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Das Presseamt des Staatsministeriums schreibt uns am 5. Juni: In Ergänzung der bereits früher getroffenen Bestimmun gen über Erleichterungen bei der Sondergebäudesteuer hat der Finanzminister die nachstehenden weiteren Erleichterungen angeorbnet: 1. Verzugszuschläge werden erst erhoben, wenn Zahlung nach dem 1. September Ifd. Js. erfolgt. Die Zwangsbeitreibung beginnt für die ersten zwei Steuerziele erst am 1. August 1926. Drud, Verlag und Expedition: Gießen, Südanlage 21 Fernsprecher Nr. 1362 Postschecktonto Nr. 8437 Ami Frankfurt a. M. mich umschaffend, reinigend in dies hineinwirken. Ich tann hier nur an einigen Puntten kurz andeuten, wie das geschehen kann, welche Aufgabe sich uns damit stellen tönnte. Das Stück des deutschen Voltes, das jedem von uns ganz persönlich anvertraut ist, ist unser eigenes leibliches Leben. Leib und Seele, förperliches und geistiges Leben uns unter der Zucht des Geistes Gottes frei und start machen lassen, das ist das Größte, was wir unserem Vaterlande schenken können, denn damit schenken wir ihm ganze Männer und ganze Frauen, gerade das, was 3. Die Einspruchsfrist wird allgemein bis zum 15. Juli lfd. Js. ihm am meisten fehlt und an dessen Mangel es heute erftredt. 4. Steuerermäßigung tritt auf Antrag des Steuerpflichtigen auch ein a) wenn die Bruttorente mehr als 4 Prozent, aber weniger als 5 Prozent des Steuerwertes beträgt, b) für gewerblich genutzte Gebäude oder Gebäudeteile, beren Räume durch Betriebseinschränkungen oder ungünstigen Geschäftsgang gegenüber der Vorkriegszeit erheblich geringer ausgenutzt werden. Voraussetzung dabei ist stets, daß eine geringere Ausnutzung der vor dem 1. Juli 1918 hergestellten gewerblichen Räume stattfindet. Falls ein Betrieb in der Inflationszeit Neubauten vorgenommen hat, die jetzt wieder stillgelegt sind, so genüge dies für einen Erlaß der Steuer nicht. 5. Auf Antrag des Steuerpflichtigen ist die Steuerschuld in Höhe der auf die vermieteten Räume entfallenden Steuern zu erlassen, wenn die Einziehung der Forderung an Miete gegen den Besitzer der Räume dem Eigentümer nach Lage der Sache nicht möglich ist und die Unmöglichkeit glaubhaft gemacht wird. Diese Erleichterungen wurden mit einer von dem Verband der Hausbesitzer entsandten Kommission besprochen und von dicfer gutgeheißen. Die Mitglieder der Kommission erklärten sich bereit, in den Hausbesitzervereinen darauf hinzuwirken, daß die Hausbesitzer die start überlasteten Finanzämter nicht mit unerfüllbaren Forderungen in Anspruch nehmen, sondern ihre etwaigen Gesuche im Rahmen der oben erwähnten und der bereits früher zugestandenen Erleichterungen halten. Bei dieser Gelegenheit wird erwähnt, daß Erleichterungen, wie sie unter Ziffer 4a vorgesehen sind, auch für die nach 1918 erbauten Siedlungshäuser gelten. Sofern deren Bewertung ent= gegen den gesetzlichen Bestimmungen nach d tatsächlichen Getehungskosten vorgenommen worden sein sollte, kann im Rechtsmittelverfahren Richtigstellung beantragt werden. Auch hier läuft die Rechtsmittelfrist bis 15. Juli 1926. Noch mehr Feiertage! Uns wird geschrieben: Im sozialdemokratischen Volksfreund, Recklinghausen, Nr. 119 vom 25. Mai, findet sich folgende intereffante Anzeige: Kirmesplag Weitmar Heute, Dienstag, den 25. Mai 1926: Große Nachfeier des Bezirksfestes des Verbandes ,, der Bergarbeiter Deutschlands" Jubel Trubel Stimmung Humor. Die gewöhnlichen Feiertage reichen heute nicht mehr aus, die Vergnügungssucht eines klassen bewußten Proletariers zu befriedigen. Nach zwei Pfingstfeiertagen, die sicher schon allerhand Geld gekostet haben, große Nachfeier. Erfahrungsgemäß hat dann noch mancher Teilnehmer einen vierten Feiertag nötig, um sich wieder einigermaßen arbeitsfähig zu machen. Welche Zumutungen heute von den sozialistischen Gewerkschaftsführern an den Geldbeutel der Bergarbeiter gestellt werden, erficht man auch aus einen seoben veröffentlichten Aufruf der freien Gewerkschaften, in dem die deutschen Arbeiter mit flam menden Worten aufgefordert werden, sich in die für die Untertügung der streikenden britischen Bergarbeiter ausgelegten Sammellisten einzutragen. Da zwischen den Kommunisten, die für die Internationale Arbeiterhilfe" eine besondere Liste ausgelegt haben, u. den Altverbändlern im Ruhrbergbau ein hef tiger Konkurrenzkampf entbrannt ist und beide Parteien bemüht sind, den höchsten Beitrag abzuführen, dürfte wieder eine hübsche Summe in das Ausland wandern, in ein Land, welches über ungleich höhere Nationalvermögen und Einkommensreserven verfügt, als das deutsche Volt. Alles das paẞt schlecht zu den ständigen Klagen über angeblich unzureichende Löhne und Elend in den Arbeiterfamilien. zu Grunde geht. Uns frei machen lassen, von jeder Gebundenheit an Sünde und Laster, kämpfen bis aufs Blut, daß an unserm Teil die Ketten brechen, mit denen die Mächte der Finsternis unser Volk heute ganz anders Inechten und entnerven, als alle menschlichen Gegner mit denen von Versailles es vermögen. Heuchelei und Lüge ist jede nationale Gesinnungsäußerung, wenn hier in der heiligsten nationalen Pflicht nicht ein ganzer Wille einsetzt und um Gottes Hilfe gerungen wird.- Und uns start machen lassen an Körper und Geist in förperlicher Uebung, Sport und Spiel; zum mindesten eine gewissen hafte 3immergymnastik erlauben uns die Verhältnisse wohl stets, wo nur der Wille da ist, die Trägheit zu überwinden, meist aber mehr; und in straffer geistiger Arbeit, im Ringen nach Klarheit im Tiefen, auch wenn es sehr schmerzhaft wird, und nach Treue im Kleinen, auch wenn es sehr langweilig wird. Dieses Stück des deutschen Volkes, unser Jch, ist nun mit dem Ganzen durch mannigfache Ordnung und Gebilde hindurch zu einem lebendigen Organismus verbunden; durch kleine und große Gemeinschaften hindurch sind wir Glieder der Volksgemeinschaft. Allen diesen sozialen Gebilden gegenüber haben wir eine gemeinsame Pflicht. Hineintragen sollen wir in sie ein Leben in unbedingter Ehrlichkeit und unbedingter Dienstbereitschaft wie steter Bereitwilligkeit zum Vergeben bei aller Wahrung des eigenen Lebensrechts. Diese drei Dinge sind der Kitt Fehlens ganzer Männer und Frauen, hat unser Bolk aller Gemeinschaft, und ihr Fehlen, eben die Frucht des zerstört. Der Körper des Voltslebens, in dem wir zunächst stehen als Kinder, als Geschwister und Hausgenossen und später als Eltern, ist die Familie. Sie ist die Keimzelle soziale und sittliche Zerstörung oder Gesundung. Unsere des Volkes, der entscheidende Anjagpunkt für seine Stellung zu Vater und Mutter sowie den übrigen Familien- und Hausgenossen ist der Prüfstein für unsere soziale Gesinnung wie die zum eigenen Körper und Geist der jür die nationale und wie beide für unseren Gehorsam gegen Gott, Ehrfurcht, Dienſt bis zum letzten ist unsere Pflicht und dem jüngeren Geschlecht gegenüber wohl vor allem, daß wir ihm keinen Anstoß geben. Und doch kann uns der Gehorsam gegen Jesus von den Nächsten scheiden, und unsere schwerste Aufgabe, die uns Christen das Familienleben stellt, ist es, daß ein Nein, das wir um Gottes Willen zu verkehrten Wegen sagen müssen, die die Familiengenossen gehen, nicht zu einem Nein zu diesen selbst wird, nicht die Ehrfurcht gegen Eltern und die Liebe zu Geschwistern zerstört. Hier brauchen wir viel Vergebung und oft auch viel Hoffnung. P. Gerh. Noske. Man spart wieder. Trotz der Ungunst der Zeiten steigen die Einlagen bei den Sparkassen von Monat zu Monat weiter. So betrug bei der Berliner städtischen Sparkasse der Gesamtbestand der Spareinlagen Ende April wieder 3 916 000 Reichsmart mehr als am Ende des Vormonats und belief sich auf rund 86 500 000 Mark. Auch die Zahl der Sparkonten ist um 7255 auf 207 200 Stüd anMan soll demnach nicht nur grau in grau gewachsen. malen; auch die Hoffnungszeichen sind da. - Handwerk und Industrie. Von Oberregierungsrat 3. D. Dr. von Köble. Eine der wichtigsten Fragen, die das deutsche Handwerk gegenwärtig bewegen und deren volle Tragweite für die Fortentwidlung des letzteren bei den Verhandlungen über den Entwurf einer Reichshandwerksordnung erneut erkannt wurde, ist Unsere persönliche Aufgabe im Volksdienste. die Frage der Abgrenzung zwischen Handwerk und Industrie. An jedem der vielen Punkte, an denen mein Leben mit dem des Volkes in Berührung steht, will Gott durch Das Mittelalter war hier glüdlicher als die Gegenwart. Das gesamte Gewerbe war in den Zünften zusammengeschlossen; Persil ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreise: die 30mm breite Petitzeile auswärts 24 Pig. lokal 12 Pfg., die 90 mm breite Reflame- Petitzeile 96 Pfg. Plaz vorschriften ohne Berbindlichkeit. Bei Wiederholungen Rabatt. für Bollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. eine Industrie gab es nicht. Aber schon bald nach Beseitigung des Zunftzwanges durch die Stein- Hardenbergische Gesetzgebung traten mit dem Emporwachsen der Industrie Gegensätze zwischen ihr und dem Handwerk auf; insbesondere begannen die Klagen der Handwerker über die Konkurrenz der Industrie. Das Jahr 1848 löfte auch im Handwerk eine äußerst starke Bewegung aus: das sog. deutsche Handwerkerparlament trat in Frankfurt zu= sammen und erhob die Forderung nach Wiedereinführung des Befähigungsnachweises. Alle diese Bestrebungen hatten jedoch faum einen praktischen Erfolg; mit der Gewerbeordnung für den norddeutschen Bund, deren Ausdehnung auf Süddeutschland 1871 erfolgte, gelangte vielmehr der Grundsatz der Gewerbefreiheit fast uneingeschränkt zur vollen Herrschaft. Zwar wurden dem Handwerk die Innungen belassen; auch war die Bildung neuer Innungen erlaubt, eine Rechtspflicht für den Handwerker, einer Innung anzugehören, bestand jedoch nicht. Der Rückschlag blieb naturgemäß nicht aus; langsam, aber sicher begann der Wiederausbau der handwerkerlichen Organisation. Als Abschluß dieser Organisationsbewegung in der Vorkriegszeit kann die Hand werfernovelle von 1897 bezeichnet werden; sie brachte dem Hand werk die Handwerkskammern und die Möglichkeit der Bildung von Zwangsinnungen. Mit dem Erstarken der handwerkerlichen anisation nahmen die Auseinandersetzungen zwischen Induir und Handwerk über ihre beiderseitige Abgrenzung natur gemäß zu. Diese Auseinandersetzungen mußten umso häufiger werden, je mehr sich, insbesondere nach dem Kriege, allüberall im Handwerk Zwangsinnungen bildeten und das berechtigte Selbstgefühl der Handwerker, das Vertrauen auf ihre eigene Kraft wieder gewachsen war. Das Handwerk konnte sich nicht damit zufrieden geben, daß Handwerksbetriebe, die emporgeblüht waren, zur Industrie gerechnet wurden und somit dem Handwerk verlustig gingen. Dieses Ausscheiden mußte umso schmerzlicher empfunden werden, als hiermit für die handwerkerlichen Orga nisationen schwerste Einbußen an steuerlicher Leistungsfähigkeit verbunden waren. Weiterhin erwies sich noch als äußerst schä digend für das Handwerk der Umstand, daß eine Reihe größerer handwerkerlicher Betriebe sich im steigenden Umfange- ins besondere während der Inflationszeit in G. m. b. H. oder ähnliche Rechtsformen umwandelte und die Rechtsprechung zunächst dahin ging, daß juristische Personen weder zu den Innungen noch auch zu den Handwerkskammern- hier bestrittener beitragspflichtig seien. Nun sind fast zahllose Versuche gemacht worden, möglichst feste Merkmale zur Abgrenzung zwischen Industrie und Handwerk festzusetzen; so hatte auch der deutsche Handwerks- und Gewerbejedoch nach langwierigen Beratungen zu dem Ergebnis kam: mission zur Prüfung über die Abgrenzungsfrage eingesetzt, die kammertag in den ersten Jahren dieses Jahrhundert eine Kom„ Eine Bestimmung der Begriffe Fabrik und Handwerk in der Kürze und Schärfe, wie sie die Gesetzgebung erfordert, ist unmöglich." In der Praxis begnügte man sich im wesentlichen mit aufgestellt wurden. Nach dem bekannten Landwannschen KomBegriffsbestimmungen, wie sie in Rechtsprechung und Literatur mentar zur G. O.( 7. Auflage, Anm. 3 zu§ 100 G.D.) versteht man unter Handwerk im Sinne der G. D. ,, die nicht fabritmagig unter Beteiligung des Betriebsinhabers oder seines Stellver= treters am technischen Hergang der Warenerzeugung betriebenen Gewerbe der Be- und Verarbeitung von Rohstoffen und Halbfabritater, ferner der Reparatur und Reinigung von Gegenständen und noch einige andere Gewerbe, die in der Verrichtung persönlicher Dienste bestehen( Barbiere und Friseure insbeson dere), vorausgesetzt, daß in diesen Gewerben eine handwerksmäßige Lehrlingsausbildung stattfinder. Ebensowenig wie es eine gesetzliche Begriffsbestimmung des Handwerks in der G. D. gibt, ebensowenig gibt es eine solche für den gegensätzlichen degriff der Fabrik. Auch hier begnügt man sich§ 538 R. V. O. tommt für die G. O. nicht in Betracht mit den Merkmalen, wie sie gleichfalls von Literatur und Rechtsprechung aufgestellt worden sind. Auch hier darf auf den Landmannschen Kommentar( Anm. 3d zu§ 100 G. D.) Bezug nehmen, nach dem gewöhn..h bei einer Fabrit folgende Mertmale vereinigt zu sein pflegen: 1. Arbeitsteilung zwischen her vorwiegend leitenden und kaufmännischen Tätigkeit des Unternehmers und der technischen Tätigkeit der Gehilfen, 2. Arbetsteilung unter den Gehilfen, 3. erhebliche Arbeiterzahl, 4. Konzentration der Arbeit in der gewerblichen Anlage des Unternehmers, 5. verhältnismäßig große Ausdehnung der Betriebsräume und anderen stehenden Betriebseinrichtungen, 6. umjangreiche Jerwendung von Kraft- und Arbeitsmaschinen, 7. endlich großer Umfang der Produktion bezw. Arbeitsleistung. ,, Es ist zwar nicht notwendig, daß immer diese sämtlichen Mertmale bei einem als Fabrik zu behandelnden Betriebe vereinigt sind, doch dürfen die unter Ziffer 1, 2, 4 und 7 aufgeführten Merkmale nicht fehlen; sie sind die wesentlichen Merkmale, bei deren Vereinigung ein Betrieb als Fabrik anerkannt werden muß." Die aufgestellten Merkmale sind flüssig; dies entspringt den Bedürfnissen der Praxis. So richtig diese Tatsache auch ist. 1 Paket reicht für 2½- 3 Eimer Wasser! Bitte beachten Sie diesen Punkt genau! Es ist für ein tadelloses Waschergebnis unbedingt erforderlich, die richtige Menge Tersil zu nehmen! Sonnabend, den 12. Juni 1912. für das Handwert bebeutet jie eine große Schädigung. In gar vielen Fällen hängt, in Ermangelung fefter Normen, die Entscheidung, ob ein Betrieb zum Handwert oder zur Fabril zu rechnen sei, demgemäß start von der subjettinen Einstellung des Betriebsinhabers, bie sich in der entsprechenden Beantwortung ber ihm gestellten Fragen widerspiegelt, ab. Nun bebente man aber, daß, namentlich gegen die Jahrhundertwende, das Handwert fast allgemein als eine überlebte Betriebsart angesehen wurde. Fühlte fich bei Emporblühen des Betriebes der Bater noch als Handwerker, die Söhne waren hiermit nicht zufrieden; fie wollten zur Dornehmeren" Industrie gerechnet werden. Nicht zu vergessen ist hierbei, daß die Mitgliedschaft bei ben Handelstammern mancherlei Ehrenstellen, wie Handelst.et usw. führen fonnte; der Titel Kommerzienrat war ausschließnc Handel und Industrie oorbehalten. Bon dem Handwerk konnte man eigentlich nur jagen., Was fannst du armer Teufel bieten:" Diese Tatsachen haben aber in der Abgrenzungsfrage dem Handwert ganz außerordentlichen Schaben zugefügt und zwar umfo mehr, als nach§ 4 bes Handelsgesetzbuches eine Eintragung in bas Handelsregister bei reinen Handwertern nicht erfolgt. Demgemäß gilt in Abgrenzungsstreitigkeiten sie Tatsache der voll jogenen Cintragung in das Handelsregister als wichtiges ta jubiz für die Zugehörigkeit des Betriebes zur Handelstammer. Diese Eintragung war aber leicht zu erlangen; dies zumal als der bekannte Staub'sche Kommentar zum 5. 6. B., der von mahgebendem Einfluß auf die Brazis der Registergerichte ist, in seinen früheren Auflagen den Begriff des Großhandwerks nicht an erkannte, vielmehr im wesentlichen Handwert als gleichbedeutend mit Kleinbetrieb anjah. Diese Auffassung Staube ist zwar von den späteren Bearbeitern feines Kommentars( ogl. 11. Auflage, Bo. 1. Anm. 8, 9 zu§ 4 5. 6. 8.) als irrig aufgegeben worden. ..Die früheren Auflagen, bis zur 8., einschließlich), erteil ten die Antwort: Sandwert liegt dann vor, wenn der e trieb nach Art und Umfang eine kaufmännische Einrichtung nicht erfordert." Indessen muß die ganze Antwort auf die gestellte Frage anders aufgebaut werden". Siernach braum: ein Handwerksbetrieb nicht Kleinbetrieb zu sein, Dielmehr bleibt der Unternehmer auch bei Großbetrieb, insbesondere bei großem Umfange seines Betriebes und bei erheblichem Umjay, Handwerker, jolange er in der angegebenen Weise mitarbeiter" So dankenswert dieses Zugeständnis des früheren Irrtums auch ist, geichadet hat die frühere irrtümliche Auffassung Staubs, die immer noch nachspult, dem Handwerf enorm. Auch eine weitere Stonstruktion der Rechtsprechung ist dem Handwert nicht förderlich geweien; außer den Fabrilen und dem Handwert hat man bei stehenden Gewerbebetrieben noch eine weitere dritte ,, Gießener Zeitung" Rechtsprechung jetzt allgemein anerkannt wird, gibt. Hiermit ift es aber nicht getan; diese Folgerung muß nicht nur auf dem Papier, sondern auch in der Brazis endlich gezogen werden. Weiterhin ist eine Nachprüfung dringend erforderlich, ob infolge der Weiterentwidlung des Handwerts auch die seither Don Literatur und Rechtsprechung aufgestellten Unterscheidungs mertmale zwischen Industrie und Handwerk noch wirklich mak gebend jind oder ob hier nicht durch die moderne Entwidlung bes Handwerts Berschiebungen zu Gunsten des Letzteren eingetreten sind. In jedem Falle wird aber bei Anwendung der in Rechtsprechung und Literatur angenommenen Unterscheidungs mertmale davon auszugeben sein, daß eine Reihe von ihnen mie taufmännische Buchführung. Arbeitsteilung usw. auch in bandwerterlichen Betrieben vorkommen, ohne daß diese dadurch den Charakter eines Handwerksbetriebes perlieren; dies mus nachbrüdlicher als jest betont werden. Bei Unterscheidung zwi schen Industrie und Handwerk handelt es sich zudem nicht um die EUTZ 4875 Ein Beweis für Qualität und Preisroiirdigkeit! Wir haben geliefert und in Auftrag: kompressorlose Dieselmotoren liegend 4 Takt 3597 Stdk mit 3597 Zylinder u. 107 464 PS stehend 4 Takt 583 106 304 stehend 2 Takt 1466 26 216. 9 B 1829 1831 B . Zusam. 5646 Stok mit 7257 Zylinder u. 239 984PS. Form, nämlich die der kaufmännisch gewerblichen Großbetriebe, kompressorlose Dieselmotoren anerkannt. Welche Rückwirkung diese Anerkennung auf das Handwerf ausgeübt hat, geht aus einer Anmerkung des Landmannschen Kommentars zu§ 100 G hervor, 100 05 heißt:„ Es werden also hier dem handwerksmäßigen Betrieb der fabrikmäßige Betrieb und der kaufmännisch- gewerbliche Großbetrieb gegenübergestellt; diese Unterteilung der nicht hand mertomäßigen Betriebe ist dann ohne Bedenken, wenn sie nicht dazu führt, um alle Großbetriebe dem Handwerksbegriff zu ent ziehen, selbst, wenn Betriebsmerkmale fich vereinigen, die, wie Teilnahme des Inhabers am technischen Hergang der Erzeugung und handwerksmäßige Ausbildung der Fachgehilfen und des Nachwuchses, ohne Zwang die Einordnung des Betriebes unter den Handwerksbegriff ermöglichen; im Sinne des Gesetzes liegt cs, solche Großbetriebe dem Handwert und seinen Organisationen zu erhalten." Wie aus einem von Dr. Breyler in der Handwerkerpresse veröffentlichten Artikel ,, Reichshandwerksordnung oder Novelle zur Gewerbeordnung?" zu entnehmen, fordert das Handwerk, nachdem nun der Entwurf einer Reichshandwerksordnung zurüdnestellt worden und eine Novelle zur Gewerbeordnung in Ausjicht genommen ist, von dieser Novelle eine Regelung der Abgrenzung zwischen Industrie und Handwerk. Bei dieser Regelung wird zunächst davon auszugehen sein, day es handwerkerliche Großbetriebe, wie dies auch von der Wer mich bekennet. Bon Erwin Gros. 12. Fortsetzung. Da erschrat Peter Michel, der Schultheiß, in tiefster Seele und schaute die neben ihm stehenden zwei Gerichtsschöffen voll Bedenklichkeit an. Was würde das für ein Himmelgeldspiel tosten! Und die Last konnte nicht auf die Gemeinde abgewält werden; sie mußte von den paar Leuten hier getragen werden. Da war er schön dumm gewesen, als er tonvertierte. Doch alsbald fiel ihm ein Stein vom Herzen, als der Priester nach einer Kunstpause fortfuhr, daß seine Erzellenz in Ansehung der bis dato noch schwachen Gemeinde das Gotteshaus auf eigene Kosten erbauen, auch zunächst die Hauptlast der neuen Pfarrei auf sich nehmen wolle, bis die Gemeinde, was zu er hoffen, gewachsen und stark geworden wäre. Das tue Seine Exzellenz in majorem Dei gloriam, zur größeren Ehre Gottes und um den Gläubigen ein Erempel des Eifers für die alleinseligmachende Kirche zu geben, damit auch anhiero zu Holzhausen die Ketzerei dem rechten Glauben weiche, und viele verirrte Schafe wieder zur Herde des Heiligen Vaters, des von Jesus Christus verordneten Hirten und Stellvertreters auf Erden, zurückkehrten. Diesem Exempel müßten alle Gläubigen nachstreben. Alsdann wurde noch der Gegen Gottes auf das Haupt des hohen Stifters erflebt, und zulekt das Gemeindlein ent laffen. Am Montag reifte seine Exzellenz nach Frankfurt weiter und ließ ein ganz und gar perstörtes Dorf hinter sich. .Paßt auf," bieß es, ob nicht die ganze Gemeinde Fron dienste tun muß, als da sind, das Fundament graben, die Steine und das Holz herbeifahren, den Handlanger beim Bau spielen." ..Jawohl, gegen unsre eigene Ronfession werden wir an dem Werk helfen müssen!" Aber, was will man machen, da heißt es wieder einmal für uns arme Bauern, leg dich frumm, dann wird dir Gott helfen." 3hr Leute", fuhr da Peter Kik dazwischen, es ist noch nicht aller Tage Abend. Wie id) gebort habe, tommt der Landgraf Motorenfabrik Deutz A- G.Köln- Deutz Anwendung fester Rechtsbegriffe, sondern um eine Beurteilung rein wirtschaftlicher Verhältnisse, die sich den jeweiligen Zeitverhältnissen anzupassen hat. Ebenso ist es selbstverständlich, daß juristische Personen wegen ihrer Rechtsform nicht aus dem Handwerk auszuscheiden haben. Es ist für das Handwert unerträglich, daß ein handwerkerlicher Betrieb infolge seiner Umwandlung in eine 6. m. b. 5. oder in eine sonstige juristische Person aus der Innung ausscheiden soll. Die herrschende Rechtsprechung hält an dieser Auffassung, namentlich in Preußen, leider hieran noch fest, wiewohl bereits eine Reihe von Erkenntnissen zu ogl. insbesondere die bei Landmann in Anm. 2 zu § 100 f aufgeführten, die zudem meist neueren Datum jind eine solche Folgerung vereinen. Ich schließe mich letzteren Erkenntnissen an und kann nur der Hoffnung Ausdruck geben, daß diese dem Rechtsempfinden entsprechende neuere Rechtsentwidlung im ganzen Reiche durchdringt. Irgendein sachlicher Grund für die ältere Ansicht, die sich im wesentlichen nur auf formal- juristische Gesezesinterpretation ftüßt, ist nicht vorhanden. Wie aus dem bereits erwähnten Artifel des Herrn Dr. Bretler ersichtlich, ist das Handwerk in der Abgrenzungsfrage Friedrich Jakob aus den Niederlanden in Bälde heim. Wir wollen mal abwarten, was er zu diesem neuen Bauwerk sagt!" Es war lurz vor Johanni; das alte Bauernsprichwort hatte sich nicht bewahrheitet: Bor Johanni muß die ganze Gemeinde um Regen bitten, nach Johanni zwingt's ein altes Weib allein." Um Pfingsten hatte eine ununterbrochene Regenzeit eingejekt so daß es eine Unmöglichkeit war, auf dem Feld zu arbeiten. Jetzt aber hatte die Sonne sich auf ihr Königtum wieder bejonnen, in lichter Herrlichkeit wandelte sie durch den blauen Himmelssaal und lachte strahlend über Berg und Tal. ,, Wohin willst du denn fahren?" fragte Peter Kiz. Hans Heeger fuhr zum Obertor hinaus. Zwei Kühe waren vor einen flug gespannt, der mit dem Hinterteil auf einer Schleife stand. ..Ich will bei der Burg das Krautftüd umadern und Pflanzen darauf setzen!" ..Salte einmal still, Sans; hast du schon gehört, auf der Saalburg soll eine große Zigeunerbande hausen. Man meint, es wäre die Horde, die damals von uns abgeschmiert worden ist. Sie sollen über die ganze Gegend schwärmen." „ Na, nach Holzhaufen werden sie sich nicht wagen, dann brennt ihnen der Budel," erwiderte Hans Heeger lachend. Peter Kiz machte mit der Hand eine verneinende Handbewegung: Der Flurschüz hat mir vorhin erzählt, bei der Burg hätte er gestern Mittag und heute früh ein abscheulich schönes Zigeunermensch gesehen. Gestern wäre sie allein gewesen, heute hätte sie einen Mannsterl bei sich gehabt. Wie der Schüh näher herzugegangen ist, war der aber auf einmal wie vom Erdboden eingeschluckt. Das Weibsbild aber hätte gesagt, sie suche feltene Kräuter, die man in der Johannisnacht pflüden müsse. Dem Feldschüß aber war das sehr sonderbar, daß sie von feinem Mannsterl, der doch bei ihr gewesen war, nichts wissen wollte. Und der Schütz hätte ihn doch mit eigenen Augen gesehen, ja, er meint jogar, der Kerl hätte ein Schießgewehr gehabt. Was soll man davon denken? Ich meine, du solltest ein wenig die Augen offen halten, weil boch der Häuptling damals dich. et tannt und voll Gift dir Rache getürmt hat." Hans Heeger lachte: 3m Gebüjd) auf der Burg habe ich auch schon Blumen und Kräuter gefunden, wie ich ste mein LebNr. 24 Sonnabend, den 12. Juni 1912 32 Sibung der Handwerks In Darmstadt tagte am Diensta er Hessischen Handwerkskammer. die Erschienenen und wies auf die merterstandes hin. Die Kreditbeschaf Sm abgelaufenen Jahr wurden sechs tellen errichtet, die sich bereits bewäl Den Boranschlag und dankte dem Mi besondere dem anwesenden Staats Sealer für stetes. Entgegenkom Rammermitglied Schreinermeister wird ein ehrenvoller Nachruf gewid auf Widerstand seitens der Industrie gestoßen. Ich kann dies nur auf das lebhafteste bedauern. Ist doch die Industrie auf das wesentlichste an einem starken blühenden Handwerk intereffiert. Man redet jo unendlich viel von der Stärkung der Kauftraft des Inlandsmartis; hier sollte man nicht vergessen, das ein blühendes Handwerk einen der besten Abnehmer der indutriellen Erzeugnisse bildet. Das Blühen und Gedeihen des Handwerks hängt aber zu einem sehr wesentlichen Teile davon ab, daß ihm seine aufstrebenden Betriebe erhalten bleiben. Dies ist nicht eine bloße Prestigefrage für das Handwerk; will es emporfommen, so kann es auf diese Betriebe, die Pionierarbeit für die kleineren Handwerksbetriebe zu leisten haben, aus denen eine Reihe der tüchtigsten handwerkerlichen Führer hervorgehen. nicht verzichten. Es handelt sich hier tatsächlich um eine Lebensfrage des Handwerks, während die Industrie wie ihre Organijationen, insbesondere die Handelskammern, taum davon be= rührt werden, ob diese Betriebe beim Handwerk bleiben oder zu ren Handelskammern fommen. Die Industrie, die zu einem guten Teil aus dem Handwert hervorgegangen und in ihrem jezigen Bejikstande aufgrund der früheren in dem Artikel geschilderten Vorgänge dem Handwerk gegenüber ohnehin stark bevorzugt ist bei einer genauen Nachprüfung würde ein gutes Teil der zu der Industrie gerechneten Betriebe wohl zur Handwerkskammer zurüdmüssen sollte schon aus eigenem Interesse dem Handwerk in der Abgrenzungsfrage auf das weitestgehende entgegenkommen. An einem schwachen und verarmten Handwert, das sich nur aus Kleinbetrieben zusammensetzt, hätte sie teinen zahlungskräftigen Abnehmer für ihre Erzeugnisse, würde auch teine traftvolle Unterstügung in allen den Fragen finden, wo die Interessen des Handwerks und der Industrie identisch jind. Möchte daher bei Gelegenheit der in Ausficht genommenen Novelle zur Gewerbeordnung die Abgren zungsfrage in einem Sinne erledigt werden, der den berechtigten Wünschen des Handwerks entspricht. @ Wochenende. Der Tätigkeitsbericht ist den 2 gangen. Ueber die einzelnen Ne Herren: Dr. Goll( Darmstadt), Här( Gießen), Dr. Reiff Friedber und Dr. Kaifer( Worms). Aus alle leit der Nebenstellen. Direktor Schüttler erstattete über das gewerbliche Unterrichtsw einer Betriebswirtschaftsstelle in G Teit dieses Betriebsforschungsinsti nings- Gießen, und die Errichtu Handwerk und Gewerbe Direktor Nach einem Referat des Syndi Steuerfragen fand folgende Entschli „ Die 32. Vollversammlung der bejhließt: Das Handwert hat ein J Jein einer aktionsfähigen StaatsEs betrachtet indessen den noch heu Staats- und Gemeindezwecke und de mit dem Gesamtertrag des deutsche dauernden Ueberanspannung mit öf jammenbruch der deutschen Wirtscha Boltseinkommens. Die Zeichen ein machen sich bereits in erschreckender Wochenendserholung. heißt die Lojung, die immer mehr auch in Europa Platz zu greifen beginnt. Ein jeder sieht ein, daß das hastende, berufstätige Treiben, vor allem in der Großstadt, am Wochenende der Entspannung bedarf, daß neue Kraft zur Arbeit dadurch gewonnen werden muß, daß der SonnabendNachmittag und der Sonntag der völligen Ruhe und Erholung möglichst in der weiten Natur gehöre. Nur für die Angestellten in offenen Verkaufsstellen scheint pieser Gedankengang nicht richtig zu sein, denn unbekümmert um alle Weekend Bestrebungen arbeitet ein Teil der Ladenbesitzer daran, die Sonntagsarbeit wieder einzuführen oder zu erwei tern. Die angeführten wirtschaftlichen Gründe für eine solche Forderung sind jedoch nicht stichhaltig, führt doch die Sonntags. ruhe in Ladengeschäften im wesentlichen nicht zu einem Unterlassen des Kaufes, sondern lediglich zur zwangsläufigen Berschiebung auf einen anderen Zeitpunkt. Was notwendig ist, wird eben zu anderer Zeit gekauft. Die große Organisation der weiblichen Handels- und Büroangestellten hat daher gegenüber dem dem Reichstag vorliegen. den Antrag auf eine 4ftündige Sonntagsarbeit folgende Ent schließung gefaßt: ..Die am 25. April 1926 im Reichswirtschaftsrat tagenden Körperschaften des VWA, Hauptausschuß, Hauptvorstand und Beirat des Verbandes der weiblichen Handels- und Büro angestellten E. V. wenden sich mit aller Entschiedenheit gegen die Versuche, die Sonntagsruhe zu beseitigen. Sie bedauern, Daẞ. dem Reichstag ein Gesetzentwurf zur Beschlußfassung unterbreitet ist, durch den eine Sonntagsarbeit zugelassen werden soll.. Ans gesundheitlichen, sittlichen und religiösen Gründen haben die Angestellten einen berechtigten Anspruch auf den Sonntag, der frei ist von aller Berufsarbeit Der BWA richtet daher an den Reichstag das dringende Ersuchen, den Antrag Pezold, Bormann u. Genossen Nr. 1800 auf Einführung der Sonntagsarbeit abzulehnen." tag noch nicht gesehen habe. Und die Zigeuner brauchen doch dergleichen zu ihren Quadsalbereien. Deswegen braucht man nichts Schlimmes zu denken." ..Hm, ja, was soll man da sagen?" erwiderte Peter Rig. ..Wie ich jung war, war ich genau so. Da meint man, man hätte zwei Leben zu verleben und könnte eins schon einmal ristieren." Hans Heeger fuhr mit seinem Gespann weiter zur„ Burg" Die Burg" war eine starte Erhöhung, wohl zehn Minuten vom Dorf entfernt. In der Tiefe floß der Erlenbach und trieb etliche Mühlen. Hier sah man so recht, daß Holzhausen aus der Ebene hervorragte. Bon der Burg aber überschaute man erst recht die herrliche Linienführung des Taunus, wie alle Dörfer der Landschaft bis nach Homburg hin, das mit seinen Türmen den Gesichtskreis nach Südwesten begrenzte. Ehe Hans Heeger an seine Arbeit ging, stand er eine Weile still und trant das schöne, stille, sonnbeglänzte Bild in fich hinein. Es erinnerte ihn an die Heimat. „ Das könnte die Sidinger Höhe sein. Genau so, wie der Erlenbach bei Röppern, schneidet der Bliesbach bei unserm Dorf eine Kerbe in den Gebirgszug." Und dann gedachte er der Jungfrau, die er von ganzer Seele liebgewonnen hatte: Wo sie ist, da ist meine Heimat. Wenn wir einmal verheiratet sind und etwas vor uns gebracht haben, dann reijen wir beide heim in die Pfalz. Sie muß mit mir zusammen mal an den Gräbern von Vater und Mutter und der Schwester stehen." Und seine Seele wurde weich in zwiefacher Sehnsucht. Doch Hans war fein gefühlsmäßiger Träumer; fast unwillig schüttelte er die Stimmung der Stunde als unmännlich von sich ab und begab sich an seine Arbeit. Er mußte fich tummeln, nach zwei Stunden wollte die Mutter Bogelsberger heraustommen, und die Pflanzen bringen. In dem geduldigen Schritt bes Pflügers ging er hinter dem langsamen Gespann her, den einen Fuß unten in der Furche, den andern oben auf dem noch nicht umgestürzten Ader, ganz vertieft in sein mühsames Wert. Er jah nicht, wie zwei haßerfüllte Augen aus dem Gebüsch nach ihm starrten. Gibt es einen rachfüchtigeren dag als den, der aus verschmähter Liebe aufsteigt? Wie ein ehernes Stand gierungen, Verwaltungen und Parla die Kraft aufbringen, um in durchg aufgaben und die ganze noch imm zurüdzuführen auf eine nach dem dauernd tragfähige Basis. Es gilt jenen Teilen der Staats- und G Rahmen unserer heutigen Lage von sind und die der freien Entwicklung Lediglich durch solche Maßnahmen ringerung der von der Wirtschaft fentlichen Verwaltung herbeigefü Der Vorsitzende schloß um 5 Uh Lokal Wie man's In der„ neuen" Zeit, und besonde ind wir Deutsche mit Verordnunge j. überschüttet worden. Aber es als ob nun auch jedermann gena ju lassen hat. Insonderheit ist tlarheit, wieviel man- zahlen i tommt's eben auf die Auslegung Tatsache des Relativen überhaup Wie und von welcher Seite her m heit, ein Gegenrärtiges oder ein und muß eben sehr verschieden sein find se verschieden, nach Alter ur wild Lebenserfahrung. Wer Sozia Jahr 1848 oder das Jahr 1918 and die monarchische Tradition über Geschichtsforscher wird den Ereignis Heldentum erfüllt waren, eine Zarathustra! Was hat man ni Johannis hineingeheimnißt! In f bild stand die junge Zigeunerin, a lehnt. Aus der Tiefe ein Rascheln! den Hang empor. Das Mädchen mac zu jein und jedes Geräusch zu verm Kopf neben der Eiche. „ Wenn er zurüdkommt und an Rüden zukehrt, schießt du, hast d Elange. Ist mir zu gefährlich“, sagte io fpringt er mich an, wie der Fuc mit mir." Da zog die Dirne einen D er dich an, so helfe ich dir.- Bist zu rächen, so wirst du nie der Ma Der Bursche warf sich ins G der für sein Gewehr der Stützpun In langjam wiegendem Shri gerichtet, kommt der Pflüger dem Jeht ist er am Wege und dreht sei Ein Schuß zerreißt die Stille. Hans Heeger läßt den Pflug Händen nach der Brust. Entgeiste woher das Mordgeschoß fam, wo Zuge einer diden Eiche emporfrä fliehende Schlange fich windet. Da löst sich von dem Stamm stalt. Die Fäuste hebt sie wied Shrei aus, der nichts Menschliche Höllische Rachgier, satanische „ Mariuschta, Teufelin!" ruj wistlos auf sein Angesicht. Im Weile meiter; wie ein führerlose Die beide und her, dann steht das Gespan Jutter des Acers.Jh weiß nicht," sagte der an der Eidje leer. Michel, die gefomment was, um zu Nr. 24 Sonnabend, den 12. Juni 1912. er Industrie gestoßen. Ich kann dies bedauern. Jit doch die Industrie auf m starken blühenden Handwerk interndlich viel von der Stärkung der Kauf hier sollte man nicht vergessen, bag einen der besten Abnehmer der indu et. Das Blühen und Gedeihen des einem sehr wesentlichen Teile davon enden Betriebe erhalten bleiben. Dies igefrage für das Handwert; will es auf diese Betriebe, die Pionierarbeit rtsbetriebe zu leisten haben, aus denen handwerkerlichen Führer hervorgehen, elt sich hier tatsächlich um eine Lebenshrend die Industrie wie ihre Organi e Handelskammern, taum davon be triebe beim Handwerk bleiben oder zu mmen. Die Industrie, die zu einem ndwerk hervorgegangen und in ihrem rund der früheren in dem Artikel ge1 Handwerk gegenüber ohnehin start her genauen Nachprüfung würde ein Dustrie gerechneten Betriebe wohl zur müssen sollte schon aus eigenem in der Abgrenzungsfrage auf das mmen. An einem schwachen und ver nur aus Kleinbetrieben zusammenungskräftigen Abnehmer für ihre Erkraftvolle Unterstügung in allen den teressen des Handwerts und der Ja hte daher bei Gelegenheit der in Aus e zur Gewerbeordnung die Abgren e erledigt werden, der den bereiten entspricht. 會 Bochenende. heißt die Losung, die immer mehr greifen beginnt. Ein jeder sieht ein ätige Treiben, vor allem in der Groß Entspannung bedarf, daß neue Kraft men werden muß, daß der Sonnabend ntag der völligen Ruhe und Erholung Catur gehöre. Ilten in offenen Verkaufsstellen scheint t richtig zu sein, denn unbekümmert um en arbeitet ein Teil der Ladenbesitzer eit wieder einzuführen oder zu erwei wirtschaftlichen Gründe für eine solche cht stichhaltig, führt doch die Sonntags im wesentlichen nicht zu einem Unter ern lediglich zur zwangsläufigen Ber deren Zeitpunkt. Was notwendig ist, it gekauft. on der weiblichen Handels- und Büre genüber dem dem Reichstag vorliegen ündige Sonntagsarbeit folgende Ent I 1926 im Reichswirtschaftsrat tagender WA, Hauptausschuß, Hauptvorstand und s der weiblichen Handels- und Büro iden sich mit aller Entschiedenheit gegen ntagsruhe zu beseitigen. Sie bedauern n Reichstag ein Gesezentwurf zur Be itet ist, durch den eine Sonntagsarbei i werden soll.... hen, sittlichen und religiösen Gründen n einen berechtigten Anspruch auf der von aller Berufsarbeit.. daher an den Reichstag das dringend Petzold, Bormann u. Genossen Nr. 180 Sonntagsarbeit abzulehnen." habe. Und die Zigeuner brauchen do uadsalbereien. Deswegen braucht mas nfen." man da sagen?" erwiderte Peter Kis rich genau so. Da meint man, man erleben und könnte eins schon einmal it seinem Gespann weiter zur Burg" e starte Erhöhung, wohl zehn Minuter der Tiefe floß der Erlenbach und triel h man ſo recht, daß Holzhausen aus de in der Burg aber überschaute man en nführung des Taunus, wie alle Dörfe Homburg hin, das mit seinen Türmes Südwesten begrenzte. n seine Arbeit ging, stand er eine Weil ne, stille, sonnbeglänzte Bild in sich n an die Heimat. dinger Höhe sein. Genau so, wie de schneidet der Bliesbach bei unsern Gebirgszug." er der Jungfrau, die er von ganze te:„, Wo sie ist, da ist meine Heimat iratet sind und etwas vor uns gebrad beide heim in die Pfalz. Sie muß mi Den Gräbern von Vater und Mutter un irde weich in zwiefacher Sehnsucht. под 1 gefühlsmäßiger Träumer; fajt unwillig ung der Stunde als unmännlich von ſid ine Arbeit. Er mußte sich tummeln, Die Mutter Bogelsberger herauskommen ngen. In dem geduldigen Schritt de r dem langsamen Gespann her, den eine che, den andern oben auf dem noch nich 13 vertieft in ſein mühsames Wert. zwei haßerfüllte Augen aus dem Gebü Gibt es einen rachfüchtigeren Haß als de ebe aufsteigt?- Wie ein ehernes Stam 32. Sigung der Handwerkskammer für Hessen.| In Darmstadt tagte am Dienstag die 32. Vollversammlung der Hessischen Handwerkstammer. Vorfizzender Noh1 begrüßte Die Erschienenen und wies auf die große Notlage des Hand: werferstandes hin. Die Kreditbeschaffung bereite große Gorgen. Gm abgelaufenen Jahr wurden sechs Handwerkskammer- RebenBellen errichtet, die sich bereits bewährt haben. Redner besprach den Voranschlag und dankte dem Minifterium des Innern, ins besondere dem anwesenden Staatsfommissar, Ministerialrat echler für stetes Entgegenkommen. Dem verstorbenen Rammermitglied Schreinermeister Heil, Fränkisch Crumbach, wird ein ehrenvoller Nachruf gewidmet. Der Tätigkeitsbericht ist den Delegierten im Drud zuge gangen. Ueber die einzelnen Rebenstellen berichteten die Herren: Dr. Goll( Darmstadt), Dr. Höhlbaum( Offenbach), Röhr( Gießen), Dr. Reiff( Friedberg), Dr. Edhwant( Mainz) und Dr. Kaiser( Worms). Aus allen Berichten sprach die Nüglichkeit der Nebenstellen. Direktor Schüttler erstattete ein ausführliches Referat über das gewerbliche Unterrichtswesen. Ueber die Errichtung einer Betriebswirtschaftsstelle in Gießen und die ArbeitstätigTeit dieses Betriebsforschungsinstituts, referierte Dr. Bün= nings- Gießen, und die Errichtung eines Schiedsgerichts für Sandwert und Gewerbe Direktor Schüttler. Nach einem Referat des Syndikus Dr. Lindemann über Steuerfragen fand folgende Entschließung Annahme: „ Die 32. Vollversammlung der hessischen Handwerkskammer beschließt: Das Handwerk hat ein Interesse an dem Vorhandenjein einer attionsfähigen Staats- und Gemeindeverwaltung. Es betrachtet indessen den noch heute bestehenden Umfang der Staats- und Gemeindezwede und deren Kosten als unvereinbar mit dem Gesamtertrag des deutschen Volkes. Die Folge einer bauernden Ueberanipannung mit öffentlichen Lasten ist der Zujammenbruch der deutschen Wirtschaft und damit die Quelle des Bolfseinkommens. Die Zeichen eines solchen Zusammenbruchs machen sich bereits in erschreckendem Umfang bemerkbar. Regierungen, Verwaltungen und Parlamente müssen den Mut und die Kraft aufbringen, um in durchgreifendem Maße die Staatsaufgaben und die ganze noch immer aufgeblähte Verwaltung zurückzuführen auf eine nach dem Zustand der Wirtschaft bauernd tragfähige Basis. Es gilt eine Entäußerung von allen jenen Teilen der Staats- und Gemeindeverwaltung, die im Rahmen unserer heutigen Lage von nicht absoluter Dringlichkeit sind und die der freien Entwidlung überlassen werden müssen. Lediglich durch solche Maßnahmen kann eine ausreichende Verringerung der von der Wirtschaft aufzubringenden Lasten der öffentlichen Verwaltung herbeigeführt werden. Der Borsitzende schloß um 5 Uhr die Sigung. Lokales. Wie man's auslegt. In der„ neuen Zeit, und besonders in den allerletzten Jahren jind wir Deutsche mit Verordnungen, Bestimmungen, Gesetzen usw. überschüttet worden. Aber es steht deshalb noch nicht so, als ob nun auch jedermann genau wüßte, was er zu tun und zu lassen hat. Insonderheit ist manchmal weitgehende Unflarheit, wieviel man zahlen muß. In gar vielen Fällen tommt's eben auf die Auslegung an. Trösten wir uns mit der Tatsache des Relativen überhaupt! Das ist nun einmal so. Wie und von welcher Seite her man ein Ding, eine Begebenheit, ein Gegenrärtiges oder ein Gewesenes ansieht, das kann und muß eben sehr verschieden sein, denn die Menschen selber find se verschieden, nach Alter und Bildung, Weltanschauurg und Lebenserfahrung. Wer Eojialist sein will, der wird das Jahr 1848 oder das Jahr 1918 anders beurteilen als einer, dem die monarchische Tradition über olles geht. Ein pazifistischer Geschichtsforscher wird den Ereignissen, die von Waffenlärm und Heldentum erfüllt waren, eine andere Darstellung widmen Zarathustra! Was hat man nicht alles in die Offenbarung Johannis hineingeheimnißt! In seinen Lebenserinerungen erbild stand die junge Zigeunerin, an den Stamm einer Eiche ge= lehnt. Aus der Tiefe ein Rascheln! Ein brauner Bursche hastete den Hang empor. Das Mädchen machte ihm ein Zeichen, vorsichtig zu sein und jedes Geräusch zu vermeiden. Jetzt war der schwarze Kopf neben der Eiche. ,, Wenn er zurüdtommt und am Wege umkehrt und uns den Rüden zukehrt, schießt du, hast du verstanden," zischelte die Schlange. ..Ist mir zu gefährlich", sagte der Bursche. Fehle ich ihn, so springt er mich an, wie der Fuchs den Hasen, und es ist vorbei mit mir." Da zog die Dirne einen Dolch aus dem Hüfttuch:„ Fällt er dich an, so helfe ich dir. Bist du zu feig, deinen Hauptmann zu rächen, so wirst du nie der Mann der Häuptlingstochter." Der Bursche warf sich ins Gras, legte einen Stein zurecht, der für sein Gewehr der Stüßpunkt wurde, und wartete. In langsam wiegendem Schritt, die Augen auf den Boden gerichtet, kommt der Pflüger dem Hinterhalt näher und näher. Jetzt ist er am Wege und dreht sein Gespann um. Ein Schuß zerreißt die Stille. Hans Heeger läßt den Pflug los und greift mit beiden Händen nach der Brust. Entgeistert starrt er nach dem Gebüsch, woher das Mordgeschoß tam, wo noch ein graues Wölflein am Fuße einer dicken Eiche emporträufelt, und wo am Boden eine fliehende Schlange sich windet. Da löst sich von dem Stamm des Baumes eine Frauengestalt. Die Fäuste hebt sie wieder das Opfer und stößt einen Schrei aus, der nichts Menschliches mehr an sich hat. Höllische Rachgier, satanischer Triumph! ,, Mariuschka, Teufelin!" ruft Hans Heeger und stürzt bewußtlos auf sein Angesicht. Im nächsten Augenblick ist der Plaz an der Eiche leer. Die beiden Zugtiere schreiten noch eine Weile weiter; wie ein führerloses Schiff schwankt der Pflug hin und her, dann steht das Gespann still und rupft das spärliche Futter des Ackers. Ich weiß nicht," sagte der Freimundsmüller zu Sybille Michel, die gekommen war, um zu fragen, ob ihr Korn gemahlen ,, Gießener Zeitung" zählte Ludw. Richter gar vergnüglich, wie ein armer, heftischer Schuhslider den Leuten ganz ernsthaft darzulegen wußte, daß in diesem letzten Buche der Bibel sogar der Name des Kaisers Napoleon enthalten oder vorausgejagt sei.. Es gibt über moderne Bilder, Gedichte, Tonwerte, bei denen man sich das Entgegengesetteste denten kann. Eine ideale Sache ist das gerade nicht. Aber man wird sich halt damit abfinden müssen, daß nicht zuletzt die Geschmadsurteile bei der Betrachtung von tünstlerischen Dingen eine beträchtliche Rolle spielen, und über die sehr verschiedenen Geschmäder läßt sich bekanntermaßen faum streiten. Uebel ist es, wenn jemand eine flare Pflicht, ein unbe dingtes ethisches Soll, solange dreht und wendet, bis die umge= tehrte Deutung herausspringt. Diese Art Umwertung hat für viele etwas Bequemes und Lodendes. Sie entspricht aber nicht der deutschen Wahrhaftigkeit. Und es ist gut, da schließlich doch eine bessere, eine gewissenhaftere Stimme Einspruch erhebt Gießener Flugveranstaltung am 9. Juni. Auf dem Gießener Flughafen. Der Luftverkehr und die Flugverwaltungen, die sich immer neue Freunde erwerben, und durch das Ergebnis der Pariser Luftfahrtverhandlungen, welches leider in seinen genauen Einzelheiten immer nach der Oeffentlichkeit vorenthalten wird, in neue Stadien getreten sind, leiden in diesem Jahre unter der überaus schlechten Witterung. Nicht etwa, daß man bei diesem schlechten Wetter nicht fliegen tönnte. Schlechtes Wetter hatte auch die Gesellschaft für deutsches Flugwesen m. b. H. Berlin veranlaßt, ihre Veranstaltung auf Mittwoch, abends 6 Uhr, zu verschieben. Hunderte unserer Stadt zogen hinaus zum Flughafen, doch Tausende hätten es sein können, um die Künstler der Luft in ihren schwierigsten Kunststüden zu bewundern. Durch ein Geschwaderkunstflug der Flugzeuge„ Here" Gröbedintel, Teufel"- Haal und ,, Baby", Peschte begann das wirklich erstklassige Luftschauspiel. Sodan zeigt sich Gröbedinkel, Haal und Schuster auf ,, Schorehl" im Zielabwerfen mit martierten Postbeuteln. Waghalsige Vorführungen vollbrachte Gröbedinkel mit seiner„ Here" und es der ganzen Geschidlichkeit, Geistesgegenwart und Energie des Piloten bedurfte, um seine Maschine im Absturz wieder aufzufangen. Während dessen wurde den Zuschauern TrumpfSchokolade als„ süße Ueberraschung" abgeworfen. Besonders der Fallschirmabsprung des Fallschirmpiloten und Rekordspringers Ernst Streit gelang vorzüglich und aus einer Höhe von ca. 400 Meter ausgeführt. Ein interessantes Luftringen zwischen Haal und Gröbedinkel mit einer Ballonsverfolgungsjagd waren gute Abwechslung. Der bekannte und ebenso sichere als waghalsige Flugzeugpilot Saal pollbrachte in schneidigen, allergrößte Gewandtheit erfordernde Spiralfliegen Loogings und Trudeln, dem waghalsigen Ueberschlagen des Flugzeuges und dem jähen nervenerregenden Absturz und freudig wurde der Pilot bei seiner Landung begrüßt. Passagierflüge gab vielen Besuchern Gelegenheit, unsere Heimat aus den Lüften zu schauen. Direktor O. Glaeser kann stolz auf dieses nur zeigendes Geschwader sein. Im Flugzeug über Gießen und seiner Umgebung. Alle Vorbereitungen zum Flug sind beendet. Pilot Hauptmann a. D. G..... hat seine Here" noch einmal geprüft. Ich nehme bei ihm Play. Der Propeller wird in Bewegung ge= bracht. Langsam, majestätisch erhebt sich der Apparat und neben dem Gurren des Propellers umfängt mich eine seltsame Stille. Es ist schon später Nachmittag. Unter uns glänzen zwei blaue Bänder, die Wieseck und die Lahn. Dazwischen breitet sich ein hübsches gartenartiges Gelände aus. Ueber die Lahn geht es, und als ein großer und runder Wald hebt sich der Dünsberg ab. Das Flugzeug fliegt in einer Höhe von über 1000 Meter. Jetzt erblide ich unter uns Dorf und Burg Gleiberg, von letzterer der Turm als ein Wahrzeichen alter, vergangener Zeiten hinaufragend. Das Panorama ist wunderschön. Das Flugzeug fällt sei ,,, was der Nero den ganzen Mittag hat. Er zerrt an der Kette und macht einen Lärm, daß. man's nicht aushalten kann. Zweimal habe ich ihn schon verprügelt, aber die Kreatur ist rein verrückt und gibt keine Ruhe. Wäre es Nachtzeit, so könnte 1an an Spitzbuben denken, die in der Nähe sind." Im selben Augenblic erscholl oben von der Burg ein Schuß. Der Freimundsmüller fuhr zusammen: ,, Mein Gott im Himmel, was soll das bedeuten?" Sybille aber sprach, am ganzen Leibe zitternd: ,, Der Geselle von meinem Paten adert, wie mir von Kizens Peter gesagt worden ist, oben an der Burg. Ob ihm der Schuß gegolten hat?" ,, Wir müssen mal sogleich vigilieren, aber den Nero machen wir von der Kette los und nehmen ihn mit." Der Hund war ein mächtiges Tier; ihn von der Kette frei zu machen, tostete einige Mühe, weil er voller Hast und Unrast war. Raum aber war der Fessel gefallen, so lief er bachaufwärts dem Gebirge zu, Sein wütendes Getläff erfüllte das ganze Tal. Dann verstummte es, statt dessen hörte man wildes Wehgeschrei einer Männerstimme. Da ließ der Müller einen lauten Pfiff auf den Fingern ertönen, gehorsam tehrte der Hund zurüd, im Maul einen Gewandsetzen. Er umsprang seinen Herrn und bellte, als wollte er sagen: ,, Warum hast du mich zurüdgerufen, mein Herr? Ich hatte ja eben erst angefangen, den Halunten zu rütteln und zu reißen." Saftig stieg der Müller und das Mädchen den steilen Pfad empor, der zur Burg führte. Der Hund lief voraus. Plöglich stieß er ein Klagegeheul aus. Jetzt waren die beiden auf der Höhe angekommen, jahen ein herrenloses Gespann und neben dem heulenden Hund am Boden eine Mannesgestalt. DOTQUS. Einen gellen Schrei stieß Sybille aus und flog dem Müller Gie tniete neben dem Verwundeten nieder:„ Hans, um Gottes willen, lebst du noch, ach, stirb mir nicht!" Der Müller fam heran, behutsam wurde der Verwundete umgedreht und auf den Rüden gelegt. Dabei stöhnte er, daß es dem Mädchen durch Mark und Bein ging., Nach einer Weile öffnete er die Augen, und als er Sybille jah, lächelte er und tredte ihr mit einer schwachen Bewegung die Hand entgegen. | Mr. 24 einige hundert Meter und nähert sich Heuchelheim, Klein- Linden, Gießen. Ich habe Gießen von der„ Schönen Aussicht", dem Gleibergturm, dem Trieb bewundern können, aber noch nie war ich so ergriffen von der herrlichen Lage und Freundlichkeit unserer Stadt, die 150 Meter unter uns lag. Der Apparat flog so niedrig. baj ich alle Einzelheiten genau erkennen fonnte. Es ist eine eigenartige Zusammenwirkung von den fast in gleichen Abstän ben ragenden drei Kirchen, den Kasernen, Universitätsgebäuden. von strengen Fabriken, lustigen Villen und wohlgepflegten Gär. ten. Dieses Bild wird noch in seinem Reize erhöht durch die blaue Flut der Lahn und Wiesed und die in der Ferne winkenden Hügel und Berge, und fügen das Ganze zu einem reizvollen Bilde seltenen Farbenwechsels zusammen, das damit eine unermeßliche Erinnerung an einen solchen Flug hinterläßt. R.jr. Achter Hessischer Schlossermeister Verbandstag. Der 8. Hessische Schlossermeister Verbandstag fand am 5, und 6. Juni in Gießen statt. Die Tagung stand unter der Leitung des Verbandsvorsitzenden, Schlossermeister Heinzerling Darmstadt. Als Vertreter der Regierung begrüßte Ministerialrat Dr. Wagner Darmstadt die Erschienenen, für die Handwerksfammer sprach Bauunternehmer Beder- Gießen und für den Ortsgewerbeverein Gießen dessen Vorsitzender, Oberstudienrat Prof. Dr. Krausmüller Gießen. Als Vertreter des hessischen Hochbauamts Gießen war Regierungsbaurat Berth erschienen. Den Geschäftsbericht erstattete Schriftführer Schwörer- Darmstadt. Die Rechnungsablage erfolgte durch den Verbandsrechner Schlossermeister Geyer aus Darmstadt. In Anbetracht der hohen Steuern und Abgaben, die heute auf dem gesamten Handwerk lasten, wurde beschlossen, den Verbandsbeitrag für das kommende Jahr um 1 Mart zu ermäßigen. Direktor Weiler von der Volksbank in Darmstadt hielt einen Vortrag über„ Die Kreditgenossenschaft und ihre Bedeutung für das Handwerk". Er ging auf die hohe Bedeutung des Genossenschaftswesens für das Handwerk ein, insbesondere auch in der Kreditbeschaffung. Er wünscht besseres Hand- in- Hand Arbeiten der Handwerker und ihrer Organisation mit der Volksbank, wie das z. B. in Darmstadt in vorbildlicher Weise der Fall sei. Alsdann sprach Syndikus Röhr- Gießen über„ Einrichtung und Ziele der Handwerkskammer- Nebenstellen". Die Handwerkskammer- Nebenstellen, die sogenannten Handwerksämter, die vor wenigen Monaten für ganz Hessen eingerichtet wurden, sind Beratungsstellen für den Handwerker und den Verkehr zwischen dem Handwerker und den verschiedenen staatlichen und kommunalen Behörden vermitteln. * Hessisches Polizeiamt. Das Polizeiamt verweist auf die Bekanntmachung des Kreisamts Gießen vom 15. Mai 1926 betreffend Ausführung des Urkundenstempelgesetzes; hin: die Stempelpflicht der Fußballwettspiele usw. zur genauesten Beachtung. Die Polizeibeamten sind zur strengen Ueberwachung angewiesen. * Amtsgericht. Das Konturs- Verfahren über das Vermögen des Vichhändlers Berthold Berlin in Beuern ist durch angenommenen Zwangsvergleich aufgehoben. # Festnahme eines Schwindlers. Der 30 Jahre alte Kaufmann Adam Schmidt, hier geboren, zuletzt in Offenbach und Obertshausen tätig bezw. wohnhaft, hat sich zu verschiedenen Firmen begeben und unter der Vorgabe, daß er mit den Firmen Opel und Benz Beziehungen unterhalte und dafür Rauchmaterial benötige, solches erschwindelt. Er erbeutete Rauchwaren und auch in einem Falle Geld. * Verbotener Film. Die Rheinlandkommission hat nach einem Beschluß vom 4. Juni den Film„ Deutsche Herzen am deutschen Rhein" für das besegte Gebiet verboten. Suppen für Saucen das Kraftmehi Gemüse Maizena Sybille ergriff sie, drückte sie trampshaft und fragte: Sans, hast du Schmerzen?" Sie merkte es gar nicht, daß sie von dem fremden ,, Jhr" zu dem vertrauten ,, Du" übergegangen war. Hans schüttelte leise das Haupt. Der Müller aber, ein umsichtiger Mann, sagte jetzt: ,, Am besten bleibt er ganz ruhig liegen und regt sich nicht. Du aber, Sybille, läufft ins Dorf; du haft flinkere Beine als ich, und schidst vier Männer mit einer Tragbahre heraus. Wenn aber der Schreinerfriz teine hat, so nehmt ihr eine Wagenleiter, legt aber Bettzeug drauf, damit er nicht so hart liegt. Und ein geschwinder Bote muß nach Homburg; nein, das brauchst du nicht zu bestellen, ich laufe zur Mühle hinunter und schide den Knecht zu Pferde zum Herrn Hofmeditus. Der kann in knapp zwei Stunden da sein. Ich bringe dem Hans dann sogleich eine Dede mit und einen Schluck Wein. Du aber richtest beim Meister Vogelsberger die Bettstatt." Sybille warf Hans einen flehenden Blick zu, als wollte sie sagen ,,, gelt, du bleibst mir am Leben," dann flog sie wie ein Pfeil davon. Als die Männer mit der Tragbahre tamen, jaßen der Müller und seine Frau neben Hans. Mit großer Geschicklichkeit hatten sie eine Pferdedede unter ihm hergezogen, damit er nicht mehr auf dem feuchten Boden lag. Go fonnte man ihn nun mittels dieser Dede auf die Tragbahre heben. Behutsam schritten die Männer dem Dorfe zu. Dort hatte die Kunde des Mordanfalls wie mit Windeseile sich verbreitet. Eine beträchtliche Menschenmenge umstand das Haus Vogelsbergers. Neugier war es, gewiß aber auch herzliche Teilnahme. ..Ihr könnt mir glauben," jagte der Feldschütz Jakob Faage, ,, das hat niemand anders denn ein Zigeuner getan." Ja, ja", pflichtete seine Frau bei ,,, er muß nun büßen und dafür leiden, daß er Holzhausen damals gewarnt hat." Jetzt tiefe Stille, nur flüsternde Aeußerungen des Bedauerns, bis der Zug im Hause des Schuhmachermeisters verschwunden ist. Dann aber geht ein lebhafter Austausch der ver( Fortjegung folgt.) fchiedenartigsten Beobachtungen los. Sonnabend, den 12. Juni 1926. Aus Nah und Fern. Butzbach. Zum Kaffeoberinspeltor bei der Zellenftrafanstalt wurde Kasseinspektor Karl Eldracher ernannt. Büdingen. Der am hiesigen Forstamt tätige Ranzlift Robert Kraft aus Bleichenbach ist mit Wirkung vom 1. Juni 1926 zum Kanzleigehilfen ernannt worden. Mainz. In den legten Tagen ist das Wasser des Rheins start gestiegen. Nach Meldungen vom Oberrhein ist jedoch zu hoffen, daß Hochwasser nicht eintritt. Bingen. Lekten Sonntag fand trog Regens der große historische Festzug statt. Leitidee des Festzuges war Hans Sachsens Mahnruf aus den Meistersingern: Ehret Eure deutschen Meister, dann bannt 3hr gute Geister! Abends brachten Studierende des Technikums dem Minister v. Brentano einen Fadelzug. Auf eine Ansprache des Ministers erwiderte ein Studierender, worauf die große Menschenmenge unter Mufitbegleitung das Deutschlandlied jang. Frankfurt a. M. Der hessische evangelische Pfarrverein hielt hier seine sehr gut besuchte Hauptversammlung ab. Sie wurde von Pfarrer C. Fritsch- Frei- Laubersheim eröffnet; dann gab der Vorsitzende D. Jaudt- Blanig, den Bericht über das abgelaufene Vereinsjahr, das lebhafte Betätigung des Vorstandes und Vereins aufwies. Die Mitglieder- Anzahl ist 448. Delan a. D. Röschen, und D. Joh. Fritsch Ruppertsburg legten über Rechnung und das Kirchenblatt günftig lautende Rechenschaft ab. Defan Gußmann hielt einen Vortrag über Theologenmangel. Professor D. Frid und Oberkirchenrat Wagner gaben gute Ergänzung. Hanau, 11. 6. Das in prachtvoller Gegend gelegene Schloß Gettenbach im Kreise Gelnhausen ist von dessen Eigentümer an den preußischen Staat verpachtet worden. Jubiläumstagung. Die Reichsbundtagung der deutschen Konditoren hatte in den Tagen vom 7. bis 10. Juni an 2000 Mitglieder des Deut schen Konditorenbundes( Reichsverband selbst. Konditoren), Gig Berlin, mit ihren Damen in Düsseldorf zusammengeführt. In eingehenden Beratungen wurden alle Berufs- und Standesfragen erörtert und man einigte auf Entschließungen über die Hauptforderungen des Gewerbes. Die Haupttagung am Donnerstag galt gleichzeitig der Feier des zehnjährigen Jubiläums des Bundes. Berantwortlich: Christian Klein in Gießen. Steinholz Gießener Zeitung" Aus der Stadt der Deutschen Kampfspiele. Nr. 24. 39. Jahrg Gi Desinger Man muß auf der Hängebrüde gestanden haben oder auf der Deuter Seite zwischen der Hängebrüde und der Hohenzollernbrüde, wenn man Köln gesehen haben will. Das Bild wird niemand so leicht vergessen. Mag er Künstler sein oder Arbeiter, Gelehrter oder Bauer; die Sonne mag scheinen oder der Mond. Rebel mögen den Dom verschleiern oder der Abend jeinen Mantel über die Stadt breiten, im Sommer und im Winter, immer wird das Bild mächtig und einprägsam auf jeden wirken. Unten die ruhige Horizontale des breit und ohne Haft hinfließenden Rheines, drüben himmelhochjauchzend die Vertitale des Domes. Und dazwischen vermittelnd, und ausgleichend, die Türme von St. Martin und vom Rathaus, beide ernst und fest dreinschauend wie würdige Ratsherren, die dem Spiel der Domtürme in den Lüften nicht sehr zugetan sind. Aber diesen Ernst wieder mildern die lustigen, spikengiebeligen Häuschen am Rhein entlang, mit den freundlichen Geranien an den Fenstern, die höchstens einmal Hochwassergefahr veranlassen fann, jorgenvoller dreinzuschauen. Manches Mal hat ihnen der ist der beste Fussboden, dauerhaft, fugenlos, fusswarm, schwamm- u. feuersicher wasserundurchlässig, kann auf Beton, alte Dielen, Sandsteinplatten, Treppenstufen usw.verlegt werden. Eignet sich für Wohnungen, Bureaus, Fabrikräume, Schulen usw. Steinholz- Estrich ist die beste fugenlose Unterlage für Linoleum, Parkett, Teppiche usw. ist fusswarm, schalldämpfend, nagelbar, unendpfindlich geg. Möbeleindrücke Aufträge, auch Reparaturen, werden schnell und sachgemäss ausgeführt. Prospekte und Kostenvoranschläge stehen kostenlos zur Verfügung. G. Hess. Steinholz- u. Estrichfabrik f Telephon 1288 GIESSEN Erholungsuchende finden in einem Pfarrhaus in Oberhessen in b. H. 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Und wie schön ist's abends wenn die hellerleuchteten, eleganten weißen Dampfer der Köln Düsseldorfer, die Reichsflagge am Heck, mit fröhlichen, fingenden Menschen. zurückkehren vom Drachenfels oder von Rolandsed! Und wenn die Köln- Bonner Straßenbahn, einem schwebenden Lichtpalaste gleich, am Rheine dahingleitet und eine Fülle von Gold auf die tanzenden Wellen streut. Reise ohne Bargeld mit dem REISEKREDITBRIEF der Bezirkssparkasse Giessen -+ Jbr Bruch- wird immer Federbruchband Einheirat in Fabrik! Drucksachen Albin Klein Geberbrud band oder Gummiband tragen. Durch folche Bänder walbreicher, ruhiger Gegend von Mai bis Hübsche Fabrikantentochter, 22 Jahre alt, September angenehmen Sommeraufenthalt. Pensionspreis 4.- Mr. Anfragen unter Ew. 34 an die Geschäftsstelle dieses Blattes. 250000.- Barvermög. wünscht solid. strebs. Ehegatten auch ohne Vermögen durch Fr. Sander, Berlin C. 25. Buchen- Holz 2 m geschnitten liefert frei Giessen Fr. Weber, Kesselbach. 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Man mus ihnen sagen, ihnen al lich geblendet, die aufs gewissenlos daß der sozialistisch- kommunistische R le, villige Enteignung fordert, Ve Eholle, Ausplünderung bis aufs le Recht und Fürsten Unter diesem Titel veröffentlicht wife einen auch als Sonderdruck vo in 28, 30, Geisbergstr. 2) erhältliche „ Kafshäuser", dem amtlichen Orga „ Kyffhäuser" und der ihm angeschlos affer weist darauf hin, daß die bo willige Enteignung der deutschen Fü ein politisches Fahrwasser gela parteipolitischer Gegensätze schließt ganisation schon mit Rücksicht auf siefen Kampf einzumischen. Auf der euch die Kriegervereine nicht an die ie hat in einem hohen Grade das inden unseres Volkes verwirrt, so dingt am Blaze ist, wollen wir nich lagen des Rechtsstaates, zu denen au in Einklang mit der Verfassung b erschüttert werden und wir einem 3 je nach den vorherrschenden Instin beugt und uns damit bolschewistischen Den Begriff des Rechtes als des vor Etaates zu schügen, wie es einst Fri muh jedem echten Staatsbürger ei Nach eingehender Behandlung des Asen, kulturellen und moralischen Berfasser nochmals aus, daß in dem 2 Rönigshaus im Oftober 1925 mit bereits abgeschlossen hat, das König verzichtet hat, die für den Staat vo Die auf Theater, Museen, auf den auf Landbesitz, auf städtische Grunds gegenstände und Schloßinventar, au bare Rentenansprüche. Unter diese überlassenen Besitz befindet sich ein g Los freien Privateigentums. Wer i Der letzten Jahre in einer freiwillige olchen Ausmaß von 83 Prozent sein jehändigt? Somit tommt der Verf bolshewistische Methode der entschä burch gewisse auf die Massen wirk gemacht, mit dazu beitragen soll, reitend zu zerstören und für die We Wer sich also für den Voltsentschei Beltrevolution vorbereiten. 食 * Sind die Eisenbahn Erklärung des Eisenb An einige lintstehende B verband der Eisenbahner Deu bayern, eine Zuschrift gerichtet, Das Lokomotivpersonal hatte nach den eigenen Angaben don morgens 25 Uhr an Dienst. ich 10 Uhr 15 abends, also na Günftig geredmet, ergibt sich be ing eine Dienstpause von sechs Für das heim