Bücher. Nr. 42. ft in Berlin SW. 61, Teltowerer vornehmsten Ziele, das gute reisen des deutschen Volkes zu gliedsbeitrag von Mt. 3,90 pro nicht nur einen prächtigen Handondern außerdem fostenfrei die unde" zweimal im Monat. Aus Buch- Gemeinschaft ist hervorzuachvogel„ Oberit von Steuben" sgegeben von E. Th. Kauer. Der ersten Steuben, seine Schidjale in Sanssouci und in Amerita. ener Zeit. Roe. Eine Anleitung durch GelbstTer zu werden. Von Walter e. 150 Seiten. mit zahlreichen on Wilhelm Möller in Oranien: Mf. 2.-, geb. Mt. 3,-. Das Tragis. Von den einzelnen Ab: ,, Wie lerne ich frei sprechen?" " In unserer Zeit ist dies eine egenheit hat, die Werbeschriften rifen mit den entsprechenden gen zu vergleichen, wird bisher ben, daß in dieser Hinsicht in orden ist. Hiermit haben die Broschüre über ihre Krafträder der geschmackvollen Aufmachung rückhaltung verdankt. Verlag .b. H., Dresden- A 19. 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Das Volksbegehren im Hessischen Landtag. Darmstadt, 20. Oft. In der heutigen Eröffnungsfigung des Hessischen Landtags wurde die Debatte über das Bolfsbegehren zur Auflösung des Hessischen Landtags eröffnet. Zu Beginn der Sigung beantwortet der Minister für Arbeit und Wirtschaft Raab eine Zentrumsanfrage betr. die Deutsche Baus und Siedlungsgemeinschaft, die u. a. auch in Hessen eine eifrige Propaganda entfaltet. Der Minister erklärt, daß er die Gemeinschaft nicht als gemeinnügig anerkennen tönne, es beftünden Bedenten, ob die Gemeinschaft der Hoffnungen ihrer Mitglieder erfüllen könne. Die Regierung werde aber die Erfüllung gewisser Bedingungen erzwingen und alles veranlassen, daß die Deffentlichkeit nicht in die Jrre geführt werde. Die Gemeinschaft stehe auf keinen Fall unter Staatsaufsicht, es müsse daher jedem einzelnen überlassen bleiben, ob die Beteiligung an der Gemeinschaft ihm ratsam erscheine. Ueber die Berhandlungen im Abstimmungsausschuß be= richtet Abg, Kaul( Soz.), wobei er darauf hinweist, daß die Linke eigentlich die Gültigkeit des Volfs begehrens anzweifle. Wenn die Linke trotzdem im Ausschuß für die Gültigkeitserklärung gestimmt habe, so lediglich deshalb, um Ruhe und Klarheit in die hessischen Verhältnisse zu bringen.( Ueber die Ausschußverhandlungen selbst haben wir seinerzeit ausführlich berichtet. Die Schriftl.) Abg. Widmann( Soz.) geht auf die einzelnen Mängel des Boltsbegehrens ein, wobei er diese einseitig den Initianten zuschiebt, während sie doch im wesentlichen in der mangelhaften Gesetzgebung und dem Fehlen jeder praktischen Erfahrung, zum größten Teil aber in der jeder liberalen und demokratischen Auffassung hohnsprechenden Art der Prüfung der Einzeichnungsliften liegen. Abg. Reiber( Dem.) wendet sich ebenfalls gegen die Metho den der Durchführung des Voltsbegehrens, die Fraktion habe dem Ausschußbeschluß, daß die gesetzmäßigen Voraussetzungen erfüllt seien, zugestimmt, ohne daß sie die Durchführung des Volksbegehrens billige. Abg. Galm( Komm.) tritt für Landtagsauflösung ein, und wendet sich gegen die Rechtsparteien und den Staatspräsidenten, der sich zum Werkzeug der Bourgeofie habe machen lassen. Abg. Dingelden( D. Vp.) erklärt, daß das Prüfverfahren des Abstimmungsleiters und des Ausschusses geradezu eine Satire auf das darstelle, was der Gesetzgeber gewollt habe. Es sei kein Zufall, daß die Berichte über Unstimmigkeiten beim Volksbe= gehren gerade aus den sozialdemokratischen Bürgermeistereien Hessens eingelaufen sind. Viele Unterschriften, die als ungültig bezeichnet wurden, weil sie nicht von eigener Hand geleistet wurden, haben sich nachträglich auf Rückfrage als doch von eigener Hand vollzogen herausgestellt. So wird es auch in dielen anderen„ Verstößen“ der Fall gewesen sein. Redner betont, daß die große Linie der Politik der im Ordnungsblod vereinten politischen Rechten auf eine vernünftige Finanzpolitik gerichtet ist, eine unlautere Beeinflussung der Wähler liege der Rechten fern. Abg. Glaser( Hess. Landb.) weist darauf hin, daß die Regierung selbst schuld an den Mängeln, die sich beim Abstimmungsverfahren gezeigt haben, sei, denn die Regierung habe den Antrag des Bauernbundes auf Erlassung von Ausführungsbestim= mungen zurüdgewiesen. Abg. Hainstadt( 3tr.) rechtfertigt das Prüfverfahren des Abstimmungsausschusses. Abg. Kindt( Dnat.) erklärt, beim Volksbegehren handele es sich um den Willen, Ordnung in Hessen zu schaffen. Wie es in Hessen stehe, das beweise die Verhängung der Geschäftsaufsicht über Hessen, die durch die Einsetzung einer Prüfungskommission für die hessischen Finanzverhältnisse vollzogen sei. Die Beratungen werden dann abgebrochen und auf Don= nerstagvormittag vertagt. zwei Tage vor dem Asch'uß der Unterschriftenfummlung nicht gewußt, daß die Namen eigenhändig geschrieben werden mußten, Drei Fünftel der Einzeichnungen find ungültig. Darauf spricht Abg. Kaul( Soz.): Wir sehen dem Volksentscheid ruhig entgegen und werden unseren Wähler sagen, was die Rechtsregierungen in Medlenburg, Thüringen und Wüttemberg leisten. Abg. Hoffmann( 3tr.) beschäftigt sich noch einmal mit den Vorwürfen des Abg. Kindt gegen das hessische Zentrum als eine Gefahr für die Reichseinheit". Die deutschnationalen Be hauptungen gewinnen nicht an Richtigkeit, wenn sie ständig trotz aller Widerlegungen wiederholt würden. Besprechungen über Neugliederungen im Rahmen des Gesamtreichs haben allerseits in den Regierungen stattgefunden. Die deutsche Geschichte beginnt nicht erst bei Bismard, sondern schon in den Zeiten, wo gleichberechtigte deutsche Stämme nicht mit Gewalt zusammengehalten wurden. Nachdem noch der Abg. Dr. Müller( Bbd.) einige Ausführunen zur Verteidigung des W. u. D.- Bloces gemacht hatte, Sprach Abg. Schreiber( Dem.): Rechne man unter den 73 000 Unterschriften nur 10 Prozent Fälschungen, so lägen immer noch über 700 Vergehen vor. Der Volkspartei ist es unvergessen, daß sie die hessische Verfassung ablehnte. Diese Richtung hat sie beibehalten. So lange das nicht anders wird, können wir nicht zusammenkommen. Wir gehen mit der Fahne des guten Gewissens in den Wahlkampf.( Lebhafter Beifall.) Abg. Scholz( D. Bpt.) geht auf verschiedene Angirffe ein, verwahrt sich dagegen, daß 700 Fälscher in den Listen ständen; Versprechungen und Illusionen würden überall im Wahlkampf gemacht. Es seien 160 000 flare Stimmen für den Volksentscheid abgegeben worden.( Gelächter und lebhafter Widerspruch.) Der Ordnungsblod fämpfe für sachliche Führung in Politik und Wirtschaft. Abg. Rizzel( So03.) ist erbötig, zu beweisen daß fünfzig Prozent der bei ihm abgegebenen Eintragungen als unter falschen Boraussetzungen gegeben zu bezeichnen sind. Abg. Kindt( Dnatl.) geht noch einmal auf den deutschnationalen Förderalismus ein, der vor allem die Macht Preußens nicht zerschlagen haben will. Die Ausführungen des Abgeordneten Schreiber bewiesen, daß in den Listen geschnüffelt wurde. Abg. Glaser( Bbd.) spricht über die Finanzlage Hessens. Die Koalition habe es nicht fertig gebracht, die wirtschaftliche Lage zu heben. Im früheren System sei es den Bauern besser gegangen. Redner verteidigt dann die Art, wie die Listen ausgefüllt wurden. Die Abstimmung ergibt, daß der Landtag einmütig die geseglichen Grundlagen des Voltsbegehrens für gegeben anficht. Die Sozialdemokraten erflären, nochmals, daß sie ihre Zustimmung nur gäben, um endlich Ruhe in Hessen zu schaffen. Zur Finanzlage Hessens. Darmstadt, 23. Oft. In der gestrigen Sitzung des Finanzausschusses erstattete Finanzminister Henrich ein umfangreiches Exposé, das die Schuld an dem hoffnungslosen Defizit im Staatshaushalt den Folgen der Besetzung großer hessischer Ge. bietsteile zuschiebt. Der Minister erklärte, bis Ende 1925 sei die Finanzlage durchaus normal gewesen, ein kleines Defizit des Jahres 1925 finde seinen Ausgleich durch rüdständige Einnahmen, die Jahre 1923 und 1924 hätten sogar erhebliche Ueberschüsse in Höhe von 10,5 Mill. Mark erbracht, die allerdings zur Deckung des Defizits des Jahres 1926 nicht ausreichten, da Erwerbslosigkeit und Steuerausfälle( insbesondere Einkommenund Körperschaftssteuer) einen Grad erreicht hätten, wie in keinem anderen deutschen Lande. Die Erwerbslosigkeit allein ist doppelt so hoch wie der Reichsdurchschnitt und die AufwenDer Landtag erkennt das Volksbegehren an. Dungen in der Fürsorge belaufen sich auf 12 Mill. Mart. Ueber Darmstadt, 21. Oktober 1926. Die heutige Landtagssitzung, die Präsident Adelung um 10.15 Uhr eröffnet, setzt die Aussprache über das Boltsbegehren auf Auflösung des Hessischen Landtags fort. Ministerialrat Bornemann ergreift das Wort und sagt u. a.: Am Schlußtag der vierwöchentlichen Pflicht zur Mängel beseitigung am 19. Juli waren nur 168 Listen mit 12 146 Eintragungen wieder zurüdgegeben, davon waren 9222 für ungültig zu erklären. Es war also damals feineswegs sicher, daß die Zahl von 42 500 schon erereicht war. Schuld an der langen Dauer der Prüfung war der unordentliche Zustand der Listen. Selbst der Vater des Voltsbegehrens, Herr Dr. Leuchrgens hatte noch Das Ergebnis der Zeppelin- Edenerspende: 2,5 Millionen. Die Zeppelin- Edener- Spende ist in Preußen am 31. abge schlossen worden. Nur für einen begrenzten Bezirk wurde eine Nachfrist für die Sammlung bewilligt, die aber auch bereits abgelaufen ist. Vor wenigen Tagen hat nun der Sekretär der Zeppelin- Eckenerspende dem Volkswohlfahrtsministerium über das Ergebnis Bericht erstattet. Das Gesamtergebnis im Deutschen Reiche beläuft sich auf etwa 2½ Millionen Mart. 10 Prozent dieser Summe sind für Unkosten aufgebraucht worden, ein Betrag, den das Volkswohlfahrtsministerium bei solchen Sammdie Höhe der Steuerausfälle tonnte der Minister noch keine näh ren Mitteilungen machen, doch sei jedenfalls Seffen für die Folgen des Ruhrkriegs nicht verantwortlich, hier sei das Reich hajtbar. Nur das Reich könne helfen. Hessen allein sei nicht in der Lage, die ungünstigen Verhältnisse der Besetzung aus eigener Kraft zu bewältigen. Der Minister schloß mit einem Vergleich der hessischen Steuern mit denen anderer Länder und kommt zu dem Schluß, daß Hessens steuerliche Belastung keine ungewöhnlich sei. Im übrigen habe das Reich eine Hilfe grundfählich zugesagt und leiste bereits Vorschüsse, die nach Abschluß der Prüfung durch die Kommission evtl. in Zuschüsse verwandelt würden. lungen für normal erklärt. Der Gefretär der Zeppelin- EdenerSpende hat dem preußischen Wohlfahrtsministerium zugleich mitgeteilt, daß weitere Sammlungen in Deutschland nicht beabsichtigt sind. Ueber die Verwendung der gesammelten 2% Millionen Mark wird das Kuratorium der Zeppelin- EdenerSpende Beschluß fassen. 3wat genügt der Betrag nicht, um ein Zeppelin- Luftschiff für den transojeanischen Weg zu bauen. Trotzdem beabsichtigt die Luftschiffbaugesellschaft den Bau eines solchen Luftschiffes. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreise: die 30mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg. Total 12 Pig, die 90 mm breite Reflame- Petitzeile 96 Pfg. Platzoorschriften ohne Berbindlichkeit. Bei Wiederholungen Rabatt. für Bollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Zum Thoiry Programm. Paris, 22. Oktober. Der deutsche Botschafter v. Hösch hatte heute mittag eine Unterredung mit dem französischen Außzenminister Briand. Herr v. Hösch habe den Wunsch der deutschen Rgierung und der deutschen politischen Kreise zum Ausdrad gebracht, die in Thoiry eingeleitete Vorbesprechung für eine deutsch- französische Annäherung zu einem Erfolg zu bringen, ohne jedoch einen bestimmten Vorschlag zu machen. Sowohl auf französischer wie auf deutscher Seite studieren die Sachver ständigen die verschiedenen Fragen, die auf dem Programın von Thoiry stehen. Dieses Programm interessiert jedoch nicht ausschließlich Frankreich und Deutschland, sondern alle Unterzeichner des Versailler Vertrages. Tagesnachrichten. Reichsarbeitsminister Dr. Brauns lehnt die Erhöhung der Unterstützungssätze für Erwerbslose ab, weil in nicht seltenen Fällen die heutigen Unterstügungssäge bereits die Löhne übersteigen oder schon sehr nahe an sie heranreichen. Der Reichsfinanzminister Dr. Reinhold empfiehlt, um Arbeit zu schaffen, die Bewilligung von: 11,2 Mill. für Bahnbauten, Bahnanschaffungen, " 100,00 " 200,00 30,00 " " 50,00 100,00 " 3 " den Kleinwohnungsbau, Landarbeiterwohnungen, Siedlungszwede, Erhöhung der Erwerbslosenunterstützungen. r Die Teilung Schlesiens. Die Regierungsparteien des Preußischen Landtags, unterstützt von einem Teil der volksparteilichen Fraktion, der offenbar von der Tragweite seiner Entschlüsse nicht durchdrungen war, haben nunmehr in dritter Lesung den seit Jahren im Parlament herumspukenden Gesetzentwurf über die Trennung und Ausein andersetzung der Provinzen Nieder- und Oberschlesien endgültig verabschiedet und ihn mit rüdwirkender Kraft vom 1. Oktober 1926 ab versehen. Diese Trennung bedeutet nichts anderes als den Sieg separatistischer Tendenzen über nationale Lebensinteressen Preußen- Deutschlands. Der Parteivorstand der Demokratischen Partei hat zur Frage der Großen Koalition und der Liberalen Vereinigung Stellung genommen. Oberhessischer Zentrums- Parteitag. Am Sonntag, den 24. Oktober, nachmittags 2% Uhr, findet im Saalbau zu Fried berg ein oberhessischer Zentrumsparteitag statt, zu dem als Redner neben Domtapitular Lenhart- Mainz Reichstagsabgeordneter Prof. Dr. Dessauer gewonnen ist. * Der Reichskanzler hat am Mittwoch eine Abordnung aus dem Saarland empfangen. * Die Zusammenkunft der Finanzminister der Länder in Berlin findet nicht am Donnerstag, sondern erst am 2. November statt. Von der Meldung über die Auflösung des Reichsentschädigungsamtes zum 1. April 1927 wird mitgeteilt, daß das Amt zwar abgebaut wird, daß aber ein Termin für die Aufhebung noch nicht feststeht. Der frühere deutsche Reichskanzler Dr. Luther wird in Buenos Aires am Montag als Ehrengast der Nation erwartet. Eugen Debs, der älteste Sozialistenführer in Amerika, ist zu Newport gestorben. Arbeitslosigkeit - * Wohnungszwangswirtschaft. Seit geraumer Zeit befaßt sich nahezu die gesamte deutsche Tagespresse und die Deffentlichkeit mit dem Problem der Arbeitslosigkeit, deren Ursachen und Behebung. In denjenigen Monaten, in denen in normalen Zeitläufen die Zahl der Arbeitslosen ständig in starkem Rüdschritt sich bewegte und bie Arbeitslosigkeit als in der Hauptsache behoben anzusehen war, verzeichnet die amtliche Statistit im Jahre 1926 nicht nur einen erschreckend hohen Stand Arbeitsloser, sondern überdies in der zweiten Junihälfte sogar noch eine Zunahme um 0,3 d. 5. gegenüber dem Stand vom 1. Juni. Die Zahl der Hauptunterstügungsempfänger, die( nach Hest 12 der vom Statistischen Reichsamt herausgegebenen Zeitschrift Wirtschaft und Statistif") am 1. Mai am 15. Mai am 1. Juni am 15. Juni 1 781 152 1 742 926 1 744 417 1 749 111(+0,3 v. 5.) betrug, zeigt sowohl den Umfang wie die Hartnädigkeit der wirtschaftlichen Depression, die heute über das Deutsche Reich ( Sonnabend, den 23. Oftober 1926. 02 Gießener Zeitung" 11 Sirtjiefer sagt, es geht nicht anders. Die Steigerung in Etappen. Der Wohlfahrtsminister Hirtjieser hat wiederum das Wort zur Steigerung der Miete genommen, weil nur auf diesem Wege die Wohnungsnot zu überwinden wäre. Er ließ sich folgendermaßen darüber aus: Die aus der Hauszinssteuer zu erreichenden Mittel reichen nicht aus, um allen Wohnungsbedürftigen den erforderlichen heißer Nr. 43. Kampf in seinem Sinne durchgekämpft und entschieden werden muß, wenn eine ruhige und förderliche aufsteigende Linie in der Bekämpfung der Wohnungsnot und in der Belebung des für unsere Wirrjaaft so ausschlaggebenden Baumarktes gewonnen werden soll. Die parlamentarische Austragung dieses Kampfes ist bereits in der Herbstsession des preußischen Landtages zu erwarten, da eine flare Entscheidung in der Wohnungsfrage nicht longer hinausgezögert werden könne. Sonnabend, ben 23. Ottobe ausgedehnte Industrie besitzt, je Minden. Vergleicht man die 3ah Deutschen Großstädten mit mehr a Beigt lediglich Königsberg i. Pr. mi Eland als Stuttgart. Den Refor T. Es ist sicherlich kein Zufall gart der niedrigste Stand der Unte Tatsache zusammenfällt, daß Würt Abbau des Mieterschuhgefehes and ms diesen Verhältnissen müßte wo it Ruhanwendung gezogen werden wirtschaft nicht nur die so bitter pes Baumarktes und der Gesamta Make mächtig fördern, sondern auch Wohnungswesen beendigen und gebung der förperlichen, geistigen eitragen würde. Statt dessen hä an der Aufrechterhaltung der Woh urch die alljährlich ungezählte Mil les verpulvert werden, weil man a sie Wirtschaft darüber aus den F ten Konflitten entgeht. hinwegzieht. Es handelt sich aber bei dieſer Erscheinung keines: Der 130 prozentigen Friedensmiete entgegen? beer Stampf zu beſtehen sein wird. Er glaubt aber, daß dieſer wegs um ein ſpezifiſches Symptom der gegenwärtigen deutschen Wirtschaft, sondern um eine allgemeine europäische Krankheit, wie sich gleichfalls aus der Statistit ergibt. Jn England betrug im Mai die Zahl der arbeitslosen Gewerkschaftsmitglieder 13,2 v. 5., die der versicherten Arbeitslojen 14,5 D. 5. In Frankreich sank die Zahl der nicht erledigten Stellengesuche von 12 650 im Wochendurchschnitt des Januar auf 11 070 im März 1926. Jn Belgien erreichte die Arbeitslosigkeit mit 8,1 v. 5. im Januar 1926 den ungünstigsten Stand seit 1923. In den Niederlanden betrug die Zahl der Arbeitslosen im März 7,9 v. 5. Ungarn verzeichnete Ende April 30 235 Arbeitslose und Polen zum gleichen Termin 320 512 Arbeitslose. In Oesterreich zeigt der Arbeitslosenmarkt mit 154 812 Arbeitslosen im Mai gegen 231 361 Arbeitslose im Januar eine verhältnismäßig günstige Entwidlung. In Jta= lien, wo belanntlich die Aufhebung der Wohnungszwangswirtschaft nahezu restlos durchgeführt ist, und eine rege Bautätigkeit herrscht, zeigte die Lage des Arbeitsmarktes bereits im Februar mit 125 803 Arbeitslojen gegen 156 139 im Januar eine weit größere Berringerung als in den entsprechenden Monaten des Vorjahres. Auch in der von der Wohnungszwangswirtschaft bis auf wenige Reste befreiten Schweiz verringerte sich die Beschäftigungslosigkeit vom Januar ab ständig; es wurden im Mai 10 703 gegen 20 525 Arbeitslose im Januar gezählt. Wohnraum zu schaffen, den fie nach den neuzeitlichen Begriffen die Reichswohnungszählung im Jahre 1927. Der Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und Wohnungszwangswirtschaft wurde vorstehend bereits furz gestreut. Wohnungszwangswirtschaft und Wohnungsnot find innig miteinander verknüpft, und daraus ergeben sich auch ebenso innige Wechselbeziehungen zur Arbeitslosigkeit und zum Arbeitsmarkt. Gehen auch die Ansichten der Wissenschaftler und Wirtschaftler über die Ursachen der Arbeitslosigkeit und die Mittel zu deren Behebung mitunter erheblich auseinander, so stimmen sie doch nahezu restlos in dem einzelnen Punkte überein, daß eine gesteigerte Bautätigkeit, für deren Produktion der innere Martt eine starke Aufnahmefähigkeit zeigt, geeignet wäre, in entscheidendem Maße Wandel zu schaffen. In einem sehr beachtenswerten Artikel„ Die Arbeitslosigkeit, ihre Ursachen und Behebung" im Berl. Igbl., Nr. 347 vom 25. Juli, tommt Friedrich Minoux, ein früherer Mitarbeiter von Hugo Stinnes und eine der führenden Persönlichkeiten im deutschen Wirtschaftsleben, nach eingehenden Darlegungen über die deur, we Wirtschaftskrisis und deren Bekämpfung zu der Forderung:„ Die letzte deutsche Mart sollte mobusiert werden, um den Wohnungsbau voranzutreiben. Mit der Erreichung dieses Zieles setzt die Beschäftigung im gesamten deutschen Wirtschaftsleben von selbst ein, sogar auch in Geschäftszweigen, die direkt mit dem Bauwesen nichts zu tun haben, weil in jeder Beziehung Bedürfnisse entstehen werden." Diese Forderung trifft zweifellos das Richtige, und der organisierte Hausbesit predigt diesen Standpunkt seit Jahren, ohne jedoch bei den maßgebenden Stellen entsprechende Gefolgschaft zu finden. Man glaubt, diese Forderung damit ad absur= dum führen zu können, indem man darauf hinweist, daß doch die heute durch Privatwirtschaft ohne Beanspruchung öffentlicher Mittel entstehenden Bauten frei von jeder Zwangswirtschaft seien; wenn also gleichwohl nicht in größerem Umfange gebaut würde, so könne der Hinderungsgrund nicht die Wohnungszwangswirtschaft sein, sondern ein anderer Grund, als welchen man das gegenüber der Vorfriegszeit verteuerte Bauen in Anschung der verteuerten Löhne und Materialpreise und insbe= sondere den erheblich verteuerten Realkredit bezeichnet. Unter Berücksichtigung beider Faktoren fäme man zu Mietpreisen, die wenigstens für die Mehrzahl der Mieter untragbar seien. Diese Argumente haben im ersten Augenblick etwas Bestechendes an sich, aber sie sind gleichwohl nicht das alleinige und auch nicht das ausschlaggebende Hindernis für die Neubautätigkeit. Materialpreis- und Lohnerhöhungen beim Bauen, obwohl diese nicht unterschätzt werden sollen, treten gegenüber der Finanzierung in den Hintergrund. Aber auch die Geldfrage darf nicht überschätzt werden. Zunächst stehen Mittel von denjenigen Geldgebern, welche auch in der Vorkriegszeit in der Hauptsache den Wohnungsbau finanzierten( Hypothekenbanken, Sparkassen, Versicherungsanstalten), heute schon wieder in viel reichlicherem Maße zur Verfügung als in den unmittelbar auf die Stabilisierung unserer Währung folgenden Zeiten. Andererseits werden die verteuerten Baukosten gegenüber der Vorkriegszeit bis auf einen Betrag, der einer etwa 40% über die Friedensmieten gesteigerten Miete in den Neubauwohnungen entspricht, durch Gewährung öffentlicher Mittel( Staat und Gemeinde) ausgeglichen, eine Maßnahme, die wohl für längere Zeit noch nicht entbehrt werden kann, aber auch nicht entbehrt zu werden braucht, da die hierfür erschlossene Geldquelle, die Mietzinssteuer, bis zu einem gewissen Umfange als reine Zwedsteuer erhoben wird und als solche hinsichtlich dieses Teiles nur gerechtfertigt erscheint, wenn sie auch tatsächlich ihrem Zwecke zugeführt wird. Das geschah in der Vergangenheit bestimmt nicht immer und auch gegenwärtig bleibt im Reiche der für Neubauten tatjachlich aufgewendete Betrag hinter dem für die Zwede vereinnahm ten Betrag mannigfach zurüd. Es erscheint aber ferner auch fraglich, ob das Finanzie rungssystem in der heutigen Form im Zusammenhang mit der Mietzinsbildung bei den wohnungszwangsbewirtschafteten Anwesen, aus denen doch die Neubautätigkeit alimentiert wird, auf dem richtigen Wege ist. Die Mietzinspolitik kann sich nach zwei Richtungen bewegen. Entweder betreibt man eine Mietzinspolitik, bei der sich die Mieten in den Altwohnungen denjenigen der Neubauwohnungen angleichen, oder umgekehrt, man sucht die Mieten der Neubauten denjenigen der Altwohnungen anzunähern. Je nachdem man den Berührungspunkt der beiden Mieten mehr oder weniger von dem Stand der Friedensmiete abrückt, verringert oder erweitert sich die Aktionsfähig keit in der Neubauproduktion. Mit anderen Worten, da es sich bei dem Aufkommen aus der Mietzinssteuer um einen zif fernmäßig fest umriffenen Betrag handelt, der aus den Altwohnungen herausgewirtschaftet wird( die Neubauwohnungen sind davon befrent), kommt der Frage ausschlaggebende Bedeutung zu, in welcher Weise und bis zu welchem Umfange die Neubautätigkeit aus diesem Aufkommen unterstützt wird. Nach dem nun die aus der Mietzinssteuer fließenden Beträge zu ge haben müssen. Die Unterbringung gerade der breitesten Schich ten der Bevölkerung in tomfortablen Wohnräumen, bei denen die Erfordernisse der modernen Hygiene, aber auch die gewachsenen Ansprüche an Wohnlichkeit berücksichtigt werden, muß unser Ziel sein. Man fann bei einer Friedensmiete von hundert Prozent nicht stehen bleiben. Die Mieterhöhung über 100 Prozent der Friedensmiete hinaus ist notwendig, weil sie der einzige Weg ist, um die gewaltigen Mittel zu gewinnen, die für die Durchführung eines verstärkten Wohnungsneubaues notwendig sind. Nur durch die Erhöhung der Friedensmiete über hundert Prozent hinaus erreichen wir eine Rentabilität der Neubauten, und nur durch die Mietpreiserhöhung tönnen wir ihre Finanzierung erleichtern. Durch eine bescheidene Mieterhöhung über den Friedenssatz hinaus müssen wir ferner aus dem Zustand herauskommen, daß wir gegenwärtig zwei zum Teil sehr stark voneinander ab: weichende Mittel haben: die im allgemeinen nicht unerheblich über die Friedensmiete hinausgehende Neuwohnungsmiete und die auf 100 Prozent stehende Altwohnungsmiete, eine Verschie denheit, die in die Wohnungslage eine unerträgliche Unsicher heit hineinbringt. - - 175 Bei welchem Satz fich die Miete stabilisieren wird, kann naturgemäß noch nicht gesagt werden. In England, Holland und der Schweiz beträgt heute die Miete zurzeit 150 Prozent der Friedensmiete und noch mehr. In den Vereinigten Staaten soweit mir bekannt ist wind sogar ziemlich allgemein Prozent der Friedensmiete gezahlt. Der Minister will natürlich der Bevölkerung nicht zumuten, den Gag von 130 Prozent, der von Fachkreisen als zunächst ausreichend für die Erhöhung der Friedensmiete betrach tet wird, in einem Sprunge zu erreichen. Seiner Auffassung gibt er in folgender Form Ausdrud: ,, Die Steigerung der Miete tann selbstverständlich nur in Etappen vor sich gehen bei sorgfältiger Berücksichtigung der wirtschaftlichen Lage. Die vorgeschlagenen 130 Prozent sollten möglichst im Laufe des Rechnungsjahres 1927-28 erreicht werden." Der preußische Wohlfahrtsminister ist davon überzeugt, daß für die Durchführung der hier niedergelegten programmatischen Erklärungen mit der Oeffentlichkeit und dem Parlament ein ring sind, um die erforderliche Anzahl von Wohnungen in der wünschenswerten Zeit erstellen zu können, müßte erstrebt werden, durch Verringerung der Spannung zwischen den Mieten in den Alt- und Neubauwohnungen möglichst viele Neubauten zu finanzieren. Der einzig richtige Schluß also wäre, durch eine allmähliche und sich in tragbaren Grenzen haltende Mietzinsbildung bei den Altwohnungen über 100 v. 5H. der Friedensmiete hinaus den zu gewährenden Zuschuß aus öffentlichen Mitteln zu reduzieren, wodurch verhältnismäßig mehr neue Wohnungen finanziert werden könnten. Weiterhin aber ist nicht zu verkennen, daß ein Haupthindernis für eine intensivere Bautätigkeit seitens der Privatwirtschaft in dem Bestehen der Wohnungszwangswirtschaft überhaupt ist. Deutschland kann auf dem Gebiete der Gesetzgebung längst für sich in Anspruch nehmen, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten genannt zu werden. Bei den Sprüngen, die sich unsere Gesetzgebung leistet, kann das Gefühl der Besorgnis nicht unterdrückt werden, daß Neubauten, die nach dem Befreiungsstichtag erstellt werden, durch irgendeine gesetzgeberische Maßnahme nachträglich der Wohnungszwangswirtschaft unterstellt werden. Und es fehlt ja auch in der Geschichte der Mieterschutzgesetzgebung in den letzten Jahren nicht an einem ton= freten Beispiel. Man erinnere sich doch nur an die im Wege der Verordnung vom 24. Dezember 1923 verfügte Ausdehnung des Mieterschutzes zu§ 33, wonach eine landesrechtliche Ausdehnung des Mieterschutzgesetzes auf Neubauten oder durch Um oder Einbauten neugeschaffene Räume gesetzlich zulässig erklärt wurde, sofern Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln gewährt wor den sind, auch wenn diese Bauten nach dem 1. Juli 1918 und fünftighin erstellt wurden. Es ist wohl auch bekannt, daß einzelne Länder den Begriff„ Zuschuß aus öffentlichen Mitteln" dahin auslegen, daß schon der verbilligte 3insfuß für ein aus öffentlichen Mitteln gewährtes Darlehen den Tatbestand des ,, Zuschusses aus öffentlichen Mitteln" rechtfertigt. Wer garantiert bei dem Reichstag von heute oder morgen, daß nicht auch im Wege der Gesetzgebung mit der gleichen dramatischen Plötzlichkeit den heutigen Neubauten weitere Bindungen auferlegt und daß auch diese Wohnungen füdenlos dem Mieterschutz unterstellt werden? Und diese Gefahren sind nicht gebannt, solange das Gespenst der Wohnungszwangswirtschaft im Hintergrunde lauert und solange ein großer Teil des Reichstages offen darauf ausgeht, diese Bestimmungen noch zu verschärfen, während der andere Teil des Reichstages, von fleinen Ausnahmen abgesehen, dieser Gefeßgebang niat ernsthaft sich zu Leibe zu gehen getraut, damit man ja die Wähler bei Stimmung und in Laune hält und die Regierung indifferent zusicht. Wenn die private Bautätigkeit deshalb nur zaghaft an die Erstellung von Neubauten geht und vielfach sich überhaupt zurückhält, so liegt dies also sicherlich nicht an den verteuerten Baukosten und der schwierigen Finan zierung allein, sondern nicht zuletzt daran, daß zu der heutigen Gesetzgebung nicht das erforderliche Maß von Vertrauen besteht und daß man sich nicht der Gefahr aussehen will, über Nacht vom zwangswirtschaftsfreien zum zwangsbewirtschafteten Hausbesitzer gestempelt zu werden. Solange eine Wohnungszwangswirtschaft überhaupt besteht, auch wenn sie auf die Neubauten gegenwärtig nur in bes schränktem Maße Bindungen enthält, wird das verlorenges gangene Vertrauen in die Rechtssicherheit des im Hausbesige Der Ausschuß für Siedlungs- und Wohnungswesen des vorläufigen Reichswirtschaftsrates behandelte in seiner letzten Sitzung den Entwurf eines Gesetzes über die Reichswohnungszählung im Jahre 1927 und die Feststellung der Zahlen der Wohnungsuchenden. Der Gesetzentwurf sieht für das Jahr 1927 die Vornahme einer Wohnungszählung in allen denjenigen Gemeinden des Deutschen Reiches mit Ausnahme des Saargebietes vor, deren Wohnbevölkerung bei der Volkszählung vom 16. Juni 1925 2000 oder mehr Einwohner betrug. Die Landesregierungen können bestim= men, daß die Zählung beim Vorliegen besonderer Verhältnisse auch auf Gemeinden mit weniger als 2000 Einwohner erstreckt wird und in Gemeinden mit weniger als 5000 Einwohnern unterbleibt, falls sie dies nicht für erforderlich erachten. Die statistischen Aufnahmen werden von den Landesregierungen bewirkt und durchgeführt an Hand von Grundstücslisten und Wohnungskarten, die von den Grundstückseigentümern oder deren Vertretern auszufüllen sind. Ferner sieht der Entwurf eine Ermächtigung des Reichsarbeitsministers vor, über die Anlage und Führung von Ver= zeichnissen der Wohnungsuchenden( Wohnungslisten, Wohnungskarten) in den Gemeindebehörden, insbesondere über die Voraussetzungen der Eintragung und über deren Geltungsdauer Vorschriften zu erlassen. Der Ausschuß stimmte dem Grundgedanken des Gesetzes, soweit er die Wohnungszählung behandelt, einmütig zu. Jedoch war man der Ansicht, daß sich die Zählung auf alle Wohnungen erstrecken müsse, und beschloß daher mit allen gegen eine Stimme, die einschränkenden Zusätze zu streichen. Ein Antrag, die Bestimmung über Anlegung von Listen der Wohnungsuchenden zu streichen, wurde mit 6 gegen 10 Stimmen abgelehnt. Dem Gesetzentwurf wurde sodann gegen eine Stimme zugestimmt. Für die Beratung des Fragebogens, der der Zählung zugrunde gelegt werden soll, wurde ein Arbeitsausschuß eingesetzt. angelegten Kapitals nicht wieder begründet. Die ausschlaggebende Bedeutung dieser Wirkungen der freien Wirtschaft wird durch die Tatsache erwiesen, daß heute außer dem beträchtlichen Fehlbetrag an Wohnungen noch jährlich etwa 100 000 Wohnungen durch Neubau für den auf Bevölkerungsvermehrung zurückzuführenden natürlichen laufenden Bedarf zu erstellen sind, welche die öffentliche Wohnungsfürsorge trotz aller Anstrengungen mit den aus der Mietzinssteuer gewonnenen Bauzuschüssen bisher nicht zu produzieren vermochte und auch fünftighin nicht zu produzieren vermag. Die stärkere Wiederbelebung der privaten Initiative auf dem Baumarkte für Mietwohnhäuser bringt zugleich den Vorteil mit sich, daß, entgegen der gemeinnützigen Bauweise nur eines Types von Wohnungen, nämlich der Kleinwohnung. vornehmlich in Siedlungsform, die Erstellung auch solcher Wohnungen eintreten würde, die jedem Bedarf und Geschmad hinsichtlich der Art und Größe, sowie Lage derselben Rechnung tragen. Die Wiederkehr der freien Wirtschaft im Wohnungswesen würde endlich die langersehnte Behebung des bestehenden Arbeits- und Verdienstmangels im Baugewerbe herbeiführen, das heute etwa noch ein Drittel aller handwerksmäßigen, technischen, wissenschaftlichen und kaufmännischen Kräfte umfaßt. Die Bedeutung dieses Vorteils wird durch die Tatsache gekennzeichnet, daß in der Vorkriegszeit das Baugewerbe 208 000 Betriebe mit rund 1½ Millionen Personen beschäftigte, zu denen noch die Angehörigen hinzuzurechnen find. Mit dieser Beschäftigung verbunden wird ferner eine Beschäftigungszunahme bei den am Häuserbau und der Einrichtung und Ausrüstung beteiligten Industrien eintreten, von denen nur die Metalls, Glas, Möbel-, Textil- und Lederindustrie hervorgehoben sei. Mit der Wiedertehr ungebundener Wirtschaft im Wohnungswesen würde auch der Mieter wieder freizügig, was wirtschaftlich von ungeheurer Bedeutung wäre. Oder wollen die maßgebenden Behörden noch lange einen Zustand aufrechterhalten, bei dem Arbeitslosigkeit oder Niedergang bestimmter Branchen z. B. dauernd lokalisiert wird? Der Ledige fann schließlich noch ausweichen. Dem Familienvater, den heute niemand aus dem Wege des Umzugs von Ort zu Ort nehmen will, blieben bei freier Woh nungswirtschaft noch andere Möglichkeiten als Gashahn und Strid. Unbegrenzte Vorteile hätten aber auch Staat und Gemeinden. Materiell durch Erhöhung der steuerlichen Leistungen und Verminderung der Unterstützungsgelder, ideell dadurch, daß der unheimlich anwachsenden Verbitterung, die aus den heutigen Zuständen entsteht, der Nährboden entzogen würde. Ein Beweis, wie schon durch eine weitgehende Lockerung der Wohnungszwangswirtschaft die allgemeine Wirtschaft sich belebt und wie neues Blut durch die infolge der Zwangswirt. schaft abgeschnürten Adern strömt, ist Württemberg und die Landeshauptstadt Stuttgart. Die amtliche Statistik über die unterstützten Erwerbslosen im Mai bis Juni 1926 zeigt, daß Stuttgart von allen deutschen Städten über 300 000 Einwohner den geringsten Stand an Hauptunterſtüßungsempfängern regi= striert. Während beispielsweise am 1. Juni auf 1000 Einwohner in Berlin 48, in Köln 42,3, in München 32,8, in Breslau 43,7, in Effen 52,1, in Nürnberg 57,5 treffen, entfallen in Stutt gart nur 22 Unterstügungsempfänger, obwohl Stuttgart eine Lotale Sonntagsged Der Morgen war es, dem wir d Worte weihten. Heute wollen wir unfere Sonntagsgedanten schreiben. Jm Westen sinkt die Gonne ni cinmal diese Welt in schweigender Simmelsball hat seinen Tagesweg Tagwert. Einen letzten Gruß spric dem Westen und taucht noch einmal in ein goldenes Lichtmeer. Und A und nah, vom Berge herab, aus de Sörflein und Stadt. Wie die Sonne still und friedlic Lichte hinter dem Horizont verfintt, einmal hinunterfinken, wenn der le grejer, langer Tag wird dieses Lebe die Todesdämmerung einmal langfan die durch soviel Tage der Mühe, der Kämpfens gezogen, pilgert am letzten Ewigkeit entgegen. Denn wie aus dem Abendrot ei wie das Abendrot einer anderen nahenden Tages wird, so werden wi schein die Tore einer anderen Welt Morgenrot einer Ewigkeit den Tag feinen Untergang mehr kennt. * Straßenbau- Kurjus des Der Deutsche Landkreistag vera der Technischen Hochschule Berlin- Che sieller Unterstützung des Reiches u für leitende technische Beamte de 21., 22. und 23. Oktober. Infolge enspruchnahme der Landstraßen du mobilverkehr sind die Landkreisver Landstraßenstreden zum größten T große Aufgabe gestellt, das gewalt anderer Weise zu befestigen, als e dem Kursus werden die bedeutends Hete Vorträge halten. • * Bon der Landesuniversität fultät unserer Landesuniversität h jahrseier der Hessischen Reformatio Frankfurt a. M. Friedrich Clemen denten des Hessischen Landeskirche Genregierung in Darmstadt Dr. j halber zum Doktor der Theologie burg a. L. Hedwig Jahnow ehre Theologie ernannt. Bessere Zugverbindung. De teilt uns mit: Det BP- 3ug 767 ab reicht, wie die Reichsbahndiretti Vilbel den um 8.03 Uhr abgehend denbergen- Windeden und Stodhe tagen bis Gedern weitergeführt tingen hat. Es ergibt sich bei B Zuges die Möglichkeit, die Abfa 7.10 bis 7.36, also um fast eine f Diese erfreuliche Abkürzung der nach der Wetterau und dem Vo von den zahlreichen Sonntag Rundfunt. Die Oberpostdir cine Rundfuntanlage baut ober die Genehmigung der Deutschen luft bekanntlich Gefahr, nach der tis bestraft zu werden. Im bese diner nicht genehmigten Funtanla durch die Bejahung zu gewärtige nieber vor, daß Rundfuntanlage werden, wenn sie schon fertig od werben. Tor solcher verspäteter Anmeld Tag gewarnt werden. Wer sich mende fich zuerst an die Bost, e lage anfängt. Die Anmeldung den Postanstalten schriftlich, dur tiger oder auch mündlich am Senftitelle möglich. Hessen in Berlin. Der let am 10. August ds. Js. geg 200 Mitglieder hat, hielt am 1 Hof" wieder einen Hessena zahlreich besucht war. Nach gejd henden und musikalischen Dar Str. 43. en sein wird. Er glaubt aber, daß diefer Sonnabend, den 23. Oktober 1926. e durchgefämpft und entschieden werden und förderliche aufsteigende Linie in der ungsnot und in der Belebung des für usschlaggebenden Baumarktes gewonnen mentarische Austragung dieses Rampjes bession des preußischen Landtages zu er Entscheidung in der Wohnungsfrage night werden könne. ungszahlung im Jahre 1927. t Siedlungs- und Wohnungswesen chswirtschaftsrates behandelte in den Entwurf eines Gesetzes über zählung im Jahre 1927 und die en der Wohnungsuchenden. ausgedehnte Industrie besitzt, jedenfalls ungleich mehr als München. Vergleicht man die Zahlen der Unterstützten in allen deutschen Großstädten mit mehr als 100 000 Einwohnern, so zeigt lediglich Königsberg i. Pr. mit 21,3 v. T. einen niedrigeren Stand als Stuttgart. Den Reford hält M.- Gladbach mit 72,6 b. T. Es ist sicherlich fein Zufall, wenn in der Stadt Stutt gart der niedrigste Stand der Unterstützungsempfänger mit der Tatsache zusammenfällt, daß Württemberg und Stuttgart im Abbau des Mieterschutzgesetzes an der Spitze marschieren. Und aus diesen Verhältnissen müßte wohl allgemein der Schluß und die Nutzanwendung gezogen werden, daß die freie Wohnungswirtschaft nicht nur die so bitter notwendige Wiederbelebung des Baumarktes und der Gesamtwirtschaft in hervorragendem Maße mächtig fördern, sondern auch die unerfreulichen Zustände im Wohnungswesen beendigen und damit zur Erhaltung und hebung der törperlichen, geistigen und fittlichen Volfskräfte beitragen würde. Statt dessen hält man zäh und unbeugfam an der Aufrechterhaltung der Wohnungszwangswirtschaft fest, durch die alljährlich ungezählte Millionen muß- und und zwedlos verpulvert werden, weil man auf diese Weise mag auch die Wirtschaft darüber aus den Fugen gehen am einfach ften Konflitten entgeht. Franz Seyfried, München. rf sieht für das Jahr 1927 die hnungszahlung in allen denjenigen tschen Reiches mit Ausnahme des deren Wohnbevölkerung bei der 6. Juni 1925 2000 oder mehr EinLandesregierungen fönnen bestim g beim Vorliegen besonderer VerSemeinden mit weniger als 2000 bird und in Gemeinden mit wenihnern unterbleibt, falls sie dies erachten. Die statistischen Aufden Landesregierungen bewirkt Hand von Grundstücslisten und Lokales. Sonntagsgedanken. Der Morgen war es, dem wir am letzten Sonntage unsere Worte weihten. Heute wollen wir beim Abendglodenläuten unsere Sonntagsgedanken schreiben. Jm Westen sinkt die Sonne nieder und überleuchtet noch cinmal diese Welt in schweigender Herbstpracht. Der goldene Himmelsball hat seinen Tagesweg vollendet, die Menschen iht Tagwert. Einen letzten Gruß fprich: die intende Sonne aus dem Westen und taucht noch einmal vor dem Dunkel die Welt in ein goldenes Lichimeer. Und Abendglodenflingen von fern und nah, vom Berge herab, aus dem stillen Tal herauf, über Dörflein und Stadt. Don den Grundstüdseigentümern n auszufüllen sind. Ferner sieht Ermächtigung des Reichsarbeits ie Anlage und Führung von Vernungjudhenden( Wohnungslisten, den Gemeindebehörden, insbeson egungen der Eintragung und über Vorschriften zu erlassen. Der 1 Grundgedanken des Gesetzes, so szählung behandelt, einmütig zu. Ansicht, daß sich die Zählung auf den müsse, und beschloß daher mit mme, die einschränkenden Zusätze trag, die Bestimmung über Anr Wohnungsuchenden zu streichen, Stimmen abgelehnt. Dem Gesetzn gegen eine Stimme zugestimmt. g des Fragebogens, der der Zähwerden soll, wurde ein Arbeitscht wieder begründet. Die ausschlagWirkungen der freien Wirtschaft wird en, daß heute außer dem beträchtlichen en noch jährlich etwa 100 000 Wohir den auf Bevölkerungsvermehrung ichen laufenden Bedarf zu erstellen che Wohnungsfürsorge trotz aller Ander Mietzinssteuer gewonnenen Bauproduzieren vermochte und auch künfen vermag. belebung der privaten Initiative auf twohnhäuser bringt zugleich den Vorjen der gemeinnützigen Bauweise nur nungen, nämlich der Kleinwohnung, form, die Erstellung auch solcher Woh die jedem Bedarf und Geschmack hinöße, sowie Lage derselben Rechnung Wie die Sonne still und friedlich gleich einem ausgehenden Lichte hinter dem Horizont verfintt, so wird auch unser Leben einmal hinuntersinken, wenn der letzte Abend naht. Wie ein greßer, langer Tag wird dieses Leben hinter uns liegen, wenn die Todesdämmerung einmal langsam aufzieht. Und die Seele, die durch soviel Tage der Mühe, der Sorgen, des Leidens und Kämpfens gezogen, pilgert am letzten Abend der aufdämmernden Ewigkeit entgegen. Denn wie aus dem Abendrot ein neuer Tag geboren wird. wie das Abendrot einer anderen Welt zum Morgenrot eines nahenden Tages wird, so werden wir einmal im Abendsonnenschein die Tore einer anderen Welt sich öffnen sehen, wo das Morgenrot einer Ewigkeit den Tag verkündet, dessen Sonne feinen Untergang mehr fennt. Waldfried. * Straßenbau- Kursus des Landkreistages. Der Deutsche Landkreistag veranstaltet in Verbindung mit der Technischen Hochschule Berlin- Charlottenburg und mit finan= zieller Unterstützung des Reiches und Preußens einen Kursus für leitende technische Beamte des Landstraßenbaufaches am 21., 22. und 23. Oftober. Infolge der veränderten Art der Inanspruchnahme der Landstraßen durch den anwachsenden Automobilverkehr sind die Landkreisverwaltungen, deren Obhut die Landstraßenstreden zum größten Teil anvertraut sind, vor die große Aufgabe gestellt, das gewaltige Netz der Landstraßen in anderer Weise zu befestigen, als es bisher der Fall war. In dem Kursus werden die bedeutendsten Fachleute auf diesem Gebiete Vorträge halten. * Von der Landesuniversität Gießen. Die theologische Fa= fultät unserer Landesuniversität hat anläßlich der Vierhundertjahrseier der Hessischen Reformation den Geh. Konsistorialrat in Frankfurt a. M. Friedrich Clemens Ebrard und den Vizepräsidenten des Hessischen Landeskirchentags und der Hessischen Kitchenregierung in Darmstadt Dr. jur. Wilhelm Bernbed ehrenhalber zum Doktor der Theologie und den Studienrat in Marburg a. L. Hedwig Jahnow ehrenhalber zum Licentiaten der Theologie ernannt. * Bessere Zugverbindung. Der„ Hessische Verkehrsverband" teilt uns mit: Der BP.- Zug 767 ab Frankfurt a. M. 7.36 nachm., eireicht, wie die Reichsbahndireffion auf Anfrage mitteilt, in Vilbel den um 8.03 Uhr abgehenden Zug in der Richtung Heldenbergen- Windeden und Stockheim, der an Sonn- und Feiertagen bis Gedern weitergeführt wird und Anschluß nach Bü tingen hat. Es ergibt sich bei Benützung des genannten BP.Zuges die Möglichkeit, die Abfahrt aus Frankfurt a. M. von 7.10 bis 7.36, also um fast eine halbe Stunde hinauszuschieben. Diese erfreuliche Abkürzung der Reisezeit von Frankfurt a. M. nach der Wetterau und dem Vogelsberg wird namentlich auch Don den zahlreichen Sonntagsausflüglern lebhaft begrüßt werden. freien Wirtschaft im Wohnungswesen sehnte Behebung des bestehenden Argels im Baugewerbe herbeiführen, das el aller handwerksmäßigen, technischen, fmännischen Kräfte umfaßt. Die Bewird durch die Tatsache gekennzeich zeit das Baugewerbe 208 000 Betriebe Personen beschäftigte, zu denen noch echnen sind. Mit dieser Beschäftigung e Beschäftigungszunahme bei den am tung und Ausrüstung beteiligten Innen nur die Metall-, Glas-, Möbel-, hervorgehoben sei. Mit der Wiederhaft im Wohnungswesen würde auch ig, was wirtschaftlich von ungeheurer wollen die maßgebenden Behörden d aufrechterhalten, bei dem Arbeitsbestimmter Branchen z. B. dauernd dige kann schließlich noch ausweichen. heute niemand aus dem Wege des nehmen will, blieben bei freier Wohere Möglichkeiten als Gashahn und hätten aber auch Staat und Gemeinhung der steuerlichen Leistungen und ützungsgelder, ideell dadurch, daß der Verbitterung, die aus den heutigen ährboden entzogen würde. on durch eine weitgehende Loderung tschaft die allgemeine Wirtschaft sich ut durch die infolge der Zwangswirtn strömt, ist Württemberg und die rt. Die amtliche Statiſtik über die im Mai bis Juni 1926 zeigt, daß chen Städten über 300 000 Einwohner Hauptunterstützungsempfängern regisweise am 1. Juni auf 1000 Einwoh In 42,3, in München 32,8, in Breslau enberg 57,5 treffen, entfallen in Stutt gsempfänger, obwohl Stuttgart eine Rundfunk. Die Oberpostdirektion Darmstadt schreibt: Wer cine Rundfunkanlage baut oder in Betrieb fetzt, ohne vorher die Genehmigung der Deutschen Reichspost eingeholt zu haben, läuft bekanntlich Gefahr, nach der Funkverordnung mit Gefängnis bestraft zu werden. Im besetzten Gebiet hat der Inhaber einer nicht genehmigten Funkanlage außerdem harte Bestrafung durch die Besatzung zu gewärtigen. Trotzdem fommt es immer wieder vor, daß Rundfunkanlagen bei der Post erst angemeldet werden, wenn sie schon fertig oder sogar schon im Betrieb find. Vor solcher verspäteter Anmeldung fann nicht eindringlich ge nug gewarnt werden. Wer sich am Rundfunk beteiligen will, wende ich zuerſt an die Boſt, ehe er mit dem Bau ſeiner Anlage anfängt. Die Anmeldung als Rundfuntteilnehmer ist bei den Postanstalten schriftlich, durch Fernsprecher, durch die Briefträger oder auch mündlich am Schalter oder bei einer anderen Dienststelle möglich. * Hessen in Berlin. Der Verein der Hessen in Berlin", der am 10. August ds. Js. gegründet wurde und bereits über 200 Mitglieder hat, hielt am 14. Oftober im Hotel„ Russischer Hof" wieder einen Hessenabend ab, der außerordentlich zahlreich besucht war. Nach geschäftlichen Mitteilungen des Vorsitzenden und musikalischen Darbietungen der Hauskapelle des ,, Gießener Zeitung" Kennen Sie ,, Halpaus Mocca"? 發 balpaus Nocca Sie kennen doch alle Halpaus! Oben sehen Sie das Stammhaus in Breslau. ,, Halpaus Rarität Nr. 200" kennen Sie schon lange! Es hat sich überall herumgesprochen, daß es die weitaus beste 4- Pfg.- Cigarette ist. Kennen Sie auch ,, Halpaus Mocca"? Die neue, besonders gute und besonders preiswerte 5 Pfg.- Cigarette. Versuchen Sie einmal unsere ,, Halpaus Mocca". Wir können. 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Schriftführer des Vereins, Ministerialamtmann Kriegbaum in BerlinHalensee, Johann- Georgstraße 12, mitteilen. * Der Umbau der Eisenbahnbrüde an der Ederstraße geht I Ederſtraße ge seiner Vollendung entgegen. * Studienrat H. ist wegen Unregelmäßigkeiten, die an Be trug grenzen sollen, verhaftet worden. Ausstellung von völterkundlichen Gegenständen aus den Arbeitsgebieten der Baseler Mission. Vom 15 20. bis 27. Ottober findet in Gießen in den Räumen des früheren Hotel Großherzog( Ede WestanlageBahnhofstraße) eine Ausstellung statt, deren Bedeutung über das gewöhnliche Maß solcher Wanderausstellungen weit hinausgeht. Es werden Gegenstände aus den Kulturländern Asiens, China und Indien, z. B. die naturgetreue Nachbildung einer chinesischen Ahnenhalle und solche aus dem dunkelsten Afrika wie Henkermesser und-müze, Sklavenfessel und-peitsche, sowie Schädel von der berüchtigten Schädelstätte in Asante und Masken von den unheimlichen Losangogeheimbünden aus unserem Kamerun vorgeführt werden. Dazu noch vieles andere, sodaß man einen rechten Einblick in die kulturellen Verhältnisse jener Völker und Länder bekommt, die, auf welcher Stufe sie auch stehen mögen, für einen jeden, der Verständnis hat für das Werden und Wachsen der Kultur, von großem Interesse sind. Leider haben wir selber keine Kolonien mehr, was vom coltswirt- Nr. 43. schaftlichen Standpunkt aus sehr zu bedauern ist. Haben wir deshalb noch Recht und Pflicht mit jenen Völkern in Verbindung zu treten, ihnen unsere Kultur and Religion anzubieten? Ja! Gerade das stürmische Verlangen der Eingeborenen nach der Rückkehr der deutschen Missionen zeigt das. Wir Deutschen haben ihnen etwas zu geben. Und wir können es gerade durch die Mission, die jetzt wieder auf alle ihre Arbeitsfelder zurüdgerufen wird. Wir dürfen darin eine göttliche Fügung erbliden, daß uns Deutschen dadurch Gelegenheit gegeben ist, der Welt zu zeigen, daß wir nicht ein Volf von lauter Hunnen und Barbaren sind, sondern hohe ideale Güter zu vermitteln haben. So kann gerade durch die Mission unser Volt wieder zu Achtung und Ansehen gebracht werden in der Welt. Der Besuch jener Ausstellung, die uns auch mit der Art und Arbeitsweise der deutschen Mission vertraut macht, fann nur wärmstens empfohlen werden. Aus Hessen. Gegen die Aufhebung hessischer Amtsgerichte. In Bad Nauheim haben die Stadtverordneten gegen den Plan des Juftizministeriums, die Amtsgerichte Bad Nauheim und Friedberg aus Sparsamteitsrüdsichten zusammenzulegen. Stellung genommen. Jn längerer Aussprache wurde von allen Rednern übereinstimmend betont, daß der Gedante, dem internationalen Weltbad mit seinem riesigen Fremdenverkehr das Amtsgericht zu nehmen, undurchführbar sei. Sollte eine Bereinigung der beiden Amtsgerichte nicht zu umgehen sein, so tönne der Sitz des zukünftigen Amtsgerichts nur Bad- Nauheim sein, auch wenn der Stadt durch die Bereitstellung weiterer Geschäftsräume infolge eines Um- und Anbaues am bestehenden Amtsgerichtsgebenude finanzielle Laften auferlegt werden sollten. In einer in Dieburg stattgefundenen öffentlichen Versammlung machte Bürgermeister Wid Mitteilung von den Schritten, die die Stadtverwaltung gegen die von der Regierung geplante Sonnabend, den 23. Oftober 1926. Aufhebung des hiesigen Amtsgerichts getan habe. Das Vorgehen der Stadtverwaltung wurde von allen Rednern einmütig gebilligt. * Das hessische Artillerie- Dentmal. Ueberall, wo der Aufruf der früheren hessischen Feldartil.Regimenter 25 und 01 für ein gemeinsames Dentmal hintam, hat et lebhaften Beifall und Zustimmung gefunden. Und nicht nur bei diesen beiden alten Friedensregimentern, die ehedem das„ Großherzogliche Hes. Artillerie- Korps gebildet hatten, sondern auch bei den über 40 Kriegsformationen, die von den beiden Regimentern während des Krieges aufgestellt worden sind. Der schöne Entwurf des Herrn Prof. R. Cauer ist jetzt in der Ausführung: überlebensgroß steht der Kanonier da, in ungebeugtem Kampfeswillen, mit der Handgranate in der Rechten, auf den Trümmern seiner Kanone! Auf dem einfach zu haltenden Godel werden in Bronze die Namen aller Kriegsformationen der beiden Regimenter als bleibendes Zeichen eingraviert. Als Hauptinschrift wird man lesen: ,, Der hessischen Artillerie und ihren Toten" Im Frühjahr 1927 ist das Denkmal fertig und findet im Orangerie- Garten in Darmstadt an schöner Stelle seine Aufstellung und Enthüllung. Noch aber fehlt ein fleiner Teil der Bausumme! Wer hat noch nichts für das Denfmal gespendet? Wer spendet noch einmal, damit das Hessische Artillerie- Denkmal würdig zustande tommt? Spenden werden an die gemeinsame Kasse erbeten: Denkmalstasse des Feldartl- Regts. 25, Postschedkonto Frantfurt a. M., Nr. 20444. Auskunft und Anrufe mit Verzeichnis der Kriegsformationen, die auf dem Sodel verewigt werden sollen, sind auf Anfrage bei Oberstleutnant a. D. Lenne Darmstadt, Hermannstraße 41, zu haben. * Lang- Göns. Lehrer Eduard Schwinn an der hiesigen Volksschule ist mit Wirkung vom 1. November ds. Js. ab auf sein Nachsuchen in den Ruhestand versetzt worden. Er war ein allseits beliebter Lehrer. Grünberg( Oberh.). Die Polizei fahndet nach einem 11 Gießener Zeitung" Nidda. Eine neue landwirtschaftliche Schule foll hier errichtet werden. * Schwere Strafe für Meineid. Vor dem Schwurgericht hatte sich der in Birkenau im Odenwald geborene Kaufmann G. zu verantworten wegen Meineid. Während der Staatsanwalt eine Zuchthausstrafe von 1 Jahr 6 Monaten beantragte, et tannte das Gericht auf zwei Jahre Zuchthaus, abzüglich zwei Monate Untersuchungshaft. Ferner werden die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren aberkannt. In der Urteilsbegrüdung tam zum Ausdrud, daß gegen die Meineidsepidemie energisch eingeschritten werden müsse. Aus Nah und Fern. Neue Funde aus der Römerzeit. Heldenbergen. Hier wurden vor einigen Tagen durch Lehrer Messerschmidt aus Hanau Ausgrabungen vorgenommen. 20 Zentimeter unter der Erdoberfläche fam man auf Grundmauern, die ein Biered bilden. Die Lage läßt auf die Grundmauern eines römischen Wachtturms schließen. Weiterhin stieß man auf mächtige Sandsteinplatten. Eine 28 Zentimeter hohe, sehr gut erhaltene Urne war zum Teil mit Knochenreiten ge= füllt. Man dürfte also gleichzeitig auch ein Urnengrab gefunden haben. Weilburg. Bürgermeister Bedmann- Schötmar, der kürzlich zum Bürgermeister von Weilburg gewählt wurde, hatte auf die Mitteilung seiner Wahl geantwortet, daß er die Wahl nur unter Einreihung in die Gruppe 11 annehmen würde. Der Magistrat lehnte dies ab, worauf Bedmann seine Forderung auf Gruppe 10 zuzüglich 500 Mart Aufwandsentschädigung ermäßigte, andernfalls müsse er auf die Wahl Berzicht leisten. Die Stadtverordnetenversammlung lehnte auch diese Forderung ab und ließ Bürgermeister Bedmann mitteilen, daß sie seinen Verzicht unter diesen Umständen annehmen. Wie verlautet, findet in der nächsten Woche eine neue Bürgermeisterwahl statt. Bad Ems. Jm Distrikt Wiesbach wurde bei Ziegelarbeiten einer der berühmtesten silbernen Johannistaler aus dem Jahre 1575 gefunden. Schwindlerpaar, das im Juni d. 3. hier zuerst ein Manöver bi Aus aller Welt. trieb, durch das der Handwerksmeister, bei dem sie wohnten, um 1600 M geschädigt wurde. Das Pärchen beglückte dann Bayern mit seinem Aufenthalt, tauchte dann wieder einmal in Bad- Orb auf und ist jetzt wieder, nachdem die Arbeit“ erfolgreich war, spurios verschwunden. Es handelt sich dabei um den 28jährigen Adam Thoma aus Lorsch und die 44jährige Emma Koch, eine kleine, rundliche Person, die sich teils als die Frau, teils als die Tante des Thoma ausgibt. Heliumgas in der Lüneburger Heide? Auf dem Terrain der Nord- Del- Aktiengesellschaft A.-G. bei Oberg in der Lüneburger Heide wurde festgestellt, daß die Dellaner allem Anschein nach ſtart heliumbattig sind. Die Untersuchungen, die unter Leitung eines Pofessors der Berliner Universität standen, sollen ein außerordentlich günstiges Resultat ergeben haben. a das Neue Stürme haben wieder auf Kuba gehauſt. 70 Tote und Trais Horloff. Hier ist am vergangenen Sonntag neue Pfarrhaus eingeweiht worden. Besondere Vorzüge: Offene Bauart, leichtesten Anschlag, geräuschlosen Wagenrücklanf, W HAPPEL Kappe! 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Kart. 3,-M, Ganzl. geb. 4,-M, Eulenspiegel- Verlag G. m. b. H. Magdeburg. Ein gefährlicher Titel. Doch sagt er nicht zuviel. Beißende Satiren wechseln in unterhaltsamer Fülle mit turzen, scharf pointierten( nicht immer ganz salonfähigen) Schwänken, besinnlichen Gleichnissen, fröhlichen Schnurten. futz, es ist das satirische Buch der Zeit. Joseph Bictor von Scheffel, Briefe ins Elternhaus 1843 bis 1849. Im Auftrage des Deutschen Scheffelbundes eingeleitet und herausgegeben von Dr. Wilhelm Zentner. Ver lag von Armin Gräff, Karlsruhe, 1926. Preis in Leinen 12,-M, in Pappbd. 10,-M. Nur wenigen bedeutenden Menschen ist der Segen eines glüdlichen Jugendlebens in der Hut eines innig betreuenden Elternhauses in reichlicherem Maße zuteil ge= worden als dem Dichter Joseph Victor von Scheffel. Scheffels Briese an sein Elternhaus, ein stattlicher, für die Lebensgefchimte des Kunstlers bisher noch nicht ausgewerteter Komplex von 500 Schriftstücken, spiegeln deshalb des Dichters innere Entwidlungen und äußere Schicksale am unmittelbarsten wieder, Do fumente zugleich eines von mannigfachen Stürmen bedrängten, siegreich sich durchkämpfenden Mannesherzens und einer gleich der Seele des Autors von der Fülle der Ereignisse erschütterten Zet, deren eigentlicher Grundzug das Streben nach Einheit, nach Gestaltung ist. Der menschliche Reiz vermählt sich mit geschicht= lichem Interesse; deshalb vermögen diese Briese den verschieden artigsten Intereffen etwas zu geben. Aus den reichen Schätzen des Karlsruher Scheffelarchivs sind hier von dem Herausgeber der Briefe der eigentlichen Studentenzeit in München, Heidelberg und Berlin, die mit der Revolution von 1848 und 1849 ihren Abschluß finden, zu einem Bande vereinigt. + BruchbeilungVon Aerzte- Kommissionen nachgeprüfte und bestätigte glänzende Heilerfolge, ohne Operation, ohne Berufsstörung, fodak selbst approbierte Aerzte sich und ihre Angehörigen nach unserer Methode behandeln lassen. Herr Dr. med. R., approbierter Arzt, schreibt uns aus Leer: Die Erfolge waren einfach fabelhaft, alle Leute geheilt, der Krankenkassenmann begeistert, sein Riesenbruch nie wieder herausgekommen, auch nicht bei Abnahme des Bandes. Und was war das für eine Scrotalhernie. Ich war manchmal selbst sprachlos über die Erfolge!" Herr Dr. med. 2., approbierter Arzt, schreibt: Mein doppelseitiger alter Leistenbruch, links fauftgroß, ist durch Ihre Behandlung in weniger als 6 Monaten gänzlich ausgeheilt. Ich fühle mich dauernd frei vom Bruchband nun schon über ein Jahr lang. Ich kann laufen, radeln, Bergtouren machen, Motorrad- Touren, Sport, wie Schwimmen und Turnen, sind mir wieder ein Vergnügen. Herr Dr. med. M., approbierter Arzt, schreibt: Es ist mir ein Vergnügen, Ihnen mitteilen zu können, daß ich gerade bei schweren Brüchen durch Ihre BehandlungsMethode Erfolge erzielt habe, die ich selbst früher nie für mög lich hielt. Auch bei meinen Kollegen erregten diese Erfolge Aussehen und waren nicht zu widerlegen. Ueber hundert amtlich beglaubigte Zeugnisse Geheilter liegen vor. Guter Anonncen- Werber Schneidergeselle Sprechstunde unseres approbierten, ſpeziell ausgebildeten Bergegen übliche Provision und feste Zuschüsse für Giessen und Wetzlar gesucht. Offerte unter J. P. 1223 an die Expedition d. Bl. 18 Jahre alt, sucht Stellung. Zu erfragen bei August Jensch, Nidda, Kirchstraße 4. Alt. Mädchen v. 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Die Pflicht der Einlösung d des Bankgesetzes bis auf weiter daß die Reichsbank beabsichtige verkehr Goldmünzen einzuleiten, Das Reichsbankdirektorium steht anderer großer Länder, Nach sei wenn der entsprechende Goldbetr ban! thesauriert bleibt( Goldk Eine Gegenüberstellung der dem Notenumlauf gibt das Ded Bestand an: Gold Devisen Datum 31.12.1924 31.12.1925 759 253 1208 402 30.9. 1926 1598 521 Der Bestand in Gold sowie sind demnach in den letzten zwei fache gestiegen. Andererseits hat banknoten mehr als verdoppelt aber heute nicht unwesentlich g Der Reichsbankdiskont ist d 6 Prozent( seit 6. Juli 1926) g besteht nicht der geringste Anlaß Zweifel zu setzen. Das Auslan note schon seit langem als eben nische Dollarnote an. Die Auswertung der S Der Gesetzgebungsausschuß 26. Oktober, die von dem Minist erdnung zur Durchführung der besprochen und gebilligt. Die bedürftigen Sparern ihr aufgen dem 1. Januar 1982 ausbezahl Die jogenannte„ Kleine Län Da die Regierungen und die überall als notwendig en der Beamtenbesoldung im fetzig stelligen zu können glauben, der letzten Zeit durch eine vorlä den Versuch gemacht, die Gehä tatsächlichen Wirtschaftslage a auf diesem Wege vorausgegang haushaltsplan die vorübergehe höhere Besoldungsgruppe zulie schon im Gang. Der zu diesem des preußischen Landtages hat reits im Juli abgeschlossen. I Ausschuß den zweiten Teil sei um die Nachprüfung der Beso höberen Beamtenschaft dreht. schaft die Entwicklung der Be übrigen Ländern mit wachem blids, wo auch die hessische Re aus der Ueberzeugung von der Besoldungslage zieht. 食 Selfischer Landespai Der diesjährige Landespar in Hessen wird am 26., 27. und anstaltet. * Staatsbeihilfe für die G des Lahn- un Der Hauptausschuß des Pr fich am Dienstag Abend mit ei Wirtschaftsfragen. Ein Antrag nahme der Kommunisten, wurd Grubenbetriebe des Siegerland gebietes bewilligten Staatsbeib 1926 weiter gewähren will. Sagesna An Stelle des verstorbene von Meerveldt( deutschnation ichlag gewählt worden war, wi wald Sauer aus Dillenburg in