Gießener Zeitung Bezugspreis 40 pfg. monatlich - ( Neueste Nachrichten) verteljährlich 1,20 Mr., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 90 Pfg.- Erscheint Mittwoche und Samstags. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der, Gießener Zeitung" G. m. b.. Nr. 1. - Telephon: Nr. 362. Zum Jabreswechsel. Expedition: Seltersweg 83. Mittwoch, den 1. Januar 1913. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 20 pig. - die 44 mm breite Inseratenzeile.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pfg. Extrabetlagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Druck der Gießener Verlagsdruckerei. Telephon Nr. 362. 25. Jahrg. völlig zu verwischen waren. Ein Erfolg, der ihn überlebt. Alfred v. Kiderlen- Wächter war als Sohn des Hof- Kommerrates und Hofbankdirektors Robert Kiderlen am 10. Juli 1852 in Stuttgart geboren. Er besuchte hier das Gymnasium, machte den französischen Krieg 1870-71 als Freiwilliger mit, studierte darauf die Rechte, trat 1879 in das Auswärtige Amt ein, war 1881-1884 Sekretär an der Botschaft in St. Pefratic den Umsturz herbeiführen zu können. Wie der Ballantrieg zeigt, werden aber unglückliche Kriege und Den Geist zu sammeln, eignet sich keine Zeit mehr der nationale Zusammenbruch nur durch die Zusammen= als die Jahreswende. In dem Augenblicke, wo ein fassung und äußerste Anspannung der nationalen WehrJahr mit seinem ganzen Inhalt an Freuden und Lei- kräfte abgewendet. Die Sozialdemokratie will ihre den, an Mühen und Sorgen, an Errungenschaften nd Schreckensherrschaft auf den Trümmern des Deutschen Fehlschlägen im Strome der Ewigkeit versinkt und ein Reiches errichten, und darum bekriegt sie die starke deutneues Jahr, noch in dichtem Nebel verhüllt, an der Zusche Wehrmacht, die allein dem Reiche Dasein und Größe funft Schwelle sich emporhebt, schaut der Geist, zur sichert. Wer daher die volle Kriegsbereitschaft will, Sammlung gestimmt, auf das versinkende Jahr zurück, muß den Kampfeswillen gegen die Sozialdemokratie betersburg, 1884-1886 in Paris und darauf Botschaftsum daraus das als Ergebnis zusammenzufassen, was tätigen. Die im friegsfertigen Volksheere verkörperte er in das neue Jahr hinübernehmen will, um es als Einigkeit der nationalen Kräfte bildet ein unüberwindgesammelte Kraft für die Aufgaben und Arbeiten der liches Bollwerk gegen die äußeren Feinde so lange, als fommenden Zeit wirken zu lassen. sie es auch den inneren Feinden gegenüber bleibt. Reich an Kämpfen war das alte Jahr. Es begann mit den Reichstagswahlkämpfen, mit dem Balfantriege endete es. Anfang und Ende bieten Lehren, die Beherzigung für das neue Jahr und darüber hinaus beanspruchen. Die Notwendigkeit der Sammlung der nationalen Kräfte zur Abwehr der inneren wie der äußeren Feinde lehren die Wahlkämpfe des vergange nen Jahres und der Krieg, der Europa in den letzten Monaten erschüttert hat. Daß 110 Sozialdemokraten in den Reichstag ziehen konnten, daß seitdem die rote Flut höher schwillt und kraft ihres Wahlsieges die Sozialdemokratie sich wie eine Großmacht gebärdet und Aufspielt, als ob sie über die fünftige Gestaltung der Völlergeschicke das entscheidende Wort zu sprechen habe, ist die Wirkung der Uneinigkeit des deutschen Bürgertums. Weil sich die nationalen Kräfte zur einheitlichen Bekämpfung der Sozialdemokratie nicht zu sammeln vermechten, sind die Feinde im Innern stärker denn je geworden. Auch die von den äußeren Feinden drohende Gefahr würde gewachsen und vielleicht zum Kriege ge= führt haben, wenn ebenso ihnen gegenüber das Gebot der Sammlung der nationalen Kräfte nicht befolgt worden wäre. Der Ballantrieg hat erneur, wie im Jahre zuvor die Marokkofrage, das deutsche Volk, das auf des Vaterlandes Boden steht, im einmütigen opferbereiten Willen zur höchsten Wehrhaftigkeit, zur Kriegsbereitschaft feit zusammengeschlossen. Dieser Wille für des Vater= landes Macht und Sicherheit muß noch so weit gesteigert werden, daß er nicht mehr den inneren Feinden gegenüber versagt. Denn diese inneren Feinde sind ja auch Feinde unserer Kriegsbereitschaft, gegen die sich nach wie vor, und zwar im letzten Jahre mit verdop= pelter Anstrengung, Krieg führen. Droht doch die Sozialdemokratie in ihrem Größenwahn mit Revolution, wenn Deutschland gezwungen sein sollte, seine Wehr macht für seine Ehre, seine Größe, seine Zukunft einzusetzen. Durch unglüdliche Kriege, die den nationalen Staaten den Untergang bereiten, hofft die SozialdemoDas Glückskind. Roman von Frene von Hellmuth. ( Nachdruck verboten.) An Roft's Seite ging der Förster, ebenfalls im Sonntagsstaat; den grünen Jägerhut trug er in der Hand, um die reine, köstliche Luft um die Stirne spielen zu lassen. Kein Mensch war froher als er, daß endlich die angebrochenen Festtage der Scheuerei und Puzerei zu Hause ein Ende machten. Die ganze Woche hatte es gedauert und ihn oft genug fast zur Verzweiflung gebracht, so daß er, kaum nach Hause gekommen, sofort wieder nach dem Hute griff und dem recht ungemütlichen Heim den Rücken kehrte. Kein Wunder auch! Der Scheuerbesen ging durch alle Zimmer: er verschonte nicht das kleinste Winkelchen, so daß fast alles aus dem gewohnten Geleise kam, bis endlich am Pfingstfamstag die alte Ordnung und Gemütlichkeit wieder hergestellt war. Das ganze Haus. vom Dachboden bis zum Keller blinkte jetzt in Sauberkeit wie ein Schmuckkästchen, mit seinen blendend weißen, frisch gewaschenen Borhängen, und den blißenden Fensterscheiben. Zufrieden mit ihrem Wert, durchwanderte Frau Therese noch einmal alle die traulichen Gemächer. Im Garten schnitt sie dann große Büschel blühenden Flieders ab, dessen Duft sich mit dem des eben aus dem Ofen tommenden Pfingstfuchens vermischte. Der Flur war mit reinem weißen Sand befireut worden, und vor der Lür hatte man ein paar Maibäume aufgepflanzt. Rost hatte tüchtig mitgeholfen, alles festlich zu schmücken, dafür wurde sie heute morgen von der treu jorgenden Zörſterin mit dem neuen Staat beſchenkt der ganz heimlich nach einem alten Kleide angesigt worden war, und zu des Mädchens großem Jube angegossen paßte. Mit Freudentränen ftel Rö. denn auch der glücklich lächelnden Tante Therese und ie Die Sammlung der nationalen Kräfte zur Erhaltung der deutschen Machtstellung vor Kriegsgefahr und zur Eindämmung der Umsturzbewegung ist des letzten Jahres doppelte Hauptlehre. Wird sie fortan ganz, nicht mehr bloß zur Hälfte, wie bisher, befolgt, so gewährt der Rückblick auf 1912, der zur Verwirklichung des vollen, die nationale Leistungsfähigkeit erschöpfen den Sammlungsgedankens mahnt, einen hoffnungsvollen Ausblick auf 1913. Die Erkenntnis der Vergangen heit ist der Schlüssel der Zukunft. Sammlung, die zu vcllenden der der Sozialdemokratie gegenüber begangene Hauptfehler des Jahres 1912 gebietet, sei also die Schlußrechnung an der Jahreswende, des Newjahres tages Losung. Nicht die bloße Betrachtung, die bei der Vergangenheit verweilt, um nur der Erinnerung zu leben, sendern die Tat, die uns unsere Pflichten als Bürger des Vaterlandes erfüllen läßt, macht das Leben wertvoll und des Unvergänglichen teilhaftig. v. Kiderlen- Wächter+ Alfred v. Kiderlen- Wächter, der deutsche Staatssekre Grade der Leiter der auswärtigen Reichsangelegenheitär des Auswärtigen Amtes, und wohl auch im höheren ist am Montag morgen in seiner württembergischen Heiten als je ein nachgeordneter Reichsbeamter vor ihm, mat, in Stuttgart, unerwartet an Herzschwäche gestorben. Herrn v. Kiderlen- Wächter hat der Tod nach kurSchwester, Freifrau von Hemmingen, überraſcht. zer, wenig beachteter Unpäßlichkeit auf Besuch bei seiner Herr v. Kiderlen- Wächter ist ohne rechten Abschluß eines Werkes gestorben. Und gerade jetzt, da seine gründlichen Balkankenntnisse schwer wogen und schwer zu ersetzen sein werden, da er dem Reiche in schwieriger| Zeit die Wege hätte weisen können, mußte er sterben. Als Vermächtnis, sozusagen, hinterläßt er die Entrevue von Potsdam, deren günstige Folgen auf unser Verhölinis zu. Rußland auch in der Gegenwart doch nicht dem vergnügt schmunzelnden Onkel um den Hals und die beiden Alten blickten mit berechtigtem Stolze auf das wunderliebliche Kind. Bin ich's denn,- bin ich's denn wirklich?“ jubelte das Mädchen, vor dem Spiegel immer wieder den Hut aufprobierend, so daß fast die Zeit zum Kirchgange versäumt wurde. Gern wäre heute auch Frau Therese mitgegangen, allein das nächste Kirchdorf lag über eine Stunde weit entfernt, man brauchte also den ganzen Vormittag, bis man wieder nach Hause kam, und der Festbraten durfte doch ebenfalls nicht vernachlässigt werden. So entschloß sie sich, zu Hause zu bleiben. Als Röschen mit ihrem Begleiter durch das Dorf dem Gotteshause zuschritt, erregten die beiden das Aufsehen der ländlichen Bewohner. Frauen und Mädchen, nicht selten einige junge, stramme Bauernburschen, blickten dem Paare, das nach allen Seiten freundlich grüßend seinen Weg verfolgte, mit unverhohlener Bewunderung nach. Nach beendigtem Gottesdienst ging es wieder durch die vor der Kirche versammelte, gepuzte Menge, die das schöne Mädchen neugierig anstarrte, als sähe sie dieses heute zum ersten Male, und doch war Röschen schon oft hier gewesen, so daß man sie gar wohl tannte. Unter lebhaftem Geplauder wurde der Heimweg zurückgelegt. Die Sonne brannt jezt heiß hernieder, die blauen Glockenblumen zu beiden Seiten des Weges senften wie müde die zarten Köpfchen, selbst das Jubi.Iteren der Vögel war verstummt. Nahe der Steinbant, wo Röschen so gerne saß, fam thnen Waldmann, des Försters Jagdhund, mit freudigem Gebell entgegengesprungen, und blickte mit den kleinen Augen bald das junge Mädchen, bald seinen Herrn an, als wollte er fragen, ob er recht getan. Der Förster lobte das schöne Tier, indem er Iteb= rat in Konstantinopel. Mit dem Regierungsantrit Kaiser Wilhelms 2. trat für ihn eine Wendung ein. Er würde 1888 Vortragender Rat im Auswärtigen Amt. 1908 vertrat Kiderlen- Wächter vorübergehend den Staatsfeiretär des Auswärtigen Amtes. Seit Ende Juni 1910 leitete er das Auswärtige Amt als Nachfolger des Freiherrn v. Schön, der als Botschafter nach Paris ging. Kiderlen hing an seiner schwäbischen Heimat mit grußer Liebe. Wenn er sich von den Geschäften frei machen konnte, reiste er fast stets nach Stuttgart und verbrachte den Urlaub im Hause seiner Schwester, der verwitweten Freifrau von Gemmingen, an der er mit geschwisterlicher Treue hing. Obwohl ihm also die seinen Empfindungen edler Liebe nicht fremd waren, ist er doch Junggeselle geblieben. Die Beerdigung findet in Stuttgart Donners= tag nachmittag 3 Uhr auf dem Pragfriedhof statt. Zur Veisekung trifft der Reichskanzler von Bethmann- Hollweg ein. Stuttgart, 30. Dez. Jm Trauerhause find zafireiche Beileidskundgebungen von Fürsten und Redes gierungen eingetroffen. Das Beileidstelegramm Kaisers an die Schwester des Staatssekretärs, Freifrau v Gemmingen- Guttenberg, hat folgenden Wort= laut: „ Die Nachricht von dem raschen und unerwarte ten Hinscheiden Ihres Bruders erfüllt mich mit tiejer Trauer und trifft mich schwer. Ich beklage den Tod eines der bedeutendsten Männer, dessen Wirken für das Reich so viel zu hoffen blieb. Gott tröste Sie über den Verlust eines geliebten Bruders. W. J. R." Die Nachricht von dem Hinscheiden des Staatssetretärs v. Kiderlen hat in allen ausländischen politischen Kreisen aufrichtige und schmerzliche Teilnahme hervorgerufen. Alle Blätter widmen dem Staatssekretär Nachrufe, in denen sie seines kraftvollen, zielbewußten Wirkens in der Leitung der Politik Deutschlands denken denken Oesterreich Ungarn besonders verliere = tosend das glänzende Fell streichelte; der Hund gab durch Schweifwedeln zu erkennen, daß er seinen Gebieter verstand. Rost Iteß sich ermüdet auf ihrem Lieblingsplatz nieder, und den Kopf an einen Baum lehnend, begann sie bittend:„ Laß mich ein wenig hier ausruhen, Onkel. Ich komme bald nach. Bis zum Mittagessen ist fast noch eine Stunde, also noch viel Zeit." „ Ich weiß schon, Du kannst hier nicht vorübergehen, ohne zu rasten; bleib nur nicht zu lange, Kind, ich gehe derweilen heim, und sehe, was es Gutes zu essen gibt." Damit wollte er wetter gehen, doch Röschen rief ihm nach:„ Hast Du nichts get, Onkel, ist der neue Besizer des Schlößchens drü... schon eingetroffen?" " Ich weiß nichts davon, Roji." ,, Wäre wohl neugierig, wie er aussieht; vielleicht jagt er mich hier fort, wenn er mich sieht; jedenfalls ist es ihm nicht angenehm, wenn jemand seine Einsamteit stört, soll ja ein gar scheuer Vogel sein." „ Aber doch ein herzensguter Mensch, wie sein Diener mir neulich versicherte; na, wir werden ja sehen, also abwarten!" Der Alte nickte seinem Liebling noch einmal zu, dann verfolgte er langsamt seinen Weg weiter, während Waldmann, der, wie der Förster stets sagte, Röschen tief in sein„ Hundeherz" eingeschlossen hatte, bet dem jungen Mädchen zurückblieb und den mächtigen Kopf in deſſen Schoß legte. Eine ganze Wetle faßen sie still, als Röschens Blick zufällig auf die vom Turme des Schlosses wehende Fahne ftel: Aha, der Herr Doktor Gerhard Malljar ſcheint also doch schoren, uturmelte das Mädchen. da zu sein, oder zum mindesten " bald erwartet zu Der Strohhut lag auf der Bant, Röschen hatte ihn der Hize wegen abgenommen.( Fortsetzung folgt.) ge= einen aufrichtigen Freund und treuen und überzeugten Anhänger des Dreibundes. Als aussichtsreichste Anwärter auf die Nachfolger schaft Riderlens werden genannt Graf von Broddorf Nauzau, der jahrelang der erste Attachee der Wiener deutschen Botschaft gewesen, der Botschafter in Ronstan tinepel Freiherr v. Wangenheim und auch Graf Bernstorff, Botschafter in Washington, wird erwähnt. Politische Rundschau. Deutschland. • Neues Palais, 30. Dez. Der Kaiser empfing den russischen Striegsminister Suchom- linow, ber auch zur Frühstücstafel geladen wurde. * Feldmarschall Freiherr v. d. Golk, der 70 Jahre alt wird, wird von seiner Stellung als Inspet teur der 6. Armeedivifion zurüdtreten. * Bum Nachfolger des Ende November nach seiner Heimat Stanton zurüdgefehrten Gesandten Liano Ticheng ift, wie aus Shanghai telegraphiert wird, der Inter ftaatssekretär im Befinger Ministerium des Auswär tigen Jenhuiching zum chinesischen Gesandten in Ber lin ausersehen. Oberstleutnant bon Estorff, Bataillonsfom. mandeur im Grenadier Regiment Nr. 3, wurde zum diensttuenden Flügeladjutanten des Staisers ernannt. Rußland. Am Samstag, bormittage um 11 Uhr, ist die feierliche Grundsteinlegung zu der russischen Stapelle in Leipzig vollzogen worden, die zum Gedächtnis der 22 000 in den Tagen des 16. bs 18. Oftober 1813 gefallenen russischen Strieger errichtet wird. * Der Abg. Werner Gießen richtete eine Anfrage an den Reichstanzler, ob er geneigt sei, Schritte zu tun, um die immer brennender werdende Auslän berfrage an den deutschen Hochschulen und Universitäten im Interesse unseres Volkstums und des geistigen wirtschaftlichen Lebens gesetzlich zu regeln. Drei wei tere Anfragen, wobei sich der Abgeordnete mit schrift. lichen Antworten begnügt, betreffen das Schächten, den Kinderhandel und die Verbreitung jüdischer und juden freundlicher Breßerzeugnisse auf den Bahnhöfen. • Die Konservativen im Wahlkreis Halle a. d. S. haben sich an die Nationalliberalen gewandt mit dem Ersuchen, zur Landtagswahl ein Abkommen auf der Grundlage zu schließen, daß beide Parteien, die in den 90er Jahren stehen, je ein Mandat erhalten. Dte Nationalliberalen lehnten jedoch ein Wahlbündnis ab. Sie wollen das Kartell mit den Freisinnigen, mit denen sie seit zwei Legislaturperioden die beiden Mandate teilen, erneuern. Vom Balkan. Reschid Pascha legte die türkischen Gegen vorschläge vor, die für unannehmbar befunden warden. Es sind folgende: Für die in Dresdener Kreisen wohnenden Polen hat die Regierung trotz des Widerspruchs der Staatsverwaltung wegen der weittragenden Konsequen zen des Gottesdienstes in polnischer Sprache eingeführt. Bom 1. Januar ab wurde ein Raplan verpflichtet, den polnischen Gottesdienst abzuhalten. 1 Tas Wilajet Adrianopel bleibt unter der direk ten Verwaltung der Türkei. bereitungen hierzu alsbald in Angriff zu nehmen. Etne Verlängerung des gefeßlich festgelegten Termins( 1. Oftober 1913) findet nicht statt, auch fann nach dieser Frist feine Befreiung von dem Nachweis der Gesellenprüfung Handwerkern die Ablegung der Prüfung zu den erleicherfolgen. Um nun einer möglichst großen Anzahl von terten Bestimmungen zu ermöglichen, findet bereits im fommenden Frühjahr eine außerterminliche Meisterprüfung statt. Die Prüfungsgebühr von 35 Mart ist an die Handwerkskammer zu Darmstadt, Georgenstraße 9, einzusenden, das den Prüflingen hierauf zugehende Anmeldeformular ist mit den darin verzeichneten Unter= lagen dem Vorsitzenden der zuständigen Meisterprüfungsfommission zuzustellen. Näherer Termin über den Tages presse und im Gewerbeblatt rechtzeitig bekannt gegeben. 2. Mazedonien wird in ein Fürstentum umge- Schluß der Anmeldungen zu dieser Prüfung wird in der wendelt mit Saloniti als Hauptstadi und steht unter der Souveränität des Sultans, jedoch unter einem von den Ballanverbündeten gewählten Fürsten, den der Sultan ernennt. Der Fürst soll Protestant und ous einem neutralen Staat sein. 3. 2lbanien wird autonom unter der Souveränität des Sultans und unter einem Fürsten aus der taiserlichen ottomanischen Familie, der für 5 Jahre gewählt wird mit der Möglichkeit der Wiederwahl. 4. Alle egäischen Inseln bleiben türkisch. 5. Die fretische Frage wird von der Konferenz nicht behandelt, sondern zwischen der Türkei und den Großmächten geregelt. be n Gießen. Sonntag vormittag wurde auf dem hicfiger Rangierbahnhof der 32 Jahre alte Rangierer Weber aus Leihgestern überfahren und sofort getötet. ein o Buzbach, 30. Dez. Der Friedberger Bomber: attentäter, der befanntlich zu lebenslänglichem Zuchthans verurteilt worden ist, versuchte aus dem Zuchthaus in Marienschloß auszubrechen. Er hatte bereits großes Loch in die Zellenwand gebrochen, als er von seinen Wärter überrascht wurde. ):( Relsterbach. Auf der Jagd erschossen wurde der Taglöhner Engelbert Saeng in Hirschhorn durch den Jagdpächter P. Strazz aus Nonnebach, der, in der Meinung, auf ein Reh zu schießen, den im Gebüsch sitzenden Saeng traf. ):( Aus dem Ried. Die Hasenfelle sind zur Zeit ein sehr gesuchter Artikel und werden infolgedessen ntit Preisen bezahlt, wie dies noch niemals der Fall war; denn während solche noch vor 5 Jahren nur mit 1913 Konstantinopel, 30. Dez. Nach langen Beratungen beschloß der Ministerrat nachts, den türkischen Bevollmächtigten in London neue Instruktionen telegraphisch zugehen zu lassen. In amtlichen Kreisen wird über die Instruktionen strengstes Stillschweigen, gewahrt. Es verlautet, daß darin gesagt wird, daß der Besiz des Vilajets Adrianopel für die Verteidig: 30-40 Bfg. pro Stüd bewertet wurden, stiegen solche una Ronstantinopels unumgänglich notwendig sei und die Pforte sich verpflichte, auf diesem Punkte zu stehen, und wenn Bulgarien darin nachgebe, sei die Pfeure bereit, ihm Rompensationen in den westlich des Vilajets Adrianopel gelegenen Gebieten zu bewilligen. Was die Inseln anbelange, lasse die Pforte keine Disfussion betr. der Inseln zu, die den Eingang der Dardanellen beherrschen. Betreffs der anderen Inseln sei die Pforte zu einer Verständigung bereit auf der Grundlage der Regierungsform in Samos. Die Frage der von Italien besetzten Inseln sei lediglich zwischen der ferte und Italien zu verhandeln. Kreta bilde nicht der Gegenstand des gegenwärtigen Krieges. Die fre tijde Frage werde zwischen der Pforte und den Großmächten verhandelt. ::: Breslau, 30. Dez. Die hiefigen Behörden sind einer wohlorganisierten Bande von Spionen auf die Spur gekommen, die in russischen Diensten stehen und einander systematisch in die Hände arbeiten. Ungefähr 30 Personen Männer und Frauen, Deutsche und Russen sind verhaftet worden. - Oesterreich. Wien, 30. Dez. In diplomatischen Kreisen nimmt man an, daß troß allem ein neuer bulgarisch türkischer Krieg höchst unwahrscheinlich sei. * Der Realschulprofessor Franz Stemony Budapest, der der Berner Friedenskommission angehört, hat bei der Stockholmer Nobelpreiskommission den Antrag ge stellt, dem Kaiser Franz Josef für das Jahr 1913, in Anerkennung seiner großen Verdienste um die Auf rechterhaltung des Friedens, den Friedenspreis zu verleihen. Das Glückskind. Roman von Irene von Hellmuth. Konstantinopel, 30. Dezember. Es verlautet, der Rat der Generäle gab ein Gutachten ab, das Heer sei friegsbereit. Die Verantwortung für die Fortsetzung des Krieges müsse der Regierung übericffen bleiben. ( Nachdruck verboten.) Plötzlich bemerkte sie dritben auf dem See etwas, das sich hin und berbewegte, fonnte jedoch nicht unterscheiden, was das war. Eilig nåber fommend, sab sie, daß es ein nagelneuer Rabn war, den eine Rette am Ufer festbielt. Ach, da könnte ich ja wirklich einmal Wasserroſen baben, so viel ich wollte. Ob ich es wohl wagen darf?" flüsterten die frischen Lippen. Aus Stadt und Land. Freiwillige für das 18. Armeefoirs. Vom 7. Januar 1913 ab tönnen sich Leute, die im Jahre 1913 bei einem Truppenreil des 18. Armeeforps als Freiwillige eintreten wollen, an jedem Dienstag bis 10 Uhr vormittags unter Vorlage der vorgeschriebenen Papiere in den Kasernen der betreffenden Truppenteile zur ärztlichen Untersuchung melden. Nach kurzem Besinnen und nachdem Röschen sich überzeugt, daß niemand es sab, stieg sie flink in das Fleine, schwankende Fahrzeug, und bald war eine ganze Menge der aarten Blumen, die bier die Oberfläche des Sees fast ganz bedeckten, gepflückt. Damit febrte das Mädchen zu dem eben verlassenen Blaze zurück, und begann einen Kranz zu winden, den es sich, ein Liedchen trällernd, auf das braune Gelock setzte. Waldmann ließ einen fnurrenden Ton hören, und Rosi unterbrach den Gesang, indem sie dem Hunde mit dem Finger drobte: Was brummst Du denn, Du alter, mitrrischer Gesell, Du? Möchtest wohl auch einen schö nen Krana baben, ja? Das schickt sich nicht für Hunde, Du wirdest rein ausgelacht werden." Wieder begann Röschen zu singen, mit ihrer glof. fenreinen Stimme: -ht Meister prüfung 1913. Es sei hier mit nochmals darauf hingewiesen, daß nur noch bis zuni 1. Oftober 1913 die Meisterprüfung ohne Nachweis der bestandenen Gesellenprüfung abgelegt werden fann. Alle diejenigen, die eine ordnungsmäßige Lehrzeit zurückgelegt und genügende Zeit als Geselle tätig gewesen sind, aber seither noch mit Ablegung der Meisterprüfung gezögert haben, seien ermahnt, die VorWenn der Frühling kommt und von den Bergen schaut, Wenn der Schnee tm Tal und von den Wiesen taut, Wenn die Bächlein quellen und die Knospen schwellen, Wird im Hera n mir die Sehnsucht laut". Waldmann begann jetzt beftig zu bellen, und da Das Mädchen sich nicht denken konnte, was den Hund dazu beweg, wandte es suchend den Kopf nach allen Betten. Doch plögiich zuckte ein jäher Schreck über das schöne Gesicht. Dicht hinter der Bank befand sich ein fast undurchdringliches Gebüsch von Haselnußsträuchern, und über demselben tauchte das gebräunte Gesicht eines Mannes empor, dessen schwarze Augen unverwandt zu ihr berüberstarrteat. Es lag etwas Zwingendes, etwas Unbefinierbares in diesem Blick.. In dem ganzen Antlitz, über dessen edler, hoher Stirn schwarze Locken sich fräufelten, schienen nur die Augen zu leben, so unbeweglich wie aus Stein gemei Belt waren die Züge. Sekundenlang verharrte Röschen wie gelähmt an demselben Plate, und dann flob sie wie ein gebeiztes Reb mit flinken Füßen, faum den Boden berührend, in der Richtung nach dem Forsthause zu. Ein wehmütiges düsteres Lächeln schwebte um den bärtigen Mund des zurückbleibenden Mannes, der Blick suchte den Boden, wo eine Weinflasche lag, die er vorbin bei dem hastigen Aufspringen umgestoßen haben mochte. Der duftige Inhalt derselben floß über das Moos, das selbe rot färbend. Dicht daneben befand sich ein silberner Trinkbecher, sowie ein Buch in rotem Prachtband. - ArmeKleine," flüsterte er dabei, nun babe ich Dich wohl für immer von diesem Plätzchen verscheucht; wie leid mir das tut! Ja, mir geht es wie der Fleder maus; ich bin wohl zu häßlich und zu scheu,- mit mir will niemand umgehen, was hilft mir mein Reichtum und mein Besitz!-D, tönnt ich noch einmal glüc lich und froh werden, so frob wte fenes Mädchen, dessen Gefang mir eine wunderbare Welt erschloß, tch gebe willig alles, alles dafür bin. Aber Jugend und Frobsinn flieht mich- ith bin ärmer als ein Bettler!" - Röschen war nabe am Forsthause angelangt, als fte endlich in ihrem elligen Bauf innehtelt. Es tam thr erst jetzt zum vollen Bewußtsein, wie töricht und bis fre fich benommen batte 38 FABRIK ANSICHT Glück sei Dein Begleiter! Rauche fröhlich weiter SALEM ALEIKUM SALEM GOLD Cigaretten Oriental Tabak- u. Cidareffen- Fabrik Yenidze Dresden ( Goldmundstück) Breife Fellden mit s Dar Großindustrie mit Gas au leitung zu v mit einer an Bahnen der abfi Ben, di ragreich fin schaft aus Breisgau, S genwärtig i Effener Str tierenden W Sesellschaft ):( Ke gen Runitie weld em ha junger Bur päditüde d nationalen ):( 50 Eilenbahnreg daten find fonvoleszente daten gest ::: Jm baut wur Leipziger G Mort gefta nt. T and die J Jnh Hugo Zietz Hoflieferant S.Md. Königs v. Sachsen GOOG V Am bellen Tag vor einem allerdings mertwürdig aussehen. Wann davonzulaufen, wie ein fleines Schulmädchen, das war wirklich albern. Die Schamröte stieg ihr in das Gesicht bei der Erinnerung, wie tindisch sie sich benommen hatte. Und wie sollte es ihr gelingen, sich jenem Manne gegenüber zu rechtfertigen? Was mußte er von ihr denfen? Und wenn es, wie sie leicht vermuten fonnte, der neue Besizer des Seeschlößchens war, so wurde die Sache dadurch nicht besser, im Gegenteil, denn er hatte doch offenbar nicht nur ihre Aeußerungen, die sie vorhin gegen den Onkel ausgesprochen, mit angehört, sondern auch gesehen, wie sie die Seerosen einfach wegnahm, als wären dieselben ihr Eigentum. Der Kranz lag noch immer in ihren Haaren, die Locken hielten ihn fest. Blöglich gewahrte Röschen mit fäbem Schreck, daß der neue Hut bei der eiligen Flucht auf der Bank tegen geblieben war. Haftig eilte sie zurüd, doch peinlich berührt stand das junge Mädchen still, als es wieder an den Ort fam, zu dem es wie von einer unsichtbaren Gewalt gezogen wurde. Auf der Bank saß der Fremde, vor dem Noft vorhin gefloben. Er hielt ihren Hut in der Hand, faft zärt lich strichen die Finger über die Blüten bin. Schon wollte sie umkehren, da schaute er auf und gewahrte thr Zögern. In diesem Blick lag so viel Trauer, fo viel Wehmut, daß Röschen unwillkürlich etwas wie Mitleid mit dem einsamen Manne dort empfand und sich zur Freundlichkeit zwingend, thre Scheu mutig bes tämpfte und rasch näher kam. Die Augen voll au ihm aufschlagend, rebete sie ben fremden Mann an, der verwundert bem bestridenden Klang ihrer Stimme lauschte: Ich muß um Entschul bigung bitten, mein Herr, wegen meines- ungescht ten Benehmens von vorhin das ich aufrichtig bey baure and we (& orts. folgt.) - if eine recht mal mil eine fann davon Hausmittelche da nidit viel Erfältungshu gen von felb harmlose Mitt eines chronisa den Hustens, Reim eines v dert eine gan mit wesentli den Feind f Juchen und i Als eines bronijd gemo ben wie: alte Bronchialfa Von den berüh im gongen D Baljani, der landern des r Diefer berühm dedung Ameri men Baljam Alteren Literat Wen Werten, evento mie bie auj en Speiln das D ber das Hammi nam nehmen. Etne Termins( 1. D nach dieser Frist Sefellenprüfung 1 Anzahl von zu den erleichDet bereits im e Meisterprüf Mart ist an eorgenstraße 9, zugehende Anneten Unter= Meisterprüf min über den ng wird in der tig bekannt gewurde auf dem alte Rangierer en und sofort dberger Bomnglichem Zucht dem Zuchthaus, te bereits ein chen, als er von erschossen wurde Hirschhorn durch bach, der, in der im Gebüsch sitzenfelle sind zur Den infolgedessen iemals der Fall Jahren nur mit en, stiegen folde tm Preise jährlich, so daß dieses Jahr die einzelnen Felldien mit 1.30-1.40 Mart bezahlt wurden. stellung. Die Bestrebungen weiter Kreise, Leibes= übungen aller Art zu pflegen und somit zu einer Kräfs Darmstadt. Nachdem die Absicht des Essenertigung unseres Volkes beizutragen, finden überall lebGreßindustriellen Hugo Stinnes, die Stadt Mannheim hasten Widerhall. Es regt sich an allen Eden und Enmit Gas aus einer von ihm zu erbauenden Gasfern den, man wendet große Summen auf, um Sportplatzleitung zu versorgen, gescheitert ist, trägt Stinnes sich Baufach- Ausstellung feinen Sportbetrieb geben, aber mit einer anderen großzügigen Jdee. Er will von den Anhänger für die Sache zu erwerben. Deshalb glaubte Bahnen der Süddeutschen Eisenbahngesellschaft alle die stellung nicht an diesem wichtigen Gebiete vorüber absiißen, die ihm nach seinen Wünschen zu wenig er- auf der Internationalen Baufach- Au s= pragreich sind und dann den Sitz der ganzen Gesellaniagen, Turnhallen 2c. zu schaffen und immer mehr Idhajl aus Dellen verlegen. Weit Freiburg im dafür werden einmal in geſchloſſener Form die BeziehBreisgau, Karlsruhe und Mainz steht er deshalb ge= genwärtig in Verhandlungen. Behalten will er nur die Eisener Straßenbahnen und die jetzt ebenfalls gut rentierenden Wiesbadener Straßenbahnen. Der Sitz der Gesellschaft soll dann Düsseldorf werden. ):( Kelsterbach a. M., 30. Dez. In der hiesigen Kunstseide- Fabrik wurde ein Einbruch verübt, bli weld em hauptsächlich Platintiegel gestohlen wurden. Ein junger Bursche wurde verhaftet, dessen mitgeführte Gepäckstücke darauf schließen ließen, daß er einer inter= nationalen Einbrecherbande angehört. ):( Hanau. Die Zahl der Typhuskranken beim Eilenbahnregiment ist auf 202 zurüdgegangen. 10 SolSaten sind sehr schwer frank; 31 befinden sich als Refonvaleszenten im Hilfslazarett. Bisher sind 7 Soldaten gestorben. ::: Jm Kassenraume der Leipziger Reichsbaut wurden Montag früh dem Kassenboten einer Leipziger Speditionsfirma aus seiner Rodtasche 9100 Mort gestohlen. nt. Vermischtes. Turn, Spiel und Sportwesen auch die Internationale Baufach- Aus= | gehen zu dürfen. Allerdings wird es auf der Leipziger allen möglichen Geräten und Sportartikeln einnehmen; ungen des Sportes und Turnens zum Bauwesen dargelegt werden. Diese Beziehungen sind gar vielfacher Natur Es werden Modelle von Sportplatz- Anlagen, Klubhousern, Schießständen, Rennbahnen, Rodelbah nen, Radrennbahnen gezeigt werden und zwar in ihrer velltemmensten Ausführung. Den größten Raum diefer Ausstellung wird ein internationaler Wettbewerb in Schlitt- und Rollschuhe, Luftschiffe, Flugmaschinen, Fahr räder, Automobile, Billards, Regelbahnen 2c. sehen. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde in Gießen. Dienstag, den 31. Dezember, Sylvester. In der Stadtkirche. Abends 6 Uhr: Pfarrer D. Schlosser. 201 In der Johanneskirche. Abends 8 Uhr: Pfarrer Ausfiles firche. Mittwoch, den 1. Januar, Neujahr. Kollekte für die Armen. In der Stadtkirche. Vorm. 9 Uhr: Pfarrer Schwabe. Abends 5 Uhr: Siehe Johanneskirche. In der Johanneskirche. Vormittags 9½ Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Abends 5 Uhr: Pfarrer Ausfeld. Katholische Gemeinde in Gießen. Dienstag, den 31. Dezember. Nachm. um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegen- heit zur hl. Beicht. Nachm. um 5% Uhr ist Predigt, Andacht mit Segen 5½ Mittwoch, d! n 1. Januar. Fest der Beschneidung des Herrn. Vorm. 6% Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Vorm. 7 Uhr: Die erste hl. Messe. Vorm. 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. Vorm. 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Vorm. 11 Uhr: Hl. Messe mit Predigt. Militärgottesdienst. Nachm. um 2½ Uhr: Fest- Andacht mit Segen. Abends um 8½ Uhr: Abendunterhaltung der katholisch. Gemeinde. Freitag vormittag um 8 Uhr ist Segensmesse. Salit das Einreibemittel Rheumatische Schmerzen. Reissen, Hexenschuss. In Apotheken Flasche M 1,30. 13 pilert veiter KUM oldmundsfuck igaretten Hugo Zietz eferant& Md. gs v Sachsen Drucksachen für Behörden Formulare, tabellarische Arbeiten, Voranschläge, Mahn- u. Steuerzettel Quittungen, Berichtsbogen etc. etc. Jahresberichte And schnell und billig. Drucksachen für Geschäftsbedarf wie: Briefbogen, Geschäftskarten Kuverts Rechnungen Avise, Mitteilungen, Postkarten, Notas etc. Albin Klein, Giessen Seltersweg 83. 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Jeder, der schon einmal mit einem hartnädigen Katarrh zu kämpfen hatte, fann davon ein Lied singen. Mit den gewöhnlichen Hausmittelchen, wie Husten- Bonbons und Pastillen ist da nicht viel anzufangen. Bei einem einfachen kleinen Erkältungshusten, der sowieso schon nach wenigen Tagen von selbst zu verschwinden pflegt, mögen derartige harmlose Mittel ja ganz gut sein. Aber die Beseitigung eines chronisch gewordenen, alten, immer wiederkehren den Hustens, der bei dazu Disponierten gar oft den Keim eines viel schlimmeren Uebels in sich trägt, erforderr eine ganz andere Aufmerksamkeit und muß auch mit wesentlich ernsteren Mitteln behandelt werden, die den Feind sozusagen im Innern seines Lagers aufsuchen und ihn dann„ von innen heraus" vertreiben. Als eines der besten Mittel zur Beseitigung derartig hronisch gewordener Katarrhe mit ihren Folgezuständen wie: alter Husten, Verschleimung, Asthma, Bronchialkatarrh, Lungenspißenkatarrh usw. gal schon den berühmten Ärzten des Altertums und gilt noch heute im ganzen Orient der sogenannte Arabische oder Balsani, der naturreine Harzsaft eines in den Küstenländern des roten Meeres wachsenden Balsambaumes. Dieser berühmte Arabische Balsam war bis zur Enteinzige Droge, der man den SaUtu men„ Balsam" gab, und es beziehen sich daher alle älteren Literaturangaben in wissenschaftlichen medizinischen Werken, in denen von„ Balsam" die Rede ist, ebenso wie die zahlreichen Hinweise der Heiligen Schrift auf den Heilwert des„ Balsams", nur auf ihn. Schon das Wort„ Balſam“ zeigt uns die Wertschäßung, in der das Mittel im Altertum stand: das Wort„ Balsam stammt nämlich aus dem Alt- Hebräischen und heißt soviel wie„ König der Dele". Erst später kamen aus dem neuentdeckten Amerika weitere Balsamarten, wie z. B. der Perubalsam usw., nach Europa, und noch später belegte man sogar eine Anzahl künstlich hergestellter balsamähnlicher Erzeugnisse mit diesem Namen, der aber schen oder Utu- Balsam zusteht. von Rechts und Gerechtigkeits wegen nur dem ArabiDaß sich dieser echte Arabische Balsam bisher noch nicht in unserem Heilschaz eingebürgert hat, lag an seiner großen Seltenheit und dem dadurch hervorgerufenen, ganz ungeheuer hohen Preise, der Jahrhunderte hindurch sogar den Preis des Goldes um das Doppelte überstieg. Die Schwierigkeiten der Beschaffung des echten Arabischen Balsams sind indessen seit einigen Jahren durch die Entdeckung größerer Produktionsgebiete behoben, und heute sind wir, die sich mit der Einfuhr des berühmten Heilmittels seit einer Reihe von Jahren befasten, in der Lage, dasselbe schon zu einem Preise in der Verkehr zu bringen, der seine Anwendung Minderbemittelten ermöglicht. Seit wir den echten Arabischen Balsam vor einer Reihe von Jahren in den Handel gebracht haben, hatten zahlreiche Patienten Gelegenheit, denselben zu versuchen, und heute liegen uns schon Tausende von Briefen usw. vor, die ganz unverlangt bei uns nicht nur von Laien, sondern auch von Aerzten, eingelaufen sind und in denen uns von den gehabten ausgezeichncten Erfolgen berichtet wird. Die Wirkungen des echten Arabischen oder Utu- Balsams, von dem wenige Tropfen pro Tag genügen, sind in Kürze folgende: Der Valjam macht den Auswurf flüssig und vermindert ihn. Insclgedessen hört schon nach verhältnismäßig kurzer Zeit der lästige Hustenreiz und damit auch der Husten auf. Infolge der Entfernung der in dem Auswurf enthaltenen Zerfallprodukte tritt da, wo Fieber vorhanden war, eine Abnahme des Fiebers ein. Aus demselben Grunde vermindern sich auch die Nachtschweiße, die mit 1 GOOOO und der Zeit ganz aufhören. Ein gesunder Nachtich damit eine Besserung des Allgemeinbefindens pflegt einzutreten. Außerdem wirkt der Utu- Balsam magenstärkend und appetitanregend und bedingt hierdurch eine Ge= größere Nahrungszufuhr und dadurch auch eine | wichtszunahme. Der Patient bekommt durch das Verschwinden der katarrhalischen Erscheinungen und durch die Besserung seines Aligemein- Befindens wieder neuen Lebensmut und größere Lust und Ausdauer zur Arbeii. Wer auch noch so viele andere Mittel bisher ohne Erfcle benützt hat, der möge trotzdem einmal in seinem eigenen Interesse einen fleinen Versuch auch mit UtuBalsam machen. Er wird von der Wirkung des Mittels überrascht sein und den kleinen Versuch so leicht nich! bereuen. Wir versenden kostenlos u. franko eine Probe des Balsams an jeden, der uns den hier angehängten Bestellzettel ausgefüllt einsendet und ihm 20 Bfg. für Porto usw. beifügt. Den Herren Aerzten stellen wir zu Versuchszwecken ein größeres Quantum des Balsams fostenfrei zur Verfügung. Morgenländische Drogen Import: Gesellschaft Berlin W. 15. 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