911 1912. Bug) in der und deren Familienan Deren Ange 1 zu beider 3 Uhr fü der in der uchacker den unter An cbaliftijden onfetti fomi gt. ision. Figur mit ihr zu tragen, w in solches Kl chen Genuss. chönheitsverbe arken Leib, F rigiert und n ig die beste kelriemen adezu unenthe iese ist ein S uemlichkeit, genau angepas kunft, wie dich genau nach die idealsten ein Beinkleid Entzücken je uskunft kosten a. Mai ngross dlung engasse San Feliu, er Mk.-. 70 -80 11 " 1." 1 " 1.20 " 1 " 1.40 " 1 11 weine cer Mk 1- ا" 120 11 1.40 " " 1 1.60 " 1 11 1.80 ein" aufwärts. Gießener Beifung 4 Bezugspreis 40 pfg. monatlich ( Neueste Nachrichten) verteljährlich 1,20 m., vorauszahlbar, fret ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 90 Pig- Erscheint Mittwochs und Samstags. Redaktion: Seltere weg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b.. Nr. 15. Telephon: Nr. 362. Hus Stadt und Cand. Gießen, den 21. Februar 1912. * Verstaatlichung der hess., Volks schule. Die Delegiertenversammlung des über 3500 Mitglieder zählenden liberalen hessischen Landeslehrer= vereins hat den Beschluß gefaßt, an die Regierung und die Landstände eine Eingabe zu richten, in der die Verstaatlichung der Volksschule mit allen ihren Konsequenzen gefordert wird. Mit der Ausarbeitung einer Denkschrift ist ein Ausschuß beauftragt worden. Kriegsbeorderungen. Die Mannschaf= ten des Beurlaubtenstandes werden darauf aufmerksam gemacht, daß in der Zeit vom 10. bis 25. März d. J. die Kriegsbeorderungen und Paßnotizen zur Ausgabe gelangen. n Gießen. Schwester Anna Stod, eine der drei Schwestern, mit denen die Kaiserin Friedrich die Arbeit des Viktoriahauses begonnen hat, wurde auf dem Alten Luisenfriedhofe in Charlottenburg zu Grabe getragen. Schwester Anna Stock, geboren 1843 zu Gießen als die Tochter des großh. hess. Stadtrendanten Johannes Stock, hatte schon als freiwillige Krankenpflegerin vom Roten Kreuz die württembergischen Sanitätszüge im Kriege 1870 bis vor die Tore von Paris begleitet, wofür ihr später der königlich württembergische Olgaorden und die Kriegsmedaille 1870 verliehen wurde. Ausgebildet als Viktoriaschwester in der v. Esmarchschen Klinik in Kiel, wurde Schwester Anna Stock zunächst mit der Krankenpflege betraut, dte sich der Verein Viktoriahaus zur ersten Aufgabe stellte, übernahm dann eine verantwortungsvolle Tätigkeit in der Schröderschen Frauenflinit, bis sie als Oberschwester in die königlich chirurgische Universitätsklinik übernom men wurde, wo sie 20 Jahre als Operationsschwester bei Prof. v Bergmann assistierte. Ihr Porträt ist auf dem bekannten Bilde von Starbina festgehalten, das das Auditorium während einer Operation Prof. Bergmanns darstellte. Sie war auch noch eine Zeitlang unter Professor Bier tätig, bis ein beginnendes Leiden sie veranlaßte, mit 65 Jahren in den Ruhestand zu treten. dem Samstags liegt für die Stadtabonnenten der Illustrierte Wochen- Anzeiger gratis bei. Expedition: Seltersweg 83. Mittwoch, den 21. Februar 1912. ungen gewidmet. Mittags war Hoftafel des Prinzen und am Abend ein recht gemütlicher Bürgermaskenball. Recht lebhaft war der Fastnacht- Dienstag. Nach dem Gabelfrühstück beim Stadtkommandanten im„ Hotel Einhorn" gegen Mittag erfolgte 2 Uhr 11 Minuten und etwas später die humoristische Kappenfahrt kreuz und quer durch Gießen. Hierbei machte der Viererzug des Prinzen einen noblen Eindruck; der Wagen mit der Prinz- Gemahlin und die anderen 15 Wagen waren ebenfalls Bit Blumen 2c. schön geschmückt. Am Abend war Festvorstellung im Stadttheater. Gegeben wurde Pension Schöller"; dem Stück wurde eine untertänigste Begrüßung des erschienenen Prinzen Josephus 1. vor ausgeschickt. Jm Hotel Einhorn war nach dem Theater offizieller Schluß, denn bald schlug die Glocke 12 Uhr Mitternacht und damit war die Zeit gekommen zur Abdankung des Prinzen für dieses Jahr. Heute Mittwoch gibt's den„ Trauerklos" im Hotel Schütz nach Münchener Narrhalla- Styl und nachts 12 Uhr ist letztes Hände drücken und Abschiednehmen in dem Bewußtsein, daß die allgemeine Fastnachts- Feier " Das im nächsten Jahre in Leipzig stattfindende 12. Deutsche Turnfest wird das Frankfurter( 1908) an Größe und Umfang weit übertreffen. Man plant deshalb die Teilung des Festzuges, um Mißstände zu vermeiden, wie sie in Frankfurt zutage traten, wo die letzten Gruppen erst spät am Nachmittag auf dem Festplatz anlangten. Der große Freiübungsplatz, der für 20 000 Turner gleichzeitig Raum bietet, umfaßt 52 000 Quadratmeter. Die Festhalle faßt 10 000 Personen. Erstmalig soll nderturnen und Militärturnen in größerem Umfange gezeigt werden. Neben dem Sechs und 3wölffamps finden in Leipzig Massenwett fämpfe statt( 3. B. 500 und 100- Meter- Eilbotenian) für die Kreise). Auch sollen Meisterschaften im Fuß ball, Barlauf, Schlag, Schleuderball usw. ausgekämpft werden, sowie in verschiedenen anderen leichtathletischen Uebungen. o Bad Nauheim. Der Badebetrieb in den staatlichen Badehäusern wird in diesem Jahre schon anfangs März beginnen. - o Bad Nauheim. Mit erheblichen Kosten wird gegenwärtig die Strecke Friedrichsdorf im Tounus Friedberg zweigleisig ausgebaut. Die Verbindungs bahnen von Usingen nach Bad- Naudeim, die als Fort die von Niedernhausen- Reifenberg mit Anschluß in Schmitten würden eine Verbindung zwischen Niedernauch nur den Charakter einer Nebenbahn hätte, so wäre eine Verbindung des hessischen Weltbades mit dem Herzen des Taunus von größter Bedeutung. s Darmstadt. Die Aufbesserung der hess. Beamtengehälter hat in der vom Fi nanzministerium vorgeschlagenen Skala die Genehmigung des Staatsministers nicht gefunden und muß ciner Neubearbeitung unterzogen werden. Die Aufbesserung fann also am 1. April noch nicht in Kraft treten. n Gießen hat in diesem Jahre einen vollen Karneval gehabt, nichts halbes gab es da. Ganze Arbeit haben unsere Bürger geleistet, die es sich seit lan gen Jahren wieder einmal zur Aufgabe gemacht haben, tolle und dabei doch angenehme Freude für alle zu schaffetzung der Strecke Schmitten- Anspach gedacht ist, und fen. Am Samstag Nachmittag und am Abend wurde mit der Einholung der Rekruten, dem Fackelzug und dem Zapfenstreich die Feststimmung unter die Bürgerhausen und Bad- Nauheim schaffen. Wenn diese Strecke schaft gebracht. Mit Anbruch des Festsonntags jagte eine Festnummer die andere. Mit jedem Eisenbahnzug kamen Tausende von Menschen nach Gießen, denn das Wetter war geradezu prächtig. Bald stauten sich die Massen an den Hauptkreuzungspunkten. Neben Ausmarsch der gesamten Garden zur Parade vor dem Prinzen Carneval( Herr Josepf Kreuter), dessen Ordensverleihungen 2c., war es am Nachmittag der große Carneval zug, der allgemeine Bewunderung gefunden hat. Es waren 24 Wagen in demselben zu sehen, darunter solche, die auf Schönheit, Humoristika und Satyre vollen Anspruch erheben konnten. Die einzelnen Gruppen, Wagen 2c. hier näher zu besprechen, wäre vermessen, denn alle Zugteilnehmer haben mit großer Luft sich der übernommenen freiwilligen Aufgabe unterzogen, nur Gutes zu zeigen. Dem Stadtkommandanten( Bundespräsidenten Heidecker- Wiesbaden) aber sei gleich vornweg Anerkennung gezollt für alle seine aufregenden Arbeiten, die er für Gießen geleistet hat. Der Rosenmontag, in Mainz, Köln 2c. der Hauptfesttag, war hier mehr den sog. geschlossenen VergnügGute Gesundheit und neues Leben für Geschwächte. Don ! Mainz. Der Rosenmontagsfestzug war wie immer großartig. Unzählige Scharen Frankfurter und Wiesbadener weilten in Mainz. Der Großherzog nebst Gemahlin, beide angetan mit Emblemen der Narrheit, ließen den Zug an sich vorüberziehen, um hierauf dem Ministerpräsidenten, Notar Dr. Reen, zu versichern, daß die Darbietungen den vollen Beifall der Höchsten Herrschaften gefunden haben. Unter den Gruppen waren besonders wirksam ein ambulanter Ausverkauf der in der Ersten Kammer Darmstadt infolge neuerer Verfügung überflüssig gewordenen Fräcke und eine„ Vereinigung der Bahnhofs= portiers", die mit Anwendung gewaltiger Stimmittel ankündigen, daß alle Bahnzüge, auch die in entgegengesetzter Richtung verkehrenden, von jetzt ab über die Weltkurstadt Wiesbaden" geleitet werden. Ein Wagen stellie eine„ Jugendwehrfestung" dar, aus der ein französischer Offizier andauernd ausreißt, immer wieder aber eingefangen wird. Auf einem anderen Wagen " zu waren zu sehen„ stellen ose Mandschuprinzen", pensionierte echte Gute Gesundheit ist das Geburtsrecht eines Jeden. Würden wir leben wie es die Natur verlangt, so würden wir uns immer guter Gesundheit erfreuen und ein hohes Alter erreichen. Aber die Anforderungen an unsere Lebens- Schin- öser" begleiteten den Zug auf Schusters Rappen. kraft die Anspannung unserer Nerven, die Geschäftssorgen, die schlechte Luft, die man in großen Städten einatmet, unterminieren unsere Gesundheit und reduzieren uns zu physischer und geistiger Schwäche, Blutarmut, Depression, Schlaflosigkeit, Schwäche, Nervenzerrättung sind die Folgen. Ein zeitiger Gebrauch von Leciferrin wird die Kräfte wieder heben, die zerrütteten Nerben auffcischen und neue Lebenslust und Energie werden eintreten. Leciferin ist unumgänglich notwendig bei unserer jetzigen Lebensweise und wird allenthalben gepriesen und bero: dnet. Preis M. 3.-, in Apotheken zu haben, sicher von: Universitäts Apotheke und Hirsch- Apotheke in Gießen. ):( Frankfurt a. M. Man rechnet damit, daß der neue Zeppelin- Kreuzer„ Viktoria Luise" bereits gegen Ende des Monats den Frankfurter LuftschiffDie Kleinste Gemeinde Hafen beziehen wird. ):( Aus Kurhessen. Heinrich Stern:: Wetzlar Spezialhaus für moderne Herren- und Knaben- Bekleidung sowie Arbeitskleider für jeden Beruf Feste billige Preise. Grösste Auswahl. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 20 pig. die 44 mm breite Inseratenzeile.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pfg. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs. zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beltreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Druck der Gießener Verlagsdruckerei. Telephon: Nr. 362. 24. Jahrg. Deutschlands ist die Dorfgemeinde Wollstein im Kreise Wizenhausen. Sie zählt nur vier Einwohner, darunter zwei Kinder. ):( Biedenkopf. Der Provisor der hiesigen Apotheke, Herr Apotheker Schaum, hat die priv. Tiaubenapotheke in Marburg fäuflich erworben. Die Ue-, bernahme erfolgt am 1. Mai. ):( Wiesbaden.„ Die fünf Frankfurter", so betitelt sich ein Schauspiel, das in Köln und hier in diesen Tagen gegeben wird. Dieser Titel gab einer Metzgerei E. hierselbst Anlaß zu folgendem Scherz. Sie legte auf einer Schale fünf Frankfurter( Würstchen) ins Schaufenster und das Ganze auf einem Thea, erzettel des hiesigen Residenz- Theaters, auf welchem die Aufführung des Lustspiels„ Die fünf Frankfurter" bekannt gegeben wird. ):( Limburg. Der Landrat des Kreises Limburg wendet sich mit einer beachtenswerten Anregung an die Landbürgermeister seines Kreises, in der es u. a. heißt: Die schön blühenden charakteristischen Pflanzen des alten echt deutschen Dorfgartens mit ihrer bunten Farbenpracht sind in den Haus- und Vorgärten auf dem Lande heutzutage leider nur noch selten und vereinzelt anzutreffen, die prächtigen Sommerblumen sind zur Seltenheit geworden. Wenn die Liebe zum eigenen Heim und zur Heimat gepflegt werden soll, muß die Anpflanzung der schon von den Vorfahren mit Liebe und Sorgfalt gepflegten schönblühenden alten Garten= blumen in jeder möglichen Weise wieder betrieben werden. o Großhoiba ch. Letzten Sonntag nacht brannte die auch in Touristenkreisen bekannte Gastwirtschaft zum Grünen Wald" völlig nieder. Der Schaden soll durch Bersicherung gedeckt sein. ):( Diez. Das hier garnisonierende 1. Bataillon der 160er soll dem Vernehmen nach Bonn verlegt werden. Diez soll dann ein Bataillon eines Regiments des 18. Armeekorps erhalten. ):( Fulda. Hier fand eine Besprechung der Landräte aus den Kreisen Rotenburg, Melsungen, Gersfeld, Hünfeld, Lauterbach und Fulda statt, um das Projekt einer großzügigen Ueberland 3entrale zu föro Gelnhausen. Das in unserer Stadt geplante deutsche Kaiserstift soll so organisiert werden, daß dieses sonst als Kur- und Erholungsanstalt ge= dachte Institut am ersten Mobilmachungstage mit einem Schlage in ein großes zentrales Kriegslazarett verwandelt werden kann. ):( Köln. Der Rosenmontagszug brachte einen gewaltigen Verkehr in die Rheinmetropole. Die Eisenbahndirektion hatte insgesamt 35 Sonderzüge eingelegt, die bis auf den letzten Platz besetzt waren. Der außerordentlich glanzvolle Zug verkörperte die Idee: Deutsche Städte huldigen der alten Colonia und dem Prinzen Karneval. Die Musikkapellen spielten die diesjährigen Karnevalsschlager„ Marieche, do muß nit friesche!",„ De Wienanz han nen„ Has" em Bott, miau" und„ Mer drinke nor noch Bottermilch!". KnorrHafermehl und Reismehl sind unvergleichlich für Kinderund Krankennahrung, weil sie nach wissenschaftlich bewährten Grundsätzen aus sorgfältig gewählten Rohstoffen hergestellt werden. Deutscher Reichstag. Bet der Etatsdebatte im Reichstag ist nun die awette Rednergarnitur an der Reihe. Zuerst hatte an Sonnabend Herr Ledebour Gelegenheit, fein Herz auszuschütten, und er tat es gründlich: Fast dret Stunden sprach er und mehr als einmal ging sein Temperament mit ihm durch, sodaß er fich Ordnungsruf auf Ordnungsruf zuzog. Zum Glück präsidierte Herr Kaempf; es wäre ein eigenartiger Anblick gewesen, wenn er von feinem eigenen Parteigenossen Scheidemann hätte zurechtgewiesen werden müssen. Ledebour zog insbesondere gegen den Reichskanzler wegen seiner Rede zu Felde. Die Angriffe gaben Herrn von Kiderlen- Wächter Veranlassung, selbst auf dem Plan zu erscheinen. Herr von Kiderlen- Wächter betonte mit allem Nachdruck, daß er niemals die Audeutschen zum Erwerb eines Teiles von Marokko aufgehezt habe, wenngleich er zugab, daß er den Alldeutschen Material gegeben habe, um gegenüber dem französischen Chauvinismus eine Art Gegengewicht zu schaffen. Nach ihm rechnete Herr Gröber vom Zentrum mit dem Reichskanzler ab, dem er vorhtelt, daß er auf der einen Seite die Parteien einigen wolle, auf der anderen den Zanfapfel der Erbanfallsteuer hineinwerfe. Zum Schluß tam noch Staatssetretär Wermuth, der gegen die Stellung des Zentrums in der Erbschaftssteuerfrage polemisierte. Am Montag ging die Etatsdebatte weiter. Der nationalliberale Abgeordnete Paasche hob hervor, daß seine Partei die Sozialdemokratie genau so bekämpft habe, wie die anderen Parteien. Paasche sprach zuletzt über das parlamen= tarische Regiment, wobei er betonte, daß seine Partei ebenso königstreu bis auf die Knochen fei, wie die anderen rechtstehenden Parteien. Abg. Gothein( f. Vp.) verlangte weitere tonstitutionelle Garantien. Reichsfanzler von Bethmann Hollweg wandte sich am Schlusse der Sigung dagegen, daß er sich mit seiner Bemerkung in die Geschäfte des Präsidiums habe hineinmischen mollen. Dem Reichstag stehe volle Freiheit in der Wahl des Präsidiums zu. Er, der Kanzler, habe nur die Haltung der beiden liberalen Parteien beurteilen wollen. Ueber die Erbschaftssteuer solle man sich nicht streiten und auch über die Zukunft noch nicht weiter fprechen, folange die Wehrvorlage und die Deckungsvorschläge der Regierung noch nicht eingelaufen find. Redner schloß, er hoffe, daß die Gegensätze zwischen Konservativen und Liberalen sich nicht weiter entwiffeln würden, so daß wieder eine Politik mittlerer Linie möglich wäre. Persönlich erklärte Abg. Bebel( Soz.), daß seine Partei es abgelehnt habe, im Präsidium das Kaiserhoch auszubringen oder höfische Verpflichtungen zu übernehmen. Die Kundgebung des Bundes der Landwirte. Zum zweiten Male seit seinem Bestehen hielt der Bund der Landwirte am Montag seine große Heerschau im Berliner Sportpalast, Potsdamer Straße, ab, während er sonst immer im Zirkus Busch getagt hatte. Auch diesmal machte der gewaltige Raum wieder den Eindruck, als set er bis zum letzten Platz gefüllt. Dr. Rösickes Eröffnungsrede. Gegen 1 Uhr eröffnete der Vorsitzende des Bundes, Dr. Rösicke die Versammlung. Er wurde lebhaft begrüßt und begann seine Rede wie folgt: Der Bund der Landwirte zeigt sich in ungeschwächter Kraft( Bravo). Er macht, wenn man diese Versammlung überblickt, nicht den Eindruck, als wenn er am Boden lege.( Nein, nein). Die Wahl ist vorüber, aber Siegesfreude können nach dieser Wahl nur die Sozialdemokraten empfinden. ( fui). Schon zählt der Reichstag zu einem Viertel Sozialdemokraten und wie viele verkappte mag es noch geben! Der Reichskanzler ist im Frrium, wenn er glaubt, die Macht der Sozialdemokratie werde schwinden, wenn er zu Taten übergehe. Der Pionier der Um= sturzpartet ist der Hansabund, dessen Führer zur Umgebung des Kaisers gehören. Wir sagen mit Herrn von Oldenburg: Une ist der Kaiser nicht eine Einrichtung, uns ist er eine Berson.( Stürmischer Betfall.) Wir sind der Schuß der Krone und wollen es bleiben. Der nächste Redner ist Freiherr von Wangenheim: Lebhaft sind die Verluste zu beklagen, die wir erlitten haben und wir müssen versuchen, sie wieder einzubrin gen. Die Nationalliberalen leisten den Sozialdemokra fen Vorspanndienste. Es ist nicht zu leugnen, daß eine große Erbitterung Plaz gegriffen hat. Wenn die neuen Steuern kommen, von denen man spricht, so sind wir zu jedem Opfer bereit, aber wir erwarten, daß diese Opfer von den Lebenden und nicht von den Toten ge= fordert werden.( Stürmische Zustimmung.) Von leb haften Zurufen begrüßt, nimmt jetzt Dr. Diedrich Hahn zum Geschäftsbericht das Wort. Die politische Lage wird durch zwet Pole gekennzeichnet, durch die Sozialdemokratie und durch die Herrschaft des mobilen Kapitals. Redner kam dann 4) Unter Feinden. auf die Steuerpolitik zu sprechen und führte aus: 400 Millionen indirekte Steuern haben wir mithelfen müts= sen, dem Reiche darzubringen und nun bei den letzten Wahlen habe man den Buckel hingehalten und habe sich verhauen lassen.( Heiterkett und Beifall.) Auch wir wollen selbstverständlich die Lasten für Armee und Flotte mittragen, aber wir verlangen soziale Gerechtigkeit bei der Verteilung der Steuern. Die Erbschaftssteuer paßt wie die Faust aufs Auge, und wenn der Reichstanzler diesen Bankapfel wieder in den Streit wirft, so kann es ja gut werden. Wenn wir ihn also warnen, so geschieht es, weil der Reichskanzler angeblich den Frieden unter den Parteien schaffen will. Wir erwarten, daß die Regierung die Führung übernimmt zum Schuße der nationalen Arbeit. Deswegen darf ste bie Parteien, die die Monarchie stüßen und die anderen Parteien nicht gleich bewerten. Wir selber werden nicht die kleinsten Zugeständnisse machen. Wir verzichten auch fünftig auf die Hilfe der Regierung.( Stürmischer Beifall). Der Tag von Philippi ist für uns nicht erschienen, wohl aber für unsere Gegner.( Erneuter stürmischer Beifall.) Roman von Karl Matthias. ( Nachdruck verboten.) Unter solchen Umständen konnte es zu einem freundlichen Verkehr zwischen den beiden jungen Männern nicht kommen, denn auch in der Fabrik wuchsen die Schwrierigkeiten, die Olivier der Verwaltung unterbreitete. Der Maschinist Bumarquet war ein Protektionsfind Oliviers. Er nannte ein junges Weibchen sein eigen, welches aus Vincennes stammte. Ob Olivier Madame Madelon schon als Mädchen in seiner fritheren Garnison kannte, stand dahin, aber er machte ihr den Hof, und Bumarquet erlaubte sich infolgedessen alTerlet Freiheiten. Als Tyrolt zu dem vierschröttgen Menschen trat, der neben der dampfenden Maschine sizend, aus seinem Pfeifenstummel rauchte, rückte dieser nur mürrisch an seiner bretonischen Kappe, rührte sich aber nicht von der Stelle. " Weshalb stand nach fünf Uhr die Maschine?" fragte der Direktor, von der Rücksichtslosigkeit des Mannes feine Nottz nehmend. " Der Dampf fehlte. Das ist des Hetzers Sache." " Unsinn. Der Heizer ist nur Ihr Gehilfe. Ste sind für den Gang der Maschine verantwortlich. Es geschteht das heute nicht zum ersten Mal. Die Arbeit mußte ruhen durch Ihre Nachlässigkeit. Sie werden den Schaden ersetzen, nicht die Arbeiter, und ich glaube, das wird Ihnen teuer zu stehen kommen." Die Debatte. Nunmehr ergriff von Oldenburg- Januschau das Wort. Es dauerte geraume Zeit, bis die stürmische Begrüßung sich gelegt hatte und er beginnen fonnte. Ich habe bereits im vorigen Jahre prophezeit, daß mancher von uns auf dem Wahlfelde bleiben werde, aber ich habe auch vorausgesagt, daß der Bund der Landwirte mit blankem Schild, die Degenspiße gegen die Sozialdemokratie gerichtet, aus dem Kampfe hervorge= hen werde. Beides ist eingetroffen. Die Sozialdemofraten müssen aus den Vorzimmern der Geheimräte verschwinden. Herr von Oldenburg kam dann auf die Erbschaftssteuer zu sprechen, deren Ablehnung er durchaus gerechtfertigt findet. Schließlich gelangte eine Resolution zur Annahme, die das bekannte Programm des Bundes der Landwirte vertritt und zu der aktuellen Frage, d. H. der Steuerdeckung für die Heeresvorlage, die Worte enthält: Das fann nur unter Betbehaltung indirekter Steuern und bei gleichzeitigem Ausbau einer besonderen Besteuerung des mobilen Großkapitals geschehen, nicht aber ebenso durch eine unsoziale wie ungerechte, wie in ihren Erträgnissen weit überschätzte Ausdehnung der Erbschaftssteuer auf Kinder und Ehegatten, deren Wiedereinbringung nur dazu dienen würde, die Zerriffenheit der bürgerlichen Parteien von neuem zu vermehren. Ueber alle Wirtschaftsfragen stellt jedoch der Bund der Landwirte die Sorge um Kaiser und Reich. Darauf wurde die Versammlung geschlossen. ,, Ste scheinen guter Laune zu sein," sagte der Direftor mit gerunzelter Stirn und blizenden Augen. " Lassen Sie sich nicht zu sehr davon hinreißen, es möchte Ste die Stellung kosten." Der Maschinist richtete sich auf und sah seinem Vorgefesten frech ins Gesicht. Stę trren sich, Herr Direktor," sagte er mit schlep= Rundschau vom Cage. Politisches. Die Wichtigkeit der Heimatspolitik. In der Hauptversammlung der Vereinigung für exakte Wirtschaftsforschung, die in Berlin stattfand, hielt Kammerherr Dr. v. Frege einen Vortrag über Heimatspolitik. Es wurde eine Beschlußerklärung angenommen, in welcher die Heimatpolitik, d. h. diejenige Tätigkeit von Staat und Gesellschaft, welche bezweckt, der Ruhelosigkeit unserer Beit entgegenzuwirken, als eine der wichtigsten Aufgaben der Zukunft bezeichnet wird. In der nämlichen Versammlung wurde auch das Thema„ Tarifverträge" behandelt. Man tam auf eine Erklärung übereint, in der die derzeit übliche Beurteilung des Tarifvertrages als zu einseitig von der irrigen Anschauung über die Arbeiterinteressen beherrscht bezeichnet wird.. Die Reichspartei, die bisher nur 14 Mitglieder zählte, hat den an Stelle des Abgeordneten von Oldenburg in Elbing gewählten Abgeordneten Schröder in ihre Frattion aufgenommen, fodaß die Reichspartei über 15 Mitglieder verfügt und im Sinne der Geschäftsordnung des Reichstages nunmehr eine Fraktion bidet, der eine Vertretung in den Kommissionen und im Seniorenfonvent zusteht. Ein Antrag auf Festlegung des Osterfestes. Von rechtsstehenden Abgeordneten ist im Reichstage ein Antrag eingebracht worden, den Reichskanzler zu ersuchen, dahin zu wirken, daß in allen christlichen Staaten übercinstimmend das Osterfest auf den 1. Aprilsonntag festgelegt wird. Der Entwurf eines Schuztruppengeseges ist dem Retchstage zugegangen. Er enthält in der Hauptsache die Vorschrift, daß die Ableistung von Uebungen bei den Schußtruppen zulässig ist. Auch wird ein Beurlaubtenstand der Schußtruppen gebildet, der der LandwehrInfanterie des Heeres gleich zu achten ist. Die in das Heer zurücktretenden Schußtruppler werden hinsichtlich des Dienstalters nicht schlechter gestellt, als wenn sie im Heer oder in der Marine verblieben wären. Die Absteckung der neuen Kongogrenzen. Der französische Kolonialminister hat die Hauptleute der Kolonial- Artillerie Periquet und Crecet zur Leitung der aus Beamten und Offizieren bestehenden Kommiss sion betraut, die im Einvernehmen mit den Vertretern pendem Tone. Ich werde noch lange diese Maschine bedienen, wenn von Ihnen in der Fabrik nicht mehr die Rede sein wird." „ Ah woher kommt Ihnen diese Weisheit?" " Vom Herrn Leutnant. Der muß es doch wissen, denn er ist der Sohn und Erbe." Tyrolt bebte vor Zorn, aber er bezwang sich. „ Wenn eine ähnliche Störung nochmals vorkommt, ohne daß Sie eine triftige Entschuldigung haben, jage tch Sie aus der Fabrik." Tyrolt ging, ohne die Erwiderung abzuwarten. Er inspizierte den ganzen Betrieb, und überall begegneten thm freundliche Gesichter. Die Botschaft des alten Arbeiters mußte wohl schon die Runde gemacht haben. Als der Direktor müde in sein Bureauzimmer getreten war, tönte die Dampfpfeife. Es war Feierabend. Die Fabrik leerte sich, und Tyrolt schickte sich an, seine kleidung zu wechseln, da er noch heute, dem Leutnant zum Trozz, im Herrenhause vorsprechen wollte. III. Deutschlands die neuen Grenzen des an Deutschland abgetretenen Kongobeckens festlegen soll. Die Abgren zungsarbeiten dürften nicht vor Ende März beginnen. Einen Besuch des Königs von England am Zaren= hofe versichert das Petersburger Blatt„ Rietsch aus gutunterrichteter Quelle für dieses Frühjahr ankündigen zu können. Ein bestimmter Zeitpunkt für die Reise stehe zwar noch nicht fest, doch werde sie voraussichtlich im März oder April stattfinden. Die Meldung mag zutreffen, da König Georg bekanntlich im kommenden Frühjahr seine Antrittsbesuche den Höfen des Festlands abstatten und, wie es heißt, zunächst nach Wien und dann voraussichtlich nach Berlin kommen will. Die italienischen Kriegskosten werden sich nach et ner amtlichen Feststellung bis Ende März d. 3. auf 150 Millionen Lire belaufen. Der Staatsschatz verfügt noch über 350 Millionen Lire ordentliche Einnahmen, die ebenfalls zur Deckung der Kriegskosten dienen sollen. Ein türkischer Sieg bei Derna? Nach einer vom türkischen Kriegsministerium veröffentlichten Depesche griffen die Türfen am 13. Februar Derna an und drangen nach dreistündigem Kampfe in zwei Forts ein, die von ihnen genommen wurden. Die Italiener hatten beträchtliche Verluste. Desiree schaute von der Veranda hinaus in die friedlich schöne Landschaft, welche von dem Golde der untergehenden Sonne umsponnen, wie in einem Bauberschleter eingehüllt lag. Welche Stille, welche Ruhe nach des Tages Mühen und der Arbeit Geräusch! Der leichte Abendwind hatte Qualm und Dünste aus dem Tal geweht und dafür den ozonreichen Hauch der Gironneberge gebracht, die in saftigem Grün vor Desirees Blicken lagen. Der Wald war ganz in den lichten Glanz der Abendröte getaucht, die über die Höhen zu Tal flimmerte und erst in den blitzenden Wellen der Maas zu erlöschen schten. Wie ein breites Band aus Silber und Gold schlängelte sich der Fluß durch Wald, Wiesen und Weg. Unruhig zitterten seine rasch dahineilenden Wellen in frtscher Brise, die auch in des Mädchens frauslockigen Haaren fptelte. Da, mit scharfen Augen hatte es einen Gegenstand Kleine Nachrichten. Das Luftschiff Schwaben", das über den Winter in der Luftschiffbaue beim Bahnhof Baden- Oos stationiert war, ist im Laufe der letzten Monate infolge verschiedener notwendig gewordener Reparaturen abmontiert und in allen Tellen gründlich gereinigt worden. Diese Arbetten sind jetzt beendigt. Vom 1. April ab finden Probeauffttege statt, am 1. Ostersonntag be= ginnen die regelmäßigen Passagierfahrten. Unregelmäßigkeiten bei einer Seminarprüfung. Die Prüfung aller Kandidaten des Lehrerseminars in Grimma wurde vom Ministerium für ungültig erklärt, da bei der Prüfung unerlaubte Hilfsmittel benuẞt wor= den sind. Ein Kandidat versuchte deshalb, durch Deffnen des Gashahns Selbstmord zu verüben. Die Prüfung ist 1913 nochmals zu wiederholen. VOT haben fibern erhob furze wand Leiche gejan vorge Mutt 1901 Tode erfte Auch falls Szep zu A lehr in 30 Brief dem Sprach wirft von verri nicht woch feiner Ier. schlim fel a rächt am Afche nichts werd anfä den moch Vieh night fen g in de der jedem die Land Gute murd lande an hand züge, licher Von Löwen zerfleischt. Ein schrecklicher Unglücksfall ereignete sich am Sonntag bei einer Vorstellung, die eine Menagerie in Alencon( Frankreich) gab. Ein junger Radfahrer, der während der Vorstellung auf einem Drahtseil über dem Löwenkäftg hin und her zu fahren hatte, wurde plößlich von einem Schwindelanfall be= troffen und fiel aus sechs Meter Höhe in den Käfig, wo er mit gebrochenen Beinen liegen blieb. Die Bestien stürzten sich sofort auf den Unglücklichen und zerfleischfen ihn in furchtbarer Weise. Der Ranbmord in der Alten Jacobftraße an Berlin dürfte durch die Verhaftung des Schlossers Ds= wald Trenkler in Zittau volle Aufklärung finden. Daß Trenkler zu der Bluttat in irgend einer Beziehung steht, ist außer Zweifel. Er soll in Berlin wie in anderen Städten mit Verbrechern verkehrt und sich Einbrüchen beteiligt haben. Schwerer Unfall während eines Gottesdienstes. In der katholischen Kirche zu Steele( Ruhr) stürzte wäh= rend des Gottesdienstes ein Teil des Deckengewölbes ein. Dabei wurde einer der am Hochaltar amtterenden Ministranten schwer verletzt. Unter den Besuchern des Gotteshauses brach eine Panik aus. Die Lohnbewegung unter den Ruhrberglenten. Der Zechenverband lehnte die Forderungen der Bergarbeiter ab. Die Organisationsvorstände werden in den nächsten Tagen zusammentreten und zu der Antwort des Zechenverbandes Stellung nehmen. Sie Bolksinstiz gegen Schwarze in Amerika. Drei wegen Ermordung eines Eisenbahndetektivs verhaftete Neger wurden gestern in Shelbyville in Tenessee während ihrer Vernehmung vor Gericht durch Schüsse aus dem Zuschauerraum verwundet. Einer von ihnen ist seinen Verlegungen erlegen. Bei der Demontternng des Wracks der Liberté wurden unter den Drehtürmen die Leichen von vierzehn Matrosen gefunden. Sie hatten sich offenbar dorthin geflüchtet in der Hoffnung, daß sie vor der Wir fung der Explosion in den Panzertürmen Schuß ftnden würden. Der drohende Generalstreik in England. Der Aufsichtsausschuß der Gewerkschaft der englischen Transportarbeiter beschloß in der Versammlung, die am Freitag in Manchester stattfand, einen allgemeinen Sympathiestreit zu beginnen, falls der Kohlenarbetterstreit ausbricht. Die Absicht ist, eine Beförderung ausländischer Kohle zu verhindern. Om Einen furchtbaren Selbstmord beging gestern in Lyon eine anscheinend irrsinnige Frau. Sie übergoß sich in der Nähe der Kirche mit einer Flüssigkeit und zündete sie an. Die Frau glich bald einer lebenden Fackel. Die auf ihr Geschrei herbeieilenden Kirchenbesucher konnten sie nicht mehr retten. Man glaubt, daß die Unglückliche aus einem Frrenhaus entwichen ist. erspäht, der sein Interesse ganz in Anspruch nahm. Es war das ein hell angestrichenes Boot, das sich, an der Fabrikbrücke angekettet, auf dem Wasser wiegte. Welch' ein Vergnügen muß es sein, auf jenem Schifflein den Fluß hinab zu schaukeln," dachte Destree, ,, ich wollte, ich säße darin." „ Was träumt mein liebenswürdiges Schwesterlein?" fragte plößlich Olivier, sich wie lene über die Balustrade lehnend.„ Der Vollmond steigt empor, das ist die rechte Beleuchtung für die schwärmerische Mädchenseele." Du irrst, Bruder," war die Antwort.„ Ich beobachtete jenes Boot an der Brücke und denke an das Vergnügen einer Wasserpartie." " Jeßt, bei einbrechender Nacht? Nun, dazu kannst Du mich nicht haben." „ Ich hatte auch gar nicht die Absicht, Dich aufzufordern. Da ich aber nicht allein das Boot lenken kann, werde ich Herrn Tyrolt ersuchen-" ,, Mit ihm bei Nacht und Nebel auf dem Fluffe," ztschte Olivier ärgerlich, das wäre freilich sehr pas= send für das Fräulein." ,, Nun, so entschließe Dich doch zu rudern, mich zieht es förmlich in den Kahn. Aber ich fürchte, Du nimmst nur den Mund voll, wenn Du von Regattas und Wasferstarten erzählst. Ich wette, Du hast noch keine Ruder in der Hand gehalten." " Ich rudere wie ein Gott. Morgen sprechen wir weiter davon, heute habe ich keine Lust." Ach, Du bist zu schwach, Du traust Dich nicht," spottete die Kleine. Nun, so lasse ich den Direktor rufen, der traut sich " Er soll es nicht!" brauste Olivier auf.„ Es ist unschicklich, ich leide es nicht eine Kahnfahrt im Halbdunkel am allerwenigsten. Wenn es nach mir geht, follt ihr feine Gelegenheit finden, allein und unbelauscht zu sein." ten. Reue den, fehr insg ten Bug alte Spi wer als fiert Cle eine mit ter, Lor den die Beg när nad mit wed Uta reid ihm den Wit wie rich fehr rind Bor werd Beg Spri Tyro mein uns. Ron wart traf Licht fich Wald Herre lieblic feines Halt Tender tende Stri metn sinne und fer g blatt entfch Dispa Borla tichland Abgren eginnen. 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Eine vierfache Giftmörderin wird sich demnächst vor dem Graudenzer Schwurgericht zu verantworten haben. Wegen dreier Giftmorde wurde gegen die Befiberwitwe Karoline Kieper aus Kleinfibsau Anklage erhoben. Am 12. Januar 1911 war ihr Mann nach furzer Krankheit gestorben. Auf eine Anzeige von Verwandten hin wurde die Leiche ausgegraben und einige Leichenteile zur chemischen Untersuchung nach Berlin gesandt. Dort wurde Arsenik in erheblichen Mengen vorgefunden. Später wurden auch die Leichen ihrer Mutter und ihres Stiefvaters, die beide im Januar 1901 starben, ausgegraben. Man stellte bei beiden als Todesursache gleichfalls Arsenifvergiftung fest. Der erste Ehemann der Kieper ist im Jahre 1889 gestorben. Auch dessen Ueberreste wurden ausgegraben und ebenfalls arsenikhaltig befunden. Die Tat ist aber verjährt. Aschermittwoch- Aberglaube. Fasching ist vorüber. Prinz Karneval legt sein Szepter aus der Hand und die Fastnacht lettet hinüber zu Aschermittwoch, dem Tage, an dem man innere Eintehr halten und alle Tollheit der vergangenen Wochen in Zerknirschung überdenten soll. Ehemals drückte der Priester am ersten Tage des vierzigtägigen Fastens je dem Kirchgänger einen Aschenkranz auss Haupt und sprach dabei zu ihm die Worte:„ Asche bist Du, zu Asche wirst Du werden!" Mittwoch gilt dem Voltsglauben von altersher als ein unglückstag, denn am Mittwoch verriet Judas Ischarioth den Heiland. Aber diese uble Bedeutung des Mittwochs stammt nicht erst aus der christlichen Zeit. Am Quatembermitt= woch hielt Wotan an der Spize seines wilden Heeres seinen unheilbringenden Zug über die Berge und Täfer. Und von allen Mittwochen ist Aschermittwoch der schlimmste. Am Aschermittwoch ist, so sagt man, der Teufel aus dem Himmel herausgeworfen worden. Nun rächt er sich an uns armen Menschen. Darum soll man am Aschermittwoch nichts wichtiges tun. Kinder, die am Aschermittwoch zur Welt kommen, taugen im Leben nichts. Prozesse, die man am Aschermittwoch beginnt, werden verloren, und wer am Aschermittwoch eine Kur anfängt, fann gewiß sein, daß sie seiner Gesundheit schaden wird. Auch keinen Kauf soll man am Aschermitt= woch abschließen, und auf dem Lande behält man das Vieh am besten während des ganzen Tages im Stall. Im Erzgebirge reinigt man am Aschermittwoch nicht einmal die Stuben, und im Vogtland und in Hef= sen gilt das gleiche von den Ställen. In Niedersachsen, in der Gegend von Querfurt und Sangerhausen, heißt der Aschermittwoch die frumme Mittewoche", weil in jedem Hause, wo an diesem Mittwoch gesponnen wird, die Gänse und die Küchlein frumm werden. Nur im Lande Oldenburg sagt man dem Aschermittwoch auch Gutes nach: Kohlsamen, der am Aschermittwoch gesäet wurde, erfriert nicht. An vielen Orten unseres Baterlandes hielt man früher am Aschermittwoch unter allerhand halb feierlichen, halb fröhlichen Zeremonien Umzüge, gegen deren Ausartung die weltlichen und geist lichen Behörden thre Stimmen vernehmen lassen mußten. Denn Aschermittwoch gehört der Buße und der Reue. Vermischtes. Der Cölner Rosenmontagszug war von einem milden, trockenen Frühlingswetter begünstigt. Der Verfehr war ganz enorm. Die Eisenbahndirektion hatte insgesamt 35 Conderzüge eingelegt, die bis auf den legten Platz besetzt waren. Der außerordentlich glanzvolle Bug verkörperte die Idee: Deutsche Städte huldigen der alten Colonia und dem Prinzen Karneval. An der Spize erscheint Essen mit den Attributen seiner Kriegswerkstätten. Es folgte Düsseldorf, das recht unangenehm als radschlagender Pfau auf einem Senftopf charaktertfiert war. Die Stadt Cleve war durch Herzog Adolf von Cleve vertreten, der auf einem Schiff einzieht, das von einem Schwan gezogen wird. U. a. erschien Nürnberg mit Hans Sachs und dem berühmten Nürnberger Trichter, Koblenz mit dem Vater Rhein, St. Goar mit der Loreley usw. Der Zug war im allgemeinen außerordentlich sorgfältig vorbereitet, historisch getreu bis in die Details und nach außen hin prachtvoll. Zu Sieben Jahre in Südwestafrika verschollen. Beginn des Jahres 1905 unternahm der Stabsvetertnär Johannes Rogge einen Dienstritt von Lüderitzbucht nach Bethanien und zurück. Auf dem Rückwege ritt er mit dem Reiter Feibicke am 10. Januar von Kubub weg und beabsichtigte, seinen Weg über die Wasserstelle Utama zu nehmen. Diese Wasserstelle hat er nicht erreicht und trot eifriger Nachforschungen war weder von ihm noch dem Reiter Felbicke irgendeine Spur zu finden, so daß man annehmen mußte, daß beide, in der Wüste verirrt, verdurstet seten. Am 12. v. M. fand nun, wie die jetzt eingetroffene Lüderitzbuchter Zeitung be richtet, eine von Chamis ausgesandte Patrouille nicht sehr weit von Kolmanskuppe die Leiche des Stabsveterinärs. Sie lag auf der Halben Höhe einer Wander,, Nun, so rudere mich," sagte Desiree, durch seinen Born höchlichst amüsiert. ,, Meinetwegen, da Du darauf bestehst. Aber ich werde es vorher Papa sagen." „ Das wirst Du nicht", flüsterte Desiree, ihm den Weg vertretend, denn Papa würde es verbieten. Sprichst Du ein Wort, so fahre ich heimlich mit Herrn Tyrolt." ,, Nun denn, ich gebe nach. Geh voraus, ich hole meinen Stock." „ Aber Wort halten. An der Brücke treffen wir uns." Desiree schritt die Stiege hinab und eilte um das. Rondel. Am Tore blieb sie stehen, um auf Olivier zu warten. Der letzte Schein der untergehenden Sonne traf ihre weißgekleidete Gestalt und badete sie in einem Lichtmeer, so daß ein Wiederglanz von ihr ausging, der sich bis zur Fabrik fortpflanzte, an deren Fenstern Waldemar Tyrolt stand. Mit einem Krimstecher bewaffnet, hatte er nach dem Herrenhause geschaut. Als er das Tor streifte, trat die liebliche Gestalt der Gesuchten greifbar in den Rahmen seines Glases. Wonnetrunken nahm er die liebliche Gestalt in sich auf und prägte sich die Schönheit ihres strah= Tenden Antliges, den ihren leuchtenden Augen anhaf= tenden Zauber mit allen seinen Sinnen ein. ,, Desiree," sprach er halblaut, wie Itebe ich Dich! Wirst Du wirklich die Meine werden? Ich fürchte für mein Glück. Noch in letter Stunde kann es mir entcinnen. Wenn ich ihr und ihres Vaters Jawort erränge, und ste dann wieder aufgeben müßte, dann wäre es bes= fer gewesen, die Geltebte nte mein genannt zu haben." Traurig senkte er den Blick, der auf einem Zeitungsblatt haften blieb. Dartn stand der Grund seiner unentschlossenheit: Mobilmachung, Kriegsrüstung, Armeedisposition, chauvinistisches Geschwäß. Am politischen Horizonte fammelten sich schwere Gewitterwolfen. dune uno war, da sie wahrscheinlich die ganzen sieben Jahre unter dem trockenen Sande gelegen hatte, gänzlich mumifiziert und gut erhalten. Außer eigenhändigen Aufzeichnugen des Verstorbenen fand man ein Pafet Feldpostbriefe, zum Teil von seither im Aufstande gefallenen Offizieren und Angehörigen der Schußtruppe herrührend, und eine größere Geldsumme. Aus den Aufzeichnungen und Postkarten an seine Angehörigen geht hervor, daß Rogge die Wasserstelle Ufama verfehlt hat, und daß er seinen Tod durch Verdursten vor Augen sah. Um den schrecklichen Qualen zu entgehen, hat er sich schließlich durch einen Revolverschuß durch die Schläfe den Tod gegeben. Es ist eine eigentümliche Schichung, daß er genau 7 Jahre nach seinem Todestage aufgefunden wurde. Merkwürdigerweise besagen die hinterlassenen Schriftstücke Rogges nichts über den Verbleib des Reiters Feibicke. Ein schreckliches Familiendrama spielte sich nach dem„ Ostd. Tgbl." in Parvenehre, einem kleinen rusfischen Dorfe zwischen Billwischten und Wilkowischten ab. Von dort war vor zehn Jahren ein damals zwölfjähriger Knabe mit Verwandten nach Amerika ausgewandert und erst jetzt in die Heimat mit einem großen Vermögen zurückgekehrt. In der Schänke am Bahnhof in Parvenehre wurde er vom Wirt erkannt, dem er auch von seinem Reichtum erzählte. Dann trat er den Weg nach seinem Heimatdorfe an. Im Elternhaus war der Vafer abwesend und Mutter und Schwester erkannten den Heimkehrenden nicht. Er logierte sich dort als unbekannt ein, zahlte gut und erzählte auch von dem in Amerika erworbenen großen Barvermögen. Am nächften Tage tam er immer noch unerkannt wieder, um zu nächtigen. Inzwischen war bei den Logisgebern der teuflische Plan geretft, dem Leben des reichen amerikanischen Gastes ein Ende zu machen. Der inzwischen heimgekehrte Familienvater wurde von der Frau und der Tochter zur Mittäterschaft angestiftet. Er zögerte zwar, wurde abr schließlich überredet, die Tat auszufüh= ren und schlug dem Fremden mit einem schweren Hammer den Schädel ein. In der Wirtschaft, wo der Mörder abends zu Gaste weilte, erfuhr er dann, daß sein Sohn von Amerika zurückgekehrt sei. Es war also der eigene Sohn, den er niedergeschlagen hatte. Mann, Frau und Tochter wurden verhaftet. Die Mutter ist wahnsinnig geworden. Handscheinwerfer für Savalleriepatrouillen. Zur Zeit finden, wie der Korrespondenz beer und Politik“ von militärischer Seite gefarieben wird, Versuche mit einem Scheinwerfer statt, der von Kavalleristen bequem am Sattel mitgeführt werden fann und der dazu die nen sou, den Kavalleriepatrouillen die nächtliche Aufklärungsarbeit zu erleichtern. Der Apparat ist nur 25 Zentimeter lang, und hat einen Durchmesser von 18 Bentimetern, so daß er durchaus handlich ist und keinerlei Behinderung für den damit ausgerüsteten Mann im Gefolge hat. Die Lichtquelle besteht in einer elektrischen Trockenbatterie, deren Licht durch ein starkes Scheinwerferobjektiv vergrößert wird. Ersatzbatterien fönnen naturgemäß in ausreichendem Maße ohne große Belastung mitgeführt werden. Die bisher angestellten Versuche haben ein durchaus befriedigendes Ergebnis gehabt, es war möglich, eine starke Beleuchtung auf eine Entfernung von 50-70 Meter zu erzielen. Der Nußen einer solchen leicht transportterbaren BeleuchtungsanTage Itegt auf der Hand. Eine halbe Million für Erfindung eines Flieger: Schuzapparates. Zur größeren Sicherheit der Flieger gedenkt man in Frankreich 500 000 Frant aufzuwenden. Die Summe soll für die Erfindung geeigneter Schutzvorrichtungen bestimmt werden. Diese müssen mit dem Flugapparat möglichst organisch verbunden sein, bezw. in deffen Bauart selbst liegen. Fallschirme sollen nicht bei der Konkurrenz berücksichtigt werden; vielleicht auch nicht die automatischen Stabilisatoren. Der Aeroklub und der Automobilklub von Frankreich haben für diese 3wecke je 25 000 Frank gestiftet. Eine Nethe anderer sportlicher Körperschaften haben eine Vereinigung ge= bildet, um staatliche und Gemeindebehörden zur Aufbringung der nötigen Summen zu intereffteren. Im Motorboot von England nach Brafilien. In einem Motorboot haben jüngst sechs Mann eine Reise gemacht, die an die Seefahrten eines Kolumbus und anderer Weltumsegler aus abenteuerlichen Zeiten erinnert. Sie fuhren am 28. Dezember 1911 von der SeeHafenstadt Weymouth in England aus und waren am 31. Januar im Hafen von Pernambuco in Brasilien nachdem sie mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 140 Meilen pro Tag 4500 Meilen zurückgelegt hatten. Die„ Lingueta"( so heißt das Motorboot) wird durch einen Benzinmotor von 30 Pferdestärken bewegt und ist 20 Meter lang. In der Mitte befindet sich ein Mintaturschiffsraum, der, als die sechs unternehmungsluftigen Männer von Weymouth ausfuhren, ein Faß Butfer, zwölf Brote von je 1 Kilogramm Gewicht, 40 lgr. Roastbeef, 7 Sack Kartoffeln, zwei Sack Stockfisch, 1600 Liter Wasser und mehrere Kistchen mit Trauben enthielt; außerdem befanden sich 1600 Liter Benzin in 400 Kannen und 400 KIgr. Schmieröl im Boot. De„ Lingueta" hat am Vorsteven eine 3 Meter lange und 1½ Er schüttelte den Kopf, um die trüben Gedanken zu verscheuchen. Abermals fiel ihm die Gestalt Desirees In die Augen, welche über die Chaussee geschritten war und nach der Brücke einlentte. 21 ,, Wohin führte sie der Weg?" fragte sich Tyrolt. Will sie mich besuchen? Unmöglich, denn Olivier folgt thr auf dem Fuße. Wie er eilig dahinhumpelt, als fürchte er, seine Schwester allein zu lassen. Ah, sie halten an der Brücke." Olivier kletterte zum Wasser hinunter und löste die Kette des Bootes. Dann ergriff er das Ruder und Tenkte dem Ufer zu. Mit einem Sprunge war Desiree in dem schwankenden Boote und nahm am Steuer Platz. Tyrolt hatte mit Erstaunen und Schrecken den Vorgang beobachtet. „ Eine Wasserpartie bei einbrechender Dämmerung. Welch' törichtes Unternehmen," schalt er.„ Sie wissen nicht, wie tücktsch unsere Maas ist und dabei rudert Oltvier wie ein Tölpel. Er wird ein Unglück anrichten. Ich muß Desiree warnen, ehe es zu spät ist.“ Eilends verließ er sein Zimmer und lief an das Ufer hinab. " Ich bitte Sie, halten Sie an Land!" rief er mit flehender Stimme. Ste kennen die Gefahr nicht, in die Ste sich begeben. Stromabwärts ist ein Wehr. Wenn Ste in den Strudel geraten, sind Sie verloren." Olivier lachte höhnisch, aber Deftree antwortete wohlgemui: " Fürchten Sie nichts, Herr Tyrolt, ich bin unter dem Schuße meines Bruders, des berühmten Regattensiegers vor Entretat. Wir sind ganz sicher." ,, Bekümmern Sie sich gefälligst nicht um unsere Angelegenheiten," Iteß sich Oltvter vernehmen. Ich weiß genau, was ich zu tun habe." Er legte sich in die Riemen und lenkte das Boot in die Mitte der Strömung, während Desiree, entzückt Meter breite Kabine für den Kapitän und am Heck eine 2 Meter lange und 1% Meter breite Kammer für die Mannschaft. Der Zweck der verwegenen Fahrt war dte Erprobung einer neuen Motorkonstruktion, mit der die " Lingueta" versehen ist. Geheime Schülerverbindungen und Schülerselbstmorde. Gegen die Schülerverbindungen wird jetzt in Stuttgart von den Schulbehörden energisch vorgegangen. Anlaß hierzu gab insbesondere ein fürzlich dort vorgekommener Schullerselbstmord, der, wie die Ermitt lungen ergaben, wesentlich auf den Verkehr des betreffenden Schülers in einer geheimen Schülerverbindung zurückzuführen ist. An den Untersuchungen an den belden Gymnaften, dem Realgymnasium und den drei Realanstalten Stuttgarts nahm auch ein Vertreter des württembergischen Kulutusministeriums teil. Abgeschlossen ist die Untersuchung am Realgymnasium, wo dieser Tage in einem Konvent der Lehrer und in Gegenwart sämtlicher Schitler der oberen lassen der Rektor die Bestrafung von zwanzig Schülern mit Karzer und von zwet Schülern mit schwerem Arrest bekannt gab und in einer ernsten Ansprache darauf hinwies, daß fünftig jeder Teilnehmer an einer Schülerverbindung von der Schule ausgeschlossen werde. Die Zukunft des britischen Thronfolgers. Der bri tische Thronfolger Eduard Albert, Prinz von Wales, der am 23. Juni feinen 18. Geburtstag feiert und an diesem Tage großfährig wird, wurde bisher im Marinecollege in Osborne erzogen und hatte den Rang eines Midshipman auf dem Kriegsschiff Hindustan". Man nahm daher an, daß der Thronfolger, wie einst sein Vater, den Flottendienst praktisch kennen lernen follte, und nach seiner Ausbildung in der Marineschule in die Flotte eingestellt werden würde. Jetzt aber verlautet in London, daß die Marinelaufbahn des jugendlichen Prinzen als abgeschlossen anzusehen ist. Der Prinz wird demnächst die Universität Orford beziehen. Die Dauer setnes Studiums ist noch nicht bestimmt. Doch scheint bereits festzustehen, daß der Prinz von Wales, wenn er Oxford wieder verläßt, in einem Savallerteregiment Frontdienst tun foll. Meine Wirtin weckt mich nicht". Als„ skandalös“ bezeichnete der Vorsitzende der fünften Kammer des Berliner Kaufmannsgerichts das Verhalten einer Verfäuferin, die die ihr zuteil gewordene Entlassung, weil ste zu Unrecht erfolgt fei, anfocht. Frl. W. war in einem Warenhaus angestellt, und machte der Personalleitung dadurch viel zu schaffen, daß sie sich der Geschäftszeit auch nicht im geringsten anpassen wollte. Sie fam wochenlang troß mehrfacher Verwarnungen erheblich später zum Dienst. Als sie schließlich eindringlich verwarnt und energisch zur Rede gestellt wurde, erklärte fie achselzuckend:" Was ist da zu machen? Meine Wirtin medt mich nicht." In der Berhandlung berief sich die Klägerin gleichfalls auf die nicht weckende Wirtin und wollte fitr fich ein gewisses Gewohnheitsrecht in Anspruch nehmen, da die Aufsichtsdame zuletzt gesagt habe: " Es wird mir schon über, Frl. W. alle Tage zurechtzuweisen." Das Kaufmannsgericht hielt die sofortige Entlaffung der Klägerin für vollkommen berechtigt. Ihr Verhalten fei geradezu ffandalös, jeder Geschäftsbetrieb set auf diese Wetse lahmzulegen. Die Tatsache, daß die Klägerin ihr Verhalten auch noch vor Gericht als einwandsfret hinzustellen versucht habe, sehe fast nach et= ner Verhöhnno des Gerichts aus. Drabtnachrichten und neuestes. Eine Dauerfahrt des Parseval 11. Berlin, 20. Februar. Das Luftschiff P. 2. tst gestern nachmittag 4 Uhr vom Tegeler Schießpla zu seiner letzten Uebungsfahrt vor der Uebernahme setfens der Heeresverwaltung aufgestiegen. Die Fahrt follte zwanzig Stunden dauern. Während der letzten fünf Stunden sollte eine Höhe von 1500 Metern erreicht werden. Heute vormittag 9,50 Uhr ist das Luftfchiff glatt auf dem Tegeler Schießplaß gelandet. Die Fahrt war nach Hannover gegangen. Bei der Landung hatte das Luftschiff noch für acht Stunden Brennstoff an Bord und hätte den Flug fortgefeßt, wenn die Mannschaft nicht so erschöpft gewesen wäre. Geständnis des Mörders der Schulzeschen Eheleute. Bittau, 20. Februar. Der am Sonnabend unter dem Verdacht des Mordes an der Familie des Juwelters Schulze in der Alten Jacobstraße zu Berlin verhaftete Schlosser Trenkler hat heute eingestanden, daß er allein der Täter sei. Er habe zuerst die Frau niedergeschlagen, dann die Herbeteilende Tochter und zulegt den Juwelier selbst. Er behauptet, daß er nur einen Diebstahl verüben wollte und erst, nachdem er dabei überrascht wurde, sich zur Tat entschlossen habe. Nach dem Morde will er sich noch einige Zeit in Berlin aufgehalten haben und dann nach Zittau gefahren sein. Durch einen frühzeitigen Sprengschuß getötet. Eisleben, 20. Februar. In der vergangenen Nacht hat sich auf dem Hohenthalschacht bei Helbra durch das zu frühe Losgehen eines Sprengschusses ein schwe= res Unglück ereignet. Einem Bergmann wurde der Kopf vom Rumpfe gerissen, zwei Bergleute wurden schwer und vier leicht verleßt. durch die schnelle Bewegung, lachend hinüberwinkte. Tyrolt stand einen Augenblick unschlüssig. Das Schifflein entfernte sich schnell. Waldemar beschloß, es nicht aus den Augen zu lassen. Im Falle eines unglücks wollte er bet der Hand sein. Da bemerfte er im Schilf etnen Einbaum, so ein Fahrzeug, wie es die Landleute benutzen, um das Heu von den Wiesen über Wasser zu holen. Ein breites Ruder lag dabet. Entschlossen sprang Tyrolt in das tiellose Fahrzeug, stieß ab und folgte den Flüchtigen, welche in der Dämmerung und dem leichten Rebel, der über der Maas lag, bereits seinen Blicken entschwunden waren. Stehend gebrauchte er fleißig das Ruder; wie ein Pfeil flog das leichte Boot über die Wasserfläche. Eine Welle ging so die Fahrt, von dem anderen Boot sah er nichts; aber er hörte bereits das Rauschen des Wehrs, das ihm der Abendwind zu Ohren trug. Jezt mußten die Ges schwister an der Schleuse sein und, wenn Olivier Klugheit und Kraft genug hatte, abzulenken, vor ihm auffauchen. Immer näher fam er dem Gischt; der Einbaum fing an, sich um sich selbst zu drehen, und Waldemar mußte das Lauschen aufgeben, und wieder sein Ruder eintauchen, um in der Mitte des Stromes zu bleiben. Da plötzlich ein Hilferuf, der Schrei einer Männerstimme. Mit wentgen fräftigen Schlägen trieb Waldemar den Einbaum nach der Unglücksstelle. Er hörte nichts mehr das Rauschen des Wehrs übertäubte Jeden Ton. Jest war er bei der Schleuse. Das schwanke Fahrzeug füllte sich mit Wasser und verschwand mit setnem Lenker in der Tiefe. ( Fortsegung folgt.) 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