ReizWillensmmung, schmerz hondrie, leiden, r Weise Caro, au 8. ch! perest. Cov. an heim. Giessener Zeitung ( Neueste Nachrichten) mit ( Giessener Cageblatt) Amts- u. Vereinsnachrichten Bezugspreis: 60 Goldpfennig monatlich frei Haus, bet obligatorisch. Bezug durch Vereine 30 Goldpf. Telephon Str. 1362. 38. Jahrg. Expedition: Südanlage 21. Redaktion, Druck und Verlag: Albin Klein in Gießen. Verlagsdruckerei, vorm. Keller, gegr. 1783. Anzeigenpreise: 30 mm brette Petitzelle, Auswärts 30 Goldpfg Lokal " 11 11 11 90 " 1 Reklamezeile Samstag, den 28. März 1925. Schwarzrotgold" und Schwarzweißrot". Von Senatspräsident a. D. Robert Schmölder, Kassel. Der Deutschamerikaner Richard v. Mach macht in einer Plauderei, die er im November 1924 aus Potsdam der ameritanischen Presse zugesandt hat, folgende zutreffende Bemerkung: ,, Durch die Stadt der preußischen Könige ziehen Scharen mit schwarzrotgoldenen Fahnen. Gedankenlose Politiker von rechts und links meinen, diese Farben ständen im Gegensatz zu schwarzweißrot. Das ist ein Jrrtum. Was schwarzrotgold ge= wollt hat, hat schwarzweißrot verwirklicht. Das Erste war ein Traum. Das zweite ist die Iat". Den Traum haben geträumt deutsche Studenten. Sie waren voll glühender Vaterlandsliebe aus den Freiheitskriegen zurückgekehrt und wollten Deutschland start machen, damit es der Ländergier der Nachbarn nicht wieder zum Opfer falle. Dabei wurde ihr ganzes Sinnen und Trachten von einem großen Gedanken ergriffen, von dem Gedanken an ein einiges deutsches Vaterland. Als Lüzowjäger hatten sie einen schwarzen Waffenrod mit rotem Kragen und golden en Knöpfen getragen. Dieser Uniform hatten sie folgende Deutung gegeben: ,, schwarz, wie die Nacht der Knechtschaft, die wir abschütteln wollen, rot, wie das Blut, das unser Kampf kosten wird, golden, wie die Freiheitssonne, die dem Vaterland aufgehen soll." Die dergestalt gedeuteten Farben haben sie dann für ihre„ deutsche Burschenschaft", die sie an die Stelle früherer partikularistischer Studentenverbände gesetzt hatten, übernom men, in dem Bewußtsein, daß der Verwirklichung ihres Einheitsgedankens wieder Schwierigkeiten erwachsen würden, die auch nur mit Eisen und Blut zu überwinden seien. Also schwarz rotgold symbolisiert den deutschen Einheitsgedanken und gleichzeitig das Dichterwort:„ Der Gott, der Eisen wachsen ließ, der wollte teine Knechte." Es hat mit dem heutigen deutschen Pazifismus, der die Mächtigen auf der Erde umwedelt, nicht das geringste gemein. Es ist auch keine Parteifarbe. Wenn es trotzdem eine zeitlang gleichzeitig als das Symbol der deutschen Demokratie gegolten hat, so ist das veranlaßt gewesen durch das„ System Metternich", durch deutsche Fürsten, die die Träger des deutschen Einheitsgedankens aus Furcht vor einer Schmälerung ihrer Machtbefugnisse wilden Verfolgungen ausgesetzt und damit in die Opposition, auch zur Auswanderung getrieben haben. Diese schwarzrotgolde= nen Demokraten haben auch beinahe ausnahmslos von dem Augenblick an, in dem ihr Einheitsgedanke verwirklicht war, die ihnen widerfahrenen Unbilden und ihr Demokratentum wieder vergessen. Sie haben dem Verwirklicher zugejauchzt und ihre Dienste angeboten. Freiligrath hat gesungen: ,, Groß herrlich, frei wie nie zuvor! Hurra Germania!" Schwarzrotgold hat auch teine größere Geschichte. Daß es die Farbe des alten Deutschen Reiches gewesen sei, bestreitet, wie auch der Reichsminister Dr. Preuß am 10 " 120 Nr. 37. 24. Jebruar 1919 festgestellt hat, der größte Teil der Historifer". Die Historiker scheiden heute streng zwischen den Farben der einzelnen Kaisergeschlechter und den Farben des alten Deutschen Reichs und kommen dabei zu dem Ergebnis: Die Farben des Reichs waren rotweiß, welche Farben sich in den Hansastädten, in nahezu allen ehemals freien Reichsstädten auch im ,, eidgenössischen Kreuz" bis auf den heutigen Tag erhalten haben( vergl. Wenke im Korrespondenzblatt des Gesamtvereins der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine, Heft 1, 1925). Die deutschen Burschenschafter sind ihrem Einheitsgedanken nicht nur in ihrem engen Kreis nachgegangen. Sie haben ihn und seine Farben auch hinausgetragen in die Vereine der Turner, Sänger und Schützen und in nationale Bürgervereine. Damit ist es im Jahr 1848 unter schwarz rotgold auch schon zu Taten gekommen, zu einer deutschen Nationalversammlung, einem deutschen Reichsverweser und einer deutschen Reichsverfassung mit der erblichen Kaiserwürde, zu den Anfängen einer deutschen Kriegsflotte und einem Marschbefehl des Reichsverwesers nach dem dänischen Kriegsschauplay. Aber die zu überwindenden Schwierigkeiten waren übergroß. Zu der deutschen Eigenbrödelei und der Selbstsucht deutscher Fürsten trat hinzu der Widerspruch der anderen Mächte. vor allem der Widerspruch der Franzosen, die, selbst geeint, ein geeintes Deutschland nicht neben sich dulden wollten, die auch heute, bei Deutschlands Verstümmelung und Versklavung noch schreiben:„ Wir hatten geglaubt, mit dem heiligen germanischen Reich wäre endgültig Schluß gemacht“(„ Temps" vom 15. 6. 1920). ,, Das Reich hätte in einen Staub von Staaten aufgelöst werden müssen"( ,, Action francaise" v. 27. 3. 1920). Diese übergroßen Schwierigkeiten erforderten eine übergroße Kraft, und weil diese damals noch nicht gegeben war, mußten die Taten unter schwarzrotgold wieder in sich, zu einem Traum zusammenbrechen. * Im Jahre 1867, als die übergroße Kraft dem deutschen Volk gegeben und auch bereits eine Tat von nicht nur vorübergehender Bedeutung, der Norddeutsche Bund, gefolgt war, stand der Uebernahme von schwarzrotgold als Bundesfarbe ein Bedenken entgegen: Dieser Farbe hatten sich erst eben die mit Oesterreich verbündeten deutschen Staaten als Feldabzeichen bedient. Indes über dies Bedenken hätte sich der Verwirklicher leicht hinweggesetzt, wenn nur aus der Volksvertretung heraus damals Interesse für schwarzrotgold hervorgetreten wäre. Aber für schwarzrotgold hat im Jahre 1867 nur der eine Abgeordnete Dunder, matt und ohne Antrag, gesprochen. Im Jahre 1871 hat sich der Farben des Traums fein einziger Abgeord neter mehr erinnert. So ist im Jahre 1867 schwarzrotgold wieder zu einem wertvollen Vereinsabzeichen von hoher geschichtlicher Bedeutung für die geworden, die die deutsche Einheit vorbereitet haben. für die deutschen Burschenschafter und die deutschen Turner. Für den Norddeutschen Bund und später für das Deutsche Reich hat man nach französischem Vorbild eine neue Trikolore gewählt. In Frankreich hat man dem blaurot der Stadt Paris das altfranzösische weiß beigefügt. In Deutschland hat man jchwarzweiß Preußens und des deutschen Ritterordens mit dem rotweiß der Hansastädte und des alten Deutschen Reichs verbunden, und der Griff den man für Deutschland gemacht hat, war ein ungemein glücklicher. Das Gold aus schwarzrotgold fann wohl auf schmalen Brustbändern, wie sie Studenten und Turner tragen, hergestellt werden, erfordert aber auf langen und breiten Fahnenstreifen einen Ersaz, eine Umwandlung in das traurige geld. Derartige Schwierigkeiten fallen bei schwarzweißrot fort. Außerdem: Deutschland hat auch eine Wasserkante und eine Schiffahrt, und schwarzweißrot hat auf weite Entfernung und bei jeder Beleuchtung eine einzigartige Sichtigkeit und Erkennbarkeit, eine Eigenschaft, die schwarzrotgelb vollkommen abgeht. Und weiter: Von 1815-1867, also 52 Jahre lang, haben deutsche Patrioten unter schwarzrotgold von der deutschen Einheit geträumt. Von 1870 1919, also genau ebensolang, hat in Deutschland unter schwarzweißrot die Periode der Tat gedauert, und was ist nicht alls in dieser Periode erreicht! Zunächst die Niederwerfung Frankreichs, als es Revanche für Sadowa gefordert und gegen die Einheit Deutschlands Protest erhoben hatte. Dann die Verankerung des Friedens für eine Dauer, wie sie keinem anderen Großstaat gleichzeitig beschieden gewesen ist, und die Erwerbung des Rufs als Beschützer des Weltfriedens. Am 30. 5. 1908 hat der belgische Gesandte in Berlin, Baron Greindl, seiner Regierung berichtet:„ Der Dreibund hat während 30 Jahren den Frieden gesichert, weil er unter Führung Deutschlands stand", und selbst der Bericht der Kriegerztg. Schwarzrotgold Sp. 3- Kommission der Alliierten über die Schuldfrage vom 29. 3. 1919 sagt:„ Schon viele Monate" nicht etwa Jahre„ vor der Krisis vom Juli 1914 hat der deutsche Kaiser aufgehört, als Schutzherr des Friedens aufzu= treten". In der langandauernden Friedenszeit hat die deutsche Industrie einen ungeahnten Aufschwung genommen, hat sich der deutsche Handel über die ganze Welt verbreitet, haben deutsche Schiffe die Produkte deutscher Tüchtigkeit und deutschen Fleißes allen Völkern vor Augen geführt. Schließlich hat Deutschland, als der Neid anderer Völker und das gleichzeitige Wiedererwachen der alten Ländergier zum Weltkrieg geführt hatten, unter schwarzweißrot einer 20fachen Uebermacht durch 4 lange Jahre den ruhmreichsten Widerstand geleistet. - - - - Die Geschichte von schwarzweißrot hat eine Bedeutung, mit der die Bedeutung der gleichlangen Geschichte von schwarzrotgold gar nicht verglichen werden kann. Mit der Sachwidrigkeit, schwarzrotgold gegen schwarzweißrot auszuspielen, haben die Feinde begonnen. Sie haben das Erste als das Symbol des deutschen Pazifismus und der deutschen Demokratie, das Zweite als das Symbol eines in Deutschland zur Herrschaft gelangten Militarismus und Imperialismus bezeichnet. Dann haben sie während des Weltkrieges Zettel mit den Farben schwarzrotgold hergestellt und in Millionen von Exemplaren über die ganze deutsche Front verbreitet, auf denen sie die deutschen Kämpfer aufforderten, sich zur Demokratie zu bekennen, ihre Kameraden im Stich zu lassen und zu ihnen überzulaufen, damit sie sie an die Bruderbrust drücken könnten. Später haben sie im besetzten Gebiet überall schwarzweißrot verpönt und verboten, schwarzrotgold dagegen erlaubt und begünstigt. Die Feinde wollten das zerstören, was unter schwarzrotgold vorbereitet und unter schwarzweißrot verwirklicht ist, und da die Wiederauflösung des Reichs in einen Staub von Staaten" auf Schwierigkeiten gestoßen war, planten sie eine Auseinanderreißung des deutschen Volkes durch das ganze Reich in zwei sich feindlich gegenüberstehende große Heerlager, in ein schwarzrotgoldenes und ein schwarzweißrotes. Bei der Beratung der Weimarer Verfassung im Jahre 1919 ist die„ überwiegende Mehrheit" der deutschen Demokratischen Partei dem Plane des Feindes entgegengetreten. Sie hat sich unter der Führung des Hanseaten Petersen( Demokrat), für die Beibehaltung der vom Feinde verleumdeten und verpönten Farben ausgesprochen. Von einer Seite ist betont:„ Wir verehren schwarzrotgold wie schwarzweißrot. Den Farbenwechsel aber halten wir als unvereinbar mit der Würde der Nation." Anders die heutige deutsche Sozialdemokratie. Sie hat Führer, wie sie keine auswärtige Sozialdemokratie ertragen würde. Sie zählt zu ihren Spitzenkandidaten einen Crispien, der laut und öffentlich erklärt hat:„ Ich kenne kein Vaterland, das Deutschland heißt". Unter dieser Führung ist sie auf unglaubliche Abwege geraten. Aus dem eigenen Lager sind ihr dann auch Opponenten erwachsen. Diese sind in einem Parteiblatt eine zeitlang zu Wort gekommen. Und nun bringt der sozialdemokratische„ Firn" folgende Charakteristik:„ Die Partei versinkt aus klassenkämpferischer Leidenschaft in anationalen Marasmus“( Nr. v. 15. 2. 1924, S. 184), man ,, will nicht einsehen, daß innerhalb eines Volkes eine einzelne Klasse nicht frei sein kann, solange das ganze Volk in Ketten liegt"( Nr. vom 5. 5. 1924, S. 237). Der Parteisekretärgeist hat nicht begriffen, daß eine positive nationale Staatspolitik auch die beste Parteipolitik gewesen wäre". Aus dem idealen Weltbürgertum der klassischen Dichtung wurde ein ideenloser Internationalismus, der das Vaterland ächtenden Anführungsstrichen versah, Die tiefe Toleranz Lessing'schen Geistes schlug um in religiösen Nihilismus“( Nr. vom 15. 3. 1924, S. 215 und 219). - Diese Partei hat es im Jahre 1919 mit ihrer numerischen Stärke sie zählte 162 Mandate außer den Mandaten der jetzt mit ihr vereinigten ,, Unabhängigen" fertiggebracht, daß die Fahne schwarzweißrot heruntergeholt ist. Was hat sie zur Begründung vorgetragen? Sie hat zunächst den Feinden die Bes hauptung nachgesprochen: Unter schwarzweißrot ist in Deutschland der Militaris und Imperialismus zur Herrschaft gekommen. Diese Behauptung wird, wie auch die Partei erkennen mußte, ausgeräumt schon allein durch das Wort, das Lloyd George noch am 1. 1. 1914 gesprochen hat:„ Deutschland ist schon oft von ausländischen Feinden überrannt und verwüstet. Die deutsche Armee ist für Deutschlands Dasein und Unabhängigkeit eine Lebensfrage" und durch die Verankerung des Friedens im schwarzweißroten Deutschland. Die Partei hat weiter vorgetragen:„ Schwarzweißrot war das Symbol des Regimes, das so viel Elend über Deutschland gebracht hat". Damit hat sie der Lüge der Feinde von der deutschen Kriegsschuld in vollem Umfang zugestimmt, und sie hat diese Zustimmung auch noch an den bedeutungsvollsten Stellen, auf den internationalen Kongessen in Genf im Jahre 1920 und in Hamburg vom Jahre 1923 wiederholt, während der englische Sozialdemokrat E. D. Morel bis zu seinem Tode betont hat:„ Das kaiserliche Deutschland hat den Krieg nicht gewollt, es hat ihn gefürchtet", während der amerikanische Sozialdemokrat Victor L. Berger das Ergebnis seiner Forschungen dahin zusammenfaßt:„ Die deutsche Schuld ist im Vergleich mit der Schuld der anderen Mächte eine quantité negligeable" während schließlich selbst aus Frankreich immer häufiger die Rufe ertönen:„ Poincaré der Krieg". ,, Poincaré der erste Totengräber Europas". - - Das Herunterholen von schwarzweißrot durch die sozialdemo kratische Partei ist erfolgt zugunsten von schwarzrotgold. Die Partei liefert auch heute die starken Scharen" hinter dem Reichsbanner schwarzrotgold. Aber was hat schwarzrotgold gemein mit einer Partei, die aus dem eigenen Lager heraus beschuldigt wird des anationalen Marasmus", des„, ideenlosen Internationalismus, der das Vaterland mit ächtenden Anführungsstrichen versieht", und des„ religiösen Nihilismus“! Dieser Partei ist in Wahrheit schwarzrotgold ebenso„ Hekuba", wie schwarzweißrot. Ihr sind beide Farben bürger= liche Symbole, denen sie ihr einfarbiges rot entgegensetzt. Was die deutsche Sozialdemokratie mit ihrem Vorgehen er reicht hat, ist das, was die Feinde planten, das Auseinan= derreißen des deutschen Volkes durch das ganze Reich in zwei sich feindlich gegenüberstehende große Heerlager, in ein schwarzrotgoldenes und ein schwarzweißrotes. Der It ist au 1813 als g Völker stehend D Zeiten ziehen der S boten überm Bürge lung Beklei der E ebene Verw ten W Feind um n und C ten d bliebe Zeit a Sten ständi wir Den von die T besetz Klöst bei fe aus signal Spur rechts In s und ihre Adol Kam und von in L ihre Schl den fam statt wun Görs des die geleg zosen The 3scho nach Kar Gro in S wor halt fl in i Sat sich t), für pönten ir ver wechsel ation." ie hat tragen cispien, erland, uf unnd ihr Barteigt der Partei onalen ht eine nicht ( Nr. cht be= e beste bürgerationa versah, igiösen -rischen er jetzt aß die ur Beie Bes Deutsch gekomfennen Lloyd t schon . Die gigkeit ens im weiter gimes, it hat vollem h noch onalen Jahre E. D. Deutsch, wäh er das eutsche te eine ntreich Krieg". Idemo= . Die Reichss Jemein huldigt Inters rungsDieser fuba", rget= ensetzt. en ers nan= eich in in ein Gelände der Völkerschlacht selbst sind die im Osten, Norden und Der 1. Deutsche Reichskriegertag zu Leipzig westen Leipzigs liegenden Teile zum größten Teile von den vom 17. bis 19. Oktober 1925. In der Festordnung für den 1. Deutschen Reichskriegertag ist auch eine Wanderung über das Schlachtfeld vom Oktober 1813 vorgesehen. Die Führung werden Herren übernehmen, die als genaue Kenner der Oertlichkeiten und des Verlaufs der Völkerschlacht bekannt sind. Die Festleitung stellt uns nachstehenden Artikel gütigst zur Verfügung: Die Schlachtfelder der Leipziger Ebene. Die Stadt Leipzig hat von jeher auf die Heerführer aller Zeiten, seien es nun Freunde oder Feinde gewesen, einen anziehenden Einfluß ausgeübt. Die starken Befestigungsanlagen der Stadt, die Flußläufe und Sümpfe im Norden und Westen boten günstige Verteidigungsmöglichkeiten für Heere, die hier überwintern oder sich ausruhen wollten. Der Reichtum der Bürger, das aufgestapelte Kaufmannsgut verlockte zur Auffüllung der leeren Kriegskassen und zur Vervollständigung der Bekleidung, des Kriegsgerätes und des Proviantes. Die Täler der Elster und der Saale waren bequeme Anmarschstraßen. Das ebene Land ermöglichte eine übersichtliche Aufstellung und leichte Verwendbarkeit der Heeresmassen, während die überall zerstreuten Wälder, Gehölze und Büsche die eigene Schlachtordnung dem Feinde gegenüber verschleierten. So ist das weite Land ringsum mit Blut gedrängt, und zahlreiche Erinnerungsmerkmale und Spuren schwerer Kämpfe sind als Zeugen vergangener Zeiten den jetzigen und nachkommenden Geschlechtern erhalten ge= blieben. Die Spuren weisen bis in die früheste geschichtliche Zeit zurück. Von den alten Slavenwällen sind freilich die meisten dem Pfluge zum Opfer gefallen. Aber andere sind vollständig oder teilweise erhalten geblieben. Von anderen wissen wir die Orte, wo sie einst angelegt waren. Heinrich I. nahm den Kampf gegen die Slaven auf, schlug die Ungarn westlich von Leipzig und eroberte das Land bis an die Unterelbe für die Deutschen zurüd. Seine Nachfolger erbauten Burgen und besetzten das Land mit ihren Reitern. Die Kirche schob ihre Klöster vor und errichtete Wehrkirchen als letzte Zufluchtsorte bei feindlichen Angriffen. Wiprecht von Groitsch holte Bauern aus seiner fränkischen Heimat und vollendete die deutsche Befitnahme. Die Wehrkirchen, die den Stürmen der Zeit getrost haben, Spuren der Klöster, Ueberreste der Wiprechtsburg, das Wiprechtsgrabmal sind beredte Zeugen aus jener bewegten Zeit. In späteren Jahrhunderten haben der Schmalkaldische Krieg und vor allem der Dreißigjährige Krieg die Stadt Leipzig und ihre Umgebung schwer heimgesucht. Von dem Kampfe Gustav Adolfs mit Tlly erzählt das Denkmal bei Breitenfeld, von dem Kampfe des Schwedenkönigs mit Wallenstein der Schwedenstein und die Gedächtniskapelle bei Lützen, die Kirche zu Meuchen von der Aufbahrung der Leiche Gustav Adolfs, die Pleißenburg in Leipzig von Pappenheim, dessen Leiche nach der Schlacht hier ihre erste Ruhestätte fand. Die meisten Erinnerungszeichen weisen auf die letzte große Schlacht hin, die vor Leipzigs Toren tobte, die Völkerschlacht in den Oktobertagen 1813. Als Vorspiel zum entscheidenden Endtampfe hatten schon im Mai die Kämpfe bei Groß- Görschen stattgefunden, bei denen Scharnhorst schwer, Blücher leicht verwundet wurden. Das Monarchendenkmal an der Pegau- GroßGörschener Straße, das Scharnhorstdenkmal und das Denkmal des Prinzen von Hessen- Homburg erhalten die Erinnerung an die schweren Kämpfe wach. Kurz darauf wurde in dem nahe gelegenen Klein- Schforlopp das Lützowsche Freikorps von Franzosen und Württembergern überfallen. Der schwer verwundete Theodor Körner konnte sich noch bis in den Wald bei Großzschocher retten, wurde dort bewußtlos aufgefunden und zunächst nach Großzschocher und später nach Leipzig und zuletzt nach Karlsbad in Sicherheit gebracht. Bei Schkorlopp, im Walde bei Großzschocher und an der Stelle, wo einst das Wendlersche Haus in Leipzig stand, in dem Körner verborgen und sorgsam gepflegt worden war, sind Denksteine errichtet, die sein Gedächtnis erhalten sollen. Das Haus in Großzschocher, in dem er die erste Pflege fand, und das Zimmer, in dem er verborgen war, sind in ihrem ursprünglichen Zustande erhalten geblieben. Von dem neuentstandenen Vorstädten überbaut worden. Zahlreiche Denksteine bezeichnen aber die Stellen, wo die Truppen standen und wo sich entscheidende Kämpfe abspielten. Jm Süden und Südosten aber, wo Napoleons Truppen ihre Kampfstellungen gewählt hatten und wo die Hauptmassen der beiden Heere aufeinanderprallten, ist das Schlachtfeld fast in seiner ganzen Ausdehnung und in seinen Einzelheiten zu übersehen. Vom Galgenberge und vom Napoleonssteine aus, von wo aus Napoleon an den beiden Schlachttagen die Schlacht leitete, und vom Wachtberge und dem Monarchenhügel aus, wo die verbündeten Monarchen Aufstellung genommen hatten, lassen sich die Anmarschwege, die Sammelpunkte der Truppen, ihre Reservestellung, ihre Bewegungen, die Aufstellung der Artillerie, die Verwendung der Reiterei übersichtlich verfolgen. Der Kolmberg bei Liebertwolkwitz und das Dorf Markkleeberg, wo erbittert um die Flügelstellungen gerungen wurde, das Dorf Güldengossa, in dessen sumpfiger Niederung der berühmte französische Reiterangriff zusammenbrach, die Dörfer Liebertwolkwig und Probstheida, die Napoleon mit allen Mitteln seiner Kriegskunst zu fleinen Festungen ausgebaut hatte und die zu Brennpunkten der erbittertsten Kämpfe wurden, das Schloß Dölig, das noch heute die sichtbaren Spuren des heftigen Ringens zwischen Franzosen und Desterreichern um des Pleißenüberganges willen trägt, alles das sind Markierungspunkte geworden, die die Orientierung über das Schlachtfeld erleichtern. Wichtige Reichsgerichtsentscheidung. Der zweite Senat des Reichsgerichts hatte sich in seiner Sigung vom 24. Februar ds. Js. mit einem interessanten Fall des unlauteren Wettbewerbes zu befassen. Die seit 1875 be= stehende, angesehene Zigarettenfabrik J. Malzmann A.-G. in Dresden hatte eine vor zwei Jahren gegründete Zigarettenfabrik ,, Lamata" A. Malzmann u. Co. G. m. b. H. Dresden auf Beseitigung des Namens Malzmann aus der Firma verklagt, obwohl der Hauptteilhaber dieser Firma den Namen Malzmann führt, weil die Aufnahme des Namens Malzmann in die Firma wider§ 16 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettebewerb verstoße und überdies das Warenzeichenrecht der Firma Malzmann verlege. Das Reichsgericht hat dem Antrage der Zigarettenfabrik J. Malzmann Akt.- Ges. in vollem Umfange entsprochen und demgemäß die Beklagte kostenpflichtig verurteilt, den Namen Malzmann aus ihrer Firma zu beseitigen und eine entsprechende Aenderung der Firma im Handelsregister zu veranlassen. Eine moderne Arche Noah's. Wie bekannt, trifft im Laufe dieser Woche mittelst Sonderzug Deutschlands größte Menagerie und Raubtier- Dressur- Schau A. Fischer u. C. Holzmüller zu einem kurzen Sensationsgastspiel hier ein. Das Unternehmen, in seiner Art einzig in Europa, umfaßt eine Riesenschau seltsamer exotischer Tiere, die zum Teil bisher selbst in den größten Zoologischen Gärten noch nicht gezeigt worden sind. Neben wild eingefangenen, prachtvollen Berberlöwengruppen sieht man Eisbären, Braunbären- und Löwenfamilien, Lamas, Kamele, Elefanten, Löwenbabys, Teddybären, schwer zu zähmende, scheue Zebras, Panther, Leoparden, sibirische Steppenwölfe, gestreifte und gefleckte Hyänen, Dromedare, Schakale, Riesenschlangen, Antilopen, Gürtel- und Panzertiere, Affen aller Art, Raub und andere Riesenvögel seltsamer Art usw. Insbesondere sei auf die borenden Känguruhs hingewiesen, die einzigen ihrer Art in Europa, deren Dressur als geradezu glänzend bezeichnet werden muß. Tollkühne, verwegene, todesmutige Tierbändiger, Dompteure und Dompteusen führen in ununterbrochener Reihenfolge zahlreiche Gruppen wilder Bestien vor, deren Dressur die Grenze des Möglichen erreicht hat. Schließlich sei noch auf die überaus interessante Fütterung der Raubtiere hingewiesen, die dem Publikum die beste Gelegenheit gibt, die Psychologie der einzelnen Bestien zu studieren. Er kann beobachten, wie die großen und kleinen Bären vor der Fütterung wild im Käfig herumtanzen, die Löwen unter großem Gebrüll an den Käfigstangen hochgehen, wie die Hyänen sich zunächst auf dem dargereichten Fleisch herumwälzen und erst dann vertilgen. HALLO " DIE P Zi ADLER COMPAGNIEAG funkt an alle Qualitätszigaretten Assuh für 39f. in schlichter Packung überall zu haben. MANNEMANN Welche Vorteile bietet die Lebertran- Emulsion ,, Framul als Beifütterung für dio Schweinemast? Der Verband mittelfr. Schweinezüchter Ansbach, schreibt uns am 23 Jan. 1925: Oekonomierat Maurer- Birkhof hat sich heute ebenfalls über die Wirkung v. Framul bei einem Schweinefütterungsversuch sehr günstig geäussert. 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