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Marburg sei, so betonte er, die erfte auf reformatorischem Boden erwachsene und von Beginn an evangelische Universität gewesen. Heute hätten wir einen paritätischen Staat und eine paritätische Uni versität. Die späteren Nachjahren des Gründers hätten seine Schöpfung teilweise bis an den Rand des Unterganges fommen lassen, bis das furhessische Marburg preußisch wurde. Das sei das Erwachen der Marburger Universität von langem Schlummer gewesen. Seitdem gehe es mit Marburg wieder bergauf. Marburg als preußische Universität sei zugleich eine deutsche Universität geworden. . Kultusminister Dr. Beder überbrachte darauf die Grüße der preußischen Regierung und begrüßte sodann als Chef der Unterrichtsverwaltung die Ehrengäste. Was die Provinz Ses Jen- Nassau für Marburg getan habe, werde fortleben, als ruhm reiches Zeichen dafür, daß auch in schwerster Zeit Wissenschaft und Kunst ein unverlierbarer Besitz des deutschen Volkes geblieben ist. Im Verlaufe der Begrüßungsreden teilte der Vorsitzende des Universitätsbundes, Geh. Oberregierungsrat Dr. Häusser Frankfurt a. M., mit, daß der Bund in der glücklichen Lage sei, als gemeinsame Gage der Kommunalverwaltungen, der Stadt und der Kreise der Provinz und von Walded der Jubilarin ein Kunstinstitut darzubringen, das dazu dienen möge, den Ruhm der alten Philipps- Universität zu mehren. Nach weiteren Reben, in denen Grüße des Deutschen Städtetages, Spen= den der hessischen und waldedschen Städte, sowie des hessischen Landtages, die Glückwünsche der deutschen Universitäten, Technischen Hochschulen, Wissenschaftlichen Gesellschaften und der schweizerischen Universitäten übermittelt wurden, fand die Feier ihr Ende. Bei dem Festakt anläßlich der 400- Jahrfeier der Universität Marburg verlas als Vertreter des Reichspräsidenten und der Reichsregierung, Vizekanzler und Reichsjustizminister Dr. Hergt ein Handschreiben des Reichspräsidenten. Daran anschließend übermittelte Dr. Hergt die herzlichsten Glüdwünsche und Grüße auch der Reichsregierung und führte dann in einer Ansprache u. a. aus: Die Marburger alma mater solle und werde eine lebendige Keimzelle für deutsche Kraft im großen deutschen Boltsförper wie in den vergangenen Jahrhunderten so auch weiterhin sein und bleiben. Abends trafen sich die Ehrengäste, die Professoren und die Vertreter der Studentenschaft in der Festhalle zu einem Feſt essen. Der Jubiläumsrektor, Geheimer Rat Busch, begrüßte die Gäste mit einer kurzen Ansprache, auf die der preußische Finanzminister Dr. Höpfer Aschoff und General Reinhardt Kassel mit Worten des Dantes antworteten. An den Reichspräsidenten wurde ein Huldigungstelegramm geschickt. Der dritte Festtag am Sonntag brachte in den frühen Morgenstunden bereits Tausend und aber Tausende von Besuchen nach der alten Universitätsstadt Marburg. Ständig liefen Sonderzüge aus der näheren und weiteren Umgebung ein. In den Straßen wimmelte es von Menschen. Schätzungsweise mögen etwa 30 000 Personen gekommen sein. Eingeleitet wurde der offizielle zweite Festakius in der Festhalle durch einen Vortrag des Professors Dr. Rudolf Otto über das Thema:„ Sinn und Aufgabe der modernen Universi= tät." Rektor Professor Dr. Busch gab darauf die neuen Ehrensenatoren bekannt. Hierauf erfolgte die Verkündung der Ehrendoktoren der verschiedenen Fakultäten. Den Abschluß der Marburger Universitätsfeier bildete ein historischer Festzug. Schon lange vor Beginn des Zuges waren die Straßen dicht mit Zuschauern besetzt. Der Festzug stellte den Einzug des Landgrafen Philipp zur Gründung der Universität im Jahre 1527 dar. Die Zünfte mit ihren Abzeichen marschierten ein, ihnen folgten Landsknechte aller Art, Reifige, Ritter und schließlich der Landgraf mit seiner Gemahlin. Auf dem Marktplatz ging ein fleines Festspiel vor sich, das von Ge= heimrat Dr. Birt verfaßt war und die Bekanntgabe der Gründung der Universität an den Marburger Bürgermeister darstellte. Abends sand der große Festfommers statt, mit dem die Feierlichkeiten ihren offiziellen Abschluß erhielten. Höhere Auswertung der Sparkassenguthaben in Preußen. Der Aufwertungssatz für die Spartassenguthaben in Preuzen, der bisher 12% v. 5. betrug, ist durch Verordnung des preußischen Innenministers auf 15 v. 5. herausgesetzt worden. Außerdem soll die Auszahlung der aufgewerteten Sparguthaben früher, als bisher vorgesehen war, erfolgen. Drud, Berlag und Expedition: Gießen, Südaulage 21 Fernsprecher Nr. 1362 Bostichedkonto Nr. 8437 Amt Frankfurt a. M. Sonnabend, den 6. August 1927 Wohin ging der Munitionstransport? Nach einer Meldung aus Bordeaux ist der Viermastmotor schoner Elin" aus Marstal, der sich auf einer Reise von Tu nis nach Libau befand, und Geschüße, sowie etwa 100 Tonnen Munition an Bord hatte, in die Luft geflogen. Die Mann schaft des Schoners wurde gerettet. Wochenrückblick. Die Behandlung der Unruhen in Wien durch das österreichische Parlament hat die erwarteten agitatori schen Reden von jeder Seite aus gebracht. Wenn auch die deutsche Zentrumspresse von einem rückhaltlosen Sieg des Kabinetts Seipel( fie muß wohl ihrem Prälaten zuhalten) spricht, so ist dem nicht ganz so. In Wien ist eine durch Sozialdemokraten gebildete starte Gemeindewache unter den Waffen. Kabinett und Parlament brachten noch nicht den Mut auf, sie abzuschaf fen. Aeußerlich scheint Ruhe eingetreten zu sein, aber gewisse Berichte aus Wien sprechen von einer Gärung, die durch die linke Seite der Sozialdemokratie, mit dem Kommunismus liebäugelnd, unterstützt wird. Es wäre für die Sozialdemokratie in jeder Hinsicht besser, diesen Flügel abzustoßen, der ihr noch schwer zu schaffen machen wird. Nachdem durch den belgischen Kriegsminister mit seinen unwahren Behauptungen über die deutsche Reichswehr ein wilder Pressestreit zwischen den Ländern neben den amtlichen Noten entstanden war, bringt die Orchies- Rede Poincarés neuen Giftstoff Für den kommenden Monat hat Poincaré schon wieder drei Sonntagsreden angekündigt. Was wird wohl da wieder verspritzt werden? Die Reservistentundgebungen in Frankreich, die stellenweise zu Revolten führten, spiegeln wirklich nicht den kriegerischen Geist der Militärpartei Frankreichs wider. Poincaré möge sich in Acht nehmen, zu leicht nur ist der Bogen überspannt. Spanien und Partugal haben eine Militärfonvention abgeschlossen. In Rumänien ist es ruhig geworden, obwohl Prinz Carol eine recht zweideutige Erklärung vor Pressevertretern in Paris abgegeben hat, die deutlich erkennen läßt, daß er gewillt ist, zu einergewissen Zeit in die Geschide Rumäniens einzugreifen. Die Wirtschaftsverhandlungen zwischen Frankreich und Deutschland sind nun endlich in ein ab= schließendes Stadium eingetreten. Für den gegenseitigen Handel ist es aber auch höchste Zeit. Hoffentlich wird ein Handelsvertrag binnen turzem unterzeichnet. - - Der Konflikt Zentrum- Reichsbanner ist noch nicht ganz beigelegt. Abwartend tastet man sich gegenseitig ab, polemisiert in den zur Verfügung stehenden Zei tungen, beruft Konferenzen und sucht Brücken zu schla= gen. Das Zentrum fühlt sich in seiner Rolle nicht ganz wohl, zum Vergnügen aller anderen Parteien. Das Alpengebiet wurde von mehreren Erdstößen heimgeſucht. In Hessen haben einige Verbände beim Staatsministerium Einspruch erhoben gegen die Beschlüsse des Landtages betr. Einschränkung des Landtagswahlrechts, wobei sie mit Recht die Beschlüsse als vollkommen undemokratisch und gegen die Verfassung Hessens und des Reiches verstoßend kennzeichnen. - In aurei Ernten zahlt der Landwirt 5242 unsere sofort ab Werk lieferbaren DeutzDieselmotoren und DieselSchlepper MOTORENFABRIK DEUTZ A- G. Zweigniederig. FRANKFURT M. Taunussir.10 ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreise: die 30mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg. lokal 12 Pig, die 90 mm breite Reflame- Petitzeile 96 Pfg. Platz. vorschriften ohne Verbindlichkeit. Bel Wiederholungen Rabatt, für Bollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Nummer 32 Zum Inkrafttreten des Arbeitsgerichtsgesetzes. Schon vor der Staatsumwälzung machten sich Bestrebungen geltend, die eine allgemeine einheitliche Arbeitsgerichtsbarkeit für die Streitigkeiten der Arbeitgeber und Arbeitnehmer aus dem Arbeitsverhältnis forderten. War bislang in der Recht sprechung das Arbeitsrecht mehr oder minder als ein Anhängsel der Eigentumsordnung aufgefaßt worden, so sah die Reichsver fassung in Artikel 157 nunmehr die Schaffung eines einheitlichen Arbeitsrechts vor. Die kommende Kodifizierung sollte auch ein Arbeitsgerichtsgesetz enthalten. Unabhängig von dem Werden des ganzen Gesetzbuches ist bekanntlich das Arbeitsgerichtsgesch bereits am 23. Dezember v. J. verkündet worden, das nunmehr zum 1. Juli d. J. in Kraft getreten ist. Es kann heute nicht unsere Aufgabe sein, auf sämtliche Bestimmungen des Gesetzes, die wohl zu einem guten Teil als bekannt vorausgesetzt werden dürfen, einzugehen, vielmehr müssen wir uns darauf beschrän fen, unter besonderer Berücksichtigung der erst fürzlich ergange nen Ausführungsbestimmungen das für das Handwerk Wichtigste zusammenzufassen. Nach den vorgesehenen Bestimmungen werden die Arbeitsgerichte als selbständige Gerichte durch die Landesjustizverwal tung im Einvernehmen mit der obersten Landesbehörde für die Sozialverwaltung nach Anhörung der wirtschaftlichen Vereini gungen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer regelmäßig für den Bezirk eines Amtsgerichts errichtet und nur in Ausnahmefällen für den Bezirk mehrerer Amtsgerichte bezw. für ein einheitliches Wirtschaftsgebiet. Auch die Errichtung der Landesarbeitsgerichte erfolgt durch die Landesjustizverwaltung im Einvernehmen mit der obersten Landesbehörde für die Sozialverwaltung bei den Landgerichten gleichfalls nach Anhörung der wirtschaftlichen Vereinigungen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Der preu bische Justizminister und der preußische Minister für Handel und Gewerbe haben unterm 10. Juni d. J. die Ausführungsverord nung über die Errichtung von Arbeitsgericien und Landess arbeitsgerichten erlassen. Danach werden in Preußen 227 Arbeitsgerichte und 33 Landesarbeitsgerichte errichtet. Ein der Berordnung beigefügtes Verzeichnis bestimmt den Bezirk der einzelnen Gerichte. Nach§ 17 des Reichsgesetzes vom 23. Dezember 1926 sind bei den einzelnen Arbeitsgerichten besondere Kammern zu bilden. Die Zahl der Kammern bestimmt die Landesjustizverwal tung wieder im Einvernehmen mit der obersten Landesbehörde für die Sozialverwaltung nach Anhörung der wirtschaftlichen Vereinigungen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Getrennte Kammern sind für die Streitigkeiten der Arbeiter und für die Streitigkeiten der Angestellten zu bilden. Ferner können, soweit ein Bedürfnis vorliegt, Fachkammern für die Streitigkeiten bestimmter Berufe und Gewerbe und bestimmter Gruppen von Arbeitern oder Angestellten gebildet werden. Ueber die Bildung entscheidet die Landesjustizverwaltung im Einvernehmen mit der obersten Landesbehörde für die Sozialverwaltung wo zu wieder die Anhörung der wirtschaftlichen Vereinigungen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer erfolgt. Für die Streitigkeiten des Handwerks müssen bekanntlich Fachlammern( Handwerks gerichte, errichtet werden. Nach den Ausführungsbestimmungen werden nunmehr beim Arbeitsgericht Berlin 17 Fachkammern für Arbeiter und 13 Fachlammern für Angestellte errichtet, außerdem eine gemeinsame Kammer für Arbeiter und Angestellte in Gärtnerei Land- und Forstwirtschaft und schließlich eine Fachfammer für Streitigkeiten der Arbeiter und Angestellten der Deutschen Reichsbahngesellschaft für den Direktionsbezirk Ber lin. Diese besonderen Reichseisenbahnfachlammern sind überbies bei sämtlichen Arbeitsgerichten an den Eigen der Reichsbahndirektionen gebildet. Bei dem Arbeitsgericht Berlin find ferner noch 5 Fachlammern für Streitigkeiten des Handwerks zusammengetreten und zwar je eine Kammer für Bekleidung für Metall, für Bau und Holz, für Nahrungsmittel und Reinigung, sowie eine Kammer für Leder, Zellstoff, Graphit und Sonstiges. Die Handwerksgerichte finden wir bei fast allen Arbeitsgerichten. Nur im Kammergerichtsbezirke und im Bezirke des Oberlandesgerichts in Königsberg i. Pr. ist die Zuständigkeit der Fachlammern für Handwerk mehrfach gemäß§ 17 Abs. 4 des Reichsgesetzes auf die Bezirke anderer Arbeitsgerichte erstreďt worden. Sind für das Arbeitsgericht Berlin insgesamt 37 Kammern zusammengetreten, so finden wir bei den Arbeitsgerichten für Frankfurt a. M. 9 Kammern, für Köln 8 Rammern, für Breslau 7 Kammern, für Halle und Magdeburg je 5 Kammern, für Frankfurt a. d. Oder, Oppeln, Hannover, Elberfeld, Essen, Münster, Kassel, Altona, Königsberg i. Pr. und Stettin je 4 Kammern; 158 Arbeitsgerichte zeigen uns je 3 Kammern, 39 je 2 Kammern und schließlich bleiben 14 Arbeitsgerichte übrig, die nur aus einer Kammer bestehen. Das Landesarbeitsgericht Berlin zeigt wieder 6 Kammern, die Landesarbeitsgerichte zu Breslau, Frankfurt a. M. und Köln je 2, bei den übrigen 29 Landesarbeitsgerichten sind nur je eine Kammer gebildet. Das Reichsarbeitsgericht ist beim Reichsgericht in Leipzig errichtet. Die Arbeitsgerichtsbeisiger sind unterdessen von der höheren Verwaltungsbehörde im Einvernehmen mit dem Präsidenten des Landesgerichts bereits auf die Dauer von 3 Jahren berufen worden. Von den in den Gerichtsbezirken bestehenden wirtschaftlichen Vereinigungen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer waren Sonnabend, den 6. August 1927. besondere Vorschlagslisten einzureichen. Jeder Beisitzer muß deutscher Reichsangehöriger sein und das 25. Lebensjahr vollendet haben. Er soll zugleich mindestens ein Jahr als Arbeitgeber oder Arbeitnehmer im Bezirk des Arbeitsgerichts tätig sein. Es fällt, dabei nicht ins Gewicht, ob ein Arbeitgeberbeisiger vorübergehend oder regelmäßig zu gewissen Zeiten des Jahres teine Arbeitnehmer beschäftigt. Ebenso können auch Geschäftsführer und Betriebsleiter, soweit sie selbständig zur Einstellung von Arbeitnehmern in den Betrieb berechtigt sind cber soweit ihnen Protura oder Generalvollmacht erteilt wird, als Beisiger Berufung finden, ebenso noch Mitglieder und Angestellte wirtschaftlicher Vereinigungen von Arbeitgebern. Besondere Beisigerausschüsse sind bei jedem Arbeitsgericht mit mehr als einer Kammer zu bilden. Dieser Ausschuß besteht aus mindestens je 3 Beijigern der Arbeitgeber und Arbeitnehmer in gleicher Zahl, die nach den Vorschriften des Gesetzes von den Beis fizern der Arbeitnehmer und Arbeitgeber in getrennter Wahl zu wählen sind. Nähere Anordnungen hierzu haben der preuzische Justizminister und der preußische Minister für Handel und Gewerbe unterm 23. Juni erlassen. Ein Beisitzerausschus kommt nicht in Frage, wenn bei einem Arbeitsgericht lediglich eine gemeinsame Kammer für Arbeiter und Angestellte gebildet und gleichzeitig mit der Errichtung eines Handwerksgerichts mit Rücksicht auf die Erstredung der Zuständigkeit eines anderen Handwerksgerichts auf diesen Gerichtsbezirk Abstand genommen wurde. Die Minister empfehlen, die Zahl der Mitglieder der Beisitzerausschüsse so festzusetzen, daß die Ausschüsse bei Arbeitsgerichten mit 2 und 3 Kammern aus je 3 Beisitzern, bei Arbeitsgerichten mit 4 und 5 Rammern aus höchstens je 4 Beijizzern bei Arbeitsgerichten mit 6 und 7 Kammern aus höchstens je 5 Beisigern und bei Arbeitsgerichten mit mehr als 7 Rammern aus höchstens je 6 Beisigern bestehen. Für die Wahl selbst wird in den Ausführungsbestimmungen, sofern eine formlose Einigung über die zu wählenden Beisitzer der Arbeitgeber und Arbeitnehmer nicht gelingt, Listenwahl nach dem Grundjak der Verhältniswahl vorgesehen. Es wird hier auf eine sinngemäße Anwendung der Vorschriften des§ 33 Abjat 1-4 der Wahlordnung zum Betriebsrätegesetz verwiesen. Für die Mitglieder des Beisitzerausschusses werden zweckmäßigerweise Ersatzmitglieder gewählt. Die Sigungen der Ausschüsse werden vom Vorsitzenden des Arbeitsgerichts einberufen. Einberufungen haben nach pflichtgemäßem Ermessen unter wohlwollender Berüdsichtigung berechtigter Anregungen zu erfolgen. Die Minifter empfehlen, im unmittelbaren Anschluß an die Wahl des Beisitzerausschusses die erste Sitzung stattfinden zu lassen. Die nichtrichterlichen Beisitzer beim Reichsarbeitsgericht werden vom Reichsarbeitsminister im Einvernehmen mit dem Reichsminister der Justiz auf die Dauer von 3 Jahren berufen. Nach den gesetzlichen Bestimmungen sind sie in angemessenem Berhältnis aus den Vorschlagslisten zu entnehmen, die von den Spitzenverbänden der wirtschaftlichen Vereinigungen eingereicht werden. Für das Reichsarbeitsgericht kommen 18 Beisitzer für die Arbeitgeber in Frage. Sie sind nach Besprechung der Spitzenverbände so verteilt, daß die Industrie 5, Handwerk und Landwirtschaft je 3, Großhandel, Einzelhandel usw. je 1 Sitz erhalten. Der Reichsverband des deutschen Handwerks hat seine Vorschläge hierzu bereits weitergereicht. ( Schluß folgt.) 120 Hinrichtungen im Juli in Rußland. Wie aus Moskau berichtet wird, sind dort wiederum zwölf, zum größten Teil frühere zaristische Offiziere zum Tode verurteilt worden. Mit diesen Opfern beträgt die Zahl der im letzten Monat in Moskau hingerichteten Personen 120. Weltkonferenz für Glaubens- und Kirchenverfassung in Lausanne. Die Weltkonferenz für Glaubens- und Kirchenverfassung ist am Mittwoch in Lausanne eröffnet worden. Etwa 500 Abgesandte der christlichen Kirchen aus allen Weltteilen versammelten sich in der Kathedrale zum Festgottesdienst. In der Eröffnungssitzung in der Aula der Universität begrüßte Bundesrat Dubus die Konferenz im Namen der Schweizer Regierung. Die Arbeit der Konferenz charakterisierte der Präsident des Schweizer Kirchenbundes, Dr. Herold, dahin, daß sie die ernsten Fragen des Glaubens im Geiste der Glaubensbrüderlichkeit und in vol= ler Aufrichtigkeit erörtern wollte. Die Reihe der programmatischen Einführungsreden eröffnete ein Deutscher, Professor Elert Erlangen. Gießener Zeitung" Mehr Schutz dem Nachwuchs! Das Kaiserin- Auguste- Victoria- Haus, Reichsanstalt zur Bekämpfung der Säuglings- und Kleinkindersterblichkeit, wird in den nächsten Wochen aus der Fülle seines voltsbelehrenden Materials Poftfarten- Mappen an die deutschen Innungen Det= jenden, die 6 Kunstdrud- Karten mit belehrenden Mertjätzen enthalten und denen das reizvolle Motip Mutter und Kind" zu Grunde liegt. Die Reichsanstalt wendet sich mit ihren gesundheitsfürjorgerischen Bestrebungen gerade an die deutschen Innungen, da das deutsche Handwert heute mehr denn je eine Stütze unjeter Boltsgemeinschaft bedeutet. Auf Grund seiner Jahrhunderte alten Tradition liegt im deutschen Handwert das Gefühl für Staatsgemeinschaft, Heimat und Familie verankert. Die Innungen stellen als Nachfolger der einst mächtigen deutschen Zünfte den gewerblichen Zusammenschluß des Handwerks mit den Rechten und Pflichten öffentlich rechtlicher Korporationen bar. Damit sind die Interessen des Staates besonders eng mit dem deutschen Handwert verknüpft, ihm dadurch eine Reihe Don Bflichten auferlegend, deren wichtigste und vornehmste in der Gorge für den Nachwuchs besteht. Unseren Nachwuchs bedroht die hohe Säuglingssterblichkeit, die mit 10,4 Prozent im Jahre 1925 noch immer viel höher, wie in anderen Ländern ist, wenn auch gegen die Vorjahre ein Rüdgang festzustellen war. Die Zahl von 10,4 Prozent bedeutet, daß im Jahre 1925 noch 135 000 Säuglinge in Deutsch land gestorben sind, also fast soviel, als die Stadt Erfurt an Einwohnern zählt. Ein großer Teil der Säuglingssterbefälle ist vermeidbar. Daher ist es Pflicht einer jeden Mutter, mehr denn je alle lebenswichtigen Regeln der Pflege und Ernäh rung ihres Kindes zu befolgen. Volksaufklärung tut bitter not. Das Kaiserin- Auguste Victoria- Haus, Reichsanstalt zur Bekämpfung der Säuglings und Kleinkindersterblichkeit, befindet sich seit längerem in einer Arbeitsgemeinschaft mit dem größten Teil der Körperschaften, denen die Gesundheitsfürsorge für Mutter und Kind obliegt. Die Jnnungskrankenkassen und die Krankenkassen für selb ständige Handwerker und Gewerbetreibende haben sich dieser Arbeitsgemeinschaft angeschlossen in der Erkenntnis, daß sie durch tatkräftige Zusammenarbeit mit der Reichsanstalt in die Lage versetzt sind, in hygienischer Volksbelehrung eine planmäßige Gesundheitsfürsorge für Mutter und Kind zu betreiben und so die brennendsten voltsgesundheitlichen Forderungen durchzuführen. Nr. 32. Sonnabend, den 6. Auguft 1927. Sorfchriften über den Umfang der Steuerpfli unverändert geblieben, die Länder haben a erbalten, über die reichsrechtlich vorgesehene liteiten noch hinauszugehen. Die Konstru grandfählich dieselbe wie im ersten Entwur innen§ 7 bemerkt, daß die Höhe der Gru dern fraft eigenen Rechts und von den Masgabe der landesrechtlichen Vorschriften" cher materiell bleibt es doch bei der Berech auf Grund eines Hauptsteuersatzes und bei einem Vielfachen der Steuereinheit. Der He mät 9 vom Tausend( in der ursprünglichen Tonin) des auf volle Hunderte nach unten ab hertes. Wichtig ist, daß nach dem§ 9 zwa Umlagejates nach Wert oder Größe des es ausgeschlossen, im Gegensatz zur ursprünglich Shufung nach der Art der Grundstüde a taen. Für landwirtschaftliche, forstwirtscha de Betriebsgrundstüde kann nur der gleiche mi werden, ebenso für gewerbliche Betriebs mere Grundstüde. Aber die Umlagesähe, die f gelegt sind, in den Dienst dieser Stellen und gibt auf Grund dieses Materials über alle Fragen Auskunft. Eine weitere Aufgabe besteht darin, die praktisch wichtigen Forschungsergebnisse in populäre Form zu gießen und als Merkblätter, aufklärende Schriften und Bücher, Lichtbilder und Filme und in Gestalt von Wander- Ausstellungen mit eindrucksvollen bildlichen und plastischen Darstellungen der Volksbelehrung nutzbar zu machen. Lehrgänge, Vortragsdispositionen beschließen die unerschöpfliche Fülle der volksbelehrenden Arbeitsmethoden, mit Hilfe derer jedweder, ob Arzt, Sozialbeamter, Pflegerin, Hebamme, Für jorgerin oder Mutter zum Mittelpunkt im Kampf gegen die Kindersterblichkeit werden kann, einem Kampfe, der von dem stolzen Gefühle getragen ist, sich für das gesunde Aufwachsen unserer Kinder, zur Beeinflussung eines gefunden Nachwuchses des deutschen Bolles einsetzen zu können. Der Preis der Postkarten- Mappe beträgt 1,-M. Tragi alle bei zum deutschen Kinderschuh! heizt daher der Appell, den die Reichsanstalt zur Bekämpfung der Kindersterblichkeit heute an das deutsche Handwerk richtet. Kaiserin- Auguste- Victoria- Haus, Reichsanstalt zur Bekämpfung der Säuglings und Klein findersterblichkeit, Berlin- Charlottenburg. Das Reichsschulgeset. bejtimmt werden, tönnen voneinander abu en also zB der städtische Hausbesitz und die tide mit einem höheren Umlagesatz bedacht dwirtschaftlichen Grundstüde. ふ Jm Gewerbesteuerrahmengejek ist ebenfalls ie Länder über die reichsrechtlichen Möglic Steuerbefreiung vorschreiben können. Was die C Die Berechnung der Steuer betrifft, so wird wie Bener erflärt, daß die Höhe der Gewerbesteuer bern trait eigenen Rechts und von den Gemein gabe der landesrechtlichen Vorschriften" bestimmt grundlagen sind wie im ursprünglichen G Eih nebeneinander der Gewerbeertrag, das und die Lohnjumme. Nach längeren Vorverhandlungen ist nunmehr furzlich der Reichsschulgesetzentwurf veröffentlicht wor den. Abgesehen von der Frage der Regelung, die in den Simultanschulländern getroffen werden soll, hat das Kabinett den Entwurf einmütig gebilligt. Da der Entwurf in der Presse eingehend gewürdigt worden und vielfach auch im Wortlaut zum Abdrud gekommen ist, beschränken wir uns heute auf eine Herausstellung der hauptsächlichsten Bestimmungen. Entsprechend dem Prinzip, daß man möglichst allen Geistesrichtungen innerhalb des deutschen Voltes gerecht werden müsse. unterscheidet der Entwurf die nach Bekenntnissen nicht getrennte Volksschule Gemeinschaftsschule), die Bekenntnisschule und die bekenntnisfreie Schule.( Weltliche oder Weltanschauungsschule.) Diese drei Schul formen sollen unbeschadet des Art. 146 Abs. 1 der RV. im Rahmen der Bestimmungen des Gesetzes freie Ent widlungsmöglichkeit haben. Grundsätzlich wird den Erziehungsberechtigten von im allgemeinen 40 Kindern das Antragsrecht auf Einrichtung einer der drei Schulformen eingeräumt, zur Umwandlung einer Schulform in die andere ist die Zustimmung der Erziehungsberechtigten von mindestens% der die Schule besuchenden Kinder erforderlich. Die Genehmigung der Anträge wird bis zu einem gewissen Grade durch die Erfordernisse eines geordneten Schulbetriebes bedingt. Die bei Inkrafttreten des Gesetzes bestehenden Schulen gelten in ihrer Schulform als beantragt, falls nicht rechtsgültige Anträge auf Abänderung gestellt werden. Für die alten Simultanichulgebiete Baden und Hessen, sowie für das ehemalige Herzogtum Nassau sieht das Die klinischen Abteilungen für gesunde Kinder geben die Gesetz eine Sperrfrist von fünf Jahren vor, innerhalb Möglichkeit, die Entwicklung des normalen Kindes vom Augenderen eine Aenderung des bestehenden Standes der blick der Geburt an zu verfolgen, die Krankenabteilungen erSchulen nicht zulässig ist. Betreffs Erteilung des Relauben die Erforschung der Krankheitsentwicklung und des ligionsunterrichtes hält sich der Gesetzentwurf an die Krankheitsverlaufes, der Behandlung und Pflege des franken den Religionsgesellschaften von der Reichsverfassung Kindes. Die Laboratorien vermitteln die Hilfsmittel für Erzugesicherten Rechte. Zur Einsichtnahme in den Relikennung, Behandlung und Vorbeugung, die natürliche Ernäh- gionsunterricht bestellt der Staat im Schulwesen er rung und ihre Voraussetzungen, ebenso wie die künstliche Ernäh- fahrene Beauftragte auf Vorschlag der Religionsgesell rung für gesunde und tranke Kinder werden an einem großen schaft. Diese Bestimmung entspricht dem Prinzip, daß Material studiert. Aus den wissenschaftlichen Arbeiten seien das Aufsichtsrecht über das Volksschulwesen dem Staate nur einige Forschungsgebiete herausgenommen, so z. B. die zusteht. E. D. Ursachen der Durchfälle im Säuglingsalter, Pflege und Behandlung der Frühgeborenen, Schutzimpfung und Sanierungsmaßnahmen für die kindliche Tuberkulose, neue Wege in der Bekämpfung der Rachitis. Neben ihrer Stellung als vorbildlich eingerichtete KinderKlinik stellt sie ein Zentralinstitut auf dem Gebiete der Bekämpfung der Kindersterblichkeit über das ganze Deutsche Reich dar. Durch ihr ineinandergreifendes Räderwerk der Organisation ist ihre Bedeutung geprägt, mehr als eine Klinik von rein lokalem Werte zu sein. Das Nebeneinander von Abteilungen für Schwangere, Wöchnerinnen, Mütter, für Neugeborene, gesunde und kranke Kinder, die Angliederung von ambulanten Beratungsstellen, die Poliklinik und die Fürsorge bilden in ihrer planvollen Anordnung mit der Laboratoriumsforschung ein organisches Ganzes. Das der Anstalt angegliederte Organisationsamt für Säuglings- und Kleinkinderschuh prägt die Bedeutung zu einer Zentralanstalt der Säuglings- und Kleinkindersterblichkeit insofern, als es die Ergebnisse wissenschaftlicher Arbeit allen Stellen öffentlicher und privater Fürsorge im Deutschen Reiche in praftischer Form zugänglich macht. Es stellt seine Bibliothek, jein Archiv, in denen die Ergebnisse aller Arbeiten auf dem Gebiete der sozialen Hygiene und Gesundheitsfürsorge niederDie Offensive des deutschen Volksheeres jede Gelegenheit ausnutzen, um die Franzosen im freien Felde und ihr Scheitern 1914. 1. Fortsetzung. Die deutsche Offensive im Westen war nur mit neuem Heere von ungewöhnlicher innerer Güte und Angriffstraft durchzuführen. Geist, Ausbildung, Organisation mußten den höchsten Forderungen der Führung gewachsen sein. Die deutschen Armeen erwiesen sich bei allem, auch den schwierigsten Operationen als ein zuverlässiges, nie versagendes Werkzeug in der Hand der Führung. War die Lage Deutschlands durch die gewaltige zahlenmäßige und materielle Ueberlegenheit der Gegner bitter ernst, so wurde sie noch verschärft durch die Blockade. Deutschland glich einer belagerten Festung, deren Lage um so bedrohlicher wurde, als die Versorgung mit Nahrungsmitteln und Roh= stoffen von begrenzter Dauer war. Die Zeit wirkte mithin für den Gegner. Nur bei einem schnellen Erfolg im Westen, bei furzer Kriegsdauer bot sich die Gewähr eines guten Ausgangs. Die Notwendigkeit schnellen Erfolges bedingte eine Krieg führung von starkem Offensivgeist. Eine frühzeitige Entschei dung konnte nach der Ansicht des Grafen Schlieffen nur durch Umfassung des feindlichen linken Flügels erreicht werden. Voraussetzungen für das Gelingen dieser Umfassungsbewegung waren ein starker deutscher rechter Flügel und ein Führerwi!! e, der unbeirrbar an seinem Ziel festhielt, das Feuer eines hart näckigen Willens zum Siege, eines wilden Drängens nach vor= wärts, eines erbarmungslosen Strebens zur Vernichtung des Feindes. zu schlagen. Er war entschlossen, die Entscheidung auf der ganzen Front da anzunehmen, wo der Feind sie anbot. Hierdurch konnte die deutsche Führung, wenn auch ungewollt, leicht in die Abhängigkeit von den Maßnahmen des Gegners geraten und die Vorteile der Initiative aus der Hand geben. In gewaltigem Ansturm prallten die Heere aufeinander. und zwar auf verschiedenen Frontabschnitten in durchaus verschiedenen Kampfverfahren. Auf dem rechten Flügel bei der 1. und 2. Armee trug der Zusammenstoß mehr oder minder das Gepräge eines Begegnungskampfes; der deutschen 3. Armee lag der planmäßige Angriff gegen den hinter einem Flußabschnitt zur Verteidigung eingerichteten Gegner ob, in der Mitte fam es zu überraschender Begegnung, auf dem linken deutschen Flügel entstand der Zusammenprall durch Uebergang aus planmäßigem Rückzug zum überraschenden Gegenangriff. Ueberall, auch da, wo der Feind weit in der Ueberzahl war, zeigte sich die deutsche Angriffstraft überlegen. Wohl selten ist ein Heer von solch hohem friegerischen Wert, solch vollendeter Durchbildung und solch angriffsfreudiger Schlagkraft an den Feind geführt worden, wie das deutsche Volksheer in jenen Sommer tagen des Jahres 1914. Jn dem gewaltigen Millionenheer lebte vom höchsten Führer bis zum letzten Soldaten nur ein Wille: der heiße, leidenschaftliche Wille zum Sieg und der unwiderstehliche Drang: vorwärts heran an den Feind! Ge zügelt durch zielbewußte Truppenführung entlud sich diese aufs höchste gespannte Kraft in wuchtigem Stoß über den gleichfalls angreifenden, an vielen Stellen der Front erheblich überlegenen Feind. Er wurde nicht nur sofort in die Verteidigung gewor fen, sondern an vielen Stellen im ersten Anprall überrannt. Im Gegensatz zu Graf v. Schlieffen wollte General v. Molite| Der deutsche Angriffsgeiſt offenbarte hier hächſten feelischen Der endgültige Gesetzentwurf zur Vereinheitlichung des Steuerrechts ist in der Frankfurter Zeitung" wie nachstehend veröffentlicht: Realsteuer- Rahmengesetze. Jm§ 1 des Grundsteuer- und des Gewerbesteuerrahmen gesetzes wird ausdrücklich festgestellt, daß die beiden Steuern als Landessteuern erhoben werden. Inwieweit sie für Rech nung der Gemeinden erhoben werden sollen, soll sich ausschließ lich nach Landesrecht bestimmen. Was die Grundsteuer im besonderen betrifft, so sind die Schwung und eine solche sieghafte Kraft, wie faum in einer anderen Schlacht auf der Westfront während des Bewegungs frieges. Die verbündeten Feinde wurden auf der ganzen Front geschlagen und in ihrer Kampffraft empfindlich geschwächt. Am 24. August mußte der französische Generalissimus, Ge neral Joffre, dem Kriegsminister in Paris das völlige Schel fern seiner großangelegten Offensive melden. Der 23. Auguft hat endgültig," so heißt es in seinem Bericht, die französische Offensive in Belgien zum Stehen gebracht. Die Befürchtungen, die ich bereits in den letzten Tagen hinsichtlich des Wertes der französischen Truppen für den Angriff im offenen Gelände ge hegt habe, sind durch die Tatsachen bestätigt worden. Unsere Armeekorps haben trok der zahlenmäßigen Ueberlegenheit im freien Felde nicht die Angriffstraft gezeigt, die wir von ihnen nach den Anfangserfolgen hätten erwarten fönnen. Wir sind nunmehr zur Defensive gezwungen." Das deutsche Westheer hatte einen unbestreitbaren Sieg über den tapferen und an Zahl überlegenen Gegner errungen, die deutsche Führung und Truppe hatten Großes geleistet, ihre Angriffstraft war durch die Erfolge aufs höchste gesteigert wor den, während beim Feinde seelische Niedergeschlagenheit Blak griff. Aber trotz allem, die erstrebte große Feldzugsentscheidung im Westen war nicht gefallen. Wie war es möglich gewesen, daß der große Sieg sich nicht zu einem Vernichtungsschlage für den Gegner auswirkte? Die Ursache tann darin erblickt werden, daß in den Schlach ten bei Mühlhausen in Lothringen, bei Neufchateau- LongronMons und Namur lediglich taftische Siege errungen wurden, ohne daß es möglich war, fie operatio auszunutzen. Es waren größtenteils Frontalkämpfe, in denen es nicht gelang, dur Für die Berechnung des Gewerbeertrages Keineinfünfte aus dem Gewerbebetrieb gelten iefelben Bestimmungen wie im ersten Entwurf Reineinkünfte um die Verzinsung der Be wird jedoch zu ungunsten des Steuerschuldners in als nur noch eine 4prozentige Verzinsung( im Entwurf 5 Prozent) abgesetzt werden darf. A prünglichen Entwurf ein einheitlicher Haupt alle drei Besteuerungsgrundlagen die Regel wo $ 15 und 16 der neuen Vorlage zwei Hauptst Die Gewerbeertragssteuer und für die Gewe Lohnjammensteuer. Beim Gewerbeertrag ist die 1000 Mart beibehalten, wenn der Ertrag im ga nicht überschreitet. Der Hauptsteuersatz bei der euer beträgt: pon den ersten angefangenen oder vollen 1500 Don den weiteren 1500 Rmf. von den weiteren Beträgen Die Progression ist also gegenüber dem Der nur bis 4 v. 5. ging, verschärft. Seim Gewerbekapital ist ein steuerfreier Mart norgesehen, wenn das Kapital 20 000 reitet. Der Hauptsteuersatz bei der Gewer gegenüber der früheren Vorlage von% auf morden Bei der Lohnsummensteuer bleiben, we 50 000 Mart nicht übersteigt, 10 000 Mark ste Steuerjak beträgt für die Lohnsummensteuer ebenfalls gegenüber dem früheren Entwur erhöht worden. ( G Lokales. Sonntagsgedanken Bor 13 Jahren!--Es war in heißer Erntezeit Im Sommer- Sonnenbrand, Da rief uns auf zum heiligen Das Vaterland. Wist ihr noch jene Augusttage des J man die Trommeln rührte, Fahnen schwen einer den anderen Bruder nannte?-- Das Erlebnis war zu groß, als daß geffen sein tönnte. Ueber Europa lagen operative Ueberholung oder Einwirkung auf entscheidende Erfolge zu erzielen. Daher war die Zahl der Gefangenen hüge im Verhältnis zur Größe der Schlach gcichlagenen Verbündeten war es fast über gefährdeten Flanken durch geschickte Nachh starker Artillerie die Verfolgung zum and fich der Umfassung zu entziehen. Großes war trotz allem bereits geleist Den! Das Vaterland konnte mit Dank wehrhaften Söhne bliden. Die Gefahr, da Schauplatz der triegerischen Ereignisse wer Westen zunächst gebannt. Dank der opferm tapieren Heeres war die Grenzmark des lebenswichtigen wirtschaftlichen Kraftquelle en des Krieges verschont geblieben; trot enablenmäßigen Ueberlegenheit der fei Corben. in: Der Krieg in Feindesland getragen worder Brinde ein überaus wichtiges Wirtscha Das Wetbeer trat jetzt in einen neuen Die in den Grenzschlachten erstrebte, a Entscheidung des Feldzuges im Westen stani Während die Leitung der Operatione ige Spanntrait des Generalobersten v. nahm, lastete eine schwere Sorge auf Die wurde die Lage infolge des Zurückwei immer bedrohlicher. Zunächst wurde der Senend v. Brittwitz durch General v. Hinde folge ben günstigen Nachrichten über die For Nr. 32. 1 Dienst dieser Stellen und gibt auf Grun ber alle Fragen Austunit. Eine weitere K Sonnabend, den 6. August 1927. die praktisch wichtigen Forschungsergebnis erhalten, über die reichsrechtlich vorgesehenen Befreiungsmög zu gießen und als Merkblätter, aufklärente her, Lichtbilder und Filme und in Gestalt ellungen mit eindrucksvollen bildlichen um Borschriften über den Umfang der Steuerpflicht im wesentlichen unverändert geblieben, die Länder haben aber die Befugnis Cichteiten noch hinauszugehen. Die Konstruktion der Steuer ist grundsätzlich dieselbe wie im ersten Entwurf. Es wird zwar tm neuen§ 7 bemerkt, daß die Höhe der Grundsteuer von den ungen der Boltsbelehrung mugbar zu magen gändern fraft eigenen Rechts und von den Gemeinden nach gsdispositionen beschließen die unerschöpfli gasgabe der landesrechtlichen Vorschriften" bestimmt wird. ehrenden Arbeitsmethoden, mit Hilfe dere aber materiell bleibt es doch bei der Berechnung der Steuer ter zum Mittelpunkt im Kampf gegen die einem Vielfachen der Steuereinheit. Der Hauptsteuersag bes Sozialbeamter, Pflegerin, Hebamme, Für auf Grund eines Hauptsteuersatzes und bei der Erhebung in verden kann, einem Kampfe, der von ben rägt 9 vom Tausend( in der ursprünglichen Vorlage 8 vom ragen ist, sich für das gesunde Aufwadjen Tausend) des auf volle Hunderte nach unten abgerundeten EinBeeinflussung eines gefunden Nachwucjes heitswertes. Wichtig ist, daß nach dem§ 9 zwar eine Abstufung einsetzen zu können. Postkarten- Mappe beträgt 1,-M. le bei zum deutschen Kinderschuh! pell, den die Reichsanstalt zur Bekämpfung taffen ist. Für landwirtschaftliche, forstwirtschaftliche und gärt it heute an das deutsche Handwert richtet. nerische Betriebsgrundstüde fann nur der gleiche Umlagesat be Bekämpfung der Säuglings: und Klein andere Grundstüde. Aber die Umlagefäße, die für beide Grup bes Umlagesatzes nach Wert oder Größe des Steuergegenstan bes ausgeschlossen, im Gegensatz zur ursprünglichen Vorlage aber eine Abstufung nach der Art der Grundstüde ausdrüdlich zugeblichkeit, Berlin- Charlottenburg. Reichsschulgeles. ren Vorverhandlungen ist nunmehr hsschulgesezentwurf veröffentlicht wor timmt werden, ebenso für gewerbliche Betriebsgrundstücke und pen bestimmt werden, tönnen voneinander abweichen, es tönnen also z. B. der städtische Hausbesitz und die Betriebsgrundtüde mit einem höheren Umlagesatz bedacht werden als die landwirtschaftlichen Grundstüde. von der Frage der Regelung, die in Steuerbefreiung vorschreiben tönnen. Was die Grundlagen und ulländern getroffen werden soll, hat die Berechnung der Steuer betrifft, so wird wie bei der GrundEntwurf einmütig gebilligt. Da ber fteuer erflärt, daß die Höhe der Gewerbesteuer von den Län Bresse eingehend gewürdigt worden bern fraft eigenen Rechts und von den Gemeinden nach Maßim Wortlaut zum Abdrud gekommen gabe der landesrechtlichen Vorschriften" bestimmt wird. BesteueIm Gewerbesteuerrahmengejek ist ebenfalls vorgesehen, daß Die Länder über die reichsrechtlichen Möglichkeiten hinaus rungsgrundlagen find wie im ursprünglichen Entwurf grundäglich nebeneinander der Gewerbeertrag, das Gewerbekapital and die Lohnfumme. vir uns heute auf eine Herausstellung hsten Bestimmungen. Entsprechend man möglichst allen Geistesrichtungen eutschen Boltes gerecht werden müsse. chule Gemeinschaftsschule), die BeEntwurf die nach Bekenntnissen nicht ieselben Bestimmungen wie im ersten Entwurf. Die Kürzung Für die Berechnung des Gewerbeertrages auf Grund der Reineinfünfte aus dem Gewerbebetrieb gelten im wesentlichen Bestimmungen des Gesetzes freie Entd die bekenntnisfreie Schule.( Welt: wird jedoch zu ungunsten des Steuerschuldners insofern geändert, nschauungsschule.) Diese drei Schul als nur noch eine 4prozentige Verzinsung( im ursprünglichen Seschadet des Art. 146 Abs. 1 der RV. Entwurf 5 Prozent) abgesetzt werden darf. Während im urit haben. Grundsätzlich wird den alle drei Besteuerungsgrundlagen die Regel war, gibt es nach recht auf Einrichtung einer der drei sie Gewerbeertragssteuer und für die Gewerbetapital und Der Reineinfünfte um die Verzinsung der Betriebsgrundstüde gten von im allgemeinen 40 Kin geräumt, zur Umwandlung einer andere ist die Zustimmung der Er n von mindeſtens 2% der die Schule r erforderlich. Die Genehmigung der zu einem gewissen Grade durch die s geordneten Schulbetriebes bedingt. reten des Gesetzes bestehenden Schulen Schulform als beantragt, falls nicht Eräge auf Abänderung gestellt werden. multanschulgebiete Baden und Hessen, emalige Herzogtum Nassau ficht das frist von fünf Jahren vor, innerhall erung des bestehenden Standes der ässig ist. Betreffs Erteilung des Rees hält sich der Gesetzentwurf an die prünglichen Entwurf ein einheitlicher Hauptsteuerbetrag für $ 8 15 und 16 der neuen Vorlage zwei Hauptsteuerbeträge: für Lohnjummensteuer. Beim Gewerbeertrag ist die Freigrenze von 1000 Mart beibehalten, wenn der Ertrag im ganzen 10 000 Rmf. 101 überschreitet. Der Hauptſteuersatz bei der Gewerbeertragseuer beträgt: son den ersten angefangenen oder vollen 1500 Rmt. son den weiteren 1500 Rmf. pon den weiteren Beträgen 2 v. H., 3½ v. 5., 5 v. H. Die Progression ist also gegenüber dem früheren Entwurf, ber nur bis 4 v. H. ging, verschärft. Mart vorgesehen, wenn das Kapital 20000 Mart nicht überBeim Gewerbefapital ist ein steuerfreier Betrag von 3000 schreitet. Der Hauptsteuersatz bei der Gewerbekapitalsteuer iſt gegenüber der früheren Vorlage von% auf 0,4 v. 5. erhöht worden. Bei der Lohnsummensteuer bleiben, wenn die Lohnsumme sellschaften von der Reichsverfassung 50 000 Mart nicht übersteigt, 10 000 Mart steuerfrei. Der Hauptte. Zur Einsichtnahme in den Reliteuersatz beträgt für die Lohnsummensteuer ½ Prozent, ist also estellt der Staat im Schulwesen er ebenfalls gegenüber dem früheren Entwurf( 2,75 pro Mille) gte auf Vorschlag der Religionsgesell erhöht worden. stimmung entspricht dem Prinzip, da über das Volksschulwesen dem Staate Sgültige Gesezentwurf E. D. eitlichung des Steuerrechts ter Zeitung" wie nachstehend veröffentlicht: ealsteuer- Rahmengeseze. Grundsteuer- und des Gewerbesteuerrahmen rücklich festgestellt, daß die beiden Steuern erhoben werden. Inwieweit sie für Rech n erhoben werden sollen, soll sich ausschließ ht bestimmen. dsteuer im besonderen betrifft, so sind die solche sieghafte Kraft, wie kaum in einer uf der Westfront während des Bewegungs ndeten Feinde wurden auf der ganzen Front ihrer Kampfkraft empfindlich geschwächt. mußte der französische Generalissimus, Ge Kriegsminister in Paris das völlige Sche gelegten Offensive melden.„ Der 23. Auguf heißt es in seinem Bericht, die„ französische ( Schluß folgt.) Lokales. Sonntagsgedanken. Bor 13 Jahren! Es war in heißer Erntezeit Im Sommer- Sonnenbrand, Da rief uns auf zum heiligen Streit Das Vaterland. ,, Evangelische Warte" Wolken, aus denen jeurige Blige zudten, bis sich das unheilbringende schlagende Wetter über dieser Erde entlud. Wir ahnten damals die Gewitterschäden noch nicht, sondern standen in heller Begeisterung als ein geeintes Volf auf, als der Sturm losbrach. Und zogen nach dem Rhein und nach dem Often, um die deutsche Heimat zu verteidigen. Für ein freies Deutschland, für einen freien deutschen Rhein zu fämpfen, mar unsere Losung. Für diese deutsche Hoffnung haben Millionen gekämpft und geblutet. Die einen ruhen in ferner fremder Erde, in Flandern und in den Argonnen, bei Arras und Verdun, im Bergwald der Vogesen oder in den weiten Steppen Rußlands, in den Bergen Tirols oder im fremden Lande des Balkan. Und die anderen find als Krüppel oder Kranke lebende Zeugen jener Zeit des Weltenbrandes. Auch Witwen und Waisen und alte Eltern flagen heute noch um ihre Gatten, Väter und Söhne. Wißt ihr noch jene Augusttage des Jahres 1914?- Wo man die Trommeln rührte, Fahnen schwenkte, Lieder sang und einer den anderen Bruder nannte? Das Erlebnis war zu groß, als daß es heute schon vergessen sein könnte. Ueber Europa lagen damals tiefschwarze operative Ueberholung oder Einwirkung auf die feindliche Flanke entscheidende Erfolge zu erzielen. Daher war die Zahl der Gefangenen und eroberten GeSchütze im Verhältnis zur Größe der Schlachtfelder gering. Den geschlagenen Verbündeten war es fast überall geglückt, auf den gefährdeten Flanken durch geschicte Nachhuttämpfe unter Einjag starter Artillerie die Verfolgung zum Stehen zu bringen and sich der Umfassung zu entziehen. 13 Jahre sind es her, als wir um die Freiheit ins Feld zogen. Wir haben tapfer gekämpft aber die Macht war zu groß. Wenn wir auch das Schwert weglegten, wir fämpfen immer noch um unsere Freiheit. Jeder Tag und jede Stunde erinnert uns daran, daß wir in Unfreiheit, Not und Elend leben müssen. So war noch kein Bolt dieser Erde jemals gedemütigt, so wurde noch kein Volf. gequält, tiefer feines in seinen Lebensnerven getroffen, fester keinem Volke je die Sklaven tetten gebunden, als diesem deutschen Volke. en zum Stehen gebracht. Die Befürchtungen den! Das Vaterland konnte mit Dant und Stolz auf seine Den letzten Tagen hinsichtlich des Wertes der en für den Angriff im offenen Gelände ge Großes war trotz allem bereits geleistet und erreicht wor wehrhaften Söhne blicken. Die Gefahr, daß deutsches Land der Schauplatz der friegerischen Ereignisse werden könnte, war im Toch zum Jahrtag an diese Zeit wollen wir nicht lagen. Daran wollen wir denten, wie groß und start uns jene Einheit machte in diesen Augusttagen vor 13 Jahren. In diesem Volfe stedt noch, Gott sei Dant, so viel Urkraft, daß es wieder hoch tommt. Und die Fesseln werden wir eines Tages sprengen. Nicht Waffen brauchen die Ketten zerreißen, sondern der leben dige deutsche Geist, der in Tatkraft und Energie sich auf die Dauer nicht bändigen läßt. Für unsere Kinder soll durch unse rer Hände Fleiß wieder ein freies Deutschland erarbeitet wer den, damit unser Väter Gut den Enteln gegeben wird, wie es geschaffen war. Ueber der deutschen Erde wölbt sich noch immer der blaue Himmel. Unser Herrgott wird, wenn er die Zeit gekommen sieht, auch für uns wieder die Sonne scheinen lassen. Wir wollen den Mut nicht verlieren; ein einiges deutsches Bolt kann nicht untergehen. Waldfried. Des Sommers bessere Hälfte. Nr. 32. mis all der Wochenendzeiten sich ins Gedächtnis ruft, von denen immer wieder die nach Wochentagslaften aufatmungsbedürftige große Menge besonders der großen Städte ihre Erholungshoffnungen zerstört oder doch schwer beeinträchtigt sah, dann kann einem wohl der Gedanke kommen, daß die Elemente nicht nur das Gebild von Menschenhand hassen, sondern den Menschen selbst. Und dennoch bringt dieser geplagte Gaft der dunklen Erde die moralische Kraft auf, anstatt zu verzweifeln, immer noch die Hoffnung auf günstigere Zeiten, auf besseres Wetter, auf einen erfreulichen Austlang des Sommers hochzuhalten. ,, Es war ein Sonntag hell und klar, ein wunderschöner Tag im Jahr..., alle anderen Sonntage und auch die meisten Wochentage taugten nichts in diesem Katastrophen- Sommer, wie man ihn angesichts der Hiobsposten über zerstörende Wettergewalten in allen deutschen Landen getauft hat. Von dem, was wir in unserer Zone Sommer nennen dürfen, ist nun mit dem Juli die Hälfte dahin. Wenn der Sommer eine Ehepaar wäre, dann würde man sagen: die bessere Hälfte war es gewiß nicht! Und da denn die schlechtere Hälfte eines Ehepaares immer der Mann sein soll, galanterweise, so müßten wir der besseren Hälfte einer so ungebärdigen„ Sommermännlichkeit" mit den schönsten Erwartungen entgegensehen. Denn zu einem launischen Polterer bildet erfahrungsgemäß eine reizend- liebenswürdige, immer freundlich und voll föniglichen Humors lächelnde Gattin die Ergänzung. Selbst die Leute, die die Dinge des Daseins nüch terner ansehen, argumentieren in einer Weise, daß sie zu dem selben Schluß kommen: wenn die eine Hälfte des Sommers so naß, stürmisch und unzuverlässig dahingegangen ist, um wieviel mehr besteht da Aussicht darauf, daß die andere Hälfte um so trodener, friedsamer und beständiger verläuft. So treten die Menschen von den eingeschworenen Pessimisten abgesehen mit der zuversichtlichen Hoffnung in den August, in die zweite Hälfte des Sommers ein, daß sie wieder gutmachen werde, was die erste an Schaden und zerstörten Hoffnungen angerichtet hat. Freilich wird man trotzdem einem Sommer gram sein, der die Jugend um die hellen Freuden ihrer großen Ferien betrogen hat; wird einem Sommer grollen, der die Hauptzeit des Ferien- und Urlaubsreisenbetriebs mit Wetterunbilden be= lastet hat, die man nicht so leicht vergessen fann, weil sie mit ihren unberechenbaren Wiederholungen eine Stimmung der Unsicherheit des ganzen Dasains hervorgerufen haben, die lebhaft an die Bedrüdtheit in Kriegszeiten erinnert. Und wenn man an den einen, den einzigen wirklich schönen Sonntag denkt, der seit April, seit Beginn des Sommerhalbjahres uns beschieden war, wenn man die Gewitter, die Wolfenbrüche, die Trüb* Beim Baden ertrunten. Vor einigen Tagen ertrank beim Baden die Frau des Formers Werth von hier mit ihrem Kinde. Erst am Dienstag gelang es, die Leichen in der Nähe der Militär Schwimmanstalt aus der Lahn zu länden. Die Leichen wurden nach dem Friedhof gebracht. meen hielt General v. Moltke den Augenblid für gekommen, namhafte deutsche Streitkräfte vom Westen nach dem Osten zu befördern. Er bestimmte hierfür das 5., 11. und Garde- Reserveforps. Während die letzten beiden nach dem Osten befördert wurden, wurde das 5. Armeekorps auf dringendes Ersuchen des Armee Oberkommandos 5 angehalten und verblieb auf der Westfront. In einer Aufzeichnung vom Sommer 1915 bezeichnet General v. Moltke die Abbeförderung der beiden Armeekorps als einen Fehler, der sich an der Marne rächte. Das 9. Reserveforps, welches zunächst zum Schutz von Schleswig- Holstein und des Kaiser- Wilhelmskanal Verwendung rch die Tatsachen bestätigt worden. Unser Besten zunächst gebannt. Dank der opfermütigen Hingabe des fand, wurde von dort auf den rechten Flügel herangezogen. Die Angriffstraft gezeigt, die wir von ihnen lebenswichtigen wirtschaftlichen Kraftquellen von den Schred trok der zahlenmäßigen Ueberlegenheit tapjeren Heeres war die Grenzmark des Westens mit ihren * Von der Universität. Die Juristische Fakultät unserer Landes- Universität hat den Oberbürgermeister der Stadt Gie Ben, Karl Keller, ehrenhalber zum Dottor ernannt. Dem Lic. Peter Brunner wurde die venia legendi bei der Theologischen Fakultät für das Fach der systematischen Theolo gie erteilt. Am 27. August gab die Oberste Heeresleitung der 1. bis 7. Armee neue Anweisungen für den Fortgang der Operationen. folgen hätten erwarten können. Wir sind missen des Krieges verschont geblieben; trotz der nicht unerheb= In ihnen hieß es: ,, Es tommt darauf an, durch baldigen Vormarsch lichen zahlenmäßigen Ueberlegenheit der feindlichen Heere war Der Krieg in Feindesland getragen worden, und dabei dem Feinde ein überaus wichtiges Wirtschaftsgebiet entzogen worden. sive gezwungen." Bestheer hatte einen unbestreitbaren Sieg und an Zahl überlegenen Gegner errungen. ng und Truppe hatten Großes geleistet, ihre durch die Erfolge aufs höchſte_geſteigert wor Feinde seelische Miedergeschlagenheit Plas llem, die erstrebte große Feldzugsentscheidung cht gefallen. öglich gewesen, daß der große Sieg sich nicht ungsschlage für den Gegner auswirkte? ein: Das Westheer trat jetzt in einen neuen Operationsabschnitt Die in den Grenzschlachten erstrebte, aber nicht gefallene Entscheidung des Feldzuges im Westen stand bevor. Während die Leitung der Operationen im Westen die geistige Spannkraft des Generalobersten v. Moltke voll in An= pruch nahm, lastete eine schwere Sorge auf seiner Seele. Jm immer bedrohlicher. Zunächst wurde der Oberbefehlshaber, nn darin erblickt werden, daß in den Schlach Osten wurde die Lage infolge des Zurückweichens der 8. Armee lediglich taktische Siege errungen wurden, General D. Prittwiz durch General v. Hindenburg ersetzt. Innin Lothringen, bei Neufchateau- Longroydes deutschen Heeres auf Paris die französische Armee nicht zur Ruhe tommen zu lassen, Neubildungen zu verhindern und dem Lande möglichst viele Streitmittel zu entziehen." Es sollten vorgehen die 1. Armee westlich der Dife gegen die untere Seine, die 2. Armee auf Paris, die 3., 4. 5. Armee gegen die Marne von Chateau- Thierry bis Vitry le François. Eine die Entscheidung suchende Umfassungsbewegung in südwestlicher Richtung war eingeleitet. * Neue städtische Verkehrsbestimmungen. Am Mittwoch, den 3. ds. Mts. trat die Polizeiverordnung zur Regelung des Verkehrs innerhalb der Stadt Gießen in Kraft. In ihren wesentlichsten Punkten bestimmt die Polizeiverordnung folgen des:§ 1. Sämtlicher Fahrverkehr( mit Kraftfahrzeugen jeder Art, sonstigen Fahrzeugen jeder Art, einschließlich Fahrrädern, Handwagen) durch den Seltersweg darf nur in der Richtung Kreuzplay Frankfurterstraße erfolgen. Auch Fahrräder, die geführt werden, fallen hierunter. Die rechte Straßenseite ist hierbei einzuhalten. Im Verkehr zwischen Goethestraße und Löwengasse( und umgekehrt) darf der Seltersweg gefreuzt werden.§ 2. Die Bestimmung in§ 1 findet feine Anwen dung auf die Wagen der Polizei, der Straßenbahn, der Feuerwehr, des Krankentransportdienstes, der städtischen Straßenreinigung und der Müllabfuhr, auf Kinderwagen und Krankenfahrstühle, sofern sie ihrer eigentlichen Bestimmung dienen, auf Wagen der Reichspost und der Telegraphenverwaltung, mit der Maßgabe, daß schwere Paketwagen nur in der in§ 1 porgeschriebenen Richtung fahren dürfen.§ 3. Kraftfahrzeuge jeder Art dürfen im Seltersweg sich nicht überholen.§ 4. Das Radfahren auf der Mäusburg ist verboten.§ 5. Das Radfahren auf dem Marktplag ist verboten, ausgenommen zwischen Kir chenplatz und Schulstraße.§ 6. Zuwiderhandlungen werden, soweit nicht nach anderen Bestimmungen höhere Strafen ver wirkt sind, mit Geldstrafe bis zu 150 Rmt, oder mit Haft im Rahmen des§ 366, Ziffer 10, R. St. G. B. bezw. des§ 21 des genannten Gesetzes über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen, bezw. des§ 44 der genannten Verordnung über Kraftfahrzeugver fehr bestraft. Die 6. und 7. Armee hatten den Feind vor Nancy- Epinal weiter durch Angriff zu fesseln; ging er zurüd, sollte die 6. Armee zwischen Toul und Epinal in Richtung Neufschateau durchstoßen, die 7. Armee hatte ein Vorbrechen des Feindes zwischen Epinal und der Schweizer Grenze zu verhindern. Durch den völlig unerwarte: gekommenen Angriff der war, fie operativ auszunuzen. Es waren Folge der günstigen Nachrichten über die Fortschritte aller Ar Franzojen am 29. August gegen die 2. Armee bei St. Quentin alfämpfe, in denen es nicht gelang, durch Straßensperrungen, mitgeteilt vom Oberhessischen Automobil- Club E. V., Gießen. Rodenberg Griedel, im Straßenzug Butzbach Münzenberg, für Lastkraftwagen, für Fuhrwerke und Personenkraftwagen wird eine Notbrüde geschlagen, vom 8. August 8 Wochen; Umleitung: Münzenberg- Oberhörgern. Weglar Hermannstein, im Straßenzug Wetzlar Herborn, für alle Fahrzeuge, vom 8. August 8 Wochen; Umleitung: Ehringshausen- Leun, bezw. Niedergirmes. Das Wintersemester 1927-28 der Universität Köln beginnt am 15. Oktober. Vorlesungsbeginn 2. November. Das Vorlesungsverzeichnis fann vom Universitäts- Sekretariat gegen Einsendung von 0,40 M und 0,10 M Porto bezogen werden. * Reichstagung des Bundes„ Haus und Schule". Der Ver lauf der Hauptversammlung, wozu Mitglieder Zutritt haben., Vertreter und Führertagung am Montag, den 3. Oktober, 9-1 Uhr und 4-6 Uhr und Dienstag, den 4. Oktober, 9-11 Uhr, wird voraussichtlich fogender sein: 1. Morgenandacht; 2. Er öffnung durch den Bundespräsidenten; 3. Bericht aus der Arbeit für die Arbeit, Direktor Winkler; 4. Nochmalige Besprechung unserer Frankfurter Thesen über Evangelium und Staat; 5. Was fordern wir vom Reichsschulgesetz, Dr. Mumm; 6. Evangelischer Charakter höherer Schulen, Oberstudiendirektor Glage, Insterburg; 7. Ein neues Frauenideal, Studienrätin Giese, Kottbus; 8. Die Schule in Hessen einst und jetzt, Stadtverordnetenvorsteher Ged, Kassel; 9. Die Mitarbeiterfrage; 10. Wahlen; 11. Finanzielles; 12. Verschiedenes. - hatte sich die Lage auf dem rechten Heeresflügel von Grund aus verschoben. Es war fragli geworden, ob jetzt die Verfolgung in südwestlicher Richtung fortgesetzt werden dürfe. Die Generale p. Klud und v. Bülow stimmten darüber überein, daß es jetzt darauf anfäme, den mit schweren Opfern ertämpften Sieg bei St. Quentin es fämpften 6% deutsche Divisionen gegen 13 französische durch Einschwenken der 1. Armee gegen die Dise operativ auszunuzen und bis zur Vernichtung des Geg ners zu steigern. Während Bülow vorschlug, mit dem Drehpunkt Chaunn gegen La Fère- Laon umzuschwenten, glaubte Klud weiter füdlich ausholen zu müssen, um den Feind noch fassen zu lönnen. Er entschied sich daher für die Richtung über Compiègne- Noyon auf Soissons. Nachdem die ursprünglich nach Südwesten zielende Verfolgungsoperation des Schwenkungsflügels seit dem 30. August eine füdliche Richtung erhalten hatte und in dieser zwei Tage lang hinter dem auf der ganzen Front zurüdweichenden Gegner durchgeführt war, faßte der Chef des Generalstabs einen neuen Entschluß. Am 2. September abends erging an die 1. und 2. Armee der gleichlautende Funkspruch:„ Absicht Oberster Heeresleitung, Franzosen in südöstlicher Richtung von Paris abzudrängen. 1. Armee folgt gestaffelt der 2. Armee und übernimmt weiter hin den Flantenschutz des Heeres. Kurz nach Erlaß dieser entscheidenden Wendung trafen Fliegermeldungen ein über Truppeneinladungen bei Chalons a d. M. und regen Bahntransport von dort in südwest.icher Richtung. Das konnte als erstes warnendes Anzeichen dafür gelten, daß dem Feinde trotz seines Rüdzugs nicht die Möglichfeit von Truppenverschiebungen mit Hilfe seines reich gestalteten Eisenbahnnetzes genommen war. ( Fortsetzung folgt.) Sonnabend, den 6. August 1927. Aus Nah und Fern. Heuchelheim. Beim Baden in der Lahn verunglüdte tödlich der 16jährige Schüler Müller von hier. Der Junge zog fich beim Sprung vom Ufer irs Wasser eine tiefe Kopfwunde zu. Nachdem er in die Chirurgische Klinit eingeliefert w01den war, stellte sich heraus, daß er sich auch noch eine schwere Verlegung der Wirbelsäule zugezogen hatte. Die Aerzte fonn ten den Unglücklichen nicht mehr retten. 33. Mittelrheinisches Kreisturnfeft. Ein Kreisturnfest wurde noch nicht in einer solchen Begeisterung und solcher großzügigen Form gefeiert, wie das diesjährige in Darmstadt. Welche Opfer haben dort die Bürger und Stadt gebracht und mit welcher Liebe sah man die sorgfäl tight geschmüdten Straßen prangen. Und das alles wurde noch bekräftigt durch den zwei Stunden anhaltenden Festzug, der bas Spiegelbild vereint waltender Kräfte war. Bei all diesem Glanze vergaß man aber unsere Toten nicht und dieser ehrende Moment, durch das Anhalten des Zuges und das Berstimmen der Marschweisen der Kapellen, übte auf alle einen großen Einbrud. Auch aus unserem Lahngebiet, dem Gau Hessen, fonnte eine größere Anzahl Wetturner und Turnerinnen als Sieger hervorgehen, sogar die höchste Trophäe fonnte der Gießener Karl Reuter vom T. B. 1846 in dem 1. Sieg des Zwölffampfes erringen. Rachstehend Sieger und Siegerinnen von Gießen: Zwölftamps A der Männer: 1. Karl Reuter, TV. 1846; 33. Wilhelm Bernhardt, TV. 1846. Zwölftampf B der Männer: 4. Ludwig Malfomejius, MTV. Riegenturnen. Turner: TV. 1846 mit der Note„ Sehr gut"; Turnerinnen: MIB. mit der Note ,, Sehr gut"( 2. Stelle). Turnen der Gaue: Gau Hessen, unter Leitung des Gauoberturnwarts Wilh. Will- Gießen 6. Stelle. Reuntampf der Frauen: 12. Ria Schwan, MTB.; 21. Charlotte Amend, MTV; 23. Anni Schön, MTV. Sechstamps der Frauen: 4. Elfriede Münnich, TV. 1846; 11. Else Klemmrath, MTB.; 14. Paula Hofmann, MTB.; 18. Emmy Heß. MTB.; 20. Lotte Mohr, TV. 1846. Neunkampf der älteren Turner, 1. KI.: 23. Heinrich Hamel, TV. 1846. Neunkampf der älteren Turner, 2. KI.: 4. Karl Müller, MTV.; 19. Ernst Jung, TV. 1846. Bolkstümliches. Deutscher Sechstamps: 29. Maltomejius, MTV. Hochsprung für Turnerinnen: 1. Else Bickelhaupt, MTV., 1,45 Mtr.; 3. Erna Althaus, MTV., 1,35 Mtr. * NWK WoLe NWK Taubenwolle 3arteste Zephitwolle zum Sticken u Häkeln Die Taube bürgt für Güte. Überall echältlich Auf Wunsch Bezugsquellen nachiveis ducch gesch Norddeutsche Wollkämmerei & Kammgarnspinnerei, Kontor Frankfurt a. M. Taunusstr. 13/ Tel.Römer 1175 Die letzten Moden für den Hoch- Sommer bringt Beyers Mode- Führer Band III: DAMEN MODEN SOMMER 1927 Prels 1,25 M. VERLAG OTTO BEVER LEIPZIG T Junges Mädchen, 21 Jahre alt, Näh- u. Kochkenntnisse, gute Zeugnisse, sucht zum15. Aug. od. 1. Sept. Stellung infleinem Privat haushalt in Gießen. 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Am letzten Samstag hatte die Sozialdemokratis sche Partei im„ Schüßengarten" eine gesellige Veranstaltung. Gegen 2 Uhr nachts wurde an diesem Saale von außen ein gro Bes Fenster eingeworfen. Einige Personen begaben sich hinaus und stellten die Ruhejtörer, junge Burschen, zur Rede. Es entspann sich ein heftiger Disput, der in eine schwere Schlägerei ausartete, in deren Verlauf einige Personen schwer verlegt wurben. Ein sozialdemokratischer Stadtverordneter mußte ins Krankenhaus verbracht werden. Die Ruheftörer wurden festgestellt. Herborn. Die Rheinprovinz hat aus dem Denkmalfonds zur Renovierung des alten Turmes der ehrwürdigen Burg Greifenstein 2000 Mart als Beihilfe bewilligt. Wiesbaden. Der frühere langjährige Reichs- und Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis Wiesbaden, Geheimrat Bartling, ist am Mittwoch nach einem Krantenlager von zwei Monaten im Alter von 82 Jahren gestorben. Der Verstorbene war Mitglied des Reichstags von 1903-1906 und von 1912-1918. Dem Preußischen Abgeordnetenhause gehörte er ununterbrochen von 1904-1918 an. Besonders in den verschie denen Kommissionen war die fleißige Mitarbeit Geheimrat Bartlings sehr geschäzt. Vor zwei Jahren hat ihn die Deutsche Volkspartei aus Anlaß seines 80. Geburtstages für seine Verdienste um die Partei durch die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft geehrt. Die Besatzungsbehörde verbietet. Die Besatzungsbehörde hat, wie die ,, Köln. 3tg." meldet, angeordnet, daß bei öffentlichen Umzügen Pfeifer: und Tromm lerforps unter allen Umständen verboten sind, selbst wenn sie nicht allein auftreten, sondern den Bestandteil einer Musikkapelle bilden. Leipziger Herbstmesse 1927. Die diesjährige Herbst- Textilmesse wird auf dem Gebiete Nr. 32. der Woll- Industrie einen interessanten und guten Ueberblid über die Vervollkommnung und Hochwertigkeit der Erzeugnisse der deutschen Kammgarnspinnereien bieten. Die Bedeutung dieses wichtigen Industriezweiges für Deutschland wird den Besuchern der Textilmesse am nachdrücklichsten durch den Besuch des Messestandes der Norddeutschen Wollkämmerei und Kammgarnfpinnerei, Bremen, zum Bewußtsein gebracht. Dieses in seiner Art größtes Textil- Unternehmen des Kontinentes hat sich im Grassi- Textil- Meßhaus( früheres Mujeum) 2. Stod außer dem Zirkelsaal den ausgedehnten linten Oftflügel gesichert, um der Besucherschaft einen umfassenden Ueberblick über die Produkte der in diesem Konzern zusammen geschlossenen Fabriken zu übermitteln. Der Besuch der Ausstellungsräume der N. W. K. gibt nicht nur dem Fachmann wertvolle Anregungen und Aufschlüsse, sondern darüber hinaus auch der breiten Besucherschaft. Der besteuerte Bubikopf. In Wartenberg wurde in der Stadtverordnetenversamm lung ein Antrag auf Einführung einer Bubitopffteuer ange nommen. Der verheiratete Bubikopf habe den doppelten Stenets betrag zu entrichten, während Bubitöpfe unter 15 Jahren steuer frei bleiben. Neue Bücher. Erich Ludendorff. Bernichtung der Feimaurerei durch Ents hüllung ihrer Geheimnisse. Selbstverlag des Verfassers. Endlich, nach hundertjährigem fruchtlosen Bemühen einsichtig ge wordener Freimaurer den Völkern das Wesen der Freimaurerei zu zeigen, erscheint jetzt diese Schrift. Mit deutscher Gründ lichkeit eines umfassenden Quellenstudiums und militärischer Klarheit hat hier der Feldherr Ludendorff das furchtbare Ge heimnis der Freimauerei aufgedeckt. Das ist der vornehmliche Zweck der Schrift. Auslieferung: Fortschrittliche Buchhandlung München 2 NM. 1, Ottostraße 1. Preis 1,50 M. Gie Erscheint: Samstags. Bezugspreis 40 Bfg. monatlich frei Sidotionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufben ang nicht verlangter Manuftripte wir 40. Jahrgang Sericht über die wirtschaf des deutichen Handwerks im Mor Vom Reichsverband des deutschen Handw hrieben: Die anhaltende Besserung der wirtschaft bewirkte mit der Zeit auch im Handwerk eir märtsbewegung. Sie wirkt sich vorläufig no Umfange aus, da der jeweilige Beschäftigun wert mehr als bei anderen Berufen von der S ten Nesse der Konsumenten abhängig ist. Di meals and weitgehend unter dem Einfluß der fortdauernden günstigen Beschäftigung im B machen sich verschiedentlich Anzeichen eines b wungs bemerkbar. Ungünstig wirkte auf ein werten, wie beispielsweise auf das Malerha tändige Witterung, durch die vielfach Außen erschwert wurden. Für einen großen Teil d die Berichtszeit gekennzeichnet durch den Höhe ginn der Juliferien einsehenden Reisezeit. 2 hatte das Sattlerhandwerk durch den Verkau eine Besserung des Absages zu verzeichnen, we and Damenschneiderhandwerk, das Fleischerhan graphenhandwerk etc. über Auftragsmangel Auf dem Lande und in den kleineren St des handwerks nicht einheitlich zu beurteil Kammern bezeichnet die Verhältnisse hier fast tiger und stabiler als in den Großstädten, richten, daß das Landhandwerk noch keine Bel bestand zu verzeichnen hatte und seine Lag Man hofft, durch örtliche Ausstellungen den Westermanns Monatshefte bringen mit dem Augustheft ihren 71. Jahrgang zu einem würdigen Abschluß. Es sei nut gejagt, daß der Inhalt des Heftes an Reichhaltigkeit und viele seitigkeit nichts zu wünschen übrig läßt. Wiener Aufruhr. Wien hat die blutigsten Revolutions tage der neueren Geschichte hinter sich. Der brennende Justiz palast bildete das düstere Folio dazu. Die letzte Nummer der 3. 3." bringt über diese Ereignisse einige sehr charakteristische Bilder, die allgemeine Aufmerksamkeit verdienen. Verantwortlich: Paul Chrisian Klein in Gießen. Mehr als 1200 verschiedene Formulare für Behörden, andere Amtsstellen, für Vereine und Körperschaften, sowie auch für alle Geschäftsleute ständig am Lager Albin Klein, Gießen vorm. W. Keller, gegr. 1783 Südanlage 21 Hier bei Staatl. Lotter. Einnehmer Flimm; außerdem bei: Konrad Emmerich; L. Jost; Herm. Kuhl; S. Loeb; Ella Reuter Witwe; Ziehung 18. August 1927 KinderheimGeld lotterie 15000 6000 2767 Geldgewinne und Prämie Mark Höchstgewinn Mark Los zu 1 Mk. Porto and Liste 30 Pi. nehr A. Dinkelmann, Worms Postscheckkonto 15194 Frankfurt a. M. Hier in allen Verkaufsstellen Wilhelm Semmler und Willy Weber. Winter- Semester 1927| 28. Universität Köln. Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche, Rechtswissens schaftliche, Medizinische( auch vorflinische Semester) und Philosophische Fakultät. Kaufmännisches und Handelslehreritudium. Borlesungsbeginn: 2. Novem ber. Die Einschreibefrist läuft vom 15. Oftober bis 5. November. Das Vorlesungsverzeichnis fann vom Universitäts- Sekretariat gegen Voreinsendung von 0,40 M( dazu Porto 0,10 M) bezogen werden. Wie Sie zur See lohnende Stellung erhalten Kohlenzieher Heizer, Schiffsjungen und fast alle Beruft Auskunft erteilt Uebersee Auskunft 8.2, Hannover Postfach 403. amol al mohl bei Rheuma, Hexenschul Genick, Kreas, Kapla Zahnschmerzen. Carmel- Fabrik Rhainsborg( Mark) In Giessen erhältlich: Kaiser- Drogerie, Ernst Noll; Drogerie Winterhoff, Kreuzplatz; Kreuz- Drogerie, Aug. Noll; Germania- Drog Carl Seibel; Hans Noll Ludwigsplatz- Droger, u. Neustadt- Drogerie Einj.- Abitur Institut Bo K Ilmenau, rampfader Entzündungs a. Wunden,( Flechten und Hautjuckenle seitigt auch in veralist. 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Aug hung der Postgebühren, sowie die erneute A matttes hinzu, so ergibt sich hieraus, daß schaftslage des Handwerks längst nicht so seinem Auftragsbestand nach annehmen k Berminderung der Arbeitslosigkeit und Besserung der Einkommensverhältnisse h den Handwerern nicht in dem wünschenst Dieses ist umso bedauerlicher, als für den triebskapital erforderlich ist. Die Schwar richtszeit eher zugenommen als nachgelas lojen, die dem Handwerk zahlreiche Auf es in steigendem Maße Arbeiter, die nach lichen Arbeitszeit durch Ausführung pr Erwerb zu vergrößern suchen. Diese Er das Handwerk eine nicht zu unterschätzende eine gesetzliche Handhabe nicht zur Verf es möglich ist, dem Treiben der Schwar erfolgreich entgegenzutreten. Es wird mit allen Mitteln angestrebt, daß in das Bestimmung aufgenommen wird, durch d mern die Ueberschreitung der gesetzlichen wird. Auf dem Arbeitsmarkt herrschte i Ueberangebot an Arbeitskräften. Die N gen Facharbeitern ist in fast allen Be merts gestiegen. Zur steuerlichen Buch- und B Der Reichsminister der Finanzen ha einen ausführlichen Erlaß über steuerlid prüfung an die Präsidenten der Lande Gemäß§ 162 Absatz 10 der Reichsabga betriebe mindestens alle drei Jahre ein Brüfung zu unterziehen. Die Prüfunge Mary 1929 durchgeführt sein. Wenn aud mengejagten Bestimmungen vornehmlich ten, lo interessieren auch im Handwerk nungen für die Prüfer gegenüber den e Beamten ist, wie der Erlaß ausdrücklich irgendwelter Bergünstigungen grundsä Zahl der Prüfer ist auf das geringit mög fen. Grundfählich haben nur ein oder zw Dorzunehmen. Alle Steuerarten find zu g Prüfungen dürfen, soweit sie nicht etwa au Wort erforderlich find, nicht zur Unzeit insbesondere zu einer Zeit, in der das batlich stark beschäftigt ist. Daher wird g chen sein, z. B. Einzelhandelsgeschäfte un Inventurzeit, Saisongeschäfte in de 3m allgemeinen ist den zu prüfenden Betrie lich son durch Fernsprecher von der Vo Mitteilung zu machen. Die Erörterung fle ist zu unterlassen. 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