NE RZ UPPE CHAFT ESSE סה Aute er rei, ischen. ann ohnung Wohnhaus tern aner ntag gesucht. inter& 55. ser pulvers Pfennig m Ihrem 1 lassen. Kopf" ichtigen opfhaut dentlich es Haar. Dahlem. 10S Copf" Giessener Zeitung ( Neueste Nachrichten) mit ( Giessener Cageblatt) Amts- u. Vereinsnachrichten Bezugsprets: 60 Goldpfennig monatlich fret Haus, bei obligatorisch. Bezug durch Vereine 30 Goldpf. Telephon 9tr. 1362. 38. Jahrg. expedition: Shoanlage 21. Redaktion, Druck und Beslag: Albin Klein in Gießen. Verlagsdruckerei, vorm. Keller, gegr. 1783. Anzeigenpreise: 30 mm breite Petitzelle, Auswärts 30 Goldpfg. Lokal 11 " " 90 11 Reklamezeile 11 Dienstag, den 17. März 1925. Das Wandern zu Rade. Als die Eisenbahn die Postkutsche verdrängte, sprach man von der Poesielosigkeit des Reisens. Man empfand es als prosaisch, von einer rauschenden und puffenden Maschine durch die Lande gezogen zu werden, aber für den Wanderer war bereits die Postkutsche eine Räuberin der Poesie gewesen und so haben sich im letzten Jahrhundert die Gemüter an Fragen erhitzt, die mehr oder weniger der Sehnsucht nach der alten Zeit entsprungen waren. Man glaubte mit dem Rückwärtsschauen besser zu tun, als mit dem Vorwärtssehen und die am Antiken hängende Menschheit lehnten die Bemühungen des Freiherrn von Drais, seinen Mitmenschen eine mit eigener Kraft bewegte Fahrmaschine zu geben, im Jahre 1619 ebenso energisch ab, wie das Bestreben einer modernen Technik, die in ein Tretrad verwandelte Draisine zum Verkehrsmittel zu machen. Man hing zu sehr an der Poesie der guten alten Zeit und erst, als die Vorteile eines Reisens mit eigener Kraft allzustark in die Erscheinung traten, bequemte man sich zu einer näheren Betrachtung des Velocipeds. Die auf das Wandern zu Fuß eingeschworenen lehnten sich gegen die Zerstörung der Poesie des Wanderns durch das Velociped auf, aber mit der Erfindung des Niederrades und des Luftreifens geriet der Glaube an das Alleinseligmachende des Wandern zu Fuß ins Wanken. Das Fahrrad schuf eine glückliche Verbindung des Wanderns zu Fuß und der mechanischen Fortbewegung durch die Eisenbahn, und das Angenehme mit dem Nützlichen verbindend, versuchten sich in den neunziger Jahren viele als Radwanderer. Die Reiseschilderungen der Radwanderer glühten von Begeisterung. Man begnügte sich nicht mehr damit, das Vaterland zu durchstreifen, sondern vollbrachte Weltumradelungen. Die Skeptiker wurden eines Besseren belehrt und die bis dahin auf das Fußwandern Schwörenden konnten dem Zuge der Zeit nicht widerstehen. Das Radwandern kam in Mode und alle Hotels und Gasthöfe buhlten um die Kunst der wandernden Stahlroßreitern. Den Reiz der Neuheit hat das Radwandern verloren, aber nicht den sich immer gleichbleibenden Reiz, als ein von öffentlichen Verkehrsmitteln unabhängiger, mit eigener Kraft vorwärtseilender Mensch, die Schönheiten der Welt kennen zu ler= nen. Das Rad hat längst aufgehört, an die Grenzen des Vaterlandes gebunden zu sein. Die Länder des Südens und des Nordens locken den Radfahrer und zu Hunderttausenden zählen die über die Grenze eilenden Radfahrer beiderlei Geschlechts in jedem Jahre. Die Industrie hat dem Wandertrieb der Radfahrer in weitestem Maße Rechnung getragen. Die schweren Tourenräder der neunziger Jahre, als man im Radwandern Erfahrungen für den Bau von Spezialmaschinen sammelte, sind leichten Rädern gewichen. Das Erklimmen der Berge hat dem Rad die Industrie den Radwanderern durch Hinterradnaben mit mehrfacher Uebersetzung möglich gemacht. Es gibt keinen Berg, den ein rüstiger Radler mit dem kleinsten ,, Gang" einer Uebersetzungs10 120 77 17 Nr. 32. nabe nicht bezwingen fönnte und neben diesen Annehmlichkeiten in der Vorwärtsbewegung hat die Technik dem Radwanderer viele andere Hilfsmittel am Rade gegeben. Er kann sein Gepäck befördern, fann etwaige Reparaturen leicht vornehmen und sein Rad gegen Diebstahl mit den einfachsten Mitteln schützen. Der größte Vorzug des Rades ist für den Wanderer seine Anspruchslosigkeit. Das Rad braucht nichts als einige Tropfen Del und etwas Luft zu seiner Wartung. Einige Stöße mit der Luftpumpe machen den weich gewordenen Reifen wieder flott und wenn der Radfahrer mit dem Staublappen über den Rahmen fährt, kann er sich mit seinem stählernen Weggenossen wieder in jeder Radlergesellschaft sehen lassen. Das Radwandern hat in Deutschland einen großen Aufschwung genommen seitdem der Bund Deutscher Radfahrer die Jugendabteilungen im Wanderfahren übt. Man will mit diesen Fahrten nicht nur die Leibesübung der Kinder fördern, sondern ihr Interesse für die Natur und das Vaterland wecken. Die unter Aufsicht von Jugendleitern ausgeführten Wanderfahrten sind im allgemeinen eine Vervollkommnung der Schulausflüge, aber sie bringen neben der Bewegung im Freien den Zwang zur Selbständigkeit mit sich. Die kleinen Radwanderer müssen für sich selbst sorgen und nur bei großen Fragen, wie Quartiermachen und Verpflegung tritt der Jugendleiter auf. Auch der Kameradengeist soll gehoben werden, indem man die Knaben und Mädchen verpflichtet, gegenseitig zu helfen, wenn Schwierigkeiten auftreten. Die Wanderfahrten der alten Herren sind alljährliche Veranstaltungen des Bundes deutscher Radfahrer, der in dem Hamburger Gregers Nissen einen Wanderfahrwart besitzt, der bereits auf dem Hochrade Europa bereist hat. Die begeisterte Aufnahme dieser Propagandafahrten der alten Herren ist der beste Beweis für die Beliebtheit des Fahrrades als Wanderwerkzeug, aber der springende Punkt bei diesen Fahrten ist die Propaganda für das Wanderradeln. Jedermann sagt sich, daß er als zwanzig, dreißig oder gar vierzig Jahre jüngerer Mensch das gleiche können muß, was die alten Herren über rund tausend Kilometer leisten, und der Erfolg zeigt sich in den Entnahme von Grenzüberschreitungskarten vom Bund deutscher Radfahrer, dessen Mitglieder in fast allen europäischen Ländern freie Grenzüberschreitung haben. Groß ist auch die Zahl der radwandernden Ehepaare. Der Zweisiger ist nicht mehr so so stark in Mode, wie ehedem. Man zieht das Einzelrad vor, weil es unabhängiger macht, leichter unterzubringen und zu Korpulenz macht alt, verunstaltet die Körperformen und ist auch ungesund. Wir raten Korpulenten und allen zum Starkwerden Veranlagten, in der Apotheke 60 oder 30 Gr. echte. Toluba- Kerne zu kaufen, die unschädliche Stoffe von fettzehrender Wirkung enthalten. Sicher erhältlich in der Universitätsapotheke„ Zum goldenen Engel". meistern ist. Bei weiten Strecken entfällt auch das Mitnehmen von Kindern auf dem Rade. Die wandernden Familien haben in den letzten Jahren stark zugenommen. Ferienausflüge von Vater und Söhnen sind keine Seltenheit mehr, und neben den Annehmlichkeiten genießen diese Ferienfahrten den Reiz der Billigkeit. Die Erziehung der Jugend für den Sport birgt in einer Sparte die Anspruchslosigkeit. Wie die Wandervögel, so genügen sich die Radwanderer mit Heuböden als Schlafstätten, und wenn sie auch auf die Zubereitung des Mahls im Freien im allgemeinen verzichten, so üben die jungen Radwanderer auch hier spartanische Einfachheit. Wenn niemand viel erzählen kann, wenn er eine Reise tut, wie sie dem modernen Bequemlichkeitsmenschen als erstrebenswertes Ziel gilt, wieviel mehr vermag ein Wanderer zu erzählen, der zu Rad das Land durchstreift hat? Er ist mit allem, was der Eisenbahnreisende nur vom Fenster des Eisenbahnabteils sicht, in enge Berührung gekommen; er hat Bekanntschaf= ten mit Land und Leuten gemacht und ohne an Fahrplan und Abfahrzeiten, an Verbindungen und Zuganschlüsse gebunden zu sein, hat er die Welt kennen gelernt, als der Mensch, dem Gott die rechte Gunst erwiesen hat. Für das Radwandern ist in letzter Zeit viel getan worden. Die Industrie hat in jeder Form für den Radwanderer gesorgt, die Verbände haben sich des Wanderns auf dem Rade angenommen und die Behörden aller Länder haben ein reges Interesse an dem Radfahren genommen, die ins Land kommen, um den großen Gedanken an die Völkerversöhnung seiner Verwirklichung näher zu bringen. Billiges Baugeld. G. Kropp. Die Hauptfrage zur Bewältigung der Wohnnot ist und bleibt vorerst noch immer die Beschaffung des Baugeldes. Alle staatlichen und gemeindlichen Leistungen reichen bei weitem nicht aus, um das Geldbedürfnis für Privatbauten zu befriedigen, und ob in absehbarer Zeit nicht unsere Reparationsverpflichtungen aus dem Dawesvertrag die staatlichen Beihilfen völlig zum Stillstand bringen, das kann heute noch niemand sagen. Baugelder zu den heutigen Zinssäten der Banken und öffentlichen Kassen ist ein so hoher, daß Bauen und Wohnen unerschwinglich teuer würde. Und dennoch ist auch heute die Möglichkeit vorhanden, Baugeld zu billigerem Zinsfuß, nämlich zu nur 5 Prozent zuzüglich 1 Prozent Tilgungszins unfündbar zu erhalten. Bereits wurden nach verhältnismäßig kurzer Vorbereitungszeit von einem rein gemeinnützigen Selbsthilfe- Institut in Württemberg neunzehn Bauten im Gesamtkostenbetrag von rund einer Viertelmillion Goldmark finanziert, und wie wir hören, ist diese gemeinnüßige Gesellschaft durch den großen Anklang, den sie findet, in den Lage, von Monat zu Monat steigend Beträge an Baugeldern herzugeben. Es ist an dieser Stelle nicht möglich, ausführlicheres über die Einrichtungen des gemeinnützigen Werkes zu bringen, wer sich dafür interessiert, möge sich an dieses gemeinnügige Werk selbst wenden, es handelt sich um den Deutschen Eigenheim- Verein, Gemeinschaft der Freunde e. V. in dem kleinen Luftkurort Wüstenrot bei Heilbronn in Württemberg. Dieses nach völlig neuen Rechtsformen gegründete Unternehmen weicht durchaus ab von allen bisherigen Organisationen dieser Art. Es handelt sich da nicht um eine Baugesellschaft, sondern um ein Treuhand- Finanzierungs- Institut. Bauen kann jeder, der durch Abschluß eines Bausparvertrages mit der Gemeinschaft der Freunde sich das Baugeld verschafft, wo er will und durch men er will, wenn nur eine sichere grundbuchmäßige Eintragung des Baugeldes erfolgen kann. Die Bekämpfung einer Volksseuche. Dr. Theodor Stähle, Tuberkulosearzt in Stuttgart. Einer der schlimmsten Feinde der Menschheit ist der Erreger der Tuberkulose, der Tuberkelbazillus. Er ist so klein, daß man ihn in dem Mikroskop erst nach tausendfacher Vergrößerung sehen kann als ein kleines dünnes Stäbchen, das trotz der starken Vergrößerung faum länger als 3 Millimeter erscheint. Dieser kleine Bazillus hat eine so riesig große Verbreitung, daß es im Alter von 20 Jahren eigentlich kaum mehr Menschen gibt, die ihn nicht schon in sich aufgenommen haben. In einer Temparatur, die unserer Körperwärme entspricht, kann sich dieses kleine Lebewesen, das wir, wie die anderen Bakterien und Bazillen, zu den niedrigsten Gattungen der Pflanzenwelt, zu den Pilzen, zählen, unglaublich rasch vermehren. Die Fortpflanzung erfolgt in sehr einfacher Weise. Der Bazillus, der aus einer Zelle be= steht, teilt sich durch Abschnürung in der Mitte in zwei neue Tochterzellen, von denen sich jede alsbald wieder auf dieselbe Weise teilen kann. Der Tuberkelbazillus hat nun noch eine Besonderheit gegenüber anderen Bazillen: er besitzt einen Wachsmantel um sich herum, der ihn gegen äußere Schädigungen sehr widerstandsfähig macht, daß er z. B. Kälte ganz gut vertragen kann, oder im Staub ohne auszutrocknen oft jahrelang seine alte, krankheitwirkende Kraft bewahren kann. Einen Feind besitzt der kleine Bösewicht aber, nämlich das Sonnenlicht, das ihn schon in einer Stunde tötet. Jm hellen Tageslicht stirbt er auch, aber viel langsamer, erst nach etwa sieben Tagen. Seine Lieblingsplätze sind dunkle Winkel, düstere Stuben, Höfe und Gassen, in die kaum jemals etwas Sonnenschein gelangt. Daher ist es auch nicht weiter verwunderlich, daß wir seine Opfer hauptsächlich unter der Großstadtbevölkerung suchen müssen, die schon früher auf enges beieinanderwohnen angewiesen war, nan aber erst recht zusammengepfercht ist, seit wir eine so große Wohnungsnot haben. Daher: Sonne und Licht an die Front zum Kampf gegen den Tuberkelbazillus. Schaffet euch gesunde Wohnungen, dann seit ihr am besten gegen ihn gerüstet. Das rasche Vorwärtsschreiten der Eigenheim- Bewegung. wie sie in Württemberg in der Selbsthilfe- Organisation der Gemeinschaft der Freunde, Luftkurort Wüstenrot bei Heilbronn entstanden ist, gibt uns die Hoffnung, daß recht weiten Kreisen unseres Volkes diese wirksame Waffe gegen die Tuberku.oje, cine gesunde sonnige Wohnung zuteil wird. Eine wichtige Volksfrage. Prof. Dr. Ga upp, Tübingen. Eine der wichtigsten Fragen für die gesundheitliche und finanzielle Wohlfahrt unseres Volkes ist die Alkoholfrage. Sie ist von großer Bedeutung vom volkswirtschaftlichen Standpunkte, weil immer noch ein großer Teil wertvollen deutschen Bodens für die Erzeugung geistiger Getränke in Anspruch genommen wird, weil das verarmte deutsche Volk noch viel zu große Summen für ein Genußmittel ausgibt, das ohne Schaden an Leib und Seele und ohne Verlust an Lebensfreuden entbehrt werden kann, und weil zahllose Trinker sich und ihre Familie in wirtschaftliche Not stürzen, der Armenbehörde anheimfallen, ins Krankenhaus kommen, frühzeitig sterben. Auch verringert schon der mittlere Alkoholgenuß die Arbeitskraft, vermindert die Arbeitsmenge und verschlechtert die Arbeitsleistung. Die Alkoholfrage hat eine gesundheitliche Seite, insofern der Miß= brauch geistiger Getränke die Ursache zahlreicher förperlicher und geistiger Krankheiten ist, bisweilen frühes Siechtum erzeugt, die Körper verunstaltet, die Nachkommenschaft schädigt, an der Erwerbung von Geschlechtskrankheiten häufig ursächlich mitwirft. Die Alkoholfrage hat eine sittliche Seite, weil der Alkohol das Verantwortlichkeitsgefühl der Menschen abstumpft, die Inter= essen einengt, die Liebe zum Nächsten herabsetzt, den Sinn für die Familie schädigt, und so die Quellen gesunder Volkskraft vergiftet. Diese Tatsachen sind wohl bekannt, aber sie machen auf viele Menschen keinen genügenden Eindruck. Auch sind irrtümliche Meinungen über den stimmungsfördernden Wert, und die kraftspendende Wirkung des Alkohols noch nicht völlig überwunden, weil sich der subjektive Eindruck des Trinkenden mit dem objektiven Tatbestand nicht deckt. Die Wissenschaft bemüht sich um die Darstellung, woher dies kommt, und findet die Ursache in der eigenartigen Wirkung des Alkohols auf die verschiedenen Seiten des Seelenlebens. So erscheint z. B. erleichterte Bewegungsauslösung( psychomotorische, durch das Gift bedingte Erregung) als Zunahme der Kraft, während der exakte Versuch beweist, daß die Kraft objektiv bereits nachgelassen hat. Der Tr Redselig Zustand Grund Die sind tei sozialen Wohnu seelenlo nach lei als Be wichtige Der wi wohl d hohe Q die M wieder in ein herrscht schicklic eine a durch gewohn allem lung D bracht genoss haben Sehne chem vor d die n wegun neue wurd deutsc Luftk werde famil priva bescho eine Verb tomm die zu E eripa 80 b Gene belas Gerc ein schen Sich Kin ring ren Dieser ß es im ibt, die emparas s fleine Bazillen, Pilzen, erfolgt elle bea ei neue dieselbe och eine Wachs gen sehr rtragen g seine Feind cht, das tirbt er Seine öfe und Daher Opfer sen, die ar, nan große Front Gejunde vegung. Der Ges ilbronn Kreisen je, cine Je und . ftlichen n deut nspruch viel zu Schaden ntbehrt Familie fallen, ringert indert Die Mik= er und gt, die er Er=" twirft. ol das Inter n für straft machen d irr= und über1 mit emüht e Ur= Der= Cleicht be= rafte Ihat. Der Trinkende erscheint sich selbst in seiner torisch bedingten Redseligkeit als geistreicher im Vergleich zu seinem nüchternen Zustand; der Beobachter macht hinter diese Geistreichheit auf Grund seiner Wahrnehmungen ein Fragezeichen. Die Ursachen der weiten Verbreitung unserer Trinksitten sind teils historischer Natur, teils liegen sie in den modernen sozialen Verhältnissen begründet. Enge, dumpfe, unerfreuliche Wohnungen treiben den Mann ins Wirtshaus. Lustlos getane, seelenlose Arbeit erweckt im Arbeitenden abends ein Bedürfnis nach leicht erreichbarer Aufheiterung, die der Alkohol, wenn auch als Betrüger gewährt. Wohnungsreform und Eigenheim sind. wichtige Bundesgenossen im Kampf gegen das Trinkerelend. Der wichtigste Grund für die Zunahme der Trinksitten ist aber wohl die Verführung durch das allmächtige Alkoholkapital, das hohe Verzinsung wünscht, und diese nur erreichen kann, wenn die Massen unseres Volkes trotz ihrer trostlosen Verarmung wieder zu den Trinksitten zurückkehren, wie sie vor dem Kriege in einem wohlhabenden Volke bei wirtschaftlicher Blüte geherrscht haben. Das Alkoholkapital kämpft mit raffinierter Ge= schicklichkeit für seine Profitrate, verleumdet die Staaten, die eine alkoholfeindliche Gesetzgebung haben, kauft sich die Presse durch teure Reklamen und verführt eine kritiklose Masse zum gewohnheitsmäßigen Genuß geistiger Getränke, neuerdings vor allem zum Genuß von Schnaps und Likören, zu deren Herstel= lung heute ein großer Teil unserer Ernte verwendet wird. Bauland und Bodenpolitik. Dr. jur. Gmelin. Die industrielle Entwicklung Deutschlands hat vieles ge= bracht und noch mehr genommen. Nicht wenige unserer Volksgenossen haben ihre Heimat verloren und sind entwurzelt. Lange haben sie es nicht gemerkt, bis schließlich ein längst entwöhntes Sehnen nach Land und Freiheit über sie gekommen ist. Manchem ist es schon gelungen, wieder Heim und Boden draußen vor der Stadt zu gewinnen. Alle Anzeichen sprechen dafür, daß die nächsten Jahre ein starkes Anwachsen der Eigenheim- Bewegung bringen werden, zumal seit der Festigung der Währung neue Wege zur raschen und sicheren Baugeldebschaffung gefunden wurden. Etwas besonderes auf diesem Gebiet darf von dem deutschen Eigenheim- Verein der Gemeinschaft der Freunde e. V., Luftkurort Wüstenrot bei Heilbronn in Württemberg erwartet werden, die in der kurzen Zeit ihres Bestehens schon 19 Einfamilienhäuser für kleine Sparer ohne jede öffentliche oder private Hilfe finanziert hat. Auch der Frage der Bauplaybeschaffung wird neuerdings große Beachtung geschenkt. Es ist eine Freude, zu sehen, wie manche Gemeinden und öffentlichen Verbände dem Verlangen nach Garten- und Bauland entegegenkommen und auf weite Areale zum Schutz der Menschen gegen die Großwirtschaft die Hand legen. Sie geben Bauland aus zu Erbbaurecht an die Bürger, die sich ihr Geld zum Eigenheim erspart haben, und zwar nicht nur auf 60 Jahre, sondern auf 80 bis 100 Jahre, sodaß die angesiedelte Familie auf mehrere Generationen sichert wohnt. Die Erbbauzinsen sind niedrig und belasten des halb den Haushalt des Siedlers nicht allzusehr. Gerade in der Ueberlassung des Boden auf recht lange Zeit liegt ein Moment, dem noch nicht überall genügend Beachtung ge= schenkt wird. Eine Familie hat nur dort eine Heimat, wo die Sicherheit gegeben ist, daß der Erbauer des Hauses und seine Kinder nicht daraus vertrieben werden können. Ein nicht geringer Teil des deutschen Volkes wird sich in den nächsten Jahren neu ansiedeln müssen, schon deshalb, weil weit mehr als eine Den feinsten Kaffee trinkt man bestimmt dort, wo Pfeiffer& Dillers Raffee- Effenz zu Bohnen oder Malz hinzugetan wird, das veredelt den Gefchmack ganz überraschend und hilft Ihnen außerdem febr erfreulich sparen! Originaldofen und Silberpakete zu haben in den Gefchäften! Million Wohnungen fehlen. Staat und Städte sind nach altem deutschem Recht die berufenen Bodenverwalter. Möge überall im kleinen und im großen dafür gesorgt werden, daß recht viele Deutsche Bauland auf einem Grund und Boden erlangen kön= nen, der unangreifbar gegenüber dem Ansturm der Geldmächte ist. Vielleicht ist die Politik, den Menschen den Zugang zu Heimat und Boden, auf dem wahre Tüchtigkeit gedeihen kann, zu erleichtern, noch wichtiger als Geld, Industrie- und Handelspolitik. Denn Menschen sind es, die Reichtum schaffen und nicht das Geld. Wirtschaftliche Umschichtungen. Langsam, aber mit urwüchsiger Kraft beginnen sich die durch den Krieg und durch die Friedensverträge bedingten Umschichtungen der Erdwirtschaft zu entwickeln. Das Deutschland dabei der besondere leidtragend Teil ist, zeigen vor allem die Produktionsziffern der Rohstoffe, soweit sie das wichtigste Material für die industrielle Wirtschaft liefern. So wurden im Jahre 1913 insgsamt 1 321 000 To. Stein- und Braunkohlen ge= fördert, eine Menge, die nach dem Kriege nach mannigfachen Schwankungen 1923 mit 1 320 000 To. wieder erreicht wurde. Da 1923 das Ruhrgebiet fast ausgeschaltet war, ist für 1924 mit einer Gesamtförderung über die Vorkriegszeit hinaus zu rechnen. Allein innerhalb dieser Gesamtförderung haben sich ge= waltige Umschichtungen vollzogen. Deutschland, das 1913 an der Gesamtförderung mit 21 p. H. beteiligt war, fonnte 1923 nur noch 13 v. H. buchen und hat auch 1924 faum 15 v. H. erreicht. England hat durch den Krieg Kohlengebiete nicht verloren, aber es hat trotzdem verstanden, seinen Anteil an der Gesamtförderung zu steigern. Die Ausbeute betrug 1913 rund 287 000 metrische Tonnen, gleich 26 v.5. der Gesamterzeugung. Diesen Anteil hat es, von Schwankungen in den ersten Nachfriegsjahren abgesehen, 1923 wieder erreicht. Was für England die Hauptsache ist, es hat die Kohlenausfuhr in den Nachkriegsjahren wiederholt über den Stand von 1913 hinaustreiben können. Im Jahre 1923 führte England wieder 79,5 Millionen Tonnen im Werte von zwei Milliarden Mark aus, gegen 73 Millionen Tonnen im Werte von einer Milliarde Mart im Jahre 1913. Die Wertsteigerung ist zum Teil durch die allge= meine Preissteigerung, zum Teil aber auch durch höhere Kohlenpreise bedingt. Jm Jahre 1924 sind Wert und Menge etwas zurückgegangen, was dann zu der viel erörterten Kohlenkrise geführt hat, die sich u. a. darin äußerte, daß die englischen Grubenarbeiter gegen den Dawesplan Einspruch erhoben, weil er die ausländischen Absatzgebiete der englischen Kohle bedrohe. Zu diesen Absatzgebieten gehörte besonders Deutschland, das 1923 rund 15 Millionen, 1924 aber nur noch 7 Millionen Tonnen abnahm. Was der Ruhreinbruch für die englische Kohlenausfuhr bedeutete, geht besonders daraus hervor, daß England 1923 insgesamt an Deutschland, Frankreich, Belgien und Italien rund 48 Millionen Tonnen Kohlen lieferte, gegen 32 Millionen Ton= nen im Jahre 1924. Um 16 Millionen Tonnen ist also die Ausfuhr zurückgegangen, was auch dem Unterschied der Erzeugung von 1923 und 1924 entspricht. Die internationale Gemeinbürgschaft der englischen Grubenarbeiter geht also über die Landesgrenze nicht hinaus, verträgt sich indessen damit, daß der deutsche Kohlenbergbau zum Erliegen kommt und die deutschen Bergarbeiter verhungern müssen. Frankreich, dessen Kohlenerzeugung 1913 etwa 40 Millionen Tonnen betrug, erreichte 1924 schon 46 Millionen, wozu 18 Millionen der besten deutschen Ruhrkohle kostenlos und frachtfrei kommen. Ebenso ungünstig schneidet Deutschland bei der Eisenerzeugung ab. Von 33 Millionen Tonnen im Jahre 1913 ist es auf 4,7 Millionen im Jahre 1923 zurückgegangen, wobei 1924 nur eine unerhebliche Besserung gebracht hat. Daß Frankreich heute das reichste Eisenerzland Europas ist, ist bekannt, ebenso, daß seine Eisen- und Stahl= erzeugung in großen Sprüngen aufwärts schnellt. Für Deutschland ergibt sich daraus das Problem, den Verlust an Rohstoffgebieten durch Steigerung der Produktion von Halb- und Fertigfabrikaten wieder auszugleichen. Es ist dazu um so mehr ge= zwungen, als seine Bevölkerungszahl verhältnismäßig gleichge= blieben ist. Die Steigerung der Produktion bedeutet an sich noch keinen Ausweg, da das wesentliche der Absatz auf den Auslandsmärkten ist. Das aber ist eine Preisfrage, in der wir gar nicht unabhängig vorgehen können, da uns die Preise durch die Konkurrenz aufgezwungen werden. Frankreich schleudert, um seine Ueberproduktion abzusetzen, wozu es um so mehr in der Lage ist, als es seinen Inlandsmarkt durch hohe Schutzölle gesichert hat. Der Ausgleich kann Deutschland nur schaffen, indem es die Produktionskosten soweit als möglich senkt, wodurch sich die Rückwirkung auf die Arbeitszeit von selbst ergibt. Aber gerade das ist sozial und wirtschaftlich zu tragen, weil die Mehrerzeugung und nur diese die Kaufkraft des Geldes selbsttätig erhöhen muß, sodaß sich hieraus eine Lohnsteigerung und wieder selbsttätig eine Verbesserung der Lebenshaltung ergibt. Literarisches. Benehmen und Lebenszuschnitt in gebildeten Kreisen. Von Walter Bodanius. Dieses Buch ist Führer und Lehrer zugleich. In zehn Abschnitten zeigt der Verfasser, was da und dort Sitte ist, und wie man sich zu benehmen hat. Dieses Buch sollte unseren jungen Leuten mit ins Leben hinaus gegeben werden. Manch hartes Lehrgeld bliebe dann vielen erspart, der Weg zur gesellschaftlichen Geltung würde sich leichter ebnen, das Bewußtsein, mit eigner Kraft sich seinen Platz zu erkämpfen, gibt dann dem Charakter Sicherheit und Festigkeit, der Mensch fühlt sich als vollgültiges Glied in den Reihen der gebildeten Kreise. * Die eben erschienene Nr. 5 der„ Eleganten Welt" ist durch ein besonders effektvolles Titelbild von Professor Kossuth aus= gezeichnet, das den vornehmsten, modischen Frauentyp im Schmuck Pianos in nur hochwertiger Qualität, bei zeitgemässer Anzahlung und bequemen Teilzahlungen, liefert Offenbacher Pianoforte- Fabrik a. Alois Knauer& Co. Offenbach. BIEBERERSTRASSE 5 M. Fernruf 2305 u. 2917. Langjährige schriftliche Garantie! An den Sonntagen vor Weihnachten, bleibt unser Geschäft geöffnet. Elegante Welf Deutschlands tonangebende Zeitschrift für vornehme Lebenskunst, für Mode, Kunst, Theater, Film, Sport, Schönheit und Lebensfreude. Alle 14 Tage ein 50 bis 80 Seiten starkes Heft mit ausgewählten Meisterwerken moderner Film- u. Photokunst sowie hochinteressanten Berichten aus der Gesellschaft. Jedes Heft mit einem prachtvollen farb. Kunstblatt als Titelbild. Abonnements bei allen Buchhandlungen! Verlag: Dr. Eysler& Co. A.-G. in Berlin SW68 Fahrräder, Eisen-, Messing- Kuverte betten, nur direkt an Private. Zahlungserleicht. Verlang. Sie Katalog. Ad. Fraenkel& Co., Nürnberg, Friedrichstr. 59. Albin Klein, Gießen Z3 billigst des neuesten Frühjahrshutes zeigt. Die Bilder und Texte im Innern des Heftes erzählen in fesselnder Form von eleganten Damen, von Frühjahrskleidern und Frühjahrshüten, von Blumen und Pferden, von Bühnenschönheiten, von amerikanischer Eleganz und nicht zuletzt von dem sachgemäßen Trousseau für die Reise in den Frühling, wozu nicht nur Reise- und Promenadenkleider sondern auch Kasinokleider großen Stils gehören. Geschäftliches. Die naturgemäße Haarpflege. Ohne Zweifel hat in den letzten Jahren die Erkenntnis für die Notwendigkeit der Haarpflege in weitesten Kreisen Verbreitung gefunden. Die Grundbedingung einer wirklich naturgemäßen und zweckentsprechenden Haarpflege ist die regelmäßige Kopfwäsche, die den Haarboden von allen Unreinlichkeiten befreit, eine gute Durchblutung der Kopfhaut bewirkt und dadurch das Haar gesund und kräftig erhält. Ein ideales Kopfwaschmittel, das allen Anforderungen in vollkommenster Weise gerecht wird, ist das ärzlich empfohlene ,, Schaumpon mit dem schwarzen Kopf". Schaumpon hält durch seine antiseptische Wirkung den Haarboden frei von Bakterien, die den Haarwuchs schädlich beeinflussen, reguliert den Fettgehalt des Haares und befreit von den lästigen Kopfschuppen. Es erzeugt, nach Vorschrift angewandt, reichlichen weichen Schaum, ist außerordentlich mild und wird selbst von der empfindlichsten Haut gut vertragen. Die verschiedenen Zusätze wie Kamille, Eigelb, Nadelholzteer, Perutannin, Brennessel und Sauerstoff ermöglichen eine ganz individuelle Behandlung jeglichen Haares. Mit Schaumpon gewaschenes Haar bekommt seidenartigen Glanz und volles lockeres Aussehen. Beim Einkauf achte man stets auf die bekannte Schuhmarke„ Schwarzer Kopf" und verlange ausdrücklich„ Schaumpon mit dem schwarzen Kopf". Vertreter für den Verkauf erstkl. gangbarer Artikel an Landwirte u. Private bei höchst Provision gesucht. Dauernde Existenz. Solche, welche bereits in Versicherungen u. Nähmaschinen ger., bevorzugt. Offerten unt. G. 154 an die Exp. dies. Zeitung. Geg. Arterienverkalkung bei starkem Rückgang der körperlichen und geistigen Fähigkeiten und deren Folgen, wie Gedächtnisschwäche, Schwindelanfällen Angstgefühle, Herzbeklemmung, Minderung zu hohen Blutdrucks, gebrauche Celloid- Kieselsäure Kur man Sicollan Marke Co- Li. ärzti. erp. Erhältlich in allen Apotheken, bestimmt in Universitäts- Apotheke, zum goldenen Engel Fabrik: Chem. Laboratorium Co- Li. G.m.b.H. Dresden A. la Diel Geld Saatkartoffeln verd. fleiß. verteiler allerorts. Bewbg. a. G. Bennör, Hamburg I gelb. Ind. Odenw. Blaue u. beste Sorten rote und weisse waggon- und zentmetallbetten erweise liefert gewissenhaft an Stahlmatratzen, Kinderbetten, direkt Private, Katalog 32N frei Eisenmöbelfabrik Suhl i. Thür. Seifen- o.Schuhcremefabrikation im Hause richten wir ein. Dauernde en und sichere Existenz besondere Räume nicht nötig. Auskunft kostenlos. Chemische Fabrik Heinrich& Müntner Zeit- Aylsdorf Richard Wichmann SCHOTTEN( Oberhessen) Fernsprecher Nr. 54 Leistungsfähige Weizen- u. Roggenmühle ( Grossmühle) sucht bestens eingef., branchekundigen VERTRETER Gefl ausführliche Angebote unter G 217 an die Expedition dieses Blattes erbeten. Zu verkaufen: fabrikneuer 3,2 qm Niederdruckdampfkessel mit Armaturen; Preis Mk. 308.Anfr. unt. G 233 an die Exped. d. Ztg. An 60 Gold bei obligatori 38. Hi รู Mit der ken" beschäf Gießen. Nach e der Referen sammlung nicht? 2. etwas dage jährlich run fast gar kei Vermehrun und trotzde stehe Ueber Gießen fü habe man durch Besc dabei sei knappheit derten in Bauen jez der Miete, 5½ Millic grundelegu 50 Million neter Ma gebaut uni verwendet entzogen u gelegt we daß die B der Leben derte Bete Herstellung Es w u. a. heißt ,, An Umständer gedacht w entschieder Friedensh deutsche mart. 3 schaft an und Eink wenn ein ganz zum In ,, An