er AG en frauenlos./ Itein älteres dchen unt. R 1190 ncen- Exped. G, m.b.H, Mainz erkalkung igszustände te Herzfraft Gratisbrosch Beties giftfr en. Dr. Geb Co., Berlin G 305 Stück gewachsene ethölzer Reiling ermeister in Hessen dil salidoms the sid dm) than a mon Giessener Zeitung ( neueste Nachrichten) mit 100( Giessener Cageblatt) Amts- u. Vereinsnachrichten Bezugspreis: 60 Goldpfennig monatlich fret Haus, bet obligatorisch. Bezug durch Vereine 30 Goldpf. Telephon Nr. 1362. 38. Jahrg. Expedition: Südanlage 21. Redaktion, Druck und Verlag: Albin Klein in Gießen, Verlagsdruckerei, vorm. Keller, gegr. 1783. Anzeigenpreise: Lokal 30 mm brette Petitzeile, Auswärts 30 Goldpfg " " " " P 90 " " 1 Reklamezeile Samstag, den 16. Juni 1925. 10 120 Nr. 72. 11 Eine Tagung des hessischen Mieterverbandes| statt Säuser zu bauen, 3½ Millionen Goldmark an die Trianonfand am 14. Juni in Darmstadt statt. Wenn wir hiervon Notiz nehmen, so geschieht es, um unsere Leser bekannt zu machen mit dem Geiste, der in den auf der Tagung gehaltenen Reden zum Ausdruck fam. Zu der Tagung hatten Vertreter entsandt alle politischen Parteien einschließlich der Kommunisten und einige Stadtverwaltungen. Schmerzlich berührt waren die Versammlungsleiter von dem Nichterscheinen der hessischen Regierung, wo man so schön Gelegenheit gehabt hätte, so ganz unter sich die Regierung ein bischen einzuwickeln. Nach Mitteilung des Mainzer Mietervereinsvorsitzenden ist das hessische Ministerium für Arbeit und Wirtschaft für die Mieter unzugänglich und segelt ganz im Fahrwasser der Hausbesitzer(!). Wer hätte das dem ollen, ehrlichen Minister Raab jemals zugetraut, daß er in das Lager der Hausbesizer übergehen würde? Das kommt aber sicherlich daher, daß der Herr Minister Raab selber Hausbesitzer ist und er im Laufe der Zeit eingesehen hat, auf welcher Seite das Recht ist. Man sieht aber, welche Wirkungen es auf die„ Volksseele" ausübt, wenn ein Minister sich unterfängt, ohne Genehmigung des Mietervereins nach 4 Monaten die Miete um 10 Prozent zu erhöhen. Die Häuptlinge im Mieterlager bemalen sich dann gleich mit den Kriegsfarben und sagen blutige Fehde an. Wir glauben ja nicht an den Ernst dieser Kampfansage, denn man weiß auf jener Seite ganz genau, was man an dem Ministerium für Arbeit und Wirtschaft hat, aber man muß ,, man so tun." = Filmgesellschaft auf Nimmerwiedersehen gegeben hat, wurde schamhaft verschwiegen. Der Redner holte den alten Ladenhüter seines Vorredners hervor, wonach der Hausbesizer heute mit dem Hause ein besseres Geschäft macht als vor dem Krieg. Die Behauptung wird dadurch nicht wahrer, wenn sie auch zur Abwechselung von einem anderen Redner aufgestellt wird. Für die Stadt Mainz sprach Herr Dr. Falk, der sich damit einen guten Abgang zu verschaffen wußte, daß er die bei den Hausbesitzerns längst bekannte Tatsache feststellte, daß er stets die Interessen der Mieter vertreten habe. Damit hat Herr Falk zweifellos seinen Befähigungsnachweis erbracht. - = Für die Stadt Darmstadt und die Deutschnationale Volkspartei sprach Herr Stadtverordneter Kleinert. Es ist das derselbe Herr Kleinert, dem als Vorsitzenden des Mietervereins vor kurzer Zeit der Stuhl vor die Tür gestellt wurde. Die Ehre, für die Stadtverwaltung und eine Partei sprechen zu dürfen, hat ihn scheinbar das persönlich Kränkende, das in der Handlung des Mietervereins liegt, vergessen lassen, oder er hat eingesehen, daß der Mierterverein recht gehandelt hat. Nach seinen Ausführungen besteht bei der deutschnationalen Partei ein Wohnungsausschuß, dem auch der Redner gebrauchte den Ausdruck als Milderungsgrund, allerdings gemäßigte Hausbesizer" angehören. Es sind das gewiß persönlich von Herrn Kleinert ausgesuchte Exemplare. Rößler Nauheim konstatierte, daß in seiner Gemeinde Wohnungen leerstehen, weil man die Miete nicht zahlen könne. Für manche sei der Hausbesitzer ein Göze, dem man Opfer bringen müsse. Mann- Gießen: Bis heute haben wir noch fein planmäßiges Verhältnis, deshalb die Teuerung der Materialien. In einigen Wochen soll alles gemacht werden und in den übrigen Monaten ist Arbeitslosigkeit im Baugewerbe. Sparsame Technik ist nötig, aber es wird meist nach der alten Weise fortgewurstelt. Rechtsanwalt Hom ber= ger- Gießen: Das Wirtschaftsamt hat sich keine Lorbeeren errungen, aber es ist mit viel Buxbaum versehen. Das Bürgerliche Gesetzbuch gilt immer noch, und der Hausbesizer ist verpflichtet, die Reparaturen machen zu lassen; das hat nichts mit den Prozenten zu tun, die er aus der Miete erhält. Dr. Völ fer Offenbach spricht recht temperamentvoll. Auch der juristiHerr Wolf Mainz sprach für den Flachbau, was ganz natürlich ist, da man ja von dem Geld der Hausbesitzer sich allen möglichen Luxus erlauben kann. Er stellte die Wohndichte in den Häusern der Großstädte einander gegenüber, z. B. Rotterdam mit 10,6, Breslau mit 54, Berlin gar mit 76 Personen. Das ist sogar der Hessischen Landeszeitung" zu einseitig, denn sie bemerkt dazu, daß dieser Vergleich hinkt denn es komme doch auf die Größe des Hauses an. In einem Berliner Haus mit 2 oder 3 Eingängen fönnen 76 Personen viel weniger dicht wohnen als 10,6 Personen in einem kleinen Haus in Rotterdam. Der Redner hat weiter die Entdeckung gemacht, daß an der deutschen Uneinigkeit die Wohnungsverhältnisse schuld seien. Wir behaupten, daß an der deutschen Uneinigkeit zu einem großen Teil die Leiter der Mietervereine die Schuld tragen. Es wurde noch mitgeteilt, daß der Sparerbund Anschluß bei den ti Mietervereinen suche. Man könne mit diesem Bund eine Strecke Weges zusammengehen( vermutlich bis dahin, wo die Mieter til die Zinsen der aufzuwertenden Hypotheken aufbringen sollen). Die Ausführungen des folgenden Redners bewegten sich in den alten, ausgetretenen Geleisen. Neues wurde nicht zu Tage gefördert. Freie Wirtschaft und Zwangswirtschaft sind nach seiner Ansicht Schlagworte. Die Mieter sollen sich mehr um den Grundbesitz kümmern, d. h. nicht um die Verluste, sondern um die Gewinne; sie sollen Genossenschaften zur Herstellung von Häusern bilden. Das man in Berlin mit Erwerbslosengeldern dr do mo MONNA VANNA and imgelben Gewande DIE SZIGARETTE ADLER- COMPAGNIE A.G.DRESDEN sche Gesichtspunkt ist wichtig, das sieht man an den Verordnungen, die von Leuten gemacht sind, die alt vorgebildet sind. Der Hausbesizer sagt: ich bin Eigentümer und mache, was ich Ich frage: Soll der Eigentumsbegriff wieder der selbe werden? Nein, es muß Enteignung stattfinden im höheren Interesse. Das seitherige Recht muß geändert werden. Die Sklaverei und die Leibeigenschaften wurden aufgehoben. Das hat zwar gewaltige Umwälzungen hervorgerufen, wir halten dies aber für selbstverständlich. So muß es auch mit der Wohnungswirtschaft gehen. Die Bevölkerung mag sich einmal mit dem Gedanken vertraut machen. Die Instandsetzungskommissionen müssen energisch eingreifen. Es sprachen dann noch einige Redner, deren Ausführungen ohne Interesse sind. Zum Schluß wurde noch spöttisch des Schlittschen Landesverbandes mit seinen 2½ Ortsvereinen ge= dacht. Die Verhandlungen entbehrten jeglichen höheren Schwungs und standen geistig auf der Höhe einer gewöhnlichen Mieterversammlung. Der„ Darmstädter Volksfreund" überschreibt seinen Bericht mit:„ Beratungen zur Behebung der Wohnungsnot." Ob da nicht eine Verwechselung vorliegt? In der anschließenden nichtöffentlichen Sizung wurde u. a. über die Gemeindewahlen gesprochen Das deutsche Wanderlied. Von Dr. Hans Benzmann. Frisch auf, Kameraden, habt neuen Mut, Tut jetzo die Bündel schnüren, Herfür nehmt Wanderstab und Hut! Jetzt wollen wir marschieren! Das Frühjahr kommt an, Da reiset man, Soweit man kann, Was in der Welt zu probieren So beginnt ein älteres Wanderlied( in Ditfurths deutschen Volks und Gesellschaftsliedern). Der Trieb, die Welt zu beschauen, muß dem Deutschen im Blute liegen. Keine andere Volksdichtung, insbesondere keine der romanischen Völker, hat so viele und so vielseitige Wanderlieder aufzuweisen, als das deutsche Volkslied. Kein anderes Volk erzählt mit so frischer Lust, mit so vielem frohen Behagen von all den Herrlichkeiten, die dem Wanderer winken. In die weite, weite Welt wir jeho ziehen Mit Herzenslust und Freuden; Die Wiesen grünen, die Blumen blühen, Der Wald beginnt sich zu kleiden; Die Lerche, die schallt, Die Amsel im Wald, Der Kudud auch bald, Die Nachtigall singet von weitem. Der Wanderer, der dies aus reiner Herzenslust ist, und der trozige Wanderbursch mit dem Ränzel auf dem Rüden und dem derben Stock in der Hand, beide sind nur deutsche Gestalten von altersher. Und man denke weiter zurüd, an die munteren Spielleute, die Fahrenden des Mittelalters, die Goliarden, denen wir jene lustigen lateinischen und halb deutschen und halb lateinischen Weisen verdanken, die noch heute, wie das„ Gaudeamus igitur", im deutschen Studentenliede erhalten sind. Aus noch früherer Zeit, aus altgermanischer Frühzeit, aus den Jahr. hunderten der Völkerwanderung klingt die Kunde von den wandernden Sängern, den Wanderstops, herüber, die von den Goten, Longobarden, Sachsen ausgesendet wurden. Auch bei den Angelsachsen kehrt dieser Typus wieder und erhält hier bereits eine eigentümliche balladeste mystische Prägung in dem uralten Widsithliede von Widsith, dem Sänger, der die meisten der Menschenvölker, die Stämme auf Erden, besucht hatte. Unter den Völkern, die er gesehen haben will, werden die Syrier, Meder, Perser, Aegypter und Inder aufgezählt. Es ist dies der Urtypus der mysteriösen, allerfahrenen, schwermütigen Sängers, der seine wundervollste romantische Gestaltung in dem Sänger im„ Wilhelm Meister" und in den bekannten Balladen von Goethe und Uhland ,, Der Sänger" und„ Des Gängers Fluch" erfahren hat. Diese große, tragisch- romantische Stimmung vom rätselhaften, ruhelosen Weltwanderer flingt noch in dem Liede von Georg Philipp Schmidt aus Lübeck wieder. Des Fremdlings Abendlied", das wie mit dunklen Harfenafforden anhebt: Ich komme vom Gebirge her, Es ruft das Tal, es rauscht das Meer, Jch wandle still und wenig froh, Und immer fragt der Seufzer: Wo? Die Sonne dünkt mich hier so kalt, Die Blüte welk, das Leben alt, Und was sie reden, tauber Schall; Ich bin ein Fremdling überall... Doch zwischen dieser melancholisch- sentimentalen Lebens stimmung und jenem sonnigen, heiteren Liede, das anfangs mitgeteilt wurde, liegt von den Spielleuten des Mittelalters her bis zum fahrenden Studenten und Handwerksburschen der deutschen Romantik und der Biedermeierzeit die ganze Flucht der vielseitig gestimmten, alle Empfindungen der Menschenseele, vor allem aber das tiefe Naturgefühl des Deutschen wiederspiegeln= den Waldpoesie. Wem Gott will rechte Gunst erweisen, Den schickt er in die weite Welt, Dem will er seine Wunder weisen In Berg und Wald und Strom und Feld. So singt Eichendorff. Und ich könnte noch manches Lied in Erinnerung rufen, bei dem es der deutschen Seele wohl und weh wird, wie„ Zwischen Frankreich und dem Böhmerwald"( von Hoffmann von Fallersleben),„ Alt- Heidelberg, du feine"( Josef Viktor von Scheffel), ,, Bei einem Wirte wundermild"( Uhland),„ Es zogen drei Burschen wohl über den Rhein"( Uhland). Und die einzigartigen, sehnsüchtig- melancholischen, urdeutschen, ganz lyrischen Herzensflänge ,, Dort unten in der Mühle"( Justinus Kerner) und„ In einem fühlem Grunde"( Eichendorff). Welch ein märchenhafter Wohllaut, welch ein unsagbarer Klang, welche unendliche, geheime Poesie lebt in diesen deutschen Liedern. Die Seele atmet auf, wenn der geplagte und gepeinigte Mensch dieser irrsinnigen Zeit einmal sich ein Stündchen lang diesen alten Klängen hingeben kann, in einem verschwiegenen Garten, auf einer stillen, Wiese, an einem Sonntagmorgen. Das ist das deutsche Wanderlied, die urdeutsche Poesie an sich, gegen die aller Reichtum und alle gedankliche Tiefe der Modernen nicht aufkommt. Das ist das Gedicht zeitlos und ewig, das wir, wie die blaue Blume immer wieder suchen müssen. Jedes dieser Gedichte wirkt unmittelbar, so wie es anhebt, ist es aus der Seele gegriffen, und Anschauungen, seelischer Ausdruck, schwingende Melodie und Empfindung, Landschaft, Weite, Bewegung in einem und zugleich. Jedes eine geniale Eingebung. Das, was alle Gedichte, und jedes so rein, innig und unmittelbar, so ewig lebendig erscheinen läßt, ist ja sofort zu erfüllen... Und nun nehme man zu dieser unsterblichen Reihe wundervoller neuzeitlicher Gedichte noch die älteren Volkslieder hinzu, etwa:„ Innsbruck, ich muß dich verlassen!",„ Ach, wie ist es möglich dann“,„ Wenn ich ein Vöglein wär" und viele andere ähnliche, so ist es wieder diese gemütvolle Gegenständlichkeit und Naturfreude, die aus diesen alten Liedern, wie aus jenen neueren flingt. Eine selig- süße, heiter- schwermütige, sehnsuchtsvolle Harmonie seit alters her. Alle diese ewigen Klänge findet man übrigens gesammelt in dem Büchlein„ Deutsche Wanderleder" ( Insel- Bücherei) von Fritz Adolf Hünich, dem ich eine so unver geßliche Stunde der Erhebung verdanke. In ihm findet man auch wieder einige der wunderbaren, ganz Wesen und Gefühl gewordenen Gedichte Mörikes. Auf einer Wanderung. In ein freundliches Städtchen tret' ich ein, In den Straßen liegt roter Abendschein. Aus einem offenen Fenster eben, Ueber den reichsten Blumenflor Hinweg, hört man Goldglockentöne schweben, Und eine Stimme scheint ein Nachtigallenchor. Daß die Blüten beben, Leid Mannes Neue, ih Kraft an torenkraf verleugn Fahrrade Unbemit ein Freu das Fah Volksges Großindu loren ha mühunge feit erwa sein Fah größten Englands gesundhei Industrie Schritt n zeigt der Die Kraftfah nen. Im die Sorg liehen, di rad ist a Beruf A gewichen. Volkes. tur, es ams Da Gegner d fönnen u Mit stände u von 5 P im vorige der Infla kraft der Gewerbe, einer Ein rung erh heutigen zinssäke Hansa- B gemacht, schaft sich neuen sch die Wirts muß, der tische Elingt wiearfen= bensa 5 mitsher deutt der 2, vor egelna n, bei ischen Ilers= zjjel), Bur= tigen, zens„ In after , ge atmet nigen = hin= illen, utsche Reichommt. blaue wirft Ciffen, e und d zu= Ge= endig anderhinzu, mögähnund neue= svolle man Leder" Inver man Sefühl Daß die Lüfte leben, Daß in höherem Rot die Rosen leuchten vor, Lang hielt ich staunend, luftbellommen- Wie ich hinaus vors Tor gekommen, Ich weiß es wahrlich selber nicht. Ach, hier, wie liegt die Welt so licht! Der Himmel wogt in purpur'nem Gewühle, Rückwärts die Stadt in goldenen Rauch: Wie rauscht der Erlenbach, Wie rauscht im Grund die Mühle; Jch bin wie trunken, irregeführt- O Muse, du hast mein Herz berührt Mit einem Liebeshauch! Das Fahrrad als Revelutionär. ( Schluß aus Nr. 71.) Leider glaubte auch die Polizei das„ Auto des kleinen Mannes" nicht mehr beachten zu brauchen. Man versucht aufs Neue, ihm Fesseln anzulegen und die Interessen des auf eigene Kraft angewiesenen Radfahrers den Interessen der mit Motorenkraft die Stadt durcheilenden Gefährte zu opfern. Man verleugnet mit diesen Maßnahmen nicht nur die Rolle des Fahrrades als Bahnbrecher, sondern auch seine Mission, den Unbemittelten und den auf eigene Kraft stolzen Mitmenschen ein Freund zu sein. Man vergißt, welche hohen Eigenschaften das Fahrrad besitzt und welch ein unschäzbares Gut es für die Volksgesundheit ist. In England erzählt man sich von einem Großindustriellen, der seine Gesundheit in den Tropen verloren hatte, und nach jahrelangen vergeblichen ärztlichen Bemühungen, durch das Radfahren geheilt wurde Aus Dankbarkeit erwarb er die dem Untergang nahe Fahrradfabrik, aus der sein Fahrrad hervorgegangen war und machte sie zu einem der größten Fahrradwerke des Kontinents. Wer den Fahrradverkehr Englands fennt, weiß welche Rolle das Fahrrad dort als Volksgesundheitsmittel und als Verkehrswerkzeug spielt. Die deutsche Industrie hat sich stehts bemüht, mit ihren Fabrikaten gleichen Schritt mit dem Auslande zu halten; daß es ihr gelungen ist, zeigt der Ruf des deutschen Fahrrades. Die Zahl der Radfahrer wächst von Tag zu Tag. Das Kraftfahrzeug hat die Liebe zum Fahrrad nicht zerstören können. Im Gegenteil, es hat den Wunsch, in Gottes freier Natur die Sorgen zu vergessen, reger gestaltet und denen Flügel verliehen, die sich noch kein Auto zu leisten vermögen. Das Fahrrad ist als Kamerad bei Sport und Spiel und als Freund im Beruf Allgemeingut geworden und die Vorurteile sind längst gewichen. Das Fahrrad ist ein Arzt am Krankenlager des Volkes. Es verschafft uns Bewegung, es trägt uns in die Natur, es spart Zeit und Geld und erleichtert uns den Kampf ams Dasein. Diesen Tugenden haben sich auch die schärfsten Gegner des Fahrrades in der Revolutionszeit nicht verschließen fönnen und aus manchem Saulus ist ein Paulus geworden. Scharfer Protest des Hansa- Bundes gegen die Steuerzinsgebarung. Mit den Steuernotverordnungen sind für alle Steuerrüdstände und Steuerstundungen die außergewöhnlichen Zinssäke von 5 Prozent für den halben Monat übernommen worden, die im vorigen Jahre mit Recht von der Steuergesetzgebung während der Inflationsperiode bei dem fortschreitenden Verfall der Kauffraft der Steuereingänge erhoben wurden. Der Hansa- Bund für Gewerbe, Handel und Industrie hat mit allem Nachdruck in einer Eingabe an das Reichsfinanzministerium jetzt die Forderung erhoben, daß unbedingt mit sofortiger Wirkung die für die heutigen Verhältnisse durch nichts mehr gerechtfertigten Steuerzinssätze wesentlich herabgemindert werden. Dabei hat der Hansa- Bund in seiner Eingabe mit Recht darauf aufmerksam gemacht, welche gefahrvollen Wirkungen für Staat und Wirtschaft sich daraus ergeben, daß angesichts der bevorstehenden neuen schweren politischen und wirtschaftlichen Belastungsproben die Wirtschaft im Staat nur den rigorosen Steuereintreiber sehen muß, der keinerlei Verständnis für die sonst von allen Seiten anerkannte Kapitalnot der Wirtschaft zeigt. Die Vorschläge des Hansa- Bundes gehen dahin, den Steuerzins in ein bestimmtes Verhältnis zum jeweiligen Reichsbankdistontsag zu bringen, und zwar derart, daß der Diskontsaz zuzüglich 50 Prozent den Jahreszinssaz bei Steuerrückständen bilden soll, wobei dem Fiskus überall da, wo eine Unwilligkeit des Steuerzahlers bei Zahlungsfähigkeit nachweisbar ist, das Recht zu erheblichen Strafzuschlägen verbleiben soll. Der Hansa- Bund hat auch bei dieser Gelegenheit darauf hingewiesen, welche engen Zusammenhänge zwischen der gegenwärtigen Kapitalnot und der gleichzeitigen Ueberteuerung der Warenpreise einerseits und dem falschen gegenwärtigen Steuersystem andererseits bestehen und nach dieser Richtung hin Abänderungen der Umsatzsteuer, der Kapitalverfehrssteuern und der Vorauszahlungen für die Einkommen- und Körperschaftssteuer gefordert. Der Hansa- Bund hat stets in außergewöhnlichem Umfange die Staatsnotwendigkeiten anerkannt und den Dienst der Wirtschaft für den Staat in seinen eigenen Reihen gefordert, sodaß seine gegenwätigen dringlichen Vorstellungen bei der Reichsregierung hoffentlich das Gehör finden werden, das ihnen angesichts der großen volkswirtschaftlich gefahrvollen gegenwärtigen Notzustände gebührt. Finanzwirtschaftliche Bedenken werden seitens des Finanzministeriums nicht geltend gemacht werden können, nachdem dieses in den letzten Monaten durch einen Ueberschuß aus den Steuereingängen die Möglichkeit für eine außergewöhnliche Thesaurierungspolitik, insbesondere für einen erheblichen Rückkauf der Goldanleihe, gewinnen konnte. Von der Jahrtausendausstellung in Köln. Der 500 000fte Besucher. Das Juliprogramm. - Die Jahrtausendausstellung der Rheinlande in Köln hält jetzt 6 Wochen ihre Pforten geöffnet und kann bereits melden, daß der 500 000ste Besucher eine auswärtige Lehrerin, die mit ihrer Klasse nach Köln gekommen war die Ausstellung durchwandert hat. Von der gesamten öffentlichen Meinung glänzend beurteilt und von Mund zu Mund weiter empfohlen, zieht diese Schau über 1000 Jahre rheinisch- deutscher Kultur und Wirtschaft immer weitere Besucher aus ganz Deutschland an. Wöchentlich treffen mehrere Sonderzüge aus allen Richtungen des Reiches ein. Der Rhein ist wieder ein Hauptreiseziel Deutschlands geworden und wenige Rheinreisende versagen sich wohl den Besuch dieser Ausstellung, in der sie die herrlichsten Kunstschätze des Rheinlandes vereinigt finden, eine Gelegenheit, wie sie kaum je wiederkehren wird. Köln ist wieder Fremdenstadt wie in der belebtesten Zeit vor dem Kriege. Neben der Jahrtausendausstellung finden im Juli zahlreiche sonstige Veranstaltungen von Bedeutung statt. Als Sonderausstellungen seien erwähnt: Die Rheinische Grüne Messe, ver= anstaltet vom landwirtschaftlichen Verein für Rheinpreußen und dem Messeamt Köln vom 4. bis 12. Juli, eine SchuhmacherFachausstellung in Verbindung mit einer Tagung des Bundes Deutscher Schuhmacher- Innungen vom 4. bis 7. Juli, eine Handwerksausstellung der Kölner Handwerkskammer aus Anlaß ihres 25jährigen Bestehens vom 19. Juli bis 23. August. Im Opernhaus findet vom 1. bis 7. Juli ein Gastspiel der Wiener Staatsoper und des Wiener Staatsopernballetts statt, im Kammerspielhaus ein Gastspiel der Direktion H. Kuhnert, Berlin. Aus dem Sport- Programm seien folgende Veranstaltungen er= wähnt: Als Jahrtausendfeier der Sportstadt Köln: Vaterlän dische Festspiele und Reichsjugendwettkämpfe am 4. und 5. Julk im Kölner Stadion, der größten Kampfbahn des Festlandes mit Mustersportplägen für alle Sportarten, eine Rhein- Segelwoche vom 3. bis 9. Juli, der Kreissporttag der Deutschen Jugendkraft am 19. Juli im Stadion, ein Internationales Radrennen des Bundes Deutscher Radfahrer( Vorkämpfe zur Weltmeisterschaft) am 26. Juli gleichfalls im Stadion. Wie im Juni fin= den auch in diesem Monat zahlreiche Kongresse in Köln statt. Literarisches. „ In der Junisonne" heißt das Leitmotiv, das durch alle Bildseiten des neuesten Heftes der Eleganten Welt, Nr. 12, hin= durchklingt. Universal- ReichssteuerKassebuch mehrfach gesetzlich geschützt enthält Spezialeindrucke für jedes Geschäft z. B. für ,, Gastwirtschaften" ,,, Bäckereien", ,, Gärtnereien" ,,, Glasereien" ,,, Landwirtschaftsbetriebe" ,,, Maler u. Weissbinder" ,,, Maureru. Baugeschäfte" ,,, Metzgereien" ,,, Polstereien und Sattlereien" ,,, Schlossereien" ,,, Schmiedereien" ,,, Schneiderbetriebe" ,,, Schreinereien", 99 Schumachereien", Spenglereien", 92 ,, Ladengeschäfte" ,,, Modistinnen", 99 Weissnähereien" ,,, Architekten", 99 Aerzte" und ,, Agenturen". offene Mit diesem Kassebuch, für dessen Führung Buchführungsvorkenntnisse nicht erforderlich sind, kann zu jeder Zeit sofort ohne viel Mühe die zu zahlende Umsatzsteuer sowie das steuerpflichtige Einkommen det festgestellt werden, weil die umsatzsteuerpflichtigen und die umsatzsteuerfreien Einnahmen, sowie die einkommensteuerpflichtigen und die einkommensteuerfreien Ausgaben getrennt von einander mit grösster Leichtigkeit gebucht werden. Nebenher weiss man auch, welche Summen für Materialien und die verschiedenen Unkosten sowie für den eigenen Haushalt verausgabt wurden. Diese allseits als sehr praktisch anerkannten Bücher sind bei mir stets vorrätig. Albin Klein, Giessen, Südanlage 21. HausRein San Dr. Sidler's Siwalin unerreichte Seilpaſe halt ohne für Wunden aller Art, Eeradezu eine Wohltat f. Beinleidende. Ein Versuch überzeugt. Grsatzmitt. zurückw. Taus. v. Anerkennungsschreiben. Erhältlich in den Apotheken. Dr. Sidler& Co., G. m. b. H., Freiburg i. Br. An bessere G50 Damen u. Herren vergebe Strumpfwaren auf Commission gegen Sicherheit. P. Vogel Strumpffabr. Thalheim í. Erzgeb. Schöne volle Körperform. durch Ma Grockers gerkeit Kraftpulver in 6 bis 8 Wochen bis 30 Pfund Zunahme. Garantiert unschädlich. Aerztlich empfohlen. Metallbetten Streng reell! Viele Dankschr. Preis Karton Stahlmatratzen, Kinderbetten, direkt an Private, Katalog N32 frei Eisenmöbelfabrik Suhl i. Thür. 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