ng" Goldmark Setrag Ibmart 1,30 bezahlt. mabme. n. Giessener Zeitung w( neueste Nachrichten) mit ( Giessener Cageblatt) Amts- u. Vereinsnachrichten Bezugspreis: 60 Goldpfennig monatlich fret Haus, bei obligatorisch. Bezug durch Vereine 30 Goldpf. Telephon Nr. 1362. Nr. 39. Expedition: Sudanlage 21. Redaktion, Druck und Verlag: Albin Klein in Gießen, Verlagsdruckerei, vorm. Keller, gegr. 1783. Anzeigenpreise: 30 mm breite Petitzelle, Auswärts 30 Goldpfg. Lokal 11 11 11 " 90 11 If Reklamezeile Samstag, den 27. September 1924. Unsere Steuern sind Bolschewismus. Von Dr. Oswald Spengler. Der berühmte Verfasser des„ Untergang des Abendlandes" wendet sich neuerdings der Beurteilung wirtschaftlicher Probleme zu. Seine vernichtende Kritik der heutigen Steuerpolitik die wir nach einem von ihm kürzlich im Rheinland gehaltenen Vortrag wiedergeben, wird Aufsehen erregen: Im Jahre 1890 begann die phantastische Steigerung des Steuerbetrages. Das Staatensystem der Welt tritt in die Krise ein, welche zum Weltkrieg führt. Die Maschinenindustrie hat Menschen gezüchtet, weil sie sie brauchte, und die Menschen for= dern nun einen Lebensraum. Die Weltpolitik versteht unter Machtzielen in steigendem Maße die Herrschaft über Rohstoffund Absatzgebiete, die Verdrängung fremder Wirtschafts- Interessen, ihre Unterordnung unter die eigenen, unter Umständen ihre Ausschaltung und Vernichtung. Dies und die Rüstungsaus gaben, welche von der Angst um die Grenzen der Erde nicht ganz zu trennen sind, fordern Steuerbeträge, die bis dahin unerhört waren. Und gerade jetzt, wo es nötiger als je gewesen wäre, das Problem ganz von neuem zu stellen, verhinderte die Gestaltung der inneren Politik aller maßgebenden Staaten ein Begreifen der Steuer als der Notwendigkeit, dem lebenden Wirtschaftsorga= nismus Blut zu entziehen. Denn gleichzeitig mit dieser Steigerung des Bedarfs setzt sich der Parlamentarismus durch: Die Steuerauswahl wird von der Interessenpolitik der Parteien abhängig. Die Drohung mit neuen Steuern wird eine Waffe im Wahlkampf. Aus dem unbewußt unsachlichen wird oft genug der bewußt unsachliche Standpunkt. Neid und Haß lösen die Ressorteinstellung der Finanzämter ab und fordern die Belastung des politischen Gegners, um auf ihn zu drücken, selbst wenn der Staat daraus keinen Gewinn zieht. Auf der Grundlage solcher Instinkte beruht die Forderung städtischer Parteien auf Belastung der Landwirtschaft, die Forderung der Bauern, den Reichtum der Industrie stärker zu er= fassen, das Geschrei der Lohnempfänger über den, welcher mit dem Risiko eines Geschäfts auch dessen Gewinn hat, vor allem der Hang nach Luxussteuern, deren Reinertrag weder eine Rolle spielt, noch von den Betroffenen allein getragen wird. Es kommt dahin, daß mehr als eine Regierung sich die Freiheit staatsmännischen Handelns durch steuerliche Zugeständnisse von den Parteien erkaufen muß. Der Mangel an Mut zu unpopulären Maßregeln verhinderte gegen Ende des Jahrhunderts völlig die sachliche Erörterung des Steuerproblems. Im Gegenteil: es liegt im Interesse heutiger Parteien, die Wählerschaft von dieser Sachlichkeit fernzuhalten. Die„ Weltanschauung des Steuerzahlers" ist ein zu wichtiges Mittel im Kampf um den Besitz der Regierungsgewalt. Dann kam der Weltkrieg, und nun steigt, in Deutschland noch viel schneller als anderswo, der Steuerbedarf ins Sinnlose, je mehr die Wirtschaft verwüstet wird, je geringere Reinerträge mit den heutigen Methoden herauszupressen sind. Hier stehen wir vor der welthistorischen Gefahr, die weit über eine bloße Lähmung der Wirtschaft hinausgeht. Das allgemeine, persön= liche, auf Selbsteinschäzung beruhende System trifft die Schichten 10 " 120 37. Jahrg. der Gesellschaft ungleichmäßig, und die wertvollsten am schwersten, weil sie beruflich der Spefulation am fernsten stehen. Je entschiedener sich die unsichtbaren Vermögen und Gewinne der Last entledigen, je mehr einzelne Bevölkerungsschichten infolge ihrer politischen Organisation die Steuergesetzgebung zu ihren Gunsten gestalten können, desto schwerer trifft das System den Rest. In Deutschland ist der Rentnerstand und der fleinbürgerliche Hausbesig ihm zum Opfer gefallen. Denn Inflation und Herabdrücken der Mieten sind verschleierte Stenern, deren Erhebung das Vielfache des Reinertrages vernichtet. Aber die Gefahr ist größer: Es handelt sich um die seit Generationen hochgezüchtete Schicht, welche auf westeuropäischem Boden den Träger unserer Kultur darstellt. Kultur ist ohne eine gewisse Höhe der Lebenshaltung nicht zu denken. Der Nachwuchs für Wissenschaft, Kunst und Technik bedarf einer geistigen Verfeinerung, welche den groben Kampf ums Dasein schon für die Väter und Mütter ausschließt. Vernichtet man diese Voraussetzung, wie es in England seit der Steuergesetzgebung von 1908 langsam, in Deutschland seit der Revolution in erschreckendem Tempo geschieht, so verzichtet man auf die Zukunft seines Volkes zugunsten des Augenblicks. Hier stehen wir vor der Tatsache, von der sich nichts wegdeuten läßt, daß die westeuropäische Steuerpolitik in einen trockenen Bolschewismus ausartet, der alles einzuebnen droht, was über die Masse hervorragt, alles, was gezüchtet und erzogen ist, alles, was zu den Vorbedingungen zuletzt auch der Höhe technischen Denkens und damit der Höhe unserer Wirt= Wir sehen in Europa eine schaftshaltung gehört. Enteignung der wertvollen Schichten durch den Steuerzettel, ein neues Emigrantentum nicht aus dem Vaterlande, sondern aus altem Besiz. Ganze Schichten sind schon vernichtet, welche die Träger unserer Bildung im höchsten Sinne des Wortes gewesen waren. Die Kriegsgewinnler von 1870 wurden erzogen, die von 1918 wirken erzieherisch, weil es eine erziehende Gesellschaft nicht mehr gibt. Dieser Gefahr gegenüber, welche darauf zurückgeht, daß man einen sehr großen Teil der kreisenden Werte aus der Privatwirtschaft der einzelnen durch den Staatshaushalt hindurchleiten muß, ohne zu verstehen oder verstehen zu wollen, um was es sich dabei handelt, scheint nur eine Rettung möglich, und hier könnte Deutschland als das Land der Jdeen vorbildlich für die ganze Welt werden, die an dem gleichen Fehler zu erliegen droht. Das Steuerproblem muß vom Wirtschatfsleben aus neu gestellt und durchdacht werden, an Stelle der Hoheitsrechte des 18., der Ideologie des 19. muß die wirtschaftliche Erfahrung des 20. Jahrhundert treten. Es sollte ein Weltkongreß berufen werden, der von dieser Erfahrung aus die Form der Ueberführung der Neftle& Kindermehl, das gib Deinem Kind, hast du es lieb! Steuerwerte aus dem Privathaushalt in den Staatshaushalt untersucht, der feststellt, an welcher Stelle und in welcher Weise den wirtschaftlich arbeitenden Einheiten Kraft entzogen werden kann, den Werken, nicht den Personen, an denen zufällig die Eigenschaft des Besitzes haftet. Man muß einsehen, daß man mit den Werken und mit ihnen allein die Besitzer erfaßt, da es keinen unrentablen Besitz auf die Dauer geben kann. Je„ gerechter" eine Steuer ist, desto ungerechter ist sie heute. In der Beurteilung dieser Dinge hat die Wirtschaft das erste Wort, nicht der Jurist, der Berufspolitiker und nicht der Finanzbeamte. Gelingt es der europäischen Welt nicht, sich hier von den Vorurteilen und Empfindlichkeiten des demokratischen Zeitalters freizumachen, so sinkt sie wirtschaftlich auf eine Stufe, welche die Erhaltung der vorhandenen Menschenmasse nicht mehr gestattet, geschweige denn die Erhaltung ihrer Kultur. Steuern. Sondersteuer vom bebauten Grundbesig. Die hessische Verordnung über die Erhebung einer Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz gründet sich auf die dritte Steuernotverordnung. Durch sie sind die Länder und Gemeinden ermächtigt im Zusammenhang mit der Regelung des Mietwesens zur Deckung des allgemeinen Finanzbedarfs eine derartige Steuer zu erheben. Die Länder sind in der Ausgestaltung dieser Steuer an gewisse Rahmenbestimmungen der Reichsgesetzgebung gebunden. Der Wortlaut der hessischen Verordnung wird diesen Rahmenbestimmungen nicht immer gerecht und läßt wichtige Einzelheiten vermissen. Sind diese im Verordnungstext auch nicht angeführt, so bestehen sie doch zu Recht, da das Reichsrecht über das Landesrecht geht. So ist z. B. die Sondersteuer bei Grundstücken, die am 1. Juli 1914 entweder unbelastet waren, oder deren dingliche privatrechtliche Belastung nicht mehr als 20 v. Hundert des Gesamtwertes betrug, herabzusehen auf einen Betrag von 20 Prozent der Friedensmiete. Handelt es sich um nicht vermietete Gebäude, so sind die Länder in der Lage, eine weitere Herabsetzung eintreten zu lassen. Jedoch ist ein Antrag des pflichtigen Hauseigentümers beim Finanzamt auf entsprechende Herabsehung der Steuer in jedem Fall erforderlich. Ruhten bereits vor dem Erlaß der Sondersteuergesetzgebung wertbeständige Hypotheken auf dem Grundstück, so ermäßigt sich die Steuer auf Antrag bei dem Finanzamt um den Wert, der sich aus der wertbeständigen Last ergebenden laufenden Geldverpflichtung( Hypothekzinsen etc.). Vom 1. Januar 1925 ab vermindert sich die Steuer auf Antrag ebenfalls um die von da an laufenden Zinsen der bis zu 15 Prozent aufgewerteten sonstigen Hypotheken, indessen ebenfalls nur auf Antrag des Steuerpflichtigen. Nach ihren Motiven soll die Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz einen Geldentwertungsausgleich allerdings zugunsten des Staates herbeiführen, d. h. es sollen alle diejenigen belastet werden, die einen Vorteil aus der Geldentwertung hinsichtlich der nur 15 prozentigen Hypothekenaufwertung gehabt haben. Wo ein solcher Inflationsgewinn nicht vorhanden ist, dort trifft die Steuer ungerecht, und es besteht aus diesen GrünMübased gegen Husten den u. E. ein Anspruch auf Steuererlaß seitens des Finanzamte Es ist z. B. vorgekommen, daß ein Hypothekengläubiger, de alle auf dem Grundstück ruhenden Hypotheken besaß, das Hau im Jahre 1919 erwarb. Hier liegt ein Geldentwertungsgewin nicht vor, weshalb auch kein Grund zur Besteuerung vorhande ist. In allen solchen Fällen wird empfohlen, Antrag auf Erla der Steuer unter solcher Begründung zu stellen. Von besonderer Wichtigkeit ist, daß der Vermieter auch in Falle der Befreiung, oder der Minderung der Steuer für das Grundstück berechtigt ist, einen der vollen Steuer entsprechenden Betrag auf die Mieter umzulegen. Lokales. -n. Die Gewerbeschule zu Gießen hat sich in den letzter Jahren ganz außerordentlich günstig entwickelt. Nicht allein daß ein enormer Zugang an neuen Schülern zu verzeichnen ist sondern die Schule selbst ist weit vielseitiger geworden, seitden Herr Gewerbeschulrat Bünnings die Leitung übernomme hat. Für viele Fachgruppen sind Spezial- Fachklassen errichtet Eine besonders angegliederte Maschinenbau- Fachschule und ein Schuhmacher- Fachschule haben zahlreiche Schüler aus Oberhessen und den angrenzenden preußischen Gebieten, weil die Stad Gießen bekanntlich vorzüglich zentral gelegen ist und gute Eisen bahnverbindungen hat. Die Schule hat Fernsprechanschluß Nr. 912. Nähere Auskunft durch die Direktion. * Husten Verscl Schreib denden g womit sic Tausende Lungenl befreiten. marke er Walthe Heiligenst Stahlmat derbetten Private, frei Eisen: Suhl Bregenheim. Kürzlich hielt der Vorstand des hiesigen Haus eigentümervereins im geschmückten Vereinslokale zu Ehren der Metal wiederkehrenden Vorstandsmitglieder Schwalbach( 1. Vorsitzen der), Seitz( 1. Schriftführer) und Gewert eine gemütliche Zusammenkunft ab. Der 2. Vorsitzende, Elbert, sowie Lehrer Ritter begrüßten dieselben mit herzlichen Worten und führten sie wieder in ihre seitherigen Aemter ein. Die Herren Schwalbach, Sei und Gewert dankten für den großartigen Empfang und befun Hoher deten, ihre ganze Kraft wieder dem Verein widmen zu wollen. Ferner wurde der Beschluß gefaßt, in aller Kürze zu Ehren der wiederkehrenden übrigen Vereinsmitglieder einen gemütlichen Familienabend abzuhalten. Zu dieser Veranstaltung haben sich bereits einige Solisten und Virtuosen bereit erklärt, diesen Abend verherrlichen zu wollen, und man darf erwarten, daß diese Ver anstaltung ein schönes Vereinsvergnügen darstellen wird. Der aitbewährte 1. Vorsitzende des Landesverbandes, Darmstadt, wird bei dieser Feier anwesend sein. Vermischtes. Haury: „ Soziales Empfinden" eines Finanzbeamten. Erhält da kürzlich ein biederer Bäckermeister vom Finanzamt eine Vorladung. Man sagt ihm, daß er an seinen Waren, da cr geringe Umsatzsteuer zahle, viel verdienen müsse, weil er Geschäftsvergrößerungen und Hausverschönerungen vorgenomenen ha 2, sowie ein lugusiöses Leben mit seiner Familie führe. Da raufhin hat der Bäckermeister den Finanzbeamten zur Besichti gung seines Geschäftes aufgefordert und ihm außerdem versichert, daß er seine 2 Gehilfen eigentlich nicht nötig habe, sondern sie nur weiter beschäftige, weil sie schon lange bei ihm tätig sind. Diese 2 Gesellen verringern sein Einkommen naturgemäß sehr beträcht lich. Antwort des Finanzbeamten: Na, dann entlassen Sie doch die 2 Gesellen". Kommentar überflüssig. - 99 durch Ve werbl. u.s arbeit us W. Haug Moltkes Ha Asthma-, Fieber-, Fr Nerven-, F Spezialtee Fettsuchtund viele losen Fäll Haupt Königl. N R. O Finanzamtes ubiger, de , das Haus ingsgewin vorhande auf Erla ter auch in Lier für das Esprechenden den letzte cht allein seichnen i en, seitder 2 Sie wußten es noch micht? Gerade für Wollwäsche ist feith Husten Atemnot bernomme n errichtet e und ein Oberhessen die Stad gute Eisen schluß Nr. Egen Haus Verschleimung Schreibe allen Leidenden gern umsonst, womit sich schon viele Tausende von ihren Lungenleiden selbst befreiten. Nur Rück marke erwünscht. Walther Althaus Heiligenstadt( Eichsfeld) Ehren der Metallbetten Persil Nur in Originalpaketon. so schön! All die hübschen modernen Sachen in ihren freundlichen Farben können Sie so bequem waschen! 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Preis 1500 Goldmark Waldemar Lydor, Halle( Saale), Cansteinstr. 8 2. Preis 1000 Goldmark Frau Lise Schneider, Eichkamp, Alte Alle 2 3. Preis 1000 Goldmark Frau Dr. Anni Kowalski, Frankfurt a. M., Reuterweg 79 4. Preis 700 Goldmark Moritz Seeler, Berlin W 50, Regensburger- Str. 14 5. Preis 300 Goldmark Karl König, Halle( Saale)-Rosengarten, Hallesche- Str. 106 6. Preis 250 Goldmark Norbert Joseph, Berlin- Wilmersdorf, Uhlandstr. 41 7. Preis 250 Goldmark Georg Nagel, Kunstmaler, Lünen a. d. Lippe/ W., Münster- Str. 39 8. Preis 250 Goldmark Otto Heidtmann, Zaborze bei Hindenburg( O.- S) Hüttenstr. 4 9. Preis 250 Goldmark Erich Judis, Berlin SW, Hallesches Ufer 16 10. Preis 250 Goldmark Arthur Böhme, Köln- Sülz, Remigiusstr. 55 11. Preis 250 Goldmark Paul Gerhard Bockamp, Bochum, Arndtstr. 15. Die Gewinner der 500 Trostpreise ( Kinokarten) werden von direkt benachrichtigt. uns National Film A.-G. NATO Aderverkalkung Erregungszustände, geschwächte Herzkraft. 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