92 ཏི 39. Jahrg. Samstag, den 16. Januar 1926. Nr. 3 Gießener Zeitung Erscheint: Dienstag und Freitag. ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis: 80 Pfg. monatlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüdsendung nicht verlangier Manuskripte wird nicht garantiert. Sonntagsgedanken. Zum Sonntagsfrieden gehört Familienglüd. Die christliche Welt hat beide Begriffe eng verbunden. Der eine hebt und trägt den andern. Sonntagsfriede ohne diesem Glüde ist nicht denkbar. ,, Morgen ist Sonntag", spricht der Vater am Feierabend der Woche. Und vor ihm ersteht das Bild der mit ihm sich mühenben Gattin und der um ihrer Liebe willen ihnen geschenkten Kinber, wie sie sonntäglich gestimmt und gekleidet mit ihm durch den morgigen Tag gehen werden, von ihm die Sonntags- Heiligung empfangen. Feierlicher Ernst, heilige Stimmung und friedvolle Traulichkeit tragen in Sonntag und Familien ein gemeinsames Etwas hinein. Heute sind beide in Gefahr, Sonntag und Familie. Nicht die Begriffe als solche, aber der christliche Inhalt derselben. Als Tag der Ruhe soll wohl der Sonntag sein Recht behalten; aber die Zeit will allmählich seine Heiligung verwischen. Und so mit der Familie, die als natürliche Verbindung von Mann und Weib wohl gelten soll, der man aber die auf ewige Jdeale gegründete Harmonie der christlichen Familie allmählich nehmen will. Heute ist alles Sinnen und Trachten in der Welt auf den Genuß abgestellt und für Hohes, Jdeales und Heiliges will man feine Zeit mehr haben. Wem der Sonntag ein leuchtender Friedensstern im Drange der Woche, und die Familie das heilige Eiland ist, an dessen Strande die Wogen der hohen See sich als tändelnder Wellenschlag verlaufen, der hat die heilige Pflicht, eines durch das andere zu retten, den Sonntag durch die Familie und die Familie durch den Sonntag. Eines muß im andern wieder tiefer und inniger veranfert werden. So heiliget wieder den Sonntag in eurer Familie, so heiliget eure Familie wieder durch den Sonntag! Die Frage der Unterbringung der Eisenbahnschuldverschreibungen. Von Oberregierungsrat Dr. Berger. Die Unterbringung der auf Grund des Dawes Planes geschaffenen Eisenbahn- Schuldverschreibungen ist zur Zeit Gegenstand der lebhaftesten Erörterungen des In- und Auslandes Der Ursprung dieser Bewegung ist wohl in Frankreich zu suchen, wo die Versuche, der Finanz- und Währungsschwierigkeiten Herr zu werden, auch zur Behandlung der Frage geführt haben, o'b es möglich sei, durch eine sofortige Realisation der genannten Schuldverschreibungen dem französischen Tresor namhafte Beträge zuzuführen. Zu diesem Plan ist folgendes zu bemerken: Gemäß dem Londoner Abkommen sind bekanntlich 11 Milliarden Schuldverschreibungen der Reichsbahn- Gesellschaft dem TreuDrud. Verlag und Expedition: Gießen, Südanlage 21 Fernsprecher Nr. 1362 Postschedkonto Nr. 8437 Amt Frankfurt a. M. wenig vorbehaltlich einer Lösung der vorgenannten Frage Aussicht zu bestehen, solange nicht die endgültige Regelung der französischen Schuldenzahlung an die Vereinigten Staaten von Amerika getroffen ist. Handwerkertagung. Am 29. Dezember traten im„ Perfeo" zu Darmstadt die Führer der Landesfachverbände und der Bezirksverbände des hessischen Handwerks zu einer Tagung zusammen, um Stellung zu nehmen zu einem dem Reichswirtschaftsrat vorliegenden Gesetzentwurf, betitelt: 3ur Förderung des Preisabbaues". Der Tagung wohnten ein Vertreter der hessischen Regierung, sowie mehrere Reichstags- und Landtagsabgeordnete bei. Nach einem eingehenden Referat des Handwerkskammer- Direktors Schüttler wurde der Gesetzentwurf einer gründlichen, sachlichen Kritik aus den Reihen der Versammlungsteilnehmer unterzogen. Der Entwurf enthält außer einer Neuerung im Konturs- und Geschäftsaufsichtsverfahren fast ausnahmslos Bestimmungen, die sich gegen das Handwerk richten und geeignet sind, das in mühsamer, jahrzehnte langer Berufsstandsarbeit aufgerichtete, unbedingt zur Erhaltung eines, im Rahmen der deutschen Wirtschaft leistungsfähigen, Handwerkerstandes notwendige Organisationswesen im Handwerk zu zerschlagen. In allen Erwerbsgruppen ist das Organisationswesen heute äußerst wirkungsvoll geworden, auf Organisation ist heute unser ganzes Gesellschaftsleben ge richtet. warum will man dem Handwerk allein sein auf die Erziehung seiner Angehörigen zur Wirtschaftlichkeit gerichtetes und deshalb produktionsförderndes Organisationswesen mißgönnen? Ohne das Rüdgrad seiner Organisation müßte, zumal der Kleinbetrieb in der heutigen komplizierten Wirtschaft, der Vernichtung anheim fallen und mit ihm ging der größte Teil des staatserhaltenden Mittelstandes zu Grunde. Daß dieser Entwurf sich fast ausnahmslos gegen das Handwerk richtet, dürfte nach Meinung etnes Versammlungsteilnehmers wohl daher rühren, daß die Regierungsstellen bei den übrigen starken Wirtschaftsgruppen nichts auszurichten vermochten. Zunächst lehnt es das Handwerk mit aller Entschiedenheit ab, durch diesen Gesetzentwurf als hauptsächlichste Triebfeder des hohen Preisstandes an den Pranger gestellt zu werden. Aus den Ausführungen der Vorsitzenden der einzelnen Fachgruppen ging tlar hervor, wie ohnmächtig der Handwerker der Preishöhe seiner Produkte gegenüber steht, die ihm diktiert werden durch die Forderungen seiner Rohstofflie= feranten, seiner durch das Schlichtungswesen geschützten Arbeiten, die enormen allgemeinen Unkosten, wie Steuern, Abgaben, Gebühren, sozialen Lasten, Frachten, sowie auch durch die Ansprüche, die das Publikum noch immer stellen zu müssen glaubt. Dennoch ist man in allen Handwerkszweigen bis an die äußerste Grenze des wirtschaftlich zu verantwortenden und darüber hinausgegangenen, mit der Ueberzeugung, daß ein Preisabbau im ureigensten Interesse des Handwerks selbst liegt. Entgegen vielfachen Meinungen herrscht auch im Handwerk freier Wettbewerb, der namentlich in den Baugewerben seine nicht immer Besonders hervorgehoben wurde, einwandfreien Blüten treibt. händer für die Eisenbahn- Obligationen, Delacroix, übergeben worden. Der Zinsen und Tilgungsdienst dieser Schuldverschreibungen beträgt 5+1 Prozent und im normalen Reparationsjahre ins gesamt 660 Millionen; diese Beträge werden nach den bestehenden Bestimmungen von der Reichsbahngesellschaft in Reichsmard an den Generalagenten für Reparationszahlungen abgeführt. Für die Frage der Unterbringung der Schuldver= schreibungen ist nicht nur die Aufnahmefähigkeit des Kapital- Lieferant von Rohstoffen etc.( Holzgelder, Strom- und Gasmarktes, sondern vor allem entscheidend, ob und in welchem Umfange die bei dem Generalagenten für Reparationszahlungen eingezahlten Beträge in ausländische Währung übertragen werden können. Da die Unterbringung der Schuldverschreibungen nach Lage der Dinge nur im Auslande möglich ist, wird das Bestreben der ausländischen Kapitalgeber darauf gerichtet sein, im Falle der deutschen Auslandsanleihe von 800 Millionen GM. den Zinsen und Tilgungsdienst in ausländischer Währung sicherzustellen, d. h. Garantien gegen eine plötzliche Einstellung des Dienstes der Schuldverschreibungen mit Rücksicht auf die Schwierigkeiten zu verlangen, die sich aus den Transfer- Vorschriften des Sachverständigenplanes ergeben. Nach dem Plan hat das Transfer- Komitee darüber zu entscheiden, ob eine Umwandlung der auf das Konto des Generalagenten für Reparationszahlun gen eingezahlten Beträge in Devisen mit der Stabilität der deutschen Währung vereinbar ist. Dem Transfer- Komitee fällt also bei der Behandlung der Frage der Unterbringung der Schuldverschreibungen eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe zu. Bislang hat es sich den Bestrebungen einer vorzeitigen Regelung der Angelegenheit standhaft widersetzt. Aus diesem Grunde hat der Generalagent für Reparationszahlungen, Parker Gilbert, Veranlassung genommen, in seinen beiden Abschlußberichten vom 30. 5. 1925 und 30. 11. 1925 eine Resolution wiederzugeben, die das Transfer- Komitee im April 1925 in der Frage gefaßt hat. Hierin wird zum Ausdrud gebracht, daß diese Pläne als verfrüht anzusehen sind und von dem Transfer- Komitee erst in Erwägung gezogen werden können, wenn ihnen prraktische Bedeutung zukommt. Dieses Zitat ist auch im Zusammenhang mit den widersprechenden Kommentaren über die Zwede der jetzigen Amerikareise Gilberts beachtenswert. Deutscherseits tann vorausgesetzt, daß die Vorschriften über den Schutz der deutschen Währung beachtet werden, der Weiterentwicklung dieser Frage in Ruhe entgegengesehen werden. Was die Geneigtheit des amerikanischen Kapitalmarktes zur Aufnahme der Schuldverschreibungen anbetrifft, so scheint daß auf der anderen Seite die öffentliche Hand sich nicht in genügender Weise dem Preisabbau angeschlossen hat, sei es als preise), sei es in ihrer allgemeinen Ausgabenwirtschaft, oder auch in der Höhe der Gerichts-, Post- und ähnlichen Gebühren, der Frachten, Personentarife usw. Die anwesenden Reichstagsabgeordneten stellten sich gleichfalls auf den Standpunkt, daß der vorliegende Entwurf verfehlt sei, und daß er ein ungerechtes einseitiges Vorgehen gegen das Handwerk allein bedeute; sie versprachen in ihren Frattionen darauf hinzuwirken, daß die gegen das Handwerk und seine Organisationen sich richtenden Härten nicht zur Durchführung gelangen. Für die Zentrumsfraktion glaubte Abg. Reg.- Rat Knoll die Versicherung abgeben zu können, daß der Entwurf in dieser Fassung abgelehnt werde. Abg. Exzellenz Dr. Beder versicherte, daß seine Partei als die Hauptträgerin des Ausschusses der Handwerkerschutzgesetzgebung sich niemals mit einer Gefährdung des handwerklichen Organisationswesens einverstanden erklären würde. Schließlich wurde folgende Resolution angenommen: Die heute im„ Perteo" zu Darmstadt versammelten Führer des gesamten hessischen Handwerks lehnen einmütig die Artikel II und IV des Gesezentwurfs zur Förderung des Preisabbaus mit aller Entschiedenheit ab. Das Inkrafttreten dieses Entwurfs führt dazu, daß die in jahrzehntelanger, mühseligen Kleinarbeit aufgebaute handwerkliche Organisation zerschlagen und das Handwerk in seiner sozialen und wirtschaftlichen Entwidlung um Jahrzehnte zurüdgeworfen wird. Die anwesenden Herrn Reichstagsabgeordneten werden gebeten mit allem Nachdrud gegen diesen handwerksfeindlichen Entwurf bei den Beratungen im Reichstag Stellung zu nehmen. Das hessische Handwerk fordert gleichmäßige Behandlung aller Wirtschaftsgruppen und wendet sich mit Schärfe gegen das auch in dem vorliegenden Entwurf wieder bekundete einseitige Vorgehen gegen das Handwerk. Sollte der Entwurf trotz des Widerspruches des Handwerks Gesez werden, so ist sich das hessische Handwerk darin einig, das Recht zur Kalkulationsbelehrung in den Jnnungen auch weiterhin zu verteidigen. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreise: die 30mm breite Petitzeile auswärts 24 PigTotal 12 Pig., die 90 mm breite Reflame Petitzeile 96 Pig. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholungen Rabatt, für Vollflischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Die neuen Elektrizitätspreise in Gießen. Welchen Tarif wählt man? Bon Oberingenieur Adolf Kurz, Gießen. Am 23. Dezember 1925 hat die Direktion des Städtischen Elektrizitätswertes folgende Bekanntmachung veröffentlicht: Nach Beschluß der Stadtverordneten Versammlung vom 18. Dezember 1925 treten mit der Zählerablesung im Monat Januar 1926 folgende Strompreistarife in Kraft: 1. Normal- Tarif. 1. Antrieb von Motoren. ( Kleinkraft.) Bei einem Jahresverbrauch von: 0-1000 Rwst. 1001-2000 " ** ** ** 28 Pfg. für die Kwst. 26 " 2001-4000 22 " " " " 4 001- 8 000 19 ** * 31 " 8 001-14 000 18 17 ** " 38 " 16 15 14 17 " " " 13 ** " " " 12 " " " 11 ** " " " 14 001-20 000 20 001-30 000 30 001-40 000 40 001-50 000 50 001-60 000 60 001-70 000 70 001-72 000 II. Sondertarif. " 3 a) Während der Tagesstunden " " Nachtstunden Lichtspitzenzeit 83 ** ** " ** ** 20 Pfg. für die Kwst. 10 " ** " " 50 M " ** " b) Auf den Verbrauch während der Nachtstunden werden folgende Rabatte gewährt: Bei einem Jahresverbrauch von: mindestens 1000 Kwit. 5% 2000 38 " 10% 3000 " 15% " 4000 20% 2. Sonstiger Stromverbrauch. ( Licht, Heizen, Kochen usw. einschl. Haushaltungsmotore.) 1. Einheitstaris: 50 Pfg. die Kwst. ohne Rüdsicht auf Zeit der Abnahme. II. Doppeltaris: a) Lichtspitzenzeit: 50 Pig. für die Kwst. b) übrige Zeit: 10 Pfg. für die Kwst. Mindestabnahme 40 Rwft. zu 10 Pig. im Mo nat; Jahresabrechnung. III. Dreifachtarif: a) Lichtspitzenzeit: 50 Pig. für die Kwst. b) Nachtzeit: 10 Pfg. für die Kwst. Die Rabattsätze sind die gleichen wie die unter II b. c) übrige Zeit: 10 Pfg. für die Kwst. 3. Tarif für Kraftentnahme der Dreschbetriebe. Bei einem Jahresverbrauch von: " 0-1000 Rwft. 1001-2000 2001-3000 " über 3000 " 19 Pfg. für die Kwst. 18 11 " " " 17 " " " " 16 " " 4. Tarif für den Betrieb von Klingeltransformatoren ( nur bei Drehstrombezug) für das Stüd und den Monat 20 ẞfg. Tages-, Nacht- und Sperrstunden. a) als I ages stunden gelten in den Monaten: November, Dezember und Januar die Zeiten von: 6 Uhr vorm. bis 4½ Uhr nachm. Februar und Oftober März und September 5 " " 6 6 " " April und August 6 7 abends 13 " " " Mai, Juni und Juli 6 9 " " " b) als Nacht stunden gelten während des ganzen Jahres die Stunden von: 10 Uhr abends bis 6 Uhr morgens, c) als Lichtspigenzeit gilt: in den wonaten: November, Dezember und Januar die Zeiten von 4½ Uhr nachm. bis 10 Uhr abends Februar und Oktober 5 März und September 6 April und August Mai, Juni und Juli 10 " " " 11 10 " " abends 10 " " 10 " 7 9 " Zählerbenuzungsgebühren. Für Gleichstromzähler bis 7,5 220/440 Volt und Einphasenzähler für alle übrigen Zähler für Doppeltarifzähler für Dreifachtarifzähler 40 Big. für den Monat 50 17 100 75 150 13 " " " " 11 Diejenigen Abnehmer, welche nach dem Doppel- oder Dreifachtarif Strom zu entnehmen beabsichtigen, bitten wir, sich rechtzeitig an die Direktion des Elettrizitätswertes zu wenden. Die was man erreicht hat. Zeitpunkt angelangt, Wieder ist ein Jahr vergangen, planvollen Pflege non Reibesübungen ben Meg fehen, der unser wirft, um sich Rechenschaft über das abzulegen, was man getan, dern sie sind auch eine Schule des Charakters. sundheit, sind nicht nur attive, positive Hygiene, sonSo müssen auch diejenigen, die in einer an dem man gern einen Blid rüdwärts Leibesübungen sind nicht nur eine Quelle der Ge= wieder sind wir an einem Was brachte 1925 dem deutschen Sport? Allgemeine Sessische Sportzeitung. legung des Sportforums am 18. Oktober. basiert, zum andern die Dentschrift gelegentlich der Grundsteinstatistik", die auf einer Anfang des Jahres begonnenen Umfrage in der zweiten Jahreshälfte herausgegebene ,, Turn- und Sport= Oeffentlichkeit zweit wertvolle Unterlagen: einmal die von ihm zu Ende gegangenen Jahre nähergekommen ist, dafür gab er der Aus der Statistik haben wir erfahren, daß in der fallen. mungen schärfer. Es flappte aber sonst alles. deren Verbände aus Gründen der Erziehung in ihren Bestim= Icme mit Frl. Rehborn gefallen, in diesem Punkt sind die an= Vieldungen schlecht oder nicht so gut wie voriges Jahr ausge= Weniger konnte die RetAllgemeine Sessische Geht innerhalb der vielzuvielen Vereine die Ursache des Sintens der guten Sportplätzen und nicht zuletzt die fehlende straffe Zucht Städten, die wirtschaftliche Not des Einzelnen, der Mangel an man den Gründen nach, so ist die ungünstige Lage zu größeren Im Rasensport waren die Leistungen recht gering. Sportzeitung. Am 10. Januar Schwierigkeiten entgegen. gemeinschaft? eine zu gründende Interessengemeinschaft zwischen dem Süddeut= Süddeutsche Fußball- Leichtathletit- Interessenschen Fußballverband und dem Leichtathletikverband stattfinden. Allerdings stehen einer derartigen Gemeinschaft noch wesentliche wird in Stuttgart eine Besprechung über Handball. Samstag, den 16. Januar 1926. Anbringung der Mehrfachzähler erfolgt nach Eingang der Anmeldungen der Reihe nach. Auskünfte über die Stromtarife werden im Verwaltungsgebäude, Zimmer Nr. 4, erteilt. Gießen, den 23. Dezember 1925. Direttion des Elettrizitätswertes der Stadt Gießen, Stolte. * Hierzu fühle ich mich verpflichtet, folgende Aufklärung zu geben: Das alte Stadtparlament bescherte uns zum Weihnachtsfeit eine Neuordnung" der Preise für elektrischen Strom. Wäre Buntheit das Kennzeichen für die Güte und 3wedmäßigteit eines Tarifs, bann wäre der neue Gießener zweifellos einer der besten. Ob dies tatsächlich zutrifft, wird von Fachleuten bezweifelt. Die Zukunft muß es lehren. Jedenfalls ist es bebauerlich, daß in einer Zeit, da alle größeren Elektrizitätswerte die Einführung von Grundgebührentarifen planen, soweit sie solche nicht bereits anwenden, Gießen einen nach heutigen Begriffen rückständigen Tarif einführt und von der Notwendigleit der Beschaffung einiger tausend Doppeltarifzähler spricht. Der Grundgebührentarif ermöglicht es, derartig kostspielige Zähler auf die großen Abnehmer zu beschränken, und die Erfah rungen haben gezeigt, daß durch Einführung dieses Tarifs den Werken nicht nur teine nennenswerten Mehrausgaben, sondern im Gegenteil bessere Einnahmen erwachsen, ohne daß die„ Lichtspike" ungünstiger gestaltet wird. In der Tariffrage dürfte das letzte Wort in Gießen noch nicht gesprochen sein. Vorläufig muß man sich mit der jetzigen Lösung der Frage abfinden. Der Stromabnehmer fragt sich naturgemäß, was er durch die Neuerung sparen fann und welche der verschiedenen Tarifarten für ihn am vorteilhaftesten ist. Die folgende Betrachtung soll versuchen, die Frage zu beantworten. Der leichteren Uebersicht halber stimmen die folgend aufgeführten Punkte mit den der vorstehend abgedruckten Bekanntmachung des Elektrizitätswertes Gießen vom 23. Dezember 1925 überein. A. Antrieb von Motoren. Es gibt zwei Möglichkeiten: Der Normaltarif I berechnet die Kilowatstunden ohne Rüdsicht auf die Tageszeit, in der sie abgenommen werden und staffelt, bei steigendem Verbrauch im Preise fallend. Dieser Tarif ist für alle Abnehmer, die sich an Sperrstunden nicht binden wollen und können, zweckmäßig, da Motoren auch wäh rend der„ Lichtspitze" ohne Mehrpreis für die KWst. im Betrieb bleiben tönnen. Für alle Abnehmer von Energiemengen bis zu etwa 15 000 KWst. jährlich, die ihren Betrieb so einrichten können, baß sie während der Sperrstunden feinen Strom verbrauchen, ist der Sondertarif II zu empfehlen, ganz besonders dann, wenn ein Teil des Verbrauchs während der, Nachtstunden" also zwi schen 10 Uhr abends und 6 Uhr morgens erfolgen kann, woburch sich der Preis der KWst. bekanntlich auf 10 Pig. mit Rabatten für größere Abnahme ermäßigt. Einige Beispiele werden das vorstehend Gesagte erläutern. Eine Werkstätte habe Motoren von insgesamt etwa 10 PS.= 7,5 Kilowatt installiert; tägliche Benutzungsdauer an 300 Arbeitstagen etwa 4 Stunden, daher Tagesverbrauch ca. 30, Jahresverbrauch ca. 9000 KWst. Stromtosten nach Taris 1: 1000 KWst. je 28 Pig. 1000 26 " 2000 22 " 4000 19 " " 1000 18 " " Verbrauch 9000 KWst. Zählergebühr Gesamtkosten jährlich 9000 Wit. je 20 Pfg. Zählergebühr Stromkosten nach Sondertaris II: Gesamtkosten 280,- M 260, M 440,- M 760,- M 180,- M 1920, M 6,- M 1926,- 1800,- M 18, M 1818, M Jährliche Ersparnis bei Tarif II gegenüber Tarif I 108,- M Wenn Steine reden könnten. Wenn ich in meiner rheinischen Heimat weile, suche ich immer den am herrlichen Rhein gelegenen Friedhof auf. Dort fann man seine Gedanken sammeln und einen Gottesdienst für sich abhalten. Die lieben Angehörigen, die hier ruhen, ziehen an mir vorüber, alle Freunde und Bekannte sieht man vor sich in ihrer Gestalt und ihren Charaktereigenschaften und man kann mt ihnen reden. Die Grabsteine mit ihren Aufschriften haben so vieles, was zu denken gibt und sprechen oft eine erschütternde Wahrheit. So fesselt mich immer das Grabmal eines Jugendfreundes und seiner Gattin. Auf dem Denkmal sieht man ein hübsches Brautpaar. Die Freude und Liebe leuchtet ihnen aus det Gesichtern. Umrahmt ist das Bild mit den Worten:„ Die Liebe höret nimmer auf" und Gottes Wege sind wunderbar". Die untere Aufschrift lautet:..Sier ruht in Gott W. A. mit ihrem Kinde, gestorben am 25. 12. 1914." Der treue Gatte starb den Heldentod fürs Vaterland vor Warschau am 24. 12. 1914. Als ich vor Kurzem wieder dort weilte, follerten mir die warmen Tropfen über die Wangen. Go junge, so lieb, s o schön und nun beide längst tot. Mein Freund heiratete Ende 1913 ein liebes, braves Mäd= chen. Er richtete sich ein eigenes Geschäft ein und lebte glüdlich und zufrieden nur für sein liebes Weib. Im August 1914 mußte er zur Fahne, ein jammervoller Abschied von seiner gesegneten Gattin. Wenn Steine reden könnten. Am 24. 12. 1914 morgens 5 Uhr im eisigen Rußland vor Warschau. Zitternd und schnatternd vor Frost stehen die braven Landwehrmänner in den vereisten, halb ausgebauten Stellun gen. Feuer dürfen sie nicht machen, da der Russe zu nahe liegt. Gießener Zeitung" Bei Betrieben, die nachts größere Energiemengen abnehmen tönnen, z. B. Bädereien, Mühlen, Wasserwerte usw., stellt sich das Ergebnis etwa wie folgt, wenn beispielsweise ein Drittel der benötigten Wit. während der „ Nachtstunden" entnommen wird: 6000 Kft. je 20 Pig. 3000 jt. je 10 Bfg. Zählergebühr Hiervon gehen noch ab 10 Prozent für Nachtstromabnahme v. 3000 KWft. Demnach Gesamtkosten Wasserkocher von 1 Liter Inhalt, ca. 550 Watt 870 Ston. jährlich, ca. 2% Ston. täglich, Tischherde mit 2 Rochplatten, 1800 Watt ca. 270 Ston. jährlich, ca.% Std. täglich, Haartrodner( Fön), Cafemaschinen, Kochplatten, große Schneiderplätteisen, Leimtocher je 550 Watt 870 Ston. jährlich. ca. 2% Gtbn. täglich. 1200,-. M 300,-K 18,-M 1518,- M Staubsauger( Vampyr) ca. 150 Watt 45,- 3200 Ston. jährlich, ca. 8% Ston. täglich. 1473,-M 453,-M Strahlöjen( Sonnen) 500 Watt 960 Sidn. jährlich 2% Ston. täglich. Jahrliche Ersparnis gegenüber Tarif I Würde jedoch nur ein geringerer Teil der Enerige wäh rend der Sperrstunden entnommen, dann verschlechtert sich das Endergebnis sofort ganz beträchtlich: 8000 Wit. je 20 Big. 1000 Kft. je 50 Bfg. Zählergebühr Gesamtkosten 1600,- M 500,- M 18,- M 2118, M Demnach Mehrkosten gegenüber Tarif I 192,- M Hieraus ist ersichtlich, daß man mit Motorenbetrieb aus der Sperrzeit unbedingt herausbleiben muß, wenn man nicht die erzielten Ersparnisse wieder einbüßen will Grundsäglich ist zu beachten: Bei einem Jahresverbrauch unter 15 000 Kft. ist der Dreifachtariftarif( Sondertarif II) vorteilhaft. Voraussetzung: fein Energieverbauch während der Sperrstunden. Bei einem Jahresverbrauch über 15 000 KWst. bietet der Dreifachtarif nur Vorteile, wenn Nachtstrom( zwischen 10 Uhr abends und 6 Uhr morgens) zu 10 Pfennigen in größeren Mengen verbraucht werden kann. Bei reinem Tagesverbrauch ist der Staffeltarif I vorziehen. B. Sonstige Stromverbraucher. 1. Einheitstarif: 50 Pig. je KWst. ohne Rücksicht auf die Zeit der Abnahme; dieser Tarif wird nach wie vor für die flei= nen und mittleren Haushaltungen in Frage kommen, die infolgedessen einer Verbilligung der Strompreise bedauerlicher Weise nicht teilhaftig werden. Ein Grundgebührentarif wäre hier ganz besonders vorteilhaft, nicht nur für den Verbraucher, sondern auch für das liefernde Werf und würde die Beschaffung von kostspieligen Mehrfachtarifzählern für diese Abnehmer überflüssig machen. 11. Doppeltarif: Lichtspitzenzeit 50 Pfg./KWft., übrige Zeit 10 Pfg./KWit., Mindestabnahme 40 KWst. je 10 Pig. monatlich. Dieser Tarif ist ein verschleierten Grundgebührentarif, der aber die sonstigen Vorteile dieses, Staffelung nach der Höhe des Anschlußwertes, nicht bietet, sondern nur eine, für den normalen Haushalt verhältnismäßig hohe Grundgebühr von 4,- M monatlich ohne Rücksicht auf die Größe der angeschlosenen Anlage festsetzt Auch dieser Tarif ist für große und mittlere Abnehmer, vor allem für Restaurants, Cafes, Hotels, überhaupt für alle Abnehmer, die während des Tages und nach 10 Uhr nachts noch viel Strom brauchen, vorteilhaft. Für den Geschäftsmann, der gerade in der Lichtspitzenzeit, also vor Einbruch der Dunkelheit, bis Geschäftsschluß seine Räume gut erleuchten muß, bietet er nur dann Vorteile, wenn der betr. Abnehmer auch untertages einen reichlichen Energiebedarf hat. Hierdurch kann er den Lichtpreis von 50 Pfennigen umso mehr herabdrücken, je mehr Kilowattstunden zu 10 Pfg. er abnimmt. Das geforderte Minimum von 480 KWst. jährlich, das unter allen Umständen bezahlt werden muß, ist für kleine Haushaltungen laum, jür mittlere und größere nur durch elektrische Raumheizung zu erreichen. Dafür aber ist der Preis von 10 Pig./KWit. gegenüber Gas- oder Ofenheizung zu hoch. Die folgende Tabelle gibt einen Ueberblid, wieviel Stunden im Jahre bezw. täglich die gangbarsten Heizapparate einzeln im Betrieb sein müßten, um die geforderte Mindestabnahme von Bügeleisen v. 3-5 fg Gew., 300-500 W Verbrauch 1600 960 Ston. jährlich. 4%-2% Ston. täglich, Die Strumpftappen sind mit den Barthaaren zusammengefroren. Beine bis zum Knie gefühllos. Auch Wehrmann G. A. schüttelte sich vor Kälte, er stampfte mit den Füßen und schlägt die Arme übereinander, um sich zu wärmen. Schon öfters zog er verstohlen seine letzte Post hervor und las immer wieder den Briefe seiner Gattin. Was sie ihm mitteilte, war für ihn Freude und doch wieder Angst, sie ging ihrer schweren Stunde entgegen und hoffte, ihn bald von dem Kinde Nachricht geben zu können. In Gedanken an sein Weib und Heim, ganz geistesabwesend, achtete er weder auf Artillerie- Feuer und Infanterie- Kugeln. Das Kommando:„ Seitengewehr pflanzt auf" brachte ihn in die Wirklichkeit zurüd. Jm letzten Monat steckte er sein Brautbild und den Brief in die Manteltasche. Es ging zum Sturm auf die russischen Stellungen. Rasendes Artillerie Feuer, pfei fende Infanterie- Geschosse, dazwischen das„ Tam Tam" der Trom meln, das Gellen der Hörner, das Schreien und Rufen und dann das gewaltige Surra", läßt den Soldaten alles vergessen, nur der Gedanke:„ Wir müssen durch" hält ihn aufrecht. Unser Freund war mit bei den Ersten in der russischen Stellung. Als der Feind, teils gefangen und teils geflüchtet war, trat Ruhe ein wie nach einem schweren Gewitter. In der Ferne rollendes Artillerie Feuer und in der Nähe ab und zu ein InfanterieSchuß, gerade wie wenn noch einzelne Regentropfen fallen, von solch einem verirrten Geschoß wurde mein Freund tödlich getroffen. O Gott, meine Frau" schrie er auf und stürzte zusammen. Er riß das Brautbild aus der Tasche und blickte es an bis er tot war. In den verkrampften und erstarrten Fingern hielt er es fest und wurde damit begraben. Gegen Abend am 24. 12. 1914. wo in der Heimat der Lichterbaum brennt und das Weihnachtslied: Stille Nacht" erflingt, Nr. 3. Elettrofamine für Zimmerheizung 2000 Watt und 100 Watt 240 und 480 Ston. jährlich, ca.% Std. u. 1% Std. täglich. Dabei ist das Jahr stets mit 365 Tagen angenommen. Es ist also zu ersehen, daß selbst bei Raumheizung mit einem Ofen von 2 Kilowatt Verbrauch, der etwa ausreichen wird, um ein Zimmer von 40 cbm Rauminhalt um 25 Grad zu erwärmen,( 4 × 4 m Grundfläche, 2,5 m Höhe) die erforderliche Mindestabnahme nur erreicht würde, wenn der Ofen in den Monaten November, Dezember, Januar und Februar täglich mindestens 2 Stunden voll benutzt würde. Wenn solch ein Be darf tatjamlich vorliegen sollte, dann würde man zweckmäßig einen Kohlen oder Gasofen aufstellen und mit dem Aufwande von 48 Mart innerhalb dieser 4 Monate nicht nur täglich zwei Stunden, sondern wesentlich mehr heizen können. Der Doppel und Dreifachtarif( lekterer gewährt während der Nachtstunden noch Rabatte) wird also in den meisten Fällen lediglich eine Senfung des Durchschnittspreises für die Kilowatt stunde herbeiführen. Ehe man den Preis von 10 Pfennigen irgend einer Kaltulation zugrunde legt, wird sich eine ganz ge naue Nachrechnung empfehlen, wenn man nicht Enttäuschungen erleben will. Der Geschäftsmann muß ganz besonders darauf achten, daß die Sperrzeiten außerordentlich früh beginnen und spät endigen. Wenn sich sein Hauptbedarf gerade auf diese Zeit erstrect, was für die meisten Ladengeschäfte zutrifft, dann wird er durch den Doppeltarif wohl eine gewisse Ersparnis erzielen, die aber, besonders bei kleineren Betrieben und Haushaltungen, unter Umständen durch die höhere Zählergebühr wieder aufgehoben werden kann. Lokales. Betrachtungen. Es ist ein unjägliches Vergnügen, so ein paar echt eingefleischte Lokalpatrioten über Angelegenheiten der Stadt sprechen zu hören. Am liebsten sind mir schon solche, die Kassel nur vom Hörensagen kennen, wohl bis zum Bahnhof, aber nicht da. rüber hinaus gelommen sind, weil sie den heiligen Grund ihrer Vaterstadt nicht verlassen wollen. Wenn man bei ihnen bei Bier in einem Lokal fitzen kann, dann wird man wieder froh und lernt wieder lachen nach all dem Aerger des Tages. Natürlich sind diese Männer der Froschperspektive" sehr schwer zu behandeln; sie sagen an jeder Sache das aus, was nicht in ihr Köpfchen hineinpaßt und der natürliche Menschenverstand ist ihnen der beste Prüfstein für Richtigkeit und Wichtig feit einer Sache. Aber man dabei sehr vorsichtig sein muß, daß sie nicht stutzig werden und ihre Unbefangenheit verlieren. Grotest nehmen sich die Psyfiongmien prominenter Berjön lichkeiten in ihrer Darstellung aus. Da hört man unwahrheiten und wieder so grobe Irrtümer, daß man verwundert aufschaut, wie so etwas Glanben finden tann. Sie haben es aus so vielen Händen, daß es untenntlich geworden ist aber verbreiten es mit einem Fanatismus, vor dem jede Kritik die Waffen stredt. Mancher ,, Stadtvater" würde erschrecken, wenn er wüßte, wie er sich im Hirn seiner Schutzbefohlenen ausnimmt. Aber glüdlicherweise hat er feine Ahnung und spaziert seelenruhig" zwischen ihnen daher. wölbte sich vor Warschau schon der Hügel über dem Massengrab der Helden. Ein einfaches Kreuz mit der Inschrift:„ Sier ruhen 30 deutsche Helden", einige Helme und in den Boden gestedte Seitengewehre, bezeichnen die Stelle, wo auch Wehrmann G. A. ruht Die Liebe höret nimmer auf. In der Heimat geht ein braves deutsches Weib seiner schweren Stunde entgegen. Am Abend des 24. 12. 1914 erhielt sie die letzte Post von ihrem heißgeliebten Gatten, er teilte ihr mit, daß er gesund und munter sei und er für sie beten würde, daß alles gut vorüber ging. Mit Ruhe und Glüdsgefühl sah sie dem Schweren entgegen, hatte sie doch gute Nachricht von ihm Wenn sie gewußt hätte, schon lag ihr Glüd und ihre Liebe ein gebettet in Eis und Schnee auf dem Schlachtfeld. In der heiligen Nacht nahm Gott die treue Gattin und das Kind zu sich. Mit den Worten: Gott schütze meinen Mann und das Kind" schlief fie ruhig und friedlich ein. Ohne, daß sie vom Tode ihres Gatten und Kindes wußte. Gottes Wege find wunderbar. Ich gehe immer von diesem Grabstein fort mit den Gedanken; Was muß doch ein Mensch so verzweifelt vom Grabe eines lieben Verstorbenen gehen, wenn er an feinen Gott und feine Aufer stehung glaubt". E. R. Arbeitslos. Eine Stizze von Ludwig Kruse. Ein grauer Dezembertag verjant in Frost und Schnee. Run ist alles still. Das muntere Getriebe der Jugend, die sich im ersten Schnee auf den Straßen tummelte, ist längst ver Stummt Samstag, den 16. Januc Wenn man ihnen beim dann fragt man sich, warum tungsmensch nur so schwer jeglich einfach. * Zurüdfegung der Jan ministerium gibt bekannt: M tag vorliegenden Antrag, n miete statt am 1. April 1926 den soll, wird die Befannin 28. Dezember zunächst bis zu Kraft gesetzt. Die gesetzliche bleibt demnach dieselbe, wie festgelegt war.(( 88 Prozent * Sprozentige Seffische B wendung der Anleihebedingu Brauntohlen- Roggenanleihe verwaltung die am 1. Febru grundelegung der Durchschnit derbraunkohle und einen 3er teber 1924 bis einschließlich Abzug der Kapitalertragsste die Schuldverschreibungen de Einheiten lauten, so entfall Zinsscheine Beträge von 0,12 * Der Gong im D- Zug. beim Abrufen zu den Mahl schließen müssen und dadurch hält jeder Speisewagen von j ginn der Mahlzeiten ruft ein am Anjang, in der Mitte un ginn der Mahlzeiten aus. Di geöffnet. ㄓ Darlehen für akademisc verband akademischer Kriegst in den Kreisen der akademis noch studierenden als auch di schule bereits verlassen haben, ben die zahlreichen Unterstüt teilung des Verbandes, der demiler zugehen, beredtes Ze Hilfe zahlreicher unterstützeni Reiche konnte die Nothilfe we immer wieder helfen. Die 3 den Kriegsteilnehmer wurde tag in Berlin im Juli 1925 a ten Fällen Kommilitonen, di gen besonders schwer getroffen der Kreditgemeinschaft gemein Deutschlands Berlin ist der R teilnehmer in der Lage, gegen in Fällen, wo eine besonders so nachgewiesen werden kann, P Kriegsteilnehmer zu vermitt Akademiker in Frage, die in den Prüfungen stehen oder di Mittel zur Anschaffung der er nötigen. In jedem Falle mu werden. Die Raten der Rüdz werden individuell festgesetzt. bei der Geschäftsstelle des Rei teilnehmer, München, Neureu nächste Termin für die Einre * Eine internationale K land. Kürzlich traten Vorsta Wertbundes in Hannover zu Beratungen bildete die Berlin der Werkbundtagung im Jah worden war. Wie die Anwese Unternehmen sich nicht auf internationalen Charakter tra auch weiterhin an Berlin. V ferner darüber einig, daß die im Hinblick auf die wirtschaftl möglich ist. In der nächsten mit der Angelegenheit beschäf Ruhig steht der Mond an macht die Welt zu einem Mä Eilig tidt das Schwarz tad, tid, tad... So haj und grübelt. Scheu, vorsichtig, in die Stube des Traurigen, et etwas suche. Wie von ein mann vor sich hin, während sich ringt. Am Küchentische sitzt der Uhr immer so laut und hastig nut so vorkommt, jetzt, wo i bringt, muß Kunzelmann unu Not so empfindlich? Jm ganzen Hause eine g gestorben. Jm ausgebrannter ununterbrochen, und leise, wu die schlichte Melodie eines We Runzelmann erhebt h und ab, ruhelos, immer um Gedanten: Was soll gescheh 3mmer dasjelbe, immer dasse ten verzerrt sich.. Und Fra weiter. Wie eine riesige Sp jpinnen will in lauter feine, Kunzelmann ist arbeitslo Hund ist er hinter allen, offer mugte er erfahren, daß die B Rot eines Arbeitslojen nicht gemorden, morsch an Leib un ihm die Zukunft. 1.550 Watt Nr. 3. 70 Ston. jährlich, 1.2% Ston. täglich, Watt 270 Ston. jährlich, % Std. täglich, Kochplatten, große je 550 Watt 70 Ston. jährlich, 1.2% Ston. täglich, Satt 200 Ston. jährlich, 1.8% Ston. täglich. 60 Ston. jährlich ½ Ston. täglich. 000 Watt und 100 Watt 0 und 480 Ston. jährlich, % Std. u. 1½ Std. täglich. 365 Tagen angenommen. lbst bei Raumheizung mit brauch, der etwa ausreichen Rauminhalt um 25 Grad zu m Höhe) die erforderliche e, wenn der Ofen in den nuar und Februar täglich ürde. Wenn solch ein Ben würde man zwedmäßig en und mit dem Aufwande nate nicht nur täglich zwei izen können. ( lekterer gewährt während also in den meisten Fällen ttspreises für die KilowattPreis von 10 Pfennigen gt, wird sich eine ganz ge= man nicht Enttäuschungen sonders darauf achten, daß beginnen und spät endigen. uf diese Zeit erstredt, was t, dann wird er durch den parnis erzielen, die aber, und Haushaltungen, unter gebühr wieder aufgehoben en. n, so ein paar echt eingeenheiten der Stadt sprechen solche, die Kassel nur vom Bahnhof, aber nicht dae den heiligen Grund ihrer in einem Lokal sizen kann, rnt wieder lachen nach all er„ Froschperspektive" sehr jeder Sache das aus, was oder natürliche Menschenfür Richtigkeit und Wichtigehr vorsichtig sein muß, daß befangenheit verlieren. zmien prominenter PersönDa hört man Unwahrheiten man verwundert ausschaut, Sie haben es aus so vielen 1 ist aber verbreiten es e Kritik die Waffen ſtredt. en, wenn er wüßte, wie er snimmt. Aber glücklicheriert„ seelenruhig“ zwischen ügel über dem Massengrab der Inschrift:„ Sier ruhen nd in den Boden gesteďte wo auch Wehrmann G. A. es deutsches Weib seiner nd des 24. 12. 1914 erhielt ebten Gatten, er teilte ihr nd er für sie beten würde, he und Glücksgefühl sah sie ch gute Nachricht von ihm Glück und ihre Liebe einSchlachtfeld. t die treue Gattin und das t schüze meinen Mann und hein. Ohne, daß sie vom. ein fort mit den Gedanken: elt vom Grabe eines lieben ten Gott und feine Auferig Kruse E. A. nt in Frost und Schnee. triebe der Jugend, die sich tummelte, ist längst verSamstag, den 16. Januar 1926. Wenn man ihnen beim Abschied die Hand geschüttelt hat, dann fragt man fich, warum sich unsereins das Leben als Zeitungsmensch nur so schwer machen muß, es ist ja alles so entJeglich einfach. Das hessische Gesamt* Zurüdjegung der Januarmiete. minifterium gibt bekannt: Mit Rüdsicht auf einen dem Reichstag vorliegenden Antrag, wonach die 100prozentige Friedens miete statt am 1. April 1926 erst zum 1. April 1927 erreicht wer= den soll, wird die Bekanntmachung der Landesregierung vom 28. Dezember zunächst bis zum 1. Februar dieses Jahres außer Kraft gesetzt. Die gesetzliche Miete für den Monat Januar 1926 bleibt demnach dieselbe, wie sie für den Monat Dezember 1925 festgesetzt war.(( 88 Prozent der Friedensmiete.) * 6prozentige Hessische Braunkohlenroggenanleihe. Bei Anwendung der Anleihebedingungen für die 6prozentige Hessische Braunkohlen- Roggenanleihe hat die Hessische Staatsschuldenverwaltung die am 1. Februar 1926 fälligen Zinsen, unter Zugrundelegung der Durchschnittspreise für 1 Tonne geliebte För berbraunkohle und einen Zentner Roggen in den Monaten Ottober 1924 bis einschließlich März 1925, auf 0,45 R.-Mt. nach Abzug der Kapitalertragssteuer für eine Einheit festgesetzt. Da die Schuldverschreibungen der Anleihe auf ¼, ½, 1, 2 und 5 Einheiten lauten, so entfallen auf die jest fällig werdenden Zinsscheine Beträge von 0,12, 0,23, 0,45, 0,90 und 2,25 R.-Mt. * Der Gong im D.- Zug. Um zu vermeiden, daß die Kellner beim Abrufen zu den Mahlzeiten jede Abteiltür öffnen und schließen müssen und dadurch die Reisenden unnötig stören, erhält jeder Speisewagen von jetzt ab einen Gong. Kurz vor Beginn der Mahlzeiten ruft ein Kellner nach einigen Gongschlägen am Anfang, in der Mitte und Ende des Seitenganges den Beginn der Mahlzeiten aus. Die Abteiltüren werden hierbei nicht geöffnet. * Darlehen für akademische Kriegsteilnehmer. Der Reichsverband akademischer Kriegsteilnehmer teilt uns mit: Die Not in den Kreisen der akademischen Kriegsteilnehmer sowohl der noch studierenden als auch die Altakademiker, welche die Hochschule bereits verlassen haben, wächst immer mehr. Hiervon geben die zahlreichen Unterstützungsgesuche, welche der Hilfsabteilung des Verbandes, der Nothilfe für friegsgeschädigte Atademiker zugehen, beredtes Zeugnis. Dank der opferfreudigen Hilfe zahlreicher unterstützender Mitglieder aus dem ganzen Reiche konnte die Rothilfe wenigstens in den schlimmsten Fällen immer wieder helfen. Die Zahl der insgesamt noch studierenden Kriegsteilnehmer wurde durch den 8. deutschen Studententag in Berlin im Juli 1925 auf ca. 5000 festgestellt, in den meisten Fällen Kommilitonen, die durch den Krieg und seine Folgen besonders schwer getroffen sind. Durch ein Abkommen mit der Kreditgemeinschaft gemeinnüßiger Selbsthilfeorganisationen Deutschlands Berlin ist der Reichsverband akademischer Kriegsteilnehmer in der Lage, gegen Sicherheit und mäßigen Zinsfuß in Fällen, wo eine besonders schwere Schädigung durch den Krieg nachgewiesen werden kann, Produktivdarlehen an akademische Kriegsteilnehmer zu vermitteln. Es fommen aber nur solche Akademiker in Frage, die in den beiden letzten Semestern vor den Prüfungen stehen oder die nach Abschluß der Prüfungen die Mittel zur Anschaffung der erforderlichen Berufsausrüstung be= nötigen. In jedem Falle muß die Produktivität nachgewiesen werden. Die Raten der Rüdzahlung, die u. a. monatlich erfolgt, werden individuell festgesetzt. Die näheren Bedingungen sind bei der Geschäftsstelle des Reichsverbandes akademischer Kriegsteilnehmer, München, Neureutherstraße 13/0, zu erhalten. nächste Termin für die Einreichung ist der 15. Januar 1926. Der * Eine internationale Kunstgewerbeausstellung in Deutschland. Kürzlich traten Vorstand und Ausschuß des Deutschen Werkbundes in Hannover zusammen und den Hauptpunkt der Beratungen bildete die Berliner Ausstellung, ein Plan, der auf der Werkbundtagung im Jahre 1925 zum ersten Male erörtert worden war. Wie die Anwesenden einmütig feststellten, soll das Unternehmen sich nicht auf Deutschland beschränken, sondern internationalen Charakter tragen. Als Ort denkt man zunächst Gießener Zeitung" Einen Winterlehrgang für Jungbauern veranstaltet vom 25. Januar bis 14. Februar die Deutsche Heimatschule in Bad Berka bei Weimar, die durch ihre Heimatlehrgänge weithin bekannt ist. Näheres erjährt man von der Kanzlei der Heimatschule in Bad Berta bei Weimar. * Große oder Kleine Gläser für edle Weine? Jm„ Figaro" wirft ein Weinkenner die Frage auf, ob der weitverbreitete und auch für vornehm gehaltene Brauch, für die edelsten Weine mög= lichst kleine Gläser zu wählen, den wahren Genuß des Weines wirklich steigere, oder nicht vielmehr seine wahren Vorzüge und Feinheiten nicht zur Geltung tommen lasse. Zunächst, so sagt der Kenner einleitend, muß die Flasche möglichst ruhig getragen und niedergesetzt, vor allem aber sorgsam entkorkt werden, da mit die äußeree Luft nicht plöglich und schroff in die Flasche und auf den Wein einstoße, sondern sich ihm gewissermaßen lieb tosend und zärtlich nähere. Und dann nur große Gläser- keine Liförgläser, wie ja auch die Winzer in den gesegnetsten Lagen des Landes ihre feinsten Marfen nicht in Fingerhüten vorzusetzen pflegen. Die Annahme, daß sich das Aroma des Weines in einem großen Glase zu schnell verflüchtige, ist völlig irrig; im Gegenteil: in einem kleinen Glase fann es niemals voll zur Geltung fommen, und doch ist der Duft des Weines eben so edel wie sein Geschmad. Wenn der Wein aus einer Flasche fließt, in der er Jahre, vielleicht Jahrzehnte, gelagert hat, so fühlt er ge= wissermaßen das Bedürfnis, aufzuatmen, sich zu reden und zu dehnen, und dieses Bedürfnis des Aufatmens und Dehnens läßt erst den Duft so recht hervortreten. Freilich wird es einige Sekunden dauern, ehe er sich verbreitet, dann aber entfaltet sich die Blume in reichster Fülle, und Duft wie Geschmad belohnen den Kenner für die Sorge, die er einem edlen Weine gewidmet hat. Aus Nah und Fern. Darmstadt. Nach einer Veröffentlichung der Hessischen Zentralstelle für die Landesstatistik ist nach der Volkszählung Dom 16. Januar 1925 im Freistaat Hessen die Zahl der Gemeinden mit 2000 und mehr Einwohnern seit 1910 in elf Kreisen mit 56 Gemeinden gleich geblieben. In sechs Kreisen hat sie von 50 auf 62 zugenommen, während im Kreis Erbach eine Abnahme von 6 auf 5 zu verzeichnen ist. Insgesamt stieg ihre Zahl von 112 auf 123. Ueber ein Viertel der gesamten Bevölkerung( 26,6 Prozent) wohnt in den fünf größten Städten Mainz, Darmstadt, Offenbach, Worms und Gießen. In den Gemeinden über 10 000 Einwohnern wohnen 31½ Prozent, in den Gemeinden über 5000 43% Prozent, in Startenburg und Rheinhessen sogar etwas mehr als die Hälfte. In den Gemeinden mit weniger als 2000 Einwohnern ist die Bevölkerung von 506 275 im Jahre 1910 auf 502 690 im Jahre 1925 zurüdgegangen, während sie in den Gemeinden von 2000 bis 100 000 Einwohnern von 667 669 auf 735 783 gestiegen ist. In der einzigen Gemeinde über 100 000 Einwohner( Mainz) ist eine Abnahme von 118 107 auf 108 537 zu verzeichnen, was auf den Wegfall der Garnison zurückzufüh= ren ist. Darmstadt. Oberst a. D. von Neidhardt ist Montag nachmittag an den Folgen der schweren Verwundung, die er während des Weltkrieges erlitten hat, gestorben. Neidhardt, ein Sohn des früheren hessischen Gesandten in Berlin, war weithin bekannt als Vorsitzender der ,, Hassia". 1913 wurde er Kommandeur des hiesigen Gardefüsilier- Regiments, an dessen Spitze er im August 1914 schwer verwundet wurde. Die Hochwasserschäden im Lahngebiet. In Niederlahnstein tagte eine von der Limburgi Industrieund Handelskammer einberufene Versammlung der vom Hochwasser geschädigten Firmen des Lahngebiets. In der ausgedehnten Aussprache war man sich darin einig, daß die jetzigen Hochwasserschäden derart schlimm seien, daß sie nur mit Hilfe der Regierung überwunden werden können. Diez a. d. 2. In seiner letzten Kreistagssigung hat der Unterlahnkreis die Beteiligung an der ,, Lahnkraftwerk- Attienferner carüber einig, bag bie zieles gummig beſchloſſen. Die- wird die Schen ferner darüber einig, daß die Durchführung dieses Unternehmens Untern im Hinblick auf die wirtschaftliche Lage vor 1929 oder 1930 taum möglich ist. In der nächsten Sigung wird man sich weiterhin mit der Angelegenheit beschäftigen. Ruhig steht der Mond am Himmel. Sein magisches Licht macht die Welt zu einem Märchen. Eilig tickt das Schwarzälder Uhrchen an der Wand: tid, tad, tid, tad So hastig so ungemein hastig! Ob die und grübelt. Schen, vorsichtig, tastend, stiehlt sich der Mondschein in die Stube des Traurigen, leuchtet hier, leuchtet da; als ob er etwas suche. Wie von einer Vission gebannt, starrt Kunzelmann vor sich hin, während sich mancher Seufzer seiner Bruft entringt. Am Küchentische sitzt der Arbeiter Kunzelmann im Dunkeln Uhr immer so laut und hastig getidt hat, oder ob mir das jetzt nur so vorkommt, jetzt, wo jeder neue Tag nur neue Sorgen bringt, muß Kunzelmann unwillkürlich denken. Oder macht die Not so empfindlich? Jm ganzen Hause eine gespenstige Stille, alles wie ausgestorben. Jm ausgebrannten Küchenherde winselt der Wind ununterbrochen, und leise, wunderbar fein dringt irgendwoher die schlichte Melodie eines Weihnachtsliedes herüber.. Kunzelmann erhebt sich schwer und wandert im Zimmer auf und ab, ruhelos, immer umschärmt von einem Heer sorgenvoller Gedanken: Was soll geschehen, was willst du morgen tun? Immer dasselbe, immer dasselbe... und das Gesicht des Gehetzten verzerrt sich.. Und Frau Sorge raunt, flüstert und zischelt weiter. Wie eine riesige Spinne ist sie, die den Armen einspinnen will in lauter feine, graue Fäden. ten. Wie ein Kunzelmann ist arbeitslos. Schon seit Monaten. Hund ist er hinter allen ,, offenen Stellen" hergewesen. Und oft mußte er erfahren, daß die Bosheit der Menschen auch vor der Not eines Arbeitslosen nicht Halt macht. Nun ist er mürbe geworden, morsch an Leib und Seele. Hoffnungslos erscheint ihm die Zukunft. nuzung der Lahn- Wasserkräfte im Interesse der heimischen Elektrizitätsversorgung sicherstellen und zunächst das Werk Cramberg zur Durchführung bringen. Durch eine Auslandsanleihe wird das Projekt finanziert. Auf und ab, immer auf und ab wandert der Gequälte im engen, dunklen Zimmer, wie ein Tier, das in seinem Käfig herumläuft und nach einem Weg zur Freiheit sucht. Wie war das doch heute abend mit der kleinen Gertrud gewesen? Er konnte die großen, fragenden Augen seines Kindes nicht mehr loswerden. Wie Kinder doch fragen, und vor allem wie sie schauen können! Kunzelmann beschleunigt seinen Schritt unwillkürlich. Nr. 3. Wiesbaden. Der Männergesangverein„ Eintracht" in Wiesbaden feiert vom 10.- bis 12. Juli 1926 sein 25jähriges Bestehen und verbindet damit am 11. Juli einen Deutschen Volksliedertag mit Preisverteilung. Dem Verein sind bereits wertvolle Preise zugesichert. Sämtliche am Wettingen teilnehmenden Vereine werden preisgekrönt. Eine Beteiligung an diesem Sängerfest ist zu empfehlen. Zu Auskünften ist der Verein gerne bereit. Die Vereine werden gebeten, ihre Anmeldung schon jest, spätestens aber bis zum 15. Januar 1926 zu bewerkstelligen, damit die Vorarbeiten zum Delegiertentag, welcher am 7. Februar 1926 im Eaal..3u den 3 Königen", Marktstraße 26, stattfindet, in Angriff genommen werden können. Ja, so war es: Die kleine Gertrud erzählte ihm, als sie zu Bett gebracht wurde, was die Nachbarskinder vom Christkindchen alles bekämen, und darauf folgte in überstürzten Worten, was belämen, und Gertrud sich alles wünsche. Und er vergaß sich und sagte halb in Gedanken:„ Gertrud, Christkindchen hat kein Geld". Da sah das Kind ihn und seine Frau groß an und sagte mit einem ganz verzagten Stimmchen: ,, Kein Geld?" und das kleine Mündchen zudte und die großen, fragenden Augen wurden nun. Da wußten sie beide vor Verlegenheit nicht, was sie sagen sollten, und die Augen seiner Frau wurden ebenfalls naß und eigentümlich hustete fie. Dann raffte er sich zusammen und dersprach seinem Rinde Himmel und Erde und lachte, und lachte so sehr dabei, daß ihm die Tränen in die Augen tamen. Heiß überläuft es Kunzelmann bei diesen Gedanken. Es schüttelt ihn. Er muß sich sehen. In heller Verzweiflung vergräbt er sein Gesicht in die mager gewordenen Hände. Kein Geld, fein Geld! Das ist der entsegliche Schrei, der heute durch die Welt hallt. Wie ein Gericht, wie ein Fluchist es! Der Mammon würgt fie alle ab. Kampf ums Dasein! Rampf aller gegen alle: um Geld! Kein Geld, kein Geld! O, dieses Kind! Aus aller Welt. = Nach Madeira und Teneriffa. Der Spediteur- Verein Hermann u. Theilnehmer, Hamburg. veranstaltet mit dem Doppeschrauben Passagierdampfer„ Rijndam" der HollandAmerika Linie vom 16. Februar bis zum 6. März eine 19tägige Reise nach Madeira und Teneriffa zum Preise von 300 bis 700 M. Es ist das erstemal, daß nach den wegen ihrer Schön heit berühmten Canarischen Inseln eine so billige Reisegelegen heit geboten wird, die früher nur einem bevorzugten Kreis des internationalen Reisepublikums vorbehalten war. Der über 12 000 Tonnen große Dampfer weist alle Einrichtungen auf, die man auf einem erstklassigen Passagierdampfer zu finden ge= wohnt ist. In Madeira und Teneriffa ist ein Aufenthalt von je zwei Tagen vorgesehen, der den Reisenden Gelegenheit gibt, diese zauberhauft schönen Inseln mit der Eigenart ihrer Bewohner fennenzulernen. Auf der Rüdreise wird Lissabon zu 12stündigem Aufenthalt angelaufen. Prospekte und Buchungen durch die Passage- Abteilungen der Halland Amerika Linie und der Spediteur- Verein Hermann u. Theilnehmer, Reise Abteilung Hamburg, Ballinhaus. Eine Kommission zur Bestimmung der Trunkenheit. Die Britische Medizinische Gesellschaft hat eine Kommission von 18 hervorragenden Gelehrten eingesetzt, die durch eingehende Prüfungen untersuchen sollen, bei welchem Grad des Alkoholgenusses Trunkenheit festgestellt werden kann. Da ja in Großbritan nien Betrunkene bestraft werden und nach einem neuen Gesetz Kraftwagenfahrern der Erlaubnisschein entzogen wird, wenn sic betrunken sind, ist diese Feststellung von Wichtigkeit. Bisher aber gehen die Kennzeichen, nach denen Polizeiärzte und Gerichtsbeamte Trunkenheit feststellen, sehr weit auseinander, und man will nun eine einwandfreie Methode ausarbeiten, durch die sofort erkannt werden kann, ob jemand wirklich betrunken ist. Hunderttausend Dollar für einen wissenschaftlichen Aufsatz. Die südamerikanische Gesellschaft zur Förderung der Wissen schaften zeichnete den Vorsitzenden der amerikanischen Gesellschaft für Physik, Dr. Dayton C. Miller, mit einem Preise von 100 000 Dollar für den hervorragendsten wissenschaftlichen Aufsatz im Jahre 1925" aus. Miller hat Entdedungen gemacht, die nach seiner Behauptung die Einsteinsche Relativitätstheorie in manchen Puntten widerlegen; er hat herausgefunden, daß eine Aetherströmung tatsächlich existiert, und auf Grund dieser Strö mung ist es ihm möglich gewesen, die Geschwindigkeit des Universums abzuschätzen. Miller hat die sensationelle Behauptung aufgestellt, daß die Sonne sich mit einer Geschwindigkeit von 120 Meilen in der Sekunde bewege, also entgegen der bestehenden Theorie nicht stillstehe. Der Sarkophag Tutenchames ist, nach einer Meldung aus Kairo, von Lugor dorthin gebracht worden und befindet sich nunmehr im dortigen Museum. Acht Mann waren erforderlich, um den Sarfophag zu tragen. Der Wert des Sarkophags und sein Inhalt werden auf 40 000 Pfund Sterling geschätzt. Eusadena( Kalifornien). Bei der großen Rosenfeftparade, stürzte eine Trübine ein. 135 Zuschauer wurden verletzt, darunter 30 schwer. Neue Bücher. Schätze des Meeres. Von jeher hat es den Menschen gereizt, dem Meere von seinen ungeheuren Schäßen etwas abzutrotzen. Es ist darum sehr zu begrüßen, daß die neueste Nummer der illustrierten Zeitung„ 3.- 3", Stuttgart, einen vorzüglichen Einblid in die Perlenfischerei und die Gewinne von Sardinen gewährt. Auch sonst enthält das vielseitige und geschmadvolle Kunzelmann sagt es unter Tränen vor sich hin. Stoßweise kommen die Sätze heraus. Sein Körper zudt, als ob ein Ungeheuer ihn in seinen Krallen hätte Haftig tidt die kleine Wanduhr Jm ausgebrannten Herd winselt der Wind und von ferne dringt leise, verschwommen die schlichte Melodie eines Weihnachtsliedes herüber. Sinngedichte Friedrich von Logaus ( 1605-1655) Ein Mühlstein und ein Menschenherz wird stets herumgetrieben Wo beides nichts zu reiben hat, wird beides selbst zerrieben. Guter Wein verberbt den Beutel, böser schadet sehr dem Magen; Besser aber ist, den Beutel, als den guten Magen plagen. Wetg gar zu bieder ist, bleibt zwar ein reblich Mann, Bleibt aber, wo er ist, tommt selten höher an. * Wenn so oft an Gott man bächte, als man an die Steuer dent, Wär' uns, glaub' ich, längst zurechte Fried' und Ruh von Gott geschenkt. Anders sein und anders scheinen; anders reden, anders meinen; Alles loben, alles tragen; allen heucheln, stets behagen; Allem Winde Segel geben; Bösen, Guten dienstbar leben; Alles Tun und alles Dichten bloß auf eignen Nutzen richten: Wer sich dessen will befleißen, fann politisch heuer heißen. ( Aus Deutscher Jahrweiser 1926 mit Sprüchen von Friedrich v. Logau", Verlag von Wilh. Gerstung, Offenbach a. M., Preis 1,50. Samstag, den 16. Januar 1926. Kupfertieforudblatt eine Fülle von Sehens- und Lesenswertem. ( Berlag Ringer u. Co., Stuttgart. Preis 20$ ẞfg.) Chemiebüchlein. Ein Jahrbuch der Chemie. Herausge geben von Professor Dr. K. H. Bauer. 1926.en Frandh'sche Berlangshandlung, Stuttgart. Preis geh. RM. 1,50. Erdbüchlein 1926. Ein Jahrbuch der Erdkunde. Herausge geben von Tony Kellen. Franch'sche Berlangshandlung, Stuttgart. Preis geh. RM. 1,50. Sieben Monate auf einer Eisscholle im Bolarmeer. Amundsens Flug nach dem Nordpol, noch glimpflich abgelaufen, hätte auch einen schlimmen Ausgang nehmen fönnen wie frühere Nordpol- Expeditionen. Go erinnert jetzt das„ Erdbüchlein für 1926" an die Abenteuer zweier früherer Expeditionen. Die im Sommer 1869 zu einer Forschungsreise aus Bremerhaven ausgefahrene„ Sanja" wurde vor der grönländischen Küste von Eisschollen eingeschlossen und war bald einem solchen Drud ausgesetzt, daß die Bejahung sich auf eine große Eisscholle rettete. Auf dieser trieb die aus 14 Mann bestehende Besatzung fieben Monate lang auf dem Meer umher. Zwei Jahre später hatte die Besagung der amerikanischen„ Polaris" ein ähnliches Schicksal. Auch ihr Abenteuer wird man im„ Erdbüchlein mit besonderer Teilnahme lesen. Funfbüchlein 1926. Ein Jahrbuch der Radiotechnik. Franch'sche Verlagshandlung, Stuttgart. Preis geh. RM. 1,50. Der schnelle Rundfunt. Noch nie hat eine Technid so rasch Eingang bei Alt und Jung gefunden, wie der Rundfunk. Die Berbesserungen auf diesem Gebiet schreiten immer weiter fort. Da ist nun das Erscheinen des Funtbüchleins 1926" sehr zu bes grüßen. Geschichtsbüchlein für 1926. Zweiter Jahrgang. Herausge geben von Dr. Ludwig Lang. Franch'schen Verlagshandlung, Stuttgart. Preis geh. RM. 1,50. Das Geschichtsbüchlein das schon im vorigen Jahr so erfreuliche Aufnahme gefunden hatte, sucht auch jetzt wieder die wichtigen Ereignisse des vergangenen Jahres in gedrängter Uebersicht darzustellen. Die Herschaft der 500. Ein Bild des parlamentarischen Lebens im neuen Deutschland von Walter Lambach, 168 Seiten, mit 55 Momentaufnahmen aus dem Reichstag, seinen AusWir retten Ihre Haare! Senden Sie sofort zur mikroskop. Untersuchung unter fachm. Leitung Ihre ausgekämmten Haare. Darauf erhalten Sie von uns genaue Vorschriften für Ihre Haarpflege. Untersuchung und Vorschrift kostenlos. Kur- u. Heilanstalt Schloss Falkenberg Grünau( Mark) S. 183 Bedeut. Institut für Haarwissenschaft. Mauser sowie Parabellumpistolen os uft sowie Munition fa u laufend, zu staunenderregenden Preisen Hermann Becker, Gießen, Kaiser- Allee 10 III Pallabona- Puder reinigt u. entfettet das Haar auf trockenem Wege, macht schöne Frisur, besond. Bubikopf geeignet für Bei Tanzu Sport unentbehrlich. Zu haben in Dosen von M I. an in Friseurgeschäften, Parfümerien, Drogerien u. Apotheken. Nachahmung weise zurück! Danerstellung bel hohem Verdienst sinden tät. redegewandte Herr durch den provissionsw. 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In Ganzleinen M. 7, Verlag Georg Westermann, Braunschweig und Hamburg. Unter dem Titel„ Süddeutsche Geschichten" faßt Ernst v. Wolzogen seine beiden Erzählungen Das dritte Geschlecht“ und„, der Topf der Danaiden" zusammen. In der Tat offenbart sich hier des Verfasseres süddeutsche Lebendigkeit und sein sprudelndes Temperament, dem ein leichte, nie verlegende Jronie innewohnt. Das dritte Geschlecht" ist eine glänzende Satire..„ Der Topf der Danaiden" ,, locht über" von überwältigendem Humor. Heinrich Jlgenstein, Die beiden Hartungs. Roman umgearbeitete Auflage 336 Seiten. Jn Ganzleinen M. 7,50. Berlag Georg Westermann, Braunschweig und Hamburg. Was diesen Roman besonders interessant macht, ist die pincho logische Entwidlung, die sich über zwei Generationen erftredt. Auch hier wieder entwirrt der Dichter die Fäden der Entwidlung mit Meisterhand, und seelische Kämpfe sind so eindringlich und padend dargestellt, daß der Leser in Bann gehalten wird. Die sprachliche Behandlung und eine leichte, aber immer liebenswürdige Jronie, ist recht sympathisch. Man darf dieses Buch getrost unseren besten Entwidlungsromanen an die Seite stellen. Marie Martin, Deutschlands Heimatglüd. Ein Jugendleben auf dem Lande. Mit Bollbildern und Textzeichnungen von Berta Martin. 242 Seiten. 51. bis 54 Tausend. In Ganzleinen M. 5. Verlag von Georg Westermann, Braunschweig JnventurNr. 3. und Hamburg. Ein idyllisch gelegenes Pfarrhaus im Hessenlande, inmitten des zwischen bewaldeten Bergen eingebetteten Dorses, in dem die Dichterin ihre Jugendjahre verlebt hat, ist der Mittelpunkt der Erzählung. Marie Martin hat dem Kinderland ihre ganze Treue bewahrt das gibt sich in jedem Worte fund. Die anmutigen und sinnigen, hin und wieder humorvollen Federzeichnungen fügen fich so ein, daß sie den Einbrud noch zu vertiefen vermögen. Von allen, die das seine Buch bereits fennen, wird die vorzüglich ausgestattete Neuauflage frendig begrüßt werden. Möge es zu den alten Freunden recht piele neue gewinnen. Sprachenpflege. Le Traducteur, französisch deutsches Sprach lehr- und Unterhaltungsblatt. Diese Zeitschrift macht sich zur Aufgabe, das Studium der französischen oder deutschen Sprache wenn Vorkenntnisse schon vorhanden sind, auf interessante und unterhaltende Weise weiterzuführen. Die dem Urtert nebenan gestellte genaue Uebersehung führt dem Leser in beiden Sprachen den richtig gewählten Ausdruck vor. Jede Nummer enthält eine Erzählung. Gespräche, Briefe, Uebersehungsaufgaben. Wer sich mit Sprachstudium befaßt, dem sei diese Zeitschrift emp fohlen. Probenummern fostenlos durch den Verlag des Traduc teur" in La Chaux- de- Fonds( Schweiz). „ Das Mustermanuskript". Die vollständige Anleitung zum Verfassen von Filmmanuskripten ist aus dieser Broschüre zu er sehen, und zwar Filmarten, Joee und Entwurf. Beispiel für ein Expoje, Angebot und Verkauf des Manufpriptes. Preis 80 PigZu beziehen durch Zat- Verlag, Berlin- Neukölln, Inn Str. 27. In den ersten Januarheften der Wochenschrift„ Der Deuts schen Spiegel"( Berlin W. 35) veröffentlicht Herr Ministerial. rat Dr. Jng. Schäfer einen Artikel, der zeigt, mit welch wirfsamen Mitteln in den Vereinigten Staaten Sparmaßnahmen zur Durchführung gebracht werden. Trotz des Wohlstandes in den Vereinigten Staaten, der den im Vergleich zu Deutschland an sich schon geringeren Steuerdrud noch wesentlich erträglicher werden läßt, hat man dort ein Herabsenten der öffentlichen Belajtung ermöglicht. Verantwortlich: Christian Klein in Gießen. Ausverkauf Rücksichtslos. aben wir den wirklichen Wert ausser Ach gelassen und die Preise Rücksichtslos herabgesetzt, dass jeder in der Lage ist, selbs bei kleinen Mittein gute Herrenkleider zu kaufen. GR BEACHTEN SIE DIE PREISE Berufs- und Arbeitskleidung Schlosseranzüge Lagermäntel, Friseurmäntel Setzerkittel Manchesterbosen Streifenhosen Breecheshosen Lodenjoppen 10% Rabatt. 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Gedenktag für d Der Volksbund deutsch stimmung des Deutschen Fürstbischofs von Breslo 25 am sechsten Sonntag für die Opfer des Krieges Sonntag vor Ostern, auf d jeine Anregung hat die Rei gebeten, darauf hinzuwirken Gedenktag für die Opfer des nungen hierzu im Verwaltu besondere dafür zu songen, Gebäude halbmast flaggen. ist angeordnet. * Was die Franzo Maroff Baris. Offiziös wird der Genhadja in Ma Bedingungen auferlegt wu zehn Familien, die Verpflich der Straßen zu stellen( dies ahlt werden), unentgeltliche von den Genhadja zerstört m für die Sicherheit der franzö Senhadja verantwortlich si und von je 300 Francs pro fofortige Zahlung von 1200 bia, Truppen für die fünf Bedinungen wurden durchg Die Ausbringung Bekanntlich interliegt die jeder Gewerbebetteb, dessen steigt. Dabei sind einbegriff teile, in welchen der Eigent gebend für das Betriebsver abzugeben gewesene Vermög Tage die Erklärung nicht hellung für das Jahr 1924 wenn die abgegebene Vermö rechnung des Betriebsvermö bollständig enthält. Die 1.3 1926 fällig. Da bis dahin di nicht abgeschlossen sein tann,