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Gießener Zeitung Erscheint: Samstags. ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 Big. monatlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüd Jenbung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Abbau der Wohnungszwangswirtschaft. Berlin. Wie wir hören, wird in den nächsten Tagen eine Verordnung des preußischen Wohlfahrtsministeriums erscheinen, die eine weitere Loderung der Zwangswirtschaft für Wohnungen und gewerbliche Gebäude bringt. Wohnungen mit einer Frie densmiete von 3000 Mart und mehr jährlich werden aus der Wohnungszwangsbewirtschaftung in der Weise herausgenom men, daß fie für die Folge ohne den Nachweis einer Wohnungsberechtigung und ohne Karte des Wohnungsamtes frei gemietet werden können. Dagegen bleiben Mietpreisregelung und Ründigungsschutz noch für diese Wohnungen bestehen. Rein gewerb liche Räume, die nicht mit Wohnungen zusammenhängen, werden der Wohnungszwangswirtschaft völlig losgelöst. Letztere Bestimmung soll ab 1. April n. J. in Kraft treten. Das amtliche Ergebnis der sächsischen Landtagswahlen. Der Landeswahlausschuß stellte am Donnerstag das amtliche Wahlergebnis der Landtagswahlen in Sachsen vom 31. Ottober fest. Es sind gewählt: 14 Deutschnationale Bolkspartei, 12 Deutsche Volkspartei, 10 Wirtschaftspartei, 5 Deutsch- Demokratische Partei, 4 Aufwertungspartei, 2 Nationalsozialisten, 4 Altsozialisten, 31 Linkssozialisten, und 14 Kommunisten. Soweit verlautet, beabsichtigt die Regierung, den Landtag für den 30. November einzuberufen. Die Bedrückung der Deutschen in Südtirol. Wien. Der Tiroler Landtag hat sich mit der Frage der Deutschen in Südtirol befaßt und einstimmig eine Entschließung angenommen, in der es u. a. heißt: Der Artikel 11 der Völkerbundssagung bestimmt ausdrücklich, daß jedes Mitglied des Völferbundes das Recht hat, in freundschaftlicher Weise die Aufmerksamkeit der Versammlung oder des Rates auf jeden Umstand zu lenken, der geeignet ist, in die internationalen Bezie= hungen einzugreifen und der den Frieden oder das gute Einvernehmen zu stören imstande ist. Die Zustände in Südtirol sind seit Jahren untragbar, denn den Deutschen in Südtirol ist entgegen den Satzungen des Völkerbundes und den Versprechungen der italienischen Regierung und des italienischen Königs jedes kulturelle Recht genommen. Ein Doppelgeburtstag. Daß der 10. November für zwei große deutsche Männer der Geburtstag gewesen ist, und daß diese beiden Persönlichkeiten, wenn auch mehrere Jahrhunderte zwischen ihnen liegen, so manches Gute und Beste gemeinsam haben, das verdient gerade heutzutage in freundliche Erinnerung gebracht zu werden. Es handelt sich ja um Dr. Martin Luther und Friedrich Schiller. Beiden stand das Geistige, das Seelische, hoch über dem bloßen Materiellen. Beide sind sle für die Hochziele ihres Lebens mit der opferfreudigen Einsetzung ihres ganzen Menschen eingetreten. Beide waren sie Führernaturen, die so recht dem innersten deutschen Wesen entsprachen, und das deutsche Volt hat seine helle Freude an ihnen gehabt, und man darf ohne Uebertreibung sagen, daß beide noch heute Lieblinge der Nation sind. Wer den Luther und den Schiller richtig kennt, der weiß, warum sie nicht veraltet sind. Auch ein hervorragender Katholik wie Döllinger hat anerkennen müssen, wie tief und unmittelbar der Wittenberger Mönchsprofessor die deutsche Volksseele erfaßt und ver= standen habe. War er in erster Linie der Held des religiösen Glaubens, so hat er sich doch eben gerade auch als deutscher Prophet gefühlt. Und wiederum der deutsch- idealistische Schiller hat ein sehr tiefes Verständnis für das Heiligtum einer wirtlich lebenswarmen christlichen Religion. Man denke an sein Johanniter- Gedicht mit dem seinen Ausklang: Religion des Kreuzes, nur du verknüpftest in einem Kranze der Demut und Kraft doppelte Palme zugleich!" Bei großen Männern der Geschichte fragt man auch gern nach ihrem Privatleben und nicht zuletzt nach ihrer Häuslichkeit. Nun, Luther und Schiller haben ihr prächtiges, echt deutsches Familienleben gehabt. Auch die ganz kleinen Züge aus der Kinderstube hierüber nachzulesen, ist überaus reizvoll. Luther und Schiller stehen uns bei all ihrer genialen Größe doch so recht menschlich nahe. Und es waren Männer, die uns noch heute und gerade heute begeistern können, das Pflichtgebot der Stunde treulich zu erfüllen. Festen Mut in schwerem Leiden!" So heißt es in Schillers Lied ,, An die Freude". Und in Luthers großartigem Schutz- und Trugliede von der Festen Burg", da braust es:„ Und wenn die Welt voll Teufel wär'. ,,, es soll uns doch gelingen!" Jawohl, wir brauchen sie immer noch, den Luther und den Schiller! Vom Mensurverbot. Als Theologe müßte ich es eigentlich begrüßen, daß sich die deutschen Parlamentarier zu dem Entschluß aufgerafft haben, außer dem Zweikampf auch die Bestimmungsmenfur zu ver= bieten. Baden geht energisch mit der Durchführung vor, mie man in den Blättern liest. Als Christ ist mir die Bestimmungsmensur auch nicht gerade sympathisch, aber wer will das afaDrud, Berlag und Expedition: Gießen, Südanlage 21 Fernsprecher Nr. 1362 Bostichedkonto Nr. 8437 Amt Frankfurt a. M. Tagesnachrichten. 9 Millionen Mart monatlich mehr für die Erwerbslosen find vom Reichstag bewilligt worden. Für diesen Antrag stimm ten u. a. die Kommunisten und die Deutschnationalen. * Rußland und die Türkei erstreben einen asiatischen Böl ferbund, dem auch Persien, Afghanistan und China angehören sollen. Frankreich führt die einjährige Dienstzeit ein. Dazu find 106 000 Berufsfoldaten nötig( bisher 30 000), um die Ausbildung der Soldaten in einem Jahr durchzuführen. Mussolini, der italienische ungekrönte König, empfing am Donnerstag den deutschen Ingenieur Flettner, den Erfinder des Rotorschiffes. demische Leben mit seinem urwüchsigen Renaissancegeist an den höchsten christlichen Maßstäben messen? Das wäre unbillig und unpädagogisch. So muß auch die Mensur zunächst am Genius der deutschen Hochschulen gewertet werden. Und da muß ich sagen, es liegt etwas Kraftvolles, Herrisches in echtem Mensurwesen, das zu deutschem Wesen ganz wesentlich gehört. Wir kämpfen eben einen erbitterten Kampf zweier Weltanschauungen in unserem Vaterland, nämlich: soll der materialistische Eudämonismus gelten oder heroischer, zur Selbsthingabe bereiter Jdealismus. Mit bequemem Behagen hat nun die Mensur offenbar nichts zu tun. Sie gehört auf die heroische Seite des Lebens. Sie fördert einen stahlharten, man darf sagen ,, militärischen" Geist. Sollte sie um deswillen den Mehrheitsparteien so unbehaglich sein, die sich allzusehr auf bequemes Behagen eingestellt haben?! Ich hätte einen besseren Beschluß gewußt als das Mensurverbot. Ist die Mensurfrage bösartiger als die Alkohol- und Syphilisfrage? Man muß damit rechnen, daß die Akademiker mit Schmarren in Zufunft unwürdig sind, in Deutschland angestellt zu werden. Aber die Herren mit einem Körper, der von Alkohol zermürbt und vergiftet ist, sind die der Anstellung würdiger? Ich gebe zu, daß das auch nicht selten bei den Akademikern mit Schmissen zutrifft. Aber lange nicht immer. Es gibt zu viele Schmarotzer, die sich an Venus und Gambrinus völlig genügen lassen, aber den heroischen Waffengang höchlichst verabscheuen. Sollen die einen Vorzug vor den ,, Strammen" haben, die ein bischen nach ,, Militarismus" schmecken? Nein, den Schläger in Ehren, aber dem Gauf- und Hurenteufel wollen wir ernstlich den Abschied geben, daß der Schmarren ein Ehrenmal bleibe. Eine Betätigung unserer Parlamentarier nach dieser Seite wäre respektabler gewesen. Wäre es nicht besser, ihr werten Volksvertreter, wenn wir keinen Alkoholiker oder Syphilitiker mehr unter unseren Akademikern hätten?! K. V. Br. Die Einheitswertbescheide. Ihre Entstehung und ihre Bedeutung. Von Syndikus G. Ziegler, Darmstadt. Die steuerliche Erfassung der Vermögen beruht auf dem Vermögenssteuergesetz und dem Reichsbewertungsgesetz vom 10. August 1925. Auf Grund des Vermögenssteuergesetzes mußten bereits im Dezember D. J. die Steuererklärungen abgegeben werden zu einer Zeit, als man über die Bewertung der einzelnen Vermögensarten völlig im Dunkeln tappte, da die Durchführungsbestimmungen zum Reichsbewertungsgesetz erst am 14. Mai 1926( R. G. BI. I S. 227) erlassen wurden. Ueber die Bewertung einzelner Vermögensarten waren Verordnungen bereits früher erlassen, so die Bestimmungen über die Bewertung zwangsbewirtschafteter Grundstüde am 25. März 1926, die nachher in die Durchführungsbestimmungen aufgenommen wor den sind. Durch Gesetz vom 31. März 1926( R. G. Bl. I S. 185), das jogenannte Steuermilderungsgesetz, wurden die ursprünglichen Steuersätze herabgesetzt. Auch die ursprünglich von der Reichsregierung vorgesehenen Bewertungssäge haben eine nicht unwesentliche Milderung erfahren, die in der nachstehenden Abhandlung Berüdsichtigung gefunden haben. Es darf bei dieser Gelegenheit nicht unerwähnt gelassen werden, daß die Herabjegung sowohl der Bewertungssäge als auch der Steuersäge in erster Linie den Bemühungen der Hausbesiger- Organisation zu danken ist. In Nachstehendem werde ich mich in der Hauptsache mit der unsere Leser in erster Linie interessierenden Frage der Bewertung des Haus- und Grundbesiges befassen, wie sie sich aufbaut, welche Bedeutung sie hat und welche Rechtsmittel zu Gebote stehen. Die Verordnung über die Bildung der Grundwertausschüsse, des Kremiums, das die Einheitswerte feststellt, und der Oberbewertungsausschüsse wurde bereits an dieser Stelle zum Abdrud gebracht. Die Ausschüsse sind gebildet, ihre Tätigkeit hat bereits eingesetzt und als Ergebnis dieser Tätigkeit erhält jeder Hausbefizer, für jedes Haus und Grundstüd getrennt, einen Feststellungsbescheid über den ermittelten Einheitswert. Die sen Feststellungsbescheid muß sich der Hausbesiger genau ansehen, da er die Grundlage für die gegenwärtige und die dem nächtige Steuerveranlagung, in erster Linie der Vermögens: steuer bildet. Ob die hessische Regierung auch für die Landessteuern die neuen Werte zu Grunde legt, steht noch nicht fest. Jedenfalls haben die neuen Steuerwerte auf die diesjährige Veranlagung zu Grund- und Sondersteuern teinerlei Einfluß. Diese Veranlagung beruht noch auf den Friedenssteuerwerten. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreise: die 30mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg. lokal 12 Pig, die 90 mm breite Reflame- Petitzeile 96 Pfg. Play vorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholungen Rabatt. für Bollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Auch wer glaubt, er brauche in Zukunft infolge Herabsetzung des Steuerwertes auf etwa die Hälfte, nur noch die Hälfte der jeitherigen Steuern zu zahlen, wird enttäuscht sein, weshalb ich heute schon darauf hinweise. Wer seinen Feststellungsbescheid noch nicht bekommen hat. wird ihn in der nächsten Zeit erhalten. Eine Nachprüfung, ob der neu festgestellte Wert den nachstehend behandelten gesetzlichen Bestimmungen entspricht und nicht eine zu hohe Bewertung stattgefunden hat, ist möglich durch Vergleich mit dem auf den feitherigen Steuerzetteln angegebenen Steuerwerten, die in der Regel mit dem Wehrbeitragswert übereinstimmen. stellungsbescheid gleichzeitig der Vermögenssteuerbescheid verBei auswärts wohnenden Steuerpflichtigen wird mit dem Fest stellungsbescheid notwendig, da die Herabsetzung des Steuer wertes zwangsläufig auch die Herabsetzung der Vermögenssteuer zur Folge hat. Stellt ein Hausbesitzer an Hand der nachstehenden Ausfüh rungen fest, daß sein Grundstück zu hoch bewertet ist, so steht ihm innerhalb eines Monats, vom Tage der Zustellung des Feststellungsbescheids an gerechnet, gemäß§ 56 des Reichsbewertungsgesetzes das Einspruchsrecht an das Finanzamt, das den Bescheid ausgefertigt hat, zu. Ueber diesen Einspruch entscheidet der Grundwertausschuß, also die Stelle, die die Bewertung vorgenommen hat. Gegen dessen Entscheidung steht das weitere Rechtsmittel der Berufung zu, über welche der für jeden Landesfinanzamtsbezirk gebildete Oberbewertungsaus schuß entscheidet. Als letztes Rechtsmittel steht gegen dessen Entscheid die Rechtsbeschwerde offen, über die der Reichsfinanzhof entscheidet. Von Wichtigkeit ist noch§ 61 Abs. 3, der besagt, daß, wenn für ein Grundstück mehrere Eigentümer in Frage kommen, ein von einem Miteigentümer eingelegtes Rechtsmittel Wirksam feit für und gegen alle beteiligten Eigentümer hat. Hat einer der beteiligten Eigentümer ein Rechtsmittel eingelegt, so find die anderen beteiligten Eigentümer, wenn und soweit sie nicht ebenfalls Einspruch mit demselben Antrag und derselben Be gründung erhoben haben, von der Einlegung zu benachrich tigen. Sie können sich dem Rechtsmittel anschließen. Für die Feststellung der Einheitswerte gewerblicher Be triebe wird ein besonderer Gewerbeausschuß für jeden Finanzamtsbezirk gebildet. Bei der Bewertung bebauter Grundstüce unterscheidet das Gesetz zwei Kategorien und zwar zwangsbewirtschaftete und nicht zwangsbewirtschaftete Grundstücke. Als zwangsbewirtschaftete Grundstücke gelten alle bebauten Grundstüde einschließlich der zu einem Gewerbebetrieb gehörenden Grundstüde, sofern die Gebäude vor dem 1. Juli 1918 bezugsfertig geworden sind. Als zwangsbewirtschaftet gelten auch Grundstücke, deren Gebäude nach dem 30. Juli 1918 be zugsfertig geworden sind, sofern die Gebäude mit Zuschüssen aus den für die Wiederherstellung der während des Krieges zerstörten Gebäude bereitgestellten Mitteln errichtet sind. Sind auf einem zwangsbewirtschafteten Grundstüd durch Um oder Zubauten nach dem 30. Juni 1918 bezugsfertig gewordene Räume geschaffen worden, so sind, wenn 1. durch bauliche Veränderungen eine wesentliche Werterhöhung nicht eingetreten ist, die umgebauten oder hinzugebauten Teile des Grundstüds als nicht zwangsbewirtschaftet und Teile des Grundstüds dem zwangsbewirtschafteten Teile zuTeile des Grundstüds des zwangsbewirtschafteten Teile zu zurechnen; 2. durch die bauliche Veränderung eine wesentliche Wert erhöhung eingetreten ist, die umgebauten oder hinzugebauten nur der übrige Teil als zwangsbewirtschaftet zu behandeln. Wesentlich ist eine Werterhöhung nur dann, wenn sich durch die Umbauten oder Zubauten der erzielbare Mietertrag des ganzen Grundstüds um mehr als 25 Prozent erhöht hat. Als bebaute, nicht zwangsbewirtschaftete Grundstücke gelten alle bebauten Grundstüde, deren Gebäude nach dem 30. Juni 1918 bezugsfertig geworden sind, es sei denn, daß die Gebäude mit Zuschüssen aus den für die Wiederherstellung der während des Krieges zerstörten Gebäude bereitgestellten Mitteln errichtet sind. Als nicht zwangsbewirtschaftet gelten ferner die oben unter Ziffer 2 bezeichneten umgebauten oder hinzugebauten Teile eines Grundstüds. Ausgegangen wird bei der Bewertung von dem Wehrbeitragswert oder dem berichtigten Wehrbeitragswert( fein Schuldenabzug). Jit seit dem 31. Dezember 1913( dem Tag der Ermittelung des Wehrbeitragswertes) eine erhebliche Aenderung in dem tatsächlichen Zustand des Grundstüds( Beschaffenheit, Umfang, Verkehrslage usm.) eingetreten, so ist der Wehrbeitragswert neu zu ermitteln, falls nicht dieser Aenderung durch eine Berichtigung des Wehrbeitragswertes bereits Rechnung getragen worden ist. Erheblich ist nach dem Gesetz eine Aenderung nur dann, wenn der neu ermittelte Wehrbeitragswert um mehr als 15 Prozent nach oben oder unten abweicht. Eine etwa seit 1913 burd Abnugung eingetretene Wertminberung ist außer Betracht zu lassen, da diesem Umstand durch die Bemessung der neuen Bewertungssätze bereits Rechnung getragen ist. Ist ein Wehrbeitragswert nicht vorhanden, so ist er nach besonderen Vorschriften neu zu ermitteln. Das Gesetz unterscheidet bei den zwangsbewirtschafteten Grundstücken drei Arten und zwar Einfamilienhäuser, Mietwohngrundstüde und Geschäftsgrundstüde. Jede Gruppe hat ihren besonderen Bewertungsfag. Sonnabend, den 13. November 1926. Einfamilienhäuser sind mit 65 Prozent des Wehrbeitragswertes zu bewerten. Die Landesfinanzämter haben Ermäch tigung für gewisse Gruppen von Einfamilienhäusern oder für Teile ihres Bezirts nach Lage der örtlichen Verhältnisse eine niedrigere Bewertung, jedoch nicht unter 45 Prozent des Wehrbeitragswertes zuzulassen. Das Landesfinanzamt hat von diejer Ermächtigung Gebrauch gemacht. Anwendung soll dieje Bergünstigung in erster Linie auf die besonders hochwertigen Einfamilienhäuser finden, weil diese heute zu 70 Prozent ihres Borkriegswertes nicht realisiert werden fönnen. Unter den Begriff ,, Einfamilienhäuser" fallen die ausschließlich oder weitaus überwiegend vom Eigentümer oder seinen Angehörigen be wohnten Grundstüde. Als solche gelten auch diejenigen Einjamilienhäuser, wenn sie ausschließlich oder überwiegend von einer im Dienste des Steuerpflichtigen stehenden Person bewohnt werden. Mietwohngrundstüde sind mit 45 Prozent des Wehrbeitragswertes zu bewerten. Für gewisse Gruppen oder für Teile bes Finanzamtsbezirks tönnen nach Lage der örtlichen Berhältnisse Bewertungen bis zu 30 Prozent herab zugelassen werden. Und für Mietwohngrundstüde in großen Städten mit im wesentlichen einfach ausgestatteten kleineren Wohnungen und an Mieter aus Kreisen der minderbemittelten Bevölkerung detmietet, tönnen bis zu 25 Prozent herab bewertet werden. Hierunter fallen auch die vielfach baufälligen alten Häuser be= sonders in der Altstadt. Geschäftsgrundstüde sind mit 70 Prozent des Wehrbeitragswertes zu bewerten. Auch hier kann eine Geringerbewertung in besonderen Fällen jedoch nicht unter 45 Prozent zugelassen werden. Für Grundstüde, die infolge Stillegung, Betriebseinschränkung oder dergl. Umständen nach offenbar nicht nur vorübergehend ungenutzt sind, ist auf Antrag aus dem sich nach vorstehendem ergebenden Wert ein Anschlag von 30 Prozent zu machen. Grundstücke, die vermietet oder verpachtet werden, gelten als ungenutzt, wenn sie deshalb nicht vermietet oder verpachtet sind, weil die Vermietung oder Verpachtung zur gesetzlichen oder falls eine solche nicht besteht, zur angemessenen Miete nicht möglich war. Bei Kurzarbeit ohne Stillegung darf der Abschlag nur zu dem Teil vorgenommen werden, der sich nach der nach dem Verhältnis der tatsächlichen und der normalen Benutzung ergibt. Als Geschäftsgrundstüde gelten auch solche Grundstücke, die fremden gewerblichen Zweden dienen oder zu eigenen gewerblichen Zweden unmittelbar genutzt werden. Zur besseren Verständlichmachung des sog. Stillegungsabschlags biene folgendes Beispiel: Wehrbeitragswert eines infolge Stillegung ungenutten Geschäftsgrundstückes 300 000 M. Einheitswert 70 Prozent 210 000 M. Siervon ab Stilllegungsabschlag mit 30 Prozent 63 000 M. Reuer Steuerwert: 147 000 M. - Grundstücke, deren Erhaltung wegen ihrer Bedeutung für Kunst, Geschichte oder Wissenschaft im öffentlichen Interesse liegt( Denkmalsschutz) sind, wenn sie ungenutzt sind, mit 20 Prozent, wenn sie genutzt sind, mit 25 Prozent des Wehrbeitragswertes zu bewerten, sofern die Kosten der Erhaltung des Grundstücs die Vorteile der Nutzung dauernd erheblich übersteigen. In der Regel werden solche Gebäude auch unter die geringer zu bewertenden Althäuser fallen. Dient ein Grundstück verschiedenen Zweden, z. B. Wohnund Geschäftszweden, so findet eine Zerlegung des Wehrbeitragswertes statt und wird jeder einzelne Teil für sich bewertet. Die Zerlegung ist nach dem Wertverhältnis anzunehmen, in dem die einzelnen Teile des Grundstüds am Feststellungszeitpunkt zu einander stehen. Dabei ist insbesondere auf die aus den einzelnen Teilen erzielbaren Mieterträge in Betracht zu ziehen. Wird z. B. aus einem Laden eine Jahresmiete von 1000 M erzielt, während aus den Wohnungen 3000 M Miete erzielt werden, so wäre ¼ des Wehrbeitragswertes mit 70 Prozent und % des Wehrbeitragswertes mit 45 Prozent zu bewerten. Bringt das Erdgeschoß eines in Geschäftslage liegenden Hauses 5000 M Eine Bundesgenoffin. Neulich hörte ich von einer deutschen Familie, die die schlimmsten Notzeiten unter Bolschewitenherrschaft in Jrrkutsk im fernen Sibirien durchgemacht hat und wo es die Eltern doch zuwege gebracht haben, trotz Hunger und Sorge und häufiger Lebensgefahr ihren Kindern eine sonnige Jugend zu schaffen, an die sie gewiß im späteren Leben noch gerne zurüddenken werden. Wenn man an all die Entbehrungen denkt, die sie durchgemacht haben, an die Zeiten, wo der Vater im Gefängnis gesessen und nichts zu essen im Hause war, auch kein Holz, um sich während des eisigen sibirischen Winters zu erwärmen, dann scheint es ein Wunder, daß es ihnen doch gelungen ist, aufrechten Mutes zu bleiben. Es wäre wohl auch nicht gegangen, wenn die Eltern nicht eine starke Bundesgenossin gehabt hätten, die ihnen über das Schwerste hinweghalf. Das war die Liebe, die sie alle miteinander verband. Ihr hatten sie die Herrschaft in ihrem Hause eingeräurnt. Sie sollte jeden Augenblid das Verhältnis des einen zum andern regeln. Um ihr freie Bahn zu schaffen, waren sie sehr zroedmäßig vorgegangen. Sieben waren sie mit Vater und Mutter, und die sieben Tage der Woche hatten sie untereinander verteilt. Die ersten fünf Arbeitstage von Montag an gehörten den Kindern. Ein jedes hatte seinen Tag. Da suchten denn die andern alle ihm etwas recht Liebes zu tun, beim Spielen auf seine Wünsche Rücksicht zu nehmen; ihm den und jenen kleinen Gefallen zu tun; wenn es anging, ihm die besten Bissen bei Tisch zuzuschieben. So gab es nie Streit und Zant, sondern eitel fröhlich Dienen und Händereichen. Am Sonnabend war der Tag der Mutter: Da ging das Dienen erst recht an. Da wurde es in den weitigen Stuben, die die Bolschewiken der Familie von ihrer schönen großen Wohnung gelassen hatten, lebendig. Ein jedes I egte mit Hand an. Ein jedes sah der Mutter die Wünsche von den Augen ab. Die unbeliebtesten Arbeiten wurden fig und freudig getan. Es hieß ja, dem Mütterchen einmal im besonderen die Liebe zu zeigen. Und kam dann der Sonntag, der Tag des Vaters, dann sah es freundlich und festtäglich in der engen Woljnung aus, so daß der 11 , Gießener Zeitung" Ladenmiete und die 3 Wohnungen der oberen Stodwerke zujammen ebenfalls 5000 M Miete, so tann schon der mit 70 Prozent zu bewertende Teil des Hauses bis zur Hälfte des Wehrbeitragswertes betragen, während der übrige Teil dem Gatz für Mietwohnungen unterliegt. In entlegenen Straßen befindliche Grundstüde mit kleineren Läden, die in der Regel feine und nicht nennenswert höhere Miete als Wohnräume abwerjen, sollen ganz als Mietwohngrundstücke behandelt werden, da durch derartige fleine Läden Der Wert des Objettes nicht beeinflußt wird. Nicht zwangsbewirtschaftete Grundstüde, die in ortsüblicher Weise bebaut sind oder gewerblichen Zweden dienen, sind mit dem Ertragswert, jedoch nicht über den gemeinen Wert hinaus zu bewerten. Bei Bemessung des Ertragswertes oder gemeinen Wertes für diese Neubauten wird man nicht über die Wehrbeitragswerte der alten Häuser hinausgehen können. Unbebaute Grundstüde, insbesondere Bauland, sind mit dem gemeinen Wert zu bewerten. Hier sind die Unterschiede derartig groß, daß bestimmte Richtlinien nicht gegeben werden fönnen. Der Steuerwert joll aber nicht über den beim Verkauf zu erzielenden Betrag hinausgehen und dem tatsächlichen Wert entsprechen. Da auf Grund der erteilten Einheitswertbescheide demnächst die Vermögenssteuerbescheide ergehen, so ist es empfeh lenswert, wenn diejenigen Steuerpflichtigen, die die Höhe ihrer Aufwertung bei Abgabe der Steuererklärung noch nicht fannten, den in Frage tommenden Betrag dem Finanzamt mitteilen, falls er inzwischen festgestellt sein sollte. Wer sich über die Bewertung seines Vermögens nicht im Klaren ist, erkundige sich bei seinem Verein, denn wenn die Einspruchsfrist abgelaufen ist, ist an dem festgestellten Wert nichts zu ändern. Lokales. Sonntagsgedanken. Totensonntag ist wieder. Wir wollen hinauswandern in den großen Friedhof der Welt, der in den Schreckensjahren 1914-18 angelegt wurde. Dorthin, wo deutsche Krieger in fremder Erde, fern der Heimat, ruhen. Gewaltige Heere erstehen in diesen Trauertagen wieder vor dem geistigen Auge des deutschen Volkes. Zahllose Kämpfer ziehen auf, die von der Marne, der Somme, die vom Priesterwald und den Argonnen, die von den Vogesen, von Flandern und Kurland, die von den Höhen der Karpathen und Alpen und von der See. Es sind gewaltige Heere der Toten. Und sie kehren nie wieder zur Heimat zurüd. Irgendwo ruhen sie und schlafen fern von ihren Lieben den letzten langen Schlaf. Von vielen wissen wir nicht, wo sie die letzte Ruhestätte gefunden haben. Aber: Ob sie in fremder Erde begraben, Ob sie daheim die Ruhestatt haben, Ob sie im Meere gebettet auf sandiger Bant, Siegreich sind sie für Deutschland gefallen; Darum weihen heute wir Allen Grünenden Lorbeer und innigen Dank! Tausend und abertausend schlichte Kreuze ragen in fremden Landen empor. Die Jahre haben schon manche Inschrift ausgelöscht. Ein kleiner Hügel birgt, was für manchen Vater, für manche Mutter einst Hoffnung war. Deutsche Kinder, dort ruhen eure Väter, deutsche Mütter, dort liegen eure Söhne, deutsche Mädchen, dort hat man euer Glüd begraben! Sie sangen einst alle ungezählte Male das Lied vom Wiedersehen. Aber es wurde ihnen nicht zur Wahrheit. Habt heute wieder Dank ihr tapferen Männer, ihr stillen Helden da draußen in der fremden Erde und ihr, die ihr im heimatlichen Boden ruhen dürft! Wir danken euch für alle Opfer, die ihr gebracht, für eure Treue bis zum Tode! * Die Sperrung des Schiffenberger Weges zwischen Licherstraße und Bergstraße und des Pfarrgartens ist wieder aufge= hoben, da die Walzarbeiten beendet sind. Vater, der die Woche über für ein verschwindend geringes Gehalt Chinesisch hatte lehren müssen und noch dazu viele Privatstunden geben, um die Seinen irgendwie am Leben zu erhalten, sich unter seinen lieben Kindern recht ausruhen konnte und neue Kraft zu neuer Arbeit sammeln. Auch wir durchleben schwere Zeiten, wenn auch längst nicht so schwere, wie die Menschen in Rußland. Wäre es da nicht angebracht, wenn auch wir uns recht fest mit der Liebe verbünden wollten und uns von ihr helle Augen und einen erfinderischen Geist schenken lassen, um gerade in den Kreis unserer Familie, in den Gott uns gestellt, recht viel Freude und Sonne zu bringen? Wir sehen an diesem Beispiel, mit wie fleinen Mitteln die Liebe Großes wirken kann. Anna Katterfeld im„ Sehrohr". Bittere Pillen. Ein Kranker sollte auf Verordnung des Arztes Pillen einnehmen. Aber anstatt sie gleich herunterzuschluden, wälzte er sie so lange im Munde herum, bis sie unerträglich bitter wur den. Der Arzt sagt, das solle er nicht tun; hier gilt nichts Lauen oder schmecken, sondern verschlucken. Darüber macht sich Gotthold in seinen zufälligen Andachten folgende Gedanfen: Die Scheltworte eines feindseligen Menschen sind sehr bittere Pillen, und es ist nicht jedermanns Ding, dieselben un getaut zu verschlucken. Sie sind aber einem gottseligen Christen sehr dienlich, weil sie ihn entweder an seine eigene Schuld erinnern, oder seine Geduld und Sanftmut bewähren, oder ihm zeigen, wovor er sich zu hüten habe, und endlich bei Gott, um dessentwillen sie mit Geduld erlitten werden, ihm zur Ehre und zum Ruhm gedeihen. Hier wills aber nicht ratsam sein, daß einer die Schmähpillen in seinen Gedanken stets hin und her wälze und nach seines Fleisches und der Welt Dünken fie achte. Denn so werden sie nur immer bitterer und füllen die Zunge und das Herz mit gleichmäßiger Bitterkeit. Verschluften, verschweigen und vergessen ist das Beste. Ach, mein Gott! wie schwer ist's, die Schmähpillen schlufken, segnen, die mir fluchen, wohltun denen, die mich hassen, bitten für die, so mich beleidigen! Herr, Du willst es so haben! Nr. 46. * Straßensperrungen in Gießen. Wegen Neubefestigung des Kreuzes Bahnhofstraße und Westanlage ist die Westanlage von der Bezirksschule und die Bahnhofstraße von der Westanlage ab bis zur Alicestraße bis auf weiteres für jeglichen Fahrverkehr gesperrt. Wegen Vornahme von Bauarbeiten ist der Verbindungsweg zwischen Weser- und Schillerstraße bis auf weiteres für jeglichen Fahrverkehr gesperrt. - * Aufgehoben. Die Sperrung der Kliniksbrücke am Bahnhof Gießen ist insoweit wieder aufgehoben, daß die Hälfte der Brüde dem Verkehr freigegeben ist. # Anzeigen wegen Zuwiderhandlungen durch Fahrzeugführer bezw. Kraft und Radfahrer gegen verkehrspolizeiliche Vorschriften wurden in der Zeit vom 1. bis 31. Oftober 1926 erhoben: 21 Anzeigen wegen Fahrens zur Nachtzeit ohne hellbrennende Laterne, 5 wegen Fahrens auf Bürgersteigen, 1 Anzeige wegen Fahrens mit übermäßiger Geschwindigkeit, 4 Anzeigen wegen Fahrens ohne die rechte Straßenseite einzuhalten, 9 Anzeigen wegen Fahrens durch gesperrte Straßen, 7 Anzeigen wegen sonstiger Zuwiderhandlungen in verkehrspolizeilicher Hinficht. * Gewerbelegitimationskarten. Das Polizeiamt Gießen weist darauf hin, daß die in Betracht kommenden Gewerbetreibenden in Gießen ihre Anträge auf Neuausstellung von Gewerbelegitimationstarten für das Jahr 1927 alsbald bei den zuständigen Polizeirevieren zu stellen haben. * Die Ausstellung von Wandergewerbescheinen. Das Poli zeiamt Gießen weist darauf hin, daß die Anträge auf Ausstellung von Wandergewerbescheinen für das Jahr 1927 alsbald bei den für die Wohnungen der betreffenden Antragsteller zuständigen Polizeirevieren zu stellen sind. * Erweiterung des werktäglichen Schalterdienstes beim Bost amt 1( Bahnhofstraße). Das Postamt schreibt uns: Bom Montag, den 8. November ab ist der Briefausgabeschalter bereits von 7 Uhr vormittags( statt bisher 8 Uhr vormittag) geöffnet. Vom gleichen Tage ab ist der Schalterschluß für den Brief- und Paketverkehr von 6 auf 7 Uhr abends verlegt. Die neue SWD. Zielsicher, mit glücklichem Empfinden für Zeitgeschmack und Zeitbedürfnis, erringt sich die SWD. ihren geachteten, ja man tann jagen führenden Platz in der Schar der illustrierten Zeitschriften. Das beweist auch die neue Nummer 6. Die Vererbung der musikalischen Begabung ist ein Gebiet, über das die Gelehrten sich noch nicht einig sind. Eine interessante Plauderei darüber veröffentlicht Dr. W. Schweisheimer im Novemberheft von„ Westermanns Monatsheften". Wiederum ein Heft, durch das ein frischer Zug lebendigen Geistes geht! * Einheitskurzschrift. Der Verband furzschriftkundiger Eisenbahner bei der Deutschen Reichsbahn hat auf seinem 1. Ber bandstag in Frankfurt a. M. beschlossen, sich auch dem Deutschen Stenographenbund in Dresden( Vorsitzender Regierungsrat Dr. Blauert). anzuschließen. Der Eisenbahnerverband hat etwa 7000 Mitglieder. ** Da im geschäftlichen Verkehr in letzter Zeit Verwechse lungen vorgekommen sind, weist die deutsche Haasenstein& Bogler A.-G. Berlin darauf hin, daß sie und ihre sämtlichen Vertretungen im Deutschen Reich mit der österreichischen Haasenstein& Vogler- A.- G. Wien nicht identisch sind. * Lebensrettung durch Blutübertragung. Eine seltene Lebensrettung vollbrachte dieser Tage der Unterprimaner Karl Vetter. Ein sechsjähriger Knabe war an der BlutflecentrantMorgen abendmit nicht vergessen: Haarwaschen ,, Schwarzkopf Schaumpon" und am Sonntag sieht Ihr Haar noch einmal so reizend aus! Also besorgen Sie sich morgen früh ein Päckchen Schaumpon mit dem schwarzen Kopf So gib es, wie Du es haben willst, denn ohne Dich kann ich hierin nichts tun. Zurechtgewiesen. ( ,, Sehrohr") Vor zehn Jahren sah ich in einer Straße des Westens Ber lins einen schönen Kinderwagen, darin lag ein Kindlein von einigen Wochen. Daneben ging ein füßes fleines Mädelchen von noch nicht drei Jahren. Ich beugte mich zu der Kleinen und fragte: ,, Du hast dich wohl sehr gefreut, als dir der Klapperstorch ein Brüderchen aus dem Storchenteich brachte?" Aus großen Augen sah mich das Mädchen verwundert an und gab mir leise die wunderschöne Kinderantwort: Beschämt ,, Das Fritchen lag doch an Mutti's Herzen. schwieg ich und ging meiner Wege, aber das Kinderwort begleitete mich und der staunende Blick der unschuldigen klaren Augen ob meiner dummen gedankenlosen Frage. Gewiß, das Frigchen war unter Muttis Herzen, fleiner Liebling, und jeder Erwachsene sollte sich schämen, dir die holde, süße Wahrheit vorzuenthalten oder zu entstellen, Wie oft kommt nicht die Kinderfrage: ,, Ja, Mutti, wenn nun der Storch fich geirrt hätte und hätte mich zufällig nebenan bei Lehmanns in den Schornstein ge worfen, wäre ich dann nicht dein Kind?" Und dann muß sich logischerweise die dumme Antwort er geben: ,, Dann wärest du Frau Lehmanns Kind geworden." ,, Ach nein, mein Kind, so will ich dir nicht gegenübertreten, zwischen uns soll Offenheit und Warheit herrschen. Unter Mut tis Herzen bist du gewesen, winzig, winzig flein, und bist ge wachsen in ihrem Schutz und aus ihrem Blut. Kein Zufall ist es, daß du gerade ihr Kind und Liebling bist. Du trägt för perlich und geistig das Gepräge deiner Eltern. So sollte wohl jede Mutter bei den Fragen des Kindes denken, und ich denke und hoffe, immer mehr Mütter werden nicht nur so denten, sondern auch so sprechen! Es mag wohl manchen Eltern als eine ganz nette, liebe Mär erscheinen, daß der Storch die Kinder bringt, aber wie seicht und oberflächlich ist sie doch gegenüber der heiligen Wahrheit! Sonnabend, den 13. beit erkrankt, die zum sichere Kleinen nicht frisches Blut z Slutübertragung erklärte sich aud) mehrmals in bestimmte Das Ergebnis dieser selbstloser Junge gerettet werden konnte waderen jungen Mann wurde Dauf und Anerkennung ausge Andenten an seine wadere T sprechender Widmung überrei Aufreizung zur Steuer fahren, das Oberbürgermeiste teur der„ Offenbacher Zeitung Steuerverweigerung angestre voni Großen Schöffengericht verründet. Schröter wurde f Verfahrens der Staatstaffe au umjasjenden Begründung gin der Stadt Offenbach rechtsungi Berstöße vorliegen und der beim Zustandekommen der Ver nicht zuständen. Ebensoweni nicht eine Schuld, da er nach gangenen Urteilen des Provin gerichtshofes glauben mußte, fei. * Funkverbindung Deutschl wird eine unmittelbare Funty und Japan( Berlin- Data) dem Ueber diese Verbindung fönner Regierungstelegramme aus D ländern nach Japan befördert 1. dringende Telegramme; 2. wort; 3. Telegramme mit Emp Telegramme; 5. nachzusendende Dienftnotizen, die Auskünfte vo wegsanstalten verlangen; 7. Enzugebende gebührenfreie Weg Aus Nab Darmstadt. Der Landesve hält am Montag, 22. Novembe seine 20. Hauptversammlung ab n. a. ein Vortrag von Regierung des Innern über die Probleme Sprendlingen( Rheinhessen) erfolgte am 8. November die G Landwirtschaftlichen Schule. Spahr. Frankfurt a. M. Die verei amt Frankfurt a. M. haben in tenen, stark besuchten Versamm Jahr 1927 festgelegt. Danach 27. bis 30. März, die Herbstm jtatt. Marburg. Die Kinderläh Marburg auf. Jn Beltershau erkrankt, auch in die hiesige Kinderlähmung erkrankte Rin Eberbach a. N. In selte Dember die Frau Marie Uhri begehen. Es dürfte wohl in d Frau sein. Ein Schmugglerid Wie die„ Neue Badische deutsche Zollbehörde auf dem dem Rhein zwischen Straßbu einer Untersuchung in Maya entdeckt, die nach Deutschlan Das Schiff und die Schmugge Bejagung des Schiffes soll trieben haben. Wie zart und lieb aber jur Mutter durch diese Wahrh mir: ,, Nachdem wir unserm dr daß unter Muttis Herzen woh mere und bald erwachen würd Liebe an. Er streichelte mi Herzchen", und wo ich saß, s damit ich es bequemer hätte. tet hatte, daß dieser die M et wie ein Cerberus darüb Boll Seligkeit ließ er sich mal unter Muttis Herzen g ,, Und als dann das Sch war es ihm, denn es war i macht und ihm durch innig ,, Mutti", fragte er eine haben Bübchen und Schweste Muttis Herzen saßen, sich di und Rüßchen gegeben?" Jch aber streichelte leise Darum fort mit Storche ter. Dort, wo sie noch nich greift mit fester Hand und Die Un Es hat immer unbefrie der früheren Zeit vielleicht helfen müssen und die meiste Aber die Frage: Wozu bi Welches ist das Gebiet, auf Dem ich mein Bestes geben fo und wenn auf diese Frage Antwort gibt, dann bleibt früh verblühen. Doch nun in unserer m Str. 46. in Gießen. Wegen Neubefestigung e und Westanlage ist die Weitanlage D die Bahnhofstraße von der West traße bis auf weiteres für jeglichen Wegen Vornahme von Bauarbeiten wischen Weser- und Schillerstraße bis Fahrverkehr gesperrt. Sperrung der Klinitsbrüde am BahnDieder aufgehoben, daß die Hälfte der geben ist. widerhandlungen durch Fahrzeugführer hrer gegen verkehrspolizeiliche Bor Beit vom 1. bis 31. Oktober 1926 er en Fahrens zur Nachtzeit ohne hellen Fahrens auf Bürgersteigen, 1 Anübermäßiger Geschwindigkeit, 4 Ante die rechte Straßenseite einzuhalten, s durch gesperrte Straßen, 7 Anzeigen andlungen in verkehrspolizeilicher HinOnstarten. Das Polizeiamt Gießen ie in Betracht kommenden Gewerbe te Anträge auf Neuausstellung von en für das Jahr 1927 alsbald bei den n zu stellen haben. Wandergewerbescheinen. Das Poli hin, daß die Anträge auf Ausstellung n für das Jahr 1927 alsbald bei den betreffenden Antragsteller zuständigen sind. rftäglichen Schalterdienstes beim Bost Das Postamt schreibt uns: Bom Mon st der Briefausgabeschalter bereits von sher 8 Uhr vormittag) geöffnet. Bom chalterschluß für den Brief- und Paletabends verlegt. hsicher, mit glüdlichem Empfinden für ürfnis, erringt sich die SWD. ihren nn sagen führenden Platz in der tschriften. Das beweist auch die neue usikalischen Begabung ist ein Gebiet, ch noch nicht einig sind. Eine interveröffentlicht Dr. W. Schweisheimer estermanns Monatsheften". Wiederum ischer Zug lebendigen Geistes geht! Der Verband turzschriftkundiger chen Reichsbahn hat auf seinem 1. BerM. beschlossen, sich auch dem Deutschen Dresden( Vorsitzender Regierungsrat en. Der Eisenbahnerverband hat etwa en Verkehr in letzter Zeit Verwechse weist die deutsche Saasenstein& Bog in, daß sie und ihre sämtlichen BerReich mit der österreichischen Haasenn nicht identisch sind. ch Blutübertragung. Eine seltene Le dieser Tage der Unterprimaner Karl Knabe war an der Blutflecentrantnabend a vergessen: Haarwaschen mit warzkopf Schaumpon" n Sonntag sieht Ihr Haar noch so reizend aus! Also besorgen ch morgen früh ein Päckchen Schaumpon dem schwarzen Kopt haben willst, denn ohne Dich kann ich („ Sehrohr") rechtgewiejen. ich in einer Straße des Westens Ber rwagen, darin lag ein Kindlein von en ging ein süßes fleines Mädelchen zen. Ich beugte mich zu der Kleinen ſehr gefreut, als dir der Klapperftorch Storchenteich brachte?" ſah mich das Mädchen verwundert an wunderschöne Kinderantwort: doch an Mutti's Herzen. Beschämt einer Wege, aber das Kinderwort be taunende Blid der unschuldigen klaren men gedankenlosen Frage. n war unter Muttis Herzen, fleiner achsene sollte sich schämen, dir die holde, alten oder zu entſtellen, die Kinderfrage: n der Storch fich geirrt hätte und hätte ei Lehmanns in den Schornstein ge icht dein Kind?" logischerweise die dumme Antwort er Frau Lehmanns Kind geworden." id, so will ich dir nicht gegenübertreten, eit und Warheit herrschen. Unter Mut fen, winzig, winzig flein, und bist ge und aus ihrem Blut. Kein Zufall i Rind und Liebling bist. Du trägst för Gepräge deiner Eltern. e Mutter bei den Fragen des Kindes and hoffe, immer mehr Mütter werden dern auch so sprechen! Es mag wohl e ganz nette, liebe Mär erscheinen, daß bringt, aber wie seicht und oberflächli er heiligen Wahrheit! Sonnabend, den 13. November 1926. heit erkrankt, die zum sicheren Tode geführt hätte, wenn dem Kleinen nicht frisches Blut zugeführt worden wäre. Zu dieser Blutübertragung erklärte sich der junge Mann bereit, die dann aud) mehrmals in bestimmten Mengen vorgenommen wurde. Das Ergebnis dieser selbstlosen Hilfeleistung war, daß der kleine Junge gerettet werden konnte und jetzt wieder genesen ist. Dem waderen jungen Mann wurde Dom Lehrförper des Gymnasiums Daut und Anerkennung ausgesprochen und ihm zum bleibenden Andenten an seine wadere Tat ein wertvolles Buch mit ent sprechender Widmung überreicht. Aufreizung zur Steuerverweigerung. In dem Strafper fahren, das Oberbürgermeister Granzien gegen den Lokalredakteur der„ Offenbacher Zeitung", Edhröter, wegen Aufreizung zur Steuerverweigerung angestrengt hatte, wurde gestern mittag von Großen Schöffengericht als Berufungsinstanz das Urteil verkündet. Schröter wurde freigesprochen und die Kosten des Verfahrens der Staatstaffe auferlegt. Aus der etwa 40 Seiten umfassenden Begründung ging hervor, daß die Getränkesteuer der Stadt Offenbach rechtsungültig ist, weil verschiedene rechtliche Berstöße vorliegen und der Oberbürgermeister sich Befugnisse beim Zustandekommen der Berordnung beilegte, die ihm rechtlich nicht zuständen. Ebensowenig treffe den Beklagten subjektiv nicht eine Schuld, da er nach den verschiedenen in der Frage etgangenen Urteilen des Provinzialausschusses und Verwaltungsgerichtshofes glauben mußte, daß die Steuer nicht rechtskräftig sei. * Funkverbindung Deutschland Japan. Am 10. November wird eine unmittelbare Funkverbindung zwischen Deutschland und Japan( Berlin- Osaka) dem öffentlichen Verkehr übergeben. Ueber diese Verbindung können gewöhnliche, LC, Presse- und Regierungstelegramme aus Deutschland und seinen Hinterländern nach Japan befördert werden. Nicht zugelassen sind: 1. bringende Telegramme; 2. Telegrammé mit bezahlter Antwort; 3. Telegramme mit Empfangsanzeige; 4. zu vergleichende Telegramme; 5. nachzusendende Telegramme; 6. gebührenpflicht. Dienstnotizen, die Auskünfte von Bestimmungs- oder von Unterwegsanstalten verlangen; 7. telegraphische Postanweisungen. Anzugebende gebührenfreie Wegangabe ,, via Transradio- Osaka". Aus Nah und Fern. Darmstadt. Der Landesverband Hessischer Bürgermeister hält am Montag, 22. November, in Darmstadt im Fürstensaal seine 20. Hauptversammlung ab. Auf der Tagesordnung steht 11. a. ein Vortrag von Regierungsrat Dr. Krebs im Ministerium des Innern über die Probleme der modernen Verkehrswirtschaft. Sprendlingen( Rheinhessen), Jm Beisein geladener Gäste erfolgte am 8. November die Einweihung der hier neuerbauten Landwirtschaftlichen Schule. Direktor dieser Schule ist Dr. Spahr. Frankfurt a. M. Die vereinigten Fachausschüsse beim Meßamt Frankfurt a. M. haben in einer am 4. November abgehaltenen, stark besuchten Versammlung die Messetermine für das Jahr 1927 festgelegt. Danach findet die Frühjahrsmesse vom 27. bis 30. März, die Herbstmesse vom 18. bis 21. September ſtatt. Marburg. Die Kinderlähmung tritt nun auch im Kreise Marburg auf. In Beltershausen sind allein sechs Kinder daran erkrankt, auch in die hiesige Kinderklinik find verschiedene an Kinderlähmung erkrankte Kinder eingeliefert worden. Eberbach a. N. In seltener Rüstigkeit konnte am 8. November die Frau Marie Uhrig von ier ihren 100. Geburtstag begehen. Es dürfte wohl in der weitesten Umgebung die älteste Frau sein. Ein Schmugglerschiff auf dem Rhein. Wie die Neue Badische Landeszeitung" meldet, hat die deutsche Zollbehörde auf dem Dampfer ,, Stinnes 73", der auf dem Rhein zwischen Straßburg und Deutschland verkehrt, bei einer Untersuchung in Magau große Mengen Sett und Likör entdeckt, die nach Deutschland eingeschmuggelt werden sollten. Das Schiff und die Schmuggelwaren wurden beschlagnahmt. Die Besatzung des Schiffes soll schon seit 1921 den Schmuggel be= trieben haben. Wie zart und lieb aber wird das Verhältnis des Kindes zur Mutter durch diese Wahrheit! Eine junge Mutter erzählte mir: ,, Nachdem wir unserm dreijährigen Jungen erzählt hatten, daß unter Muttis Herzen wohl ein kleines Schwesterchen schlummere und bald erwachen würde, sah er mich mit fast ehrfürchtiger Liebe an. Er streichelte mir leise die Hand.„ Ei, du liebes Herzchen", und wo ich saß, schleppte er mir eine Fußbant nach, damit ich es bequemer hätte. Da er von seinem Vater beobachtet hatte, daß dieser die Mutti nichts tragen ließ, wachte auch er wie ein Cerberus darüber. Mutti, das sollst du nicht!" Voll Seligkeit ließ er sich erzählen, daß er auch so klein einmal unter Muttis Herzen gewesen. ,, Und als dann das Schwesterchen endlich da war, wie lieb war es ihm, denn es war ihm ja schon vorher so vertraut gemacht und ihm durch innigste Bande verknüpft worden. ,, Mutti", fragte er eines Tages mit leuchtenden Augen, ,, haben Bübchen und Schwesterchen, als sie noch ganz flein unter Muttis Herzen saßen, sich die Aermchen um den Hals gelegt und Küßchen gegeben?" Ich aber streichelte leise über seine blonden Locken. Darum fort mit Storchenteich und Klapperstorch, ihr Mütter. Dort, wo sie noch nicht von selbst verschwunden sind, da greift mit fester Hand und warmen Herzen ein.( ,, Sehrohr") Die Unbefriedigten. Es hat immer unbefriedigte junge Mädchen gegeben, in der früheren Zeit vielleicht noch mehr als heute, wo alle mit= helfen müssen und die meisten ihr vollwertiges Tagewerk leisten. Aber die Frage: Wozu bin ich denn eigentlich auf der Welt? Welches ist das Gebiet, auf dem ich schaffen und wirken, auf dem ich mein Bestes geben kann?" gab es früher und auch heute, und wenn auf diese Frage des Lebens einem Mädchen keine Antwort gibt, dann bleibt sie innerlich unbefriedigt und wird früh verblühen. Doch nun in unserer modernen Zeit hat ein hartes Muß, Gießener Zeitung" Kennen Sie ,, Halpaus Mocca"? Halpaus Plocea ARNAUD M Unsere Halpaus Mocca" ist eine besonders 33 gute und besonders preiswerte Cigarette. Ihre Verpackung ist einfach, fachlich einwandfrei, genau wie bei anderen. Ihre Fabrikation geschieht mit ebensolcher Liebe und ebensolcher Sorgfalt, genau wie bei anderen. Das für die„ ,, Halpaus Mocca" verwandte Papier ist das beste was man bieten kann, genau wie bei anderen. Was wir aber anderen voraus haben, ist unsere im Verlauf von Jahrzehnten mit großen Kosten aufgebaute TabakEinkaufsorganisation. Auf den Tabak aber kommt es an. Kaufen Sie unsere Halpaus Mocca" und überzeugen Sie sich, daß wir Recht haben. HALPAUS- CIGARETTEN- FABRIK G. M. B. H. KÖLN U. BRESLAU. - das doch ein großer Segen ist, an die Tür der allermeisten geflopft, das junge Mädchen ist fast ausnahmslos in den Kampf des Lebens eingetreten. Sie weiß, fie muß schaffen, verdienen, einen Beruf haben, sie hat Verantwortung, man rechnet mit ihr und an irgend einer Stelle würde etwas aus den Fugen gehen, wenn sie nicht da wäre. Vielleicht gibt's erst ein Stüdlein steilen Aufstiegs auf den Lebensweg, aber dann geht man mutig vorwärts im Bewußtsein: Jch werde gebraucht hier bin ich!... Dann gehen die Jahre dahin, die Straße wird staubig und öde, das Einerlei der Pflicht macht müde und für viele im Beruf Stehende kommt dann doch eine Zeit erneuten Unbefriedigtseins. Man hat nicht den recht en Beruf erwählt, so meint man. Gaben, Kenntnisse, Neigung berechtigten zu etwas anderem. Die Hausgehilfin möchte gern Kontoristin sein, denn da würde sie mehr verdienen, mehr freie Zeit haben, die faufmännische Angestellte tlagt über die Trodenheit ihrer zahlenmäßigen Arbeit, die so wenig Weibliches und Mütterliches hat. Schneiderin sein, meint eine, wie entseglich! Dieses ewige Gehaste bis in die Nacht hinein, dies sich Befassen mt Aeußerlichfeiten sie wäre gern Lehrerin geworden, aber dazu hatten Mittel und Gesundheit nicht gereicht. So tut man sein Tagewert mit Seufzen und graue Regenwolten ziehen drüber hin. Es ist wahr, manche stehen an Orten, für die ihre Eigenart night paßt und wir wollen es ihnen nicht übel nehmen, wenn fie einen Berufswechsel erstreben. Aber daneben gibt's auch solche, bei denen es nirgends flappt, neue Enttäuschungen bringt auch der veränderte Beruf! Nein, die Freude der Arbeit liegt viel weniger in dem, was man tut, als wie man's tut. Für solche, die ihrer göttlichen Lebensführung gewiß geworden sind, liegt auch im ungeliebten Beruf eine Stufe, die höher führt, eine Schulung fürs Ewige. Das sich Einsetzen mit ganzer Kraft befriedigt trotz allem, was man anders wünschte und schließlich kann doch in jeden Beruf, oder wenigstens in die Freistunden, die der Familie oder Freundschaft gehören, ein Stüdlein Liebe und Mütterlichkeit hineingelegt werden, das froh macht. Aber wie viele sind auch aus einem anderen Grund unde Nr. 46. friedigt. Das Weib regt sich in ihnen. Vielleicht haben ste geliebt, edel und rein geliebt, sind verschmäht worden, und gerade bei tiefer Angelegten heilen diese Wunden nicht schnell. Andern hat überhaupt jede Aussicht auf häusliches Glück gefehlt, da zudt's manchmal wie ein großes Weh in ihnen auf, wenn sie eine liebliche Freundin sehen, wenn eine junge Mutter ihr Kindlein im Arm wiegt. Und das soll mir versagt sein, dies schönste Glüd? Darauf ganz verzichten zu müssen, das bricht mir fast das Herz!" Wie gut fann man solch Unbefriedigtsein verstehen! Die bittere Herzenseinsamkeit der Alleinstehenden ist oft der tiefste Kummer eines alternden Mädchenlebens. Manchen wird ja die hingebende Pflege einer alten Mutter, die nichts Höheres tennt als ihre Tochter, anderen treue Freundschaft ein gewisser Ersatz sein. Voll und ganz weicht dieser Zustand des schmerzlichen Sehnens und Entbehrens erst dann, wenn Jesus Christus und seine große Liebe Einzug in ihr Mädchenleben genommen hat und man alle Fähigkeiten, zu lieben und sich hinzugeben, in seinen Dienst gestellt hat. Da stirbt das Unbefriedigtsein, Friede und Freude ziehen ein. Unbefriedigt sein es gibt auch tief Unbefriedigte in ben allergünstigsten Lagen. Man tann im Beruf Erfolg haben und mit Leib und Seele dabei sein, man fann als Braut am Arm eines trefflichen jungen Mannes gehen im tiefsten Grund ist das Herz dann unbefriedigt, wenn ihm Gottes heiliger Friede fehlt. Gott ruft und man hört nicht, man lehnt sich auf gegen Seine führende Hand, man will in allem sich selber durchsetzen nichts macht so unbefriedigt, als eigene Wege gehen. Nichts zerreibt und zermürbt mehr, als dieser jahrelange Kampf, dieses sich Auflehnen gegen Gott: Ich will nun einmal nicht! Der Friede wird dann in einem Herzen einziehen, wenn es sich in Gottes Arme fallen läßt und nicht willenlos, aber willig seiner Führung folgt. Er ist unser Friede, Jesus Christus, der Gefreuzigte." Wer zu Ihm mit wundem, müdem Herzen gefornmen ist und nachdem er sich ganz von Ihm führen lassen will, der redet nicht mehr von Unbefriedigtsein, ihm ist wohl in dem Herrn! F. U. im Gehrohr". 13 Sonnabend, den 13. November 1926. Ein Betrüger, der mehr als dreißig Zimmer bestellt. Ein junger Mann erschien in Berlin, Hannover und Rassel bei verschiedenen Gastwirten und stellte sich als Quartiermacher der Dezembertagung der Freischar von Lügom Dor. Er bestellte mehr als breißig 3immer und versprach einen großen Biertonjum. Nach einiger Zeit tehrte er wieder und legte den Leuten eine Zeichnungsliste für die Wohlfahrtsanstalt seiner Mannschaften vor. Die Hoteliers und Gastwirte zeichneten natürlich in der Hoffnung auf ein gutes Geschäft, beträchtliche Gummen, ,, Gießener Zeitung" die sie dem Gauner übergaben, der dann natürlich nie wieder gesehen wurde. Jest tonnte man ihn in Raffel verhaften. Bücherbesprechung. Die vierte Nummer der neuen illustrierten Halbmonats= schrift„ Das Kind"( Serausgeber und Verleger G. Pfantuch, Berlin W. 15) enthält wieder mit vielen guten Abbildungen jehr interessante und wertvolle Artikel. Neues Gemeinde: und Ortsverzeichnis vom Bolksstaat Mehr als 1200 verschiedene Formulare für Behörden, andere Amtsstellen, für Vereine und Körperschaften, sowie auch für die Geschäfte ständig am Lager Albin Klein, Giessen vormals Wilh. 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November 1926, vorm. 11 Uhr, bei der Bürgermeisteramt Daaden, Zimmer Nr. 1, mit der Aufschrift„ Solz verkauf Nisterberg" einzureichen. Die Gebote sind für jedes einzelne Los getrennt, für jede Klasse und pro Fm. abzugeben, unter Anerkennung der Verkaufsbedingungen, die auf dem Bürgermeisteramt zur Einsicht offen liegen. Die Verkaufsbedingungen können auch gegen Entrichtung der Schreibgebühren mit 1,- M bezogen werden. Das Holz wird von der Gemeinde nach der Hauordnung In Glessen erhältlich: aufgearbeitet. Kaiser- Drogerie, Ernst Förster Schmidt von Friedewald wird auf Verlangen Noll; Drogerie- Winter- das schon gezeichnete Holz vorzeigen. hoff, Kreuzplatz; Daaden, den 4. November 1926. Kreuz- Drogerie, Aug. Noll; Germania- Drog. Carl Sibel; Neustadt, Drogerie, Hans Noll.-| Wie zur See lohnende Stellung erhalten Kohlenzieher Heizer, Schiffsjungen, Schmierer, ungelernte und fast alle Berufe. Auskunft erteilt Uebersee Auskunft 2, Hannover Postfach 403. Nebeneinkommen durch schriftl. 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Weil sich in einem halben Jahr löjt, und daher jede gewaltsam Weil wir unsere Wähler nich rufen wollen. 5. Weil wir dem hessischen Staa sparen wollen. Weil der W.- und D- Blod bu Wachthunger stillen will. 7. Weil der W.- und D.- Block, gewesen wäre, auch die von de finanzminister a. D. von Sch hätte einziehen müssen. 8. Weil wir uns von dem Rechtsb drängen lassen. 9. Weil wir unsere politische Ehre 10. Weil wir einen neuen politisch Kirche fernhalten wollen. 11. Weil wir immer noch Parteit Sagesnach Das Arbeitslosen- Versicherung genommen worden. Die angestrebte große Koalitio bestehend aus Sozialdemokraten, Deutsche Volkspartei, hat Aussicht, Baul Lensch, einer der befähi Demokratischen Partei, ist am Mitt derjenigen, der den Verhältnissen der nicht alles nach der Schablon beurteilte. Jn Sachsen wird für die neue demokratischen Partei, welche durc ften Size bekommen hat, der Fleigner als Ministerpräsident in Der demokratische Reichspart November in Berlin im Reichsta minister Dr. Külz und Dr. Rein Das Linienschiff„ Hannover" 16. November von Ponte de Pr Der deutsche Reichsmarine- S 17. November in La Coruna ein Weltteile besuchen. In England wird der Bergan die Regierung bemüht ist, eine Gi Frankreich will, daß die Mili ständig bleiben soll. Dem wider Regierung und wird dabei von E In den zu Polen gekommen haben bei den kürzlich stattgefun Deutschen 335 Size und die Pole Kapitalbeschaffung fü Bereits während des Kriege wurde besonderer Wert darauf g Ariegerhinterbliebenen Eigenheim bei Errichtung von Eigenheimen In nachstehendem soll furz ausg 1 and Wege zur Kapitalbeschaffung Frage tommen. Zunächst wäre auf die Kapita 72 des R. V. Gej. tönnen die Pe Gejeges Anspruch auf Versorgungs werb oder zur wirtschaftlichen Stä but Zahlung eines Kapitals abg pitalsabfindung tann auch dann g orgungsberechtigte zum Erwerb femeinnützigen Bau- und Sied mollen. Die Abfindungssumme beträgt punti der Anerkennung zuständigen richtet sich nach dem Lebensalter Um den mit der Abfindung vom eichen Siedlung und Seßhaft Surdern, wird als regelmäßig rung der Abfindung verlangt, Grunstid bereits vorhanden ist, d Ihaftlich gestärkt werden soll, oder d lines neuen Wohnhauses Gewähr muß es sich dabei um eigenen Gru is jedoch gleich geachtet, wenn d Erbbaurechtes, der Erbpacht oder