hr: Gele on. Freitag, anzandacht 0. OLL hältlich. Grundstück t, auch mit Ge ndwirtsch., 2c. igungl. Besuch. Kommen N hf.) reuzgasse 8. Gießener Beitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 25 pfg. monatlich vierteljährlich 75 Big, vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig. ausgabestellen vierteljährlich 60 Pig.- Erscheint Mittwoche und Samstags. Rebaftion: Selters. weg 83.- Für Aufbewahrung oder Hüffendung nicht verlangter Manuffripte rive nicht garantiert. Berlag ber ,, Gießener Seitung". m. 6. S. Nr. 87. Telephon: Nr. 362. Das Ende der Welfenfrage. Der Bundesrat hat am Montag in der braunschweigischen Angelegenheit getagt. Nach der Sitzung wurde offiziös folgende Kundmachung erlassen: des „ Nachdem in der heutigen Plenarsizung Bundesrates der Vertreter des Herzoglich braunschweigisch- lüneburgischen Regierung, Staatsminister Hart wig, unter Vorlegung der Verzichtsurkunde davon Mitteilung gemacht hatte, daß Seine Kgl. Hoheit der Herzog von Cumberland auf den Thron Braun= schweigs verzichtet habe, beschloß der Bundesrat einstimmig, dem Antrage Preußens wegen der Thronfolge in Braunschweig zuzustim men." Der Antrag lautete: Der Bundesrat wolle beschießen: 1. die Ueberzeugung der verbündeten Regierungen dahin auszusprechen, daß die Regierung Seiner Kgl. Hoheit des Prinzen Ernst August, Her30gs zu Braunschweig und Lüneburg, in Braunschweig im Hinblick auf die inzwischen eingetretene Veränderung der Sach- und Rechtslage mit den Grundprinzipien der Bündnisverträge und der Reichsverfassung vereinbar sein würde; 2. die braunschweigische Landesregierung hiervon zu verständigen. Dieser Antrag ist einstimmig im Bundesrat angenommen worden. Der zunächst zur Regier ung berechtigte Herzog von Cumberland hat durch den Mund des braunschweigischen Staatsministers seinen Verzicht auf den Thron Braunschweigs ausgesprochen, und so ist sein Sohn Prinz Ernst August, Herzog von Braunschweig und Lüneburg, nunmehr regier ender Herzog von Braunschweig, und an seiner Seite die Hohenzollernprinzessin Viktoria Luise, die einzige Tochter des Kaisers, die Herzogin von Braunschweig. Der einstimmige Beschluß des Bundesrats wird dahin erläutert, daß die Regierung des Prinzen Ernst hun Erpedition: Seltersweg 83. Mittwoch, den 29. Oftober 1913. August in Braunschweig im Hinblick auf die inzwischen eingetretene Veränderung der Sach- und Rechtslage mit der den Grundprinzipien der Bündnisverträge und Reichsverfassung vereinbar sei. Der Einzug des Herzogspaares in Braunschweig erfolgt am Montag, den 3. November. Der Herzogregent von Braunschweig und seine Gattin verlassen am 31. Oftober das bisher ihrer ObHut unterstellte Land und siedeln zum dauernden Aufenthalt nach Wiligrad in Mecklenburg über. Mit der Stadt Braunschweig, die 25 000 Mk. zur Ausschmückung der Straßen und Plätze ausgeworfen hat, wetteifern die Privatpersonen in der würdigen und glänzenden Dekorierung ihrer Häuser. Der gesamte Fest schmuck wird einen einheitlich fünstlerischen Charakter tragen. Die Fenster der Einzugsstraße sind längst bis auf das letzte vermietet, wobei es bemerkenswert ist, da namentlich die Familien des alten hannoverschen Adels sich Plätze sicherten. Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 pig. die 44 mm breite Petitzeile für Auswärts 20 Pig Die 90 mm breite Reklame 3eite 50 emnia Grabeilagen werden nach Gen und Größe berednet Notatt fonim: befeberichreitung des Sablunge. zieles 10 Faces, bei gerichtlicher Beitreibung oder ther Poufure m Weaiad. Blagvorschriften ohne Verbindlichen. Druck der Gießener Verlagsdruckerei. Albin Ricin Telephon Nr. 862. 25. Jahrg. grüßung war von außerordentlicher Wärme und Innigkeit. Hierauf schritt der Kaiser zur Linken Kaiser Franz Josefs die Front der Ehrenkompagnie ab. Das Publilum brach in brausende Hochrufe aus. Die Monarchen verließen den Bahnhof und bestiegen den Leibwagen. Unter immer sich erneuernden Hochrufen des Publikums wurde die Fahrt nach Schönbrunn angetreten. Um 1 Uhr nachmittags fand in der Kleinen Galerte des Schönbrunner Schlosses das Frühstück statt. An der Mitte der Tafel saßen die beiden Herrscher, zur Rechten von Kaiser Wilhelm saz Ministerpräsident Graf Berchtold und Wirklicher Geheimer Rat von Treutler, zur Linken von Kaiser Franz Josef Botschafter Freiherr von Tschirschky und Botschafter von Szögyeny- Marich. Bald nach 3 Uhr traf der Kaiser zum Besuch des deutschen Botschafters, Freiherrn von Tschirschty und Bögendorff, auf der deutschen Botschaft ein, wo er den Tee nahm. Nach der Rückkehr Kaiser Wilhelms von der deutJm Braunschweigischen Landtag war am Monschen Botschaft nach Schönbrunn begab sich Kaiser Franz tac die Lösung der Thronfolgefrage Gegenstand einer Josef in die Gemächer seines erlauchten Gastes, wo die feierlichen Kundgebung. Majestäten längere Zeit zusammen verweilten. Um 7½ Uhr abends fand ein Familiendiner statt. Nach dem Diner verabschiedete sich der Deutsche Kaiser in herzlicher Weise von Kaiser Franz Josef und den übrigen Mitgliedern der kaiserlichen Familie. Er ist noch am gleichen Abend um 9 Uhr vom Penzinger Bahnhof nach Wildpark abgereist. Raiser Wilhelm in Oesterreich. Vom Jagdbesuch beim Erzherzog- Thronfolger Franz Ferdinand in Konopischt kommend, traf Kaiser Wi l- helm Sonntag vormittag zu einem eintägigen Besuche bei Kaiser Franz Josef in Schönbrunn ein. In Hietzing und Penzig waren die Häuser beflaggt. Trotz des schlechten Wetters waren viele Tausende gekommen, um den Kaiser zu sehen. Punft 11 Uhr wurde gemeldet, daß der Zug einfahre. Kaiser Franz Josef trat dicht an das Gleis heran, und die Musik spielte Heil Dir im Siegerkranz". Kaiser Wilhelm in österreichischer Generals uniform entstieg dem Zuge und umarmte den Kaiser. Die Monarchen füßten einander zweimal, schüttelten sich die Hände und sprachen längere Zeit herzlich miteinander. Die Be Krankenkassen contra Aerzteschaft. Ein außerordentlicher Deutscher Aerztetag fand am Sonntag in Berlin statt. Veranlassung zu der Tagung gab die Ablehnung der Einigungs- Vorchläge des Deutschen Aerztevereins bundes und der wirtschaftlichen Organisation der Aerzte, des sog. Leipziger Verbandes. Die Versammlung war von 448 Delegierten, die 384 Vereine mit 21 207 Stimmer ver= traten, besucht; außerdem hatten sich viele Hunderte von Färberei Gebr. Röver Gießen, Marktplatz 18 Frankfurt a. M. und Färberei Hugo Luckner( Inh. Gebr. Röver) Leipzig chemische Waschanstalten Chemisches Reinigen und Färben von Damen-, Herren- und Kindergarderobe, Vorhängen, Decken, Teppichen, Portièren Fellen, Spitzen, Federn, Reihern, Kindermützen, Handschuhen etc. Zirka 1000 Angestellte. 1 Nach dem Sturm. Erzählung von Emil Frank. 44) ( Nachdruck verboten.) Seine und ihre Stunde wird komen, die Liebe kann nicht mehr sterben, er weiß es. Und jetzt drängt es ihn fort aus dem lärmenden Fest, mit den Augen nimmt er Abschied von ihr und sie blickt ihm bestürzt nach. Lähmende Angst fäßt sie an: Ich habe ihn von mir gestoßen und nie kehrt er wieder, denn er ist zu stolz, um Liebe zu bettern! So gellt es durch ihre Seele, und all die Lust und Freude kommt ihr vor wie eine Farce. Unbemerkt stiehlt sie sich aus dem Saal und eilt in ihr Zimmer. Aber auch hier hat sie keine Ruhe. Da entzündet sie die Lampe und geht zu den Gemächern der toten Mutter. Vor ihrem Bild spricht sie aus, was sie drückt, und leises, schüchternes Hoffen kehrt zurück in ihre Brust. Die ältesten Bewohner von Krzemien konnten sich nicht erinnern, jemals einen so unfreundlichen Herbst erlebt zu haben. Mitte September setzte das schlechte Wetter ein. Es regnete Tag für Tag. Und wie regnete es! In Strömen goß es. Bald war die kleinste Piüze überschwemmt. Wiesen und Felder standen unter Wasser. Der Dvjestr wälzte seine hochangeschwollenen Gluten brausend fert. Der Fluß war hier noch wild und ungestütm, ez war noch zu jung, und vom Gebirge her betam er bei solchem Wetter allzuviel Zufluß. Schon längst war das Bett des Flusses für die gewaltigen Wassermassen zu klein geworden. Sie ergossen sich nach rechts und links. Und noch immer regnete es. Schon hörte mar von nah und fern Botschaften von unheil, vort furchtbarem Schaden, von Menschenopfern. Voll Angst wandten sich der Menschen Blicke zum Himmel. Der war ganz gleichmäßig grau und durch die dicken Wolken schien das angsterfüllte Rufen der Menschen at dringen zu können. Die Kartoffeln hatten nicht mehr geerntet werden können, sie lagen im Boden und faulten. Graf Warminski und der Faron feierten nicht. Im strömenden Regen ritten sie längs der schter unabsehbaren Wasserfläche, die von Tag zu Tag zunahm. Schloß Krzemien war sicher. Auch für Kochanow brauchte man nichts zu fürchten. Die Schleusen und der Damm waren start, Baron Kappel hatte sich persönlich von der Zuverlässigkeit dieser beiden Schuhwehren überzeugt. Nein, da war keine Gefahr, das Wasser konnte ruhig noch vier Fuß steigen. Aber das Dorf Krzemien war bedroht; das lag tief, in einem Sattel zwischen Schloß und Kochanow. Der einzige Schutzwall war der Eisenbahndamm. Wenn die Wasser nach dieser Selte durchbrachen, dann war das ganze Dorf unter Wasser. Dann Guade Gott! Denn die alten Hütten konnten unmöglich dem Andrängen der Fluten widerstehen, sie stürzten im ersten Ansturm zusammen. Die beiden Herren hielten neben der bedrohten Stellung. Echweigend prüfte Baron Kappel das Gelände. Er war so ruhig, als handelte es sich um eine Viütze. Graf Warminsti war nervös. Er fröstette, denn das Waffer draug durch seine Kleider. Jetzt war der Baron mit sich im reinen. Wir müssen Seitendumme aufwerfen lassen, Warminski, der Eisenbahndamm hält nicht, den spült das Wasser weg als wär's ein Waulwurfshlincl. Du mußt sofort alle Deine Leute Herschicken. Ich will die Arbeit leiten!" sagte der BaTDI. Graf Warminski sprengte fort. Es war ein schweres Stück det aufgeweichten Weg zu passieren. Er feste dem Gaul die Sporen in die Weichen und ließ nicht nach, bis er Krzemien erreicht hatte. Sofort ließ er die Tagelöhner rufer und teilte ihnen mit, was auf dem Spiele ſtand. Ihre Häuser seien in Gefahr, das ganze Dorf werde verwüstet, wenn das Wasser dort Durchbricht. Die Leute sahen es ein und machten sich sofort marschbereit. Ein Adjunkt ritt ins Dorf, um die Leute zusammenzurufen. Von allen Seiten strömten sie zusammen. Der Baron erteilte vom Pferde herab kurz und klar seine Anweisungen. Er schien sich um den Regen nicht im geringsten zu kümmern. Sein Beispiel wirfte ermunternd auf die Arbeiter. Die Angst um das bißcher Besitz, das sie ihr eigen nannten, spornte sie zu größtem Fleiße an. Sie wühlten sich förmlich in den schlammigen Grund ein. Stunde auf Stunde verrann. Immer höher wurde der Wall. Baron Kap pel mußte seinen Posten verlassen. Das Wasser rann ihm am Körper herunter, floß ihm aus den Stiefeln. Er stieg vom Pferde und führte es am Zügel fort. So wurde er wenigstens rarm, denn der Frost hatte ihn geschüttelt. Endlich hatte er die Straße nach Kochanow erreicht. Da schwang er sich wieder in den Sattel und ritt, daß das Wasser in den Zümpeln hoch aufspritzte. In Kochanow übergab er das ferd einem Stallfnecht. „ Sorgfältig abreiben und troden füttern!" befahl er noch. Dann waufte er in seine Wohnung. Er hatte bei dem strömenden Regen acht Stunden im Sattel ge= feisen. Bor Aubruch der Sicht ritt er abermals hinaus. An Ruhe war gar nicht zu denten. Er ordnete an, daß abwechselnd gearbeitet werden sollte, prüfte die Däm= me und ritt wieder fort. Bon fern her flang das Murmein und Branden und Brausen der steigenden Flut, Noch immer fiel der Regen flatschend auf die Erde. Am Rande des Horizonts waren die Wolfen wie gemauert. Im Zenit lichtete es sich ein wenig. Der Baron prüfte die Wolfenbildung genau. Wenns starten Wind gab, wurde es besser mit dem Wetter. Aber die Winde hatten sich vertrochen. Fortsetzung folgt.) Aerzten aus Berlin und dem ganzen Reiche als 3u 3u hörer eingefunden. hat jomit 45, die Linke 47 Size in der Zweiten Kammer. • Der Zentrala usschuß der Fortschrittlichen Volkspartei tritt am Samstag, 6., und Sonntag, 7. Dezember in Berlin zusammen. Mit der Tagung des Zentralausschusses soll eine Konferenz der Barteisekretäre sowie eine Sitzung der Agrar- Kommiffion verbunden werden. medSchwerin. Die kommissarisch- deputatischen Verhandlungen zur Verfassungsfrage in Gegenwart des Staatsministers Grafen Bassewik wurden beendet. Die Beratungen waren vertraulich. Der ordentliche lenburgische Landtag wird für dieses Jahr auf den 20. November einberufen. Er wird sich voraussichtlich auch mit einer Vorlage über innere Kolonisation zu beschäf tigen haben. Oesterreich. Wien, 27. Oft. In maßgebenden Kreisen äuBert man sich, ohne auf nähere Einzelheiten einzugehen, sehr befriedigt über den Verlauf der gestrigen Unterred ung Kaiser Wilhelms mit dem Grafen Berchtold. Der Kaiser habe während seines kurzen Besuches in Wien den Grafen Berchtold in der auszeichnendsten Weise behandelt. an Wien, 25. Oft. Die katholisch- de ut sche Studentenschaft veranstaltete anläßlich der Leipziger Feier vor dem Schwarzenberg- Denkmal und vor dem Radetzky- Denkmal patriotische Rundgebungen, denen Vertreter der reichs deutschen Studentenverbindungen teilnahmen. Ferner waren Vertreter des Kriegs= ministeriums zugegen. Der Borjizende des Aerztevereinsbundes, Sanitätsrat Dr. Dippe- Leipzig gab eine Darstellung der Verhandlungen mit dem Vorstand des Essener Betriebs= trantentasjenverbandes und dessen Ablehnung der Vorschläge der Aerzte. Er war der Meinung, daß es von vornherein die Absicht war, die dargebotene Friedens hand zurückzuweisen. Die Forderungen der Aerzte seien bis an die Grenze des Möglichen magvoll gewesen im Interesse des Friedens, die Kajsenvorstände hätten aber aus Machttigel und vom Herrenstandpunkt aus die Unterjochung der Aerzte gewünscht. Jetzt müsse der Kampf bis zum Siege durchgefochten werden, um dem deutschen Vaterland einen freien, stolzen Aerztestand zu bewahren. ( Stürmischer Beifall.) Hierauf begründete der Vorsitzende des Leipziger Verbandes, Dr. Hartmann- Leipzig, einen Antrag, in dem ebenfalls dargelegt wird, daß die verbündeten 5 Krantentassenverbände es abgelehnt hätten, den bis an die Grenze des Möglichen gehenden bleibe Friedensvorschlag der Aerzte anzunehmen. Es daher den vereinigten Aerzten nichts übrig, als mit dem Tage des Inkrafttretens der neuen Krankenversicherung den ihnen aufgezwungenen Kampf gegen die Kassenvorstände aufzunehmen. Sie täten das in voller Einmütigkeit und mit dem Bewußtsein, nichts unversucht gelassen zu haben, um die Träger der Sozialversicherung vor einer zweifellos schweren Erschütterung zu bewahren. Die Schuld an dem Schei tern der ehrlichen Bemühungen der Aerzte sei dem Starrsinn und Hochmut der Führer der Krantenfassen zu geben. Den örtlichen Aerzte vertretungen wird es zur heiligen Pflicht gemacht, von jetzt ab mit feiner Krankenkasse einen Vertrag abzuschließen und die kassenärztliche Versorgung aller früheren wie auch der neu hinzutretenden Versicherten unbedingt abzulehnen; nur die ärztliche Vertragstätigkeit soll aufhören, das gesundheitliche Interesse der Versicherten in feiner Weise beeinträchtigt werden. Die Krankenkassen mögen von den Aufsichtsbehörden das Recht erhalten, den Versicherten an Stelle der freien ärztlichen Behandlung eine Barentschädigung zu gewähren, bis den ärztlichen Organisationen die sichere Gewähr gegeben ist, daß die Kassenärzte ihrem Berufe wieder unabhängig, frei von unsachlichen Beeinflussungen und unter angemessenen Bedingungen, nachgehen können. Wann dieser Zeitpunkt gekommen sein wird, wird der Geschäftsausschuß des deutschen Aerztevereins bundes festsetzen. Das wird aber nicht eher geschehen, als bis die kassenärztlichen Verhältnisse selbst im fleinsten Ort und im entlegensten Winkel zur vollsten Zufriedenheit der organtsierten Aerzte geordnet sind. Den Führern der Kassenverbände wird die Verantwortung zugeschoben, wenn der Gedanke, der sozialen Versicherung und die Kran= fenversicherung selbst durch diesen Kampf Schaden erleiden und vielleicht die Selbstverwaltung der Versicher ungsträger in Gefahr gerät. Dr. Hartmann gab der Erwartung Ausdruck, daß die Aerzte geschlossen und einig in den Kampf treten werden und daß ihnen der Sieg sicher sei. Die Warnungstafel des Leipziger Verbandes müsse fünftig lauten: Cavete, collegae, alle Krankenkassen im Deutschen Reich!( Stürmischer Beifall.) entMit lebhafter Genugtuung wurden die telegraphischen Zustimmungserflärungen der medizinischen Fakultäten zahlreicher Universitäten gegengenommen. Auch in der Debatte sprachen sich sämtliche Redner für den Kampf und für das einmütige Vorgehen aus. Bol- Stuttgart erklärte die Sympathie der württembergischen Aerzte, die jedoch durch eine Abmachung mit der Regierung und den Krankenkassen verpflichtet seien, alle Streitigkeiten staatlichen Schiedsgerichten zu unterbreiten. Der Antrag des Leipziger Verbandes wurde gegen vier Delegierte mit 164 Stimmen unter stürmischem Beifall angenommen. Mit der Aufforderung, einmütig und geschlossen den Kampf zu führen, bis ein dauernder, ge= sicherter Friede erzielt sei, schloß Dr. Dippe die Tagung. Italien. * Der vergangene Sonntag, an dem die ersten allgemeinen Wahlen auf Grund des außer= ordentlich erweiterten Wahlrechts stattfanden, nahm im ganzen Lande, besonders aber in Rom, wo durch das neue Gesetz die Zahl der Wahlberechtigten von 29 000 auf 108 000 gestiegen ist, einen außerordentlich ruhigen Verlauf. flossenen Jahre dem Verein durch den Tod Entrissener zu dessen ehrendem Andenken sich die Anwesenden vo den Plätzen erhoben. Hierauf wurde vom Rechn Treufe der Rechenschaftsbericht bekannt gegeben, der de Finanzen des Vereins nicht gerade im rosigsten Liche erscheinen ließ. Es war zwar möglich, dieses Mal not einen fleinen Ueberschuß zu erzielen, der aber für d Folge ganz zu verschwinden droht, da ein größerer Aus fall an Hallenmiete zu erwarten ist. Das Gleichgewic der Finanzen könne nur durch größtmöglichste Sparfan feit erhalten werden. Die Rechnungen wurden als ma Rom, 28. Oft. Bis 5 Uhr nachmittags lagen 436 Ergebnisse aus 508 Wahlkreisen vor. Bis jetzt sind 205 Ministerielle, 46 Radikale, 16 verfassungstreue Opposi tionelle, 25 Katholiken, 12 Republikaner, 30 Sozialisten und 18 reformierte Sozialisten gewählt. In 84 Wahlkreisen sind Stichwahlen erforderlich. Im Anschluß an den außerordentlichen Aerztetag traten am Sonntag etwa 200 Vertrauensmänner des Verbandes der Aerzte Deutschlands unter Vorsitz von Dr. Hartmann zu einer vertraulichen Sitzung zusam men, in der die einzelnen notwendigen Maßnahmen, insbesondere die, die ein vertragloser Zustand erfordern würde, besprochen wurden. Ueber diese Verhandlungen, die sich bis in die späten Abendstunden hinzogen, wird Stillschweigen bewahrt; nur so viel steht fest, daß unter den Aerzten aller Richtungen Einmütigkeit herrscht und die Organisation des Verbandes nunmehr als genügend ausgebaut angesehen wird. Politische Rundschau. Deutschland. Belgien. echte Osro Ber stergültig geführt und richtig befunden und dem Rech Gr. Krei ner durch die Versammlung Entlastung erteilt. Der eritage geld Turnwart Erb fonnte mit Befriedigung feststellen, dem wurden der turnerische Betrieb zur Zeit außerordentlich start sei was besonders durch die vielen errungenen Preise durc die Turner in diesem Jahre, u. a. auch in Leipzig, zum Ausdruch gebracht wird. Die sodann vorgenommenen Neuwahlen brachten folgendes Ergebnis: Als Em wird faz für den seitherigen 1. Sprecher Heß wurde einstimmungsmat mig der bisherige 2. Sprecher Erle gewählt. 3umie Luftsch 2. Sprecher wurde Lenz, zum 1. Turnwart Erb 2000 für den freigewordenen Posten des 2. Turnwarts A derartige Los, als Schriftführer wurde Hoffmann und als wird nad Rechner wieder I reute gewählt. Die Wahl des Getaben genschreibers fiel auf Bell of; als Turnälteste die Mitch 100 W glieder Wah I und Hammel und als Beisitzer Noll getragen und Philippi. Mit einigen martigen Worten forderungsförper Berl der 1. Sprecher Erle alsdann die Anwesenden auf, da deutschen Turnsache sowie dem Verein auch fernerhin bei insges treu beizustehen und schloß hiermit die anregend veruf russische laufene Versammlung mit einem frisch aufgenommenen „ Gut Heil!" * Der König von Belgien wird Anfang November auf einige Tage nach Deutschland kommen und das Hannoversche Dragoner- Regiment Nr. 16 in Lüneburg, dessen Chef er ist, besichtigen. Der Besuch in Lüneburg ist auf den 5. November festgesetzt. Da nach wird der König das Kaiserpaar in Potsdam besuchen und wahrscheinlich auch an der Hofjagd am 6. und 7. November in Königswusterhausen teilnehmen. * Brüssel, 27. Dkt. Jm deutschen Hause der Genter Weltausstellung, die am 3. November geschlossen wird, vereinigten sich gestern Abend die deutschen Aussteller zu einer Abschiedsfeier. Ministerialdirekfor Verhese vom Arbeitsministerium erklärte in deutscher Sprache, daß Deutschland auch 1912 der größte Abnehmer Belgiens gewesen sei, und daß nach seiner Meinung die deutsche und die angelsächsische Kultur in Belgien einen ebenso großen Einfluß ausüben müßten, wie die französische. Professor Becker gab bekannt, daß 96 deutsche Aussteller den großen Preis und 93 die gol dene Medaille erhielten. • Bei der Ersatzwahl zum württembergi schen Landtag wurde am Sonnabend in Stutt gart Amt der sozialdemokratische Kandidat, Redakteur Pflueger- Stuttgart mit 5646 Stimmen gegen den nationalliberalen Stadtpfarrer Lamparter gewählt, der 4162 Stimmen erhielt. Pflueger gehört als einziger der Redakteure der„ Schwäbischen Tagwacht" der gemäßigten Richtung in der sozialdemokratischen Partei an. Die Stärke der Fraktionen in der Zweiten Kammer ist nunmehr endgültig folgende: Zentrum 25, Bund d. Landwirte und Konservative 20, Vollspartei 19, Sozialde mokratie 17, Nationalliberale 11 Mitglieder. Die Rechte Vom Balkan. * Konstantinopel, 27. Okt. Dschavid Bei wird sich demnächst nach Berlin begeben, ohne sich in Sofia aufzuhalten. Dschavid Bei wird sich bemühen, die Verhandlungen über das deutsch- französisch- türkische Eisenbahn Uebereinkommen zu fördern und bezüglich einer Zollerhöhung von vier Prozent zu einem Einvernehmen zu gelangen. P Aus Stadt und Land. o Bleichenbach. Verbrannt ist das Dienst mädchen des hiesigen Pfarrers. Das Mädchen faß bei der, Petroleumlampe und las, die Lampe explodierte und das Mädchen stand im Nu in Flammen. Wahr scheinlich hat das Mädchen einen Herzschlag durch den Schrecken erlitten, denn die Brandwunden waren nicht tödlich. Pari tena en fi em m ut n Jn Lourd steht das s Darmstadt, 28. Oft. Auf dem Truppenüb Die ungsplatz Griesheim stürzte heute abend gegen 6 Uhr England. der zur Fliegerstation tommandierte Leutnant Ihm aus 15 Meter Höhe ab, erlitt aber feine wesentliche Verle ungen. Die Maschine wurde stark beschädigt. Anscheis nend hat der Motor nicht richtig gearbeitet. s Darmstadt. Hier wurde der Bürgermeister Kohl von Heppenheim verhaftet, der vor einigen Tagen aus Heppenheim verschwunden war, nachdem in der Gemeinde große Unregelmäßigkeiten entdeckt wor den waren. Kohl wollte nach der Schweiz entfliehen. ):( Lampertheim. Wegen der zur Zeit hier herrschenden Scharlach Epidemie werden auf Anordnung • Der Großherzog von Hessen stattete in der letzten Woche den Opelwerken in Rüsselsheim einen mehrstündigen Besuch ab, um den neuen für ihn bestimmten 100 PS.- Wagen zu besichtigen. Der Landesherr nahm dabei auch die großen Neubauten in Au genschein. Besonderes Interesse zeigte er auch gegen= über dem neuesten Opelschen Fabrikations zweig, dem Löschgerätebau. Eine 25 Meter hohe Automobildrehleiter wurde im Betrieb vorgeführt. Die Uebung fand den besonderen Beifall des Großherzogs, der nach mehrstündigem Aufenthalt nach Wolfsgarten zurückkehrte. n Gießen. Der Plan über die Herstellung unt= terirdischer Telegraphenlinien in Gießen liegt bei dem Kaiserlichen Telegraphenamt in Gießen 4 Wochen aus. -h Gießen, 27. Oktober. Zu der am Samstag Abend im Gasthaus zum„ Gambrinus" stattgehabten diesjährigen Generalversammlung des Turnvereins Gießen 1846 hatten sich die aktiven wie passiven Mitglieder sehr zahlreich eingefunden. Nach kurzer Begrüßung der Erschienenen durch den 2. Sprecher Erle erstattete dieser in Vertretung des leider durch schwere Krankheit verhinderten 1. Sprechers Heß den Geschäftsbericht. Daraus war zu ersehen, daß der Verein auch im verflossenen Jahre eine eifrige Tätigkeit entfaltet hatte. Er konnte feststellen, daß der Verein gegenüber dem Vorjahre wiederum eine Mitgliederzunahme verzeichnen kann und gedachte auch in warmen Worten der im verDurchgreifende Kuren bei Hals- u.Lungenleiden ist der Titel eines in unserem Verlage erschienenen Büd leins, in welchem eine neue fombinierte Milch un Pflanzenkur beschrieben wird. Dieses Büchlein wir gratis an jeden Kranken versandt, der es verlangt. 3 der Hals- und Lungenkranke sollte es sofort verlangen selbst wenn sein Leiden harmloser Art zu fein schein Denn jede schwere Erkrankung der Lunge, vor allem die mörderische Lungenschwindsucht, beginnt mit den bißchen Husten" mit dem kleinen Katarrh" und ve nichtet oft in wenigen Wochen ein blühendes Menschen leben. " Das Mittel selbst besteht aus giftfreien, von alte her berühmten und auch von dem verstorbenen Pfam Kneipp empfohlenen Heilpflanzen. Die gute Wirfur liegt in der geschickten Zusammenstellung, die darauf b rechnet ist, das Uebel von mehreren Seiten zugleich paden. 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En der zur Zeit hie den auf Anordnun Kuren enleiden age erschienenen Büt nbinierte Milch un es Büchlein wei der es verlangt. J es sofort verlang Art zu sein j Lunge, vor d t, beginnt mit Katarrh" und blühendes Men giftfreien, von d verstorbenen Die gute Wi ellung, die dara en Seiten zugleid örperschwäche gu der Minderbemit zu Nutzen ma Te Anwendung yn darum frägt leuren und dabei um eine wiffen will, es erft vet fenden wir koften 20 Pfg. für Por ten beizufügen ganze, zu ihrer ftenlos und port ihres Pfarrers e Mittellosigkeit Pflanzenbellkunde e 3. Beziehungen zwischen Hohenzollern und Welfen interesfant. Diese Kurfürstin Sophie, die mit Ernst August von Braunschweig- Lüneburg verheiratet war, ist die gemeinsame Stammutter unseres Kaisers und des englischen Königs. In ihren Briefen und den eingeschobenen ihrer Schwiegertochter Sophie- Dorothea und des Grafen Königsmart spiegelt sich übrigens auch die be- rühmte, bisher nie ganz aufgeklärte Liebestragödie dieser beiden Unglücklichen und ihr furchtbares Ende wider: Der Graf wird spurlos beseitigt und Sophie Do rothea hat bis zu ihrem Tode, 32 Jahre lang, als „ Prinzessin von Ahlden" auf dem Hannoverschen Schlößchen gleichen Namens gefangen gehalten, für ihren Fehltritt zu büßen, ohne jemals ihre Kinder wiederzusehen, deren eines die Großmutter Friedrichs des Großen wurde.... ? Der Verfasser des soeben erschienenen Romans „ Saisonschluß", Freiherr Alexander von GleichenRukwurm, ein Urenkel Schillers, ist kein neuer, er ist durch setne kulturhistorischen Werke und Romane bekannt und sehr beliebt geworden. In diesem Roman hat er sich die Aufgabe gestellt, einen besonders charakteristischen sich am gedrängtesten und abwechselungsreichsten zusammenfinden und eine raschlebige Saison die verschiedenartigsten Elemente zu augenblicklichen Bindungen zwingt, dann wieder loslöst und auseinander treibt. Die ältesten und neuesten Vorurteile, Richtungen, Weltanschauungen geraten hier aneinander, werden aber durch die interessante Macht der Konvention, den Codex der guten Gesellschaft, zu äußerlich friedlichem Benehmen gezwungen. Die Handlung ist von Anfang bis zum Ende äußerst interessant und fesselnd. Dem Inhalt haben die Verleger, Gebrüder Enoch, Hamburg, das äußere Gewand würdig angepaßt. Die Ausstattung ist in jeder Beziehung modern und geschmackvoll. Der Preis des 364 Seiten starten Bandes ist Mt. 4.- geHeftet, Mt. 5. in elegantem Ganzleinenband. Berantwortlich: Albin Klein, Gießen. Asthmatiker wie nengeboren. Dies die Worte des Herrn Adam Marggraf i. 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