Str. 13 39. Jahrg. Donnerstag, den 1. April 1926. Nr. 14. EINE Gießener Zeitung zogen e wirken beausgenossen. Tenge vom aalwächter Ata Henkel's Scheuerpulver ATA SCHEUER PULVER in handlicher Streuflasche! Sichert sparsamste Verwendung Billiges Haus! Unser Wohnhaus, Gießen, Krosdorferstr.2 nit 16 Zimmer, Zubehör, Garten, 1913 erba Bröße: 300 qm ist für Mk. 10500.- zuzü 1. Auswertungshypothef zu verkaufe och& Rebhuhn, Saarbrücken: Stossen Sie sich nicht an dem etwas höheren Preis der Rubina- Ölwachs Beize denn sie stellt sich im Verbrauch tätsächlich billiger als gewöhnliche Wachsbeizen, da sie viel ausgiebig. ist und weder schmiert noch abfärbt. Erhältlich in Dosen zu Mk. 1.20 u. 2.20 bei Gust. Geisse, Seltersweg 2 ( Ecke Kaplansgasse). Hersteller: E. Bibler, Chem. Fabrik, Geislingen/ Steige. Erscheint: Samstags. ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 Big. monatlich frei ins Haus. Für Aufbewahrung oder RüdRedaktionsschluß früh 8 Uhr. Jendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Sonntagsgedanken. Ostern 1926. Und wieder tragen die Gloden die frohe Botschaft weit ins Land hinein: Wintergrauen liegt hinter uns, der Frühling pocht ans Fenster, Ostern ist gekommen! Mit Himmelschlüsseln und Maßliebchen schmüden sich die Wiesen. Die Anemone schaufelt im Gehölz. Duftende Veilchen warten in den Heden. Des Haselstrauchs Fransen und der Salweide Silberfätzchen sind erster Baumschmud. Grün leuchtets in den Wiesen; ein frohlodender Schimmer hängt auch in den Zweigen der Gebüsche. Erste Zitronenfalter und Fuchsschmetterlinge ziehen Ringe durch die Luft. Lerche und Star streuen ihrer Kehle Wohllaut umher. O, der Frühling verschenkt so viel reizvolles, daß es schwer wird, alle seine Schönheiten zu nennen. Und dennoch: wie wenig Menschen macht dieser Frühling wahr haft glüdlich! Die Zeiten, in denen wir leben, sind überaus schwer und hart. War es früher in Klirren von Waffen, das durch die Luft ging, so ist es jetzt wie ein klirren von Ketten, das uns schreckt. Sind wir doch ein stark geschwächtes, dazu noch gefesseltes Bolf. Biele Freiheiten und Lebenssicherheiten gingen dem Einjelnen verloren; was uns dafür gegeben wurde, ist dürftig genug. Schleichende Not zehrt am Volkskörper; Bitternisse aller Art häufen sich in den Herzen der Menschen. Dennoch aber müssen wir versuchen, uns zum Lichte durchund emporzubringen. Dieses Auferstehen, von innen heraus, ist es ja gerade, was wir jetzt gar so sehr nötig haben. Wir müssen lauter und start werden im Innersten unserer Seele, um Kraft genug zu finden, die Trümmer so vieler Zusammenstürze wegzuschaffen und uns wieder ein Gärtchen zu bereiten, das froh schaffen läßt. Jeder arbeite zunächst an sich selbst. Dieses eine ist die Vorbedingung zu jedem neuen Aufstieg. Jeder trage seinen Teil dazu bei, auch die Jugend auf die großen Aufgaben, die ihr bevorstehen, vorzubereiten. Keiner blide auf den andern, sondern eige, daß er selbst tatfest Mitarbeiter unserer inneren und äußeren Gesundung und Erstarfung sein will. Einfacher ge worden, als wir vor dem Kriege waren, müssen wir auch an Seelenstärke, Seelengröße gewinnen und von allem Schein eitler Flunkerei, von allem Tand und aller Tändelei lassen. Der ungezügelten Selbstsucht geile Triebe müssen zurüdgeschnitten werden. Das Wohl und Wehe unseres Nächsten, unseres Volkes muß uns wieder am Herzen liegen. Hinweg mit allem zermürbenden Streit im eigenen Lager, in der eigenen Familie. Fenster auf; Herzen auf! Heute ist keine Zeit mehr, daß wir uns gegenseitig mit Parteiwut zerfleischen oder genußsüchtig in den Tag hineinleben. Eine große, eine mächtige Aufgabe wartet unserem Volke, und jeder sollte sich verpflichtet fühlen, das äußerste beizutragen, diese Aufgabe zu erfüllen. Der„ Oster- Säemann" soll jeder von uns lein! Haben wir diese große Aufgabe voll erkannt und in uns Wurzel schlagen lassen, dann haben wir auch jene Ostermahnung Einj.- Abitur menu Therſtanden, die in den Zeilen liegt: Schulen eft. -Fernipr. 1362 gegründet 1785 Konfirmations, Trau alle Behörden, Vereine, 1 empfehlen. Ilmenau Immer aufwärts sollst du streben, Um stets würdiger zu leben! Über die Wohnungsnot. Soeben hat die Zentralstelle für die Landesstatistik ein e- meindeverzeichnis für den Volksstaat Hessen herausgegeben, Die Umsatz- und Einkommensteuererklärung. Bekanntlich ist die Erklärungsfrist praktisch bis zum & April verlängert; diese Verlängerung gibt Raum für die wünschenswerte gründliche Durcharbeitung aller mit der Erlärung zusammenhängenden Fragen durch den Steuerpflich= figen. Die Mühe wird sich lohnen. In vielen Fällen wird an Steuern mehr erspart werden können, als sonst während der hierfür aufzuwendenden Zeit zu verdienen ist. Eine ordungsmäßige Buchführung erleichtert selbstverständlich die Steuererklärung; sie gibt Beruhigung und Sicherheit und schütt vor allen Dingen vor zu hoch gegriffenen Einschätzungen. Bei diesem Anlaß wird manchem wiederum der Wert ordentlicher Aufzeichnungen vor Augen treten. Es dürfte ja im allge= meinen genügen, wennn alle Einnahmen und alle Ausgaben erschöpfend aufgezeichnet werden, und wenn sich der Handwerker ferner angewöhnt, am Jahresende ein Inventar über sein ge= Jamte Betriebsvermögen aufzustellen. In der letzten Nummer dieser Zeitschrift ist bereits eine ausführliche Darlegung über die Absassung der Erklärungen gegeben worden. Wir möchten heute nochmals auf folgendes binweisen: Drud, Verlag und Expedition: Gießen, Südanlage 21 Fernsprecher Nr. 1362 Postichedtonto Nr. 8437 Amt Frankfurt a. M. das die endgültigen Ergebnisse der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und im Vergleich dazu die vom 1. Dezember 1910 enthält. Es bringt für jede einzelne Gemeinde die Zahl der Wohnhäuser, die Zahl der Haushaltungen, die Bevölkerungszahl, getrennt nach dem Geschlecht und nach der Konfession, und zwar alle Angab für beide Volkszählungsjahre. Das handliche Heftchen ist zum Preise von M 1,50 vom Hessischen StaatsverTag zu beziehen. Das Buch bringt recht interessante Zahlen. So wird z. B. nachgewiesen, daß im ganzen Hessenlande heute mehr Häuser vorhanden sind( nach der Zahl der Bevölkerung berechnet) als im Jahr 1910. Es muß doch ernstlich zu denken geben, wenn heute Wohnungsnot herrscht, obwohl mehr Wohnungen vorhanden sind. In Darmstadt tamen z. B. 1910 auf 14 Bewohner( ohne Militär) ein Haus. 1925 tommen auf nur 12,5 Einwohner ein Haus, wobei die Kasernen einbegriffen sind. Die Ursache des Uebels wird aber leider nicht erfaßt: die Zwangswirtschaft! Natürlich ist es unmöglich, die Mietpreise über Nacht freizugeben. Der Staat muß hier, wie bei allen Preisregelungen, ausgleichend wirken. Aber die Wohnungsämter müssen weg, denn sie allein verhindern das Freiwerden von Wohnungen, weil dann der Inhaber eine Beschlagnahme seiner Räume befürchten muß. ,, Das Wohnungselend hört auf in dem Augenblick, in dem die Wohnungsämter ihre Geschäftsstellen schließen", so hat sich der Leiter eines Wohnungsamtes selbst geäußert. Den Wohnungsmangel gleicht die freie Wirtschaft selbst aus. Darf ein Deutscher noch nach Italien reisen? ADB. Für Italien hat die Fremden industrie eine lebenswichtige Bedeutung. Allgemein bekannt ist der große Anteil der deutschen Gäste an dieser hervorragenden Einnahmequelle für das Land. - Was tut Italien, um sich die Freundschaft der Deutschen zu erwerben, um ihnen Italien lieb und wert zu machen? Man höre den Notschrei, der immer wieder aus Südtirol an unser Ohr schlägt! Schließung der deutschen Schulen, Einziehung deutscher Gebet- und Lehrbücher, Entlassung deutscher Beamten, Unterdrückung der deutschen Presse sowohl der einheimischen wie der reichsdeutschen und österreichischen, brutale Mißhandlungen Deutschsprechender, Erhöhung der Steuern für die deutsche Bevölkerung sind in dem deutschen Südtirol an der Tagesordnung. Alles zielt hier auf die Ausrottung des Deutschtums hin. Und da gibt es noch Deutsche, die nach Italien reisen, die Italien noch als das Land der Sehnsucht preisen; Deutsche, deren Muttersprache bei den italienischen Behörden Südtirols ,, gerechte Empörung erregt". Wir Deutsche sollten die Sentimentalität nicht auf die Spitze freiben und uns mehr auf den Boden der Wirklichkeit stellen. Wir sind in unserem Vaterlande mit wundervollen Landschaften reich genug gesegnet und können Ruhe und Erholung in Deutschland finden und manchen schönen Fleden Erde in unserem eigenen Lande tennen lernen. Uns sollte ein Land anwidern, das systematisch Keulenschläge gegen die deutsche Kultur führt, das in grausam berechneter Peinigung des deutschen Teiles seiner Bevölkerung einen besonderen Genuß zu empfinden scheint. Mag sein Simmel noch so blau und sein Land noch so sonnendurchglüht sein, der Deutsche darf nicht nach Italien reisen; er darf sich nicht von einer so tulturfeindlichen Bevölkerung das Geld aus der Tasche locken lassen! zwede anzugeben; oder schließlich, wo versäumt worden ist, vom angemeldeten Umsatz nicht gewerbliche Einnahmen( z. B. Mieteingänge, Versicherungsentschädigungen, Verzugs- und Prozeßzinjen, private Rentenbezüge, oder sonstige nicht mit dem Geschäft in unmittelbarer Beziehung stehende Einnahmen, fer= ner Ueberweisungen vom Postsched- oder Bankkonto, die im Kassekonto vereinnahmt sind) vom Umsatz in Abzug zu bringen, und diese Beträge demnach mitversteuert sind. Ebenso tann jegt eine Berichtigung erfolgen, wenn bereits versteuerte Einnahmen dem Kunden später herausbezahlt worden sind, oder etwa Zahlung mittels Wechsel erfolgte, der weitergegeben, aber bei der Fälligkeit nicht eingelöst wurde, weshalb ihn der Steuerpflichtige bezahlen mußte. Ferner tann der GesamtUmsatz berichtigt werden, wenn in den Umjägen, die dem Abnehmer getrennt in Rechnung gestellten Beförderungs- und Versicherungskosten, sowie die Vergütung für zurüdgelieferte Verpadung enthalten ist. Die Umsatzsteuererklärungsformulare sind verschieden für Gewerbetreibende mit oder ohne ordentliche Buchführung. Das Formular für Gewerbetreibende ohne Buchführung ist türzer gehalten und enthält namentlich nicht die besondere Benennung der einzelnen umsagsteuerfreien oder höher zu versteuernden Umjäge, die im großen und ganzen auch entbehrlich ist, da Import und Export, sowie Luxussteuerpflicht und HerstellerWo Umsteuerpflicht im Kleinbetrieb seltener vorkommen. Die Umsatzsteuererklärung wird sich bei vielen einfach auf die Zusammenfassung der vierteljährlichen oder monatlichen Boranmeldungen beschränken tönnen. Manche werden jedoch jezt am Jahresende ersehen, daß der angemeldete Umsatz zu lorrigieren ist. Korrekturen sind z. B. nötig, wo versäumt worden ist, in den Voranmeldungen Geldentnahmen aus der Ladentasse( vor Aufzeichnung der Tageseinnahmen) oder Warenentnahmen für den Verbrauch im Haushalt und für Geschenk- Don 1 Prozent auf 1 Prozent ermäßigt wurde. Anzugeben jäze mit der erhöhten Steuer zu belegen waren, muß dies dem Finanzamt in der Erklärung besonders fenntlich gemacht werden. In der Erklärung ist der Umjag zu trennen für die Zeit vor und nach dem 1. Oktober, da an diesem Tag der Steuersatz ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreise: die 30mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg. lokal 12 Pig., die 90mm breite Reflame Petitzeile 96 Pig. Play vorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholungen Rabatt. für Bollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Wirtschaftliche Lage des Handwerks. Einem Ersuchen des deutschen Handwerks- und Gewerbetammertags entsprechend, hat die Hess. Handwerkskammer nach stehenden Bericht über die wirtschaftliche Lage des Handwerks er« stattet. In Erledigung der Rundschreiben vom 16. Januar 1926, Nr. 9 u. 48, Ktg. vom 12. März 1926, berichten wir, daß in den legten drei Monaten das hessische Handwerk unter der allgemeinen wirtschaftlichen Depression äußerst schwer zu leiden hat. In allen Zweigen des Handwerts, mit teilweiser Ausnahm der Nahrungsmittelgewerbe, macht sich eine starke Auftrags. stockung bemerkbar, die sogar bei den Bekleidungsgewerben, tro der bevorstehenden Frühjahrssaison, den Konfirmationen und Feiertagen, nur zögernd anzuziehen beginnt. Allgemein wird darüber geklagt, daß die Zahlungsunlust der Verbraucherschaft außerordentlich ausgeprägt in die Erschei nung tritt. In den Städten wird die Zahlungsfähigkeit ge hemmt durch die herabgedrüdten Einkommensverhältnisse der Arbeiterschaft infolge der riesigen Arbeitslosigkeit, durch die Höhe der Lebenshaltungskosten, die den Haushaltsetat der Festbesoldeten stark belastet. Nicht zu verkennen ist aber auch, daß die Mißkreditierung der handwerklichen Erzeugung durch die Preisabbaubewegung an sich noch zahlungsfähige Kunden zu einer Verzögerung in der Begleichung ihrer Verpflichtungen, insbesondere auch in der Auftragserteilung, veranlaßte. Der bekannte Preisabbaugesegentwurf hat dazu vielfach Berwirrung angerichtet, auch die kleinsten Forderungen werden mitunter be anstandet, was zu unliebsamen Verhandlungen führt, weitere Schädigungen für den Unternehmer bedingen und die allgemeine Unzufriedenheit schürt. Vor allem im Organisationsleben ist die verhängnisvolle Wirkung des Entwurfs festzustellen. Von bestimmten, dem Handwerk ungünstig gegenüber stehenden Seiten wird gegen die Innungen mobil gemacht und deren Recht zur Preisbildung als bereits gesetzlich untersagt hingestellt. Die Unbelehrsamen in den Organisationen machen sich diese Verhetzungen zu eigen und ar beiten auf Auflösung der Organisationen hin. In den ländlichen Bezirken tritt ebenfalls der Geldmangel sogar in den an sich reichen Weinbaugebieten Rheinhessens emp= findlich in die Erscheinung. Die bäuerliche Bevölkerung ist nicht in der Lage, ihre Erzeugnisse abzusetzen; einige Gebiete, 3. B. in Oberhessen, haben dazu an den Nachwirkungen der sich auch im Jahre 1925 wiederholenden Mißernte zu leiden; die Ueberschwemmungen in den Monaten Januar und Februar brachten für manche Gegenden weitere große Schädigungen. Auch hierdurch wird die Zahlungsfähigkeit weiter Kreise zum Nachteil des Handwerks in ländlichen Bezirken beeinflußt. Die Klagen lauten allgemein: Recht erhebliche Augenstände, aber keinerlei Zahlungseingänge. Auf den Betrieben ruhen die Steuerlasten, die sonstigen Unkosten, die Verpflichtungen an die Vorlieferanten; die Verhältnisse zwingen zur Aufnahme von fremden Geldern, die wieder im normalen Geldverkehr mit den hohen Zinsen die Betriebe verstärkt belasten. Unsere Bestrebungen auf Beschaffung erträglich verzinslicher Darlehen bei der hessischen Regierung hatten wohl insofern Erfolg, als mit Staatsbürgschaft bei der Preußentasse vor Jahresfrist ein Kapital von 1 Million Mart aufge= bracht wurde, auch der Anteil an der Mittelstandskreditaktion brachte insgesamt rund 300 000 M, wie die Bereitstellung von 560 000 M seitens der Reichsregierung für Abgeltung von Schäden aus dem Rhein- und Ruhrkampf gewisse Erleichterungen schuf. ist stets der volle Umsatz, wie er sich aus der richtigen Aufzeichnung der täglichen Geschäftseinnahmen ergibt. Im Formular selbst sind dann die Abzüge für etwaige steuerfrei zu be= lassene, mit der erhöhten Steuer belegte Umsätze vorzunehmen. Bei der Einkommenserklärung lassen sich folgende drei Gruppen unterscheiden: 1. Nichtbuchführende Handwerker mit Einkommen von weniger als 8000 M. Sie sollen lediglich die abgekürzte Umjagerflärung ausfüllen, die auch einige Fragen enthält, deren Beantwortung Auskunft über die Betriebsverhältnisse geben soll. Aus dem Umjay soll das Einkommen mit Hilfe von Reinverdienstsätzen ( bei deren Feststellung die Landesfachverbände mitwirken) ge= schätzt werden. Zu empfehlen ist es, wenn dem Finanzamt auch Mitteilungen über außergewerbliche Einfünfte, z. B. aus Ver= mietung, gemacht werden, damit höhere Einschätzungen der= mieden werden. Ferner dürfte es sich empfehlen anzugeben, ob im abgelaufenen Jahre Zinsen für Schulden, oder Aufwendungen für sonstige, das Einkommen schmälernde Verpflich= tungen zu leisten waren, oder ob und welche Verluste einge= treten jind. Vielfach haben die unter obige Gruppe fallenden Handwerker neben der abgekürzten Umsatzsteuererklärung die umfangreiche( hellgrüne) Einkommensteuererklärung erhalten. Letztere sollte nur dann zugestellt werden, wenn ein Eintommen von über 8000 M vermutet werden tann. Da feine Bücher geführt werden, ist es oft unmöglich, die Erklärung ordentlich auszufüllen. Es dürfte sich hier empfehlen, die Fragen über die außergewerblichen Einfünfte zu beantworten und unter der Rubrik„ Einkommen aus Gewerbebetrieb" anzugeben, daß die Sonnabend, den 3. April 1926. Die verschärfte Wirtschaftskrisis beeinflußte aber besonders den Abjagmarkt in den legten Monaten. Die Kreditmittel sind aufgebraucht und können Ansprüche nur nach Maßgabe der rüdfließenden Gelder befriedigt werden. Bei den stets eingehenden Beratungen der Kreditkommission tommt die Rot weiter Kreise frag zum Ausdrud, es wird aber auch die Erjahrung gemacht, daß öfters in recht leichtfertiger Weise fremdes Geld aufgenommen wird, welcher Erscheinung wir nach Möglichkeit entgegenwirten. Go wertvoll fremde Gelder zur Wiederaufrichtung jino, besonders wenn erträgliche Zins bedingungen möglich, so müssen wir doch dringend vor allzu großer Inanspruchnahme warnen. In gleicher Weise scheint uns auch von der Berhängung der Geschäftsaufsicht in etwas leichtherziger Weise Gebrauch gemacht zu werden, ohne zu bedenten, daß auch hierdurch der geschäftliche Ruf empfindlich Schaden leiden fann. Wir fonnten mehrfach beobachten, daß Handwerksbetriebe die Geschäftsaufsicht fordern, obwohl die Belastung nach Höhe und Zeit der Entstehung im Bergleich zu den Aktiven nicht als besonders auffällig bezeichnet werden muß. Dazu werden 1. H. Gebühren von 250-300 M an das Gericht bezahlt, von welcher Summe öfters ein fleiner Teil der Gläubiger hätte befriedigt werden tönnen. Wir wirken auf die Handwerker ein, zur Vermeidung_gejchäftlicher Schädigung sich zunächst mit uns oder unseren Rebenstellen in Verbindung zu jetzen, um ein außergerichtliches Arrangement zu erzielen. Andererseits benutzen aber auch andere Kreise, die als Schuldner für das Handwert in Frage kommen, die Geschäftsaufsicht, um ein Moratorium zu erlangen, ohne im geringsten in ihrer Lebensführung fich irgendwie beschränken zu wollen. 3u all diejen Mighelligkeiten, die heute das Gewerbe bebrücken, die Tattraft lähmen und einen immer mehr um sich greifenden Bessimismus erzeugen, lasten die hohen steuerlichen und sozialen Abgaben auf den Betrieben. Der Unmut über die Steuerlasten macht sich in zahlreichen Protest kundgebungen und Massenversammlungen Luft, die teils von dem gewerblichen Mittelstand allein, teils in Gemeinschaft mit den bäuerlichen Organisationen in allen Teilen unseres Kammerbezirks abgehalten werden. Spielen in diesen Vorgängen auch politische Gründe eine große Rolle, jo entbehren sie doch nicht des inneren nur allzu wahren Kerns. Die Etats des Landes und der größeren Gemeinden zeigen statt des erwarteten Rüdganges eine weitere Anschwellung des öffentlichen Bedarfs, jodaß befürchtet werden muß, daß die angekündigten Erleichterungen in den Reichssteuern aufgewogen werden durch die erhöhten Staats- und Gemeindesteuern. Es sei hierbei bemerkt, daß wir bezgl. der Einkommenssteuerveranlagung Verhandlungen mit den Landesfachverbänden und dem Landesfinanzamt führen, die die Ermittlung zutreffender Reinverdienstsäge zum Ziel haben. Wir hoffen, daß durch die Mitwirkung des Gewerbes bei der Feststellung des steuerpflich tigen Einkommens nichtbuchführender Betriebe die früheren Fehlschätzungen und die unerquidlichen Reklamationsverhandlungen eingeschränkt werden. Namentlich besteht für die ganz tleinen Betriebe die Aussicht auf Steuerfreiheit und Rückempfang der Borauszahlungen. Die Krankenkassen und Invalidenversicherungsanstalten sind fortdauernd am Werf, ihre Beiträge zu erhöhen, oder wie der Antrag der Landesversicherungsanstalten beweist, durch Aufhebung des§ 1227 der R. V. O. sich neue Einnahmequellen zu erschließen. Die Beiträge zur Erwerbslosenfürsorge lasten ausschließlich auf den noch arbeitenden Betrieben, ihren Angestellten und Arbeitern und nehmen naturgemäß kaum noch tragbare Formen an. Hier wirft sich u. E. die Frage auf, ob nicht in Zeiten wirtschaftlicher Not, wie den heutigen, die doch nicht durch die Schuld der Wirtschaftszweige entstanden, sondern auf andere Gründe tells allgemeiner Natur zurückzuführen sind, nicht auch alle schaffenden Stände an den Kosten der Aufbringung für die E:- werbslosenfürsorge mitwirken müssen. Man sollte im Interesse Der Entlastung der Wirtschaft nicht davor zurückschrecken, die Beamten und festangestellten Personen zur Beitragsleistung, wenn auch nur vorübergehend bis zur Konsolidierung der Wirt schaft heranzuziehen. Die ungeheure Erwerbslosigkeit zeitigt zudem noch weitere handwerksschädliche Erscheinungen. Gar viele ehemalige abgebaute Beamte und entlassene Arbeiter ver suchen sich auf dem gelernten Berufe zu betätigen, sie stellen eine scharfe Konkurrenz des selbständigen Handwerks dar. Vielfach muß auch mit Gemeinden der Kampf aufgenommen werden, die diese Unterhaltungsarbeiten durch Arbeitslose herstellen lassen. Dieserhalb hatten wir letthin 6-8 Fälle zu behandeln Schäßung das Finanzamt unter Anwendung des vom Landesjachverband empfohlenen Reinverdienstsatz vornehmen soll. Liegen in dem Betrieb annormale Verhältnisse vor, so dürften diese zu schildern sein. Bezüglich des Einkommens aus Vermietung und Verpach tung sei bemerkt, daß vermutlich ein Werbungskostenpauschsatz von 50 Prozent zugelassen wird, zu dem die Grund- und SonderSteuern hinzutreten. Handwerker mit Einkommen von vermutlich über 8000 M haben in allen Fällen die große Einkommenserklärung aus zufüllen und werden zweckmäßig ebenfalls, wie vorstehend geschildert, verfahren. Vorschläge über den für den Betrieb zu= treffenden Reinverdienstjag fönnten dem Finanzamt nach Erfundigung bei dem Landesfachverband gemacht werden. 2. Handwerker, die Aufzeichnungen lediglich über die Einnahmen und Ausgaben führen. Es tommt oft vor, daß über die Einnahmen und Ausgaben wohl genau Buch geführt wird, daß aller( vielleicht mangels Juventaraufnahme) teine Bilanz aufgestellt werden kann. In diesen Fällen wäre der Ueberschuß der Einnahmen über die Geschäftsausgaben( zuzüglich Abschreibungen) festzustellen. Zu diesem Ueberschuß tritt der Mehrwert, bezw. der Minderwert des Betriebsvermögens( der Erzeugnisse, Warenvorräte, der dem Betrieb dienenden Gebäude sowie des beweglichen Anlage= tapitals) am Schluß des Geschäftsjahres gegenüber dem Stand zu Beginn des Geschäftsjahres. Dieser Mehr oder Minderwert wäre zu schätzen. Wo nach Art des Betriebs das Betriebsver mögen wesentlichen Schwankungen nicht ausgesezt ist und am Schlusse eine Warenanhäufung über das übliche Maß hinaus Gießener Zeitung" Mit Rücksicht auf die scharfen Angriffe des Parlaments wegen der Finanzgebahrung und des Beamtenapparates des hessischen Staates schränken die Behörden ihre Aufträge auf das allernotwendigste Maß ein, versuchen in diesen Dingen zu sparen, was wieder nur auf Kosten der Wirtschaft möglich ist. Wohin wir jehen, überall dasselbe trübe Bild, Stodung des Abjaymarktes, schärffter Rüdgang der Produktion, Geldmangel an allen Enden. Gleichmäßig von diesen Erscheinungen werden alle Gewerbe berührt und können wir über einzelne Gewerbezweige dielleicht noch turz berichten. Jm Baugewerbe liegen die Berhältnisse wohl am schlimm ften. Die Bautätigkeit ruht 3. 3t. fajt vollkommen, soweit nicht, wie im besetzten Rheinhessen, das Reich, Post und Eisenbahn noch einige Gebäude errichten lassen. Die fleinen Aufträge, die von Behörden und Privaten noch heraustommen, zeitigen die un glaublichsten Submissionsblüten. Die Jagd auch nach der kleinsten Arbeit läßt das Gewerbe die Direktion vollständig verlieren, es tann von ordnungsmäßig errechneten Angeboten nicht mehr gesprochen werden, was auch von den Führern des Baugewerbes nicht in Abrede gestellt wird. Dazu sind weite Kreise des Baugewerbes schwer geschädigt durch die unbezahlten rüdjtändigen Arbeitsentschädigungen aus dem Vorjahre, wo in den meisten Gemeinden auf Grund der Baukostenzuschusverordnung eine starte Bautätigkeit hervor gerufen wurde. Die Staatszuschüsse mußten gekürzt werden, Begleichung erfolgt nur sehr zögernd, die Gemeinden erhielten nicht die in Aussicht gestellten Darlehen, die Bauliebhaber selbst fonnten zum größten Teil ihre Anteile ebenfalls nicht auf. bringen. Die ganze Schwere der hierdurch geschaffenen Verhältnisse ruht auf dem Handwerk, das mit Arbeitslöhnen und teilweise Material in den schon lange fertiggestellten Häusern stedt. Wir schätzen die hierauf zurückzuführenden Außenstände für das Bauhandwert auf etwa 1,2-1,5 Millionen Mart. Bemühungen, durch Bereitstellung von Staatskrediten zu Lasten der Gemeinden die Schäden zu lindern, blieben bis jetzt ergebnislos. Wohl faßte der Landtag auf Antrag eines handwerklichen Abgeordneten einen Beschluß auf Bereitstellung von Mitteln, ob die Regierung diesen Beschluß aber angesichts der trostlojen Finanzlage des Staates ausführen kann, erscheint fraglich, die einzige Hoffnung bleibt danach Abdeckung aus der Sondersteuer 1926, wozu anläßlich der Beratung eines Bauprogrammes entsprechende Anträge eingebracht wurden. Die Nahrungsmittelgewerbe, ihrer Natur nach von der Abjayjtodung nicht so erheblich wie andere Handwerkszweige betroffen, flagen aber sehr über Rückgang der Geschäfte. Besonders in den Städten mit größerer oder mittlerer Industrie wird der Konsum an Bad- und Fleischwaren erheblich eingeschränkt. Auch macht sich hier das Borgunwesen besonders bemerkbar, dem in Orten mit gutgeleiteten Organisationen durch die Gewerbetrei benden entgegengewirkt wird, indem die Waren nur gegen Bar zahlung abgegeben werden. Die holzverarbeitenden Handwertszweige, Glaser, Schreiner, Zimmerer und Wagner, sind durch das Darniederliegen der Bautätigkeit und die Krise der Landwirtschaft sehr betroffen, Betriebseinschränkungen erheblichen Umfanges, Etillegung der Betriebe mehren sich unausgesetzt. Das gleiche gilt für die metallverarbeitenden Handwertszweige. Die Möbelfabrikation, in gewissem Zusammenhang mit der Bauwirtschaft stehend, ist fast völlig zum Erliegen gekommen. Hiervon werden auch die größten Fabriken betroffen, die in den legten Wochen ihre Betriebe bedeutend einschränkten oder ganz stillegten. Beeinflußt hiervon werden die Holzbildhauer, für die sozu jagen teine Beschäftigungsmöglichkeit besteht, die Tapezierer und Bolsterer, welch lettere ebenso wie die Maler, Lackierer und Weißbinder fast nur noch mit Reparaturen in den Haushaltungen beschäftigt sind. Die sog. schmückenden Gewerbe und solcher kunstgewerblicher Art, Buchbinder, Juweliere, Bortefeuiller, Elfenbein schniger usw., werden naturgemäß von der Geldknappheit in Mitleidenschaft gezogen. Die früher wohlhabenden Kreise sind nicht mehr in der Lage, derartige Gegenstände zu erwerben oder Aufträge zu erteilen. Erjazz aus anderen Schichten der Bevölke rung fehlt. Portefeuiller und Elfenbeinschniger, die in großem Um jange für das Ausland arbeiteten, sind hierzu infolge zu hoher Produktionskosten nicht mehr in der Lage. Wenn nicht bald eine Aenderung in den gesamten wirtschaftlichen Verhältnissen eintritt, dann werden auch die bis jetzt noch tätigen Betriebe zum Erliegen kommen. nicht vorhanden ist, tommt ein derartiger Mehr- oder Minderwert nicht in Frage. Das Einkommensteuergesetz sagt ausdrüc lich, daß in solchen Fällen der Gewinn sich lediglich als Ueberschuß der Geschäftseinnahmen über die Geschäftsausgaben sich darzustellen hat. Haushalts und sonstige private Ausgaben dürfen hierbei unter den Geschäftsausgaben nicht geführt werden. Es empfiehlt sich für die unter Nr. 2 genannten Handwer fer, daß sie die hellgrüne Einkommenserklärung ausfüllen und die Art der Gewinnermittlung aus dem Geschäftsbetrieb dem Finanzamt erläutern. Sie werden hierdurch gerechter besteuert werden, als wenn ihr Gewinn aus dem Umsatz geschätzt wird. Die Ausfüllung der Einkommenserklärung tommt hierbei auch in Frage, wenn der Gewinn 8000 Mart nicht erreicht. 3. Bilanzierende Handwerker. Für die Bewertung des Anfangsvermögens( Eröffnungsbilanz) sind besondere Vorschriften gegeben, die aus der amtlichen Erläuterung im Erklärungsformular zu ersehen sind. Die Anfangsbilanz ist dem Finanzamt durch die Vermögenssteuer bekannt. Eine höhere Bewertung des Anfangsvermögens als in der Vermögenssteuerbilanz ist in der Regel nicht gestattet. Indessen hat eine abweichende Bewertung zwedmäßiger Weise zu et folgen bei den der Aufwertung unterliegenden Forderungen ( statt 15 Prozent 25 Prozent oder den Betrag, der gerichtlich oder durch private Vereinbarung festgesetzt ist) und die Wertpapiere oder G. m. b. 5.- Anteile statt mit dem halben mit dem vollen Wert. In der Endbilanz sollen die Vermögensgegenstände mit dem gemeinen Wert bewertet werden, können jedoch auch bewertet werden mit dem Anschaffungs- oder Herstellungspreis abzüglich zulässiger Nr. 14. Delegiertentagung des Landesverbandes Hessischer Hausbesitzer- Vereine am 20. März in Friedberg. Somabend, den 3. Apr Redner ging dann noch die persönlichen Rücksprachen der Ver Staatsbehörden durch, behande Zentralverbandes, über welche die unterrichtet würden und schloß m Tätigkeit in den einzelnen Verein liche Zusammenarbeit könnte die In der Ausprache wies Se Gefahr hin, die dem Hausbesit vieler Gemeinden auf Erhöhung figende fonnte darauf erwidern, banden seien, daß aber zunächst kei seitens der Aufsichtsbehörde der Grundsteuern zwangsläufig ei bringe 83. Der Borjizende, Herr Landtagsabgeordneter Haury, eröff nete Punkt 2% Uhr die von etwa 40 Vertretern besuchte Tagung. Herr Schmidberger, der Vorsitzende des gastgebenden Vereins, hieß die Bereinsvertreter in Friedberg herzlich willkommen und wünschte der Tagung besten Verlauf. Der Vorsigende erstattete darauf Bericht über die Ereigmisse seit der letzten Tagung in Bad Nauheim. Er bespricht die Tätigkeit des Verbandes auf den verschiedenen Gebieten. Erfolge und Mizerfolge. Einen breiten Raum widmete er der Behandlung der Sondersteuer. Der Verband habe hierzu eine ganze Reihe von Forderungen gestellt. Die Regierung habe sich indes auf Debatten nicht eingelassen; sie habe die Sondersteuer einfach auf dem Verordnungswege dittiert. Es soll unter allen Umständen versucht werden, die Frage vor den Landtag zu bringen. Es werde fich dann herausstellen, ob sich bürgerliche Parteien dazu bereit finden, eine solche, den Tatbestand der Konfistation erfüllende Steuerpolitik der Regierung dem Hausbejiz gegenüber zu deden. Diese Steuerpolitik, einem einzelnen Stande gegenüber, werde bis weit in die Reiben der Linksparteien hinein verurteilt. Es werde Zeit, daß sich die Hausbej er der Parteien, die zur Regierungsfoalition ge hören, regen und ihre Abgeordneten aufklären. Ganz besonders geijelte der Redner die Schlechterstellung des gering belasteten oder unbelasteten Hausbesik in Hessen gegenüber dem Reichsgejek Die hessische Regierung habe diese Vergünstigungen der art beschnitten, dag von ihnen nicht mehr viel übrig bleibe. Demgegenüber bleibe der Betrag, der nach dem Reichsgeseh für Neubauzwede Verwendung finden müsse. unter der reichsgeſchlichen Borschrift. Das alles geschehe, um das Erträgnis aus der Steuer f die allgemeinen Verwaltungszwede so günstig wie möglich zu gestalten. Diese beiden Tatsachen fanden die einmütige Mißbilligung der Bersammlung, und in der nach folgenden Aussprache wurde die rüdsichtslose Art der steuerlichen Ausbeutung des Hausbesitzes und die Vernachlässigung des Baumarktes ganz besonders unterstrichen. Redner ging dann auf die Aktion gegen den Bodenreformgefehentwurf ein, behandelte kurz die Realkreditfrage, die Veranlagung zur Ber mögenssteuer und die Bildung der Grundbewertungsausschüsse. Hierzu bemerkte er, daß die Vereine dem Finanzamt auf Anfordern geeignete Sachverständige für die Grundstücksbewertung angeben müßten. Es könne dem Hausbesitz nicht gleichgültig jein, von wem und wie sein Grundbesitz eingeschätzt werde. Der Vorsitzende behandelte dann die Mietfestsetzung der letzten Monate, besonders die ungesetzliche Mietherabsetzung im Januar. Die damals fur die Mieterschaft untragbare Mieterhöhung werde jetzt am 1. April tragbar, weil der Staat die Mehrmiete erhalte. Die Mietenregelung erfolge nach rein parteipolitischen Gesichtspunkten. Heute, nach mehr als zwei Monaten, habe der Redner noch keine Antwort auf seine bekannte Anfrage an die bejj. Regierung. Die Antwort scheine der Regierung einige Ver legenheit zu bereiten. Was die Loderung der Zwangswirtschaft angehe, so jei in Hessen noch kein Fortschritt zu verzeichnen. Obwohl für gewerbliche Räume und große Wohnungen ein Mieterschuß sicht mehr notwendig sei, ziehe man daraus nicht die Konsequenz. Daraus fönne man schließen, daß die Regierung die 3wangswirtschaft brauche, einerseits, um ein Kompenjationsobjeft für die Linksparteien zu haben, andererseits, um den Hausbesig steuerlich ausnugen zu fönnen. Die Erfahrungen, die man seither mit der 3wangswirtschaft gemacht habe, wären Anlaß genug, an den Abbau ernstlich heranzugehen. Jedes weitere Jahr Zwangswirtschaft bebeute weitere Berschlechterung auf dem Wohnungsmarkt. Wolle man die Zwangswirtschaft so lange fortführen, bis jie durch den Zwang der Verhältnisse zusammenbreche? Bis selbst in die höchsten Regierungsstellen hinein jei man von der Schädlichkeit der Zwangswirtschaft überzeugt. Es finde aber niemand den Mut, das Odium der Aufhebung auf sich zu nehmen. So lasse man die Sache treiben zum Schaden unserer ganzen Wirtschaft. Es sei gar nicht daran zu denken, daß bei Fortdauer dieser Verhältnisse jemals normale Berhältnisse auf dem Wohnungsmartt eintreten fönnten. Man scheue sich nicht, mit falschen Zahlen gegenüber dem Hausbefig zu operieren, dem man jogar eine wesentliche Besserstellung gegenüber der Vortriegszeit andichte. Wo derartige Behaup tungen aufgetaucht seien, habe man sie mit Leichtigkeit wider legen fönnen. Eine Sache aber, die man mit derartigen Mitteln verteidigen müsse, müsse faul sein. Abschreibungen. Besondere Beachtung muß darauf verwandt werden, daß nicht durch unzulässige oder unbegründet verschieden. artige Bewertungen in der Anfangs oder Schlußbilanz ein un zutreffender Gewinn oder Verlust für dieses oder tommende Ge schäftsjahre tonstruiert wird. Als Vorauszahlung am 10. April fann ein Viertel der nach der Erklärung zu berechnenden Steuer gezahlt werden. Wer im vergangenen Jahre Ueberzahlungen geleistet hat, kann gleichzeitig Antrag stellen auf Anrechnung dieser Ueberzahlung auf die Vorauszahlung; der überzahlte Betrag fann dann in Abzug gebracht werden. Die Steuer beträgt für die ersten 8000 Mart 10 Prozent; für Ehefrau und minderjährige Kinder, die nicht über 18 Jahre alt sind und nicht selbständiges Arbeitseinkommen haben, wird je 1 Prozent weniger berechnet. Das 8000 Mart überschießende Einkommen wird für die weiteren 4000 Mart voll mit 12% Pro zent, für die nächsten 4000 Mart voll mit 15 Prozent besteuert. Am Einkommen werden in Abzug gebracht 550 Mart, sofern das Jahreseinkommen 10 000 Mart nicht übersteigt. Als Sonder leistungen werden ohne jeden Rachweis 180 Mart vom Ein tommen abgesetzt. Sind höhere Sonderleistungen entstanden, so dürfen für Versicherungs- und Sterbefasse beiträge, Lebensver sicherungsprämien und Ausgaben für Berufsfortbildung Abzüge nur bis 480 Mart( für Ehefrau und Kinder je 100 Mart mehr) gemacht werden, während die vollen Beträge für Kirchensteuern, Innungs und Handwerkskammerbeitrag abgezogen werden dür. fen. Beim Vorliegen besonderer wirtschaftlicher Verhältnisse ( durch Unterhalt und Erziehung der Kinder und Entel, Untezhaltung mittelloser Angehöriger, Krankheit, Verschuldung) kann Antrag auf Steuerermäßigung gestellt werden. Herr Obmann- Oberramstadt rigen Berein gestellten Antrag, a gangen wird. Herr Weiser- Offenbach bringt in Offenbach dazu übergegangen Mieter durch die Polizeibehörde einzuweisen. Einem solchen Borg entgegengewirkt werden. Die P auf einer Geheimverfügung des he Der Borsigende macht auf die ge merljam, insbesondere auf die G und darauf, daß dem Mieter nicht räumen sei, sondern höchſtens ein dieses nur auf tur; begrenzte Zeit um Zurverfügungstellung der Un Bolizei habe ein Vorgehen obiger Herr Wrich- Friedberg regt an daß die Sondersteuer nicht höher se triegszeit bezahlten Zinsen! Er ungerechte Auswirkung der Sonder weiteren Rednern machte allgemein right des Vorsitzenden und andere Zu Punkt 2 berichtet Herr G bach über den Bodenreformgefeher durch den Hausbesitz. Er unterstr Jammenwirten von Hausbesik und gleichmäßig an dieser Frage inter Gefahr, die von der bodenreformer unterschätzen. Die Bodenreform v Ziele, als öffentlich zugegeben wer Zu Punkt 3 behandelt Herr Le Kasführungen die Realtreditfrager des Zentralverbandes. Wohl sel leiht jaßlich behandelt wie von wurde nach Beendigung des Ref rungen zum Abdrud in der„ Ha fagung zu stellen. Zu der Frage dem Beginn der Werbearbeit in He bis die noch bestehenden Zweifels Dann solle aber mit einem dem Digen Eifer an die Werbearbeit he Bon allen Rednern wurde di die Zukunft des deutschen Haust Zu Punkt 4 berichtet Herr Einkommensteuergesetz und die be erklärung. Die Ausführungen b von uns in der vorigen Numme Redner wies besonders darauf h Bauschalierung der unständigen Der Beranlagungsarbeiten für de bestehe teinerlei Veranlassung, d Steuerveranlagung anders behand jeffehung. Wenn man dem Haus dem Haus zubillige, könne man von ihm verlangen. Zu Punkt 5 stellt Bingen der nächsten Verbandstages dortselbs 141oen. Nach turzer Aussprache schließ Hinsicht befriedigend verlaufene Sturmnacht Bon Friedrich We Da halte ich sie wieder einmal scheinbare Kapsel mit dem gesch Rabel, die zitternd nach dem ein anruhig wie das menschliche Herz. Den Unteroffizier Karl Schmidt, vember im ersten Kriegsjahr rüden in die vorderste Linie- pag übergab. Nehmen Sie ihn nicht, aber Ihnen fann er nüglich lehnte, drang er in mich: ,, Sollt's Sie ein Andenten an mich." Der besonderen Wert für ihn und ihn mag ihn wohl eine innere Ahnung lebt hat. Sobald ging sie nicht in jener Ragt, als wir nach dem Jaridgingen, russisches Maschineng nach, und einmal ilog, wie wit a dicht nebeneinander gingen, zwisch og hindurch und fiel flatschend zu es. Erit viele Wochen danach jhwerer Erfrantung die Front v an der Piliga eine verirrte Kugel ber hatte er zur Erholung in der s Bruk gesandt. Als ich die Nachr habe ich zum ersten Male den K ith sinnend betrachtete, geda eines ganz feltsamen Naturereign Ichlimmen Nacht erlebte, in der ich Seit Wochen schon standen Benzenlos dehnte sich im Düſter de Den flache Wellen ganz dahinten By Des Himmels in eins verschm 3gen webten die Wolfen dan Str. 14 ng des Landesverbandes iter- Dereine am 20. März Friedberg. rr Landtagsabgeordneter Haury, eröff on etwa 40 Vertretern besuchte Tagung. Vorsitzende des gastgebenden Bereins, r in Friedberg herzlich willkommen g besten Verlauf. Sonnabend, den 3. April 1926. Redner ging dann noch die verschiedenen Eingaben und persönlichen Rücksprachen der Verbandsleitung mit Reichs: und Staatsbehörden durch, behandelte turz die Tätigkeit des Zentralverbandes, über welche die Vereine in letzter Zeit direkt unterrichtet würden und schloß mit der Ermahnung, zu regiter Tätigkeit in den einzelnen Vereinen. Nur durch gemeinschaftliche Zusammenarbeit tönnte die Freiheit ertämpft werden. In der Aussprache wies Herr Keiser- Offenbach auf die Gefahr hin, die dem Hausbesitz drohe in den Bestrebungen vieler Gemeinden auf Erhöhung der Grundsteuern. Der Vorfigende konnte darauf erwidern, daß diese Bestrebungen vor: handen seien, daß aber zunächst feine Aussicht auf Genehmigung da die Erhöhung jeitens der Aufsichtsbehörde bestehe, der Grundsteuern zwangsläufig eine Erhöhung der Miete mit sich bringe. Herr Obmann Oberramstadt verweist auf einen vom dortigen Verein gestellten Antrag, auf den vom Vorsitzenden eingegangen wird. ttete darauf Bericht über die Ereig Jung in Bad- Nauheim. Er bespricht ides auf den verschiedenen Gebieten, Einen breiten Raum widmete er der euer. Der Verband habe hierzu eine ungen gestellt. Die Regierung habe icht eingelassen; sie habe die Gonder: Verordnungswege diftiert. Es soll versucht werden, die Frage vor den werde sich dann herausstellen, ob fi bereit finden, eine solche, den Tat erfüllende Steuerpolitik der Regie nüber zu deden. Diese Steuerpolitit, egenüber, werde bis weit in die Reihen verurteilt. Es werde Zeit, daß sich eien, die zur Regierungstoalition ge jeordneten aufklären. Ganz besonders chlechterstellung des gering belajteten iz in Hessen gegenüber dem Reichs: rung habe diese Vergünstigungen der ihnen nicht mehr viel übrig bleibe Betrag, der nach dem Reichsgeseh für g finden müsse, unter der reichsgeseh lles geschehe, um das Erträgnis aus meinen Verwaltungszwecke jo günstig Diese beiden Tatsachen fanden die der Versammlung, und in der nach rde die rücksichtslose Art der steuerSausbesizes und die Vernachlässigung esonders unterstrichen. Redner ging en den Bodenreformgesehentwurf ein, treditfrage, die Veranlagung zur Ber Idung der Grundbewertungsausschüsse. die Vereine dem Finanzamt auf An ständige für die Grundstüdsbewertung nne dem Hausbesitz nicht gleichgültig ein Grundbesitz eingeschätzt werde. Der nn die Mietfestsetzung der letzten Mo esetzliche Mietherabsetzung im Januar. Nieterschaft untragbare Mieterhöhung ragbar, weil der Staat die Mehrmlete ung erfolge nach rein parteipolitischen ch mehr als zwei Monaten, habe der ct auf seine bekannte Anfrage an die ort scheine der Regierung einige Vet: s die Lockerung der Zwangswirtschaft noch kein Fortschritt zu verzeichnen. Räume und große Wohnungen ein totwendig sei, ziehe man daraus nicht = könne man schließen, daß die Regie ft brauche, einerseits, um ein kompen tsparteien zu haben, andererseits, um asnaßen zu fönnen. Die Erfahrungen, Zwangswirtschaft gemacht habe, wären Abbau ernstlich heranzugehen. Jedes tschaft bedeute weitere Verschlechterung t. Wolle man die Zwangswirtschaft sie durch den Zwang der Verhältnisse elbst in die höchsten Regierungsstellen Schädlichkeit der Zwangswirtschaft überemand den Mut, das Odium der Aufn. So lasse man die Sache treiben zum Wirtſchaft. Es ſei gar nicht daran zu 1er dieser Verhältnisse jemals normale Sohnungsmarkt eintreten könnten. Man schen Zahlen gegenüber dem Hausbesig sogar eine wesentliche Besserstellung szeit andichte. Wo derartige Behaup , habe man sie mit Leichtigkeit wider je aber, die man mit derartigen Mitteln faul sein. Dere Beachtung muß darauf verwandt nzulässige oder unbegründet verschieden der Anfangs oder Schlußbilanz ein un er Verlust für dieses oder tommende Ge wird. am 10. April tann ein Viertel der berechnenden Steuer gezahlt werden. ahre Ueberzahlungen geleistet hat, fann n auf Anrechnung dieser Ueberzahlung der überzahlte Betrag kann dann in Herr Weiser Offenbach bringt zur Kenntnis, daß man jetzt in Offenbach dazu übergegangen sei, zwangsweise ermittierte Mieter durch die Polizeibehörde wieder in die alte Wohnung einzuweisen. Einem solchen Vorgehen müsse mit aller Energie entgegengewirkt werden. Die Praxis der Polizeiämter jolle auf einer Geheimverfügung des hessischen Ministerium beruhen. Der Vorsitzende macht auf die gesehlichen Bestimmungen auf. merkjam, insbesondere auf die Schadensersatzpflicht der Polizei und darauf, daß dem Mieter nicht die ganze Wohnung einzue) räumen sei, sondern höchstens ein Zimmer als Obdach und dieses nur auf furz begrenzte Zeit. Er ersucht den Vorredne: um Zurverfügungstellung der Unterlagen. Die Darmstädter Polizei habe ein Vorgehen obiger Art abgelehnt. Herr Ulrich Friedberg regt an, dahin vorstellig zu werden, daß die Sondersteuer nicht höher sein dürfe als die in der Vorfriegszeit bezahlten Zinsen! Er weist an einem Beispiel die ungerechte Auswirkung der Sondersteuer nach. Eine Reihe von weiteren Rednern machte allgemeine Ausführungen zu dem Bericht des Vorsitzenden und anderen Tagesfragen. Zu Punkt 2 berichtet Herr Stadtverordneter Keiser- Offenbach über den Bodenreformgesetzentwurf und die Bekämpfung durch den Hausbesig. Er unterstreicht die Forderung auf Zusammenwirken von Hausbesik und Landwirtschaft, die beide gleichmäßig an dieser Frage interessiert seien. Man solle die Gefahr, die von der bodenreformerischen Bewegung drohe, nicht unterschätzen. Die Bodenreform verfolge viel weitergehendere Ziele, als öffentlich zugegeben werde. Zu Punkt 3 behandelt Herr Lehrer Schöpp- Mainz in flaren Ausführungen die Realkreditfragen und das Realkreditinstitut des Zentralverbandes. Wohl selten wurde dieses Thema so leicht faßlich behandelt wie von Herrи Schöpp. Der Redner wurde nach Beendigung des Referats gebeten, seine Ausfüh= rungen zum Abdrud in der„ Hausbesitzer- Zeitung" zur Verfügung zu stellen. Zu der Frage selbst wurde beschlossen, mit dem Beginn der Werbearbeit in Hessen noch so lange zu warten, bis die noch bestehenden Zweifelsfragen restlos geklärt seien. Dann solle aber mit einem dem Humar'schen Gedanken würbigen Eifer an die Werbearbeit herangegangen werden. Von allen Rednern wurde die Bedeutung des Werkes für die Zukunft des deutschen Hausbesitzes anerkannt. Zu Punkt 4 berichtet Herr Ziegler- Darmstadt über das Einkommensteuergesetz und die bevorstehende Einkommensteuererklärung. Die Ausführungen bewegten sich im Rahmen der von uns in der vorigen Nummer gebrachten Abhandlungen. Redner wies besonders darauf hin, daß die Regelung durch Pauschalierung der unständigen Ausgaben eine Erleichterung der Veranlagungsarbeiten für den Hausbesitzer bedeute. Es bestehe keinerlei Veranlassung, daß der Hausbesitz bei der Steuerveranlagung anders behandelt werde als bei der Mietsejtsetzung. Wenn man dem Hausbesitzer kein Einkommen aus dem Haus zubillige, tönne man auch keine Einkommensteuer von ihm verlangen. Zu Punkt 5 stellt Bingen den Antrag auf Abhaltung des nächsten Verbandstages dortselbst. Es wird demgemäß beschlossen. ** Gießener Zeitung" daß die Verhandlungen befruchtend auf das Leben innerhalb des organisierten Hausbejizes in Hessen wirken und die ge gebenen Anregungen von Erfolg begleitet jein mögen. Lokales. Deutsche Ostern! Von Paul Warnde Scht her: das Land, das Leid erlitten, Wie keinem Land es noch geschah, Das dorngekrönt den Weg geschritten, Den schweren Weg nach Golgatha, Das Land, verblutet und entfräftet, Berspottet und vom Trug entſtellt, Das Land, es ward ans Kreuz geheftet Von dieser haßverwirrten Welt. Nun schläft es tief im dunklen Grunde; Wir aber stehen bang davor Und harren zagend Stund' um Stunde: Wer wälzt den Stein vom Grabestor? Wer wedt das Leben aus dem Staube? Wer ist es, der Erlösung bringt? Wohlan! Das tut der mächtige Glaube, Der selbst die Himmel niederzwingt. So leuchte du uns nicht vergebens Herüber aus entschwundener Zeit, Du Tag der Freude, Tag des Lebens, Du Tag der Osterseligkeit! Der du die Keime aus den Tiefen Gewaltig auf zum Lichte drängst, Der du Herzen wedst, die schliefen Du Tag, der du die Gräber sprengst! O nein, wir wollen nicht verzagen, Wo frisch die Frühlingslüfte wehn, Wo tausend Vogelstimmen sagen Vom Leben und vom Auferstehn. Und geht der Weg durch Nacht und Nöte, Der Glaube mache sie zum Spott Empor den Blid zur Morgenröte! Tut euer Wert und baut auf Gott! 1st er nicht fein Ister geraten? Dr.Oetker's Schokoladenoder Marmorkuchen Owie herrlich! Aber nun probieren Sie bitte, ob er Ihnen auch schmeckt! Dieser liebenswürdigen Aufforderung der siegesgewissen Gastgeberib wurde sofort entsprochen und festgestellt, daß der Kuchen ganz vorzüglich schmeckte. Wieder einmal, wie schon so oft, hatte Dr. Oetker's Backpulver Backin" das gute Oelingen gesichert und dieser wirklich praktischen Hausfrau allseitige Anerkennung eingetragen. ( Aus dem Leben erzählt.) Auch Ste ernten solchen Beifall, wenn Sie die Ihrigen mit einem prächtigen Oetker- Kuchen erfreuen. Ein vorzüglicher Backapparat mit dem Namen, Küchenwunder* - auf der 3. Umschlagseite des Oetker- Rezeptbuches abgebildet- verschafft Ihnen den weiteren Vorteil, auf offener Gasflamme bei sparsamstem Verbrauch viele Kuchen backen zu können, wenn Ihnen ein Backofen nicht zur Verfügung steht oder wenn Sie auf größte Sparsamkeit Wert legen. Dieser Apparat ist in meiner Versuchsküche ausprobiert und für gut befunden. Verlangen Sie die beliebten Oetker- Rezeptbücher kostenlos in den Geschäften oder, wenn vergriffen von Nach kurzer Aussprache schließt der Vorsitzende die in jeder Dr. A. Oetker, Bielefeld Hinsicht befriedigend verlaufene Tagung mit dem Wunsche, Sturmmacht im Osten. Von Friedrich Wenzel Gießen. Da halte ich sie wieder einmal in der Hand, die kleine, unscheinbare Kapsel mit dem geschliffenen Glasdeckel und der Nadel, die zitternd nach dem einen Punkt sich einstellen will, unruhig wie das menschliche Herz. Ich sehe ihn wieder vor mir, den Unteroffizier Karl Schmidt, wie er am Abend des 20. November im ersten Kriegsjahr wir standen bereit zum Einrücken in die vorderste Linie zu mir kam und seinen Kompas übergab.„ Nehmen Sie ihn doch lieber, ich brauche ihn nicht, aber Ihnen fann er nüglich sein." Als ich freundlich ablehnte, drang er in mich:„ Sollt's nicht anders sein, dann haben Sie ein Andenten an mich.“ Der Kompaß hatte offenbar einen besonderen Wert für ihn und ihn mir zu übergeben, dazu be wog ihn wohl eine innere Ahnung, wie sie so mancher draußen erlebt hat. Sobald ging sie nicht in Erfüllung. 3war jchidte in jener Nacht, als wir nach dem Sturm zur Ausgangsstellung zurüdgingen, russisches Maschinengewehrfeuer uns seine Grüße nach, und einmal flog, wie wir an der Spitze der Kompagnie dicht nebeneinander gingen, zwischen unseren Köpfen ein Geschoß hindurch und fiel klatschend zu Boden. Aber keinen haschte es. Erst viele Wochen danach ich hatte inzwischen wegen schwerer Erkrankung die Front verlassen müssen traf ihn an der Piliga eine verirrte Kugel mitten ins Herz. Kurz vorher hatte er zur Erholung in der Heimat geweilt und mir einen Gruß gesandt. Als ich die Nachricht von seinem Tode erhielt, habe ich zum ersten Male den Kompas hervorgeholt, und wie ich ihn sinnend betrachtete, gedachte ich auch mit Schaudern eines ganz seltsamen Naturereignisses, das ich damals in der schlimmen Nacht erlebte, in der ich den Kompaß erhielt. ir die ersten 8000 Mart 10 Prozent; für rige Kinder, die nicht über 18 Jahre indiges Arbeitseinkommen haben, wird rechnet. Das 8000 Mark überschießend weiteren 4000 Mart voll mit 12% Pro 00 Mart voll mit 15 Prozent besteuert rden in Abzug gebracht 550 Mark, sofern 0 000 Mart nicht übersteigt. Als Sonders jeden Nachweis 180 Mart vom Ein o höhere Sonderleistungen entstanden, so gs- und Sterbetallebeiträge, LebensverAusgaben für Berufsfortbildung Abzüge Ehefrau und Kinder je 100 Mart mehr) end die vollen Beträge für Kirchensteuern, ertstammerbeitrag abgezogen werden dür besonderer wirtschaftlicher Berhältnisse Erziehung der Kinder und Entel, Unter gehöriger, Krankheit, Verschuldung) kann ißigung gestellt werden. Seit Wochen schon standen wir drüben im Osten. Fast grenzenlos dehnte sich im Düster des Novembertages die Ebene, deren flache Wellen ganz dahinten am Horizont mit dem Nebel= grau des Himmels in eins verschmolzen. In langen schwarzen Zügen schwebten die Wolken darüber und warfen uns zum Die Miete für April. Nr. 14. Das hessische Gesamtministerium erläßt dazu folgende Bekanntmachung:„ Die gesetzliche Miete für den Monat April wird auf 95 Prozent der Friedensmiete festgesetzt. Im übrigen tritt eine Aenderung der bisherigen Bestimmungen nicht ein." Gruße Schnee und Eishagel ins Gesicht. Bald heulte der Sturm auf, um schnell in sich zusammenzusinken. Dann lag das Land still und doch voll Spannung wie ein sprungbereites Tier. Durch den Wald hatten sich die Kolonnen vorwärts geschoben. Aber das war nicht unser Wald. Auf den deutschen Höhen wölbt sich der Laubwald zum himmelanstrebenden Dom, erfüllt von sanstem Lichte, das auf dem zartfarbigen Teppich zu unseren Füßen dahinhuscht, und umhüllt schützend die Seele, die hier ihre Feierstunde sucht. Dort zwischen den ruhigen, ernſten Gäulen des Nadelwaldes webt Dämmerzauber. Ein verirrter Liuytstrahl blizt auf dem dunklen Teich im heimlichen Grund, als funkelten aus der Tiefe die Zinnen des Märchenschlosses, und durch das lichtgrüne Bachtälchen zieht die Elfentönigin auf ihrem Nebelgespann. Feierstunde und Märchenzauber, das ist deutscher Wald, ist deutsche Seele. Wie anders im Osten. Eintönig wie das Feld draußen dehnt sich meilenweit der Wald. Feindlich stellt er sich dem Eindringling entgegen. Ausschießendes Gestrüpp versperrt den Weg, der modrige Boden weicht dem tastenden Fuß. Da fällt kein Lichtstrahl durch die Waldwipfel, unheimliches Düster hängt zwischen den wuchtigen Stämmen, nichts erhebt den Menschen zur ehrfürchtiger Bewunderung vor des Schöpfers Wert, die Seele findet teinen Widerhall. In starrer Ruhe steht der Wald. Wenn dann der Sturm heulend über das Blachfeld rast, braust es drohend in den Kronen, ächzen die Säulen bis in die Wurzeln, splittern trachend die Aeste, schallt es wie Kampfgetöse durch den Wald. Kaltes Grauen greist nach der geängiteten Seele, hilflos steht der Wanderer wie einst der erste Mensch inmitten gigantischer Urwelt. Starre Ruhe und jähes wildes Aufzuden, ist es nicht jlawische Art? Wahrlich, im Walde wohnt eines Voltes Seele. Ein dumpjes Gefühl lastete auf den Bataillonen, die in langen Zuge sich im November des ersten Kriegsjahres auf der Straße nach Lodz zu bewegten. Bei Sjeradz, wo in aller Eile eine Notbrüde über die Warthe hergerichtet worden war, hatte die Brigade den Strom überschritten und war nun eingetaucht in den Kiefernwald, der weithin sich ausdehnte. Auf dem ge= Gedenktage im April. 1. 1876 beutsches Gesetz über Kriegsleistungen erlassen. 1851 preuß. Generalinspektor Mudra geb. 2. 1626 Georg II. v. Sachsen- Meiningen geb. 1801 Schlacht bei Abukir( Nelson). 3. 1876 Henriette Davidis gest. 4. 1901 Mac Kinley, Prä jident. 1826 Herrmann Meyer( Leriton) geb.- 5. 1916 Frie densforderung Bethmann- Hollwegs. 14. 1901 intern. Schiebe gerichtshof im Haag begründet. 18, 1906 Erdbeben in San Franzisko. 19. 1801 Verkündigung der serb. Verfassung.- 22. 1826 Schlacht bei Missolonghi. 23. 976 Bafilius II., Kaiser von Byzanz, tommt zur Regierung. 25. 1626 Wallenstein siegt bei Dessau. 26. 1925 Hindenburg wird Reichspräsident. 28. 1626 Friedrich I., König von Schweden, geb.- 29, 1676 Admiral Runter gest. * Osterpost und Wohlfahrtsbriefmarken. Durch reichliche Verwendung von Wohlfahrtsbriefmarken zugunsten der Deutschen Nothilfe während der Osterzeit kann jeder nach seinen Kräften zur Linderung der immer noch in weiten Kreisen bestehenden Not beitragen. Die Wohlfahrtsbriefmarken sind bis zum 31. Mai als Postwertzeichen an Stelle gewöhnlicher Brief marken gültig. Sie sind jetzt nicht mehr bei den Bostämtern erhältlich, sondern nur durch die bekannten Wohlfahrtsorgani sationen und durch die Wohlfahrtsämter zu beziehen. * Straßensperre auf der Strede Gießen- Frankfurt. Die Kreisstraßenstrede Klein- Linden Großen Linden wird vom 6. April ab wegen Ausführung von Pflasterarbeiten für den Fuhrverkehr und Autoverkehr gesperrt. Der Durchgangsverkehr von Gießen nach Frankfurt wird über Klein- Linden- LüzellindenGroßen- Linden, derjenige von Frankfurt nach Gießen über Großen Linden- Leihgestern geleitet. * Pädagogisches Institut Mainz. Das Sommer- Semester beginnt am 20. April. Anmeldungen sind bis zum 5. Mai zugelassen. Das Vorlesungsverzeichnis ist durch das Sekretariat, Mainz, Petersstraße 2, zu beziehen. * Tagung des Provinziallandtages. Der Provinzialland tag der Provinz Oberhessen trat zu seiner diesjährigen ordentlichen Tagung zusammen. Im Mittelpunkte stand die Beratung des Haushaltsvoranschlags für 1926. Dieser schließt in Ein nahmen und Ausgaben mit 1 448 521 Mart gegen 1 201 280 Mark im Vorjahre ab. An Hauptausgabeposten entfallen auf die Kreisstraßenerneuerung und unterhaltung 1 007 500( 789 500) Mark und die soziale Fürsorge 253 882( 244 007) Mark. Auf der Einnahmeseite werden aus den Erträgen der Kraftfahrzeugsteuer für Zwede der Kreisstraßen 602 500 Mart erwartet. Die Provinzialumlagen werden wieder in der bisherigen Höhe erhoben werden. Weiter genehmigte der Provinziallandtag den Haushaltsvoranschlag des Provinzialwasserwerks Inheiden, der mit 809 500 Mart abschließt, und denjenigen des elektrischen Kraft- Ueberlandwerks Oberhessen, der mit 2 925 000 Mark aus: geglichen ist. * Am 22., 23. und 24. Mai 1926 findet in Offenbach a. M. die Einweihung des Denkmals für die im Weltkrieg gefallenen Kameraden des Inf.- Regt. 168 und der aus dem Regiment herDorgegangenen Formationen R. J. R. 221, R. J. R. 254, J. R. 186, Brig. Ers. Batl. 49 und J. R. 365 statt. Alle ehemaligen Angehörigen der Regimenter werden gebeten, umgehend ihre Adresse an Kamerad H. Stadtmüller, Offenbach a. M., Frantfurterstr. 81, mitzuteilen. Geschäftliches. Künstliche Augen. Im Interesse des in Betracht kommenden Publikums liegt es, darauf zu achten, daß Herr Müller Welt aus Stuttgart zur Anfertigung fünstlicher Augen nach Natur am 12. und 13. April in Gießen, Hotel Bittoria, sich aushält. frorenen Boden marschierte sich's flotter als seither durch den zähen Schlamm, aber die lustigen, ernsten und wehmütigen Weisen aus der Heimat wollten diesmal nicht erklingen. Die Spitzentompagnie, die vierte des Landwehrbataillons 41, die immer frisch drauflos ging, auf dem Marsch wie im Gefecht. hatte wiederholt angesetzt, aber der Gesang drang nicht durch, er wurde geradezu aufgezehrt durch einen eigenartigen schwingenden Ton, der bald heller, bald dumpfer zwischen den Bäumen schwebte. Heute noch werden wir zu tun bekommen. Die ganze Zeit schon höre ich in der Ferne die Geschütze." Mit diesen Worten unterbrach der Unteroffizier Schmidt, der mit mir bei der Spitze war, die Stille. Will mir nicht scheinen", erwiderte ich. Der Ton tommt aus dem Wald; vielleicht streicht von der Ebene her ein Luftzug durch die Kronen. Das Rauschen unseres Waldes klingt doch anders, so viel gemütvoller und anheimelnder."„ Ganz gewiß", pflichtete Schmidt bei.„ In dem Wald hier bin ich wie ein Gefangener; wie verhert scheint er zu sein. Sie werden mich auslachen, aber wir einfachen Leute haben auch unsere Gedanken. Auf dem Marsch oder auf Feldwache fällt einem so manches ein aus früherer Zeit. Märchen habe ich immer gerne gehört und ich weiß sie noch. Das Rotkäppchen wäre aus dem Walde nicht gekommen. Das ist überhaupt tein Wald, wie wir ihn zu Hause kennen. Das sind nur viele, viele Bäume, wie es ja auch unsere schönen Wiesen hier nicht gibt. Ich finde die Worte nicht, mich auszudrüden, aber Sie werden mich verstehen."„ Sie haben recht, Kamerad", entgegnete ich. Dieselbe Wahrnehmung habe ich ebenfalls gemacht. Aber einstweilen tut der Wald seine Schuldigkeit: er verdedt den Aufmarsch." Damit brach das turze Gespräch ab. Ich wunderte mich leineswegs über das Empfinden des einfachen Kameraden. Er fühlte den Gegensaz zwischen dem Unpersönlichen, Chaotischen des Ostens und dem klar ausgeprägten Wesen der Heimat. Solche Beispiele gemütvollen Verständnisses waren mir wiederholt begegnet. Es waren besinnliche Leute, diese Landwehrmänner. Die Heimat trugen sie im Herzen mit, in ihren Gedanken rauschte der deutsche Wald. Fortsetzung folgt. LIEBIG Wenn in dieser faden Zeit Nehmen Sie auch noch fade Speisen auf den Tisch kommen, so soll doch gleich.. geholfen werden! Liebig flüssig den gewürzten Fleisch Extrakt Eine kleine Menge kraftigt die Speisen und macht sie schmack haft und bekömmlich. Fleisch Extrak LIEBIG GESELLSCENT Liebig flüssig 11 Gießener Zeitung" Pallabong- Puder reinigt u. entfettet das Haar auf trockenem Wege, macht schöne Frisur, besond Bubikopf geeignet für Bei Tanzu Sport unentbehrlich. Zu haben in Dosen von M I- an in Friseurgeschäften, Parfümerien, Drogerien u. Apotheken. Nachahmung weise zurück! Achtung! 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Inserieren Sie deshalb in den Zeitungen ,, Gießener Zeitung"- ,, Hessisches Handwerk u. Gewerbe" Auflage 35500 ,, Hessische Hausbesitzer- Zeitung" Auflage 11500- ,, Hessischer Kamerad" Auflage 37000- ,, Allgem. Hessische Sportzeitung"- ,, Evangelische Warte" Man wende sich umgehend an die Geschäftsstelle: Giessen, Südanlage 21. Fernsprecher 1362 und 1145. 39. Jahrg. Gi Erfgeint: Sa Bezugspreis 40 Pfg. mon Redaktionsflug früh 8 Uhr.- fendung nicht verlangter Manuf Sonntagsg Die Herolde der Blumen und Wiesen und eine nach der a Sonnentag. Ueber die Berge ist ziehende Frühling hat mit aller J Alten verdrängt. Ein Maler ha auf dem der Frühling als holder, Knabe, die Geige in der Hand, du tur shreitet. Ein Quell flingt ih umfliegen ihn, ein seliger Mensch cines Tales, und über ihm am bla en Wolken mit Segeln der Sehnsu Frühlings quillt ein feiner, felig Klüfte, zu allen Bergen und Höhen, So grüßt ans der Frühling mit B Komm, geh' heute am Frühli meues Leben beginnt! Schau die 2 Gs müdt sich die Au, auf Straud lein herzhaft die Augen auf, die R goldene Licht und der erwachende ter ab, beginnt den Gaal feftlich zu hon zum Frühjahrskonzert geton heden streut der junge Lenz die er behutsam und zart die Quelle, die lenzesfrischer, sonniger Frühlingsfal lein sein bestes und innigstes Lied. Gloden läuten zum Frühlings jamen Herzen entflieht die frostige is des Alloaters Hand erhoben. 2 Walten und überall fühlt man de Vom Reich Der Reichstag ist am 27. eine elfftündige Sigung hinte zum 27. April in die Ferier Sigung brachte die Annahme gelege und die Erledigung des ter Lejung, der damit zum e zeitig vor dem 1. April unte werden konnte. Sämtliche nisten und Völkischen, stimmt Die Abstimmungen hatte Ergebnis: Der deutschnationa der Hauszinssteuer um 6 Pr wurde mit 251 gegen 98 Stim len und der Wirtschaftl. Vere Ausschußporschlägen entspreche dag die Miete von 100 Proze zum 31. März 1927 nicht übers namentlicher Abstimmung wu munistischen Antrag auf völ jagsteuer abgestimmt. Der gegen 33 Stimmen bei 176 G nationalen und Sozialdemokr Die Lurussteuer wurde Die Umsatzsteuer wurde 0,75 Prozent festgesetzt. Auch Parteien werden von der Ums timmungen über die Fusion werden gebilligt. Auch der Rest der Steuer Frohe Burg Bon Dr. Ewald Etlige Tage freie Zeit, ein viel und nicht zu wenig Son Prola des Lebens verlangt, ein Talhe- was braucht es mehr zu Uebrige mag sich dann jeder nach righten ob er allein wandern w Erholung, zum Genusse, zur Belehr be tann man teine Ratschläge ert ben teten Deutschen zum festen in ben letten Jahren immer wiede Männern unjeres Boltes ausgesp heimat! Und in heutigen Tagen Bahnung werden! Ich mag hier bringen, es versteht mich ja ohnehi bern mit unserm deutschen Bolte le Der Ziele für eine frohe deutsch li genug. Ein langes Leben rei juhuchen. Denn ich bin ein altmo meine ich, daß es nicht genügt, Finalhauen, um dann das Geset Die Ehönheit der deutschen Heim Das find wir ihr und uns selbst sch jes Erlebnis suchen will, das ist w Die meinige war es seit der eben. Zum deutschen Strom mit aft, mit seinen Erinnerungen, m emirbigen Städte und Klöster,