Giessener Zeitung en ( neueste Nachrichten) sen emen a. Cha M. i. 2917. el al ern, in der Miete p.bald Erp. d. 3tg. Streiche. ter Onkel hat Landgut eindurch, daß er eiche anstellt. lebende Zielieht seit Bubis tützung mehr. ist sicher vor en im Liegeen und überselben stören schnell geht er Spiegels putzt Brillant- Creme s Spiegel und am zu schmos dem Schlafe nölschuhputz. en Hochglanz, eidig und ver , welcher mit nmal so lang mit minderfen auch Sie sich: e chme. ningen a. N. mit( Giessener Cageblatt) Amts- u. Vereinsnachrichten Bezugspreis: 60 Goldpfennig monatlich fret Haus, bei obligatorisch. Bezug durch Vereine 30 Goldpf. Telephon Str. 1362.0 Nr. 6. Expedition: Südanlage 21. Anzeigenpreise: Redaktion, Druck und Verlag: Albin Klein in Gießen. Verlagsdruckerei, vorm. Keller, gegr. 1783. Lokal 30 mm breite Petitzeile, Auswärts 30 Goldpfg. 11 " " 90 " " Reklamezeile 10 120 " " 1 Donnerstag, den 15. Januar 1925 Wirtschaftliche Rundschau. ( Zusammenfassende Uebersicht über die deutsche Wirtschaftslage.) ( Nachdruck verboten.) Allgemeine Lage. Die Wirtschaftslage hat auch in der letzten Zeit im allgemeinen eine langsam aufsteigende Tendenz gezeigt. Bedarf und Nachfrage wäre auf allen Gebieten der Erzeugung vorhanden, eine entsprechende Auswirkung auf die Produktion wird jedoch ganz erheblich zurückgedämpft durch die ungünstigen Geldverhältnisse. Staatswirtschaft. 38. Jahrg. erwarten. Schon im Januar wurden 2447 Wohnhausbauten und 596 sonstige Bauvorhaben gemeldet. Das bedeutet gegenüber im Dezember eine Zunahme um die Hälfte. Warenmarkt. Die Gesamthaltung auf den Warenmärkten muß immer noch als unsicher bezeichnet werden. Die Käufer beobachten noch eine starke Zurückhaltung, sodaß die Umsätze keinen bemerkenswerten Umfang erreichen konnten. Am Eisenmarkt machte sich auf dem Inlandsmarkte eine lebhafte Tätigkeit bemerkbar. Bei den letzten Häuteversteigerungen in Erfurt und in Ludwigshafen war ein Rückgang der Preise Infolge der Hoffnung auf baldigen iWederbeginn der Bautätigkeit wurden verschiedentlich große Verkäufe in Baumaterialien abgeschlossen.- Die Belebung am Chemikalienmarkt blieb auch in der jüngsten Zeit aus. Das Exportgeschäft war ebenfalls nicht befriedigend. Am heimischen Verbrauchszuckermarkt zogen die Preise weiter langsam an. Der deutsche Kaliabsay wird im Februar schätzungsweise 1,5 Mill. Dz. erreichen. - zu konstatieren. Jm Januar betrugen die Einnahmen des Reiches an Steuern, Zöllen und Abgaben 768,8 Mill. M ( Dezember 635,1). Der Voranschlag betrug 437 Mill. M. - Geldmarkt. Im Hinblick auf die Finanzskandale ist das wesentliche Ergebnis der letzten Woche die Aufstellung neuer Richtlinien über die Verwendung der Reichspostgelder im Benehmen mit der Reichsbank. An den Börsen herrschte im allgemeinen Ruhe. Am Geldmarkt hält eine gewisse Anspannung an, die jedenfalls für Ultimo Februar gewisse Schwierigkeiten besorgen läßt. Durch Morgan u. Co. wurden in der letzten Woche 2½ Mill. Dollar- Gold nach Deutschland verschickt. Der Gesamtbetrag der schwebenden Auslandskredite wird auf 1-1,5 Milliarden Goldmark geschätzt. - Handel, Gewerbe und Industrie. Die Spitzenverbände der Wirtschaft haben sich erneut gegen eine höhere Aufwertung ausgesprochen, weil die Prüfung der Aufbringungsfrage für alle Wirtschaftszweige zu dem gleichen negativen Ergebnis führe.Die Lage der Industrie und des Handels zeigt weiter ein Anhalten einer aufsteigenden Tendenz. In erster Linie ist dies in der Eisenindustrie und im Spinnstoffgewerbe zu beobachten. Die für den Baumarkt arbeitende Industrie konnte teilweise eine nicht unerhebliche Belebung des Geschäftsganges feststellen. Die hier in Frage stehenden Industriezweige sehen der kommenden Bausaison sehr hoffnungsvoll entgegen. Auslandsgeschäfte sind von der deutschen Industrie fast überall nur unter Ueberwindung größter Schwierigkeiten durchzuführen, da die ausländische Konkurrenz immer noch stark unterbietet. - Kohlen. Ein Bericht der deutschen Bergarbeiterorganisationen zeigt eine schnelle Ausdehnung der Kohlenausfuhr Deutschlands seit Inkraftsetzen des Dawesplanes. Die deutsch- oberschlesische Steinkohlenförderung zeigt im Januar einen kleinen Rückgang. - Holzmarkt. Die Nadelstammholzpreise setzten ihre Sprünge nach oben fort und kamen mitunter an die Grenze des Phantastischen. Man ging mit den Geboten sogar bis zu 173 Prozent der Grundpreise. Die Nachfrage nach Nadelpapierholz blieb rege. Auf dem Laubholzmarkt herrscht gute Nachfrage nach Eichenrundstämmen. Bei den lokalen Brennholzversteigerungen werden nach wie vor die Taxen erheblich überschritten. Baumarkt. Jm kommenden Frühjahre läßt sich eine wesentliche Zunahme der Bautätigkeit gegenüber dem Vorjahre - - - Ausstellungen und Messen. Die Frühjahrsmesse der deutschen Bekleidungsindustrie und der Schuh- und Lederwirtschaft war mit fast 1400 Ausstellern auf einer Ausstellungsfläche von über 30 000 Quadratmeter, die größte messewirtschaftliche Veranstaltung, die bisher in der Reichshauptstadt unternommen. Die lung wird vom 1. bis 8. März in Berlin veranstaltet. Frankfurter Früjahrsmesse wird vom 19. bis 22. April abgehalten. Die hannoversche technische Messe, verbunden mit Landmaschinenmarkt, Radio- Ausstellung sowie Baumesse wird vom 2. bis 7. Mai stattfinden. Eine bayerische Lebensmittelmesse Vom soll in Nürnberg vom 16. bi. 24. Mai eröffnet werden. 1. Mai bis 8. August ist in Leipzig eine Ausstellung für Heim und Technik. Vom 23. Mai bis 7. Juni wird in Magdeburg eine Ausstellung der gesamten Zuckerindustrie sowie der Zuckerverarbeitenden Industrien abgehalten. Die zweite landwirtschaftliche Messe in Köln findet vom 4. bis 12. Juli statt. Vom 12. Juli bis 16. August ist in Innsbruck eine Kunst- und Gewerbeschau. Die Tiroler Herbstmesse für Landwirtschaft, Industrie, Handel und Gewerbe ist vom 4. bis 11. Oktober. Die Mailänder Mustermesse wird vom 12. bis 27. April abgehalten, die internationale Mustermesse in Agram vom 26. April bis 4. Mai. - Produktenmarkt. Angesichts der Unsicherheit der Ueberseemärkte herrscht auch an den deutschen Produktenmärkten Zurückhaltung. Das Geschäft war im allgemeinen sehr eng beZur Blutreinigung und Auffrischung der Säfte ist die jetzige Jahreszeit besonders geeignet. Wir raten Ihnen, in der Apotheke 30 Gramm HerberKerne zu kaufen, die unschädlich, aber von vorzüglicher Wirkung sind. Sofern in anderen Apotheken nicht erhältlich, sicher in der Universitäts- Apotheke ,, 3um goldenen Engel". grenzt. Die Preise haben wieder leicht nachgegeben. Am Hopfenmarkt war die Tendenz unverändert ruhig. Die Weinversteigerungen nehmen im allgemeinen einen günstigen Verlauf. Sowohl an der Nahe als auch in Rheinhessen wurden bei schlankem Absatz im allgemeinen zufriedenstellende Erlöse erzielt. Viehmarkt. Der Verkehr auf den deutschen Märkten blieb im allgemeinen ruhig. Die Preise erfuhren feine wesentliche Aenderung. Lebenshaltung. Die Teuerung zieht wieder langsam und stetig an. Seit 1. Januar sind fast alle Preise um 6 bis 10 Prozent nach oben gegangen. Seit dem 1. Februar beträgt die Steigerung etwa 4 Prozent. Verkehr. Die Reichsbahngesellschaft will in nicht zu ferner Zeit in ihrem Betrieb die durchgehende 24- Stundenrechnung einführen. ten angesehen werden. Jm allgemeinen betrachtet ist der Arbeitsmarkt immer noch recht unruhig. Den Entlassungen in manchen Bezirken und Industrien stehen Einstellungen an anderen Stellen gegenüber. - - Ausland. Die Zahl der Erwerbslosen in Desterreich beträgt gegenwärtig 210 000, darunter etwa 100 000 in Wien. Die Lage der Industrie hat sich weiter langsam gebessert. Die Zuckerrübenernte in Desterreich ist sehr zufriedenstellend ausgefallen. Die Schweiz befindet sich ohne Zweifel in einem Stadium wirtschaftlicher Erholung. Jtalien hat unerwartet die Ausfuhr von bearbeiteten Häuten eingeschränkt, was die deutsche Lederindustrie ganz empfindlich drückt. In der englischen Textilindustrie sollen infolge Absatzschwierigkeiten nur noch 8 Prozent der Spulen in Betrieb bleiben. Die Zahl der Arbeitslosen in England beträgt gegenwärtig 1 237 900. Polen erhält aus Amerika eine Anleihe von 35 Mill. Mark. Wenn Rußland feine internationale Anleihe erhält, steht dort eine ungeheure Wirtschaftskatastrophe und ein Zusammenbruch der Währung bevor. Die Krisis am Getreidemarkt wird mit jeder - Arbeitsmarkt. In den einzelnen Industriezweigen macht sich eine leichte Vermehrung der Arbeitsgelegenheit bemerkbar. Da im Februar der Personalbedarf der Landwirtschaft wirksam wird, so darf der Tiefpunkt des Arbeitsmarktes als überschrit-| Woche akuter. Die Preise steigen von Tag zu Tag. - Grundlegende Fragen der Wohnungswirtschaft. midg Von G. Ziegler Darmstadt. Wohl keines unserer innerdeutschen Probleme beschäftigt mehr die Gemüter als das Wohnungsproblem. Nicht nur die Fachpresse wirtschaftlicher und politischer Verbände, sondern auch die Tagespresse aller Schattierungen befaßt sich mit dem Sor= genkind der deutschen Wirtschaft, dem Wohnungsproblem. Auch der deutsche Reichstag, der sich seither auf dem Gebiet des Wohnungswesens nur in negativem Sinne sich betätigt hat, wird sich in nächster Zeit mit demselben Thema befassen müssen, nachdem der verflossene Reichstag 2 Tage vor der Beratung der bereits gestellten Anträge ausgelöst wurde. Jm Interesse unseres gesamten Wirtschaftslebens wäre es erwünscht, wenn das demnächst zusammentretende Parlament aus den Sünden seiner Vorgänger die rechte Lehre ziehen und die Frage der wirksamen Bekämpfung der bestehenden Wohnungsnot nach rein sachlichen Gesichtspunkten unter Ausschaltung aller politischen Momente be= handeln würde Es wird heute offen zugegeben, daß die Zwangswirtschaft im Wohnungswesen mit allen ihren für den Hausbesitz unerfreulichen Begleiterscheinungen das Zuckerbrot für die große Masse gewesen ist. Mit dem Anschwellen der Wohnungslosen= ziffern und sonstigen mit den heutigen Verhältnissen auf dem Wohnungsmarkt Unzufriedener tritt dies mit einer niedrigen Miete gesättigte Masse mehr und mehr in den Hintergrund und Anklagen werden erhoben gegen Regierung und- Mieterschaft, daß sie mit der Wohnungszwangswirtschaft nur ihre eigenen Geschäfte besorgt und die andere Kategorie der Wohnungslosen ihrem Schicksal überlassen haben. Erbitternd wirkt noch der Umstand, daß diese Wohnungslosen bei den glücklichen Besitzern einer Mietwohnung unterfriegen müssen, denen sie für das fleinste Zimmer mehr wie die ganze Wohnungsmiete bezahlen müssen, ohne sich eines derartig wirksamen Schutzes erfreuen zu können, wie der beneidenswerte Hauptmieter. Daß diese von der Mieterschaft als Ausbeutungsobjekte behandelten wehrlosen Opfer der staatlichen Wohnungspolitik von der Fortsetzung der nunmehr über 6 Jahre währenden Wohnungszwangswirtschaft feine Besserung ihrer Lage erwarten, ist ein Zeichen, daß diese Kreise, genau wie wir die Zusammenhänge erkannt haben, daß die Zwangswirtschaft nur denen Nutzen bringt, die bei Been= digung des Krieges im glüdlichen Besitz einer Mietwohnung waren und daß die anderen, ob Hansbesitzer oder nicht, ihrem Schicksal überlassen bleiben. Ein großer Teil der zu Verbänden zusammengeschlossenen Wohnungssuchenden bekämpft deshalb, wie wir, die Giftpflanze in unserem Wirtschafsleben, die Wohnungszwangswirtschaft. Es mag noch so viel geschrieben werden, die Tatsache ist nicht wegzuleugnen: die Wohnungsnot und das Wohnungselend in dem derzeitigen Umfange sind die unmittelbaren Folgen der Zwangswirtschaft. Und wer das Uebel be= seitigen und den Heilungsprozeß fördern will, muß zunächst die Ursache beseitigen. Nur dadurch kann nicht von heute auf - morgen, sondern nach und nach unsere Wohnwirtschaft wieder in gesunde Bahnen gelenkt werden. Dieser wirtschaftliche Erfahrungssatz wird von keinem wirtschaftlich Denkenden bestritten werden und erfreulicherweise bricht sich diese Ueberzeugung immer mehr Bahn, nicht allein in Auslassungen von Wirtschaftsund Fachorganisationen, sondern auch durch wertvolle Urteile hervorragender Sachverständiger. Daß bei dieser Sachlage auch die Nutznießer der staatlichen Wohnungszwangswirtschaft, die Mieter und die in der Wohnungszwangswirtschaft tätigen Beamten, die einen wegen der billigen Miete, die anderen wegen ihrer bedrohten Existenz, nicht untätig bleiben, kann, in Anbetracht dessen, was für beide auf dem Spiele steht, nicht wunder nehmen. Wer, wie Schreiber dieses, die einschlägigen Artikel in der Tages- und Fachpresse verfolgt, kann die überraschende Tatsache feststellen, daß fast aus: nahmslos die Verfechter der Wohnungszwangswirtschaft Beamte sind, deren Stellung in irgend einem Zusammenhang mit der Zwangsbewirtschaftung steht und die ihre meist am grünen Tisch oder als Mieter erworbenen Sachkenntnisse der staunenden Mitwelt zum Besten geben, während fast ausnahmslos die Männer der Praxis den gegenteiligen Standpunkt vertreten. Eine an sich recht wertvolle und anerkennenswerte Arbeit auf dem strittigen Gebiet hat Oberregierungsrat Hoppe, Wohnungsceferent im Sächsischen Ministerium geliefert, die in Nr. 7 der Rauwirtschaftlichen Nachrichten für Hessen, Hessen- Nassau und Baden" veröffentlicht ist. Die zusammengetragenen Zahlen bilden eine wertvolle Unterlage für jeden, der sich ernstlich mit dem Wohnungsproblem beschäftigt. "> Die umfangreiche Arbeit leidet indes an dem einen Mangel, daß der Verfasser mit gebundener Marschroute an seine Arbeit herangegangen ist. Er hat, wie der größte Teil der Theoretiker, sein Zahlenmaterial lediglich dazu verwandt, um sein vorgefaßtes Urteil zu stützen, statt wie der Praktiker das zu behandelnde Thema nach allen Seiten zu beleuchten und erst dann sein Urteil zu bilden. Die Möglichkeit einer anderen Lösung der Wohnungsfrage als durch staatlichen Wohnungsbau unter Beibehaltung der Zwangswirtschaft für die alten Häuser ist anscheinend für den Verfasser gar nicht in den Bereich seiner Betrachtungen gezogen worden, was seine Arbeit letzten Endes auf das Niveau einer reinen Tendenzvorschrift herabdrückt. Schon eingangs seiner Arbeit bekennt der Verfasser seinen Standpunkt in folgendem Satz: Freie Wirtschaft vor Behebung der Wohnungsnot oder als Mittel zur Behebung der Wohnungsnot muß abgelehnt werden." An Hand von Zahlen sucht der Verfasser darzutun, daß„ keine Neubautätigkeit durch die freie Wirtschaft" entfacht werden könne. Die Beweise, die der Verfasser zur Glaubhaftmachung seiner These antritt, stehen, wie wir später sehen werden, auf sehr schwachen Füßen. 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Hinsichtlich des Realkredits vertritt Verfasser den merkwürdigen Standpunkt, daß, solange die Industrie aufnahmefähig sei, alles Geld der Industrie| zugeführt werden müsse. Es wäre volkswirtschaftlich geradezu schädlich(!) Kredite in dauernden Anlagen festzulegen. Es sei auch volkswirtschaftlich unmöglich Realkredit zu beschafffen, solange auch der dringendste Kreditbedarf der Industrie noch ungedeckt sei, denn die Industrie vermöge stets höhere Zinssäge anzulegen, als sie bei der Hypothekenaufnahme auf Wohngrundstücke tragbar sein würden. Das deutsche Volk soll also mit seinem Spargeld für eine gut verdienende Industrie sorgen, auch wenn es dabei wohnungslos wird. Weil die Industrie infolge der billigen Miete niedrigere Löhne zu zahlen braucht, kann sie auf der anderen Seite höhere Zinsen bezahlen als der Hausbesiz. Der Verfasser kommt zu dem Resultat, daß bei einem Wohnungsneubau mindestens die 1,5fache Bausumme mit dem dreifachen Zinsfuß zu verzinsen sei. Dazu brauche man die 4½ fache Friedensmiete. Eine Wohnung mit 70 Quadratmeter Wohnfläche erfordere heute eine Miete von mindestens 1260 Mark im Jahr. Angesichts dieser Zahlen ruft er dann triumphierend aus: Was bedeuten demnach die vom Schuhverband für deutschen Grundbesitz erhobenen Forderungen?( die Mieten durch Aufhebung des Reichsmietengesetzes soweit zu erhöhen, daß zwischen den Mietpreisen der alten und neuerbauten Häuser fein wesentlicher Unterschied mehr bestehe.) Allerdings, wer nicht anders zu denken und wie der Verfasser, Probleme nur nach seiner Art zu lösen vermag, kann sich eben keine Vorstel= lung davon machen, wie die freie Wirtschaft Probleme, vor denen die Bürokratie ratlos steht, oft auf die einfachste Art zu lösen imstande ist. Der Vergleich liegt doch so nahe. Man denke nur ganz kurze Zeit zurück, wo man unter der amtlichen Bewirtschaftung von Brot, Butter, Zucker, Milch, Fleisch usw. das Volk fast verhungern ließ mit derselben Begründung, mit der man alljährlich Tausende und Abertausende von Familien wohnungslos macht. Es sind dieselben Leute, die auch heute dem Volk die wirtschaftliche Freiheit nicht geben wollen, weil sie die Mitwelt glauben machen wollen, Deutschland würde untergehen, wenn die Wohnungsfrage nicht nach ihrem Rezept gelöst würde. Fast in jeder Zeitung oder Fachzeitschrift, die man zur Hand nimmt, findet man Abhandlungen von Bautechnikern bis zu Ministerialräten, die sich berufen fühlen, die Leserschaft von der Vortrefflichkeit ihrer Jdeen zu überzeugen. Das deutsche Volk, scweit es wirtschaftlich zu denken vermag, ist indes durch die Erfahrungen der Kriegs- und Nachkriegszeit derart gewißigt worden, daß diese Propheten des neuen Deutschland wenigstens bei diesem Teil der Bevölkerung keinen allzu großen Schaden anzurichten vermögen. Eine nicht zu unterschäzende Gefahr besteht indes darin, daß durch den steten Verkehr mit den maßgebenden Behörden und bei der dort herrschenden Abneigung gegen jeglichen Besitz, soweit er sich nicht in den eigenen Händen befindet, diese allzu leicht bereit finden lassen, die aus allen möglichen Amtsstuben zugeworfenen Bälle aufzufangen. Der Barmatsfandal und nicht zuletzt der Frankfurter Wohnungsamtsskandal haben mit aller Deutlichkeit gezeigt, aus welchen Gründen manche Beamte unentwegte Anhänger der Zwangswirtschaft sind. Die Wohnungen werden dank der Zwangswirtschaft von den Wohnungsämtern wahllos verschoben Bevorzugt werden nicht diejenigen, die am dringendsten eine Wohnung benötigen, sondern diejenigen, die das meiste Geld geben. Wenn all das ans Tageslicht täme, was auf dem Wohnungsmarkt in den Jahren der Zwangswirtschaft geschoben worden ist nicht nur in Frankfurt, würden unsere Gerichte nicht ausreichen Nach dieser kurzen Abschweifung zur Sache. Der Verfasser stellt die Behauptung auf, der großstädtische Hausbesitz sei durchschnittlich über 90 Prozent verschuldet gewesen, viele großstädtische Hausbesizer hätten noch nicht 5 Prozent des Wertes ihrer Häuser besessen. Diese Schulden seien entweder mit Pfennigbeträgen abgetragen oder durch die 3. Steuernotverordnung auf 15 Prozent abgewertet. Wenn die Behauptung, der großstädtische Hausbesiz sei durchschnittlich mit 90 Prozent und teilweise sogar mit nahezu 100 Prozent verschuldet gewesen, nicht wider besseres Wissen aufgestellt ist, so ist sie mindestens grob fahrlässig aufgestellt nach dem Grundsatz: Der Zweck heiligt die Mittel". Wenn ich die tendenziöse Behauptung widerlege, so bediene ich mich einer Quelle, die sicherlich mehr Anspruch auf Glaubwürdigkeit erheben kann als der Verfasser. Nach der Denkschrift, die vor wenigen Tagen die Reichsregierung dem Reichstag über die Aufwertungsfrage hat zugehen lassen, betrug die hypothekarische Belastung des deutschen Haus- und Grundbesizes im Jahre 1913 rund 66,7 Milliarden Mart. Da das deutsche Grundvermögen vor dem Kriege auf etwa 100 Milliarden Mark geschätzt war, ergibt sich eine durchschnittliche hypothekarische Belastung mit etwa 66,7 Prozent. Es soll nicht etwa bestritten werden, daß in den Großstädten einzelne Hausbesitzer mit vielleicht 90 Prozent belastet waren. Hier handelte es sich aber um Ausnahmen und keineswegs um die Regel. Dieselbe Denkschrift enthält auch Angaben, inwieweit eine Abtragung der Hypotheken während der vergangenen Jahre erfolgt ist. Nach den durch die Hypothekenbanken gemachten Feststellungen sind im Jahre 1921 nur wenige, im Jahre 1922 etwa 16 Prozent und im Jahre 1923 36 Prozent der Hypotheken zur Rückzahlung gelangt. Demnach sind etwa 52 Prozent der Hypotheken abgetragen, denn es ist anzunehmen, daß die Abtragung bei den übrigen Gläubigern in etwa demselben Umfang erfolgt ist. Wenn man berücksichtigt, daß mindestens von den 1923 abgetragenen Hypotheken ein großer Prozentsatz mit Vorbehalt angenommen worden sind, so kommt man zu dem Ergebnis, daß die Zahl der aufzuwertenden Hypotheken eine wesentlich größere ist, als seither allgemein angenommen wurde. An die die freie Wirtschaft befürwortenden Handelskammern richtet der Verfasser die Frage, ob die von ihnen vertretene Industrie bereit und in der Lage sei, ihren Arbeitern und Angestellten solche Löhne zu bewilligen, daß sie die dreifache Friedensmiete zahlen können. Diese zweifellos nicht ohne Absicht gestellte Frage zu beantworten, kann man ruhig den Handelskammern und der von ihr vertretenen Industrie überlassen. Mir persönlich ist das Urteil einer Handelskammer in Wirtschaftsfragen mehr wert, als die Urteile aller Wohnungsreferenten in ganz Deutschland zusammengenommen. Man braucht ja nur die der Sorge der Handelskammern anvertraute. im Aufbau begriffene Industrie der unter der Herrschaft der Wohnungsreferenten zu Grunde gerichteten Wohnungswirtschaft gegenüber zu stellen. Das Urteil kann sich dann jeder selber bilden. Die ,, Erfolge" ihrer bisherigen praktischen Arbeit sollte den Zeitungsschreibern im Nebenamt Veranlassung geben, ein für allemal das Publikum mit ihrer Weisheit zu verschonen. Sie haben nachgerade genug Schaden angerichtet. Die Höchstgrenze der fünftigen wirtschaftlich tragbaren Miete gibt der Verfasser mit 140-150 Prozent der Friedensmiete an und meint dann, daß die deutschen Mieten hinter dieser Grenze erheblich zurückbleiben müßten, um die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu erhalten. Die Kosten der Lebenshaltung erreichen oder übersteigen größtenteils den Welt-marktstand. Von wenigen anderen Teilen des Lebensbedarfs abgesehen, sei es nur noch die Miete, die hinter den Friedensfosten wesentlich zurückbleibe. Der Verfasser bezeichnet die niedrige Miete als annähernd die letzte Stütze unserer Wettbewerbsfähigkeit auf dem Auslandsmarkte. Er argumentiert dann weiter, daß die Höhe der Mieten sehr sorgfältig der allNach gemeinen Wirtschaftslage angepaßt werden müßten. seiner Ueberzeugung müsse das dazu führen, daß die Friedensmiete auf Jahre hinaus die obere Grenze der Mieterhöhung bilden müsse. Damit sei auf Jahre hinaus die freie Mietpreisbildung ausgeschlossen und eine Neubautätigkeit in freier Wirtschaft undenkbar. Fortsetzung folgt. Das Volkslied. Von Erich Teßmer. Es ist doch etwas wunderfeines um das Lied. Ich meine das Volkslied. Doch was versteht man heutigen Tages nicht alles unter„ Volkslied"? Alles wirft man in einen großen Topf, wertvolle Perlen mit Steinen und Plunder. Holt man sie einmal heraus, dann kann man nicht einmal mehr die Perlen von den Scherben unterscheiden. Ja, was das traurigste ist, die Kenner finden's nicht mal mehr heraus. Ihr Geschmack ist so verdorben. Alles Gefühl für das Reine und Edle geht ihnen ab. Von der Schulzeit her schwirren uns noch wüste Weisen in den Ohren, die man uns als Volkslieder vorsezte. Wir nahmen sie als solche auf. Da wir aber von dieser mageren Kost, wie sie uns von den Schulen vorgesetzt wurde, nicht für die Dauer leben konnten, besseres uns aber anderweitig auch nicht geboten wurde, so griffen wir zu jenen Liedern, die den wohlklingenden Namen „ Lied" gar nicht verdienen. Ich meine jene zweideutigen, schlammigen, kitschigen Operettenzoten, die eigenartigerweise überall hin ihren Weg und dankbare Abnehmer finden. So schleppte man sich einige Jahrzehnte hindurch, bis endlich deutsche Jugend wieder eine Sehnsucht spürte nach Echtem, Reinem, Wahrem. Diese Jugend war es satt, sich wie eine Gans mit Kitsch und seichtem Flittertand stopfen zu lassen. Die deutsche Seele bäumte sich dagegen auf. Die Jugend spürte eine gewaltige Regung in sich. Der Wandervogel entstand und mit ihm erwachte das alte Volkslied wieder zu neuem Leben und ewig Dank wird er einem Hans Brauer für seinen„ Zupfgeigenhanst" wissen. Nicht alles ist gut darinnen, aber das meiste ist doch tatsächlich Volkslied, und das ist die Hauptsache. War ich da kürzlich in einem Konzert eines Gesangvereins in einem nassauischen Dörschen. Gute Kräfte waren es. Nicht umsonst hat der Verein schon viele Preise sich errungen. Um so mehr tat mir in der Seele weh, zu hören, wie sich die bemitleidenswerten Geschöpfe fast die Zungen brachen, um diese schmalzigen, wehmutsvollen Weisen zusammen zu bekommen. An die Technik stellen diese neuartigen Lieder unzweifelhaft hohe Anforderungen. Aber wofür das alles! Schade um jede Uebungsstunde. Sänger wie Zuhörer haben nichts davon, und ein Lied soll doch schließlich beide Teile erfreuen. Glaubt doch nur nicht, wenn ein Lied vier- oder sechsstimmig gesungen würde, müßte es nun unbedingt hübsch sein. So manches feine alte Liedlein in einer Stimme gesungen, ist oftmals vieltausendmal schöner als so manches„ Lied für vierstimmigen Männerchor" oder dergl. Ich hasse das„ Liedertafel- Singen". Eingezwängt in Gehrock oder Frac mit hohen Stehkragen stehen die Sänger auf der Bühne, ein Werkzeug in der Hand ihres Dirigenten, den Mund mechanisch auf- und zuklappend, so schnell wie möglich den Schluß herbeiwünschend, da man sich ums Bier schart oder das Tanzbein schwingt. O nein, ihr braven Sänger, das Lied ist doch etwas anderes als nur ein sentimentales Gewinsel von„ Schönen blauen Augen", von Rosen der Heimat", vom„ Ersten Kuß". Ermannen wir uns wieder und werfen von uns den weibischen, weichlichen Sang! Das alte deutsche Lied von ManVersicherungsgesellschaft Motorradsucht Inspektoren Vertretung Erstklassiges Fabrikat nestreu und Freundschaft, von Minneleid und Landknechtsart, muß wieder neu erstehen, uns zur Erbauung, Ermunterung und Freude. Singt in einer„ Gemeinschaft", aber in keinem Verein"! Singt, weil das Herz voll ist, singt aus Liebe zum Singen, nicht aus Ehrgeiz. Viel Anregung kann euch da Dr. Walther Hensel geben. In seinem Werkchen ,, Lied und Volk"( erschienen bei Johannes Stauda in Augsburg 1924) zeigt er uns, was wahre und was falsche Volkslieder sind, was echt ist und was Schein. In allen Gauen des deutschen Vaterlandes tritt er auf und sieht seine Lebensarbeit in der Erziehung seines Volkes zum Singen, zum Singen des Volksliedes in den sogenannten„ Singwochen". Das ist eine große, schwere Aufgabe. Ihm wird es gelingen, davon bin ich felsenfest überzeugt. An dieser Stelle möchte ich da besonders empfehlend auf seine Volksliedersammlungen Finkensteiner- Blätter",„ Aufrecht Fähnlein“ und„ Wach auf" hinweisen. Es ist etwas Großes um das Lied. Ich freue mich jeden Tag auf die Singstunde. Nur wenig Zeit gibts hier auf der Ländlichen Volkshochschule auf Burgschwalbach dafür; aber diese eine Stunde wird genütt und wird zur Weihestunde. Wenn ich da als Liedermeister vor den Jungens stehe ist mir's gerade, als wenn ich mit jedem Liede, das ich sie lehre, einen Schatz hebe und diesen Schatz meinem Volke schenke. Das macht mich froh und stolz. Hier auf der Bauernhochschule, wo sich Bauernjungens verschiedenen Alters zusammengefunden haben, wo sie sich wieder all die guten Eigenschaften des Bauern, die ihre Großeltern auszeichneten, zu eigen machen wollen, wo ihnen natürliches Empfinden wieder geweckt werden soll. Da kommt uns das Volkslied entgegen:„ Singet und wir sind Schwestern und Brüder!" Ich hoffe, Walter Hensel für eine Singwoche im Sommer ds. Js. nach Nassau zu bekommen. Alle, ihr Lehrer, Seelsorger und Leiter von Gesangvereinen, Hüter der Jugend und Erzieher, nehmt teil an dieser Singwoche! Laßt euch sagen, was ein Volkslied ist. Lernt dort Volkslieder und Choräle, vertieft euch in Bach und ihr werdet merken, wie weit entfernt ihr davon gewesen seid. Werdet wieder echt, volkstümlich, werdet wieder Mensch in seiner Natürlichkeit. Legt allen Schein ab, gebt euch wie ihr seid. Dazu kann euch das wahre Volkslied verhelfen. Literarisches. Das soeben erschienene Heft 6 der ,, Lustigen Blätter". hat der Zeit gemäß den Fasching zur Devise. Das bunte Treiben des Karnevals spiegelt sich getreu in den farbigen Kunstblättern und im Text wieder, Wizz, Uebermut und Laune sprüht die ganze Faschingsnummer. Die neueste Nummer 4169 der„ Illustrierten 3ei= tung"( J. J. Weber, Leipzig) enthält wieder sehr gute Beiträge mit Abbildungen. Von den buntfarbigen Wiedergaben ist das Gemälde ,,, Serenissimus auf Reisen" von Carl Spitzweg besonders hervorgehoben. Für die Damenwelt hringt das Heft diesmal zwei Modetableaus. Dem Charakter der Zeitung entsprechend, sind wieder alle tagesgeschichtlichen Ereignisse des In- und Auslandes in einer großen Anzahl von Abbildungen festgehalten. Erstes Haus der Seifenindustrie beabsichtigt am Platze eine la Niederlage Saatkartoffeln in ihren gesetzlich geu. Vertreter f.Giessen u. Umgeg. ist schützten, konkurrenzmit guten Beziehungen zum bess. Publikum. Hohes Gehalt, Spesen und Provision werden zugesichert. Angebot: G. Siebrecht, Cassel Sub- Direktor Uhlandstr. 14. zu vergeben. Anfrag. u. Bewerbung. sind zu richten an losen Markenartikeln gelb. Ind. Odenw. Blaue u. beste Sorzu errichten. Interres- ten rote und weisse waggon- und zentsenten mit gutem Leumund bietet sich Gelegenheit eine glänzenAusführliche Offerten erbeten an Alb. Froeselerde Existenz zu gründen Kraftfahrzeuge Derschlag, Rhld. 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