystem Einzelhändler zu Gießen, und ten ist. Grundsäßlich haben die Arbeitgeber dieser Forderung zugestimmt, troßdem sie schwere Bedenken hatten und Webergangsbestimmungen verlangten. Jest plöglich machten es die nach den Erfolgen im Braunkohlengebiet und im Tabafarbeiter lih, an die loyale Erfüllung der Beschlüsse des Ministeriums fireif maßlosen Forderungen der Gewerfchaften ihnen unmög Albin Klein, Zeitungsverleger, vornehmen. Mit dieser Anregung ist bezwedt, daß unsere Geschäftswelt noch mehr Wert auf kurz gefaßte, aber dennoch wirkungsvolle Anzeigen legen möchte. Die vorigen Samstag erschienene Ausgabe der ,, Gießener Zeitung" hat große Beachtung gefunden. Mögen die verehrlichen Herren Ladeninhaber nun auch hier wieder zeigen, daß in Gießen gute und auffällige Anzeigen, die nicht immer groß zu sein brauchen, veröffentlicht werden können. Der Verlagder ,, Gießener Zeitung" Gießen, Südanlage 21. werden folgene Abgeordneten nominiert: Abg. Stord( Gos.), Eberle( Dem.), BIanf( 3.), engel( Landbund), hott( D. Vp.) und Angermeier( Komm.). Staatspräsidenti Ulrich stellt bann entsprechend den Bor schriften der Verfassung die Aemter der Staatsregierung bem Landtag zur Verfügung und erflärt, daß diese die Geschäfte bis zur Reubildung ber Regierung weiterführen merbe. Zum Erneute Anfechtung der Hessischen Landtagswahl. Shluk stellt überraschender Weise Dr. Delp( Sos.) einen AnGegen die Gültigkeit der legten Landtagswahl hat nun mehr auch die Nationalsozialistische Arbeiterpartei durch einen Rechtsanwalt in München Beschwerde erheben lassen und eine eingehende Begründung beigegeben. Landtagsbeginn in Hessen. Darmstadt. Der neugewählte Landtag hat am Donners bag seine erste tonstituierende Sigung abgehalten. Der Land tag zeigt dasselbe Bild wie früher. Es find weitaus zum größ ben Teil dieselben Abgeordneten. Nur die Kommunisten zeigen ein radikaleres Gepräge und präsentieren nicht weniger als Dier Neulinge. Auf der Rechten haben zwischen Deutschnatio malen und Volfsparteilern die Bolfsrechtler Platz genommen, ap deren Spitze der bekannte Aufwertungsvorfämpfer Best steht. Staatspräsident Ulrich übernimmt als Aeltester das Prä bium und stellt die Anwesenheit sämtlicher Abgeordneten bis trag, wona ben Unterstügungsberechtigten eine Winterbel Hilfe von 40 RM. gewährt werden soll. Abg. Galm( Komm.) stellt fofort einen weitergehenden Gegenantrag, worauf Finanz minister Henri fid gegen die sofortige Besprechung dieser Anträge wendet, bis die Regierung Steffung genommen habe, da mit diesen Anträgen eine weitgehende finanzielle Belastung berbunben fei. Nach kurzer Unterbrechung wird der Beschluß des Helteftentats mitgeteilt, baß am Dienstag nächster Woche der Finanzausschuß und am Mittwoch das Plenum die Angelegenheit behandeln soll. Das Haus vertagt sich dann auf Mittwoch. Finanzminister Henrich arbeitet mit Eifer an der Fertigstellung des neuen hell. Bor anjhlags für 1928 und hofft, ihn noch der alten Regierung DOTTegen zu können, in der Annahme, daß die Bilbung der neuen Regierung voraussichtlich doch night so rasch vor sich gehen merde. heranzugehen. Hat heute ein Arbeitnehmer der Eisenindustrie aufgrund des Zweischichtensystems in der Woche 59 Stunden gearbeitet, so stand ihm im Monat ein Bruttoverdienst von 240-250 RM. zu. Die Gewerkschaften verlangen aber jetzt im Augenblid nicht nur die bedingungslose und restlose Einführung des 8- Stundentages die die Einstellung einer britten Schicht verlangt sondern verlangen außerdem, daß der Arbeitnehmer natürlich - in den 8 Stunden dasselbe verbiene, wie bisher in 10 Stun ben, bamit nicht genug, fordern Sie noch eine Erhöhung des Stundenlohnes von 10 Bfg. obendrauf. Die Erfüllung dieser Forberungen ergäbe für bie beutsche Eisenindustrie eine Mehrbelastung an Löhnen von ca. 110 i1 lionen RM, ober umgerechnet, bie Verteuerung von Roheisen mürbe 8-10 Prozent und bie für Walswerferzeugnisse 20 bis 30 Prozent betragen. Dabei stimmen biefe Zahlen natürlich nuz solange, als nicht anbere Industriezweige, vor allem bie Rolsindustrie, die Preise in die Höhe treiben. In Erfaffung bieser Tatsachen blieb dem Verein Deutscher Eisen- und Stahl. industrieller, in noller Erfenntnis der Verantwortung feines Tuns, nichts über, als bem Reichsarbeitsminister mit Schreiben Dom 2. bs. Mis. zu eröffnen, bas bie bem Verein angeschlossenen Werte ihren Betrieb nicht mehr aufrecht erhalten fönnen, bah fie bie buzd) fie beschäftigten 300 000 Arbeiter zu entlassen ge mungen inb. Daß es den Industriellen bitter Ernst ist mit ihrem Vorhaben, beweisen die Einstellung von Lieferorbers ufm. Auch haben sich eine ganze Reihe verwandter Betriebe, auf die die Gewerkschaftsforderungen gleichfalls übergreifen, entschlos fen, lieber bie Betriebe zu schließen, als unrentabel zu arbeiten. Die Verhandlungen zwischen beiden Parteien am Mittwoch haben kein Ergebnis geseitigt, so daß burch den Reichsarbeits minister nunmehr der Schlichter in der Person des Oberlandes gerichtsrates Jätten bestellt ist. Möge er Erfolg mit seinen Bemühungen haben wenn auch faum damit gerechnet wer ben darf. Was bann? Auf ber einen Seite eine Reihe Wirtschaftsführer, gestüt auf ihre Zahlen, ftellen felt, so geht es nicht. Auf der anderen Seite die Gemerhaften, die jebe Berteuerung des Lebens ob. lehnen und doch für fich nur forbern, forbern. Siegt in diesem Falle nicht wirtschaftliche Einsicht, glaubt Grante mt und fröhlich mit Blumen bemalt find ihre Truhen und machi jubelnder Fröhlichkeit Piaß, wenn erhofft, zunichte machen. Erst dann fällt die Sorge von euch und Rälte und Regen, Hagel und Sturm fann euch alles, was ihr ihr die nebeltauigen, 3n langen Bebitöde getreulich wartet das ganze Jahr. gebüdi in den men, wenn ihr die winterlich fahle Erdfrume End zum Zweiten grüße ich, ihr Winzer und Häder, bie ihr der steht ihr im Vorfrühling schon auf eure Haden Reim bis zur Juniblüte und bis zur gereiften Frucht. Lodert und bereitet, um Pfähle zu fleden und die Reben zu binden. 3mmer seid ihr besorgt um euer Stüd Weinland, vom ersten Rojen, Pilien und Nelfen, Levfojen und Goldlad. pflegen e in grünen, jonnigen Gärtlein am Haus Rejeden und 2e ihre Urgroßmütter einst vor hundert und hundert Jahren Jchweren Trauben in Butten und Reller entgegenfahrt Rufen ichüttet und sie Relter und zu baten. grasbewachsenen Winkel fie ihnen einen Gruß bringen sollen von den Höhen. und sei es das fleinfte in der engsten, ärmisten Gaffe. der Häuser sind den Hügeln teuer und oft schicken sie weiße, Wölfchen als Boten über die alten Gaffen, Plätze und Höfe, daß Höfe der allen Geschlechter, die dunklen Torwege und verträumten, schnitzten Fachwerk, Erfern und Türmchen und reichen Toren, die Die holprigen Bläße, die frummen Giebelhäuser mit dem be ule vergeffen fie darauf, ihr Kleinob, die alte Etadt. zu fangen and Nie verlieren fie felbft nur ein Haus aus den Augen, alle die tausend verschiedenen Angesichtet zarte Diele, daß sie fast nicht zu zählen sind. die wie Sonntagsgedanken aus den Häuserzeilen hervorstreben, Ihr besonderer Stolz aber, das sind die hohen, schlanken Türme Beste, die, hochaufsteigend über alle Rauchfähnlein der Stadt, den Aber am allermeisten hängt ihre Liebe an der alten, trobigen Sügeln frei und offen in die Augen sieht. neuliche Franken Tanor Mitten, Mach freier Sänger Sillen: Sgrüß ich dich mein Frankenlant, ken thōner Tand ill mir bekann!! eines Stromes Silberband, bu mein Kelman, Du blonder Borgenbrechex! Rüb mir den hede frohen Munt, Rai Reblaub am den Beches. ein Bolzer Wein in meiler Rundl Run, goldner Gropten,( preng den Spund! + ling mir von brinen Hängen bun! Des Franken Tied. Der Heimat holdße Fraue Grüß mir in aller beutscher Treu rch Franken's reiche auel Im Frieden fromm, im Kampf ein Ten! Grüß mir den Bruder, deuilth und frei, So kling denn, junge Melodei, Bus feintlichen Gaven, Berlag Blüth, Würzburg.) Do Tanb, Irok frammer loden larg Joch hallen hell bas al cuilang Da er die Franken Heren wang biber berein Herr Walther lang, Bolls fets mein Herze heilen! Mein Heimaland' art schönen Main, Mil deinen Bagen, deinem Wein, i dir ein treuer Buhle lein immer ich mag meilen! grüß ich bid, to bruk ich das, Gruff Weber. Gamstag, den 10. Dezember 1927. man auf Grund politischer Erwägungen die Existenz der Eisen„ Gießener Zeitung" induſtric untergraben zu dürfen, dann dürfen wir zu Weihnach- Rundgang durch ten die Gewißheit mit unter den brennenden Lichterbaum zu unseren sorglosen Kindern tragen, daß uns ein Wirtschaftsfampf droht, größer als der englische Bergarbeiterstreit, ein Wirtschaftskampf so hart und zoh, daß selbst zum Schluß erfämpfte Borteile den angerichteten Schaden niemals wieder gut machen fönnen. Kleine politische Nachrichten. Dem amerikanischen Repräsentantenhaus ist eine Vorlage zugegangen, wonach die Einwanderung in Amerita während der fommenden fünf Jahre, und zwar ab 1. Januar 1928, um jährlich 10 Prozent verringert werden soll. Die Jahresquote soll na dieser Periode 1 Prozent jeder Nation betragen. Für den zum Botschafter in Washington ernannten Dr v. Prittwig und Gaffron ist der Vortragende Legationsrat Dr. Emend zum Botschaftsrat an der deutschen Botschaft in Rom bestimmt worden. Berufe der hessischen Abgeordneten. Unter den Abgeordneten des am 13. Dezember zusammentretenden Landtages be finden sich 12 Lehrer, 8 Bürgermeister, 8 Landwirte, 9 Gewerfschafts- und Parteisekretäre, 7 Handwerker, Richter, 4 Rechtsanwälte, 2 Minister, 2 Pfarrer, 2 Kaufleute und 1 weiterer Beruf. Unter den Abgeordneten befinden sich 4 Frauen. Der Beginn für die deutsch- tschechischen Handelsvertragss verhandlungen, die ursprünglich auf den 12. Dezember festgesetzt war, mußte um einige Tage verschoben werden. Berlegung des Bostgeheimnisses. Dem Pariser,.Soir" wird cus Italien gemeldet, daß an alle italienischen Postanstalten ein Ministerialrundschreiben versandt worden ist, in dem die Postämter ersucht werden, sämtliche aus dem Auslande eingehenden Postfachen zur Verfügung der faschistischen Boßmiliz zu stellen. Diese tönne sie prüfen, und sie sei verpflichtet, Rechenschaft über die Postsachen abzugeben, die sie aus irgendeinem Grunde zurüdgehalten habe. Krupp und die Wohnungszwangswirtschaft. Eine vernichtende Berurteilung der Wohnungszwangswirtschaft. Die Wohnungsverwaltung der Firma Krupp hat ausführ liches statistisches Material gesammelt über ihre Erfahrungen mit der Zwangswirtschaft im Wohnungswesen. Aus diesem Material geht hervor, daß die durchschnittliche Belegungsziffer der Werkswohnungen nicht nur nicht gestiegen ist, sondern eine dauernde und erhebliche Abnahme erfahren hat. So betrug 3. B. die Durchschnittsziffer: bei zweiräumigen Wohnungen bei dreiräumigen Wohnungen - 1905 1914 1927 4,28 3,56 3,10 5,66 4,89 6,29 4,14 5,49 - bei vierräumigen Wohnungen Das ist eine Etnwidlung, die höchst erfreulich wäre, wenn nicht nach der gleichen Statistik fie umfaßt insgesamt 10 000 Werkswohnungen dennoch in je 100 Wohnungen je 11,5 Fas milien hausen müßten. Dieser Widerspruch ist dadurch zu er klären, daß die Mieter größerer Werkswohnungen mit kleinen Familien wie jeder andere Mieter infolge der Wohnungs zwangswirtschaft(!) nicht gekündigt werden können. Dadurch wurde es unmöglich gemacht, die größeren Wohnungen den finberreichen Familien zuzuweisen. Diese müssen in ungenügenden Kleinen Wohnungen aushalten, weil der Gesetzgeber Familien mit wenigen oder keinen Kindern in großen Wohnungen festhält. Interessant ist aus dem Kruppschen Material noch folgende Feststellung: In einem Umkreis von drei Kilometer zu den Arbeitsstätten wohnen 3093 werksfremde Mieter, während die Zahl der aktiven Wertsangehörigen, die in einer Entfernung von über 3 Km. zum Wert untergebracht sind, 2777 beträgt. Viele heute bei Krupp beschäftigte Arbeiter haben also einen außerordentlich weiten Weg zur Arbeitsstätte zurückzulegen. weil es nach den geltenden Bestimmungen nicht möglich ist, fie im Wege des Tausches in die näher gelegenen Werkswohnungen zu bringen. Man sieht aus diesem Kruppschen objektiven Material, wie die Zwangswirtschaft im Wohnungswesen prati. zu schweren Unzuträglichkeiten, zu verhängnisvollen Schädi gungen der Boltsgesundheit und Volkswirtschaft führt. Lokales. Sonntagsgedanken. Keln Sonntag vergeht, an dem nicht von tausend Kanzeln irgend ein gutes Wort andachtheischend an unsere Seele dringt Wahrhaftig, es ist kein Mangel auf der Welt an guten Worten. Wäre nur ein ganz kleiner Bruchteil von dem, was auf der Erde an guten Ermahnungen fursiert, an gutem Willen in den Herzen, die Erde müßte schon längst wieder ein Paradies sein. Jeder trägt wohl ein Bild in sich, wie es auf dieser Erde aussehen sollte und könnte, wenn er und wenn die anderen möchten. Und weil die anderen nicht entgegenkommen, so ist ihm das der Grund zum eigenen Verfagen. Wie ein Soldat seine Kriegsartikel, so fennen wir die Grundsätze des christlichen Lebensprogramms und wissen, daß es die besten aller Worte sind, die in diesem Buche stehen. Was uns allen, allen aber fehlt, das ist der gute Wille, das Christentum der Tat. Warum leben, warum denken, warum handeln wir nicht so, wie es die guten Worte wollen? Weil wir wie törichte Kinder nur spielen wollen mit dem äußeren Schein, weil in jedem ein Egoist steckt, der vielleicht überzeugt von seinem eige nen Unwert, dennoch heuchelnd spricht: Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie die anderen. - - Wie heißt das Gebot, das jenem ersten, das uns an den Ewigen bindet, gleich ist? Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst! In der Nächstenliebe läge das fehlende Christentum der Tat. Wenn wir den Nächsten mit den Augen des Bruders und der Schwester ansehen, nicht mit den Augen des Richters, wenn wir mit seinen Sünden als Abkömmlinge des gleichen Ursünders Adam uns mitschuldig fühlen, indem wir die Nr. 50 Rundgang durch das Landwirtschaftliche Institut der Universität. Die heute im Laufe des Tages fi abwidelnden Feierlich feiten anläglich der Inbetriebnahme des Umbaus des landwirtschaftlichen Instituts geben uns Veranlassung, unsere Leser schon jetzt zu gleicher Zeit mit den geladenen Gästen einen Rundgang durch die neuen Anlagen machen zu lassen. Wer die alten, beschränkten Räumlichkeiten an der Senden bergstraße gefannt hat, wird erstaunt sein, was im Laufe des Sommers mit wenigen Mitteln geschaffen worden ist. Jns gesamt ist die Raumfläche um 600 qm vergrößert, davon fallen allein auf das Tierzuchtinstitut 200 qm. Laboratorien, eine Hausmeisterwohnung, Bibliothefs- und Lesezimmer und ein großer Sörjaal find neu entstanden. Doch das ist das weniger Wichtige. Was uns diefer Rund gang besonders zeigt, ist die Vielgestaltigkeit des landwirtschaftlichen Studiums und die hohen Anforderungen an den wissenschaftlich arbeitenden Landwirt. 70 Studierende der Landwirtschaft, die Forstleute und Beterinäre durchlaufen dieses Institut, dessen Gesamtleitung in Händen des Herrn Prof. Sessous liegt. Die Unterabtei lungen unterstehen Herrn Prof. Kraemer( Tierzuchtinstitut) und Herrn Dr. Pfaff( Betriebslehre). Schon die Einteilung des Gebäudes zeigt uns, wie unendlich viel vom modernen Landwirt verlangt wird, greift doch ge rabe sein Studium in die verschiedensten Wissenszweige hin über. Das Erdgeschoß enthält vier Verwaltungsräume, die Bibliothek mit ca. 2000 Bänden reiner Fachliteratur, ein Lesezimmer, ein Dozentenzimmer, einen 70 Sitzpläge enthaltenden Hörsaal, die reichhaltigen Sammlungen und ein Anfänger- Laboratorium. Letzteres dient dazu, mit Hilfe des Mikroskopes die ersten Semester mit der Samenkontrolle und Bodenuntersuchung vertraut zu machen. Die Sammlungen, die noch ausbaufähig sind, enthalten neben reichhaltigem Anschauungsmaterial, vollständige Sammlungen unserer Feldfrüchte und ihrer Träger, viele Modelle landwirtschaftlicher Maschinen und besonders bemerkenswert eine Gräsersammlung, die erhöhte Bedeutung für unser an Weideland so armes Hessen besitzt. Nicht vergessen werden darf der gleichfalls im Erdgeschoß befindliche Raum für die Zuckerrübenuntersuchung, in dem u. a. mit Hilfe von Polarimetern der Zudergehalt der auf dem Versuchsgut Unterer Hardthof gezogenen Rüben festgestellt wird. - - Im ersten Stod über den Verwaltungsräumen liegt der neue große Hörsaal, der 120 Personen faßt. An ihn schließt sich das eigentliche Reich unseres liebenswürdigen Führers, Herrn Wurzel dieser Sündhaftigkeit in unserem gemeinsamen Menschenblute erkennen, wenn wir so den Fehler des anderen zu unferem eigenen guten Vorsatze, den fehlenden Willen des alt= dann sind wir deren zu eigenen Willensstärkung machen, - Christen der Tat, dann werden die Sonntagsworte zum gött lichen Samen werden, aus dem unfere ewigen Werke wachsen. Jetzt ist wieder Weihnachtszeit, die Zeit des Gebens und Schenkens, die Zeit der Tat. Zeig dein Christentum und geh' hin in die Hütten der Armen und trage die Freude einmal auch dorthin. Ein Ewiger wird es dir reichlich belohnen. 4 Letzten Sonntag tagte hter der Bundestag des LahntalSängerbundes. Die Bundesvereine waren zahlreich vertreten. Anwesend waren die Vereine aus Wetzlar, Dillenburg, Weilburg, Braunfels, Marburg, Gießen( 4 Vereine), Grünberg, Lich, Hungen, Londorf, Butzbach, Wiesec, Kirchhain u. a. m. Die Verhandlungen wurden von dem Bundesvorsitzenden Stroh Butzbach geleitet. Neu aufgenommen wurden: ,, Frauenlob" Homberg a. d. Ohm,„ Germania"-Großen- Bused und Sängervereinigung Lollar. Das Bundesfest 1928 findet am 7., 8. und 9. Juli in Kirchhain statt. Der älteste Bundesverein Weilburg lädt für 1929 zu seinem 100jährigen Jubiläum ein. * Artur Mahraun, der Begründer und Hochmeister des Jungdeutschen Ordens, spricht am 14. Dezember, abends 8% Uhr, im Café Leib über„ Die jungdeutsche Auffassung von Volf und Staat". Im Hinblick darauf, daß am 18. Dezember 1927 das„ Jungdeutsche Manifest" der Deffentlichkeit übergeben werden wird, welches die Grundzüge eines neuen Staatsaufbaues enthält, dürfte die Versammlung am 14. Dezember allgemeines Interesse erweden. * Hassialotteric. Mit der Pünktlichkeit, die wir bei der Kriegerkameradschaft Hassia gewohnt sind, fand letzten Montag im Rathaus zu Buzzbach die Ziehung der 7. Wohlfahrts. Totterie statt. Die Ziehungsliste geht allen Mitgliedern des Verbandes mit dem nächsten Hessischen Kamerad", am 15. Dezember, zu. Die Durchführung der Lotterie lag, wie immer, in den Händen von Herrn Medizinalrat Dr. Bogt in Gemeinschaft mit Herrn Albin Klein- Gießen. Für ersteren bedeutete es die 18. Wohltätigkeitslotterie, die er in der Hassia während seiner 54 Dienstjahre im Vorstand veranstaltet hat. Der höchste Ertrag einer dieser Lotterien belief sich auf 32 000 Mart, der niedrigste auf 7000 Mart. Nehmen wir gering veranschlagt einen Durchschnittsgewinn von 10 000 Mart, so ergibt dies insgesamt 180 000 Mart, die für Unterstützung der bedürftigen Kameraden aufgebracht und verausgabt worden sind. Jetzt werden insbesondere die Kriegsopfer des legten großen Krieges damit bedacht. Ohne diese Einnahme wäre es der Hassia nicht möglich, alle ihr angehörenden Kriegsbeschädigte und Sinter bliebenen gänzlich fostenlos zu betreuen; 3. B. bei den Ver sorgungsgerichten usw. Es werden dafür ständig 6 Beamten beschäftigt. Andere Verbände, wie z. B. der Reichsbund der Kriegsbeschädigten erheben dafür von allen ihren Angehörigen je 60 Pfg. Beitrag im Monat. Wenn daher jetzt viele Tausende mit einer Niete bei der Lotterie herausgekommen find, so wollen sie sich damit trösten, daß fie Not und Elend bei Unglücklichen lindern und Tränen trodnen halfen. Die 3 Hauptgewinne fielen auf die Nummern: 29 788( nach Spach brüden), 73 332( nach Treis- Lumda) und 8 982( nach Frankenhausen). Die Aufsicht bei der Ziehung führte Oberleutnant Dr. Schäfer von der Butzbacher Schutzpolizei im Auftrage des Kreisamtes Friedberg. - Dr. Appel, an, das Pflanzen- Pathologische Institut. Hier bekommt selbst der Laie von der außerordentlichen Wichtigkeit des Gebietes der Pflanzenkrankheiten und Schädlinge eine Ahnung. Praktische Wege zur Bekämpfung aller Saatfrankheiten, des Kartoffelkrebses, der Kartoffelbräune usw., werden hier gesucht und gefunden. Aeußerst interessant und überraschend war uns Unwissenden die Sammlung 110 verschiedener hier in Hessen aufgefundener Unkrautsamen, die man plant. im fommenden Jahre auf einem besonderen Unkrautfeld anzupflanzen. Samstag, 10. D Aus Rah 1 Wagenborn- Steinberg. Gin Fier. Der 16jährige Lehrling be geriet beim Solglägen mit der lin Die vier Finger wurden ihm gla Sugbad. Unter der Leitung St. Janjen fonnte der in seiner ambene schmude Marttbrunnen le en Bertehrstages eingeweiht und Plakkonzert umrahmten Bergang, die Stadtmauern und be ple und dem Publikum zugängli neue Bürgermeister auch an Bef zahlreiche Wohnungsbauten un durch Errichtung einer Kleinti Bad Nauheim. Ein intereffanter henden, daß die Vertreter der Sote Ministerium eine Eingabe gemacht ha ben hiesigen Beamten das Vermieten gewerbe untersagt werde. Dadurc unter den hiesigen Beamten entstande Büdingen. Durch den Kreisarzt ber Schullinder in dem Dorfe Gelnhac sent aller Rinder Anlagen zum K merden fofort in eine längere Zeit wä Einem weiteren Lehrfeld der Landwirtschaft dient das an schließende chemische Laboratorium, dem sich ein großer Arbeitssaal für Diplom- Kandidaten und Dottoranten angliedert. Den meisten neu wird sein, daß sich hier auch die für den Landwirt so wichtige Wetterwarte befindet, die in Radioverbin dung mit der Seewarte Hamburg, unterstützt durch eigene metereologische Registrierstation, hier im Seffenland das Wetter macht". Der engsten Zusammenarbeit mit der Pragis dient die nächste, die Samentontrollstation, die, da Hessen diese Einrichtung in Darmstadt selbst befitt, für die Landwirtschaftsfammer in Wiesbaden arbeitet. Auch die Kartoffeffulturprüf stelle und die der Maschinenprüfung dieser Kammer befinden sich hier in Gießen. Die Kontrolle des Samens, der fünftlich zum Treiben gebracht wird, beruht hauptsächlich auf Feststellung der Reinheit, der Keimfähigkeit und Keimkraft. Es ist dieses das ganz besondre Arbeitsfeld des Herrn Prof. Seffous, der als alter, erfahrener Prattifer mit Hilfe seiner Wissenschaft unserer Landwirtschaft wertvolle Dienste leistet. Die Dienerwohnung und einige Nebenräume füllen auch dieses Stodwerk. Eine Treppe höher befinden wir uns im Tierzuchtinstitut, das neben den Arbeitsräumen des Herrn Prof. Kraemer unb seiner Affiftenten, ein Lefezimmer, einen Sammlungsraum und das Molkerei und Milchlaboratorium umfaßt. Der Haupt betrieb dieses landwirtschaftlichen Lehrzweiges befindet sich jedoch auf dem Verfuchsgut Oberer Hardthof. Damit ist unser Rundgang beendet. Diese wenigen Zeilen fönnen natürlich nur ein schwaches Bild von der tatsächlich vorhandenen Arbeitsfülle des landwirtschaftlichen Institutes unferer alma mater wiedergeben, aber die unendliche Bedeutung wissenschaftlicher Forschung für Deutschlands Landwirtschaft und das ehrliche Bemühen unserer verantwortlichen Staatsverwal tung auch für Hessen etwas derartig Mustergültiges zu schaffent, B. lassen auch sie wohl erkennen. Was verjährt am 31. Dezember? Eine Frage, deren Beantwortung jeden Gewerbetreibenden u. Handwerker interessiert. 1. Es verjähren am 31. Dezember 1927: alle Ansprüche der Kaufleute, Fabrikanten, Handwerker, Landwirte, Spediteure, Schiffer, Gastwirte usw. für Lieferungen und Leistungen bes täglichen Lebens, die im Jahre 1925 entstanden find: Also: Lieferungen von Waren, Reparaturen, Ausbefferungen, schuldig gebliebene Kostenanschläge, überhaupt jede Leistung, die gegen Entgelt erfolgte usw.; ferner verjähren die aus derselben Zeit stammenden rüdständigen Gehälter und Löhne der Angestellten, Arbeiter usw.; die Forderungen der Aerzte, Hebammen, der Lehrmeister, die Forderungen der Rechtsanwälte und Notare für deren Gebühren und Auslagen, soweit diese nicht zure Staatsfasse fließen, die Zeugengebühren, die Forderungen der Lehrer und der öffentlichen Anstalten für Unterricht, Erzie hungen usw. 2. Es verjähren am 31. Dezember 1927 alle Leistungen, die für den Gewerbebetrieb des Schuldners im Jahre 1923 ent standen sind( alfo Lieferungen von Waren des Lieferanten an den Detailisten oder Gewerbetreibenden oder Handwerker zum Zwecke des Weiterverkaufs); ferner alle anderen ständig wie derkehrenden Leistungen( Unterhaltungsansprüche, Pacht- und Mietzahlungen für Immobilien). 3. Ansprüche gegen die Eisenbahn wegen Schadenersatz ver jähren in einem Jahr. Die Verjährung beginnt mit dem Tage, an dem abgeliefert worden ist oder abgeliefert hätte werden müssen. Ansprüche gegen die Post verjähren innerhalb sechs Monaten seit der Einlieferung der betreffenden Postsendung. In beiden Fällen gilt folgendes: Erfolgte auf die schriftliche Anmeldung des Schadens seinerzeit ein abschlägiger Bescheid, so wird die Verjährung für die Zeit zwischen der Anmeldung des Schadens und Erhalts des Bescheides gehemmt". Alle Ansprüche, die am 31. Dezember 1927 der Verjährung anheimfallen, müssen bis zum 31. Dezember 1927 entweder durch Klage oder Zahlungsbefehl geltend gemacht worden sein. Bei einem Antrage um den Erlaß eines Zahlungsbefehls genügt es, wenn dieser Antrag bis zu diesem Tage bei dem Gericht ein läuft, denn hierdurch wird die drohende Verjährung unterbrochen(§§ 496 Abs. 3 und 693 Abs. 2 der Zivil- Prozeß- Ord nung). Muß der Anspruch bei dem Gericht geltend gemacht wer den, so ist der Antrag um einen Zahlungsbefehl vorzuziehen, weil das Mahnverfahren billiger ist als das Prozeßverfahren und dies die dringende Sache beschleunigt. Erhebt der Schuld ner wider Erwarten noch Widerspruch, so wird dadurch zuun gunsten des Gläubigers nicht verteuert, denn die Kosten des Mahnverfahrens werden dem Prozeßverfahren gutgeschrieben. Muß Klage bei dem Landgericht erhoben werden, so ist zu beachten, daß die Wirkung der Verjährungsunterbrechung erst mit dem Zeitpunkte der Zustellung der Klage eintritt. Für Zahlungsbefehle sind die Landgerichte nicht zuständig, sondern nur die Amtsgerichte. Schotten. In der Frage des G Bogelsberges, besonders der seltene Smetterlinge, tagte hier der Haupt ger Höhenklubs" zusammen mit den ten Behörden. Man fam überein, Oberwaldgebiet" in einer Höhenlage halt unter Sájuk gestellt wird, daß Blanzen, Blumen, Schmetterlingen sich. Auch für die Erhaltung urwi bilder will man sich einsehen. Mainz. Einem Dummenjungenft Menschenleben zum Opfer fallen. Lenten zu haben, setzte ein Junge ein Auto in Bewegung. Dadurch wurde Kei Grüner Rafen/ Roman von Otto t 18. Fort Jekt hatte ihr Sorgen ihm t bez lekten Tage durfte sie sich sei fen Augen und pollen roten B wat er ihr in den Tagen, da er 16machen Fingern Tasse oder nahm. Dann war er ihr Gelieb frohem Glüd fühlte sie fich sein für immer, weil sie ihn gepflegt bragte ein Grauen der Ged fange Tage mit der ewigen Fr fein und am Leben sei. Jeber Binbitos des Herbites, jeder Sch grausame Gewißheit, daß er auf en non Wetter und Feinden lie Schmerzliches Schluchen unt ben Stopf heben. Die Ji ben i gezogen. Die Leinwa nb Sen Ans Herz griff das frohlichen Gamester felten Träne He coat pas des Baters Tode bie Meniden fie leichtfertig, met telte. Barum betrübte sie Wern Gerda jann, und plöglich sch fen Schärfende Stille der hellen er liebte Werner, der doch ihr Elifabeth! Gie ftand auf! Gdyn Len Füße, als fie fich zur Jüngeren Fie ins Bett, jamiegte fich an der per unb hob ben linten Urm un barg bas tränenjeuchte Geficht an ter dem fröftelnden Streicheln no rme, arme Elisabeth! Du hast i Ein entschiedenes Ropfniden Furtbar hien es, daß zwei Schm Erfolgt seitens des Schuldners vor Ausbringung des Zah lungsbefehles eine Abschlagszahlung, so hat es mit der gericht lichen Geltendmachung des Anspruches feine Eile, denn hiez durch hat der Schuldner den Anspruch anerkannt und die Ver jährungsfrist läuft nunmehr in den vorher beschriebenen Gren zen weiter. Nr. 50 tittut der Universität das Pflanzen- Pathologische Institut. Sin Laie von der außerordentlichen Wichtigkeit Pflanzenkrankheiten und Schädlinge eine Samstag, 10. Dezember 1927 Aus Nah und Fern. Wagenborn Steinberg. Ein schweres Unglüd ereignete fió) gier. Der 16jährige Lehrling bes 3immermanns Emandé geriet beim Holzlägen mit der linken Sand in bie Areissäge. Die vier Finger murben ihm glatt abgeschnitten. Buzbach. Unter der Leitung des neuen Bürgermeisters Dr. Jansen fonnte der in seiner mittelalterlichen Gestalt etstandene Jahmude Martibrunnen letzten Sonntag anläßlich des großen Berkehrstages eingeweiht werben. Fadelzug, Beleuch tung und Playfonzert umrahmten die Einweihung. Der alte Wehrgang, die Stadtmauern und der Hegenturm werden freigelegt und dem Bublifum zugänglich gemacht. Daneben denkt bet neue Bürgermeister auch an Beseitigung der Wohnungsnot burch zahlreiche Wohnungsbauten und an die Zukunft der Ju genb burch Errichtung einer Reinfinderschule für 200 Kleinfinder. Wege zur Bekämpfung aller Gaaffrant elfrebles, der Kartoffelbräune usw., werben funden. Aeußerst interessant und über nwissenden die Sammlung 110 verschiedener gefundener Untrautfamen, die man plant re auf einem besonderen Untrautfeld an Lehrfeld der Landwirtschaft dient das an Laboratorium, dem sich ein großer- m- Kandidaten und Doktoranten angliebert. rd sein, daß fich hier auch die für den Lamb Bettermarte befindet, die in Radioverbin warte Hamburg, unterstügt burg eigene strierstation, hier im Seffenland, das Wet ften Zusammenarbeit mit der Brazis bient enkontrollstation, die, da Hessen diese Ein adt selbst befigt, für die Landwirtschafts Den arbeitet. Auch die Kartoffeltulturprüf Maschinenprüfung dieser Kammer befinden Die Kontrolle des Samens, der fünftli cht wird, beruht hauptsächlich auf Feststel der Reimfähigkeit und Keimtraft. Es i Ondre Arbeitsfeld des Herrn Prof. Sellous, hrener Prattifer mit Hilfe feiner Wien wirtschaft wertvolle Dienste leistet. Die deinige Nebenräume füllen auch dieses her befinden wir uns im Tierzuchtinstitut, eitsräumen des Herrn Prof. Kraemer unb En Lefezimmer, einen Sammlungsraum umb Milchlaboratorium umfaßt. Der Haupt wirtschaftlichen Lehrzweiges befindet fish fuchsgut Oberer Hardthof. Rundgang beendet. Diese wenigen Zeilen ir ein schwaches Bild von der tatsächli sfülle des landwirtschaftlichen Institutes Diedergeben, aber die unendliche Bedeutung dung für Deutschlands Landwirtschaft unb n unserer verantwortlichen Staatsverwal etwas derartig Mustergültiges zu schaffen, ertennen. 98. hrt am 31. Dezember? deren Beantwortung jeden nden u. Handwerker intereffiert. am 31. Dezember 1927: alle Ansprüche der ten, Handwerker, Landwirte, Spediteure, fw. für Lieferungen und Leistungen des te im Jahre 1925 entstanden sind: Alfo: aren, Reparaturen, Ausbesserungen, schuldig schläge, überhaupt fede Leistung, die gegen 0.; ferner verjähren die aus derselben Zeit digen Gehälter und Löhne der Angestellten, Forderungen der Aerzte, Hebammen, der orderungen der Rechtsanwälte und Notare 1 und Auslagen, soweit diese nicht zum die Zeugengebühren, die Forderungen der fentlichen Anstalten für Unterricht, Ergies I am 31. Dezember 1927 alle Leistungen, betrieb des Schuldners im Jahre 1923 ent ieferungen von Waren des Lieferanten an Gewerbetreibenden oder Handwerker zum erkaufs); ferner alle anderen ständig wie ngen( Unterhaltungsansprüche, Bacht und Immobilien). Jen die Eisenbahn wegen Schadenersatz der r. Die Verjährung beginnt mit dem Tage, Bad Nauheim. Gin interessanter Ronflift ift babura) ent standen, daß bie Vertreter der Sotelindustrie an das hessische Ministerium eine Eingabe gemacht haben. Sie verlangen, daß ben hiesigen Beamten das Vermieten an Rurfremde im Neben. gewerbe untersagt werbe. Daburch ist eine große Erregung unter den hiesigen Beamten entstanden. Büdingen. Durch den Rzeisarzt wurde bei Untersuchungen ber Schulfinder in bem Dorfe Gelnhaar festgestellt, daß 50 Prozent aller Rinder Anlagen zum Kropf haben. Die Kinder merben sofort in eine längere Zeit währende Joblur genommen. Schotten. In der Frage des Schußes der Naturmelt des Bogelsberges, besonders der seltenen Pflanzen, Vögel und Sometterlinge, tagte hier der Hauptvorstand des Bogelsber ger Söhenflubs" zusammen mit den Bertretern ber intereffier. ten Behörden. Man fam überein, zu veranlassen, daß das Oberwaldgebiet" in einer Höhenlage von 700 Metern berge ftalt unter Schuh gestellt wird, daß jegliches Sammeln von Bflanzen, Blumen, Schmetterlingen u. a. m. fünftig verboten wird. Auch für die Erhaltung urwüchfiger Bogelsberger Dorf bilder will man sich einsetzen. worden ist oder abgeliefert hätte werden gegen die Post verjähren innerhalb sechs Einlieferung der betreffenden Postsendung. ilt folgendes: Erfolgte auf die schriftliche jadens seinerzeit ein abschlägiger Bescheid, rung für die Zeit zwischen der Anmeldung Erhalts des Bescheides„ gehemmt". Mainz. Einem Dummenjungenstreich in Selgen dürfte ein Menschenleben zum Opfer fallen. Ohne eine Ahnung nom Lenken zu haben, setzte ein Junge ein auf der Straße haltendes Auto in Bewegung. Dadurch wurde ein vor dem Hause stehen die am 31. Dezember 1927 der Verfährung en bis zum 31. Dezember 1927 entweder durch gsbefehl geltend gemacht worden sein. Bei den Erlaß eines Zahlungsbefehls genügt es, g bis zu diesem Tage bei dem Gericht ein irch wird die drohende Verjährung unter bs. 3 und 693 Abs. 2 der Zivil- Prozeß- Ord 2. Blatt der Gießener Zeitung ber Schneibergeselle gegen die Wand gebrildt unb am Unter leib mer verlegt. Jm Kranfenhaus wurde Blasenzerreißung festgestellt. Das Leben des jungen Mannes dürfte farm zu retten sein. Herborn. Den morgigenen Albernen Sonntag benutzt die Stadt Herborn zur Durchführung eines großzügig angelegten Berlehrstages. Herborns altbekanntes Renommee als bebeu tendite Handels- und Verkehrsstadt des Difffreises wird auch morgen die Befucher auf ihre Roften fommen lassen. Die alten Patrizierhäuser am Martiplay und das Rathaus werden er leuchtet unb auf dem Martiplay ftrahlt ein großer Tannen baum im Lichterglanze. Tagsilber tonzertiert die Weilburger Bürgergarde und abends bildet ein Ball im Raffauer Sof bes Schluß des Herborner Verkehrstages. Dillenburg. Das in der Gemarfung Langenaubach( Dill. freis) gelegene Gebiet um bas sogenannte Wildwelberhäus den" ist wegen seiner eigenartigen Felsbildungen und Solz gewähle zum Naturschuggebiet erflärt worden. Dillenburg. Auf einer Probefahrt ist der in weiten Arei sen bekannte Autofahrlehrer Stung aus Dillenburg nerun glüdt. Er führte bas Auto selbst, beffen Steuerung plöglich Derlagte, woburd) der Magen umstürzte. Stung erfitt schwere innere Berlegungen. - - Wertheim a. M. Auf dem hiesigen Friedhof befindet sich folgende Grabinschrift: 3- Totengräber dieser Stadt Lieg' hier wohl unter taujend Leichen, Ich fütterte den Iod recht Tatt Und dadite, mich so durchzuschleichen Er aber Sprach: Auch bu bist mein! Wer Gruben gräbt. fällt selbst hinein!" Wenn das Kind wächst. Von Dr. Jlse Szagunn, Berlin- Charlottenburg. Oft genug tommt die Mutter mit ihrem Kinde, das eben in die Schule gekommen ist, zum Arzt mit der angstvollen Frage: Herr Dottor, was ist mit meinem Rind? Es war doch früher so rundlich, jetzt ist es nur noch Haut und Anochen, jede Rippe an dem fleinen Rörper fann man zählen." Die Untersuchung ergibt dann sehr oft nicht nur ein völlig gesundes, sondern auch ganz normal entwideltes Kind, das sich nur gerade in einer Periode der Stredung, b. h. in einem gesteigertem Längen wachstum befindet, bas abgelöst wird non einem Wachstum in Nr. 50 die Breite, mit dem dann die ben Müttern so erwünscht schelnembe Fülle und Dide wieber hergestellt wird. Es gibt zwei Jolder Stredungsperioden im Rindesalter. Die erste fällt in die Zeit um das 5.- 7., die zweite in das 11.- 15, Lebensjahr. Jede aufmerksam beobachtende Mutter weiß, wie ble liebliche alle und Rundung der 2-3jährigen allmählich verschwindet, wie sich die Gestalt redt, wie der fleine Hals sichtbar wird und wie dann allmählich aus dem schlanken oft ein magerer Kinderförper wird. Da das ungefähr um die Zeit des Schulbeginns einzutreten pflegt, so with oft der Schule daran Schuld gegeben, mährend die eigentliche Ursache in der zu verschiedenen Zeiten verschieben großen Wachstumstärke liegt. Die ausgesprochene Magerfeit verschwindet in ben folgenden Jahren, da im 9. und 10. Lebensjahr das Breitenwachstum erheblicher wird, um aber Balbin der Zeit der beginnenden Reife- erneut einem ſtar. fen Längenwachstum zu meichen. Das ist bie Zeit, wo bei den Madchen die Kleider in jedem Jahr ein großes Stüd zu furz werden, wo die Mädel und Jungen nicht wissen, wo sie mit ihren langen Gliedmaßen hinsollen. Und auch hier folgt mit bem Fortschreiten der Entwicklung ein lebhafteres Breitenwachs tum und besonders bei den Mädchen die Zunahme des Fettpolsters, die die Formen wieder rundet und dem Körper allmählich die Gestalt des Erwachsenen gibt. Aber nicht nur der Körper als Ganzes, sondern auch seine verschiedenen Teile zeigen starke Wachstumsschwankungen. Be fannt ist der unverhältnismäßig große Kopf der Neugeborenen; feine Länge beträgt ein Viertel, die des Schulanfängers etn Sechsel, und die des Erwachsenen ein Achtel der gesamten Kör perlänge. Bon besonderer Wichtigkeit sind die Wachstumperhältnisse des Herzens. Wer ein fleines Rinb beobachtet, wird sehen, daß es mit großer Figigkeit beim Spielen hin und her. läuft, sich aber bald bei der Mutter für furze Zeit ausruht, um dann wieder seinen schnellen Lauf zu beginnen. Das ent Spricht den findlichen Herzverhältnissen, die auf furze Zeit einer verhältnismäßig großen Anstrengung gewachsen sind. Deshalb ijt es auch niel vernünftiger, ein Aleinfind auf Spielplägen nach eigenem Willen spielen toben und sich ausruhen Ju laffen, als es burd) stundenlanges Spazierengehen an der Sand der Erwachsenen anzuftrengen. - In der Zeit der Entwidlung mun, in der das Herz relativ flein ist und die Blutgefäße entsprechend dem gesteigerten Kein Preisausschreiben aber eine gute Gewinnaussicht! Sie brauchen sich nicht den Kopf zu zerbrechen, Sie brauchen keine schwierige Aufgabe zu lösen, Sie erhalten von uns am Weihnachtstag 100 Rmf.i. bar als Prämie wenn Sie uns bis dahin 100 neue Bezieher der„ Gießener Zeitung" zuführen refp. 100 Bestellscheine wie untenstehend abgefaßt mit den Abonnementsbeträgen einliefern. Grüner Rasen Blaue Wellen. Roman von Otto von Gottberg. 18. Fortsetzung. Jetzt hatte ihr Sorgen ihm neue Kraft geschenkt. Während ber letzten Tage durfte fie fich feiner straffen Saltung, der blan fen Augen und pollen roten Baden freuen. Doch fast lieber war er ihr in den Tagen, da er auf der Veranda mit miben. schwachen Fingern Tasse oder Eierbecher aus ihren Händen nahm. Dann war er ihr Geliebter. aber auch Kind, und mit frohem Glüd fühlte fte fich fein Mütterchen. 3hr gehörte er für immer, weil sie ihn gepflegt und gerettet hatte. Darum brachte ein Grauen ber Gedanke an fommende lange fange Tage mit der ewigen Frage, ob er noch bei Wohl fein und am Leben sei. Jeber Regen des Sommers, jeber Windstoß des Herbstes, jeder Schneefall des Winters trug die grausame Gewißheit, daß er auf nadter Erde unter dem Dro hen non Wetter und Feinden liege. Schmerzliches Schlugen unter Elisabeths Bettbede teg Gerda den Kopf heben. Die Jüngere hatte die Tücher über ben Kopf gezogen. Die Leinwand bebte mit ihrem Zittern und Weinen. Ans Herz griff das erftite Schlujen, weil ber fröhlichen Schwester felten Tränen famen. So bitterlich hatte fie sogar nady des Vaters Tobe nicht geweint. Oft nannten bie Menschen fie leichtfertig, weil sie Summer schnell abschüt telte. Warum betrübte sie Werners Scheiden so tief? ruch bei dem Gericht geltend gemacht wer trag um einen Zahlungsbefehl vorzuziehen, ahren billiger ist als das Prozeßverfahren nde Sache beschleunigt. Erhebt der Schuld n noch Widerspruch, so wird dadurch zuun igers nicht verteuert, denn die Kosten des verden dem Prozeßverfahren gutgeschrieben. i dem Landgericht erhoben werden, so ist zu Wirkung der Verjährungsunterbrechung erft te der Zustellung der Klage eintritt. Für nd die Landgerichte nicht zuständig, sondern hte. des Schuldners vor Ausbringung des Zah Abschlagszahlung, so hat es mit der gericht ung des Anspruches keine Gile, denn hier Idner den Anspruch anerkannt und die Ver nunmehr in den vorher beschriebenen Gren Gerda sann, und plöglich[ dien grausam die das Begrel fen schärfende Stille der hellen Mondnacht. Auch die Swe fter liebte Werner, der doch ihr nur gehörte. Arme, arme Elisabeth! Sie stand auf! Schwer und falt maren bie nad ten Füße, als fie fich zur Jüngeren schleppie. Gröftelnd schlüpfte fe ins Bett, fhmiegte sich an der Schluchzenden zitternden per und schob den linken Arm unter ihren Raden. Elisabeth barg das tränenfeuchte Geficht an ihrem Hals und weinte un ter dem fröstelnden Streicheln noch lauter. Gerda füßte fic: Arme, arme Elisabeth! Du hast ihn auch gern." ör Ein entschiedenes Kopfniden gegen die Schulter bejahte Furchtbar schien es, daß zwei Schwestern einen Mann liebten! Auch Gerba fühlte sich dem Weinen nahe. Doch plötzlich brachte das entfehliche Wissen eifige Rälte in den Gliedern unb irre Leere im Kopf. Gie startte sur 3immerbede unb glaubte Blide ober Gebärben Merners beim Sprechen mit Elifabeth zu sehen. Ihr Herzschlag ftode 3weifel famen. Gewißheit mußte fie haben und fragte: Unb ez?" Bieber antwortete nur das einbringliche Niden bes Rop jes zwischen ihren Schultern und Wangen. Dann weinte Ef. fabeih auf: Wir sind verlobt! Er hat mich gefügt, aber nie mand bari banon wissen!" Elisabeth fonnte ihre Tränen trodnen. Das Herz war endlich frei von der jügen, aber aud) brüdenben Last bes Ge heimnisses. Wohl schmerzte bas Dorzeitige Scheiden Werners, doch Ichön war es, fich Braut und verlobt nennen zu dürfen. Warum schwieg Gerda und wünschte ihr nicht Glud? Eli jabeth fühlte, baß die ältere logar baftig ben Arm unter ihrem Raden frei mante. Sie sah nach ihr bin. Gerba regte fid night. Wie erstarrt lag fie. Unheimlig bumpf, aber Har hallien zwei Schläge von der fernen Trebbiner Turmuhr in bas bellemmende Schweigen im schwülen Zimmer. Furtsam hob fte ben Stopf und fah beim greffen Monblight Gerba, machs hleich wie eine Tote, aus izren, großen Augen zur Zimmer bede starten. Gerden!" Die regte fich nicht. Elisabeth rüttelte ihre Schulter: „, Gerda!" Reine Wimper zudie. Nur die Stirn unter blondem Saar träufelte fich über die Safe zu Hefen fenfrechten Falten mie non qualendem Ropfmer. Der berbe Mund bebte wie in erbittertem Meh. Elisabeth richtete fich auf: Gerben, ich fürchte mig!" Die Starrheit bes bleiben Gefichts Löfte fich zu einem mehr verächtlichen als jomerzlichen Lächeln. Die zudenben Lippen schienen Bitteres zu schmeden. Elisabeth versuchte fte zu fü fen. Gine eifig talte hand mehrte ihr, unb bie Smelter fehrte ihr den Rüden. Sie beugte sich weiter über fte: Gerd: chen, bist bu böle?" Die Fältchen über der Rafe vertieften fid, und die Lider fielen langsam über die ftarten Augen. Gerda blieb stumm, aber doch begriff plöslich die Antiende, wel Gamerz die Stirn unter blonden Saaren furthe. Lang fand fie fein Wort und Wenn ich seit Juni 1915, da ich zum Heeresdienst eingezogen wurde und bei demselben bis Anfang 1918 verbleiben mußte, den Ausbau der ,, Gießener Zeitung" liegen ließ, so geschah es nur, um andere Aufgaben erst fertig zu machen. Nachdem ich nun auch in meinem technischen Bes trieb größere Auflagen bewältigen fann, betrachte ich es an der Zeit, mich wieder der ,, Gießener Zeitung" mehr zu widmen. Mein Buchdruderel- und Zeitungsbetrieb ist heute modern eingerichtet, hat Rotations- und Sehmaschinen Abteilungen, eigene Buchbinderei, neue Schnellpressen und viele an bere neue Hilfsmaschinen, so daß ich auch alle Drudsachen schnell und fach gemäß auszuführen in der Lage bin. Albin Klein. erschral bann über ben traurigen Atlang der eigenen Stimme: ..Gerben, tönnten wir uns fe enigmeten?" Flir Emigleiten wartete fie auf Anmort. Gerbas Augen blieben geschlossen. Sie sollten Elisabeth nicht perraten, baji eine Schwester bie anbere balle. Das tat fie, aber fonnte bod Bestellschein. Unterzeichneter bestellt hiermit bie Gießener Zeitung" für bie Monate Januar, Februar u. März 1028 zum Preise von monatlich 50 Pfennig frei ins Haus unb erklärt gleichzeitig, baß er 1,50 M für Dorgenannie Monate bezahlt hat unb bag( wenn später eine Abbestellung night erfolgt) bie Gießener Zeitung" bann weiter zu liefern ift. ( Rame bes neuen Beziehers) ( Wohnung) Obiger neuer Bezieher murbe non mir geworben ( Name bes Werbers) ( Wohnung) Samstag, den 10. Dezember 1927. Längenwachstum fich gleichfalls streden und damit eng werden, sind die Herz- und Kreislaufverhältnisse besonders ungünstig, und hier ist auch Shonung am Blake, nie aber äußerste Anstrengung, wie sie besonders bei Wettspielen und Rämpfen ge fordert wird, die gerade dem, in dieser Zeit besonders lebhaften Ehrgeiz der Jugendlichen entsprechen. Die Erkenntnis hiervon beginnt sich Bahn zu brechen, sie ist aber doch noch nicht so allgemein verbreitet, daß es nicht wünschenswert wäre, immer wieder darauf hinzuweisen. „ Gießener Zeitung" verhältnisse des Kindes weiß, with fie fich mande überflüssige Gorge ersparen, zugleich aber durch verständnisvolle Fürsorge verhindern, daß ihrem Kinde Schaden erwächſt. Das„ zarte Geschlecht. Durch ein Inserat in dem Amisanzeiger fuchte die tschechoslowakische Republid eine geeignete Kraft für den frei gewordenen Boften eines Henters. Daraufhin find 59 Bewerbungen eingelaufen, darunter die eines Wenn so die Mutter etwas über die normalen Waistum Profeffors der Theologie(!) und die- einer Frau!! Nur Schulstrasse 6 Passende Weihnachts- Geschenke Wachstuche Wandschoner Fussmatten Bettvorlagen Linoleum- Läufer Linoleum- Teppiche Linoleum- Vorlagen Staubwischer( Mop) Bohnerbesen Moderne Puppenstuben- Tapeten in grosser Auswahl FARBEN- SPEZIALGESCHÄFT OBERMANN& CO. G. m. b. H. Schulstr. 6 TotalAusverkauf Grosse Vorteile zum Weihnachts- Einkauf da ich d. ganze Lager räumen muss. Extra billige Preise u. noch 15% Rabatt Max Marum Reiche Auswahl in Haushalt Artikel und Spielwaren. Christbaumschmuck Große Auswahl in Sortiments- Glaskugeln, Ketten, Guirlanden, Kronen, Sterne, Lichthalter, Confecthalter, Lametta, Engelshaar. 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Das hatte ihn ihr teuer gemacht, weil sie wie den Kranken in seiner Schwäche auch den Gesunden mit seinen Fehlern als ein Mitterchen zu behüten hoffte. Nur hatte sie vergessen, auch seine Liebe zu leiten. Darum fonte er sich verirren. Sie sollte ihm darum zürnen und blieb ihm gut. Ihr Groll galt Elisabeth, der alle Herzen zuflogen. Der Kopf schmerzte, aber noch mehr mußte sie fich quälen. Sie sah die Jüngere am Arm des Ge= liebten. Jahre gingen im Flug. Die beiden alterten. Neben ihnen wuchsen Kinder auf. Werner blieb schwankend und seines Weges nicht sicher. Elisabeth fonnte ihn nicht stützen. Wenn sie dem Paar aber gut und nahe blieb, fand er stets die leitende Hand des Mütterchens, das seiner Kinderchen liebe Tante war. Das schien ein Trost, an den sie sich flammern mußte. Verzichten tat weh, bitter weh. Doch nur durch Ent fagen fonnte sie ihm nahe bleiben und durfte darum Elisabeth ihren Groll nicht zeigen.„ Nein, Elisabeth! Wir müssen uns gut, immer gut bleiben! Die Jüngere warf sich über sie. Doch auch in der Um armung lösten Gerdas starre falte Glieder sich lange nicht. Sie weinte, und mit ihr Elisabeth, ohne zu wissen warum. Die Nacht schien Gerda unendlich und doch kurz gegen tommende lange Tage, deren jeder nun wohl zur Sorge um Leben und Gesundheit des Geliebten das bittere Weh des Verzichtens und Groll auf die glücklichere Schwester brachte. Bald lagen drei Briefe von Werner auf dem Frühstückstisch. Tante Bärbchen reichte den für sie bestimmten Onttel und Nichten. Die Mädchen sahen aneinander vorbei, als sie die ihren ungeöffnet aus dem Zimmer trugen. Gerda ging zum Lesen in den Wald, aber hielt die Blätter auch wieder unter die Augen, als sie mittags vor dem Umkleiden am Fen ster des Schlafzimmers stand. Zu spät dachte sie beim Nahen von Tritten im Korridor, den Brief zu verstecken. Elisabeth trat ein und sah die Blätter. Ein unverständlicher Zorn flammie plöglich in ihrem Geficht. The Atem ging furz. Ihre Lippen bebten. Mit hajfunkelnden Augen trat sie näher: Und was schreibt er dir?" - Den Weihnachtstisch schmückt am besten eine Photogr. Kamera Sehr billige, leistungsfähige Modelle von 15.- RM an finden Sie in grösster Auswahl im Kreuzplatz Photohaus Winterhoff, Schirme Stöcke in größter Auswahl Hch. Schäfer, Marktstraße 20 Gegründet 1868 Kaufen Sie Ihren Kaffee Tee 6 Kakao Confitüren Lebensmittel nur bei Thams& Garfs Mäusburg 3 ,, Elisabeth, warum erregit du dich?" Gelassen gab Gerda ihren Brief der Schwester. Die riß ihn an sich und las ihn in fiebernder Haft. Enttäuscht oder verlegen ließ sie die Arme sinken und wollte schon ein Wort der Entschuldigung sprechen. Da rötete wieder der Aerger ihr Gesicht. Sie stieß den Fuß auf die Dielen und schalt höhnisch:„ Genau wie dir schreibt er auch mir.... ,, liebe Kufine" und„ getreuer Better"." Jede Woche brachte ähnliche Briefe. Stets schrieb Werner wie an Elisabeth auch an Gerda. Das ärgerte die Jüngere. Doch auf Vorwürfe in ihren Antworten bat er nur um Geduld. Eine Zufall fönne seine Briefe in die Hände von Onkel und Tante bringen, und Premierleutnants dürften vorläufig pon dem Kuß nichts ahnen. Das verdarb ihre Freude an der Verlobung. Es wäre schön, aller Welt als verlobte Braut zu gelten. Doch ihm fehle der Mut, seine Liebe zu bekennen. Ihre mürrische Miene schien während des Herbstes schlechte Laune ins Haus zu tragen. Oft suchte sie 3ant mit der Schwester, die täglich mehr Arbeit fand. Im Dezember übernahm Gerda auch das Paden der Weihnachtstisten für Soldaten aus dem Dorf und verwandte oder bekannte Offiziere. Eine ging an Better Kurt Drewiß, den Kapitänleutnant und U- Boot- Kommandanten, der Priedelsdorf erben sollte. In einem Dantesbrief schrieb er noch vor dem Fest, sein Boot sei in der Werft. Darum nehme er die Einladung der Verwandten mit Freude an. Jetzt war fast nur noch von seinem Besuch die Rede. Onfel und Tante wünschten ihn als Kriegshelden feierlich zu emp fangen. Die Zeitungen hatten berichtet, er habe nach dem englischen Kreuzer im Kanal noch einen französischen Zer störer im Mittelmeer und während seiner einzigen Fahrt 23 000 Tonnen an feindlichem Schiffsraum verfenft. Elisabeth flatschte in die Hände, als der Onkel davon erzählte, und bat Tante Bärbchen um den Schlüssel zur Rumpelfammer. Unter dem Dach barg dort ein Koffer das ihr einst von Kurt geschenkte blaue Bordjackett, eine Mühe, eine Schärpe und eine Hermel frone. Nachmittags sah Gerda sie das Tuch bürsten und das Metall pufen. Pustend sah Elisabeth von der ungewohnten Anstrengung auf: 3u Weihnachten muß er mir auch einen Dolch schenken. Der ist zu niedlich und viel hübscher als Merners Seitengewehr. Wenn er das goldene Dingelchen über dem blauen Paletot trägt und die Hand an den Elfenbeingriff legt, flirrt das Kettchen wir Musik." Die Weltere schüttelte den Kopf. Elisabeth schien zu glau ben, der Besuch des Vetters gelte ihr, die doch Braut eines Rheila Perlen Stündlich 1-2 schützen Dich vor Husten und Erkältung Schacht Mk 1- min Anotheken u Drogerien Gießen: Central Droger. E. Karn, Kaifer Drogerie E. Noll, Löwen Drogerie W. Kilbinger. Nr. 50 Brüder Schmidt Inhaber: Heinrich Guthardt Fernsprecher Giessen 1671 Seltersweg Größtes Spezialgeschäft der Haus- und Küchengeräte- Branche a. Platze empfehlen ihr relchhaltiges Lager in praktischen WEIHNACHTS 83 GESCHENKEN Praktische Weihnachtsgeschenke Offenbacher Qualitätslederwaren z. den denkbar niedrigsten Preisen finden Sie in der LEDERHANLUNG HER ERMANDE ERMANN RÖHRIG Giessen Neustadt 53 Grißner Nähmaschinen kaufen Sie vorteilhaft bei Anton Breuer, Brandgasse 6 Obst Gemüse Konserven Südfrüchte Telephon 658 Willy Ruhl, Bahnhofstr. 15 OXXXX anderen war. Troydem trug sie die Aermeltrone als Brosche wieder zu Gängen auf den Bahnhof und in die Stadt. Dort und im Dorf erzählte sie vom Kommen des schon berühmten U- Boot- Helden. Bald baten die Gutsleute, den fünftigen Herrn festlich empfangen zu dürfen. Onfel Karl wärmte fich für den Vorschlag, gab Geld für Blumen und ver suchte, Verse für eine Begrüßung zu reimen Fortiegung folgt. „ Spiel im Schloß". Erstaufführung. er Gestern wurde im Stadttheater Franz Molnar's Komödic Anekdote nennt der Verfasser sie- ,, Spiel im Schloß“ zur Erstaufführung gebracht. Der Inhalt, wie immer, zwei Lieben. den, durch Zufälle auseinandergebracht, finden den üblichen Ret ter, die ihnen und dem Stüd zum glüdlichen Abschluß verhilft. Doch konnte Molnars Stoffbehandlung gefallen. Nur vom Vorteil würde es allerdings sein, wenn besonders im zweiten Aft der etwas gezwungen anmutende Dialog zwischen Darsteller und Publikum ,, Wie würde ich dieses auf der Bühne darstellen" und im 3. Aft die dem Publifum so betont an den Kopf geworfenen Lebensweisheiten forrigiert werden könnten. Schauspielerisch wurde sehr gut gearbeitet. Herr Goll und Herz Tannert( Spielleitung) als Libretisten waren wie immer gut.( Eine Frage je doch: Muß die Rolle an allen Stellen so nonchalant durchge führt werden?). Herr Baste, der Dritte im Bunde, wird sich auch mit dieser Rolle wohl wieder besonders in die Herzen seiner Zuhörerinnen hineingespielt haben. Die Schauspielerin, die und wie sie ist, freierte prachtvoll Fräulein Alez Krahmer. Herr Geffets wußte fich mit seiner meist recht derben Rolle gut abzu finden. Die Herren Linkmann und Kurzhoff paßten sich gut in das Ganze ein. Das fast ausverkaufte Haus dankte mit reichem Beifall, Samstag, ben 10. Dezemb Berm Bictoria! Rigger! Der 2 mujit, Prof. Dr. Mofer- Berlin, sande, daß in Ausnutzung de guten Raffenrapporte willen 5 Kennedjaje Oper Jonny spielt der nach einer Aeußerung Pfik der Ruf des Negers entgegentö ihr in den Abgrund. Im Mit Gestalt eines Negers, dessen tier Kaffe triumphiert. Das ist, erf Negerfultur in Deutschland-- Der Student in Frauentleide 2. Dohler hielt fürzlich in Brün a ihrer geschlechtlichen Eigenart sar. Dabei fam es zu einer he bezw. Neugierde, veranlaßte ein enjulegen. So wollte er dem V termochte den prüfenden Augen de zuhalten, wurde dem anwesenden und mußte unter dem Gelächter de laffen. Ein origineller Sheidungspr aus Tovise im nordamerikanischen entschlossen, sich von ihrem Gatten ihrem Sachverwalter den besten thren eigenen Ehemann. In Staaten sowohl im Zivil: wie aud mungen, wie in der alten Welt. S Lohnli für Stägige, 14tägige und monatlich notwendigen Steuer grosse Lo mit Ausrechnungs-, Versicherung Arbeits und alle andere stets vorr Albin Klein i Musikhaus Bu Streich-, Zupf- u Günstige Zah Lo Offenbache Passende Geschenkartikel und Als Weihnach Uhren empfiehlt in Sch der Württembergisc Geislingen. F Besondere Abteilun ,, Grammophon" Vorführung ohne Kaufzwang. 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Der Leiter des Instituts für Kitchen. mujit, Prof. Dr. Moser- Berlin, bezeichnet es als eine KulturSchande, daß in Ausnugung der Masseninstinkte und um ber guten Kaffenrapporte willen 50 beutsche Opernhäusern die Kennedsche Oper Jonny spielt auf" angenommen haben, aus ber nach einer Aeußerung Pfigners dem Geschlecht von heute der Ruf des Negers entgegentönt: Unter meinem Spiel fahrt ihr in den Abgrund. Im Mittelpunkt dieser Oper steht die Gestalt eines Regers, dessen tierische Vitalität über die weiße Rasse triumphiert. Das ist, erklärte Dr. Moser, der Sieg der Negerfultur in Deutschland- im 50. Jahre von Bayreuth! mat. Der Student in Frauenkleidern. Der Wiener Frauenarzt Dr. Dohler hielt fürzlich in Brünn einen Vortrag: Die Frau in ihrer geschlechtlichen Eigenart", der nur Frauen zugängig Dabei fam es zu einer heiteren Ejeme. Wissensbrang, bezw. Neugierde, veranlaßte einen Stubenten, Frauenfleider anzulegen. Go wollte er dem Vortrag beiwohnen. Aber er vermochte den prüfenden Augen der weiblichen Welt nicht standzuhalten, wurde dem anwesenden Polizeibeamten vorgeführt und mußte unter dem Gelächter der Anwesenden den Sall ver Taffen. - Ein origineller Scheidungsprozeß. Frau Marn Farman aus Tooise im nordamerikanischen Staate Oklahoma war fejt entschlossen, sich von ihrem Gatten zu trennen und bestellte zu näm ihrem Sachverwalter den besten Advokaten der Stadt Ilch Ihren eigenen Ehemann. In Amerika gibt es in manchen Staaten sowohl im Zivil. wie auch im Strafprozeß feine Hem mungen, wie in der alten Welt. Wie die dortige Presse berich Lohnlisten „ Gießener Zeitung" tet, hat Mr. Harman nunmehr die Verpflichtung, die Richter| den Mut, unsere Freunde in Stadt und Land und überhaupt banon zu überzeugen, daß seine Mandantin sich in der Ebe überaus unglüdlich fühlte, da ihr Mann höchst unerträglich war. Die Führung des Prozesses dürfte Mr. Farman nicht schwer fallen, da er ebenfalls gewillt ist, sich aus den Theseffeln zu befreien. Bücherbesprechung. Raff, Selene: Das Mädchen von Spinges. 184 Seiten. Ganzleinen. Für Mädchen von 14-18 Jahren. KM. 5,- A. Thienemanns Verlag Stuttgart. Ein Buch vom Freiheits. fampf des Tiroler Landes, das in seine lieblichen Täfer und neeigen Höhen führt. In meisterhafter Form erzählt die Verfasserin vom Kampf der Bauern um ihre Echolle, von ihrem trugigen, fernigen Wesen, ihrer Liebe zu Gott und Vaterland. Andreas Hofers Heldenkampf und die vorhergehenden Kämpfe erstehen vor unseren Augen. Eine fesselnde Erzählung, die man heranwachsenden Tödtern in die Hand geben folle. für 8tägige, 14tägige und monatliche Lohnauszahlung und mit dem notwendigen Steuerabzug- Vordruck, grosse Lohndüten mit Ausrechnungs-, Versicherungs- und Steuerabzug- Vordruck, Arbeitszettel und alle anderen Formulare stets vorrätig bei Albin Klein in Giessen. Musikhaus Busch Giessen Lindenplatz 12 Pianos SprechApparate Autorisierte Verkaufsstelle der Electrola G.m.b.H. Alleinvertrieb Wir aus dem Niemals. Roman aus dem australischen Busch Don Alice Echalet. 295 Geiten, Preis geb.. 5.50. Sieben Stäbe Verlags- und Drudereigesellschaft m. b. 5. Berlin Zehlen dorf. Die bekannte Weltreifende und Schriftstellerin Alice Salet hat das vorliegende Buch aus Australien mitgebracht und übersetzt mit der ihr am Herzen verbliebenen Liebe und Bewunderung für den fernen fünften Weltteil, der wegen seines hoffnungslosen Steppenharafters im Innern das„ Niemals" genannt wird. Weihnachtsbitte der Nieder- Ramstädter Anstalten. Weil wir wissen, daß es die schönste und edelste Freude ist, anderen Freude zu bereiten, so haben wir auch dieses Jahr allen, benen es ein Bedürfnis ist, am Feste der Liebe andere Menschen zu beglüden, und vor allem, leidenden Mitmenschen ihre Liebe fühlen zu lassen, wieder daran zu erinnern, daß sich in Nieder- Ramstadt jest wieder 300 Epileptische und Krippel auf Weihnachten freuen und auch gern Anteil haben möchten an der Festesfreude der Gesunden und Frohen draußen in der Welt. Wir bitten herzlich, füllt uns die Hände, daß wir allen geben fönnen und niemand zu enttäuschen brauchen und groß und flein ein fröhliches und gesegnetes Fest bereiten dür. fen. Für jede Gabe, auch die fleinste, sind wir herzlich dankbar. Wir bitten sie, auf unser Boltschecktonto Frankfurt a. M. Nr. 4992( Anstalt für Epileptische) einzuzahlen. Nieder- Ramstadt, im Dezember 1927. Schneider, Pfarrer, Direktor. Weihnachten in Bethel. In Leid und Dunkelheit der Erde hinein scheint das Licht des Kindes von Bethlehem. Auf dieses Licht, das Weihnachten aufs neue bringen foll, warten viele in unseren Häusern des Elends und der Liebe. Fast 3000 Fallüchtige, Gemütsfranfe und Heimatloje aller Art und aus allen Zeilen Deutschlands beherbergen wir bei uns. Ihnen allen möchten wir gerne eine fleine Freude bereiten. Wer hilft uns dabei mit? Jebe Kleinste Gabe ist uns willkommen, besonders Lebensmittel, Kleidungsstüde, vor allem folche für Männer, Jodann Spielzeug. Bücher und Bilder. Auch Geldgeschenke, durch die wir Gaben der Liebe faujen tönnen, nehmen wir dankbar an. Je eher die Gaben in unsere Sände gelangen, desto willkommener find sie uns! Allen Freunden von Bethel wünscht einen bellen Strahl des ewigen Weihnachtslichtes. F. v. Bodelschwingh, P. Bethel bei Bielefeld, im Advent 1927. Noch weit über diese Grenzen hinaus verbreitet find nachgenannte fünf Zeitungen, die insgesamt über 100 000 Lefer haben, darunter Tausende von Beamten, Landwirten, Gewerbetreibenden, Fabrikanten, Kaufleuten etc. der UltraphonStreich-, Zupf- u. Blasinstrumente Apparate RHEINGAU NIEDERWALD BUDESHEIM Günstige Zahlungsbedingungen BINGEN MAINZ INGELHEIM WIESBADEN SPREND LINGEN KREUZNACH WORRSTADT OPPEN PIETE WETZLAR MARBURG 0 KIRTORF ALSFELD HOMBERO FELD GREBENAU GR- FELDA SCHUTZ LAUTERBACH BADSALZSCHURF ALLENDORF OLOLLAR GRÜNBERG. GIESSEN LICH ULRICHSTEIN LAUBACH SCHOTTEN HERBSTEIN HUNGEN BUTZBACH BADNAUHEIM FRIEDAG FRANKFURT HOCHST GRIESH HOMBURG NIDOR? BAD-• SALZHAUSEN SCHLUCHTERN ORTENBERG GELNHAUSEN HANAU MAIN BIEBER OFFENBACH NEU- ISENBURG SELIGENSTADT LANGEN T ASCHAF FENBURG FULDA BÜDINGEN DIEBURG GRUMSTADT HOCHST KÖNIG JUGENHEIM ZWINGENBERG NEW STADT INDENFELE BENSHEIM MICHELSTADT SCHNITE HEPPENHEIM ERBACH BURSTADT BEERFELDEN Die Leser, darunter viele sehr gut fituierte Familien, wohn n in über 1000 Orten! u. a. in Bingen Darmstadt Gießen RUSSELSHEIM GR GERAU BABENHAUSEN DARMSTADT Tüfe Konserven Südfrüchte Willy Ruhl, Bahnhofftr. 15 dem trug sie die Aermeltrone als Brofde auf den Bahnhof und in die Stadt. Dort lte sie vom Kommen des schon berühmten Bald baten die Gutsleute, den fünftigen pfangen zu dürfen. Ontel Karl et Borschlag, gab Geld für Blumen und ver eine Begrüßung zu reimen Fortsetzung folgt. piel im Schloß Eritaufführung. = im Stadttheater Franz Molnar's Komödie der Verfasser fie, Spiel im Schloß" zur bracht. Der Inhalt, wie immer, zwei Lieben. auseinandergebracht, finden den üblichen Ret dem Stück zum glüdlichen Abschluß verhilft. ars Stoffbehandlung gefallen. Nur vom Vor ings sein, wenn besonders im zweiten Att der anmutende Dialog zwischen Darsteller und irde ich dieses auf der Bühne darstellen" und Publikum so betont an den Kopf geworfenen torrigiert werden könnten. Schauspielerisc rbeitet. Herr Goll und Herr Tannert( Spiel tisten waren wie immer gut.( Eine Frage je olle an allen Stellen so nonchalant durdge Herr Baste, der Dritte im Bunde, wird sich lle wohl wieder besonders in die Herzen seiner ingespielt haben. Die Schauspielerin, die und e prachtvoll Fräulein Alex Krahmer. Herr mit seiner meist recht derben Rolle gut abzu n Linkmann und Kurzhoff paßten sich gut as faft ausverkaufte Saus dankte mit reichem Koffer Bethge Gießen nur Bahnhofstr. 49 empfiehlt sein reichhalt. 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Wilhelm Keller, gegründet 1783 Fernruf Nr. 2525 und 2526 druck und Berlag der Gießener Zeitung Hessische Hausbesitzer- Zeitung Hessischer Kamerad Allgemeine Hessische Sportzeitung Hessisches Handwerk und Gewerbe Südanlage 21 ⚫ heutige Auflage 6000 ftändige 12500 48000 " " " 1000 37700 Verbürgte Gesamtauflage 105 200 Samstag, den 10. Dezember 1927. Das Märchen von der traurigen Prinzessin. Es roar einmal ein Rönig, der in einem großen, prachtvollen Schloße wohnte, Unzählige Solbaten und Bediente standen unter feinem Befehle und die Bewohner feines Reides lebten glück. lich und zufrieden. Denn überall herrschte Wohlstand und 3u friedenheit. Fröhliche Gesänge ertonten aus allen Werkstätten und Arbeitsplägen und nie herrschte Uneinigkeit unter den Be mohnern des Landes. Das ganze Bolk Hebte den Rönig Elberam und lebte und fühlte in allem mit der königlichen Familie. Aber body waren nicht alle fo froh und glüdlich! Der König und seine Gemahlin litten sehr unter einem großen Unglück. Sie hatten eine schöne Tochter, thr einziges Rind, bie seit ihrer Geburt fast andauernd meinte. Das war fo gekommen. Gleich nach ihrer Geburt hatte eine böse Fee fich ins Schloß eingeichlichen und über der Prin Beffin einen 3auberspruch ausgesprochen, infolge dessen sie von biefem Augenblich ab immer nur weinte. Memand konnte per stehen, woher das kam und was ber Brinzessin fehlte, bis end lich der önig einen weisen Mann aus einem Nachbarreiche hommen ließ, um deffen Urtell zu hören. Er beobachtete eine 3eit lang Bellariba, so hieß die Prinzessin, und dann fagte er zum Rönig und zur Königin, daß die Prinzessin unter dem 3auber einer bösen Fee ftünde. Ele mürbe thr ganzes Leben lang nur meinen, wenn nicht ein Bring häme und sie erlöfte, indem er spräche:„ Schöne Brinzessin, bu mußt nicht traurig sein in diesem glücklichen Reiche; du mußt lachen und fröhlich sein, wie die anderen!" Als der König diefe Worte gehört hatte, versuchte er auf alle mögliche Weise, die Brinzessin aus ihrer Berzauberung zu erlösen. Er lud die Prinzen ber benachbarten und befreundeten Fürstenhäuser ein, aber unter ihnen war keiner, der die richtigen Worte zur Prinzessin Bellarida jprach. Da ließ der König im ganzen Lande und in allen umliegenden Ländern bekannt ma " Gießener Zeitung Café Leib Inhaber: Otto Rahnefeld Fernsprecher Nr. 1792 Großer neuzeitl. Saal Restauration m. gut bürgerlichem Mittagstisch Autogarage Kegelbahn Vereinszimmer XXXXXX So haltbar sind die Damenstrümpfe von Karl Jöckel Giessen Plockstraße 11 Der Seelchenbaum. Bon Ferdinand Avenarias. Weit draußen, einsam im öden Raum Steht ein uralter Weidenbaum Noch aus den Heidenzeiten wohl Berfnorrt und verrunzelt, gespalten und haHL Reiner schneidet ihn, feiner magi Borüberzugehn, wenn's nicht mehr tagt, Rein Bogel fingt ihm im dürren Geäft, Raschelnd nur sputt drin der Oft und Weft; Doch wenn am Abend die Schatten düstern, Sörft du's wie Summen darin und Flüstern. Und nahst du ber Weide nad Mitternacht. Du siehst fie non grauen Kindlein bewacht, Muf allen Heften hoden fie dicht, Lispeln und wispeln und ihren sich nicht. Das find die Seelen, die weit und breit Sterben gemußt, eh' die Tauf sie geweiht. 3m Garglein liegt die fleine Leich', Richt darf das Geelchen ins Simmelreich. Und immer neue, fiehlt es bu? In leisem Fluge huschen dazu. - Da fizen sie nun das ganze Jahr Wie eine verschlafene Käuschenschar Doch Weihnachts, wenn der Schnee rings fregt Und über die Länder das Chriftfind fliegt, Dann regt sich's, pludert fich's, plaubert, Taart, E, sind unsre Räuzlein da aufgemacht! Sie Lugen aus, wer sieht was, wer? Ja freilich kommt das Christfind her! Mit seinem Hellichten Himmelsschein Fliegt's mitten zwischen sie hinein: Ihr Eleines Bolt, nun bin ich da- Glaubt ihr an mich?" Sie rufen:„ Ja“! Da nidt's mit seinem lieben Gesicht Und herzt die Armen und ziert sich nicht. Dann flatscht's in die Sände, schlingt den Arm Ums nächst aufwärts fchwirrt der Scharm Ihm nach und hoch ob Wald und Wies' Ganz graden Weges ins Paradies. Ein wunderbarer Irrgarten. Nr. 50 Cam, in vegember Karl BUTTER Generalve SPARMARG ,, Harzer G mit Rabattma 1/ Pfund-, 50 Berth Gegründet 1798 Erftes Spezialgefa für Reifeartikel feine Lede ma hen, daß er große Festlichkeiten veranstalten wolle und daß jeber Bring, der die Hand seiner Tochter zu erhalten wünsche, will kommen fet. So wurden die herrlichsten Feste gefeiert. Ueberall waren die Fahnen herausgesteckt, die Straßen waren mit Guir landen wunderschön geschmückt und die Bolksmenge war in noch fröhlicherer Stimmung als fonit, und mit Gesang und Musik 30g man durch die Straßen. Das königliche Schloß glich einem Bauberpalast. Ueberall prangten die herrlichsten Blumen und Pflanzen; ble Außenseite des Schloßes mar mit den kostbarsten Teppichen bekleidet und dazwischen war eine Ueberfülle von Guirlanden von Fenster zu Fenster gespannt. Eine große Anzahl fürstlicher Gäste waren im Schloße erschienen und alle die frem ben Prinzen wurden der Prinzessin vorgestellt; aber keiner mar barunter, ber bie rechten Worte zu ihr fagte, und so mußte die schöne Bellarida weiter weinen. Bald, nachdem die Feste vorüber waren und der König und bie Rönigin traurig über den Mißerfolg dasaßen, erschien in der Stadt ein wandernder Handverksmann. Er hörte von den Festen, und auch, warum ste veranstaltet wurden und vor allem auch von der unglücklichen Brinzessin. Er wollte durchaus die trauernde Prinzessin sehen und ging zum königlichen Schloß, um den König zu sprechen. Aber die Wächter am Schloßtore fragten ihn, was er wolle, Ich will den König sprechen und die weinende Prinzessin fehen," sagte er. Aber sie ließen den armen Handwerksmann nicht hinein; benn der König war doch auch nicht für jeden beliebigen Menschen zu sprechen. Jeden Tag kam nun der Handwerksmann ans Schloßtor und begehrte um Einlaß, aber jedesmal wurde er abgewiesen. Das dauerte vierzig Tage lang, bis die Wächter ihn endlich zum König gehen ließen. Dieser hatte schon von dem wunderlichen Manne gehört, der ihn seit vierzig Tagen sprechen wollte und war gespannt, was sein Begehren wohl sein würde. hen." Willst du die Prinzessin sehen?" fragte er den Mann " Ja, err König," fagte er, ich möchte sie gern einmal seNun wohl," antwortete der König. Wenn fie dich empfangen will, mag es geschehen; aber ich verstehe nicht, wie du dazu kommst, so lange 3eit auf deinem Vorhaben zu bestehen!" Und so bekam der arme Handwerksmann die Prinzessin Bellarida zu sehen. Als er ihr gegenüber stand, ging er auf sie zu und sagte:" Schöne Prinzessin, du mußt nicht traurig fein in diesem glücklichen Reiche; du mußt lachen und fröhlich sein mie die anderen!" Und sogleich erheiterte ein anmutiges Lächeln ihr Gesicht und man konnte deutlich sehen, daß sie sehr, sehr schön war. Der 3au ber war gebrochen, denn die Brinzessin hafte gelächelt. Der König obwohl hocherfreut, verstand nichts davon; denn der weise Mann hatte ihm früher gesagt, daß ein Bring diefe Worte sagen würde. Er wandte sich zu dem armen Mann und sagte: Lieber Mann, wer bist du denn eigentlich?" Aber dieser, der soeben noch neben ihm gestanden hatte, war verschwunden und statt feiner stand da ein wunderschöner, prachtvoll gekleideter Prins. In höflichem Tone sagte er, indem er sich vor dem Könige verneigte: " Herr König, ich bin ein Pring und heiße Borelido; ich komme aus fernem Lande, auf mir ruhte auch eme 3aubermacht, die nur dadurch verschwinden konnte, daß ich die weinende Brinzeffin sprechen durfte. Du lichst es ist geschehen und wir beide haben unsern 3auber gebrocher." Nun wurden wieder große Feste gefeiert und Pring Borelido machte Prinzessin Bellarida zu seiner Gemahlin. Am Hofe aber und im ganzen Lande herrschte unbeschreiblich großer Jubel, denn nun waren sie alle glücklich und zufrieden, auch der König und Die Königin. 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Sie ist der Mühe wer Spezialabteil Ich bitte um meiner neu e 4PS Der Illu Wer se bestrebt ist, näher kenne heimatliche B einen solcher Nr. 50 Seelchenbaum. dinand Tveitarins. , einsam im öden Raum et Weibenbaum Seidenzeiten wohl Str. 50 derrunzelt, gespalten und Hahl thn, feiner magt wenn's nicht mehr togt, t ihm im dürren Geäft, puft drin der Oft und Weft; Whend die Schatten büftern, Summen darin und Flüstern. der Weide nad Mitternacht. grauen Rinblein bewacht, thoden sie dicht, peln und rühren sich nicht. eelchen, die weit und breit eh die Lauf sie gemeiht. gt die Kleine Beidy, Geeldjen ins Simmelreich. - siehst es bu? huschen dazu. munt das ganze Jahr afene Räuschenschar. , wenn der Schnee rings Teg Canber das Chriftfind fliegt, plubert fidy's, plaubert, laárt, äuslein da aufgewacht! wer sieht was, wer? t das Chriftfind her! ichten Himmelsschein zwischen sie hinein: Bolt, nun bin ich da- mig?" 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Beg gefunden hat, wird sehen, daß ein nt, deffen Umrisse von dem Buntstifte ornsteinfeger. hen müssen fauber auf ein Stück night und danach ausgeschnitten werden. t, müßt Ihr nun versuchen, die ver nder zu paffen. Sit es Guch gelungen, bidjes Scattenbild eines Schornitein r über der Schulter zur Arbeit geht es für ein hlibsches Bild wird! Biel er fughen als Ihr Euch gedagt habt. fo fojoner ist dann auch das Resultat, fe ift der Mühe wer Spezialabteilung für Wintersportartikel Ich bitte um gefl. unverb. Besichtigung meiner neu errichteten Geschäftsräume! OPEL 4PS PS I ZWEISITZER M.2700, MODELL1928 Mobelfabrik JH.BRÜCK INH. TH. WEINERT Giessen Brandplats ( ALTES SCHLOSS) * 10 SCHAUFENSTER * Flöbel in einfachster bis feinster Ausführung Teppiche Dekorationen Bequeme Teilzahlung Qualitäts- Schuhwaren f. Beruf. Straße, Sport u. Gesellschaft] Touristen- Stiefel Gewähre von heute ab 5-10% Rabatt Alleinverkauf der Dr. Diehl und Hafsiasane Schuhe und Stiefel Schuhhaus L. 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Als ich den delnigen er blicte, bejchlich mich wunderbare Wehmut, und das Bild einer Dr lorenen Tochter ging mir, als ob sie mir neu geboren würde, in beg Affad schüttelte, ohne auszuschen, den Kopf und erwiderte falt und Seele auf. Ueberlaß mir den Stein und bestimme selbst den Preis! bitter: Und wenn du mir ein Königreich zu füßen legteft, so würd „ Silav," rief der Alte ergrimmt, du gibst den Stein, oder i nehme den Kopf dazu!“ Er richtete sich bei diesen Worten von der ich den Stein nicht da sebe a ache ich ihn mit hinunter. auch dann nicht, denn selbst ins Grab batte Jabrg. 1 Nr. 50 11, Ecke Ludwigstraße aufer, Decken rient- Teppiche Hochstätter sburg 5 feinsten Ausführung. der einfachsten bis zu der nd Teppiche Gardinen das Nützliche genehmen zu verbinden. ede Familie achtsgeschenk chten Sie bitte meine 5 Schaufenster! =, Giessen Telefon 1565 Gardinen und Linoleum Bur Hochzeit, , Radolfzell a. Bodensee. 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Gleich darauf aber heftete sie, wie in trostloser Verzweiflung, ihr Auge starr und tränenlos auf Assad, vor dem es eben noch mädchenhaft icheu zurück gebebt war, und, als erbrüdte bie erst jetzt erwachte Erinnerung an holte sie einen Seufzer, in dem mehr als menschlicher Schmerz sich fund ihren Zustand, wie ein Leichenstein, jedwede ihrer Lebensregungen, zu tun schien, aus tiefster Brust. Dieser Seufzer schnitt Assad in Mart und Bein, die Jünglings blödigkeit mit der er sich bisher in ehrerbietiger Entfernung hielt, der schwand, männlich fest und die Hand an seinen Dold) legend, trat er vor, verneigte sich und sprach: Edle Fürstin, wenn Eure Erlösung bie ichwachen Kräfte eines Menschen nicht übersteigt, so vergönnt mit, daß ich Euch mein Blut und Leben weihen darf." Wie gern tu ich das," gab sie hastig zur Antwort, aber 3hr werbet, wie standhaft auch Euer Entschluß jel, das Werk nimmer voll bringen, nicht weil es zu schwer ist, sondern weil es zu leicht ist!* „ Sabe ich recht gehört?" sagte Assad mit höchster Berwunderung. Jch begreife Eure Frage," verießte fie, 3hr fonnt Euch nicht vorstellen, daß die Leichtigkeit meiner Entzauberung fie unmöglich macht, und dennoch ist es jo. Der boshafte und verschmigteste aller Zauberer hat mich, die Tochter eines mächtigen Sultans, in einen Rubin gebannt, mich im Garten überraidhend, weil mein Vater ihm die Bitte um drei Tropfen meines Blutes, deren er zu irgend einem schnöden Zwed bedurfte, zornig abfchlug. Durch den jedesmaligen Be figer des Steines fann der Zauber gebrochen werden; damit ich aber niemals des schönen Lebens mich erfreuen möge, hat er die Ent zauberung an ein Mittel gelnüpft, auf das, weil es einem jeben an jedem Ort und zu jeder Stunde zu Gebote steht, eben darum feiner verfallen wird, und das ich, obgleich er mich, um meine Qual poll. Tommen zu machen, damit bekannt gemacht hat, als bas teuerste Ge heimnis bei mir bewahren muß, wenn ich nicht für ewig begraben jein will. Ach, wie fröstelt's mich! War's denn länger als eine Minute, daß ich der Freiheit genoß? Gib mir einen Becher Wein, schöner Jüngling, denn mich dürftet, aber schnell!" aus dem Munde einer Sterbenden zu kommen schien, die vom Leben Vor feltsamer Rührung von dieler Bitte ergriffen, welche ihm noch einen letzten Genuß verlangt, um das Leben dadurch noch um einen letzten Augenblid zu betrügen, reichte ihr Assad mit abgewandtem Aufgeregtheit ungetrunken gelassen hatte. Freundlich frank sie den Gesicht den Wein, den feine Wirtin ihm gebracht und den er in seiner Wein, gleich darauf war sie von der Wolfe umfloffen. Mit einem glühenden Blick auf Assad, in dem sie, wie ein verlöichendes Licht, Doch leben!" Dunfler wurde die Wolfe und ringelte sich dichter und noch einmal aufzuflammen idien, rief fie aus: Gott, ich möchte dichter um sie herum. Assad sah mit herzzerichneidendem Schmerz, wie die Formen fichtlich ineinander schmolzen und zerrannen, noch immer glaubte er, ihr wie in stummen Flehen auf ihn gerichtetes Auge in Dem Rebelknäuel unterscheiden zu können, der sie einschlang, doch balb bemerkte er feinen Irrtum; was er für ihr Auge hielt, war nichts anderes als der Rubin, der ichon wieder, matt von dem letzten Ge lag. flader der nach Del schmachtenden Lampe beschienen, auf dem Tisch Ihr Leib, ihre Seele, ol" feufzte Affad und starrte den Edelstein an, die Lampe erloidh, wie ein wirkliches Wesen drängte sich die kalte, Taut und lichtlose Nacht an seine Brust. Ein Jahr war verflossen. Es war ein ichöner Morgen. Assad hatte sich aus der großen, geräuschvollen Stadt geflüchtet; still und großen Flusses, dem die Stabt ihr reges Leben, ihre Macht und ihren bleidh iaß er auf einer Bank, die weit vor dem Tor am Ufer des Reichtum danft, an einem einiamen Platze stand; in leiner Hand hielt er, ihn nach seiner Gewohnheit in stummer Berzweiflung betrachtend, den Rubin. Das ist ein herrlicher Stein!" ericholl es auf einmal hinter ihmt. Er sah ich um und erblidte einen ältlichen Mann don hoher, gebietender Gestalt mit edlen Zügen, in denen sich ein fiefer, aber ins Innerste zurückgedrängter Lebensichmerz auszudrüden schien. „ Ja, ein herrlicher Stein!" wiederholte Assad düster und verbarg mit den Gefühlen eines Eiferiüchtigen den Rubin wieder auf lelner Es soll Edelsteine geben, die den Menschen sanft und mild madjen, Brust Junger Mann," sagte der Alte, dielen Stein fauf 6 bir ab. andere, ble ihm liebliche Träume bringen. Als ich den Selmigen er blidte, bejchlich mid) wunderbare Wehmut, und das Bild einer Dr lorenen Tochter ging mir, als ob sie mir neu geboren würde, in bea Seele auf. Ueberlaß mir den Stein und bestimme selbst den Preis! Affad schüttelte, ohne auszusehen, den Kopf und erwiderte falt und bitter: Und wenn du mir ein Königreich zu Füßen legteft, so würde ich den Stein nicht dafür geben. Ich laß ihn nur mit dem Tod, und auch dann nicht, denn selbst ins Grab nehme ich ihn mit hinunter." Sllav," rief der Alte ergrimmt, du gibst den Stein, oder ich nehme den Kopf dazul" Er richtete sich bei diesen Worten von der Lehne der Bant, über die er sich mit halbem Leibe hingebeugt hatte, auf und wars, brennend vor 3orn, auf Assad einen durchbohrenden Blid. Affad antwortete nichts, aber er erhob sich ebenfalls, und lächelte still vor sich hin, wie in verachtendem Hohne. Der Alte, freide weiß geworden, wandte sich um und winkte mit der Hand eine stattlich gefleibete Schar Bewaffneter heran. 3eigt dem Sunde da," rief er ihnen entgegen und deutete mit einer heftigen Bewegung auf Assad, wie der Sultan mit denen verfährt, die ihm troßen". sad zog feinen Dolch, doch sein Widerstand war fruchtlos, er lab sich alsbald von der Menge umringt und war nahe daran, überwältigt zu werden. Da fiel sein Blid auf den Sultan, der ihn scharf beobachtete, ein spöttisches Lächeln überflog sein Gesicht, er zog dr Rubin hervor, nidte. dem Sultan zu und warf, bevor auch jem daran denken konnte, ihn zu hindern, den Stein weit von sich in den Fluß. Durchstößt ihn!" rief der Sultan und riß, zitternd vor Wut, Jetr Schwert aus der Scheide. 3h tu's selbstt jagte sad und zute den Dolch gegen die eigene Brust. Da ertönte auf einmal ein leises Ach, es war nur ein Laut, aber ein Laut, der in Assad das innerste Leben noch im Angesichte des Todes zur ungestümen Flamme auftrieb, er ließ den erhobenen Arm sinken und stand, wie in ein Wunder verloren, regungsios. O Fatime, Tochter, so sehe ich dich endlich wieder?" rief der Sultan aus und tat einen Schritt vorwärts, hielt dann aber plötzlich an, als ob er fürchtete, bie teure Erscheinung möchte ich in Richts auf Ijen, sobald er sie zu fassen versuchte. Allah iet gelobt!" jauchzten die erstaunten Trabanten und war fen sich, ihr Angesicht verhüllend, zu Boden. Batet, führe mich zu meiner Mutter!" rief die füße Stimme, die Aad in jener Mitterna pernahm, und leidenschaftlich ängstlich umschlang die Jungfrau de alten Mann, Schmerz und Freude vermischten sich in Assads Brust, er jeufzte faut auf, da trat die Prinzessin zu ihm heran, faßte errötens seine Hand und fagte, indem sie ihn zu ihrem Vater führte:„ Hier ist mein Retter! Der Sultan blieb eine Weile Stunum und ernst. dann sprach er zu Assad: Ich wollte dich töten! Ja," erwiderte Assad, aber noch leb' ich)." Und du sollst leben bis ans Ende deiner Tage," verichte der Sultan mit erhöhter Stimme, und wenn du mein Reich fordert, so will ich dir's zu Füßen legen und mir nichts ausbedingen als einen Turban, ein Schwert und ein Grab!" Ich habe nichts zu fordern!" entgegnete Assad düster und dumpf. Dann fuhr er, sich zu der Prinzeifin wendend, langsam und gemeffer fort, wie einer, der über sich selbst ein Todesurteil ausipricht:„ Ich hätte gern den letzten Tropfen meines Blutes periprißt, aber es war mir nicht vergönnt, ich fonnte dich nicht erlöien, ich fonnte dich bloß beflagen, und das fonnte jedermann. Und heute heute war ich iogat nicht würdig genug, den Stein, der dein holdes Selbst umichloß, in die schlammige Tiefe hinabzuschleudern, als der Mann, der, wie ich jetzt sehe, dein Bater ist und in dem gewiß nur eine ahnungsvolle Schn sucht den Wunsch nach seinem Besitze so heftig entzündete, ihn von mis verlangte. D, ich Deradhte mich selbst, und du mußt mich auch verachten!" Du tuft dir unrecht", sagte Fatime, denn dadurch, daß du den Rubin, den du bisher, wie alle früheren Besitzer, nur zu starrsinnig festgehalten hatteft, freiwillig und aus eigenem Antriebe von dir warfst, ward meine Entzauberung vollbracht; dies war ja eben die schlimme Bedingung, die biefelbe, obgleich ein jeder an jedem Ort und zu jeder Stunde erfüllen fonnte, ungewiffer machte wie ein Kampf mit Ungeheuern und Drachen." Assad. So ward ich denn glüdlich, weil ich erbärmlich war!" verjetzte Fatime schaute ihn zugleich bittend und fragend an, denn sie ver stand ihn nicht mehr; der Sultan trat hinzu und iagte:„ Du bist von nun an mein Sohn; tritt nicht zurüd, ein Mann muß sich nicht schämen, das von dem Zufall als Geichent anzunehmen was er, wenn's nötig wäre, dem Schidial abtrogen würde durch Kraft Beharrlichkeit Jest aber begleitet mich in meinen Balaft; es ist nicht Mutter. recht, daß wir uns jo lange allein freuten; Fatime hat noch eine Sonntags- Glocken Jabrg. 1 Eltern- und Schüler- Zeitung Druck und Verlag von Albin Klein& Co., Dießen, Südanlage 21. Das Märchen. Als den Menschen ihr Schidfal zugemessen wurde in spielen. den Schalen der Schicksalswage, da legte die ewige Macht Not und Bein, Sorge und Plage, Arbeit und Mühe, Pestilenz und teure Zeit in die eine Schale, weil sie wußte, daß die Menschen ohne sie lahm und dumps würden und alles Leben zum Stillstand fame. In die andere Schale aber legte die ewige Macht einige blinkenbe Gold förner. Jhrer eines, neben der Poesie, der Kunst, der Freude, war das Märchen. Und die Schalen begannen zu spielen, und die ewige Macht lächelte und sprach: nun habe ich das Menschenleben erfunden, und so ist's recht, so muß es sein Sonnenschein und Regent So ist das Märchen zu den Menschen gefommen, als ein Geschenk des Himmels. Es schenkt das Gold, das die Menschen sonst meidet. Es öffnet die Türen, die verschlossen sind. Es versetzt die Berge, die im Wege stehen. Nr. Es hebt die Gerechtigkeit, die auf Erden feinen Platz findet, auf ihren schimmernden Thron. Es gießt die tiefste Weisheit in blinkende, saßliche Formen, und die Treue findet ihre Statt. Wunder blühen auf wie die Rosen im Sommer und die Retten des Tages fallen herunter wie Zunder. Die arme gebundene Erde mündet in den Himmel hinein und der Geist ergeht sich hemmungslos in den Fluren der Unendlichkeit. Der treue Johannes. Es war einmal ein alter Rönig, der war frant und dachte:„ Es wird wohl das Totenbett sein, auf dem ich liege." Da sprach er: Laßt mir den getreuen Johannes tommen. Der getreue Johannes war jein liebster Diener, und hieß so, weil er ihm sein Leben lang treu gewesen war. Als er nun vor das Bett fam, sprach der König zu ihm: Getreuester Johannes, ich fühle, daß mein Ende heran naht, und da habe ich feine andere Gorge, als um meinen Sohn: er ist noch in jungen Jahren, wo er sich nicht immer zu raten weiß, und wenn du mir nicht versprichst. ihn zu unterrichten in allem, was er wissen muß, und sein Pflegepater zu fein, fo fann ich meine Augen nicht in Ruhe schließen." Da antwortete der getreue 3o. hannes: Ich will ihn nicht verlassen, und will ihm mit Treue dienen, wenn's auch mein Leben foftet." Da fagte der alte König: So sterb' ich getrost in Frieden." Und sprach dann weiter: Rad) meinem Tode sollst du ihm das ganze Schloß zeigen, alle Rammern, Eäle und Gewölbe, und alle Schätze, die darin liegen: aber die letzte Rammer in dem langen Gange sollst du ihm nicht zeigen, worin das Bild der Königstochter Dom goldenen Dache verborgen steht. Wenn er das Bild erblidt, wird er eine heftige Liebe zu ihr empfinden und wird in Ohnmacht niederfallen und ihretwegen in große Gefahren geraten; davor sollst du ihn hüten." Und als der treue Johannes nochmals dem alten König die Hand darauf gegeben hatte, warb dieser still, legte sein Haupt auf die Rissen und starb. Als der alte König zu Grabe getragen war, da erzählte der treue Johannes dem jungen König, was er seinem Vater auf dem Sterbelager versprochen hatte, und sagte: Das will id) gewißlich halten, und will dir treu sein, wie ich ihm gewesen bin, und sollte es mir mein Leben fosten." Die Trauer ging vorüber, da sprady der treue Johannes zu ihm:„ Es ist nun 3eit, daß du dein Erbe fichft: ich will dir dein väterliches Schloß zeigen". Da führt er ihn überall herum, auf und ab, und ließ ihn alle die Reichtümer und prächtigen Rammern sehen: nur die eine Rammer öffnete er nicht, worin das gefährliche Bild stand. Das Bild war aber so gestellt, daß, wenn die Türe aufging, man gerade darauf jah, und war so herrlich gemacht, daß man meinte, es leibte und lebte, und es gäbe nichts Lieblicheres und Schöneres auf der ganzen Welt. Der junge Rönig aber merkte wohl, daß der getreue Johannes immer an einer Tür vorüberging und sprach: Warum schließest du mir diese niemals auf?" Es ist etwas darin," antwortete er, por dem du erschricht." Aber der Rönig antwortete: 3ch habe das ganze Schloß gefehen, so will ich auch wissen, was darin ist," ging und wollte die Türe mit Gewalt öffnen. Da hielt ihn der getreue Johannes zurüd und fagte: 3ch habe es deinem Vater vor seinem Lobe versprochen, daß bu nicht iehen follit, was in der Rammer steht: es fonnte dir und mir zum großen Unglüd ausschlagen." A nein," antwortete der junge König, wenn ich nicht hinein. Hans Reghing. tomme, so it's mein sicheres Verderben; ich würde Tag und Nacht feine Ruhe haben, bis idy's mit meinen Augen gesehen hätte. Suit gehe ich nicht von der Stelle, bis du aufgeschlossen haft." Da sah der getreue Johannes, daß es nicht mehr zu ändern war, und suchte mit schwerem Herzen und mit vielem Seufzen aus dem großen Bund den Schlüssel heraus. Als er die Türe geöffnet hatte, trat er zuerst hinein und dachte, er wolle das Bildnis be deden, daß der König vor ihm nicht jähe; aber was half bas? Der Rönig stellte sich auf die Fußipigen und fah ihm über die Schulter. Und als er das Bild der Jungfrau erblidte, das so herrlich war und von Gold und Edelsteinen glänzte, da fiel er ohmmächtig zur Erde nieber. Der getreue Johannes hob ihn auf, trug ihn in icin Betf und dachte voll Gorgen: Das Unglüd ist gefchehen, Herr Gott, was will daraus werden!" Dann stärfte er ihn mit Wein, bis er wieder zu sich selbst fam. Das erste Wort, das er sprad), war: Adh wer ist das schöne Bild?" Das ist die Rönigstochter vom gol denen Dache," antwortete der treue Johannes. Da sprad) ber Rönig weiter: Meine Liebe zu ihr ist groß, wenn alle Blätter an den Bäumen 3ungen wären, sie fonnten's nicht ausfagen; mein Leben setze ich daran, baß id fie erlange. Du bist mein getreuefter Johannes, du mußt mir beiftehen." Der treue Diener befann sich lange, wie bie Sadje anzufangen wäre, denn es hielt schwer, nur vor das Angefidit der Rönigstochter zu kommen. Endlich hatte er ein Mittel ausgebadht unb iprad) zur dem König: Alles, was fie um hat, ist von Gold, Tile, Stühle, Schüsseln, Becher, Näpfe und alles Sausgerät: in beinem Schake liegen fünf Tonnen Goldes, laß eine von den Goldschmieden bes Reiches verarbeiten zu allerhand Gefäßen und Gerätschaften, zu aller hand Vögeln Gewild und wunderbaren Tieren, bas wird ihr ge fallen, w wollen damit hinfahren und unser Glüd versuchen." Der Rönig hiel, alle Goldschmiede herbeiholen, die mußten Tag unb Racht arbeiten, bis ent ble herrlichsten Dinge fertig waren. Als alles auf ein Schiff gelaben war, 30g ber getreue Johannes Rauf mannsfleiber an, und der Rönig mußte ein gleidhjes tun, um fidy ganz unerfenntlich zu machen. Dann fubren sie über bas Meer, und fuhren so lange, bis sie zur Stadt famen, worin die Rönigs tochter vom goldenen Dache wohnte. Der treue Johannes hieß den Rönig auf dem Schiffe zurüc bleiben und auf ihn warten. Bielleicht," sprach er, bring ich bie Rönigstochter mit, barum sorgt, daß alles in Ordnung ist; laßt bie Goldgefäße auf ellen und das ganze Schiff ausichmüden. Darauf fuchte er in seis Schürzchen allerlei von ben Goldfachen zusammen, stieg ans Land und ging gerabe nach bem föniglichen Schloß. Alr er in den Schloßbof fam, stand ba beim Brunnen ein jchönes Mäd chen, das hatte zwei goldene Eimer in der Hand und schöpfte damit. Und als es bas blinkende Waffer forttragen wollte und sich um drehte, sah es ben fremden Mann und fragte, wer er wäre? Da Gi Jeht Edarzchen Crimeint: Gam Bezugspreis 50 Big. monat Arboftions/ chluß früh 8 Uhr- Für endang nicht verlangter Manuflri 40. Sabeg. 1.Bla Politische Sa Set Reichstag wird sich nach pam 19. Januar vertagen. A Reidsminister Stresemann ist hg cingetroffen, um von den maßgebe Einblid in die Verhältnisse des isolie Lummen. Der Reparation sagent erf Berit, dah das Reparationsproblem bay Die Söhe der 3 ahlungen insge * Sas amerikanische Repräse 3. über die Fregabe- Vorla eigentum, die nach Annahme im Den Senat weitergeht, wo sie im nächst Dang tommt $ Der Botschafter von Brittwi wahrscheinlich in der zweiten Woche d adh Amerita antreten. 會 In der gestrigen Gigung des pi es polemificat Ministerpräsident B wierunag Die oberschlesise Tarifger and Bergbau hat am 15. Dezember if aufgefündigt. Anträge auf noch nicht gestellt worden. ㄓ Det litauische Ministerpr maras, iraf am Freitag Abend, a lin ein und reiste ohne Aufenthalt Sonnabend der Jahrestag seines * ) Br. 1 Grife 2 antwortete er: 3dh bin ein Raufmann," unb öffnete Als le nun ane Land famen, da gelchah es, wie der Rab und ließ sie hineinschauen. Da rief sie:„ Ei, was für schönes Gold- vorher gejagt hatte, und es sprang ein prächtiger fuchsroter Gaul zeug!" ießte die Eimer nieder und betrachtete eins nach dem andern. daher. Wohlan," sprach der König, der foll mich in mein Echlo Da sprach das Mädchen:„ Das muß die Rönigstochter Jehen, die tragen," und wollte sich aufießen, doch der treue Johannes fam hat so große Freude an den Goldfachen, daß fie euch alles abfauft." ihm zuvor, Ichwang fich ichnell darauf, zog das Gewehr aus der Es nahm ihn bei der Hand und führte ihn hinauf, denn es war Halftern und schoß den Gaul nieder. Da riefen die andern Diener bie Rammerjungfer. Als die Rönigstochter die Ware jah, war fie des Königs, die dem treuen Johannes doch nicht gut waren, wie ganz vergnügt und sprach: Es ist so schön gearbeitet, daß ich alles schändlich, das schöne Tier zu töten, das den Rönig in sein Schloß ablaufen will." Aber der getreue Johannes iprach: 3ch bin nur tragen sollte." Aber der König fprad): Schweigt und laßt ihn der Diener von einem reichen Raufmann; was ich hier habe, ist gehen, es ist mein getreuefter Johannes, wer weiß, wozu das qui nichts gegen das, was mein Herr auf dem Echiffe stehen hat, und ift. Nun gingen fie ins Schloß und da stand im Saal eine Echüssel Das ist das Rünstlichste und Röstlichste, was je in Gold ist gearbeitet und das gemachte Brauthemb lag darin, und sah aus nicht anders, worden." Sie wollte alles herausgebracht haben, aber er iprad): als wäre es von Gold und Eilber. Der junge Rönig ging darauf Dazu gehören viele Tage, so groß ist die Menge, und so viele Eäle, zu und wollte es ergreifen, aber der treue Johannes ichob ihn weg, um es aufzustellen, daß euer Haus nicht Raum dafür hat." Da padte es mit Handschuhen an, trug es schnell ins Feuer und ließ ward ihre Neugierde und Luft immer mehr angeregt, fodaß fie end- es verbrennen. Die anderen Diener fingen wieder an zu murrent lich sagte:„ Führe mich hin zu dem Schiff, ich will selbst hingehen und sagten:„ Geht, nun verbrennt er gar des Königs Brauthemd." und deines Herrn Schäße betrachten." Aber der junge Rönig iprach: Wer weiß, wozu das gut ist, laßt ihm gehen, es ist mein getreuester Johannes., Nun ward die Hochzeit gefeiert: der Tanz hub an, und die Braut trat auch hinein, da batte der treue Johannes acht und schaute ihr ins Antlik; auf einmal erbleichte sie und fiel wie tot zur Erde. Da sprang er eilends hinzu, hob sie auf und trug fie in eine Rammer, da legte er sie nieder, fniete und sog die drei Bluttropfen aus ihrer rechten Brust und speite sie aus. Alsbald atmete sie wieder und erholte sich, aber der junge Rönigsjohn hatte es mit angesehen und wußte nicht, warum es der getreue Johannes getan haite, ward zornig darüber und rief: Werft ihn ins Gefängnis." Am andern Morgen ward der getreue Johannes verurteilt und zum Galgen geführt, und als er oben stand und gerichtet werden sollte, iprach er: Jeder, der sterben soll, dari vor seinem Ende noch einmal reden, foll ich das Recht auch haben?" Ja", antwortete der König, es soll dir vergönnt iela. Da sprach der treue Johannes:" Ich bin mit Unrecht verwilt und bin dir immer treu gewesen," und er erzählte, wie er auf dem Meer das Gespräch der Raben gehört, und wie er, seinen errn zu retten, das alles hätte tun müssen. Da rief der König: ber der treue Johannes war bei dem letzten Wort, das er geredet hatte, leblos herabgefallen, und war ein Štein. B Da führte sie der treue Johannes zu dem Echiffe hin und war ganz freudig, und der Rönig, als er fie erblidte, fab, daß ihre Echönheit noch größer war, als das Bild sie dargestellt hatte, und meinte nicht anders, als das Herz wollte ihm geripringen. Nun stieg sie in das Echiff, und der Rönig führte sie hinein; der getreue Johannes blieb zurüd bei dem Steuermann und hieß das Schiff abstoßen; spannt alle Eegel auf, daß es fliegt, wie ein Vogel in Der Luft. Viele Etunden gingen herum, während sie alles bejah. Nachdem sie das letzte betrachtet hatte, dankte sie dem Kaufmann und wollte heim, als sie aber an des Schiffes Rand fam, sah sie, daß sie fern vom Land auf hohem Meer ging und mit Dollen Segeln forteilte. Ach," rief fie erschroden, ich bin betrogen, ich bin entführt und in die Gewalt eines Raufmanns geraten; lieber wollt ich sterben!" Der Rönig aber faßte sie bei der Hand und Sprach:„ Ein Raufmann bin ich nicht, ich bin ein König und nicht geringer an Geburt, als bu es bist; aber daß ich dich mit i entjührt habe, das ist aus übergroßer Liebe geichehen. Das erstem als ich dein Bildnis gelehen habe, bin ich ohnmächtig zur Erde gefallen". Als die Rönigstochter vom goldenen Dache das hör, mein treuefter Johannes, Gnade! Gnade! Führt ihn herunter." word sie getröstet, und ihr Herz war ihm geneigt, so daß sie gern einwilligte, feine Gemahlin zu werden. Es trug sich aber zu, während sie auf dem hohen Meere dahinfuhren, daß der treue Johannes, als er vorn auf dem Schiffe loß und Musif machte, in der Luft drei Raben erblidte, die dabergeflogen fomen. Da hörte er auf zu spielen und horchte, was sie miteinander Sprachen, denn er verstand das wohl. Der eine rief Ei, da führt er die Königstochter vom goldenen Dache beim".- Ja", antwortete ber zweite, er hat sie noch nicht." Sprach der dritte: Er hat sie dod), fie sitzt bei ihm im Schiffe." Da fing der erste wieder an und rief: Was hilft ihm das! Wenn sie ans Land fommen, wird ihm ein fuchsrotes Pferd entgegenipringen: da wird er sich aufichwingen wollen, und tut er das, so sprengt es mit ihm fort und in die Luft hinein, daß er nimmermehr seine Jungfrau wieder sicht." Sprach der zweite: 3ft gar feine Rettung?" O ja, wenn ein anderer schnell aufsitzt, das Feuergewehr, das in den Halftern stecken muß, herausnimmt, und das Pferd damit totschießt, so ist der junge König gerettet. Aber wer weiß das! Und wer's weiß und sagt's ibm, der wird zu Etein von den Fußzehen bis zum Knie." Da Sprach der zweite: 3ch weiß noch mehr, wenn das Pferd auch getötet wird, so behält der junge König doch nicht seine Braut: wenn fie zusammen ins Echloß fommen, so liegt dort ein gemachtes Braut. hemd in einer Echüssel und sieht aus, als wär's von Gold und Eilber gewebt, ist aber nichts als Schwefel und Vech: wenn er's antut, verbrennt es ihn bis auf Marf und Knochen." Eprach der britte: Ist da gar feine Rettung?"- O ja, antwortete der zweite; wenn einer mit Handichuhen das Hemd padt und wirst es ins Feuer, daß es verbrennt, so ist der junge König gerettet. Aber was hilff's! Wer's weiß und es ihm sagt, der wird halben Leibes Stein vom Knie bis zum Herzen." Da sprach der dritte: Ich weiß noch mehr, wird das Brauthemd auch verbrannt, lo bat Der junge König seine Braut doch noch nicht: wenn nach der Hochzeit der Tanz anhebt und die junge Königin tanzt, wird sie plötzlich erbleichen und wie tot binfallen, und hebt sie nicht einer auf und zieht aus ihrer rechten Brust drei Tropfen Blut und ipeit sie wieder aus, so stirbt sie. Aber verrät das einer, der es weiß, so wird er ganzen Leibes zu Etein vom Wirbel bis zur Fußzehe." Als die Daben das miteinander gesprochen hatten, folgen sie weiter, und der getreue Johannes batte wohl alles verstanden, aber von der Zeit an war er still und traurig; denn verschwieg er feinem Herrn, was er gehört hatte, so war diefer unglüdlich entdecte er es ihm, fo mußte er felbft fein Leben hingeben Endlich aber sprach er bei fich: Meinen Searn will ich retten, und sollt ich selbst darüber zu Brunbe gehen Darüber trug nun der König und die Königin großes Leid, und der König iprach: Ach, was hab' ich große Treue so übel belohnt!" und ließ das steinerne Bild des treuen Johannes aufheben und in seine Schlaflammer neben sein Bett stellen. So oft er es anjah, weinte er und sprach: Ach, fönnt ich dich wieder lebendig machen, mein treuester Johannes." Es ging eine Zeit herum, da gebar die Königin Zwillinge, zwei Söhnlein, die wuchsen heran und waren ihre Freude. Einmal, als die Königin in der Kirche war, und die Kinder bei dem Vater laßen und spielten, sah dieser wierer das steinerne Bildnis voll Trauer an, ieufzte und rief: Ach, fönnt ich dich wieder lebendig machen, mein getreuester Johannes." Da fing der Stein an zu reden und sprach: Ja, du fannst mich wieder lebendig machen, wenn du dein Liebstes daran wenden willst." Da rief der König: Alles, was ich auf der Welt habe, will ich für dich hingeben." Sprach der Stein weiter:„ Wenn du mit deiner eigenen Hand deinen beiden Kindern den Kopf abhaust und mich mit ihrem Blute bestreichst, so erhalte ich das Leben wieder." Der König erichraf, als er hörte, daß er seine liebsten Rinder selbst töten sollte, doch dachte er an die große Treue, und daß der getreue Johannes für ihn gestorben war, 30g fein Echwert und bieb mit eigener Hand den Kindern den Kopf ab. Und als er mit ihrem Blute den Stein bestrichen hatte, so fehrte das Leben zurüd, und der getreue Johannes stand wieder frisch und gesund vor ihm. Er sprach zum König: Deine Treue soll nicht unbelohnt bleiben," und nahm die Häupter der Kinder, setzte sie auf und bestrich die Wunde mit Blut, davon wurden sie im Augenblid wieder heil, sprangen herum und spielten fort, als wäre ihnen nichts geschehen. Nun war der König voll Freude, und als er die Königin fommen fah, verstedte er den getreuen Johannes und die beiden Kinder in einen großen Schrank. Wie sie hereintrat, sprach er zu ihr: Hast du gebetet in der Kirche?" " Ja, antwortete fie, aber ich habe beständig an den treuen Johannes gedacht, daß er so unglüdlich durch uns geworden ist." Da sprach er:„ Liebe Frau, wir fönnen ihm das Leben wieder geben, aber es fostet uns uniere beiden Söhnlein, die müssen wir opfern." Die Königin ward bleich und erschraf im Herzen, doch sprach sie: „ Wir sind's ihm schuldig wegen seiner großen Treue." Da freute er sich, daß sie dachte, wie er gedacht hatte, ging hin und schloß den Schrank auf, holte die Kinder und den treuen Johannes heraus und sprach Gott sei gelobt, er ist erlöst, und unfere Eöhnlein haben wir auch wieder", und erzählt ihr, mie fich alles zugetragen hatte, Da lebten sie zusammen in Gludseligkeit bis an ihr Ende. - Brüder Grimm, Bir Y Caffe Der Rubin. Märchen von Fr. Sebbel Es war an einem Ichönen hellen Nachmittag, da stand Assad, ein unger Türie, der vor wenigen Tagen zum ersten Male die unermeß liche Stadt Bagdad betreten hatte und sich mit Erstaunen unter all den Wundern erging, vor der Bude des reichsten und ange ehensten Jum liers. Mit inniger Luft verfenfte er sich in das mannigfaltige glühende Reben, das in Strahlen und Farben die edlen Steine durchflammte. .D Edelstein," rief er voll Entzüden aus, in dir ist alles Herr liche zugleich zufammengedrängt und geläutert: der flüchtige Sonnentrahl ist gefangen und in deinen geheimnisvollen Kern eingeschloffen, bie Farbe empfängt in dir Unsterblichkeit, die reinen Elemente, Luft, Feuer und Waffer, vermählen sich in deinem Glanze. Hier steh ich an Der Grenze der Natur, hier ist das letzte, höchste Produkt der ichaffenden Rräfte. Weiter schauernd fühlt es der Geist- fann die Unendlich Zeit selbst nicht. - Der Juwelier, ein gutmütiger Mann, der für seine Kunst einge nommen war, stand gerade in der Tür und empiand ein großes Bergnügen über die begeisterten Worte, die aus dem Munde des Jünglings hervorgingen. Er trat lächelnd zu ihm heran, öffnete den Rasten, erariff seine Hand und fedte ihm einen schönen Ring an den Finger. lisad bemerkte es faum, ieinen Blid fesselte mit magischer Gewalt ein 9.ubin don feltener Größe, auf den die Eonne, die eben aus einer perichleierten Wolfe hervortrat, ihren vollen Schein warf. Er drüdte unwillkürlich leine Hand gegen das Herz und tat zum Erstaunen des Ruweliers einen tiefen Seufzer, dann streifte er den ihm angestedten Ring mit dem Ausdrud ionderbaren Widerwillens wieder ab und re, auf den Rubin zeigend, leidenichaftlich aus: Behaltet das elende ng und gebt mir den!" Kopfschüttelnd erwiderte der Juwelier: Der Stein ist mir um Hunderte nicht feil!"" Ich muß ihn aber ben!" verjetzte der Jüngling wie im Wahnsinn, ergriff den Rubin und stürzte flammenden iges fort. Der Juwelier erhob en großes Geichrei, rannte Assad nach und Jobalt ihn einen Dieb, ja, du dies nicht zu helfen ichien, einen Räuber and Mörder. Alsbald entstand ein Auflauf auf der Straße, der JüngTing wurde ergriffen und mit Ungestüm vor den Radi geichleppt. " Herr," begann der Juwelier voll 3orn, io jung dieier Menich zu sein scheint, und so viel Einnehmendes in seiner Gestalt liegt, so ist er doch ein frecher, undankbarer Böiewicht. Jch iah ihn vor meiner Rude stehen und ergökte mich, als ich ihn über die dort ausgebreiteten Echätze mit lauter Etimme, wie ein Rind, feine Verwunderung aus. braden hörte. Von Wohlwollen übermannt, dachte ich: Du iollst einmal billiger faufen als ein anderer, nahi einen tostbaren Ring aus dem Rasten und stedte ihm diesen an. Ich erwartete, er würde, So plöglich beichenft, große Augen machen und nicht wissen, wie er fich gebärden iollte. Statt dessen nahm er faum Notiz von meiner Freundlichkeit, 30g den Ring wieder ab, wari ihn mir verächtlich hin und verlangte in einem io gebieterichen Tone, als ob er, wenn es ihm beliebte, auch wohl meinen Ropf fordern dürfte, den wundervollsten Rubin, der je in meine Hände geraten ist. Als ich ihm beicheiden.be merkte, daß ein iolcher Stein mehr Wert habe, als er denfe, erflärte er geradezu, er müsse ihn haben, nahm auch, mit der befannten Ab. meigung der Straßenräuber gegen Formalitäten, ioaleich von meinem Eigentum Besitz und begab sich auf die Flucht. Ich folgte ihm; wie es mir bei der Last meines Vauches und in einer der Verdauung heiligen Stunde möglich war, ihn wieder einzuholen, begreife ich ielbst nicht, die Angst muß dem Menichen übernatürliche Arajte verleihen". Der Kadi, ein langer, hagerer Mann, mit einem todernsten Gesicht, war einmal ielbst bestohlen worden, und prach ieitdem genen Diebe nur noch Todesurteile aus. Er fragte Assad freundlich, ob er das ibm angeichuldete Vergehen leugne. Wie fönnt' ich!" gab der Jüng. ling finster zur Antwort.„ Es wäre auch gleichgültig," perichte der Radi mit jenem, dem Teufel abgeborotem Lächeln, womit Gerichts. perionen in allen Ländern der zerquetichten Menschheit in einem Un glücklichen io gern den Gnadenstoß geben,„ man führe ihn vor die Stadt hinaus und tue, was Rechtens." Jedoch nicht ohne vorgängige nach brüdliche Bastonade!" letzte er hinzu und griff nach der Pfeise, die ein Gflave ihm darbot. Assad wurde abgeführt. Auf der Straße wandte er sich an den Juwelier, der in seiner Entrüstung noch gar nicht daran gedacht hatte, fich den Rubin zurüdgeben zu laffen, und fagte zu ihm:„ Herr, idy bitte Euch um einen letzten Gefallen. Laßt mir den Stein bis zum Tode. Begleitet mich hinaus bis vor das Tor, daß ich ihn dort noch einmal an chaue und in Eure Hände überliefere. Nicht wahr, 3hr werdet es mir nicht abschlagen? Es ist ja nur noch furze Zeit." Jn dem Juwelier erwachte Mitleid, ihn danerte der ichöne, gefaßte Jüng lina, der jetzt noch in voller Kraft und Glut vor ihm stand. Bielleicht hätte er nun den Rubin gerne daran geicht, um ihn zu retten. Doch Dies war bei der Gemütsart des Radi unmöglich. er mußte fich alio darauf beschränken, dem Scheidenden jeine letzte Bitte zu bewilliam. Angelangt vor dem Tor 30g ab den Rubin, den er bis dahin auf leinem Herzen bewahrt hatte, hervor, hielt ihn gegen die Sonne, in deren Flen er blitte, wie das Auge eines Menichen, drüdte ihn wehmütig an den Mund und machte Anstalt, ihn dem Juwelier zurückzugeben. Bevor er aber dies noch auszuführen vermochte, trat ein Greis von jehr würdigem Ausiehen, dem alles Rolf willig Play machte, auf ihn zu, maß ihn mit einem trengen Blid und iagte: Assad, du bist ein Dieb?" Glühendes Rot überströmte die Wangen des Jünglings, aber fest und unverwirrt idhaute er zu dem Greise auf and antwortete: 3a, und, wie du gleich iehen wirst, ich leide den Tod dafür!" Jst dir dein Diebstahl nicht leid?" fragte der Greis. Nein," perlegte Affad ichnell und beft mmt, ich weiß nicht, was mich an dieien Stein fettet, aber es mag gut iein, daß ich sterben muß, denn ich fühl's, ehe ich ihn in den Händen eines anderen ließe, fonnt' ich mich mit Raub und Word beileden, obgleich meine Seele vor einem Mord zurüdichaudert, wie vor dem eigenen Tode." Ei, wunderbar!" entgegnete der Greis,„ gib mir doch deine Hand!" Affad reichte ihm die Hand. Plötzlich befand er sich auf einer unbekannten Landstraße. Der Greis stand neben ihm. Mehr verwundert und überraidht als erfreut, ichaute der Jüngling ieinen Retter mit fragendem Blid an. Du bst jetzt über hundert Stunden von Bagdad entfernt," begann der Greis, der feinen Blid wohl verstanden hatte, und sie fönnen dort, wenn sie wollen, ein Lamm strangulieren, das ich zum Zeichen deiner Un jchuld an deiner Stelle zurüdgelassen habe. Glaube jedoch nicht, daß ich dich gerettet haben würde, wenn Leichtsinn oder schnöde Habucht dich zum Rauben fremden Eigentums verleitet hätten. Mir stehen große Kräfte zu Gebote, aber ich m.ßbrauche sie nie, wie io manche( e noffen meiner Gewalt. Die Natur hat jene Macht, die den gewöhn lichen Lauf der Dinge aufhalten und verändern fann, vertrauensvoll in uniere Hände gelegt, damit wir in einem außerordentlichen Falle, wenn die allgemeine Regel, das einfache Ge eß, nicht ausreicht, zu Hilfe tommen mögen. So ein Fall ist der deinige, denn der Rubin, den du dort in der Hand hältst, ist das Grab einer wunderschönen ver zauberten Prinzeifin. Aus ihrem Blut hat er das dunfle, wunderbare Rot in sich gelogen, in das er getaucht ist. Das Feuer ihres Auces iprüht dir entgegen aus den blitzenden Strahlen, die er io veridhwenderich per endet. 3hr ichlummerndes Leben chauerte dich an, als du den Stein im Sonnenichein glänzen' ahest. Da wurde deine Seele bis in die innersten Tiefen mit iüßer Ahnung getränkt, und deine Hand mußte vollbringen, was Herz und Sinn geboten". Kann die Prinzessin durch mich erlöst werden?" fragte Affad tiefaujatmend. „ Das weiß nur sie selbst!" Derießte der Greis, und du kannst, wenn du willst, sie einmal ieben und mit ihr reden. Sobald du um Mitternacht alle deine Gedanken in den einzigen an fie zuiammen drängst und auf den Rubin drei Küsse drücst. io meicht der Zauber auf einen Augenbid, und sie tritt in boller Glorie der Echönheit aus ihrem steinernen Gefängnis hervor. Aber wage nicht dein Glück und deinen Frieden an einen ungewiffen Woment mit dem Damon st ichwer zu fämpfen, dich aber würde die berrlichste der Jungfrauen mit unwiderstehlicher Gewalt in deinem ticiften Sein gefangen nebrien, und wenn es dir dann nicht gelänge, ihren Bann zu brechen, io wäreft du elend auf ewig. Und nun leb wohl, fein Sterblicher fieht mich zum zweitenmal!" Der Greis war verichwunden, io wie er ausgeredet hatte, Affad bemerkte es faum, denn jede ieiner Empfindungen, jeder ieiner Ge danken war an das Wunder, das er in ieiner Hand hielt, gebunden. Wie freute er sich, daß die Sonne sich ichon zum Untercana neiate, daß die Schatten sich verlängerten; wie ehnte er sich nach der Mitternacht, die er ionst, als unheimliche Freistunde der Toten und Geipensler, ae idheut, vor der er sich ängstlich in die ichüßenden Arme des frommen Schlafes hinein geflüchtet hatte. Die Mitternacht er chien ihm jetzt wie ein Gefäß. aus dem ieinen dürftenden Lippen der holtefte Inbe griff alles Lebens engegen dhäumte. Daß sie über die ganze übrige Welt Anost, Grauen und Entießen ausaoß, gab ihr für ihn eben nody einen letzten ichauerlich zauberichen Reiz. Unterdes eilte er, da es ichon dunkel wurde, raftlos fort, un noch vor völligem Einbruch der Finsternis die Stadt, die er in nicht gat weiter Ferne vor fich lienen iah, zu erreichen. Dies gelang ihm, auch war das Glid ibm aünstig, daß er bald bei einer alten Fran ein Unter fommen für die Nacht fand. Er 30a fich fooleich, aroße Mildinfe1 pot chüßend, in das ihm beft mmte Echlafgemach zurüd, leate dia Rubin vor sich auf den ich und zählte nun bei brennender Lamp und ver hängten Fenstern die Minuten, die lanaiam, lanaiam, als wollte jebe ihm den Inhalt der Ewiofeit vorrechnen, poriberfrohen Endlich war es zwölf Mit unäalicher Jnbrunst drüdte er jetzt den Rubin an jeinen Mund und füßte ihn dreimal Der Internationale G in feiner geftrigen öffentlichen Lebergriffe im Chorzow- Streit bestätigt. & Die Abneigung weiter Kre Staatsfire fand in der gef neue englische Gebetbuch im Unt Regierungsantrag wurde mit 247 lehnt. 12 Blond George ist wicbert beralen Barlamentsfrat menisleftion gewählt worden. Schiedsspruch in de Unsere Soffnung, daß es in d nicht zu den angefündigten umfan werde, erfüllt sich. Am letzten mö lichung der Kündigungen ist in gefällt worden, der geeignet ist, t beutschen Eisenindustrie auf ge Schiedsspruch bedeutet eine erheb geber, immerhin darf man wohl et von beiden beteiligten Seiten auf jeden Fall besser, als wenn minifter für verbindlich erklärt w bes Schiedspruches unterrichtet Düsseldorf. Der am Donners bie Eilenindustrie zerfällt in zwe der Arbeitszeit in allen Einzelhei einen Werfen individuell regelt. bie Arbeitszeit ist ein ausführlich Bon dem Reichsarbeitsminister in elenindustrie festgelegten Richtli de Durchführung der Verordnu in der Verordnung vorgefel unter hilfenahme der alten Bu Beirantung der Sonntagsruhe finden. Die Ausnahmen find dur Hebergangsbetimmungen festgele bie Ueberarbell gilt die am 11. fene Regelung. Der Zuschlag erhi 1. Januar 1028 auf 25 Prozent. com 1. Januar 1928 bis zum 1. eb eritmalig mit einmonatiger Fr Die Erflärungsfrist läuft bis zum Der zweite Schiedssprud regel Grundjage find folgende: Es wir Brozent feltgesetzt. Ferner ein Lof um 50 Prozent; ein Lohnausgleid beiten um 60 Prozent. Die Daue