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Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Druck der Gießener Verlagsdruckerei. Telephon: Nr. 362. Die Reichstagswahlen am 12. Januar 1912. Gießen, 12. Jan. 1912. Ein falter Vormittag. Nur ein paar Grad Kälte freilich, aber ein schneidender Wind. Die armen Zettelverteiler, die vor den Wahllokalen stehen, können einem leid tun. Es ist gewiß kein Vergnügen; Trost findet man nur in der Kameradschaft, denn der antisemitische Zettelverteiler spricht gemütlich mit dem sozialdemokratischen und dem fortschrittlichen. Verstohlen kreist auch einmal im Dunkel des Haustores das Bierglas, und wenn der Sozi, um die erfrorenen Lebensgeister zu he= ben, auf eine Viertelstunde verschwindet, übernimmt wohl auch der Liberale oder ein anderer seine Zettel. Um 12 Uhr kam mein Junge:„ Vater, wen hast du gewählt?"" Junge, es ist doch geheime Wahl, das fann ich dir doch nicht sagen!"-" Schade, wir haben heute mit Mutti von weiter nichts als von den Wahlen gesprochen." Welche Aufregung hat da in mancher Familie geherrscht. Die Straßen waren belebter als sonst, aber es geht alles ruhig seinen Pflichten nach. An den Anschlagfäulen allerdings Plakate, die den und jenen Kandidaten empfehlen. Es war dieses Mal für jeden Wähler flar, welchem Kandidaten er seine Stimme geben will. blieb aus. Dafür schwenkte ein Teil ins Antisemitenlager ab, das versiegelte die Niederlage. Jetzt weiß der Liberalismus ganz genau, wie start sein Anhang ist. Es wird einer jahrelangen, mühevollen und zielbewußten Arbeit bedürfen, wenn der Liberalismus beim nächsten Mal eine andere Rolle spielen will. Jetzt wird sich auch erst zeigen müssen, ob die liberale Einigung von Dauer ist und ob die beiden Parteien, nicht nur in einem kurzen Wahlkampf, sondern auch in langjähriger Aufflärungsarbeit Schulter an Schulter arbeiten können. Das Ergebnis der Wahl im Wahlkreis Gießen Grünberg- Nidda zeigt mit aller Schärfe, daß ein der= artig zusammengesetzter Wahlkeeis wie unser der intensivsten, anhaltenden Bearbeitung schon Jahre vor dem Wahltag bedarf, wenn eine Partei in ihm erfolgreich sein oder gar einen gut verschanzten Gegner hinauswer: fen will. Der gute Wille allein genügt da ebensowenig wie ein kurzer, mit noch so großem Elan ausgeführter S, urmangriff; nur langwierige unermüdl.he zähe Belagerung kann da die Eroberung bringent. - 24. Jahro. 10. Wahlbezirk.( Wahllokal: Bürgermeisterei, Zimmer Nr. 8): Ludwigsplatz, Bergstraße Nr. 1 bis 9, Stephanstraße, Bruchstraße, Kaiser- Allee Nr. 12 bis 122, Eichgärten, Eichweg, Wolfstraße, Neue Kaserne. Beckmann 116, Erkelenz 181, Dr. Werner 66 Stimmen. * * * Die Wahlen im Großherzogtum Hessen. Alsfeld Lauterbach- Schotten: Bindewald( D.S.) 6174, Heck( Natl.) 3214, Möbus( F. V.) 2799, Vetters( S.) 3029; Stichwahl zwischen Bindewald u. Heck. Friedberg- Büdingen( bisher Busold, Soz.). Stichwahl zwischen Busold( Soz.) und Strack( Natl.). Darmstadt( bisher Ntl.). Quessel( S.) 18 323, Njann( Ntl.) 11 169, Strecker( F.) 7268 Stimmen. Stichwahl: Quessel- Osann. Bensheim Erbach( bisher Ntl.). Rippel C.S.) 4766, Hasenzahl( S.) 7664, Sauer( F.) 3419, Scior ( Ntl.) 4166 Stimmen. Stichwahl: Hasenzahl- Rippel. Offenbach Dieburg( bisher Ulrich, S03.). Ulrich( S03.) 24 123, Brank( Natl.) 8489, Nessel( 3tr.) 6882, Carnier( F. V.) 3020, Dern( W. Vgg.) 1361. Ulrich gewählt. Mainz( bisher David, Soz.). David( Sozdem.) In der Stadt Gießen wurden 5495 Stimmen 17 028, Molthan( 3tr.) 8921, Keller( Natl.) 7060. DaDas Wahlgeschäft geht in aller Ruhe vor sich. Ich abgegeben, 324 mehr als im Vorjahre. Die Antiſemi- vid gewählt. fragte in verschiedenen Wahllokalen nach, und das Ergebnis war überall dasselbe. Bis 1 Uhr mittags hatten schon 40 Prozent der Wähler ihre Stimmen abgegeben.„ Recht starke Beteiligung gegen sonst, wie? „ Wer weiß! eine ganze Menge Leute haben keine Arbeit; da kommen sie schon am Vormittag." Mag sein, aber man hat sich allgemein auf starke Beteiligung gefaßt gemacht. Den Hauptansturm bringt natürlich, abgesehen von der Mittagspause, der Abend. Die Arbeiter machen sehr früh Feierabend und strömen zur Wahlurne. Da drängt es sich zeitweise, aber die Leute sind diszipliniert und es geht in Ordnung ab. Die Vertrauensmänner der Parteien sizzen an einem Tisch in der Ecke und„ streichen" in ihren Listen an, damit die fleißigen„ Schlepper" in ihren Autos herumgondeln und die„ Säumigen" heranholen können. Welch eine Fülle von Arbeit steckt in einer Reichstagswahl! Wieviel Zählungen, Summierungen, telephonische und telegraphische Mitteilungen, welcher Ansturm von Depeschen bei den Kreisämtern, den Parteileitungen, bei den Reichsämtern, bei den Zeitungsredaktionen- wenn das alles klappt, und das tut es sicher für gerechte Ansprüche, so hat man wohl einigen Grund, auf die Fortschritte unserer Kultur auf diesem Gebiete stolz zu sein! Die Wahl im Kreise Gießen- Grünberg- Nidda. Selten ist wohl das Ergebnis der Reichstagswahl in Gießen mit größerer Spannung erwartet worden, als es diesmal geschah. Viel wurde darüber hin- und hergestritten, ob es dem Liberalismus durch seine Einigung gelingen werde, sich diesmal im Kampf mit der Rechten und der äußersten Linken zu behaupten. Die Pessimisten haben wieder einmal Recht behalten, wenn auch wohl niemand ein I o Iches Resultat erwartet hatte. Während im Vorjahre die Summe der für beide liberale Kandidaten abgegebenen Stimmen nur um 388 hinter der Zahl der antisemitischen zurückblieb, ist der Unterschied bei der gestrigen Wahl auf 2816 heraufgeschnellt. Statt 23 504 Stimmen der vorjährigen Hauptwahl wurden diesmal 24 696, also rund 1200 Stimmen mehr abgegeben. Dieser Zuwachs wird wohl zum allergrößten Teil den Antisemiten zugefallen sein. Vergleicht man nun die Summe der im Vorjahre für beide liberale Kandidaten abgegebenen Stimmen mit der diesmal für den Einigung s kandidaten abgegebenen, so findet man, daß in sehr vielen Fällen die diesjährige Zahl hinter der vorjährigen zurückgeblieben ist. In einer Anzahl von ländlichen Bezirken ist die Anzahl der antisemitischen Stimmen um genau den Betrag oder in noch höherem Grade gestiegen, den die liberalen eingebüßt hadie So= ben, während das ist beachtenswert zialdemokraten in all diesen Fällen keinen 3uwachs, oft sogar nicht unbedeutende Einbußen erlitten haben. Die Zahl dieser„ Gisevius- Stimmen" beläuft sich rund auf 700, rechnet man dazu die diesmal mehr abgegebenen Stimmen, so ergibt sich der Zuwachs der Antisemiten von rund 1800 Stimmen. Die Sozialdemokraten haben ihre Einbußen auf dem Lande durch den natürlichen Zuwachs in Gießen, Lollar und Wieseck fast ausgeglichen, sie blieben nur um 32 Stimmen hinter den Zahlen des Vorjahres zurück. Der Liberalismus dagegen büßte 600 Stimmen ein. Der erhoffte Zuwachs aus dem Lager der Nichtwähler - - ten erhielten davon den Bärenanteil von 324 Stimmten. Die Sozialdemokraten gewannen 153, während die Liberalen 103 einbüßten. Es wurden abgegeben im 1. Wahlbezirk.( Wahllokal: Altes Rathaus): Marktplatz, Kirchenplatz, Burggraben, Auf der Bach, Lindenplatz, Lindengasse, Wetzsteingasse, Kirchstraße, Hundsgasse, 30zelsgasse, Dammstraße, Walltorstraße, sterweg, Landgrafenstraße, Braugasse. Beckmann 262, Erkelenz 246, Dr. Werner 44 Stimmen. 2. Wahlbezirk.( Wahllokal: Alte Gewerbeschule Asterweg 25): Marburgerstraße, Wiesecker Weg, Am Rodtberg, Nord- Anlage, Schottstraße, Steinstraße, EderWerner 109 Stimmen. straße, Weserstraße. Beckmann 183, Erkelenz 339, Dr. 3. Wahlbezirk.( Wahllokal: Schulhaus in der Neustadt): Gabelsbergerstraße, Hammstraße, Lahnstraße, Rodheimerstraße, An der Hardt, Krofdorfer Straße, Schützenstraße, Mühlstraße, Sandgasse, Tiefenweg, Neustadt, In Löbers Hof, Kornblumengasse, West- Anlage, Hinter der West- Anlage. Beckmann 280, Erkelenz 281, Dr. Werner 67 Stimmen. 4. Wahlbezirk.( Wahllokal: Bürgermeisterei, Zimmer Nr. 7): Marktstraße, Wettergasse, Rittergasse, Seltersweg, Johannesstraße, Kreuzplatz, Kaplansgasse, Katharinengasse, Mäusburg, Wagengasse, Kanzleiberg, Plochstraße, Maigasse, Schanzenstraße, Grabenstraße, Neuenweg. Beckmann 193, Erkelenz 277, Dr. Werner 67 Stimmen. 5. Wahlbezirk.( Wahllokal: Frankfurterstraße 20, Eisenbahnverkehrsamt): Hofmannstraße, Friedrich= straße, Crednerstraße, Glaubrechtstraße, Wetzlarer Weg, Hillebrandstraße, Am Steeg, Buchnerstraße, Mittelweg, An den Bahnhöfen, Bahnhofstraße, Löwengasse, Woltengasse. Beckmann 183, Erkelenz 339, Dr. Werner 109 Stimmen. 6. Wahlbezirk.( Wahllokal: Bürgermeisterei, Zimmer Nr. 11): Weidengasse, Erlengasse, Diezstraße, Neuen- Bäue, Gartenstraße, Bergstraße Nr. 11 bis 22, SonnenGutenbergstraße, Löberstraße, Süd- Anlage, Straße, Schulstraße, Dreihäusergasse, Brandgasse, Brandplay, Landgraf- Philipp- Plaz, Schloßgasse, Kaplanei- gasse, Teufelsluftgärtchen, Goethestraße. Beckmann 152, Erkelenz 280, Dr. Werner 67 S, immen. 7. Wahlbezirk.( Wahllokal: Frankfurterstraße 36, Hotel Prinz Heinrich): Leihgesterner Weg, Erdfauterweg, Bergwerk, Frankfurterstraße, Klinikstraße, Budde- Straße, Wilhelmstraße, Ebelstraße, Wilsonstraße. Beckmann 153, Erkelenz 309, Dr. Werner 105 Stimmen. 8. Wahlbezirk.( Wahllokal: Bürgermeisterei, Zimmer Nr. 12): Am Riegelpfad, Schiffenberger Weg, Hessenstraße, Gemarkung Schiffenberg, Liebigstraße, Ludwigstraße, Alicestraße, Bismarckstraße, Keplerstraße. Beckmann 148, Erkelenz 361, Dr. Werner 109 Stimmen. 9. Wahlbezirk.( Wahllokal: Bürgermeisterei, Zimmer Nr. 15): Roonstraße, Großer Steinweg, Kaiser- Allee Nr. 1 bis 10, Moltkestraße, Ost- Anlage, Wiesenstraße, Senckenbergstraße, Licherstraße, Landmann straße, Am Nahrungsberg, Bleichstraße, Lonystraße, Henselstraße, Zeughauskaserne. Beckmann 117, Erkelenz 301, Dr. Werner 75 Stimmen. = Bingen Alzen( bisher 3.). Korell( F.) 9303, Becker( NI.- 3.) 10 871, Adelung( S.) 2349 Stimmen. Stichwahl Korell- Becker. Worms( bisher Ntl.). v. Henl 10 297, Uebel ( 3.) 6095, Beder( F.) 4930, Engelmann( F.) 6410 Stimmen. Einige Orte fehlen noch, voraussichtliche Stichwahl: Heyl- Engelmann. In der Stadt Worms stimmten von über 9000 Wählern etwa 7000 ab. v. Heyl( Nt.) 3138, Becker ( F.) 1416 Engelmann( S.) 2145, Uebel( 3.) 660. v. Heyl verliert gegen die Wahl 1907 in der Stadt Worms über 1400 Stimmen. Kreis Wetzlar: Altenkirchen. Behrens, Generalsekretär( Christlich- Sozial) 13091 St. vom Rath, Landtagsabg.( Natl.) Kremser, Gewerkschaftssekretär( S03.) Schloßmann, Professor( F. Volksp.) Schindler, Landwirt( Kons.) . 5316" 4470" . 3648 " 2129" In den der hessichen Grenze nahegelegenen Orte wurde in folgender Weise gewählt: Behrens Kremser v. Rath Schindler Schloßmann Gleiberg Dorlar Dornholzhausen 67 3 3 54 45 20 9 11 59 8 11 11 10 Hohensolms Krumbach 8 9 41 27 8 Lützellinden 19 139 29 5 8 11 28 7 11 43 Hörnsheim 70 14 31 17 Fellingshausen 36 94 50 3 16 Vetzberg 2 52 4 18 27 36 9 23 110 30 13 126 11 29 21 16 153 3 26 18 8 50 21 40 145 21 103 83 14 35 12 55 53 8 27 6 43 27 31 14 249 44 30 48 62 20 1 9 13 1 61 Odenhausen Launsbach Hochelheim Königsberg Dutenhofen Wißmar Gr.- Rechtenbach Kinzenbach Münchholzhausen 34 Krofdorf Frankenbach Rodheim a. d. B. 84 ༞ ༞ མཕྱ 8 ཨཽ ཞྲི ཤ གྀ ཨྰཿལྒ ཀྲྀ མ ༈ 12158256 Die Wahlen in Hessen- Nassau. Dillenburg( bisher Christl.- S03.). Burckhardt ( C.-S.) 10 197, Lohmann( NI.) 5611, Fresenius( F.) 4720, Marofe( S.) 2630 Stimmen. Stichwahl zwischen Burckhardt und Lohmann. Marburg( bisher DS.). Gerlach( Dem.) 5459, Rupp( DS.) 5423, Bredt( Rp.) 3029, Diehl( Soz.) 986, Böckel 2344 Stimmen. Ein paar Orte fehlen noch. Also Stichwahl zwischen Gerlach und Rupp. Höchst- Homburg( bisher S03.). Stichwahl zwischen Sozialdemokrat und Zentrum. Wiesbaden- Rheingau( bisher S.). Sturm( F.) 8798, Bartling( NI.) 10 298, Lehmann( S.) 15 207, v. Klöden( Mv.) 7080, Klingender 468, Wilhelmi( K.) 559 Stimmen. Stichwahl zwischen Bartling und Lehmann. M Hanau Gelnhausen( bisher S.). Wohlfarth( N.) 12 559, Reinhardt( K.) 4237, Geiß( 3.) 4280, Hoch ( S.) 21 885. Hoch ist gewählt. Ein Bockenheimer Bezirk steht noch aus, ändert aber an der Sache nichts. Kassel( bisher DS.). Schroeder( N.) 13 234, Lattmann( DS.) 9532, Hüttmann( S.) 21 781, Breit haupt 250 Stimmen. Stichwahl zwischen Schroeder u. Hüttmann. Eschwege Schmalkalden,( bisher Ref.). Raab ( Ref.) 6450, Dr. Ohr( F.) 5733, Thoene( S.) 11 074 Stimmen. Stichwahl zwischen Raab und Thoene. Frizlar Homberg- Ziegenhain( bisher D.-S.). Henningsen( D.-S.) 5974, Dr. Laporte( F.) 1848, Hestermann( D.-B.) 4299, Jordan 886 Stimmen. Stichwahl: Henningsen- Hestermann. West( bisher Pfundtner, Fortschr. Vpt.). Bernstein ( S03.) gewählt. Magdeburg, Stadt,( bisher Kobelt, b. k. F.). Landsberg( Soz.) mit 5000 Stimmen Mehrheit gewählt. Nordhausen( bisher Wiemer, F. Vpt.). Stichwahl Wiemer( F. V.) und Soz. Erfurt Schleusingen- Ziegenrück( bisher Hagemann ( Nat.). Sozialdemokrat gewählt. Kiel Rendsburg( bisher Legien, Soz.). Sozialdegewählt. Hannover, Stadt( bisher Brey, Soz.). Brey Wiesbaden- Rheingau( Amtl. Ergebnis)( bis- mokrat her S.). Lehmann( S.) 15 295, Bartling( N.) 10 436, Sturm( F.) 8938, v. Kloeden( W.-V.) 7101, Klingender 271, Wilhelmi 599 Stimmen. Die Wahlen im übrigen Deutschen Reich. gewählt. = Siegen Wittgenstein( bisher Vogel, Nationall.). Mumm( Christl.- Sozial) gewählt. Köln, Stadt( bisher Trimborn, 3tr.). Trimborn ( 3tr.) 17 656, Hofrichter( Soz.) 18 927, Bernbach( N.) Köln, 7250. Stichwahl Trimborn- Hofrichter. Landkreis( bisher Hamacher, Ztr.). Stichwahl Soz. u. Zentrum. - Kreuznach Simmern( bisher Paasche, Natlib.). Paasche( Natl.) 11 000, Lucke( B. d. L.) 9000, Krüger( Fortschr. Vpt.) 2000, Müller( S03.) 1000. StichMünchen 1( bisher Wölzl, Natl.). Stichwahl Kerschensteiner( Lib.) und Soz. München 2( bisher v. Vollmar, So3.). Vollmar gewählt. Was btsher aus dem Reiche bekannt geworden ist, läßt durchweg auf ein Anwachsen der sozialde mokratischen Flut schließen. Bremen und Magdeburg sind von der Sozialdemokratie den Liberalen entrissen worden. In Leipzig soll Stichwahl zwischen dem Nationalliberalen Jund und dem sozialdemokratischen Kandidaten anstehen. Sogar aus Potsdam, der preußischen Residenzstadt par excel- wahl Paasche- Lucke. lence, verlautet der Sieg des Genossen Liebknecht. Darmstadt, bisher vertreten vom Nationailiberalen Osann, hat Stichwahl zwischen dem Sozialdemokraten Quessel und Osann. Sehr schmerzlich wird es alle Freunde des sozialen Fortschritts berühren, daß Na u mann in der Stichwahl seines Kreises Heilbronn ausgefallen ist. Dagegen scheint es, als ob dem Führer der Nationalliberalen, Bassermann, das Wahlglück doch noch hold ist. Er ist in Saarbrücken in eine günstige Stichwahl gekommen. In Wiesbaden steht der Nationalliberale Bartling in Stichwahl mit dem Sozialdemokraten Lehmann, dem früheren Inhaber des Mandats. Köln, bisher ein sicherer Siz bes Zentrums, ist zum Stichwahlpreis zwischen Zentrum und Sozialdemokratie geworden. Kassel wird nicht mehr antisemitisch vertreten sein, Lattmann ist nicht in die Stichwahl gekommen. So sieht es in den großen Städten des Reiches aus. Jm allgemeinen betrübend genug. Denn es ist nicht nur das Anwachsen der sozialdemokratischen Mandate allein, was hier als Stimmungsmittel wirkt. Dazu kommt noch der Eindruck der Beschlagnahme der vielen großen Kulturstätten des Deutschen Reiches durch die Sozialdemokratie. Diese großstädtische Uebermacht der Sozialdemokratie muß ganz automatisch ein weiteres Verlegen des staatlichen Schwergewichts und der staat lichen Verankerung auf das Land nach sich ziehen. Das aber ist so ziemlich gleichbedeutend mit einem Erstarken der rückwärts gerichteten Tendenzen. Mit einem Wort: eine übermächtige Sozialdemokratie muß eine böse kon= fliktsperiode heraufführen. Und das Geraune ging ja schon Wochen vor der Wahl, daß der äußersten Rechten ein bedrohliches Anschwellen der roten Mandate nicht so unsympathisch sei, um zunächst eine Parlamentsauflösung und neue Wahl, vielleicht sogar noch weitere Ziele zu erreichen. Auch wenn derarttges nicht als fester Plan der parteiamtlichen Instanzen existieren wird, ist es doch bezeichnend für die Stimmung in manchen sehr einflußreichen Kreisen, die außerdem in der Schwierigkeit der internationalen Lage eine starke Kräftigung ihrer Position fühlen. - - gar Stadt Berlin. Mitte( bisher Kaempf, F. Vp.). Stichwahl Kaempf( F. Vp.) und Düwell( S03.). Oberst a. D. Gaedtke( Dem. Vg.) ausgefallen. Aeußere Stadt- Süd und Südwest( bisher Fischer, Soz.). Fischer gewählt. Innere Stadt- Süd( bisher Heine, Soz.). Pfannkudy( S03.) gewählt. Aeußere Stadt- Ost( bisher Büchner, So3.). Büchner gewählt. Innere StadtNord( bisher Schmidt, Soz.). Schmidt gewähl ,. Aeußere Stadt- Nord und Nordwest( bisher Ledebour, Soz.). Ledebour gewählt. F - - Potsdam Osthavelland( bisher Pauli, Kons.). Stichwahl Liebknecht( Soz.) und Konservativ. Frankfurt a. D.- Lebus( bisher Faber, Srz.). Stichwahl Bollert( Natl.) und Weyl( Soz.). Stettin, S, adt,( bisher Dohrn, Fortschrittliche Bpt.). Schriftsteller Fogtherr( S03.) gewählt. Posen, Stadt und Kreis( bisher Nowicki, Pole). Nowicki( Pole) gewählt. Militsch- Trebnitz( bisher v. Heydebrand, Ks.). v. Heydebrandt gewählt. Breslau, Stadt- Ost( bisher Fürst v. Hatzfeldt, Rpt.). Stichwahl Natl. und Soz.- Breslau, StadtDin minn Hälfte loffen Tie einige Minuten Pochen und überbrüchen donnit din andern Hölfte. So schmeckt Barthurinnes Malzloffen besten. own Done Infalt mouft 6! Landau- Neustadt( bisher Huber, Soz.). Univ.Professor Dr. van Calker( Natl.) 12 653, Huber( S03.) 8441, Dünger( B. d. L.) 10 369. Stichwahl v. Calfer und Dünger. Nürnberg( bisher Südekum, Soz.). Sozialdemokrat gewählt. Bautzen( bisher Gräfe, D. Refpt.). Stichwahl Soz. und Reformpartei. Dresden- Neustadt( bisher Kaden, Soz.) k Sozialdemokrat gewählt. Dresden- Altstadt( bisher Heinze, Dresden- Land Natl.). Stichwahl Natl. und Soz. ( bisher Horn, Soz.). Sozialdemokrat gewählt. Leipzig, Stadt( bisher Junck, Natl.). Stichwahl Leipzig, Landkreis( bisher Gezer, - Natl. und S03. Soz.). Sozialdemokrat gewählt. Annaberg- Schwarzenberg( bisher Stresemann, Natl.). Grenz( Soz.) gewählt. Stuttgart( bisher Hildenbrand, Soz.). Hilden brand gewählt. Reutlingen Tübingen( bisher v. Payer, F. Vpt.). Stichwahl v. Payer( F.V.) und Soz. | den absichtlich von den Klägern gemacht seien, ein Gutachten des Herrn Oberbergrats Overthun vom Kgl. Oberbergamt in Dortmund eingeholt, der sich wie folgt äußerte: Die vorgefundenen Schäden sind vor der fraglichen Revision nicht vorhanden gewesen; es ist keines= wegs ausgeschlossen, daß sie von den Klägern absichtlich mit einem Druck durch den Daumen herbeigeführt sind. Keine Lampe kann einem solchen Druck wider= stehen, selbst wenn sie sich in ordnungsmäßigem Zu stande befindet. Aus der ganzen Beschaffenheit der Mängel und den Zeugenaussagen geht vielmehr klar hervor, daß die Schäden absichtlich von den Klägern gemacht sind. Das Gericht wies denn auch auf Grund dieses Gutachtens und der Zeugenaussagen die Kläger kostenpflichtig ab. Wenn die Regierung früher geglaubt hat, von der Tätigkeit der Sicherheitsmänner im Bergbau eine Besserung der Beziehungen zwischen Zechenbesitzern und Bergarbeitern erwarten zu können, so hat diese Verhandlung wiederum bewiesen, daß die sozialdemokratischen Sicher| heitsmänner das entgegengeletzte Ziel verfolgen. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde in Gießen. In der Stadtkirche. Vormittags 9½ Uhr: Pfarrassistent Schorlemmer. Vorm. 11 Uhr: Militärgottesdienst. Pfr. Schwabe. Nachm. 2 Uhr: Kinderkirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Schwabe. Abends 5 Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Montag, den 15. Januar, abends 8 Uhr: Versammlung der konfirmierten weiblichen Jugend der Matthäusgemeinde. Donnerstag, den 18. Januar, abends 8 Uhr im Markussaal: Bibelstunde.( Ausgewählte Psalmen.) Pfarrer Schwabe. In der Johannesfirch e. Vorm. 9½ Uhr: Professor D. Eck. Borm. 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde. Pfarrer Ausfeld. Abends 5 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer. Abends 7½ Uhr: Versammlung der konfirmierten weiblichen Jugend der Lukasgemeinde. Abends 8 Uhr: Bibelbesprechung im Johannessaal. Mittwoch, den 17. Januar, abends 8 Uhr: Bibel= stunde im Johannessaal. Pfarrer Ausfeld. Freitag, den 19. Januar, nachmittags 4 Uhr: VerBalingen Rottweil( bisher Haußmann, schr. sammlung d. Frauenmissionsverein der Lukasgemeinde. Vpt.). Stichwahl Fortschr. Vpt. und Soz. Haas Karlsruhe( bisher( Ged, Soz.). Dr. ( F. V.) 13 341, Geck( S03.) 15 956, v. Gemmingen ( Rpt.) 11 472. Stichwahl Dr. Haas und Geck. Heidelberg( bisher Beck, Natl.). Beck( Natlib.) 12 129, Pfeiffle( S03.) 8143, Reinhard( 3tr.) 6822, Hollenbach( Kons.) 1094. Stichwahl Beck und Pfeiffle. Varel- Jever( bisher Traeger, F. V.). Stichwahl Fortschr. Vpt. und Soz. Braunschweig- Blankenburg( bisher Langer= feldt, Rpt.). Sozialdemokrat gewählt. Bremen( bisher Hormann, F. V.). Henke( S.) gewählt. - Hamburg- Ost( bisher Bebel, Soz.). Bebel ge= wählt. Hamburg- West( bisher Dietz, Soz.). Dietz gewählt. Hamburg- Land( bisher Metzger, Soz.). Sozialdemokrat gewählt. Straßburg, Stadtkreis( bisher Böhle, So3.). Böhle gewählt. Man schreibt uns: Soziales. Daß es den sozialdemokratischen Sicherheitsmännern oft weniger um die Sicherheit ihrer Kameraden als da= rum zu tun ist, den Zechenverwaltungen Unannehmlichkeiten zu bereiten, zeigt eine am 10. Januar vor dem Königlichen Landgericht in Dortmund als Berufungsinstanz geführte Verhandlung. Das der Verhandlung zugrunde liegende Vorkommnis wurde in der Deffentlichkeit schon wiederholt erörtert. Es handelt sich kurz um folgendes: Zwei Sicherheitsmänner von Zeche Dorstfeld bei Dortmund waren im Oktober 1910 von der Zechenverwaltung entlassen worden, weil sie bei einer über Tage unbefugten Weise vorgenommenen Revision von Grubenlampen eine Anzahl der Lampen vorsätzlich beschädigt hatten. Sie wurden zwar nach einiger Zeit wieder eingestellt, jedoch nicht in demselben Revier, in dem sie als Sicherheitsmänner gewählt worden waren. Dieses nachsichtige Verhalten der Zechenverwaltung war darauf zurückzuführen, daß man nach den zur Entlassung geführten Verhandlungen zu der Ueberzeugung gekommen war, daß die Sicherheitsmänner nicht aus eigenem = Antriebe gehandelt hatten, sondern durch Dritte beein flußt, sich zu dem unbegreiflichen Vorgehen hatten verleiten lassen. Die beiden Arbeiter hatten beim Berggewerbegericht gegen die Zechenverwaltung Klage auf Zahlung des ihnen durch ihre Entlassung entgangenen Arbeitsver= dienstes und Wiedereinsetzung in das Amt eines Sicherheitsmannes angestrengt. Das Gericht hatte die Klage abgewiesen. Das Landgericht hatte nun zu der Frage, ob aus der Beschaffenheit der an den Sicherheitslampen nach der fraglichen Revision durch die Sicherheitsmänner vorgefundenen Mängel klar hervorgehe, daß die SchäErst prüfen und dann kaufen. Jeder, der mit Asthma- Schweratmigkeit behaftet, kann das zuverläßigste Präparat, Astmol- Asthma- Pulver, ohne Kosten prüfen und nachdem wird kein anderes Mittel mehr gebraucht werden. Man sende Postkarte mit genauer Adresse an die Engel- Apotheke, Frankfurt a. M., und verlange Gratis- Muster Astmol- Asthnia- Pulver franko. Katholische Gemeinde in Gießen Samstag, den 13. Januar. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Sonntag, den 14. Januar. Fest des heiligen Namens Jesu. Vorm. von 6½ Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. Vorm. 7 Uhr: Die erste hl. Messe. Vorm. 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. Vorm. um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. 11 Uhr: Hl. Messe mit Predigt. Nachm. 5% Uhr: Christenlehre; darauf Andacht Segen. Probieren Sie Perlka Den besten u. billigsten Kaffee- Ersatz. Keine Hülsen und Schaden! Sehr ausgiebig! دو , Perlka" ist überall zu haben. bad feur Ert 7; Goz 736 Vol 210 Str fam Ma La Pfo Sto iche Dr St teu 31 rid B 3 V W B b X 45 D g g 1 0 D れ fr in le de 28 da C ter ter