Nr. 30. de beweist Moszkowitis eminente Be Iturfritifer; jede zeigt seinen glänzend irisch, witzig, grotest, interessant. Gin 11. liegerei. Von Ing. Fritz Wittekind. erei Band 8.) Mit 110 Abbildungen. ein wirklicher Flugsport bisher eine efunden haben, so ist seine Verbreitung Je der Zeit. Vorläufig aber steht das Brennpunkt des Interesses, und so hat ührenden Plaz eingeräumt. Der ton gzeuges, der Motor, die verschiedenen ländischer Flugzeuge, das alles wird t an Hand vieler guter Abbildungen viele Leser interessieren. ristian Alein in Gießen. ante Welt angebende Zeitschrift für vornst, für Mode, Kunst, Theater, nheit und Lebensfreude bis 80 Seiten starkes Heft mit ausge en moderner Film- u. Photokunst son Berichten aus der Gesellschaft. Jedes htvollen farb. Kunstblatt als Titelbild. el allen Buchhandlungen! . Eysler& Co. A.-G. Berlin SW68 er! die wohl- Bund gs- u, Versicherungsverein AG. hmigt - Gegründet 1914 Berlin SW 19, Niederwallstr. 21 g! Feuerbestattung! 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Verdienst Ulsch& Co., Frankfurt am Main Telefon Maingan 3071 239. Jahrg. Samstag, den 31. Juli 1926. Nr. 31. Gießener Zeitung Erscheint: Samstags. ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 Big. monatlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüd. lendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 2112 Abgeordnete. Reichsfinanzminister Dr. Reinhold hat in seiner groß angelegten Rede im Reichstage dem Gedanten Ausdrud gegeben, daß der Panzer, in dem wir schwimmen, zu schwer sei und daß wir uns entlasten müßten, wenn wir nicht untergehen wollten. Nun gibt es 19 Parlamente des Reiches und der Länder, welche fich folgendermaßen verteilen: Deutsches Reich( Reichstag) 493, Preußen( Landtag 450, Bayern, 129, Sachsen 96, Württemberg 80, Baden 86, Thüringen 72, Hessen 70, MedlenburgEchwerin 64, Braunschweig 48, Oldenburg 40, Anhalt 36, Medlenburg- Strelitz 35, Walded 17, LippeDetmold 21, Schaumburg- Lippe 15, Hamburg( Bürgerschaft) 160, Bremen 120, Lübed 80, zusammen 2112. Dazu kommen noch 326 Vertreter im vorläufigen Reichswirtschaftsrat. Nun darf jemand ein noch so großer Freund des Varlamentarismus sein, er muß einsehen, wir sind in Deutschland zu reich mit Volfsvertreter ngesegnet. Wir tönnen auch mit der Hälfte zufrieden sein. Je weniger Köpfe, umso weniger Meinungsverschiedenheiten, je weniger Abgeordnete, umso weniger Tagegelder und Steuern. Ein französisches Schandurteil. Saarbrüden, 27. Juli. Die Straftammer in Saargemünd verurteilte am Montag den Geschäftsführer des Deutschen Buchhändlerverbandes, Dr. Wild- Saarbrüden, wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt zu drei Wochen Gefängnis. Dem Urteil liegt ein Zusammenstoß zugrunde, der sich am 18. zwischen fran= zösischen Gendarmen und Teilnehmern der Buchhändler- Tagung bei Besichtigung des in der Nähe von Saarbrüden liegenden Spichererberges ereignete, und an dem Dr. Wild gänzlich un beteiligt war. Er wurde, als er sich auf lothringisches Gebiet zurückbegab mit vorschriftsmäßigem Paß um seine ihm abhanden gekommene Uhr zu suchen, von französischen Gendarmen verhaftet und hatte hierbei den Versuch unternommen, sich über die wenige Meter entfernte Saargebietsgrenze zurückzuziehen. Wer bezahlt die Rheinlandmanöver. Berlin, 29. Juli. Bekanntlich beabsichtigen die Franzosen, in der Pfalz große Manöver abzuhalten, bei denen naturgemäß sehr hohe Flurschäden entstehen werden. In Friedenszeiten hat es das deutsche Heer vermieden, in der Pfalz derartige Uebungen abzuhalten, weil die Flurschadenkosten zu hoch waren. Franzosen glauben aber, sich über solche Bedenken hinwegsetzen zu können. Neuerdings hat nun das Ministerium für die besetzten Gebiete Verhandlungen mit der Rheinlandkommission eingeleitet, um für Deutschland eine Minderung der Kosten aus diesen großen militärischen Aktionen zu erreichen, denn nach dem Okkupationsleistungsgesetz erwachsen dem Reich dadurch besondere Ausgaben, und zwar z. T. auch aus den entsprechenden Flurschäden. Da die Franzosen bekanntlich in besonders großem Umfang Flugzeuge zum Bombenabwerfen, Tankgeschwader und ähnliche Waffen bei ihren Manövern einsetzen, ist eine Klärung von vornherein dringend erforderlich. Nach dem bisherigen Verlauf der Verhandlungen scheint eine Milderung der deutschen Lasten erzielt zu werden. Ausschreitungen der Besatzungstruppen. Die Vor einigen Tagen ließen sich die französischen Truppen schwere Ausschreitungen, in Germersheim gegen die deutschen Teilnehmer an einer Feier zu Ehren der Gefallenen des Weltfrieges zuschulden kommen. Die behördlichen Untersuchungen sind eingeleitet worden, jedoch noch nicht zum Abschluß gekommen. Von französischer Seite wird natürlich versucht, die Angelegen heit totzuschweigen. Wie schlecht das Gewissen der verantwort lichen französischen Stellen sein muß, geht daraus hervor, daß der Stadtkommandant von Germersheim verschiedentlich deutsche Persönlichkeiten zu sich beschied, ihnen sein Bedauern über die Ausschreitungen aussprach und die Hoffnung ausdrüdte, daß nichts darüber in die Presse tomme. Dieser Wunsch ist verständlich, wenn man erfährt, wie die französischen Soldaten in Germersheim gewütet haben. Der Pfälzer Berichterstatter des„ Karlsruher Tageblattes" berichtet darüber und noch über einige andere Fälle seiner Zeitung folgende Einzelheiten: ..Die Gartendiebstähle nehmen überhand. Seit dem 1. Juni. wird systematisch von Soldaten in Gärten eingebrochen, in wel: chen Erdbeerkulturen angelegt sind. Kirschen werden mitsami den Zweigen von den Bäumen gerissen. Anzeigen und Beschwerden sind zwedlos, wie gewöhnlich. Das Benehmen der noch in Bürgerquartieren liegenden Offiziere wird immer herausfordernder und ausfallender. Beim Kriegerfest wurden zahlreiche Störungstrupps der Soldaten mobil gemacht, die systematisch mit Geschrei und Pfeifen und Absingen der Marseillaise die marschierenden Gruppen des in allen Einzelheiten genehmigten Festzuges störten. In der Nacht vom Sonnabend zum 4. Juli wurden von Soldaten Fahnen heruntergeholt, verunreinigt und entwendet. Von 60 stadtamtlich aufgestellten Fahnen sind allein 27 verunreinigt und entwendet worden. Aus allen Plakaten zum Fest rissen die Soldaten das Eiserne Kreuz heraus, so daß in der Drud. Verlag und Expedition: Gießen, Südanlage 21 Fernsprecher Nr. 1362 Postichedkonto Nr. 8437 Amt Frankfurt a. M. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreise: die 30mm breite Betitzeile auswärts 24 Pig. Total 12 Pig, die 90mm breite Reflame Petitzeile 96 Pig. PlayDorjchristen ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholungen Rabatt, für Vollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. ganzen Stadt nicht ein Plakat verschont blieb. Die schwarz Reinheit und Sitte der deutschen Frau. rot- goldene Dienstflagge der Reichsvermögensstelle wurde ebenfalls entwendet. Bereits der Aufmarsch der Vereine zur Totenehrung am 4. Juli ging nicht ohne Störung vonstatten. Der allgemeine Eindrud war nicht zu verkennen, daß die Störungstrupps von einer Stelle aus regiert wurden, da sehr planmäßig vorgegangen wurde. Den heranmarschierenden Zug erwartete eine Gruppe von Feldwebeln unter Anführung zweier junger Offiziere. Die Franzosen wichen nicht zurüd, sondern be lästigten das Präsidium der Feier mit Rippenstößen, frechem, herausforderndem Nachässen der Ordnungskommandos, und als die Musik den Chopinjchen Trauermarsch intonierte, beginnt die Horde provozierend Zigaretten zu rauchen und Zoten zu erzählen. Das feierliche Trauerschweigen unter Senfung der Fahnen durch= gelli französisches Gelächter. Der die Provokationstruppe lei tende Offizier versperrte dem Festredner den Zugang zum Denkmal. Der Festredner muß mit dem schweren Lorbeerkranz über das Denkmalsgitter Klettern, um ihn am Fuße des Toten= mals niederlegen zu können. Beim Festzug am Nachmittag setzte sich die Horde von 60 tommandierten, anscheinend betrunkenen Soldaten an die Spike des Zuges. Die Radfahrer wurden mit Fußtritten von ihren Rädern geworfen, der Zug verschiedene Male von aufgestellten Gruppen zu je 20 Mann durchbrochen und zum Halten gebracht. Die Soldaten versuchen Fahnen herunterzureißen, rempeln Ordensinhaber an und reißen in einem Falle einem Teilnehmer das Eiserne Kreuz 1. Klasse vom Rod. Die von deutscher Seite gegebenen Anweisungen zur Ruhe wurden DON den Festzugteilnehmern mit eiserner deutscher Manneszucht durchgeführt. Auf keinen Rippenstoß folgte die ver diente Ohrfeige Der Kapellmeister der Stadt wurde geohrfeigt und die Fahne des katholischen Gesellenvereins auf dem Rüdwege vom Festplay von einer Gruppe angegriffen. Die Soldaten stachen mit Bajonetten auf die Mitglieder des Gesellenvereins ein, von denen keines älter als 20 Jahre war. Die Fahne fonnte im Auto weggebracht werden. Die Altveteranen im Ehrenwagen wurden ebenfalls beschimpft, belästigt und auf vorüberfahrende Autos aus den Kasernen Spülwasser, menschliche Abwässer und anderer Unrat gegossen. Während endlich auf dem Festplatz dem Treiben vom Stadtkommandanten Einhalt geboten wurde, tobte sich der französische Haß in den menschenleeren Straßen aus. Dutzendweise rissen ausgeschickte Trupps unter Führung junger Offiziere erreichbare Fahnen von den Häusern, zerrissen sie, spuckten darauf und trampelten darauf herum. Empörten deutschen schauern wurde die Zunge herausgestredt und„ Sale Bache" entgegengeplärrt." Enthüllung des Andreas- Hofer- Denkmals. Kufstein. Am Sonntag, den 11. Juli, wurde hier das Andreas Hofer Denkmal enthüllt. Die Feier gestaltete sich zu einer machtvollen Kundgebung für Südtirol zugleich aber auch für den deutsch- österreichischen Anschlußgedanken. Aus allen Teilen Desterreichs, namentlich aus Bayern und dem gesamten Deutschen Reich waren schätzungsweise 10 000 Gäste mit Sonderzügen eingetroffen. Die Stadt war reich geschmüdt. Die österreichische Regierung war durch den Landwirtschaftsminister Thaler vertreten. Landeshauptmann Dr. Stumm gab in seiner Weiherede der Hoffnung Ausdrud, daß auch für Südtirol die Stunde kommen möge, wo es über die Bergspige hinausleuchte in das weite heilige Deutschland. Das Denkmal zeigt die bekannte Figur Andreas Hofers in Ueberlebensgröße. Es ist ein Werk des Bildhauers Kuchu. Landtagsabgeordneter Steinegger, Innsbrud, sicherte in seiner Festansprache, daß Tirol in Eintracht mit seinen Nachbarn leben wolle. Der Friede gedeihe aber nur bei Ablehr von Brutalität und Gewalt. Der Redner schloß mit der Forderung: Der= Wir verlangen Gerechtigkeit für Tirol! Beendet die Vergewaltigung! Nehmt die Ketten von unserem Tiroler Vaterlande! General von Beeg legte im Namen der deutschen Armee einen Kranz am Denkmal nieder. Nach der Enthüllung formierten sich die Vereine zu einem Festzuge durch die Stadt. Bei dem anschließenden gemeinsamen Mittagsmahl betonte der Münchener Bürgermeister Scharnagel die cage Verbundenheit Bayerns mit Tirol. Unter großer Zu= stimmung der Festteilnehmer wurde der Kufsteiner Bürgermeister zur Absendung von Begrüßungstelegrammen an den deutschen Reichspräsidenten und den österreichischen Bundespräsidenten ermächtigt. Das Telegramm an Reichspräsident von Hindenburg hat folgenden Wortlaut: ,, In dem feierlichen Augenblid, wo an der Grenzmarl Tirols die Hülle vom Denimal Andreas Hofers fällt, folge ich dem Zuge unseres Herzens, Ihnen, hochverehrter Herr Reichspräsident, davon Kenntnis zu geben und namens der Stadt Kufstein Ihnen die ehrfurchtsvollsten Grüße mit dem Gelöbnis der Treue zum deutschen Brudervolte zu entbieten. Hier an der Schwelle des Deutschen Reiches empfinden wir die Trennung unseres Volkes täglich aufs neue. Möge der Geist Andreas Hofers die Heimatliebe in allen deutschen Herzen stärken, damit sie zur siegenden Kraft des großen deutschen Baterlandes werde." Von Th. Baare, Freital i. Sa. Sobald es in den letzten Kriegsjahren, insbesondere in der Nachkriegszeit, in der Familie mit Zucht und Sitte bergab ging, ging es auch im Staat mit Zucht und Gitte immer mehr bergab, mit Unmoral und Atheismus immer mehr bergauf. Die traurigsten Erscheinungen sittlicher Verwilderung und Verwahrlosung und des Abfalls von Gott findet man heute noch, wo doch in anderen deutschen Landesteilen das Bild sich, Gott sei Dant, etwas gewandelt hat, immer noch im roten Sach sen, und dessen rötestes Herz, der Plauensche Industriegrund, marschiert da mit seiner Sozialistenherrschaft, die sich überall breit macht, an der Spitze. Verbände, denen anderswo im Reiche viele christlich denkende Kreise angehören, wie z. B. der Bund der Kinderreichen, stehen hier start unter sozialistischem Einfluß, ebenso der Bund Deutsche Jugendherberge, der gerade infolge der Pflege der Jugendwanderungen von großem Einfluß auf unsere Jugend ist. Schrankenlos herrscht hier das. Freiheiler- und Atheistentum, Jugendweihe usw. Das sind schwere Gefahren, die umso schwerwiegender wirken, als man im Reich, außerhalb Sachsens, sie gar nicht erkennen und kennen kann, weil man der Meinung sein muß, daß solche Verbände politisch neutral sind. Hand in Hand mit der zunehmenden Lockerung des Familienlebens und der guten Sitten geht das Fortschreiten der Ansicht, daß die deutsche Frau, vom Mädchen an, mehr als eine Art Beuteobjekt zu betrach ten ist. Um so schwerer und ernster ist die Bürde der Verantwortung, die jetzt auf die Schultern jeder deutschen Frau gelegt ist, die es ernst mit ihrem Volt meint. Darüber hat vor einiger Zeit die Vorsitzende der Evangelischen Frauenverbände Deutschlands, Frau Gertrud Beder- Diestel, Berlin, in Dresden an einem Vortragsund Bekenntnisabend des Verbandes der Evangelischen Frauenvereine einen tief schürfenden Vortrag gehalten und die Gefahren beleuchtet, die heute Frauen und Mädchen bedrohen: In stlavischer Abhängigkeit unterwerfen sich unsere Frauen und Mädchen den Gesetzen einer schamlosen Mode. Man muß hinzufügen, daß auch der Körper unter diesen zum guten Teil durchaus un hygienischen Modelaunen leidet. Die öffentliche UnSittlichkeit macht sich breit auf der Straße in Wort und Bild, in Verkaufsständen und Buchhändlerläden, in widerlichen Anpreisungen, in gewissen sensationslüsternen Presseerzeugnissen( in Dresden wird jetzt energisch gegen diese Standalblätter gekämpft), mit besonderer Eindringlichkeit auch von manchen anderen Bühnen ( Revuen) und von der weißen Leinwand pflichtvergessener Kinos herab. Gewisse Gefahren birgt weiter der bis zum Uebermaß gesteigerte Körperfult bei manchen sportlichen Uebungen in sich. Kennzeichnend für den Geist unserer Zeit sind ferner die lebhaften Bemühungen weiter Volkskreise um die Aufhebung des§ 218 BGB. Hieran beteiligt sich in hervorragendem Maße die Sozialdemokratie und der Kommunismus, und man kann in Sachsen Umzüge mit fliegenden Fahnen beobachten, an denen Frauen und kleine Kinder teilnehmen, die die Aufhebung dieses Paragraphen marttschreierisch verlangen. Eine grenzenlose Begriffsverwirrung über das, was erlaubt und verboten ist, hat sich namentlich bei unserer heranwachsenden Jugend eingenistet. Konnte doch unlängst eine Führerin der rein intellektuell gerichteten Frauenbewegung das Wort prägen:„ Die Verpflichtung der Frau zur Mutterschaft tommt einem Verdummungsprozeß gleich." Ueberhaupt spielt der Begriff Verdummung bei der Verhezzung durch die Sozialdemokratie die größte Rolle. Die furchtbare Gefahr, in der unser ganzes Voltstum steht man blide nur nach Frankreich und Rußland hinüber spiegelt sich in den vorstehend skizzierten Ausführungen von Frau Beder- Diestel wieder. Man darf wohl von den christlichen deutschen Frauen sagen, aß sie das Herz des deutschen Familien- und Volts: lebens bilden. Ihnen erwächst in erster Linie die hohe sittliche Pflicht, für die Aufrechterhaltung des deutschen Familienlebens in seiner ganzen Reinheit und Klarheit und für die Erziehung der deutschen Jugend im deutschen und christlichen Geist zu sorgen, um ihr den rechten sittlichen Rückhalt zu geben im Aufblid zum Kreuz dessen, der in Golgatha litt und starb. Die Schuld an der Entsittlichung unseres Volkes liegt nächst dem Abfall von Gott vornehmlich am Echwinden des Familiengedankens und des Sinnes für die Reinhaltung des deutschen Hauses, an der Erleichterung der Ehescheidungen und an der zunehmenden Alkoholnot. Da muß die echt deutsche Frau liebende, aber auch starke Hände ausstreden, um Seelenreinheit und deutsche Sitte im Hause und vor allem bei ihren Kindern zu pflegen und zu wahren. Auch auf dem Gebiete der Sittlichkeit muß die evangelische Freiheit umgesetzt werden, wie Frau Becker- Diestel mit Recht meint, in eiserne Selbstzucht, in freiwilliges Verzichtleisten auf unbeschränktes Genießen und in strenges Verantwortlichkeitsgefühl. Sonnabend, den 31. Juli 1926. Dreizehn politische Gebote. Ein Vorschlag des deutsch- volksparteilichen Camp e. Der Vorsitzende der deutsch- volksparteilichen Fraktion im preußischen Landtage, Abg. von Campe, macht in der ,, Kölnischen Zeitung" einen sehr beachtenswerten Vorschlag zur Entgiftung des politischen Lebens in Deutschland. Unter Hinweis auf sehr nachahmenswerte Beispiele in England und in den Vereinigten Staaten schlägt er vor, eine Reihe von Fragen aus der politischen Distussion auszuschalten, d. h. als solche zu behandeln, die nicht mehr dem Meinungsstreit unterliegen. Er stellt folgende dreizehn Gebote auf: 1. Republif oder Monarchie. Wir haben eine Republik. Ohne Umsturz ist eine Aenderung nicht möglich. Neuer Umsturz brächte uns völlige Entfräftung. Der Realpolititer rechnet mit gegebenen Verhältnissen. Staat und Bolt tönnen keinen Vaterlandsfreund entbehren. Für theoretische Erörterungen über die beste Staatsform ist die Zeit zu ernst. 2. Die Weimarer Verfassung. Die Verfassung ist die Grundlage unseres Staatslebens. Man mag sie schätzen oder nicht man soll sie nicht verdächtigen, nicht gering von ihr denken. Das erhitzt von neuem Gemüter. Besser ihre Fehler verbergen, als sie erschüt tern. Das schließt sachliche Verständigung über diese oder jene Veränderung nicht aus. Offenes, ehrliches Bekenntnis zu ihr sollte Gemeingut aller Parteien sein. Und das Gegenstüd dazu: 3. Achtung vor unserer großen Vergangenheit. Der ewige Vergleich des Einst u. Jetzt, der stets parteipolitisch gefärbt ist und nur verhetzt, muß aus dem politischen Streit ausscheiden. Blid und Arbeit des Politikers gehören der Zukunft. Sie dürfen durch solchen Streit nicht geschwächt werden. 4. An die Person des Reichspräsidenten darf sich der politische Streit nicht heranwagen. Seine Stellung über den Parteien muß allseits selbstverständlich anerkannt sein. 5. Sobald die Flaggenfrage geregelt ist, ist diese Regelung von allen Parteien loyal anzuerkennen. Der Streit ist dann endgültig begraben. Jeder sollte vor der Flagge dann Achtung haben, die der Sinn für nationale Würde zur Pflicht macht. 6. Die Frage der Kriegsschuld. Sie ist durch die Wissenschaft zu klären. Bis zum Abschluß scheidet sie aus dem politischen Streit aus. Auf alle Fälle ist der Streit auf vaterländischen Ton abzustellen. 7. Demokratie und Parlamentarismus sind so lange kein Gegenstand des politischen Streits, als nicht der Nachweis erbracht ist, daß auch heute schon der Aufbau unseres Staates auf anderer Grundlage als demokratisch parlamentarischer ohne neue Verwirrung durchführbar ist. Der theoretische Streit über den Wert oder Unwert von Demokratie und Parlamentarismus scheidet aus. 8. Die Aufwertungsfrage gilt als endgültig geregelt. Härten und Unbilligkeiten werden als unabänderlich hingenommen. Der Streit darüber schweigt; er ist nur unpraktisch, folglich unpolitisch. 9. Dasselbe gilt von der Fürstenabfindung nach Abschluß der schwebenden Fragen. 10. Die durch Genf und Locarno geschaffenen Tatsachen sind anzuerkennen. Sie sind die Grundlage unserer Außenpolitit. 11. Der Gedanke, daß wir Verlorenes durch Krieg wiederbekommen könnten, ist heute undiskutabel. Er sollte auch in Untertönen nicht anschwingen. 12. In den außenpolitischen Fragen hat die öffentliche Erörterung sich ohne Fühlung mit der verantwort lichen Leitung weiteste Zurüdhaltung aufzuerlegen. 13. Jeder Tag fann neue Fragen so weit flären oder in eine ganz andere politische Lage hingestellt sehen, daß deren politische Neutralisierung zur Staatsnotwendigkeit wird. Wer mich befennet. Von Erwin Gros. 19. Fortsetzung. ,, Was mag mein Vater in jener Nacht durchgekämpft haben! Alles hatte er verloren, seine geliebte Gattin, sein Geschäft, sein Vermögen, nun war draußen die hilflose Kinderschar und ihr Weinen! Da mag der Versucher zu ihm getreten sein und gesagt haben:„ Schwöre deinen Glauben äußerlich ab, im Herzen kannst du ihn ja behalten, dann kommst du frei und kannst deine Kinder erretten vor dem Elend, dem sie sonst anheimfallen! Hörst du sie weinen, erbarme dich ihrer Verlassenheit!"- Da ist ihm wohl der Herr erschienen und hat ihm das Wort zugerufen: ,, Wer Vater oder Mutter mehr liebt denn mich, der ist meiner nicht wert, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt, denn mich, der ist meiner nicht wert. Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folget mir nach, der ist meiner nicht wert." Denn am Morgen, als wir erwachten und uns rüsteten, unser Nachtasyl zu verlassen, da fiel hoch vom Turm her ein selt samer Gegenstand in unsre Mitte. Ich hob ihn auf, ein Taschentuch war es und darein gewickelt ein Dachziegel und ein Sechsfrankenstück. Auf dem Dachziegel aber waren mit einem Riselstein folgende Worte eingerigt:„ Meine lieben Kinder! Flieht aus Frankreich! Folgt der Richtung des Polarsternes! Dort in Deutschland gibt es Fürsten, die euch aufnehmen werden! Der Herr wird euch gefeiten! Abraham Privat." Er hatte mit Gott gefiegt und war seinem Glauben treu ge blieben." In diesem Augenblic machte Hans Heeger eine ungestüme Bewegung. Er warf sich auf die Knie, streckte die Hände gen Himmel und rief mit bebender Stimme:„ Herr, mein Gott, ich danke dir, daß du mir ein deutliches Zeichen gegeben hast und cin Wort, das mir den rechten Weg weist. Auch ich will nicht von meinem Glauben weichen, sondern ihn trener bekennen als bis. her. Hilf mir durch Jesum Christum! Amen!" Gießener Zeitung" Finanznöte der hessischen Landeskirche. Darmstadt. Der hessische Landeskirchentag hat bei seiner letzten Tagung folgende öffentliche Kundgebung erlassen:„ Die evangelische Landeskirche in Hessen befindet sich in einer äußerst schwierigen Finanzlage. Die Kirchensteuern haben eine faum noch tragbate Höhe erreicht. Aus eigener Kraft tann fich die Kirche nicht mehr helfen. Wir erheben vor der Oeffentlichkeit erneut Beschwerde darüber, daß der hessische Staat seinen ge schichtlich und rechtlich unbestrittenen Verpflichtungen gegen die evangelische Kirche nicht genügend nachgekommen ist. Dies ist in den übrigen deutschen Ländern, z. B. in dem uns benachbarten Baden, trotz ihrer gewiß auch nicht günstigen Finanzlage ge schehen. Rein Staat, der den Anspruch erhebt, ein Kulturstaat zu sein, darf die Dienste vergessen, die die christlichen Kirchen, und nicht zuletzt die evangelische, auf dem fittlich- religiösen, geistig- fulturellen und sozial- charitativem Gebiete dem Boltsganzen und damit dem Staate von jeher geleistet haben, heute noch leisten und in Zukunft leisten müssen." Studentenschaft und Reichsehrenmal. Bonn, 29. Juli. Der westdeutsche Kreis der Deutschen Studentenschaft wird anläßlich des Deutschen Studententages in Bonn den Antrag stellen, daß als Plag für das Reichsehrenmal die Rheinauen bei Lorch gewählt werden. Es ist anzunehmen, daß die Bertreter der gesamtdeutschen Studentenschaft diesem Antrag zustimmen werden. Deutschlands Kriegsbeschädigte. Von den 1½ Millionen Kriegsbeschädigten, die 1920 vorhanden waren, erhalten zurzeit noch 663 726 Versorgungsgebührnisse. Nur solche Beschädigte, die zu mindestens 25 Prozent in ihrer Erwerbsfähigkeit behindert sind, erhalten eine Rente. Wer bis zu 50 Prozent und mehr im Erwerb behindert ist, gilt als schwerkriegsbeschädigt. Es waren in der Erwerbsfähigkeit gemindert: um 30% 257 989 38,9% 40, 112 436= 16,9 ,, 50, 123 513 18,6 ,, 60, 63 899 9,6 ,, 70, 48 162 7,3, 24-842 3,8, 80 " 4 786 90, über 90 ,, 0,7, 28 098= 4,2 ,, Blinde gibt es unter den Kriegsbeschädigten 2734. 39 580 an Lungentuberkulose Leidende erhalten Rente, was daher kommt, daß auch eine durch den Kriegsdienst herbeigeführte Leidensverschlimmerung einen Rentenanspruch begründet. Von den 293 000 Schwerbeschädigten sind trotz der Wirtschaftskrise nur etwa 13 000 ohne Arbeit. Kriegswitwen zählte man im Oktober 1924 365 000. Die Zahl der Kriegswitwen hat sich durch Wiederverheiratung seit Kriegsende um 200 000 vermindert. Insgesamt gibt das Reich zurzeit für die Verſorgung und Fürsorge der Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen, einschließlich der Offiziere des alten Heeres und der Angehörigen der neuen Wehrmacht und ihrer Hinterbliebenen, 1 491 800 000 M aus, d. h. etwa 30,2 Prozent der Gesamtausgaben. Erhaltet Zeppelins Werk! Von Dr. Hugo Edener, Friedrichshafen. Nachdem durch freiwillige Beiträge aus allen Kreisen der deutschen Bevölkerung seit dem Herbst vorigen Jahres schon ein sehr ansehnlicher Teil der Mittel zusammengebracht worden ist, die es dem Zeppelin- Bau ermöglichen sollen, den Betrieb der Friedrichshafener Werft aufrechtzuerhalten und das Wert des Grafen Zeppelin fortzuführen, wenden wir uns heute zum letzten Male an alle Deutschen mit der Bitte um Hilfe, damit der Zeppelin- Bau nicht gezwungen wird, auf halbem Wege stehen zu bleiben und das Begonnene unvollendet zu lassen. Das Ziel unserer Arbeit ist in Vorträgen und Zeitungsaufsätzen so oft und eingehend dargelegt worden, daß ich mich heute, furz vor Beginn der Reichssammelwoche, die in den Tagen vom Währenddessen hatte Abraham Privat sein Haupt entblößt und die Hände gefaltet. Deutlich stand auf seinem Gesicht ge schrieben, daß er gerne gewußt hätte, was dies bedeute. Nach einer Weile setzte sich Hans Heeger wieder neben ihn und sagte:„ Vollendet zuerst eure Erzählung, dann will ich euch von meinem Leben berichten, und ihr werdet erkennen, daß Gott euch als seinen Boten zu mir gesandt hat, um mir aus Not und Zweifel zu helfen." Der junge Privat fuhr fort:„ Als wir die Worte unsres Vaters gelesen hatten, da riefen wir ihm zu:„ Wir werden dir gehorchen, lebe wohl, teurer Vater, lebe wohl!". Ach, wir konnten uns taum Don dem alten Gemäuer trennen; denn wir Großen wußten, wir werden ihn niemals wiedersehen, den lieben Vater! Er wird wohl jeŋt in der Ewigkeit sein, und der Herr wird ihm um der Treue willen die Krone des Lebens gegeben haben. Vier Monate sind wir dann gewandert, immer nach Norden. Zuletzt hatten nur die Kleinen noch Schuhe, denn wir Großen trugen sie viel. Wie unsre Kleider aussahen, das könnt ihr euch wohl vorstellen! Und das Reisegeld für uns elf war-- das Sechsfrankenstüd. Wohl haben wir manchmal bitteren Hun ger gelitten, doch haben wir viel mehr freundliche Hilfe erfahren. Endlich kamen wir in Deutschland an. An einem Herbstabend war es, daß wir durch das Tor einer großen Stadt schrit ten. Es war Frankfurt am Main; wir aber wußten es nicht. Wir lagerten uns in einem Winkel und tauerten uns nahe bei einander, um uns zu wärmen, denn es war schon Herbst. Kaum lagen wir, so schliefen wir aus schon. Gegen Mitternacht fam ein Wächter, jah die zerlumpte Kinderschar und wedte sie auf. Wir folgten ihm auf die Wachstube. Oh, wie war es dort angenehm warm! Der Oberste der Wache begann uns nun zu fragen, und wir antworteten, aber feiner verstand den andern. Am andern Morgen tamen etliche gelehrte Leute; da wir aber die Mundart der Languedo redeten, konnten wir uns auch mit ihnen nicht verständlich machen. Endlich rief man einen Nr. 31. darauf beschränken kann, das Wesentliche noch einmal kurz herborzuheben. Vor allem ist es notwendig, die Arbeit auf der ZeppelinWerft in Gang zu halten, damit das dort arbeitende Personal, Ingenieur wie Arbeiter, eine lohnende und befriedigende Beschäftigung finden kann und nicht genötigt wird, sich nach anderen Stellungen umzusehen. Ginge das Personal der Fried: richshafener Werft verloren, so dürfte es faum gelingen, eine so bis ins legte geschulte Arbeiterschaft von Spezialtechnikern und Facharbeitern jemals wieder zusammenzubringen. Die ganze Schöpfung des Grafen Zeppelin müßte bestenfalls, wenn das überhaupt noch möglich wäre, in einem späteren Zeitpunkt von Anfang an neu aufgebaut werden. Fünfundzwanzig Jahre zielbewußter Arbeit wären fast nuklos vertan, da sich das Ausland, das heute noch die unbedingte Ueberlegenheit des deutschen Luftschiffbaus anerkennen muß, inzwischen die Früchte deutschen Erfindergeistes und deutscher Technik auf diesem Gebiete nutzbar zu machen verstanden haben würde. Hieraus ergibt sich, daß die Arbeit in Friedrichshafen auch nicht vorübergehend unterbrochen werden darf, wenn Deutschland die Weltführung im Luftschiffbau behalten will. Sonnabend, ben 31. Juli, Lotal Wenn Gras gen Jm allgemeinen ist ein gutes lie Sache. Aber es gibt auch Fälle, zas Bessere ift. Unangenehme Din mtefte Erinnerung bringen, da naderer machen, als es ohnehi Dummheit gemacht und hats r un follte es auch genug sein. Nun wieder aufs Butterbrot schmieren. tannten Silde, läßt über vieles Gra gut ja Es wirkt ausgleichend, heile Mensen, die hier gern störend ein iligheit oder aus bloßer Dumm Gin grimmiger Spaßvogel hat ein an über eine dumme Sache mal bemt ficher ein Kamel gelaufen, das Sald tamelhaft törichtes Tun hat sc 3m öffentlichen und vor allem auch she, die sich wieder einigermaßen dah entzwei gegangen. Manchem When Willen hatte, nun immer ein Mitglied der menschlichen Gesellschaf haftliche Existenz zerschlagen word Graujamleit, unwürdig eines Zeita der Maste der Humanität ſchmückt. Es gibt Leute, die kommen a antlagen nicht heraus. Das Gewiss nehmende Angelegenheit. Ernste G Stunden eines hochnotpeinlichen G etmas Reinigendes. Doch auch hie Berbahrung den schwersten Schaden den Weg ins Freie. Den Weg 3 Emige Selbstvorwürfe und Gelb das Leben und rauben die Kraft zu alles wieder gutmachen, aber ma Lage, da und dort Gutes zu schaff sönlicher Schuld abzutragen. Und wohltuende Gras, das im Rahmen menschlichen Glüdes eine oft sehr e Aber nicht nur den Luftschiffbau selbst, sondern auch die Ziele, denen er dient, müßten wir aufgeben, wenn es nicht gclingen sollte, den Bestand der Friedrichshafener Werft zu sichern. Durch die Zeitungen gingen in der letzten Zeit wiederholt Nach. richten über die Weltluftverkehrspläne, die auch im Ausland er= wogen werden. Der Wunsch und das Streben unserer Zeit geht dahin, große Entfernungen im Fluge zu überbrüden, Dem Weltluftverkehr gehört unzweifelhaft die Zukunft. Die Fahrt des 3.R. III hat gezeigt, daß wir Deutsche noch den Vorsprung vor anderen Völkern auf diesem Gebiete besitzen. Diesen Vorsprung und damit die Führung werden wir aber nur behalten, wenn wir ihn auch durch ununterbrochene praktische Betätigung ausnuten fönnen. Wer raftet, der rostet! Das gilt, wenn irgendwo, auf dem Felde der Betätigung im Luftverkehr. Es handelt sich hier nicht allein um eine materielle, sondern in erster Linie auch um eine fulturelle Frage, die das deutsche Volt in ihrer vollen Bedeutung erkennen muß. Ein Bolt, das als mitführende Kulturnation auftreten will, muß führend auch auf dem Gebiete der Luftfahrt voranschreiten. Uns Deutschen ist es verwehrt, Machtmittel in die Wagschale zu werfen und die Welt und ihre Geschide politisch in entscheidender Weise zu be= einflussen. Aber es steht uns frei, da, wo Kulturschlachten geschlagen werden, getreu dem Geist unserer Väter und Vorväter uns mit den anderen führenden Völkern zu messen und hier die Siege zu erringen, die die Vorbedingung für unsere fünftige Weltgeltung sein werden. Als bekannt darf ich voraussetzen, daß die Mittel, die durch die Volksspende aufgebracht werden, nicht dem Zeppelin- Bau als wirtschaftl. Unternehmen zufließen, sondern lediglich zum Bau eines neuen Luftschiffes bestimmt sind, mit dem das Problem des Luftschiffverkehrs in entscheidender Weise gefördert und ge löst werden soll. Die Verwaltung der Spende untersteht einem besonderen Kuratorium, das über deren Verwendung im Einzelnen entscheidet. Die führenden Männer aber in Friedrichshafen, einst Mitarbeiter des Grafen Zeppelin und nun die Vollstreder seiner Ideen, fühlen sich nur als ausführende Organe, die das Werk, das Graf Zeppelin dem deutschen Volke hinterlassen hat, und das, aus der Echterdinger Spende errichtet, längst nationales Eigentum ist, weiter auszubauen und zur Vollendung zu führen haben. Eingedenk jener schönen Kundgebung des großen Pioniers der Luftschiffahrt, die er an seine deutschen Zeitgenossen richtete: Und darum sollen meine Worte mein Testament bedeuten, mit dem ich dem deutschen Volke vermache, was ich bis dahin schaffen. durfte, auf daß es sich die Segnungen herausholen möge, die ihm darin noch schlummern." Will das deutsche Bolt diese hohe Aufgabe den Friedsrichshafener Erben und Sachwaltern Zeppelins anvertrauen und ihnen mithelfend auch die Mittel an die Hand geben, diese Aufgabe zu erfüllen, so ist das für sie der schönste Lohn, den sie für sich und ihre Sorge um Zeppelins Vermächtnis erhoffen durften. Denn nur der Dienst und die Arbeit für eine Jdee, für eine Sache macht das Leben groß und lebenswert dem Einzelnen, wie dem ganzen Volke. Pfarrer von Offenbach herbei, der ein selten sprachkundiger Mann war, und o Glück, er verstand uns, und wir verstanden ihn. Und wir erzählten ihm, was ich euch eben erzählt habe. Und der freundliche Mann berichtete unter Tränen und Schluchzen den Umstehenden unser Schicksal. Da war unsre Not zu Ende. Meine neun Schwestern wurden in die Familie von reichen Frankfurter Patriziern aufgenommen; meinen Bruder und mich aber ließ der gute Paftor nicht los und nahm uns mit in sein Haus.- Seht, so hat das Wort meines Vaters sich erfüllt:„ Der Herr wird euch geleiten". Es ist nicht einmal eins von uns frank geworden unterwegs." ,, Wie aber seid ihr denn nach Friedrichsdorf gekommen?" fragte Hans Heeger. ,, Oh, das tam also: Nach etlichen Tagen der Ruhe rief uns unser Beschützer in sein Studierzimmer und fragte uns, welche Hantierung wir verständen. ,, Unser Vater war Strumpffabrikant", antworteten wir, und wenn wir die nötigen Geräte und Werkzeuge haben, dann getrauen wir uns schon, Strümpfe anzufertigen." Der gute Pastor verhalf uns zu allem, was nötig war, und nun ging's an die Arbeit. blieben wir so in Offenbach. Zwei Jahre Eines Tages nun fam mein Bruder Anton mit einem Sad fertiger Strümpfe auch in diese Gegend.„ Strümpfelauf" rief er in allen Dörfern, aber er hatte wenig Glüd. Etwas entmutigt betritt er zuletzt ein fleines Dörfchen, dessen Häuser noch ganz neu aussahen. Es war eben unser Friedrichsdorf. Wie derum läßt er seinen Ruf ertönen. Eine Frau ruft ihn heran, fragt in deutscher Sprache nach dem Preis, Anton gibt ihn betannt. Da sagt die Frau auf einmal in französischer Sprache zu ihrem Manne, der neben ihr stand:„ Das ist nicht zu teuer. Wir wollen welche taufen." Mein Bruder stand sprachlos; dann aber gab ein Wort das andre. Rührend wurde er in der Gemeinde aufgenommen und bewirtet. Mit leerem Strumpfsad tehrte er nach Offenbach zurüd und berichtete freudestrahlend, daß er Landsleute gefunden habe. Da beschlossen wir, nach 會 * Bon der Universität. Der Raab, der sich auf dem Gebiete d lihen Kritik des Versailler Diktats erhielt einen Ruf als ordentlicher P politik an die Forstakademie Thar sophische Fakultät hat den Gesch Robeisenverbandes", Arthur Klo tennung seiner Verdienste um Wisse halber zum Doktor der Staatswis venia legendi wurde erteilt dem Balldorf( Kreis Groß- Gerau) fü Theologie und Dr. Otto Behagh Chemie. * Seltenes Gelehrtenjubiläum professor an der hiesigen Landes Hermann v. Jhering, beging in s Oberhessen das seltene Fest des läums. Prof. v. Jhering promov tingen zum Doktor der Philosophi Thering nach Brasilien aus, wo e bieten in den Tropen itch außero warb. Durch seine vielfachen Stu einen Weltruf als Gelehrter. I wissenschaftlichen Verdienste wur sum ordentlichen Honorarprofess universität ernannt. Abspringen von fahrenden fende beim Einfahren von Eisenb its die Türen der Abeie ch.irde reits die Türen der Abteile öffn Friedrichsdorf zu wandern und u der Pfarrer riet uns dazu. De empfing uns persönlich und half Und so sind wir seit etlichen Jah richsdorf.-Aber nun müßt a jählen, denn sie ist, wie ich annel dern ähnlich voll Sturm und No In furzen Zügen berid auch er die Heimat verloren hat habe Wurzel fassen wollen, da Dorjes dies benutzen wollte, ihn ju machen. In bewegter Weise der letzten Tage und schloß mit meine Braut verlieren, mag m gerbrechen, mag ich auch meine müfen, wer weiß wohin, meinen Besitz vertauft,- eins mein gutes Gewissen. Darum ihr mir zur Wahrheit und Klar Abraham Privat nahm die d herzlich. Dann fragte er Hans macher? Und Vermögen habt i Hans nannte die Zahl de Summe. Da wurde Abraham Jh möchte euch gerne helfen un aber das sage ich euch erst später feht mit euch nach Holzhausen, u Sonntagsschuhe an! Wendet a meinetwillen, sondern um euret Merstag dieser Woche haben?" Hans Seeger bejahte es. Gerne hätte er mehr gewuß Privat ab. So gingen sie nun Meister Bogelsberger war f Kunden, den Hans ihm zuführte Mergebe, jo tonne Hans die Arbe Str. 31. 1, das Wesentliche noch einmal kurz her Sonnabend, den 31. Juli 1926. otwendig, die Arbeit auf der Zeppelinen, damit das dort arbeitende Personal, r, eine lohnende und befriedigende Be und nicht genötigt wird, sich nach an sehen. Ginge das Personal der Fried loren, so dürfte es faum gelingen, eine Ite Arbeiterschaft von Spezialtechnikern Is wieder zusammenzubringen. Die ganze Zeppelin müßte bestenfalls, wenn das wäre, in einem späteren Zeitpunft von ut werden. Fünfundzwanzig Jahre ziel fast nutzlos vertan, da sich das Ausland, Dingte Ueberlegenheit des deutschen Luft uß, inzwischen die Früchte deutschen Er her Technik auf diesem Gebiete nubar jaben würde. Hieraus ergibt sich, bag shafen auch nicht vorübergehend unter. wenn Deutschland die Weltführung im bill. = Luftschiffbau selbst, sondern auch die tüßten wir aufgeben, wenn es nicht g oder Friedrichshafener Werft zu sichern. gen in der letzten Zeit wiederholt Nach. verkehrspläne, die auch im Ausland erBunsch und das Streben unserer Zeit nungen im Fluge zu überbrüden, Dem unzweifelhaft die Zukunft. Die Fahr daß wir Deutsche noch den Vorsprung if diesem Gebiete besitzen. Diesen Vor Führung werden wir aber nur behalten, ununterbrochene praktische Betätigung er rastet, der rostet! Das gilt, wenn De der Betätigung im Luftverkehr. nicht allein um eine materielle, sondern eine fulturelle Frage, die das deutsche Deutung erkennen muß. Ein Bolt, das ation auftreten will, muß führend auch ftfahrt voranschreiten. Uns Deutschen ttel in die Wagschale zu werfen und die politisch in entscheidender Weise zu bet uns frei, da, wo Kulturschlachten ge dem Geist unserer Väter und Vorväter hrenden Völkern zu messen und hier die die Vorbedingung für unsere fünftige voraussetzen, daß die Mittel, die durch cht werden, nicht dem Zeppelin- Bau als ■ zufließen, sondern lediglich zum Bau bestimmt sind, mit dem das Problem entscheidender Weise gefördert und ge rwaltung der Spende untersteht einem das über deren Verwendung im Ein er aber in Friedrichshafen, einst Mitpelin und nun die Vollstrecker seiner Is ausführende Organe, die das Wert, deutschen Volte hinterlassen hat, und er Spende errichtet, längst nationales zubauen und zur Vollendung zu führen önen Rundgebung des großen Pioniers on seine deutschen Zeitgenossen richtete: Worte mein Testament bedeuten, mit te vermache, was ich bis dahin schaffen Segnungen herausholen möge, die ihm Will das deutsche Volk diese hohe Auster Erben und Sachwaltern Zeppelins ithelfend auch die Mittel an die Hand erfüllen, so ist das für sie der schönste ihre Sorge um Zeppelins Vermächtnis nur der Dienst und die Arbeit für eine ht das Leben groß und lebenswert Janzen Volfe, erbei, der ein selten sprachkundiger er verstand uns, und wir verstanden hm, was ich euch eben erzählt habe. ■ berichtete unter Tränen und Schlucher Schicksal. Da war unsre Not zu vestern wurden in die Familie von ziern aufgenommen; meinen Bruder te Pastor nicht los und nahm uns mit ort meines Vaters sich erfüllt:„ Der Es ist nicht einmal eins von uns 5." Denn nach Friedrichsdorf gekommen?" ch etlichen Tagen der Ruhe rief uns tudierzimmer und fragte uns, welche en.„ Unser Vater war Strumpft ,,, und wenn wir die nötigen Geräte n getrauen wir uns schon, Strümpfe Paſtor verhalf uns zu allem, was g's an die Arbeit.- Zwei Jahre ch. mein Bruder Anton mit einem Gad diese Gegend.„ Strümpfelauf" rief er hatte wenig Glüd. Etwas entein kleines Dörfchen, dessen Häuser s war eben unser Friedrichsdorf. Wieertönen. Eine Frau ruft ihn heran, nach dem Preis, Anton gibt ihn be auf einmal in franzöfifcher Sprache en ihr stand:„ Das ist nicht zu teuer. en." Mein Bruder stand sprachlos; das andre. Rührend wurde er in der nd bewirtet. Mit leerem Strumpffad zurüd und berichtete freudeſtrahlend, Den habe. Da beschlossen wir, nach Lokales. Wenn Gras gewachsen ist. Jm allgemeinen ist ein gutes Gedächtnis eine sehr erfreu liche Sache. Aber es gibt auch Fälle, wo die Kunst des Vergessens das Bessere ist. Unangenehme Dinge immer wieder in aufgewarmteste Erinnerung bringen, das kann das bißchen Leben noch schwerer machen, als es ohnehin schon ist. Da hat jemand eine Dummheit gemacht und hats reichlich büßen müssen. Aber nun follte es auch genug sein. Nun darf mans ihm nicht immer wieder aufs Butterbrot schmieren. Die Zeit, so sagt man im betannten Bilde, läßt über vieles Gras wachsen. Das ist wirklich gut jo. Es wirft ausgleichend, heilend, versöhnend. Aber es gibt Menschen, die hier gern störend eingreifen. Sei es aus Bös willigkeit oder aus bloßer Dummheit und Gedankenlosigkeit. Ein grimmiger Spaßvogel hat einmal folgendes Sätzchen geprägt: Wenn über eine dumme Sache mal endlich Gras gewachsen ist, tommt sicher ein Kamel gelaufen, das alles wieder' runter frigt!" Sold) tamelhaft törichtes Tun hat schon viel Unheil angerichtet. 3m öffentlichen und vor allem auch im privaten Leben. Manche Ehe, die sich wieder einigermaßen eingerentt hatte, ist dann bod) entzwei gegangen. Manchem Vorbestraften, der den redlichen Willen hatte, nun immer ein anständiges und nügliches Mitglied der menschlichen Gesellschaft zu sein, ist eben die gesell, schaftliche Existenz zerschlagen worden. Eine ganz unnötige Grausamkeit, unwürdig eines Zeitalters, das sich so gern mit Der Waste der Humanität schmüdt. Es gibt Leute, die kommen aus dem grübelnden Selbstantlagen nicht heraus. Das Gewissen ist ja auch keine leicht zu nehmende Angelegenheit. Ernste Gemüter werden stets gewisse Stunden eines hochnotpeinlichen Selbstgerichts haben. Das hat etwas Reinigendes. Doch auch hier fönnen Uebertreibung und Berbohrung den schwersten Schaden bringen. Man verbaut sich den Weg ins Freie. Den Weg zum frischen, guten Handeln. Ewige Selbstvorwürfe und Selbstverwünschungen verdürren das Leben und rauben die Kraft zum Leben. Man kann nicht alles wieder gutmachen, aber man ist doch vielleicht in der Lage, da und dort Gutes zu schaffen und so einen Teil perjönlicher Schuld abzutragen. Und da wächst schließlich jenes wohltuende Gras, das im Rahmen des immer nur relativen menschlichen Glüdes eine oft sehr entscheidende Rolle spielt! * Bon der Universität. Der Privatdozent Dr. Friedrich) Raab, der sich auf dem Gebiete der wissenschaftlich- wirtschaftlichen Kritik des Versailler Diktats einen Namen gemacht hat, erhielt einen Ruf als ordentlicher Professor für Volkswirtschaftspolitik an die Forstakademie Tharandt( Sachsen). Die philosophische Fakultät hat den Geschichtsschreiber des Deutschen Roheisenverbandes", Arthur Klofbach in Essen, in Anertennung seiner Verdienste um Wissenschaft und Wirtschaft ehrenhalber zum Doktor der Staatswissenschaften ernannt. Die Denia legendi wurde erteilt dem Pfarrer Lic. All wohn in Walldorf( Kreis Groß- Gerau) für das Fach der praktischen Theologie und Dr. Otto Be haghe I Gießen für das Fach der Chemie. * Seltenes Gelehrtenjubiläum. Der ordentliche Honotarprofessor an der hiesigen Landesuniversität, Dr. med. et. phil. Hermann v. Jhering, beging in seinem Wohnort Büdingen in Oberhessen das seltene Fest des zweiten goldenen Doktorjubiläums. Prof. v. Jhering promovierte im Jahre 1872 in Göttingen zum Doktor der Philosophie. Im Jahre 1880 wanderte Jhering nach Brasilien aus, wo er in unerforschten Arbeitsgebieten in den Tropen ftch außerordentlich große Verdienste erwarb. Durch seine vielfachen Studien errang Prof. v. Jhering einen Weltruf als Gelehrter. In Anerkennung seiner hohen wissenschaftlichen Verdienste wurde er Anfang dieses Jahres zum ordentlichen Honorarprofessor an der hessischen Landesuniversität ernannt. * Abspringen von fahrenden Zügen. Die Unfitte, daß Reisende beim Einfahren von Eisenbahnzügen in die Bahnhöfe beits die Türen der Abeie ch.irdenengtlffö SmrAhMenmu Pa.m reits die Türen der Abteile öffnen und sogar, bevor der Zug Friedrichsdorf zu wandern und uns dort niederzulassen. Auch der Pfarrer riet uns dazu. Der Landgraf Friedrich Jakob empfing uns persönlich und half uns mit großer Leutseligkeit. Und so sind wir seit etlichen Jahren Strumpfwirker zu Friedrichsdorf. Aber nun müßt auch ihr mir eure Geschichte erzählen, denn sie ist, wie ich annehme, auch nicht alltäglich, sondern ähnlich voll Sturm und Not wie die unsrige." In kurzen Zügen berichtete nun Hans Heeger, wie auch er die Heimat verloren habe, wie er hier in Holzhausen habe Wurzel fassen wollen, daß aber der Gewalthaber des Dorfes dies benutzen wollte, ihn von seinem Glauben abtrünnig zu machen. In bewegter Weise schilderte er den Seelenkampf der letzten Tage und schloß mit den Worten:„ Mag ich auch meine Braut verlieren, mag mir darüber auch das Herz fast zerbrechen, mag ich auch meinen Steden wieder weitersezzen müssen, wer weiß wohin, denn in der Heimat habe ich meinen Besiz verkauft, eins will ich behalten, Gott und mein gutes Gewissen. Darum nehmt tausendmal Dant, daß ihr mir zur Wahrheit und Klarheit verholfen habt." Abraham Privat nahm die dargebotene Hand und drüdte sie herzlich. Dann fragte er Hans Heeger:„ Also, ihr seid Schuh-= macher? Und Vermögen habt ihr auch?" Hans nannte die Zahl der in Frankfurt niedergelegten Summe. Da wurde Abraham Privat ganz fröhlich and sagte: „ Ich möchte euch gerne helfen und weiß auch schon ungefähr wie; aber das sage ich euch erst später. Wißt ihr was?- Ich gehe jetzt mit euch nach Holzhausen, und dort meßt ihr mir ein Paar Sonntagsschuhe an! Wendet alle eure Kunst dran, nicht um meinetwillen, sondern um euretwillen. Kann ich sie bis Don= nerstag dieser Woche haben?" Hans Heeger bejahte es. Gerne hätte er mehr gewußt, doch lachend wehrte Abraham Privat ab. So gingen sie nun zusammen ins nahe Dorf. Meister Vogelsberger war seht erstaunt über den„, welschen" Kunden, den Hans ihm zuführte, und meinte, wenn das so weitergehe, so könne Hans die Arbeit bald nicht mehr schaffen. DarGießener Zeitung" zum Halten gekommen ist, abzuspringen, nimmt in der legten Zeit mehr zu. Ganz besonders kann dies bei Zügen, die vorwiegend dem Berufsverkehr dienen, beobachtet werden. Abgesehen davon, daß sich solche„ eiligen Reisenden großen Gefahren an Leben und Gesundheit aussegen, gefährden sie auch durch ihre Handlungen die auf den Bahnsteigen stehenden Personen. Die Eisenbahn leistet für solche selbstverschuldeten Unfälle feinerlei Schadenersag. Um dem Unfuge des vorzeitigen Türöffnens und Abspringens entgegezuwirken, werden jetzt von der Reichsbahn Streifdienste eingerichtet, die die Aufgabe haben, Personen, die durch ihre unbedachten Handlungen sich und andere in Gefahr bringen, festzuhalten und der Bestrafung zuzuführen. Aus Nah und Hern. Obbornhofen, 28. Juli. In würdiger Weise beging der hiesige Turnverein am 24., 25. und 26. Juli das Fest seiner Bannerweihe, verbunden mit den leichtathletischen Wettkämpfen des Gaues Wetterau. Sonnabend 8 Uhr wurde der Vorstand des Ganes, sowie die Wetturner von dem 1. Vorsitzenden und den Bürgermeister Philippi begrüßt. Ein Fadelzug leitete die Veranstaltung ein, derselbe bewegte sich durch die gesamten Orts straßen. Am Hauptfesttag( Sonntag) morgens 8 Uhr fand FestGottesdienst statt, woran der Gesang, sowie Kriegerverein mit ihren Fahnen teilnahmen, an dem Denkmal der im Weltfrieg gefallenen Kmeraden legte der 1. Vorsitzende des Turnvereins unter Worten des Dankes einen Kranz nieder, die Kapelle spielte das schöne Lied:„ Ich hatt einen Kmeraden". Delan Engel hielt den Festgottesdienst. Kurz nach 1,30 Uhr bewegte sich der Fest= zug durch die Orisstraßen nach dem Festplatz, voran die Radfahrer, Vorreiter, Schuljugend und Festdamen etc.; dann die Wagen des Ehrenausschusses und des Vorstandes. Darunter die ältesten Obbornhofener Valentin Klös, 96 Jahre alt und Heinrich Kammer II, 89 Jahre alt. Wie sich diese beiden alten Herren freuten; es war eine Lust, sie anzusehen und wie blidten sie nach den Leuten, welche sie jubelnd begrüßten und mit Blumensträußen bewarfen. Auf dem Festplatz wurde der Weiheakt durch den Gesangverein„ Frohsinn" Obbornhofen, unter Leitung des Dirigenten Heinrich Glodengießer, mit dem Bannerlied eröffnet. Nach den Begrüßungsworten des 1. Vorsitzenden hielt Dekan Engel die Festrede, der sich die Enthüllung des Banners anschloß, nach einem Prolog gesprochen von Fräulein Paula Hahn. Der Montag war ein Voltstag erster Güte. Das Banner war von der Firma Hisgen, Lich, geliefert und ist gut ausgefallen. Bad Nauheim. 28. Juli. An der Kreisstraße Heldenbergen Groß- Karben wurde von etwa 30 tragbaren Obstbäumen mit einer Hade die Rinde abgehadt. Es gelang der hiesigen Kriminalpolizei, die Täter, 3 junge Burschen, zu ermitteln, die nun der verdienten Strafe entgegen sehen. Nr. 31. allen alten Gymnaſtaſten in beſter Erinnerung steht, ist mit sehr reger Beteiligung bei der Jubelseier zu rechnen. Offenbach. Mittwoch tenterte auf dem Main ein Paddelboot infolge falschen Steuerns. Während der eine Insasse sich mühsam ans Ufer retten konnte, gelang es dem anderen vollständig Bekleideten nicht, sich über Wasser zu halten, und er schien verloren zu sein. Die zurzeit in der Nähe weilende Martha Lindemann wurde durch die Hilferufe des Ertrinkenden aufmerksam; fie sprang ins Wasser, und es gelang ihr, den Schiff brüchigen, einen 35jährigen verheirateten Mann, ans Ufer zu bringen. Darmstadt. Prof. Dr. Georg Agde wurde für allgemeine und spezielle chemische Technologie, insbesondere Brennstofftechnik, die venia legendi an der Technischen Hochschule erteilt Darmstadt. Die zweite Hälfte der Darmstädter Opernsaison 1925 26 nahm mit Pfigners„ Balestrina" einen grozügigen Anfang. In der Osterzeit erschien Wagners Barsifal" in einer gegen das Vorjahr sehr vervollkommneten Inszenierung. Moderne Uraufführungen brachte man mit Francescos Malipieros drei Goldonischen Komödien„ Das Kaffeehaus",„ Herr Todero Brontolone" und„ Die zänkischen Weiber von Chioggio" heraus, die mit dem lärmenden Ballett„ Das venezianische Klo ster von Alfredo Casella zusammengefoppelt waren. Erfolg reiche Neueinstudierungen erlebten„ Der Wildschüß", Donizettis Don Pasquale". Pergoleses serva padrona", Abu Hassan" von Weber und„ Die Nürnberger Puppe" von Adam.„ Fidelio“, „ Zauberflöte“ und„ Oberon". Die letzte Neueinstudierung war Verdis„ La Traviata". Hervorragende Gäste waren Richard Mayr und Anne Roselle von Wien, Karl Jörn. Der große Erfolg ist in erster Linie dem neuen Generalmusikdirektor Josef Rosenstock zu verdanken. Mainz, 28. Juli. Die als Locarnofolge zugesagte Freigabe des Luftverkehrs für das besetzte Gebiet, die sich allerdings noch nicht praktisch ausgewirkt hat, hat die Städte Mainz und Wies baden veranlaßt, zweds Errichtung eines gemeinsamen Flughafens eine Interessengemeinschaft zu gründen mit gleichen Rechten und Pflichten. Der gemeinsame Hafen wird auf der Wiesbadener Reennbahn errichtet werden. Die von Wiesbaden eingeleiteten Verhandlungen mit der Lufthansa und der eng lischen Luftschiffahrtsgesellschaft bezweden den Anschluß an die süddeutschen Luftlinien und an die englische Linie London- Köln. Dillenburg. Dem Lokomotivführer Gerdt in Niederscheld wurde auf Veranlassung des Staatsministeriums durch den stellvertretenden Landrat die Rettungsmedaille am Bande überreicht. Die Auszeichnung ist verliehen worden für die Errettung eines Kindes aus den hochgehenden Fluten der Dill am 24. März 1924. Frankfurter Herbstmesse 1926. Die Frankfurter Messe, die von Tausenden von DetailgeHungen. Donnerstagnachmittag ereignete sich hier bei Ka=" schäften regelmäßig besucht wird, hat diesmal Anziehungspunkte nalisationsarbeiten ein tödlicher Unglücksfall. Der Arbeiter aufzuweisen, die die gesamte Detaillistenschaft Deutschlands in Johann Mayer stürzte beim Transport von Zementröhren in den Tagen vom 26. bis 29. September in Frankfurt versammeln einen Schacht, dessen Abdeckung durchbrach. Das nachrollende dürften. In Ergänzung der Textilmesse wird eine MaschinenZementrohr, das ein Gewicht von über zwei Zentner hatte, fiel ausstellung im Betrieb zu sehen sein. dem Manne auf den Leib. Wenige Stunden nach dem Unglüdsfall ist der Bedauernswerte seinen schweren Verlegungen erlegen. Er hinterläßt Frau und zwei Kinder. Büdingen. Das Fest des 325jährigen Bestehens des Wolfgang- Ernst- Gymnasiums zu Büdingen wird am 31. Juli und 1. August ds. Js. gefeiert. Aus diesem Anlaß läd der Verein ehemal. Schüler und Lehrer des genannten Gymnasiums alle alten Büdinger Pennäler u. ihre einstigen Lehrer nach Büdingen ein. Die diesjährige Jubelfeier erhält dadurch ein besonderes Gepräge, daß mit ihr die Einweihung eines Ehrenmales für die gefallenen Büdinger Gymnasiasten verbunden ist. Für die beiden Festtage ist folgende Festfolge vorgesehen: Samstag, 31. Juli, Abholung der Festgäste an den Nachmittagszügen und Empfang im„ Stern". Einweihung der Gedenktafel im Gymnasium um 4% Uhr. Abends 8 Uhr Kommers im Rathaussaal. Sonntag, 1. August, 9% Uhr Festgottesdienst. Daran anschlie= ßend Festzug vom Schloßplay aus durch die Stadt. 2 Uhr Festessen im„, Stern", nachmittags Zusammenkunft mit Damen auf dem Schüßenfestplay am„ Hammer". Da Büdingen wohl bei nach gab Hans dem jungen Privat das Geleit bis zum Unter tor. Dort fragte ihn Abraham: ,, Wie lange wollt ihr noch hier bleiben?" ,, Noch vierzehn Tage; heute Abend kündige ich dem Meister Vogelsberger. Wenn mir es auch leid tut, von ihm zu scheiden, denn sie hielten mich wie einen Sohn im Haus! Dann wandere ich nach Homburg und will zusehen, ob ich dort an tomme. Denn weit von hier möchte ich nicht fort." „ Das paẞt ja außerordentlich gut," erwiderte Abraham Privat sehr lebhaft. ,, Wieso paßt dies gut?" fragte Hans. ,, Das sage ich euch in acht Tagen," war die Antwort, und dabei lächelte der junge Privat, verschmitt wie ein Verschwörer. Dann schieden sie. Unterdessen war Sybille auf dem Wege zu ihrem Paten. Gie traf diesen nicht daheim. Er war nach dem Fortgang der beiden Freunde in die Krone" gegangen. Das konnte er tun, weil seine Mutter gerade von einem kleinen Sonntagsschwatz mit der Nachbarin heimgekommen war. Die erste Frage Sybillens an die alte Frau war ,,, wo ist denn der Hans?" Da die Mutter Vogelsberger nichts von der Rüdkehr ihres Gesellen wußte, antwortete fie:„ Er ist heute früh gegen zehn Uhr weggegangen, nachher hat er sich entschuldigen lassen, er täme nicht zum Essen, aber gen Abend wollte er wieder da sein." Nach diesem Bescheid ging die alte Frau in ihre Kammer, um ihre Werktagsgewandung anzuziehen; denn es galt, die Kühe zu füttern und zu mellen. Sybille aber begab sich in die Wohnstube und setzte sich an den Tisch. Den Kopf in die Hände gestütt, grübelte sie weiter. Das erschien ihr als ein böses Zeichen, daß Hans nach der Messe nicht heimgekommen war. Er schämte sich vor den Leuten, drum geht er ihnen aus dem Wege." Wiederum hielt sie das für ein gutes Zeichen ,,, es ist doch noch Scheu in ihm." Jetzt ging die Türe auf, und Hans tam herein. Sein plötzliches Erscheinen verwirrte Sybille, und als er mit ernstem Eine Braune Woche" wird zu derselben Zeit die Tabak. industrie und ihre Interessenten in Frankfurt versammeln. Aus Anlaß der Messe veranstalten die maßgeblichen Verbände in der Zeit vom 24. bis 29. September eine Werbewoche für den Kon sum von Tabat und Zigarren. Schließlich ist die Beteiligung des Auslandes auf der Frankfurter Herbstmesse zu erwähnen. Homburg v. d. S. Auf der Fahrt von Homburg nach Frankfurt bemerkte ein Radfahrer, wie ein fleines Mädchen vor die heranbrausende Trambahn lief. Zwei Meter trennten das Kind noch von dem Wagen, da sprang der Radfahrer vom Rade, riß das Kind an sich. überschlug sich dabei, kam aber außerhalb der Schienen zu Fall, das Kind in den Armen haltend, wobei ihn Flammeris, Maizena Puddings das Kraftmehl und Gebäck Angesicht auf sie zuschritt und ihr die Hand gab, da sprang es ihr unvermittelt über die Lippen:„ Ach, Hans, warum willst du so etwas Schreckliches tun?" Hans war, in der Meinung. sie wisse, daß er Holzhausen verlassen wolle, erwiderte:„ Ja, Sybille, was bleibt mir denn sonst übrig?" Sybille natürlich fonnte bei dieser Antwort nur an den Uebertritt denken und rief heftig aus:„ Und das willst du tun, ohne vorher mit mir zu sprechen?" ,, Ach, mein Schaz, das hättest du noch früh genug erfahren," sagte Hans schwermütig. Und du meinst, ich würde dich nehmen, wenn du katholisch wirst?" Noch schärfer als vorher flang diese Frage. Da ging es wie Sonnenschein über das Antlitz des jungen Mannes, denn er erkannte nicht nur, daß sie aneinander vorübergeredet und jedes etwas anderes gemeint hatten, sondern dies vielmehr war seine Freude, daß für Sybille es selbstverständlich war, er dürfe um ihretwillen nicht übertreten, und daß sie den Gedanken gar nicht dachte, es sei vielleicht ein Mangel an Liebe, wenn er fest in seinem Glauben bleibe. Er trat also auf Sybille zu, legte den Arm um die sich Sträubende und sagte:„ Also, du redest vom Katholischwerden, ich aber rede vom Fortgehen aus Holzhausen! Denn ich bleibe meinem Glauben treu, dann kann ich aber nicht in Holzhausen bleiben." Da schlang Sybille die Arme um seinen Hals und füßte ihn unter heißen Tränen: ,, Gott sei Dant, daß du treu bleibst,- ach Gott, und nun gehst du mir fort!" Nach einer Weile aber fragte fie:„ Ja, aber Hans, warum bist du denn in die Messe gegangen?" Und nun begannen fie einander zu erzählen, und Hans schloß mit den Worten:„ Bist du mir böse, daß es mir nicht leicht geworden ist, dich aufzugeben? Denn nun wird bein Vater erst recht wider mich sein und unsrer Vereinigung in den Weg treten." Fortsetzung folgt. Sonnabend, den 31. Juli 1926. die Straßenbahn nur leicht streifte. Passanten, die den blitzschnellen Vorgang nicht genau erfaßt hatten, nahmen zunächst gegen den Radfahrer eine drohende Haltung ein, da fie des Glaubens waren, der Radfahrer habe das Kind überfahren, bis der Führer des Straßenbahnwagens, der seinen Wagen zum Salten gebracht hatte, fie eines anderen belehrte. Wiesbaden. Der 27jährige Agent Johann Jordan hatte sich vor dem hiesigen Schöffengericht wegen seiner Kletterkünfte, mit benen gewöhnlich Diebstähle verbundenen waren, zu verantwor ten. In einer Nacht war er in nicht weniger als 6 3immer des Kronenhotels in Agmannshausen eingedrungen und hatte wertvolle Schmudjachen und größere Geldbeträge gestohlen. 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C.Heidenheim Coblenz. ,, Gießener Zeitung" ring vom Finger zu ziehen. Nach erbittertem Widerstand lonnte er schließlich festgenommen werden. Das Gericht verurteilte ihn zu drei Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust. Köln. Das Winter Semester 1926/27 der Universität be ginnt am 15. Ottober. Borlesungsbeginn: 2. November. Das Vorlesungsverzeichnis lann vom Universitäts- Sekretariat gegen Boreinjendung von 0,60 Mt. und 0,10 Mt. Borto bezogen werden. Neue Bücher. Ernst Ludwig Großherzog von Hessen veröffentlicht im Auguftheft von Westermanns Monatsheften" einen prachtvoll illustrierten Aufsatz über die Rosenhöhe bei Darmstadt. Der interessante Beitrag wird für weite Kreise von großem Interesse + + Jbr Bruchwird immer größer, wenn Sie ein schlechtfigendes und läftiges Federbruchband oder Gummiband tragen. Durch solche Bänder verschlimmert sich das Leiden und fann zur Todesurjache werden. ( Es entsteht Brucheinklemmung, die operiert werden muß und den Tod zur Folge haben fann.) Deshalb liegt es in Jhrem Interesse sich meine äußerst bequeme, unverwüstliche SpezialBandage anfertigen zu lassen. Durch Tag und Nacht Tragen meiner Bandagen haben fie nachweislich Bruchleiden selbst geheilt. Wertmitr. A. B. schreibt u. a. ,, mein schwerer Leistenbruch ist geheilt. Ich bin wieder in meinem 66. Lebensjahre ein ganzer und glüdlicher Mensch"! Landwirt Fr. St. schreibt u. a.: Jch jehe mich genötigt, Ihnen nach 2 Jahren meinen innigen Dant auszusprechen. wurde ich ganz befreit von meinem Leiden." Bandagen von Mt. 15,- an. Für Bruch- und Vorfalleidende lostenlos zu sprechen in Gießen, 7. August von 8-1 Uhr, im Hotel Lenz" am Bahnhof. K. Ruffing, Spezial- Bandagift Köln, Bonnerstraße 249. Das Universal- ReichsstegerKassebuch mehrfach gesetzlich geschützt enthält Spezialeindrucke für jedes Geschäft Diese allseits als sehr praktisch anerkannten Bücher sind bei mir stets vorrätig. Albin Klein, Giessen, Südanlage 21. 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