entrale nung nter Hinweis 3 und Defen öffentliche el 18unterlage zur Einfid erden gege ie Angebot Der Auffchri gs 11 Uh Anwesenheit 3. Gemeindewall Gießener Zeitung Bezugspreis 40 pfg. monatlich - - ( Neueste Nachrichten) verteljährlich 1,20 m., vorauszahibar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 90 Pfg.- Erscheint Mittwochs und Samstags. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht veriangier Manuskripte mird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. S. Nr. 24. Telephon: Nr. 362. Die bessische Besoldungvorlage. Die langerwartete Besoldungsvorlage ist am Donnerstag dem Landtage zugegangen. Sie wird keine ge= nerelle Reform, sondern nur eine prozentualle Erhöhung Der Gehälter bringen. Der„ Tgl. Anz." erfährt, daß die geplante Aufbesserung der Gehälter 12 bis 13 Prozent bei den unteren, 10 bis 11 Prozent bei den mittleren und 6 bis 8 Prozent bei den oberen Beamten bis zu 7000 Mark betragen wird. Bei Gehältern über 7000 Mark soll die Erhöhung etwa 4 Prozent betragen. Die Erhöhung wird den Landesbeamten nach dem Gehalt, das sie zurzeit beziehen, berechnet, nicht wie der jetzige der Talschnel Wohnungsgeldzuschuß nach dem erreichbaren Höchstgehalt des Beamten. Jahr. liefer Of ,, Westfalen eld- Sieg Catio. Außer dieser Gehaltserhöhung ist beabsichtigt, das Wohnungsgeld nach dem Muster von Preußen und dem Reich auf bestimmte Sätze zu erhöhen, die etwa 75 Prozent des jetzigen Aufwandes für Wohnungs miete entsprechen sollen. Das Land soll in drei ServisLassen eingeteilt werden, wobei die größeren Städte in sie erste Klasse kommen. Für die erste Klasse gelten folgende Sätze: Untere Beamte 330, mittlere Beamte gt. Legehun 400-500, höhere Beamte( bis zu 7000 Mt. Gehalt) 800-1000 Mark. Bei mehr als 7000 Mt. Gehalt 1250 Mart, Minister 1800 Mark. In der zweiten Klasse be= eschäftsrägt das Wohnungsgeld etwa 80 Prozent der ersten fonft. günti klasse, in der dritten Klasse 70 Prozent der zweiten g. verkaufen klasse. Die Besoldungsvorlage soll einen integrierenden ngebot unter Bestandteil und eine von der Kammer wiederholt verReta& Beg angte Besoldungsreform darstellen. obleng Eine demnächst den Kammern des Weiteren 311= met gehende Vorlage soll die Härten, die sich im Laufe der eit in der Besoldungsordnung von 1898 gezeigt haben, 261. Etg. Hefeitigen. icated alzimmer, Derkzake 1, Zimmer Nach dem Bergarbeiterstreik im Ruhrgebiet. Der Streif im Ruhrgebiet ist jetzt zu Ende und die Robanlage Arbeit geht in gewohnter Weise von statten. Wie mit Creteilt wird, beträgt nach genauer Berechnung der Lohncrusfall der Bergarbeiter in Bochum 6 750 000 mark. Cs fommt auf jeden Streikenden ein Lohnverlust von EL Mark. Das aus Anlaß der Ausschreitungen während des Streiks in das Ruhrgebiet beorderte Militär ilit zurückgezogen und in die Garnisonen zurückbefördert. Die in das Streifgebiet beorderten Gendarmen hingegen berden noch bis Mitte nächster Woche bleiben. Mit bemerkenswerter Geschwindigkeit werden die Streif bergehen in Hamborn zur Aburteilung gebracht. Worgestern standen bereits 8 Streifvergehen vor der lage 121 mmer Schottftr. potheker! 14 nen ech ant melen 10. waffe, freffende ohmals meinen et. genbringe, H. 805. wie mit fel In Dofen bez potheles Unter Feinden. Roman von Karl Mattbias. ( Nachdruck verboten.) Der Zuruf ihres Anführers brachte die Franzosen aum Stillstand. Sie ballten sich in einem Knäuel zufammen; aber Schuß auf Schuß lichtete die belagerten Reihen, die Ueberlebenden flüchteten die Stiegen empor, Stufe für Stufe gegen die Nachdrängenden verteidigend. Den Degen in der Linken, den Revolver in der fruftlosen Rechten, stürmte Tyrolt den Seinen voraus. Die erſte Etage wurde geräumt, Körper auf Körper Brolle über die blutgetränkten Stufen in die Tiefe. Ungt m Briginal men jurid palieren, Garauschen, Blgittern, Lauben n. Schalendecken , Bonn. ges Muster10. aufhaltsam tletterten die Sachsen ins zweite Stockwerk erpor, wo sie die Schützen von den Fenstern verjag= ten, die wie Schießscharten mit eisernen Läden geblendot waren. Die Geschosse vom jenseitigen Ufer hatten feinen Schaden getan. Wenn nicht Kanonen mitspra= chem blieb die Fabrik nebst ihrer Besatzung unversehrt. es erkannte Waldemar sehr wohl, um so nachdrückfiber verfolgte er den Feind. Als er sich den Eintritt irt die erste Etage erzwungen hatte, verfolgte er die Banktireurs bis in die äußersten Winkel. Einer bog fiber die linke Galerie nach der verborgen gelegenen Sortierfammer. Tyroit, der eine Gewalttat befürchtete, fulgte der eilig dahin huschenden Gestalt und befand sich Clivier gegenüber. Beide Feinde erfannten fi sogleich. „ Ach, Monsieur, sind Sie zu uns zurückgekehrt", hidhnte der Sohn des Hauses.„ Ich wünschte, mein Vater, und Desiree fönnten Ste in diesem Augenblick fe: jen." On Walde" Schweigen Sie, Unseiiger!" Herrschte ihn Walde" Ich bin Franzose, Herr, ein Offizier wie Sie. Aus mit einer Hand voll Leute den sieggewohnten Deutschen mar an. Was in aller Welt konnte Sie veranlassen, entgegenzutreten?" " Samstags liegt für die Stadtabonnenten der Illustrierte Wochen- Anzeiger gratis bei. Expedition: Seltersweg 83. Samstag, den 23. März 1912. Straffammer in Duisburg zur Verhandlung an. Da von wurden nur 5 Fälle erledigt; zwei Fälle wurden vertagt und ein dritter an das Schwurgericht verwiesen. Ein Färbereigehilfe, der einen Polizeikommissar mit dem Fuß einer Grubenlampe leicht verletzte, erhielt 4 Monate Gefängnis. Wegen Beleidigung eines Polizeikommissars erhielt ein Kesselheizer einen Monat Gefängnis. Ein Hauer erhielt wegen tätlichen Angriffs auf einen Gendarmeriewachtmeister sechs Monate Gefängnis. Ein Schlepper fam wegen Beleidigung eines Arbeitswilligen ( Streikbrecher) und Körperverletzung mit einer Woche Gefängnis davon. Die Angriffe der Dreibundführer auf die bürgerliche Presse. Wie aus der in der Revierkonferenz der drei Bergarbeiterverbände gefaßten Resolution hervorgeht, sind die Verbandsführer um Gründe für den Abbruch Streiks, durch die sie die eigene Schuld an dem frivol heraufbeschworenen Ausstand im Ruhrrevier zu verdecken des suchen, nicht verlegen. Vielfach eingetretene Beschränkung der staatsbürgerlichen Rechte der Bergleute, rücksichtsloses Vorgehen der Polizeimannschaften und namentlich die systematische Irreführung der öffentlichen Meinung durch die bürgerliche Presse hätten es vermocht, den Streifenden den Erfolg aus der Hand zuschlagen. Durch die für die Arbeiter ungünstig lautenden Streifziffern seien die Ausständigen immerfort irregeführt und nach und nach teilweise so auseinandergerissen worden, daß nicht mehr möglich gewesen sei, den Kampf mit Erfolg weiterzuführen. es Die Behauptung, die in der bürgerlichen Presse veröffentlichten Zahlen über den Stand des Streits seien nicht richtig, ist dieser Tage schon vom Zechenverband flipp und flar widerlegt worden. Außerordentlich bemerkenswert ist nun, was der Dortmunder General- Anzeiger hierzu noch zu sagen hat. Das Blatt schreibt im Anschluß an die Wiedergabe der Resolution des Dreibundes, es habe sich mehrere Tage lang immer wieder vergeblich bemüht, die ihm von den Führern des Bergarbeiterdreibundes versprochenen Streitzahlen vom sozialdemokratischen Bergarbeiterverband zu erhalten. Es wäre gewiß von großem allgemeinen Interesse gewesen, die von den beiden gegnerischen Parteien angegebenen 3ahlen miteinander zu vergleichen, aber trotz aller Bemühungen sei es ihm nicht gelungen, vom Dreibund das versprochene Zahlenmaterial zu erhalten. Den sozialdemokratischen Verbandsführern wird diese Mitteilung, aus der hervorgeht, daß sie nicht ohne Absicht die von ihnen ermittelten Zahlen den Zeitungen Patriotismus verteidige ich mein Vaterland, aus Trozz mein Eigentum gegen Euch Mörder, und Mordbrenner. Ich habe den Kürzeren gezogen, weil Sie der Spion waren, welcher die Schleichwege kannte und uns den Rückweg abschnitt. Fahr zur Hölle, Verräter!" schrie er, plößlich sich aus seiner gedeckten Lage aufrichtend, und stieß mit seinem Degen nach des Feindes Brust. Aber dieser war auf seiner Hut. Mit einem kraftvollen Hieb parierte er derart, daß die feindliche Waffe klirrend zur Erde fiel ,, Halten Sie sich still, Herr", sagte Waldemar, ohne die Ruhe zu verlieren, wenn Sie meine Leute hören, sind Sie verloren, ich aber möchte Sie schonen, trotz aller Bosheit, denn das Blut der Bourlier soll nicht auf mir lasten." „ Sie wollen mich schonen?" " Ich bin es Ihrem Vater schuldig. Ich werde Sie retten, denn Sie müssen einsehen, daß Ihre Position unhaltbar, Ihr Leben verwirkt ist, da man Sie als Befehlshaber der Franktireurs angetroffen hat. Dennoch will ich Ihnen forthelfen, still, uur still!" Olivier nickte dem Deutschen mit falschem Blicke zu, dann ließ er sich theeatralisch vor ihm auf den Boden nieder. Er berührte mit der linken Hand Herz und Lippen, als sich aber Tyrolt abwandte, die offenstehende Tür zu schließen, ergriff er mit der Rechten den Säbel, der am Boden lag, sprang auf und stieß seinem Gegner den Stahl rückwärts durch die Rippen, daß jener lautlos zur Erde fiel. In diesem Augenblick erschien Neumann, von mehreren Schüßen begleitet, auf der Schwelle. Er hatte setnen Herrn in Verfolgung der Franktireurs über den Gang eilen schen. Ein Blick sagte ihm, daß er zu spät erschienen sei. Unbändige Wut stieg in ihm auf. Mit dem Schrei eines Tobsüchtigen sprang er auf den Fran= zosen ein, der sich nicht verteidigen konnte, da sein De gen in der Wunde stecken geblieben war, packte ihn mit betden Händen und schmetterte ton gegen die Holzge= ( Gickener Tageblatt) Anzeigenpreis 20 Dig. die 44 mm breite Inseratenzeile.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pfg. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Grüße berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bet gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Berbindlichkeit. Druck der Gießener Verlagsdruckerei. Telephon: Str. 362. 24. Jaure. vorenthalten haben, nicht gerade angenehm sein. Sie beweist, daß der Verband selbst keine Streitzahlen vor= liegen hatte, die die ausständigen Bergleute zur Fortsetzung des Streiks hätten ermutigen können. Trotzdem hat aber die sozialdemokratische Presse die bürgerlichen Zeitungen unausgesetzt in der heftigsten Weise angegriffen und sie der Jrreführung der Bergarbeiter und der öffentlichen Meinung beschuldigt. Falsche Nachrichten über den Stand des Streiks hat, wie zweifellos feststeht, die sozialdemokratische Presse verbreitet und da= mit den Bergarbeitern unermeßlichen Schaden zugefügt. Hätte sie, wenn sie den Angaben des Zechen- Verbandes feinen Glauben schenken wollte, die fast gleichlautenden Zahlen des Königlichen Oberbergamts veröffentlicht, so würde der Ausstand sicher schon weit früher sein Ende erreicht haben, da die Bergarbeiter dann die Nutzlosigkeit des Ausstandes erkannt haben würden. Daß die streikenden Bergarbeiter selbst zu der Ueberzeugung ge= den Stand des Streits falsch unterrichtet worden sind, kommen sind, daß sie von den Verbandsführern über kam auch in den am Dienstag abgehaltenen Bergarbeiterversammlungen, in denen den Verbandsführern von vielen Seiten dieserhalb die heftigsten Vorwürfe gemacht wurden, zum Ausdruck. Wenn die Führer es dennoch wagen, der bürgerlichen Presse irreführende Berichterstattung vorzuwerfen, so darf man das Urteil hierüber wohl der Oeffentlichkeit und namentlich auch den Bergarbeitern selbst überlassen. Politische Rundschau. Deutschland. Berlin, 23. März. Die Mittelmeerreise des Kaisers ist gestern Freitag angetreten worden. In seiner Begleitung befinden sich das Prinzenpaar August Wilhelm und die Prinzessin Viktoria Luise. Von persönlichen Bekannten wird Fürst Egon zu Fürstenberg an der Reise teilnehmen. s Darmstadt. Der vortragende Rat in der Abteilung für öffentliche Gesundheitspflege des Ministerium des Innern, Geh. Obermedizinalrat Dr. Neidhart ist aus sein Nachsuchen mit Wirkung vom 16. April d. Is. an in den Ruhestand versetzt. Er erhielt vom Großherzog das Komturkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen. Holland. Prinz Heinrich der Niederlande traf gestern mittag mit großem Gefolge zur Besichtigung der Kruppschen Fabrik in Essen ein. Er wurde am Hauptbahn= hof von Herrn Krupp von Bohlen und Halbach emfaßten Scheiben des hohen Bogenfensters. Mit markerschütternder Schrei sauste Olivier in die Tiefe hinab und schlug dumpf auf den Hof nieder, wo er ohne Lebenszeichen liegen blieb. Neumann wollte sich jammernd über den Körper seines Leutnants werfen, aber die Kameraden hinderten ihn daran. " Erst den Degen heraus, vielleicht ist noch Hilfe", sagte eine Schüße. Der brave Bursche bezwang seinen Schmerz. Vorfichtig entfernte er den Stahl. Die Wunde durchquerte den ganzen Körper. Das Blut quoll aus ihr in Strömen, der Verwundete stöhnte und seine Lippen färbten sich mit rotem Schaum. Neumann riß die Uniform he= runter und verband seinen Herrn so gut es ging. „ Hole Wasser, Gottlieb", sagte er zu seinem Kameraden, und Du, Brenner, paß auf, daß wir hier nicht gestört werden", befahl er dem andern.„ Lauf, Gottlieb, schaff Wasser herbei!" ,, Das wird wohl nicht mehr helfen", meinte der Schüße, unser armer Leutnant muß in's Gras betßen. Aber ich will nach Wasser suchen, vielleicht bekommt er doch noch Durst." Der Mann entfernte fich. Brenner bezog feinen Posten auf dem Gange. Neumann legte das Haupt Waldemars auf seinen Schoß, damit das Blut nicht mehr auf seine Lippen steigen könne. ,, Mein armer, armer Herr," seufzte er, so niederträchtig zu Falle zu kommen; so ein gemeiner Hund, heimtückisch nach Franktireurart! Aber ich habe es ihm gegeben. Und doch, was hilft's?! Mein guter Herr wird dadurch nicht wieder gesund." ( Fortfegung folgt.) pfangen und zur Villa Hügel geleitet. Es wurden verschiedene Werkstätten der Gußstahlfabrik und die Wohl fahrtseinrichtungen besichtigt. Heute wird der Prinz bie Kruppschen Anlagen in Rheinhausen in Augenschein nehmen. Aus Stadt und Land. Gießen, den 23. März 1912. n Gießen. Es ist wahrscheinlich, daß Dr. Cool, der Nordpolfahrer, welcher in den Monaten April und Mai in Deutschland Vorträge über seine Nordpol Ent deckung halten wird, auch nach Gießen tommt. Die Vorträge werden durch Lichtbildervorführungen eigener Aufnahmen Dr. Coofs illustriert. n Gießen. Angesichts der guten Einnahmen in der Probefahrzeit( täglich etwa 70 mt.) hat sich nach Blättermeldungen die Automobilfirma Büssing bereit er flärt, den Autobusverkehr Gießen Wie sed- Altenbuse c für zwei Jahre auf eigene Rech nung ohne jede Garantie der Gemeinden zu übernehmen. n Gießen, 23. März. Jm Stadttheater wurde gestern Abend das Lustspiel„ Die fünf Frank furter" gegeben. Das Gesamtspiel war ausgezeichnet, die Dekoration im 2. Aft sehr nett. Fräulein Bettina Brehm als alte Großmutter Gudula wußte mit ihren 5 Söhnen Anselm( Herr Boll), Nathan( Herr Bruch witz), Salomon( Herr Norden), Karl( Herr Grosser) und Jakob( Herr Rappeport) die vielen heiteren Stellen tref fend zu charakterisieren. Das Stück ist gut und verdient weitere Beachtung. o Friedberg. Das 75jährige Bestehen des hes fischen Predigerseminars wird am 27. März festlich begangen. Zugleich findet die Entlassung der Kandidaten statt. o Hungen. Kurz vor dem ohne Schranken be findlichen Uebergang zwischen Bellersheim und Trais Horloff bemerkte der Lokomotivführer eines Zuges ein mit einem Pferde bespanntes Gefährt, auf dem der Besitzer saß und das gerade den Uebergang passieren wollte, als die Lokomotive heranbrauste. Der Führer gab sofort Gegendampf, fonnte es aber nicht verhindern, daß der hintere Teil des Wagens noch erfaßt und der Lenter, sowie sein Pferd durch den Anprall auf die Seite geschleudert wurden. Sie famen mit dem Schrecken und ohne bedeutende Verletzungen davon. haben beschlossen, am 31. März wegen Lohnforderungen in den Ausstand zu treten. A 13'e y. Geradezu gräßlich hat der Kreis Alzey unter der Maul- und Klauenseuche zu leiden. Von den 49 Ortschaften, die der Kreis umfaßt, sind zurzeit 17 durch die Seuche gesperrt, also ein starkes Drittel des ganzen Kreises. Dazu kommen 16 Dörfer, die als Beobachtungsgebiet erklärt sind und die daher auch mehr oder minder durch die Sperrmaßregeln gehindert sind. Aller Handel und Wandel stockt in den Seuchengebieten, in vielen Dörfern herrscht die Seuche schon Monate lang. Der Schaden, den die Bauern dabei haben, ist sehr bedeutend. s Darmstadt. Der Heilstättenverein für das Großherzogtum Hessen beschloß in seiner letzten Hauptversammlung die Errichtung eines Lupusheims in Gießen, des ersten in Deutschland, und beschloß weiter zum Grunderwerb, Bau und Errichtung des Heims, daß der Betrag von 155 000 mt. perausgabt und bei der Landesversicherungsanstalt für das Großherzogtum Hessen ein zu 3½ Prozent verzinsliches Darlehen zur Deckung der Kosten aufgenommen werde. Es sind 14 Betten 2. Klasse zu 3 Mt. und 12 Betten 1. Klasse zu 6 Mt. vorgesehen. Von zuständiger Seite sind Beihilfen aus dem Fonds für gemeinnützige Zwecke in Aussicht gestellt und auch vom Zentralkomitee für Lupusbekämpfung sind Zuschüsse zugesagt worden. o Trais Horloff. Im Bergwerksbezirk der Grube Friedrich" soll mit dem Tagabbau von Braunfohlen begonnen werden. Dabei sollen Baggermaschi nen zur Anwendung kommen. In einer Tiefe von 20 bis 35 Metern wurden mächtige Kohlenlager festgestellt. o Alsfeld. Zur Hebung der Schafzucht in Oberhessen fand hier eine Schafzüchterversammlung statt. Redner war Sekretär Schwarz Gießen, der die großen Vorteile der Schafzucht hervorhob. Tüchtige Schäfer müß ten durch eine dreijährige Lehrzeit herangebildet werden. Wie sehr die Schafzucht in Oberhessen abgenommen hat, geht daraus hervor, daß es 1860 über 150 000 Schafe in Oberhessen gab, 1910 waren es nur noch rund 40 000 Stück. o Heldenbergen. Ein 40jähriger Weißbin der, der zu dem um 5 Uhr nach Vilbel abfahrenden 3ug zu spät eintraf, wollte auf den bereits in Fahrt befindlichen Zug aufspringen. Er glitt vom Trittbrett ab und geriet unter die Räder, die ihn zermalmten. r Wetzlar. Die hiesige Freiwillige Feu erwehr fann im nächsten Jahre auf ein 50jähriges Bestehen zurückblicken. Das Jubiläum soll in feierlicher Weise begangen werden. ):( Marburg. Dem Direktor des zoologischen Instituts, Prof. Dr. phil. Korschelt, wurde der Titel Geheimer Regierungsrat verliehen. ):( Hartenrod( Westerw.). Der Wunderdoktor Ditomeit verzieht Ende dieses Monats von bier und hat eine Wohnung in Gießen gemietet, wo er praktizieren will. Dort hat er schon längere Zeit verschiedene Sprechstunden eingerichtet und großen Zulauf gehabt, mehr als hier, wo man den Tag über immer noch 30-50 Personen, an Sonntagen doppelt, zählte. Die Gebühr betrug hier 2 Mt. pro Person. ::: 65 Jahre treuer Dienste bei der selben Familie. Dieser Tage starb im 89. Lebensjahre Fräulein Christine Kreu 3, nachdem sie nicht weniger als 65 Jahre hindurch ununterbrochen als Röchin und Kinderwärterin im Dienste einer und derselben Familie Schuss Kortenbach gestanden und sich bis vor acht Tagen noch immer unermüdlich in leichterer häus licher Arbeit betätigt hatte. Die Verstorbene stammte aus Burbach im Ober- Westerwald. s Darmstadt. Zur Erinnerung an den Kapitänleutnant Ludwig Fischer, der im vergangenen Jahre als Kommandant des Unterseebootes„ U. 3" in der Kieler Bucht den Heldentod starb, wurde am 20. März in Gegenwart des Großherzogs und des Prinzen Adalbert von Preußen im Hof des hiesigen Realgymnasiums, dem der Verstorbene als Schüler angehört hatte, ein Gedenkstein feierlich enthüllt. Das Denkmal, das aus Spenden von Freunden und Kameraden, sowie von Schülern der Anstalt errichtet wurde, zeigt eine Bronzemedaille Fischers. In den Sockel ist eine Plakette ein gelassen, auf der ein Unterseeboot abgebildet ist. s Mainz. Die organisierten Rapitäne, Schiffer, Matrosen, Steuerleute der oberrheinischen und niederrheinischen Schiffahrtsgesellschaften( etwa 6000 Mann) Vermischtes. cm verwen atles gelten. Rohlenftau Lumpen, affe werden auf ausreid raft zu erz m Befeitigu lih viele M dung zugefü den Erfin ung die Ind vor einer faum ::: Eine Postanweisung über 1 Pfg., die im September vorigen Jahres unter Nr. 25 511 auf dem Postamt 61 in Berlin von einem unbekannten Absender eingezahlt wurde, hat der Postverwaltung viel Arbeit gemacht. Es handelt sich augenscheinlich um eine Ulksendung, der Adressat verweigerte die Annahme, um die 5 Pfg. Bestellgeld zu sparen. Die Bostanweisung wurde öffentlich aufgeboten, was die Tätigkeit von nicht weniger wie sieben Postbeamten erforderte. Jetzt ist nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist dieser herrenlose Pfennig dem Reichspostsäckel als außerordentliche Einnahme zugeführt worden. Geum Ede Gesund ::: Siamesische 3 willinge in Vilbel. Die zusammengewachsenen Zwillinge weiblichen schlechts, die am 7. Januar dieses Jahres in Vilbel das Licht der Welt erblickten und jetzt schon über 2 Monate alt sind, erregen das größte Interesse der Aerzte aus der ganzen Umgegend. Die Kinder sind Kopf gegen Kopf zusammengewachsen, sodaß die Köpfe beinahe nur eine Fleischmasse bilden, und nur eine fletne Vertiefung zeigt das Ende der Körper an. Die beiden Körper bilden beinahe eine gerade Linie, nur neigen dte Köpfe etwas nach rechts und links, ihre ganze Länge ist zirka 90 Zentimeter. Es ist ein eigenartiger Anblick, die kleinen unglücklichen Geschöpfe in einem großen Bett liegen zu sehen, in dem sie sich recht munter umschauen, aber eins das andere nicht sehen fann. Sie werden mit der Flasche aufgezogen und ha ben sich in den zwei Monaten schon recht gut entwickelt. Es fann als feststehend angesehen werden, daß jedes der Kinder ein eigenes Hirn hat, denn es kommt öfter vor, daß das eine schläft, während das andere munter sich schaut und mit den Händchen spielt. Die Eltern einer ehrbaren Handwerkerfamilie sind in banger Sorge um die Zukunft der Kleinen. Man kann sich den Fall gar nicht ausdenken, wenn z. B. das eine Kind gehen fernen wollte, so müßte das andere auf dem Kopf des anderen mit den Beinchen nach oben stehen. Die Aerzte stehen nach wie vor vor einem Rätsel. Eine Trennung bedeutet voraussichtlich den Tod, denn es kann nicht festgestellt werden, ob zwei Schädeldecken oder nur eine gemeinsame vorhanden ist. Aber ein Weiterleben in diesem Zustande muß gänzlich ausgeschlossen erscheinen. Nach dem Bekanntwenden dieser Mißbildung besonders in Frankfurt tamen sehr viele Personen, besonders Aerzte hierher, um sich die Kinder anzusehen, so daß die Eltern durch den vielen Besuch in ihrem Erwerbsleben gehindert wurden und sich gezwungen sahen, den Besuch von einer kleinen Vergütung abhängig zu machen. Letzthin hatte der Hessische Aerzteverein in Frankfurt eine Zusammenkunft im Städtischen Krankenhaus. Diese Gelegenheit benutzte Herr Sanitätsrat Dr. Malcy von Bilbel, der bei den Kleinen Geburtshilfe geleistet hatte, um sie mit ihren Eltern im Auto zur Besichtigung nach Frankfurt zu schaffen, wo sich die Aerzte über das Problem der Trennung aussprachen, aber zu keinem Resultat kamen. Anfang April sollen die Kinder bei der Versammlung des Frankfurter Aerztevereins auch diesem vorgeführt werden, um dort auch mit Röntgenstrahlen untersucht zu werden. Die ganzen Veranstaltungen und Untersuchungen haben bis jetzt noch zu feinem greifbaren Resultat geführt, und die Eltern gehen mit dem Plane um, durch eine Ausstellung in Frankfurt die Kinder einem größeren Publikum zugänglich zu machen. ):( Wiesbaden. Der„ Nass. Viehhändlerverein" hat beschlossen, den Wiesbadener Mittwochsviehmarkt ab 1. Mai 1912 zu boykottieren. Zuwiderhandlungen werden mit 20 Mr. Konventionalstrafe für jedes an- oder verkaufte Stück Großvieh bestraft. Ursache ist die am 10. Februar 1912 vom Magistrat erfolgte Ablehnung eines Gesuches des Vereins, den Antrieb von Großvieh auf die Freitags- und Montagsmärkte zu beschränken. Die Ablehnung dieses Gesuches erfolgte auf Grund eines Gutachtens der Metzgerinnung. In den Metzgerkreisen herrscht wegen des Boykotts große Aufregung. Kathreiners. Malzloffun ist maintliches Morly und Priun onbounin nicht. Mom laffe sich durch das öhnliche Aussehen nicht täuschen. ):( Kreuznach. Auf dem Hunsrück herrscht seit zwei Tagen starter Schneefall. Auf Anregung der Regierung hin befreite das bischöfliche Generalvikariat die Inhaber und Arbeiter der durch Biehseuche gesperrten Gehöfte von der Pflicht des Kirchenbesuches. ):( Niederlahnstein. In diesem Jahre hat man auch hier den Versuch mit sog. studenttschen Arbeiterfursen gemacht und zwar mit gutem Erfolg. Eine große Zahl Arbeiter haben sich zu dem ersten Kurse angemeldet. Iwei Urkunden über die Qualität:* Rol. Sachs Staatspreis Der Int. Hygiene Husft Dresden 1911. DERARBEIT Goldene Medal Ofideutsche Zustellung Polen 1911 SALEM ALEIKUM" und SALEM GOLD" ( Goldmundstück) Cigaretten " der Gehalt mocht' 61 N: 3 4 5 6 8 10 Preis 3 4 5 6 8 10 Pf. d. Stck. ge en sich in de gen, wenn di Korsett richt ::: Kunstfo hte. In Zukunft wird es keine Kohlenstreits mehr geben, die imstande wären, das ganze wirtschaftliche Leben einer Nation brach zu legen, so schreibt J. T. Armstrong an leitender Stelle des„ Daily Expreßz" in einem Aufsatze, der gerade zu dieser Stunde geeignet ist, ein lebhaftes Echo zu finden, denn er weist den Weg zur Lösung der Kohlenfrage; er gibt uns die Möglichkeit, unsere bisherige Abhängigkeit von der Kohle völlig aufzuheben. Seit furzem besteht in Amerifa eine Gesellschaft, die gebildet wurde, um ein neues Patent auszunuzen, ein Verfahren, durch das es möglich wird, Petroleum in fester Form als Brennstoff zu verwenden. Die Erfindung, die unter dem Namen Armstrong- Mordan- Verfahren bereits schützt ist, ermöglicht es, etwa 6 Prozent Petroleum mit 90 Prozent Strohresten, Abfällen, Sand und Kohlenstaub zu vermengen, und damit wird ein fester Brennstoff gewonnen, der in der Form an Briketts gemahnt, im übrigen aber bei weitaus billigerem Preise eine ungleich höhere Heizkraft entwickelt als die Kohle. Mit Hilfe des Armstrong- Mordan- Verfahrens sind wir in wenigen Stunden imstande, Petroleum in einen festen, stetig brennenden Heizstoff zu verwandeln, von dem eine Tonne ebenso viel Hitze hervorbringt, als drei Tonnen der besten Kohle. Die großen wirtschaft- lichen Möglichkeiten und die Billigkeit dieses Petroleumbrandes erklären sich durch die Stoffe, die hier zu BrennPfeil dreieck- Seifen sind die besten Verkaufsstellen durch dieses Plakat kenntlich. Fabrikant August Jacobi, Darmstadt Heinrich Stern: Wetzlar Spezialhand für moderne Herren- und Knaben, Deklefdang sowie Arbeitskleider für jed Grösste Auswahl. Feste Dulige Preiso. - d e schmale Hi geichzeitig Ausk Frankf. Frankfur Die Haup alten de id, Atti beftenden zu befetzer Cunt.. Jafenftein 2.5. gran Aufri Machlaßfache un Dr. B geb Da Nabere 187 an ys, Daxnob gen werden Baus m Geldhaft While ed. Off. Agenten ere weltber hob, Verdien Grinner& C ruleaux- and gesch. Gard int Boltz Di Thir 1 19 25 511 au annten Ab tung viel ch um eine peden verwendet werden: Materialien, die heute als bertlos gelten. Denn, wie gesagt, außer dem Zusatz Kohlenstaub verarbeiten wir in großem Maße Abale, Lumpen, Staub, Sand und Stroh und dieser Oase werden nur 6 Prozent Petroleum zugesetzt, die allauf ausreichen, um eine der Kohle dreifach überlegene Deiztraft zu erzielen. Damit werden Abfallmengen, für eren Beseitigung die Stadtverwaltungen Europas allährlich viele Millionen aufwenden, einer praktischen VerDertung zugeführt. Wenn die Ausführungen des amerianischen Erfinders sich in diesem Umfange bestätigen, toinde die Industrie mit diesem neuen Brennstoff in der Et vor einer wirtschaftlichen Umwälzung, deren Beeutung faum abzusehen wäre. ahme, um anweijung von nich ezt ist nad ofe Pfen Einnahme Vilbel chen Ge Vilbel das 2 Monate erzte aus opf ge Gesundheit und Schönheit odaß die lassen sich in der weiblichen Kleidung vollendet zum Ausdruck und nur bringen, wenn die Grundlage der Toilette, das Untergewand rper an das Korsett den Forderungen der Hygiene und Aesthetik entspricht. Linie, nur fs, ihre ein eigen höpfe in Le fich recht cht sehen und ha entwidelt. jedes der öfter vor, Inter um ie Eltern ger Gorge den Fall ind gehen - Ein solches Untergewand ist den verehrten Damen in unserem eleganten Korsett- Ersatz Kalasiris geboten, der alle Vorteile des modernen Korsetts besitzt, jedoch ohne dessen schwerwiegenden Nachteile, vor allem ohne die gesundheitsschädliche Einschnürung in der Taille. ,, Kalasiris" hat im Gegensatz zum Korsett seinen Stützpunkt nicht in der Taille, sondern in der Hüfte, deren knochenstarre Unterlage eine feste Umschnürung sehr wohl verträgt. Die gegenwärtige Mode verlangt eine biegsame, schlanke Figur, insbesondere Stopf des eine schmale Hüfte, welche aber nur zu erreichen ist, wenn nicht geichzeitig die Taille eingeschnürt wird. Die Aerzte Trennung nicht feft Ir eine ge en in die erscheinen. besonders Ders Aerzte 3 die El Osleben ge en Besuch hen. Lekt furt eine Diese Ge alch von Stet hatte, Jung nad das Pro cinem Re r bei der uch diesem enstrahlen ungen und greifbaren Dem Plane Die Kinder en. feine Rob as ganze, Tegen, fo Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde in Gießen, Sonntag, den 24. März, Judika. In der Stadtkirche. Vorm. 9½ Uhr: Konfirmation der Kinder aus der Markus- und Militärgemeinde. Feier des heiligen Abendmahls. Pfarret Schwabe. Die Kinderkirche für die Markusgemeinde fällt aus. Abends 6 Uhr: Pfarrassistent Schorlemmer. In der Johanneskirch e. Vorm. 9½ Uhr: Pfarrer Ausfeld. Vorm. 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde. Abends 6 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. ,, Kalasiris" gibt lediglich die unverbildete Figur mit ihren edlen Linien wieder und ermöglicht es, ein Kleid zu tragen, welches genau dieselben Schönheitslinien zeigt. Ein solches Kleid gewährt einen vollen künstlerischen und ästhetischen Genuss. Bei deformierten Körpern wirkt ,, Kalasiris" schönheitsverbessernd dadurch, dass es die Unschönheiten, wie starken Leib, Fettpolster auf den Hüften etc. nach Möglichkeit korrigiert und nach kurzer Zeit sogar beseitigt. und Leidenden Damen bietet ,, Kalasiris" gleichzeitig die beste unverrückbar festsitzende Leibbinde, ohne Schenkelriemen Tragbänder. Von ganz hervorragender Bedeutung. ja geradezu unentbehrlich ist ,, Kalasiris" für werdende Mütter. Für diese ist ein Spezial- Modell ,, C" vorgesehen, welches der Bequemlichkeit, der Empfindlichkeit und der Leibesform entsprechend genau angepasst werden kann und Folgeerscheinungen der Niederkunft, wie dicken Leib etc. verhütet. Unsere Kinder- und Backfisch- Kalasiris- genau nach der kindlichen Figur konstruiert sind zugleich die idealsten Geradehalter. Alle ,, Kalasiris"-Fassons sind eingerichtet, ein Beinkleid und Unterrock anzuknöpfen, was ganz besonders das Entzücken jeder Dame hervorruft. 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Schon die Erwähnung des Namens genügt, um an Veilchen, an elegante und hübsche Frauen, an ein mondaines Leben, an fröhliche und tolle Karnevals- freuden und an ein berückendes Panoramabild zu denken. Nizza! Wie leicht und zierlich das klingt! So verleitend zum Träumen, zu den entzückendsten Rivieraträumen. Wer dagewesen ist, der sehnt sich zurück. Wem es noch fremd ist, der sehnt sich hin. Vedi Napoli e poi muori! Das war einmal. Das kann man heute geradeso gut von Hongkont, Nagasaki oder Wladiwostok sagen, denn an schönen Tagen bietet sich auch dort ein Panoramabild, das Neapel vergessen läßt. Nein ,,, Nizza sehen und leben wollen", ist eine viel plausiblere und angebrachtere Version der alten italienischen Redensart. Warum immer gleich ans Sterben denken, wenn man etwas Schönes sieht? Nein, hinein ins volle Karnevalsleben auf dem Massena- Plate, geschwenkt im lustigen Maskenreigen im Casino Municipal, beteiligt an den Blumenschlachten, am Konfettiwerfen und meinetwegen auch Maskenfreiheit entschuldigt mich am öffentlichen Küssen. Denn so ein Rüßchen in allen Nizzaer Karnevalsehren, kann erst recht niemand wehren. Blick auf die Engelsbucht und auf Nizza. - - die 2 риби л An der Engelsbucht. Nein, Frau Sorge kennt man in Nizza nicht und um keine Aschermittwochstimmung aufkommen zu lassen, heißt die Parole: ASUSTEARS Mont Vinaigre, der Mont Gros mit seinem Observatorium, im Süden la Grande Bleue das blaue Mittelmeer. Dieses Bild bei einem schönen Sonnenuntergang ist nicht wiederzugeben. - Nizza wird sich nie die Riviera- Palme entreißen lassen, denn die Stadt an der Engelsbucht vereinigt in sich allein alles, was die Riviera insgesamt bieten fann. Es gibt udg Internationale Weltblitze. Internationale Weltblitze. Mi- Carême, der erst im Frühling B1& n Barne sein Ende findet. Dann kann man getrost mit den Schwalben heimwärts ziehen und XVG EZ CUB Karnevalsfreuden auf dem zu Hause bei dem Worte„ Nizza" wieder an Veilchen, an elegante und hübsche Frauen, an ein mondaines Leben, an fröhliche und tolle Karnevalsfreuden und an ein berückendes Panoramabild denken... - Das Panorama von Nizza. Will man die landschaftlichen Reize der Côte- d'Azur- Hauptstadt im vollen Maße genießen, so begebe man sich auf den Schloßberg und staune. Denn die Feder kann die Wirkung nur schwer schildern. Im Osten die Berge Boron und Alban, reizende Villen in Palmenhainen, zwischen Mimosen, Brot und Zitronenbäumen. Unter sich, auf der einen Seite der Hafen mit seinen Docks, auf der andern das alte und so pittoreske Nizza mit der Sainte- Réßarade- Kathedrale, sowie das elegante Nizza die vornehmen Hotels usw. In der Ferne die Olivenbäume von Var, die Halbinsel Antibes und die gezackten Höhen des Esteralgebirges. Jm Norden der andere schöne Plätze an der französischen Riviera wie„ Monte" und Mentone usw., aber Nizza besitzt dieses gewisse je ne sais quoi, was nun einmal nie seine Wirkung verfehlt und die Internationalität, den Kosmopolitismus heimisch macht. Auch der Amerikaner hat seine Riviera. Zwei sogar, Florida und Südkalifornien. Und schön, sehr schön ist es sowohl am Atlantischen als auch am Großen Ozean. Aber die Amerikaner scheuen die Reise über den Ozean nicht, um alljährlich einige Wochen in Nizza zu verbringen. Um sich auf der entzückenden Promenade des Anglais ergehen zu können oder im Jeteè- Promenaden- Kasino ihren Whisky Soda zu schlürfen. Old England sendet seine Rivierascharen, das Rennschlitten- Wettfahrt in Schweden. Wintervergnügen in Schweden. Ein Blick auf eine schwedische Winterlandſchaft und man wird sich sofort bewußt, daß das Wasa- Land ein Wintersport- Paradies par excellence sein muß. Spiegelglatte Eisflächen, herrliche Schlittenbahnen und prachtbolles Schneegelände für die Skiläufer. Was will der Wintersportfreund noch mehr? Bis vor einigen Jahren hatte man den Schweden ihr Land im Winter ganz sich selbst überlassen. Die außerschwedische Touristenwelt be= gnügte sich damit, im Sommer nach Schweden zu pilgern, um die wunderschönen Hochsommernächte zu genießen. Da begann der Wintersport zu florieren und das Auge der Sportfreunde sich auch auf Schweden im Winter zu richten. Um so mehr, als die neue Verbindung Saßniz- Trälleborg eine vortreffliche Gelegenheit gab, schnell und leicht nach Skandinavien zu gelangen. Der winterliche Touristen- bezw. Sportfreundstrom wurde immer größer und heute ge= hört es zum guten Ton, einen winterlichen Sportabstecher nach Schweden zu machen. Abgesehen vom Sport, bietet Schweden im Winter, wie schon er= wähnt, ein entzückendes Landschaftsbild dar. Alles ist in ein endloses Weiß gehüllt, überall blinken und glitzern Eiszapfen und an allen Ecken und Enden ertönt das fröhliche und neckische Schellengeläute. Mit welcher Leidenschaft und Verve widmet sich Jung und Alt dem Schlittschuhsport, dem Schlittschuhsegeln, Eisjachtsegeln, sowie dem Eishockey und Curling. Wie intensiv und ausdauernd wird das Skilaufen, mit und ohne Pferdebespannung, das Rodeln betrieben. Der neue Geiser- Brienen in Zürich. 7 Das Auto auf der Eisenbahn. Das Auto auf der Eisenbahn. De er Automobilsport ſteht heute in voller Blüte. Wer sich)' s leisten kann, der benüßt heute nicht mehr die Eisenbahn, sondern töfft töfft in eigenem Auto durch die Welt. Natürlich gibt es aber noch im Inneren einzelner Länder Strecken, wo das Auto noch nicht überall Verwendung finden kann. Um auch zwischen diesen Auto- unwegsamen und Auto- wegsamen Strecken eine Verbindung herzustellen, hat die Pariser- Lyon- Mittelmeerbahn einen besonderen Eisenbahnwagen konstruiert, der, wie auf unserem Bilde zu ersehen ist, es dem Auto erlaubt zur Abwechslung einmal, auf Schienen" zu fahren. Japan im Schnee. Eine fidele Gesellschaft auf dem Suwa- Se:. Der japanische Winter tötet jedoch die Natur nicht vollends. Die an den Stämmen hinaufkletternden Schlingpflanzen wie unser Efeu und die im Gabelwerk der Äste festgewurzelten Epiphyten aus dem Reich der Farne und Orchideen büßen auch im Winter nichts von ihrem Glanz und ihrer frischen Farbe ein. Einen eigentlichen Wintersport kennt man in Japan noch nicht. Die liebe Jugend amüsiert sich allerdings mit Schlittenfahren, Eislaufen, Schneeballwerfen, aber ein sportmäßiges Rodeln, Eishockey usw. haben sich in dem Inselreiche noch nicht eingebürgert. Bei der Garnison in Takata ist neuerdings auf Veranlassung eines japanischen Offiziers, der der österreichischen Armee attachiert war, das Skilaufen eingeführt worden. Ein beliebtes Wintervergnügen der Schuljugend bilden die sogenannten„ Schneekämpfe". Eine weiße oder rote Fahne wird in einen Schneehaufen gesteckt, zwei Parteien werden gebildet, und nun muß die eine Partei die von der andern verteidigte Fahne zu erbeuten suchen. Als„ Geschosse" dürfen nur weiche Schneebälle verwendet werden. Wie auf unserem ersten Bilde zu ersehen ist, huldigt Jung- Japan_aud gern dem Eislauf. Auf dem fast freisrunden Suwa- See bei Skimo- no- Suwa, auf dem sich im Winter eine so starke Eisdecke bildet, daß ihn selbst schwerbeladene Packpferde vollkommen sicher überschreiten können, gibt sich alljährlich eine große Zahl Eisläufer aus der ganzen Umgebung ein Rendez- vous. Kein Läufer wagt sich jedoch eher auf den zugefrorenen See zu tummeln, als bis das Eis Eis einmal tüchtig gefracht hat, was als ein Zeichen des Himmels angesehen wird. Das Krachen wird der Macht der Fische zugeschrieben. Die Fischer schlagen Löcher in die Eisdecke, in der sie ihre Netze ausbreiten. Der Karpfenfang soll daher auch im Winter sehr ergiebig sein. Die Japanerin hüllt im Winter ihr Gesicht in einen großen Bashlik, der die obere und die untere Hälfte des Gesichts eng umschließt, nur die Augen und einen Teil up& 276 and vg uva v Pu An der Engelsbucht. Barenreich seine Gesellschaftscrème, Deutschland ist en masse vertreten, erotische Fürsten tragen ihre Diamanten- Reichtümer zur Schau und wer nennt die anderen Völker, die anderen Scharen, die in Nizza alljährlich zusammenkommen. In den Hauptstraßen, wie der Avenue de la Gare, auf den Promenaden, in den Hotels, den Cafés, Restaurants Konzerte im„ Jardin Publique" üben eine große Attraktion aus, aber der internationale Hauptverfehr spielt XXX Japanisches Dorf im Winter. Parkszene in Tokio. der Stirne freiläßt und im Nacken festgefnotet wird. Außerdem wird der ganze Körper von einem weiten mantelartigen, über Kimono und Obi herabfallenden, wattierten Umwurf umhüllt. Am Tage reicht der Umwurf bis zu den Stöckelschuhen oder Pantoffeln, während er am Abend hochgeschürzt ist, weil dann die Japanerin, wenn sie ohne Dienerin ausgeht, der rechten Hand zum Tragen der eigentümlichen Papierlaterne bedarf. Das winterliche Hauptkleidungsstück der Japaner selbst scheint der Pelzkragen in allen Arten zu sein. Wenigstens habe ich kaum einen Japaner in seiner Heimat gesehen, der im Winter ohne diesen Wärmeschal ausgegangen ist. B. Place Masséna in Nizza. und Kasinos herrscht eine wahre babylonische Sprachverwirrung. Aber jeder fühlt sich in der Côte d'Azur zu Hause, geht auf in dem Riviera- Milieu und verläßt nur ungern die Stätte, die ihn landschaftlich und gesellschaftlich so gut unterhalten hat. Es gibt nur wenige Städte in der Welt, die sich eines so schönen Klimas erfreuen wie Nizza. Das macht den Aufenthalt doppelt angenehm, um so mehr, als man sich den ganzen Winter im Freien bewegen kann. Die Tische vor den Cafés, in denen überall gute Orchester spielen, sind bis spät abends von einem eleganten, internationalen Publikum besetzt, das den Klängen der Kapelle lauscht, seinen Mokka schlürft oder seine ,, Blonde" oder„ Brune" trinkt. In den Straßen und auf den Promenaden wogt es auf und ab. Die sich doch auf der palmengeschmückten Promenade des Anglais ab. Sie ist auch entzückend gelegen. Auf der einen Seite das Meer, auf der andern die großen Hotels und reizende Villen inmitten von tropischen Gärten. Besonders in den Nachmittagsstunden gewährt die Promenade ein vornehmes Bild. Auf der Fahrstraße ein Heer von eleganten Karossen aller Art und eine Unmenge von Automobilen, worunter so manche von zarter Hand gelenkte. Auf dem Promenadensteg eine illustre Gesellschaft, die Fürstlichkeiten, Aristokratie und berühmte Männer aus aller Herren Länder aufweist. - Neustadt und Altstadt. Hier Lurus und Eleganz, dort noch das typische südländische Franzosentum. Mit seinem sonderbaren Dialekt, der an das Französische in der alten Kreolenstadt das sogenannte KreolenFranzösisch am Mississippi, New Orleans, erinnert, das jedoch so interessant und anheimelnd klingt. Aber dieses Schulter an Schulter von Gegenwart und Vergangenheit verleiht Nizza einen besonderen Reiz. Be Verlag Nr. 2 Di ür die norm lefundere 3 hohen, daß 14 Bataillo ciaregiment inen weiter re Verteb gun adlin Inahl von bteilungen. Mr Bildun Rediment 31 in Baye Jus ficht ger eine Masch acallada La Die Einsame. Die Einsame. Es war am Neujahrstage, als die Baronin Irma von Berton zum ersten Male Herrn Albert Marnet begegnete. Alljährlich an diesem Abend veranstaltete die reizende Jrländerin mit den sinnenden Augen, Frau' Realey ein ,, Souper der Alleinstehenden", zu dem nur solche Freunde geladen wurden, die weder Gewohnheit noch Neigung am häuslichen Herde festhielt, um im Kreise der Familie das Fest zu begehen. Solch ein köstlich anmutender Abend entfachte die Neigung zwischen der Baronin und Herrn Marnet. Sie war eine sehr junge Frau, kaum dreiundzwanzig Jahre alt und dennoch lag ein wehmütiger Zug- die Er innerung an eine schmerzerfüllte Vergangenheit auf dem jugendlichen Gesicht. Mit siebzehn Jahren hatte man sie an einen Mann von vornehmer Lebensstellung, jedoch von vorgerückten Lebensjahren, verheiratet, den die Anmut dieser knospenden Jugend bezauberte. Der blasierte Kavalier bereute jedoch bald die unüberlegte Tat. Die siebzehn Jahre seiner Frau, die ihn anfangs so sehr entzückten, waren ein Gegenstand der Verzweiflung für ihn geworden. Es kam schließlich so weit, daß er Irma tyrannisierte, und er hätte sie gewiß zu irgend einem heftigen, verzweifelten Entschluß getrieben, würde ihn nicht plötzlich ein schmerzhaftes, gichtisches Leiden an das Krankenlager gefesselt haben. Die Ärzte verordneten ihm den Süden, und der Baron von Berton begab sich nach Nizza, während er seine Frau in Paris zurückließ. Seit zwei Jahren lebte sie nun allein und ruhig, als angehende Witwe. Man sagte ihr natürlich häufig, daß man sie liebe, doch sie glaubte nicht daran und war fest entschlossen, sich die Ruhe ihres Herzens zu bewahren. Dann kam jener Abend, den sie in einem Winkel des Salons O'Realey im traulichen Gespräch mit Marnet verbrachte. Beide empfanden die lebendige Freude, bei dem anderen die geheimnisvollsten Regungen der eigenen Seele wiederzufinden. Irma sagte sich nicht, daß er schön sei; auch er bemerkte vielleicht nicht einmal die regelmäßige Schönheit ihres feinen, goldumwellten Kopfes, ihrer schlanken, herrlichen Figur; sie dachten an nichts und gaben sich unwillkürlich dem Zauber eines sie seltsam bewegenden Glückes hin. Am folgenden Tage stattete Albert der Baronin von Berton einen Besuch ab, dann bald einen zweiten. Nach und nach war es ihnen zur Gewohnheit geworden, sich täglich zu sehen, ohne zu merken, daß irgend etwas in ihrem Leben verändert sei. Irma erkannte bald die Leere, die eine Reihe von bitteren Enttäuschungen in dem Herzen ihres Freundes zurückgelassen hatte, das sich nach einer wahren, innigen Zuneigung sehnte. In diesem oftmaligen Beisammensein herrschte kein Gedanke, welcher der Reinheit ihrer Beziehungen widersprochen hätte. Als sie an einem herrlichen Maiabend vor dem offenen Fenster, das nach dem Garten ging, nebeneinander standen und Albert die Hand der jungen Frau an seine Lippen führte und mit bewegter Stimme murmelte: ,, Wie ich sie anbete, teure Freundin," da hätte er schwören können, daß seine irdischen Wünschen völlig entrückte Seele kein unlauteres Gefühl erfüllte. Und dennoch war von dem Tage an, da dieses erste Liebeswort gesprochen wurde, ihre Situation eine andere geworden. Sein Charafter hatte sich verwandelt; er wurde ungerecht gegen Irma. Oft quälte er sie mit seiner Eifersucht und oft wieder verfiel er in die düsterste Apathie. Auch sie hatte einst, wie alle es in einer Stunde getan, den schönen Traum eines Lebens geträumt, das man an der Seite eines geliebten Wesens durchwandelt; ohne Zweifel war dies unmöglich. Und sie fragte sich schließlich, ob sie das Recht habe, gegen den Einzigen, an dessen wahre Zuneigung sie glaubte, unerbittlich zu sein. Welche Pflicht hielt sie zurück, ihm ein inniges Wort zu sagen, nach dem sein Herz schmachtete? Sie stand allein auf der Welt, sie hatte keine Kinder, ihre Eltern waren tot. Und ihr Gatte! Was war sie ihm? Ihr ganzer weiblicher Stolz lehnte sich jedoch dagegen auf, Marnet zu verraten, was sie empfand. Er sollte nie etwas von den Kämpfen erfahren, die sie siegreich bestand, nie etwas von ihrer Sehnsucht nach Liebe und Glück. Uhr zum Eines Tages machte Irma ihm eine niedliche Geschenk, wie eine ganz ähnliche auf ihrem Tische stand. Beide hatten nun dieselbe Empfindung der fliegenden Zeit, wenn sie, jeder bei sich zu Hause, einander gedachten. Hingegen sandte ihr Albert eine herrliche Radierung, einen Christuskopf darstellend, die sie ihrem Bette gegenüber aufhing, ganz so, wie er es in seinem Zimmer mit einem zweiten Exemplar getan, und so fiel sein und ihr erster Blick beim Erwachen auf dasselbe Bild. Wissen Sie was" sagte ihr eines Tages Marnet „ ich möchte gern eine Wohnung haben, die der ihrigen vollkommen gleicht. Ich habe deshalb gekündigt und bin auf der Suche." ,, Suchen Sie, ich werde Ihnen helfen," erwiderte Irma. Und nach einigem Zögern fügte sie mit einem verwirrenden Lächeln hinzu, das in manchen Augenblicken ihrem Kopf jenen geheimnisvollen Zauber verlieh, der in den Frauenaugen Leonardo da Vincis liegt:„ Es wird ebenso sein, als hätten wir dasselbe Heim." Ein Hoffnungsstrahl überflog Alberts Gesicht. Sie gingen beide auf die Suche nach einer Wohnung, doch Irma hatte an jeder etwas auszusetzen; es war, als wolle sie die endgültige Wahl ihres Freundes hintanhalten. Eines Tages erhielt sie folgenden Brief von Albert Marnet:„ Ich glaube, die geträumte Wohnung gefunden zu haben, eben habe ich sie in aller Eile in Augenschein genommen. Sie können sich nicht vorstellen, wie sympathisch mir diese Räume sind, ich empfand eine gewisse Bewegung, etwas von jenem Zauber, der mich in Ihrem Salon, in Threm Garten, überall, wo Sie sind, stets erfaßt. Bitte kommen Sie heute um 3.Uhr, damit ich Ihnen dieses Haus zeige. Es wird Ihnen gefallen, ich bin dessen Albert." sicher. Ganz der Thre, teure Freundin! ,, P. S. In meiner Begeisterung vergaß ich, Ihnen die Adresse anzugeben. Rue d'Athènes 43." Rue d'Athènes? fragte sich Irma. Und plötzlich durchkreuzte ihren Kopf die Nummer des bezeichneten Hauses. Nummer 43 war das ehemalige Haus ihrer Eltern, das Haus, in welchem sie siebzehn Jahre ihres Lebens verbracht hatte. Die Augen ſtarr auf das hohe, in Eichenholz geschnitzte Haustor mit der Bronzeklinke gerichtet, entstieg sie dem Wagen. Als sie dieses Tor zum letztenmal gesehen, stand es weit offen unter der schwarz behängten Wölbung des Hausflurs und Kerzen warfen ihr gelbes, zitterndes Licht auf einen mit Blumen bedeckten Sarg. Dann hatte man sie fortgeführt und, als sie drei Monate später nach Paris zurückkam, war das Haus verkauft. Das Tor wurde geöffnet und eine alte Frau mit wachsbleichem Gesicht und glänzenden Augen geleitete die junge Frau in das Innere des Hauses. Irma sah auf die Uhr. Es war drei viertel drei Uhr, sie hatte also noch einige Minuten Zeit. ,, Kann ich die Zimmer besehen?" " Gewiß, gnädige Frau, ich will Sie führen. Es ist alles im besten Zustande. Der Herr, der zuletzt hier wohnte, war ein Amerikaner, ein Millionär, der alles glänzend ausstatten ließ, er mußte jedoch plötzlich in seine Heimat." Irma hörte nicht zu. Sie blickte um sich her wie selbstvergessen, sie wurde wieder zum jungen Mädchen, zum Kinde. Sie sah sich, wie sie hier, unter dem hohen Hausflur, als Backfisch in irgend einen Kurs eilte, von dem Wunsche beseelt, viel zu wissen und alles zu verstehen. Welch illusorische, unzureichende Stütze diese geistigen Errungenschaften ihr in traurigen Stunden gewesen waren! Gedichte und Symphonien, dachte sie, können den Reiz eines glücklichen Lebens erhöhen, doch sie genügen nicht, eine gequälte Seele zu trösten. Hier ist der große Salon, der auf die Galerie geht." Es war ihr erster Ball, der jetzt vor ihr vorbeizog Hier, in diesem Saal hatte sie ihn mitgemacht. An jede Einzelheit erinnerte sie sich noch genau, als sie sich mit heftigen Kopfschmerzen um 1 Uhr nachts zu Bett legen mußte. Sie seufzte. Seit einigen Augenblicken empfand sie jenen peinlichen Eindruck, der uns erfaßt, wenn wir das Antlitz einer teuren Person plötzlich fast bis zur Unkenntlichkeit berändert wiederfinden. Der Amerikaner hatte alles in diesem patriarchalischen Haus umwandeln Die Einsame. lassen. Kostbare Gobelins bedeckten die Wände und weiche Teppiche die Parketten, über die sie als Kind so oft ge= laufen. „ Hier ist das Badezimmer mit den neuen Einrichtungen für faltes und warmes Wasser." Irma trat an das Fenster und blickte hinab in die Alleen des weiten Parkes. Wie sich doch alles verändert hatte! ,, Hier ist noch ein Salon, der an das kleine Schlafzimmer grenzt." Die Frau mit dem wachsbleichen Gesicht fuhr in ihren Erklärungen fort, ohne daß Irma darauf achtete. Hier ist das schönste Zimmer mit der Aussicht auf die Straße. Irma stand an den Schwelle still. In diesem Zimmer war ihre Mutter gestorven. Ein Sonnenstrahl fiel in jene Ecke, in der einst ein ähnlicher Strahl zum letzten Male die weißen Locken gestreift, welche das schmale Gesicht der Sterbenden umrahmten. Die arme Frau hatte viel ge= litten! Die Scheidende hatte Irma das schmerzerfüllte Leben einer verlassenen Frau enthüllt. Und ihr war es, als hörte sie durch das Gemach noch die schwache, brechende Stimme flingen:„ Gegen das Geschick kann man sich nicht auflehnen. Man muß ertragen lernen, der Tod erlöst von allen Schmerzen. Glaube mir, das Einzige, was uns in schweren Stunden noch Kraft verleiht ,... ist der Gedanke trotz allem... bis zum Schlusse... den rechten Weg Nach diesen Worten hatte sie ausgegangen zu sein." gelitten. Die - Japan im Schnee. 5 Irma traten die Tränen in die Augen. Da fühlte sie sich von den neugierigen Blicken der Portiersfrau beobachtet und, ihren Schleier rasch herablassend, eilte sie die Treppe hinab und warf sich in ihren Wagen. Albert war erstaunt und beunruhigt, sie in der Rue d'Athènes nicht angetroffen zu haben und fand sich abends zur gewöhnlichen Stunde bei der Baronin ein. Der Kammerdiener überreichte ihm einen Brief. Er entsiegelte hastig das graue, duftige Billett und las:„ Verzeihen Sie mir, mein Freund, ich fühle, daß ich Ihnen Kummer bereite. Aber, geht nicht alles vorüber? Ich wollte Ihnen eine Freundin sein; das genügte Ihnen nicht, deshalb muß ich Sie fliehen. Vielleicht sehen wir uns später einmal wieder. Es ist besser so!" ,, Die Frau Baronin ist vor einer Stunde abgereist," sagte der Diener.„ Nach Nizza zu dem Herrn Baron." * * Ein paar Monate später kreuzte sich die Equipage, in der Marnet in heiterem Geplauder mit der jungen, ameris kanischen Millionärin saß, die er kürzlich geheiratet hatte, mit dem Wagen der in tiefe Trauer gekleideten Baronin von Berton. Irmas und Alberts Blicke trafen sich. Die Wagen rollten rasch vorüber. Für einen Augenblic erblaßte Irma, aber gleich erschien ein zufriedenes Lächeln auf ihren Zügen. Sie erinnerte sich, daß ein Weiser einst gesagt: Nichts erfrischt das Blut so sehr, als die Erinnerung an eine Dummheit, die man nicht begangen hat. Japan im Schnee. ie meisten Leute stellen sich das Mikadoreich nur als ein ewiges Blüten- Paradies vor, als ein Land, über das ununterbrochen ein sommerlicher Sonnenglanz ausgebreitet ist, als einen Erdenwinkel, dem der Begriff Winter etwas unbekanntes ist. Und doch hält der Winter mit seinen Begleiterscheinungen, wie Eis, Schnee und Kälte, alljährlich auch in Japan seinen Einzug. Zwar herrscht in den südlichen japanischen Regionen nur ein milder Winter, aber im Norden, besonders in Hokkaido, tritt er mit aller Strenge auf und die dortigen Bewohner haben unter den enormen Schneemassen oft erschrecklich zu leiden. Auch der Industrie, besonders der Seidenernte, spielen starke Fröste in den nördlichen Provinzen zuweilen arg mit, denn die Maulbeerbäume gehen infolge der strengen Kälte gänzlich ein. Allerdings ist der japanische Winter gewöhnlich nicht von langer Dauer. Bereits im Februar regen sich die Knospen der frühen Fruchtbäume, die roten und weißen Blüten der Pflaumenbäume, sowie die gelben Blüten der Oleander, die bei uns erst im März zu blühen beginnen. Auf den Ackern werden schon die kleinen blauen Blumen der Ehrenpreisarten und die gelben Sterne des Löwenzahns sichtbar. Und im März entfalten sich bereits die duftenden Blütensträuße des japanischen Bibasbaumes, die Zitterpappeln decken sich mit Kätzchen, Mandel- und Pfirsichbäume ziehen ihr prächtiges Frühlingsgewand an und die Kamelien entfalten ihre Herrlichen Rosen. Im April zieht endlich der Lenz als Sieger ein und schmückt das Gebilde, das mit der weltberühmten Kirschblüte seinen Höhepunkt erreicht, farbenbunt. Japanerin im Wintergewande. Ueno- Part in Tokio. Hibiya- Part in Tokio. In Tokio, wie auch in Yokohama, Kobe und Nagasaki, den Hafenstädten die bekanntlich die Reichspostdampfer des Norddeutschen- Lloyd anlaufen, tritt der Winter ziemlich milde auf. Das Thermometer sinkt am Tage nicht unter Null, während in der Nacht zuweilen bis 10 Grad Kälte zu verzeichnen sind. เอ Kopfschmer khmerzen, Armen und Herzklopfer chweren T en, Angs gen Geräu Aufstel s Gedäch kn Adern, hl von T Hände und die Aug und Ab Das sind n kashen beh भर Ein stattlich hen für ges t Für Bären Licht trun Auch jeder Verlange it dieser P heute Bais und cine Probed Visne 1234567 123456 123456 123456