ener fein Enffurter S Gießener Zeitung Taglia frische Bri che Auswat Leegebäd. S ein- und H behandelt H. Dentza seit 1895 Hannover, Wolfstrasse 9 stelf. Verb. Leich stbehandlung, e s ohne Berufs ekt v. 1911 ahlreichen Empfehl. 88- Nassau zugesandt. eit Jahren ein ssel, Fulda usw, zu sp äheres auf Nach Falzzie en Blogräumu Wagaon ziegel und billig abzugebe Mart. reme e. Bezugspreis 40 pfg. monatlich - ( Neueste Nachrichten) verteljährlich 1,20 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Ervedition oder in den Zweig. ausgabestellen vierteljährlich 90 Pfg.- Erscheint Mittwoche und Samstags. Redaktion: Selters. weg 83. Für Aufbewahrung oder Rüdsendung nicht verlangter Manuftriste wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 86. 2. Blatt. Die politischen Lieder und Sprüche der Deutschen im Mittelalter. - Dor= als Er Von Dr. Lion Feuchtwanger- München. Die kürzeren politischen Dichtungen des deutschen Mittelalters bezeichnet man gemeinhin nach dem trefflichen Sammelwerk Rochus von Liliencrons Leonhard hisle rische Volkslieder. Daß indes diese Bezeichnung abach/ M., einigermaßen schief ist, bemerkt schon Liliencron. vielleicht verkehrter Weise chreibt:„ Ich habe mich mich entschließen mögen, den einmal üblich gewordenen Namen der historischen Lieder, obwohl er gleichmäßig in jeinen beiden Teilen unzutreffend ist, gegen eine andere Bezeichnung zu vertauschen; richtiger hätte es heißen müffen: politische Volksdichtungen. Was nach abge= schlossenem Verlauf zur Geschichte wird, das ist, während es geschieht und für diejenigen, unter denen und mit deren Mitwirkung es sich vollzieht, Politik. Zu den bestimmenden Eigentümlichkeiten unserer Dichtungen aber gehört es eben, daß sie nicht, auf einen schon abgechissenen Verlauf zurückblickend, geschichtliche Begeben heiten in objektiver Auffassung darstellen, sondern daß fie in den noch fortdauernden Verlauf hineingehören, daß sie aus den Begebenheiten selbst als unmittelbare Folge hervorwachsen, und daß ihre nächste Absicht dahin gerichtet ist, auf den weiteren Gang der Dinge einzuwirken, indem sie die Gemüter stimmen und die Geifter im Volk für eine bestimmte Auffassung der Sachlage gewinnen." Sie sind mit anderen Worten durch aus journalistisch, ja, sie sind die wichtigsten journalisticheri Denkmäler jener Epoche. mê 買 0 Extra Kleider Kauskleid unfel, einfar uffert, per 15,85 unb Kinderkled br folide O Reter 165, und 78 Blusen побесне пеще Meter 165, und 80 latte Kel Serge, Batie ingeganjen, Dernen Forben 245, 215, 158 Große B Tindner S iele Farbenba 215,180mm 14 Broße Ref in Baumbel aßergewöh Siemard Batea 6 " Wichtiger sogar als die großen Reimchroniken. Obgleich nämlich auch diese aus dem Tag geboren und für den Tag bestimmt waren, so schränkte doch ihr Umjang, ihre Umständlichkeit und ihre Gelahrtheit den Effekt und die Popularität dieser Machwerke ein. Anders die hurzen politischen Dichtungen. Die konnten sich viel leich ter einbürgern. Oft waren sie zum Singen bestimmt, ie gingen von Mund zu Mund, flatterten über weite Gebiete und übten so tiefe politische Wirkungen aus, daß man ihre Bedeutung füglich mit der Importanz der heutigen politischen Tagespresse vergleichen fann. ls gar die Erfindung des Drucks die Verbreitung der politischen Lieder durch Flugblätter ermöglichte, stieg ihre Bedeutung ins Ungemessene. Zahlreiche Zeugnisse belegen den Einfluß dieser Lieder. Wenn auf eine Schlacht oder sonst auf einzelne Ereignisse Lieder gesungen wurden, dann konstatieren dies die Chronisten gern als eine Sache von Belang. Vor allem die Lüneburger Chronik legt Gewicht auf solche Feststellungen, aber auch sonst findet sich oft ein derartiger Vermerk Zum Jahre 1336 berichtet Justingers Chronik, die Berner hätten einem neuen Krieg ohne Besorgnis entgegengesehen, nachdem sie die meisten Schlösser umher zerstört,„ als dann das an etlichen lieden gesungen ward, die den herren mit wol gefielent". Und über den alten Züricher Krieg( 1443-46) berich let Tschudi:„ Es wurden auch diser Zeit mengelei Liedlin ze Rapperschwil und ze Zürich denen von Schwitz gefungen, daruß vil Widerwillens entstund, und man ein inen andere Lieder hinwider sang, und halff ic Boef das andere meren." Vom Schwabenkrieg( 1499) berichtet Anselm:„ Hant sich erhoben ohn Zweifel vom haser alles Friedens, dem Tuefel selbs erdachte schändliche unmenschliche Schmähwort Lieder und Wucken." Und auch Lenz flagt in seiner Reimchronik des Schwabernfriegs, von den Liedern, die man den Eidgenossen zur Schmach weit und breit im Elsaß und in Schwabem song, habe sich viel Jammer, Krieg, Brand und Totschlag erhoben. Auch der Ausbruch des Markgrafen friegs 1449-50 wurde vor allem durch Hetzlieder her= beigeführt, ebenso der Krieg zwischen Herzog Wilhelm un den thüringischen Viktumen 1452. Der in der Aufzählung von Nebensächlichem gewiß sehr sparsame Nemeas Sylvus berichtet über den Aufstand der Wiener DOTI 1452: Viri, matronae, pueri innuptaeque puellae acllufi Caesaris carmina cantant." Nach der Eroberung Leciferrin " Expedition: Seltersweg 83. Samstag, den 26. Oftober 1912. Konstantinopels durch die Türken bediente man sich ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 20 pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile.- Die 90 mm breite Zeile im Reflameteil 50 Pfg. Erirabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt fommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei erbindlichkeit. Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohn Druck der Gießener Verlagsdruckerei. Telephon Nr.: 362. 24. Jahru. Kapitelherren seien die Dichter zu finden; die Majestät offiziöser Reichspoeten, um das Volk aufzuftacheln. Oft möge dieselben an einen Ort bringen lassen, darin fie ließen es sich die Fürsten schwere Geldopfer kosten, einen gegnerischen Poeten auf ihre Seite zu ziehen. So läßt sich etwa der Meistersinger Rosenblüt, 1459 ein erbitter ter Feind der Fürsten, erkaufen, 1460 pathetische Loblieder auf die Bekämpften zu dichten. Für die Verbreitung dieser Lieder im Volk spricht auch ihre lange Nachwirkung. Ein inhaltlich und formal ganz reizloses Lied über den Seeräuber Claus Stortebeker aus dem Jahr 1402 wurde etwa auf Rügen bis ins 18. Jahrhundert, in Friesland noch im 19. gesungen. Ein Alsbald = Welch hohe Bedeutung die Zeit diesen Liedern beimak, geht am besten aus den Belohnungen und den Strofen hervor, die die Dichter empfingen. Ein Hans von Westernach, der in der Schlacht von Seckenheim ( 1462) gefangen wurde, durfte hoffen, durch ein Lied auf den Sieger sich die Freilassung zu ersingen. Hans vom Hof hingegen, der im Bamberger Immunitätenstreit 1435 ein Lied gegen die geistlichen Herrn sang, scheint für sein Gedicht gehängt worden zu sein. Sicher ist, daß der Has. Sänger des Bischofs Johannes von Würzburg( 1455-66), nach des Bischofs Tod um seiner Spottverse willen von dem aufgebrachten Janhagel gelyncht wurde. Lorenz Fries berichtet darüber in der „ Geschichte der Bischöfe zu Wirtzburg“:„ Bischof Johan nes hatte unter anderen seinen Dienern auch einen leibknecht Haaß genannt, einen Burger zu Wirtzburg, leibknecht Haah genannt, einen Burger zu Wirzburg, der konte wohl singen, und was in der ganzen stadt geschah, flein und groß, das erfuhr bischoff Johannes durch diesen Haasen: doch wolte man sagen, daß er nicht allwege die wahrheit fürbrächte, sondern vielmahl mit dem seinen zumischete, nachdem er einem günstig oder seind war, dadurch mancher unschuldiger geschmitzt und dagegen mancher schuldiger ungestrafft bliebe. Derowegen ihn fast jedermann abhold und haß trug. Er war auch sehr prächtig stoltz und üppig und was er fürnahm, das unterstund er hindurch zu bringen, darum er auch von männiglich geforcht war. aber der bischoff Johannes mit tod verschied, ward er von dem hofgesind gefangen herab in die stadt geantwortet, und bald darnach gebunden im Mann geworffen und ersäufft. Das war sein verdienter lohn, und soll dieser Haaß... einem jeden hofgesinde beispiel und exempel geben, daß sie sich des gemeinen sprich worts„ lieber fittel reiß nicht, herrndienste sterben nicht erinnern und bey den lebendigen herrn also halten, daß sie sich bei den künfftigen, wo es sich aus ordnung gottes also zutragen würde, keiner verschuldeten ungnade noch anderer beschwerden besorgen dürften." Es gibt auch einen bissigen Spruch vom Hasen, der in 203 Versen das schlimme Ende und die Höllenfahrt des Sän1445 verbot Philipp der Gute von Burgers meldet. gund, als er den Parteihader der Hoeken und Kabblious zu unterdrücken trachtete, das Singen oder Hersagen beleidigender Lieder und Gedichte. Zum Jahre 1457 erzählt Eschenloer, zu Breslau habe der Rat vergebens versucht, den von der katholischen Geistlichkeit angeregten Schmähgedichten gegen Podlebrad Einhalt zu fun;„ ie mehr und mehr erhuben sich neue Gesenge und Gedichte in den Kretschamheusern und die Prediger dabei helfende, daß kein Ratman noch kein weiser Man dorwider mehr reden durfte." Zum Jahr 1488 erzählt das Braunschweiger„ Schichtbok", daß Ludeke Holland und seine Gesellschaft, die das Regiment in Braunschweig an sich gerissen, eine eifrige Untersuchung angestellt wegen eines„ schanfernollekens", d. h. Spottgedichts. Und als im Jahr 1493 in Würzburg ein fliegendes Blatt mit einem Spruch gegen den Herzog von Sachsen verbreitet wurde, ließ der Bischof die Verkäuferin, ein Mädchen aus Bamberg, greifen und die noch vorhandenen Exemplare verbrennen; auch wandte er sich an den Bischef Veit von Bamberg um Bestrafung des Druckers. Der Herzog von Sachsen gab sich aber damit nicht zufrieden. Am 17. Mai 1494 erhob er harte Klage zum König Maximilian, Bischof und Kapitel von Würzburg hätten einen Schmähspruch gegen ihn öffentlich verkaufen und im ganzen Reich verbreiten lassen; unter den | recht dichten lernten. Bischof und Kapitel wurden dann auch zur Rechenschaft gezogen. Unterm 25. Juni ent= schuldigten sie sich: die strengste Untersuchung, zu der auch die abwesenden Domherren beigezogen worden seien, habe nur die völlige Unschuld ihrer aller ergeben; unt die Bestrafung des Druckers habe man den Bischof von Bamberg sogleich ersucht. Der Drucker, Meister Sporer vermutlich, scheint denn auch infolge dieser AnAuch angelegenheit Bamberg verlassen zu haben. läklich der Niclashäuser Wallfahrt 1476 galten die von dem Hirten Böhm, einem religiösen Schwärmer, und seinen Anhängern gedichteten und gesungenen Lieder als ein Hauptmittel der sektiererischen Erregung, und weltliche und geistliche Behörden suchten diese Lieder durch Verbote zu unterdrücken. In einem Ausschreiben des Königs Wladislaus an die Zittauer, d. d. Ofen 29. Nov. 1496 heißt es:„ Auch kommt glaubwürdig Uns, wie ihr denen von Görlitz wie auch Uns zu Schimpf aber neue Lieder tichten und singen, auch durch die ewren und in ewrer Stadt viel Schmach zufügen an laßt; wo ihr nicht davon abstehet, werdet ihr uns bewegen, andere Befehle abzufertigen." Bei dieser Gefährlichkeit der politischen„ Lichteren" nimmt es nicht wunder, wenn 1492 der Herold Hans Schneider von Augsburg, der füniglichen majestät ( Wiarimilians) sprecher", also flagt: „ Man spricht mir oft umb dichten zu ich soll mich brauchen spat und fru, daß ich die newen leuf betracht. Jch pesorg ich wurd darumb veracht Dann niemand will für gut mer han Die straf, die man hat etwan tan: vor zeiten dorften d' Herold strafen, wo trew und warheit wolt entschlafen und wenn die heupter meil entfiengen, daß sie die rechten strak nit giengen, so schneit man in die tischtuch ab, das mindert in der eren hab. Sol man jez solich zipfel schneiden, so muß sich menges tischtuch leiden, doch wil ieder der besser sein!" Bei der Bedeutung, die dem politischen Lied jener 3eit eignete, läßt sich denken, daß sein Stoffgebiet ein außerordentlich großes war. Es ist sicher, daß ein großer Teil dieser Dichtungen unterging, sowie die besungenen Ereignisse aus dem Denken des Volkes schwansetzte man, wenn das besungene Ereignis verblaßte, allden; viele auch sind nur verstümmelt erhalten, und oft gemeinere Ausdrücke an Stelle der besonderen und verwirrte die Beziehungen. Dennoch läßt sich aus dem erhaltenen Material das Stoffgebiet der politischen Volksdichtung mit ziemlicher Sicherheit bestimmen. Man sang politische Lieder überall in deutschen Landen, von der ungarischen Grenze bis zur burgundischen, vom Trentino bis zu den friesischen Inseln. Wo Fürster: herrschten, war die Produktion naturgemäß nicht so groß wie in den freien Städten und auf dem Boden der Eidgenossenschaft, denn die minder strenge Zensur und das stärkere politische Interesse in den demo= kratischen Gemeinwesen förderte die politische Dichtung alberordentlich; vor allem in der Schweiz entstanden sehr zahlreiche derartige Lieder, die auf das rege Jnteresse breiter Volksschichten an staatlichen Dingen zurückzuführen sind. Allgemeine Richtlinien dafür, was die Wahl des Strffes beeinflußte, lassen sich schwer aufweisen. Ob ein Ereignis politisch bedeutungsvoll war oder nicht, kümmerte die Sänger wenig. Auch die charakteristischen Werte einer prominenten Persönlichkeit wußte man nur selten zu erfassen und zu gestalten. Johann von Luremburg- Böhmen ist in feinem dieser Lieder erwähnt, an dem komplizierten Genießertum Kaiser Sigmunds ging die nüchterne Zeit achtlos vorbei, und nirgends in den Liedern über die burgundischen Händel findet sich Verständnis für die Größe Karls des Kühnen. Nur die bringt neues Leben für Geschwächte und Gebrechliche. Erneuert das Blut, kräftigt Körper, Nerven und Geist, bringt gesunde, trische Farbe und neue Lebensenergie. Sehr wohlschmeckend. Preis M. 3.-, überall erhältlich. ,, Galenus" Chemische Industrie, G. m. b. H., Frankfurt a. M. Knorr Bilder etlicher Raubritter und die Gestalten einiger städ= tischer Gewalthaber treten flarer hervor. Vor allem sind es Kriegsabenteuer, die man besingt; hier vornehmlich stehen die Schweizer, die ja in diesen Jahrhunderten die gewaltigsten triegerischen Erfolge errangen, obenan. Dann sind es Angelegenheiten der Städte, die die Sänger beschäftigen: Zwistigkeiten der Städte mit geistlichen und weltlichen Herren und innere Streitigkeiten zwischen den patrizischen„ Geschlechtern" und dem Pöbel. Manchmal sind da Lieder beider Parteien die„ Alten" und die„ Newen" heißen fie fich gewöhnlich vorhanden, und manchmal nehmen dann diese Lieder Bezug auf einander. Man dichtet ferner über allgemeine Angelegenheiten des Reichs, die Not, die von den Türken und Hussiten droht, die Judenmorde, Klosterbrände, das Konzil von Konstanz; fünf Gedichte darüber sind erhalten, darunter ein ganz besonders unflätiges über die Dirnen auf dem Konzil und eine schrecklich lange, unbeholfene, dem Kaiser Sigmund gewidmete Reimerei. - Einen großen Raum nehmen die Loblieder auf einzelne ein und die Klagelieder auf Verstorbene, der Lobsprüche auf einzelne Städte nicht zu gedenken. Diese Hymnen und Nekrologe stammen zum großen Teil von bezahlten Schreibern, sehr viele sind überschwenglich bis zur Komik, sehr viele bewegen sich in falter, erkünftelter, umständlicher Allegorie. Manche rühmen auch recht ungeschickt große Herren gerade um solcher Tugenden willen, deren Mangel sie berüchtigt gemacht hat; so preist etro: Tomas Prischuch von Augsburg in seinem Konzilsgedicht sehr heftig die hohen Tugenden der Königin Barbara, der Gemahlin Sigismunds, die wegen ihres lasterhaften Lebenswandels allüberall berüchtigt war. Einzelne Klagelieder aber erheben sich zu größerer Jn nerlichkeit. Vor allem bemerkenswert erscheint mir ein Lied vom Jahre 1437 auf Jean Villiers, Herrn von Lisle- Adam. Dieser tapfere Offizier Philipps von Burgund fiel im Kampf für seinen Herrn, und ein Feind, ein Bürger von Brügge, widmete ihm dies Lied ehrenden Andenkens. Knorr- Suppe 7Schwaben 3 Teller 10 P KNORR KNOP Boulon Bouillon Knorr- Suppe Erbsen feine 3 Teller 10 Pfg Keine moderne Küche ohne Knorr- SuppenWürfel Fille abgebilde leicht Im Haufe mit Hilfe vo bezichen durch Alex. Salomon Die Meistersinger Rosenblüt und Muscatblüt und Beheim, den Chronisten des Kaisers Sigismund Eberhart Windsbeck und den Dichter des„ Narrenschiffs" Sebastian Brant. In den Literaturgeschichten findet man gewöhnlich Peter Habsuters Lied über die Sembacher Schlacht als die bedeutendste dieser Dichtungen angeführt; sehr zu Unrecht; denn abgesehen davon, daß die ses sehr lange Gedicht sicherlich kompiliert ist, entbehrt es völlig der Frische und Keckheit, die die übrigen Schweizer Kriegslieder jener Zeit auszeichnet und kann höchstens stoffliches Interesse erregen. Mir erscheinen unter den politischen Volkslied- Dichtern, deren Namen bekannt sind, Peter Müller und besonders der warmblütige Beit Weber als die bedeutendsten. wir können sie nur auf dem Umweg der gelehrten schung recht verstehen; das öde moralische Gesalba und die hölzerne Allegorisierwut der meisten dieser eten muß uns ebenso verstimmen wie ihre Verständn losigkeit für jede innere Form. Am frischesten noch gen jene Lieder, die aus dem Volf heraus entstand sind. Eines davon, das mir die stärkste und lebendi politische Dichtung der ganzen Epoche scheint, will hierher setzen. Jm Jahre 1403 wurde es gesungen, und dies seine Vorgeschichte: die Holsteiner wollten das auf seine Freiheit trutzende Gebiet der Ditmarsen obern. Zu diesem Ende bauten sie in Delbrügge, unmittelbarer Nähe von Mehldorf, der einen Haupt Ein gut Teil der Lieder und nicht die schlechtesten Difmarschens, eine Zwingburg und verlangten Zins sind anonym. Da schließt etwa einer: Mein haimlichkeit thu ich euch kund, ich habs geredt aus herzen grund; der troffen hund gar laute greint, wer bös leut straft, der schafft im veind. Gibs nieman wider ist mein nam, wer mich wil sehn, vindt zu Nusquam. Der Dichter des Spottlieds„ up de papen und den nien rat to Lüneborch" 1456 schließt: ,, De uns dut led gesungen het, konde he, he sunge it gerne bet und wolde des nicht sparen, men he fruchtet, dat öne de prawst to Lune dat keren mochte to varen." Oft nennt der Dichter nur seinen Heimats- oder Aufenthaltsort, oft begnügt er sich mit der Versicherung, er se dabei gewesen; häufig nennt er nur seinen Stand: da finden sich Landsknechte und Beckenknechte, Berggesellen, Wirte, Krämer, Reiter und Gelehrte unter den Dichtern Sehr oft geben die Verfasser wie auch sonst im Volkslied Nachrichten ganz allgemeiner Art über ihre Person, gerne mit schalthaftem oder ironischem Unter= ton, gern auch mit einer Bettelei verknüpft. Etwa: Der uns dis liedlin neuwe sang, der tuot vil manchen irren gang, guot leben ist im tuere! in siner teschen ist er swach, er claget ser sin ungemach, daß ir im koment zur stuere!" Jez far ich von euch dahin: an( ohne) par geld ich oft pin." Der uns das lied hat new gedicht, sin seckel stet im ler!" Etliche Dichter gebärden sich recht kriegerisch. „ Er hat mengen Swaben erstochen Eine für die Zeit sehr charakteristische Stellung unter den Liedern auf einzelne nehmen diejenigen Dichtunger: ein, die sich mit dem Raubrittertum beschäftigen. Das brave, ordnungsliebende Bürgertum, das recht eigentlich diese Epoche beherrschte, haßte natürlich den oder: Raubadel, der die mühsam sich gestaltende Ordnung immer wieder gefährdete, die Kaufleute brandschatzte, die Straßen unsicher machte, Handel und Wandel hinderte oder auch: und lähmte, ja die Bürger selbst hinter den Mauern ihrer Städte bedrohte. Auf der anderen Seite aber hatte man besonders im niedern Volk sehr viele Sympathien für die Raubritter, diese letzten Ueberbleibsel aus der Ritterzeit, die nur auf sich selber gestellt, trotzig und frei, der Reichsacht und der städtischen Söldner spottend, ihr sorgloses, heftiges, herrenhaftes Leben lebten. So spielten Raub- und Mordgeschichten dieser Ritter in der Phantasie des Volkes eine große Rolle; sehr viele Lieder beschäftigen sich mit ihnen, und der Zwiespalt des Volles, dessen nüchterner Ordnungssinn die Friedensstörer haßte, während seine ausgehungerte Phantasie sie bewunderte, spiegelt sich deutlich in diesen Dichtungen. Vor allem Eppele von Gailingen, Klaus Stortebeker, die Quizzows und Hans Lindenschmid sind die Helden solcher Lieder. Die Autoren der politischen Dichtungen sind wohl die einflußreichsten journalistischen Persönlichkeiten der Zeit. Wir finden unter ihnen auch sehr gute Namen, Nur eine Qualität und mit den Straßburgern gerungen". versichert einer von sich und ein anderer noch truzziger: „ Der uns das liebli hat gesezt, er ist uz berner biet; sin halbarten hat er gewezt vor Gotlieben in dem riet. da die Schwaben woltend wichen und erstochen wurdend bhend; er wil noch mengen erstechen, e der krieg hab ein end!"- Für uns Heutige haben diese Lieder fast allesamt nur mehr Kuriositätswert. Das satirische Element, in den diese Dichter am stärksten sind, können wir nicht mehr recht würdigen; denn es fehlen uns ja die lebendigen Beziehungen zu den ironisierten Ereignissen, und - die beste fabrizieren wir unter der Marke Sanella Mandelmilch- Pflanzen- Butter- Margarine. Nur echt mit dem Namenszuge des Erfinders Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Oskar Liebreich. Liebreich Nachahmungen weise man zurück! Sana- Gesellschaft m. b. H. Cleve. Tribut. Die Ditmarsen aber sammelten sich unter R Boitenson, zogen aus, um die Zwingburg zu brea und sangen folgendes schöne Freiheitslied: ,, Dar is ein nie rat geraden to Gottorp up dem schlate, dat hefst her Claes von Alefelde gedaen sinen edlen heren to bate. He let wol buwen ein gut schlot, unsem erlichen lande to gramme, do sprack sid Roleffs Bojeken sone, de beste in unsem lande. „ Tredet herto, gi stolten Ditmarschen! unsen fummer willen wi wreken, wat hendeken gebuwet haen, dat können wol hendken tobreken." De Ditmarschen repen averlut: dat lide wi nu und nummermere, wi willen darumme wagen hals und gut und willen dat gar ummeferen. Wi willen darumme wagen goet und bloet und wille dar alle umme sterwen, er dat der Holsten er avermut so scholde unse schone lant vorderven!" 103 Heber Werfen von Sprengkörpern aus Flugzeuge. Bateid für Bei dem Flugfest am 27. ds. Mts. auf da tatenlos in den S und mehr, und ma seiten, auch in Trieb zu Gießen wird ein Flieger das Werfen Sprengförpern aus Flugmaschinen vorführen. Der schauer wird sich somit ein Urteil über eine Maßnahmenden Handarbe bilden können, die in einem zulünftigen Kriege zwa wird. Es kar los eine Rolle spielen wird und im Kriege um Tripam und die neueft lis zum erstenmale zur Anwendung gekommen ist Anwendung dieses Bombenwerfens wird besonders gen feindliche Biwaks empfohlen, die wegen ihrer ra lichen Ausdehnung, auch aus beträchtlicher Höhe, hältnismäßig leicht zu treffen sind. Man hofft dad unter den ruheſiden feindlichen Truppen eine Be herrorzurufen, die dann leicht ausbrechen fann, w die Truppe durch ungünstige Gefechte moralisch geli hat oder sich auf dem Rückzuge befindet. Auf dem fest will man einen biwafierenden höheren Stab, dej Standort durch Agenten oder feindliche Landeseinu ner erkundet ist, außer Gefecht zu setzen suchen. sehr das Werfen von Sprenglörpern aus Flugzeu besonders die französischen Geister erregt, erhellt a einem phantasiereichen Vorschlag, den man vor ein 3eit in französischen Zeitungen lesen fonnte. Es dort vorgeschlagen im Falle eines zukünftigen deutig französischen Krieges gleich nach erfolgter Kriegserf ung eine große Zahl von französischen Fliegern, Bomben ausgerüstet, gegen die Rheinbrücken bei Mon zu entsenden. Die Eisenbahnbrüden sollten dad nachhaltig beschädigt und der deutsche Eisenbahnaf marsch gestört werden. Auch als Kampfmittel ge Lentiuftschiffe sollen die Sprengförper aus Flugma nen zur Verwendung kommen. Voraussetzung ist türlich, daß das Flugzeug über das Luftschiff ton und sein verderbenbringendes Sprenggeschoß das wehrende und bewegende Luftschiff trifft. Bekannt auch, daß man mit Sprenggeschossen aus Luftschif und Flugmaschinen Kriegsschiffe, Hafenanlagen u zu beschädigen hofft. Wie schwer es aber zurzeit nd ist, aus beträchtlicher Höhe einen Gegenstand auf Erde zu treffen, wird die Vorführung am fommenda Sonntag uns zum Bewußtsein bringen. Es scheint her, daß der ewige Kampf zwischen Schutz- und Tr waffe auch in den Lüften nicht zu Ende fommen wi - Geschäftliches. )( Eine Aufklärungsschrift, die in radezu vorbildlicher Art und Weise durchaus sachlich Aufschluß über die Herstellung und Zusammensetzu der Produkte„ Palmin"( Pflanzenfeft) und Pa mena"( Pflanzenbutter- Margarine) enthält, geben ne erdis die Fabrikanten dieser Produkte heraus. fleine, vortrefflich ausgestattete Broschüre wird allen teresienten von der Firma H. Schlind& Cie. A.-G. Hamburg, auf Wunsch gratis und franko zugesandt. Plappermaulcher möglichen Künf fiterarischen E as it der Gesichtst Fra , er gelehrten ische Gejal eiften diejer hre Verstand cheften nob raus entfa und lebend heint, will en, und dies ten das Ditmarjen Delbrügge inen Haupt angten 3in1 sich unter rg zu bre ed: ne, gedaen chen! 7." Ce, und gut t und blo en, erven!" Alle abgebildeten modelle können leicht im Haufe gefchneidert werden mit Hilfe von favoritfchnitten. Zu beziehen durch die hiefige Verkaufsftelle: Alex. Salomon& Co., Schulftraße. 10396 s Flugze 561. Ballkleid für innge Mädchen. Mts. aul Das Reich der Frau. Bur Tanzstunde. Welchem jungen Mädchen wird nicht das Herz höher schlagen, wenn es heißt: Jetzt geht's in die Tanzstunde." Strahlenden Auges betrachtet es die dazu angefertigten Kleider, denn selbst, wenn die vorhandenen noch repräsentabel genug für das für sie so überaus reizvolle Vergnügen scheinen - ein Der gnügen, und zwar ein recht großzes, ist die Tanzstunde doch alle. mal für die weibliche Jugend so gibt es außer den regel mäßigen Abenden, an denen alle pas, Srançaise, Quadrille und Kontertanz eingeübt werden, dazwischen doch auch noch kleinere Bälle und den sogenannten Abtanzball. Sür diesen Höhe. punkt der winterlichen Vergnügungen im Leben des Bachsisches gilt es, fich besonders zu schmücken und dazu ein ganz funkel nagelneues Kleid zu beschaffen. Unsere nachstehenden Modelle geben nun einige Richtlinien für das, was die Jugend in dieser Saison im allgemeinen trägt. Einfachheit sollte dabei für das junge Mädchen oberstes Prinzip sein. Selbstverständlich hat es damit auch den Begriff " schon" zu verbinden, und diese edle Verbindung von„ einfach und schön" kann es ohne große Kosten dadurch erreichen, daß es bei der Anferti. gung des genannten Tanzstunden und Ball. kleides selber mit Band anlegt und seiner Mutter oder der etwaigen Haus. ichneiderin treu zur Seite steht. Die große Mode für alles, was Band. arbeit heißt, veranlaßt es sicherlich, seine Kleider und sonstigen Gardero. benstücke mit hübscher Bandarbeit auszustatten. Auch die Tanzstunden. kleider gewinnen durch unsere gefälligen neuzeit lichen Bandarbeiten, die in Perl, Platt und Loch. stickerei, in Bändchen. arbeit, Tülldurchzug, Makramee, Silet und sonstiger Technik nach gegebenen Anweisungen von jeder Dame mühe Ios auszu führen sind. Die 3eit, in der auch die jungen Mäd. chen bei ihren 3usammen künften die Cetatenlos in den Schoß legten, schwinden jetzt s Werfen terpt und mehr, und man sieht wieder, wie zu Groß. führen. Das Seiten, auch in der Großstadt die Jugend eine Matreizenden Handarbeiten beschäftigt, wobei dem ( einen Plappermäulchen nicht im geringsten Einhalt n Kriege Pen wird. Es kann im Gegenteil lustig dabei riege um Lern und die neuesten Weltereignisse besprechen, tommen alle möglichen Künstler schwärmen und die mo eriten literarischen Erzeugnisse zum besten geben. ird beson 5. s ist der Gesichtskreis unserer jungen Damen egen ihrer cher Höhe an hofft en eine Jen kann, moralisch t. Auf dem eren Stab Landese n suchen. aus Flug gt, erhell man vor onnte. Es ünftigen ter Kriegs Fliegern rücken bei follten e Eisenbah ampfmittel aus Flug sfezung Luftichin eschoß das ft. Befan aus Luff anlagen aber zurze enstand auf am fomm 1. Es fhei Schuh- und de fommen ift, die in urchaus fa Bujammenk t) und thält, geben e heraus. e wird alle & Cie info zugefa Av. 4595. Sobtuse. Frauen! 95 B fr. 31958. Moderne Tasche 4582 Ar. 4582. Außer der Modell- nummer gebe man bel Bestellung von Schnittmustern als Mah an: für Talllen die Hälfte der Oberweite, für Röcke die ganze Hüftweite, die, wie die nebenitehende Abbildung zeigt, zu nehmen find. schwer, denn während diese Stoffe in früheren Seiten erst für recht wertvoll galten, wenn fie buchstäblich standen", so liegt ihr größter Vorzug jetzt in ihrer Weichheit, Seinheit und Schmiegsam heit. Aufzer dem ganzen Kleid gilt aber auch Rock und Bluse als durchaus salonfähig, und namentlich die Schoßbluse ist in allen möglichen Variationen zum Liebling der gesamten Damenwelt, ob Helene Grube. alt oder jung, erkoren. Beschreibung der Bilder. Ar. 4582. Jur Anfertigung dieses reizenden Tanzstundenkleides wurde weißer Waschvoile verwendet. Die bis zur Taille gehende, vorn in einer Spitze endende Passe ist mit bunter Bulgaren Stickerei reich verziert und wiederholt sich an den Aufschlägen der leicht ge reihten, puffenartig gearbeiteten Aermel. Der äußere gestichte Jacken. rand bildet auch einen angemessenen Abschlußz für die drei Etagen des modernen Rocks Schnitt zur Taille unter Nr. 4582 in 44, 46, 48, 50, 52, 54 cm halber Oberweite für 60 Pf., zum Rock unter 4590 Ar. 4590. 3wei Kleider für die Tanzstunde. heute ja auch weit genug, daß sie nicht mehr wie vordem nur auf ihren Stadtklatsch" beschränkt find. Recht vielseitig ist auch der Schnitt unserer Kleider in dieser Saison ge ftaltet. Panier, Plissee, Empire und Prinzeßz kleider, ganz glatte Röcke sehen wir neben Etagenröcken, und Blenden, Dolants, Rüschen. und Plisseegarnierungen bilden nebst den ge nannten Stickereien usw. eine zeitgemäße Ausstattung für Tanzkleider. Was nun die Stoffe anbetrifft, so hat die moderne Technik es darin herrlich weit gebracht! Die duftig. ften Gewebe werden uns in Eolienne, Voile, Etamine, Batist geboten, ganz abgesehen von den modernen Tüll, Spizen und Stickerei stoffen. Seide und Samt ist so leicht und fein gewoben, daß sich ein ganzer Rock bald beinahe durch einen Ring ziehen läßt. Be sonders die dünne Libertyseide eignet sich auch für junge Mädchen, während die wert volleren Stoffe den Damen, die das Vergnü gen haben, Ballmütter zu sein, vorbehalten find. Doch auch für Samt, Damaft und Brokat pagt heute nicht mehr das Wort Beachtet, leset und abonniert die Nr. 3277 in 96, 100, 104, 108, 116 cm Büftweite für 80 Pf Stickerei. muster unter Nr. 32 124 in Größe 44, 46, 48, 52 für so Pf. aus Nr. 4590. Das hellrosa Seidenbatist gear. beitete hübsche Kleidchen besteht aus einer plissier. ten Taille und gleichem Rock. Die erstgenannte zeigt einen tiefen, über die eingesetzten Kimone ärmel reichenden Tüll. koller mit schöner Bänd. chenarbeit, während die unteren Blusenteile in feine Plissees gelegt sind. Ganz plissiert, ohne glatte interbahn ist auch der Rock gearbeitet, den am Taillenschlußz ein weisseidenes Band umschließt, mit dem auch die Aermel abschließen. Schnitt zur Taille unter Nr. 4590 in 40, 42, 44, 46, 48, 50 cm halber Oberweite für 60 Pf., zum Rock unter Nr. 5296 in 96, 100, 108, 116 cm Büftweite für so pí. Stickereimuster unter 12, XXI. Nr. 5628. Empirekleid mit periftideret. Nr. 32186 in Größe 44, 48 für 1 m. Nr. 5661 stellt ein reizendes Ballkleid für junge Mädchen dar. Es wurde aus nilgrüner Libertyseide gearbeitet und durch ein leicht ge bauschtes Panier aus weißem Chiffon voiliert. Die eckig ausgeschnittenen Vorder und Rückenteile erhielten eine Bretellengarnitur aus Chiffon und Seide, die mit einer grünseidenen Rosette mit langen Schärpenenden aus grünem Seidenband abschließt. Schmale Seidenbänder umgeben auch die Puffen der modernen Puffärmel, die mit einem Spitzenvolant abschließen, und den mehrfach eingereihten Taillenschluß. Um die Rüschen des Roches wiederholt sich die Bandgarnierung ebenfalls, und zwei duftige Spitzen. volants schmücken den unteren Teil des Roches. Schnitt in 40, 42, 44, 46, 48 cm halber Oberweite für 1.25 m. Nr. 5628. Dieses schicke Empirekleid wurde aus neurosa Seide einem anliegenden Prinzeßkleid aufgearbeitet. Das unter dem Arm durch einen Unterarmel ergänzte Kimonoblusenteil tritt mit dem rechten Teil über das linke, eckig ausgeschnittene, das mit hellgrünem Samt umrandet ist. Die Taille und der rechts ebenfalls übertretende Sünf. Bahnenrock ist mit reicher Silberperlenstickerei ausgestattet. Schnitt zum Kleid unter Nr. 5628 in 44, 46, 48, 50, 52, 54, 56 cm Oberweite. Stickerei muster zur Taille unter Ar. 31 518 in Größe 44, 48, 52 für 80 Pf., zum Rock unter Ar. 31 51 für 1.25 m. Ar. 31 959. Moderne Tasche. Ar. 4595. Bitronengelbe Seide mit schwarzen Tupfen und dünne, schwarze Taftseide wurden zu der aparten Bluse verarbeitet. Die aus der gelben Seide gefertigte Unterbluſe ift oben und unten leicht eingereiht und am Halsausschnitt mit schmaler Rüsche um. geben. Die dreiviertellangen, eingesetzten Puffärmel erhalten einen abschließenden Dolant, und die vorn offene, unten ab. gerundete ärmellose Schoß- Ueberbluse ist mit schmaler Borte umrandet. Schnitt in 44, 46, 48, 50, 52, 54 cm halber Oberweite für 60 Pf. Ar. 31 955. Unter dieser nummer bringen wir zwei Theaterhauben, von denen die erfte aus weißer Seide geformt und mit einer entzückenden Garnierung, aus_Goldbörtchen gearbeitet, umrandet ist. Die zweite ist ohne Schnitt herzu stellen. Man nimmt dazu einen glatten Schal, den man, wie die Vorlage veranschaulicht, in kleine Säumchen abnäht und der Kopfform gemäß hinten einzieht. Die Umrandung ge schieht durch schwarzen Samt. Bändchenmuster auf Glanz hattun mit Schnitt zur ersten Baube unter Ar. 31 955 für 50 Pf. 11s nach ge oder Bunt Ar. 31 958. Diese moderne Tasche gebenem Mufter selber zu arbeiten un. stickerei auszuführen. Stickereimufter mitt 50 Pf. Ar. 31 959. Unser hochmodernes modell wurde auf weißer Seide in schwarzer Samt- Applikation und goldgelber Schnurstickerei gearbeitet. Stickereimufter mit Sonift für B. 6. 50 Pf. erhältlich. Empfehlt bei den Geschäftsleuten die $ 9 fr. 31955. Cheaterbande. C.24955. Giessener Zeitung" Persil Wollwäsche ( Wichtig lesen!) Das selbsttätige Waschmittel. Nicht kochen, nur waschen in handwarmer Persillauge von 30-40% Keine weiteren Waschzusätze nehmen. Die Reinigung ist vollkommen, das Gewebe bleibt locker und griffig und die Wäsche wird gleichzeitig desinfiziert. Erprobt u. gelobt! Nur in Originalpaketen, niemals lose.HENKEL& CO., DÜSSELDORF. Allein. Fabrik. a. d. allbeliebten Henkel's Bleich Soda Für Frauen + Ich empfehle bei Störungen sofort meine fich. wirfend. Bulver Mt. 3.- oder Tropfen Mt. 3.50, extra ftart Mt. 5.50 per Flasche zu nehmen. Unschäblich. Garantieschein. 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Alle Besucher gehend des nächsten Sonntag in Gießen stattfindenden Flugfestes, veranstaltet vom Luftfahrer- Verein, und nicht zuletzt alle Bewohner unserer Gegend sollten sich diese für später lokalgeschichtlich wertvolle Gelegenheit nicht entgehen lassen und durch Kauf solcher Luftpostkarten ein sichtbares Erinnerungszeichen sich verschaffen. Außerhalb wohnenden Kaufliebhabern werden gegen Voreinsendung von 55 Pfg. pro Luft post karte und 1.05 Mt. pro Flugpost karte solche zugesandt, und zwar je nach Wunsch unab gestempelt im Kuvert oder offen, d. h. einzeln gestempelt. Auch diese werden den Extra- Stempel erhalten. Bestellungen sind nach Gießen, Postfach 33, zu adressieren. Der Reingewinn von diesen Karten wird der Das Zeppelin- Luftschiff„ Viktoria Luise", welches nächsten Sonntag von Frankfurt a. M. nach Gießen fährt, I and et hier auf dem Trieb. Manchem Augen zeuger dieses lokalgeschichtlichen Ereignisses wird das Veranlassung sein, das recht passende Erinnerungszeichen in Form dieser ersten offiziellen Luftpost karic sich zu erwerben. Diese Karten erhalten den beson deren Flugpoststempel und da sie gewöhnliche Reichspostkarten aber mit eingedruckter Extra= Marke sind, so haben diese offiziell ersten Flug= postkarten besonders für Briefmarken- und Kartensamm= ler großen Wert. Diese Karten sind nur in den eigens dazu im Laden des Papierhandlers Albin Klein, Seltersweg 83, jetzt schon und nächsten Sonntag auf dem Trieb aufgestellten Briefkästen einzu- National- Flugspende überwiesen. von المحا Illustrierter Wochen- Anzeiger Welt- Rundschau. Bezugspreis fürs Vierteljahr 1 Mart durch die Agenten, 1,20 Mart durch die Post und 1,50 Mark direkt unter Kreuzband. Stadt- Anzeiger. 100 Mark Prämien erhalten unsere Abonnenten laut unseren Bedingungen. Expedition: Gießen, Seltersweg 83. L.J Inserate die 44 mm breite Petitzeile 25 Pfg.; Reflame die 90 mm breite Petitzeile 50 Pfg. Extra Beilagen nach Uebereinkunft. Frankfurt a. M., den 24. Oktober 1912. Herrn Albin Klein, Gießen. Auf Ihr wertes Schreiben vom 23. Ifd. Mts. teilen wir Ihnen ergebenst mit, daß sämtliche bis 27. Oktober bei Ihnen gekauften Flugpostkarten noch mit dem offiziellen Luftpost- Stempel abgestempelt werden. gez. Dr. A. Rikoff. Diese zur Verwendung und Abstempelung bestimmten Karten müssen also unbedingt bis spätestens Sonntag Abend in den vorerwähnten Brieffästen eingeworfen sein. Die Weiterbeförderung an die Frankfurter Zentralstelle erfolgt dann sofort in versiegeltem Beutel. Albin Klein, Generalvertrieb der Luftpostkarten und der sog. Prinz Heinrich- Flugspende- Karte für Gießen. Algier. chon die Einfahrt in den Hafen von Algier wird ewig in meinem Gedächtnis bleiben. Das alte Sprichwort: Vedi Napoli e poi mori verliert angesichts der herrlichen Azurfüste seine Berechtigung. Denn Schöneres, wie sich dent spähenden Auge an einem flaren Sonnenmorgen von Bord des ankommenden Schiffes aus bietet, dürfte es faum in der Welt noch geben. Vorerst erscheinen die Häuser noch in verschwommenen Umrissen; an eine mit fünstlerischer Vollendung gemalte Theaterfulisse gemahnend. Verschwommen deshalb, weil alles in Blau getaucht ist, der Himmel, das Wasser, die Stadt und die Luft, die ganze Küste Azur. Und fommt das Schiff näher, und werden die Umrisse der Stadt deutlicher, so fann man nur stuntm an der Neling des Schiffes stehn und staunen. Etwas freisförmig gebogen streckt sich die Stadt am Ufer entlang; Straßean Straße terrassenförmig übereinandergebaut, als schierten sie einen Hügel empor, eine hinter der andern, folonnenartig. Hinauf, bis zum Mustapha superieur, der marHügelspize der Stadt. Und ⚫ schon vom Schiff aus weiter hinauf bemerkt man, wie gesagt, die merkwür digen, im altmaurischen Stil gebauten Härser, die, wo sie schlicht sind, einem weißangestrichenen Rasten ähneln. Dem Fremden fällt auf, daß er weder Fenster noch Türen, ja nicht ein. mal ein Dach entdecken fann. Später wird ihm der Grund flar; hier auf dem Schiff fann er vorläufig nur verwundert den Kopf schütteln. Das Schiff fann nicht bis an den Rai heran, aber schon ertönt vom Lande her lautes Geschrei; eine kleine Flottille von Booten ist dort losgegangen und rudert auf den Dampfer zu. Jezt ist der erste Araber beim Schiff an gefommen; mit einem Rud hat er den mehr oder weniger weißen Burnus vom Körper ge worfen und steht in der ganzen Pracht seiner schwarzen, schlanken Glicder da. Mit fagenartiger Geschwindigkeit flettert er an der Seite des Schiffes in die Höhe. Beim ersten Passagier, der mit einer Tasche in der Hand dasteht, macht er halt. Ein Rud, und die Handtasche hat für den Moment den Besizer gewechselt. Im fühnen Bogen fliegt sie hinunter in das Boot des Arabers, und doch wieder so geschickt, daß sie dabei nicht mehr mitge. nommen wird, als wenn ein Berliner Badträger die Handtasche eines Eisenbahnreisenden von einem Coupe ins andere befördert. Mit spähenden Augen und raschem Griff setzt unser Araber seinen Beutezug fort. Immer Mädchen des Stammes der„ Duled Nail". wundert man sich über die merkwürdige Bauart der Häuser, namentlich etwas höher den Berg hinauf. Denn vorne, direkt am Rai, erstreckt sich nur eine prächtige weiße asphaltierte Straße, flankiert von einer Reihe europäischer, eleganter Häuser; meistens Hotels. Aber 2 Algier. шqǝ Pöðun ku noa augljqo apliqua puppy 131 ng ung1aq 31q oat up undang 13131 v.130 31 1930 1931 1 -Buv gpat ришро no onoa@! Neues aus aller Welt. 9 1103 mehr häuft sich das Handgepäc in seinem Boote an. Aber nun hat er es nicht mehr so leicht; die Konkurrenz ist schon da. In wenigen Minuten wimmelt es von schwarzen Gestalten. Jetzt ist alles so weit; die Passagiere sollen das Schiff verlassen. Und nun fommt etwas Merkwürdiges. Da man gar feine Ahnung hat, in welchem Boot sich sein Gepäc befindet, so ist es auch ganz gleichgültig, in welches Boot man einsteigt. Zu zahlen hat man nicht dem arabischen Bootsmann, der einen hinübergerudert hat, sondern dem, in dessen Boot sich das Gepäck nachher anfindet. Daß, am Lande angekommen, ein fleines Tohuwabohu herrscht, versteht sich wohl von selbst. Aber ein gemütliches Tohuwabohu; merkwürdigerweise wird nie etwas gestohlen. Von selbst versteht sich auch, daß der Araber, wenn er sein Geld erhalten hat, mit ganz erstaunter Miene den Touristen und dann das Geldstid betrachtet. Darin macht er es genau so wie der Italiener; fast siebt es aus, als wenn der eine bei dem andern in die Schule gegangen wäre. Aber der Tourist ist gewöhnlich recht gut unter richtet; ein Baedecker, ein Mitreisender, ein Offizier des Schiffes hat ihn instruiert, was er zu tun hat. Sobald der Araber merkt, daß sein Passagier fein„ Grünhorn" auf nordafrikanischem Boden ist, läßt er mit einem freundlichen Grinsen von ihm ab. Gewöhnlich hat der Tourist schon ein Hotel in Ausficht. Wenn er aber dorthin gelangen will, so tut er wohl, sich sofort an den weißen Portier zu wenden, der am Rai stebt und eine Müße mit der Aufschrift des von ihm vertretenen Hotels trägt. Oder aber er wendet sich an einen der schwarzen, in ihrer zuavenähnlichen Uniform pompös aussehenden Schußleute. Und nun beginnt der Tourist, ein paar lebende Illustrationen aus Tausendundeiner Nacht kennen zu lernen. Er wandert die breite Straße am Rai entlang und kommt in einen Palmengarten, der seinesgleichen sucht. Zur andern Seite des Palmengarten hinaus weiter am Rai entlang. Vorerst würde er es schwer finden zu sagen, wo er sich befindet, wenn er es nicht schon wüßte. Das wimmelt von Nationalitäten: Arabern, Chinesen, Japanern, Beduinen, Fellahs, Juden, Deutschen, Eingang zum Gouvernementspalast. Boulevard de la République. Italienern, Engländern, Franzosen, Zuaven. Und alle, alle in ihrer charakteristischen Tracht. Der Fellah mit nicht viel mehr als einem Sack befleidet; der reiche Araber in gelben Saffianschuhen mit geschlungenem Turban und weißem, im Winde flatternden Burnus; Juden in Gewändern, die halb kaftan-, halb burnusähnlich aussehen, mit einem Strick um die Lenden; mohammedanische Frauen mit verschleierten Gesichtern und breiten Pumphosen; Judenfrauen mit ihren merfwürdigen, wie Zuderhüte spit zulaufenden Kopfbedeckungen; Chinesen in Zöpfen und breiten Jaden; französische Offiziere zu Pferd und zu Fuß. Dabei bietet der Kai das Bild eines Pariser Boulevards. Ueberall Cafes, überall Tischchen auf dem breiten Trottoir und überall Menschen; ein buntes, farbenprächtiges Bild. Ein Stück weiter liegt der Regierungsplatz Place du Gouvernement. Von der sehr hübschen Moschee, der Synagoge und dem Regierungsgebäude abgesehen, würde dieser große weite Platz wenig Bemerkenswertes haben, wenn er nicht gleichzeitig der Markt und Erholungsplatz Algiers wäre. Marft und Erholungsplatz! Was das bedeutet, läßt sich auch schwer beschreiben. Auch das muß man gesehen haben, um es nie wieder zu vergessen. Auf der einen Seite der Markt. Welch ein Markt! Buden gibt es da nicht; alles ist auf der bloßen Erde ausgebreitet. Brot, das so aussieht, wie das ungesäuerte Brot der Kinder Israels in der Wüste wohl ausgesehen haben mag, weiß, flach, hart; Hammelfleisch), Reis und Zwiebeln. Und dann - Kuskus. Jeder Fremde weiß, was Kuskus ist, nachdem er eine Stunde auf algerischem Boden weilt. Es ist der Hochgenuß Arabiens. Es sieht aus wie sehr feinförniger Reis, der in Saffian gewälzt worden. Ueberall sind fleine Feuer angezündet, überall in flachen Schalen wird Kusfus gerieben und in Del gesotten furz, zubereitet. Und wenn dann solch ein Topf aufgehäuft voll zustande gebracht ist und das ölige Kuskus noch so heiß ist, daß wir uns bei der Berührung damit die Finger verbrennen würden, dann kommt ein Araberweib oder ein kleiner Hassan beran, ganz ähnlich, wie wenn bei uns in Deutschland ein fleiner Junge für 5 Pfennig In Manila. ist allerdings viel. fach in südlichen Ländern zu finden, sodaß bei einem fleinen Tête- à- tête immer die Schranfen gewahrt werden müssen. Die Ausbreitung des Christentums hat in China in den letzten Jahren ziemliche Forts schritte gemacht. Unsere Abbildung zeigt einen zum Christentum tehrten verkäufer. be Bibel Drei schmude Schwarzwälderinnen. Neues aus aller Welt. Manila gehört zu den egotischen Städten, die dem Touristen auf Schritt und Tritt neue Eindrüde of. fenbaren. Schon die Bauart der Häuser wirkt fremdartig. Die Balfone find bergittert, sodass die hübschen Manilac. rinnen sich wie in einem Stäfig vorkom. men müssen. Dieses Gitterarrangement Auch Rußland hat seine Madame Yvette Guilbert. Die Wittwe eines russischen Fürsten hat mit ihrem Schritt auf die weltbedeuten. den Bretter feis nen falschen Weg e ngeschlagen, sondern große Erfolge erzielt. Farbenpräch tige Bilder ent hüllten sich den zahlreich herbei. geströmten Gāj ten gelegentlich des am 3. Oftbr. stattgehabten Chinesischer Bibefverkäufer. Trachtenfestes in Wolfach im badi. schen Schwarzwald, bei dem 38 verschiedene Trachtengruppen in stattlichem Festzuge aufmarschierten und dem Großherzog u. der Großherzogin b. Baden ihre Sul. digung darbrachten, Die Begräb. nisse des Kaisers Mutsuhito und des Nogischen Ehepaa. res haben die Aufmerksamkeit auf den japanischen Totenfult gelenkt. Wie aus unserer Abbildung zu ersehen ist, mutet ein japanischer Trauerzug gar fremdartig an. Nicht nur der Garg weicht in der Gestalt bon der europischen ab, sondern auch die Trauerkleidung entspricht nicht dem abendländischen Gebrauch. Begräbnis in Javan. SND sanan CARAG 6 In Aegypten. lustiges Treiben in allen Straßen Kairos! Die Frauen, auch bornehmere Damen in seidenen Tobs darunter, haben, was sie sonst für die Straße nicht tun, Buzz und Schmud ange= legt. An den frischen Farben sieht man, daß es vielfach frisch unter der Schneidernadel hervorgeholte Kleider sind. In der Esbekije, dem großen prächtigen Part inmitten der Stadt, hat ein junges Fellachenmädchen, das Balmenzweige berkauft, wie sie in diesen Freudentagen gern mit auf die Kirchhöfe genommen werden, einen jungen Araber fast in ihre blanken Arme geschlossen, die glänzen wie neuge gossene Bronze, und fleht ihn nnter dem beschattenden Baum mit mehr Neckerei als kaufmännischer Liebenswürdigkeit an, ihr doch den ganzen Busch abzukaufen. Der Käufer weiß noch nicht, ob er ein ärgerliches oder freundliches Gesicht machen soll und schaut mit einer gewissen Ge haltenheit in das hübsche, gänzlich unverschleierte Gesicht der Gifrigen, und dann scheinen beide alles von Wasserträgern, die ihren Orangensaft verschütten flutet gegen die verfahrenen Karren an, wo die beiden Führer mit hochroten Gesichtern echt arabische obszöne Grobheiten in stroßzender Fülle zum besten geben. Ganz unglücklich sitzt eine vornehme Dame mit ihrem Diener mitten in diesem Knäuel. Die schönen mandelförmig geschnittenen Augen mit Straßenszene in Kairo. in leiserem Getuschel offenbar über den sehr hohen Preis des ganzen Balmbüschels zu verhandeln. Aehnlichen Szenen in allen Variationen kann man in diesen Tagen der Ausge lassenheit, die man mit unserem Karneval vergleicht, selbst anf den Friedhöfen, wie dem beim Bab- en- Nasr, begegnen. Nur sind es dort meist kleine Fellachenmädchen, die Palmen wedel verkaufen. Bei den Basaren in der erdrückenden Enge der von einem höllischen Spettafel erfüll ten Gäßchen, wo auf jeder Handspanne breit ein Laden, eine neue Verkaufsbude sich auftut, haben sich auch noch einige fliegende Garküchen und Zuckerbäder eingenistet. In ewigem Wortgefecht liegen sie freilich mit ihren Nachbarn, denen sse unter höchst dramatischem Gebärden und Mienenspiel Schimpfworte an den Turban schleudern, die ein Europäer schlecht wiederholen kann. Süße seltsame Gerüche schwirren durch das entsetzliche Getümmel, das den gefärbten Lidern schweifen hilfeflehend aus der Larbe neben der stark vergoldeten, mit feinen Bijelierungen überrieselten, auf der Nase ruhenden Arbasseh hervor und treffen auf einen im seidenen Burnus hoch auf teppichüberhangenem Kamel thronenden ägypt'schen Würdenträger, der der Verzweifelten nur mit einem malitiösen Lächeln die unglückselige Lage ein wenig erträglicher machen kann. Neben meinem Ejel, der wegen dieser hier im Wcuski zu den täglichen Vorfommnissen gehörigen Verkehrsstockung von seinem galligen Treiber eine ausgiebige Bastonade abbekommt, quetscht sich trotz der erstickenden Enge doch noch ein Mensch herum, der Schuhe, Tücher, Bänder, Gebetsteppiche, Hosen, bunte Töpfe, japanische Korbbasen, Bilderrahmen, überhaupt halb Kairo auf seinen Schultern und Armen schleppt. Dieser unermüdliche, wie eine Schlange sich durchwindende Dallal, der Auktionator, der auch für kleine Geschäfte gewisse Artikel verkauft, schreit immerfort das letzte Angebot aus, das ihm gemacht wurde. Bald kündet er es den Bietern in der Mitte der Gasse, bald Willkommen in Assuan. die schmalen Gassen erfüllt, in denen an einigen Stellen die Bergitterungen der Fenster in den oberen Stockwerken fast aneinanderstoßen. Zwei Karren, die nebeneinander vorbei wollten, haben sich ineinander verfahren und die ganze nachdrängende Masse von brüllenden Kamelen, von Wagen, Eseln, von kreischenden Weibern, die nackte, sonnverbrannte braune Kinder quer über der Schulter tragen, von schimpfenden Kleiderhändlern, die mit ihren Kästen ins Gedränge kommen, denen am Ende der Gasse an. Es ist nicht be= greiflich, wie dieser gewandte Geschäftsmann, der um ein viertel Piaster die ganze Gasse hinunterrennt, noch aus dem Tumult die einzelnen Stim men der teilweise nur zu ihrem Vergnigen, aus einer Lust am gegenseitigen Auftreiben Bietenden heraushören fann. Im Basar der Schuhmacher erstehe ich ein paar schöne rote türkische Schuhe, bei Parvis einen aus geschnitten zarten Holzblätt chen sich zusam menfügenden Fächer. Wo an= ders will ich noch ein rotes Turbantuch kaufen. Aber der breitspurige, nur in einem überlegenen Ton, als sei es eine Gnade, wenn ich das Tuch überhaupt erhalte, sprechende wohlbeleibte Händler mit seinem ewig hin und her geworfenen Fes auf dem Kahlkopf will mir einen ganz unerhörten Preis andrehen. Auf meine Widerrede zieht er seine kohlschwarzen Braunen hoch empor und ruft den Barbier herüber, der nebenan einem alten Türken den Kopf wäscht. 1. Blick auf den Square. 2. Jm Janern der Moschee El- Djedid 3. Araberinnen bei der Ruskus- Bereitung. Algier. of a 6 be a lit pуdзвдuvg svg( ping 3 3 2 Bilder aus Algier. D 4. Junge Arabesinnen. 5. Abmiralitätspalaft. 6. Kasbah Thor. 000 000 000 000 5 6 Bezugspre emeljährlich 1,20 2 ergebenst A - Nichtschuldig. eine Eiswaffel fauft. Mit der Miene eines Gönners wirft er der Berfäuferin gewöhnlich Fellahweiber, die unverschleiert gehen dürfen einen Sou hin und greift mit beiden Händen voll hinein in den Kuskus. topf. Was er dabei erwischt, ist sein. Jeder Griff fostet einen Son; wobei die Kinder beide Hände, die Erwachsenen aber nur eine Hand gebrauchen dürfen. Das gibt dann ein Schlecken und Schmaßen. In der nächsten Sefunde ist die Hand rein geleckt und am Burnus abgewischt. Auf der andern Seite des Marktes stehen Buden; äußerlich richtige europäische Schaubuden. Aber was in ibnen gezeigt wird, dürfte sich von dem, was wir in Europa zu sehen bekommen, unterscheiden. Aus der einen Bude tönt monotoner Gesang und der rhythmische Schlag des Tamtams. Ein großer Araber fündet mit voller Lungenfraft an, daß Fatima, die schöne berühmte Fatima, darin den Schwertertanz und den Haremstanz und den Bauchtanz vollführt. Der Europäer zaudert wohl einen Moment, ehe er eintritt; er fürchtet viel leicht eine auf dem Fremdling berechnete unechte" Mache. Das ist aber ein Fehler; der Schaubudenbesitzer rechnet weniger auf den Zuspruch des Fremden, der ihm in genügender Anzahl doch nicht die Bude füllen könnte, als in erster Linie auf die arabische Bevölkerung. Und daß er denen in arabischen Dingen fein für ein U machen kann, versteht sich wohl von selbst. So sieht der Tourist zum ersten Male wirklich arabische Tänze. In der Nebenbude drehen sich vielleicht Derivische. Hoch oben auf dem Berge liegt, wie schon gesagt, Mustapha superieur; zum Unterschiede von Mustapha inferieur oder dem Teil der Stadt Algier, den ich eben beschrieben habe. Und zwischen Mustapha, inferieur und superieur liegt die echte, rechte Araberstadt. Schmale Gäßchen; so schmal, daß man mit ausgestreckten Händen rechts und links die Wände berühren fönnte. Und ein ganz klein wenig unheimlich); namentlich am Abend. Denn dann deutet feine Laterne den Weg; man ist ganz und gar auf das Licht des Mondes angewiesen. Dann huschen hier und da ein paar verschleierte Frauengestalten schen an dem einsamen Wanderer vorüber, oder ein Araber fehrt in sein Haus zurüd. Und was der Tourist schon vom Schiff aus bemerkte, das fällt ihm jetzt doppelt auf. Denn er sieht wohl die Türen der Häuser; niedrige, schwere, eichene Türen, die nicht unähnlich den fleinen Toren sind, die früher durch Festungswälle oder Stadttore führten. Statt eines Fensters aber, gewöhnlich an irgendeinem Teil der Vordermauer, hoch oben, ein kleines, starf vergittertes Loch. Hat er Glück, und ist es Tag, so fann er hinter diesen Gittern manchmal das verschleierte Gesicht einer arabischen Schönen erblicken. Oder, er sieht oben auf den Dächern den Hausherrn mit seinen Damen, natürlich auch verschleiert, Siesta haltend. Denn die Dächer sind flach, mit einer halbfugelförmigen Ruppel in der Mitte und den Mauern der Häuser so weit über das Dach hinausgehend, daß sie auch dort eine schützende, umgebende Wand bilden. Eines der größten Vergnügungen wird der Tourist in seinen Spaziergängen durch die Shufs finden. Shufs sind enge Straßen, in denen sich Geschäft an Geschäft reibt, und zwar dermaßen, daß die Geschäfte feine eigentliche Front haben, sondern der Eingang so groß ist, wie die ganze Front des Geschäftes. Der Eindruck ist also der eines enormen Bazars, der rechts und links in Teile geteilt ist und durch dessen Mitte ein Gang führt. Nichtschuldig. Ein amerikanisches Erlebnis von F. Baumann. Während meines Aufenthalts in Palestina einer Heinen Stadt in Teras, besuchte ich eines Morgens das Gerichtsgebäude. Ich betrat in dem Augenblick den Sitzungssaal, als der Richter die folgende Worte sprach: Der Gerichtshof hat ein neues Verfahren gegen den Angeklagten in Erwägung gezogen. Der Angeklagte selbst ist fofort auf freien Fuß zu feßen. Gentlemen, die Verhandlung ist beendet und du, Jimbier wandte sich der Richter zu dem Angeklagten, einem alten Neger du kommit mit mir!" Die letzte Aufforderung des Vorsitzenden an den Angeflagten, wie schon eben erwähnt, einen alten Neger, überraschte mich im höchsten Grade. Wird doch nirgends auf den Rassenunterschied in Amerika so viel gehalten, als besonders im Süden; nun sah ich den ehrenwerten Richter ganz gemüt lich mit dem Schwarzen fortgehen. Der Saal leerte sich schnell, und auf meine Frage betreffs des Falles usw. bekam ich nur ungenügende Auskunft. Nach denklich verließ auch ich schließlich das Gerichtsgebäude. Ein Ritt zu einer Farm in die Nachbarschaft von P. und einige Besuche an demselben Tage nahmen meine Zeit in Anspruch, sodaß ich nicht mehr an die Sache dachte. Als ich aber beim Frühstück am nächsten Morgen die Zei tung las, sollte mir dennoch Aufklärung über den sonderbaren Fall werden. Da stand in einem Bericht über eine Gerichtsverhandlung folgendes: „ Der Staatsanwalt hatte sein Plaidoyer beendet, sich niedergesetzt und erwartete die Rede des Verteidigers. Seine triumphierende Miene verkündete, daß er auf eine sichere Verurteilung des Angeklagten rechnete. Der Angeklagte war ein alter Neger. Während der Dauer der Verhandlung hatte er nicht aufgehört, den Richter scharf ins Auge zu fassen; als er in den Saal geführt wurde, hatte er zu dem ihn begleitenden Sheriff gesagt: Bei Gott, das ist Mr. Green, mein alter Rapitan." Sein Mund hatte sich zu einem befriedigten Grinsen verzogen. Die belastenden Zeugenaussagen hatten den alten Neger wenigstens nicht weiter beunruhigt, und nur mit leidig hatte er den ihm vom Gericht gestellten jungen Rechts. anwalt angesehen, als sich zu des Alten Verteidigung dieser erhoben hatte. Der Verteidiger hatte seine Rede beendet, der Richter sich aufgerichtet, feine Brille geputzt und dann erklärt:„ Der Angeklagte ist des Diebstahls schuldig befunden! Hat der Angeflagte persönlich noch etwas zu seiner Verteidigung hervor zubringen?" Der ernste Blid des Richters zwang den alten Neger, die Augen niederzuschlagen. Dann aber erhob er sich, und sein Gesicht zeigte große Entrüstung als er begann: " Jawohl! Herr Richter, ich habe etwas zu sagen, und werde es sagen. Sehen Sie her, Mr. Green, Sie kennen mich gerade so gut, wie ich Sie fenne. Ich kenne Sie von Kindheit an, und Sie haben nie etwas Böses getan, nur jetzt- wo Sie mich verurteilen wollen. Man hat mich verhaftet und hierhergebracht, weil ich einen Hahn gestohlen haben soll. Ja, ich habe den Hahn genommen, mir aber dabei nichts Schlimmes ge= dacht. Mr. Green, erinnern Sie sich noch, daß ich während des Bürgerkrieges Ihr Diener war? Mußte ich damals nicht immer für Nahrung sorgen, für Sie und Ihre Kameraden, besonders wenn die Rationen knapp waren? Und haben Sie nicht immer meine Findigkeit und Fertigkeit gelobt und ge= sagt: Jim, du bist die treueste Seele und der beste Fourier?" Ich habe Hühner, Truthähne und Zidlein auf dem Wege von Chattanooga bis Atlanta für Sie gestohlen. Damals haben Sie nie etwas gesagt oder eine Frage gestellt; daher möchte ich wissen, ob das, was Sie damals Fouragieren nannten, heute Diebstahl ist? Ja- und denken Sie noch daran, Mr. Green, als Sie eines Tages zu mir tamen und sagten:" Jim, morgen ist Weihnachten und wir müssen einen guten Braten haben?" Und bin ich nicht fouragieren gegangen und habe einen Truthahn, einen Sch.nken und zwei Flaschen Whisky gebracht? Und luden Sie nicht Ihre Kameraden ein und feierten fröhliche Weihnachten? Und was nun domals Fouragieren war, soll heute Diebstahl sein? „ Und weiter, Mr. Green, erinnern Sie sich noch, als Sie terwundet waren und schließlich gefangen wurden und ich Sie pflegte, daß Sie mir eines Tages einen Brief und Ihre Schärpe gaben und sagten: Jim, geh' und trage dieses zu Ihr"! Und wanderte ich nicht über 100 Meilen durch Feindesland und eilte zu -Jhr". Als ich tor das Haus tam, da stand sie am Gartentor; als sie mich erkannte, begann sie zu weinen und stotterte: Er ist tot! er ist tot!" Ich beruhigte sie und sagte ihr, daß Sie lebten und ihrer gedachten und bald wiederkommen wür= den, und dann verwandelten sich die Schmerzens- in Freudens tränen!"„ Und nun hören Sie, Mr. Green: Meine alte In Aegypten. Frau, meine Schwiegertochter und drei fleine Kinder find drüben in unserem Blodhaus, nahe Sam Kerrys Farm. Wir hatten nichts zu essen; als ich bei Kerrys Hühnerstall vorüber. fam, bemerkte ich den Hahn. Es war nur ein fleines mageres Tierchen. Aber ich konnte der Versuchung nicht widerstehen bei dem Gedanken an meine hungrige Familie und nahm ihn. Ich wollte nur einmal wieder fouragieren, wie damals. Nein, Mr. Green, das können Sie nicht stehlen nennen- und Sie werden Ihren alten Diener deshalb doch nicht ins Gefängnis schiden?" 5 Nachdem der alte Neger geendet hatte herrschte im Saale tiefes Schweigen. Die Leute, welche zuerst gelächelt hatten, als der Alte zu sprechen begann, waren ernst geworden. Richter Green hatte zuerst aufmerksam zugehört, nach und nach waren seine Züge jedoch unruhig geworden, seine Augen schließlich feucht, endlich sprach er die Worte, die ich bei meinem Eintritt in den Saal vernommen. Jetzt war mir flar, warum der ehr. same Richter mit einem Reger durch die Straßen gewandelt war. In Aegypten. ir figen unter dem von der Sonne glühend durchleuch. teten roten Markisendach, das in der vom Balajt der Khediva- Mutter herstreichenden Meerbrise immerfort leise flappert und sich auf und niederbeutelt, oben auf der Dach terrasse einer Mietvilla in Ramleh. Mit seinen in prächtigen Gärten sich anmutig bettenden Villenkolonien, mit seinen Seebädern, Hotels und Basaren, seinen Spielfälen, Theater und Konzerthallen bildet dieser außerdem mit mehreren bornehmen Schlössern geschmüdte, von üppigster, reich gepflegter Vegetation umgrünte reizende Vorort Alexandriens für Kairo und einen nicht unbedeutenden Teil der nordafrikanischen Küste die„ Riviera Aegyptens". Am Strand scheint irgend ein Sportereignis, ein Wettschwimmen oder eine Segelregatta für heute angekündigt zu sein. Unten in den Straßen ist ein ungewöhnlich lautes und von bunten Farben durchmischtes Getriebe. Die elektrischen Bahnen, die von Alexandrien ankommen, fizen vollgepreßt wie die Kiepen wandernder Vogelhändler. Helle Sportanzüge flettern daraus hervor, dahinter braune Raftane, gelbjeidene Bur nusse, schmutzige Fellachenweiber mit Obstförben an den Armen, die rauh wie Haarbürsten sind. Weiße Gelehrtenturbane und dunkelblaue von Seftierern freisen in der durcheinanderstrudelnden und sich dann zum Strand hin ergießenden international gemischten Volksmenge. Knallende Peitschen und ein Paar stolzer nachtschwarzer Berber rappen sprengen, mit bläulichen Sonnenreflegen auf den Flanken und vom Fnnkeln des Silbergeschirrs umblißt, vor einer fronengeschmüdten Equipage durch die mit Geschrei auseinander sich zerrende Wlenge. Grelle Negerblide globen zu uns herauf und ein vertrauliches Grinsen der weißen Zähne setzt sich gleich mit uns oben auf dem Dach ungeniert in Stontakt. In das Geschrei der Ausrufer, die überall mit ihrem nnnügen Kram sich durchdrängen, in das Stimmen getöse dieser fich uur mit schmetterndem - Acgyptische Fellachenfrau. Wortprunt unterhaltenden Anwohner des Orients brül. len noch stimm gewaltiger die Hupen der Autos, die ebenfalls zu der lichten Versamm lung weißschim mernder Segel am Strande hinunterjagen, leicht wie eine Segeljacht die vor ihnen flutenden Massen auseinanderwerfend. Aber wir lassen uns nicht aus unjerm Buen Retiro heraus. loden. Alegan drien mit seinen glutheißen Straßen haben wir satt. Auch die gesellschaft. lichen Annehm lichkeiten bes dortigen Lebens reizen uns nicht mehr. Die Place Mehemed Ali, wo sich alles versam melt, was den Stempel europäischer Stultur an der Stirn trägt, hat ihre verführerische Lodung berloren. Ein berauschender Hauch von Eufalyytus weht durch die sonnenglänzenden, wie von innerem Jrisieren hin und wieder silbern aufflirrenden Lüfte Aegyptens um uns. Dichte Lorbeerheden werfen bläuliche Schatten auf das Dach und die ausgebreiteten Matten und ragen noch über die weißen Mauern hinauf. In der Ede, wo eine Mischung von Aegypter und Pariser, der momentane Herr der kleinen Villa, über einem geschlossenen Buche träumt, schießt stolz wie eine europäische Treibhauspalme fast vier Meter hoch ein Oleander in seltener leppigfeit über das glühendrote Markisendach hinauf, mit dessen Feuerfarbe die unerhört roten vollen Blüten in ihrem schweren Bluft wetteifern. Gurgelnd rauschen die glänzenden Blasen in dem mattblau gebudelten Stristallbauch des Nargileh vom Grund herauf, und aus dem Bernsteinmundstüd des roten langen Schlauches zwischen den sinnlichvollen Lippen des Aegypters quillt hin nnd wieder ein grauer Rauch faul in die heiße Luft. Ein Schlud lauwarmen Moffas, ein Schlagen nach den Fliegen, ein Aufflimmern in der Asche des goldbraunen Meerschaumfopfs auf der Pfeife, von der Haschischduft herüberschwält und ein Diener, schwarz und von Fett glänzend, bringt auf altem, foftbarem Granada- Teller die vorzüglichen Früchte Alegan. driens, jene berühmten dunkelbraunen Ambat- Datteln, und legt neben die Schale auf das niedrige maurische Intarsientischchen einen Brief. Dabei spudt er nach allen Seiten um sich, als habe er einen widerlichen Statarrh. Er muß ein fast heiligmäßiger Jünger des Propheten sein wir sind im Fastenmonat Ramadan, da wagt er nicht einmal ben Speichel zu verschluden- bis zu einer solchen Asfeje schwingt sich die Fastentur dieses von Fett Strahlenden auf, den sein Herr„ Ha- Baal" Sonnengott bezeichnenderweise genannt hat. Augenblidlich allerdings nennt er ihn Changir" - was man nicht anständiger übersehen fann als mit „ Schwein". Das stört den Fastenden nicht, den es foltert, daß sein Herr Moffa trinkt, außerdem noch raucht und nun gar diese schönen Amhat- Datteln faut! Hernach ergreift der Verächter des Gesetzes des Propheten den Brief; er wird sehr erregt bei der Leftüre, läßt die Wasserpfeife ausgehen, reißt dafür den ganzen Apparat flirrend von dem Hoder und schaut dann unter den schwarzen Brauenbüscheln weg lange auf ein weißes Segel, das fern nach Fort Silsele zum Ofthafen Alexandriens durch die blaue Mittelmeerflut langsam hinüberschaufelt. Der Brief teilt eine seltsame Testaments. flausel eines Onfels mit, der vor furzem in Kairo das Zeitliche gesegnet hat und meinen Freund nur als Universalerben anerfennt, wenn dieser im Jahre seines Todes oder im darauffolgenden die Bilgerfahrt nach Retta macht. In den nächsten Tagen schon sind wir in Stairo, in dem im neuen Stadtviertel gelegenen stolzen Balais des teils glüdlichen, teile unglüdlichen Erben, der eine Meffafahrt unverständlicherweise einer Höllenfahrt gleichzusehen scheint. Ich treibe bis zum Aufbruch einige Sprachstudien, die ich auch in den Straßen fortjeße, wenn ich z. B. mit einem Droschtentutscher an der Gamia Sultan Hassan bei der Bitadelle um den Fahrpreis feilsche und allem unverständlichen Geschnatter und flugen Berechnungen mit dem furzen Wörtchen„ Staratol" ein jähes Ende bereite dies Wörtchen " Polizei" darf sich jeder Besucher dieser merkwürdigen Stadt merken, die in ihrer seltsamen Vermischung von orientalischen und ofzidentalen Elementen einzigartig fesselnd ist. Auch die Eseltreiber Kairos sind halbwegs brauchbare Sprachlehrer nur mißberstehen sie den Europäer so gern. - In diesen Tagen ist Beiram, da ist es gute Gewohnheit der Herrschaften, zu diesem Fest der Dienerschaft Geschente zu machen. Der Schwarze macht allerdings ein Miserere Geficht! Ich reite in die Stadt zu den Bajaren, um irgend etwas zu faufen. Ein ganz ungewöhnlich lebhaftes und farten no D also unbe fäften eing erfolgt da Gieße ( mi Es gav wu tab, nur für genstand des Wabchen entfall Doch niem te etwas da श ber Beld en zärtlichen G tner feine ich Seine Frau be thres de. Die leg Ramm, ben fie te niedrige G ammt hatte, ni ren eigenen Gießener Zeitung Bezugspreis 40 Pfg. monatlich ( Neueste Nachrichten) eceljährlich 1,20 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. han main Die erste Gießener Luftpost im Anschluß an die bis Sonntag, den 27. Oktober, noch bestehende Luftpost Frankfurt- Wiesbaden. Das Zeppelin- Luftschiff„ Viktoria Luise", welches nächsten Sonntag von Frankfurt a. M. nach Gießen fährt, I and et hier auf dem Trieb. Manchem Augen zeuger dieses lokalgeschichtlichen Ereignisses wird das Veranlassung sein, das recht passende Erinnerungszei chen in Form dieser ersten offiziellen Luftpoft farte sich zu erwerben. Diese Karten erhalten den beson deren Flugpoststempel und da sie gewöhnliche Reichspostkarten aber mit eingedruckter Extra Marke sind, so haben diese offiziell ersten Flug postkarten besonders für Briefmarken- und Kartensamm= ler großen Wert. Diese Karten sind nur in den eigens dazu im Laden des Papierhändlers Albin Klein, Seltersweg 83, jetzt schon und nächsten Sonntag auf dem Trieb aufgestellten Brieffästen einzu werfen. Gießen hat damit wenn auch nur vorübergehend seine erste Flugpost erhalten. Alle Besucher des nächsten Sonntag in Gießen stattfindenden Flugfestes, veranstaltet vom Luftfahrer- Verein, und nicht zuletzt alle Bewohner unserer Gegend sollten sich diese für später lokalgeschichtlich wertvolle Gelegenheit nicht entgehen lassen und durch Kauf solcher Luftpostkartenein sichtbares Erinnerungszeichen sich verschaffen. Außerhalb wohnenden Kaufliebhabern werden gegen Voreinsendung von 55 Pfg. pro Luft po st karte und 1.05 Mt. pro Flug po st karte solche zugesandt, und zwar je nach Wunsch unabgestempelt im Au vert oder offen, d. h. einzeln direkt als Postkarte. Auch diese werden den Luftpoststempel erhalten. Bestellungen sind nach Gießen, Postfach 33, zu adressieren. Der Reingewinn von diesen Karten wird der National- Flugspende überwiesen. von Frankfurt a. M., den 24. Oktober 1912. Herrn Albin Klein, Gießen. Auf Ihr wertes Schreiben vom 23. Ifd. Mts. teilen wir Ihnen ergebenst mit, daß sämtliche bis 27. Oktober bei Ihnen gekauften Flugpostfarten noch mit dem offiziellen Luftpost- Stempel abgestempelt werden. gez. Dr. A. Rikoff. Diese zur Verwendung und Abstempelung bestimmten Karten müssen also unbedingt bis spätestens Sonntag Abend in den vorerwähnten Brieffästen eingeworfen sein. Die Weiterbeförderung an die Frankfurter Bentralstelle erfolgt dann sofort in versiegeltem Beutel. Gießen, Seltersweg 83 ( mittlerer Laden). Es gab woyi any Fand, nur für Artu. Böhler war Röschen stets ein Gegenstand des Hasses, ja, je lieblicher sich das junge Mädchen entfaltete, desto mehr haßte er es. Doch niemand, am allerwenigsten Röschen selbst, hnte etwas davon. War Böhler doch nach außen hin Tes der zuvorkommende aufmerksame Kavalier, dem in er seine schlimmen Eigenschaften anmerkte. Seine Frau betrachtete er stets nur als lästige Zugabe ihres Geldes, und doch vermutete alle Welt in ihm den zärtlichen Gatten, so daß Aurelia vielfach beneidet murde. Die letztere hatte sich daran gewöhnt, von ihrem Elumn, den sie aus tiefstem Herzen verabscheute, seit sie De niedrige Gesinnung dieses herzlosen Egoisten ermmt hatte, nicht beachtet zu werden, und ging daher ren eigenen Weg. Тугар Albin Klein, Generalvertrieb der Luftpostkarten und der sog. Prinz Heinrich- Flugspende- Karte für Gießen. dig ihre Einwilligung geben. „ Sehen Sie sich doch das sonnig- heitere Geschöpf, das den ganzen Tag singt wie eine Lerche, einmal genau an und sagen Sie selbst, ob sich das für den von Ihnen gewollten Beruf eignet," sagte Frau Mathilde, als Bühler immer wieder auf seinen Lieblingsplan zu sprechen fam. „ Wohl, das gestehe ich gerne zu, es ist ein schöner, segensreicher Beruf," fuhr sie fort, aber man muß vor allen Dingen richtig dazu beanlagt sein, man muß den Drang dazu im eigenen Herzen fühlen, sonst bringt es weder Glück für sich selbst, noch für andere." Mathilde war weit entfernt, den wahren Grund Böhlers zu ahnen, da er stets den väterlichen Berater ( Gickener Tageblatt) Anzeigenpreis 20 pfg. - die 44 mm breite Inseratenzeile.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pfg. en werden nach Gewicht und Größe " ommt bei Ueberschreitung des Zahlungs. jei gerichtlicher Beitreibung oder bei Blayzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Gießener Verlagsdruckerei. Der Kreppe gutte. Nr.: 362. 24. Jahrg. Hinzuziehen großer Truppenmassen Stellungen. Die Bulgaren geben Verluste sehr bedeutend sind. 2000 rwundete sollen das Schlachtfeld beDie im Tale der Mariza vordringen1 bisher außerordentlich starke VerKönig Ferdinand ist in der bis in die Feuerlinie vorgedrungen von den Truppen mit Hochrufen durch nopel, 25. Oft. Nach einem Tele1opel sollen die Türken in den t Kilisse und Adrianopel ungenn verloren haben. on Kirk Kilisse wurde riff vorbereitet, der die Bulgaren ellungen nördlich und nordöstlich der : Bulgaren brachten auf den Höhen Stellung und beim Morgengrauen ibardement der Stadt, die in furzer chossen wurde. Gleichzeitig setzte sich fanterie auf der ganzen Front Don jer Straße Mali- Tirnovo- Kirk Kilisse d Raklica östlich von Petra zum Ansse in Bewegung, während eine weiüber die Höhen von Jundala ge ich Bunar Hisar vorstieß. In den orden von Kirk Kilisse entspannen sich reifenden Bulgaren und den Türken pfe. Die Bulgaren wurden wiedern, setzten aber immer wieder zum cher fompetenter Seite wird Räumung von Kirt Kilisse 1 Truppen keine weitere Be nessen werden dürfe, da die türkischen Kilisse nur die Aufgabe hatten, die findende Konzentrierung der türkischen Dies sei auch vollständig gelungen. * Rilisse habe 5 bis 6 Tage gedauert er Zeit sei es gelungen, die türkische ch von Kirk Kilisse um ungefähr 1 verstärken. Oft. Gestern um 3 Uhr nachmittags r türkischer Kreuzer die Batterie von schießen. Das Feuer wurde von der Der Kreuzer mußte sich zurückziehen er Richtung nach Baltschik nordwärts ernteils aber auch, weil er oft davon seinem Kapital schon für schönen Geund weil sie ihren Schwager deshalb t, und keine Sorge hegte, daß er das gemachte Kapital nicht leicht herause die himmelhochjauchzende wonnige auf Erden gesandie Gottesgeschenk- ns reines Herz gehalten. de tränkelte seit einigen Tagen, so Töchterchen einen Arzt zu Nate zog. st seit kurzem in der Stadt ansässiger, id das lebhafte Wohlgefallen an dem Beschöpf. Er tam, da er noch keine B, oft sogar zweimal des Tages, angeb= Batientin, die anscheinend nur einen rrh hatte, zu sehen, Röschen aber daß sich die Aufmerksamkeit des hübr auf sie, als auf die Mutter bezog. e jedes Mal über das schelmische Gee den elastischen Schritt draußen auf - Der junge Doftor drückte ihr immer so warm und Herzlich die Hand, seine Augen, die sich so tief in die ihrigen sentten, redeten eine Sprache, die dem unerfahrenen Mädchen so süß dünkte, wie nichts anderes in der Welt. Weiter hatte sie feine Beweise seiner Zuneigung, und doch wußte und fühlte sie deutlich, daß er ihr eines Tages etwas sagen würde, was das Herz mit ungeahnty Wonne und Seligkeit erfüllen mußte. ( Fortsetzung folgt.) eine Eiswaffel fauft. Mit Nichtschuldig. der Miene eines Gönners und superieur liegt die echte, rechte Araberstadt. Schmale Frau, meine Schwiegertochter und drei fleine In Aegypten. Kinder sind Nachdem der alte Neger geendet hatte herrschte im Saale 4 Bezugspre eljährlich 1,20 gebolt in unfer gabeftellen vier 8- Für Mimoche und 144: verlangter Werlag der ,, Gi $ r. 86. Ein lich in Paris des„ Figaro", sabfigten un Ben Safonow, Renntnis geh Ballanbund hätt irlei unter Füh Leber die Entste Celerreich- Ungar intereffante Ein peler Korresp Briefe darüber In den ersten der Aegide des shi in der fra ftande. Die ina durch Def bleis und nur Riden. Die Ve ften. Ticharni ichmeichelte, vi ther Jungtürfen mlicher Freude gefangen in wurden. Auf Waffen feien, Bullgarien all itionseinfuhr si geftattet. fonftige Kriegs warzen Meere. ngen fich eines S en würden, far brigen Aufroll langfam eine alt, daß am a anbundes der Lelos tätig w 100 türli Der Konftanti macht ausführ befeftigte La Fem in Rirt ita( füblich bejetzt. Die Esteht bei L Rampffeld bi eine Eiswaffel fauft. Mit wirft er der Verkäuferin die unverschleiert gehen dürfe greift mit beiden Händen vol topf. Was er dabei erwisd fostet einen Sou; wobei die Erwachsenen aber nur eine Das gibt dann ein Schlecken nächsten Sefunde ist die H Burnus abgewischt. Auf der andern Seite de äußerlich richtige europäische in ihnen gezeigt wird, dürfte in Europa zu sehen bekomme einen Bude tönt monotoner G Schlag des Tamtams. Ein boller Lungenkraft an, daß F Fatima, darin den Schwerter und den Bauchtanz vollführt wohl einen Moment, ehe er leicht eine auf dem Fremd Mache. Das ist aber ein Fehl rechnet weniger auf den Zuspi in genügender Anzahl doch nic als in erster Linie auf die ar daß er denen in arabischen machen kann, versteht sich woh Tourist zum ersten Male wirk der Nebenbude drehen sich viel Hoch oben auf dem Berge Mustapha superieur; zum 1 inferieur oder dem Teil der eben beschrieben habe. Und zwi Während meines Aufenthalts Stadt in Teras, besuchte ich.. gebäude. Ich betrat in dem Auge der Richter die folgende Worte spi „ Der Gerichtshof hat ein n Angeklagten in Erwägung gezogen fofort auf freien Fuß zu seben. ist beendet und du, Jim" hier wa Pingeklagten, einem alten Neger Die letzte Aufforderung des flagten, wie schon eben erwähnt, raschte mich im höchsten Grade. Rassenunterschied in Amerika so v im Süden; nun sah ich den ehrent lich mit dem Schwarzen fortgehen. Der Saal leerte sich schnell, ur des Falles usw. bekam ich nur ung denklich verließ auch ich schließlich Ritt zu einer Farm in die Nachbe Besuche an demselben Tage nahme sodaß ich nicht mehr an die Sache Is ich aber beim Frühstüd am tung las, sollte mir dennoch Aufklärung Fall werden. Da stand in einem Bericht über eine Gerichtsverhandlung folgendes: „ Der Staatsanwalt hatte sein Plaidoyer beendet, sich niedergesetzt und erwartete die Rede des Verteidigers. Seine triumphierende Miene verkündete, daß er auf eine sichere Verurteilung des Angeklagten rechnete. Der Angeklagte war cin alter Neger. Während der Dauer der Verhandlung hatte er nicht aufgehört, den Richter scharf ins Auge zu fassen; als er in den Saal geführt wurde, hatte er zu dem ihn begleitenden Sheriff gesagt:" Bei Gott, das ist Mr. Green, mein alter Rapitan." Sein Mund hatte sich zu einem befriedigten Grinsen verzogen. Die belastenden Zeugenaussagen hatten den alten Neger wenigstens nicht weiter beunruhigt, und nur mit leidig hatte er den ihm vom Gericht gestellten jungen Rechtsanwalt angesehen, als sich zu des Alten Verteidigung dieser erhoben hatte. Der Verteidiger hatte seine Rede beendet, der Richter sich aufgerichtet, seine Brille geputzt und dann erklärt:„ Der AnMr. Green, als Sie eines Tages zu mir tamen und sagten:" Jim, morgen - und denten Sie noch daran, ist Weihnachten und wir müssen einen guten Braten haben?" und bin ich nicht fouragieren gegangen und habe einen Truthahn, einen Schy.nten und zwei Flaschen Whisky gebracht? Ind luden Sie nicht Ihre Kameraden ein und feierten fröhliche Weihnachten? Und was nun domals Fouragieren war, soll heute Diebstahl sein? Und weiter, Mr. Green, erinnern Sie sich noch, als Sie verwundet waren und schließlich gefangen wurden und ich Sie pflegte, daß Sie mir eines Tages einen Brief und Ihre Schärpe gaben und sagten: Jim, geb' und trage dieses zu Ihr"! Und wanderte ich nicht über 100 Meilen durch Feindesland und eilte zu -Jhr". Als ich vor das Haus tam, da stand sie am Gartentor; als sie mich ertanute, begann sie zu weinen und stotterte:„ Gr ist tot! er ist tot!" Ich beruhigte sie und sagte ihr, daß Sie lebten und ihrer gedachten und bald wiederkommen wür= den, und dann verwandelten sich die Schmerzens in Freudens tränen!"„ Und nun hören Sie, Mr. Green: Meine alte Aegyptische Fellachenfrau. Segeljacht die vor ihnen flutenden Massen auseinander. werfend. Aber wir lassen uns nicht aus un ferm Buen Retiro heraus loden. Aleran drien mit seinen glutheißen Straßen haben wir satt. Auch die gesellschaft. lichen Annehm lichkeiten des dortigen Le bens reizen uns geendet hatte herrschte im Saale welche zuerst gelächelt hatten, als waren ernst geworden. Richter n zugehört, nach und nach waren eworden, seine Augen schließlich orte, die ich bei meinem Eintritt 3t war mir flar, warum der ehrer durch die Straßen gewandelt med Ali, wo sich alles versamopäischer Stultur an der Stirn Lodung verloren. d) von Eukalyptus weht durch on innerem Frisieren hin und Büfte Aegyptens um uns. Dichte he Schatten auf das Dach und ad ragen noch über die weißen wo eine Mischung von Aegypter Herr der fleinen Villa, über äumt, schießt stolz wie eine st vier Meter hoch ein Oleander bas glühendrote Markisenbach be die unerhört roten vollen t wetteifern. Gurgelnd rauschen i mattblau gebudelten Stristallnd herauf, und aus dem Bern igen Schlauches zwischen den pters quillt hin nnd wieder heiße Luft. Ein Schlud laun nach den Fliegen, ein Auf dbraunen Meerschaumkopfs auf > uft herüberschwält und ein t glänzend, bringt auf altem, vorzüglichen Früchte Alegan. elbraunen Ambat- Datteln, und niedrige maurische Intarsienipudt er nach allen Seiten um rlichen Statarrh. Er muß ein Propheten sein wir sind a wagt er nicht einmal ben zu einer solchen Asfefe schwingt jett Strahlenden auf, den sein tott bezeichnenderweise gerdings nennt er ihn Changir" er übersehen fann als mit istenden nicht, den es foltert, ußerdem noch raucht und nun In faut! Hernach ergreift der pheten den Brief; er wird sehr e Wasserpfeife ausgehen, reigt lirrend von dem Hoder und en Brauenbüscheln weg lange n nach Fort Silfele zum Oftblaue Mittelmeerflut langsam tilt eine feltfame Testamentspor furzem in Kairo das BeitFreund nur als Universalerben e seines Todes oder im daraufMetta macht. hon sind wir in Stairo, in dem im neuen Stadtviertel gelegenen stolzen Palais des teils glüdlichen, teils unglüdlichen Erben, der eine Meffafahrt unverständlicherweise einer Höllenfahrt gleichzuseßen scheint. Ich treibe bis zum Aufbruch einige Sprachstudien, die ich auch in den Straßen fortseye, wenn ich z. B. mit einem Droschfentutscher an der Gamia Sultan Hassan bei der Bitadelle um den Fahrpreis feilsche und allem unverständlichen Geschnatter und flugen Berechnungen mit dem furzen Wörtchen„ Starafol" ein jähes Ende bereite dies Wörtchen " Polizei" darf sich jeder Besucher dieser merkwürdigen Stadt merken, die in ihrer seltsamen Vermischung von orientalischen und ofzidentalen Elementen einzigartig fesselnd ist. Auch die Eseltreiber Kairos sind halbwegs brauchbare Sprachlehrer nur mißverstehen sie den Europäer jo gern. - In diesen Tagen ist Beiram, da ist es gute Gewohnheit der Herrschaften, zu diesem Fest der Dienerschaft Geschenke zu machen. Der Schwarze macht allerdings ein Miserere Gesicht! Ich reite in die Stadt zu den Bajaren, um irgend etwas zu faufen. 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