Str. 25. ft für das deutsche Bolt, die es sich zur berparteilich sachlich und in flarer, ein rgerlichen und weltpolitischen Erziehung Ergänzt wird der Inhalt durch lleinere Sparte 3ur Zeitgeschichte" und eine ner Deutscher Universitäts- und Hochsgabe für das Sommerhalbjahr 1926. Quellen herausgegeben von Otto Schrös de- Verlag Kurt Schmersow, Kirchhain RM. 4. Nachdem infolge der Absatz der Inflationszeit feine neue Ausgabe ben sich Herausgeber und Berleger in Aufgabe unterzogen, das schmude Wertbearbeitung wieder der Deffentlichkeit ichlein ist bei seiner außerordentlichen Serbreitung zu wünschen. jen für alles. Das moderne Flugzeug rfeit von einer staunenswerten Bielrumschlag leistet es bereits heute schon Zeitung 3.3", Stuttgart in ihrer uf die wachsende Bedeutung des Flug rtschritt hin.( Verlag Ringier u. Co., Breis 20. Pfg.) auf dem Gebiete der Mode für Gar ngt die soeben erschienene Nummer 12 Tusgezeichneten Aufnahmen und wirt1 Mark. ristian Klein in Gießen. OTENGEIST oder Nachahmung wird streng verfolgt) nde jeden Alters geeignet. sübung guter Hausmusik. alther's Notengeist" ist so leicht setzt, daß Fingerübungen etc., die niemand hören mag und durch welche vielen das lernen des Klavierspiels verleidet wird, gänzh ausgeschaltet werden alther's Notengeist" besitzt in len Berufen Tausende von Anhängern, die urch glänzende Dankschreiben die Vorzüglicheit dieses Systems bestätigen. 000000000000 ern aus Opern, Operetten, und andere Tänze, zum Außerdem noch 4 Doppelum Preise von je M. 2.50. 0000000000000000000000 chsanweisung u. einem Probestück. ten- Handlung oder direkt vom Verlag ig- 0.8, Täubchenweg 20 Das Blatt Barbeitenden Frau fionatsblatt für beit Wasche vielen Bellagen. . jedes Monats und foftet 75 Pf., ins Haus 5 Pf. mehr. hhändler führt fiel Otto Beyer, Leipzig ar Hochzeit, Gelegenheiten fertigt Reden, Lafellieder usw. schnellstens an Radolfzell a. Bodensee. ng! Sportnden arbeiten Figuren, Plaketten, Medaillen, für Damen u. 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In Prozenten umgerechnet ergibt sich im Reiche, daß rund 36 Prozent der Wahlberechtigten für Ja gestimmt haben. Der Reichstag nach dem Volfsentscheid. Mann lann wahrlich nicht behaupten, daß im Reichstag, der am Montag wieder zusammengetreten war, um die letzten noch seiner harrenden Aufgaben vor dem Sommer zu erledigen, irgendwie etwas von einer Siegerstimmung zu verspüren war. Man legte sich sowohl rechts wie links Zurüdhaltung auf. Denn es herrscht fein Zweifel darüber, daß das Ergebnis, mie es der Sonntag mit sich gebracht hat, zwar eine sehr deutliche Ablehnung für die Fürstenenteigner bedeutet, den bürgerlichen Parteien aber trotzdem sehr ernsthaft vor Augen führt, welch eine Politik innerer Zerrissenheit sie bisher getrieben haben, und daß es die allerhöchste Zeit ist, im Bürgertum den einigenden Gedanken wieder hervorzuholen, wenn man nicht eines Tages der zusammengeschlossenen Linten doch zu einem endgültigen Siege verhelfen will. Die Reichsregierung tut alles, um die beschleunigte Verabschie= dung des Fürstenabfindungsgesetzes durchzusetzen. Ob dies möglich sein wird, hängt lediglich von der Stimmung der Fraktion ab. Man kann im allgemeinen sagen, daß nach Bekanntgabe des Ergebnisses der Wahl eine allgemeine Entspannung eingetreten ist, die sich nunmehr auch im Reichstag geltend macht. Die Regierung wird sich dafür einsetzen, daß Rechtssachverständige einen Weg ausfindig machen, damit das Gesetz mit einer einfachen Mehrheit verabschiedet werden kann. Zum Volksentscheid in Hessen, zweds Auflösung des hessischen Landtages, erläßt der Hessische Wirtschafts- und Ordnungsblod( Sess. Landbund, Deutsche Volkspartei, Deutschnat. Volkspartei) folgende Kundgebung an das hessische Volk: ,, Unserer Aufforderung, durch Auflösung des Hessischen Landtags und Befragung des Volkes die von den linksradikalen Kräften der hessischen Regierung verschuldete Mizwirtschaft unmöglich zu machen, ist das hessische Volk in einem über unser Erwarten weit hinausgehenden Umfang gefolgt. Wir wissen genau, daß zahllose Wähler, insbesondere viele, die im Beamtenverhältnis oder wirtschaftlicher Abhängigkeit gegenüber staatlichen Machthabern sich befinden, nur aus Furcht vor den zu erwartenden Vergeltungsmaßnahmen, sich nicht durch Einzeichnung in die Listen an der Bewegung beteiligen tonnten. Aber auch sie zählen wir zu den Mitkämpfern für eine bessere Verwaltung, geJündere Steuerpolitit und für eine saubere Personalpolitik im hessischen Staat. Wir danken allef, die durch Einzeichnung ihres Namens sich mannhaft für unsere Sache und gegen den herrschenden ParteiIlüngel bekannt haben. Mizwirtschaft, verfehlte Steuerpolitik, parteipolitische Einflüsse in Verwaltung und Stellenbesetzung sind der Ursprung unserer Bewegung. Gegen die Wirkungen dieser Entartung vernünftiger Staatspolitik wendet sich unser Kampf. Gesunde Steuerpolitit, Reinlichkeit in Verwaltung und Sparsamkeit in allen Zweigen des öffentlichen Dienstes find unsere Ziele. Das Ergebnis des Volksbegehrens mar ein gewaltiges Betenntnis der weitesten Kreise unseres Volkes gegen das jetzige System und für unseren Kampf. Der nächste Schritt wird die Boltsentscheidung sein, nachdem die Linksparteien es abgelehnt haben, freiwillig dem hessischen Volke durch Verfassungsänderung die Kosten einer Volksabstimmung zu ersparen und den Weg zur Abgabe des Stimmzettels frei zu machen. Haltet euch bereit, bis der Augenblic fommt, wo eine machtvolle Kundgebung des hessischen Volkes durch Volksabstimmung die Auflösung des Landtags erzwingt. Der Kampf geht weiter, bis das Ziel er= reicht ist." Aus dem Reichstag. Reichswohnungsfürsorgefonds. Den Ländern sind Mittel zur Gewährung von Darlehen an Kriegsopfer bei Wohnungsbauten zur Verfügung gestellt worden. In Betracht kommen nur besondere Fälle, insbesondere Kriegsblinde oder Kriegsopfer, die an Tuberkulose leiden. Anträge beliebe man an das Hess. Arbeitsministerium zu richten und auch nur dann, wenn dringend eine Alleinwohnung beschafft werden muß in angegebenen Fällen. Aenderung der Fürsorgepflicht- Verordnung. Der Reichstag hat nach langem Streit, im Verlauf dessen Die Abstimmung in Hessen. Auch das hessische Volt hat seinen Willen kundgegeben. Der Sonntag wurde noch von den Linksparteien benutzt, um Stim mung zu machen und erinnerten an die Wahl. Die Wahl ver lief überall ruhig. Das Abstimmungsergebnis: Stimmberechtigt am 20. 6. 1926 waren 871 799 abgegebene Stimmen 374 141 davon stimmten mit„ Ja" 348 940 und mit Rein" 15 606. Ungültig waren 10 234. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreise: die 30mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg. lokal 12 Pfg., die 90mm breite Reklame- Petitzeile 96 Pig. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholungen Rabatt. für Vollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Der Staat - Staatsformen - Staatsbürgerpflichten. Einige Leitsäge. 1. Der Staat ist seinem Wesen nach die Organi sation einer Menge von Menschen durch eine mit Autorität und Macht bekleidete Obrigkeit, welche die Masse der Untertanen regiert und leitet. Gehören die Staatsangehörigen von Natur zusammen( gleiche Abstammung, gleicher Volksgeist) als Glieder des gleichen Volles, so ist der Staat ein Nationalstaat. Staatsangehörige können aber auch mit der Macht des Eroberers zusammengehalten werden. 2. Zum Wesen des Staates gehört auch eine Verhältnis der Obrigkeit zu den Untertanen, sondern auch der private Verkehr der Staatsangehörigen untereinander geregelt und der einzelne gegen Gewalt und Uebergriffe der anderen geschützt wird. Die Aufgabe des Staates ist also in erster Linie die Schaffung einer bestimmten Ordnung, Sicherung der Bürger, ihres Lebens und ihres Eigentums sofern sich der Staat hierauf beschränkt, ist er Polizeistaat. Der Staat ist heute mehr als je auch Kulturstaat als solcher hat er das wirtschaftliche und geistige Leben des Volkes zu organisieren. Er schafft Verkehrseinrichtungen, schließt Handelsverträge, überwacht das Schulwesen und unterstützt Wissenschaft und Kunst. Bei höher entwickelten Völkern darf sich der Staat nicht mit der Polizeigewalt begnügen, er hat in weitgehendem Maße Kulturarbeit zu leisten. Die hessischen Kreise hatten folgende Abstimmungsergeb Rechtsordnung im Inneren, durch die nicht nur das nisse: Kreis Gießen: Stimmberechtigte 64 086, Ja 21 241, Nein 682. Kreis Alsfeld: Stimmberechtigte 24 169, Ja 3467, Nein 119. Kreis Büdingen: Stimmberechtigte 27 390, Ja 7 456, Nein 210. Kreis Friedberg: Stimmberechtigte 57 581, Ja 24 946, Nein 1 169. Kreis Lauterbach: Stimmberechtigte 20 013, Ja 3009, Nein 102. Kreis Schotten: Stimmberechtigte 17 862, Ja 2 855, Nein 101. Kreis Darmstadt: Stimmberechtigte 98 960, Ja 36 514, Nein 2 276. Kreis Bensheim: Stimmberechtigte 44 422, Ja 17 346, Nein 971. Kreis Dieburg: Stimmberechtigte 41 037, Ja 15 888, Rein 754. Kreis Erbach: Stimmberechtigte 20 323, Ja 9 457, Nein 499. Kreis Gr.- Gerau: Stimmberechtigte 43 339, Ja 22 203, Nein 1 018. Kreis Heppenheim: Stimmberechtigte 32 097, Ja 13 852, Nein 653. Kreis Offenbach: Stimmberechtigte 115 006, Ja 77 467, Nein 3 100. Kreis Mainz: Stimmberechtigte 103 916, Ja 49 083, Nein 1966. Kreis Alzey: Stimmberechtigte 26 755, Ja 7 160, Nein 299. Kreis Bingen: Stimmberechtigte 29 460, Ja 7 838, Nein 420. Kreis Oppenheim: Stimmberechtigte 31 175, Ja 6 834, Nein 312. Kreis Worms: Stimmberechtigte 63 005, Ja 21 719, Nein 921. Beim Volksentscheid in Gießen. Viele Wahlberechtigte hatten es vorgezogen, den Tag überhaupt nicht in Gießen zu verbringen und waren an dem schönen Tag hinaus gewandert in die Natur. Ergebnis aus Stadt und Kreis Gießen: Stimmberechtigte 64 086, ja 21 241, nein 682, ungültig 432. Zum Volksbegehren hatten sich 18 165 Personen eingetragen. selbst ein formeller Einspruch des Reichsrats zu erledigen war, ein Gesetz über die Aenderung der Fürsorgepflicht- Verordnung angenommen. Der§ der Reichsfürsorgepflicht- Verordnung hat folgende Abänderung erfahren: ,, Gegen Ablehnung der Fürsorge sowie gegen Festsetzung ihrer Art und Höhe muß Beschwerde zugelassen werden. Bei der Durchführung der Fürsorge muß wenigstens in einem Rechtszuge sowie bei der Aufstellung von Richtlinien und Richtsätzen die Beteiligung von Fürsorgeoerechtigten gesichert sein. An Stelle von Försorgeberechtigten können auch Vertreter derselben, insbsondere solche ihrer Vereinigungen oder von Vereinen, die Hilfsbedürftige betreuen, herangezogen werden." Zur Anerkennung von Dienstbeschädigung. Die Erfahrung lehrt, daß sich abgewiesene Kriegsbeschädigte oft im Unklaren darüber sind, ob ihr Leiden als Dienstbeschädigung anerkannt ist oder nicht. Dies läßt sich aus den Bescheiden und Urteilen leicht feststellen. Es sind nämlich nur folgende Fälle möglich: 1. Jm Bescheid wird Dienstbeschädigung anerkannt, der Antrag aber abgelehnt, weil E. M. unter 25 Prozent. Dieses Anerkenntnis ist für den Fiskus bindend. Die Gerichte fönnen davon icht abgehen. 2. Der Bescheid verneint die Dienstbeschädigungsfrage, lehnt außerdem den Antrag ab mangels 25 Prozent. Diese Verneinung der Dienstbeschädigungsfrage ist nicht rechtswirlsam gegenüber dem Kläger, auch wenn dieser kein Rechtsmittel einlegt. Legt er solche ein( Berufung, Returs) und werden sie zurüdgewiesen, weil E. M. unter 25 Prozent, so bleibt die Dienstbeschädigungsfrage offen, kann also von neuem aufgerollt werden. Wird die Dienstbeschädigungsfrage bei. Erwerbsminderung unter 25 Prozent trotzdem von den Gerichten geprüft, so ist dies rechtlich zugunsten wie zuungunsten des Klägers unwirtjam. Die Dienstbeschädi gungsfrage bleibt weiterhin offen. Zu beachten bleibt, daß, auch wenn Dienstbeschädigung rechtsträftig anerkannt ist, die Verwaltungsbehörde gemäß PersonalAbbau- Verordnung durch einen Berichtigungsbescheid die Rechtskraft des die Dienstbeschädigung anerkennenden Bescheides auf heben kann. Wohlgemerkt: nur wenn es sich um einen Bescheid handelt. Ist die Dienstbeschädigung in einem Urteil rechtskräftig festgestellt, so ist für Berichtigungen im Sinne der P. A. V. kein Raum mehr. Die Zentrumsfraktion des Reichstages hat vorläufig von der Wahl eines neuen ersten Fraktionsvor figenden abgesehen, die durch die Uebernahme der Reichskanzler schaft durch Dr. Marz nahegelegt worden war. Man will die Wahl, wenn nötig, im Herbst vornehmen. Als Fraktionsvorfizzende werden die Abgeordneten von Guerard und Stegerwald wie bisher fungieren. 3. Zum Wesen des Staates gehört weiter die Vertretung gewisser realer Grundinteressen des Staates, des Interesses an seiner Selbständigkeit, an seinem Landbesitz, an seiner Macht, an seinem Wohlstand anderen Staaten gegenüber. So sagt man, es gibt Lebensfragen zwischen den Völkern, die nur durch äußere Machtmittel, letzten Endes durch den Krieg gelöst werden können. Nach dem furchtbaren Krieg mit soviel Opfern an Gut und Blut, sollte man von Krieg nicht mehr reden. Eine friedliche Verständigung der Nationen bedeutet einen politischen, wirtschaftlichen und moralischen Fortschritt. Eine Versöhnung der Völker herbeizuführen, ist auch die christlichste Pflicht. Darum ist es Pflicht, einer internationalen Verständigung das Wort zu reden, darauf hin zu arbeiten, daß der Krieg aus der Menschheit verschwinde. Das Jdeal des ewigen Friedens wird erreicht, wenn sich die christlichen Völker auf die Pflichten und Aufgaben gegeneinander besinnen, wenn sich die Nationen zu gegenseitigem Schutz ihrer Entwicklungsfreiheit vereinigen. Bei Kulturvölkern sollte das nicht unmöglich sein. Kant( 1724 bis 1804) sagt:„ Vernunftwesen sollen ihr Zusammenleben nicht auf Gewalt und List, sondern auf Gerechtigkeit und Vernunft gründen." Staatsformen: Eine allgemein gültige Staatsverfassung gibt es nicht. Die Zwedmäßigkeit einer Verfassung hängt von der geschichtlichen Entwicklung der geistigen und sittlichen Reife des betreffenden Volkes ab. Aristoteles( 384-22 v. Chr.), der einflußreichste Philosoph Griechenlands, der Lehrer Alexanders des Großen, teilt die Staatsformen in Monarchie, Aristofratie und Demokratie, je nachdem die Staatsgewalt in der Hand eines Einzelnen liegt, oder einer gewissen bevorzugten Klasse, oder der Gesamtheit des Volkes zusteht. Eine Ausartung der Monarchie ist die Despotie ( Tyrannis), eine solche der Aristokratie ist die Oligarchie ( die Herrschaft weniger), die nur das Interesse der herrschenden Klasse berüdsichtigt, eine solche der Demokratie die Ochlokratie( Pöbelherrschaft). Eine wirkliche Staatsform ist die Ochlokratie nicht zu nennen, da sie wohl nur vorübergehend vorkommt, wenn anormale Zustände im Staatsleben herrschen( Räterepublik in München April- Mai 1919). Jetzt pflegt man meist nur zwei Grundformen der Staatsverfassung zu unterscheiden, die monarchische und die republikanische, je nachdem die Staatsgewalt von einem einzelnen oder von der Mehrheit der Staatsangehörigen durch deren Organe ausgeübt wird.( Absolutismus, wo der Einzelwille herrscht, Parlamentarismus, wo der Mehrheitswille der Volksvertreter entscheidet.) Zwischen beiden Formen steht die konstitutionelle Monarchie, in der der Regent bei Ausübung der Regierung an die Zustimmung der Volksvertretung gebunden ist. 4. National ist der, der das Bolf einen will, der die gegeneinander streitenden Kräfte versöhnend überall das Gemeinsame, alle Verbindende sucht und pflegt. National ist, wer den Interessen der Gesamtheit die eignen Interessen unterordnet. Das tut der rechte Christ. Er kann nie Interessenpolitiker sein, er muß ans Ganze denten. Selbstlose Arbeit im Dienst für Volk und Vaterland ist wahres Christentum. Von hier aus ergeben sich die Staatsbürgerpflichten für den rechten Christen. Sonnabend, den 26. Juni 1926. Das richtige und das falsche Sparen. Uns wird geschrieben: Mit Recht hört man heute überall den Ruf:„ Spare!" Aber es muß zugegeben werden, daß noch zu wenig und oft an der falschen Stelle gespart wird. Daß zu wenig gespart wird, beweisen unsere oft bis zum Brechen vollen Bergnügungs- und Tanzpaläfte, mehr allerdings noch die unnötigen Anschaffungen vieler Gemeinden. Wie oft sind in den legten Jahren von den Riesenjummen der Riesensteuern Anschaffungen für sportliche und andere 3wede gemacht worden, die fich auf keinen Fall rechtfertigen lassen. Doch auch der Einzelne ipart heute nicht so, wie es die Not der Zeit erfordert. Biele Leute sind noch vom Wahne der Inflation befangen, wo man mit Millionen und Billionen nur jo umherwarf. Diese schlimme Gewohnheit ist bei vielen Menschen noch nicht ganz geschwunden, und der Groschen rollt ihnen wie ein Pfennig aus den Fingern. Andere wieder würden sparen, aber sie haben das Bertrauen zum Sparpfennig verloren, als ob uns wieber die Mart davonrennen sollte. Dann ist aber auch heute die Jugend ganz anders eingestellt, als früher. Sie verdiente ja jo leicht in den Kriegsund Nachkriegsjahren und hörte so oft, daß das Sparen purer Unsinn sei. Man nimmt es eben vielfach heute mit, wie es tommt und macht sich nicht mehr so viel Kopfschmerzen um Zeiten, die tommen werden. Dennoch aber war das Sparen zu teiner Zeit notwendiger, als es heute ist. Die nächsten Jahre werden uns zeigen, daß nur der noch etwas erreichen fann, der einen Rotpfennig zurüdgelegt hat, mit anderen Worten, der einigermaßen auf festem Boden steht. Man sollte den Besitz von Geld nicht unterschätzen. Reichtum allein macht zwar nicht glüdlich aber er läßt doch viel ruhiger in die Zukunft bliden, als die drohende Armut. Erspartes Geld beruhigt unsere Nerven. Schonung unserer Nerven haben wir aber heute in erster Linie nötig! Erspartes Geld hat aber auch moralischen Wert. Durch Not getrieben, verübt ein schwacher Charatter oft Schlechtig leiten, an die er nicht denken würde, wenn er sich im Besitz eines Rotpfennigs befände. Diese Tatsache sollte viel mehr beachtet werden, als es gemeinhin geschieht! Und doch spart heute mancher in durchaus falscher Weise. Für einen besonderen Gegenstand mal einen Bogen schönes weißes Papier zum Einpaden zu nehmen, fällt manchem nicht ein, der oft unnötiger Weise den zehnfachen Betrag ausgibt. Manche Hausfrau kauft eine Ware, von der das Pfund 0,25 Mart fostet, viertelpfundweise, sodaß sie diese Ware eigentlich mit 0,28 Mart einkauft, während vielleicht de fluge Hausfrau bei einem Einkauf von mehreren Pfund dieselbe Ware um 0,05 Mart billiger erhält, verringerte Zeitversäumnis, Schuh- und Kleiderabnüßung noch gar nicht ge= rechnet. Manches Mädchen zerreibt sich ein Paar ihrer Seidenflorstrümpfe durch hervortretende Schuhnägel in erstaunlicher Kürze, weil es die Kosten von Einlegesohlen und Fußspizenschonern scheut. Mancher Geschäftsmann verringert sein Personal derart, daß er selbst in seinem Betrieb mit zugreifen muß, während er die wichtigsten Geschäfte und Entscheidungen verjäumt. Gewiß, das richtige Sparen ist eine Kunst, die nicht nur geübt, sondern auch reichlich durchdacht sein will. Zwei Bilder. Jm Norden Berlins. Ein blasser Junge schleppt ein Bad Zeitungen. Er rennt in das nächste Haus. Es dauert eine Weile und teuchend kommt er zurüd. Wahrscheinlich wohnte der Abonnent vier Treppen. Die Treppen sind dunkel, hoch und eng. Nun in das nächste Haus. Dasselbe. Ich spreche ihn an. Er hört kaum hin, er hat keine Zeit. Doch eine Tafel Schokolade vermag bei einem Kinde viel.„ Wieviel Zeitungen trägst du?" Jd weeß nicht, die Hälfte von Muttern. Jd bin aber immer schneller fertig, Mutter kann nich so die Treppen loofen."- ,, Wann machst du deine Schularbeiten?" ,, Morgens, bevor id in die Schule gehe." ,, Warum nicht nach dem Zeitungsaustragen?" ,, Dann habe id zu tun." ,, Was denn?"- ,, Erst hol Wer mich befennet. Von Erwin Gros. 14. Fortsetzung. - Es erzehlte hierauff auch die Frau Amtmännin, daß, als die Trouppen ankommen gewesen, so gleich das Amt- Hauß umstellet, und nur eine Magd, um etwan ein Zuber voll Wasser hohlen zu können, hätte dürffen außgehen, worgegen sie sich bey dem commandirenden Officier zum höchsten beschwehret und verlangt hätte, mit dieser Gewaltthat so lange einzuhalten, biß ihr Mann nacher Hauß kommen sein würde. Darauff der Obrist- Lieutenant ihr zur Antwort gegeben, es wäre eben gut, daß der Amtmann nicht zu Hauß wäre, hätte endlich gestattet, daß die Magd dörf= fen aus dem Hauß gehen, denen aber jedesmahl ein Soldat nachgehen müssen, einen Botten aber nach dem Amtmann zu schicken, wäre nicht erlaubt worden. Inzwischen waren die übrigen Trouppen mit Zerstör- und Abbrechung des Capellen Baues fortgefahren, und solchem ohnerachtet deren von vorgedachtem Herrn Amtmann, als er inmittelst nacher Hauß tommen gewesen, vor Notario und Zeugen gethaner Protestationen aus dem Fundament übern Hauffen geworffen und dergestalten ruiniret, daß er nunmehr einem lau tern Steinhauffen ähnlich sehen thäte, und wann etwa noch ein oder anderer Stein, sonderlich von denen behauenen rothen Fenster und Thür Steinen ganz geblieben, solche vollends in Stüder zerschlagen, ja was noch am meisten zu bedauern wäre, so gar die annoch auff dem Plaz ohneingemauert gelegene behauene rothe Fenster- Stein in Stüden zerschlagen, die Gerüst, Bretter und anderes Gerüst- Holtz verbrennt und verwüstet, wie nicht weniger das Eisenwert, so bereits eingemauert gewesen, hinweg geschleppet.". Unterdessen machte die Genesung Hans Heegers rasche Fort schritte; vierzehn Tage später sehen wir ihn im Hause des Schultheißen Peter Michel. Dieser saß mürrisch und verdrossen wie eine hungrige Bulldogge hinter dem Tisch; seine Frau las am Fenster in der Bibel. Tropfenweise rann die Rede zwischen den beiden Männern. Der Schultheis zerbrach sich den Kopf, was Hans bei ihm suchen möchte ,,, vielleicht will er Bürger von 11 Gießener Zeitung" id die Kleene aus'm Hort, dann schäl id Kartoffeln, dann is sonst noch allerlei. Nee, Mutter hat feene Zeit, die muß morgens weg un een Bureau reinmachen, dann geht sie plätten.", und dein Vater?"- ,, Vater hat teene Arbeit, seit'm Krieg is er trant." fehlt ihm?"- ,, Det weeß id nich." ,, Was Meine Wäsche bringt regelmäßig ein fleines blon des Mädel. Ich halte sie für höchstens zwölf Jahre, sie ist aber bereits 14. Ich gebe ihr eine Lederei, die gerade da ist. Es fällt mir auf, daß sie sie immer mit nach Hause nimmt. Wie lange trägst du jeden Tag Wäsche aus?" frage ich. So lange welche da ist..., abholen tu ich sie auch," sagte sie hinzu, wohl, um mir den Weg als Dank für meine fleinen Näschereien zu ersparen. ,, Wann machst du deine Schulaufgaben, wann spielst du?" Ein wehmütiges Kinderlächeln: ,, Die mache ich zwischendurch, und spielen tu ich Sonntags. Aber dann find die meisten Kinder weg." Was machst du mit ,, Das dem Geld, das du als Trinkgeld bestommst?" darf ich behalten und dafür ins Kino gehen."„ Die Mutter ist Witwe, sie hat eine gutgehende Wasch- und Plättanstalt, aber vier Kinder durchbringen, ist zu ichwer für eine Frau. Da müssen die Kinder mithelfen." So schreibt Elfriede Lerche im Berliner Tageblatt Nr. 238 vom 22. 5.). - Kinderarbeit in gewerblichen Betrieben unterliegt dann einem gesetzlichen Schutz, wenn es sich um fremde Kinder handelt. Aber die Heimarbeit! Für den Gesetzgeber beinahe unmöglich, sie einfach ganz zu derbieten. Das Elend ist oft so groß, irgend jemand in der Verdienst so anstrengend und mühsam, daß auch der soFamilie ist immer entweder frant oder arbeitslos, der zial empfindende Mensch nicht entscheiden mag zwischen der Möglichkeit, die Kinder arbeiten oder hungern zu lassen. Stundenlang sitzen sie gebeugt und nähen Knöpfe an oder ziehen Bänder durch Wäschestücke, oder besorgen die Geschwister und fast allein den Haushalt; die Mutter ist entweder auf Arbeit oder muß nähen. Hunderttausend Arbeitslose in einer Großstadt das bedeutet ebensoviel Kinderarbeit und Kindernot. In einem der größten Berliner Arbeitsbezirke wurde ermittelt, daß von 285 erfaßten gewerblich tätigen Kindern mit Arbeitskarte 95 Kinder= 30 Prozent, ohne Arbeitskarte 190 Kinder= 70 Prozent beschäftigt waren. Die Arbeitskarten waren: Angelernte Arbeit 57 Kinder, Botendienste 117 Kinder, Haushaltsarbeit 26, Zeitungstragen 46, Kegelaufsetzen 6, Tanzen 7, Heimarbeit 5, Blindenführer waren 4 Kinder. Der Deutsche Landkreistag hielt am 11. und 12. Juni in Bad Pyrmont seine diesjährige Hauptversammlung ab, zu der Vertreter aus allen deutschen Ländern, mit Ausnahme von Walded und Bremen, sowie der Aufsichtsbehörden erschienen waren. Im Mittelpunkt der Verhandlungen stand die Frage des Siedlungs- und Wohnungswesens, die für die Landkreise von besonderer Bedeutung ist. Die Verhandlungen, in denen das Hauptreferat in Händen des Regierungspräsidenten Krüger- Lüneburg lag, hatten kurz folgendes Ergebnis: 1. Der Wohnungsbau ist für das platte Land nicht minder nötig, wie für die Städte. 2. Die ländliche Siedlung ist nicht nur aus bevölkerungspolitischen und sozialen, sondern auch aus wirtschaftlichen Gründen energisch zu fördern. 3. Der Landkreistag ist grundsätzlich der Auffassung, daß auf dem Gebiete der Wohnungswirtschaft der Wegfall des Zwangssystems angestrebt werden muß. 4. Bis dahin muß danach gestrebt werden, daß die auf der Grundlage der Zwangswirtschaft aufgestellten Bauprogramme der einzelnen Länder nach einem auf lange Holzhausen werden", an eine Werbung um die Hand seiner! Tochter dachte er nicht von ferne. Weit riß er die Augen auf, als der junge Mann in geziemenden Worten seinen Antrag vorbrachte. Als Hans seine Rede vollendet hatte, herrschte eine Weile Schweigen. Dann aber zog der Schultheiß die Schleusen auf; hämisch und höhnisch war von Anfang der Tonfall seiner Stimme:„ Es ist mir natürlich eine große Ehre, wenn ihr um meine einzige Tochter freit und ihr meint gewiß, ich müßte dafür submissest( demütigst) Dank sagen. Also, wer bin ich? Ich bin ein Hofbeständer, dazu der hochfreiherrliche Schultheiß. Und wer seid ihr? Ihr seid ein wandernder Schustergeselle ohne Grund und Boden unter den Füßen, und nun denkt ihr es euch wunderschön, wenn ihr euch in das feingemachte Nest setzt und später vielleicht noch Schultheiß werdet. Hui, das wäre eine seine Sache. Jhr glaubt doch selbst nicht, daß ich Ja und Amen dazu sage. Also, da wird nichts draus. Den Gang hättet ihr euch sparen können." Bekümmerten Antliges saß Frau Margarete da; sie machte mit der Hand eine bittende Gebärde nach ihrem Mann hin, doch diesen verlegenden Ton, der ihr in die Seele schnitt, zu lassen, allein dieser winkte ihr mit herrischem Kopfschütteln Schweigen zu. Hans Heeger wäre am liebsten aufgestanden und hätte das Zimmer verlassen, doch um Sybillens willen bezwang er sich. Die würdige Weise und der ruhige Ton, in dem er sprach, machte auf Frau Michel einen tiefen Eindrud; der Schultheiß aber blieb unbewegt. ..Ihr irrt euch. Schultheiß, wenn ihr meint, ich sei arm und hätte nur meine Profession; in meiner Heimat habe ich Haus und Hof, Aecker und Wiesen, und mein Besitz wird nicht geringer sein als eurer. Das wird jetzt alles verkauft; mit dem Geld kann ich mich hier ansässig machen, und wenn ihr auch eurer Tochter nicht einen Heller mitgebt, so wird sie doch eine wohl habende Frau in einem wohlhabenden Haus, ganz abgesehen davon, daß ich mit meiner Schuhmacherkunst jederzeit eine Familie reichlich ernähren kann. Also einen armen Schluder, dem man wie einem lästigen Bettelmann die Türe weisen kann, habt ihr nicht vor euch, sondern euresgleichen. Das wollet bedenken." Nr. 26. Gicht berechneten Generalplan des Reiches durchgeführt werden. Diese Bauprogramme müssen nach den Geboten einer gefunden Bevölkerungspolitit orientiert sein. 5. Bei allem Suchen nach ausreichenden Geldbeschaffungsmög lichkeiten, wobei auch die Heranziehung von Erwerbslosengeldern zu erwägen ist, muß anerkannt werden, daß die Hauszinssteuer( Geldentwertungsausgleichssteuer) weilen die Hauptfinanzierungsquelle für den Kleinwoh nungsbau bleiben wird. einit Sonnabend, ben 26. Jun „ Land un Auch einen Bismard übert heißer Sehnsucht, nach schlichten mach frischer, grüner Natur und gegenüber dem lauten Geheul un seufzte er noch„ Land und Wald" Deutschland.... Aber so mand findet auch dieses Schnen. Es ist Körper und Geele zugleich:„ Mal Und man denkt an ein Aus tigung des äußeren und inneren der Erholung. Es kommt darauf haben. Es muß der Rhythmus d Zauber entfalten Bas solchen Zug zur Gefundur Taufende zu kosten, das schlep Magsforge mit! Da grüßt Wald und Bergrevi jeinen Feldern und Bauernhöhen ihrer Sitte und ihrem Brauch. nur mit dem Verstand, sondern and wieder übe man sich in einer 6. Da Siedlungs- und Wohnungswesen wesentliche Faktoren einer wahren staatserhaltenden Politik sind, sind bei der bevorstehenden Verwaltungsreform in Preußen alle Hem mungen zu beseitigen, die der Verwirklichung der Wohnungsreform und des Siedlungswesens entgegenstehen. 7. Die Anjegung von Siedlern darf nur in einer Weise erfolgen, die deren Existenzmöglichkeit sicherstellt. Dieses Ziel wird nur zu erreichen sein, wenn die landwirtschaftliche Produktion durch Erleichterungen auf dem Gebiete des Steuerwesens, der Tarifs, Verkehrs- und Zollpolitik unterstützt werden. Deshalb mus vor allen Dingen auch die Geldentwertungsausgleichssteuer in tragbaren Grenzen gehalten werden. Die Siedlung soll in erster Linie auf fultiviertem Dedland erfolgen; Großgrundbefit darf nur, soweit es schlecht bewirtschaftet ist, zerschlagen werden. Lokales. Sonntagsgedanken! Jst nicht das Leben vieler Menschen nur eine Jagd nach dem Glück? Und wie viele erhaschen es nicht und suchen und suchen weiter, bis das Ende ihrer Tage ihnen sagt: dein Leben war leer, glüd- und freudlos! Jm haftenden Alltag, im Wirrwarr der Menschen, an den rastlosen Tagen der Arbeit, da findest du Suchender nicht das Glück dieser Erde, denn es meidet den Lärm der Straße, kennt nicht die Vergnügungsstätten der Menschen, flieht Gold und Glanz und geht dem Strom der Maffen aus dem Wege. sehr nötigen Lebenskunst! W bald den persönlichen Lebensgewi 1 Wegesperre. Anlaßlich der ar benden Ruderregatta wird der F Footshause der Gießener Ruderg gang nach der Ederstraße( Bahnüb 6-7 Uhr nachmittags und am 4. mittags 12 Uhr und von nachmitta Durchgangsverkehr gesperrt.-& von Aufbruchsarbeiten das Drill and Neven- Bäu vom 17. Juni 1 jeglichen Fuhrwerksverkehr ebenfa * Kreis- Obst- und Gartenbaur den 4. Juli, nachmittags 2% Uhr, bau) eine Hauptversammlung, ve tigungsrundgang von Obftanlagen der ist die Beteiligung offen. ** Bon der Universität. praktische Theologie Lic. Dr. phil. Universität Bonn ehrenhalber zu nannt worden. Wenn nach harter Arbeit der Woche die Sonntagsglocken durch die Lande läuten und Ruhe und Stille den Lärm der Straßen ablöst, da lockt heiliger Friede und Glüd aus himm lischen Höhen auf diese Erde. Wenn zum Kirchlein die Beter wallen, wenn festlich geschmückt mit Blumen und Bändern die Jugend zwischen Eltern und Greisen zum Hause Gottes zieht, da gesellt es sich heimlich zu ihnen und zieht weiter all überall hin, wo Sonntagsfriede und Ruhe den Lärm verdrängte. Es fliegt in die Städte, es zieht auf das Land, es grüßt den Einsamen im Walde, schaut in die Stuben der Armen, in die Paläste der Reichen, spielt mit den Kindern im sonnigen Hag und läßt Sonne herein in die leidensdunklen Stuben der Kranken. Und überall, wo es den Tag erhellt, wo nicht lärmende Menschen den Sonntag stören, wo Feierstille und Glockenklang die Weihe der Stunde bringen, da klingt es und singt es durchs feiernde Land: ,, Sonntag ist's, ein heil'ger Friede Liegt auf Erden weit und breit, Sonntag ist's in allen Herzen, Sonntag ist's für alle Schmerzen, Heil'ger Sonntag weit und breit." Das ist das Glück, das der Himmel gesandt und das am Sonntag über die Erde zieht. Jetzt, wo Wald und Fluren in schönster Sommerpracht dastehen, wenn hell und rein durch den jungen Morgen die Glocken rufen, wenn Gottes Friede auf die Erde sich senkt, dann wird deine Seele besser das Glück schauen und das feine Klingen hören: Sonntag ist's. Wer das Glück finden will, muß Sonntags die Natur schauen. Waldfried. Maizenander das Nährmehl Kranke Frau Margarete nidte zu dieser Rede, und weil sie eine durch und durch wahrhaftige Seele war, empfand sie die Wahrheit der Aussage und glaubte dem Bewerber; ihr Mann aber mit nichten. Er glaubte, sehr weise zu sein, indm er bei sich dachte:„ Die Pfalz ist noch weiter von Holzhausen als der Mond von der Erde. Sein Hofgut kann gerade so gut dort oben wie hier unten liegen." Dann aber erwiderte er:„ Das mag ja alles sein, aber es geht mich nichts an, denn ihr kommt zu spät. Der Gerichtsschöffe Gerhard Feuerbach hat mein Wort, dessen Aeltester mird mein Eidam und damit basta!" Da aber fuhr Fiat Margarete auf und schaute mit rajchem Blick nach ihrem Manne hin, doch in der Gegenwart Hans Hee gers legte sie sich Schweigen auf. Ein leichtes Lächeln war um die Lippen des Gesellen, als er antwortete:„ Das Wort werdet ihr wohl nicht einlösen fönnen. Da hättet ihr eure Tochter zuvor besser einmal gefragt. Eher reißt ihr die Sonne und die Erde auseinander, als meine Sybille und mich. Drum überlegt euch die Sache noch einmal, che ihr Braft und Unfrieden in euer Haus bringt." Peter Michel lachte ein miẞtönendes Lachen:„ Seit wann ist es denn Mode, daß die Kinder und gar die Weibsleute gefragt werden. Ich habe das Regiment, und wie ich tommandiere, so wird exerziert. Und damit wären wir zwei wohl fertig mit einander." Sprach's und stand auf. Das war eine grobe Verletzung der bäuerlichen Sitte und fam einer Aufforderung, zu gehen, gleich. Auch Hans erhob sich:„ Jhr seid im Irrtum, Schultheiß, wenn ihr meint, die Sache wäre alleweil fertig; fie fängt erst an: Guten Tag beisammen." Und er ging. Draußen im Flur stand Sybille; sie brauchte den Geliebten nicht zu fragen, welche Antwort er bekommen, an seinem Gesicht las sie es ab. ..Ich komme in einer Stunde zu meinem Pätter, Hans, bleibe zu Haus und warte auf mich!" sagte fie leise, drückte ihm die Hand und ging hinein in die Stube. Dort wurde jetzt eine harte Schlacht geschlagen. ,, Was brauchst du den Burschen so jadgrob abzuweisen! Da 1 ฐ Bertreterversammlung der h delstammer. Die hes. Industrielegten Dienstag in Bad- Nauheim tagsabgeordneten Christian Scho jammlung ab. Die Beratungen e auf Gewerbebesteuerung in Hesser Grundbesitz, Prüfung industrielle Gesetzes über den Vergleich zur hessische Gebühren für Gewerbeleg Gleibergverein. Samstag, 3% Uhr, findet auf der Burg Gleib mit reichhaltiger Tagesordnung st * Deutscher Landgemeindetag. tag hält seine nächste Mitgliederve Mainz ab. Zur Verhandlung steh gleich und die Erhaltung der Gelt Die Jahresversammlung der S Darmstadt am 14. Juni befriedig Maße. Denn es wurden dort bren mienschaftliche Fragen tiefgehend mittags 11 Uhr wurde die Ta firchenamtes durch eine Ansprache Bad Nauheim über 2 Kor. 4, 3 f. Begrüßung durch den Vorsitzenden Friedberg, eröffnet. Hierbei gei meier Männer, die auch für uns mit hast du nicht ihn, sondern die ordentlichen Leuten da ist und nu mit Händen greifen. Und wenn wohlhabend ist, dann konntest Dingen." In diesem Augenblick betrat „ Dente dir, Sybille, dein W Heltestem verheiraten! Go, sosollen mal römisch sein, und die hwinden. Von wem stammt de mir? Was du bei uns zweien mit lonvertieren, das soll jetzt Das gerät dir nicht. Da habe jureben" Da trat der Schußtheiß mi daß es dröhnte:„ Das Haus hie Gemeinde wird latholisch!" Da erhob sich die Frau vom ; die fleine, verkrümmte Gesta bu vielleicht fatholisch, Peter? lichen latholischen Christen, der c lafie ich gelten. Du aber handel Weg Brot ich e, deß Lied ich Ingelheim morgen lutherisch, so bermorgen reformiert, jo sprin it dein Vorteil, und da willst Glauben meines Kindes antasten ligite und Höchste ist für Leben u baus tommt, jo lange id) atme, at du ein für allemal wissen. Und ich, Bater," sagte eme den jungen Feuerbach Suger wird mein Ehemann un Das ist ja eine schöne W Weibsleute ziehen die Hosen a Weiberrod triechen. Dann lagt tarz schneiden nach Art der M inger wird." Str. 26. 1 Generalplan des Reiches durchgeführ Bauprogramme müssen nach den Geboten Bevölkerungspolitik orientiert sein. nach ausreichenden Geldbeschaffungsmög auch die Heranziehung von Erwerbslojen en ist, muß anerkannt werden, daß die ( Geldentwertungsausgleichssteuer) einst finanzierungsquelle für den Kleinwoh wird. nd Wohnungswesen wesentliche Fattoren serhaltenden Politit sind, sind bei der be valtungsreform in Preußen alle Hem en, die der Verwirklichung der Wohnungs edlungswesens entgegenstehen. Siedlern darf nur in einer Weise er Existenzmöglichkeit sicherstellt. Dieses erreichen sein, wenn die landwirtschaftliche Erleichterungen auf dem Gebiete des Tarif, Verkehrs- und Zollpolitik unter jalb muß vor allen Dingen auch die Geld ichssteuer in tragbaren Grenzen gehalten lung soll in erster Linie auf fultiviertem Großgrundbesiz darf nur, soweit es schle erschlagen werden. Lokales. nntagsgedanken! vieler Menschen nur eine Jagd nach dem erhaschen es nicht und suchen und suchen ihrer Tage ihnen sagt: dein Leben war s! Im hastenden Alltag, im Wirtware castlosen Tagen der Arbeit, da findest du idk dieser Erde, denn es meidet den Lärm t die Vergnügungsstätten der Menschen, und geht dem Strom der Massen aus dem Arbeit der Woche die Sonntagsgloden n und Ruhe und Stille den Lärm der theiliger Friede und Glück aus himm Erde. Wenn zum Kirchlein die Beter geschmückt mit Blumen und Bändern die n und Greisen zum Hause Gottes zieht, ich zu ihnen und zieht weiter all überall De und Ruhe den Lärm verdrängte. Es s zieht auf das Land, es grüßt den Eint in die Stuben der Armen, in die Paläste den Kindern im sonnigen Hag und läßt eidensdunklen Stuben der Kranken. Und erhellt, wo nicht lärmende Menschen den ierstille und Glockenklang die Weihe der igt es und singt es durchs feiernde Land: ist's, ein heil'ger Friede Erden weit und breit, I's in allen Herzen, ' s für alle Schmerzen, onntag weit und breit." das der Himmel gesandt und das am e zieht. Jetzt, wo Wald und Fluren in dastehen, wenn hell und rein durch den oden rufen, wenn Gottes Friede auf die bird deine Seele besser das Glück schauen hören: Sonntag ist's. en will, muß Sonntags die Natur schauen. Waldfried. zena Säuglinge für Kinder hrmehl Kranke nickte zu dieser Rede, und weil sie eine aftige Seele war, empfand sie die Wahrglaubte dem Bewerber; ihr Mann aber bte, sehr weise zu sein, indm er bei sich noch weiter von Holzhausen als der Sein Hofgut kann gerade so gut dort iegen." te er: ,, Das mag ja alles sein, aber es enn ihr kommt zu spät. Der Gerichtsch hat mein Wort, dessen Aeltester wird baſta!" Margarete auf und schaute mit raschem e hin, doch in der Gegenwart Hans Hee eigen auf. In war um die Lippen des Gesellen, als Bort werdet ihr wohl nicht einlösen kön are Tochter zuvor besser einmal gefragt. ne und die Erde auseinander, als meine m überlegt euch die Sache noch einmal, eden in euer Haus bringt." ein mißtönendes Lachen:„ Seit wann e Kinder und gar die Weibsleute gefragt Regiment, und wie ich kommandiere, so mit wären wir zwei wohl fertig mit auf. Das war eine grobe Verlegung der am einer Aufforderung, zu gehen, gleich. sich:„ Ihr seid im Irrtum, Schultheiß. Sache wäre alleweil fertig; sie fängt erſt imen." ſtand Sybille; sie brauchte den Geliebten Antwort er bekommen, an ſeinem Gesicht er Stunde zu meinem Pätter, Hans, bleibe uf mich!" sagte sie leise, drückte ihm die in die Stube. ine harte Schlacht geschlagen. den Burschen so sadgrob abzuweisen! Das Sonnabend, den 26. Juni 1926. ,, Land und Wald." Auch einen Bismard überfam es manchmal von ſtiller, heißer Sehnsucht, nach schlichten Menschen und Verhältnissen, nach frischer, grüner Natur und nach einem inneren Ausgleich gegenüber dem lauten Geheul und Gedudel des Tages. Dann seufzte er noch ,, Land und Wald".... Andere Zeiten, anderes Deutschland Aber so mancher geplagte Stadtmensch emp findet auch dieses Sehnen. Es ist ein Erholungsverlangen nach Körper und Seele zugleich:„ Mal heraus!" Und man denkt an ein Ausruhen, dem eine neue Erträf tigung des äußeren und inneren Menschen folgen soll. Es gilt der Erholung. Es tommt darauf an, eine Luftveränderung zu haben. Es muß der Rhythmus des Wechsels seinen belebenden Zauber entfalten Was solchen Zug zur Gesundung hatach, es braucht nicht Tausende zu tosten bas schleppe aber nicht das Gepäck der Alltagssorge mit! Da grüßt Wald und Bergredier. Die ist das Landleben mit jeinen Feldern und Bauernhöhen. Da sind andere Menschen ihrer Gitte und ihrem Brauch. Dort suche man zu lernen, nicht nur mit dem Verstand, sondern auch mit der Seele! Wieder. und wieder übe man sich in einer, gerade in fremder Umgebung so sehr nötigen Lebenskunst! Wer dies tat, der merkie wohl bald den persönlichen Lebensgewinn. r * Wegesperre. Anläßlich der am 3. und 4. Juli 1926 stattfinbenden Ruderregatta wird der Feldweg am Bahndamm vom Bootshause der Gießener Rudergesellschaft bis an den Durchgang nach der Ederstraße( Bahnüberführung) am 3. 7. 1926 Don 5-7 Uhr nachmittags und am 4. 7. 1926 von vormitags 8 bis mittags 12 Uhr und von nachmittags 2 bis abends 7 Uhr für den Durchgangsverkehr gesperrt. Ferner wird wegen Vornahme von Aufbruchsarbeiten das Drillergäßchen zwischen Neuenweg und Neuen Bäu vom 17. Juni 1926 ab bis auf weiteres für jeglichen Fuhrwerksverkehr ebenfalls gesperrt. * Kreis- Obst- und Gartenbauverein Gießen. Am Sonntag, den 4. Juli, nachmittags 2% Uhr, findet in Lich( Steins Gaalbau) eine Hauptversammlung, verbunden mit einem Besich tigungsrundgang von Obstanlagen statt. Auch für Nichtmitglieder ist die Beteiligung offen. ** Bon der Universität. Der ordentliche Professor für praktische Theologie Lic. Dr. phil. Leopold Cordier, ist von der Universität Bonn ehrenhalber zum Doktor der Theologie ernannt worden. * Bertreterversammlung der hessischen Industrie- und Handelskammer. Die hess. Industrie- und Handelskammern hielten letzten Dienstag in Bad Nauheim unter dem Vorsitz des Landtagsabgeordneten Christian Scholz- Mainz eine VertreterverJammlung ab. Die Beratungen erstredten sich in der Hauptsache auf Gewerbebesteuerung in Hessen, Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz, Prüfung industrieller Lehrlinge, Entwurf eines Gesetzes über den Vergleich zur Abwendung des Konkurses, hessische Gebühren für Gewerbelegitimationsfarten. * Gleibergverein. Samstag, den 3. Juli, nachmittags 3½ Uhr, findet auf der Burg Gleiberg eine Generalversammlung mit reichhaltiger Tagesordnung statt. * Deutscher Landgemeindetag. Der Deutsche Landgemeindetag hält seine nächste Mitgliederversammlung am 29. August in Mainz ab. Zur Verhandlung stehen der kommende Finanzausgleich und die Erhaltung der Selbständigkeit der Gemeinden. - Die Jahresversammlung der Hessischen Missionskonferenz in Darmstadt am 14. Juni befriedigte die Teilnehmer in hohem Maße. Denn es wurden dort brennende religions- und missions= wissenschaftliche Fragen tiefgehend behandelt. Beginnend vormittags 11 Uhr wurde die Tagung im Saale des Landeskirchenamtes durch eine Ansprache von Herrn Pfarrer Knodt von Bad Nauheim über 2 Kor. 4, 3 f. eingeleitet und dann mit einer Begrüßung durch den Vorsitzenden, Herrn Professor Werner von Friedberg, eröffnet. Hierbei gedachte er ehrend und dankbar zweier Männer, die auch für unser hessisches Missionsleben von mit hast du nicht ihn, sondern dich verschimpfiert. Daß er von ordentlichen Leuten da ist und nur tüchtig ist, das kannst du doch mit Händen greifen. Und wenn du nicht glaubst, daß er auch wohlhabend ist, dann konntest du ja eine Wartezeit ausbedingen." In diesem Augenblick betrat Sybille die Stube. ,, Denke dir, Sybille, dein Vater will dich mit Feuerbachs Aeltestem verheiraten! So, so du meinst, meine Enkelkinder sollen mal römisch sein, und die Bibel soll aus dem Haus verschwinden. Von wem stammt denn das Haus, von dir oder von mir? Was du bei uns zweien nicht fertig gebrachst hast, daß wir konvertieren, das soll jetzt so hintenherum gemacht werden. Das gerät dir nicht. Da habe ich auch noch ein Wörtchen mitzureden." Da trat der Schußtheiß mit voller Gewalt auf den Boden, daß es dröhnte:„ Das Haus hier wird katholisch, und die ganze Gemeinde wird katholisch!" Da erhob sich die Frau vom Stuhl und trat auf ihren Mann zu; die kleine, verkrümmte Gestalt redte sich in die Höhe:„ Bist du vielleicht katholisch, Peter? Nichts bist du! Einen ordent lichen katholischen Christen, der auf seinen Glauben etwas hält, lasse ich gelten. Du aber handelst nach dem abscheulichen Wort: .., Weß Brot ich eß, deß Lied ich sing." Wird der Freiherr von Ingelheim morgen lutherisch, so wirst du's auch, und wird er übermorgen reformiert, so springst du mit. Deine Konfession ist dein Vorteil, und da willst du meinen Glauben und den Glauben meines Kindes antasten, wo uns der Glaube das Heiligste und Höchste ist für Leben und für Sterben. Hier in dieses Haus kommt, so lange ich atme, kein katholischer Eidam. Das sollst du ein für allemal wissen." ,, Und ich, Vater," sagte Sybille mit starker Betonung, ,, nehme den jungen Feuerbach nie und nimmer. Der Hans Heeger wird mein Ehemann und sonst keiner." ,, Das ist ja eine schöne Welt", schrie der Schultheiß,., die Weibsleute ziehen die Hosen an, und unsereiner soll in den Weiberrock kriechen. Dann lagt euch doch auch gleich die Haare turz schneiden nach Art der Mannsleute, damit euer Verstand länger wird." " Gießener Zeitung" D. Schlosser, früher lange Pfarrer in Gießen, wo er auch in der gleichen Stunde beerdigt wurde, und des Miss- Insp. D. Würz Bedeutung geworden waren, des Herrn Geheimen Kirchenrates Don Basel, der als ein anerkannter Missionsführer vor 10 Tagen plöglich in Heilbronn auf einem Bibelkursus gestorben ist. Geh. Rat D. Schlosser war der Begründer des Oberhessischen Vereins für die Baseler Mission und gehörte lange Zeit dem Vorstand der Heff. Missionskonferenz an. Das Andenken beider Männer wurde von der Versammlung in der üblichen Weise geehrt. Nach Verlesung des Jahresberichtes und der Rechnungsablage, die einen günstigen Stand aufwies, wurde das Wort dem Hauptredner erteilt. Herr Prof. D. Dr. Heiler von Marburg sprach über„ Die Mission des Christentums in Indien." Nach einer vorzüglichen Einführung in das philosophische und religiöse Geistesleben Indiens, dessen ungeheuere Literatur erst zu einem fleinen Teil erforscht sei, formuliert er das Verhältnis des Christentums zu den indischen( höchst vielgestaltigen) Religionen etwa so, daß die christliche Religion als der flärende, vertiefende und vollendende Abschluß für die besten Elemente des Hinduis mus und Buddhismus aufgefaßt werden könnte. Dem entspre chend sei die christliche Missionstätigteit zu gestalten. Wie zu erwarten, erfolgte am Nachmittag in der Besprechung dieses Vortrages ein starker Widerspruch durch einen wissenschaftlich und praktisch erfahrenen Missionar, den Prof. D. Heiler, abzuschwächen oder zu berichtigen suchte. Auch beantwortete er zwei Fragen von Prof. D. Dr. Frid- Gießen, daß nämlich die indisch religiöse Literatur das Alte Testament nicht verdrängen sollte, und daß das indische Christentum die Gläubigen zu einer persön= lich aktiven Entscheidung( statt zu einer bloßen Akkomodation) führen müsse. Vor dieser Aussprache gab Herr Miss.- Insp. Sted einen fesselnden Bericht über die Gemeindemissionen unter den heidnischen Völkerſtämmen seitens christlicher Gehilfen auf NeuGuina, im ehemaligen Gebiet der Neuendettelsauer Mission. Herr Pfarrer Fischer von Groß- Bieberau sprach das Schlußwort Das 42. hessische Landeskirchengesangsfest in Friedberg nahm einen erfreulichen Verlauf. Im Festgottesdienst sangen die 500 Sänger und Sängerinnen in dem Chorraum der herrlichen alten Stadtkirche ihre z. T. nicht leichten Chorgesänge unter der sicheren Leitung von Studienrat Borngässer- Darmstadt kraftvoll und wohlklingend, das Orgelspiel hatte Oberreallehrer Reinheimer, die Festpredigt Dekan Schäfer- Büdingen übernommen. Der Grundton der Feier wurde das Gedächtnis an Paul Gerhardt angeschlagen. Bei der Nachfeier, die in Ermangelung eines anderen großen Raumes wieder in der Stadtkirche abge= halten wurde, sangen die einzelnen Chöre je ein Lied. Ansprachen wurden von dem Vorsitzenden des Kirchenvorstands. Pfarrer Lic. Gengnagel, von Prälat D. Dr. Diehl und Geheimrat D. Dr. Flöring gehalten. Bei der Hauptversammlung, die gleichfalls sehr anregend verlief, wurde von dem Schriftführer, Oberreallehrer Weide, mitgeteilt, daß der Verein jetzt 217 Ortsvereine umfaßt, nämlich 105 in Starkenburg, 46 in Oberhessen, 66 in Rheinhessen. * Verbandstag. Der Verband südwestdeutscher Schulgeographen hält vom 26 bis 29. Juni in Freiburg i. Br. seine Verbandstagung ab. * Deutsche Photographische Ausstellung in Frankfurt a. M. 1926. Die erste Deutsche Photographische Ausstellung größeren Stils nach Kriegsende findet vom 14. August bis 1. September 1926 in Frankfurt a. M. statt. Während der Ausstellung finden Tagungen der Zentralverbände Deutscher PhotographenVereine und Jnnungen und des Deutschen Amateurverbandes statt, sowie ein Internationaler Photographentag. Diese Aus= stellung dürfte für die weitere Entwidlung der Photographie von großer Bedeutung sein. Ans Nah und Fern. Lollar. In den Buderusschen Eisenwerken, Abtlg. Lollar, ist jetzt in einigen Spezialbetrieben eine weitere Feierschicht eingelegt worden, die zunächst auf zwei Montage dieses und des nächsten Monats bestimmt worden ist. Mit den bisher schon Sprach's und verließ die Stube, indem er dröhnend die Tür ins Schloß warf. Die Mutter aber sagte zur Tochter:„ Sybille, laß den Kopf nicht hängen, ich halte zu dir, und ich kriege den Vater schon noch herum, daß du deinen Hans heiraten darfst. Wenn er sein Werk in der Heimat verkauft hat, und man erfährt, daß er einen Scheffel voll Gulden hat, dann sollst du einmal sehen, wie rasch der Wind aus einer besseren Ede pfeift. Ich kenne doch deinen Vater." - Und sie seufzte tief auf bei den letzten Worten. Natürlich wußte bereits am Abend dieses Sonntags das ganze Dorf, daß Hans Heeger um die Schultheißen Tochter ange= halten, dieser aber dem Freier die Türe gewiesen habe. Die einen fanden das Verhalten des Schultheißen selbstverständlich, ,, einen Habenichts, und wenn er ein noch so tüchtiger Handwerksmann ist, gibt ein Hofbeständer doch nicht die Tochter, zumal wenn es die einzige ist." Die andern aber meinten:„ Der Heegerhans soll ja gar nicht arm sein, er ist doch nur vor den vermaledeiten Wälschen ausgerüdt. Er soll so viel Geld haben, daß er dem Michel seinen Hof zweimal laufen kann." Darauf die Gegenseite: Was Gewisses weiß man nicht, und auf Leutegeschwät tann man teine Freierei aufbauen." Auch der Herr Amtmann Johann Nikolaus Stubenrauch erfuhr von dieser Begebenheit; die Magd brachte die Neuigkeit wie eine frische Semmel vom Brunnen heim, und die Frau Amtmännin zögerte nicht, ihren gestrengen Eheherrn zu benachrichtigen. Dieser hörte mit großer Aufmerksamkeit zu und stellte dann als Ergebnis fest:„ Der Schultheiß ist ein ausgewachsener Esel; er muß einmal zitieret werden." solle ,, Was willst du denn mit ihm verhandeln? Meinst du, er Doch der Amtmann schnitt seiner Gattin die Rede mitten durch: Wie oft muß ich dir sagen, daß Amtsgeheimnisse Amtsgeheimnisse sind." Darüber war die Frau sehr ungehalten: ,, Nun denn, wenn ich nur die Frau Stubenrauch und nicht die Frau Amtmännin Nr. 26. bestehenden Feierschichten sind es jetzt sechs Arbeitstage im Monat, an denen in diesen Betrieben die Arbeit ruht. Lollar. Sein. 65. Stiftungsfest verbunden mit einem Jugendsest begeht am 26., 27. und 28. Juni der hiesige Turn und Gesangverein. Lich. Zu der Jubelfeier der hiesigen Freiwilligen Feuer wehr anläßlich des 50. Stiftungsfestes haben mehr als 20 Weh ren von Auswärts ihre Beteiligung zugesagt. Bellersheim. Der hiesige Gesangverein„ Germania" begeht heute und morgen( 26. und 27. Juni) das Fest seines 50jährigen Bestehens, mit dem zugleich das diesjährige Bundesfest des Weiterauer Sängerbundes abgehalten wird. * Aus dem Vogelsberg. Seit längerer Zeit bereits wird seitens der interessierten Stellen und Körperschaften eindringlichst das Projekt erwogen, zur Erschließung des höheren Vogels. berges von Birstein aus durch das Tal der Seemen und im Anschluß an die Wächtersbach- Birsteiner Kleinbahn eine eingleißige Bahnverbindung mit dem inneren Vogelsberg zu schaffen. Da die Reichsbahngesellschaft sich für unabsehbare Zeit jeglichem Bahnneubau abhold zeigt, steht man, um das Projekt, dessen Verwirklichung für die Hebung der Bodenschätze des Vogels. berges von größter Bedeutung ist, ausführen zu können, vor der Notwendigkeit, auf privatem Wege vorzugehen. Ein größeres Unternehmen hat bereits für den Bau der Bahn 200 000 Mart gezeichnet und außerdem haben eine ganze Reihe von Anliegern der projektierten Strede sich zur unentgeltlichen Hergabe des Geländes bis nach Kefenrod( O. H.) bereit erklärt. Bingen. Eine Erfindung von großer Tragweite für den gesamten Eisenbahnbetrieb wurde vorgestern in Bingen ausgeprobt. Es handelt sich darum, einen Zug im bezw. vor dem geschlossenen Signal selbsttätig zum Salten zu bringen. Es ist selbstverständ lich, daß dieser Erfindung große Bedeutung beizulegen ist. Die Versuche mit verschiedenen Geschwindigkeiten, ansteigend bis zur Filzugsgeschwindigkeit, endigten mit ausgezeichnetem Erfolg. Es handelt sich um einen ganz einfachen Apparat. Der Erfinder ist ein Eisenbahnschlosser aus Biebrich. In den nächsten Tagen sollen in Berlin die Versuche wiederholt werden. Kassel. Anläßlich des Hessischen Reformationsjubiläums, das am 21. und 22. Oktober d. J. in Homberg( Bez. Kassel) durch eine Feier der gesamten Landeskirche begangen werden soll, be absichtigt die Landesbibliothek zu Kassel eine Ausstellung ihrer wertvollen Schäße aus der Frühzeit der Evangelischen Kirche in Sessen. Aschaffenburg. Am Montag ist bei Ruppertshütten im Spessart auf freiem Felde ein ausländischer Freiballon niedergegangen, der in Brüssel aufgestiegen war. Die Insassen wollen die Ballonfahrt zu Forschungszweden unternommen haben. Neue Bücher. Ein Buch zum Lust und Planmachen! Wie wohnt man im Eigenhause. Wie beschafft man sich Baukapital und Hypotheken! Praktische Winke für Baulustige. Herausgegeben von Bauinspektor F. Flur und Architekt Ph. Ka hm. Mit 225 Abbildungen geb. R.-Mr. 3,60( Porto 20 Pfg.) 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Der Amtmann wehrte voll Lebhaftigkeit ab:„ Ich werde es dir später offenbaren." - ,, Go, so," fuhr die Frau erbost auf ,,, wenn's die Spatzen schon von den Dächern pfeifen! Du meinst wohl, ich könnte nicht silence( Schweigen) bewahren. Hältst du mich vielleicht für eine Gassenläuferin oder Gemeindeklatschbase? So, das ist der Dant dafür, daß ich dem Obristleutnant Clemann Wiederstand geleistet habe, und habe so start protestiert und ihm zugesetzt, daß er froh war, als er endlich aus dem Hause weichen fonnte!" Der Amtmann dachte, innerlich seufzend ,,, wäre ich doch auch draußen!" ,, Liebe Frau, ich habe ja deine Tapferkeit bereits Geiner Exzellenz gemeldet, auch ist sie in allen amtlichen Berichten gebührend eleviert( erhoben) worden." Doch die Frau Amtmann ließ sich auch durch diesen wohlriechenden Köder nicht von der Fährte abbringen:„ Und willst du dich nicht gefälligst auch daran erinnern, daß du sehr oft übel beraten warst, wenn du allein entschieden hast, daß du aber nicht ein einziges Mal schlecht gefahren bist, wenn ich dir meinen Rat gegeben hatte." Amtmann Stubenrauch gab nach und weihte die Gattin endlich in seinen Plan ein. Natürlich behauptete sie sofort, daß er ihr damit gar nichts Neues jage, das habe sie von vernherein gewußt; den Weg aber, den er einschlagen wollte, hieß sie verlehrt und undiplomatisch. Er, der Amtmann müsse alle Fäden in der Hand behalten und das Net so fest spannen, daß es ein Entrinnen unter gar teinen Umständen gäbe. Lange wurde her und hin, und hin und her geredet, endlich trat der Amtmann der Meinung seiner Frau bei. So wurde nun zunächst der Schultheiß in das Amtshaus entboten. ,, Warum habt ihr den Hans Heeger eigentlich so schroff abgewiesen? fragte der Amtmann. ,, Weil er ein Habenichts ist!" ( Fortjehung folgt.) Sonnabend, den 26. Juni 1926. ,, Gießener Zeitung" Mehr als 1200 verschiedene Formulare für Behörden, andere Amtsstellen, für Vereine und Körperschaften, sowie auch für die Geschäfte ständig am Lager Albin Klein, Giessen vormals Wilh. Keller, gegr. 1783 Seidenweiches Cocheres Haar durch Schaumpon mit dem schwarzen Kopf DAS ALTEEWÄHRTE KOPFWASCHPULVER + Günstigste Eindeckung Verlangen Sie Südanlage 21 Ruhr- Brechkoks Heizkräftigster, sparsamster Brennstoff für Zentralheizungen Erhältl. in all. gröss. Kohlenhandig. Erholungsuchende Sommerpreise finden in einem Pfarrhaus in Oberhessen in walbreicher, ruhiger Gegend von Mai bis September angenehmen Gommeraufenthalt. Pensionspreis 4.- Mr. Anfragen unter Ew. 34 an die Geschäftsstelle dieses Blattes. 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Und nicht Jahren, in der sich auch künftig derholen sollen, legt den Vergle len des griechischen Altertums n Vieles den Vergleich mit der An das griechische Volk suchen wir au innere Zerrissenheit und äußeres und Sammlung in friedlichem V Altertums ist so zerrissen gewes dur lleinstaatlichen Egoismus air jahrhundertelang gefra tanten, wie das alte Griechenla herrscht aber auch bei uns Friede Boden des Sportplates. Hier Politil, hier blüht in Wahrheit ei heran. Wie sehr wir alle Grund banten im Voltsbewußtsein zu e dies lehrt uns ein Blick auf die C immer eine Zeit der Renaissance empor stieg, da haben die Führer der das Ideal der altgriechischen zu erweden versucht. Umgekehr Niedergang der griechischen Kult gang der Körperpflege in allen i Die Wirkungen der Hungerb größten Teiles unseres Volkes un Krieges haben den Boden für ein bereitet. Als vor zwei Jahren di erziehung in Berlin versammelt und Pädagogen, Philosophen und in erllererster Linie die Pflege de würde, uns aus dem augenblidlich heit herauszuführen. Seitdem ho gogen und Aerzte zur Fahne de für Leibesübungen bekannt, und zu dem ersten interfraktionellen Aus deutschen Reichstag eine Dentschr die namhaftesten Vertreter der d schaft ausnahmslos für die Pflege übungen treibenden Verbände a darin, wenn auch nicht das einzig Jamite Mittel zur Wiedergefundur ertranten Bolles erbliden. Der Natur" findet in den Forderunge benden Jugend heute seinen natü Male in der Kulturgeschichte fin das nicht zugleich auch alle For meint und ablehnt, sondern das notwendig erkannte Pflege des moderne Pädagogik des Geistes. Der Boden, in dem das Saa Wer mich Von Erwi 15. Fort „ Hm, hm, das ist noch nicht ihr hier doch besser im Auge andern vorangeht, der Nutzen un Rire. Deshalb hat Seine Erze gemacht, nachdem ihr konvertier Mit offenem Mund höchs Fuchsgefit, jaz Peter Michel d darum joll doch mein Mädchen ,, Rein, Schultheiß, das soll soll eine andre protestantische Tochter zu dem Heeger inflinier Burschen fagen sollen, erst wer mein Schwiegerjohn werden." Der Schultheiz saz stodstei ipradh, tonnte man deutlich en mildung in jeine häuslichen V Derbat. Der Amtmann Stubenrauch des Mannes nicht anfechten.„ S übel vermerkt und sich recht in dag ihr in eurem Hause nicht d Leute nicht mantenieren könnt, Wenn aber der Liebhaber eure als Schwiegerjohn arreptieret m vielleicht sogar die Mutter." Da tennt ihr meine Wei einen Schädel wie von Eisen", Meinetwegen, aber wenn auch die Kinder fatholisch; und Ziel, ein Geschlecht nach dem 3n zwei Menjchenaltern tann,