Gießener Zeitung Bezugspreis 40 pfg. monatlich - - ( Neueste Nachrichten) verteljährlich 1,20 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 90 Pfg. Erscheint Mittwochs und Samstags. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b.. Nr. 22.( 1. Blatt). Es wird Zeit, das Abonnement auf die ,, Gießener Zeitung" zu erneuern. Sofern Sie noch nicht Abonnent unserer Zeitung sind, bitten wir Sie, dieselbe für 1 Monat 3 ur Probe zu bestellen. Das Abonnement kostet monatlich 40 Pfg., Hochachtungsvoll Gießener Zeitung Hessischer Landtag. Darmstadt, 13. März 1912. Kap. 36, Landesuniversität, fam heute zur Beratung. Abg. Korel l- Angenrod( Bbd.) hält die bestehenden Zustände nicht für haltbar. Das landwirtschaftliche Institut soll für den Dienst der Landwirtschaft ausgebaut werden, es fordere weniger Mittel als man glaubt. Wir rechnen mit 80-90 000 Mart. Die Landwirtschaftslehrer müssen dort die nötige Grundlage für ihre Ausbildung finden. Ein Gutachten des Prof. v. d. Soltz spricht sich für die Möglichkeit aus. Die nötigen Ausgaben der nächsten Zeit wären 14 000 Mark. Ein Ausbau ist möglich. Abg. Grünewald( F. Vp.): Unser Hessenland fann stolz auf seine Universität sein und der kommenden Konkurrenz der Universität Frankfurt muß entgegenge arbeitet werden. Das landwirtschaftliche Institut darf unter feinen Umständen aufhören zu existieren. Es muß ausgebaut werden. Die Zahl der Studierenden wächst von Jahr zu Jahr, zur Zeit 56 Hessen von 69 Studenten. Abg. Fenchel( Bbd.): Die Regierung fam seiner zeit den Wünschen unseres Freundes Köhler sehr entgegen. Die Tätigkeit des Instituts hat sich bewährt. Er möchte den Berichterstatter bitten, sich in dieser Angelegenheit zu äußern und daß die Worte„ für die Zeit und Zukunft" gestrichen werden. Abg. Urstadt( F. Vp.) wünscht Unterstützung des Studiums der neueren Sprachen. Abg. Molthan( 3tr.) erklärt, daß der Passus „ für Zeit und Zukunft" aus besonderen Gründen aufgenommen wurde. Er verweist auf die großen Ausgaben, die auch dieses Jahr wieder gemacht werden. Er hält es nicht für nötig, jetzt größere Ausgaben für das landwirtschaftliche Institut zu machen. Abg. Breidenbach( Bbd.) findet es auffällig, daß gerade bei der Landwirtschaft gespart werden soll. Er betont, daß der Antrag Grünewald bei Abfassung des Berichtes noch gar nicht bekannt war. Wir wollen in Hessen Ausbau in allen Angelegenheiten. Wir kranfen ja an zwei Hochschulen. Besonders kostet die techn. Hochschule Millionen; für Ausländer werden diese Summen ausgegeben. Für das landwirtschaftliche Institut muß etwas getan werden, denn hier studieren 56 Hessen von 69 Studierenden. Abg. Wolf- Stadecken( Bbd.) wünscht Zustimmung zum Ausschußantrag. Als Berichterstatter erklärt Abg. Brauer( Bbd.): Wir wollen für die Landwirtschaft in erster Linie tüchtige Winterlehrer. Gerade auf diesem Gebiete ist Halbbildung am allerschädlichsten. Es könnte auch die Frage geprüft werden, das landwirtschaftliche Institut an die technische Hochschule anzugliedern, wie in München. Die Kosten des Ausbaues würden ziemlich große sein. Auf eine dauernde große Hörerzahl wird man in Zukunft in Gießen nicht rechnen können. Er steht auf dem Standpunkt, daß im Interesse der Landwirtschaft vor allem tüchtige Winterlehrer nötig seien. Abg. Bähr( Bbd.) dankt der Regierung für die geplante Errichtung einer Nasen- und Ohrenklimif. Er steht auf dem Standpunkt des Abg Brauer und hält das Institut, wie es jetzt besteht, für ausreichend. Im Interesse der Sparsamkeit muß man von weiteren Ausgaben absehen. von Minister v. Hombergt wünscht ebenfalls, daß für Gießen alles getan werden müsse, was nötig Samstags liegt für die Stadtabonnenten der Illustrierte Wochen- Anzeiger gratis bei. Expedition: Seltersweg 83. Samstag, den 16. März 1912. sei, doch momentan sei es nicht möglich, das Landwirtschaftsinstitut auszubauen. Abg. Dr. Osann( Natl.) hält die Erörterungen über diesen Punkt für unnötig, denn der betreffende Professor hat selbst für dieses Jahr feine Wünsche. es Geh. Rat Weber möchte konstatieren, daß eines Druckes auf die Stadt Gießen nicht bedurfte, um die geforderten Beiträge von 100 000 Mark zu erhalten. Abg. Korel l- Angenrod: Wenn der dortige Professor keine Wünsche äußerte, so ist er an den Beschluß des Senates gebunden, daß bis 1915 keine Forderungen mehr gestellt werden sollen. Abg. Grünewald( F. Vp.) erklärt, daß der Passus„ für die Zukunft" gestrichen werde. Abg. Molthan( 3tr.) stellt fest, daß im Finanzausschuß die Vertreter der Landwirtschaft selbst über diese Frage nicht einig waren. Das Kapitel Landesuniversität wird genehmigt. 3um folgenden Kapitel, Gymnasien, hat Abgeordneter sann und Genossen den Antrag eingebracht, daß der Zeichenunterricht an den Mittelschulen derart gefördert werden möchte, daß die Zeichennote eventuell als Kompensationsnote gebraucht werden soll. Abg. Münch( Natl.) wünscht die Wiederschaffung der sechsklassigen Schule, bei deren Abschlußprüfung möglichst milde geurteilt werden soll, womöglich soll die Prüfung ganz wegfallen. Abg. Korel l- Angenrod spricht über die Frage der schriftlichen Schülerarbeiten. Die Extemporalien hält er für eine veraltete Einrichtung; er wünscht ähnliche Einrichtungen wie in Preußen. Es ist nötig, daß die Kinder sich zuerst gründlich mit dem Lehrstoff befassen können. Die Aenderung sei im Interesse der Jugend, der Eltern, wie der Familie wichtig. Bei den Prüfungen zum Einjährigen- Examen wünscht er weniger Stoff und gründlicheres Wissen. Für die Lehrer der höheren Schulen sei eine längere Vorpraxis ev. Unterricht in den untersten Volksschulklassen empfehlenswert. Ebenso solle man den Wechsel der Lehrer im Interesse des Kindes vermeiden. Abg. Urstadt( F. Vp.) wünscht Besserstellung der Schuldiener. Eine Neuordnung der höheren Mädchenschule hält er für wichtig. Er hält bei diesen wichtigen Angelegenheiten die Befragung des„ Elternrates" für gut. Er tritt dann für die koedukation ein, wünschenswert sei auch die Einführung der Stenographie in den letzten Volksschulklassen. Große Ersparmit nisse, mindestens von 110 000 Mart, fönne man der Kürzung des Unterrichtes um zwei Stunden machen. Auch pädagogische Gründe sprächen dafür. Bei der Fortsetzung des Voranschlages in der Zweiten Kammer erklärte Ministerialrat Hölzinger zu Kapitel 67 betreffend Reichsversicherung, die Regierung werde einen gesetzlichen Ausschluß der Land= frankenkassen nicht vornehmen. Was die Zulassung der Hilfskassen betrifft, so teilte der Redner mit, daß von den im Großherzogtum Hessen bestehenden Hilfskassen 67 gänzlich in Wegfall kämen, 6 seien unbedingt zuzulassen und für 39 käme eine fatultative Zulassung in Frage. Mit Ausnahme von besonderen Fällen würde die Regierung feine neuen Hilfs= fassen mehr zulassen, wenn sie nicht mindestens 1000 Mitglieder haben. Erwünscht sei aber, daß auch diese Hilfstassen nicht mehr bestehen bleiben, und daß weitere Hilfskassen nicht mehr zugelassen werden. Einstimmig wurden 15000 Mark für Jugendpflege bewilligt. Minister v. Hombergf betonte, die von der Regierung unterstützten Vereine sollten keine Kampforganisation gegen die Sozialdemokratie sein, es sollten aber nur Bestrebungen auf vaterländischer Grundlage und unterstützt werden. Die Abgeordneten Korell Adelung forderten, daß die Verwendung ohne Rücksicht auf politische und religiöse Gesinnung erfolge. Für Volksschulen wurden 2 830 000 Mark, für Gymnasien, Realgymnasien und Realschulen 2 053 000 mt. in Einnahme und 3 049 000 Mark in Ausgabe bewilligt. Scharfe Kritik wurde an dem Zustande der Kreisstraßen in Oberhessen geübt. Mehrere Redner forderten Kleinpflaster und Pflasterung der Zufahrtsstraßen zu den Kreisstraßen. Minister von Hombergk stellte eine Denkschrift in Aussicht, die eine Reform des gesamten Bauwesens anstrebt. Das Kapitel wurde mit 1 230 000 Mark bewilligt. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 20 pig. die 44 mm breite Inseratenzeile.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pfg. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Plazzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Druck der Gießener Verlagsdruckerei. Telephon: Nr. 362. 24. Jahrg. Aus Stadt und Cand. Gießen, den 16. März 1912. n Gießen. Im Gießener Fröbel- Seminar, dessen erster Kursus jetzt zu Ende geht, fand am letzten Montag unter dem Vorsitz von Kreisschulinspektor Professor Dr. Alles die Schlußprüfung statt. Sämtliche Seminaristinnen bestanden. n Gießen. Mit Rücksicht auf die noch in einzelnen Gemeinden bestehende Maul- und Klauenseuche bat das Kreisamt angeordnet, daß zu dem am 20. März stattfindenden Markt Pferde aus Sperr- und Beobachtungsgebieten nicht aufgetrieben werden dürfen. Beim Antrieb der Tiere ist eine Bescheinigung der Ortsbehörde der Herkunftsgemeinde darüber vorzulegen, daß die Pferde nicht aus solchen Gebieten stammen. Diese Bescheinigung muß eine nähere Beschreibung der Pferde enthalten. ):( Diez. Der Kreistag des Unterlahnkreises hat die Errichtung einer Kreiswanderhaushaltungsschule beschlossen. r Wetzlar. Hier wird von Handwerkern und Gewerbetreibenden dte Veranstaltung einer HandwerksAusstellung geplant, in welcher das Vorwärtsstreben und können des heimischen Handwerks in Werkstatt und Fabrik gezeigt werde. s Darmstadt. Der Zweiten Kammer ging eine Regierungsvorlage, betr. die Blindenanstalt in Friedberg zu. Die alte Blindenanstalt soll an die Kulturinspektion in Friedberg vermietet werden. Für bauliche Herstellungen werden 9000 Mark gefordert, die aus vorhandenen Mitteln bestritten werden.- Die Abgeordneten Diehl und Wolf- Stadecken haben bei der Kammer einen Antrag betr. den Bau einer Bahn von Undenheim nach Arnsheim eingereicht. ihre s Darmstadt. Die Hessische Handwerker- ZentralGenossenschaft, A.-G., gemeinnützige Gewerbeförderungsanstalt, hielt letzten Donnerstag, den 14. März, 8. ordentliche Generalversammlung ab. Von der Verwaltung konnte wiederum ein sehr günstiger Geschäftsbericht erstattet werden. In dem abgelaufenen Jahr, obwohl es wegen Verlegung des Jahresschlusses von Ende Dezember auf den 30. November nur 11 Monate umfaste, stieg dennoch der Umsatz von Mt. 285 000 auf rund Mark 290 000. Besonders lebhaft war der Geschäftsgang in der Maschinen- und Benzin- Abteilung; aber auch in der Kohlen- und Glas- Abteilung wurden die gehegten Erwartungen durchaus erfüllt. Das Nettoerträgnis im Betrage von Mt. 8509 gestattete die Verteilung der statutarisch zulässigen Höchstdividende von 4 Proz. und die Ueberweisung von Mt. 4306 an die Reserven. Das Institut erstrebt dem tüchtigen Handwerker die Beschaffung der zu seiner Konkurrenzfähigkeit notwendigen Maschinen durch Gewährung entgegenkommender Teilzahlungen zu erleichtern. Die Aussichten für das neue Geschäftsjahr wurden als sehr gute bezeichnet. Infolge der allgemein günstigen Geschäftslage und des Baues der Ueberlandzentralen in den Provinzen Starfenburg und Rheinhessen herrscht insbesondere in der Maschinenabteilung ein außerordentlich lebhafter Geschäftsgang. Gegenwärtig liegen bereits für rund Mt. 200 000 Aufträge vor. In der Versammlung wurde auch darauf hingewiesen, daß das Institut allen Handwerkern unentgeltlich technischen Rat und Auskunft erteilt. ! Mainz. Der Gesamtertrag, der bei dem am letzten Sonntag nachmittag in der Stadthalle veranstalteten großen Kinderfestspiel erzielt wurde, stellt sich auf rund 3080 Mt. Nach Abzug aller Kosten verbleibt ein Barüberschuß im Betrage von 2600 Mk., der teils zum Besten des Mainzer Hauspflegevereins, teils für die Ferienkolonien Verwendung finden soll.- Der für den nächsten Sonntag nachmittag im Saalbau zu Mombach angekündigten„ Frühlingsfeier" der Mombacher Schuljugend sieht man mit besonderem Interesse entgegen. Der Reingewinn fließt auch hier dem Mainzer Hauspflegeverein und den Ferienkolonien zu. ):( Bad Wildungen. Einen recht ehrenvollen Auftrag erhielt Geh. Sanitätsrat Dr. Marc hierselbst, indem er an den kaiserlichen Hof in St. Petersburg berufen wurde. Großfürst Constantinowitsch, der schon mehrere Jahre hierher zur Kur kam, ist erfrankt und hat deshalb Herrn Dr. Marc zu Rate gezogen. = wenn Sie in unserer hiesigen Fabrikniederlage 6 Pfund Kakao kaufen. Sie können jedoch auch ein geringeres Quantum Kakes bei uns einkaufen ohne auf die Gratisfrieden geben kann, der in den meisten Fällen kaum die Spesen der ersten machen winknüpfung mit dem betreffenden Kunden bezahlt das Aroma der teilweise sehr empfindlichen Produkte sicherer ertrolle gefüllt und verschlossen werden. Endlich aber bleibt auch zugänglich gemacht, die in unseren Werken unter strenger Kon Deutscher Reichstag. Die alles jezt aufs lebhafteste bewegende Frage des Bergarbeiterstreifs hat am Donnerstag auch in Gestalt einer Interpellation ein Echo im Reichstage gefunden. Zunächst freilich gab es einen Att internationaler Höflichkeit, indem Präsident Kaempf des Attentats gegen das italienische Königspaar gedachte und um die Erlaubnis zur Absendung eines Sympathietelegrammes an die italienische Kammer ersuchte. Die Rede wurde stehend angehört. Auch ein Teil der Sozialdemokraten hatte sich bemerkenswerteriveise erhoben. Dann ging man zur Tagesordnung über. Der Zentrums abgeordnete Schiffer begründete die Interpellation, indem er die Notwendigkeit einer Lohnerhöhung betonte und die Haltung der Christlichen Gewerkschaften rechtfertigte. In einer ausführlichen Rede ging Staatssekretär Delbrück auf die Verhältnisse im Ruhrrevier ein, nachdem er angekündigt hatte, daß der verhinderte Kanzler evtl. selbst noch in weiterem Verlaufe der Verhandlungen das Wort ergreifen werde. Der Staatssekretär schilderte dann den ganzen Verlauf des Lohnkampfes und hob das Entgegenkommen der Zechenverwaltungen hervor, weshalb ihm bon den Bänken der Sozialdemokraten das Wort„ Zechenanwalt" entgegenschallte. Schließlich erörterte Herr Delbrück noch den Schuß der Arbeitswilligen und betonte, daß erforderlichenfalls auch Militär herangezogen würde. Dem Staatssekretär erwiderte der dem sozialistischen Bergarbeiterverbande nahe stehende Abgeordnete Sachse, der der Stretfenthaltung der christlichen Gewerkschaften polttische Motive unterschiebt. Man müsse den Zechen die Zähne geigen, auf ihre Versprechungen sei kein Verlaß. Der folgende konservative Redner Rogalla v. Bieberstein meinte, mit derartigen Reden würde kein Friede geschaffen. Im übrigen gab der konservative Abgeordnete seiner Ge nugtuung über die Heranziehung von Militär Ausdruck. Seine Bemerkung erregte den lebhaftesten Widerspruch der Sozialdemokraten, wobei Abg. Sachse sich einen Ordnungsruf zuzog. Die Darlegungen des Staatssekretärs ergänzte dann noch Handelsminister Sydow in ähnlicher Weise, wie er es kürzlich im preußischen Abgeordnetenhause getan hatte. Den Schluß machte der nationalliberale Abgeordnete Böttger, der auf die Lohnverhältnisse im Ruhrrevier einging, und die Haltung der Zechenverwaltungen In großen und ganzen zu rechtfertigen suchte. Attentat auf den König von Italien. Der König unverlegt geblieben. Die Hauptstadt Italiens ist Donnerstag morgen durch ein Attentat auf den König in gewaltige Aufre= gung versetzt worden. Ein Unbekannter feuerte auf den König mehrere Revolverschüsse ab, die glücklicherweise ihr Ziel verfehlten und nur einen Begleiter des Königs verwundeten. Es werden folgende Einzelheiten gemeldet: Als der König sich in Begleitung der Königin zu einer Seelenmesse für den König Humbert nach dem Pantheon begab, feuerte ein Unbekannter mehrere Revolverschüsse auf den König ab. Die Majestäten blieben unverlebt, während der Kommandeur der den Wagen begleitenden Kavallerieabteilung, Lang, durch einen Revolverschuß verwundet wurde. Der Täter wurde alsbald verhaftet. Die Bevölkerung berettete dem Königspaar lebhafte Ovationen. Der Verüber des Anschlags auf den König Viktor Emanuel ist ein junger, bartloser, verhältnismäßig gutgekleideter Mann von dem charakteristischen Aussehen eines Avachen. Er nennt sich Antonio Dalba. Wie sich bet dem Verhör herausstellte, ist er mehrfach vorbestraft, darunter dreimal wegen Diebstahls. In den lezten Jahren ist er Anarchist geworden. Zuerst behauptele er, den Revolver gefunden zu haben, doch räumte er später ein, daß er ihn seit einiger Zeit befize. In setnem Verhör protestterte Dalba dagegen, daß er von der Menge, die ihn lynchen wollte, mißhandelt worden set. Ueber die Absichten, die er bet seinem Attentat gehabt, fagte er aber nur wentg. Später begann er von seiner Vergangenheit und seinem bisherigen Leben zu sprechen. Er stellte in Abrede, daß ein Komplott bestünde. Er habe das Verbrechen allein ersonnen und es auch allein ausgeführt. Er habe Vater, Mutter und einen Bruder. Dalba wurden einige Papiere abgenommen. Er hatte einige Schrammen im Gesicht, die ihm von der Menge im Augenblick bei der Verhaftung zugefügt waren. Dalba hatte sich hinter der Säule eines Balastes verborgen. Sobald der königliche Wagen, in dem sich der König und die Königin befanden, an dem Palais vorüberfuhr, feuerte er feinen ersten Schuß ab. Der König blieb nach dem Attentat völlig ruhig, aber die Königin wurde letchenblaß. Sie faßte den König am Arm und warf sich über ihn, um ihn zu schüttzen. Der König wehrte fanft ab und befahl, die Fahrt nach dem Pantheon fortzusetzen. Mator Lang, der Kommandeur der den Wagen des Königs begleitenden Kavallerteesforte, hat außer einem Kopfschuß durch den Fall vom Pferd eine Gehirnerschütterung davongetragen. Ein Mailänder Blatt bestreitet, daß der Atkentä14) Unter Feinden. Roman von Karl Matthias. ( Nachdruck verboten.) ,, So, nun fahren Sie mit dem Kühlen fort," ordnete der Arzt an; bis wir weiter marschteren, wird der Schmerz wohl aufhören. Soll ich Ste frank melden?" " Ich bitte nein," antwortete der Offizier eifrig ,,, ich marschtere auf alle Fälle mit." ,, Habe nichts dagegen," nickte der Stabsarzt und sah sich nach wetteren Objekten seiner Kunst um. Leider war daran kein Mangel. Tyrolt entfernte sich schnell. Er benetdete den Arzt nicht um sein Amt. Eine halbe Stunde später- Neumann hatte gerade Beit, die Uniform seines Herrn oberflächlich zusammenzunähen setzte sich das Regiment wieder in Bewegung. - Hauptmann Bergetström begrüßte seinen Offizier mit einem Handschlag. Er mußte sich mit der Linken begnüger, denn dieser trug den rechten Arm in einer Binde. Obgleich die Schmerzen nachgelassen hatten, war er außer Stande, irgend etwas zu fassen oder zu halten. ,, Wir beide nehmen uns gut aus," lachte Berget= Ström, auf seine Bandage am Betn zetgend.„ Zwet Invaliden an der Spitze der Kompagnie. Aber das tut nichts. Im Kriege sind Schönheit und Eleganz Nebensache." In langen Marschkolonnen rückten die Hundertachter in das Tal von Letanne. Die Bayern hatten tichtig von den Höhen hinabgepfeffert. Der ganze Weg und die angrenzenden Felder waren von den gefallenen Franzosen dicht besät- wie roter Mohu schimmerten überall die historischen Rothosen aus dem Grase und Getreide. Trümmer aller Art, Kadaver von Pferden Gepäckstücke, Leichen machten die Chausseen fast unpassterbar. Leutnant Tyrolt marschterte unverzagt an der Spize ter der Anarchistenpartet angehöre, er set ein gewöhnlicher Verbrecher, der auch schon wegen Mißhandlung feiner Eltern verurteilt set. Der Attentäter im Gefängnis. Rom, 15. März. Der Attentäter Dalba wurde in der Nacht aus dem Polizeigewahrsam nach dem Untersuchungsgefängnis gebracht. Bet seiner Einlieferung erklärte ec dem Gefängnisdirektor unter Tränen, daß er seine Tat bereue. Er verweigert die Nahrungsaufnahme. Der bet dem Attentat verwundete Major Lang wurde am Donnerstag im Krankenhause operfert. Die Kugeln wurden entfernt. Sein Befinden ist zufriedenstellend. Die Anteilnahme Deutschlands. Die Nordd. Allg. 3tg." schreibt: Der frevelhafte Anschlag auf das Leben des um sein Land hochverdienten Monarchen muß bet der ganzen gesitteten Welt et= nen tiefen Abscheu hervorrrufen. Dem italienischen Königshause und dem verbündeten italienischen Volke bringen wir die herzlichsten Glückwünsche zur Errettung des geliebten Königs aus schwerer Gefahr dar. Die Empfindungen, mit welchen die Kunde von der untat und ihrem Mißlingen überall aufgenommen wer= den, werden die Sympathie für die Person des muttgen und pflichttreuen Herrschers noch erhöhen und die Stellung noch befestigen, die Viktor Emanuel in den Herzen seiner Italiener und in der Hochschäßung seiner Bettgenossen erworben hat. Der deutsche Reichskanzler begab sich Donnerstag nachmittag zum italienischen Botschafter, um wegen des Anschlages auf das italienische Königspaar seine Entrüstung und die wärmste Teilnahme auszusprechen. Rundschau vom Cage. Politisches. Die angefagte Ministerkonferenz zur Beratung über die Wehrvorlagen und die Deckungsfragen hat am Donnerstag stattgefunden. Die„ Nordd. Allg. 3tg." schreibt darüber: Donnerstag vormittag begannen unter dem Vorsitz des Reichskanzlers im Bundesratssaale des Reichsamts des Innern die vertraulichen Bespre= chungen über die Wehrvorlagen und ihre finanzielle Deckung, zu denen der Reichskanzler die leitenden Minister der Einzelstaaten geladen hatte. An den Besprechungen nahmen die Chefs der beteiligten Reichsres forts und die Finanzminister der größeren Bundesstaaten teil. Die Beratung des Postetats wurde am Donnerstag in der Budgetkommission des Reichstages beendet. Die Kommission beschloß, die Eingaben der Postunterbeamten, die eine Erweiterung der Arbeiterausschüsse anstreben, der Reichsregierung zur Erwägung zu übermitteln. Petitionen, die eine bessere Anrechnung der Dienstiahre herbetzuführen wünschen, wurden als Miaterial überwiesen. Ueber Petitionen, die Gewährung von Zulagen, bezw. deren Ausgleich verlangen, wurde zur Tagesordnung übergegangen. Ueber die Flottennovelle wird in der„ Tägl. Rundschau" mitgeteilt, daß sie in erster Linie eine starke Vermehrung der Mannschaften ins Auge faßt, die für die Bemannung des dritten Geschwaders nötig sind. Es besteht die Absicht, im Herbst dieses Jahres 2500 Mann neu einzustellen und, da nach dem Flottengeset rund 3400 Mann tährlich mehr erforderlich sind, so würde man insgesamt jährlich mit einer Mehreinstellung von 5900 Mann rechnen müssen. Die Kosten der neuen Mannschaften belaufen sich auf 7% Millionen Mart, wobet der einzelne Mann jährlich 3000 Mart fostet. Die zweiten 7% Millionen Mark, die für das erste Jahr in Aussicht genommen sind, werden zum Ausbau unserer Unterseeflottile verwendet werden. Der Direktor des Haufabundes, Oberbürgermeister a. D. Knobloch, wird. wie der Hansabund mitteilt, doch von seinem Bosten zurücktreten. Dte aufreibende Tätigfeit während der beiden Jahre hat seine Gesundheit derart angegriffen, daß er sich entschlossen hat, um seinen Abschied einzukommen, obwohl sein Vertrag noch mehrere Jahre läuft. Er scheidet, wie versichert wird, im vollen Einvernehmen mit allen Instanzen aus. Sein Austritt foll bereits am 15. März erfolgen. Als Nachfolger Knoblochs wird test wieder der Syndikus des Verbandes sächsischer Industrieller Dr. Stresemann ge= nannt. Wie weit das Gerücht begründet ist, läßt sich schwer beurteilen. Ferri und Bebel. Der italienische sozialistische Abgeordnete Ferrt, der wegen seiner Stellungnahme zum Tripolisfeldzuge zur Niederlegung seines Mandats gezwungen wurde, hatte sich auch auf August Bebel berufen, der sich auch fitr eine koloniale Expansionspoltttt ausgesprochen habe. Die Redaktion eines sozialistis fchen Blattes wandte sich deshalb direkt um Aufklärung an Bebel und erhielt folgende Antwort: Werte Genosfen! Sett 26 Jahren, d. h. seit Deutschland Kolonialpolitik treibt, bin ich der entschiedenste Gegner dieser Politik gewesen und bin es bis auf den heutigen Tag. Ferri kann sich also auf keinen Fall auf mich berufen. Meine Gegnerschaft gegen die Kolonialpolitik ist auch seines zuges. Als der Befehl kam, das Dorf Villemortry zu nehmen, trat eine ernste Aktion ein. Von den Preußen war beim Sturm das 96., 86. und 71. Regiment, von den Sachsen das 101. und 108. Regiment beteiligt. Letzteren fiel die Aufgabe zu, die Franzosen aus dem unteren Dorfe zu vertreiben. Diese, insbesondere die Marineiruppen, wehrten sich mit Löwenmut, und fingen erst an zu weichen, als zwet bayerische Batterien eine westlich gelegene Anhöhe besetzten und, Geschoß auf Geschoß in die Gehöfte schleudernd, Haus für Haus in Brand steckten. Mit klingendem Spiel rückten die Hundertachter in die Dorfstraße ein; doch bald mußten sie aufs neue zu den Waffen greifen. Während die französischen Soldaten sich vor den nie fehlenden Bündnadeln und den Bayerischen Schrapnells flüchteten, schickten sich die Bauern an, ihre Häuser zu verteidigen. Aus Fenstern und Luken, von den Dächern und aus den Kellerlöchern schossen sie auf die vorbeiztehenden Steger. Die Folgen diefer wahnsinnigen Tat blieben nicht aus. Die Franktiteurs wurden niedergemacht, ihre Häuser eingeäschert. In Mauzon endlich wurde ange= sichts des Feindes Biwak bezogen. Leutnant Tyrolt hatte nach langem Suchen in dem zusammengeschossenen Schulhause einen Platz gefunden, um nach den Strapazen des Tages auszuruhen, so zu sagen unter freiem Himmel, denn das Dach war zerstört und flaffte welt auseinander, den feinen Sprühregen, der sich gegen Abend eingestellt, fret einlassend. Dennoch war dem Totmüden der etwas abgelegene Ort will= kommen. Nach dem anstrengenden Marsche, den aus= gestandenen Schmerzen, nach der Aufregung des Kampfes, mit allen seinen Greueln und Schrecken, fühlte er sich wie zerschlagen. Nur nach Ruhe Techzte er. Nur furze Augenblicke wollte er normal denken, vielleicht träumen. In der zerstörten Schule fand er den geetgneten Platz und bat Neumann, dafür zu sorgen, daß er allein bliebe. die der deutschen sozialistischen Bartet. Im übrigen habe ich Ferri schon felt langem nicht mehr als Sozia listen angesehen. Herzliche Grüße. August Bebel." Ferri veröffentlicht nun in römischen Blättern einen offenen Brief an den Abgeordneten Bebel, dem er vor. wirft, nichts anderes als ein verkappter Monarchist zu fein. Er schließt mit den Worten: Ich wete jeden Angriff Bebels auf mich entschieden zurück, da ich stets mit ehrlichen Waffen kämpfe und nicht wie andere unter Zuhilfenahme von Fälschungen." Kleine Nachrichten. Nene Militärflugapparate. Die deutsche Heeresvers waltung hat bei den Aeroplanwerken Jgo Etrich in Trautenau 40 Flugapparate in Auftrag gegeben, davon 16 nach dem Typ der Taube". Die Lieferung soll in Berlin im Mat erfolgen. Die Aburteilung der englischen Frauenrechtlerin= nen. Die Verhandlungen gegen die Suffragetten vor dem Londoner Gerichtshof dauern fort. Gestern sind wiederum sieben Frauenrechtlerinnen zu vter Monaten und eine zu sechs Monaten Gefängnts verurteilt worden. Beim Billardspiel gestorben. Bei einem Billardturnier, das Mittwoch abend in den Billardsälen im Zentralhotel in Potsdam zwischen den Meisterspielern Kerkau und Algner veranstaltet wurde, fiel plöblich Algner während des Spiels entfeelt neben dem Billard zu Boden. Als Todesursache wird Herzschlag angenommen. Der Streif im Schneidergewerbe. Nach den bishe= rigen Feststellungen find im ganzen etwa 22 000 Schnetdergehilfen ausgesperrt. Aus 40 Orten fehlt aber noch die genaue Angabe von Zahlen über die Aussperrung. Dynamitanschlag im Kohlenrevter. In der Ge= meinde Auf dem Höchsten" bei Schwerte wurde auf dem Fensterbrett des Hauses, in dem ein arbeitswilliger Bergmann wohnte, Mittwoch abend etne Dynamitpat rone zur Explosion gebracht. Das Fenster und die Möbel in dem 3immer wurden völlig demoltert. Personen sind hierbet glücklicherweise nicht zu Schaden gekommen. Massenerkrankungen in einem Lehrerseminar. Im Schullehrerseminar zu Würzburg sind 20 Schüler unter Vergiftungserscheinungen erkrankt. Eine Untersuchung ist eingelettet. Der Bandit Lesniak, der in Fürstenwalde an der Spree den polnischen Bauer Tonczik ermordet und seiner Barschaft von 700 Mark beraubt, der des wetteren in Breslau mehrere polnische Auswanderer ermordet und beraubt hatte, ist in Krakau verhaftet wor den. Streifende Winzer am Rhein. Nachdem der Ausstand der Winzer in Rheinhessen zum größten Teil gütlich beigelegt werden konnte und in den Weinber gen die Arbeit wieder aufgenommen worden ist, hat fetzt die Lohnbewegung auf den Rheingau übergegrtffent. In Hochheim haben die Arbeiter bereits zu stret= fen begonnen. Zwischen Arbeitswilligen und Stretfenden ist es mehrfach zu Zusammenstößen gekommen. Attentat anf amerikanische Richter. Das Grafschaftsgericht von Hillsville im Staate Virginia war am Mittwoch der Schauplatz einer bösartigen Gesetzlosigkeit. Der Richter Masste verurteilte einen gewissen Floydallen zu einem Jahr Gefängnis, worauf dessen Bruder und Freunde mit ihren Revolvern einen wahren Kugelregen eröffneten. Der Richter, der Staatsanwalt, ein Geschworener und der Sheriff wurden von mehreren Kugeln getroffen und getötet, andere Gefchworene verlegt. Die Täter entkamen. Großer Juwelendiebstahl im Expreßzug.. Auf der Fahrt von Amsterdam nach Paris wurde einem Diamantenhandler im Erpreßzug eine Kiste mit Juwelen im Werte von 150 000 Mart gestohlen. Verhaftung eines Millionenbetritaers. In Lille wurde der nach Verumtreuung von zwet Minionen Francs geflüchtete Kaffterer der Sitez- Kanal- Gesellschaft namens Lepreuty verhaftet. 66 Der„ Schwarze" Arieg im Ruhrgebiet. Aus den verschiedensten Teilen des Ruhrbezirks laufen wiederum Nachrichten über Ausschreitungen ein, die nach Beendigung der Schichten Mittwoch nachmittag vorgekommen sind. Aus dem Bezirk Castrop und auch aus einigen anderen Bezirken, in denen die Zahl der Arbeitswilligen die der Streifenden mehr oder weniger beträchtlich übersteigt, wird berichtet, daß gerade dort die Arbeitswilligen außerordentlich start belästigt werden. In dem Essener Revter hat die Polizeibehörde durchweg in der Nähe der verschiedenen Bechen so starte Boltzetaufgebote untergebracht, daß feder Versuch einer Zusammenrottung von Menschenmassen von vornherein vereitelt wird. In Bottrop trieb die Polizei mit Waffengewalt eine Versammlung von Streifenden, die sich auf freiem Felde zusammengefunden hatte, auseinander. Aus dem Dortmunder Revier wird gemeldet, daß es dort zu heftigen ZusammenstöBen gekommen ist. Die Polizei mußte in vielen Fällen mit der Waffe vorgehen, um die Menschenan„ Sie sollen es genießen," sagte der Bursche, seinem Herrn die Lagerstätte auf einem Soldatenmantel, den Tornister als Kopfkissen, bereitend. Ich lege mich quer vor die Türe und sage jedem:„ Hier sind die Cholerablattern!" Da laufen sie alle davon!" 10 po pe de Pe au Te br Je re pe un ESPEROSENEESPEREERE M re 10 de fe de en δα er 10 de m ge Σ in rä Be 拉 Au De Te ge ri tr 801 Go dea ehe em lag Kol Fri unb felte fäch ftir nent fam pani to g Man quar den Wohl eine lehre im Lyro Er ging auf seinen Posten. Waldemar streckte sich auf sein hartes Bett nieder. Das herabwehende Naß störte ihn nicht; es fühlte seine Stirn; es mäßigte die Glut in seinem Innern. Seine Gedanken weilten bei der Geliebten. Gottlob, Desiree war weit von dem Kriegsschauplaze entfernt. Unter dem Schuße der güttgen Tante war sie nach Belgten gepflüchtet. Nur Oltvier weilte in Bazatlles. Zu welchem Zwecke? Sollte er wirklich den wahnsinnigen Plan gefaßt haben, den nachrückenden Deutschen Stand zu halten? um so schlimmer für ihn. Dann gedachte Waldemar seiner Eltern in Reichenbach. Von ihren Segenswünschen beglettet, war er zu der Verteidigung des Vaterlandes ausgezogen. Er hatte ihnen zulezt von Dieuze geschrteben. Er sah die lieben Alten vor seinem inneren Auge, wie sie ungeduldig den Feldpostbrief aufbrachen, wie sie dicht anetandergedrängt. ihn gemeinschaftlich lasen und sich freuten, daß er wohl und guter Dinge set. Guter Dinge? Mit dem Gram um Desiree im Herzen? Doch, gleichviel, sie kannten ja den Grund seiner Trauer nicht. Wozu sollte er ste auch damit betrüben? Aber sie lobten ihn und den braven Neumann, der ihn so aufopfernd pflegte und jetzt draußen vor der Tür lag. Ein trenes Herz!- Ob ihm auch Desiree die Treue bewah ren wird, ob sie ihn noch Itebt, ob sie seiner gedenkt?" Mit Halbgeschlossenen Augen blickte er zu dem woltenverhüllten Nachthimmel empor. Kein Lichtstrahl wett und breit! Doch! Dort gerade über ihm ein einzelner, schwachleuchtender Stern auftauchend, verschwindend. Ob auch Desirees Auge ihn in dieser Nacht sehen wird, ob dort sich ihre Gedanken kreuzen?" brigen als Sozia it Bebel tern einen em er vor narchiit zu Jeden An a ich ftets andere un Heeresver Etrich in geben, da ferung foll rechtlerin: getten vor estern find Monaten rteilt wor n Billard Själen im terfpielern I plöbli Em Billard ag ange den bishe 00 Schnel aber no ssperrung der Ge vurde auf itswilliger ynamitpat d die Mö Personen gefommen inar. Jm üler unter tersuchung Ide an der ordet und des wel nderer er Jaftet wor der Aus ßten Teil Weinber en ist, hat ibergegrif zu stret und Stret gefommen Das Graf ginia war en Gesez En gewissen rauf deffen einen wah er Staats Jurden von ndere Ge zug. Auf Se einen e mit Ju 3. In Lille Millionen mal- Gefell gebiet. Auhrbezirks chreitungen twoch nach rt Castrop denen die den meh richtet, da lich start ter hat die erschiedenen cht, daß fe Menschen ottrop trieb mlung von mmengefun der Revier fammenito elen Fällen Menschenan fche, feinem mantel, den e mich quer te Cholera ftredte fid ehende Na mäßigte die weilten bel von dem se der gült Nur Oli ecte? Sollte haben, den n? Um fo emar feiner linfchen be Baterlande uze gefchrie meren Auge hen, wie fie lafen und fet. Guter erzen? Do Crauer night ber fie lob in fo auf lir lag. Gin reue bewah er gebenti? Bu bem wol biftrahl well n einzelner richwindend leben wird der sammlungen vor den einzelnen Bechen zu zerstreuen. Mehrere Wirtschaften, in die sich die Streifenden flüchfeten, wurden polizeilich geschlossen. In Buer wurde, wie die Polizeiverwaltung mitteilt, der Bergmann 8apolla von einem Gendarmen erschossen. Der Sachverhalt ist kurz folgender; Die Gendarmerie wurde mit Steinen beworfen. Als sie nun zur Verhaftung eines der Beteiligten schritt, wurde sie von fünf bis sechs Personen angegriffen und abermals mit Steinen beworfen. Mehrmaligen Aufforderungen, auseinanderzugehen, leisteten sie feine Folge. Die Gendarmen waren schließlich gezwungen, von der Schußwaffe Gebrauch zu machen. In Herne wurden wiederum Schutzleute beschoffen, und machten auch ihrerseits von Schußwaffe Gebrauch. Der 20jährige Bergmann Zaremba erhielt einen Schuß in den Unterschenkel. In Hamborn wurden vier Personen verhaftet, weil sie auf vereinzelt reitende Patrouillen geschossen haben und eine Person, weil sie aus einem Fenster auf einen vorübergehenden Polizeikommissar mit einem EtsenStitch geworfen hatte. Infolge der zunehmenden Unficherheit hat der Polizeipräsident angeordnet, daß die Polizeistunde für die Wirtschaften in der Nähe der Hechen auf 9 Uhr abends festgesetzt wird. Auch ist der Verkauf von Branntwein allen Wirten, Händlern und Brennereten verboten worden. Am Donnerstag wurde Militär in das Streitgebiet beordert, und zwar mehrere Bataillone Infanterie mit einem Maschinengewehr und einige Schwadronen Kavallerie. Ein Klub der Spione in England. In England, dem Lande der Klubs, gibt es, wte der Inf." aus London geschrieben wird, auch eine gesellschaftliche Vereinigung, deren Zweck geradezu die Spionage ist. Dieser Verein nennt sich natürlich nicht der Klub der Spione, sondern Klub der Freunde des englischen Heeres". Diese Freundschaft besteht darin, daß die Klubmitglieder sich ständig auf dem Laufenden erhalten, wie groß die Heere der anderen Länder sind, wie start ihre Flotte ist, und welche Zukunftsabsichten der betreffende Staat hat. Es ist die Pflicht der Klubmitglieder, alles, was in ihren Kräften steht, dazu betzutragen, um sich Kenntnis dieser Dinge zu beschaffen und sie dem Klubarchiv einzuverleiben. Es handelt sich natürlich hier nur um angesehene und wohlhabende Männer, also nicht um Berufsspione, sondern um Gentlemen, deren Handlungsweise nur durch patriotische Gründe erklärt werden kann. Der Jüngst in Leipzig verurteilte englische Spion Steward soll dem Vernehmen nach auch ein Mitglied dieses Klubs der Freunde des englischen Heeres gewesen sein. Es ist ganz selbstverständlich, daß dieser Klub in inntgen Beziehungen zu dem englischen Heere steht, zumal ein großer Teil diese Mitglieder sich aus aktiven oder ehemaligen Offizieren zusammensetzt. Man kann als ficher annehmen, daß die Reisen der Klubmitglieder des offeren in Spionageangelegenheiten erfolgen, und daß die Erfahrungen, welche die Mitglieder auf solchen Reifen machen, auf irgend eine Weise dem Heere zugute tommen. Der Name Freunde des Heeres" hindert die Klubmitglieder übrigens nicht, sich auch den fremden Marinen sehr freundlich und liebreich anzunehmen. So erStrecken sich denn auch die Nachforschungen des Klubs auf die Marinen aller Mächte. Die Namen der Mitglieder werden im allgemeinen nicht bekannt, wie es überhaupt äußerst schwierig ist, in dem Klub als Mitglied aufgenommen zu werden. Nur fünf untereinan= der nicht verwandte Mitglieder sind in der Lage, durch Ihre Empfehlung die Aufnahme eines neuen Mitglie= des zu erwirken. Vermischtes. Einem ungeheuren Schwindel, der seit einem Vierteljahre die deutsche Geschäftswelt auf das schwerste ge= schädigt hat, ist die Schöneberger Kriminalpolizet auf die Spur gekommen. Ihr gelang es am Dienstag, wie schon furz gemeldet, eine Bande von Schlittenfahrern" zu verhaften, die in Berlin und mehreren Vororten thr Domizil aufgeschlagen hatte. Durch das Trei ben der Bande sind große Firmen und Fabriken in allen Teilen Deutschlands um Summen betrogen worden, deren Höhe sich vorläufig noch gar nicht abschäßen läßt. Es handelt sich um eine Gaunerbande, die unter der intellektuellen Leitung des 30jährigen, feit längerer Beit von der Staatsanwaltschaft steckbrieflich verfolgten R. L. Schäfer in den verschiedensten Stadtteilen Geschäftsräume eingerichtet und dort Warenschwindeleten in groBem Umfang betrieben hat. Die sämtlichen Geschäfte waren in großem Sttle aufgemacht. Auf Briefbogen, auf denen Banffonten, Telegrammadresse und Telephon vermerkt waren, wurde an große Firmen in allen Tetlen Deutschlands geschrieben und das Ersuchen an sie gerichtet, Musterkollektionen und Preisverzeichnis ein= zusenden. Wenn die Proben eintrafen, gingen sie, um Vertrauen zu erwecken, nach einigen Tagen an die Firma zurück. zugleich mit großen Bestellungen im Werte von mehreren hundert Mark. Als Referenzen wurden Er sog den Strahl in sich auf in seliger Hoffnung; Stille dann kam es wie Todesmattigkeit über thn. ringsum, nur der leise Sprühregen zischte auf die Dachtrümmer. Waldemar sank in tiefen, erquickenden Schlaf. Gegen zwet Uhr morgens wurde es lebhaft in Mouzon. Die Hörner bliesen, die Trommeln lärmten in den Gassen. Der Ort, der nach den fürchterlichen Ereignissen des Vorabends wie in Todesstarre dagelegen hatte, bot, che noch das neur Tageslicht am umwölften Himmei emporgestiegen, den Anblick eines wimmelnden Kriegslagers. Schon dröhnte der Taktschritt der bayerischen Kolonnen durch die Straßen; sie, die unermüdlichen Frühaufsteher, rückten, von Westen kommend, dem noch unbekannten Ziele entgegen. Preußische Batterien raffelten in unabsehbarer Reihe hinter ihnen her. Die sächsischen Truppen blieben nicht zurück. Im Laufschritt stürmten ste nach den Appellplägen. ,, Herr Leutnant es geht los", meldete Neumann, ſet= nen Kopf zur Tür hereinsteckend.„ Stehen Sie gehorfamst auf. Die Hornisten tuten schon. Die 9. Kompanie!" eine ganze Weile." 58 Tyrolt fuhr empor. Nach der Waffe und dem Tschato greifend, stand er mit einem Ruck aufrecht da. " Was ist geschehen?" fragte er noch traumbefangen. " Ich weiß es nicht," entgegnete Neumann, den Mantel rollend. Ich glaube aber, Befehl vom Hauptquartier. Es geht vorwärts." ,, Nun denn, in Gottes Namen", sagte der Offizter, den Tornister umhängend. Mit dem Frühstück ist es wohl nichts?" ,, Bliemchenkeffee, nee," lachte der Bursche.„ Aber eine Flasche Rotwein habe ich gefunden beim Schullehrer. Er schmeckt scheene." Er fredenzte seinem Herrn eine dunkle Flüssigkeit im 3innbecher, den er stets neben der Feldflasche trug. Zyrolt trant den Wein mit sichtlichem Bebagen. die übrigen Firmen des Schwindeltonzerns angegeben,| die über die Bonität des Bestellers natürlich die glänzendsten Auskünfte gaben! Die Bestellungen erstreckten fich auf alle Gebiete der Fabrikation. Bücher wurden überhaupt nicht geführt. Bei dem ungeheuren Umfang, den die Schwindeleten im Laufe der Zeit angenommen hatten, unterliefen Schäfer, der schon zweimal in einer Frrenanstalt untergebracht war, Fehler, die zur Aufdeckung des Riesenschwindels führten. Schäfer sowohl wie die Filialleiter sind vollkommen insolvent. Eine deutsche Fleischermeisterin nach Amerika engagiert. Der Frau des Metzgermeisters Littich in Ergoldsbach( in Niederbayern), die bei der Prüfung mit Sicherheit und Gewandthett einen Ochsen tötete, berufsgerecht ein Schweiz und ein Kalb schlachtete, und dann in mustergültiger Weise die geschlachteten Tiere für die Fleischbank herrichtete, hat, wie die Allgem. Fleischerzeitung" mitteilt, der Besizer eines großen amerikantfchen Hotels das Anerbieten gemacht, ihr 50 000 Dollars für ein zweijähriges selbständiges Auftreten in seinem Hotel zu zahlen. Ein Hundertjähriger. Der Berliner Schlossermetfter Wilhelm Fritsch feierte in diesen Tagen sets nen hundertsten Geburtstag. Fritsch macht noch alle Wege zu Fuß und bedient fich nur beim Lesen einer Brille. Er ist geistig völlig frisch und sieht aus wie ein Siebzigjähriger. Er dichtet sogar noch und hat einem Neugierigen, der ihn nach seinen Konservierungsmitteln fragte, folgendes Verslein mit auf den Weg gegeben: Rede wenig, rede wahr, Iß und trink', bezahle bar, Fürchte Gott und sei verschwiegen, Was nicht dein ist, das laß liegen Spar' in dieser schönen Welt Die Gesundheit und das Geld. Ein hartnäckiger Schulschwänzer. Daß ein Junge vier Jahre larg die Schule schwänzt, ohne daß die Lehrer oder Eltern dahinterkommen, sollte man faum für möglich halten, und doch hat sich dieser Fall in Dortmund zugetragen. Bis zu seinem neunten Lebensjahre besuchte der jetzt 13 Jahre alte Schüler Erich Steiner, Sohn eines Bergmanns, die Melanchthonschule, und als seine Eltern im Jahre 1908 in einen anderen Stadtteil übersiedelten, wurde er der Krimschule überwiesen. Durch irgend ein Versehen muß der Name deb Angeklagten nicht in die Schullisten aufgenommen worden sein, und das machte sich der Junge zunuze, indem er feit dieser Bett die Schule schwänzte. Jeden Morgen Iteß er sich von seiner Mutter sein Schulränzel packen und mit einer ordentlichen Frühstücksfulle ausgerüstet begab er sich angeblich zur Schule. Statt dessen aber trieb er sich auf den Wochenmärkten umber, wo er sich durch allerhand Botengänge einige Groschen verdiente. Jetzt erst, nach vier Jahren, kamen die Eltern hinter dies Doppeggynmnt thres Spröling Der Vater brachte thn sofort zur Schule, die der Junge nun wohl etwas länger als bis zu seinem vierzehnten Lebensjahre wird besuchen müssen. Wer hat die Hofe an? Die Bettschrift Betten und Völker" plaudert über birmesische Sitten und berichtet dabei folgendes:" Nach einigen Forschern sollen die Ureinwohner Birmas Australneger gewesen sein. Die jetzt im Lande lebende Bevölkerung ist wohl zweifellos von Norden eingewandert und mongolisch- chinesischer Abstammung. Männer wie Frauen tragen ein um die Hüften kunstvoll geschürztes weißes Tuch, das bet den Frauen entweder an der einen Sette offen getragen wird( Tamein) oder auch als Rock( Lungi) genäht ist. Bei den Männern ist dieses 2% Meter lange Tuch nur etwa 1 meter breit; sein Ende wird durch die Beine gezogen und dann über die Schulter geworfen. Bet beiden Geschlechtern ist ferner noch die kurze weiße Jacke in Gebrauch, über welche die Frauen noch ein buntes setdenes Luch, die Bawa, malerisch schlingen. Für den Mann gehört noch zur vollständigen Bekleidung die " Hose", die er sich der größeren Dauerhaftigkeit wegen direkt auf den Leib tätowieren läßt. So schmerzhaft diese Operation auch ist, so unterzieht sich jeder mannbare Jüngling ihr doch gerne, denn keine birmesische Schöne würde ihit erhören und zum Gatten nehmen, trüge er nicht diese Hose", das Zeichent seines Mutes. Selbstverständlich haben in den besseren Kreisen europätsche Anschauungen Plaß gegriffen, und die jungen Gigert, die im Dogcart auf der Promenade von Rangun paradieren, tragen die traditionelle Hose nicht mehr, dafüir follen aber jetzt ihre Frauen die Hosen anhaben. Ueberhaupt ist die Stellung der Frau in Birma bet weitem geachteter als im übrigen Indien; sie leistet dafür aber auch ganz achtbares, vor allem im Handel. Sogar die englische Regierung hat die Fähigketten der Birmesin anerkannt und ihr im Post- und Telephondienst diefelben Stellungen eingeräumt wie in dem europäischen Dienst." Drabtnachrichten und Deuestes. Ein Vater unter Verdacht des Kindesmordes. Frankfurt a. M., 15. März. In einem hiesigen Hotel wurde heute vormittag die 27 Jahre alte Loch" Du bist wohl auf Requisition gewesen, während tch schlief?" fragte er, sich auf den Weg machend. " Zu Befehl", schmunzelte Neumamu.„ Eine Flasche habe ich getrunken, eine habe ich hier und eine habe ich im Tornister. Bitte, Herr Leutnant, noch einen fleenen Kuhschluck" Waldemar ließ sich nicht nötigen. Der Wein wärmte seine von Nachtkälte und Feuchtigkeit starren Glieder, gab ihnen Geschmeidigkeit und seinem Geist Frische. Die verlegte Schulter schmerzte noch immer, aber sie hinderte ihn nicht in der raschen Bewegung, als er ins Frete trat. Die Straße war fast unpassterbar. Die Heeressäulen der deutschen Armee füllten sie ganz aus. Reiteret und Geschüße zogen ohne Unterbrechung und dicht aufeinandergedrängt darauf hin. Die Infanteriekolonnen marschierten rechts und links vom Dorfe durch Obst= gärten und über die bereits abgeernteten Felder. Alles strebte in nordwestlicher Richtung vor. Im Hofe der Mairie sammelte sich das Schützenregiment Nr. 108. Nur mit Mühe gelangte Tyrolt dorthin. Die Mannschaften, welche teilweise im Freien biwaktert hatten, standen bereits in Reih und Glied, die Offiziere waren bei thren Zügen. Der Oberst hielt vor der Front. Als sich der Leutnant bei ihm meldete, reichte er ihm die Hand. ,, Wie geht es mit der Blessur?" fragte er Teutseltg. „ Ist das Loch wieder zu?" 3u Befehl, Herr Oberst, der Arm ist freilich ein bischen lahm." Kein Wunder, wenn man selber die Mitrailleusen umschmeißt. Fünf Stück erobert, alle Achtung! Diese Tat vergesse ich Ihnen nicht. Haben Sie geschlafen?" " Zu Befehl, in der Dorfschule ohne Dach." " Immer noch besseres Quartter als das meine", lachte der joviale Herr." Ich mußte mit einem Kubitaui ter des Privatlers Boegel erschossen aufgefunden. Des Mordes verdächtig ist der eigene Vater, der seit gestern abend verschwunden ist. Selbstmord einer Schauspielerin, Gera, 15. März. Die Schauspielerin Fräulein Naumann hat sich gestern aus unbekannter Ursache m ihrer Wohnung erschossen. Ein Monat Gefängnis für eine Unachtsamkeit. Naumburg, 15. März. Die hiesige Straffams mer verurteilte den fiebzigjährigen Arbeiter Röhr aus Leubingen bet Colleda zu einem Monat Gefängnis, weil er vorigen Herbst bet Erntearbeiten von einem Getreidediemen eine Reichgabel so unvorsichtig herabgeworfen hatte, daß ein junges Mädchen in den Rücken getroffen wurde und an den Folgen gestorben ist. Folgenschwerer Zugzusammenstoß. Wittenberge, 15. März. Heute früh 2,20 Uhr ist der Postzug 6067 infolge Ueberfahrens des Einfahrtssignals auf den letzten Wagen des nach Lüneburg auslaufenden Zuges 6964 gestoßen. Der Zugführer und ein Schaffner wurden getötet, vier andere Bugbe amte verletzt. Der Materialschaden ist groß. Dret Wa gen des Zuges 6067 find verbrannt. Eine ganze Familie durch Gas betäubt. Berlin, 15. März. In der Wohnung der Fas milie Gericke in Malchow strömte in der Nacht infolge etnes Defeftes der Leitung Gas aus. Die Nachbarn fanden morgens Gericke, seine Frau, seine beiden Kin der, das Kinderfräulein und eine im Hause beschäftigte Schneiderin bewußtlos auf. Erst nach mehrstündigen Bemühungen gelang es, die Bewußtlosen ins Leben zurückzurufen. Aeroplannnfall beim Blumenkorfo in Nizza. Paris, 15. März. Während gestern nachmittag auf der Promenade in Nizza die Blumenschacht aus Anlaß der Mitfastenfeter tobte, warfen der Flieger Morin und sein Begleiter Pentra Konfetti aus der Luft in die Menge. Infolge eines Defettes des Motors stürzte der Apparat plöblich ins Meer. Die Flieger wurden durch Boote gerettet. Prinzessin Luise dementiert. Paris, 15. März. Prinzessin Lutse von Belglen erklärt, daß weder durch ein Pariser noch ein anderes Gericht der Antrag gestellt worden ist, ste unter Kuratell zu stellen. Berliner Getreide- und Viehmarkt. Die Festigkeit des Auslands für Weizen machte auch am Berliner Markt ihren Einfluß geltend. Für Wetzen zeigte sich in Nord- und Süddeutschland viel Bes gehr nach ausländischem, schnell erreichbaren Weizen und es wurden daher große Posten von dem in den russischen Ostseehäfen lagernden Wetzen der Ernte von 1909 und 1910 erworben. Von Roggen kamen, trotzdem viel Ware abgelenkt wurde, noch ziemliche Mengen nach Berlin, um bei Erledigung der im Mai fälligen Liefe rungsverpflichtungen Verwendung zu finden. Hafer gewann gleichfalls 2 bis 3 Mart, obwohl die Zufuhren ziemlich reichlich waren. Gerste stieg bedeutend, da Rußland nur sehr geringe Ausfuhr darin hatte. Mats war bei ruhigem Geschäft fest. Am letzten Tage der Berichtswoche trat im Anschluß an das Ausland ein wesentlicher Umschwung zur Abschwächung ein. Offenbar haben die start gestiegenen Preise überall vermehrtes Angebot hervorgerufen. In Berlin wurde namentlich Roggen auf späte Termine verkauft, Die Schlußnoticrungen stellten sich für Lieferung im Mai wie folgt: Wetzen 216%, Roggen 1934, Mais 167 M. Preise des städtischen Schlachtviehmarktes. 1. Ochfen: a) vollfleischige ausgemästete höchsten Schlachtwertes, ungejocht 81-86 M., 6) junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 75-84 M., C) mäßig genährte junge und gut genährte ältere 66 bis 72 M. 2. Bullen: a) vollfleischtge ausgewachsene höch= sten Schlachtwertes 75-81 M., b) vollfleischige jüngere 71-79 M., c) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 66-72 M. 3. Färfen und Kühe: a) vollfleischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes 77-80 M., b) vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 72-77 M., c) ältere ausge= mästete und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färfen 67-73 M., b) mäßig genährte Kühe und Färjen 57-66 M., e) gering genährte Kühe und Färsen bis 64 Mart, f) gering genährtes Jungvteh( Fresser) h 4. Kälber: a) Doppellender feinster Mast 114-146 M b) feinste Mastfälber 105-110 M, c) mittlere Mast- und beste Saugfälber 97-103 M., d) geringere Mast- und gute Saugfälber 88-98 M., e) geringe Saugfälber 64 bis 84 M. 5. Schafe: a) Mastlämmer und jüngere MastHammel 70-80 M., b) ältere Masthammel, geringere Mastlämmer und gut genährte junge Schafe 60-68 M., c) mäßig genährte Hammel und Schafe 56-68 M. 6. Schweine: a) Fettschweine über 3 Zentner Lebendgewicht 70 M., b) vollfleischige Schweine 250-300 Pfund 68-70 M., c) vollfleischige 200-240 fd. 66-69 M., d) vollfleischige Schweine 160-200 Pfd. 63-67 M., e) vollfletschige Schweine unter 160 Pfd. 58-63 M., f) Sauen 63-64 M. vorlieb nehmen, natürlich unter Abwesenheit des Kindviehs. Aber das Odeur war schauderhaft. Mußte die Tür offen lassen, und mein Rheumatismus meldet sich infolgedessen in wenig Itebenswürdiger Weise." So scherzte man über die Strapazen, welche der Feldzug selbst den hochgestellten Offizieren auferlegte. Da mußte die gute Laune auch bei dem gemeinen Manne Platz greifen. Niemand wußte, weshalb nach der Einnahme von Mouzon mitten in der Nacht der Weitermarsch befohlen worden war. Nur der König selbst und sein Stab kannten das Geheimnis. In Vouzier angelangt, hatte der König sich entschlossen, den eisernen Gürtel um Sedan zusammenzuziehen. In der Nacht zum 31. August kam der Befehl, unverzüglich aufzubrechen. Die Maasarmee sollte sich östlich von Sedan entwickeln, die dritte Armee den Westen und Norden umfassen. Das Garde torps hatte den Auftrag, für den Fall, daß die Franzosen die belgische Grenze überschreiten sollten, den= felben unverzüglich zu folgen und rückte östlich an der Spize auf Sedan vor. Westlich von ihm marschterten die sächsischen und preußisch- posenschen Regimenter. Al der Tag graute, stand das ganze 11. Korps bei Don chery, die Jäger bet Bazeilles, die Garde bet Sally links von Chiers bis Francheval. Das 12. Korps war bet Douzy das 1. bayerische Korps bet Remilly, das 2. bayerische bet Roncourt, die Württemberger bel Fliege, das fünfte Korps bet Connage, das vierte bei Autrecourt. Der König selbst hatte Vouzier verlassen und war nach Vandresse mit dem Hauptquartter übergesiedelt. Die furchtbare Schlinge lag berett. Ein Wink des flegreichen Feldherrn, und sie zog sich zusammen zu tödlicher Umarmung. Fortsetzung folgt.) Hausfrauen! Die Zeiten sind schlecht und teurer- da heißt es rechnen und sparen. Auch Sie verwenden wahrscheinlich schon die billigeren Kaffee- Surrogate anstelle von Bohnenkaffee oder benußen sie als Zusah. Aber seien Sie vorsichtig! - Es werden jetzt alle möglichen Fabrikate empfohlen, doch alle- sie mögen heißen wie sie wollen zeigen immer wieder, daß der täglich von Millionen getrunkene Kathreiners Malzkaffee als Kaffee- Ersagmittel einzig dasteht. Kathreiners Malzkaffee ist nicht etwa nur geröstetes Getreide, wie es unter allen möglichen Namen jetzt angepriesen wird, sondern Kathreiners Malzkaffee wird aus wirklichem Malz in der größten Malzkaffee- Fabrik der Welt nach bewährtem Verfahren seit über 20 Jahren hergestellt. Tausende von Aerzten empfehlen Kathreiners Malzkaffee als bestes Getränk für Gesunde und Leidende, Erwachsene und Kinder. Kathreiners Malzkaffee schmeckt vorzüglich, bekommt auch auf die Dauer gut und ist dabei außerordentlich billig; ein Zehnpfennig- Paket gibt 20 Tassen. Bedenken Sie also, was Sie sparen! Achten Sie aber darauf, daß Kathreiners Malzkaffee niemals lose ausgewogen verkauft wird, sondern nur in geschlossenen Paketen mit Kneipp- Bild. Daß Sie beim Einkauf von Kaffee- Surrogaten vorsichtig sind, liegt also in Ihrem Interesse! - Das Gehalt mouft' 6! Gestern war Kaffeekränzchen Diesmal war man sich ausnahmsweise in einem Punkte einig: Das beste, selbsttätige Waschmittel ist: Seifol. Generalvertrieb und Fabriklager Georg Abele, Wiesbaden ferner erhältlich bei: Reinhard Göbel, Wetzlar. Alleinvertrieb eines erfiflaffigen, billigen Mafferkonsumastikels wird zu den günstigsten Be Rheinisches' Technikum Bingen Maschinenbau, Elektrotechnik, Automobilbag, Brückenbau. Chauffeur kursa dingungen an Haufierer, Händler und dergl. vergeben. Abel8 Abels Alba- Werk Buchen, Baden. ahnenstangen ackel- u. Lampionstiehle. Wilh. Streck, Bonn. Umsonst reichhaltiges Musterbuch Nr. 10. Abel8 Abels Abels Abels Abels Abel8 Man studiere aufmerksam die heutige Beilage der Firma: Abels Schokolade- Werke Abels Abels Abels Abel8 Ab- 18 Abels Abels Abelv über Vermögens, Familien und Geschäftsverhältnisse, Beo: Auskünfte vachtungen, Gemittelungen bei Chefcheidungs- und Alimen texprozessen! Solide Preise. Zahlreiche Empfehlungen Frankf. Detektiv- Zentrale G. m. b. H. Frankfurt a. M. Salzhaus 6 Telef. I. 4359. Agenten Reisende - für unsere weitberühmten Fabrika te b. hoh, Verdienst überall ges. Grüssner& Co., Neurode Holzrouleaux- und Jalousiefabrik. Ges. gesch. Gardinenspanner. Bein- und Hautleiden behandelt spe.iell Frau H. Dentzau seit 1895 Hannover, Wolfstrasse 9 Kein steif. Verb. Leichte Selbstbehandlung, meistens ohne Berufsstör. Prospekt v. 1911 mit zahlreichen neuen Empfehl. ausHess- Nassau etc.fr.zugesandt 4 Bin seit Jahren ein Mal monatlich in Cassel, Fulda, Giessen usw. zu sprechen. Näheres auf Nachfrage brieflich. Jeiraten vermittelt reell Fran Wehner, Wiesbaden, Friedrichstrasse 55 I. Oefen Herde u. Kamine macht tiefGlobeline Ofenglanzmittel das beste Alleiniger Fabrikant: Fritz Schulz jun.Aktiengesellschaft Leipzig Hochste Auszeichnung Grand Prix Wellausst StLouis 13 Giebt tiefschwarzen schwarz Glanz glänzend Globeline die bestbewährte Ofenpolitur überall erhältlich Winke für den Saatkartoffeleinkauf! In den letzten Jahren sind Anbauversuche mit den besten Sorten gemacht worden und erwies sich dabei die Neuheit„ Expreß" als die feinste und ergiebigste Kartoffelsorte der Gegenwart. Kartoffel- Neuzüchtung ,, Expreß liefert den kolossalen Ertrag von 216 Zentner pro Morgen 1/4 ha - Auf Kartoffelausstellungen u. besonders unter Landwirten und Gärtnern erregte„ Expreß" durch seine außerordentliche Extragfähigkeit in den ver schiedensten Bodenarten berechtigtes Aufseh. Schon Anfang August vollkommen ausgereift, findet sie auf dem Markte einen überaus gut. u. schnellen Absatz. Durchschnittsertrag am Busch 30-36 gesunde, fräftige Früchte. Die Knolle ist rund, hat flachliegende Augen und gelblichweißes Fleisch. Gekocht ist sie sehr mehlig und von einem hochfeinen aromatischen Nachgeschmack. Eine vorzügliche Tafelqualität! Auf einem Gute bei Erfurt wurden von dieser Neuheit" 216 3entuer geerntet, ein Ertrag, welchen bis jetzt keine Startoffelsorte nach weisen kann. Es liegt daher im Interesse eines Jeden, sich den Anbau dieser für die Landwirtschaft so wertvollen„ Expreß Kartoffel" zu Nußen machen. Sie ist nur zu beziehen von der Saatguthandlung K. Bogenhardt, Erfurt. Der Preis beträgt für: 5 kg 2,50 f, 10 kg 4 Mr., 25 kg 8 mf, 50 kg 15 Mt., 100 kg 28 Mr. Kultur Anweisung wird auf Wunsch jeder Sendung beigelegt. Wohnhaus Patentanwalt Sack- Leipzig ( auf dem Lande) in solider Bauart, mit Carten bevorzugt, evtl. passender Bauplaz gesucht vom Eigentümer unter Chiffre A. B. 1420 an Haasenstein& Vogler, A Köln a. Rhein. Seit 25 Jahr. Itefeat Geflügelhof ,, Westfalen" Eiferfeld Sleg ein wist gut. Legehuhn Katalog gratis. = Gelegenheitskauf f. Brantleute! Vollständige Wohnungseinrichtung mit Küche, 3-4 Betten, etc. sofort zu billig. Preiß von 350.- Mk. zu berkaufen. Näheres durch die Expedition ds. Blattes. ONA ONA IVO PUHONNY Das ,, ONA" tut es nicht allein, Stets muss die Palm'am Anfang sein! Unfere Pflanzen- Butter Margarine PALMONA erfreut fich dank ihrer Vorzüge fo allgemeiner Beliebtheit, daß bereits zahlreiche Nachahmungen mit der Endfilbe ,, ONA" aufgetaucht find. Darin liegt ungewollt die befte Anerkennung für die vorbildliche Qualität und Beliebtheit unferes Produktes.- Wie fich unfer Künftler über die Nachahmer luftig macht, zeigt dieſes Bild aus feinem Skizzenbuch. H.SCHLINCK& CIE. A.-G. Neul Neu! Schuh- Besohl- und Reparatur- Geschäft Modern Lindenpl. 12 Gießen neb. Lindenhof Hier durch beehre ich mich, dem hochgeehrten Bublifum mein moderres Unte nehmen zur g- fl. Kenntnis zu bringen Durch langjäbrice praktische Erfahrung dürge ich für ge wissenhaft und sorgfältige Ausführung aller mir gütigst übertragenen Aufträge. Nur streng solide Handarbeit. Als Beweis meiner grozen Leistungsfähigkeit gebe ich um mein Gstät schnell einzuführen, trop der staunend billigen Preise das Auf jed. Paar 12. Paar Sohlen und Absätze gratis. Die Preise sind im Schaufenster ersichtlich. Mein Gefäfeprinzip ist: Sauberste und schnelle Arbeit, Fulante Bedienung bei Verwendung von nur gutem Material. ver Abs ausg Rit weg nid V N Bum hreibt D im Ru wegun Stellung Löhne nannt, revierer $ 60 2 a. G 2. 4. Wa obl. u, Abs. 1 Gutschein b S un Un Un der Abt. a. mi b. tm Ein Versuch führt zu dauernder Kundschaft Abholen feet. Postkarte genügt. Zukellen fret. Straßenbahn wi d vergütet. Ich bitte hö. mein neues Unternehmen gütigst zu unterstüßen und auf Firma und Hausnummer zu achten. Hochachtungsvol K. O. May, Schuhmachermeister. Haliflor- Sommersprossen- Crêm Erzeugt reinen Teint und entfernt Sommersprossen schnell, sicher u. billig. Dose 1 Mk. Zu beziehen durch Parfümerien und Drogerien, wo nicht vorrätig, direkt durch Haliflor Company, Doberan, Mecklenbg. Kaverte mit Aufdruck bitſt Verlag der Giessend Zeitung. Darmstadter Mabelfabal Filiale: Kaiser- Wilhelm Frankfurt a.M. Damstad Passage. Fabrik u.Hauptausstellungshaus Darmstadt- Heidelbergerstr.129. Ständige Ausstellung von 300 mustergültigen Wohnungseinrichtungen von einfachster bis elegantester Ausführung men verlange Freisliste m. Abbildungen. Eigentum und Verlag der Gießener Zeitung G. m. b. H., Verantwortlich: Albin Klein. durch J 1. 3. zu nehme Berf, übe Drogist