Gießener Zeitung amp DEM Bezugspreis 40 Pig. monatlich ( Neueste Nachrichten) teljährlich 1,20 m., vorauszahlbar, tret ins Haus. bgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig gabestellen vierteljährlich 90 Big – Gricheint httechs und Samstags. Reoaftion: SeltersFür Aufbewahruna oder Müdiendung verlangter Manuſtriate wird nich garantiert. Berlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. v. 83. - dere Boonekam. 98 verschänkt, d n. Dies veranla 1 oluit. ten tums von jetzt zur Lage auf dem Danten auf dem Balkan ist es stille geworden. nach dem Abschluß des Waffenstillstandes ist an ruppen der beteiligten Staaten der Befehl zur Einder Feindseligkeiten ergangen. Wenn dieses Das Ganze halt!" auch noch kein„ Abrüt ir mein Fabrik die Quartiere" bedeutet, und die Truppen sich veilen in ihren Stellungen einrichten, so darf man die Zuversicht hegen, daß die bald einzuleitenden lbrechtsverhandlungen zu einem Endergebnis führen Die Pforte gab amtlich bekannt, daß der Wa f- illstand mit Bulgarien, Serbien und Monteam Mittwoch, den 4. Dezember, unter den Bemgen abgeschlossen worden ist, daß die Krieaführin den gegenwärtig von ihnen innegehaltenen ungen verbleiben. Die Friedensverhandlungen be n ohne Aufschub. Der Kriegszustand wird allein en Griechenland aufrechterhalten. Die gleichnde Bekanntmachung ist von den Vertretern der im Auslande und den türkischen Provinzbehörjugegangen. nigs Wilhelm I NI EN Ueber die österreichisch- serbische Frage. Fon II 220en einer Slärung auch heute noch ebenso weit entwie in der ganzen verflossenen kritischen Zeit. österreichische Ministerpräsident erklärte, daß sich die meine politische Lage nicht geändert habe, der französische Ministerpräsident sagte die„ Physiogder Ereignisse sei weit von der endgültigen Festentfernt". Was die vielbesprochene Botschaf onferenz betrifft, so spricht man neuerdings dieser, der flärenden Vorarbeit gewidmeten Einng als von einer„ Botschafter- Reunion". Daß die ensunterhändler ebenfalls in London beraten, kann als vorteilhaft angesehen werden. Desterreich und Italien haben in Athen iche Vorstellungen wegen der Besetzung der Gaseno und der Beschießung von Valona Man erwartet, daß Griechenland den Vorstelldieser beiden Mächte sich fügen wird. Wes iel der wer wboy er= Degea Erpedition: Seltersweg 83. Samstag, den 7. Dezember 1912. # Wien, 6. Dez. Hier verlautet, daß der Generalstabschef, Feldmarschalleutnant v. Schemua sich abermals infognito nach Berlin begeben hat, um mit dem deutschen Generaistabschef v. Woltte eine neue Beratung abzuhalten. Der rumänische Kronprinz hatte gestern eine Besprechung mit dem Chef des deutschen Generalstabs General von Moltke. Balona, 6. Dez. Die provisorische Re gierung Albaniens bildete ein neues Kabinett, in dem Imail Kemal Bey das Präsidium und Aeuheres hat und Vizepräsident ohne Portefeuille Monsignore Baccioni ist. Ein Senat, der bis jetzt aus achtzehn Mitgliedern besteht, ist eingesetzt worden; zum Präsidenten wurde Zevnel Bey aus Jpek gewählt. Zu Kommandanten der nationalen Miliz wurden ernannt ja Boljetinaz und Riza Ben. Sämtliche Wahlen er= folgten in der Nationalversammlung. Das Kabinett sett sich aus zwei Katholiken, drei Orthodoxen und fünf Muselmanen zusammen. Sämtliche Gewählten sind einfinßreche Persönlichkeiten. Ganz Albanien ist durch sie im Kabinett vertreten. Belgrad, 6. Dez. Einem Korrespondenten ge= genüber äußerte sich gestern der hiesige russische Ge sandte, Hartwig, wie folgt: Die Ansprüche Ser biens auf Albanien sind berechtigt. Serbien führte seinen Krieg mit der Türkei erfolgreich und kann jenen Teil der eroberten Gebiete offupieren, der ihm genehm ist. Desterreich hat ja keinen Krieg mit der Türkei gehabt. Mit welchem Recht verlangt es jetzt gewisse Vorrechte auf Gebiete wie Albanien? Hartwig betonte auch, er tue nur das, was seine Regierung ihm befehle, und daß alle Beschuldigungen, daß er auf eigene Faust Politik treibe, unrichtig seien. Belgrad, 6. Dez. Ueber die Rede des deutschen Reichskanzlers hat sich, wie die Voss. 3tg." meldet, die serbische Presse völlig ausgeschwiegen. Dagegen heißt es in einer Zuschrift des früheren Justizministers Aranjelowitsch an ein Blatt u. a.: Wir Serben zittern, daß Rußland auch diesmal nachgeben könnte und sich dann dasselbe diplomatische Spiel wiederholen würde, wie 1908 und 1909. Trotzdem ist Machen Sie keine kostspieligen BeleuchtungsExperimente! Nehmen Sie gleich das Richtige. ,, Degea" den besten Glühkörper der Auergesellschaft! ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 20 pig. die 44 mm breite Inferatenzeile.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pfg.- Ertrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt komun bei Ueberschreitung des Zahlungs. zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Blayzvorschriften ohne Berbindlichkeit. Druck der Gießener Verlagsdruckerei. Telephon Nr. 362. 24. Jahru. unsere Hoffnung stärker, als unsere Furcht. Die Blide aller Serben sind jetzt auf Rußland gerichtet; es muß sich in der gegenwärtigen Lage entschlossen zeigen und ein offenes Wort sprechen. Daß es nicht vorbereitet sei, fann niemand glauben. Denn schließlich: wann wird es einmal vorbereitet sein, wenn nicht jetzt? Es war unvorbereitet zur Zeit des japanischen Krieges, zur Zeit der bosn schen Annexion. Aber jetzt hat sein Kriegsminister selbst erklärt, daß sich Rußland auf sein Heer verlassen könne. Aus Sofia wird gemeldet, daß die Londoner Friedensunterhandlungen nicht länger als 25 Tage dauern sollen. Wenn nach Ablauf dieser Zeit der Frieden nicht unterzeichnet werde, würden die Kriegsoperationen wieder aufgenommen werden. Der türkische Betschafter in Berlin, Osman Nisam Pascha, reist am 10. Dezember von Konstantinopel über Berlin nach London ab. Andere türkische Delegierte sind noch nicht ernannt. Die Frage der Verproviantierung der belagerten türkischen Festungen Adrianopel und Stutari einige Zeit strittig. Jetzt wird auch von türkischer Seite erklärt, daß die Festungen nicht verproviantiert würden. var Dem„ Temps" wird aus Konstantinopel gemeldet, daß man dort über die Ursache der Haltung Griechenlands sich nicht recht klar sei. Die einen nehmen mit lebhafter Senugtuung an, daß zwischen Bulgazier: und Griechenland ein tiefgehendes Zerwürfnis herische, andere wieder glauben, daß das getrennte Vorgehen Griechenlands auf einem Einvernehmen mit den Ballanstaaten beruhe und den Zwed habe, während der Friedensverhandlungen die Dardanellen- Blockade aufrechterhalten zu können. Stonstantinopel, 5. Dez. Nazim Pascha, sowie der Chef des Generalstabes und eine Reihe Gencralstabs offiziere sind in Konstantinopel eingetroffen. 3 De= Cetinje, 5. Dez. Der König ernannte legierte für die Londoner Friedenskonferenz, die morgen abreisen. * Bukarest. Am kommenden Dienstag wird Großfürst Michaelowitsch von Rußland hier eintreffen, um dem König Carol den Mar= Glühkörper ickmaschi steme liefert mi unter denkbar ngungen( Katal Das Glückskind. Roman von Freue von Hellmuth. ( Nachdruck verboten.) Endlich griffen die bebenden Finger wieder danach, Kirsch, Braunsch, was ihr so unglaublich dünkte, war doch erschüte Wahrheit. Halblaut las sie: Leitern aller h. Streck, B buch Nr. 10 „ Geehrtes Fräulein! 68 war ein großer, tiefbedauerlicher Irrtum, der glauben ließ, in Ihnen eine passende Lebensgei gefunden zu haben. Es tut mir unendlich leid, brem Herzen vielleicht Wünsche und Hoffnungen dt zu haben. die sich nie im Leben erfüllen können. re Wege müssen von heute ab auseinandergehen. werden sich vielleich: selbst sagen können, weshalb, ß ich mir nähere Erklärungen sparen kann. Dr. Hermann Bächtner." Das war also das Ende des seligen Traumes. Ste st reichhaltiges fchrill auf, es flang wie wenn eine Saite springt vollständige 1. Ekzenia's durch Tino- Salbe, Rise- Te oneidend und mißtönend. Das Glückskind nennen sie mich. Was ist denn lich Glück? Etwa der goldene Mammon, der mir Shild? Gtwa Fallen soll, ver mir nicht die geringste Befriedigung miri? Es ist der reine Hohn, ich ein Glückskind, haha. es macht mich wirklich lachen!" Dann raffte sie sich auf, um an Hermann zu schreiDer getrieben. Doch da erwachte der Stolz- der seit 16 Jahren bufklärung sollte er ihr geben für das frivole Spiel, ann ich Ihnen berich cht zuviel, wenn ich gegen Ekzema kelet the geben kann, Mit dieser Ve le ich mich bestem f. 4. 09. Belnleiden, Fleck ndige Mädchenstolz in ihr. Was wollte sie denn entlich tun? Etwa um Liebe betteln?- Die Lippen selten sich verächtlich, wahrlich, das fehlte noch! hm wollte sie schreiben!- Nein, e Rino- Salbe und Blick um sie warb, und dann, als sie ihm aus den angewandt à Mk. 1.15 und Apotheken verr ht in Originalpach ot und Firma Schubert Weinbobla- Dreade bungen welse mu HO er war feines zuges von ihrer Hand wert, der zuerst mit süßem barem Grunde nicht mehr paßte, ſie einfach bei abgetragenes Kleid, te sie sich wirklich zu gut! - Nein, dazu | 3war hatte sie selbst einen Fehler begangen; es war gewiß nicht recht, daß sie ihm gestern feinen Aufschluß gegeben. Doch ist dies die wahre Liebe, die wegen eines kleinen Versehens gleich alle Beziehungen abbricht? Ein tiefer, unbezähmbarer Haß begann in der jungen Mädchen aufzusteigen. O, sie wollte jenem E bärmlichen zeigen, daß sie sich nichts, nichts aus ihm machte, nicht ahnen durfte er, wie furchtbar der Streich getroffen, den er gegen sie führte. Berachtung, das war das beste für diesen- diesen Feiglingo Schmach über ihn!-- Röschen preẞte die Hände gegen die schmerzende Stirn. In ihrem Herzen rangen tiefbeleidigter Stolz, D, nur feinen Haß und Liebe um die Herrschaft. Menschen merfen lassen, was man ihr angetan hatte, also Fassung- Ruhe!- Die Luft im Zimmer erschien ihr heiß und drückend, hastig riß sie das Fenster auf und ließ sich von der falten Morgenluft die wie im Fieber glühende Stirn fühlen; das erfrischte und tat unge= mein wohl. Unten auf der Straße hatte bereits das Leben be= gonnen. Der festgefrorene Schnee knirschte unter den Tritten eiliger Fußgänger, die alle bis zur Nasenspizze eingemummt, hastig ihren Weg verfolgten, um so schnell als möglich wieder tu den Bereich eines wärmenden Ofens zu kommen. Eine Schar hungriger Spaßen balgte sich piepsend um das farge Futter, und einige übermütige Jungen eröffneten ein scharfes Bombardement mit Schneebällen. Das bleiche Mädchen am Fenster sah das alles wie im Traum. Es fühlte sich so überflüssig- so unnütz auf der Welt. Jedes hatte doch einen Beruf, hatte zu sorgen und zu schaffen für ſeine Lieben, nur fie nicht; ihr blieb nichts zu tun, sie kannte keinen einzigen Menschen, der sie lieb batte. Riecke erschien eben mit dem Kaffeebrett in der Hand. „ Um Gott, Fräulein, wie sehen Sie denn aus!" rief die Dienerin erschrocken, was ist denn passiert?" „ Schreie nicht su, Riecke ein wenig Kopfschmerzen, das ist alles. Deinen Kaffee nimm nur wieder mit, ich will erst einen kleinen Spaziergang machen, um frische Luft zu schöpfen. Sage der Tante, daß ich bald zurück ſein werve." „ Aber Fräulein Röschen, bei der Kälte einen Spaziergang?" Kopfschüttelnd nahm Riecke das auf den Tisch ge= stellte Kaffeegeschirr wieder an sich. „ Ein anderer Mensch ist froh, wenn er hübsch daheim bleiben kann, und Sie wollen ausgehen! Na, erfälten Sie sich nur nicht." sagte sie dabei, wandte aber im Hinausgehen noch besorgt den Blick nach dem jungen Mädchen, das so starr und unbeweglich am Feuster stand und ein Stück Papier in Atome zerpflückte. Etwas mußte doch nicht in Ordnung sein. Endlich raffte sich Röschen auf, fleidete sich rasch an und verließ das Haus, um den Weg nach dem Friedhof einzuschlager. Hier war es still, totenstill, fein Mensch Iteß sich sehen weit und breit. Der weiche weiße Schnee lag wie eine schüßende Decke auf allen Gräbern, auf den dunklen Cypressen und den fahlen Sträuchern. Aber selbst an dem Grabe der Mutter wollten die erlösenden Tränen nicht kommen. Eine fast neidische Empfindung beschlich das gequälte Herz. O, wer doch da unten liegen könnte und den Frieden hätte, den man auf Erden nicht findet, dann wäre es vorbei mit Schmerz und Leid, vorbei für immer. Langsam fehrte Röschen nach Hause zurück. Im Flur begegnete sie ihrem Vormund, über dessen unangenehme Züge beim Erblicken des bleichen Mädchens ein triumphierendes Lächeln huschte. ( Fortsetzung folgt.) schallstab der russischen Armee zu überreichen. Die Ankunft des Großfürsten gerade zu dem jetzigen 3cupunkt wird in Bufarest als ein günstiges Zeichen der Lage betrachtet. Polnische Rundschau. Deutschland. * Der Kaiser begab sich von Station Wild part im Sonderzug nach Büdeburg. Berlin, 6. Dez. Der Kronprinz und die Kronprinzessin sind heute nacht 11.15 Uhr nach Dan 3ig abgereist. London, 6. Dez. Prinz Heinrich von Preußen, der am 3. Dezember hier eingetroffen ist, stattete heute dem König Georg von England im Schlosse von Sundringham einen Besuch ab. Der Prinz wird bis morgen Gast des Königs bleiben. Brinz Heinrich wird wahrscheinlich Dienstag nächster Woche nach Deutschland zurückkehren. Der rumänische Thronfolger Ferdinand v. Rumänien hat die Rückreise von Berlin angetreten und wird auf der Rückreise sich in Wien aufhalten, bei Kaiser Franz Josef in Audienz empfangen werden, auch mit dem Minister des Aeußern, Grafen Berchtold, eine Begegnung haben. Berlin. Die Kommandantur von Berlin hat angeordnet, daß von nun ab vor dem Zimmer des Chefs der Eisenbahnabteilung im Großen Generalstab, in dem auch die Aufmarschlinien bearbeitet werden, ein Nachtposten Ausstellung zu nehmen hat, der mit 15 scharfen Patronen ausgerüstet ist und das Recht des Waffenge brauchs besitzt. Die bereits angekündigten Novellen zur Ge= werbeordnung, zur Bekämpfung der Auswüchse des Kinemathographen- Wesens und zur Bekämpfung des Animiertneipenwesens werden demnächst den Bundes= rat beschäftigen und alsdann dem Reichstag zugehen. Die Novellen sehen eine Aenderung der einschlägigen Bestimmungen der Gewerbeordnung dahin vor, daß die Kinematographentheater der Konzessionierung terworfen werden, die von der Bedürfnisfrage abhängig gemacht wird. Den Auswüchsen des Animiertneipen- Wesens soll dadurch entgegengetreten werden, daß den Wirten bezüglich der Annahme von Personal schwerende Bedingungen gestellt werden. un= er= Zwischen dem Zentrum und dem Reich s= fanzler ist eine Spannung eingetreten wegen dem Jesuitengese 33. Die„ Germania" erklärt:„ er( der Reichstanzler) behauptet unter anderem, daß Zentrum wolle die Jesuitenfrage zum Eckstein seines politischen Programms machen, was selbstverständlich unrichtig ist. Die alt- nationalliberale„ Magdeb. Zeitung" hält die Zentrumsfehde nur für ein Scheinmanöver:„ Das Zentrum hat es aus tattischen und agitatorischen Gründen für zweckmäßig erachtet, in Sachen des Jesuitenerlasses der angeblich„ kochenden Volksseele" ein 3ngeständnis zu machen, und daher eine Formel aufgebaut, die wie eine Kriegserklärung an den Reichs= fanzler flingt, aber Hintertüren genug offen läßt, den Rückzug in jedem Augenblick zu decken. um an Desterreich. Wien. Um die parlamentarische Situation für die Beratung des Kriegsleistungsgesetzes flarzustellen, fand heute nachmittag unter dem Vorsitz des Minister präsidenten Grafen Stürgths eine Konferenz statt, der der Landesverteidigungsminister Georgy, der Präsident des Abgeordnetenhauses, und Vertreter sämtlicher Parteien, mit Ausnahme der Sozialdemokraten und der Tschechisch- Radikalen, teilnahmen. Der Ministerpräsident erklärte, daß sich die allgemeine politische Situation seit den Zeitpunkt der Einbringung des Kriegsleistungsgesetzes nicht geändert und daß daher das Gesetz an Aktualität nichts eingebüßt habe. Wien, 5. Dez. Im Justizausschuß, wo die Obstruktion der Tschechisch- Radikalen und Sozialdemofraten gegen das Kriegsleistungsgesetz fortdauert, erflörte heute der polnische Sozialdemokrat Liebermann, die polnischen Sozialdemokraten seien nicht geneigt, den serbischen Imperalismus, hinter dem die russische Barberei stehe, zu stärken. Wenn Rußland Desterreich angreife, würden die Polen in Galizien ihre Pflicht erfüllen, und besonders die polnischen Sozialdemokraten würden in diesem Falle für eine Veltserhebung sorgen, wie sie in Galizien seit hundert Jahren beispiellos sei. Sie würden in einem Kriege mit Rußland Desterreich treu zur Seite stehen. Der deutsche Sozialdemokrat Renner schloß sich im Namen der deutschen Sozialdemokraten vollden inhaltlich diesen Ausführungen an. Wenn durch russischen Zarismus Recht, Freiheit und Entwickelung bedroht würden, würden alle Sozialdemokra ten wie ein Mann bereit sein, ihre ganze Kraft dagegen einzusetzen. Was werden die Sozialdemokraten im Deutschen Reich dazu sagen? den 3 Wien, 6. Dezember. Jm Justizausschuß erfannien in der fortgesetzten Verhandlung des Kriegs leistungsgesetzes sämtliche Redner an, daß die Regier ung durch die gestern abgegebenen Erklärungen Wünschen der Parteien in den wichtigsten Punkten Rechnung getragen habe. Es kam eine Vereinbarung zustande, nach welcher die nächste Sigung des Ausschusses erst am Dienstag stattfindet, wogegen sämtliche Mitglieder des Ausschusses garantierten, daß am Dienstag über das Eintreten in eine Spezialdebatte über das Kriegsleistungsgesetz Beschluß gefaßt werde. Budapest, 6. Dez. Die Regierungspartei nahm in ihrer heutigen Konferenz den Gesetzentwurf über die Ausnahmeverfügungen im Kriegs= fal! mit der Abänderung an, daß, falls vier Monate nach der ersten Verfügung der Krieg nicht ausbricht, die Verlongerung des Gesetzes durch den Reichstag eingeholt werden muß. England. London, 6. Dez. Anstelle des aus Gesundheitsrücksichten zurücktretenden Admirals Bridgeman ist Admiral Prinz Louis von Battenberg zum Ersten Seelord der Admiralität ernannt worden. Der Nachfolger Battenbergs als Zweiter Seelord der Admiralität wird Vizeadmiral Jellicof. * Ottowa, 5. Dez. Der kanadische Premier= minister Borden legte heute ein Gesetz vor, das die verwendbaren Seestreitkräfte des britischen Reiches vergrößern soll. Er schlug vor, daß Kanada dem König sieben Millionen Pfund Sterling für drei Dread= noughts gebe, welche die größten und stärksten Schiffe werden sollten, die man für Geld haben und mit Hilfe der Technik bauen könne. Belgien. unBrüssel, 5. Dez. Der Kriegsminister terbreitete heute dem Parlament das neue Mili= täigesetz. Danach wird das Jahreskontingent aul 230 000 Mann gebracht, das bedeutet im Prinzip die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht. Es wird ferner das Einjährig- Freiwilligen= Institut nach deutschem System eingerichtet und es sollen etwa 2000 Mann jährlich freiwillig eingestellt werden. Die Linientruppen werden nach dem neuen Gesez. das schon im Jahre 1913 in Kraft treten soll, auf 150 000 Mann gesteigert. Das Kontingent in Kriegs stärte wird 330 000 Mann betragen. Die Dienstpflicht soll bis zum 33. Lebensjahre, also 13 Jahre dauern. Die Dienstzeit bleibt nach wie vor 13 Monate. Die Begründung des Gesetzes wird erst später dem Parlament zugehen. Rußland. Petersburg, 6. Dez. Der Metropolitan von Moskau, Wladimir, ist zum Metropolitan vont Petersburg und zum Oberprokurator des Heiligen Synods ernannt worden. China. China hat die bereits nach der Mongolei gesandten Truppen auf dringendes Verlangen Rußlands zurück berufen. Deutscher Reichstag Berlin, 6. Dezember. D der enthielt. Der gertrimmert. Hanau. Fi Sohn des Kurfürf llendet auf fein Dezember das A Salem Aleikum mít Hohlmundstück Salem Gold Goldmundstück Cigaretten Etwas für Sie! TG3½ 45 3% 4 5d. S Konsum- Qualitäten Keine Ausstattung Nur Qualität. Oriental Tabaku Cigaretten fabrik Yenidze Dresden N6810 Würzbur megen angebliche A PRE NA MAN VER F. AD. F 68109fd Luxus- Qualita In Original- Me Kartons von 20 aparten Job Hugo He Hoflieferant Konigs& Sach Aus Stadt und Cand. diese Auch meesten Sachen m Glas- Chr Sortiment I mit er. 30 Kugeln, Silber- Kuge Malerei etc., Edelol Schlangen- Kugeln, prachtvolle Baums Paradies- Vögel m Kahne, Ballons un Waschsengel, Eisza reizende Neuheit ( per Auf Wunsch 1 Sachen bei vermin n Gießen, 5. Dez. In der heutigen Stadtverordneten- Versammlung wurde mit daß bis jetzt vier Orte an die Ueberland trale angeschlossen sind: Krofdorf, Gl Klein- Linden und Allendorf an der Lahn. In bartiment II cr. 18 sten Tagen werden Heuchelheim, Wieseck und Alte seck angeschlossen; dann die Orte der Rabenau un aussichtlich auch Orte der Kreise Marburg und nen Orten übersteigen weitaus die ursprünglich nomniene Zahl. Eine Eingabe des Rhein Gastwirteverbandes und des hiesigen Gastwirte auf Aufhebung der Verbrauchsabgabe auf WeinViele Dani abgelehnt. Die Aufhebung würde für die Stadt Ausfall von 12 500 Mart, 1% Prozent des Gen steuerertrages, bedeuten. Für die Erweiterung de Schlafaugen in al tischen Wasserwerkes( Legung eines zweiten Ro Fir, Händler Jeder Bestell oder ein prachtvo beigepackt. Ferner führe Konfekthalter etc Erste Lesung des Etats: Innere Politik. Abg. Gröber( 3tr.): Man hat uns zum Vorfeld. Die Anschlüsse in den bis jetzt mit Licht wurf gemacht, daß wir bei Beratung der inneren Politik lediglich die Jesuitenfroge behandelt haben. Man übersieht, daß die Zentrumspartei sich unmittelbar vorher in den Debatten über auswärtige Politi! ausgiebig beteiligt hat. Es handelt sich um die Gewissensfreiheit, die staatliche Gleichberechtigung der Konfessionen. Die entscheidende Frage ist: Ist das Gesetz gerecht und verdient es aufrecht erhalten zu bleiben. ( Sehr richtig! im Zentrum.) Wenn die preußische Regierung die priesterlichen Funktionen der Jesuiten verbietet, auch wenn sie im Auftrage der Bischöfe handeln, dann bestätigt sie uns, daß sie die katholische Kirche und ihre Priester verfolgt. Wir geben zu, daß sich im Laufe der Jahre Tendenzen gezeigt haben, die Handhabung des Gesetzes zu mildern.( Hört! Hört!) Woher nimnit sich( mit erhobener Stimme und Faust) der Bundesrat das Recht zu solchen Gewissenseingriffen. So hätte höchstens der französische Revolutionsfongreß gehandelt.( Stürmtscher Beifall im Zentrum und Unruhe links.) Wir wollen uns nicht bieten lassen, daß zwischen das Gewissen eines gottsuchenden Menschen und seinen Schöpfer die Polizeigewalt des Bundesrats tritt. ( Brovo! im Zentrum.) Wir verwechseln nicht unsere vaterländische Pflicht mit der Jesuitenfrage. Für uns ist nicht die Jesuitenfrage der Eckstein unserer Politit, sondern Gerechtigkeit, und wir werden solange kämpfen, bis wir das Unrecht beseitigt haben werden.( Beifall im Zentrum.) ges von Quedborn bis zum Hochbehälter AnPaul Möl wurden 330 000 Mark bewilligt. Die Arbeiten bis 1914 vollendet sein. Staatssekretär Dr. Lisco: Der Abg. Gröber hat die Gültigkeit des Bundesratsbeschlusses vom 5. Juli 1872 angefochten. Diese Rechtsgültigkeit ist ernitlich fast niemals angefochten worden vor der Rede des Abg. Gröber im Frühjahr dieses Jahres.( Oho- Rufe im Zentrum.) Auch die bayerische Regierung hat leinen 3weifel gehabt, denn sonst hätte sie beim Bundesrat den Antrag auf eine authentische Interpretatton dieser Verordnung gestellt. Abg. Liebknecht( S03.): Die Ausführungen des Abg. Gröber über das den Jesuiten zugefügte Unrecht franken an der inneren Unwahrhaftigkeit. Gröber sprach von Denunzianten. Gerade das Zentrum ist ein Meister im denunzteren. Dem Herr Reichskanzler aber möchte ich zurufen:„ Bleibe ruhig mein Kind, in dürren Blättern säuselt der Wind!"( Große Heiterfeit!) Die Verhinderung der Wahlrechtsreform ist eine politische Todsünde der bürgerlichen Parteien. Wir werden nach wie vor alle Kräfte daran setzen, die Massen des Volfes aufzupeitschen.( Große Unruhe rechts), damit sie gerufen werden zu ihrer Pflicht.( Beifall.) Es folgen eine Anzahl persönlicher Bemerkungen der Abgg, Giesberts( 3.), Hoch( S03.), Liebknecht und Frank( Soz.). Der Etat geht an die Budgetkommission. Nächste Sitzung: Sonnabend 11 Uhr. Schluß um 5.45 Uhr. - 1 Gießen. Der älteste Jurist Hessens, G Justizrat Ba ist ist im Alter von 86 Jahren sterben. Gestern Freitag nachmittag stieß der S fahrer Postbote Wassem aus Gießen mit ein schäftsautomobil zusammen. Der Radfahrer vom Rad geschleudert und erlitt so schwere Bel gen, daß er nach drei Stunden st arb. ! Mainz, 5. Dez. Die Polizeiassistentin Schapiro ist in der gestrigen nichtöffentlichen G der Stadtverordneten- Versammlung zur festen ung gelangt, und zwar mit allen gegen 1 Stimme Assistentin wurde in die Gehaltsklasse von 2400 3600 Mark eingereiht, rüdwirkend bis 1. April Außerdem erhält sie freie Wohnung in dem ihr stehenden Heim. ! Worms, 6. Dez. Gestern früh gegen wollten der Flieger Leutnant Reinhardt ut Artillerieoffizier als Begleiter von der Darmstädte gertruppe auf dem Wormser Exerzierplatz lande fehlten aber infolge des dichten Nebels den Pla stürzten in eine Wasserlache, die zum Glüd nur ſteigt Er Glas- Chris Vom N geworde der da flärung wurde. nährun hält, immer brauch legentl Tourif fie al Tag sowie bürger nen Woble minde tett m find e gefche jeden höher, der Verbrauch von Schuberême Pilo, v die Qualität und Ausgiebigkeit hervorragend f Pilo lit überall zu haben! Verta Gies eiku stück Gold ück en Sie! 6810 68109 aus- Qualif Original tons von 20 Job Hugo Hoflieferant Konigs Sad Land. Der heutigen g wurde m Ueberlan Krofdorf, Lahn. r Ind Biefed und Der Rabenau Marburg und ezt mit Lid e fer enthielt. Der Apparat überschlug sich und wurde ig zertrümmert. Die Flieger sind unverletzt. haft gesetzt worden. Er geriet darüber in große Erreg ung und erschoß seine Frau und seine drei Kin Hanau. Fürst Heinrich von Hanau, der. Dann verübte er Selbstmord. Eine Stunde spä Sohn des Kurfürsten Friedrich Wilhelm 1. von Hester stellte es sich heraus daß er zu Unrecht per= vollendet auf seiner Herrschaft Horowitz in Böhmen dächtigt worden war. Er stand mit den Unterschag 8. Dezember das 70. Lebensjahr. ungen in feinem Zusammenhang. Aus aller Welt. Würzburg. Ein 28jähriger Postschaffner wegen angeblicher Unterschlagung in Untersuchungs::: Hamburg. Der städtische Fleischverlauf hat in der zweiten Hälfte des November folgendes Ergebnis gezeitigt: In vier Verkaufsstellen wurde insgesamt 44 404 Kilogramm an 24 981 Käufer abgegeben. FÜR DIE FREUNDE VON RICHTERS ANKER- STEINBAUKASTEN PREIS- AUSSCHREIBEN FÜR BAUTEN NACH EIGENEN ENTWÜRFEN ÜBER 200 PREISE UND PRÄMIEN MAN VERLANGE DEN PROSPEKT ZUM WETTBEWERB VON F. AD. RICHTER& CIE., RUDOLSTADT( THÜR.) 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