Nr. 26. der schon breit angewachsenen wijenjajt Die Termiten entwirft Maeterlind ein in beinahe magisch fesselndes Bild von dem den Daseinsformen, dem aufbauenden und dieser Tiere uch von ihrer menschenfernsten, unheimlich ein Bild, das uns bie igt. Die Drei Giebel. Kart. 1,- R.-M., in ( Wille's Illustrierte Kriminal- Bücherei, e, Berlin NW. 87. Sherlod Holmes, bet Gießener Zeitung Erscheint: Samstags. ( Neueite Nachrichten) Bezugspreis 40 Big. monatlich frei ins Haus. Detektiv erzählt uns in diesem Band selbs Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüd. reund und Gehilfen Dr. Watson 3 near Jendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 40. Jahrgang Opadend und interessant geschrieben. München? Dem empfehlen wir den Mün on Dr. ing. G. Steilein, Verlag Polen 5, Herzogspitalstraße 19, zu laufen. Preis Münchener Wegweiser zeigt in Wort und chtliche Entwicklung dieser schönen Stabt chens wird es wertvolle Dienste leisten. Saul Christian Klein in Gießen. e ohne Bargeld mit dem efreditbrief der siparkasse Gießen 1, S. Die letzten Moden für den Hoch- Sommer bringt Beyers Mode- Führer Band III: DAMEN MODEN SOMMER 1927 Preis 1,25 M. VERLAG OTTO BEVER LEIPZIG T Vertrauensmann zur Wahrnehmung unserer Interessen in Gießen und Umgebung gegen Vergütung gesucht. Der Kampf um den Posttarif geht weiter. Wie wir hören, wird der Reichspoftminister dem Arbeitsausschuß Mitte der nächsten Woche erneut die Vorlage betreffs Erhöhung der Postgebühren vorlegen. Größere Aenderungen sind gegenüber dem zurüdgezogenen Entwurf nicht vorgenom men. Die Einladungen an den Berwaltungsrat dürften eben falls noch im Laufe der kommenden Woche herausgehen, so daß die Berwaltungsratsfigung in etwa vierzehn Tagen bis Spätestens brei Wochen stattfinden wird. Pensionierte bezw. abgebaute Beamte bevorzugt. Beamten- Kredit- Gej.m.b.s. Filiale Frankfurt am Main Kaiserstraße 72. GlobusBrillantDer Reichsrat lehnt die Zollerhöhungen ab. In der gestrigen Sitzung des Reichsrats wurde die Erhöhung bes Kartoffelzolles mit 37 gegen 31 Stimmen abgelehnt, des= gleichen die Erhöhung des Zuderzolles mit 41 gegen 23 Stimmen. Byrds Landung im Meer. Gestern früh 2,32 Uhr ist das Flugzeug Byrds ,, America" et wa 300 Meter von der Küste entfernt bei Ver- sur- Meer, halbwegs zwischen Cherbourg und Le Havre ins Meer gefallen, nachdem es lange Stunden in Regen und Rebel umhergeirrt und einmal auch in die Nähe des Flughafens Le Bourget geraten war. Die Flieger hatten schließlich die Seinemündung gesucht und, da ihnen der Betriebsstoff ausgegangen war, darauf ver aichten müssen, an der Küste zu landen. Sie retteten sich mit Hilfe eines an Bord mitgeführten Kautschukbootes ans Land. Glanz- Stärke VERSALE Die Gas- Fernversorgung. Drud. Verlag und Expedition: Gießen, Südanlage 21 Fernsprecher Nr. 1362 Bostichedfonto Nr. 8437 Amt Frankfurt a. M. Sonnabend, den 2. Juli 1927 Zur Einführung der Verdingungsordnung für Bauleistungen. Die amtlichen Kreisen nahestehende Industrie- und Han delszeitung berichtet in ihrer Ausgabe vom 10. Juni, daß die Berdingungsordnung für Bauleistungen nunmehr allgemein eingeführt sei. Ihre Einführung erfolgte durch die Hochbauab= teilung des Preußischen Finanzministeriums als erste Landesbehörde Ende des vorigen Jahres. Es folgte sodann die Einführung durch das Sächsische Finanzministerium. Nach den kürz lich mit Bayern geführten Verhandlungen kann die Verdingungsordnung bei Reichs- und Länderbehörden als allgemein eingeführt angesehen werden. Dem Vorgehen des Reichspostund Reichsverkehrsministeriums hat sich, wie wir fürzlich berich teten, auch die Reichsbahn angeschlossen. 3u wünschen bleibt noch die Anerkennung der Verdingungsordnung für Baulei stungen durch die Kommunen. Eine große Reihe der Gemeinden legt bereits die Verdingungsordnung ihren Ausschreibungen zugrunde. Leider haben viele Gemeinden Veranlassung genom men, Bestimmungen, die für das Handwerk von besonderer Bedeutung sind, nicht zu berücksichtigen. Angesichts der Wichtig keit des öffentlichen Verdingungswesens für die Kommunen wäre die restlose Einführung in der beschlossenen Fassung nur wünschenswert. Kassel. Die gasverbrauchenden und gaserzeugenden Kommunalverbände des Regierungsbezirks Kassel, die oberhessische Brovinzialregierung mit dem Sig in Gießen, die Landesregierung des Freistaates Walded, der Mitteldeutsche Elektrozwed verband und der Bezirksverband für den Regierungsbezirk Raffel schlossen sich zu einer Interessengemeinschaft zum Studium und zur Beratung in Fragen der Gasfernversorgung unter dem Borjiß des Landeshauptmanns von Gehren in Kassel zusam men. 3wed dieser Interessengemeinschaft ist, zwischen Erzeu ger und Verbraucher in dem Bezirk vermittelnd zu wirken und dafür zu sorgen, daß eine unwirtschaftliche Zersplitterung und Beeinträchtigung fünftiger Entwidlungsmöglichkeiten mieden wird. Diskonterhöhung und Währung. Der Zur Diskonterhöhung äußert sich Geh. Regierungsrat Artur Norden, Ministerialdirektor im Reichsfinanzministe= rium, in der Zeitschrift ,, Deutsche Konfektion" und bemerkt u. a.: Wochenrückblick. - ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreise: die 30mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg. lokal 12 Big., die 90mm breite Reflame- Petitzeile 96 Pig. Play vorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholungen Rabatt. für Bollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Nummer 27 Die Rassen im deutschen Volk. Von Fr. Stumpf, cand forest, Butzbach. Schluß. - Als vierte Rasse tommt nun die oftische in Betracht. Sie unterscheidet sich ganz wesentlich im Körperbau von den drei schlanken Rassen, der nordischen, dinarischen und westischen. Die Körperhöhe ist viel geringer als die der ersten beiden Rassen und kommt vielleicht der der letzten gleich. Jedoch herrschen zwischen beiden auffallende Gegensätze in der sonstigen Statur. Die Westrasse zeigt fleinen Wuchs, die Ostrasse dagegen kurzen. Ihre Gliedmaßen find gedrungen. Der Kopf zeigt das in sei ner furzen Breite, ebenso der fürzere unfreie Hals. Die Ausprägung der Hüftenschmalheit ist hier vollständig verwischt. Der ganze Rumpfteil des Körpers wirft plumper. Die Beine sind kurz und gedrungen. Der ostische Körper entbehrt nach Günther jenes Ausdrucks edlen Wuchses, der die Nordrasse fennzeichnet, er entbehrt aber ebenso des Ausdrucs zierlicher Gewandheit, der die Westrasse kennzeichnet. Er wirkt gedrungen breit und schwer. Diese Körpergestalt widerspricht dem fünft lerischen Schönheitsbegriff. Die Ostrasse, weist einen furzen. breiten oder besser runden Schädel auf, außerdem ein breites Gesicht. Der Kopf macht so den Eindruck einer Rugel, da er nirgends scharfe Eden" hat. Das gering ausladende Hinter haupt und die Höhe des Kopfes hinter den Ohren ist auf fallend. Der Gesichtsschnitt von der Seite her daher stumps. Die Stirn steigt steil auf und ist rund ausgewölbt. Das Auge liegt nach vorn. Die Nasenwurzel sitzt tief und flach. Die Nase selbst ist meist leicht eingebogen, stumpf und verhältniss mäßig furz. Das Kinn ist rund und stumpf. Von vorne gesehen, springt die Breite der Stirn in die Augen, die an bei= den Seiten kugelig ausgebildet ist. Sehr groß ist die Joch bogenbreite. Die Breite des Kopfes setzt sich so über den mitt leren Teil des Gesichts bis zum breiten Kiefer fort.- Die Weichteile zeichnen sich durch die dide Hautbedeckung aus. Ty= pisch ist dies für die Nase, die sich dann oft nicht von dem Gefichtsteil abhebt. Das Gesicht hat volle Wangen. Die ostische Saut läßt eine sichtbare Durchblutung vermissen, weshalb sic oft einen Eindrud der Abgestorbenheit" erwedt. Die Hautfarbe ist gelblich. Das Haar ist did, sein Gespinst hart und straff, die Farbe braun bis schwarz. Die Regenbogenhaut ist ebenfalls braun. Die Lidöffnung ist gering, sodaß das Gesicht. wie Günther sagt, einen dumpfen Ausdrud annimmt. Betrach ten wir nun nach den leiblichen die geistigen der ostischen Rasse! Die Hauptmerkmale der ostischen Wesensart sind folgende: Ge duld, Unrührsamkeit, große Anhänglichkeit an Familie und Dertlichkeit, Beharrlichkeit und Langsamkeit des Geistes, Friedfertigkeit, Genügsamkeit. Verlangen nach Beschaulichkeit, Erwerbsamkeit und Engherzigkeit, geringer seelischer Aufschwung. Kleinlichkeit, Vorsicht, Beharrlichkeit. Ueberschwang fehlt dem ostischen Menschen völlig. Sein Geist ist nur auf nächste Zwede In China leben die Kampfhandlungen wieder langsam auf. Man war zunächst auf beiden chinesischen Seiten etwas zurückhaltender geworden, als man die japanischen Truppenlandungen, besonders in Tsingtau, erfuhr. Es dürfte bei den ferneren Kämpfen sich schwerlich ein Zusammenstoß mit den japanischen Streitkräf= ten vermeiden lassen, die unser früheres Schutzgebiet In Ungarn macht sich eine lebhafte start befestigen. Mißstimmung gegen den Völkerbund breit, da dieser zu einer Regelung der zwischen Rumänien und Ungarn hängenden Streitfragen noch nicht gekommen ist. Ungarn sieht in dieser Verschleppung eine Benachteiligung seinerseits. Verständlich daher, wenn in dem ungari schen Parlament harte Ausdrücke gegen den Völkerbund fielen, ja selbst mit dem Austritt gedroht wurde. Der Baltantonflitt Albanien- Jugoslawien scheint nun durch einen energischen Schritt der Großmächte in den interessierten Hauptstädten beigelegt zu werden. Beide Länder werden in ihren Forderungen unter dem Großmachtdruck nachzugeben haben. Im deutschen Reichstag gab der Reichsaußenminister Stresemann eine vorzügliche Erwiderung auf die Luneviller Hetrede Poincarés. In ihrer ganzen Art maßvoll, aber doch alles fagend, hatte sie wohl ihren Höhepunkt in der Frage: Frankreich, wohin gehst du? Frankreich steht am Scheidewege; entweder folgt es dem friedfertigen Briand oder dem friegslustigen Poincaré. Daß die Poincaré und Stresemannrede nicht ohne Einfluß geblieben sind, erhellt schon der neue Beschluß der sozialistischen Partei Frankreichs auf ihrem Parteitag, in der neuen Heeresvorlage dem Regierungsentwurf in wichtigen Punkten scharfen Widerstand entgegenzusetzen. Das Ausland hat sich fast überall nach dem Bekanntwerden der beiden Reden auf Seite Stresemanns gestellt. Ob allerdings ein sonstiger fühlbarer Gewinn dabei herausspringen wird, bleibt zweifelhaft. Poincaré Im Zusammenhang mit der Diskonterhöhung fragen ängst liche Gemüter, ob unsere Währung gefährdet sei. Strupellose Bersonen, die Geld aus der Unwissenheit oder dem Sensations hunger mancher Kreise ziehen wollen, verbreiten Flugblätter, in denen das Schredgespenst einer neuen Inflation heraufbe schworen wird. Der Umstand, daß die Devisenfurse leicht geStiegen sind, wird für die Zwede der gewissenlosen Geldver diener ausgenutzt. In Wahrheit haben sich die Kurse stets zwi schen den sogenannten Goldpunkten bewegt, zwischen den Gren zen also, in denen den Schwankungen einer Währung feine Besorgnis zukommt. Ebensowenig ist aus dem Zahlungsmit telumlauf eine Besorgnis für die Währung herzuleiten. Ob gleich die Kaufkraft des Geldes im Verhältnis zur Vorkriegszeit um mehr als ein Drittel geringer ist, bleibt der Zahlungs: mittelumlauf noch unter der Zahl von 1913 in damaliger Höhe von sechs Milliarden zurüd. Dazu kommt, daß trotz der Verminderung des Devisenbestandes, die in den letzten Monaten eingetreten ist, Gold und ausgewiesene Devisen zusammen bei der Reichsbank annähernd 2 Milliarden Reichsmart betragen, mithin ein fräftiges Schutzmittel bedeuten. der Hausfrau dienen die Arbeit der grossen e abnehmen. Dersale vollkommene Wasch= Dersale wäscht von ohne alle Arbeit und ohne alle Zutaten. * Folgen der Neuregelung des Achtstundentages. Schon während der Veratung der Verordnung zur Abänderung der Arbeitszeitverordnung hat sich das Handwerk gegen die starre Festlegung auf den schematischen Achtstundentag gewandt und mit Recht darauf hingewiesen, daß eine Neuregelung der Arbeitszeit nicht so weit gehen dürfte, jede produktive Mehrarbeit mit einem Schlage zu unterbinden. Knopp 6 Wochen nach dem Inkrafttreten der Verordnung zeigen fich die befürchteten Folgen auf das Deutlichste. Die Klagen mehren sich über die gerade für das Handwerk eingetretene Belastung. Aus einem Kammerbezirk wird dem Deutschen Handwerks: und Gewerbekammertag berichtet, daß sich die Gewerkschaften an der Kontrolle über die Einhaltung des Achtstundentages beteiligen und wegen Ueberarbeit bereits recht empfindliche Strafen, in einem Falle sogar 800,- R.-Mt., verhängt wurden. Unberüdichtigt bleibt hierbei, daß im Handwerk andere Voraussetzungen vorliegen, wie in einem Großbetriebe. Mit Recht hat Reichstommissar Ministerialdirektor Dr. Reichardt erneut darauf verwiesen, daß ein Handwerksbetrieb mit drei und vier Arbeits: fräften nicht mit einem Riesenunternehmen mit Tausenden von Arbeitern auf eine Stufe gestellt werden kann. Trotz dieser Tatsache muß immer wieder darüber Klage geführt werden, daß der Gesetzgeber zu wenig auf die Eigenarten und Sonderheiten des Handwerks eingeht. hält es angesichts der politischen Lage nicht für an gängig", auf die Rede Stresemanns zu antworten. Ein schlauer Fuchs zieht sich überall aus der Schlinge! Varis erlebt zur gleichen Zeit sein Sensatiönchen. Durch einen fühnen Handstreich wurde der Royalistenführer Daudet aus dem Gefängnis entlassen. Anhänger von ihm besetzten alle Telephonleitungen zum Justizministerium, der Gefängnisdirektor bekommt den energischen Befehl zur sofortiaen Freilassung, angeblich aus dem Ministerium, er tut's und Daudet ist verschwunden! Nun heißt es: Haut ihn! Wer ist der Schuldige? Wo sind die Missetäter! Das Organ Daudets hat einen Teil des Schlachtplans enthüllt, aber die Helfer verrät es nicht. Nach den letzten unbestätigten Meldungen soll Daudet in der Schweiz aufgetaucht sein. Wie dem auch sei, das Blatt Daudets findet rasenden Absatz! Und wenn's nur ein Geschäftstrid war! Im deutschen Reichstag wurde weiter der italienisch- deutsche Vertrag genehmigt, der uns hoffentlich Rechte in die Hand gibt für unsere Stammesgenossen in Tirol mehr eintreten zu können. Der hessische Landtag hatte sich mit einer Anzahl die Wahl betreffenden Anträgen zu befassen. Der Antrag auf Schaffung von Einzelwahlkreisen wurde - " gerichtet. Günther nennt den oftischen Menschen einen an sich. an seine Familie denkenden Spießbürger. Vaterlandsliebe ist bei ihm gering, friegerischer Sinn fehlt. Nach Günther neigt. der ostische Mensch zu Massenbildung und zur Vermittelmäßi gung. Das Triebleben ist bei ihm dumpfer und zäher. Einen Phantasten" oder„ Idealisten" gibt er niemals ab. Oft zeigt er Gehässigkeit, verbunden mit Nörgellust, Mürrischkeit und Verschlagenheit. Er besitzt eine gewisse Menschenkenntnis, Han delstüchtigkeit und einen Zähfleiß“. So nennt schließlich Günther im ganzen das Wesensbild der ostischen Rasse- verglichen mit den Eigenschaften der Nordrasse nicht günstig oder anziehend. Auch findet man bei der Ostrasse eine geringe förperliche Reinlichkeit. Nach allem Gesagten ist die ostische Rasse teine kulturschöpfende und Führerveranlagung besitzende, weshalb sie immer Führer braucht und diese dann in Gestalt nordischer Menschen meist erhält. Indes ist der ostische Mensch nicht als arbeitssamer, ruhiger und friedfertiger Staatsbürger zu vermissen. Auch weist er eine große musikalische Begabung abgelehnt. Die Herabsetzung der Abgeordnetenziffer ebenso mit Stimmengleichheit. Sonderbarerweise stimmte selbst die Sozialdemokratie dagegen. Die Wahlperiode wurde auf 4 Jahre erhöht. - - Amerikanische Journalisten bereisten in der letzen Woche den Rhein und statteten in Mainz und Darmstadt dem Hesfenland einen Besuch ab. auf. Als letzte europäische Rasse, die sich in Deutschland, wenn auch in geringerer Zahl und zwar in Nordostdeutschland, vorfindet, hätten wir nun die oftbaltische zu behandeln. Ihr Körperwuchs ist ungefähr der gleiche wie bei der ostischen, jedoch scheint er stärker. Der Gliederbau zeigt eine gewisse Derbheit. Muskelstärke, Untersetztheit, Breite, grobe Konstitution tennzeichnen weiter den ostbaltischen Menschen. Die Körperhöhe ist auch nicht sehr groß; so etwa wie bei der ostischen Rasse. Breiter, furzer Hals, schwerer und großer Kopf verbinden sich ferner mit dem Begriff: ostbaltischer Mensch. Er ist furzschädlich, breitgesichtig. Der Schädel ist nicht so abgerundet wie der ostische. Der Gefichtsteil des Schädels ist größer als das oftische. Die Stirn ist breiter und hat deutliche Stirnhöder Die Jochbogen treten ziemlich hervor. Der Unterkiefer ist be= sonders auffallend ausgebildet. Das Gesicht ist höher als das ostische. Stirnneigung, Ueberaugenwülste, Unterfieferwinfel nähern sich denen der Nordrasse. Die Nasenwurzel liegt flach. Die Nase tritt unten mehr aus dem Gesicht hervor und ist, da sie daselbst unten eingebogen ist, im unteren Teil nach oben aufgestülpt. Dadurch erscheint die ostbaltische Nase als sehr häßlich. Das Auge liegt nach vorn. Die Grobheit der Züge macht sich allenthalben bemerkbar. Die Nase hat eine breite Wurzel. Diese Breite behält sie in ihrem ganzen Verlaufe bei. Die Lochfläche, auf die man auffieht, ist sehr breit. Die Nasenlöcher bilden einen stumpfen Winkel. Die Nase ist weiterhin startfleischig. Das Gesicht macht durch die Jochbogenbreite - Sonnabend, den 2. Juli 1927. - einen sehr breiten Eindrud. Die Mundspalte scheint breiter als bei den übrigen vier europäischen Rassen zu sein. Die Augen dünten dem Beobachter flein. Die Lidspalte läuft etwas nach außen hoch, wodurch ein leichtes mongolijches" Aeußere entsteht. Die Haut ist hell, ohne durchscheinend zu sein. mit grauem Unterton. Das Haar ist hart und straff, die Farbe aschgraublond, ohne den goldenen Schimmer, wie er für den nordischen Menschen fennzeichnend ist. Die Augen sind hell, meist wasserblau, oft graublau oder grau. Sie scheinen zuweilen etwas hinterhältig und hinterliftig. Gegen Diese förperlichen Eigenschaften verbinden sich mit folgenden geistigen: Schwerbeweglichkeit, Verschlossenheit, daher nicht selten Heimtüdigkeit, Begeisterungs- und Entschlußunfähigkeit, unzufriedenheit, phantastische Beranlagung, Schöpfer gabe in Mufit und Erzählungstunft. Daneben besitzt der oftbaltische Mensch eine ausgesprochene Menschenkenntnis. Zu diesen Merkmalen gesellt sich schauspielerisches Talent. Befannte ist er gastfrei, treu und ergeben. Groß ist seine Empfänglichkeit für Gedanken der Menge. Zielbewußtes, vor: bedachtes und entschlossenes Handeln ist ihm fremd. Manchmal fällt er durch gehässiges und rohes Auftreten auf. Neben einem gewissen Fatalismus" zeichnet ihn eine Reigung zur Vernünftelei aus. Der Sparjinn geht ihm ab. Ebenso wie bei der oftischen Rasse ist die förperliche Reinlichkeit nicht allzu groß. Auch an Willensstärte gebricht es ihm. Geiner Berstandes begabung nach übertrifft der oftbaltische Mensch den ostischen und westischen. Die eigentlichen Führer fehlen der oftbaltischen Raffe. 11 Gießener Zeitung" Betriebsvermögen und das Gesamtvermögen statt, während es bei den Grundstüden( einschl. Betriebsgrundstücken oder dem Betrieb gewidmeten Grundstüdsteilen) und bei dem landwirtschaftlichen, forstwirtschaftlichen und gärtnerischen Vermögen bei den seither festgestellten Einheitswerten verbleibt. Besitzer von Vermögen letzterer Art haben daher lediglich die Frage zu beantworten, ob und welche Veränderungen seit der letten Hauptfeststellung vorgekommen sind. Erwähnt sei hierbei eine Möglichkeit zur Herabjegung der Bewertung von Betriebsgrundstüden. In einem Erlaß des Reichsfinanzministers dom 12. 5. 1927 ist zugebilligt, daß in den Landesfinanzamtsbezirfen, in denen( wie bei uns) der Spitzenjak von 70 Prozent des Wehrbeitragswertes für Betriebsgrundstücke( und damit auch Grundstüdsteile) zur Anwendung gekommen ist, die Vermögens steuer für 1927 auf Antrag auf den Betrag ermäßigt wird, der sich ergeben würde, wenn der Spitzensatz auf 60 Prozent des Wehrbeitrags herabgesetzt wird. Auf Antrag hin sollen auch bereits die Vorauszahlungen auf die Vermögenssteuer 1927 entsprechend gestundet werden. Stichtag für die Bermögenserklärung ist der 1. Januar 1927. Die an diesem Tag bestandenen Verhältnisse sind also maßgebend. Hinsichtlich der Aufstellung des Betriebsvermögens ist fol gendes zu beachten: Zum Betriebsvermögen gehören nach dem Reichsbewer tungsgesetz alle Teile einer wirtschaftlichen Einheit, die als Hauptzweck der Ausübung eines Gewerbes( oder der Ausübung gewisser freier Berufe) dienen. Das Betriebsvermögen besteht aus dem Anlagekapital und dem Betriebskapital. Zum Anlagefapital rechnen die dauernd dem Betriebe gewidmeten Gegenstände, insbesondere Betriebsgebäude oder Gebäudeteile. Maschinen, Betriebsutensilien, Transportanlagen, selbständige Rechte und Gerechtigkeiten usw. Zu dem umlaufenden Betriebskapital gehören die Waren, Rohstoffe und sonstigen Vorräte, bares Geld, Bank- und sonstige Guthaben und die AußenDie Sitze der nordischen Rasse sind in Deutschland vorwie gend in Nordwestdeutschland, der dinarischen und ostischen in Bayern. Die oftische tommt jedoch mit der oftbaltischen in den öftlichen Teilen Deutschlands vor. Allein rückt die ostische noch bis in unsere Gegend herein, findet sich schließlich im Schwarzwald, in den Bogesen und im fränkischen Jura. Auf ihrem Siedlungsweg vom Often nach dem Westen Deutschlands jetzte sich die Ostrasse besonders im Fichtelgebirge, im Böhmerwaldstände. Es ist mitunter zweifelhaft, ob ein Gegenstand zum und im Riefengebirge, in Schlesien schwach und in Sachsen ziemlich zahlreich ist. Diese Rassen sind nun in den Uebergangsgebieten stark vermischt, sodaß man oft die sonderbarsten Zusammenstellungen se= hen kann, da sich die einzelnen Eigenschaften, weil sie an ver schiedene Chromosome gebunden sind, zum größten Teil ge= sondert vererben. Da begegnet man z. B. einer nordischen Gestalt mit einem ostischen Kopf und einer oftbaltischen Nase usw. Deshalb ist auch leicht verständlich, daß solche Mischlinge auch innerlich- seelisch zerrissene Gestalten sind, die selten mit sich in das Reine kommen fönnen. Dies ließe sich leicht belegen und drastisch ausmalen. Steuern. Die Vermögenssteuererklärung. Bis Ende Juni hat jeder Handwerker eine Vermögens: steuererklärung dem zuständigen Finanzamt gegenüber auf dem amtlichen Formular abzugeben, wenn er entweder vom Finanzamt durch Zustellung des Vordrucks hierzu besonders aufgefordert worden ist, oder( auch wenn fein Bordrud zugestellt worden ist), wenn sein Gesamtvermögen einen höheren Wert als 5000 Rmt. besitzt. Das Vermögen der Ehefrau ist vom Ehemann mit anzugeben. Für selbständiges Vermögen der Kinder sind besondere Erklärungen abzugeben. Für die Vermögenserklärung fommen 3 verschiedene Formulare in Betracht. Die Handwerker werden allgemein das Muster 1( Steuererklärung für gewerbetreibende physische Personen) auszufüllen haben. Die beiden anderen Formulare dienen für die Vermögenserklärungen der Nichtgewerbetreibenden und der Gesellschaften. Mit der Vermögenserklärung ist ein Anhang verbunden, in dem Fragen über die Betriebsart, den Betriebswert, die dem . Betrieb gewidmeten Grundstücke oder Grundstücksteile auszufüllen sind und in dem ferner eine ziffernmäßige Aufstellung über die Bestandteile des Betriebsvermögens zu machen ist. Für jeden selbständigen Betrieb muß ein derartiger Anhang ausgefüllt werden, was insbesondere diejenigen beachten müssen die mehrere selbständige Betriebe besitzen. Die Angaben in dem Anhang müssen selbstverständlich mit den Angaben in der Vermögenserklärung übereinstimmen. Der Vermögenserklärung ist ferner eine amtliche Anlei tung zur Ausfüllung beigefügt, die in sehr ausführlicher Weise Aufklärung über die zu beobachtenden Bestimmungen schafft. Eine Neufeststellung der Einheitswerte findet nur für das Grüner Rasen Blaue Wellen. Roman von Otto von Gottberg. Auch grausam schien der Ahn, denn wieder einmal durften die Herren beider Majorate als Väter von nur Töchtern ihren Besitz nicht Kindern und Blutserben hinterlassen. Auf Priedelsdorf zog zunächst der kinderlos bejahrte Vetter Karl v. Drewit und nach ihm ein Neffe Kurt, der Kapitänleutnant, ein. Dem greifen Vetter Hermann von Drewiß auf Kunzenberg hatte der Krieg beide Söhne genommen. Wenn er starb, gingen auch seine Töchter von der väterlichen Scholle. Doch war er wohlhabend auch durch Heirat mit einer begüterten Frau. Gerda und Elisabeth hatten wenig Vermögen zu erwarten. Neben dem geringen Heiratsgut der Mutter blieben ihnen des Vaters Ersparnisse von zwanzig Jahren. Gern hätte er sie darum vor dem Scheiden verheiratet gewußt. ..Zu Tisch, Papa!" riefen beide Töchter Gerda und Elisabeth in die Tür. General von Drewitz zwang sich, heiter zu blicken, und folgte ihnen über den langen Korridor. Die Wand zur Linken trug bis zur Halle nur die eine Tür zum verschlos senen großen Festsaal. Vor ihr faßten die Töchter des Vaters Arme mit Fragen nach dem Urteil des Arztes. Zärtlich wie selten lächelte er auf ihre Köpfe herab:„ Er gibt mir noch Zeit!" Durch eine Tür gegenüber der Holzstiege zu den Räumen im Oberstock traten sie in das eichengetäfelte Eszimmer mit rundem Tisch. Beim Löffeln der Suppe beruhigte der Vater die Töchter über sein Ergehen. Sie plauderten bald von der BeBetriesvermögen gehört. Entscheidend wird immer sein, ob der betreffende Gegenstand in der Hauptsache dem Betrieb gewidmet ist. Nach einer Entscheidung sind z. B. Bankguthaben immer dann Betriebsvermögen, wenn sie aus dem Betriebe herrühren. Die Frage ist von Wichtigkeit, wegen der möglichen Unterstellung des Einheitswertes des Betriebsvermögens unter die Gewerbesteuer der Länder und Gemeinden. Die Bewertung des Betriebsvermögens ist unterschiedlich für Betriebsgrundstücke oder agrundstücsteile und das übrige Betriebsvermögen. Betriebsgrundstüde werden mit dem zuletzt festgesetzten Einheitswert( j. Einheitswertbescheid für das Betriebsvermögen) bewertet und sind mit diesem Betrag in der Vermögensaufstellung anzusetzen. Hat sich eine Aenderung in den Betriebsgrundstücken seit der letzten Hauptfeststellung ergeben, hat sich z. B. auch das Verhältnis zwischen Wohn- und Gewerbezwed eines Grundstüds geändert, so ist unter Ziff. 4 des Anhangs zur Vermögenserklärung eine entsprechende Erläuterung zu machen. Das übrige Betriebsvermögen wird grundsäglich mit dem gemeinen Wert( Bertaufswert) bewertet. Der gemeine Wert ist nach der Abgabeordnung der Preis, der im gewöhnlichen Geschäftsverkehr nach der Beschaffenheit des Gegenstandes unter Berücksichtigung aller den Preis beeinflussenden Umstände bei einer Veräußerung zu erzielen wäre. Ungewöhnliche und lediglich persönliche Verhältnisse sind dabei nicht zu berücksichtigen. Es ist hierbei nicht an eine Zusammenrechnung der etwaigen Erlöse für die Veräußerung der einzelnen Gegenstände, sondern für die Gesamtheit des Betriebs gedacht. Für Gegenstände, die nicht in der Inflationszeit( zwischen dem 31. Dezember 1918 und dem 31. Dezember 1923) angeschafft wurden, kann auch wahlweise der Anschaffungs- oder Herstellungspreis abzüglich angemessener Absetzungen für Abnutzung angenommen werden. Bei Stillegung von Betrieben und Einschränkungen wegen Kurzarbeit infolge der allgemeinen Wirtschaftsverhältnisse in der Zeit vom 1. Oktober 1926 bis 31. März 1927 ist ein Abschlag von 30 Prozent vom Anschaffungspreis der hiervon betroffenen beweglichen Gegenstände des Betriebsvermö= gens zulässig und zwar bei Kurzarbeit nur der Teil dieses Abschlags, der sich aus dem Verhältnis zwischen normaler Benutzung und Kurzarbeit ergibt. Die Betriebsschulden sind vom Betriebsvermögen abzuziehen, soweit sie mit der Gesamtheit oder mit einzelnen Teilen des gewerblichen Betriebs in wirtschaftlichem Zusammenhang stehen. Es kommen also lediglich Schulden in Frage, die eingegangen sind, um den Betrieb zu ermöglichen, ihn zu vergrößern, fortzuführen usw. Echte Reserven und freiwillige gegnung mit dem Vetter. Die immer gesprächige Elisabeth schilderte mit tanzenden Augen sein gebräuntes Gesicht, das bestaubte Haar, den durchweichten, abgescheuerten Rod. Die sonst stille, ernste Gerda gönnte heute der Schwester nicht das Wort. Tief atmete sie nach langem Erzählen auf:„ Männlicher sah Werner aus und trug als einer von wenigen seiner Truppe schon das Eiserne Kreuz!" Ihre Augen suchten den Teller, und die Stimme sant:„ Das war auch zu erwarten." Der Vater sah sie scharf an. Die Stirn über dem grauen Gesicht trug tiefere Runzeln als sonst:„ Warum?" Gerdas immer leicht flammende Wangen röteten sich wieder. Vielleicht darum neigte sie den Kopf und sagte bestimmt, aber auch schnell und leise, als heische ihre Behauptung kaum eine Erläuterung:„ Das läßt sich fühlen, aber nicht erklären." ,, Doch! Ich kann's erklären!" Elisabeths Augen tanzten ..Werner war nie sehr lustig, aber der Erste, Geschichteste und Mutigste schon beim Turnen und Spielen und doch immer bescheiden. Auch heute wartete er auf den Kuß so verlegen oder befangen, als wisse er gar nicht... Sie verstummte, weil der Vater die Gabel niederlegte und ihr ungläubig in die Augen jah:„ Gefüßt hat er dich. Elisabeth? Junge Damen lassen sich nie küssen." Er schlug die Finger auf den Tisch. Seine Worte flangen hart und streng. Dann schwieg er unschlüssig, denn wieder spürte er vor den Kindern das gewohnte Unbehagen der Befangen heit. Er wähnte sich zu alt, um sie wirklich zu verstehen oder ihnen nahezukommen. Gerda jah einen feuchten Schimmer in der erschrockenen Schwester Augen. Sie dachte ihr Teil an Nr. 27. Rückstellungen gehören zum Betriebsvermögen und sind nist abziehbar. Jedoch können Steuerrückstände, die nach Fälligke noch geschuldet werden, in Abzug gebracht werden. Sonnabend, den 2. Juli 1927. zu beachten ist, daß es sich dabei nich tarif handelt, sondern daß jedes Vermögen zen nur mit einem einheitlichen Prozentjat Es wird also ein Vermögen von 40 000 Rm Höhe mit 4% herangezogen und nicht ett 10000 Rmt. 1%, für die nächsten 10 000 Die Bermögenssteuer wird im Jahre 192 zem vollen Jahresbetrag erhoben. Im Jah tanntlich auf Grund des§ 20 des Steuermild 31. März 1926( RGBI. 1 G. 187) nur% d sar Sebung. Bilanzierenden Handwerkern wird die Vermögenserklärung feine Schwierigkeiten bereiten. Die Bilanz, sofern se richtig aufgestellt ist, ist lediglich unter Beachtung der Bewertungsvor schrften und der Vorschriften für die Abzüge in eine Vermögens steuerbilanz umzuwandeln. Die im Anhang zur Erklärung zu machende Aufstellung über das Vermögen könnte daher folgendermaßen aussehen: Aktiva Grundstück( lt Einheitswertbeschein f. d. Betriebsv mögen) Maschinen 20000. Passiva Geschäftsschulden Hypotheken Neinvermögen 5000. Baren und Vorräte Inventar Außenstände 5000. 1000. 4000 35.000. 10 000. 5000 20000 35000 Freigrenzen. Im§ 8 des Vermögensste i Freigrenzen, nämlich eine allgemeine u igrenze festgefekt: Die allgemeine Freigrenze beträgt 5000 Steuerpflichtiger ein Vermögen von 5099 R enerfrei, da zunächst die Abrundung gemäß magensteuergesetzes auf volle 100 Rmt. nach Seträgt das Vermögen dagegen 5100 Rmt., so zeller Höhe und nicht nur mit 100 Rmt. der ben also nicht in jedem Falle die ersten 5000 Sermögens vermögenssteuerfrei, sondern nur mögen, welche in die Freigrenze fallen und 5100 Simt, nicht erreichen. Die Freigrenze vo nur für unbeschränkt Steuerpflichtige ohne Ri es natürliche Personen oder Gesellschaften, z. B find. Bei beschränkt Steuerpflichtigen gibt e on 3000 Kmt. nicht, diese sind auch dann steu ihr teuerpflichtiges Vermögen 5000 Rmt. nid Sefondere Freigrenzen gelten nur für nat mit Südficht auf ein bestimmtes geringes Ei Kinderzahl und sogenannte Rentnereigenschaft. $ 8 Abs. 2 ergibt sich folgende Uebersicht: Es blo enerfrei: Nicht bilanzierende Handwerker haben auf Grund ihres Inventarverzeichnisses ihren Vermögensbestand pro 1. 1. 1927 in ähnlicher Weise zusammen zu stellen. Ist auch kein Inven tar vorhanden, so muß möglichst genau ermittelt werden in welchem Wert Vermögensgegenstände der oben bezeichneten Vermögensarten vorhanden gewesen sind, wobei die Augen stände nicht vergessen werden dürfen. Zweifelhafte Forderung gen tönnen mit dem Wert eingesetzt werden, der voraussicht lich eingehen wird. Eine derartige Aufstellung fönnte etwa folgendermaßen gemacht werden: Grundstück( It. Einheitswertbescheid des Betriebsvermögens) Maschinen Waren und Vorräte Inventar Außenstände Schulden 1. Hypothekenanteil 2. sonstige Betriebsschulden 3000 M 4.000 K 3000 M 500 M 2000 K 12 500 M 1000 M 4.000 M 5.000 M 7500 M reines Betriebsvermögen Der in dieser Aufstellung errechnete Betrag des Betriebs vermögens ist in der Vermögenserklärung unter 3iff. 1 Spalte 2 einzusetzen. Zu beachten ist noch, daß in den Fällen, in denen ein Grundstück nur zum Teil gewerblichen Zwecken dient, ein Hypothekenabzug auch nur im gleichen Verhältnis gemacht wer den kann. Die übrigen Angaben der Vermögenserklärung werden den Handwerkern wenig Schwierigkeiten bereiten. Eine genaue Anleitung ist hierfür den Vermögenserflärungen beigefügt. Her vorzuheben wäre lediglich, daß die beim sonstigen Vermögen ( 3iff. III des Formulars) anzugebenden Aufwertungsforde rungen, die erst im Jahre 1932 zur Rüdzahlung fällig, nur mit 25 Prozent aufgewertet, und wie gesetzlich vorgeschrieben, ver zinst werden, nur mit 87 Prozent des Aufwertungsbetrags an gesetzt werden können. Wer Effekten besitzt und die Steuerfurse nicht kennt, kann auch die Wertpapiere in der Steuererklärung oder in einer Anlage genau bezeichnen und es dem Finanzamt überlassen, den Steuerwert einzusetzen. Tarif. Die Bestimmungen über den Vermögenssteuertarif enthalten§§ 6 bis 9 des Vermögenssteuergesetzes. Der Tarif ist durch das Gesetz über Steuermilderungen vom 31. März 1926 für die kleineren Vermögen herabgesetzt worden. Nach den jezigen Tarifvorschriften wird zunächst das Vermögen auf volle 100 Rmt. nach unten abgerundet. Der Tarif für die Ver. mögenssteuer beträgt alsdann: bei einem Vermögen bis zu 10 000 mt. 1° 0 " " " " 20 000 " " " " " 2, " 30.000 " B " 50 000 4 " " " " 2 " " von über 50 000 " 5. " " " Für die höheren Vermögen, die nicht der Ertragsbesteue rung durch Länder und Gemeinden unterliegen, insbesondere also für das Kapitalvermögen, gelten seit dem 1. Januar 1927 erhöhte Steuersätze, und zwar erhöht sich die Vermögenssteuer, wenn das abgerundete Vermögen 250 000 aber nicht 500 000 9mf. übersteigt auf 5,5% 500 000 17 1 000 000 " " " M " 6,0 1 000 000 " 2 500 000 2500 000 5.000 000 " W 6,5" " " 78 7,0 " 7,5 # " 5 000 000 mt. übersteigt Schuld und Scheltworten auf sich zu nehmen und hob den Kopf Die Augen konnte sie freilich nicht voll aufschlagen, und ihre Simme war unsicher: Papa, auch ich habe ihn zum Abschied gefügt." Wider Erwarten schienen ihre Worte den Vater zu besänf tigen. Er sprach freundlicher:„ Dann ist es nicht so schlimm. mein Kind! Auch wirst du rot und scheinst dich wenigstens zu schämen!" Er nidte. Die Küsse von zwei jungen Mädchen durf ten als nur verwandtschaftliche gelten. Jetzt hätte er den Töchtern gern von ihrer Zukunft und vom Heiraten gesprochen. Als erwachsene Mädchen mußten sie hören, daß Frauen zwar nicht nach Geld heiraten, aber doch Vorsicht im Berkehr mit unbegüterten Männern walten lassen sollten. Das Vermögen des Generalleutnants v. Drewig war tlein und nicht nur seines Sohnes Armut für die Töchter ein Grund, in Werner nie mehr als den Vetter zu sehen. Er räusperte sich wieder, stützte die Armgelenke auf die Tischplatte und den Rücken an die Stuhl lehne. Elisabeths Augen suchten die der Schwester. Wenn Bater es sich am Tisch bequem machte, statt nach der Mahlzeit in sein Arbeitszimmer zu gehen, hielt er gewöhnlich eine Rede Am liebsten verglich er die alte mit der neuen Zeit. Gegen wart und Jugend schnitten dann schlecht ab, obwohl Gerda oft den Mut fand, zu widersprechen oder zu scherzen, bis der Ba ter zugab, auch die Jugend habe ein Recht auf eigene Geftal sich nach links zum Vater: Dürfen wir aufstehen? Es ist Zeit, tung ihres Lebens. Die Aeltere verstand den Blid und drehte auf den Bahnhof zu gehen." das Vermögen bis zu 10 000 Rmt., wenn hes Jabres 1925 nicht überstiegen hat grundsätzlich bei 2 Kindern bei 3 bis 4 Kindern bei 4 und mehr Kindern 3.00 40 50 60 56 das Vermögen bis zu 20 000 Rmt., wenn d 60 ne handelt und das lehte Jahreseinkommen bei mehr als 2 Kindern Bermögen bis zu 30 000 Rmt., wenn es handelt und das letzte Jahreseinkommen nicht hat grundäglich grundsätzlich 50 40 50 bei mehr als 2 Kindern Unter„ Rentnern" werden solche Perso welche über 60 Jahre alt oder erwerbsunfähi vorübergehend behindert sind, ihren Leben eigenen Erwerb zu bestreiten. Unter Kindern im Sinne der vorstehenden mur minderjährige Kinder zu verstehen, welc des Steuerpflichtigen gehören. Darf die Polizeibehörde einen weiße der Fenster verlangen? Die Altonaer Feuerversicherungsgesellschaf am Platz der Republik in Altona ein Gebäud polizeiliche Verfügung aufgefordert worden, anftreichen zu lassen. Die Feuerversicherung ihre Berpflichtung zum Anstrich der Fenster Farbe und erhob nach fruchtloser Beschwerd präsidenten und Oberpräsidenten Klage bei gericht, welches auch den Bescheid des Ober Berfügung der Baupolizeibehörde in Alton ausgeführt wurde, eine anfechtbare polize darin zu erbliden, daß zunächst der Feuerve ein Bericht des Sachverständigenbeirats des nah die Fenster des betreffenden Gebäud feien, überfandt und ferner den Malern v amten gedroht worden sei, sie vom Gerüst polizeiliche Anordnung sei von der vorgesetz worden. Die Verfügung sei aber als unr Keinesfalls habe der Versicherungsgesellschaf dürfen, die Fenster weiß streichen zu lass Farbe habe nicht vorgeschrieben werden di hingestellt bleiben, ob der Anstrich eines Begriff der baulichen Veränderung falle, d lizeiverordnung für Altona ergebe sich, daß falls genehmigungspflichtig sei. Es sei al Elisabeth sprang gar schon auf die Lippen zum Kuß auf des Vaters Wang den Wagen?" Er strich ihr unschlüssig über das bre get verjagte er den Kindern Wünsche. Gerda tam ihm zu Hilfe:„ Elisabeth, Frieden die Pferde schonen und unsere Rä Der Vater lächelte:„ ,, Gerda, du bleib Doch zog er sich Elisabeths Köpfchen näher ihren Mund zu drücken. Die Aeltere str Den Fingern, während ihre Lippen seine Gerda wunderte sich nicht. Alle Menschen tas, die Dänin, und Ajax, der Schotte, mehr Liebe als ihr. Durch das Fenster seines Arbeitszimme Töchter aus dem Haus treten und auf ihre Den Kleidern trugen sie gestridte Seidenja über den Hüften umschnürte. Die der E hellblau. Die braunhaarige Elisabeth tri sold. Auf beiden Köpfen lagen Zipfelmi Gewebe der Jaden. Allerliebst sahen di turite wohl stolz auf sie sein. Auch hübsch verschieden, wie von Erscheinung, so auch Die schon wieder lachend scherzende Anfahren vornüber und hob bei einem Sd ben rechten Arm mit dem durch die Scheibe jet eines ausgelassenen Jungen. Gerda saß Nr. 27 Sonnabend, den 2. Juli 1927. ören zum Betriebsvermögen und sind nic fönnen Steuerrüdstände, die nach Fälligte den, in Abzug gebracht werden. Handwerkern wird die Vermögenserklärun en bereiten. Die Bilanz, sofern e ritt Höhe mit 4% herangezogen und nicht etwa für die ersten diglich unter Beachtung der Bewertungsto rschriften für die Abzüge in eine Vermögens andeln. Die im Anhang zur Erklärung a hen: ng über das Vermögen fönnte daher fo A Se= Geschäftsschulden Sypothefen 20000 M Reinvermögen 5000, 5000, 1000" 4.000 35 000 M Passiva 10 000, 5000. 20.000 35.000. ende Handwerker haben auf Grund ihres jes ihren Vermögensbestand pro 1. 1. 1827 uſw. Zu beachten ist, daß es sich dabei nicht um einen Staffel tarif handelt, sondern daß jedes Vermögen einheitlich im gan zen nur mit einem einheitlichen Prozentjak herangezogen wird. Es wird also ein Vermögen von 40 000 Rmt. in seiner ganzen 10 000 Rmf. 1%, für die nächsten 10 000 Rmt. 20 Die Bermögenssteuer wird im Jahre 1927 auch wieder mit dem vollen Jahresbetrag erhoben. Im Jahre 1926 tamen betanntlich auf Grund des§ 20 des Steuermilderungsgesetzes vom 31. März 1926( RGBI. 1 S. 187) nur% des Jahresbetrages zur Hebung. Freigrenzen. Im§ 8 des Vermögenssteuergesetzes werden zwei Freigrenzen, nämlich eine allgemeine und eine besondere Freigrenze festgesetzt: ,, Gießener Zeitung" | Polizeiverordnung vergessen worden, auch Bestimmungen über den Anstrich zu treffen, so werde in§ 63 ausdrüdlich hervorgehoben, daß für den Anstrich der Gebäude teine grellen Farben gewählt werden dürfen. Es sei aber nicht bestimmt, daß eine Genehmigung zum Anstrich des Gebäudes erforderlich sei. Könne nur ein Verbot der Verwendung besonders greller Farben erfolgen, aber feine Genehmigung für den Anstrich eines Gebäu des gefordert werden, so tonne ein Verstoß gegen die Polizeiverordnung in der Wahl des Anstrichs der Fenster- vorliegend war braun gewählt worden nicht gefunden werden, um so weniger, als in der Baupolizeiverordnung auch für das Verputzen von Häusern, das viel eher als bauliche Maßnahme angesehen werden könne, nur eine Anzeige an die Polizeibehörde gefordert werde und von der Polizeibehörde nur ausnahmsweise aufgegeben werden könne, eine Genehmigung einzuholen. Bei der Wahl der braunen Farbe könne auch von einer Verunjtaltung oder Beeinträchtigung des Straßenbildes teine Rede sein,( IV. A. 84. 26.) Die allgemeine Freigrenze beträgt 5000 Rmt. Hat ein Steuerpflichtiger ein Vermögen von 5099 Rmt., so bleibt et steuerfrei, da zunächst die Abrundung gemäß§ 6 des Vermögenssteuergesetzes auf volle 100 Rmt. nach unten Platz greift. Beträgt das Bermögen dagegen 5100 Rmf., jo unterliegt es in voller Höhe und nicht nur mit 100 Rmf. der Steuer. Es bleiben also nicht in jedem Falle die ersten 5000 Rmf. eines jeden zusammen zu stellen. Jit auch kein Japen Vermögens vermögenssteuerfrei, sondern nur diejenigen Ver muß möglichst genau ermittelt werden in mögen, welche in die Freigrenze fallen und den Betrag von ermögensgegenstände der oben bezeichneter 5100 Rmt. nicht erreichen. Die Freigrenze von 5000 Rmt. gift en werden dürfen. Zweifelhafte Forderun es natürliche Personen oder Gesellschaften, z. B. fleine G.m.b.5. orhanden gewesen sind, wobei die Augen em Wert eingesetzt werden, der vorausfi . Eine derartige Aufstellung fönnte etwa nacht werden: Einheitswertbescheid des Be: ögens) rräte pothekenanteil stige Betriebsschulvermögen 3.000 4000. 3000 500 2000 J 12500 M 1000 M 4000 M 5000 7500 M ufstellung errechnete Betrag des Betriebs Vermögenserklärung unter Ziff. 1 Spalte: Sten ist noch, daß in den Fällen, in denen zum Teil gewerblichen Zweden dient, ein nur im gleichen Verhältnis gemacht wer gaben der Vermögenserklärung werden den nur für unbeschränkt Steuerpflichtige ohne Rüdsicht darauf, ob sind. Bei beschräntt Steuerpflichtigen gibt es die Freigrenze von 5000 Rmf. nicht, diese sind auch dann steuerpflichtig, wenn ihr steuerpflichtiges Vermögen 5000 Rmf. nicht erreicht. Besondere Freigrenzen gelten nur für natürliche Personen mit Rüdsicht auf ein bestimmtes geringes Einkommen, große Kinderzahl und sogenannte Rentnereigenschaft. Auf Grund des § 8 Abs. 2 ergibt sich folgende Uebersicht: Es bleiben vermögensSteuerfrei: Schwierigkeiten bereiten. Eine genau den Vermögenserklärungen beigefügt. Het ediglich, daß die beim sonstigen Vermögen mulars) anzugebenden Aufwertungsforde Jahre 1932 zur Rückzahlung fällig, nur mi ertet, und wie gesetzlich vorgeschrieben, ver it 87 Prozent des Aufwertungsbetrags an en. Wer Effekten besitzt und die Steuer ann auch die Wertpapiere in der Steuer einer Anlage genau bezeichnen und es dem en, den Steuerwert einzusetzen. stimmungen über den Vermögenssteuertan 9 des Vermögenssteuergesetzes. Der Tarif iber Steuermilderungen vom 31. März 1925 Bermögen herabgesetzt worden. Nach der ften wird zunächst das Vermögen auf volle en abgerundet. Der Tarif für die Ve t alsdann: Bermögen bis zu 10 000 Rmt. 1° 0 20 000, 2, 11 30 000 3 " " " , 50 000 von über 50 000 4 " 5 " " das Vermögen bis zu 10 000 Rmt., wenn das Einkommen des Jahres 1925 nicht überstiegen hat grundsätzlich bei 2 Kindern bei 3 bis 4 Rindern bei 4 und mehr Kindern 3000 Rmf. 4000 Rmt. 5000 Rmt. 6000 Rmt. das Vermögen bis zu 20 000 Rmf., wenn es sich um Rentner handelt und das lehte Jahreseinkommen nicht überstiegen 6000 Rmt. bei mehr als 2 Kindern Bermögen bis zu 30 000 Rmt., wenn es sich um Rentner handelt und das letzte Jahreseinkommen nicht überstiegen hat En Vermögen, die nicht der Ertragsbesteue - und Gemeinden unterliegen, insbesondere alvermögen, gelten seit dem 1. Januar 1927 und zwar erhöht sich die Vermögenssteuer. dete Vermögen nicht 500 000 Rmt. übersteigt auf 5,5% 1000000 " 1 2 500 000 " 5 000 000 übersteigt " 6,0, 6,5 7,0 7,5 hat grundsätzlich grundsätzlich bei mehr als 2 Kindern 5000 Rmf. 4000 Rmt. 5 000 Rmf. Unter Rentnern" werden solche Personen verstanden, welche über 60 Jahre alt oder erwerbsunfähig oder nicht nur vorübergehend behindert sind, ihren Lebensunterhalt durch eigenen Erwerb zu bestreiten. Sonntag. Lokales. Sonntagsgedanken. Wie dies Wort dem Menschen wohltut, der sechs Tage lang nur Arbeit tannte. Glodenflang und Liederflänge haben das Sausen der Räder und den Lärm der Maschinen abgelöst. Als wüßte die Natur davon, daß alle Räder stille stehen, so feierlich ernst begrüßt sie den Sonntag. Unter Kindern im Sinne der vorstehenden Freigrenzen sind nur minderjährige Kinder zu verstehen, welche zum Haushalt des Steuerpflichtigen gehören. Dorten auf sich zu nehmen und hob den Kopi sie freilich nicht voll aufschlagen, und ihr er: ,, Papa, auch ich habe ihn zum Abschied Darf die Polizeibehörde einen weißen Anstrich der Fenster verlangen? Nr. 27. Kreistagssigung. Am Samstag, den 9. Juli 1927, vormittags 10 Uhr, findet im Sigungssaal des Regierungsgebäudes zu Gießen die diesjährige ordentliche Sigung statt mit folgender Tagesordnung: 1. Rechnung der Kreistasse und Verwaltungsbericht des Kreisausschusses für Rj. 1925. 2. Voranschlag über Einnahmen und Ausgaben der Kreiskasse Rj. 1927. 3. Tätigfeitsbericht der Bezirksfürsorgestelle und des Jugendamts des Kreises Gießen für Rj. 1926 und Bericht des Kreisschularztes für 1926. 4. Kreisjagung über Erhebung einer Wertzuwachs steuer in den selbständigen Gemarkungen des Kreises Gießen. 5. Durchführung der Reichsverordnung über die Fürsorgepflicht vom 13. April 1924; hier: den Erlaß einer Kreissagung für den Kreis Gießen. 6. Wahl der Körkommission. Komm! Laß uns heute wandern! Die Blumen im Wiesengrund, der grünende Wald, der murmelnde Quell, Tal und Höhen, sie alle sollen uns erzählen heute vom lieben Sonntag und ihrem Schöpfer. Wandern wollen wir durch alle Gärten der Schöpfung, der Liebe und Freude. Alle hinaus in Gottes schöne Sonntagswelt, auch ihr Einsamen und du mit den schlaflosen Nächten in den brennenden Augen und dem gramgezeichneten Mund! Laßt alle Bitterfeit hinter euch, schließt zu die Kammern der Qual in eurer Brust, alle, alle sollt ihr euren Sonntag haben! Nehmt Freude mit auf den Weg, laẞt die Sorgen zu Haus, daß Glodenklang und Lieder nicht verstummen und Blüten nicht verlöschen. In Freude und Andacht wollen wir wandern durch die Hallen im weiten Gotteszelt, über Tal und Höhen, durch das heilig ernste Schweigen der Wälder, durch Gottes große Wun derschöpfung, vor der sich betend unsere Seelen neigen. Komm! Die Freude wartet. Laß uns wandern heute, bis der Abend sich der stillen Nacht will in die Arme legen. Und Gottes Segen sei unser stiller Begleiter durch Gottes schöne Sonntagswelt. Waldfried. * Straßenreinigung. Nach§ 3 des Lokalreglements über die Reinhaltung und Wegfamkeit der Straßen und Plätzen sind auf Aufforderung der Polizeibehörde die Bürgersteige täglich zweimal, morgens zwischen 6 und 8 Uhr und mittags zwischen 12 und 2 Uhr, mit reinem Wasser zu begießen. Wir machen daher die Interessenten darauf aufmerksam, die Besprengung der Bürgersteige bei heißer und trodner Witterung vorzuneh men, da Zuwiderhandlungen der im§ 366 3iffer 9 und 10 des Reichsstrafgesetzbuches bezw. des Art. 114 und 120 des Po lizeistrasgesetzbuches, angedrohten Strafe unterliegen. Persönliches. Ernannt wurden: Der Schulamtsanwär ter Ernst Butteron aus Nonnenroth zum Lehrer an der Volksschule zu Unter- Seibertenrod, Kreis Schotten, und der Rechtsanwalt Ludwig Peters in Gießen zum Notar mit dem Amtssitz in Gießen als Nachfolger des verstorbenen Notars Justizrat Hermann Kay in Gießen. Auf Grund der Altersgrenze der Staatsbeamten tritt am 1. Juli 1927 Institutsgehilfe Friedrich Belloff am Anatomischen Institut der Landesuniversität in den Ruhestand. Die Altonaer Feuerversicherungsgesellschaft von 1830, welche am Platz der Republik in Altona ein Gebäude besitzt, war durch polizeiliche Verfügung aufgefordert worden, ihre Fenster weiß anstreichen zu lassen. Die Feuerversicherungsgesellschaft bestritt ihre Verpflichtung zum Anstrich der Fenster in einer bestimmten Farbe und erhob nach fruchtloser Beschwerde beim Regierungspräsidenten und Oberpräsidenten Klage beim Oberverwaltungsgericht, welches auch den Bescheid des Oberpräsidenten nebst der Verfügung der Baupolizeibehörde in Altona aufhob, indem u. a. ausgeführt wurde, eine anfechtbare polizeiliche Verfügung sei barin zu erbliden, daß zunächst der Feuerversicherungsgesellschaft ein Bericht des Sachverständigenbeirats des Baupflegeamts, wonach die Fenster des betreffenden Gebäudes weiß zu streichen jeien, übersandt und ferner den Malern von einem Polizeibeamten gedroht worden sei, sie vom Gerüst zu entfernen. Diese polizeiliche Anordnung sei von der vorgesetzten Behörde gebilligt worden. Die Verfügung sei aber als unrechtmäßig anzusehen. Reinesfalls habe der Versicherungsgesellschaft aufgegeben werden dürfen, die Fenster weiß streichen zu lassen. Eine bestimmte Farbe habe nicht vorgeschrieben werden dürfen. Es fönne da hingestellt bleiben, ob der Anstrich eines Gebäudes unter den Begriff der baulichen Veränderung falle, denn aus der Baupolizeiverordnung für Altona ergebe sich, daß der Anstrich feinesfalls genehmigungspflichtig sei. Es sei allerdings nicht in der en schienen ihre Worte den Vater zu besänf reundlicher:„ Dann ist es nicht so schlimm wirst du rot und scheinst dich wenigstens z e. Die Küsse von zwei jungen Mädchen duri andtschaftliche gelten. Jetzt hätte er den ihrer Zukunft und vom Heiraten gesprochen idchen mußten sie hören, daß Frauen zwar iraten, aber doch Vorsicht im Verkehr mit hern walten lassen sollten. Das Vermöger Elisabeth sprang gar schon auf die Füße und neigte die Lippen zum Kuß auf des Vaters Wangen.„ Bekommen wir den Wagen?" * Auswertung von Spareinlagen. Laut einer sich im Anzeigenteil dieser Nummer befindenden Bekanntmachung der Bezirkssparkasse Gießen erfolgt bei dieser Kasse die Auswertung der Spareinlagen mit 18 Prozent des Goldmarkwertes. 4 Straßensperrung. Anläßlich der am 3. Juli 1927 stattfindenden Ruderregatta wird der Bootshausweg am Bahndamm vom Bootshause der Gießener Rudergesellschaft bis an den Durchgang nach der Ederstraße( Bahnüberführung) am 3. Juli 1927 für die Zeit von 12-7 Uhr nachmittags für den Durchgangsverkehr gesperrt. Wegen Vornahme von Hausanschlußarbeiten ist die Bahnhofstraße von Westanlage an bis zur Alicestraße vom 30. Juni 1927 ab bis auf weiteres für jeg lichen Fahrverkehr gesperrt worden. * Polizeiliches Dienstjubiläum. Am 1. Juli d. J. kann Herr Polizeiverwaltungsoberassistent Georg Klös auf eine 25jährige Tätigkeit im Polizeidienst zurückblicken. Nachdem er bis zum Jahre 1920 als Polizeiwachtmeister im Außendienst tätig gewesen war, wurde er alsdann als Polizeiverwaltungsoberassistent in den inneren Dienst übernommen. Herr Polizeiverwaltungsoberassistent Klös hat sich in seiner langen Polizeidienstzeit und insbesondere auch seit der Zeit seiner Tätig keit auf dem Meldeamt des Polizeiamts durch seine Kenntnisse, sein zuvorkommendes Wesen und seine Pflichttreue das Vertrauen seiner Vorgesetzten, sowie der Bürgerschaft erworben. Er strich ihr unschlüssig über das braune Haar, denn ungern versagte er den Kindern Wünsche. Gerda tam ihm zu Hilfe:„ Elisabeth, wir müssen bis zum Frieden die Pferde schonen und unsere Räder nehmen." Der Vater lächelte:„ Gerda, du bleibst mein Musterkind!" Doch zog er sich Elisabeths Köpfchen näher, um einen Kuß auf ihren Mund zu drüden. Die Aeltere streichelte er nur mit den Fingern, während ihre Lippen seine Wangen streiften Gerda wunderte sich nicht. Alle Menschen und Tiere, auch Tyras, die Dänin, und Ajax, der Schotte, schenkten Elisabeth ts v. Drewig war klein und nicht nur seines mehr Liebe als ihr.- die Töchter ein Grund, in Werner nie mehr sehen. Er räusperte sich wieder, stühte die e Tischplatte und den Rüden an die Stuhl Durch das Fenster seines Arbeitszimmers sah der Alte die Töchter aus dem Haus treten und auf ihre Räder steigen. Ueber den Kleidern trugen sie gestridte Seidenjaden, die ein Gürte! über den Hüften umschnürte. Die der blonden Gerda war hellblau. Die braunhaarige Elisabeth trug leuchtendes Altgold. Auf beiden Köpfen lagen Zipfelmützen von Farbe und Gewebe der Jaden. Allerliebst sahen die Kinder aus. Er durfte wohl stolz auf sie sein. Auch hübsch waren beide, aber verschieden, wie von Erscheinung, so auch von Art. gen suchten die der Schwester. Wenn Vater bequem machte, statt nach der Mahlzeit in zu gehen, hielt er gewöhnlich eine Rede cher die alte mit der neuen Zeit. Gegen ſchnitten dann ſchlecht ab, obwohl Gerda ofi widersprechen oder zu scherzen, bis der Ba Jugend habe ein Recht auf eigene Gestal Die Weltere verstand den Blick und drehte Bater: ,, Dürfen wir aufstehen? Es ist Zeit gehen." Die schon wieder lachend scherzende Elisabeth lag beim Anjahren vornüber und hob bei einem Schwanken des Rades den rechten Arm mit dem durch die Scheiben Hallenden Jauchger eines ausgelassenen Jungen. Gerda saß mit der gemessenen Jhr Eingemachtes Dr. Oetker's Einmache- Hülfe Raine Salicylakur ist gegen Schimmel u. Gärung sicher geschützt, wenn Sie Dr. Oetker's Einmache- Hülfe verwenden. Es ist das einfachste, billigste und trotzdem ausgezeichnete Verfahren. 1 Päckchen Dr. Oetker's Einmache- Hülfe für 7 Pfg. genügt, am 10 Pfund eingemachte Früchte, Gelee, Marmelade, Fruchtsäfte. Gurken usw. haltbar zu machen. Gebrauchsanweisung ist jedem Päckchen aufgedruckt. * Straßensperrung. Wegen Vornahme von Neubauarbei ten wird hiermit die Wettergasse zwischen Marktstraße und Mäusburg bis auf weiteres für jeglichen Fahr und Fußgängerverkehr gesperrt. Dr. Oetker's Einmache- Rezepte erhalten Sie kostenlos in den einschlägigen Geschäften. Ver. langen Sie ebendaselbst das neue farbig illustrierte Rezeptbuch, Ausgabe F für 15 Pfgwenn nicht vorrätig, geg. Einsend v. Marken von Dr. A. Oetker, Bielefeld. Straßensperrungen, mitgeteilt vom Oberhessischen Automobil- Club E. B., Gießen. Ortsdurchfahrt Hungen im Straßenzug Gießen- Büdingen für alle Fahrzeuge Dom 7.- 14. Juli; Umleitung: Trais Hor loff Steinheim- Rodheim. Einhaus Weilburg von Km. 45,9-57,0 im Straßenzug Frank furt- Siegen für alle Fahrzeuge bis 8. Juli; Umleitung: über Weilmünster. Km. 3,0 5,2 im Straßenzug Dillenburg- Wetzlar für alle Fahrzeuge bis auf Weiteres. Km. 24,1-25,5( zwischen Montabaur und Neuhäusel) im Stra ßenzug Limburg- Koblenz für alle Fahrzeuge bis 9. Juli; Umleitung: alte Straße Montabaur. Würde einer Dame auch auf dem abscheulichen Fahrzeug einer neuen Zeit. Da sauften sie aus dem Hof. Km. 29,0-30,6( zwischen Ransbach- Hilgert) im Straßenzug Hachenburg- Koblenz für alle Fahrzeuge bis auf Weiteres; Umleitung: Hundsdorf- Hilgert. Nieder- Mörlen Bad Nauheim im Straßenzug Gießen- Frant furt für alle Fahrzeuge bis Ende Juli; Umleitung: nach und von Usingen- Ziegenberg- Bad Nauheim über Ziegenberg Obermörlen- Hof Hasselbec. Auf der Landstraße drehte Elisabeth den Kopf zu der Schwester:„ Papa meint es herzlich gut, aber als er jung war, muß das Leben entsetzlich langweilig gewesen sein. Warum jollen wir einen ins Feld gehenden Vetter nicht füssen?" Gerda sah lange vor sich auf den Weg und fragte dann dringlich:„ Hast du wirklich nur den Vetter gefüßt?" Sie drehte den Kopf. Bad Nauheim- Friedberg in dem Straßenzug Gießen- Frankfurt für alle Fahrzeuge bis 9. Juli; Umleitung: neue Straße Bad Nauheim- Friedberg. Chaussehaus Dortelweil- Bilbel in dem Straßenzug GießenFrankfurt für alle Fahrzeuge bis 10. Juli; Umleitung: Kloppenheim- Ober- und Nieder- Erlenbach. In ihren großen blauen Augen stand so banges Warten oder Zweifeln, daß Elisabeth ihren Blid mied:„ Er ist doch vorläufig nur unser Vetter!" ,, Vorläufig, Elisabeth, das klingt.. Nieder Mörlen Bad Nauheim in dem Straßenzug GießenFrankfurt für alle Fahrzeuge 4 Wochen; Umleitung: But bach Griedel- Steinfurth- Rödgen- Schwalheim. Km. 3,0-5,5 in dem Straßenzug Dillenburg- Siegen( b. Haiger) für alle Fahrzeuge bis 9. Juli; Umleitung: über Donsbach. ,, Nein, nein, Gerdchen!" Die Jüngere wäre fast mit dem Rade gefallen. Schnell fing fie das Gewicht des Körpers mit dem die Erde stapfenden rechten Fuß auf und stand verwirrt, während die wartende Gerda eine Kurve fuhr. Endlich saß die Jüngere wieder auf, holte die anfahrende Schwester ein und fragte leise, fast ängstlich:„ Gerdchen, glaubst du, wir könnten uns je streiten oder entzweien?" Aus Nah und Fern. Grünberg. Das Basaltwerk auf dem Helllopf, das der Gießener Eisen- und Betongesellschaft gehört, hat eine bedeutende Erweiterung erfahren. Gegenwärtig wird der Betrieb in zwei Schichten durchgeführt, wobei das Werk von morgens 4,30 Uhr bis abends 8,30 Uhr ununterbrochen im Gange ist. Steinfurth. Anschließend an die Sommertagung des Lan desverbandes Hessen- Darmstadt veranstaltet der Gärtnerver Gerdas nachdenkliche Augen sahen gerade aus. Langjam, aber entschieden, schüttelte sie den Kopf.„ Nein, Liebes, wir sind uns gut und wollen es auch bleiben. Nicht wahr?" Da erst drehte sie wieder den Kopf zur Schwester Ihre weiße Gesichtshaut flammte bis zum blauen Zipfelmühchen in heißer Röte. ,, Gerda Drewitz, wenn du dich so malen lassen könntest wunderschön siehst du aus." Die Blonde lachte frölich:„ Aber dich nennen alle die hübschere Schwester." Auf dem Bahnhof war mehr als sonst zu tun. Wieder rollten Truppenzüge von West nach Ost. Die Mädchen fanden teine Zeit zum Lesen der Berliner Abendblätter, die sie abends nach Gewohnheit dem Vater mitbrachten. Beim Essen las er dann den Generalstabsbericht vor und war wohl ärgerlich, wenn sie ganze Sätze schon auswendig tannten. Als er heute sein Blatt über dem Teller entfaltete, zog er mit einem Freudenruf die Töchter aus ihren Stühlen neben sich. Sein Finger deutete auf die Meldung unter der des Generalquartiermeisters: ,, Eines unserer U- Boote, Kommandant Kapitänleutnant v. Drewitz, versentte am 3. d. M. im Aermelmeer den englischen Kreuzer Eagle" durch Torpedoschuß. Der Chef des Admiralstabes." Lauter las er nochmals den nun auch schon von den ju= belnden Mädchen gesehenen Satz und fragte feierlich, fast er: griffen: Habt ihr gehört und verstanden?" Gie bejahten. Wieder las er langjam Wort für Wort und warf dann den Rüden gegen die Stuhllehne und die Armgelente auf die Tischkante, als wolle er eine seiner Reden halten. Stolze Freude erhellte das sonst strenge, graue Gesicht: ,, Da seht ihr unseren Namen für immer mit der Geschichte auch des größten aller Ariege verknüpft. Ueberhaupt der Kurt. Ich traute ihm immer mehr zu, als eurem Werner!" Fortsetzung folgt. Sonnabend, den 2. Juli 1927. ein Steinfurth bei Bad Nauheim am 10. und 11. Juli eine große Rosenausstellung. Es ist möglich, etwa 20 000 Rosen der verschiedensten Sorten und Arten zu zeigen. Die Rosenschau soll nicht nur dem Fachmann einen Ueberblid über die in Steinfurth herangezogenen Rosen geben, sondern auch dem Liebhaber zeigen, daß ihm noch sehr viele schöne Sorten in seinem Garten fehlen. Bad Nauheim. Die Ballei Oberhessen des Jungdeutschen Ordens hielt am letzten Samstag in der hiesigen Turnhalle bei vollem Saal eine öffentliche Kundgebung ab. Bruder Komtur Schmidt von der Ballei Oberhessen, Bruder Komtur Lohmeyer von der Ballei Marburg und Bruder Wichert, chemaliger Komtur von Oberhessen und jetziger stellvertretender Komtur der Ballei Westmart aus Köln legten unter lebhaftem Beifall der Anwesenden Zeugnis ab nom tiefen Sinn des jungdeutschen Brudergebantens, von der deutschen Boltsgemeinschaft und dem Kampf, den es gift, um alle Kreise unseres Boltes erst einmal nur mit dem Gebanten der gegenseitigen Achtung zu erfüllen. Jungdeutsche Grüße von der wiederbefreiten Gaar brachte eine Bannerabordnung aus Saarbrüden, und ein deutscher Pfarrer brachte Grüße von unseren deutschen Landsleuten aus Brasilien. Am Sonntag Bormittag fanden von einigen hundert Brüdern Sportwettkämpfe auf der Seewiese in Friedberg statt. Nach dem feierlichen Feldgottesdienst bewegte fich eine lange Kolonne jungdeutscher Kämpfer, voran die wehenden Kreuzesbanner, durch die Straßen Friedbergs, um nach dem Durchmarsch durch Bad Nauheim sich aufzulösen. Lauterbach. Jm Veitsbergsteinbruch tat der Betriebsdirek tor Ruschte aus Frantjurt einen Fehltritt bei der Besich tigung des Erweiterungsneubaues und stürzte von einer hohen Mauer. Man brachte den Schwerverletzten ins hiesige Kranfenhaus, wo er seinen Verlegungen erlag. Hungen. Die im Jahre 1839 gegründete Spar- und Leihtasse Hungen, das bedeutsamste Geldinstitut der nördlichen Wetterau, hielt ihre diesjährige Generalversammlung ab. Wie dem Geschäftsbericht des Borstandes zu entnehmen war, hat sich der gesamte Geschäftsbetrieb im letzten Jahr weiterhin gut entwidelt. Erzielt wurde ein Gesamtumsatz von über 3,5 Millio nen Reichsmart. Es fonnte eine Dividende von 15 Prozent zur Ausschüttung fommen. Mainz. Schon vor einiger Zeit gingen Mitteilungen durch die Presse, daß die Stadtverordnetenversammlung zu Mainz beschlossen habe, sämtlichen Stadtverordneten eine monatliche Aufwandsentschädigung von 30 M zu gewähren, und daß dieser Beschluß vom Kreisamt Mainz als ungesetzlich beanstandet wor den sei. Nach einem fürzlich veröffentlichten Zeitungsbericht hat der Provinzialausschuß der Provinz Rheinhessen als Verwaltungsgericht 1. Instanz den von dem Kreisamt eingenommenen Standpunkt nicht geteilt und den von der Stadtverordnetenversammlung befaßten Beschluß urteilsgemäß gebilligt. Nun hören wir, daß der Provinzialdirektor der Provinz Rheinhessen gegen das Urteil im öffentlichen Interesse das Rechtsmittel der Berufung verfolgt. Die hier in einem Einzelfall zu entscheidende Frage berührt sämtliche Stadt- und Gemeindevertretungen Hessens gleichermaßen. Der Verwaltungsgerichtshof in Darmstadt wird also in Bälde eine Entscheidung zu tref= sen haben, die die strittige Frage grundsätzlich und mit Wirfung für ganz Hessen löst. 17 Gießener Zeitung" Nieder- Ingelheim.( 80. Geburtstag.) Am 3. Juli feiert Altbürgermeister Baul Christian Saalwächter in voller geiftiger und förperlicher Frische seinen 80. Geburtstag. Er war ein hervorragender Bürgermeister der Gemeinde bis zum Jahre 1912. Ebenso gehörte er lange der Landwirtschaftskammer und dem Kreisausschusse an. Sein landwirtschaftlicher Betrieb, insbesondere seine Weinberge, gelten als Musterbetrieb. Er war von Jugend an ein Anhänger der freifinnigen Politik und ist der Demokratischen Partei, deren Ehrenvorsitzender er in der Provinz Rheinhessen ist, stets ein treuer Mitarbeiter gewesen. Sein Ehrentag findet weit über die Gemeinde hinaus Teilnahme. Weglar. Die hier bestehende, hauptsächlich von Kreisen des gewerblichen Mittelstandes getragene Boltsbant hat durch ungebührlich hohe, einseitige Kreditgewährung des geschäftsführen den Borstandsmitgliedes erhebliche Berlufte erlitten. In einer fünfstündigen Generalversammlung erklärte das geschäftsführende Vorstandsmitglied seinen endgültigen Verzicht auf sein bisheriges Amt. Die oft sehr erregte Debatte gipfelte in schar fen Angriffen auf die Geschäftsführung. Die Bilanz 1926 wurde mit dem ausdrüdlichen Vorbehalt genehmigt und die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat mit der Einschrän tung erteilt, daß mit der Genehmigung die eventuell noch fest zustellende sonstige Verantwortlichkeit von Vorstand und Auffichtsrat für die entstandenen Verluste unberührt bleibt. Frankfurt a. M. Die Anmeldungen für die Frankfurter Herbstmesse aus Einkäufer und Ausstellungskreisen lassen die erfreuliche Tatsache tonstatieren, daß der Ausländerzuftrom hierfür sich erheblich erhöhen wird. Die Frankfurter Herbstmesse findet vom 18.- 21. September statt und ist verbunden mit der großen Sonderausstellung„ Blumen und Früchte" in der Festhalle. Jostein im Taunus. Hier findet der 8. nassauische Bauerntag am 16., 17. und 18. Juli 1927 statt. Die Vorbereitungen in dem alten malerischen Taunusstädtchen nehmen einen guten Fortgang. Die Anmeldungen sind zahlreich eingelaufen. Große Sorgfalt wird auch dem Festzuge am Sonntag, den 17. Juli, zugewendet. Lehrt eure Kinder schwimmen! Die Bedeutung des Schwimmens als Gesundheitsfördernder Sport wird von Jahr zu Jahr mehr anerkannt. Einen bedentungsvollen Schritt in dieser Richtung hat wenn auch vielleicht nicht als Erste die Breslauer Schulverwaltung getan, indem sie angeordnet hat, daft Ostern ds. Js. an die Zensuren der Bres lauer Volksschüler einen Zeugnis- Vermerk über die Beteiligung am Schwimmunterricht enthalten, sowie eine Anmerkung da rüber, ob der Schüler sich freigeschwommen hat oder nicht. Verantwortlich: Paul Chrisian Klein in Gießen. Junges Mädchen sucht Stellung als Stütze im Geschäftshaushalt, wo sie auch im Geschäft mit tätig sein kann. Offerten an die Exp. d. Bl., Gießen, Südanlage 21. Mehr als 1200 verschiedene Formulare für Behörden, andere Amtsstellen, für Vereine und Körperschaften, sowie auch für die Geschäfte ständig am Lager Albin Klein, Giessen vormals Wilh. Keller, gegr. 1783 Reisen Sie mit Geld? Nein! Denn Jhre Sparkasse stellt Ihnen einen Reisee kreditbrief aus, durch den Sie überall den gewünschten Betrag abheben können und schützt Sie so vor Verlusten/ Südanlage 21 Börsenberatung fachlich, gewissenhaft, durch langjährig erfahrenen Berliner Börsenfachmann bei mäßiger Gewinnbeteiligung. Jos. Cassel, Börsenremisier Berlin Neukölln, Emferstraße 62. Aufwertung Nr. 2 Gie der alten Spareinlagen bei der Bezirkssparkasse Gießen. 18% Im Einverständnis mit dem Herrn Minister des Innern( f. dessen Bekanntmachung„ Die Aufwertung der Sparguthaben der Bezirkssparkasse Gießen betr. v. 4. 5. 27") erfolgt bei der unterzeichneten Sparkasse die Aufwertung der Spareinlagen mit 18 Prozent des Goldmartwertes derselben. Auf den Inhalt der genannten Bekanntmachung im Reg. Bl. Nr. 8, Seite 91, wird besonders hinge wiesen. Die Umstellung der alten Sparkonten hat stattgefunden und können nunmehr auch die Sparbücher zweds Umstellung und Eintrags des Goldmark- und Aufwertungsbetrages vorgelegt werden. Um unnötiges Warten der Spargläubiger zu vermeiden, empfiehlt es sich, die Sparbücher möglichst in nachstehender Reihenfolge vorzulegen und zwar für Spargläubiger, deren Namen beginnen mit den Buchstaben: A bis E in der Zeit vom 18. Juli bis 23. Juli 1927 bis 3 in der Zeit vom 25. Juli bis 30. Juli 1927 K bis N in der Zeit vom 1. Aug. bis 6. Aug. 1927 O bis R in der Zeit vom 8. Aug. 6 bis U in der Zeit vom 15. Aug. bis 20. Aug. 1927 V bis 3 in der Zeit vom 22. Aug. bis 27. Aug. 1927 bis 13. Aug. 1927 Da nach der obigen Bekanntmachung des Herrn Ministers des Innern nach dem 14. Juni 1922 ausge zahlte Sparguthaben auch der Aufwertung unterliegen, fönnen in den oben angegebenen Zeiten die für derartige Sparguthaben auszustellenden neuen SparBücher ebenfalls in Empfang genommen werden. Wir bemerken aber ausdrücklich, daß die oben angegebenen Termine keine Ausschlußfristen sind, daß irgendwelche Verluste aus der Nichtvorlage der Bücher nicht entstehen. Vorlage und Abholung der Bücher kann auch gelegentlich nach diesen Terminen erfolgen. Gießen, den 1. Juli 1927. Der Vorstand der Bezirkssparkasse Gießen. 3acheis. Gelegenheitskauf. Eine 2jährige prachtvolle rotbraune Dobermanns pinscherhündin, Sieger- Stammbaum, welche auf der Großen Internationalen Hunde- Ausstellung 1926 in Düsseldorf mit dem 1. 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Nordirland) Rußland Volen Vereinigte Staaten von Amerika Defterceid Jtalien Tichechoslowakei Dänemark Ungarn Schweden Niederlande Belgien Schweiz( Stellungiuchende durch. schnittl.ch im Monat Frankreich( amtlich etwa 27 000) schätzungsweise Lettland Estland Finnland Die wirkliche Arbeitslosigkeit ist w die sichtbare. Hinter den sichtbaren Erw die ungeheure Zahl derjenigen, welche Arbeitslosigkeit trifft, die sich darstellt a gestrekte Arbeit, verschämte Erwerbslosig Die wirtschaftliche Lage des deutschen im Monat Juni 1927. Bom Reichsverband des deutschen Handwe hrieben: ** Für den Monat Juni läßt sich wohl überm die bereits im Vormonat gemeldete Besseru lichen Lage im Handwerk sich in einer Anzahl halten können und zum Teil langsam vorwä seits berichtet auch eine große Anzahl von S daß die gesamte Lage des Handwerks in ihre befriedigend zu bezeichnen ist, da gewisse 3 Höhepunkt der Saison in der ersten Hälfte de ein merkliches Abflauen der Tätigkeit feststel wird beherrscht durch die verhältnismäßig im Baugewerbe, das im großen und ganz Lediglich die Handwerkskammer Berlin ber viel zu späten Verteilung der Hauszinsste tigkeit im Bauhauptgewerbe stark gehem hierunter auch die Baunebengewerbe zu le Handwerken, bei denen ein Einfluß des A Frage kommt, war die Beschäftigung unein ten war im Bekleidungsgewerbe der Auftr tenteils zufriedenstellend, wenn auch das Geschäft, namentlich in Betrieben mit Ve beeinträchtigt hat. In der zweiten Hälft dann eine stark rüdläufige Bewegung. De zeigen auch einzelne holzverarbeitende G bung der Kammer Nürnberg ist ein starker den Gewerbezweigen festzustellen, die in s Industrie abhängen. Die Verminderung und die damit verbundene Steigerung der ferung hat nur in geringem Maße zu ei frage geführt, da ein wesentlicher Teil de dafür gebraucht wird, Abzahlungsverpflich Die Landbezirke berichten weiterhin ü gang. Hier ist es den Handwerkern nu gegenwärtige Notlage zu überstehen, daß trieben meist noch im Besitz eines kleinen Landwirtschaft sind, durch die sie sich ihrer Maffen. Bon weittragender Bedeutung für Handwerks werden die Auswirkungen der berordnung bezeichnet. Es ist eine starke E en Bestimmungen festzustellen, weil durch si die bis jetzt noch feine Tarifverträge hatte metben. Die Mißstimmung richtet sich vor a undenzuschläge, die zum Teil eine für das bate Belastung bilden. Ein besonderes Merkmal für die Lage ist auch die sich stark bemerkbar machende Erhöhung des Reichsbankdiskonts macht si zum Teil in einer starken Erschwerung der merkbar. Der Wechsel spielt daher wieder Rolle. Eine ganze Anzahl Handwerker sin lauf nur mit Wechseln zu bezahlen, währen ungen find, ihren Kunden lange Abza währen. Wenn auch der Zahlungseingang ler geworden ist, so bleibt diese Besserung hinter dem wünschenswerten Umfang zurüd lichen Gebieten ist infolge der Verluste d Schweinemait der Zahlungsverkehr schlecht. Der Arbeitsmarkt hat sich erheblich geb