Birt inen tens ge= anche cliche bus volle - durch jers e lver nahme pfohlen. Karton e V" mine chelle Rh. en tadt eb. 217 idt gr. 1887 e Feld! alt! esser's ekrönt diplom Hüften, egante mittel. r.4 Mk. ke Giessener Zeitung ( Neueste Nachrichten) mit ( Giessener Cageblatt) Amts- u. Vereinsnachrichten Bezugspreis: 60 Goldpfennig monatlich frei Haus, bei obligatorisch. Bezug durch Vereine 30 Goldpf. Telephon Str. 1362. 38. Jahrg. Expedition: Südanlage 21. Redaktion, Druck und Verlag: Albin Klein in Gießen, Verlagsdruckerei, vorm. Keller, gegr. 1783. Anzeigenpreise: 30 mm brette Petitzelle, Auswärts 30 Goldpfg Lokal " 1 " 90 " 1 Reklamezeile 11 Dienstag, den 7. Juli 1925. Wirtschaftliche Rundschau. ( Zusammenfassende Uebersicht über die deutsche Wirtschaftslage.) Allgemeine Lage. Die deutsche Wirtschaft steht nach wie vor in einer außerordentlich schweren Krise, die eher noch zu als abnimmt. Die Zahl der unbefriedigten Geschäftsabschlüsse in den verschiedenen Wirtschaftszweigen hat in der letzten Zeit einen geradezu erschreckenden Umfang angenommen. Der Grund für die Erträgnislosigkeit dürfte in den untragbaren Steuerlasten zu suchen sein. Bei Fortdauer dieser Steuerpolitik und bei Anhalten der schweren Kreditnot und der hohen Zinsbelastungen muß eine Erholung der Wirtschaft als ausgeschlossen angesehen werden. Das hervorstechenste Merkmal der Bilanzen ist die Tatsache, daß die Steuern. in den meisten Fällen den ausgewiesenen Reingewinn oft um das vielfache übersteigen. Die Gewinnzahlung muß dann auf Kosten der Substanz erfolgen. Geldmarkt. Die schwache Haltung der Börse gibt einen deutlichen Anhaltspunkt für die mißliche Lage der deutschen Wirtschaft. Der Börse fehlt es weiterhin an besonderer Anregung. Die Umsagtätigkeit bleibt engbegrenzt. Die bisweilen starken Kursverluste müssen als Zeichen mangelnden Vertrauens in die weitere Entwicklung der Verhältnisse der deutschen Wirtschaft bewertet werden. Zur Zurückhaltung der Börse trugen sehr viel auch die innerpolitischen Sorgen, der Kampf um die Zoll und die Steuerfragen bei. Dagegen findet die außenpolitische Lage jetzt eine ruhigere Beurteilung. In den Kreisen der Großbanken hält man die Kurse für reichlich unterwertet und glaubt im Falle einer weiteren außenpolitischen Beruhigung an eine langsame Konsolitierung der Börsenverhältnisse. - - Handel, Gewerbe und Industrie. Der deutsche Außenhandel weist im Monat Mai eine Passivität der Handelsbilanz von 266 Mill. Mark gegen 337 Mill. Mark im Vormonat auf. Die reine Wareneinfuhr zeigt eine geringfügige Abnahme, die reine Warenausfuhr dagegen eine Steigerung, die sich auf Rohstoffe ,. halbfertige und fertige Ware erstreckt. Die Zeche„ RheinPreußen" in Dortmund ist gezwungen, am 15. Juli 2000 Arbeiter zu entlassen und einen Teil der Betriebe stillzulegen. In der Schuhindustrie ist die Mehrzahl der Betriebe wieder gut beschäftigt. Durch die außerordentlich hohe Besteuerung ist der Verbrauch der deutschen Schaumweine um zirka 50 Prozent zurückgegangen. Ein weiterer Produktionsrückgang würde die Entlassung von vielen Arbeitern und Angestellten zur Folge haben. Die deutsche Eiseneinfuhr nach England erreichte in den ersten 4 Monaten ds. Js. nur rund 40 Prozent der Einfuhr vom Januar- April 1924. Deutschland steht in der Beteiligung an der argentinischen Einfuhr an dritter Stelle. An erster Stelle kommen Großbritannien, an zweiter die Vereinigten Staaten, hinter Deutschland Italien, Frankreich und Belgien. Kohlen. Mit Wirkung ab 1. Juli werden die Preise für mitteldeutsche Brifetts, soweit sie Hausbrandzwecken dienen, um 0,60 M je Tonne erhöht. - 10 120 11 " 1 Nr. 79. Holzmarkt. Der Verlauf der jüngsten Nadelstammholzverfäufe hat gezeigt, daß der Markt immer noch gut aufnahmefähig ist, wenn auch von besonders lebhafter Nachfrage nicht die Rede sein konnie. Vom Papierholzmarkt wird vermindertes Angebot bei gutem Kaufinteresse gemeldet. Am Nadelschnittwarenmarkt ist das Geschäft unverändert still. Die Nachfrage wird als ruhig bezeichnet, auch die Bestellungen in Dimensions= ware lassen nach. Erzeugerseitig ist die Haltung im großen und ganzen fest. Nur hin und wieder zeigen sich infolge drückender Geldnot dringliche Angebote. Das Geschäft in ausländischen Nutzhölzern ist während der letzten Wochen durchweg ruhig verlaufen, ohne einschneidende Aenderung der Gesamtlage. Baumarkt. Die Erhebungen in den Ländern haben einen Fehlbetrag von 10-11 Wohnungen auf 1000 Einwohner ergeben. Auf das Reich ergibt sich ein Fehlbetrag von mindestens 600 000 Wohnungen. Daraus ergibt sich ein jährlicher Neubaubedarf von mindestens 150 000 Wohnungen. Warenmarkt. Der Kaliabsatz im Juli, der ursprünglich auf 550 000 Doppelzentner geschätzt wurde, soll sich nach neueren Feststellungen des Kalisyndikates auf 850 000 Doppelzentner erhöhen. Am Ledermarkt hält die bessere Nachfrage an. Die Umsätze wären noch größer, wenn nicht der allgemeine Geldmangel das Geschäft so ungünstig beeinflussen würde. -- Probuftenmarkt. In Brotgetreide zeigte namentlich Roggen feste Tendenz. Das Geschäft in Brotgetreide war ziemlich lebhaft, da für Exportzwecke viel benötigt wurde. Gerste war ruhiger, doch kam es auch hier zu behaupteten Preisen zu Abschlüssen. Rauhfutter ist dagegen stark vernachlässigt. Heu alter Ernte wurde wenig gehandelt, da die Käufer in Erwartung einer neuen guten Grummeternte große Zurückhaltung beobachten. Die Nachfrage am Hopfenmarkt hat etwas nachgelassen und ist das Geschäft ruhiger geworden. Die Preise hielten sich so ziem= lich im bisherigen Rahmen. Wichmarkt. Auf den Viehmärkten war der Geschäftsgang gegenüber der Vorwoche ziemlich unverändert ruhig. Die Preise waren nur ganz geringen Schwankungen unterworfen. Verkehr. Seit Ende 1924 hält die Krise in der Rhein- und Mainschiffahrt unvermindert an. Die Aussichten auf BesseMONNA VANNA imgelben Gewande DIE 58 ZIGARETTE ADLER COMPAGNIE A.G. DRESDEN rung im Sommer- und Herbstgeschäft sind keine günstigen.- Im Mai sind 1,6 Millionen Tonnen Schiffe im Hamburger Hafen eingelaufen. Dies ist die höchste jemals erreichte Zahl. Der Luftschiffbau- Zeppelin wird Nansen ein Luftschiff zu zwei Polarunternehmungen zur Verfügung stellen. Ab 1. Juli wird eine direkte Telephonverbindung zwischen Berlin und Der deutsche Hausbesitzertag in Dresden. Der Zentralverband der deutschen Hausbesitzervereine hielt am 27. und 28. Juni einen außerordentlichen Verbandstag in Dresden ab. In Dresden findet bekanntlich in diesem Jahre eine Ausstellung„ Wohnung und Siedlung" statt, die von Seiten der Gegner des privaten Hausbesitzes und den Anhängern der Wohnungszwangswirtschaft benutzt wird, Propaganda für ihre Ideen zu machen. Der deutsche Hausbesitz hat es für seine Pflicht gehalten, ebenfalls auf dem Plan zu erscheinen und die Oeffentlichkeit auf seine Bedeutung in unserem Wirtschaftsleben, speziell auf dem Gebiete der Wohnungsversorgung, hinzuweisen. Schon die Sonderabteilung des Sächsischen Verbandes und des Zentralverbandes in der Ausstellungshalle, der wir noch einen besonderen Artikel widmen werden, hat diese Aufgabe in sehr glücklicher Weise gelöst. Diese Ausstellung, die die Anerkennung aller Voreingenommenen gefunden hat, hat naturgemäß den Neid der Dresdener Mietervereinsführer erregt, die selbst in einer kleinen Holzhütte, die ganz mit großen Sprüchen bedeckt ist, eine Erscheinung, die anscheinend nicht nur in den Versammlungen zu Tage tritt und auch nicht nur auf Hessen be= schränkt ist, eine Ausstellung, wenn man das Ganze als solche überhaupt bezeichnen kann die sich im Wesentlichen auf Aushängung von Photographien von recht verwahrlosten Wohnungen beschränkt. Die Wohnung eines bekannten ehemaligen Mietervereinsführers aus Darmstadt nach seinem Auszug haben wir vergeblich dabei gesucht. Wir haben aber dafür Sorge getragen, daß der Oeffentlichkeit auch dieses Bild aufgenom men direkt nach dem Auszug nicht vorenthalten wird. Die „ Literatur" des Mieterverbandes bestehend in 3 oder 4 Schriftchen und etwa einem halben Dutzend Mieterzeitungen, vervollständigt diese sog. Ausstellung.- - - - Wurde schon durch die Ausstellung des Hausbesizes die Def= fentlichkeit auf dessen volkswirtschaftliche Bedeutung hingewiesen, so geschah das in noch eindrucksvollerer Weise durch den Verbandstag selbst. Nachdem am Samstag geschlossene Tagungen vorausgeinfolge Verhinderung des Abg. Dr. gangen waren, in denen Jörissen, Dr. Ra a b- Essen über Zwangswirtschaft und Aufwertung im Reichstag und der Verbandsvorsitzende, Stadtrat Sumar über Realkredit und Wiederaufbau gesprochen hatte, fand am Sonntag Vormittag die Große öffentliche Rundgebung des deutschen Hausbesiges im Dresdner Zirkusgebäude statt. Aus allen Gegenden Sachsens, aus Schlesien, aus Bayern und Thüringen kamen mit den Sonntagsmorgenzügen und mittelst Sonderzügen die Hausbesitzer in großen Scharen an und lange schon vor Beginn der Versammlung mußte das 6 000 Gitzplätze fassende Zirkusgebäude wegen Ueberfüllung geschlossen werden. Da noch mehrere Tausend Hausbesitzer auf Einlaß warteten, wurde in der benachbarten Reichskrone" eine Paralellversammlung eröffnet, die ebenfalls innerhalb weniger Minuten überfüllt war. Etwa 10 000 Hausbesizer waren aus allen Gegenden des Reiches zusammengekommen, um Protest einzulegen gegen die unwürdige Entrechtung des Hausbesizes. 33 Die Friedensmiete in Hessen. Zu diesem Thema mit dem Untertitel ,, Kann der Hessische Hausbesitz nach der Hypothekenauswertung aus dem Ertrag der Friedensmiete die Hauszinssteuer als Bauabgabe tragen?" nimmt der sozialdemokratische Reichstagsabgeord. Dr Quessel im„ Darmstädter Volksfreund" in Nr. 129 Stellung. Der Arfikel beginnt mit einer Rechtfertigung der Mietpreispolitik des Kabinett Ulrich, in dem es heißt: - Warschau aufgenommen. Die Entwidlungskurve des Weltfrachtgeschäfts bewegt sich weiter in absteigender Richtung. Das Junigeschäft ist noch schlechter ausgefallen als das Mai- Ergebnis. Ausland. Die Zahl der Arbeitslosen in Deutsch- Desterreich beträgt gegenwärtig 120 000. Sie ist seit Mitte Februar um 50 000 gefallen. ,, Später als in den übrigen Ländern ist in Hessen der Betrag, den jeder Mieter als Mietzins und Hauszinssteuer zu entrichten hat, auf 80% der Friedensmiete heraufgesetzt worden. Zum ersten Male seit der Zeit, in der durch die Inflation die Miete tief unter den Friedensstand gedrückt wurde, betragen in Hessen die Aufwendungen der Mieter für ihre Wohnungen wieder 80% des Goldwertes der ehemaligen Friedensmiete. Durch Verordnung des Hessischen Gesamtministeriums vom 24. März 1925 ist die Miete für den Monat April in sämtlichen Gemeinden des Landes auf 80% der Friedensmiete in dem Sinne festgelegt worden, daß in diesem Sak auch die Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz enthalten ist, die bisher von den Mietern bezahlt werden mußte. Zieht man diesen Umstand genügend in Betracht, so wird man zugeben müssen, daß das Kabinett Ulrich der Notlage der Mieter solange und in einem solchen Maße Rechnung getragen, daß es sich darüber die Feindschaft des organisierten Hausbesitzes zu= gezogen hat,(!) der von seinem Standpunkt aus mit Recht darauf hinweisen konnte, daß in den Ländern, in denen die Rechtsparteien einen stärkeren Einfluß ausübten als in Hessen, der gegenwärtige Saz schon viel früher erreicht worden sei." Dem ist hinzuzufügen, daß das Kabinett Ulrich, nachdem es die Miete auf 80% der Friedensmiete erhöht hat, sich die Feindschaft der Mieter zugezogen hat. Aus der Auslassung des Verfassers geht auch hervor, daß das Kabinett Ulrich lediglich der Not der Mieter, sicherlich aber nur eines kleinen Teiles der Mieter Rechnung getragen hat, ohne Rücksicht auf die Erfordernisse, die eine ordentliche Bewirtschaftung eines Hauses an dessen Besitzer stellt. Der Verfasser scheint seine Pappenheimer zu kennen, denn er baut gleich für die Zukunft vor, indem er weiter schreibt: „ Der Wille der Rechtsparteien, die im Reichstag die Mehrheit haben, geht dahin, noch im Laufe dieses Jahres die Friedensmiete zu erreichen. Bei der Abhängigkeit der Länder vom Reiche wird das Kabinett Ulrich im besten Falle im Stande sein, die Entwickelung der Friedensmiete sür Hessen zu verlangsamen. Sie ganz aufzuhalten, wird ihm nicht ge= lingen. Damit ist gesagt, daß auch für Hessen die Zeit, wo jeder Mieter wieder die frühere Friedensmiete an den Hausbesitzer wird zahlen müssen, nicht mehr allzu fern ist“. Angesichts der Erhöhung der staatlichen Sondersteuer und der bevorstehenden Erhöhung der Gemeindesteuern ist mit dem Zeitpunkt des Eintrittes der 100% igen Friedensmiete allerdings in Bälde zu rechnen. Er wirft weiter beruhigend auf die Leser ein, wenn er schreibt, daß mit Erreichung der Friedensmiete keineswegs das Ende der Zwangswirtschaft kommen werde. Der Verfasser be= gründet das damit, daß zum Friedenspreis neue Häuser noch lange nicht gebaut werden können. Er scheint der Ansicht zu sein, daß die Zwangswirtschaft solange dauern müsse, bis die Häuser wieder zu Friedenspreisen gebaut werden können. Das bedingte aber doch vor allen Dingen, daß die Arbeiterlöhne wieder auf den Friedensstand herabgesetzt werden können. Die seitherige Entwickelung zeigt indes nach der entgegengesetzten Richtung. Es ist ein ganz falscher Standpunkt des Verfassers, wenn er annimmt, nur mit Friedenspreisen von 1914 fönne freie Wirtschaft im Wohnungswesen betrieben werden. Die Erfahrung in anderen Ländern hat bewiesen, daß wohl höhere Mieten bei höheren Einkommen bezahlt werden können. Warum sollten sich nicht auch die Mietpreise der allgemeinen Preisentwickelung anpassen? Es ist wirtschaftlich falsch, einen Wirtschaftszweig zu Gunsten der übrigen verkümmern zu lassen. Die Woh Ausgleich infolge 2 Die Bau gehend du die Daue bracht we mit rechr selbst übe mit dem Hoffnung Staat un C ern erhof nenswerte treten. hoffen, de eigenen aber das ohne die herausfon land gebe wachsen, so niedrig Bogen wä Gerade m Regierung Die Woh fange, ist regierung die auch ders sind sche Expe Es ist no nicht verg Mieter, d da derer Tei sehen, unfehlbar Wohnung jeder Mer haltung u wird, trit Herr not für a nen, nicht nung, die freie Mie ein Weber Verfasser nungsnot dieser Ste jedem, au Wohnung miete und ein Erwe der Haus noch die u dem Unte mals war zelpersone in den Ehegatten Sausstand dieser Fai Teil der mietet un Ansprüche der Haus daraus g diejenigen schränken jetzigen BeltDas bnis. creich = um trag, entrden. n die Cagen ngen niete. vom jämtte in die = bis= man geben er soaß es s zu= Recht n die Sin reicht chdem ch die g des iglich s der Erfor es an denn bt: MehrFries änder e im Hessen ht ge= Et, wo Hausr und t dem aller= enn er s das er be= r noch icht zu is die Das rlöhne . Die esetzten wenn efreie ie Er höhere WaPreisWirta lassen. Die Wohngelegenheit muß durch ständiges Bauen sowohl zum Ausgleich der Bevölkerungszunahme als auch zum Ersatz der infolge Baufälligkeit abgängigen Wohnungen ergänzt werden. Die Baukosten wie auch die Mietpreise können wohl vorübergehend durch Beihilfen und andere Mittel gesenkt werden. Auf die Dauer ist das unmöglich, da die Mittel dazu nicht aufgebracht werden könnten. Man muß also über kurz oder lang damit rechnen, daß der Baumarkt im Wesentlichen sich wieder selbst überlassen bleibt, denn die Erfahrungen, die bis jetzt mit dem behördlichen Bauen gemacht worden sind, lassen keine Hoffnung auf Befriedigung des Wohnungsbedürfnisses durch Staat und Gemeinden aufkommen. Obwohl exorbitante Steuern erhoben werden, mit denen selbst bei der Teuerung Nennenswertes zu leisten wäre, ist eine Entspannung nicht eingetreten. Sie ist auch nach dem heutigen Verfahren nicht zu er= hoffen, denn Staat und Gemeinden benötigen zuviel für ihre eigenen Bedürfnisse und das Bauen wird vernachlässigt. Wenn aber das Privatkapital am Bauen interessiert werden soll, und ohne die Privatinitiative werden wir aus der Misere nicht herauskommen, so kann es keine zweierlei Mietpreise in Deutschland geben. Die Wohnungsnot ist ja nur dadurch so ausgewachsen, daß man von Anfang der Inflation an die Mietpreise so niedrig gehalten hat, daß niemand in ein neues Haus ge= zogen wäre, weil er im alten um die Hälfte billiger wohnte. Gerade mit Beendigung des Krieges ist von unserer damaligen Regierung versäumt worden, die Neubautätigkeit anzukurbeln. Die Wohnungsnot, wenigstens im heutigen behaupteten Umfange, ist der sozialistischen Mietpreispolitik unserer Nachkriegsregierungen zuzuscheiben. Es sind dieselben Gedankengänge, die auch das Kabinett Ulrich beherrschen. Sie und niemand an= ders sind die Väter unserer Wohnungsnot, weil man marristische Experimente mit dem deutschen Hausbesitz machen wollte. Es ist notwendig, immer wieder daran zu erinnern, damit es nicht vergessen wird, denn es gibt einen großen Prozentsatz Mieter, die nicht alles Heil in billigen Mieten sehen. Ein anderer Teil der Mieter allerdings sieht nicht oder will nicht sehen, daß die seit Jahren inaugurierte Wohnungspolitik mit unfehlbarer Sicherheit zum Zusammenbruch unseres ganzen Wohnungswesens führen muß. Ein Haus erfordert, wie auch jeder Mensch, ein Mindestmaß von Aufwendungen zu seiner Erhaltung und wenn diese Erhaltung längere Zeit vernachlässigt wird, tritt der Zustand des allmählichen Verfalls ein. Herr Dr. Quessel ist der Auffassung, daß eine Wohnungsnot für alle die, die die doppelte Friedensmiete bezahlen können, nicht mehr besteht. Die Wohnungsnot sei eine Erscheinung, die nur das Proletariat bedrücke. Für Leute, die eine freie Miete bezahlen können, sei in den Großstädten sogar schon ein Ueberangebot an Wohnungen vorhanden. Damit gibt der Verfasser zu, daß nur die niedrige Miete schuld an der Wohnungsnot ist. Es unterliegt auch keinem Zweifel und ist an dieser Stelle wiederholt betont worden, daß niedrige Mieten jedem, auch dent Unvermögenden, die Beibehaltung einer großen Wohnung gestattet. Durch das Mißverhältnis an Wohnungsmiete und möblierter Zimmermiete bilde eine große Wohnung ein Erwerbszweig. Das Mißverhältnis ist umso fühlbarer, da der Hausbesitzer aus seinen minimalen Mieterträgnissen sogar noch die untervermieteten Räume instandzuhalten hat, während dem Untervermieter die Untermiete restlos zufließt. Noch niemals war eine derart große Anzahl von Wohnungen von Einzelpersonen bewohnt wie in den letzten Jahren. Wenn es früher in den meisten Fällen üblich war, daß bei Todesfall eines Ehegatten der andere Teil die Wohnung aufgab und in den Hausstand verheirateter Kinder aufgenommen wurde, so tritt dieser Fall heute kaum noch ein, da der überlebende Teil einen Teil der Wohnung, manchmal bis auf ein Zimmer, untervermietet und zwar zu einem Preis, von dem er bei bescheidenen Ansprüchen seinen Lebensunterhalt bestreiten kann, während der Hausbesitzer, selbst wenn er 20 Wohnungen vermietet hat, daraus gar keinen Nutzen ziehen kann. Man sege einmal alle diejenigen Hauptmieter, die sich auf einen oder zwei Räume beschränken als Untermieter ein und gebe die Wohnungen den jezigen Untermietern, die als Wohnungssuchende eingetragen sind und man wird die Erfahrung machen, daß sich die Zahl der Wohnungssuchenden dezimiert. Unsere Wohnungsnot ist fünstlich hervorgerufen und wird künstlich gehalten, weil es Stellen gibt, die ein Interesse daran haben, daß das Volk die Wahrheit nicht erfährt. Für diese Behauptung bildet die Tagung der Wohnungsämter in Stuttgart, auf die wir in einem besonderen Artikel zurückkommen, den klarsten Beweis. Herr Dr. Quessel untersucht weiter die Frage, wieviel der Hausbesitzer nach der Hypothekenauswertung von der Friedensmiete als Bauabgabe werde abführen können. Als Beispiel wählt er ein Miethaus in Darmstadt mit vier Dreizimmerwohnungen und einer Mansardenwohnung, das schon viele Jahre unter sozialdemokratischer Verwaltung gestanden hat. Der Ertrag der Friedensmiete beträgt 1714 Mark. Daraus sind im Steuerjahr 1924/25 zu entrichten gewesen 97,60 Mark Grundsteuer, 260 Mark Hauszinssteuer und 21 Mark Vermögenssteuer, zusammen 478,60 Mark. Zu diesen Ausgaben kommt eine Reihe von Gebühren wie rd. 80 Mark Wassergeld, 194.90 Mark Brandversicherung, 6 Mark Treppenbeleuchtung 12 Mark Schneeschaufeln, 9,60 Mark Kaminreinigung, zusam= men 127,50 Mark. An Reparaturen wurden von dem sozialdemokratischen Verwalter den Mietern für Innenreparaturen 237,60 Mark zur freien Verfügung überlassen. Für große Repa= raturen wurden 160,40 Mark zurückgelegt, sodaß ein Gesamtaufwand an Reparaturen in Höhe von 398 Mark entsteht. Vom 1. Januar kommt die Verzinsung einer 14 500 Mark betra= genden Hypothef mit 15% aufgewertet, hinzu was 108,75 Mark an Hypothekenzinsen erfordert. Der Verfasser macht dann folgende Rechnung auf: Jm nächsten Jahr wird das betr. Haus mit folgenden Zahlungen vorbelastet sein 1. Steuern 2. Gebühren 3. Reparaturen 4. Hypothekenzinsen zusammen 487.60 Mark 127.50 99 398.- 99 108.75 1112.85 Mark دو Dieser Vorbelastung mit Steuern, Gebühren, Reparaturen und Hypothekenzinsen steht ein Ertrag aus der Friedensmiete von 1714 Mark gegenüber. Der Verfasser meint nun weiter: ,, Nehmen wir nun an, daß der bisherige Betrag der Hauszinssteuer im Jahre 1926 vom Hausbesiger als Bauabgabe E Besucht 1. die Internationale ArbeiterOlympiade m STADION Frankfurt a. M. 24. bis 28. juli bis 28. juli 1100 werden muß, so bleiben von der Gesamtmiete dem Hausbesitzer immerhin noch 601,15 Mart. Aus Billigkeitsgründen wird man ferner dem Hausbesizer für die Verwaltungsarbeit monatlich 10 Mark als Arbeitsverdienst zubilligen können, sodaß als Kapitalrente des Hauseigentümers jährl. von der Gesamtmiete 480.15 Mark übrig bleiben. Bei einem Zinsfuß von 8 Prozent würde das der Verzinsung von 6000 Mark entsprechen. Der Verkaufswert des Hauses, dessen Her= stellungskosten sich auf 30 000 Mark belief, darf daher eigentlich zurzeit nicht höher als auf 6 000 Mark veranschlagt werden, sofern der Käufer den aufgewerteten Teil der Grundschuld übernimmt. Die Schlußfolgerung, die aus unserer Berechnung gezogen werden kann, geht dahin, daß bei Zahlung von Friedensmieten von den Eigentümern der großen Mietshäuser auch nach der Hypothekenauswertung der bisherige Betrag der Hauszinssteuer als Bauabgabe sehr gut entrichtet werden fann, obwohl dies von ihnen mit großer Lungenkraft bestritten wird. Kommen wir aber dahin, den ganzen Betrag der Hauszinssteuer zur Finanzierung des öffentlichen Häuserbaues zu verwenden, so könnte die Wohnungsnot schon nach einigen Jahren radikal überwunden sein. Von den Rechtsparteien, die jetzt im Reich die Herrschaft an sich gerissen haben, darf man allerdings nicht erwarten, daß sie das öf= fentliche Wohl über die Hausbesitzerinteressen stellen werden." Die obige von gewiß unverdächtiger Seite gebrachte Aufstellung ist in mehrfacher Beziehung interessant. Sie bestätigt, wie nachstehend nachgewiesen wird, all das, was von unserer Seite immer behauptet, von der Mieterseite bestritten und von der Regierung nicht beachtet wurde. ( Fortsetzung folgt.) Verschiedenes. ten, die nach den bisherigen Ergebnissen der Beratungen des Steuerausschusses des Reichstages besonders propagiert werden müssen, nochmals vor der deutschen Oeffentlichkeit vertreten. Die Kraftpersonenpost Biedenkopf- Battenberg verkehrt vom 1. Juli ab in den Sommermonaten täglich zweimal im Anschluß an die 926 v. und 55 n. von Marburg nach Biedenkopf abfahrenden Züge. Die 35 n. in Battenberg abgehende Kraftpersonenpost hat Anschluß an den Zug 5º n. von Biedenkopf nach Marburg. Es bietet sich somit eine günstige Reiseverbindung nach Battenberg, Hahfeld und Umgebung. Deutsche Spitzbergen- Expedition 1925. Jm Juli und August ds. Js. ist beabsichtigt, eine kleinere deutsche sportliche und wissenschaftliche Expedition nach Nordwest- Spitzbergen zu unternehmen. Literarisches. „ Lustige Blätter"( Verlag Dr. Eysler u. Co. A.-G.). Die neue Nr. 27. Selbst das Auge des Antesimiten bleibt nicht trocken, wenn Leo Treppengeländer oder der kleine Moritz die Zeitgeschichte kommentiert. Das beste dieser Nummer ist der Zille- Girls- Song. Bilder mit Musik von Zille. Worte von Paul Nikolaus. * - Burgenfahrten, Wanderungen jenseits des Brenners, von Dr. Josef Weingartner. Geschenkband in Ganz- und Halbleinen mit 23 Burgenbildern( 264 S.) Preis Ganzleinen 7 Schilling, 4.40 G.-M., Halbleinen 6.50 Schilling, 4,10 G.-M. Verlagsanstalt Tyrolia Jnnsbruck- Wien- München. Weingartner versteht in seinen Burgenfahrten die Seele tirolischer Gebirgslandschaften zu offenbaren und den Geist, lebendig und beSteuerpolitische Protestfundgebung des Hansa- Bundes für deutsam vor uns auferstehen zu lassen. Was aber den SchilGewerbe, Handel und Industrie. Der Präsident des Hansa- derungen besonderen Reiz verleiht, ist, daß überall das persönBundes, Reichstagsabgeordneter Dr. Hermann Fischer, wird liche Erlebnis des Verfassers mitschwingt und das nirgends der am 5. Juli 1925 in einer großen finanz- und steuerpolitischen Eindruck etwa bloß trockener Reisebeschreibung aufkommt. NeKundgebung des Hansa- Bundes in Leipzig die Forderungen der ben der Persönlichkeit Weingartners ist in diesem Buche ein deutschen Wirtschaft gegenüber den gesetzgebenden Körperschaf| Stück Landschaft, Volk, Kultur und Geschichte eingefangen. Ferkel Oldenburger und Hannoveraner Raffe, breitbuckelige, Schlappahren, langestr. wetterfest, prima Fresser, seuchenfrei, die besten zur Zucht und Schnellmast, kerngesund. Vor dem Versand freistierärztliche Untersuchung. 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