er AG ir gs A.-G. eg. hohe vergeben t. me Infrag. an dt, eit! ing. Costenfrei. W. 30 irts zeit! Aufhüre ,, Ein in, miker, - Energie iberdruß, igst- und nervösen erhalten eise über in W 30a. ssingPrivate. log. Z3 chstr. 59. Giessener Zeitung ( neueste Nachrichten) mit ( Giessener Cageblatt) Amts- u. Vereinsnachrichten Bezugspreis: 60 Goldpfennig monatlich frei Haus, bet obligatorisch. Bezug durch Vereine 30 Goldpf. Telephon Nr. 1362. 38. Jahrg. Expedition: Shoanlage 21. Redaktion, Druck und Verlag: Albin Klein in Gießen, Verlagsdruckerei, vorm. Keller, gegr. 1783. Anzeigenpreise: 30 mm brette Petitzeile, Auswärts 30 Goldpfg Lokal " " " 90 " " Reklamezeile Samstag, den 30. Mai 1925. Wirtschaftliche Rundschau. ( Zusammenfassende Uebersicht über die deutsche Wirtschaftslage.) ( Nachdruck verboten.) Allgemeine Lage. Verschlechterungen in einzelnen Wirtschaftszweigen hielten sich im großen und ganzen mit Besse= rungen in anderen die Wage. Jm allgemeinen blieben die Verhältnisse noch sehr unsicher. Vereinzelt nahm die Geld- und Kreditnot wieder schärfere Formen an, die Zahlungseingänge gestalten sich immer noch sehr schleppend. Der scharfe in- und ausländische Wettbewerb führte teilweise zu Preissenkungen, vereinzelt kam es aber auch wieder zu Preissteigerungen. Geldmarkt. Die Golddiskontbank hat sich bereit erklärt, ihren Zinssatz von 8 auf 7 Prozent zu ermäßigen, wenn der 3prozentige Provisionssay der Banken ebenfalls herabgesetzt wird. Die ganze Aufmerksamkeit der Börse wurde in der letzten Zeit von den politischen Vorgängen in Anspruch genommen. Man wartet die Wirkung der jetzt veröffentlichten Zolltarifvorlage ab; da ihre Einbringung im Reichstag zu parlamentarischen Auseinandersetzungen führen wird, verhält sich die Spekulation allgemein zurückhaltend. Das Geschäft hat sich sowohl auf den Industrieaktien- Märkten als am Anleihemarkt noch weiter eingeengt. Die Meldung wird bestätigt, wonach die Bank von Frankreich, die Reichsbank und die Bank von England sich geeinigt hätten, der Sowjetregierung und den von ihr abhängigen Organisationen alle Kredite zu verweigern. - Handel, Gewerbe und Industrie. Die letzte Großhandelsindexziffer des Statistschen Rechsamtes zeigt fast keine Veränderung. Der Jnlandsmarkt war durch die geringe Kauftraft sehr beengt, der Export wurde immer noch durch die hohen Preise, die Unmöglichkeit, auf die Zahlungsbedingungen der ausländischen Abnehmer einzugehen und das Risiko der noch nicht abgeschlossenen Handelsverträge in Verbindung mit an= dauernden Zolländerungen in den bedeutensten Ausfuhrstaaten starf beeinträchtigt. Die ausländische Konkurrenz versuchte, unter Ausnügung niedriger Produktionskosten und günstigerer Zahlungsbedingungen der deutschen Industrie nicht bloß auf dem Weltmarkt, sondern auch auf dem deutschen Binnenmarkt das Absatzgebiet zu entreißen. Die Reichsregierung hat eine Verordnung über die Aufhebung notwirtschaftlicher Verordnungen erlassen. Es befinden sich darunter die Verordnung zur Sicherstellung des Warenumlaufs, die Verordnung wegen Verbots der Ausfuhr lebenswichtiger Gegenstände, die Verordnung über Notstandsversorgung und die Verordnung über Preisprüfungsstellen. Die Vorarbeiten zur Neubildung des Stahlwerksverbandes sind erheblich fortgeschritten. In der Schuhindustrie hält die gute Beschäftigung in den meisten Fabriken an. Ein Zusammenschluß der Beleuchtungskörper- Industrie steht bevor. - Kohlen. Der große Ausschuß des Reichskohlenrates hat die Syndikatsverträge für Oberschlesien, das Rheinland, Westfalen und Mitteldeutschland genehmigt. Jm Reichstag ist eine 10 120 " If Nr. 63. Interpellation aller Parteien eingegangen, die auf die durch die Absazkrise hervorgerufene schwere Gefährdung des Kohlenbergbaues hinweist und Abhilfemaßnahmen durch eine großzügige Verkehrspolitik insbesondere auch durch Förderung des Planes einer Wasserstraßenverbindung zum Rheine fordert.- Jm April wurden auf den Zechen des Ruhrgebietes 8 300 432 Tonnen Kohle gefördert gegen 9 047 182 Tonnen im März oder arbeitstäglich im April 345 851 Tonnen gegen 347 969 Tonnen im März. Mit einer Aenderung der Preise für Braunkohle ist erst mit dem 1. August zu rechnen und zwar soll dann eine Preiserhöhung um eine Mark pro Tonne in Betracht kommen. Holzmarkt. Am Rundholzmarkt sind keine wesentlichen Aenderungen eingetreten. Am Nadelholzwarenmarkt hielt die etwas gebesserte Geschäftslage an. Jm allgemeinen gut gefragt erwiesen sich Bauholzlisten. - Warenmarkt. Die neuerlich vermehrt auftretenden Zahlungsschwierigkeiten im Warenhandel können als Anzeichen einer gewissen Verschärfung der Wirtschaftsfrise bewertet werden. Der Norddeutsche Wollkämerei- und KammgarnspinnereiVerband in Bremen hat auf den Ausfall der Londoner Wollauktion die Listenpreise für sämtliche Wollgespinnste um etwa 25 bis 30 Prozent herabgesetzt. Am Rohhäutemarkt hielt die schwache Tendenz an. Auf den letzten Häuteversteigerungen, die zwar immer noch gut besucht waren, blieben wieder viele Posten ohne Gebot, sodaß viele Lose nicht verkauft werden konnten. Die Preise sind fast durchwegs bis zu 10 Prozent zurückgegangen. Besonders Schaffelle waren sehr schwer verkäuflich. Die gleiche sinkende Tendenz machte sich auch auf dem Londoner Markt bemerkbar. Die 83. Versteigerung des Allgemeinen Häuteverwertungsverbandes zu Berlin findet am 3. und 4. Juni statt. Am Ledermarkt ist wohl Bedarf vorhanden, doch beeinflußten die Vorgänge am Rohhäutemarkt das Ledergeschäft, so daß von einer lebhaften Kaufstimmung mit größeren Umsätzen nicht gesprochen werden kann. In den Vereinigten Staaten kommen auf jeden Einwohner im Jahre 628 3igaretten, in Deutschland 599, in Belgien 513, in Italien 284, in Frankreich 249 und in Schweden 184. Die Rheinisch- Westfälische Bleifabrik- Händlervereinigung hat die Preise für gewalzte und gepreßte Bleifabrikate auf 90 Mt. per Doppelzentner ermäßigt. - Landwirtschaft. Die heiße Witterung und der erquickende Regen der letzten Tage haben auf das Wachstum der Fluren eine wohltuende Wirkung ausgeübt. Der Stand der Fluren kann weiterhin als recht günstig angesprochen werden. Der letzte Saatenstandsbericht hebt hervor, daß sowohl der Winterweizen, wie der Winterroggen ihren Stand gegenüber der gleichen Zeit im Vorjahre wesentlich verbessert haben. Auch der Stand der Weinberge wird als sehr gut bezeichnet. Die Hopfenpflanze machte unter dem Einflusse der günstigen Witterung erfreuliche Fortschritte. Produktenmarkt. Die Getreidepreise konnten sich auch angesichts der schwächeren Auslandsmeldungen vorwiegend jedoch bei ruhigem Verkehr behaupten. Für Gerste zeigte sich wenig Interesse; Hafer blieb infolge reger Nachfrage fest. Futterartikel waren ruhig. Das Erscheinen der Zollvorlage übte auf den Produktenmärkten keine feststellbare Wirkung aus. Eine wesentliche Aenderung der Preise ist nicht eingetreten. Nach Auslandsware bestand im Hinblick auf die geplanten Zölle trotz der hohen Preise rege Nachfrage. Viehmarkt. Der Auftrieb an Schlachtvieh war auf den meisten Märkten wieder etwas höher. Der Handel verlief fast durchweg langsam. Die Preise waren bei Rindern auf den meisten Märkten durchschnittlich um 1-4 Pfg. niedriger und auch Schafe wurden fast durchwegs um 3-12 Pfg. je Pfund billiger. Nur vereinzelt zogen die Preise etwas an. Kälber wurden wieder auf den meisten Märkten um 2-10 Pfennig teurer. Auch für Schweine fonnten auf einer Reihe von Märkten 2-5 Pfg. je Pfund mehr erzielt werden, während auf den übrigen Märkten etwas billiger bezw. unverändert notiert wurde. - Berkehr. Die Einnahmen der Reichsbahn im März be= trugen 360,45 Mill. Mk., die Ausgaben 307,55. Die bisher vorliegenden Ergebnisse für April zeigen, daß mit einem planmäßigen Verlauf der Betriebswirtschaft gerechnet werden kann. Die Reichsbahngesellschaft dementiert die Gerüchte von einer bevorstehenden Erhöhung der Gütertarife. Arbeitsmarkt. Die Lage konnte sich auch weiterhin in der letzten Zeit bessern. Die Zahl der unterstützten Erwerbslosen weist sowohl für männliche und weibliche Unterstützungsempfänger eine merkliche Abnahme auf. Ausland. Die steigende Passivität der polnischen Handelsbilanz läßt die Lage Polens immer ungünstiger erscheinen.- Die Zahl der Arbeitslosen beträgt in England gegenwärtig 1 184 200, das ist 158 062 mehr als zur gleichen Zeit im Vorjahre. bewillige solche lediglich nach wie vor für die sogenannten „ Chamados", d. h. die Anträge hier seßhaft gewordener Ansiedler oder Landarbeiter auf kostenlose Herüberschaffung ihrer Familienmitglieder. Die jetzt in Scharen eintreffenden deutschen Einwanderer eignen sich im allgemeinen noch weniger als in früheren Jahren zum Ansiedler. Sie sind zum großen Teil Industriearbeiter oder Großstadtbewohner, die, das Beispiel der deutschen Bauern vor Augen, sich einbilden, durch Auswanderung nach Brasilien dem Nahrungsmittelmangel und körperlicher Not zu entrinnen. Sie mögen vielen guten Willen haben; sind sie aber erst im Lande und lernen die vielen Enttäuschungen kennen, die hier ( zu beginnen mit schwarzen Bohnen und Reis, dem dem deutschen Gaumen wenig zusagenden Nationalgericht) ihrer warten, so schlägt ihre Stimmung, oft schon bevor sie an die Arbeitsstelle kommen, rasch um, und nicht wenige werfen nach kurzer Zeit schon die Flinte ins Korn. Porto Alegre, Blumenau, Florianopolis und Joinville sind angefüllt mit deutschen Rüdwanderern, die einen Siedlungsversuch gemacht haben, die nötige Energie zum Durchhalten aber nicht besaßen und nur eines wünschen: Auf irgendeine Weise wieder nach Deutschland zurückzugehen. Auch auf der deutschen Gesandtschaft sprechen täglich Dutzende von mittellosen Neuankömmlingen vor, die auf Kosten des Reichs nach Deutschland zurückgeschafft zu werden wünschen und regelmäßig darüber sehr erstaunt sind, daß sich die Fürsorge des Reichs für Auswanderer nicht auch darauf erstreckt, ihnen die Rückreise nach der verlassenen Heimat zu zahlen. Die deutsche Konkurrenz. Von Ferdinand Perkampus. Uebergroße Einwanderung Deutscher in Brasilien. über die Vergebung von ausländischen Aufträgen an deussche - Die Einwanderung von Deutschen nach Brasilien hat neuerdings eine Wendung genommen, die zu ernsten Besorgnissen Anlaß gibt. Die genaue Zahl der deutschen Einwanderer in den letzten Monaten hat sich bisher nicht feststellen lassen. Nach einer Mitteilung des„ Einwanderungsverwalters" sollen vom 1. Januar bis 15. März auf der Blumeninsel 2707 Deutsche aufgenommen worden sein. Hierzu kommt die große Menge der in Rio Landenden, die nicht diese ihnen von den Einwanderungsbehörden gebotenen Vorteile in Anspruch nehmen, sowie der= jenigen Einwanderer, welche direkt nach Santos oder weiter nach Süden reisen. Die deutschen Geschäfte werden von Stellung suchenden „ Neudeutschen“ überlaufen und sind kaum mehr in der Lage, irgend jemanden anzustellen. Auch die Gesandtschaft wird täg- lich von Einwanderern aufgesucht, die um jeden Preis irgend= einen Posten zu erhalten suchen. Nach den aus anderen Staaten vorliegenden Nachrichten liegen die Verhältnisse dort ähn= lich. Sollte der Einwandererstrom nicht bald nachlassen, so muß man damit rechnen, daß die Mehrzahl der mittellos in Brafilien Ankommenden trotz der Bemühungen aller beteiligten Stellen arbeitslos bleiben und einem überaus traurigen Schicksal verfallen.- Auch der brasilianische Intendent" der Einwanderung hat sich dahin geäußert, daß die übermäßig starke deutsche Einwanderung, so begrüßenswert sie eigentlich sei, wegen Mangels an vermessenen Regierungsländereien auf die größten Schwierigteiten stoßen würde. Die sämtlichen vermessenen Regierungslose seien abgegeben worden. Wenn auch auf den Regierungskolonien Vermessungsarbeiten im Gange seien, so sei vor Ablauf von längerer Zeit nicht damit zu rechnen, daß Land an mittellose Einwanderer zugeteilt werden könne. Als Fazentaarbeiter fönnten Einwanderer noch unterkommen. Der Intendent erwähnte, daß an Regierungskolonien in der letzten Zeit lediglich eine Kolonie im Staate Espirito Sonto mit dem Namen Santos Neves im Munzip S. Matheus errichtet sei, mit deren Fertigstellung erst innerhalb der nächsten sechs Monate gerechnet werden könne; er erklärte ferner, daß die brasilianische Regierung zurzeit Freifahrten für Neueinreisende nicht gewähre; sie - In den letzten Wochen werden auffallend viel Meldungen Industrieunternehmungen verbreitet, so daß tatsächlich heute in weitesten Kreisen des deutschen Volkes die Ansicht vorherrscht, als sei der deutsche Unternehmer schon wieder Herr seiner früheren Absatzgebiete und deutsche Erzeugnisse am begehrtesten. Das eine ist so falsch wie das andere, alle Meldungen von einer starken Betätigung des deutschen Produzenten auf dem Weltmarkt sind absichtlich übertrieben und verfolgen zwei ganz be= stimmte Ziele, die sich schon heute klar erkennen lassen. Einmal wollen die ausländischen Industriellen die oben skizzierten Meldungen werden nämlich fast ausschließlich aus der aus= ländischen Presse in die deutsche übernommen ihren eigenen Volksgenossen systematisch und überzeugend die sogenannte | ,, deutsche Gefahr" zu Gemüte führen, dann aber wollen sie nach bekanntem Vorbild aus der Kriegszeit im deutschen Volke die Stimmung hervorrufen, als gehe es der mit ausländischen Aufträgen reichlich ausgestatteten deutschen Wirtschaft glänzend, so| daß es ihr außerordentlich leicht sein müsse, Lohn- und Gehaltswünsche und sonstige Forderungen der Arbeiterschaft zu erfüllen. Mit anderen Worten will man also durch die Vortäuschung wirtschaftlichen Wohlstandes den Boden für Auseinander segungen zwischen dem deutschen Unternehmer und seinen Arbeitern vorbereiten und aus dem dadurch entstehenden Produktionsausfall den Nutzen ziehen. Wir sehen also, daß wir es hier mit einem ganz gefährlichen Kampfmittel zu tun haben, das die Siegerstaaten in dem vorausgesagten und jetzt mit aller Heftigkeit tobenden sogenannten„ Kriege nach dem Kriege", dem Wirtschaftskrieg, anwenden. Tatsächlich ist es aber um die deutsche Gefahr", die deutsche Konkurrenz, zur Zeit ganz anders bestellt. Bekanntlich herrschen in allen Industriestaaten sehr ernste Wirtschaftskrisen, die eine Folge des Krieges sind. Ueberall haben die Hauptindustrien ihre Betriebe erweitert, sich ganz auf allerstärksten Verbrauch eingestellt, Staaten, die früher so gut wie gar feine Industrie besaßen, haben sich während des Krieges großartige Anlagen eingerichtet, die sie natürlich nicht stillegen wollen, sondern weiter ausbauen, um sich von ausländischer Einfuhr zu befreien. Auf der anderen Seite ist die Kaufkraft aller Völker erheblich zurückgegangen, sodaß die Nachfrage und der Bedarf Krieg also di Staat bedeute dem F Kurz, Staate Verbra Stropha ein St fügt, ü wunde Konfu Engla wendet dene, So ist dustrie und di Di Konkur natürli wenigs gerade heute i wir nu schädli wir 3. sonders europä ausfüh Spizze, im Ja aber d sind v 74,5$ 3 zent u das ge lionen 92,8 M menge behaup rend es Ruhrfäuflid von Fe ein eri Tonne Wettb eine 9 englisc ( also länder verlore genosse die ab benuze Man Revisi intern Würde und di führen eine fi Di darin, eigene demokr behaup Arbeit gewies ent d= a= Cer ent er In en ent. im er t= ent, S= er u, c= ge es d= ch en ent ge en ent he in t, e= 31s er t= e= at 21 5= ent te ch ie f= 0= S= t. ng Is I= f= et ie = f= m t= I= ie t= en ar B= I= t= er er - Bedarf weit unter der Friedensnorm liegen. Weiter hat der Krieg nicht nur territoriale Veränderungen im Gefolge gehabt, also die Uebertragung wertvollster Industriereviere von einem Staat auf den anderen, er hat auch zu der Ausschließung ganz bedeutender Verbrauchermassen geführt, die heute gegenüber dem Frieden gar nicht mehr für den Absaz in Frage kommen. Kurz, die Produktionsmöglichkeiten haben sich in fast allen Staaten nur nicht in Deutschland erhöht, dagegen ist der Verbrauch überall, auch bei den Siegern, in geradezu katastrophaler Weise zurückgegangen. Daß unter diesen Umständen ein Staat wie England, der über eine bedeutende Industrie verfügt, überall auf Absatzschwierigkeiten stößt, ist nicht weiter verwunderlich, ebenso wenig wie sein Versuch, alle vorhandenen Konkurrenten nach Möglichkeit an die Wand zu drücken. Gerade England ist es aber auch, das wenig einwandfreie Mittel an= wendet, und noch immer auf die im Auslande nicht geschwundene, vielfach sogar noch geförderte Kriegspsychose spekuliert. So ist es jetzt Deutschland, das die große Gefahr für alle Industriestaaten bildet, das überall die besten Happen wegschnappt und die höchsten Gewinne einstreicht. Die Engländer wissen selbst sehr gut, wie es um die deutsche Konkurrenz bestellt ist. Aus begreiflichen Gründen können sie natürlich nicht sagen, daß ihnen der deutsche Exporteuer noch am wenigsten Abbruch tut. Sie müssen aus politischen Gründen gerade auf jenen Staat Rücksicht nehmen, der ihnen tatsächlich heute überall in den Weg tritt, nämlich auf Frankreich. Lassen wir nur einige Zahlen sprechen, die am besten zeigen, wie unschädlich die deutsche Konkurrenz gemacht worden ist. Da haben wir z. B. die Eisenindustrie, der es in allen Staaten nicht besonders geht. Vor dem Kriege war allerdings Deutschland der europäische Staat, der die höchste Menge an Eisen und Stahl ausführte. Es marschierte mit 517,3 Millionen Tonnen an der Spizze, während z. B. Frankreich nur 51,6 Millionen Tonnen im Jahre auf dem Weltmarkt unterbrachte. Inzwischen hat sich aber doch manches verändert. Das Saargebiet und Oberschlesien sind vorläufig unserem Einfluß entzogen worden, wir haben 74,5 Prozent unserer gesamten Eisenerze verloren und 25,9 Prozent unserer Kohlenschäze. Der lachende Erbe war Frankreich, das gegenüber dem Frieden seine Eisenausfuhr auf 257,1 Millionen Tonnen verfünffachen konnte, während Deutschland mit 92,8 Millionen Tonnen nur noch ein Fünftel der Friedensmenge ausführt. Mit den Kohlen liegt es ebenso. England behauptet, Deutschland nehme ihm sein Absatzgebiet fort, während es selbst in Deutschland ganz unerhörte Mengen absetzt, die Ruhr- und oberschlesischen Zechen dagegen über riesige unverkäufliche Kohlenbestände verfügen und eine enorm hohe Zahl von Feierschichten verfahren müssen. Wäre Deutschland wirklich ein ernster Konkurrent, dann würden unsere Gruben nicht eine Tonne auf den Halden liegen haben. Auch hier ist Frankreichs Wettbewerb der schärfere. Erst kürzlich ging durch die Presse eine Meldung, daß die französischen Eisenbahnen, die bisher englische Kohle verfeuerten, nunmehr heimische Brennstoffe ( also deutsche Reparationsfohle) verfeuern. Wenn den Engländern hier ein Absatzgebiet und darüber hinaus noch andere verloren gehen, dann mögen sie sich gefälligst mit ihren Bundes= genossen auseinandersetzen, denen Deutschland tributpflichtig ist, die aber die Tribute, seien es Kohlen oder Industrieerzeugnisse, benutzen, um der englischen Industrie Konkurrenz zu bereiten. Man unterziehe den Versailler Vertrag nur einer gründlichen Revision und lasse die Sachlieferungen fallen, dann kommt der internationale Wettbewerb schon von allein in andere Bahnen. Würde man dann weiter auf deutsche Zahlungen verzichten und die eigenen Einnahmen nicht an die Rüstungsbetriebe abführen, dann hätten wir in absehbarer Zeit in allen Staaten eine fühlbare Erleichterung. Die im Augenblick für uns größere Gefahr besteht aber darin, daß die Propaganda von der deutschen Konkurrenz unsere eigene Gütererzeugung zu beeinflussen imstande ist. Von sozialdemokratischer gewerkschaftlicher Seite wird bereits seit langem behauptet, daß die verlängerte Arbeitszeit einzig und allein die Arbeitslosigkeit im Auslande fördere, obwohl, wie oben nachgewiesen, ganz andere Momente den ausländischen Arbeiter brotlos machen. So ist man jetzt auch schon auf breiter Front zum Kampf um die Wiedereinführung des Achtstundentages übergegangen, ein Verfahren, daß die Bielefelder Metallindustrie z. B. wochenlang stillgelegt und für jede Ausfuhr unfähig gemacht hat. Das ist schließlich noch das kleinere Uebel gegenüber der angestrebten Beschneidung der Arbeitszeit um zwei Stunden, wodurch automatisch die Produktion verringert und, wenn die Ueberstunden bezahlt werden müssen, verteuert wird. Erst vor kurzem stellte ein holländisches Blatt fest, daß man von einer deutschen Konkurrenz ernstlich nicht sprechen könne, da der deutsche Industrielle heute noch immer zu teuer produziert und infolgedessen seine Waren nicht absetzen kann. Einen besseren Beweis unseres schwachen Absages im Auslande als die Passivität unserer Handelsbilanz des Vorjahres mit 2,7 Milliarden und der ersten beiden Monate dieses Jahres mit rund einer Goldmilliarde gibt es wohl nicht. Es gibt Beispiele genug, die vor der Wiedereinführung des schematischen Achtstundentages warnen. Weder England, noch Frankreich, noch Belgien, noch irgendein anderer Industriestaat haben es bisher unternommen, ihre Gütererzeugung in den Rahmen der achtstündigen Arbeitszeit zu zwängen, sie werden es auch nie unternehmen, nachdem sie sehen mußten, daß die deutsche Produktion und die deutsche Währung darüber zerbrachen. Aber gerade das strebt das Ausland für uns aufs neue an, darum die Voctäuschung des deutschen Wohlstandes( man bedenke übrigens: vor dem Kriege betrug unser Vermögen schäzungsweise 77,7 Milliarden Dollar, heute nur nur noch 35,5 Milliarden!), die den Arbeiter zum Bruch des Wirtschaftsfriedens und zur Herbeiführung der Erschütterungen verlocken soll, aus denen lediglich die ausländische Konkurrenz profitiert. Unsere Stellung unter den Industriestaaten Europas, die man ziemlich tief unten zu suchen hat und die mit einer„, deutschen Gefahr" nichts gemein hat, verlangt von selbst Anspannung aller Kräfte, um wenigstens eine Situation zu schaffen, die vorerst einmal jede Passi= vität der Handelsbilanz ausschließt, dann aber doch auf Ausfuhrüberschüsse hinzielt. Erst in diesem Augenblick dürfte es für das Ausland angebracht erscheinen, über die deutsche Konkurrenz Klage zu fühen, aber auch dann nur, wenn der deutsche Warenerport sich trotz der gewaltig verkleinerten Produktionsbasis den Vorkriegsleistungen nähert. Und dieses Ziel muß in eigenem Interesse erreicht werden. Das mag auch der deutsche Arbeiter bedenken. Verschiedenes. Frankfurter Messe- Standmieten. Das Meßamt Frankfurt a. M. hat die Anmeldeformulare für die Herbstmesse versendet und dabei mitgeteilt, daß den Wünschen auf Ermäßigung Rechnung getragen wurde. Vor allem ist auf die große Stände be= nötigenden Aussteller Rücksicht genommen worden. Man darf annehmen, daß dieser Schritt in den Kreisen der Beschicker der Frankfurter Messen mit Genugtuung aufgenommen werden wird. Der Anmeldeschluß für die Herbstmesse wurde auf den 15. Juni festgesetzt. Auskünfte durch das Meßamt Frankfurt a. M. Literarisches. Sidney Horler, Der Mittelstürmer von Hollywood. Ein Fußball- Roman. Berechtigte Uebersetzung aus dem Englischen. Geheftet 3,20 M, in Ganzleinen 4,50 M. Verlag Georg Westermann, Braunschweig und Hamburg 1925. Dieses span= nende Buch ist der erste moderne Fußball- Roman großen Stils. In England hat das Buch ungeheures Aussehen hervorgerufen und in kurzer Zeit eine Auflage von 600 000 Exemplaren erreicht, ein Erfolg, den auch diese Ausgabe verdient. Für jeden deutschen Sportsmann ist sie von besonderem Belang, denn sie beleuchtet die Verhältnisse im englischen Sportleben, dem das Berufsspielertum eine Richtung gegeben hat, nach der auch bei uns die Entwicklung tastet. Besonders fesselt die Einstellung der englischen Gesellschaft gegenüber dem Fußballsport. Es wird bald keinen Sportsmann geben, der nicht dies Buch gelesen hat oder besitzt. 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