d n inde. Berfor nehm= bietet, Item, zum gegen, einzier gut en Bead verhsende Erde. wird und Pfar neinde. eicht. , März ssische reuzLotterie ine Abzug von Mark 10 00 to u. Liste Pig, extra. l, Preuse, und allen rkaufsstell mstadt. Worms mer wer Neuzelt .Eingang, L mer Sigftr. 75. mer zu birm. nächst b. bejte Gießener Zeitung Bezugspreis 40 Pfg. monatlich - ( Neueste Nachrichten) verteljährlich 1,20 m., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 90 Pfg.- Erscheint Mittwochs und Samstags. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 21. ( 1. Blatt). Großherzog Ernst Ludwig von Hessen, 20 Jahre Regent. Samstags liegt für die Stadtabonnenten der Illustrierte Wochen- Anzeiger gratis bei. Expedition: Seltersweg 83. Mittwoch, den 13. März 1912. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 20 Pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pfg. Extrabetlagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Druck der Gießener Verlagsdruckerei. Telephon: Nr. 362. 24. Jahrg. Literarisches. Abwechselung. Konzertfänger Albert Münch von Wetz-| lizeihunden ist schon mancher Dienst auch der Stadt lar( ein früheres Mitglied des Wetzlarer Männergesang- geleistet worden und das hätte man doch anerkennen vereins), sang die Arie aus„ Die Afrikanerin" mit fei- sollen. ner abgerundeter Stimme. Sein Tenor kam hier schön zur Geltung. Seine anderen Lieder wurden gleichfalls stürmisch applaudiert und das letzte„ O, wie so trügerisch", mußte der Sänger wiederholen. Herrn Münch wird hoffentlich bei Konzerten mitzuwirken recht oft GeKlavierbegleitung für einzelne Programmnummern erledigte mit großem Verständnis und fein angepaßt unser Gießener Pianist, Herr Julius Hahn, auch ihm wurde reicher Beifall. Heute am 13. März sind 20 Jahre verflossen, daß Großherzog Ernst Ludwig die Regierung seines Landes angetreten. Der Fürst steht im 43. Lebensjahre. Er ist einer von den wenigen auf den Höhen Wandelnden, die die Zeichen ihrer Zeit verstehen. Mit hoher Ach- legenheit gegeben. Den instrumentalen Teil und die tung vor der Verfassung des Hessenlandes verbindet er einen feinen Sinn für die Wünsche seiner Landeskinder. Handel, Industrie und Wissenschaft werden von ihm außerordentlich gefördert und um die freie wie angewandte Kunst hat er sich bleibende Verdienste erworben. Besonders geglückt ist es ihm, sich die Herzen des Voltes zu gewinnen und oft widerstrebende Elemente zur Achtung und Geneigtheit zu zwingen. Möge es darum unserem Großherzog vergönnt sein, noch manches Jahrzehnt in gleicher Weise zu regieren und das Hessenland allezeit ihn richtig verstehen und zu ihm in Treue und Liebe aufblicken. Denn wo in unserer Zeit gleichen Schritt halten Thron, Land und Kultur, Dort folgt die Menschheit gern deren Spur. Aus Stadt und Cand. Gießen, den 13. März 1912. n Gießen. Privatdozent Dr. phil. Chr. Rauch wurde zum außerordentlichen Professor bei der philosophischen Fakultät der Landesuniversität ernannt. n Gießen. Der Steuerkontrolleur Finanzassessor August Berg zu Gießen wurde zum Finanzamtmann bei dem Finanzamt Friedberg ernannt. * Für langjährige treu geleistete Dienste in ein und derselben Familie sind an folgende Dienstboten u. a. verliehen worden: das Goldene Kreuz mit Brillanten der Elisabethe Sieg aus Münster, 40 Jahre bei Herrn Bauinspektor K. Schön in Lich, Katharina Weil aus Rockenberg, 40 Jahre bei Herrn Bernhard Seulburger 1. in Butzbach und Magdalene Zahn aus Seligenstadt, 40 Jahre bei Herrn Geheimen Justizrat Dr. Gutfleisch in Gießen. Das Goldene Kreuz der Elisabethe Nau aus Nieder- Ohmen, 25 Jahre bei Herrn Restaurateur Wilhelm Prell in Gießen; Minna Reeh aus Weilmünster, 25 Jahre bei der Familie des verstorbenen Schulinspektors Gutberlet in Gießen; Margarete Will aus Treis an der Lumda, 25 Jahre bei Herrn Löb Glück in Allendorf an der Lumda und Auguste Roth aus Petersberg, 30 Jahre bei Herrn E. Falkenhainer in Alsfeld. n Gießen. Die Schlachthof- Kommission wird sich die neuesten Schlachthöfe in Dresden und Breslau ansehen. = n Gießen, 10. März. Der Bauer'sche Gesangverein gab heute zur Feier seines 48. Stif tungsfestes ein Konzert in der neuen Aula der Universität. Beim Betreten der Kunststätte erblickte ich ein volles aufmerksames Haus und„ Die drei Worte des Glaubens" von Zöllner( Gedicht von Fr. von Schiller) flangen mir recht angenehm entgegen. Die gut geschulten Sänger folgten dem Taktstock ihres Dirigenten Otto Görlach verständnisvoll hier wie auch bei allen folgenden Chören, sodaß der einmal zu Anfang gewonnene gute Eindruck bis zum Schluß des Konzertes anhielt. Von der schon anderswo beobachteten sog. Effekthascherei einzelner Sänger war nichts zu merken; sicher im Ansatz und bei den Solostellen, wohlklingend beim Forte und fein im Ausklingen der einzelnen Lieder, das war die Signatur der a capella- Chöre. Mit dem letzten Liede ,, Nachtgesang im Walde" zeigten Dirigent und Sänger, daß neben dem Volkslied, das in unseren Männergesangvereinen recht fleißig gepflegt werden soll, auch für die höhere Ausbildung eines befähigten Gesangvereins und das ist der Bauer'sche Gesangverein! Kunstlied mit herangezogen werden muß. Recht stark applaudiert wurden die beiden Chöre„ Die Beredsamfeit“ und„ Der Zapfenstreich", so daß Wiederholungen stattfaden. Der Bauer'sthe Gesangverein ist auch der angenehmen Lage, unter seinen aktiven Mitgliedern derart geschulte Sänger zu haben, die als Quartett zusammengestellt, aufzutreten sich nicht zu scheuen brauchen.„ Elslein von Caub“ und„ In stiller Nacht", diese nette beiden Lieder vom Quartett gesungen, war eine das - n Gießen. Dem Andenken Liszt's gewidmet, war das Schülerkonzert, das am Freitag, den 8. März, in der Schule für Höheres Klavierspiel von Frl. Minna Körner stattfand. So war denn Liszts Name der einzige auf dem Programm, dessen einzelne Nummern uns in geschickter Weise verschiedenartige Kompositionen des vornehm genialen Meisters nahebrachten. Die Klavierstücke sämtliche Schüler spielten auswendig wurden durchweg mit Verständnis und Schwung vorgetragen. Angesichts der hohen technischen Forder= ungen, die gerade die Wiedergabe Liszt'scher Kompositionen an den Ausführenden stellt, berührten die klare Präzision des Spieles, die durchaus sorgfältige Ausarbeitung besonders sympathisch. Der Geist der Komposition kam dabei nirgends zu kurz und die pathetischen, dunklen und leidenschaftlichen Stellen famen in ihrer Eigenart so gut zur Geltung, wie das geistreiche, elegante Rankenwerk der Liszt'schen Läufe und Passagen. Besonders gelungen in Auffassung und Technik erschien uns die Arietta, eine Fantasie über Motive von Rosini, gespielt von Frl. Gwendoline Gordon. Auch das venezi anische Gondellied, sowie die Heroide Elegiaque wurden von Frl. Toni Günther und E. Volp wirkungsvoll vorgetragen. Herr Assessor Blumenau, an dessen fünstlerischem Können wir uns schon mehrfach zu erfreuen Gelegenheit hatten, spielte die Rhapsodie hougroise Nr. 12, deren Schönheiten durch seine edle Interpretation und durch die glänzende Technik seines Spieles vollauf zur Geltung famen. Frl. Mathilde Petri, eine junge Sopranistin aus Frankfurt a. M., sang mit wohllautender Stimme und angenehmem Vortrag vier Lieder von Liszt. Ihre gütige Mitwirkung trug zur Belebung und Verschönerung des Konzertes bei. o Mücke. Hier hat sich ein neuer Zweigverein des Vogelsberger Höhenklubs gegründet, dem eine stattliche Anzahl Mitglieder beitraten. o Lich. Der Turmwächter Adam Schmidt feierte in voller Frische seinen 80jährigen Geburtstag. o Lumda. Bürgermeister P. Schultheiß wurde zum vierten Male mit 87 Stimmen einstimmig als Bürgermeister wiedergewählt. ! Mainz. Die Folgen des Kohlenstreiks machen sich schon jetzt durch eine erhebliche Verteuerung der Kohlen bemerkbar. Mehrere Firmen haben den Preis der Kohlen bereits um zirka 20 Pfg. pro Zentner erhöht. ! Worms. Der geschäftsführende Ausschuß des Lutherfestspiels von 1911 hat in einer Besprechung die Aufführung des Gustav- Adolf- Festspiels von Devrient für den Monat September einmütig beschlossen. Die fünstlerische Leitung wird wieder Oberregisseur Dalmonico übernehmen. ):( Herborn. Am 11 März stieß das Auto des Herrn Luz- Wetzlar mit einem Fuhrwerk zusammen. Der Fuhrmann wurde verletzt und mußte sich in ärztliche Behandlung begeben. ):( Limburg. In einer hier stattgefundenen Ausschußsitzung des Lahnkanalvereins wurde die LahnSchiffahrtsgesellschaft gegründet. Die Kosten des ProbeMotorschiffes betragen 40 000 Mark. Von 23 Gesell= schaften sind 35 600 Mark gezeichnet worden, staatlicherseits ist eine Beihilfe von 10 000 Mark zugesagt, sodaß also der erforderliche Betrag überzeichnet ist. Direktor der Lahn- Schiffahrts- Gesellschaft ist Direktor Bansa= Limburg. Oeffentlicher Sprecblaal. n Gießen. In der letzten Stadtverordnetensitzung sind die im letzten Jahr bewilligten 270 Mark als Unterhaltungsbeitrag für die von 3 hiesigen Schuhmännern gehaltenen Polizeihunde gestrichen worden. Diese Streichung ist doch ganz am unrechten Platze, denn manch anderer kleiner Ausgabeposten im städtisch. Etat kann dieser beantragten Unterstützung gegenüber wohl cher als weniger wichtig bezeichnet werden. Mit den Povon ? Die amtliche Karte der Umgegend Gießen im Maßstabe 1: 100 000 herausgegeben von der Kartographischen Abteilung der Kgl. Preußischen Landesaufnahme, welche bisher lediglich an Truppen= teile für militärische Zwecke abgegeben wurde, ist seit dem 1. März d. Js. zum Verkauf an Jedermann frei gegeben worden. Die Umgebungskarten sind durch einen Zusammendruck mehrerer Blätter der Karte des Deutschen Reiches 1: 100 000 hergestellt, und da besonderer Wert darauf gelegt wurde, daß die betreffende Stadt, nach welcher die Karte benannt ist, möglichst in der Mitte des Blattes gelegen ist, so eignet sie sich besonders als Radfahrer- und Touristenkarte. Der Preis beträgt a u f- gezogen Mt. 1.50, unaufgezogen 75 Pfg. Zu be ziehen ist die Karte durch die Expedition der„ Gießener Zeitung", sowie durch die Hauptvertriebshandlung R. Eisenschmidt, Berlin NW. 7. von ? Dem Großherzogtum Hessen ist die am 21. März erscheinende Nummer 3586 der„ Leipziger Jllustrierten Zeitung" gewidmet, die in der bekannten splendiden Ausstattung der Sonderhefte der beliebten Wochenschrift in Bild und Text eine erschöpfende Schilderung des Landes und seiner Bewohner, seiner Kunstschätze und geschichtlichen Erinnerungsstätten bringt. Das Programm und redaktionelle Arrangement der Nummer hat die Zustimmung des Großherzogs von Hessen in vollem Umfang gefunden. An der Spitze des Heftes stehen die im Auftrag der Illustrierten Zeitung Künstlerhand geschaffenen Porträte des Großher= zogs und seiner Gemahlin im Kreise ihrer Kinder in originalgetreuer farbiger Wiedergabe. Umfangreiche, mit zahlreichen Illustrationen versehene Beiträge zeigen die dynastische und kulturhistorische Entwickelung Hessens, feiern Großherzog Ernst Ludwig als Schöpfer einer modernen künstlerischen Kultur, führen uns durch die Bildungsanstalten des Großherzogtums, veranschaulichen Volkstrachten und Volkskunst im Hessenland. Den einzelnen Städten und Provinzen sind ihrer Bedeutung entsprechende Sonderkapitel gewidmet, so Darmstadt, Mainz, Worms, Gießen, Odenwald und Bergstraße, Vo= Im gelsberg, Taunus und Wetterau u. a. m. feuilletonistischen Teil finden wir zahlreiche Dialektgedichte hessischer Dichter, ferner eine novellistische Skizze „ Der Teufelsmüller" von Alfred Bock. Der reiche Inhalt der Nummer ist damit noch lange nicht erschöpft, das Angeführte genügt aber wohl, um zu zeigen, von welcher Bedeutung sie für das Großherzogtum Hessen und seine kulturellen und wirtschaftlichen Interessen zu werden verspricht. Der Einzelpreis der Hessen- SonderNummer der Leipziger Illustr. Zeitung beträgt 2 Mark. Bestellungen vermittelt jede Buchhandlung. - ? Soeben erschien: Volkstümliche Rede= kunst. Erfahrungen und Ratschläge von A. Damaschke. Verlag von Gustav Fischer in Jena. 4.- 7. Tausend. 96 Seiten. Preis: gut brosch. 1 Mark. Inhalt: 1. Von der Bedeutung der Redekunst. 2. Von der Anwendung der Redekunst: a) Fleiß und Begabung, b) der Stoff, c) Die Gliederung, d) Der Ausdruck, e) Das Aneignen und f) Der Vortrag. 3. Von der Vollendung der Redekunst. Privatdozent Dr. Waidemar Zimmermann, Redakteur der„ Sozialen Praxis", sagt über das Buch: „ Es ist Damaschke nicht genug zu danken, daß er uns auch einmal einen Blick in die Werkstatt seiner Volkstümlichen Redekunst tun läßt. Es ist ein Genuß, das Büchlein zu lesen", und Legationsrat Dr. v. Schwerin schreibt in der„ Deutschen Zeitung":" In glänzender, zum Teil humorvoller Weise wird hier alles das erzählt, was dem Redner gefährlich werden kann, was alle Redner beachten müssen." auf ? In völlig neuer Ausstattung gelangte dieser Tage der bekannte, allseitig beliebte große 3eitungs- katalog für 1912 der Haasen= stein& Vogler Aktiengesellschaft zur Ausgabe. Inhaltlich hat dieses Nachschlagewerk, das dem großen Gebiete des Zeitungswesens längst ein unentbehrlicher Ratgeber geworden ist, eine wesentliche Erweiterung erfahren. Der aufs praktischste gestaltete NotizKalender wurde beibehalten, ebenso das Ortsregister, das ein sofortiges Aufsinden der an den betreffenden Plätzen erscheinenden Tages- Zeitungen ermöglicht, sowie eine erweiterte, branchenweise Zusammenstellung der aufgeführten Fachzeitschriften schließen sich an. Neue italienische Kriegspläne? Mailänder Blätter lassen sich aus Nom die Nachricht melden, daß die Regierung augenblicklich gemeinsam mit ben Chefs des Generalstabes der Armee und der Martne ein neues Afttonsprogramm für den Feldzug gegen die Türket ausarbeite. Dieses neue Programm werde in folgende dret Etappen geteilt sein: 1. Dte Ot fupation der türkischen Inseln im Aegätschen Meere, 2. die Blockade von Smyrna und Saloniki(!) und 8. einen Angriff auf die Dardanellen und Konstantinopel( 1). Dtefe dret Teile des Programms sollten nacheinander zur Ausführung gelangen, die Attton gegen die Dardanellen wird bis zuletzt zurückgehalten werden. Soweit die Mitteilungen der mailändischen Blätter. Ob und inwieweit sie zutreffen, wird die nächste Bett erweisen. Zum mindesten dürfte Punkt 2 des Aktionsprogramms höchst zweifelhaft sein; die dort in Aussicht gestellte Blockade von Smyrna und Saloniki würde nicht nur den Levantehandel der neutralen Mächte aufs empfindlichste stören, sondern auch aus politischen Grünben den Widerspruch mindestens einzelner Mächte, wie Desterreich- Ungarns und Frankreichs, hervorrufen. Ob die ttaltentsche Flotte außerdem wirklich dem Wagnis einer Forcierung der jetzt mit Geschüßen und im Ernstfalle auch mit Seeminen gespickten Meerengen ausgesetzt werden soll, bleibt abgesehen von politischen Be benten erst recht abzuwarten. Jm Kriegshafen von Spezzta ist man augenblicklich mit der Konstruktion einer Luftschiffhalle in Schiffsform beschäftigt, die imftande sein soll, der Flotte zu folgen. In militärischen Kretsen Italiens ist man angeblich der Ansicht, daß bet etnem Angriff auf die Dardanellen lenkbare Luftschiffe gute Dienste leisten würden. Ueber die„ Friedensaktion" fünf Stunden zwölf Minuten zurückgelegt, wobei er zwei Zwischenlandungen vornahm. Die durchschnittliche Geschwindigkeit soll 180 kilometer in der Stunde betragen haben. schluß gebracht werden. Wie in parlamentarischen Kret- Bau nach Coubleaz bei Paris mit einem Eindecker tn fen verlautet, sollen zwischen dem Reichsschatsekretär und den Finanzministern einiger füddeutscher Bundesstaaten lebhafte Meinungsverschiedenheiten über die Art der Deckung der neuen Wehrvorlagen geherrscht haben. Der Reichstanzler trägt sich nach wie vor mit der Absicht, dem Reichstage eine Befizsteuer vorzuschla= gen. Dieser Vorschlag hat Preußen und Bayern Be benten äußern lassen. Wie verlautet, soll aber eine Etnigung der einzelnen Ansichten nahe bevorstehen. Konfum und Verkehrssteuern werden als Deckung für die Webrvorlagen nicht in Betracht kommen. wird heute aus Parts gemeldet: Die Großmächte streben zunächst einen Waffensttustand an, währenddessen über den Frieden verhandelt werden kann, und fordern die Zusicherung Italiens, vorläufig von jeder Flottenaktion an der türkischen Küste abzusehen. Dagegen verlautet aus bester italienischer Quelle, Italten hätte die Mächte vertraulich verständigt, daß eine träftige Flottenaktion an der türkischen Küste unvermeidlich fet, falls die in Vorbereitung befindliche Friedensvermittlung schettern fonte. Rundschau vom Cage. Politisches. Bon einem nenen sozialdemokratischen Hofgänger wird aus München folgendes berichtet: Der sozialdemotratische zweite Vorstand des Münchener Gemeindetollegiums Wittt mit Namen, ist mit der städtischen Abordnung, bestehend aus den beiden Bürgermeistern und dem Vorstand der städtischen Kollegien, zur Beglückwünschung des Prinzregenten zu Hofe gegangen. Der Regent unterhielt sich mit allen Herren in seiner bekannten Liebenswürdigkett. Wittt hat kürzlich auch das Glückwunschtelegramm der städtischen Kollegien zur Verlobung des Prinzen Georg von Bayern mit unterzetchnet. Die Kaiserfahrt nach Korfu. Aus Korfu wird gemeldet, daß der Kaiser dort am 29. Mära mit Gefolge, hundertfünfatg Köpfen, erwartet wird. Die Kaiserin folgt in den ersten Tagen des April nach. Im Achilleton werden große Vorbereitungen getroffen. Wie ein Matländer Blatt aus bester Quelle erfahren haben will, wird König Bittor Emanuel bei seiner bevorstehenden Begeg= nung mit dem deutschen Kaiser weder vom Ministerpräfidenten, noch von irgend einem anderen Minister beglettet sein. Zur zweiten Beratung des preußischen Kultusetats hat die nationalliberale Fraktion des Abgeordnetenhaufes den Antrag gestellt, die Staatsregterung zu ersuchen, im Interesse des Volksschulwesens Einrichtungen zu treffen, durch welche Volksschullehrern eine bessere MögItchkeit zu einer wissenschaftlichen Fortbildung an preußischen Universitäten zum Zwecke der Vorbereitung auf den Dienst an Wittelschulen, in der Leitung von Voltsschulen, in der Lehrerbildung und Schulaufsicht gewährt wird. Neue Kämpfe in China. Bei den gestrigen Kämpfen zwischen den neueingestellten Truppen und den Aufständischen in kanton jollen angeblich über zweihundert Bersonen getötet oder verwundet worden ein. Die Koniuln haben angeordnet, daß sich die Fremden nach Hongkong begeben. Brinzregent Luitpold von Bayern vollendet am Dienstag fein 91. Lebensjahr. Ein gütiges Geschick, so fchreibt die Nordd. Allgem. 8tg.", verlieh dem ehrwürdigen Fürsten ein gesegnetes Alter in voller getsttger Frische und körperlicher Rüstigkeit. Bringt die Bevölkerung Bayerns wiederum dem Haupte thres Königshauses eine Kundgebung treuer Anhänglichkeit dar, so schließt sich auch ganz Deutschland in freudigem Ge denten der schönen Heter an, die dem erhabenen Sentor im Kreise der deutschen Bundesfürsten und dem hochverdienten Förderer des Reichsgedankens gilt. Der Brinzregent hat anläßlich feines Geburtstages aus dem Kapital der Luitpold- Jubiläumsspende für Jugendfürsorge 60 000 Mazur Unterstüßung von bestehenden und zur Errichtung von neuen Lehrlingsheimen geftiftet. Kleine Nachrichten. Unter Mordverdacht verhaftet. In Aachen ist etn polnischer Hausterer unter dem Verdacht, furz vor Weihnachten in der Nähe von Heerlem in Holland einen Gutsbesitzer ermordet und beraubt zu haben, verhaftet und den holländischen Behörden ausgeliefert worden. Der älteste Oberammergauer, der Rentner Le dermann, der in allen Bassionsspielen sett 1830 mitge spielt hat, ist heute, 98 Jahre alt, gestorben. Der Berliner Oberbürgermeister bleibt im Amte. Oberbürgermeister Kirschner in Berlin empfing Montag nachmittag in seinem Amtszimmer eine Deputation des Berliner Magistrats, die dem Oberbürgermeister das volle Vertrauen des Magistrats aussprach und ihn bat, seine Rücktrittsabsichten aufzugeben. Oberbürgermeister Kirschner erwiderte darauf, daß er sich den ge= wichtigen dargelegten Gründen, die für sein ferneres Verbleiben im Amte sprächen, nicht entziehen könne und deshalb sein Rücktrittsgesuch bis auf weiteres verschiebe. Ein Schulgebände eingestärzt. In dem Dorfe Koschütz bei Schneidemühl fürzte ein Teil eines Hauses ein, in welchem die zweite Klasse der Dorfschule untergebracht ist. Glücklicherweise erfolgte der Einsturz diefes Hauses nicht während des Unterrichtes, sonst wäre ein großes Unglück entstanden. Der Deutsche Flottenverein tritt noch einmal auf den Plan, jetzt, wo es gilt, flarzulegen, warum und wozu uns die Verstärkung unserer Wehr zur See not tut. In einer Broschüre Deutschland set wach!" werden neue Betrachtungen über Rüstungsfragen und Weltpolitik angestellt. Es wird u. a. die Lage Deutschlands gegenüber den Ententen erörtert, der Wahn der Abrüstungsenthusiasten beleuchtet und zum Schluß eine sehr umfassende und sorgfältige Zusammenstellung über das Wachsen der deutschen Seeintereffen sett 1904 sowie eine bis zur neuesten Zeit durchgeführte zusammenstellung der Streitkräfte der größten Seemächte gegeben. Insgesamt gibt das Werkchen einen geschichtltchen Ueberblick, wte England feine Suprematte zur See erworben und mit allen Mitteln allzeit erhalten hat, warum wir uns diese unbedingte" Suprematte nicht gefallen lassen können und wollen, was für uns auf dem Sptel steht, und wie es zurzeit mit unserer Seerüstung aussieht. Die Verhandlungen über die Deckungsfrage der Wehrvorlagen werden im Laufe dieser Woche zwischen den einzelnen Bundesstaaten wahrscheinlich zum Ab18) Unter Feinden. Roman von Karl Matthta 3. ( Nachdruck verboten.) Brinzessin Luise unter Kuratel. In am M Jeuten greifer von St geftört. der Be durage en fich ferstuhl baren Menge die die fozufag den Ar worten gegen i Mesche Schwere den A der W wurder daß be In Br eine g heimte Beffen den St wurden mit bl Mehrer Von d Berleb Revolu ten. G nomme Die Nachricht, daß die Gräfin Lonyay, die frühere Brinzessin Stefanie, vor dem Pariser Zivilgericht beantragt hat, man möge über die Prinzessin Luise von Belgien, ihre Schwester, eine Vormundschaft einsetzen, wird von der gesamten belgischen Preffe bestätigt. Wie der Korrespondent eines Berliner Blattes erfährt, tst die Vormundschaft für die Prinzessin geradezu zur Notwendigkeit geworden, und die Prinzessin soll darin eingewilligt haben, um so aus der prefären Lage, in der sie sich befindet, herauszukommen. Sie könne dies aber nur, wenn ihr Verhältnisse von anderer Seite ein für allemal arrangiert werden. Schweres Unglüd bei einem Gerlisteinsturz. Auf der niederrheinischen Hütte bet Duisburg ist Montag nachmittag ein 30 Meter hohes Gerüst am Hochofen zusammengestürzt. Steben Arbeiter kamen unter die Trümmer zu liegen. 1 Arbeiter war sofort tot, 2 sind Hoffmunasins, 3 schwer, 1 leicht verletzt. Den Prozeß, den sie gegen den Nachlaß thres verstorbenen Baters, König Leopold II., geführt hat, hat sie nicht mit dem eigenen, sondern mit dem Gelde ihrer Gläubiger geführt. Die Kosten des Prozesses belaufen sich auf etwa 1 Weillion Franken. Die Gläubiger waren nun sehr enttäuscht, daß die Prinzessin mit all threr Ansprüchen abgewiesen wurde. In der Begründung des Urteils wird ausführlich erklärt, daß die vielen Millionen, die König Leopold in Stiftungen angelegt hat, dem belgischen Staat als Besitz anheimfallen müßten. Es handelt sich um Objekte im Gesamtbetrage von etwa 80 Millionen Franken. Der belgische Staat hat den dret Töchtern des Königs Leopold eine Entschädigung von je 2 Millionen Franken angeboten. Die Brinzessin Clementine ist, bisher die einzige, die von den dret Schwestern den Vermittlungsvorschlag freiwillig ange= nommen hat. Die zweite Schwester, Gräfin Konyay, hat sich verpflichtet, ebenfalls diesen Vergleich anzunehmen, wenn ihre Schwester Luife darauf eingeht. Beim Kartenspiel erstochen. In der Steinstraße zu Hamburg aerieten zwet Freunde beim Kartenspiel we= gen eines Einsabes von 30 Pfennig in Wortwechsel, in dessen Verlauf der eine dem anderen einen Messerstich in die Herzgegend beibrachte, der ihn sofort tötete. Der Täter wurde verhaftet. " Bu Befehl. Die Gefangenen marschteren beretts unter Bedeckung von Unteroffizier Lauterbach und sechs Mann nach dem Soutien. Die Mitrailleusen sind unbrauchbar gemacht. Sobald Pferdekräfte vorhanden, können Sie gleichfalls zurückgebracht werden." Bergmannslos. Auf der Zeche„ Hannover" bel Bochum stürzte der Bergmann Heckmann in einen Aufbruch. Er war sofort tot. Auf der Zeche Präsident" wurde ein Pferdejunge von einer herabstürzenden Kappschtene erschlagen. Dem Unglücklichen wurde der Kopf vom Rumpfe getrennt. ,, Brillant! Hier ging es recht munter zu. Wir ha ben Verluste gehabt. Aber Sie haben, scheint mir, auch etwas abbekommen. Von Bedeutung?" Drei mit glühendem Metall gefüllte Gußpfannen lösten sich auf dem Hüttenwerk in Hingen in Lothringen von der Lokomotive los, liefen die steilen Gletſe hinab und stießen mit einer anderen Lokomotive zusam= men. Bei dem Zusammenstoß wurde der Maschinenführer, der Heizer, der Zugführer sowie ein italienifcher Arbeiter getötet. ,, Danke gehorsamst, nein, Herr Hauptmann." ,, Um so besser. Heute fällt fitr jeden etwas ab. Mein Bein fängt auch an zu brennen. Aber ich weiß, es tst nur ein Fleischriß. Donnerwetter, die Bayern schießen wie die Götter. Sehen Sie, wie die Franzosen ausrlicken. Na, auf Wiedersehen! Aber hier wird es warm," fuhr er, auf die brennenden Gebäude blickend, fort; ,, wir wollen doch hinaus aus dem Bratofen. Lassen Ste Appell blasen, Tyrolt; wir wollen sehen, wer von unseren braven Schüßen übrig geblieben ist." Die Gläubiger der Prinzessin Luise haben eingesehen, daß auf dem Wege des Prozesses aegen den Nachlag des verstorbenen Königs nichts zu erzielen ist. Das belgische Ministerium ist bereit, der Prinzessin zu elnem Arrangement zu verhelfen. Graf Lonyay, der Schwager der Brinzessin Luife, wellte in legter Zeit wiederholt in Paris und Brüffel und hat nicht nur mit ber Brinzessin, sondern auch mit den Hauptgläubigern und dem Ministerpräsidenten in Brüssel verhandelt. Man will nun wissen, daß ein Abfommen auf folgender Grundlage zustande gekommen ist: Die Prinzessin wird unter Kuratel gestellt. Es werden nicht nur alle Schulden bezahlt, sondern zugleich wird ihr auch eine lebenslängliche Rente garantiert. Ste fann mit der Apanage, die ihr gefchiedener Gatte, Brinz Philipp von Koburg zablt, nicht auskommen. Der belgische Staat würde dafür Sorge tragen, daß sie etwa 2 Millionen Franken fährlich zit verzehren hat. Die Sungersnot in Rußland nimmt einen erschref= fenden Umfang an. Einem Telegramm zufolge hungern im Gouvernement Samara neuntausend Versonen. Storbut und Hungertyphus haben sich bereits eint= gestellt. Die Hilfe der Nachbargouvernements hat sich als zu gering erwiesen. Er trat, von einem Soldaten unterstützt, in den Obstgarten zurück; feine Leute folgten ihm. Tyrolt beellte sich, dem Befehle nachzukommen. Aber er taumelte mehr, als er ging; die Schulter schmerzte furchtbar. Der verurteilte Mönch Macoch entflohen. Der in der vorigen Woche wegen Mordes und Diebstahls in Petrifau verurteilte Paulanermönch Macoch ist aus dem Gefängnis entflohen und bis jetzt spurlos verschwunden. Unter einemt überhängenden Ziegeldache der näch= ften Scheunc, das sich bedenklich zum Sturze netgte, stand ein blutjunger Tambour und bearbeitete unaufhörlich fein Kalbfell mehr aus zornigem Kampfeifer als auf Befehl irgend eines Vorgesetzten. Er wußte nicht, wie der Kampf stand, auf thn ging Tyrolt zu. Eine neue französische Flugleistung macht die Runde durch die Blätter. Der Flieger Tabuteau hat am Montag die 720 Kilometer betragende Strecke von „ Das machen wir alleene und sehr scheene," sagte der Tambour, die Schlägel zwischen die Uniformknöpfe steckend. Meinen Kameraden haben sie totgeschossen, da hab' ich sein Horn geerbt." ,, Sammeln blasen, 9. Kompanie, befahl er, sich an einem Wandpfosten festhaltend. Suche schnell einen Hornisten!" Verschärfung der Streiflage im Ruhrgebiet. Er setzte das Instrument, welches über dem Tornister hing, en die Lippen und bließ das geforderte Signal nicht sehr rein, aber laut und deutlich. Dann trommelte er gelassen wetter, blies wieder und so fort, ohne zu ermüden. Der Ausstand der Bergleute im Ruhrgebiet hat seit Monica mitaa ortschritte gemacht. Der Prozentjazz der Ausständigen ist stellenweise beträchtlich höher. Die Ursache liegt tellweise in der Behinderung der Arbeitswilligen durch Ansammlungen der Frauen und Kinder beim Belegschaftswechsel. Bei der Nachmittagsschicht am Montag mußten einfahren 109 884 Mann; cingefahren sind 46 971 Mann. Es sind also 57,25 Prozent ausständig. le es scheint, laffen sich die Mitglieder des christlichen Gewerfvereins nicht mit in den Stretf hineinreißen. Wie die Sache sich in der Folgezeit gestalten wird, darüber läßt sich allerdings sicheres noch nicht sagen. Man tut gut daran, zunächst die Entwick lung der Dinge abzuwarten, die nicht mit dem Maßstabe der früheren Bergarbetterausstände gemessen werden können. Der jetzige Streit tritt unter ganz an deren Verhältniffen ins Leben, als der des Jahres 1905. Diesmal batte man Zeit, sich auf die kommenden Dinge vorzubereiteit. So haben vor allem die Gasund Elektrizitätswerke der Ruhrrevierorte die Geleacnbett wahrgenommen, sich große Vorräte zuzulegen. Wie sich die Lage für die großen Eisen- und Hüttenwerfe gestalten wird, darüber läßt sich noch nichts be= stimmtes sagen. An Kots wird es den Werken auf längere Zeit hinaus nicht mangeln, da auf den Zechen noch wettere große Bestände, die allerdings zum Teil schon einige Jahre lagern und wohl an Güte verloren haben, vorhanden sind. Es wird sich nun darum handeln, ob sich die zum Betrieb der Hochöfen erforderltchen Kohlen beschaffen lassen. Man rechnet bestimmt damit, daß der Streit in den nächsten Tagen weiter an Umfang zunehmen werde. Von allen Seiten kamen die Leute herbet, in Scharen und einzeln, pulver- und brandgeschwärzt, blutend, unverletzt, ohne Kopfbedeckung, mit verbundener Stirne, hinkend und hüpfend, aber alle in fröhlicher Laune, un= ter lautem Zuruf und lustigem Willkommen. Wo sich Lücken in der Front befanden, rückten die Uebriggeblte= benen dichter aneinander. Der Feldwebel erschien nicht, auch sein Stellvertreter blieb aus. Sie lagen beide un= ter dem Schutt der brennenden Meteret. Ein alter Sergeant übernahm die Zählung. ,, Siebenundneunzig Mann zur Stelle," meldete er mit ernstem Gesicht. Der Hauptmann biß sich auf die Lippen. Sein Blick überflog die Unteroffiziere, die vor der Front standen. Auch von ihnen fehlten sechs Mann. ,, Heute morgen waren wir noch einhundertundsiebzig. Die Hälfte der Kompanie ist gefallen," wandte er sich zu rolt, der mit Aufbietung aller Kräfte an seiner Sette ansharrte. Haben Sie nicht Leutnant von Scharn und Langhofen bemerkt?" Der Gefragte schüttelte das Haupt. Als des Hauptmanns Blic fragend über die Kompante streifte, ertönte keine Antwort. Alles blickte stumm vor sich zu Boden. Ihr wieder Kräfte habt, sobald es vorwärts heißt. Die Unverlegten sollen indessen mit Sergeant Dankelberg nach den Kameraden sehen, die unter den Trümmern des Hauses Itegen." 3u teuer erfauft, sprach Bergeström, aber um so ehrenvoller ist der Sieg. Nun, Ihr Leute, labt Euch mit Wasser, verbindet Eure Wunden und ruht aus, daß es gefte und 40 Säbelhi williger abend Beche beitswi Menge Dabet williger erheblic der Gu Streife zehn B Die Ar De Dreißig Leute drangen in das zerstörte Gebäude ein, um zu sehen, ob irgend einer der Verschütteten noch zu retten set. Allein ste richteten nichts aus, da der Brand wette um sich griff. Indeß sie wenigstens die Letchen ihrer Kameraden in Sicherheit brachten und ein Korporal mit sechs Mann das Totengewirre an der Gartenmauer Itchtete, blieben die Offiziere zurück. ,, Entschuldigen Ste, daß ich mich fezze," sagte Berget ström, sich umwendend, zu seinem Leutnant. Aber der hörte thn nicht. Er lag der Länge nach im Grase, denn er war ohnmächtig geworden. Das fehlte noch," brummte der Hauptmann er schrocken; auch der letzte meiner Offiziere will mir um die Ecke gehen, und ich selbst kann mich kaum aufrecht erhalten." Indem er sich auf einen umgeknickten Obstbaum niederließ, blickte er Hilfesuchend umher. Sein Auge traf das ängstliche Gesicht des Schützen Neumann, der gleichfalls etwas zu suchen schten. " Entschuldigen Sie gütigst, Herr Hauptmann," sagte der Soldat falutterend.„ Haben Sie meinen Leutnant nicht gesehen?" Der Brave trug einen Krug mit Milch und einen Topf, mit Wasser gefüllt. Dem Hauptmann flebte vor Durst die Zunge am Gaumen. The er antwortete, richtete er einen sehnsüchtigen Blick auf die Milch. " Die ist für meinen Leutnant," sagte der Soldat, den Wunsch seines Vorgesetzten erratend.„ Wenn Ste aber befehlen, Herr Hauptmann?" „ Nein, ich danke! Leutnant Tyrolt tst verwundet, ohnmächtig, dort tst er hingesunken; tühlen te feine Bleffur und aeben Sie ibm zu trinken." Hiche G terstre auf D herabz Halbd begin flinf 6. Ma einer Bisher und m Gruber des S geschlag D Grüne Jahre Sunde Doppel fen. 177 000 hen, Man Jahre Merkw niemal hältnis fälscht. heffen tet wir E& fin ztelt n find. 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Man spuckte vor den Arbeitswilligen aus und sparte nicht mit Schimpf= worten. Zu weiteren Ruhestörungen fam es nicht. Dagegen ist es auf der Beche" Adolf von Hansemann" in Meschede Montag mittag beim Schichtwechsel zu schweren Ausschreitungen zwischen Arbeitswilligen und ben Ausständigen gekommen. Die Polizei mußte von der Waffe Gebrauch machen. Verschiedene wurden erheblich verletzt. Der Vorfall hatte zur Folge, daß bei der Mittagsschicht kein Mann eingefahren ist. In Bruckhausen bet Hamborn hatte sich Montag abend eine große Anzahl Streifender angesammelt, um die heimkehrenden Arbeitswilligen zu belästigen. Infolge= deffen kam es zu schweren Zusammenstößen zwischen den Streifenden und Polizeibeamten. Die Beamten wurden mit Steinwürfen empfangen. Nun gingen diese mit blanker Waffe vor und zerstreuten ote Menge. Mehrere Polizisten wurden durch Steinwürfe verletzt. Von den Streitenden erlitten viele durch Säbelhiebe Verlegungen. Auch wurden auf die Polizeibeamten 15 Nevolverschiffe abgegeben, die jedoch ihr 3tel verfehlten. Eine große Anzahl Verhaftungen würden vorgenommen. Weitere ernste Zusammenstöße. sonen Dortmund, 12. März. In Recklinghausen kam es gestern zu einem Zusammenstoß zwischen der Polizet und 400 Streifenden. Sieben Personen wurden durch Säbelhiebe schwer verleßt, vier leicht. Einem Arbeitswilligen wurde ein Auge ausgeworfen. C Herten bei Recklinghausen, 12. März. Gestern abend sammelten sich nach dem Schichtwechsel auf der Beche Ewald hunderte von Personen an, die die Arbettswilligen belästigten. Die Polizei schritt gegen die Menge ein und mußte von der Waffe Gebrauch machen. Dabei wurden mehrere Personen verlebt. Ein Arbeits williger wurde von zwei Streifenden überfallen und erheblich verlegt, Essen, 12. März. Heute vormittag fam es auf der Gute Hoffnung- Grube bet Oberhausen zu schweren Stretferzesien. Auf dem Schacht Tondern wurden acht zehn Bergleuten die Schuhe und Kleider zerschnitten. Die Arbeitswilligen wurden mit Stöcken geschlagen. Folgen des Streifs. Der Stettiner Magistrat beschloß gestern, die öffent liche Gasbeleuchtung mit Rücksicht auf den Bergarbets terstreit und mit Rücksicht darauf, daß der Streit auch auf Oberschleſten übergreifen werde, auf die Hälfte herabzufeber. Stettin war beretts Montag abend in Halbdunkel gehült. Die Lage im oberschleftfchen Kohlengebiet beginnt sich zuzusptzen. Noch ist bei den vereinigten fünf Arbetterverbänden teine Antwort auf ihre am 6. März an die Grubendirektion gerichtete Forderung einer 15% igen Lohnerhöhung ab 1. April eingelaufen. Bisher betrachtete man dies als ein günstiges Beichen und man rechnete mit einem Entgegenkommen der Gruben. Die Stimmung ist aber seit Bekanntwerden des Streits im Ruhrgebiet bet den Bergleuten umgeschlagen und ein Ausstand erscheint unvermeidlich. Vermischtes. Durch die Fälschungen des früheren Oberfaktors Grünenthal hat sich die Reichsbank seit mehr als zehr Jahren in jedem Jahre veranlaßt gesehen, mehrere Hunderttausende von threm Gewinne abzusehen, weil doppelnummrige Tausendmarkscheine im Verkehr Itefen. In diesem Jahre mußten auf diese Weise wieder 177 000 Mart abgesezt werden. Es ist noch nicht abzusehen, wann diese Abschreibungen aufhören werden. Man nimmt an, daß die Netchsbani noch auf viele Jahre hinaus mit diesen Abschreibungen rechnen muß. Merkwürdig ist, daß sich der Umfang der Betrügereten niemals hat aufklären lassen. Grünenthal hat in vers hältnismäßig sehr kurzer Zeit mehrere Millionen gefälscht. Der hohe Wert des 1911er Rheinweins. Aus Rheinbeffen wird geschrieben: Wie hoch der 1911er bewertet wird, zeigt die große Nachfrage, die nach ihm herrscht. Es sind in der leßten Zeit für 1911er Wein Preise erzielt worden, wie sie seit langen Jahren taum bekannt find. So verkaufte in Zornheim Herr Bürgermeister Sieben seinen 1911er Naturwein zu dem hier unerhörten Preise von 1300 Mark für das Stück. Der GesamtEr stand mühsam auf, um nicht weiter in Versuchung zu kommen. Der Bedürftigere mußte sein Labsal haben; er selbst konnte warten. Am Brunnen erquickte ihn ein frischer Trunk mitten unter seinen Leu-. ten. Nicht um alles in der Welt hätte er seinen Kameraden der Erquickung beraubt. Neumann kniete neben Tyrolt nieder. „ Sehen Sie, sehen Sie, ich wußte es ja, daß es nicht so weiter geht," sagte er topfschüttelnd. Nu wollen wir mal ordentlich nachsehen, denn da hilft keen Gefizzel mehr." Er trennte den aufgeschnittenen Aermel ganz herunter und schlug das zerfetzte Hemd hinab. Hm, der Schaden scheint mehr innerlich zu sein. Ein Hautriß; aber drum ist alles braun und blau. Tüchtig fühlen, das ist wohl die Hauptsache," brummte er, und machte sich an die Arbeit. Allmählich fam Tyrolt zu sich. Er öffnete die Augen und leckte durstig die bleichen Lippen. ,, Trinken Ste, Herr Leutnant," beeilte sich sein treuer Bursche zu sagen und hielt ihm den Krug mit Milch hin. Ste wird wohl ein bißchen nach Rauch schmecken, aber besser als Wasser ist das Getränke doch." Tyrolt schlürfte in vollen Zügen und nickte dem Geber freundlich und dankbar zu. Er tat es mit Recht, denn Neumann hatte die Milch mit Gefahr feines Lebens aus dem brennenden Hause herausgeholt. „ Ist meine Verletzung sehr schlimm?" fragte der Verwundete, der nun seinen entblößten Arm bemerkte. " Ich denke nicht, Herr Leutnant, es wird wohl bef= ser werden, wenn Sie sich recht still verhalten. Der Knochen hat wohl einen Knay. Am Ende werden Sie doch in's Feldlazarett rein müssen!" Ins Lazarett? Nimmermehr, ich muß mit, vor= wärts, vorwärts!" „ Nu, wenn's geht, dann geht's. Endlich muß doch mal so'n Pflasterkasten kommen." erlös betrug rund 10 000 Mart. Der für den Wein bezahlte Preis ist um über 100 Prozent höher als die ers zielten Durchschnittspreise der letzten zehn Jahre. Ein furchtbarer Hotelbrand. Bum gemeldeten Hotelbrand in Chicago wird noch bekannt, daß das Feuer mit ungeheuerer Schnelligkeit um sich griff und sich über Gänge und Korridore ausbrettete, sodaß in furzer Zeit die Treppen verqualmt und unpassterbar geworden waren. An den Fenstern zeigten fich zahlreiche geängstigte Menschen. Die Feuerwehr erschien kurze Zeit nach dem Alarm und breitete mehrere Sprungneze aus, wodurch ein Teil der Bewohner gerettet werden konnte. Aus einem Fenster sprangen fedoch gleichzeitig vier Personen in ein Tuch, das zerriß. Alle vier stürzten mit solcher Kraft auf das Pflaster, daß zwei sofort getötet und die anderen schwer verletzt wurden. Mehrere Personen hatten zu große Angst vor dem Sprung in die Tiefe und verbrannten in den Zimmern. Einige andere tro= chen aus den oberen Stockwerfen auf das Dach, wo nach dem Löschen des Brandes über 20 Ohnmächtige zum Teil mit schweren Brandwunden bedeckte Leute von der Feuerwehr aufgefunden wurden. Bis jetzt wurden 23 Leichen geborgen, man fürchtet jedoch, daß in den oberen Zimmern weitere unter den Trümmern begraben flegen. Dentsche Mädchen in Amerika. Die Zahl der jun gen Mädchen, die allfährlich nach Amerika auswandert, um sich dort einen Beruf zu schaffen, ist weit bedeutender, als man im allgemeinen anzunehmen geneigt ist. Die jungen Mädchen kommen, wie von dem Deutschamerikanischen Freundschaftsklub für junge Mädchen" mitgeteilt wird, mtt Hoffnungen in das Land jenseits des Ozeans, die sich nur in den seltensten Fällen verwirklichen. Der Freundschaftsklub, der unter dem Vors fiz von Fräulein Marta Lydia Winkler steht, hat es sich zur Aufgabe gemacht, allen jungen Mädchen, die auswandern wollen, von den Aussichten Mitteilung zu machen, die sie in Amerika haben. Die sind natürlich bet weitem nicht so groß, wie stets angenommen wird, denn man verlangt im Lande der unbegrenzten Möglichketten von einer arbeitenden Frau sehr viel. Um sich in Amerika eine gutbezahlte Stellung zu verschaffen, muß man unbedingt die Lindestprache in Wort und Schrift beherrschen, und wenn dies nicht der Fall ist, dann kann es geschehen, daß die jungen Mädchen Ehre und Gesundheif verlieren und gebrochen an Leib und Seele im fremben Lande bletben müssen. Die bestbezahlten Stellungen finden die deutschen Mädchen in Amerika, wenn sie als Dienstmädchen und Köchinnen in die Häuser der Reichen geben. Denn der Dienstbotenmangel ist in Amerika ungeheuer und gar nicht mit unserer Dienstbotennot zu vergleichen. Die Stellung der weiblichen Hausangestellten unterscheldet sich auch von derjenigen unseres Dienstpersonals bedeutend, die Dienstmädchen führen ein sehr gutes und angenehmes Leben. Aber bennoch wollen gewiß die jungen Damen, die thre Hetmat verlassen, nicht nach Amerika gehen, um dort Dienstmädchen zu werden. Schon deshalb nicht, well sich the nen die Aussicht auf eine standesgemäße Heirat dadurch verschließt. Brantlotterien. In der Krim herrscht, wie aus Betersburg geschrieben wird, ein eigenartiger Brauch, um auch arme Mädchen unter die Haube" zu bringen und thnen das zum Heiraten notwendige Geld zu verschaffen. Allerdings erhalten die Mädchen nur so viel Geld, wie zur notwendigen Ausstattung erforderlich ist. Wenigstens taten das einige junge Mädchen in Jalta, in der Krim, als sie einsahen, daß fie feinen Mann fanden, trotzdem sie es an Schönheit und Getst mit vielen anderen Mädchen aufnehmen fonnten. Ste veranstalteten eine Brautlotterte. Nach den Gefeßen dieser Brautlotterte mußte jeder junge Mann, der mit einer von den Mädchen, die zu dem Verein der Brautlotterie gehörten, einen, wenn auch noch so harmlosen Flirt, anfangen wollte, 5 Rubel an die Kaffe bezahlen. Jedes der Mädchen legte gleichfalls, sobald es Interesse an einem jun gen Mann fand, 5 Rubel, für die es fich for ein neues Kleidungsstück gekauft hätte, tn dte kaffe. Wollte eine der Tetlnehmerinnen an dieser Brautlotterie heiraten, dann wurden Lose ausgegeben und diese Lose konnten fowohl von den jungen Männern als auch von den jungen Mädchen gekauft werden. Die Gewinne bestanden nicht in Geld, sondern in trgend einer wertvollen Arbelt, die von den Händen her Mitglieder geliefert wurde. Diese Arbeit bedeutete zumeist shon ein Ausstattungsstud, es waren suwetlent fostbare Semben, auch Tischtücher, Spigen zu Gardinen und gewebte Teppiche. Dtea fentge aber, die sich verheiraten wollte, bekam das Geld, das die Lotterte eingenommen hatte. Sobald diese Mitgift ausgezahlt war, begann die Sammlung von neuem, von neuem wurden Rotterien veranstaltet und es wurde für die nächste Braut gespart. Die jungen Damen von Jalta, und es gehören die jungen Damen aller Gesellschaftstreife zu dieser Lotterievercinigung, haben die Freude, konstatieren zu können, daß, seitdem sie die Lottertebrautkaffe befizen, schon dre: funge, arme Mädchen glücklich unter die Haube gebracht haben. Fenertürme als Lebensretter. Die außerordentliche Höhe der Bauten in einigen amerikanischen Städten, Tyrolt feufzte und horchte nach der Straße hinüber. Der Tritt festgeschlohener Infanterie Iteß sich heren, dazu Trommelschlag und Hornsignale. " Das sind die Bayern," meinte Neumann.„ Deren Elefantenfüße kenne ich; wo die hintreten, wächst kein Gras. Nu bleiben wir wohl ein bißchen zurück, die löfen unsere Avantgarde immer ab. Mehr können wir auch so nicht. Gottframbach, wir hatten eine harte Nuß Bu fnacken." Der Leutrant nickie, regungslos lag er da; er befand sich wie im Halbschlafe. Fast gegen seinen Willen Huschten die Bilder der Vergangenheit, durch Pumarquet's plögliches Erscheinen in die Erinnerung gerufen, an seiner Seele vorbet. Zwei Tage nach seiner Abreise von Bazailles war er in Reichenbach eingetroffen. Dort fand er seine Gestellungsordre bereits vor. Nur wenige Stunden konnte er bei seinem alten Vater, seiner treuen Mutter verleben, dann nahmen sie unter Segenswünschen und Tränen neuen Abschted, und er begab sich nach Dresden, wo er sich beim Kommando meldete und sofortigen Marschbefehl empfing. Das Schitzenregiment 108 be fand sich bereits am Rhein. Am Vorabend der Schlacht bet Weißenburg erreichte er seine Truppe und marschierte mit ihr gemeinsam über die französische Grenze. Erst bei Beaumont erlitt das Regiment Einbuße an Offizieren wie an Mannschaft. So war Tyrolt troß der anstrengenden Märsche gesund geblieben; nur die Seele litt unter den Eindrücken, welche er bei seinem Abschied von Desiree mit sich genommen. Mit dem Betreten des französischen Bodens war er auf immer von der Geliebten geschieden, das wußte er, da er Bourlter's Charakter nur zu gut kannte. Er hatte aber gehofft, das ihn das Kriegsglück weitab von der Maas führen würde, und run marschierten die Kolonnen geradewegs auf Bazailles, auf Sedan zu. Während die Bayern an dem Pachthof vorüberzo gen, sammelte fich das ganze 108. Regiment auf dem eine Folge der unsinnig hohen Grund- und Bodenpretse und der Neigung des Amerikaners zur räumlichen Kon zentration des Geschäftsviertels, hat schon eine Reihe großer Unglücksfälle bei Feuersbrünsten zur Folge ges habt. Die amerikanischen Feuerwehren sind zwar gut ausgerüstet, auch straff organisiert und erfreulich rasch zur Stelle, aber der Aufgabe, Menschen aus dem 20. Stockwert zu retten, wenn das 15. bis 17. brennt, fann auch der größte Held nicht gerecht werden. Alle mögli chen Hilfsmittel find schon vorgeschlagen worden. Die Gebäude selbst sind feuersicher" gebaut, d. h. das eigent liche Baumaterial, Stein und Eisen, sind unverbrenn lich. Man hat auch schon einen großen Teil der Eina richtungsgegenstände aus Eisen hergestellt, eiserne Mö bel, Stühle, Tische, Schränke usw. Aber schließlich läßts es sich nicht vermeiden, daß brennbare Gegenstände eina gebracht werden, dienen die Gebäude doch dem Geschäftsverkehr, und dieser kann sich nicht gut auf den Handel: mit Blech und Asbest beschränken. Bricht ein Feuer aus, so ist auch bekanntlich nicht die Flamme, sondern der Rauch das gefährliche, und dieser wird durch die schorn steinartig wirkenden Treppenhäuser und Fahrstuhl= fchächte rasch nach oben gezogen. Jezt ist man auf den Einfall gekommen, neben den Gebäuden besondere Türme zu errichten, die von jedem Stockwerk aus leicht zugänglich sein sollen und die Rettung ermöglichen; es find also gewissermaßen Feuerleitern größeren Stiles.. Daß ein derart völlig getrenntes Treppenhaus, zumal dann, wenn die Zugänge über Brücken durch das Freie geführt werden, so daß ein Zugweg für den Rauch nichtt gegeben ist, nüßlich wirken können, tit zweifellos. Fragt sich nur, ob die Erbauer großer Geschäftshäuser die Ko ften für solche nublose" Ertrabauten übernehmen wol len. und ob schließlich nicht auch vom ästhetischen Standpunkt eine andere Lösung der Feuersicherheitsfrage empfehlenswert erscheint. Die neuen fapitolinischen Gänse. Es ist Mons in Belgien, das aus der Geschichte die Lehre steht, feine Kunstschäße durch eine Gänseherde bewachen zu lassen. Schon seit langer Zett wurden die städtischen Museen allnächtlich planmäßig bestohlen, und zwar verstanden es die Diebe, genau den Zeitpunkt abzufaffen, wo die Nachtwächter ein fletnes niderchen machten. Wett entfernt, den Getreuen den wohlverdienten Schlummer zur verbieten, hat die Stadtverwaltung vielmehr dies andere Mittel erfonnen, um den Dieben das Handwerk zu legen. Und mit großem Erfolge! Schon in der ersten Nacht drang ein Baar gefährlicher Verbrecher in einen Raum des Museums ein, in dem fostbare Gobelins auf bewahrt wurden. Kaum hatten ste jedoch den Fuß in das Heiligtum gefeßt, als sich ein furchtbares Geschnata ter erhob. Bestürzt ob dieses seltsamen Empfanges zö= gerten sie einen Augenblick und die alarmterten und rasch herbeigeetlten Wächter konnten die Verdußten in aller Ruhe festnehmen. So wenigstens berichtet etn Pa= riser Blatt. Dienstmädchengespräch. In Bückeburg treffen sich am Montag früh zwei Dienstmädchen am Brunnen und die eine sagt zu der andern:„ D, et was gistern abend wunnerschön, bloß terletzt, da schläugen sick de Herrns, da sprungen wt Damens ut'n Fenster." Drabtnachrichten und neuestes. Ein Dementi des Reichsichazsekretärs. Berlin, 12. März. Der Staatssekretär oes. Reichsschatamtes dementiert die Meldung der„ Ger= mania", wonach der Schatzsekretär bet der Beratung des Zuwachssteuergefeßes mehreren nationalliberalen Abgeordneten die Zusage gemacht haben soll, daß sein erster Steuervorschlag nach den Neuwahlen der Erbschaftsstener gelten folle. Diese Mittellung entspreche nicht den Tatsachen. Von der Erbschaftssteuer sei nicht die Rede gewesen. Verhaftung flüchtiger Verbrecher. Berlin, 12. März. Der achtzehnjährige Hausditener Pyttlick, der am Mittwoch voriger Woche die Witwe Schell in ihrer Schantwirtschaft am Spittelmarkt niedergeschlagen und 120 Mark geraubt hatte, ist gestern abend in Canban verhaftet worden. Planen, 12. März. Der Postbote Hoefer, der nach Unterschlagung eines Bostbeutels mit Wertsachen flüchtig geworden war, ist nach einem heute hier eingetroffenen Telegramm in Basel verhaftet worden. In feinem Befit wurden noch 11 000 Mart in bar, 7400 Mark in Wertpapieren und 14 goldene ubren gefunden. König Alfons von Spanien als Erbe. Paris, 12. März. Der König von Spanten hat burch seinen Rechtsanwalt bei dem Gericht in St. Gaudens erklären lassen, daß er die Erbschaft von zweieinhalb Millionen Francs antreten werde, die ihm ein im vorigen Jahre verstorbener Rentier in Braqueville hinterlaffen hat, da das Testament aus einer Bett stammt, wo der Erblasser unzweifelhaft gesund gewesen fit. Eine Nichte des Verstorbenen hat die Uügültigfettserklärung des Testaments beantragt. Obstgarten- Terrain, und mit dem ersten Bataillone traf auch die Sanitätskolonne ein, während die Schüßer mit Fleiß an die Aufräumung der inzwischen abgebrannten Gebäude gingen. Unter dem Schutte fand man keinen Verwundeten, sondern nur Tote. Der Stabsarzt, welcher sich eingestellt, hatte genug mit den Blessuren der Kämpfer zu tun. In einer Baracke hatte er seine Klinik aufgeschlagen. Auch Tyrolt Iteß sich dorthin geIetten. Doktor Reiter untersuchte die Schulter mit Aufmerksamkeit. ,, Hm, zerschlagen ist nichts," sagte er gemütlich,„ aber. Ste müssen dennoch niederträchtige Schmerzen ausgestanden haben. Da stecken Ste sich einen Tabak an, damit sie etwas zwischen den Zähnen zum Beißen haben. Ich muß die Schulter einrenken, und das wird einen tüchtigen Ruck geben." Tyrolt tat nach dem Willen des Arztes, obgleich er durchaus keinen Appetit zum Rauchen verspürte. " Also ist keine Gefahr dabet?" fragte er mit Erge= benheit. Vielleicht Gefahr infolge der Entzündung. Die Kugel ist ganz aus dem Gelenke; die Berrung der Bänber bereitet Ihnen die kannibalischen Schmerzen. Brennt die Zigarre?" " Ich glaube ja.“ „ Na, denn, Sie Schüßenjüngling, halten Sie den Herrn Leutnant' mal den Kopf," wandte er sich an Neumann, nachdem sich der Pattent auf eine Kiste gesezt hatte. Ein Ruck- und das verletzte Glted war eingerentt. Tyrolt hatte nicht mit der Wimper gezuckt, aber die 31garre hatte er glatt durchgebiffen. ( Fortsetzung folgt.) Winke für den Saatkartoffeleinkauf! In den letzten Jahren sind Anbauversuche mit den besten Sorten gemacht worden und erw es sich dabei die Neuheit„ Expreß" als die feinste und ergiebigste Kartoffelsorte der Gegenwart. Kartoffel- Benzüchtung ,, Expreß liefert den kolossalen Ertrag von 216 Zentner pro Morgen 1/4 ha Auf Kartoffelausstellungen u. besonders unter Landwirten und Gärtnern erregte„ Expreß" durch seine außerordentliche Ertragfähigkeit in den ber schiedensten Bodenarten berechtigtes Aufseh. Schon Anfang August vollkommen ausgereift, findet sie auf dem Markte einen überaus gut. u. schnellen Absaz. 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