hen e ist d Ssmarke en Nach Seelig's Gießener Zeitung Bezugspreis 40 Pfg. monatlich ( Neueste Nachrichten) erteljährlich 1,20 m., vorauszahlbar, frei ins Haus. bgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig ausgabestellen vierteljährlich 90 Pfg.- Erscheint Mittwoche und Samstags. Redaktion: Selters. eg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung icht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. 6. H. - Nr. 93 Telephon: Nr. 362. Expedition: Seltersweg 83. Mittwoch, den 20. November 1912. Desterreich contra Serbien Die Adriafrage. Wien, 19. Nov. Die militärischen Vorbereitungen seneich- Ungarns werden fortgesetzt. In der vergan en Nacht ist ein Dampfer mit einer Baradenausrüst und Alimen und Sanitätsmaterial aus Triest abgegangen. Acht Empfehlungen. 11 fanterie- Regimenter sind bereits nach esnien, Herzegowina und Dalmatien entsandt m. b. H. den. aluiffe, Beo: = .4359, Wien, 18. Nov. Gestern haben sich die Minister Aeußern, der Reichskriegsminister, der gemeinsame manzminister Bilinski sowie Finanzminister Zalesk und r Landesverteidigungsminister Georgi nach Buda en begeben. Der Kaiser soll sich in Budapest in Igender Weise zu einer hochstehenden Persönlichkeit geBert haben:„ Ich bin für den Frieden, aber nicht für Frieden um jeden Preis; wir können uns nicht les gefallen lassen!" e tol Der Wiener Korrespondent der„ Frks. Nachr." erhn von kompetentester Seite, in der Konsulats= nge muß man trotz der Kaltblütigkeit, die die Leides Auswärtigen Amtes bewahrt, darauf gefaßt in, daß zu den äußersten Mitteln gegriffen werden ugle, wenn Serbiens Antwort nicht vollständig beiedigend lauten würde. Die Hafenfrage an Adria tritt gegenwärtig in den Hintergrund. In Hem Grade bemerkenswert ist, daß sämtliche Mächte, mit auch diejenigen der Triple- Entente, den Stand= unft Desterreichs vollständig billigen. Auch die diplo atischen Vertreter Rußlands, Englands und Frankics in Belgrad haben in dringender Weise die gütthe Austragung der schwebenden Fragen mit Dester ich angeraten. In Belgrad indessen sind alle bei er letzten Stellung als untauglich Entlassene neuerings zu den Waffen berufen worden. Belgrad, 19. Nov. Das Regierungs- Organ Samcuprava" schreibt, daß die leitenden Kreise sowohl Desterreich- Ungarns als Serbien bestrebt seien, die zwi han beiden Mächten schwebenden Diskussionen im Tone iner sachlichen Argumentation zu erhalten. Die serbische legierung müßte sich aber auf die Stimmung des serishen Volkes stützen. Der beste Weg für die Herstelln dauernd freundschaftlicher Beziehungen zwischen Deferreich- Ungarn und Serbien bestünden darin, daß ha: dem serbischen Volke von seiten Oesterreich- Ungarns n gleicher Weise wie den übrigen Balkanstaaten egenfäme, selbst wenn die Bestrebungen des serbischen Sulfach einem Ausgange zur Adria nicht Das Glückskind. ent= Roman von Irene von Hellmuth ( Nachdruck verboten.) Böhler stand noch immer mit verschränkten Armen Bet und brummte etwas in den Bart, was kein Mensch Derstand, es fümmerte sich auch niemand um ihn. Nicht lange, nachdem die beiden Frauen das Haus verlassen hatten, Klopfte das Dienstmädchen an die Tür on Böhlers sog. Arbeitszimmer, und meldete:„ Es jemand da, der Sie zu sprechen wünscht." So, wer denn?" Es ist eine Dame, sie wollte aber thren Namen icht nennen, ich weiß nicht, was Dicht hinter dem Mädchen erschien jetzt eine hohe, to der vorgeschrittenen Jahre schlanken Frauenge alt, mit ernsten strengen Zügen und falt blickenden gauen Augen. Stolz und unbezähmbarer Hochmut rachen deutlich aus dem blaffen Gesicht. Auf dem um ergrauten Haar saß ein eleganter Kapvthut, der amtmantel war nicht nach der neuesten Mode, aber overlieb er der ganzen Erscheinung ein vornehmes Ginsleben. „ Sie werden entschuldigen, ich möchte gern Herrn Böhler sprechen, und zwar in einer für mich hochwichgent Sache, fiel die Angekommer dem Dienstmädgen ins Wort, dasselbe bet Sette ine Handbewegung auffordernd, tes fie felbst eintrat und die Tü d und es durch entfernen; inoß, musterte sie fen. und fuhr fich gemale durchs Haar, um dieses in Ordnung zu ingen, efe er feinerseits fragte: Was verschafft mir Chre? en vor ihr Stehenden mit scharse Böhler zupfte die Krawatte Die De räusperte sich, es schien fast, ob sie um doch etwas in Verlegenheit wäre, wie sie beginnen ollte. Es tit, wie ich vorhin schon betonte- aller-| - Vom Baltankrieg. zur die berechtigte Besorgnis für seinen Exporthandel Grundlage hätten. Die Gestaltung der beiderseitigen Beziehungen hängt ausschließlich von Desterreich- Ungarn welt, und dadurch die Sympathien Europas für die ab. Serbien sei bestrebt, die Sympathien der Kultur Beieitigung der Kriegsgefahr mit Desterreich- Ungarn zu teilen. Schließlich erklärt das Blatt unter Hinweis darauf, daß die Person des österreich- ungarischen Thron= folgers von einzelnen serbischen Blättern häufig in die Pelemiken gegen die österreichische und ungarische Presse in die Diskussion gezogen wurden. Es müßte dagegen Stellung genommen und die Aufmerksamkeit der Kollegen von der serbischen Presse darauf gelenkt werden, da es unstatthaft ist, die Persönlichkeit von Herrschern ode: deren Thronerben in die Pressepolemiken hineinzuziehen. Der rumänische Gesandte hat den Minister= präsidenten Paschitsch verständigt, daß die rumänische Regierung sich vollständig den Gesichtspunkten Desterreich- Ungarns anschließe. Belgrad, 19. Nov. Gestern erschienen der hiesige deutsche Gesandte und der italienische Geschäftsträger beim serbischen Ministerpräsidenten und legten ihm die Ansichten ihrer Regierungen bezüglich der Adriahafenfrage und Albanien ganz in Uebereinstimmung der der früheren vom hiesigen österreich- ungarischen Ge= sandten Paschitsch kundgegebenen Auffassungen dar. Paschitsch soll eine hinhaltende Erklärung gegeben haben. Wien, 19. Nov. Bei Besprechung des gegenwärtigen Standes der Beziehungen zwischen Desterreich- Ungarn und Serbien schreibt die„ Neue Freie Presse“:„ Die Stimmung ist dem Frieden sehr schädlich. Der Friede ruht nun gewissermaßen auf des Messers Schneide. Der Dreibund und die Entente- Mächte mögen helfen, ehe es zu spät ist." Der„ Figaro" schreibt unter Hinweis auf das Expole des Grafen Berchtold, die Serben würden durch eine unnachgiebtge Haltung den schwersten Fehler begehen und würden die ihnen bisher entgegengebrachte Sympathie verlieren. Sie hätten nichts zu gero innen und nur alles zu verlieren, wenn sie die öffentliche Meinung Desterreichs durch allzu schroffe Erklärungen und Polemiken reizen würden. No m, 19. Nov. Die„ Vita" schreibt zu einem Artike! des„ Temps": Dieser täusche sich, wenn er glaube, dan bezüglich der Lösung des Balkanproblems ein Zwieipalt zwischen der öffentlichen Meinung und der Regier dings eine überaus wichtige, aber etwas heifle Angele= genheit die mich zu Ihnen führt, heitel eben insofern, als ich nicht wissen tann, wie Sie die Sache aufnehmen werden. Dazu muß ich vorausschicken, daß ich gewohnt bin, rasch und sicher auf mein Ziel loszugehen, und mich deshalb mit meinem Anliegen an Sie wende, da ich von Ihnen die beste und richtigste Auskunft zu erhalten hoffen darf." Böhler fing bereits an, ungeduldig zu werden. Was wollte diese Frau von ihm. Die Zeit, wo er gewohnt war, auszugehen, kam allmählich heran, und nun hielt ihn diese hochmütige Fremde hier fest. Er scharrte mit den Füßen unruhig den Boden. Jene bemerkte dies und beeilte fich, fortzufahren:„ Ich werde Sie nicht allzu lange belästigen. Herr Böhler, hören Sie zu: Mein Name ist Pächtner Mice Pächtner, geborene Freiin von Falt ich weiß nicht, ob Ihnen der Name bekannt tft?" Die Gestalt der Frau schien noch gewachsen zu sein bet den letzten Worten, so stolz und hoch stand sie vor dem etwas verwundert dreinschauenden Böhler, diesen fast um eine halbe Kopfeslänge überragend. Die Augen bohrten sich förmlich in die ihres Gegenüber, auf den der so besonders betonte Name nicht den geringsten Eindruck machte. Dann fuhr sie fort:„ Durch Zufall habe ich die Catdeckung gemacht, daß mein Sohn Dr. Hermann Bachtner und Ihr Mündel oder Nichte in ziemlich vertraulichem Briefwechsel mit einander stehen, aus dem unzweifelhaft hervorgeht, daß die beiden ein Liebesverhältnis unterhalten." „ Aha“, unterbrach Frau Pächtner ihre Rede,„ das Thema scheint Sie zu interessieren!" Mit Böhler war denn auch eine furchtbare Veränderung vorgegangen. Die beiden Hände ballten sich zur Faust, die Augen, die her so gleichgiltig, fast gelangweilt blickten, traten faj aus den Höhlen, und im exiten ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 20 pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pig. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Nabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs. zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Druck der Gießener Verlagsdruckerei. Telephon Nr. 362. 24. Jahrg. ung Italiens herrsche. Der„ Temps" bezwecke im Gründe auch nur, einen Zwiespalt zwischen Italien und seinen Verbündeten hervorzurufen, was ihnen jedoch nid, gelingen werde. Italien werde auf alle Fölle am Dreibund festhalten. Mehrere Jahre habe die auswärtige Politik Italiens wegen Triwerde sie die gerade Linie verfolgen und polis nicht immer tonsequent erscheinen fönnen, jetzt nicht mehr umfehren. * * * Waffenstillstands: und Friedensverhandlungen. Von authentischer Seite in Athen wird erklärt, daß die Türkei gegenwärtig mit allen Mitteln einen Wa f- fenstillstand mit den Balkanstaaten sucht und die Ansprüche der Verbündeten durchweg afzep= tieren will, wenn sie dadurch den Einzug der Verbündeten in Konstantinopel verhindern kann. Der Sultan hat sich direkt an die aus= wärtigen Souveräne gewandt mit der Bitte, bei den Balkanmächten wegen des Friedensschlusses zu intervenieren. Die Balkanstaaten fangen in ihrem Siegesrausch an, den klaren Blick für die vernünftigen Grenzen zu verlieren. Sie stellen als Waffenstillstands- und nun gar als Friedensbedingungen Forderungen auf, die für die Türkei Selbstmord bedeuten würden. Der" Tribuna" zustillstand folgende Bedingungen aufstellen: folge will nämlich der Balkanbund für den Waffen= Räumung von Adrianopel, Monastir, Skutari, Janina, Anerkennung der Türkei, daß sie besiegt ist, Verzichtleistung auf die europäischen Provinzen, Einmarsch der verbündeten Armeen in Konstantinrpel, wo der Balkanbund proklamiert werden soll; ferner: Eine von der Türkei zu leistende Kriegsentschädigung, Internationalisierung Konstantinopels und Freie Durchfahrt durch die Dardanellen. Das sind wohl für die Türken unannehmbare Forderungen. Sofia, 19. Nov. Nach dem Einvernehmen mit den verbündeten Kabinetten verständigte die bulgarische Regierung die Pforte, daß sie Bevollmächtigte designiert habe, mit dem türkischen Generalissimus die Bedingungen des Waffenstillstandes festzustellen, um dann zum Schluß des Friedens zu schreiten. Entscheidend für dieses Vorgehen Bulgariens dürfte wohl der Umstand sein, daß es der türkischen Armee gelungen ist, in den Augenblick schien es, als wollte der Erregte sich auf die erschrocken innehaltende Frau stürzen; doch schon in der nächsten Sekunde schoß blitzschnell ein Gedanke durch sein Hirn, an dem er sich anklammerte, den er festzuhalten suchte um jeden Preis. Infolgedessen veränderten sich seine Züge, eine tiefe Wehmut, spiegelte sich darin wieder, während er wie schmerzverloren dastand, und einen Moment beide Hände vor das Gesicht preßte. „ Nicht möglich Sie müssen sich getäuscht haben, gnädige Frau, es es wäre ja ein Unglück," tönte es klagend von den enttäuschten Lippen des Mannes. „ Eine Täuschung ist völlig ausgeschloffen, da in dem Briefe, den ich natürlich zufällig fand, sowohl von ewi ger Liebe und Treue, als auch von hoffentlich baldiger Heirat die Rede ist. Da auch Ihr Name mehrfach vortommt und zwar in nicht eben schmeichelhaften Ausdrücken, so entschloß ich mich furz, mir von Ihnen Austunft über das Mädchen zu erbitten. Ich will nämlich nicht, daß mein Sohn, vielleicht verblendet durch ein hübsches Gesicht, sich hinreißen läßt, eine unpassende Wahl zu treffen. Seine Studien tosteten viel Geld und legten inir eine Menge Entbehrungen auf, daß ich wohl hoffen darf, im Alter ein ruhiges, sorgenfreies Leben führen zu können; denn ist meine Familie anch von altem Adel, so ist sie eben niemals reich gewesen, und ich mußte mich sehr einschränken, sollte mein Sohn standesgemäß erzogen und ausgebildet werden. Deshalb darf und soll er nur ein Mädchen freien, dem ich meine volle Zuneigung schenken kann, und das reich sehr reich ist dabei Herzensgüte und sparsam häuslichen Sinn besißt, turzum, das mir gefällt. Um nun zu erfahren, in wie weit Ihr Mündel meinen An fordacungen entspricht, bin ich hier." ( Fortsetzung folgt.). lebten Tagen den Bulgaren befonders buy gui geiei tetes Artilleriefeuer schwere Verluste beizubringen, sowie die Tatsache, daß die Cholera auch in den Reihen der Bulgaren große Opfer gefordert hat. Sofia, 19. Nov. Nach Mitteilung von tompelenter Stelle dürfte der Waffenstillstand, falls die Tür fen die Bedingungen des Ballanbundes annehmen, demnächst unterzeichnet werden. Im bulgarischen Haupt quartier befinden sich höhere serbische und griechische Offiziere, welche dazu bevollmächtigt werden sollen. Falls die Türken die Bedingungen annehmen, würden auch die Operationen sofort eingestellt und die frühere Abficht des Einzuges in Konstantinopel auf gegeben werden. Konstantino- pe I, 19. Nov. Der gestrige Ministerrat beschloß, auf die günstigen Berichte des Kriegsministers hin, den Kampf mit der größten Energie fortzusetzen. . Von den Kriegsfaupläßen. Konstantinopel, 19. Nov. Die Schlacht um die Ischataldscha- Befestigungen ist noch immer in vollem Gange. Unglüdsnachrichten wechseln mit Siegesnachrichten. Andere Gerüchte wollen wissen, dej; die Bulgaren noch keinen Erfolg bei Tschataldscha errungen haben. Hier eintreffende Ausländer erklären, daß die Bulgaren ihre Hauptattion auf die Beschießung der gesamten türkischen Linie beschränken. Hinter Tsch at aldscha wütet ein furchbarer Kampf. Der französische Oberst Bujac meldet, daß das türkische Zentrum den bulgarischen Angriff helden= haft zurückgeschlagen hat. Vier bulgarische Bataillone wurden aufgerieben. Der Endausgang der Schlacht ist zweifelhaft. Der bulgarische linke Flügel soll erdrückt sein; der rechte Flügel hat vergeblich Harbie Tepe an gegriffen. Er wurde zurückgedrängt. 8600 Bulgaren wurden gefangen genommen. Die vierte türkische Division hat sich besonders ausgezeichnet. Konstantinopel, 19. Nov. Ein im Groß= wejirrat eingetroffenes Telegramm meldet: Die achte Division schlug die Bulgaren zurück, als diese mit der Front einer Division vorrückten. Die Bulgaren erlitten große Verluste. Der Artilleriekampf dauert hente auf der ganzen Front fort. Einnahme von Monastir. Monastir wurde durch die serbische Armee eingenommen. Die Nachricht wurde durch den Justizminijter einer großen Volksmenge, die sich vor dem fönig= lichen Palast angesammelt hatte, offiziell bekannt gegeben. Große Freude bemächtigte sich des Volkes, als der Ministe: die Mitteilung machte, daß 50 000 türkische Soldaten in Gefangenschaft geraten seien. Die Bevölkerung veranstaltete in der serbischen Hauptstadt überall Festlichkeiten. Mit den 50 000 Türken gerieten fünf Paschas, darunter der türkische Oberkommandierende Zeki Pascha, in serbische Gefangenschaft. Den serbischen Truppen gelang es, das Zentrum der türkischen Truppen zu durchbrechen. Damit war das Schicksal der türkischen Armee entschieden. Belgrad, 19. Nov. Ueber den Kampf vor der Einnahme von Monastir wird amtlich gemeldet. Die Türken versuchten gegen Ochrida durchzubrechen, wurden jedoch durch die Serben nach äußerst heftigem Kampfe gegen die Stadt zurückgeworfen. Am Abend nahmen die Serben sämtliche Stellungen. Der rechte Flügel der montenegrinischen Südarmee ist mit einer von Dialowitza kommenden se r= bischen Abteilung zusammen in Alessio einge30gen. Die türkische Garnison hat sich ergeben. Die Serben sind in der Richtung auf Dura 330 weifergezogen. zu Die Serben sind bis auf etwa 100 Kilometer von der Hafenstadt Dura 33 o entfernt. Die Eingeborenenbevölkerung ist entschlossen, sich den Serben widersetzen. Man wolle feineswegs eine autonome Regierung und stehe auch sonst den Bestrebungen der Serben nicht sympathisch gegenüber. Die Einnahme von Alessio erfolgte durch die Truppen des montenegrinischen Generals Martinowitsch und serbischer Abteilungen unter General Jankowitsch. Nach geringem Widerstand hißten die Türken angesichts der herannahenden Uebermacht auf dem Kastell die weiße Fahne. Bald darauf erfolgte die Uebergabe. Raffenkämpfe. Die„ Reichspost" meldet: Ein Geschäftsmann in Ucstüb hat ihrem Korrespondenten in Belgrad über die Vorgänge in Prizrend mitgeteilt, daß die in Uestüb Zuflucht suchenden albanischen Flüchtlinge über die Einnahme von Prizrend ha ar straubende Dinge erzählten. Auch der österreichische Konsul jei wohl nicht ermordet, jedoch von einem serbischen Soldaten durch einen Bajonettstich schwer verwundet worden. In das österreichische KonNeue OSRAM fulatsgebäude hatten sich zahlreiche albanische Familien geflüchtet, aber die Serben hätten die auf dem Gebäude gehigie österreichisch- ungarische Fahne nicht respektiert. Trotzdem der Konsul am Fenster erschienen sei und den serbischen Offizier darauf aufmerksam gemacht habe, dağ das Gebäude neutraler Boden sei, sei der Befehl zum Deffnen der Haustüre erteilt worden. In regel lofen Haufen seien sodann die serbischen Solbaten mit gefälltem Bajonett in das Gebäude eingedrungen und hätten niederzu stechen begonnen, was ihnen in die Hände gefallen sei. Als sich Konsul Proschaska einer Abteilung, die in ein Arbeitszimmer eindringen wollte, widersetzte, sei er beim Sprengen der Türe durch einen Bajonettstich verlegt worden. Das Archiv sei geplündert und das Gebände ausgeraubt. Politische Rundschau. Deutschland. Kiel, 19. Nov. Heute abend speiste der Kaiser mit Gefolge im föniglichen Schloß bei dem Prinzen und der Prinzessin Heinrich im fleinen Kreise. * Das Prinzenpaar Heinrich von Preu Ben kommt nach Darmstadt, um den Geburtstag des Großherzogs dort zu verleben. Erzherzog Franz Ferdinand trifft am Freitag, 22. November, vormittags auf dem Anhalter Bahnhofe in Berlin ein. Auf dem Bahnhose wird großer öffentlicher Empfang stattfinden. * Die sächsische Regierung hat einem Verlangen der sächsischen Volksschullehrer, zum Un i- verjitätsstudium zugelassen zu werden, nachgegeben. Auf ihre Veranlassung ist§ 12 der Disziplinarordnung der Leipziger Universität dahin abgeändert worden, daß alle Volksschullehrer auf Grund ihres zum Einjährigendienst berechtigenden Zeugnisses zum Universitätsstudium in den Fächern, die zur philosophischen Fatultät gehören, zugelassen werden können als Stu Entdierende zweiter Ordnung. Von einem weiteren gegenkommen aber, namentlich inbezug auf Zulassung zur Prüfung für das höhere Lehramt, will die Regierung nichts wissen. Gegen den amerikanischen Tabaktrust in Deutschland. Eine stark besuchte, in Köln abgehaltene Versamm lung von 3igarrenhändlern und Vertretern der deutschen Tabakindustrie nahm nach einem Vortrag des Verbandssekretärs Hesselbarth über die zunehmende Vertrustung der deutschen 3igaretten Industrie durch, amerikanisches Großlapital, folgende Entschließung einstimmig an: Die im Fränkischen Hofe" zu Köln versammelten Zigarrenhändler von Köln, Mülheim, Düsseldorf, Elberfeld und Barmen verpflichten jich, alle Trust und trustverdächtigen Fabritate nach Möglichkeit auszuschalten, Plakate und andere Reklamen der Trust firmen in und außerhalb des Ladens nicht zur Ausstellung zu bringen, Trustfabrikate nicht anzubieten, und auf alle Fälle keine neuen Marken einzuführen, sewie Trust- und trustverdächtige Fabrikate, soweit solche nicht direkt ausgeschaltet werden können, Bliden der Konsumenten zu entziehen. Die Herren Vertreter der Tabakindustrie verpflichten sich ebenfalls, diese Bestrebungen nach Wissen und Gewissen weitgebend zu unterstützen." den Als Zigarettenfabriken, welche bereits vom amerifanischen Tabaftrust abhängig sind, werden folgende genannt: Jasmaki- Dresden, Josetti m. b. H.- Berlin, Batschari- Baden- Baden, Sulima- Dresden und Dalta- Dresden. Mit weiteren Fabriken soll der Trust bereits in Verbindung stehen. Die deutsche Tabakindustrie befürch tet die schon seit 1899 geplante Einführung des Zigarettenmonopols durch das Reich, falls es dem amerikanischen Trust gelingt, die Oberhand über das deutsche Zigarettengewerbe zu gewinnen. England. Der deutsche Botschafter in London, Fürst Lichnowski, begab sich nach Windsor, um dem König sein Beglaubigungsschreiben zu überreichen. Aus Stadt und Land. Bei der 3 weiten hess. Ständekammer sind außer verschiedenen Ausschußberichten drei Regierungsvorlagen eingegangen, die 1. den Verkauf von Gelände des Großherzoglichen Landeseigentums an die Gemeinde Rüsselsheim, 2. des dem Landeseigenturn gehörigen Wartturms in der Gemarkung Nierstein und 3. die Verleihung der Rechte von Zivilstaatsdienern an hessische Reallehrer betreffen. Außerdem ist ein Antrag des Abg. v. Brentano und Genossen eingelaufer, der wünscht, daß nach dem Sinne und dem Geiste der Gesetze und Verordnungen bei der Auswahl der Schiffen und Geschworenen alle Bevölkerungsfre Laufe der Zeit in gleicher Weise berücksichtigt da sic; wiederholt herausgestellt hat, daß zum Am Schöffen oder Geschworenen oft lange Zeit die g Männer berufen werden. * Die Sammlung der Kreiskomitees des G herzogtums Hessen für die Nationali ipende wurde, wie man uns aus Darmstadt mit einer Gesamteinnahme von 415 20,7 7 Med geschlossen. Nicht mitenthalten sind darin die ba Postanstalten eingegangenen Beträge; außerdem zum Teil noch Geldbeträge direkt an das Reichst in Berlin gezahlt worden. * Die Universität Gießen auf Darmstädter Ausstellung. Am Samst suchte die Universität Gießen, Professoren, Studenten Höier mit dem Rektor der Universität, Prof. Dr. insgesamt etwa 250 Personen, darunter viele D die Ausstellung„ Der Mensch" in Darmstadt. Gesellschaft traf am Vormittag mit Extrazug in stadt ein und wurde von dem wissenschaftlichen der Ausstellung, Regierungsrat Dr. Wotthe, im und im Auftrag von Erzellenz Lingner begrüßt, fein Bedauern aussprechen ließ, nicht selbst zugegen zu können. Obermedizinalrat Dr. Balser begrüßte Anwesenden im Namen des Hess. Ministeriums, S lung für öffentliche Gesundheitspflege. Zur Fü hatten sich außer den beiden Herren noch einige aus Darmstadt, die Herren Sanitätsrat Dr. Ho Dr. Hüffell, Dr. Rautsch, Dr. Langsdorff und da! eingefunden, in deren Begleitung die Ausst am Vormittage und auch am Nachmittage gri besichtigt wurde. Ebenso wohnten die Damen und ren einer wissenschaftlichen Kinovorführung in der stellung bei. Die Besucher verweilten jedesmal me Stunden in der Ausstellung und sprachen über das sehene ihre höchste Befriedigung aus. n Gießen. Am Sonntag hielt der Hess. verband gegen den Alkoholismus dahier seine 4. ung ab. n Gießen. Wie die städtischen Beamten, schlessen auch die städtischen Lehrer, bei der Gla ordnetenversammlung, unter besonderem Hinweis Darmstadt, erneut um Gehaltsaufbesserung eing men. 11 Gießen. Eine Fachschule für Lokomo führer ist hier am 3. November von der Ortsgr Gießen des Verbandes preußisch- hessischer Lokom führer eröffnet worden. Der Unterricht wird von Beamten erteilt die Oberleitung liegt in den des Regierungs- und Baurats Stähler, Vo des hiesigen Maschinenamtes. ):( Marburg. Nachdem am 5. November endgültige Immatrikulation an der hiesigen Unio stattgefunden hat, stellt sich der Besuch für das femester 1912-13 wie folgt: Jurisprudenz 327, 443, Theologie 176, Philosophie 1123 Studie Hiernach ist ein Gesamtbesuch von 2080 Studia zu verzeichnen. - Reinhar ):( Bad Wildungen. quelle, Ges. m. b. H. Unter dieser Firma ist eine mit dem Sitz zu Bad Reinhardsqu bei Wildungen errichtete Gesellschaft mit beschränkte tung in das Handelsregister eingetragen worden. Der Gesellschaftsvertrag ist am 2. Juli 1912 feit Gegenstand des Unternehmens ist die Aus der Reinhardsquelle und der sonst dez hörigen Quellen samt dem zugehörigen Grundbe Trink und Badekuren und der Veri des Wassers zu Trink3weden. Das E tapital beträgt 920 000 Mart. Geschäftsführer Kaufmann Ad. Görner und der Ingenieur Fr. denberg, beide zu Bad- Reinhardsquelle, die geme zur Vertretung der Gesellschaft befugt sind. o Guntersblum. Der Landwirt J. S ler von Eimsheim fam einem bissigen Pferde Das Tier biß dem nichtsahnenden Mann ein ab. Nach Anlegung eines Notverbandes wurde seinen Angehörigen gebracht. ! Oppenheim. In der Ernst- Ludwi sind in großer Zahl auf den nunmehr entlaube gelafazien Vogelnester sichtbar, im ganzen zio größere und fleinere Nester, auf vielen der S 3 und 4 solcher. Eine so große Bevölkerung der S in allernächster Nähe menschlicher Wohnungen mitten eines stets starten Straßenverkehrs darf als Hämorrhoiden auch goldene Ader genannt, werden verursacht dard der Leber und des Darmes, speziell durch hartnädige Be und durch Genuß von viel scharf gewürzten Speisen Spirituosen verschuldet. In Dr. Wegner's Tee besitzen wir ein wirklich Mittel diesen lästigen Zustand zu beseitigen. Man tr Abend vor dem Schlafengehen eine Tasse von diesem Set die Wirkung ist überraschend. Breis M. 1.50, in Apotheken erhältlich, wo nich wende man sich an die Ferromanganin- Gesellschaft, prinzenftr. 55, Frankfurt a. M. Osram Drahtlampen Jede echte Osram- Lampe muss die Inschrift OSRAM" tragen. Unzerbrechlich - U.berall erhältlich. Auergesellschaft Berli je berücksichtigt zbestrebungen verzeichnet werden. le Bevölkerungsha Erfolg der hier mit großer Umsicht geleiteten fahren. Angestellte und Beamte. hat, daß zum Aernheim. Bei Erstellung eines Neubaues Aufbringung der Mittel. lange Zeit die mauf altes Mauerwerk, das aus der 3 eit stammen soll. Leider wurde wiederum Verhältnis zu Aerzten, Zahnärzten, Krankenhäusern und Apotheken.. Beiträge. - Freistomitees des fort maßgebenden Orts Anzeige erstattet, so daß Angestellten. Die National auere Feststellung jezt Umstände veranlaßt. Desterbliebenen. - - benenversicherung. tersrente. aus Darmstadt in der Zukunft gegen alle diejenigen, die hifind darin die meisterei anzeigen, unnachjichtlich nach den Be- fahren. 41520,77 unde machen und dies nicht sofort auf der Beträge; außerdem gen des Denkmalschutzgesetzes vorgegangen wereft an das Reids Gießen auf Aus aller Welt. ung. Am Gams Der Vorsitzende des Bundes der Landwirte, darunter viele e Demmig Klage erhoben, weil dieser im Ja= mit Extrazua inte: Freiherr von Wangenheim habe trok gro= rofefforen, Student iversität, Prof. D herr von Wangenheim, hatte gegen den dh" in Darmstadt. in freisinnigen Versammlungen im Jeverlande gemillen daftlidyen Dr. Wotthe, im Lingner begri nicht selbst zuge Dr. Baljer begri eff. Ministeriums, itspflege. 3ur perren noch einige Dagegen stehe auch außer Zweifel, daß der nitätsrat Dr. Ho lagte den Vorwurf der Steuerhinterziehung habe Langsdorff und wollen. Er habe aber in Wahrung berechtig= fentlicher Interessen gehandelt und deswegen sei ter Buschiebung sämtlicher Kosten an den Privat= Sizes und großen persönlichen Aufwandes jahretine Einkommensteuer bezahlt. Die Klage lam dem Schöffengericht in Jever zur Verhandlung. bericht fällte der Freis. 3tg." zufolge- naches Urteil: Die Tatsache, daß Freiherr von enheim eine Reihe von Jahren feine Ein= mensteuer bezahlt hätte, sei nicht zu begleitung die Aus n Nachmittage gfreizusprechen. ten die Damen w Petersburg. Der Erlaß des Kaisers, ovorführung in de weilten jedesmal der den Soldaten begnadigt, der am 23. ber dieses Jahres zu lebenslänglicher Zwangsarnd sprachen über verurteilt wurde, weil er während der Moskauer g aus. e die Front verließ, um dem Kaiser ein Bittgetag hielt der Hüberreichen, lautet: Meinen Dank für Gottes us dahier seine ausdrückend, welche dem Thronfolger die Geschenkte, verzeihe ich dem Gemeinen Bachurin Städtischen Beamte heres Vergehen. Lehrer, bei der Milwaukee. Jm Prozeß gegen Schrant, esonderem Hinwei 14. Oktober den Anschlag gegen Roosevelt ltsaufbefferung eine wurde der Angeklagte für schuldig befunden. Gericht beschloß, den Angeklagten auf seinen Geichule für Lokom stand untersuchen zu lassen. Wie jetzt festgestellt ist, mber von der Ontsmer Täter geistesfrank. isch- hessischer LoleUnterricht wird o ung liegt in den ts Stähler, em am 5. Novemb zur Berufswahl und Jugendpflege. Die Berliner„ Germania" zitiert einen neuerdings preußischen Kultusminister herausgegebenen Erlaß, welchem zu der Frage Berufswahl und Jugendpflege ung genommen wird. Der in Frage kommende der hiesigen des Erlasses lautet:„ Die wirtschaftlichen und soziBesuch für das Verhältnisse lassen es als notwendig erscheinen, urisprudenz 327, die Schule das übernimmt, was Familie u. Haus Sophie 1123 Ger Regel nicht mehr zu leisten vermögen. Dak von 2080 Gbeträchtlichen Teile der Großstadtjugend die plange Anleitung zur körperlichen Erziehung fehlt, die gen. Rein Arbeitsfreude unbekannt ist, zeigt sich vor allem ter dieser Firmaer Berufswahl. Handwerk und Industrie beklagen Reinhards Mangel gelernter Arbeiter. Dagegen ist der Anschaft mit beschr zu ungelernter Arbeit außerordentlich groß. In ingetragen worden machen die Lauf- und Arbeitsburschen mehr als 2. Juli 1912 Drittel der erwerbstätigen männlichen Jugend aus. mens ist die AusArbeitsstelle wird rasch und oft gewechselt, wie es und der sonst enheit und Laune mit sich bringt. Der Arbeitgegehörigen Grunlimmert sich nur ausnahmsweise um sie. Vor alund der wird der junge Mensch viel zu früh von der Fazweden. Das unabhängig. Die ungelernten Jugendlichen geGeschäftsführer zu der am meisten gefährdeten Schicht; sie stellen er Ingenieur größeren Teil der Fürsorgezöglinge. Die Erziehung rdsquelle, die Maſſen jugendlicher, ungelernter Arbeiter ist eines wierigsten Probleme der Gegenwart. Hier helfend befugt sind. Der Landwirt bessernd einzugreifen, wäre vor allem Aufgabe der bifigen Pferbildungsschule und Jugendpflege. An ihnen läge nderi Mamm ei durch Rat, aber auch durch Tat Einfluß auf die tverbandes wurde und Kinder auszuüben. Rechte Beratung bei der swahl ist ein dringendes Bedürfnis und wird der Ernst- Lues mehr leisten." nunmehr entlau htbar, im ganze r, auf vielen de Bevölkerung d Literarisches. Die Reichsversicherungsordnung her Wohnungen 19. Juli 1911 mit den zu ihrer Durchführung, Benverkehrs dan rendere für das Großherzogtum Hessen, oiden Den verurfadit dad burch hartnädige ewürzten Speifen n wir ein wind Darmstadt, ist nunmehr im Verlag von J. Diemer beseitigen. Man e Taffe von diejen enen Vorschriften, Vollzugs- und Ausführungsbemungen, Bekanntmachungen, Verordnungen u. j. w. eingehenden Erläuterungen, Erklärungen, wie ausdem Sachregister, herausgegeben von Herrn Geh. ierungsrat Dr. Die 3, Vorsitzender des Vorstandes Landesversicherungsanstalt Großherzogtum Hessen Mainz erschienen. Die Herausgabe dieses Handbu= s mit den hessischen Ausführungsbestimmungen, dürfte Fuchen. Die genaue Kenntnisnahme dieses neuen Ges, fann allen Beteiligten nur bestens empfohlen werVorliegendes Buch gibt einen genauen Aufschluß die Pflichten und Rechte der Versicherten und ist less speziell den hessischen Verhältnissen angepast. As Buch enthält u. a.: Reichsversicherungsgesetz nebst Landesversicherungsämter. Vererhältlich, wo mihem langgehegten Wunsche aller Interessenten nganin- Gesellscha lich ergesellschaft Ber ent= Chinführungsgesetz. Krankenver= rungspflichtige Beschäftigung. Krankenhilfe. Wochenhilfe. Fa= Allgemeine Ortskranken= Betriebskrankenkassen Tierung. miliernhilfe. Sterbegeld. - em und Landkrankenkassen. - Innungsfrankenkassen. Streitigkeiten.- Ver- - - Kassenver= bände. Unfallversicherung. Auszahlung der Entschädigung. Haftung von Unternehmern und Haftung gegenüber Verletzten und HinInvaliden- und Hinterblie= Invalidenrente. AlBezüge der Hinterbliebenen. Heilver Auszahlung der Leistungen. Höhe der Beiträge. Militärdienst- und Krankheitszeiten. Unjallanzeige. Invaliden- und Hinterbliebenen- Versicherung. Preis des Buches in gutem Leinwand= band Mt. 8.( 526 Seiten). 3u beziehen durch alle Buchhandlungen. - - - - ? Das neue San Franzisko. Jm April 1906 wurde San Franzisko durch ein verheerendes Erdbeben in Schutt und Asche gelegt, und heute schon nach wenig mehr als sechs Jahren ist es nahezu wieder aufgebaut. Von ihm und seinen Bewohnern erzählt Felix Baumann in Nr. 4 der Zeitschrift ,, Ueber Land und Meer"( Stuttgart, Deutsche Verlags- Anstalt) mancherlei Interessantes. Kurz nach der Erdbebenkatastrophe veröffentlichte ein Amerikaner eine Broschüre, in der er das alte San Franzisko für tot erklärte und aus den Ruinen die Entstehung einer gänzlich veränderten Stadt prophezeite. Und er hat recht behalten. Denn aus den Trümmern von 1906 ist eine Stadt erstanden, die San Franzisko an der Spitze der amerikanischen Großstädte marschieren läßt. Es steht da als die kalifornische Hondelszentrale, ausgestattet mit allem Yankeekomfort der Neuzeit, mit Wolkenkratzern, Riesenläden, fashionab= len Restaurants, eleganten Theatern usw. Selbst das Chinesenviertel, von jeher der Schrecken der Stadt, ist in neuer, moderner Form, in einem furiosen Durch= eironder von okzidentaler und orientalischer Baukunst wieder erstanden, bietet aber durch geräumigere Bauweise nicht mehr die Gefahren von ehedem inbezug auf Feuer und Seuchen. San Franzisko gehört zu den lebenslustigsten Städten in den Vereinigten Staaten. Leben und leben lassen ist von jeher die oberste Devise seiner Einwohner, die an Kosmopolitismus nichts zu wünschen übrig lassen, gewesen. Der Begriff„ San Franziskoer" umfaßt heute Vertreter aller Nationen der Welt und hat am„ Goldenen Tor" ein Konglomerat von internationalem Blut geschaffen, das den üblichen Begriff ,, leicht noch wesentlich übertrifft. Trotzdem aber wird am Tage auch in San Franzisko fleißig gearbeitet, während das, was der Franziskoer sich an Vergnügen gönnt unt er gönnt sich nicht zu wenig- sich in der Hauptsache auf den Abend und die Nacht erstreckt. In dieser Beziehung, wie in jeder anderen auch, ist eben das neue San Franzisko heute schon durchaus Weltstadt, und es dürfte sich bis zum Tage der Eröffnung der großen Panama- Weltaussteilung im Jahre 1915 nicht nur von seiner letzten Kalamität wieder ganz erholt, sondern sich dann noch mehr als jemals zu einer amerikanischen Grohsiadt par excellence entwidelt haben. - ? Wie lege ich einen Garten an." Ein neues Gartenbuch. Im Auftrage der Gesellschaft für Heimfultur herausgegeben von Kgl. Landesökonomie rat und Gartenbaudirektor August Siebert, Direktor des und Frankfurter Palmengartens, Prof. Schölermann Garteninspektor Krauß. Mit weit über 200 Abbildun gen und Gartenplänen. 344 Seiten Lexikonformat. Preis Mct. 6, Originalband Mk. 7.50( Porto 50 Pfg.) Westdeutsche Verlagsgesellschaft m. b. H., Wiesbaden. Es ist ein hervorragendes Werk der Gartenliteratur, ein stattlicher Band, dessen Vorzüge Uebersichtlichkeit, Reichhaltigkeit und Gründlichkeit sind. Von der Gartentür bis zu dem am Ende des Gartens stehenden Sommerhäuschen( Laube) führt uns das Buch durch alle Einzelheiten, die in 27 Abschnitten ausführlich behandelt Kakao werden. Ueberall findet man wertvolle Winke, die aus einer reichen Erfahrung stammen. L. ? Rudolf Hans Bartsch, Schwammer I. Ein Schubertroman. Mit 22 Vollbildern von Alfred KellerWien. Brosch. W. 4.-, geb. M. 5.-. Halbpergament Mt. 5.50, in Leder Mt. 7.-. Verlag von Staacmann, Leipzig. Der berühmte Dichter, dessen literarischen Aufstieg sich in so überraschend furzer Zeit voll30g, bietet in seinem neuesten Werke zugleich auch sein schönstes. Bartsch, der selbst so viel Schubertverwandte 3ige aufweist, so die Leichtigkeit des Schaffens und die Hingabe an die Natur, behandelt hierin die letzten drei Lebensjahre Schuberts. Die 22 Vollbilder von Alfred Keller in Wien illustrieren das Milieu und die charakteristischen Szenen der Handlung ausgezeichnet und verleiben zugleich der Novität den Reiz eines aparten Schubert- Bilderbuches. Der neue Bartschband eignet sich aus für junge Damen. Oeffentlicher Sprechlaal. Der neue Seltersweg. Wer jetzt gegen Abend, oder abends den Selters= weg entlang geht, wird staunen und sich freuen über den Verkehr, der sich dort entwidelt. Die Straße sauber und schön, herrliche Straßenbeleuchtung; die Geschäfts= lofale sind schöner und besser ausgestaltet, es kann der Seltersweg sich im Aussehen und Verkehr einer Großstadi würdig anschließen. Ausstattungsgeschäfte, Bianoforte, Blumen-, Juwelier, Schuh- und Fleischerläden befinden sich dort, die sich in jeder Großstadt sehen lassen können, dabei steht der Seltersweg erst in seiner Entwickelung, denn man darf sich nur 10 Jahre zurückversetzen und sich den Verkehr von damals vor Augen führen, man kann nur staunen und sich freuen. Mit den gesteigerten Verkehr machte sich immer mehr das Bedürfnis nach Entlastung vom Fuhrwerksverkehr dringend fühlbar! Karambolagen der Rollwagen mit der elektrischen Straßenbahn zeigen dies und die vielen Waren, Kohlen- und Möbeltransportfuhren sollten In Erkenntteilweise vom Seltersweg verschwinden. nis dieses Umstandes tamen, wie dem Einsender mitgeteilt wurde, vor zirka 2 Jahren eine Anzahl Anlieger des Gelterswegs( links) bei der Stadt darum ein, die Stadtverwaltung möchte eine Zufahrtsstraße in Erwägung ziehen, beginnend an der Südanlage am Rudolphschen Hause, in ungefähr gerader Linie, und auslaufend in der Goethestraße an der Scheuer Noll und Meister. Hierdurch wäre dem Seltersweg eine wohltuende Entlastung von Waren-, Kohlen- 2c.- fuhren zuteil geworden, auch das Gelände nach der Südanlage wäre erschiessen worden, ohne die städtischen Anlagen mit einer Straße über dem Schorgraben zu verunstalten, da für dort nur ein Promenadenweg nötig und vorgesehen war. Dieses Projekt scheiterte leider an den Forderun gen der Stadt, die einer direkten Ablehnung gleich ta= men und waren begründet damit, daß die Stadt tein Interesse daran, habe, den betref= fenden Eigentümern ihr Gelände wertvoller zu machen.*) Noch heute wäre eine solche Straße durchführbar, wenn auch etwas schwieriger wie damals, aber ausführbar ist sie noch. Die Gefahr liegt aber nahe, daß die letzte Möglichkeit genommen wird, durch ein Baugesuch eines früheren Petenten für diese Straße. Es wird wohl dieser Hinwe's genügen dazu, daß die Stadtverwaltung es vervcht, mit den Interessenten in Unterhandlung zu treter, um eine Sache zu schaffen, die der Stadtverwaltung zur Ehre und der Nachwelt Gießens zur Wohltat ge= reichen kann. *) Unseres Wissens hat die Stadt dort selbst Gelänie angekauft. D. Red. Kaiser's Kakao das Pfund von 1.00 Mk. an empfehlen wir bei den hohen Kaffee, preisen als billig, nahrhaft, bekömmlich wohlschmeckend. ///// Kaiser's Kaffee- Geschäft G. m. b. H. 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November 1912 Arnstädter Gie Beld Lotterie 3333 Gewinne zus. Mark: 45,000 20000 5000 LOSE amk Partou.Liste 25 Pfg. versendet Lotteriebank G.m.b.H.Eisenach. In Giessen zu haben, bei den Kgl. Pr. Lott.- Einn. Buchacker, Neuen bäue 11; Flimm, Walltorstr., ferner bei Jakob Dany, Johs. Faber, Martin Krug, W. Ruppert II. und Wilhelm Semmler Reinhardsquelle bei Wildungen das Nierenwasser! Wirkungen einer Hauskur: + Todes- Anzeige. Heute entschlief nach längerem Leiden, doch unerwartet, mein lieber guter Mann, unser teuerer Vater, Schwiegervater, Grossvater, Bruder, Schwiegersohn und Schwager, der Rechnungsrat Jakob Gerlach im 65. Lebensjahre. Essen- Ruhr, Plettenberg. Berlin- Schöneberg, Braunschweig, Wetzlar, Hohe solms, Barmen, Frankfurt a. M., den 11. November 1912. Wiener Feinbäckerei| Frankfurter Straße 27. Täglich 3 Uhr frische Brödchen. Reiche Auswahl in Kaffees u. Teegebäck. Stets frisch. Redegewandte Leute. 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