üchtige, fraftig und Schleppe gutem Lobn Gießener Zeitung Saft legand Obertesterwal Derfoönlich an # 24. April, Uhr bis 8 U Binneder. Rolba Bezugspreis 40 Pfg. monatlich - ( Neueste Nachrichten) ertelfährlich 1,20 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den ZweigErscheint ausgabestellen vierteljährlich 90 Pfg. Mittwochs und Samstags. Redaktion: SeltersDeg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung iicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. - Nr. 34. Telephon: Nr. 362. Reichstag. Berlin, 24. April 1912. Das Haus setzte am Mittwoch die Beratung der Behr und Dedungsvorlagen fort. Abg. Dr. Gradhnen. Det ben Sonservativen vor, daß ihnen asuftraße 4 groke ram bestie Baterlandsliebe nur ein Geschäft sei. Seine Partei Sarte auf eine Völkerverständigung. Am Schlusse seiner 3immer we stündigen Rede forderte Redner die Herabsetzung er Kavalleriedienstzeit. Abg. Erzberger( 3tr.) hielt die Bellrvorlagen für durchaus berechtigt. Deutschlands lierte Zimmaſtellung müsse gesichert werden. Die Verweisung er Vorlagen an zwei verschiedene Kommissionen geihrde die Verabschiedung vor oder unmittelbar nach Nordaulage zfingsten. Staatssekretär Wermuth gehe in seinem bearten Aufsatze über die 1909 vereinbarten finanzpolischen Grundsätze hinaus. Das Zentrum wolle an dieEinfach Zimm Grundsägen festhalten und ohne Not nicht neue Schotthsteuern schaffen. Preußischer Kriegsminister Freiherr tt danke ich on Heeringen erwiderte auf eine gegen das Duell geicht de Aeußerung des Vorredners, die kaiserliche KaApoline tsorder fage keineswegs, daß ein Herr, der sich Salbe, ble fides religiösen Gründen nicht duellieren wolle, unwürbeport bati ei, Offizier zu werden, aber der Betreffende passe Ihnen nochmals die Verhältnisse nicht mehr hinein. Abg. Dr. Pasche 2' natll.) erwiderte, mit dieser Aeußerung habe der Mibochachtung ister sich vom Empfinden des Volkes weit entfernt. Wwe. H. bewährt hat. Dant entgegenbet , 1./11. 1905. Salbe wird mit den, Flechten vardt, if in Berlin, 25. April 1912. Der Reichstag setzte am Donnerstag die Beratung 7.2.25 in ben ter Wehrvorlagen fort. Abg. Hausmann( f. Vp.) benur echt in onte die Pflicht, Deutschland vor dem Unglüc eines Welnböbla- iropäischen Krieges zu bewahren. Jm Militärverband grün- rot und en welke ma Samstags liegt für die Stadtabonnenten der Illustrierte Wochen- Anzeiger gratis bei. Expedition: Seltersweg 83. Samstag, den 27. April 1912. Notwendiger als Militärvorlagen sei die Veteranenfürsorge, Erhöhung der Mannschaftslöhnung. Unter groBer Spannung des Hauses erklärte hierauf Abg. Spahn ( 3tr.), daß seine politischen Freunde gegen die AeuBerungen des Kriegsministers vom Mittwoch über das Duell protestieren auf Grund ihrer religiösen Ueberzeugungen. Aus dem Offizierkorps werde also der ausgeschlossen, der dem Gesetze Achtung erweise. Nach kurzen Bemerkungen des Abg. Schweichardt( fortschr.) gegen das Branntweinsteuergesetz betonte Abg. Graf v. Posadowsky( b. t. Fr.) die Notwendigkeit der Vorlagen im Hinblick auf die Weltlage. Politische Rundschau. Deutschland. Der Reichskanzler empfing Donnerstag nachmittag den Botschafter Grafen Wolff- Metternich. * Dresden. Am 3. Mai trifft der Staatssekretär des Aeußeren v. Kiderlen- Wächter hier ein, um dem Könige von Sachsen seine Aufwartung zu machen. Braunschweig. Der Herzog- Regent hat ein Frauendienstkreuz in zwei klassen in Gold und Silber gestiftet. Der Seniorenkonvent des Reichstages tam überein, in den nächsten Tagen den Etat der Reichs eisenbahnen und den Kolonial- Etat zu be raten. Folgen sollen die von der Geschäftsordnungsfommission beschlossenen Anträge über fleine Anfragen und Petitionen. Die Budgetfommission des Reichstages wird in ihrer nächsten Sizung am Dienstag mit der GeneralDer hüss für die innere Ueberzeugung Raum geschaffen| debatte der Wehr vorlage beginnen. erden. Staatssekretär v. Tirpitz beanspruchte für den lottenverein die Anerkennung, daß er das Volk über ie Seeintereffen aufgeklärt habe. Er, Redner, habe inen Einfluß auf den Flottenverein. Abg. v. Liebert Rp. erklärte, daß die Wehrvorlagen eigentlich schon mzten Herbst hätten kommen müssen. Die allgemeine Behrpflicht müsse rücksichtslos durchgeführt werden. eute mit fleinen Fehlern dürften nicht mehr militärfrei erden. Wer die Vorlagen bewillige, diene dem Friedart haben, seen, wer sie ablehne, stärke die Angriffslust der Gegner. bg. Colshorn( Welfe) sprach sich gegen jede Flottenermehrung aus. Sollte die Linke die Erbschaftssteuer Die Deckung hineinschmuggeln, so würden seine reunde gegen die Wehrvorlagen stimmen. Abg. Wurm 503) bezeichnete das Branntweinsteuergesetz als das onröseste Gesetz, das jemals gemacht worden sei. urd die Liebesgaben seien 1100 Millionen von den ermuten der Armen den Großbrennern zugeflossen. Die Budgetkommission des Reichstages nahm bei der Beratung des Etats für Südwest afrika einen fortschrittlichen Antrag auf Verleihung einer Verfassung und des Wahlrechts für die weiße Bevölkerung in Südwest- Afrika an. Staatssekretär erklärte, die Kolonialverwaltung werde sich an der Ausarbeitung eines Kompetenzgesetzes gern beteiligen. Die englischen Kolonien hätten eine Konstitution mit Festlegung der Rechte des Königs, des Gouverneurs, der Beamten usw. Dasselbe sei für unsere Kolonien erstrebenswert. lung aufzubewa Unsere Kollektion für Damenkleider enthält Muster von schwarzen und farbigen, SHUR. Strutapluto Cena oden und Jagdleinen, wollenen Kleiderstoffen Blusen- und Ballkleiderstoffen, albtuchen, Damentuchen, farbig, Paletotstoffen, Loden, glatt und bedruckt Manschester, Wasch- und Wasch und wollenen Westen usw. Strickwollen usw. uns, Unser Musterbuch für Auss at Muster von welßen B 5 vaud P er- Artikel riin- Lichten Unter Feinden. Roman von Karl Matthtas. ( Nachdruck verboten.) Begen Abend kam der Gärtner aus der Stadt zu.. Er war ganz niedergedrückt von all den Gräueln, ie er hatte sehen müssen. Die alten Beine wollten ihn aum die Treppe emportragen, als er seiner Herrin Beicht abzustatten ging. Der gnädige Herr tommt nicht," sagte er, fich athern auf einen Stuhl niederlaffend, er bleibt bei fel em Worte. So lange die Pruffiens in meinem danfe Ind., feze ich feinen Fuß über die Schwelle, und anh päter wrde ich es mir überlegen," lagte er. Sie haben heim Haus befidelt, beschimpft durch ihre Gegenwart." Unverföhnlich, ich wußte es," feufzte die alte Dame. Bebe Befehle hat mein Bruder für uns?" Gar feine, gnädige Frau. Herr Bourlier sehien eb nicht zu wissen, was für Sie am besten fet. Gr bted Shnen schreiben." Sie fanden den Herrn in der Rue d'Espagne?" Jawohl, auch den Sarg des Herrn Leutnants. ber der war schon geschloffen, ich habe den Toten nicht neb gefehen, und ich glaube auch nicht, daß der gräige berr thn mir gezeigt hätte. Er begleitete mich bis m Vorgärtchen und schloß hinter mir die Türe. Go heb er dort mit der Leiche ganz allein." Mein armer, armer Bruder," tlagte Frau Nateindes ihre Nichte bet Laurence's Erzählung letse vor chinfachate.„ Wir dürfen thn nicht allein laffen. Benn er uns auch nicht rust, es ist unsere Pflicht, an maurtickaufehren, alles andere tritt darliber in c Ditargrund." Du metaft Me Kanew?" mchule Defiree abneg on von Xavandal wichte und wandte hich heran. me Benisenbait an Berlin, 26. April. Gegen die Wehr. vorlagen wurde gestern von Anhängern der So. zialdemokratie in sieben nicht allzu stark besuchten Versammlungen in Berlin Protest erhoben. Der Finanz- Ausschuß der hessischen Zweiten Kammer der Stände wird am nächsten Diens„ Suchen Sie einen Wagen aufzutreiben, der uns morgen, spätestens übermorgen nach Sedan bringen tann." Laurence versprach, sein Möglichstes zu tun und ver abschiedete sich. Die Damen blieben schweigend zurück. Eine jede hing ihren Gedanken nach, die bet Desiree die trübsten waren, während Frau Nataly eine gewisse Befriedigung fühlte. So wurden die Schwierigkeiten mit einem Male gelöst. Die Kleine scheidet von hier, ohne eine Ahnung von der unheilvollen Nähe thres Verlobben zu haben, und auch Jean, mein Bruder, wird ihn nicht sehen, da er sich verschworen hat, nicht hierher zu rückzukehren. Aber sie selbst wollte den Mann, dessen Geschick thr mehr an das Herz gewachsen war, als sie sich augestchen wollte, noch einmal sehen. „ Ich will dem Oberarzt meinen Entschluß mittetten, sprach sie zu Defiree.„ Bletbe hier, fchließe Dich ein; ich bin in einer Viertelstunde zurücd." Desiree nickte zustimmend und tat nach der Lante Willen. Aber kaum hatte sich diese entfernt, da klopfte es an die Tür. „ Ich bin es, der alte Laurence!" rief es durch das Schlüsselloch. Ich habe nur eine Frage. Bitte, Fräus Letnchen, machen Sie auf." Das Mädchen öffnete sofort Es war froh, daß der te gekommen war. In der Halbfinsteren Mansarde war es gar zu schauerlich, so ganz allein. " Was bringen Sie, lieber Laurence?" fragte De#ree, dem Alten einen Sessel hinschiebend. Nein, nein, laffen Sie nur," wehrte diefer beschet Ben ab. Ich gebe gleich wieder, gnädiges Fräuleinchen. Was ich fragen mollte, darf es denn ein Letterwagen aur Fahrt nach Sedan sein? Den hab' ich im Schuppen, mud ein Pferd kriege ich schon." Mix i der Wagen recht an. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 20 pfg. Die die 44 mm breite Inseratenzeile. 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pfg. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Druck der Gießener Verlagsdruckerei. Telephon Nr.: 362. 24. Jahrg. | tag, den 30. April, vormittags 10 Uhr, zu einer Sitzung zusammentreten. Dem Vernehmen nach handelt es sich hierbei um die Vorberatung der Beamten= Der Finanz- Ausschuß besoldungs- Reform. wird wahrscheinlich beantragen, die ganze Gesetzesvor= lage der Regierung zur nochmaligen Prüfung und Umgestaltung zurückzureichen. Dabei soll der Wunsch zum Ausdruck gebracht werden, der gesamten Beamten- und Lehrerschaft durch Gewährung einer prozentualen Teurungs- Zulage für das Jahr 1912 eine möglichst schnelle und finanzielle Besserstellung zu verschaffen. Auch die in Aussicht gestellte Sonderbelastung der Gemeinden durch die Ausbesserung der Lehrergehälter, sowie die 5- prozentige Steuererhöhung dürfte im Finanz- Ausschuß auf starken Widerstand stoßen. Ein Antrag des Abg. Schönberger fordert die Uebernahme der persönlichen Volksschullasten auf den Staat, dahingehend, daß diese Mehrkosten von den einzelnen Gemeinden nach der Grundlage der staatlichen Leistungen alljährlich in vier Zielen als Schulsteuer zu erheben und an die Staatskasse zu be= entrichten sind. Eine weitere Regierungsvorlage trifft den Verkauf des fiskalischen Hofgutes Neu- Ulrichstein, das bisher an den Hess. Nassauischen Verein für Arbeitslose verpachtet war und auf Ansuchen des Vereins für 115 000 Mark an denselben verkauft werden foll. * Die hessische 3 weite Kammer der Stände tritt am Dienstag, den 7. Mai, vormittags 10 Uhr, zu ihrer 29. Sizung zusammen. Kathreiners Malzlaffen ist für ein Kinderstube lefonines nourholl. alms Gehalt mouht' 6! Bie gut Ste sind, Alter, baß Sie sich so um uns mühen." O, das ist mir ja das größte Bergnügen in dieser elenden Zeit, Fräuleinchen," versicherte er.„ Ich wollte, ich könnte auch was für den gnädigen Herrn tun. Aber, was ich sagen wollte, der läßt sich gar nicht sprechen. Der ist so voller Groll, well ich die Berwundeten in Haus gelaffen babe. Herr Gott, ich mußte es ja tun, sonst hätten sie alles turz und klein geschlagen. Aber auf die deutschen Verwundeten hat er es' mal scharf. Was ich sagen wollte. Wenn er erft wüßte, daß seir bester Freund und Feind unter ihnen ist, das gäbe erst eine Aufregung. Von dem habe ich aber weislich niet gesprochen Desiree sah den Gärtner mit großen Augen am Weshalb stockte ihr plöblich das Herz? Ein unmöglich scheinender Gedante bitzte durch ihren Kopf, ein Name, so schön, so unendlich füß für fie, drängte sich auf ihre Lippen. Aber sie sprach ihn nicht aus, sie nickte nu, während Schwindel thr Hirn erfaßte. Laurence pielt das Miden für ein Seichen des Ein verständnisses. Ich sehe, die gnädige Brau dat Ihnen schon von dem Verwundeten erabit," fuhr er gefchäßig fest. Sa, dem Herrn durfte es freili nicht gen, daß aufer früheres Direktor Tyrolt im linken Erferatumer liegt Ein Schrei des Schredens, des Entzückens, der grensenlosen Liebe entrans to Deftrees Lipsen. Sk sprang auf, thob den Gärtner, ber Be aunt euthallen wollte, bet Sette und elite aus dem Simmer die Kreppe hinal Als sich die Tür binter ihrem Batte, fching ch der Alte ärgerlig af ben und Ich will sit apoleon on Bae Deißen, wenn ich da right her Dumbell semat babe," t Jonnierte ber, was igen wolfe, die Da fache tft der Letterragen, der paßt dem Fräulein Nun will ich mig med sinem Pferd umsehen, das wikang felgh) J an mis gab * Oldenburg, 26. April. Bei der heutigen Reichstags- Ersazwahl in Varel- Jever für den verstorbenen freisinnigen Alterspräsidenten Träger ergaben sich für den Sozialisten Huef 12 568, für den Freisinnigen Dr. Wiemer 11 226, für den Nationalliberalen Struve 1893 Stimmen. Stichwa h I zwischen Freisinnigen und Sozialdemokraten. England. Das englische Unterhaus hat das Gesetz über die Trennung von Staat und Kirche in Wales mit 331 gegen 253 Stimmen in erster Lesung angenommen. Türkei. Konstantinopel, 25. April. Aus Anlaß des Versuches eines englischen Dampfers, trotz des Verbots, die Dardanellen zu durchfahren, erließ der Hafenkapitän eine Kundgebung, in der auf das Rundschreiben hingewiesen wird, nach dem Schiffe, die die Durchfahrt durch die Dardanellen versuchen, durch Kanonenschüsse in den Grund gebohrt werden. * Konstantinopel, 25. April. Das türfische Kriegsministerium erklärt die Meldung der„ Agen zia Stefani" aus Kairo, daß Enver Bei an den Folgen einer Wunde gestorben sei, für falsch. Das Kriegsministerium erhielt aus dem Lager vor Derna eine vom 21. April datierte Depesche Enver Beis, daß seine Wunde, die er bereits vor vier Monaten erhalten hatte, innerhalb von 2 Tagen geheilt sei. war * Konstantinopel, 26. April. Der Kapitän des gestern hier eingelaufenen rumänischen Dampfers Crajova berichtet, daß er im Schwarzen Meer, 35 Meilen vom Bosporus- Eingang entfernt, 20 russische Kriegsschiffe gesichtet habe. Die hiesige drahtlose Station Okmeidan fing heute ein drahtloses Gespräch zwischen der italienischen Flotte im Archipel und der russischen Flotte im Schwarzen Meer auf. Das Gespräch bis auf die Namen der beteiligten Schiffe in unverständlicher Geheimsprache gehalten. Die italienische Flotte bei Lemnos besteht aus 14 Kriegsschiffen. Der Geschwaderfern vor Alexandrette besteht aus 6 Panzern und 9 Torpedobooten. Einem weiteren Privattelegramm der " Berliner Morgenpost" zufolge, erklärte die russische Botschaft in Konstantinopel, es handle sich um eine Uebungsfahrt des Schwarzen- Meer- Geschwaders. - Amerika. * New York, 25. April. Der deutsche Botschafter Graf Bernstorff benachrichtigte den Bürgermeister Gaynor, daß der Kaiser die Einladung der Stadtbehörden angenommen habe und im Juni ein deutsches Geschwader hierher entsenden werde. Die Stadt trifft umfangreiche Vorbereitungen zum Em pfang des Geschwaders. = aus= * New York, 26. April. Taft ist gestern bei den Vorwahlen im Staate Newhampshire sieg reich gegen Roosevelt geblieben. Dieser Erfolg ist bemerkenswert, weil es der erste Neu- England- Staat ist, in dem direkte Primärwahlen stattfinden. Am Dienstag werden die Wahlen in Massachusetts vorgenommen. Ihr Ausfall dürfte für die Roosevelt- Campagne schlaggebend sein. In einer am letzten Dienstag abgehaltenen Sitzung im Weißen Hause wurde energisches Vorgehen Tafts gegen Roosevelt auf der ganzen Linie beschlossen. Der Präsident wurde ermächtigt, die Regierungs- Archive zum Zwecke der Angriffe gegen Roosevelt zu öffnen. Marokko. * Fe 3, 25. April. 7000 Juden sind bei einem Blutbad in Mollah entkommen und haben alsdann in den Gärten des Sultans Zuflucht gesucht, wo sie sich ohne Obdach befinden. Bei dem Aufstand sind 51 JuDie franzö den getötet und 36 verwundet worden. sischen Truppen halten alle Tore besetzt. 80 scherifische Deserteure wurden durch die Beni Mier angehalten und - 4 getötet. Die Entwaffnung der scherifischen Tabors wird fortgesetzt. Ein französischer Transportzug wurde bei El Hajeb angegriffen; zwei Schützen wurden getötet. Aus Stadt und Land. Gießen, 27. April 1912. n Gießen. Man erwartet im Mai den Kaiser zum Besuche seines hiesigen Regiments. Das Offizierkasino in der Zeughauskaserne ist im Laufe der letzten Monate äußerst geschmackvoll erneuert worden, und an der Fertigstellung des Schmuckplatzes zwischen dem neuen Schloß, der Zeughauskaserne und dem Rentamt wird aufs fleißigste gearbeitet. Mitteilungen der Yoghurt- Centrale yc Ein Fortschritt. n Gießen, 25. April. Heute sind 25 Jahre in Gießen vergangen, daß Geh. Forstrat Professor Dr. Wimmenauer dem Lehrkörper der Landes- Universität angehört. o Bettenhausen. Der Leiter des Konsum. vereins, Wilhelm Köhler, der an Gesichtsrose erfranit war, hat sich im Fieber durch einen Stich ins Herz ge tötet. Der Verstorbene stand in den vierziger Jahren und lebte in guten Verhältnissen. ):( Frankfurt a. M. Der bisherige Reichs, schatzsekretär Wermuth gilt als der aussichtsreichste Kandidat für die bevorstehende Oberbürgermeisterwahl. ):( Frankfurt a. M. Der Ausbau der Fest halle soll nach neueren Plänen drei Millionen Mart erfordern, die wohl ausschließlich aus städtischen Mit teln zu beschaffen wären. Im Zusammenhang damit steht die Uebernahme des Saalbaues durch die Stadt, der dann für eine Gewerbehalle bestimmt sein soll. agenf Es ist all Durch ein Behandlung e die hart ligt werde Dr. We hr mild, de Breis Mt. ):( Kassel, 25. April. Bei der soeben vorge nommenen Oberbürgermeisterwahl wurde Beigeordneter Dr. Scholz- Düsseldorf mit 57 von 63 Stimmen auf die Dauer von 12 Jahren zum Oberbür fielen auf Bürgermeister Thode- Stettin, vier auf Stadt direktor Koch- Bremerhaven. n Gießen. In der letzten Sizung der Stadt= germeister unserer Residenzstadt gewählt. 3wei Stimmerte in feit verordneten wurde mitgeteilt, daß die Regierung der Errichtung eines Lehrstuhles für soziale Medizin zugestimmt habe. Auch die Gesellschaft für die Errichtung der Unfallkrankenhäuser ist nach einer Mitteilung der forst- und landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft die zustandegekommen. Es gehören ihr bis jetzt an Brauerei und Mälzereiberufsgenossenschaft, die Tiefbauberufsgenossenschaft, die Fuhrwerksberufsgenossen- schaft, die land- und Forstwirtschaftliche Berufsgenossenschaft für Hessen, die Stadt Gießen und die Ortskrankenkasse Gießen. Weitere Anmeldungen stehen in Aussicht. = n Gießen, 27. April. Der Krieger- Verein hielt am letztvergangenen Donnerstag seine Mo= natsversammlung für April ab. Dieselbe war gut besucht, das besonders zu erwähnen der 1. Vorsitzende Kamerad Staatsanwalt Trümpert Gelegenheit nahm. Ueber das Jubiläum des 116. InfanterieRegiments Kaiser Wilhelm und die Stellung des Vereins ehemaliger 116er dazu wurde eingehend besprochen. Man hegt vom Regiment die Erwartung, daß die ehemaligen Regimentsangehörigen, welche einem solchen Spezial- Soldatenverein nicht angehören, nicht als Festteilnehmer 2. Ranges betrachtet werden. Kamerad Dikkoree wird daraufhin als Obmann für den vom HassiaBezirk Gießen geplanten Ausschuß vorgeschlagen, der über diese Festangelegenheiten weiter beraten soll. Nach mehreren anderen interessanten Mitteilungen hielt dann Kamerad Gerichtsreferendar Locher einen sehr ver= ständlichen Vortrag über„ Was muß der Laie von dem Erbrecht des B. G. B. wissen?" Er stellte vor allem einen Vergleich an zwischen dem alten und dem neuen Recht, hob die Vorteile und Nach teile hervor, die ein eigenhändiges Testament und ein solches vor einem Notar oder am Amtsgericht gemachtes haben. Für zweifelhafte oder überschuldete Nachlasse habe das Sprichwort: Willst du nicht wirklich Erbe sein, - So misch' dich nicht in eine Erbschaft ein! etwas Wahres; man lasse lieber solche Erbschaften durch das Gericht oder Sachverständige so lange verwalten, Zum Schluß der Versammlung bis Klarheit vorliegt. wurde bekannt gegeben, daß im Mai wieder innerhalb des Kriegerverein ein Vortrag ist und zwar gehalten von Kamerad Oberlehrer Dr. Faber und später unternimmt der Verein einen Ausflug mit Geländespiel. )( Die ursprünglich auf den 29. und 30. März ds. Js. angesetzte Ziehung der Hessischen RotenKreuz- Geld- Lotterie, findet nunmehr unwiderruflich garantiert am 3. und 4. Mai ds. Js. statt. Die Ziehungsliste erscheint am Dienstag, den 7. Mai und kann bei uns eingesehen werden. o Wiesec, 26. April. Am Donnerstag ist hier ein junger Mensch, der in Gießen wohnen soll, wegen Sittlichkeitsvergehen verhaftet worden. Seit längerer Zeit war von der Sache bekannt und wurde erst nach dem Betreffenden gefahndet, bis es gestern mit Hilfe des Polizeihundes des Herrn Schutzmann Klees gelang, den Täter zu stellen. o Bad Nauheim. Prinz Joachim von Preußen hat sich über Heidelberg nach Straßburg begeben. hältlic; wende man ):( Kassel. In dem Nachbardorse Wahnhause geriet der von der Kontrollversammlung heimkehrende Sohn des Bürgermeisters Damm mit seinem Va. delte ihn. Dem Arbeiter Heckmann, der dem Bür germeister helfen wollte, biß der junge Damm den Daumen der rechten Hand durch. Heckmann ergriff hier auf eine im Hofe liegende Wagenrunge und versetzte seinem Gegner einen solchen Schlag ins Genid, daj dieser tot zusammenbrach. ter in Streit, warf ihn zu Boden und mit has garin Geſell ):( Siegen. 800 000 Mt. Unterbilanz wurden in dem Siegener Ort Kirchen in der letzten General Versammlung der Volksbank bei dieser festgestellt, die durch verfehlte Spekulationen herbeigeführt worden i Die Kirchener Volksbank ist eine Gesellschaft mit unbe schränkter Haftung. Aus aller Welt. M. Kronpr Auskün Frank. De ::: Alfred Krupp. Am 20. November 1811 wurde bekanntlich von Friedrich Krupp der Grundstein zu der bekannten gewaltigen Weltfirma in Essen ge legt. Aber nicht Friedrich Krupp war der eigentliche Schöpfer der Firma, sondern erst sein Sohn Alfred K., der am 26. April 1812 in Essen geboren wurde und daselbst am 14. Juli 1887 starb. Dieses Mannes gilt es in diesen Tagen zu seinem 100. Geburtstage ehrend zu gedenken. Als Alfred Krupp nach dem Tode des Vaters mit der Mutter die Fabrik des Vaters, die de mals ein einfaches Hammerwerk war, erbte, war a erst 14 Jahre alt. Aber es gelang der Mutter, das Ge schäft im Gange zu erhalten und auch dem Sohne eine gediegene Erziehung zuteil werden zu lassen. 1848 über nahm Alfred Krupp dann die Leitung des Werkes selb ständig und brachte es bald zu großer Blüte. Die hun dertjahrseier der Firma Krupp wird offiziell erst später in Gegenwart des Raisers gefeiert. ):( Köln. In der Maschinenfabrik Humbold fand eine schwere Kesselexplosion statt, bei der ein Ar beiter getötet und vier schwer verletzt wurden. * Trient, 26. April. In der Nähe von Son frio hat in einem Anfalle von Geistesgestörtheit die Fr eines Arbeiters ihre beiden Kinder im Alter von 2 und 3 Jahren in eine Sentgrube geworfen und ist dann selbst nachgesprungen. Alle drei konnten nur als Leichen aus der Grube gezogen werden. Halifax, 27. April. Die Ankunft des Berg ungsdampfers„ Mackay Bennet", der die Leichen von über 200 Passagieren der Titanic an Bor hat, wurde gestern vormittag hier erwartet. Der Ueber führung an Land haben etwa 500 Angehörige de Opfer beigewohnt. Mitglieder der Familien Astor, dener und Guggenheim sind bereits in Halifax einge troffen. Um Unruhen zu vermeiden, ist ein startes lizeiaufgebot damit beauftragt worden, die Landungs stelle abzusperren. Nur die Angehörigen der Opfer we den in nächster Nähe der Landungsstelle die Ankun des Dampfers erwarten dürfen. Damit ist der erste grosse Schritt zu einer all-| Nervösen usw. bitten wir in unserer ausführlichen Schri gemeinen Verwendung dieses bei Magen- und Darmleiden ,, Die Kur der Zukunft" nachlesen zu wollen. Wir se oft geradezu verblüffend wirkenden Milchpräparates getan, gleichzeitig aber auch der Hausfrau die Möglichkeit gegeben, den Yoghurt nicht nur wie bisher als reine Milchspeise anzurichten, sondern ihn in allen Formen des wohlschmeckenden Nachtisches, als Crême, Pudding, Flammerie usw. auf den Tisch zu bringen und ihn so zu einer wirklichen Delikatesse auch für alle diejenigen zu machen, die eine unüberwindliche Abneigung gegen Milch und Milchspeisen haben. Näheres über die aussergewöhnlich gesundheitfördernde Wirkung des Yoghurt und seine Bedeutung bei Yoghurt Bereitungi. Haushalt! zahlreichen Magen-, Darm- und Stoffwechselerkrankungen, Es ist unseren unausgesetzten Bemühungen gelungen, für die Bereitung von Yoghurt im Haushalt ein SchnellVerfahren zu finden, das, entgegen der bisherigen Zeitdauer von 8 bis 9 Stunden, die Herstellung von echtem Yoghurt binnen einer Stunde gestattet, ohne dass es dazu irgendwelcher Apparate und Vorrichtungen bedürfte. besonders bei der chron. Stuhlverstopfung, dem Allerweltsleiden der modernen Kulturmenschheit, sodann aber auch bei Leber-, Gallen- und Nierenleiden, Gicht, Migräne, Neurasthenie, Furunkulose, Hautausschlägen usw., ferner bei der Ernährung von Kindern, die in der Entwickelung zurückgeblieben sind, von Rekonvaleszenten, Blutarmen, Bleichsüchtigen, Skrophulösen, Drüsenkranken, Frankfurt a. Jh empfehle bei S 3.- oder Tropfen nemen. Unschädich. überall bin. Drogist Bocatius, E den diese Schrift kostenlos und franko an jeden Interes senten und fügen gegen Einsendung von Mk. 0,20 Briefmarken eine Probe unseres Yoghurt- Fermente ,, Majamin" sowie eine Anzahl Kochrezepte bei, dam die Hausfrau sich von der Güte des Gebotenen tibe zeugen kann, ohne sich dadurch Kosten zu machen. Die Anwendung von Yoghurt, in gegebenen Fälle hat Erfolge gezeitigt, von denen man früher keine A nung hatte; es versäume daher niemand sich Probe u Broschüre kommen zu lassen. 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Nach Be richten amerikanischer Flüchtlinge, die aus Mazatlan Jcapulce und anderen Plätzen auf dem Dampfer„ City of Panama" hier angelangt sind, sind Mord, Brand= Stiftung und andere Verbrechen fast tägliche Ereignisse in dem von Räubern überschwemmten Gebiet an der Westküste von Mexiko. Andrew Carnegie ließ der italienischen Nationalbank vier Millionen überweisen, deren Zinsen jährlich für heldenmütige Rettungstaten verteilt werden sollen. Geschäftliches. )( Günstige Gelegenheit, 20 000 bare Mark für nur 1 Mark zu gewinnen, bietet sich Ihnen, wenn Sie sich ein Los der 2. Altenburger Roten KreuzLotterie laufen. Diese hat den 3wed, im Kriege verwundete Soldaten und im Frieden hilfsbedürftige und durch Krankheit schwer heimgesuchter Familien zu Außer dem Hauptgewinn von 20 000 Mart gelangen noch 3332 Geldgewinne zur Ausspielung. Beſtellungen auf Lose dieser Lotterie wolle man möglichst bald beim General- Debit: Lotteriebant G. m. b. H. in Eisenach machen. Auch von den Kgl. 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Mai in Sewastopol, dem berühmten Handels- und Kriegshafen Südrußlands, und den Tag darauf in Jalta. Damit werden seine Gäste mitten in einer neuen wunderbaren Natur an der Grenzscheide zweier Welten, am äußersten Rande des europäischen Rußlands sein. Es lohnt sich, bei ihr etwas näher zu berweilen. Die Halbinsel, der taurische Chersonnes der Alten, auf dem die aus der Iphigeniensage bekannten wilden Taurier, wohl ursprünglich ein kaukasischer Volksstamm, lebten, die ,, jeden Fremdling, den die Woge warf an ihren Unglücksstrand", ihrer grausamen Göttin Artemis Orsiloche opferten und auch sonst als Seeräuber weit und L.J Inserate die 44 mm breite Petitzeile 25 Pfg.; Reflame die 90 mm breite Petitzeile 50 Pfg. Extra- Beilagen nach Uebereinkunft. rischer Hand und südlicher Schönheit in großartigem Wechsel von herrlichen Lorbeer-, Oliven, Eichen-, Buchen-, 3ypressenhainen, von Weinbergen, Gärten, von Palästen, Klöstern, Moscheen, Festen und Ruinen der Vorzeit verstreut hat und das auch ein Lieblingsaufenthalt des russischen Hofs in Lividia, nicht weit von Jalta, geworden ist. Dort berühren sich Orient und Okzident, Europa und Asien, subtropsche und gemäßigte Zone in unmittelbarer Wischung; zugleich ist die Halbinsel zu allen Zeiten ein Anziehungspunkt und eine Brücke für die zahllosen Völkerscharen gewesen, die einst aus den Pforten des Ein Kleeblatt ans dem Raukasus. breit gefürchtet waren, zeigt im Norden und Süden grundverschiedenen Anblick: oben die dürre pontische Steppe mit totem, rasch versengtem Boden, mit Gerölle, Schotter und Weideland, auf dem ungezählte Viehherden tatarischer Nomadenvölker hausen, unten, südlich von Simferopol, ansteigende Hügel, Höhen, Bergzüge, Kalfgebirge, die nach der See zu dann mit Schroffem, fürchterlich steilem Absturz noch tief unter das Wasser sinken. An den malerischen Abhängen, auf dem schmalen Küstensaume zwischen Neusudak und Balaklawa tut sich aber ein wahres Paradies auf, das die Natur wie zum Ausgleich für den harten Norden mit verschwende Kaukasus, vom asiatischen Festland in die nordpontischen Gegenden und von da weiter nach Europa einbrachen. Die Geschichte der Krim ist daher eine bewegte, eine hochdramatische, und es steigert sich das Interesse an ihr noch erheblich, wenn wir sehen, was meist ganz unbekannt ist, daß auch germanische Völker an ihr hervorragend beteiligt sind. Seit 600 v. Chr. blühten an dem ganzen Küstenrande einschließlich des frimmerschen Bosporus( Straße von Kertsch) und des Maeotis( des Asowschen Meeres) griechische, Pflanzstädte, unter denen Albia und Theodosia, das spätere Raffa der Genuesen und heutige Feodofia- noch jetzt eine der schönsten Hafenstädte dort- ferner die an der Meeresstraße sich gegenüberliegenden Pantikapaeon( Sertsch) und Phantagoria die bekannteſten waren. Sie trugen die erste Verfeinerung in jenen von der Natur begünstigten, aber von rauhen Stämmen beherrschten lachenden Erdenwinkel, und aus ihrer Verschmelzung mit den umliegenden Tauriern, Skythen, Hunnen, Sarmaten u. f. w. erwuchs seit den Perserkriegen ein seltsames Mischreich, das bosporanische, ein savvy qun nong ang bun จ - วอ g Bunippai luu aobax6 อ lg Inv นวด อ!“ Bignup auol we - ' spn aq a gaat uit go bubb จน เอ agunza usag -3B 1асце gun ( pou น อ ดุ อ ไอ บี SnV ang 111 gurt ләзәллә I guvuga upoad = UG аффа gast น อ| a1g sul a na 11111 111} 32Q gl16 2 Aus der alten Strim. pплqui a ja แวน! av 21 plan สวน ออม s1D 1 เอ ช 1Lula predavat s Bunday sunaßiviq aquaque Circassin. DIOR sehr bemerkenswertes Staatengebilde. Halb griechisch, halb barbarisch, war es eine monarchische Despotie, stand zuerst unter den Archaeanaktiden, dann unter Spartakos und seinen Nachfolgern, bis deren letter, von den Skythen bedrängt, seine Herrschaft an den mächtigen König von Pontus Mithradates den Großen abgab. Als die Römer seit Pompejus zur Macht gelangten, blieb es in einem gewissen lockeren Abhängigkeitsverhältnis bis in die Stürme der Völkerwanderung hinein bestehen und hatte zuletzt eine merkwürdige Doppeldynastie mit den öfters wiederkehrenden Namen Pharnakes, Rheskuporis, Koys, Thotorses, Sauromates, Ininthimesus u. s. w. Bald nach dem Tode Alexanders des Großen war die bosporanische Flotte die mächtigste auf den Schwarzen Meere, sie schränkte den taurischen Seeraub ein, sie spielte auch während des Zerfalls des Römerreiches im 3. Jahrhundert nach Christus noch eine besondere Rolle. Damals waren unsere germanischen Vorfahren, die Goten bis dahin ein seeanwohnendes Wald- und Bauernvolk des baltischen Meeres-, nach dem nordpontischen Gestade gezogen, wohin der deutsche Bernsteinhandel an der Weichsel von uralter, wohl schon phönifischer Zeit her seine Kreise zog und ein vielbetretener Handelsweg nach dem weiteren Orient führte. Als das Gutthiuda, das Gothenvolf, in der Not um neue Wohnsitze wegen der Volksvermehrung und gelockt von der schimmernden reichen Ferne von der Ostsee im 2. Jahrhundert nach Christus ablange geschichtliche Nachwirkung ausgegangen ist. Zunächst erhielt sich das alte gotische Bistum, das später mit dem von Theodosia- Kaffa vereint wurde, das ganze Mittelalter hindurch durch allen Wechsel der hunnischen, chazarischen, petschenegischen, byzantinischen, tatarischen, türkischen, russischen Herrschaft, die nacheinander über jene Gefilde wie der Zug des wilden Jägers dahinbrauste. Es erlosch erst Ende des 18. Jahrhunderts, als die Kaiserin Katharina II. das Bistum samt seinen Bekennern von der Krim nach Mariupol am Asoroschen Meere verlegte. So wundersam ragen Fäden aus der germanischen Völkerwanderung bis in unsere Tage hinein. Aber sie reichen noch weiter, und wir stoßen dabei auf das uns am meisten fesselnde Kapitel, das hier leider nur in großen Strichen gezeichnet werden kann, obwohl seine Einzelheiten für jeden Deutschen hinreißende Züge tragen. Als nämlich die Hauptmasse der Goten vom Schwarzen Meere wieder fortzog, blieben gerade am Südrande der Krim und auf der asiatischen Halbinsel Taman gegenüber zwei kleine gotische Volkssplitter ſizen, die sogenannten Krimgoten und die Tetraxiten. Ihr Schicksal verdient die weiteste Beachtung und Bewunderung. Sie saßen in sehr verschiedener Lage und Gegend, die Krimgoten als Gebirgler an den Abhängen Kaukasus- Typen. wanderte, drang es am Dnjepr entlang durch die sarmatischen Sümpfe und Steppen nach Süden und fand am Schwarzen Meer, das mit seiner Binnenlage, seinen Stürmen und Nebeln im Winter vielfach der heimischen Ostsee glich, das Ziel seiner Sehnsucht. Die üppige römisch- griechische Kultur dort und in Kleinasien erschloß sich ihm nun und wurde von ihm auf zahlreichen fühnen Land- und Seezügen erobert. Mit der unermeßlichen Beute aus den römischen Provinzen und griechischen Kolonien kehrte es dann immer wieder in seine Landansiedelungen oben am Pontus zurück. erwuchs allmählich dort, besonders an der Krim und Maeotis, jenes großartige Ostgotenreich unter den Amalern, das zahlreiche andere Germanenstämme und Naturvölker unter seiner Oberherrschaft vereinte, das vom Pontus bis zur Ostsee, vom Don bis zur Theiß reichte und unter dem sagenverklärten Hermanrich seine Blüte aber auch sein tragisches Ende fand, als der Hunneneinbruch 375 es mit seiner asiatischen Barbarei über den Haufen warf und nun eine zweite Völkerwanderung, die rückwärts von Osten flutete, erzeugte. So Diese Vorgänge und Tatsachen aus der Krim sind um so interessanter, als von ihnen gerade dort noch eine des Zauagegebirges, tapfer, in Burgen und Festen unter einheimischem Fürstenadel zusammengeschlossen, tüchtige Weinbauern, dagegen die Tetraɣiten im fruchtbaren Schwemm: land des Kuban, das der letzte Ausläufer des Kaukasus ist, wie Marschbauern. Sie boten teils Aehnlichkeit mit den Tirolern, teils mit den Dithmarsen. Aber freiheitsliebend, kühn, gewaltige Krieger, arbeitssam, nebenher treue einfältige Christen waren beide. Dafür gibt es aus allen Jahrunzweideutige hunderten Zeugnisse. Sonst hätten sie sich bei ihrer winzigen Zahl sie stellten anfangs je 2-3000 Bewaffnete aus sich-- auch nicht so lange national und selbstständig bewahren fönnen. Die Tetraxiten verschwanden zuerst, ihr ungeschüßtes, offenes Land wurde ihnen verhängnisvoll; dagegen haben sich die Goten in den Bergen der Krim bis in das 18. Jahrhundert hinein gehalten, zuletzt freilich vergriecht und tatarisiert. Immer taucht von diesem merkwürdigen Volksrecht durch die Jahrhunderte wieder eine Kunde auf, und immer wieder wird uns berichtet, daß es germanisch( germanice") gesprochen hätte. Namentlich die deutsche Gelehrtenwelt hat es nie vergessen und in der Reformationszeit sich besonders lebhaft mit ihmt beschäftigt, wie Aeußerungen von Melanchthon, dem be= fannten Schweizer Forscher Konrad von Geßner und von vie len andern noch deutlich verraten. In dem 16. Jahrhundert hat der Gelehrte Brabanter Angerius Ghislain de Busbecq als Gesandter des KaiCircassin. Kaiser Wilhelm in Bremen. Der deutsche Kaiser traf fürzlich in Begleitung des Prinzen Heinrich und mit Gefolge in Automobilen in Bremen ein und fuhr sofort vor dem Verwaltungsgebäude des Norddeutschen Lloyds vor, wo er von dem präsidierenden Bürgermeister Stadtländer, dem Präsidenten des Aufsichtsrates des Norddeutschen Lloyds, Konsul Achelis, und Direktor Heineken empfangen wurde. Im Vestibül des imposanten Lloydgebäudes hatten die Mitglieder des Aufsichtsrates und des Vorstandes, die Inspektoren und Kapitäne( siehe Bild) der Gesellschaft Aufstellung genommen. Bei Kaiser Wilhelm als Kinderfreund. der Vorstellung der einzelnen Herren meldete sich Herr Hince, Mitinhaber der Deutschen Nationalbank, beim Kaiser als preußischer Generalkonsul für Bremen, worauf der Kaiser ihn in ein furzes Gespräch zog, Die übrigen Herren begrüßte der Kaiser durch Handschlag. Dann begab sich der Kaiser in Begleitung des Gefolges und der Herren vom Aufsichtsrat und Vorstand über die große Freitreppe in das erste Stockwerf, wo in der Vorhalle Fräulein Emmy Heineken dem Kaiser ein Rosenbukett überreichte. In der Vorhalle erregte das Modell des Kaiser FriedrichDenkmals sowie die vor furzem eingebrachten Mosaiken von Professor Prell die Aufmerksamkeit des Kaisers, der sich dann dem Arbeitszimmer des Direktors Heineken zuwandte, von dem aus er лэд sun -110 e un quad- svg( pang gadx Bigguns iqana( pil VG шә иләнну фанолу это эта лада ART 11 1113 Aus aller Welt. 7 C Der Kaiser wird am Verwaltungsgebäude des Norddeutschen Lloyd begrüßt. einen Ueberblick über den Betrieb innerhalb des Gebäudekomplexes nehmen konnte. Als der Kaiser hier am Fenster des Erkers erschien, brachten ihm die im Hofe versammelten Arbeiter eine lebhafte Kundgebung dar. Im Versammlungssaal des Aufsichtsrates nahm der Kaiser dann einen ihm vom Lloyd gebotenen Willkommentrunk entgegen. Hierauf wurde die Fahrt zum altberühmten Ratskeller, der von Dichtern wie Hauff, Heine u. a. verherrlicht ist, fortgesetzt. Vor dent Keller wurden dem Kaiser Blumensträuße überreicht. Im Ratskeller hatte sich ein außerordentlich zahlreiches Publikum eingefunden. Lloydkapitäne erwarten den Kalser. 6 Ein neues Touristen- Dorado. epitant for stor suff пэшэл app 1 อ( p| 1b อน อ p| ad upliv pipavu Ош әтәл -vgavg go ugung zag je v pang pang -ng svg gana pun bas- vlogo svg uns! we бgno Dunja 970 Aus der alten rim. 3 oder eine alte französische Kanadierin beim Spinnen beobachtet, überall bieten sich dem Auge neue Eindrücke. an. Das alpine Gebiet reiht sich würdig der schönen Schweiz Sechsunddreißig Stunden führt uns der kanadische Expreß durch das britisch- kolumbische Alpenland und offenbart uns Naturschönheiten, die wohl in dem 6000 Fuß über dem Meeresspiegel gelegenen Louisen- See ihren Kulminationspunkt erreichen. Ueber das ganze scheint ein wolkenloser blauer Himmel, denn der Wettergott scheint den Kanadiern gut ge= sinnt zu sein und bedenkt sie nur mit dem für die Wohlfahrt des Landes unbedingt nötigen Regen. Dreiunddreißig Meilen westlich von Banff liegt die Hauptstadt des kanadischen Felsengebirges, Laggan. Hier verläßt man den Expreß der kana= dischen Pazifik= bahn und begibt sich auf einer wohl= gepflegten Chaus= see nach dem 2% Meilen entfernten Louisen- See, der für einen der schönsten Punkte Kanadas gilt und wohl die Pièce de résistance der kanadischen Gebirgswelt bildet. Grünblau und rötlich schimmern seine Fluten und harmonieren so prächtig mit den ihn umgebenden rotbraunen Felsenmassen. Der See ist das reine Farbenwunder. Mit jeder Stunde, ganz wie die Sonne sinkt oder steigt, ändert er seine Farbe. Die Natur hat diese Gegend mit außergewöhnlichen Schönheiten bedacht. Die kanadische Pazifikbahn hat unmittelbar am See und inmitten des herr= lichen Waldes ein Hotel errichten lassen, das Komfort und Luxus in die Wildnis verpflanzt hat. Stun denlang kann man auf der Veranda des ,, Lake Louise Chalet" figen, um die Farbensym phonien des Gees zu bewundern, des Sees, der auch den Namen ,, Lake in the clouds" führt. Ein mächtiger Eisgletscher erhöht noch durch seine majestätische Pracht das Landschaftsbild. Die Eismassen türmen sich aufeinander und verleihen dem Gesamtbilde einen geradezu überwältigenden Anblick. und eine bezaubernde blaugrüne Färbung zeigt. Aus diesem steinernen Eismeer ragt ein schwarzer Block hervor, über den die Lawinen donnernd ihren Weg zu nehmen pflegen. Infolge der flaren Luft rufen die verschiedenen Gletscher den Eindruck eines einzigen Eismeeres hervor. Hinter der schwarzen Felsmasse erhebt sich der schneebedeckte Mount Victoria in einer Höhe von fast 12000 Fuß. An den Victoria Am Hafen in Montreal. an= schließen sich die Bergspitzen des Lefroy, Beehive, Whyte, Niblock, St. Piran, Castle Crags und dere Riesenfelsen an. Im Osten bringt eine mehrere tausend Fuß hohe Felswand dieses imposante Gebirgsbild zum Abschluß. Zu den landschaftlichen Perlen des Felsengebirges gehört auch der Mirror- See, des= sen Wasser durch einen unterirdischen Kanal dem Louisen- See zuge= führt wird. Das Wasser des Sees fällt oder steigt, wenn es in den Louisen fließt, schneller als es ab= fließen kann. Ein anderer See in den Wolken ist der Agnes- See, dessen Umgebung ganz hervorragende Naturschönheiten offenbart. Wie Schildwachen erheben sich an seinen Ufern die erhabenen Berge Whyte und Niblock. Ihre unregelmäßigen Zaden und Krümmungen deuten auf frühere vulkanische Ausbrüche hin. Im Bergtal hat sich die Natur mit verschwenderischer Pracht breit gemacht. VergißYonge Straße in Taronto, Der See ist 5645 Fuß über dem Meeresspiegel gelegen, von allen Seiten von imposanten Felsen umgeben, und seine Umgebung strömt eine idyllische Ruhe aus. Eduard Whymper hat den See mit dem Deschinen- See in der Schweiz verglichen, erklärt ihn jedoch für pittoresker und malerischer gelegen. Der See ist ungefähr 1% Meilen lang, ½ Meile breit und über 200 Fuß tief. Hinter dem großen Eisgletscher beginnt das eigentlich Gletscherfeld, das sich bis zu einer Höhe von 500 Fuß erhebt meinnicht, WaldAnemonen, die ,, blauen Glocken des schottischen Hochlandes", Farren, die Brautblume der Schweizer: das Edelweiß, und das Heidefrant, das den Deutschen an die ferne Heimat er= innert, blühen an allen Ecken und Enden. Das Tal bildet einen reizenden Alpengarten, über den die Bergriesen zu wachsen scheinen. Für eine Weltreise bietet der Weg durch Kanada eine günstige Gelegen= heit. Ein Bremer oder Hamburger Schiff führt den Touristen bis ans amerikanische oder tanadische Gestade, wo ihn der Expreß der kanadischen Pazifik= bahn aufnimmt, um ihn nach der andern Seite des großen Kontinents, nach Vancouver, zu führen. Dort liegen die großen Dampfer der Pazifit- Gesellschaft bereit, die den Fremden nach Japan und China bezw. nach Honolulu, Suva auf den Fidschi- Inseln und nach Australien und Neuseeland bringen. Wer Seattle, Victoria, Nord- Britisch- Kolumbien oder Alaska besuchen will, dem bieten die Prinzeß- Dampfer der kanadischen Pazifik- Gesellschaft die beste Gelegenheit. F. B. Ferdinand I. in jers Konstantinopel noch zwei echte Vertreter der Krimgoten gesehen und gesprochen und aus ihrem Munde eine ganze Anzahl Wörter und selbst kleine Säßchen aufgezeichnet, deren germanische bezw. gotische Lautbildung und Bedeutung außer allem 3weifel steht. Einige Wörter ergänzen sogar das uns erhaltene Schriftgotisch des Wulfila und sind neu als gotische Bildungen, so daß auch jeder gelehrte Betrug ausgeschlossen ist. Ebenso spricht für die Echtheit, daß einige persischchazarische und tatarische Anlehen, z. B. in den Zahlen, darin sind. einer jene schmutzig, sehen auf die Nogay mit Verachtung herab und werden selbst wieder als Abtrünnige betrachtet. Ihr Wuchs, ihre Haut- und Haarfarbe ist anders, es sollen Rothaarige vorkommen, die Stellung der Frau ist eine freie. Hier eröffnet sich ein Feld für ethnologische Studien, für Sammlung von Sitten, Gebräuchen, Liedern u. s. w., die vielleicht noch Rückklänge aus der alten Gotenzeit enthalten. Jener paradiesische Erdenfleck der Krim muß jedem Besucher nur noch lockender und teurer werden, wenn er sieht, wie viel von germanischer Geschichte sich einst auf seinem Schauplatz abgespielt hat. Und Deutsche gibt es auf demselben Boden ebenfalls wieder; es find die evangelischen Gemeinden, meist aus Schwabenland und Westpreußen, welche die Russen als Kolonisten in Südrußland, im Gouvernement Taurien, auf der Krim und auch nach Kleinasien angesetzt haben. Genau dort, wo ehedem Krimgoten und Tetrariten zu suchen waren, wo auch Wulfila geweilt haben wird, sizzen heute in reicher Zahl und blühend durch ihren Fleiß verstreute Dörfer von echt deutschem Zuschnitt; sie bilden in der ungeheuren Mannigfaltigkeit der russischen Bevölkerung eigene Inseln und Enklaven. So liegen 3. B. unweit der alten Gotenfeste Manfup zwischen Simferopol und Karassu Bajar mit ihrem echt tatarischen Schmutz und Straßengewirr die deutschen Kolonien Neuſab, Friedental und Rosental, und der Bauer, der dort auf dem Stuhlwagen zum Markt fährt, hat das freundliche, treuherzige Gesicht, den blonden Haarschopf des deutschen Landmanns. So rinnt Vergangenheit und Gegenwart wie in einem Zauberringe zusammen. Tscherkesse. Die uralte Gotenfeste Mankup ist wohlbc= kannt; sie besteht als Manfup- oder als Munfup- Raleh noch heute und ist auf der Krim unweit Simferopol eine angesehene Reliquie der Vorzeit. Aeltere Quellen schreiben sie auch Mangub, Mankut, italienisch Mancastro. Dies Kastell erscheint bereits in einem Briefe eines Chazarenfürsten aus dem Jahre 963, dann wird in der russischen Barchatnaja Kniga, die auf die Zeit des Joannowic Donskii( 1362 bis 1389) zurückgeht, ein Grieche genannt, der aus seiner Heimat( Kaffa) noch Rußland kam und Ahn edlen Familie wurde. 1474 hören wir genau, wie Mankup von den Türfen in ihre Gewalt gebracht wurde. Eine Flotte der= selben unter Wesir Achmed war bei dem Vorgebirge Posidinia erschienen, bombardierte Kaffa sechs Tage lang und bemächtigte sich des Umlandes, das den Goten gehörte und in dem Mankup von 300 Hirten auf das äußerste verteidigt wurde. In jenen Kämpfen mit den Türken ging auch der letzte eingeborene Gotenadel zugrunde, und es ist beweglich, sein heldenmütiges Ende zu lesen. Ueber ein Jahrtausend, nachdem sonst überall unsere begabtesten Vorfahren, die Goten, in Spa= nien, Italien usw. schon verblutet waren, hat es tatsächlich auf der Krim also noch einen nachweisbaren Rest von ihnen mit gotischer Sprache gegeben. Welchem deutschen Reisenden ist das vertraut? Und noch jetzt zeugen die Trümmer von Mankup bon ihm, die hoch oben wie ein hängendes Adlernest in die Felsen eingeflemmt find. Zuletzt waren sie von einigen Innere und Ein Wort noch über das vorhin erwähnte Ostgotenreich. Kämpfe Zwistigkeiten unter dem greisen Herrscher, auch in dessen Familie, hatten den Fall wohl vorbereitet; siech von der Meuchelwunde royalanischer Bluträcher, soll er sich, um den Untergang seines Reiches nicht zu überleben, zuletzt in sein Schwert gestürzt haben, während seine Goten nun in ein Lehnsverhältnis zu den Hunnenfönigen, deren berühmtester die Gottesgeisel Attila wurde, Kosakenkapelle bei einem festlichen Empfang. jüdischen( faraitischen) Gerbern bewohnt, wurden aber nachher ganz verlassen. Es heißt auch, daß seinerzeit aus ihnen zwei Säulen mit fremdartigen Inschriften fortgeschafft wurden und in Fürstlich Potemkim- Radziwillschen Hausbesitz kamen. Wo sind sie geblieben? und welcher Sprache gehören die Inschriften an? Sodann wird von allen Reisenden der Krim die auffallende Abweichung der Bergtataren, mit denen sich die Goten zuletzt vermischten, von allen übrigen Tatarenstämmen der Steppe, den sogenannten Nogaytataren, hervorgehoben. Sie sind ebenso sauber wie gerieten. Erst nach dessen Tode gelang es dem Ostgotenführer Theoderich wieder, sein Volk unabhängig zu machen und auf italienischem Boden, es aus dem Osten fortführend, ihm ein neues mächtiges Reich in Ravenna zu gründen, dessen Schicksale aus dem Dahnschen Roman:„ Der Kampf um Rom" dann weiter bekannt sind. Dagegen übersieht man selbst in gelehrten Kreisen die nordpontische Gotenherrschaft während des 3. und 4. Jahrhunderts nach Christus, die und eine weittragende tief einschneidende war, oft mit einer erstaunlichen Oberflächlichkeit. 19 4 Bezugspreis eljährlich 1,20 Mr. bgeholt in unferer gabestellen viertelj Mittwochs und San g 83. icht verlangter Ma Berlag der ,, Gieß Rr. 35. Politisch Für Der Bändiger. G Darmstadi Die Regierung im Lande vielfach fung des Gesetzes Arssprache, die ilfe geflagt wird. finnte, manche zu unterziehen un in anderen Buf mer hat der Fürst mider ausgelegt bus berichterstatter Raden Kammer ange en wesentlic ng zu ersuchen, die bestehenden B Dresden. Slitung des Ger Hamburg bric, der Vorsitze Die Flei Progmann, Prof. Frahm begeben itsvorkehru dem Kaifer gierDumpfer, insbe ampfers Imperato of en. Der Pri dil leion gelader it bereits in haf hat der Besc Mitglieder bei herauffezung de en der Innung, el aus Wiesbade ester Art darstel Berlin. T erkinemato eltem und sie na find die Direkto eltschlager" vo afen angewiesen fllngen zu war Wien. Bei felen den Chri en einderatsu Unte Roman von über nachzuden Welchen Weg Detiree Htelt, im wchende Herz En sich des Zimm te. Sie hatte im tauchten die f Ein neues Touristen- Dorado. www. 51 Find Bimmer Räbertretenden befann sich ither fei ein Ehr Sprache. Wege zu Hern opital Itegt. 2 Rex Arat verstand The birth 5 enter, Leutnan Refree, deutsche Jüngling ma as junge Mä te fie nach ein Schußlojen o colt führen, Na tommen Sie inen engen Sto Elonet, mit e war gestorber Finansgetragen. S arm und Wer Der Bändiger. Eine texanische Erinnerung. Während meines Aufenthaltes in Texas, dem Dorado der Cowboys und Baqueros, war ich auch der Einladung eines meiner Bekannten, eines ehemaligen österreichischen Rittmeisters, welcher eine Farm in der Nähe von Columbus besaß, gefolgt. Eines Tages erfuhren wir durch einen Nachbarfarmer, daß Treadwell, der berühmte Pferdebändiger, sich auf„ Gastspielreise" befände und sich auch in Kolumbus produzieren würde. Er habe erklärt, daß er jedes Pferd brechen resp. bändigen würde. Wir beschlossen, natürlich uns die Gelegenheit nicht entgehen zu lassen und uns die Vorstellung, denn eine solche sollte es werden, anzusehen. Am festgesezten Tage begaben wir uns nach Kolumbus. Auf dem Marktplatz war ein richtiges Birkuszelt errichtet worden. Wir bezahlten unser Eintrittsgeld und nahmen unsere Pläge ein. Merkwürdigerweise war keine richtige„ Arena" errichtet worden, sondern eine Art recht ediger Raum, ungefähr 100 Fuß lang und 80 Fuß breit. Der Boden war reichlich mit Sägespänen bestreut. Eine dünne Bretterwand trennte den Zuschauerraum von der Manege". Wir sagten uns gleich, daß im Falle des Wildwerdens eines der Pferde diese Barriere für das Publikum absolut feinen Schutz böte, aber well, wir waren in Amerika, und noch dazu in Texas. Zur festgesetzten Zeit betrat Treadwell den Innenraum. Er war von hoher, imponierender, breitschultriger Gestalt und machte einen entschiedenen sympathischen und gentlemanlifen Eindruck. Er hatte eine lange Peitsche in der Hand. Zuerst hielt er einen kurzen Vortrag über Pferdebändigung und Zähmung im allgemeinen, dann befahl er seinem Gehilfen, das erste Pferd hereinzubringen. Es war eine prachtvolle Stute. Ihr Besizer erflärte sie für unbrauchbar, da sie im höchsten Grade scheu wäre. Treadwell trat auf das Pferd zu und sah ihm starr in die Augen, nach einer Minute ungefähr ging er rückwärts, beobachtete aber dabei immer das Pferd. Ueberraschender Weise folgte ihm dieses wie ein Hund, welchen Weg er auch immer einschlug. Dann ließ Treadwell ein Seil und einen Surcingle, einen sogenannten Pferdegürtel bringen. Der eine Vorderfuß des Tieres wurde festgeschnallt und es dann durch einen starken Ruck zu Fall gebracht. Treadwell setzte sich nun ganz gemütlich auf das liegende Pferd. Dann trieb er es wieder auf und jagte es im Raume umber, die Zügel in der einen, Seil und Peitsche in der anderen Hand. Jetzt versuchten mehrere Negerjungen durch vorgehaltene Papierstücke, Taschentücher usw. das Tier zum Scheuen zu bringen und vollführten mittels Trompeten, Trommeln und alten Kochtöpfen einen Höllenlärm; sobald es einen Scheuversuch machte, brachte ein Ruck am Seil es auf die Knie und zur Besinnung. Schließlich wurden um das Tier herum Winchesterbüchstund Revolver abgeschossen, einige schwache Versuche noch, und es war vollständig unterworfen und versuchte nicht mehr den geringsten Widerstand. Zuletzt spannte man es noch ein und fuhr es abermals unter wahrem Höllenlärm umher, aber es machte nicht den kleinsten Versuch, zu scheuen. Unter donnerndem Beifall wurde es hinausgeführt. Das nächste Pferd war ein non plus ultra in einer Beziehung. Der Besizer erklärte nämlich, daß das Tier nicht zum Rückwärtsgehen zu bringen sei. Er habe es am letzten Sonntag zur Kirche eingespannt und während derselben in einem Schuppen untergestellt; als er aber später, da der Raum zum Umwenden nicht groß genug war, es habe bewegen wollen, rückwärts zu gehen, habe es den Gehorsam verweigert und alle Mühe sei vergeblich gewesen. Man habe schließlich die eine Bretterwand einreißen müssen, um es herauszubekommen. Nach den unglaublichsten Versuchen gelang es Treadwell das Tier zum Rückwärtsgehen zu bringen, aber nun wollte es nicht vorwärts gehen, und er meinte lachend, er kann überHaupt nicht begreifen, wie der Farmer zur Kirche gefommen sei. Aber auch hier siegten schließlich sein berühmter Blick, und das Pferd konnte als geheilt" entlassen werden. Jezt kam die Sensation des Abends, Richter Sealeys berühmter Durchbrenner" Billy". Der Hengst war be. fannt als Ausreißer von reinstem Wasser, und man war allgemein auf den Verlauf der Dressur gespannt. Das Tier erregte große Bewunderung. Seine glänzend schwarze Haut, die fehlerlose Erscheinung und die stolze Art, den Kopf zu tragen, als ob er sich seiner Schönheit bewußt wäre, machten einen brillanten Eindruck. Als er so herumgeführt wurde, fühlte man wohl sein feuriges Temperament, von Tücke und Bosheit war aber absolut nichts zu merken, im Gegenteil, er erschien sehr liebenswürdig. Ruhig ließ er sich dann aufzäumen. Sobald Treadwell ihn aber werfen wollte, opponierte er ziemlich heftig. Erst nach verschiedenen Experimenten gelang dies. Jezt wurde ihm das berühmte Seil mit dem Ring übergeworfen und mit dem einen gefesselten Vorderfuß verbunden. Außerdem wurden ihm noch ein paar starke Fahrzügel angelegt und vermittels dieser trieb der Neger das Tier jezt im Raum auf und ab. In der anderen Hand hielt er Peitsche und Seil. Plößlich bei einem Hieb mit der Peitsche, verfing sich die Schnur in einer Spalte der Barriere, und der starke Ruck entriß sie Treadwell. Er bückte sich, um sie wieder aufzunehmen, ließ aber dabei das Seil fallen. In diesem Augenblick machte das Tier plößlich einen Sprung vorwärts, es schien fast, als ob es nur diese Gelegenheit abgewartet hätte. Treadwell stemmte sich zurück, dabei seine Hacken tief in den Boden bohrend und die Zügel mit aller Kraft haltend; aber sie reichte nicht aus. Noch einmal sprang das Tier vorwärts, dann bog es plöglich nach links ab, riß Treadwell mit, und als er dabei niederfiel, schleifte es ihn hinter sich her. Krampfhaft hielt Treadwell die Zügel fest und ließ nicht locker. Das furchtbar aufgeregte Pferd mieherte und schlug wild um sich. Zwei. Gehilfen eilten herbei; der eine versuchte es beim Kopf zu fassen, wurde aber umgerissen, und dem anderen versette es einen bösen Huftritt. Noch einmal bäumte es sich hoch auf und machte dann einen Sprung auf die Barriere zu. Im Publikum entstand eine entsetzliche Panii; Bänke wurden umgerissen, und einer stürzte über den Anderen weg, dadurch das Tier noch rasender machend. Treadwell hielt es noch immer an den Zügeln fest. Das Seil konnte er nicht erfassen, ohne die Zügel loszulassen, und dies war zu gefahrvoll. Auf einmal drehte der Hengst auf den Hinterbeinen herum und übersprang den am Boden liegenden Treadwell, ihm dabei einen Huftritt verseßend. Da, mit beispielloser Geistes gegenwart, ergriff der Neger das ihn streifende Seil, ein kräftiger Ruck, und der Hengst wälzte sich am Boden. Im Nu war Treadwell auf; noch ein-, zweimal das Seil angezogen, das Tier war hilflos und lag zitternd und schaumbedeckt am Boden. Treadwell war über und über beschmutzt und blutete aus einer Kopfwunde. Er setzte sich auf das Pferd, dann sagte er zu ihm:" Get up, my boŋ"! brachte es empor, beruhigte es, und nach 15 Minuten hatte er es lammfromm. Vorstellung. Jedenfalls hatte sich Treadwell als ein sehr Da kein Pferd weiter angemeldet war, schloß die geschickter und mutiger Dresseur erwiesen. F. Baumann. Für Ein neues Touristen- Dorado. ür die europäische Reiselust ist es nicht leicht, immer neue touristische Gebiete in Vorschlag zu bringen. Wo kann man eigentlich noch hingehen? Diese Frage hört man heut zutage nur zu oft. Man will neue Länder, neue Völker, neue Kultur, kurz und gut, etwas vom Altäglichen Abweichendes sehen. Tie alte Postkutsche hat dem sausenden Expreßzug und dem Auto Play gemacht, die alten Ozeanssegler haben sich in glänzende schwimmende Riesenpaläste verwandelt, die Aviatiker haben den Vögeln das Geheimnis des Fluges abgelauscht, und sogar den Fischen ist in den Unterseeboten eine Konkurrenz entstanden. Aber immer weiter geht der Menschen Drang und Sucht nuch Neuem. Sind nun tatsächlich schon alle Heerstraßen der modernen Reiserouten abgeklappert"? Antwort: Nein! Denn die Mehrzahl der Touristen folgt dem Schema- F- Wege und ist nur bedacht, das Reiseprogramm in fliegender Haft und Eile zu absolvieren. Bei dieser Galapp- Reiselust bleiben nur allzuoft die Veilchen, die nicht einmal im Verborgenen blühen, unbemerkt, und der vom Schnelligkeitsteufel befallene Tourist läßt sich herrliche landschaftliche, ethnologische und kulturelle Schönheiten entgehen. Zu diesen bisher etwas stiefmütterlich behandelten Veilchen gehört auch Kanada, das Par- excellence- Land der Touristik, des Sports aller Arten, sowie des Handels, der Industrie und last not least- der Viehzucht. Wer hat nicht von den großen Pferdezuchten in Alberta gehört, dem ,, Kentucky" Kanadas? Und dann die historische Vergangenheit Kanadas! Einst ein kleines Indianerdorf Stadacona heute das stolze Quebec, das vor einigen Jahren sein 300 jähriges Jubiläum feiern konnte. Welcher Wandel von der Entdeckung des imposanten Lawrencestromes durch Jacques Cartier bis zur Eröffnung der kanadischen Pazifik- Eisenbahn, die Kanada der Welt erschlossen hat, eine Welt der herrlichsten Naturschönheiten und ungeahnten Bodenreichtums. Wie familiär aber muß Kanada dem deutschsprechenden Touristen erscheinen, wenn er auf der Fahrt durch das weite Land die blühenden Städte Berlin und Straßburg berührt und ihm sozusagen im Herzen Kanadas von den kleinen Newsboys" der ,, Saskatchewan Courier" in deutscher Sprache angeboten wird. Das große Naturwunder der Welt, die Niagarafälle! Hört man von den tobenden und tosenden Wassermassen sprechen, so heißt es immer: das aquatische Prunkstück der Amerikaner. Man vergißt, daß auch die Kanadier, um einen mittelalterlichen lateinischen Ausdruck zu gebrauchen, das Niagara- Aquaticum haben und die unten zischenden und gischenden Wassermengen besonders von der kanadischen Seite einen bezaubernden Anblick gewähren. Hat man von der amerikanischen Seite die Hängebrüde überschritten und betritt tanadischen Boden, so glaubt man sich in ein kleines Paradies versetzt. Vor kurzem noch der amerikanische Riesentrubel, der auch angesichts der schönsten Naturwunder nie versagende Yankeegeist und plöglich ein beinahe echt englisches Landidyll. Entzückende, reizende Landhäuschen, saubere Straßen, gepflegte Blumen- und Obstgärten und europäischer Geschäftssinn. Nicht die gefürchtete Amerikanitis", die da hastet, eilt, galoppiert und nie zur Ruhe kommt, sondern ein solides und auf gesunder Basis beruhendes Geschäftsleben. Ein reizendes landschaftliches Tongemälde, zu dem der Niagara die nötige Fortissimo- Musik liefert. Diese kanadischen Eindrücke wiederholen sich an der ganzen amerikanischen Grenze, und wird endlich der Terminus der transtontinentalen kanadischen Eisenbahn, das interessante Vancouver mit seinen Urwaldriesen im wunderschönen StanleyPark und seinen umliegenden herrlichen Wäldern erreicht, so glaubt man sich erst recht nach Old England" versetzt, denn die Wohnviertel sind echt englisch an- und ausgelegt. Gelangt man zuguterlegt nach der Hauptstadt von BritischKolumbien, dem reizend gelegenen Victoria, dann genügt schon ein Blick auf den an Westminster erinnernden Turm, um die„ Americanitis" gänzlich vergessen zu lassen. Unermeßliche Getreidefelder, saftige Wiesen und endlose Prärien, imposante Wälder, himmelanstrebende eisbedeckte Gletscher, schäumende Gebirgsbäche und Flüsse, blühende Städte und idyllische Ortschaften, weidende Riesenherden von Pferden, Rindvieh, Schafen und Ziegen, nomadisierende, aber friedliche Indianer, ab und zu ein kanadischer Konstabler auf einsamem Wege, jene braven und heldenmütigen kanadischen Hüter der Ordnung, die der Volksmund„ Sentinels of the silence" getauft hat, das ist das imponierende Gesamtbild des großen Reiches. Ob man jedoch in der zweirädrigen ,, calèche" durch die Straßen Quebecs fährt oder im schnellen Auto Montrea! durchsaust, einen gemütlichen Bummel durch das so aufblühende Winnipeg unternimmt oder das achteckige Bibliotheksgebäude in Ottawa bewundert, ob man eine aufregende, aber interessante Fahrt über die„ Rapids" des St. Lawrence unternimmt Rüftenszenerie bei St. John's, der Hauptstadt von Neufundland.