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Dr. Wiedfeld litt seit längerer Zeit an Blutzersegung. Wiedfeld war 1871 in Thüringen geboren. Jurist, Kom munaldienst, Reichsministerium des Innern, Südmandschurische Eisenbahn, 1919 Kruppdirektor, 1922 Botschafter in Washington, dann wieder Krupp. Dies die äußeren Etappen seines Lebens. * Reichskanzler a. D. Luther ist vom Reich in den Reichsbahn- Verwaltungsrat berufen worden. Mit dieser Wahl ist die preußische Regierung nicht einverstanden und hat beim Reich Einspruch erhoben. * Zum Zusammenschluß aller nationalen Kreise und zweds Schaffung eines einheitlichen Rechtsblod ruft nunmehr auch die Fraktion der preußischen Arbeitsgemeinschaft im Reichsrat auf. Der Aufruf ist von den beiden Politikern Dr. Jarres und von Gayle unterschrieben. * Die 24- Stundenzeit will nun auch die deutsche Reichsbahn einführen. In mehreren anderen Ländern richtet man sich schon danach. Gnadengesuch für die Bernkasteler Winzer. Neustadt a. d. H. Namens des Weinbauvereins der Pfalz hat dessen zweiter Vorsitzender an den Reichspräsidenten von Hindenburg ein Gnadengesuch für die verurteilten Winzer von Bernkastel gerichtet. In dem Gesuch wird darauf hingewiesen, daß das Gericht, der Generalstaatsanwalt und die Verteidigung in seltener Einmütigkeit wärmstes Verstehen und Mitempfinden für die Angeklagten gezeigt hätten, die in der Verzweiflung sich zu der Tat in Bernkastel hätten hinreißen lassen. Die pfälzische Winzerschaft bittet daher den Reichspräsidenten eindringlichst, die Begnadigung der Moselwinzer zu erwägen. Die Aufhebung des Sichtvermerkes. Deutsche Abkommen mit Desterreich, Holland, Dänemark, Belgien und der Schweiz. Verhandlungen mit England, Italien, Schweden und anderen Staaten. Nachdem es der deutschene Regierung gelungen ist, mit mehreren Ländern und zwar mit Oesterreich, Holland, der Schweiz und Dänemark die Aufhebung des Sichtvermerkes, ein Ueberbleibsel der Kriegszeiten, durchzusetzen, ist das Auswärtige Amt nunmehr an weitere Staaten mit dem gleichen Ersuchen herangetreten. Wie man erfährt, sind derartige Vorschläge jetzt an Spanien, an die südafrikanische Union, die Türkei, die Tschechoslowakei, Schweden, Norwegen und an Italien gemacht worden. Die meisten dieser Länder dürften grundsätzlich zu dem Abbau des Sichtvermerkes bereit sein. Spanien und die südafrikanische Union haben freilich noch gewisse Bedenken, die in der Einwanderung unerwünschter politischer Persönlichkeiten begründet find. Bei den Verhandlungen mit Italien ist die Paßfrage mil denen des Aufenthaliszechies und der Aufenth.itsgebühr ver bunden. Auf der letzten Genfer Paßkonferenz haben auch die englischen Vertreter, sowie die Vertreter Lettlands und Litauens den Wunsch zu erkennen gegeben, mit der deutschen Regierung über den Abbau des Sichtvermerfes zu verhandeln. Auf englischer Seite wünscht man zwar die Landungskontrolle beizube= halten, doch würde der Abbau des Sichvermerkzwanges für den Reisenden schon eine Erleichterung bedeuten. Ob es möglich ist, den lettländischen und litauischen Wünschen entgegenzukommen, wird zur Zeit noch erwogen. Drud, Verlag und Expedition: Gießen, Südanlage 21 Fernsprecher Nr. 1362 Postscheckkonto Nr. 8437 Amt Frankfurt a. M. mit dem„ Eisernen Kreuz" gezierten Platte von etwa 40ma160 Zentimeter Größe aufgestellt und die Gräber mit niedrigen, nicht wuchernden Pflanzen und Blumen geschmüdt werden. Bei der Anlage von Krieger- Friedhöfen soll zur Erzielung eines militärisch einfachen und würdigen Gesamteindrudes Einheitlichkeit erstrebt werden. Die französischen Zugeständnisse erstreden sich auf die Ausschmüdung einzelner Gräber durch Angehörige, wie auch die Ausgestaltung großer Friedhöfe und Friedhofsteile dura) Vereine, den Volksbund oder ähnliche private Unternehmungen und haben zur Voraussetzung, daß die dahingehenden Anträge durch das Zentralnachweisamt für Kriegsverluste und Kriegergräber, Spandau b. Berlin, dem französischen Pensions- Ministerium gesamelt zur Genehmigung vorgelegt werden. Zur Niederlegung von Kranz- und Blumenspenden, wie zur Aufnahme von Lichtbildern der Gräber durch Ortsansässige ist keine Genehmigung erforderlich. Die Inanspruchnahme der Friedhofwärter hierfür ist nicht gestattet." In diesem Rahmen ist dieser Tage in Aachen auch ein Abkommen mit Belgien geschlossen worden. Der Vertrag, der zum 1. August in Kraft treten soll, erklärt auf deutscher Seite einen Geländestreifen von 15 Kilometer, auf belgischer Seite die Kreise Eupen, Malmedy und das ehemalige preußische neutrale Moresnet zum Grenzgebiet. Die Bewohner dieser Grenzgebiete können gegen Erlegung einer Gebühr von 0,50 Rmf. oder 1 Goldfranken eine bis zu zwei Jahren gültige Grenzkarte erhalten, die beliebig häufig zu einem Aufenthalt von jeweils sechs Tagen in andern Grenzgebieten berechtigt. Die Verhand Jungen über Erleichterungen im Zollgrenzverlehr sind noch nicht abgeschlossen, aber soweit gefördert, daß voraussichtlich nac) Ablauf der jetzt vorgesehenen furzen Vertagung ebenfalls zur Unterzeichnung des Abkommens geschritten werden kann. Die deutschen Militärfriedhöfe in Frankreich. Der preußische Kultusminister hat auf eine deutschnationale Anfrage über Bernachlässigung der deutschen Kriegergräber in Frankreich eine Antwort erteilt, in der es u. a. heißt: ,, Nach der Auskunft der zuständigen Reichsstellen hat sich das französische Pensions- Ministerium auf Grund erneuter Verhandlungen damit einverstanden erklärt, daß auf den deutschen Militärfriedhöfen in Frankreich als Ersatz für die Holzkreuze auf den Gräbern steinerne Grabzeichen in Form einer schrägliegenden, ,, Es ist keine Schande, Deutsch zu sprechen.. Wahrhaftig, kein Deutscher braucht sich seiner Muttersprache zu schämen und sie ängstlich zu verstecken. Und doch beeilen sich Tausende biederer Deutscher, die zum Beispiel über die Grenze des Nachbarlandes reisen, schleunigst die deutsche Sprache zu ver= leugnen und mit den Fremden in deren Sprache zu sprechen, besser: zu radebrechen. Dabei ist das in den Grenzgebieten gar nicht nötig, da man dort überall mit Deutsch gut austommt. Zudem: Wenn die Fremden vom Deutschen Vorteile haben, mögen sie sich bemühen, mit uns Deutsch zu reden. Wie es in goldener Rüdsichtslosigkeit der Engländer macht. Manchmal indessen macht man eine sehr herzerfrischende Erfahrung, wie ein Deutscher energisch seine Sprache verteidigt dem Fremden gegenüber. Saß ich da Anfang Juni ds. Js. im früheren„ Ratskeller" zu Trient, das die Italiener jetzt Trento„ nennen". Ich mußte fast zehn Stunden auf den Anschluß nach München warten. Da ging ich in den„ Ratskeller" dicht am Bahnhof- um Mittag zu essen. Nun ist Trient jetzt so ziemlich ganz italienisch gewor den, man hört und sieht selten noch Deutsche. In besagtem Kelvor der Italienerherrschaft ein Riesenlokal, jetzt eine fleine Kneipe natürlich italienisches Personal, bis auf einen ler ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreise: die 30mm breite Petitzeile auswärts 24 Psg. lofal 12 Pig., die 90mm breite Reflame- Petitzeile 96 Pfg. Playvorschriften ohne Berbindlichkeit. Bei Wiederholungen Rabatt. für Bollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Deutschen, der die Italiener anscheinend zum Fressen gern" hat! An einem Tisch mir gegenüber saß ein eleganter Ausländer, der, wie man bald feststellen konnte, aber Deutscher war. Er war aus Ungarn. Er sprach Deutsch, wenn auch gebrochen, und lehrte sich an die mißvergnügten Gesichter der italienischen Bedienung nicht. Man mußte ihm wohl oder übel den Deutsch sprechenden Kellner schiden, mit dem er dann prächtig fertig wurde. Ich weiß nicht, welchen Wunsch er geäußert hatte, furz und gut, ein Stuben oder Küchenmädchen oder eine ähnliche Fee tam an seinen Tisch. Man sah auf den ersten Blick, daß das Mädchen eine Deutsche war. Die Fee indessen stellte sich sehr fremd an und sing an, italienisch mit dem ausländischen Landsmann zu sprechen. Der hatte längst gemerkt, daß sie eine Deutsche war. Als sie nun auf eine Frage des Deutsch Ungarn nicht antwor tete, entgegnete er sehr energisch und so laut, daß jeder es ver stehen konnte:„ Warum antworten Sie mir nicht?„ Es ist doch leine Schande, Deutsch zu sprechen!" Die zwei Sätze kamen zwar gebrochen heraus, aber desto pointierter. Und siehe, sie wirkten Wunder! Denn auf der Stelle sprach das Mädchen Deutsch, daß es nur so sprudelte. Der ausländische Landsmann und ich winkten uns befriedigt zu. Er hatte sein heiligstes Gut, seine deutsche Muttersprache, tapfer verteidigt. Wenn es doch alle Landsleute so halten würden! Es stünde um uns in der Welt um vieles besser. Möchte jeder, der als Deutscher unter Frem den ist, es sich merken: ,, Es ist teine Schande, Deutsch zu sprechen!" Für das Reichsehrenmal am Rhein. Berlin, 8. Juli. Der Ausschuß des Reichstages für die be setzten Gebiete hat die von uns bereits angekündigte Entschie jung gefaßt: Der Ausschuß des Reichstages für die besetzten Gebiete bringt den Vorschlägen, das Reichsehrenmal für die Gefallenen des Weltkrieges am Rhein zu errichten, besonderes Interesse entgegen. Er bittet die Reichsregierung, mit allen Kräften dahin zu wirken, daß das Reichsehrenmal seinen Standort am Rhein erhält. Ein Reichsehrenmal am Rhein wäre für die unter der Besetzung leidende Bevölkerung Stärkung und Anerkennung, für ganz Deutschland eine Mahnung im Streben nach der Befreiung des besetzten Gebietes. Die Deutschen Kampfspiele, ein deutsches Olympia. Der weihevolle Eröffnungsaft. - Köln, den 4. Juli 1926. Namen der Reichsregierung sprach Reichsinnenminister Dr. Külz, der in dem Sport den Ausdruck deutscher Volksgemeinschaft sah, ein Menschheitsideal und ein Volksziel. Die deutsche Reichsregierung sei davon überzeugt, daß Leibes. übung Volksfitte werden müsse. Leibesübungen seien Bürgerpflicht, ein Mittel zur Wiedererstartung von Volk und Vaterland. Die Regierung fühle sich mit den Bestrebungen der Kampfspiele verbunden und alle Deutschen ebenfalls, in welchem Gau sie auch leben. Ohne Unterschted von Vereinen und Verbänden sollten sie sich zusammenfinden. In diesem Sinne wünscht er den Deutschen Kampfspielen, die im Zeichen von Kraft und Freiheit und Selbstzucht ständen, gutes Der Vorsitzende des Deutschen Reichsausschusses, Erz. Lewald, verlas hierauf die Kundgebung des Reichspräsidenten von Hindenburg: ,, 3um Beginn der 2. Deutschen Kampfspiele sende ich meine herzlichen Wünsche für einen schönen Verlauf und besten Erfolg. Möge die Kampfspielwoche, die heute nach vier Jahren zum zweiten Male die turn- und sportfreudige Jugend des Reiches und der Deutschen jenseits der Grenzen zum Wettkampf an denUfern des Rheins versammelt, dazu beitragen, ein tüchtiges Geschlecht heranzubilden. gez. v. Hindenburg. Erz.Lewald betonte, daß das Zustandekommen hier unter dem Zeichen stünde ,, daß Rhein und rheinisches Volf zum schönsten Besitz des deutschen Boltes gehörten. Die Kampfspiele sollten die deutschen Herzen mit rheinischem Geist erfüllen. Die Kampfspiele sollten von Land zu Land wachsen und von rheinischem Blut durchdrungen sein. Deutschlands goldener Frühling, Deutschlands Auslese sei hier versammelt. Nicht nur Siegen sondern Streben sei der wahre Inhalt der Deutschen Kampfspiele. Nicht allein den Körper, sondern auch den Geist und Charafter sollten sie stählen zum Gegen des deutschen Vaterlandes. In diesem Sinne," schloß Ezz. Lewald, eröffnete ich die Deutschen Kampfspiele." Dann brachte er einen Hochruf auf das deutsche Vaterland aus. Stehend sang die Versammlung bas Deutschlandlied, die Flaggen sentten sich, die Häupter entblößten sich, es war ein feierlicher Augenblid. Damit war der Einweihungsakt zu Ende. Er folgten nun die Freiübungen der Turner und das Fußballspiel. Der heutige Tag brachte die feierliche Eröffnung der Zweiten Deutschen Kampfspiele im Kölner Stadion. Punkt 2.30 Uhr marschierte als erste die Deutsche Hochschule für Leibesübungen ein. Das Banner der Hochschule trug der bekannte Sportlehrer Holz. Ihm folgten die braungebrannten kräftigen Gestalten von über 100 Studenten der Hochschule. Mit großem Jubel begrüßt wurde die Gruppe der Auslandsdeutschen, eröffnet von den in stattlicher Zahl erschienenen Danzigern; ebenso freundliche Begrüßung fand das Saargebiet, Oberschlesien, Siebenbürgen, Deutsch- Ungarn, Desterreicher, Gruppen solcher Fechter und Schwerathleten. Gelingen. Als erste deutsche Korparation erschien der Deutsche Fußball- Bund. Riesige Fahnen sämtlicher Landesverbände eröffneten die lange Reihe, dahinter die Auswahlmannschaften der Verbände, die gestern und heute gekämpft hatten. Imponierend und farbenprächtig war der Einmarsch der vielen Fußballmannschaften im Dreß, insgesamt über 2000 Mann. Im Laufschritt tamen nun mehrere Hundert Leichtathleten der Deutschen Sportbehörde für Leichtathletik, darunter viele gutdisziplinierte Vereine als einheitliches Ganzes, und beifällig begrüßte Jugendliche, meist ganz in Weiß. Mit Hunderten von Fahnen an der Spitze erschienen die Vereine der Deutschen Turnerschaft. Ein Anblid von imponierender Wirfung! Die endlose Schlange der weißgekleideten Turner, die sich anschloß, bewies die Macht dieser großen deutschen Körperschaft. Der Deutsche Schwimmverband trug einen Dreizad mit Banner seiner aus Abordnungen mit Fahnen der Landesverbände bestehenden Gruppe voraus. Aus Vertretern aller Sportzweige und Fahnenabornungen bestand die Abteilung der Deutschen Jugendtraft. Dann solgte der in Süddeutschland wenig bekannte„ Eichenkranz" in verschiedenen Sportgattungen. Die Gruppen des Allgemeinen Deutschen Turnerbundes und des Deutschen Hodenbundes marschierten unter schwarz- weiß- toter Flagge. Imposant wirkte der Aufmarsch der starten Männer des Athletiksportverbandes. Nun tam der Deutsche Amateurbogverband. Recht erfrischend wirkten dann die Schützen, vollständig in Grün, an der Spitze die außerdeutschen Vereine. Der Bund Deutscher Radjahrer hatte eine große Zahl von Fahnen mitgebracht und Rennfahrer in Weiß, ebenso die Deutsche Radfahrerunion. Einen Flaggenwald führte der Deutsche Kanuverband mit sich, der mit einigen Booten den Schluß des Zuges bildete. Nachdem der Aufmarsch beendet war, sangen mehrere Hundert Kinder: Was ist des Deutschen Vaterland", begleitet von Gewitterdonner. Als hierauf der Refrain ertönte:„ Mein Vaterland muß größer sein", da durchbrauste lauter Jubel die Arena. Die Klänge von„ Am Rhein, o wie herrlich!" wurden dann dem Schuplage der Kampfspiele geweiht, und in das Lied stimmten die Zehntausende mit ein. Durch Fanfarenstöße angekündigt, wurden die Kämpfer willkommen geheißen von dem Kölner Oberbürgermeister Dr. Adenauer, der die Jugend zur Einigkeit und zum Gemeinschaftsgedanken ermahnte. Im * Unser Spezialberichterstatter schreibt uns: Herrliche Sportanlagen hat Köln in seinem Sportpart geschaffen, die jeder Sportart die Möglichkeit geben, in Massen Werbeveranstaltungen zu machen. Keine andere Stadt Europas wird eine schönere Stätte für unsere Leibesübungen aufweisen tönnen. Ganz besonderen Dank gebührt hierfür Dr. Adenauer und den Kölner Stadtvätern. Ein riesiges Gelände von 65 Settar wurde dazu verwendet. Anschließend an die Festplatzbefichtigung fand eine Rundfahrt statt. Inzwischen waren Teilnehmer aus allen Gauen deutscher Voltsbrüder eingetroffen, insbesondere Studierende der deutschen Hochschule für Leibesübungen, die das Banner des Reichsausschusses mitbrachten. Sonnabend, den 10. Juli 1926. Ein Festzug brachte dieses unter großer Beteiligung der Kölner Bevölkerung nach dem Rathaus, wo Dr. Bilstein das Banner für die Stadt Köln übernahm. Bei der Uebergabe gab der Vertreter der Stadt zum Ausdrud, daß das Banner bei den 2. Deutschen Kampfspielen auf eine wohlgelungene Veranstaltung herabbliden werden fönne. Unter einer nach Zehntausenden zählenden Menschenmenge vermittelte am Samstag Abend ein gewaltiger Fadelzug und ein großangelegtes Feuerwert die Kampfspielwoche. Der Fadelzug der Zehntausend wurde zu einem Ereignis, das überwältigend war in der Größe und Wucht seines Eindruds. Schöner tann nie ein deutsches Olympia begonnen werden. Die Straßen, durch die der Zug gehen sollte, waren schon lange vorher belagert, Kopf an Kopf standen Athleten, in ihrer leichten, weißen Tracht, die Hochschüler aus Berlin, Fechter mit blizenden Klingen über Schulter, Ruderer mit langen Riemen, Schüler, Radfahrer Turner, stämmige Schwerathleten zogen mit Fahnen, Zeichen und Mufit vorbei. Der Zug ging am Rhein entlang. Wer den Rhein in diesen Stun den und in diesem Feierglanz der Lichter sah, der wird ihn nie vergessen. Auf dem breiten Strom anferten leuchtende Dampfer, Motorboote, bie bunte Retten heller Lampions an ihren Masten führten, flikten durch die bewegte Flut, Gondeln schautelten auf dem poesievoll und seltsam gefärbten Wellen. Alle Häuser an den Ufern schimmerten im Glanz der Fadeln. Und als dann das Feuerwerk begann, da stieg das Schauspiel zu seiner ganzen Größe auf. Bis zur Mitternacht war die Stadt in Licht und Bewegung. Die großen Stunden der Eröffnung sind vorüber. Die Dinge find im vollen Laufen. Der Montag hat, wie jeder dieser Tage, ein reiches und buntes Programm. Turner, Schwerathleten, Fechter, Schützen und Golfspieler sind dabei, ihre Kampfspielmeister herauszuspielen. Auf allen Plätzen des Stadions ist Betrieb. In der großen Kampfbahn sind die Turner beim Zwölftampf und beim Geräteturnen am Red, am Baren, am Pferd und am Ring gruppiert Anderswo wird gesprungen: Weit, Hoch- Etabsprung. Auf der Laufbahn jagen die 100- m- Läufer nach der 10- Set. und nach dem Punkt, der daran hängt. Am Ziel steht ein galgenartiges Gerüft. Der Läufer reißt ein Band ab, wenn er hindurch läuft und stoppt damit selbst seine Zeit ab. Der Startschuß hatte die Uhr durch einen tomplizierten Mechanismus in Bewegung gesetzt; der Riß bringt sie zum Stehen. Man nennt das automa tische Zeitabnahme. Auf den Plätzen, die rings um die Kampfbahn liegen, werden die Spiele ausgetragen. Im Faust- und Schlagball messen sich die Mannschaften. In der Radrennbahn haben sich die Männer mit dem starken Bizeps zusammengefunden. Eisengewichte von einer wagenhaften Schwere werden gehoben und gestemmt und balanciert, daß der Laie staunt. Eine ganze Serie neuer Reforde wurde aufgestellt. Das Megaphon brüllt sie in die Welt hinaus. Die Stadt steht ganz im Zeichen der Kampfspiele. Die Hauptstraßen leuchten im Schmud der Flaggen und der Tücher. Auf allen Plätzen stehen hohe Fahnenmasten und allenthalben dominiert rot- weiß, die Farbe dieses Festes. Am Montag traf noch ein Sonderzug aus Ostpreußen ein, und im Laufe der Woche werden aus allen Teilen des Deutschen Reiches weitere, allerdings nur kleinere Scharen, erwartet. Die meisten der Gäste sind in Privatquartieren untergebracht. Die Berpflegung der Zehntausende zu regeln, vorzubereiten und sicherzustellen, war nicht ganz einfach. Im Stadion wird für wenige Groschen ein solides Mittagessen verabreicht. - Es ist auch dafür gesorgt worden, daß die Fremden einen guten Eindruck von den Schönheiten Kölns mit in ihre Heimat nehmen. Das Verkehrsamt veranstaltet alle Tage mehrere Führungen durch die Stadt und ihre Hauptsehenswürdigkeiten, Dom Rathaus, Gürzenich, Maria im Kapitol und WallrafRichard Museum. Auch auf dem Rhein ist Hochbetrieb. Wer von weither an die Ufer des schönsten und größten Stromes un seres Vaterlandes gekommen ist und seinen Fuß nicht auf einen Wer mich bekennet. Von Erwin Gros. ,, Also habe ich doch recht," rief die Frau Amtmännin triumphierend ,,, und es kommt nur darauf an, ob Hans Heeger hier wirklich die Sybille haben und für sie ein kleines Opfer bringen will. Und da er ja fern von der Heimat ist, auch weder Bater noch Mutter hat, so hat er nur selbst zu entscheiden, und niemand kann ihm dreinreden." Also ging die Rede zwischen den beiden Eheleuten noch eine Zeit lang weiter. Hans Heeger aber war ganz sonderbar zumute. Da sprach man von seiner Herzensliebe als der großen Hauptsache,- und es flang immer so etwas wie Zweifel durch, ob es ihm damit wirklich ernst sei! Und von dem Glauben redete man als von einer Angelegenheit, die wohl auch etwas bedeute, die aber gar nicht so wichtig sei, um deswegen sich zu trennen und zu streiten und zu meiden. Hans Heeger war wohl in einem frommen Hause aufgewachsen, er hatte auch von Vater und Mutter her die Gewohn heit überkommen und bisher treulich gehalten, jeden Tag in Gottes Wort zu lesen. Und der fleine Katechismus Doktor Mariin Luthers war ihm ein Heiligtum. Jhn und das neue Testament hatte er mit auf die Wanderschaft genommen als einen töstlichen Besitz. Aber ein wacher Christenmensch war er noch nicht. Was ihm das Erbe der Väter wirklich bedeutete, das wußte er noch nicht recht. Gepadt und gefesselt hörte er der merkwürdigen Zwie sprache zu, sie drehte sich ja um ihn und sei Lebensglüd; aber da war etwas, das stimmte nicht, das war nicht richtig. Was es aber war, das konnte er nicht herauskriegen. Er fuhr einmal, eigentlich halb unbewußt, dazwischen und murmelte:„ Aber das neue Testament lese ich jeden Tag." Das hatte die Frau Amtmännin nur natürlich gefunden, und der Amtmann hatte angefügt, dazu könne man leicht die Erlaubnis triegen. ,, Gießener Zeitung" Rheindampfer gejezt hat, der verjündigt fich. Von den Anlegestellen der Frantenwerft drängt sich die Menge. Die Dampfer füllen fich immer wieder und führen Tausende von fremden Gästen rheinaufwärts in den Süden, wo die Berge aus der Ebene aufsteigen und die Schönheiten des Rheintales warten. Festabend der Stadt Köln. Aus Anlaß der Deutschen Kampfspiele in Köln gab die Kölner Stadtverwaltung am Sonntagabend im Gürzenich ein Festessen, zu dem eine Reihe von geladenen Gästen erschienen waren. Oberbürgermeister Dr. Adenauer hielt eine Ansprache, in der u. a. der Reichs und der Staatsregierung, die sich der Deutschen Kampfspiele in großherziger Weise angenommen haben, Dant sagte. Adenauer begrüßte darauf die in Köln erschienenen Auslandsdeutschen, besonders die Deutschen aus den abgetrennten Gebieten, und frach den Wunsch aus, daß sie alle bereinjt in den Schoß der Mutter Germania zurüdkehren mögen. Nach Adenauer führte Reichsinnenminister Külz u. a. aus: Jch glaube, es ist heute niemand unter uns gewesen, der den Umzug der Tausende gesehen und nicht im tiefften ergriffen gewesen ift. Das war ein tausendfältiger Ausdrud von Wille und Tai, von einem Streben, das nicht ganz leicht, legten Endes aber ganz sicher seine Einordnung in das Ganze finden wird. Wenn man solch ein Bild sieht, möchte man fast wünschen, daß auch auf anderen Gebieten sich eine solche Gemeinschaft des deutschen Boltes vollzieht. Der Träger der großen Entwicklung, die wir jo start vor uns sehen, ist der Reichsausschus für Leibesübungen. Der Redner sprach dann noch besonders dem Vorsitzenden des Reichsausschusses für Leibesübungen, Exzellenz Lewald in anertennenden Worten für seine verdienstvolle Arbeit den Dank der Reichsregierung aus. Der Minister wünschte dann, daß der Reichsausschuß der Zentralpunkt der Arbeit und Kraft in der deutschen Sportbewegung bleiben möge. Staatssekretär a. D. Dr. Lewald dankte zunächst dem Reichspräsidenen für sein Gedenken an die Deutschen Kampfspiele. Der Reichspräsident sei, wie sein Vorgänger, der verstorbene Reichspräsident Ebert, es gewesen sei, SIND Hüter, Förderer und Mehrer ÜBERALL Der neue Klein- Diesel Bauart PM 4547' DEUTZ MOTOREN 15 Die besten Antriebsmaschinen MOTORENFABRIK DEUTZ A- G. Zweigniederlg. FRANKFURT a/ M. Kaiserstr. 23 das verbieten oder erlauben, das Evangelium Jesu Christi zu lesen?" Wiederum wurde ihm tiefstes Stillschweigen auferlegt. In drei Tagen, am Samstag abend, sollte er wiederkommen; da sollte auch der Schultheiß selbst zugegen sein. Da könnte unter Umständen schon die Hochzeit festgesetzt werden. Wie einer, der zwischen Traum und Wirklichkeit ist, ging Hans Heeger von dannen. Er versuchte, Sybille zu sehen und zu sprechen, fand aber keine Gelegenheit; denn ihr gegeüber dünfte ihm das Gebot des Schweigens als ungültig. Meister Vogelsberger aber wußte in diesen Tagen nicht, was er von seinem Gesellen halten sollte. Sonst ertönte dessen Gesang von Morgen bis Abend, jetzt aber saß er da, wie ein Vogel in der Mauser. Peter Ritz tam am Samstag Morgen einmal in die Werkstatt. Es geisterte die Kunde, wie eine graue Rebelwolke durch das Dorf, der Amtmann und Hans Heeger hätten eine ganz frische Freundschaft. Das machte dem guten Nachbar schwere Gorge; er hatte den Gesellen von Herzen liebgewonnen. Er wußte, wie Hans an Sybille hing. Wenn aber der Amtmann die Sache in die Hand nahm, so konnte sein junger Freund nur Schaden an seiner Seele leiden. Er gedachte all der Verwirrung und Verstörung, des Strei tes und Leides, die von Stubenrauch während der Jahre Ingelheimscher Herrschaft im Dorfe hergekommen waren. Peter Kit setzte sich neben Hans auf den Stuhl, sah ihm bei seiner Arbeit zu und schwieg ihn eine Viertelstunde lang an. Dann stand er auf, ging bis in die Mitte der Stube, räusperte sich und nidte Hanns zu. Das hagere Geficht war voller Kummer. Dann schritt er weiter zur Tür, blieb wieder stehen und sprach im Hinausgehen, Hans, was ich noch sagen wollte, du kennst doch den Spruch: Wer mich bekennet vor den Menschen, den will ich auch bekennen, vor meinem himmlischen Bater." Ehe Hans etwas erwidern konnte, war der Bauer draußen. Hans Heeger fuhr auf. Er hatte eben gerade in seinen Ge danken Zwiesprache mit seinem Vater gehalten. Ihm war es auf einmal, als ob sein Vater leibhaftig an der Stubentur „ Die Erlaubnis?" grübelte Hans Heeger.„ Wer kann mir gewesen sei und ihm zugerufen habe:„ Wer mich bekennet-!" Nr. 28. der Bewegung des Deutschen Reichsausschusses für Leibesübun= gen. Es sei hoch erfreulich, daß heute von berufenen Männern dem Reichsausschus Anerkennung für sein Wirken ausgespro= chen worden sei. Hoffentlich werden der heutige Tag und die 2. Deutschen Kampfspiele dazu beitragen, die Spaltung zwischen Turnen und Sport zu überbrüden. Ministerialdirektor Robis überbrachte fm Namen des Reichsrats und der preußischen Staatsregierung beste Grüße und Wünsche. Reichsrat und Staatsregierung würden, soweit sie dazu in der Lage seien, alles tun, um die deutsche Sporter ziehung der Jugend weiter zu fördern. Oberschulrat Steinbrecher brachte die treudeutsche Gesinnung Danzigs zum Ausdruck, dessen Sehnsucht zum deutschen Vaterlande gehe.- Ein Vertreter des Saarlandes versicherte, daß trotz der großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten Sport und Turnen in dem deutschen Saarlande auch weiter gefördert würden. Der Vertreter des österreichischen Sportverbandes Pfeifer sprach als Vertreter der Ostmärket, die zum großen deutschen Vaterlande zurückkehren wollen. Dieses Treuegelöbnis wurde von der Versammlung mit Begeisterung aufgenommen. Zur Sondergebäudesteuer. Bom Presseamt des hessischen Staatsministeriums wird uns mitgeteilt: Aus den bei den Behörden einlaufenden Beschwerden gegen die Sondergebäudesteuer ergibt sich, daß die Bestimmungen über diese und namentlich die zugelassenen Steuererleichterungen vielfach nicht bekannt sind, trosz wiederholter Bekanntgabe in den Zeitungen. Es werden deshalb die in Betracht kommenden Gesichtspunkte und Anordnungen hier nochmals übersichtlich zusammengestellt: 1. Reichsgesetzliche Zwangsvorschrift. Beschwerden wegen Erhebung einer Sondergebäudesteuer überhaupt sind zwecklos, denn die Steuer ist durch Reichsgeseh angeordnet. Nach dem Reichsgesetz müssen mindestens 35 Prozent der Miete durch diese Steuer weggesteuert werden, es fann dabei bis zu 50 Prozent gegangen werden. Hessen erhebt für 1926 39,2 Prozent der Miete. Von dem Zeitpunkte ab, von dem ab die Miete auf 100 Prozent festgesetzt ist, und das ist spätestens der 1. Juli haben andere Länder Belastungen von 36 bis 40 Prozent bestimmt oder vorgesehen. Hessen hat ent sprechend seiner Finanzlage nicht die zulässig niedrigste, aber auch nicht die zulässig höchste Belastung; sie entspricht etwa der preu ßischen und der sächsischen, da Preußen und Sachsen vom 1. Juli ab 40 Prozent der Miete erheben. 2. Besteuerungsmaßstab - ist der Steuerwert des Jahres 1914, wie er der Grundsteuer un terliegt; die Vorkriegsmiete wird bis jetzt nur in einem Lande der Steuer zugrunde gelegt. Die Aufstellung von Mietkatastern ist auch in Hessen beabsichtigt, sobald Klarheit darüber besteht, ob und in welcher Form die Steuer für längere Zeit weiterbe stehen muß. Wenn die Friedensmiete geringer ist als 5 Prozent lich.( Näheres siehe unter Ziffer 4c). 3. Wer trägt die Steuer? Sonnabend, den 10. Im weiteren sind nachstehe gen zulässig. a) Einfamilienhäuser, die vor und damals mit nicht meh wertes belastet waren, wer von der Steuer befreit, we wohnt werden( zwangsve und wenn die Wohnfläche b) War ein Haus am 31. schuldenfrei) oder mit nich denswertes belastet, dann und Gemeindeſteuer zusam zwar bei unbelasteten oder Grundstücken auf 1 Proze Belastung bis zu 30 Prozen wertes. Der Hauseigentüm Nach dem Reichsgesetz ist der Hauseigentümer der Steuerschuldner; der Mieter hat die volle Miete zu zahlen, die vom 1. Juli 1926 ab 100 Prozent der Friedensmiete betragen wird. Kann er die durch die Sondersteuer veranlaßte Mieterhöhung nicht zahlen, so hat er um entsprechenden Ersatz beim Wohl fahrtsamt nachzusuchen. Gleichen Anspruch hat der Hauseigen tümer für seine eigene Wohnung, wenn er die volle Miete nicht tragen kann. Die Finanzämter haben mit diesen Gesuchen nichts mehr zu tun. In jedem Falle zahlt der Hausbesitzer die Steuer, der Ersatz dafür wird ihm auch für die letzte Erhöhung der Steuer in der gleichfalls erhöhten Miete, soweit es sich um vermietete Räume handelt. 4. Steuerbefreiungen und Steuerermäßigungen. Steuerfrei find alle Gebäude, die auch von der Grundsteuer befreit sind. So läßt das Reichsgesetz u. a. die Steuerfreiheit der landwirtschaftlichen Oekonomie- Gebäude nicht aber auch der ge werblichen Gebäude zu. ,, Verleugne ich den Heiland, wenn ich katholisch werde?" frug er sich. Und indem er sich weiter den Kopf zerjann, erschien ihm mit einem Male vor dem geistigen Auge ein Bild; in lebhaften Far ben war es vor ihm: Da war Christus, ein ferner König, im Himmelssaal jaj er, hoch auf dem Throne. Aber man konnte nicht zu ihm kom men; da stand vor ihm Maria in all ihrer Glorie und Joseph und die Schar der Heiligen, und der Papst und die Bischöfe und die Priester; das war wie ein vielfacher Zaun. Den mußte man durchbrechen, an alle diese Mittler mußte man sich wenden, sie mußten erst die Audienz bei Chriftus erbitten, sie mußten ihn günstig zu stimmen suchen. Hans Heeger schüttelte den Kopf. Go fonnte er Christus nicht aus dem neuen Testament. Zu dem hatten Zöllner und Sünder kommen, Kinder hatte man nicht wehren dürfen: Kommet her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid!". Das Wort schlug sich Hans Heeger auf und las es mehrere Male laut, während er dabei den Absatz der Frau Amtmännin Stubenrauch mit dem Hammer bearbeitete, daß es schallte, Die vornehme Dame hätte an dem Absatze mehr Freude gehabt, als an dem Begleitspruch und den daran angeknüpften Gedanken. ,, Soll ich an diesem Abend zu dem Amtmann gehen? Rein! Aber wenn ich nicht hingche, so breche ich alle Brüden ab. Denn der Vater Sybillens tommt hin. Vielleicht, daß der Amtmann und seine Frau ein gutes Wort für mich einlegen, auch wenn ich erkläre, daß ich schwerlich katholisch werden kann!" So wie einst Petrus am Wachtfeuer der Kriegsknechte im Hofe des Hohenpriesters weilte, mit demselben beschwerten Mute jazz Hans Heeger in der Wohnstube des Herrn Amtmanns. Zu dem Amtmann und seiner Ehefrau hatte sich diesesmal noch der Schultheiß gesellt. Alle drei begrüßten den Ankömm ling mit großer Herzlichkeit. Das Ehepaar stieg etliche Stufen von der amtlichen Höhe herab, redete Hans nicht mehr in der dritten Person mit ,, er" an, sondern in der ehrenden Form ber zweiten Person Mehrzahl, mit ihr". ( Fortsetzung folgt.) L scheinigung an das Finanz Amtsgericht kostenlos ausg Beispiel: Auf ein bejiz im Werte von 50 0 ber 1918 10 000 M S ( ohne Detonomiegebäud hin entfallen hierauf v 20 Prozent, mithin fan 1 Prozent des Wertes( zusammen) verlangt wer Bemerkt wird, daß das R gering belastete Gebäude w läßt. In der hessischen Ver davon abgesehen, diese Vergi übernehmen, einmal, weil lage des Landes eine weite höhung anderer Steuern ni ren, weil es sich hier um Ho hin meist schon dadurch im sie von der letzten Steuere und schließlich, weil diese A Fällen nicht zulässig ist, in destens ebenso berechtigt wi Aenderungen treffen. Man geben wird, hier noch im Le gehende Erleichterungen zu daß dieses abgesehen von fer 5, Absatz 5 des Reichsge aber auf Grund einer We Einzelfall Berücksichtigung ist, in dem eine vom ermäßigungsvorschrift vom übernommen worden ist. c) Beträgt die Friedensmiete Steuerwertes, dann kann d setzt werden. Beispiel: Friedenswe amtlich anerkannte oder n Wohnungsamtes vom Fi miete= 3000 M, das sind mertes. Die staatliche E 26 Prozent der Friedeng Die Bedingungen, daß nismäßige Herabsetzung zu worden für die Fälle, in d zweifelsfrei feststeht. d) Eine Steuerermäßigung tr räume ohne Verschulden d e) Die Vergünstigung unter c betriebe in Kurorten, die mäßig in Betrieb sind, in d die reine Mieteinnahme vo für Bedienung, Mobilar u wertes der vom Betriebsin nommen wird; beträgt die des Steuerwertes, dann werden. 1) Werden gewerbliche genutzt einschränkungen oder ungü der Vorkriegszeit erheblich beim Finanzamt Ermäßigu g) Auf Antrag des Steuersch Höhe der auf die vermiete zu erlassen, wenn die Un Miete glaubhaft gemacht 5. Zahlungserleichterunge a) Jn Fällen starter Berich Jahreseinnahmen kann di werden. Diese Stundung einem Besizwechsel gewäh hypothet bestellt oder in wird. b) In Fällen, in denen E ermäßigungen verlangt od Hausbesizer beim Wohlfah für die beiden ersten Biele gewährt werden." Wir geben von dieser behö und empfehlen deren genaue Wir verjagen es uns, a Ziffer 1 näher einzugehen. schon gesagt worden. Es herrscht vielerorts noch sprozentigen Berzinsung. D Steuerwert. Beträgt 3. B. 50 000 M, so müssen bei einer 100.M Steuerwert 5 M Frie 50 000 M berechnet man das 5 Aprozentigen Rente müssen 5 gangen sein. Die 5prozentige wenn man vom Steuerwert éi bleibenden Betrag durch 2 teil -oder später durch eine bericht gang eine Verzinsung unter 5 Serabjegung der Sondersteuer Str. 28. chen Reichsausschusses für Leibesübun ich, daß heute von berufenen Männern rfennung für sein Wirten ausgespro tlich werden der heutige Tag und die dazu beitragen, die Spaltung zwischen berbrüden. Tobis überbrachte im Namen des ischen Staatsregierung beste Grüße und Staatsregierung würden, soweit sie alles tun, um die deutsche Sporter iter zu fördern. Oberschulrat Stein eutsche Gesinnung Danzigs zum Aus im deutschen Vaterlande gehe.- Ein = versicherte, daß trotz der großen wirt n Sport und Turnen in dem deutschen fördert würden. Der Vertreter des andes Pfeifer sprach als Vertreter der zen deutschen Vaterlande zurüdkehren bnis wurde von der Bersammlung mit en. dergebäudesteuer. effischen Staatsministeriums wird uns örden einlaufenden Beschwerden gegen rgibt sich, daß die Bestimmungen über zugelassenen Steuererleichterungen , troz wiederholter Bekanntgabe in en deshalb die in Betracht kommenden nungen hier nochmals übersichtlich zu jegliche Zwangsvorschrift. Erhebung einer Sondergebäudesteuer denn die Steuer ist durch Reichsgeset Reichsgesez müssen mindestens 35 Proe Steuer weggesteuert werden, es fann gegangen werden. Hessen erhebt für Miete. Von dem Zeitpunkte ab, von Prozent festgesetzt ist,- und das ist aben andere Länder Belastungen von mt oder vorgesehen. Hessen hat ent e nicht die zulässig niedrigste, aber auch Belastung; sie entspricht etwa der preu da Preußen und Sachsen vom 1. Juli erheben. Steuerungsmaßstab ahres 1914, wie er der Grundsteuer un iete wird bis jetzt nur in einem Lande egt. Die Aufstellung von Mietkatastern chtigt, sobald Klarheit darüber besteht die Steuer für längere Zeit weitere iedensmiete geringer ist als 5 ojent r Ziffer 4c). trägt die Steuer? 3 ist der Hauseigentümer der Steuer it die volle Miete zu zahlen, die vom zent der Friedensmiete betragen wird. Sondersteuer veranlaßte Mieterhöhung um entsprechenden Ersatz beim Wohl Gleichen Anspruch hat der Hauseigen Bohnung, wenn er die volle Miete nicht zämter haben mit diesen Gesuchen nichts Falle zahlt der Hausbesitzer die Steuer hm auch für die letzte Erhöhung der Us erhöhten Miete, soweit es sich um elt. ngen und Steuerermäßigungen. Gebäude, die auch von der Grundsteuer Reichsgesetz u. a. die Steuerfreiheit der Onomie- Gebäude nicht aber auch der ge Heiland, wenn ich katholisch werde?" ter den Kopf zersann, erschien ihm mit igen Auge ein Bild; in lebhaften Far in ferner König, im Himmelssaal saj Aber man konnte nicht zu ihm kom laria in all ihrer Glorie und Joseph 1, und der Papst und die Bischöfe und ie ein vielfacher Zaun. Den mußte diese Mittler mußte man sich wenden, 3 bei Christus erbitten, sie mußten ihn te den Kopf. So konnte er Christus tament. Zu dem hatten Zölner und hatte man nicht wehren dürfen: die ihr mühselig und beladen seid!" Heeger auf und las es mehrere Male en Absatz der Frau Amtmännin Stuer bearbeitete, daß es schallte, hätte an dem Absatze mehr Freude leitspruch und den daran angeknüpften Abend zu dem Amtmann gehen?- nicht hingche, so breche ich alle Brücken billens kommt hin. Vielleicht, daß der ein gutes Wort für mich einlegen, auch schwerlich katholisch werden kann!"— am Wachtfeuer der Kriegstnechte im weilte, mit demselben beschwerten Mute Wohnstube des Herrn Amtmanns. und seiner Ehefrau hatte sich diesesmal llt. Alle drei begrüßten den Antömm keit. Das Ehepaar stieg etliche Stufen herab, redete Hans nicht mehr in der an, sondern in der ehrenden Form der 1, mit„, ihr". ortfegung folgt.) E Sonnabend, den 10. Juli 1926. Im weiteren sind nachstehende Befreiungen und Ermäßigun gen zulässig. a) Einfamilienhäuser, die vor dem 1. Juli 1918 fertiggestellt und damals mit nicht mehr als 20 Prozent des Friedens wertes belastet waren, werden auf Antrag beim Finanzamt von der Steuer befreit, wenn sie nur vom Eigentümer be wohnt werden( 3wangsvermietung zählt hierbei nicht mit) und wenn die Wohnfläche nicht mehr als 70 qm beträgt. b) War ein Haus am 31. Dezember 1918 unbelastet( also schuldenfrei) oder mit nicht mehr als 30 Prozent des Frie denswertes belastet, dann wird die Steuer( und zwar Staatsund Gemeindesteuer zusammen) auf Antrag herabgefeht, und zwar bei unbelasteten oder nur bis zu 20 Prozent belasteten Grundstücken auf 1 Prozent des Friedenswertes, bei einer Belastung bis zu 30 Prozent auf 1,75 Prozent des Friedenswertes. Der Hauseigentümer hat zu diesem Zwede eine Bescheinigung an das Finanzamt abzugeben, die ihm von dem Amtsgericht fostenlos ausgestellt wird. Beispiel: Auf einem landwirtschaftlichen Gesamtbesitz im Werte von 50 000. lasteten vor dem 31. Dezem ber 1918 10 000 M Sypothekenschulden; das Wohnhaus ( ohne Detonomiegebäude) hat 8000 M Steuerwert, mithin entfallen hierauf von der Schulb 1600 M; das sind 20 Prozent, mithin fann Ermäßigung der Steuer auf 1 Prozent des Wertes( 80 M für Land und Gemeinde zusammen) verlangt werden. Bemerkt wird, daß das Reichsgesetz für schuldenfreie oder gering belastete Gebäude weitergehende Ermäßigungen zuläßt. In der hessischen Verordnung hat man zunächst noch davon abgesehen, diese Vergünstigung in vollem Umfange zu übernehmen, einmal, weil bei der gegenwärtigen Finanzlage des Landes eine weitergehende Ermäßigung ohne Erhöhung anderer Steuern nicht möglich war, und zum anderen, weil es sich hier um Hauseigentümer handelt, die ohnehin meist schon dadurch im Vorteil gegen andere sind, daß sie von der letzten Steuererhöhung nicht betroffen werden und schließlich, weil diese Art der Vergünstigung in anderen Fällen nicht zulässig ist, in denen eine Rücksichtnahme mindestens ebenso berechtigt wäre. Hier muß das Reichsgeseh Aenderungen treffen. Man hofft, daß die Möglichkeit gegeben wird, hier noch im Laufe dieses Steuerjahres weitergehende Erleichterungen zu gewähren. Hervorgehoben sei, daß dieses abgesehen von der Bestimmung des§ 11 3if= ser 5, Absatz 5 des Reichsgesetzes vom 10. August 1925, die aber auf Grund einer Weisung an die Finanzämter im Einzelfall Berücksichtigung finden soll der einzige Fall ist, in dem eine vom Reichsgesetz zugelassene Steuerermäßigungsvorschrift vom Lande Hessen bis jetzt nicht voll übernommen worden ist. c) Beträgt die Friedensmiete weniger als 5 Prozent des Steuerwertes, dann kann die Steuer auf Antrag herabgesetzt werden. Beispiel: Friedenswert 100 000 M, tatsächliche oder amtlich anerkannte oder nachträchlich( etwa mit Hilfe des Wohnungsamtes vom Finanzamt festgesetzte) Friedens miete= 3000 M, das sind rund nur 3 Prozent des Steuerwertes. Die staatliche Steuer kann in diesem Falle auf 26 Prozent der Friedensmiete herabgesetzt werden. Die Bedingungen, daß auch die Gemeinde eine verhält nismäßige Herabsetzung zugestehen muß, ist fallen gelassen worden für die Fälle, in denen die Höhe der Friedensmiete zweifelsfrei feststeht. d) Eine Steuerermäßigung tritt auf Antrag ein, wenn Mieträume ohne Verschulden des Vermieters leerstehen. e) Die Vergünstigung unter c) wird für Hotel- und Pensionsbetriebe in Kurorten, die nicht das ganze Jahr über regelmäßig in Betrieb sind, in der Weise gewährt, daß als Miete die reine Mieteinnahme von den Zimmern( also ohne Ersatz für Bedienung, Mobilar u. Wäsche), einschließlich des Mietwertes der vom Betriebsinhaber benutzten Wohnung, angenommen wird; beträgt diese Summe weniger als 5 Prozent des Steuerwertes, dann kann Ermäßigung beansprucht werden. f) Werden gewerbliche genutzte Gebäude infolge von Betriebseinschränkungen oder ungünstigem Geschäftsgang gegenüber der Vorkriegszeit erheblich geringer ausgenutzt, dann kann beim Finanzamt Ermäßigung der Steuer beantragt werden. g) Auf Antrag des Steuerschuldners ist die Steuerschuld in Höhe der auf die vermieteten Räume entfallenden Steuer zu erlassen, wenn die Unmöglichkeit der Einziehung der Miete glaubhaft gemacht wird. 5. Zahlungserleichterungen. a) In Fällen starter Verschuldung oder bei geringfügigen Jahreseinnahmen kann die Steuer für lange Zeit gestundet werden. Diese Stundung fann äußersten Falles bis zu einem Besitzwechsel gewährt werden, wenn eine Sicherheitshypothek bestellt oder in anderer Weise Sicherheit geleistet wird. b) In Fällen, in denen Einsprüche erhoben oder Steuerermäßigungen verlangt oder Mietzuschüsse für Mieter oder Hausbesitzer beim Wohlfahrtsamt beantragt werden, kann für die beiden ersten Ziele auf Antrag erleichterte Stundung gewährt werden." Wir geben von dieser behördlichen Verlautbarung Kenntnis und empfehlen deren genaue Beachtung. Wir verjagen es uns, auf die Reinwaschungsversuche in Ziffer 1 näher einzugehen. Das nötige dazu ist unsererseits schon gesagt worden. Es herrscht vielerorts noch Unklarheit über den Begriff der 5prozentigen Verzinsung. Diese Verzinsung geht aus vom Steuerwert. Beträgt z. B. der Steuerwert eines Hauses 50 000 M, so müssen bei einer 5prozentigen Verzinsung von je 100 M Steuerwert 5 Friedensmiete eingegangen sein; auf 50 000 M berechnet man das 500 mal 5 M 2500 M. Bei einer Aprozentigen Rente müssen 500 mal 4 M, also 2000 M einge= gangen sein. Die 5prozentige Rente tann man auch ermitteln, wenn man vom Steuerwert eine Null wegstreicht und den verbleibenden Betrag durch 2 teilt. Wessen Haus am 1. Juli 1914 -oder später durch eine berichtigte Miete durch den Mieteingang eine Verzinsung unter 5 Prozent aufzuweisen hat, fann Herabsehung der Sondersteuer verlangen, und zwar soweit, daß ,, Gießener Zeitung" sie bei ihm auch nicht mehr als 39,2 Prozent der Friedensmiete beträgt. Es wird das an folgendem Beispiel erläutert: Ein 5 Prosent rentierendes Haus im Steuerwert von 100 000 erbrachte im Jahre 1914 5000. Miete. Hier beträgt die Sondersteuer 39,2 Prozent der Friedensmiete= 1960.M. Ein anderes Haus mit demselben Steuerwert aber nur 4000. Friedensmiete, soll nach dem Steuerzettel ebenfalls 1960. Sondersteuer bezahlen. Das sind aber nicht 39,2, sondern 49 Prozent der Friedensmiete. Infolge der Verhandlungen der Organisation mit dem Ministerium ist bestimmt worden, daß der betr. Hausbesitzer beantragen kann, daß seine Sondersteuer ebenfalls auf 39,2 Prozent seiner nur 4000 betragenden Frie densmiete, also auf 1568. herabgesetzt wird. Es bedeutet das eine Ermäßigung um 392.4. Rentiert ein Haus noch weniger, so wird die Steuer noch weiter herabgesetzt. Wer sich darüber nicht flar ist, frage bei seinem Verein unter Vorlage des Steuerzettels und Angabe der Friedensmiete nach. Lokales. 95 neue Wohnungen 1926 in Gießen. In der am vergangenen Donnerstag stattgefundenen Stadtverordneten Sigung wurde das folgende vom Bauausschuß und Dom Finanzausschuß empfohlene Wohnungsbauprogramm an= genommen: a) Private: 1. Rühl u. Hof, Wohnungen für Reichsund Postbeamte 2. Sonstige Private, schätzungsweise b) Baugenossenschaften: 1. Baugenossenschaft 1894 12 Wohnungen 12 Wohnungen 16 Wohnungen 2. Siedlungsgesellschaft für Verkehrsper jonal 4 Wohnungen 24 Wohnungen 2. Wohnungen am Gewann auf der Weißerde c) Stadt Gießen: 1. Wohnungen am Kugelberg 3. Wohnungen für Obdachlose 12 Wohnungen 15 Wohnungen zusammen 95 Wohnungen 2. Die Verteilung der Mittel aus der Sondersteuer von rung 3330 000 M ist der Vorlage entsprechend vorzunehmen. Das Baudarlehen für die einzelne Wohnung aus der Sondersteuer beträgt 5000 M. 3. Der Aufnahme einer Anleihe für das Bauprogramm 1926 in Höhe von 550 000 M wird zugestimmt. 4. Die durch Beschluß der Stadtverordnetenversammlung Dom 299. April 1926 zur Unterbringung Obdachloser genehmigten Mittel in Höhe von 10 000 M werden zum Zinsendienst eines für den Bau von 15 Obdachlosenwohnungen nötigen Kapitals in Höhe von 100 000 M, welche in der Gesamtsumme der Anleihemittel von 550 000 M mit enthalten sind, verwendet. 5. Die Höhe der städtischen Baudarlehen aus Anleihemitteln von 550 000 M wird wie folgt festgesetzt: für eine 3-3immerwohnung 4000 M, für eine 4-3immerwohnung 5000 M, für eine 5-3immerwohnung 6000 M. Die Verzinsung der Darlehen hat zum gleichen Zinsfuß zu erfolgen, den die Stadt für aufgenommene Anleihegelder bezahlen muß. Die Tilgung wird, wie im Vorjahre, auf 1 Prozent festgesetzt. Der Zinssatz für im Rechnungsjahr 1926 an Private ge= gebene Darlehen wird auf 8 Prozent festgesetzt. Nachsendung der Postsendungen. Zu Anträgen auf Nachsendung von Postsendungen sind möglichst die amtlichen Vordrude zu benutzen, die an den Postschaltern und von den Zustellern zur Abgabe bereit gehalten werden. Die Verwendung dieser amtlichen Vordrude gewährleistet die pünktliche Nachsendung der Postsendungen und liegt daher im Vorteil der Empfänger. Tagung des Hessischen Einzelhandels. Gießen. Der Landesverband des Hessischen Einzelhandels hielt seinen diesjährigen Verbandstag ab. Abends wurde in einfachem Rahmen das 30jährige Bestehen des Vereins der. Einzelhändler in Gießen begangen. Bei dieser Gelegenheit wurde der in weiten Kreisen des hessischen Einzelhandels be= kannte Kaufmann Röhr- Gießen in Würdigung seiner Verdienste ernannt. zum Ehrenvorsitzenden des Gießener Ortsvereins Drogist Roll und Zigarenhändler Buchader wurden Ehrenmitglieder. Sonntagvormittag vereinigte der Verbandstag unter Leitung des ersten Vorsitzenden Wilhelm Kalbfleisch- Darmstadt eine große Anzahl von Verbandsmitgliedern aus allen Teilen Hessens. Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden, der Handelskammern, der Organisationen des Handwerks überbrachten der Versammlung in verständnisvoller Würdigung der Bedeutung des Einzelhandels ihre Grüße. Danach sprach Oberregierungsrat Dr. Tiburtius- Berlin, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhan= dels, über die Bedeutung der Reparationsfrage und des Dawes Abkommens für die deutsche Wirtschaft, insbesondere für den Einzelhandel. Den Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr erstattete Verbandssyndilus Dr. Moeßner- Darmstadt. Tagung der hessischen Krankenkassen. Der Landesverband deutscher Krankentassen von Hessen und Hessen- Nassau hielt in Bad Homburg seine diesjährige Tagung ab. Den Festvortrag hielt Prof. Dr. Klein- Jena. Nach einem Referat Dr. Köhlers: Darmstadt über die Bedeutung der Zahnpflege für die menschliche Gesundheit folgt die Erörterung des Verbandsgeschäfts= führers Knoblauch- Darmstadt über die Rechnungsergebnisse der Kassen des Landesverbandes. Hierbei war von Interesse, daß auf jeden der 2800 Aerzte der Kassen des Verbaues im Jahresdurchschnitt 1900 Mt. Kassenhonorar fallen, ferner daß einzelne Kassen 22 Prozent ihrer Einnahmen an die Apotheken abführen und daß die Krankenhauspflege in einem Jahr um 50 Prozent gestiegen ist. Nr. 28. Siegreiche Kampfspielturner. Das Mitglied des Gießener Turnverein 1848, Turner Reuther, ist beim Zwölftampf 13. Gieder und Fräulein Paula Hofmann von Männerturnverein Gieben ist mit 142 Puntten 19. Siegerin im Neunkampf geworden. Reise- Vorbereitungen. Schon beim Kofferpaden beginnt die Reisekunst. Wer seinen Urlaub genießen will, der darf nichts vergessen, was zum Wohlbefinden nötig ist. Die Dame, deren Frisur auch auf der Reise stets gepflegt und jugendlich wirken soll, besorgt sich rasch die neue Reisepadung von Schaumpon mit dem schwarzen Kopf": fie reicht für 6 Haarwaschungen, ist durch den festen Verschluß besonders praktisch und kostet dabei nur Mt. 1,10. Gießen. Ein neuer Straßbriefkasten ist am Hause des Konsumvereins am Rugelberg angebracht. Damit wird den Wünschen der Anwohner des Anneröderwegs, der Döringstraße und des Kugelbergs Rechnung getragen. Die Leerungszeiten sind aus der am Briefkasten angebrachten Leerungsplatte zu ersehen. * Straßensperrung. Wegen Vornahme von Hausanschlußarbeiten wird hiermit die Straße Am Riegelpfad" zwischen der Ebelstraße und der Heyligenstaedtschen Fabril von Montag, den 5. Juli 1926, ab bis auf weiteres für jeglichen Fahrverkehr gesperrt. Erhobene Anzeigen in verkehrspolizeilicher Hinsicht. In der Zeit vom 16. bis 30. Juni 1926 wurden vom Polizeiamt Gießen folgende Anzeigen wegen Zuwiderhandlungen durch Fahrzeugführer bezw. Kraft- und Radfahrer gegen verkehrspolizeiliche Vorschriften erhoben: 10 Anzeigen wegen Fahrens zur Nachtzeit ohne hellbrennende Laterne, 9 Anzeigen wegen Fahrens auf Bürgersteigen, 1 Anzeige wegen Fahrens mit übermäßiger Geschwindigkeit, 7 Anzeigen wegen Fahrens, ohne die rechte Straßenseite einzuhalten, 5 Anzeigen wegen Fahrens durch gesperrte Straßen, 6 Anzeigen wegen sonstiger Zuwiderhandlun gen in verkehrspolizeilicher Hinsicht. * Kreistag. Der Kreistag des Kretses Gießen beschäftigte sich in seiner letzten Sigung mit dem Voranschlag der Kreisverwaltung für das Rechnungsjahr 1926. Nach mehrstündiger Beratung wurde der Etat in Einnahme und Ausgabe mit 966 374 Mart festgestellt und genehmigt. Zur Schonung der Steuerzahler soll ein Teil des Gesamtumlagebedarfs in Höhe von 397 000 Mark aus den reichlich dotierten Rücklagen gededt werden; zu diesem Zwed werden den Rücklagen rund 60 000 M. entnommen. Ein Antrag der Rechtsparteien, die Tagegelder der Kreistagsabgeordneten, der Kreisausschußmitglieder und der Kreistags- und Kreisausschußkommissionen aus Sparsamkeitsgründen um die Hälfte herabzusetzen, wurde mit den Stimmen der Rechten und der Demokraten angenommen. Aus Nah Nah und Fern. Stenographenwettschreiben in Darmstadt. Ueber 1000 Anmeldungen. Für das dem Hessisch- Nassauischen Verbandstag des Gabelsbergerschen Stenographenverbandes angegliederte große steno= graphische Wettschreiben am 10. Juli laufen die Anmeldungen in erfreulicher Weise in viel höherem Maße ein, als ursprünglich angenommen wurde. Schon jetzt ist die Zahl der angemeldeten Wettschreiber um 1000. Wertvolle Ehrenpreise sind zur Verfügung gestellt: von dem Herrn Staatspräsidenten, vom Landesamt für das Bildungswesen und von dem Oberbürgermeister der Stadt Darmstadt. Herdfabrik und Emaillierwerk Konzelmann Darmstadt hat sowohl für das Schreibmaschinenwettschreiben, als auch für das stenographische Wettschreiben je einen Gas- Brat, Koch- und Bad- Herd in Lugusausstattung als Ehrenpreis gestiftet. Auch seitens der Banken, Buchhandlungen und einer Reihe Kleiner Geschäfte sind Ehrenpreise, teilweise in Bar, teilweise in Gegenständen gestiftet worden. 29. Verbandsschießen in Frankfurt a. Main. Endlich nach mehr als einem Dutzend Jahren haben sich die Schützen wieder zusammengeschlossen, um in Frankfurt a. M. auf den bürgerlichen Schießständen im Stadtwald ein Verbandsschießen abzuhalten. Der Mittelrheinische, Pfälzische und Badische Verband, die seit über 50 Jahren ihre Schießen gemeinschaftlich veranstalten, haben ihre Mitglieder und Freunde nach Frankfurt geladen, wo in den Tagen vom 11.- 18. Juli das Verbandsschießen stattfindet. Ueber 150 wertvolle Preise und eine Menge tleinerer Ehrengaben winken den glüdlichsten unter den Schützen. Der Verlauf des Schießens ist wie folgt gedacht. Samstag, den 10. Juli Begrüßung der eintreffenden Schützen. Sonntag, den 11. Juli, vor= mittags 11 Uhr, Festzug durch die Stadt Frankfurt, deren Straßen festlichen Flaggenschmud tragen. Um 4 Uhr Beginn des Schießens. Das Schießen währt die ganze Woche hindurch. Die ideale Schießstätte im Frankfurter Wald ist unter Heranziehung benachbarter Waldbezirke zu einem Festplatz umgeschaffen. Festvorstellungen, Konzerte und Feuerwert werden die Tage verschönen. Schützen und Freunde der Schützensache werden in Frankfurt willkommen sein. Büdingen. Die Meldungen für die Teilnahme an der Jubiläumsfeier des hiesigen Wolfgang- Ernst- Gymnasiums am 31. Juli und 1. August treffen bereits sehr zahlreich ein. Die Wohnungskommission hat bereits über 200 Quartiere geschaffen, die aber noch lange nicht ausreichen. Man hoist, das Fest zu einem Volksfest für ganz Büdingen ausgestalten zu können. Bad Nauheim. Die Bad- und Kurverwaltung teilt mit: Bis zum 1. Juli 1926 betrug der Gesamtbesuch 15 706 Personen. Flammeris, Maizena Puddings fi das Kraftmehl und Gebäck Das Jucken der Kopfhaut ift eine Folge fettiger Kopfschuppen. Regelmäßige Verwendung von Schaumpon mit dem schwarzen Stopf" mit Nadelholzteer- 3usah beseitigt beides gründlich und wirkt gleichzeitig dem Haarausfall entgegen. Beim Eintauf Derlange man ausdrücklich diese Spezialforte und achte genau auf die nebenstehende, weltbekannte Schuhmarte. Alleiniger Hersteller: Hans Schwarzkopf, Berlin- Dahlem. Sonnabend, den 10. Juli 1926. Bekanntmachung. Nachdem der Heff. Sparkassen- u. Giroverband den Beitritt als Gründungstörperschaft zur Hessen- Nas. Lebensversicherungsanstalt in Wiesbaden beschlossen hat, können alle Arten von Lebensversicherungen zu günstigsten Bedingungen und niedrigsten Beitragssägen durch Vermittlung unserer Kajie oder durch die Bertreter bei unserer vorgenannten Lebensversicherungsanstalt abgeschlossen werben. Auskünfte bereitwillligst Bezirkssparkasse Gießen. Geschäftsverlegung! Meinen Metzgerei und Wirtschaftsbetrieb habe ich heute nach Steinstraße 74 verlegt. Es wird auch fernerhin mein Bestreben sein, meine werte Stundschaft und Gäste durch aufmerksame und reelle Bedienung in jeder Weise zufrieden zu stellen. Um weiter geneigten Zuspruch bittet Gustav Stephan Meggermeister. Während der Reisezeit empfiehlt sich die Aufbewahrung.Wertpaketen in unserem feuersicheren PANZER- RAUM Bezirkssparkasse Giessen Meine Kanzlei befindet sich vom 1. Juli ab im Hause Schulstrasse Nr. 6, I. Stock ( Buchhandlung Keissner) Wilhelm Luley, Rechtsanwalt. 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Hofrat Prof. 2 Vorsitzende des Vereins für L gende Erklärungen über den Zeppelin- Edener- Spende: „ Ich bin immer ein aufri Zeppelins gewesen. Sein Ged deffen erfolgreiche Durchführu größten Taten, die deutschem G der größten Erfindungen, die e hat. Ich bin überzeugt, daß seine Bedeutung für Reifen ü dem Flugzeug stets behalten w richtig in den Verkehr eingest Aufgaben aber, besonders für Länder, halte ich das Luftschif das Flugzeug. Darum hat mein ein Interesse daran, das Lebens zu lassen. Aber nur wir Deut Friedrichshafen und in den M langer Erfahrung beruhende M pelins fortzuführen und weiter Vermächtnis des Grafen, inde Luftschiffbau in Friedrichshafer Reichsjammelwoche jeder Deutsc wußt sein und sein Scherflein, dazu beitragen." Endgültiges Voltsen Berlin, 16. 7. Der Reichswal das endgültige Ergebnis des V Zahl der Stimmberechtigten betru 5599 797 ihre Stimme ab. Die 39,3 Prozent. Ungültig waren Stimmen lauteten mit" Ja", 58 Reichsminister a. D. Ko Studenter Marburg, 16. Juni. Gestern großen Hörsaal der Universität F abgeordneter Koch über„ Das betonte er, daß Deutschland als fieben Jahren keine andere Auß von Rathenau begonnene und eigenen Aeußerung gradlinig fort Prinzig der elastige Widerstand preisgegeben, unnötige Konflik Erfolge dieser Politik seien klar, wechsel vergegenwärtige, der zwis eingetreten sei. Diese Politik f lands und Europas sichern. höchste Gut eines Boltes, vielm heit; aber ein neuer Krieg wer Kultur des gesamten Abendland auslegung für eine erfolgreiche politik sei die Einigung im Inne jätze bei uns sei die Verschieden form. 2 Die Reise un Newyork, 15. Juli. Die am und Wells, die mit ihrem Flug brechen wollten, tamen gestern in den Flug um die Erde in 28 bisherige schnellste Reise um die 35 Tagen ohne Flugzeug durchg 食 Die Beiträge der Ge Im Jahre 1913 belief sid die jetzt im( freigewerkschaftlich wertschaftsbund zusammengesch Mart, das der Christlichen Gewe lionen Mart. Mit Ablauf des nannte Bund schon wieder einer 27 Millionen Mark erreicht, von Rart in den Haupttajien befand Recht interessant ist in die Statistit, die von der Leitung Gewerkschaftsbundes auf Grund ( insgesamt sind 41 Berbände d stellt ist: ཁྐྲ་ ང ་ ང ་ ང ་ ང ང 1924 Jahresbeitrag bis 10,40 10,41 15,60 15,61 20,80 20,81 26,- 26,01 31,20 31.21 36,40 41,60 11 über 41,60 36,41