9 Leib MS ießen. bes! Januar Craft, der f 10 bis tung ge nd sehen um das nerzienrat Wilhelm 4. Neven inchen kretär. essener en merzu, eSchuh chtenberg. Gießener Zeitung Bezugspreis 40 Pfg. monatlich - ( Neueste Nachrichten) verteljährlich 1,20 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 90 Pfg.- Erscheint Redaktion: SeltersMittwochs und Samstags. Für Aufbewahrung oder Rücksendung weg 83. nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 2. - Telephon: Nr. 362. Reichstagswahlen 1912. Graf Posadowskyim Wahlkampfe. Graf Posadowsky hat auf mehrfache Anfragen von Jnteressentengruppen eine Erklärung veröffentlicht, in der er es ablehnt, sich auf so eingehende Wahlprogramme einzelner Interessentengruppen" festzulegen.„ Wer sich in dieser Weise bindet, ist kein Volksvertreter mehr, sondern nur der Agent einzelner Gruppen. Nach Artikel 29 der Reichsverfassung sind die Abgeordneten aber Vertreter des gesamten Volkes und an Aufträge und Instruktionen nicht gebunden. Es ist mir umsomehr versagt, mich auf derartige Sonderprogramme festzulegen, als sich vier verschiedene Parteien auf meine Kandidatur geeinigt haben." Darmstadt. Das Zentrum hat die erst vor einigen Tagen aufgestellte Kandidatur des Freiherrn v. Hertling für Darmstadt- Groß- Gerau wieder zurückgezogen. Das Zentrum sei zwar mit der Stellungnahme des Abg. Ofann zur Borromäus- Enzytiika nicht zufrieden, wolle aber doch seine Kandidatur unterstützen, weil er Besserung versprochen habe. Darmstadt. Der Hansabund faßte den Beschluß, bei der Reichstagswahl in den Wahlkreisen Darmstadt- Groß- Gerau und Bensheim- Erbach neutral zu bleiben. - vor Darmstadt. Das Zentrum hat seine einigen Tagen aufgestellte Zählkandidatur Hertling wieder zurückgezogen. Die Partei hat Stimmenfreigabe beschlossen, wobei der Sozialdemokrat und der Freisinnige ausscheiden sollen. wurde Mainz Bom Bund der Landwirte als Reichstagskandidat Gutsbesitzer Otto Dettweiler aus Wintersheim aufgestellt. Es sind jetzt dort aufgestellt: Dr. Keller( natl.), Dr. David( Soz.), Molthan( 3tr.) und Dettweiler( B. d. L.). - Marburg. Die Zentrumswähler der Stadt Marburg beschlossen, für die freifonservativ- nationalliberale Kandidatur des Professors Bredt einzutreten, die des Kreises Kirchhain für die deutsch- soziale Kandidatur des Schneiders Rupp. Das Zentrum ist also gespalten. Hersfeld. Die nationalliberale Partei veröffentlicht einen Wahlaufruf, der auffordert, dem fortschrittlichen Kandidaten Fiedler Gießen weit= gehendste Unterstützung zu leihen. Kassel. Der zum Hansabund neigende Ausschuß der Kasseler Innungen hat beschlossen, an Stelle des deutsch- sozialen Kandidaten Lattmann den libera len Kandidaten Schröder den Handwerkern zur Wahl zu empfehlen. - Die Nationalliberalen des Wahlkreises A de= nau- Cochem- 3 e II stellten den Staatssekretär a. D. Dernburg als Kandidaten für die Reichstags= wahl auf. Korthweiners Malzlaffen 90. ist achter veiner Mohyloffen befter Qualität aus 49614 Samstags liegt der Illustrierte Wochen- Anzeiger gratis bei. Expedition: Seltersweg 83. Samstag, den 6. Januar 1912. Aus Stadt und Land. Gießen, den 6. Januar 1912. n Gießen. Der Großherzog hat dem Bahnmeister Peter Schemel zu Gießen die unkündbare Anstellung verliehen. n Gießen. Heute Samstag abend spricht der Präsident des Hansa- Bundes, Geh. Justizrat Riezer, hier im Saale des„ Kolosseum". Ohne Zweifel wird ein Massenbesuch sein und deshalb ist ein frühes Erscheinen notwendig. n Gießen. Die Stadtverordneten bewilligten einen Zuschuß von 100 000 Mt. für die vom Staat projek= tierte Errichtung einer neuen Haut- und Ohrenklinik an der Landes- Universität. n Gießen. Der Oberbürgermeister beglüdwünschte in der letzten Sitzung der Stadtverordneten die Stadt= verordneten Wallenfels und Jughardt zu ihrer 25jährigen ununterbrochenen Tätigkeit als Stadtverordnete. Er überreichte beiden silberne Jardinieren, die mit prächtigen Arrangements blühender Blumen gefüllt waren. n Gießen. Die letzte Stadtverordnetenversammlung beschloß die Einrichtung eines städtischen Versicherungsamtes. Der Anschluß der Vororte Heuchelheim, Wieseck und Klein- Linden kann bei Tragung eines Teiles der Kosten vollzogen werden. n Gießen. Am Dienstag begannen hier die von der hess. Landwirtschaftskammer veranstalteten Kurse. Sie wurden in Anwesenhett des Regierungsvertreters, Regierungsrat Spahmer, durch den Vize- Präsidenten, Abg. Bähr, eröffnet. Mehr als hundert Landwirte aus sämtlichen Provinzen Hessens sind anwesend. n Gießen. Der Bau des Amtsgerichts geht nun jeiner Ausführung entgegen. Das neue Projekt sicht einen Flügelbau am jetzigen Justizpalast vor, der mit der Hauptfront an die neue Straße zu liegen kommt, die von der Ostanlage in der Richtung nach dem PhiloSophenwald hin geplant ist. n Gießen. Zu der Messerstecherei in der Neujahrsnacht liest man, daß die beiden Attentäter vorher die beiden Frauen belästigt haben sollen, worauf deren Männer zu Hilfe kamen. o Schlitz. Die Leiche des Erbgrafen von Schlih, der in Kristiania verstorben ist, wird hierher gebracht und am 6. Januar in der gräflichen Familiengruft beiIn diesem Jahre wird die hiesige gesetzt werden. Stadtkirche das Jubiläum des 1100jährigen Bestehens festlich feiern. o Friedberg. Die Neujahrsnacht verlief dies= mal sehr stürmisch. Einem verheirateten Maschinenschlos= ser wurde ein Bein durch einen Schuß zerschmettert, und einem anderen jungen Manne wurde der Unterschenkel durchschossen. Außerdem fanden blutige Schlägereien statt. Polizei und Rettungsmannschaften mußten vieifach in Aktion treten. Auch fanden verschiedene durch Feuerwerk verursachte Brände bezw. Explosionen statt. ! In Brezzenheim wurde gegen 60 Frauen eine gerichtliche Untersuchung wegen Verbrechens gegen das Leben eingeleitet. Verschiedene Personen sind verhaftet worden. ):( Hohensolms. Auch hier ist die Wasserfrage endlich gelöst worden. Am Fuße des Lappenberges wurde eine ergiebige Quelle erbohrt und ein Wasserwerk errichtet. Zu Kaisers Geburtstag soll das Werk Der größten Malzloffan- nach einer fleinen Festlichkeit in Betrieb genommen wer fedrail Fire Walt. Cafè Herr - den. ):( Wiesbaden. Die amtlichen Ermittelungen über die Schäden der sommerlichen Hitze in den Staatsund Kommunalwaldungen des Regierungsbezirkes haben ergeben, daß 135 Hektar Wald vernichtet sind. ! Aus dem Rheingau. In der ehemaligen teroffiziere und Mannschaften des 18. Armeekorps richtet, und zwar in den Gebäuden, die zur Zeit der Justizverwaltung zu Gefängniszweden dienen. Die Gefangenen werden am 1. Oktober nach Diez überführt. Das Gehalt macht' 6! Abtei Eberbach wird ein Genesungsheim für UnGiess. Reste Lager ager Brandmalerei und Schnittkunst er= ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 20 pig. Die die 44 mm breite Inseratenzeile. 90 mm breite Zeile im Reklameteil 30 Pfg. Extrabetlagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Bettvetbung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Berbindlichkeit. Druck der Gießener Berlagsdruckerei. Telephon: Nr. 362. 24. Jahrg. Von der Edertallperre. Eine gewaltige Arbeit ist schon an der Edertalsperre geleistet worden. Die Mauer ist zirka 7 bis 8 Meter hoch von einer Talseite cur anderen, 5-6 Meter schaut sie aus der Erde heraus. Aller Voraussicht nach wird das laufende Jahr das Hauptbaujahr werden. Geschäftliches. )( Unserer heutigen Ausgabe liegt ein Prospekt der bekannten Firma Inhalatorium Tancree, Wiesbaden, bei, deren Hauptaufgaben auf dem Gebiete der speziellen Katarrh- Kampfmittel liegen. Dieselbe brachte vor Jahren als erste den ärztlich bestens empfohlenen Tancree- Inhalator für Kalt- Inhalation zu jedermanns Benutzung. Durch Vergasung der Inhalationsstoffe in feinster Verteilung ist es ohne Beschwerden möglich, die wirksamsten Stoffe gegen Katarrhe, Verschleimungen aller Art bis zu den tiefsten Atemzügen einzuatmen, wodurch eine überraschend schnelle Lösung der Schleimpfropfen herbeigeführt wird. Zahlreiche Nachahmungen sind seitdem aufgetaucht, sie reichen aber alle nicht an die Wirkungen des ersten echten Tancree- Inhalators heran, weil dessen Konstruktion patentamtlich geschützt ist. Wir nehmen deshalb gerne Veranlassung, hierauf hinzuweisen und bitten die verehrten Leser, bei Bestellungen sich auf unser Blatt beziehen zu wollen. Versuchen Sie Perlka Bester u. ausgiebigst. Kaffee- Ersatz. Uebertrifft all. bisher Dagewesene an kaffeeähnlichem Geschmack. Keine Hülsen! دو Nur überbrühen! Perlka" ist überall zu haben. Rote Radler Gemütlicher Hildebrandt, Sonnenstrasse 31 Carl Zimmermann, Neue Bäue 15. Ausführung von Bestellungen jeder Bahnhofstrasse 62 Aufenthalt. Kaffee 15 Pfg. - Bügel- und Reparatur- Ans. l. Rechtskonsulent Stappel Hermes Lehr- Institut Giessen, Sonnenstr. 31. Tel. 634. Parfümerien und Farben Löwen- für Dam. u. Herren, Bahnhofstr. 39. Bürstenmacher Drogen, Chemikal., Drogerie W. Kilbinger, Giessen, Seltersweg 79a. Einzige u. Spez.- Ausbild. in all. +>> Art. 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Mit unheimlicher Schnelligkeit, mit plöblicher Gewalt bricht eine Umwälzung der Gebiets- und Machtverhältnisse in Asien berein, wie sie die Weltgeschichte noch kaum gesehen hat. Deutschlan ist nach seiner geographischen Lage an diesen Katastrophen politisch nicht unmittelbar beteiligt, aber wirtschaftlich in hohem Grade interessiert, und hinter wirtschaftlichen Interessen einer Großmacht muß heutzutage auch immer die nationale Wehrmacht stehen. Auf allen Posten aber in der wetten Welt, wo Deutschland Fuß fassen und Wurzel schlagen will, begegnen wir Großbritannien, das dte Diktatur über den Erdball als sein Recht in Anspruch nimmt. Wir haben's erfahren im vorigen Herbst und alle glatten Reden und füßen Beteuerungen von der Themse können den Hefen Ingrimm in unserem Volte nicht dämpfen. Mit dieser Gegnerschaft müssen wir auf absehbare Zeit rechnent. Es ist wohl denkbar, daß Frankreich durch die schwere Aufgabe, Marokko sich untertan zu machen, auf lange Zeit in Anspruch genommen wird; schon hört man bedenkliche Stimmen fiber die Opfer an Menschen und Geld, die Maroffo, wie einst Algier, den Franzofent fosten wird! Aber immer wird Frankreich sich wilItg England als Soldaten auf dem Festland zur Verfügung stellen, wenn die von der jeweiligen Bartettonstellation unabhängige Auslandspolitik Großbritanniens den Zeitpunkt für gekommen erachtet, Deutschland ein Halt zu bieten. Wir haben den Strauß im vorigen Sommer allein ausfechten müssen und, wie die Münch. N. N." richttg ausführen, nur die Erfahrung fann lehren, ob wir wirklich so schlecht abgeschnitten haben, wie die erste Enttäuschung angenommen hat. In unseren großen Handels- und Hafenstädten beginnt man wenigstens die Garantien in Marotto wie die Erwerbungen am Kongo allmählich günstiger zu bewerten. Im Hinblick auf Desterreich- Ungarns und Italiens diplomatische Unterſtüßung ist zu sagen: Der Dreibund ist nicht dafür geschaffen, uns aus weltpolitischen Schwierigkeiten herauszuhelfen, und wer die Bundesgenossen an der Donau und am Tiber oft laut und schwankend findet, der mache sich klar, ob ihre Bündnisfestigkeit in einem Weltbrande etwa nicht wesentlich davon abhängt, daß wir uns auch selbst genug wehren und sie schützen fönnen. Bundesgenossen sind aut, aber das deutsche Volk weiß trotzdem daß es um seine höchsten Güter, um den Bestand des Reiches, um die Ehre der Nation, um sein politisches und wirtschaftliches Leben, vor allem mit feiner eigenen Kraft einzutreten die Pflicht hat. Das fam uns allen fin Sommer 1911 zum vollen Bewußtsein und das sollte uns eine bleibende Mahnung sein. Rundschau vom Cage. Politisches. Die Ernennung des Kronprinzen zum Obersten wird für den Geburtstag des Kaisers erwartet. Das Gerücht, daß der Kronprinz die Führung seines Regiments vorläufig bis Ostern abgeben wird, weil er das Klima niht vertrage, trifft nicht zu. Der Kronprinz wird nur während der Hoffeste in Berlin von Danzig abwesend sein. Das Kartell der mittleren Beamten der preußischheffischen Staatsbahnverwaltung hat beschlossen, an den Minister der öffentlichen Arbeiten eine Eingabe zu richten, daß die erlittenen Strafen der Beamten des äußeren Dienstes nach Verlauf von fünf Jahren aus den Personalatten entfernt werden können. Ebenso foll der Minister gebeten werden, daß diejenigen Beamten, die seinerzeit gegen ihren Willen aus dem Hetmatsbezirk in einen anderen versetzt worden sind und bereits längere Zeit am neuen Dienstort zugebracht ha= ben, auf thr Gesuch wieder zurückversetzt werden sollen. So sind seinerzeit Beamte vom Rheni nach Bosen und von Schlesien nach der französischen Grenze verfett worden, wo sie bis jetzt verbleiben mußten, obgletch He alles darangefeßt haben, in thre alte Heimat zurütazukehren. Ihre Gesuche um zurückverseßung sind abgelehnt worden. Die Zahl der Innungen in Breußen betrug nach Der neuesten amtlichen Zusammenstellung 5803 frete Jungen, 3005 Amanasinnungen und 310 Innungsausschüsse. Geaen das Jahr 1902 ist die Zahl der freien nnungen um 221, die der Zwangsinnungen um 824, die der Ynnunasausschiffe, um 170 gefttegen. Die Herren von Dieskaut. 6) Original- Roman von Franz Treller. ( Nachdruck verboten.) „ Mein Gott, wie sich die Zetten ändern! Aber es ist vergeblich, gegen den Strom zu schwimmen. Man muß sich fügen." Mit einer. Miene der Ergebenheit goß er sich ein Glas Bordeaux etn und leerte es nicht ohne Behagen. Die sorgenvolle Miene der Tochter des Hauses hellte fich, während sie weiter langsam weiter ritt, auf. Eine freundliche Gedankenreihe zog durch ihr Köpfchen und ( verscheuchte die trübe Stimmung. In weiter Ferne weilte der Blick, ein sanftes Lächeln umspielte die Lippen und ein Ausdruck wehmittiger Freude belebte die anmutigen Züge. Es war ein Bild aus ihrer Seele Schacht empor= gestiegen und stand lebendig vor threm Geistesauge bas Bild eines Mannes, der, ach, nur so flüchtig, thren Lebensweg berührt hatte. Der Sommer hatte sie mit ihrer mütterlichen Pflegerin zu kurzem Besuch nach England geführt und auf Der Rückfahrt von Southampton nach Hamburg trat er thr entgegen. Sein starker Arm bewahrte sie vor einem Jähen Falle und dieses Intermezzo vermittelte die flitchHge Bekanntschaft. Bet Tische führte der Zufall oder ble Laune des Oberstewards thn neben ste und Frau von Herstell und die See war auf der kurzen Fahrt durch den Kanal und die Nordsee so ruhig, daß die Mahlzeiten regelmäßig eingenommen werden konnten, auch das Wetter so sonnig und freundlich, daß das Deck tmmer angenehmen Aufenthalt für die Retsenden bot. Er war etn Deutscher, ein Herr Holtau, der in England ein großes technisches Institut lettete und sich nach setnem Vaterlande begab, um seiner Pflicht als Reserveoffizter zu genügen. Ueber Die„ Republit" China und ihr Präsident. die Eidesleistung des von den Revolutionären zum Präsidenten der Republik China erwählten Dr. Sunyatsen und seinen Einzug in Nanking wird aus Schanghai folgendes berichtet: Dr. Sunyatsen hat am Montag nachmittag um 6 Uhr seinen feierlichen Einzug in die republikanische Hauptstadt Nanting gehalten. Er wurde von etwa 10 000 Soldaten, die Spalier gebildet hatten und ihm zu Ehren einen Geschübsalut von 21 Schüs= sen abfeuerten, mit großer Begeisterung begrüßt. Um 11 Uhr nachts übernahm er feierlich und in aller Form die Präsidentschaft der Republik China und die Leitung der provisorischen Regierung. Er legte sodann den Eid ab, die Mandschudynastie abzusetzen und den Frieden wieder herzustellen, ferner dem Lande eine Verfassung zu geben, die auf dem Willen des ganzen Volfes bafieren solle. Sobald dies geschehen sein werde, wolle er von seinem Posten zurücktreten und es dem chinesischen Volte anheimstellen, den Präsidenten der Republik zu erwählen. Um Mitternacht, nach Beendigung der Felerlichkeit, wurde ein neuer Salut abgefeuert. Die Bevölkerung bewegte sich auf den Straßen, die alsbald eine glanzvolle Beleuchtung zeigten. Das festliche Treiben dauerte bis gegen Tagesanbruch. Kleine Nachrichten. Königin Wilhelmine guter Hoffnung? Das Fernbleiben der Köntain Wilhelmine von Holland vom Hofball am Neujahrstage wird mit den Gerüchten in Berbindung gebracht, nach denen die Königin einem freudigen Familienereignisse entgegensteht. Wieder ein Spionagefall? In der Silvesternacht war in Deutsch- Eylau auf den Bosten, der das Brigadeund Regimentsbüro zu überwachen hatte, in denen wichtige Papiere aufbewahrt werden, ein Schuß abgegeben worden. Gestern soll zum zwetten Male auf den Posten vor diesen Büros ein Ueberfall beabsichtigt gewesen sein, ohne daß es gelungen wäre, dem Täter auf die Spur zu kommen. Ein Reichstagskandidat verunglückt. Der für den pommerschen Wahlkrets Byriz- Saßnitz aufgestellte nationalliberale Reichstagskandidat Bürgermeister Wieacker aus Prenzlau ist heute nacht auf einer Automobilfahrt von Noerenberg nach Stargard verunglückt. Das Auto wurde gegen einen Baum geschleudert, wobet Wieacker eine schwere Gehtrnerschütterung erlitt. In be= bewußtlosem Zustande wurde er in das Krankenhaus zu Stargard eingeliefert. Seine beiden Begleiter erlitten nur geringfügige Verlegungen. Das Kanonenboot Banther" im Kongsgebiet. Das Kanonenboot Banther" hat am Freitag früh die Retse nach der westafrikanischen Station angetreten. Es wird auch das Kongogebiet besuchen, doch hängt es von Wind und Wetter ab, ob das Schiff auf dem Kongofluß weit hinauffahren kann. Vergiftungen überall. In Duisbura sind zwei Versonen unter Vergiftunaserscheinungen gestorben. In einem Falle wird die Vergiftung auf den Genuß von verdorbenen Fischen zurückgeführt, in dem zweiten Falle ist die Ursache der Vergiftung noch unbekannt. Beim Rafieren ermordet. Wie aus Belgrad gemeldet wird, hat in Naaz wegen eines geringfügigen Strettes der Friseur Dufulte dem Grundbesißer Vukrunic, der sich rasieren lassen wollte, den Hals durchschnitten und die Leiche in die Save geworfen. Der Täter wurde verhaftet. Bolizeiliches Hutnadelverbot in der Schwetz. In Zürich ist vor kurzem eine Polizeiverordnung erlassen worden, durch die den Damen das Tragen von langhervorstehenden Hutnadeln untersagt und fedes Zuwtderhandeln mit Geldstrafe belegt wird. Obwohl diese Verordnung erst am 1. Januar 1912 in Kraft getreten ist. find bis gestern bereits 120 Strafverfügungen erlassen worden. Ein Opfer feines Berufes. Dr. Simon in Zürich, der Schwiegersohn August Bebels, ist an Blutvergif= tung gestorben, die er sich bei einer bakteriologischen Untersuchung zugezogen hatte. Ihr 101. Lebensjahr vollendete am Mittwoch die in Düffeldorf lebende Witwe Friedrich Röder. Die Gretfin erfreut sich noch völliger körperlicher und geistiger Frische Ein flüchtiger Banffaffierer. Der Kaffterer Willkomm von der Vereinsbank in Dippoldiswalde( Sachsen) ist verschwunden. Es soll eine Veruntreuung von Geldern vorliegen, die der Kassierer bet Spekulations= geschäften verloren hat. Die Geschäftsräume der Bank sind geschlossen. Die Höhe der Verluste ist noch nicht genau festgestellt, doch hofft man, daß sie nicht sehr groß find. Unzuverlässige Elemente in der franzöfifchen Kriegsflotte. Der Weifung des französischen Marineministers zufolge, die Kriegsflotte von allen unzuver= läfftgen Elementen zu säubern, wurden vierzehn Mann des gegenwärtig in Brest ankernden dritten Geschwa= ders Straffompanien zugeteilt. Rauferet nnter Militärsträflingen. Im Militärgefänante au Oran brach unter den Häftlingen eine Selbst die peinlich ängstliche und gewissenhafte Frau von Herstell duldete die Gesellschaft des jungen Mannes, der mit einem angenehmen männlichen Aeußern die Manteren des Gentleman verband und überaus anregend zu plaudern verstand. Sie schten es nicht zu beachten, wie Hilda im Verkehr mit diesem Manne eine Lebhaf= tigkeit und Lebensfreude zeigte, die sonst an der jungen Einsiedlerin von Dieskau gänzlich ungewohnt war, und sie sagte sich wohl, daß die baldige Ankunft in Hamburg dieser Bekanntschaft für immer etn 8tel setzen würde. Und sie lauschte mit Vergnügen, wie die beiden jungen Leute lebhaft plaudernd Meer und Land, Kunst und Wissenschaft in den Krets threr Unterhaltung zogen. Hilda war wohl unterrichtet, und der Fremde zeigte eine außerordentlich umfassende Bildung, die ihr bisher bet fungen Herren threr Gesellschaft noch nicht begegnet war. So vergingen die Stunden eines glücklichen Betsammenseins, das leider durch einen von Frau von Herstell sehr beschleunigten Abschied ein allzu tähes Ende fand. Aber das Bild des Fremden nahm Hilda im Her= zen mit sich fort, es hatte sich viel tiefer dort eingeprägt, als sie selbst ahnte. Dieses Bild ftleg vor threm Geistesauge auf, als sie jetzt langsam auf der von hochstämmigem Walb eingefaßten Landstraße einherritt und es brettete sich gol= dener Sonnenschein über thre 3lge. Ste berührte thr wohlgeschultes Tter mit der Gerte und in leichtem Galopp trug es file auf dem einsamen, schattigen Wege bahtn. Das waren des jungen Mädchens Lieblingsstunden und das sichere Pferd hinderte ste nicht, sich ihren Gedanken ganz zu überlassen. Da, wo etn Settenweg in den Wald führte, stand ein Herr und blickte nach thr hin. Die hochragenden Bäume und der brettrandige Filz beschattete sein Ge= ficht, aber jetzt 300 er mit höflicher Geberde den Gut und schwere Rauferet aus, in derem Verlaufe ein Fremdenlegionär von einem Sträfling tödlich verlegt wurde. Vier Personen im Rhein ertrunken. Gestern abend ertranten bet Rodenkirchen vier Personen im Rhein. Ste hatten sich mit einem Kahn an einen Schleppzig gehärgt. Als fte die Kette löften, schlug der Kahn um und alle vier Insassen ertranten. 400 000 Mark zur Förderung der deutschen Kulturs bestrebungen. Der Neuyorker Banfier Jakob Schiff hat der Cornell- Universität zum Zweck der Förderung der deutschen Kulturbestrebungen in Amerika 100 000 Dollars gespendet. Vermischtes. Schreckschüsse eines abgewiesenen Bittstellers. Eine eigenartige Rache hat ein abgewiesener Bittsteller an einem Generalfonful in Berlin genommen. Der 25 Jahre alte stellungslose Kommis Leichter hat an den Generalkonsul E., der in der Hildebrandt- Privatstraße wohnt, ein Bittgesuch um eine größere Unterstübung gerichtet. Er wurde abgewiesen, dafür rächte sich Leichfer in der Weise, daß er abends vor dem Hause, in dem der Generalkonsul wohnt, 2 scharfe Schiffe in die Luft abgab. Er wurde festgenommen und gab auf dem Boltzeirerier an, daß er den Generalkonsul erschrecen wollte, um ihn für die ihm zuteil gewordene Abwetsung zu bestrafen. He be nage Hängn wurde die th nicht hafti Denti fich ve Fräul Abdru Cofelli erhalte beami bote S garten en. Meffin fonnte wurde batte 4 Der ftädter auch ein un fchen b beamte gänge Befize fällig t vobet 1 Weg 31 Friehe geplant auch ei batte e genomm fönnen Eit ner Br land. Lobano Die Br fchreite gen, pr ritd. S Atrche. Sarg i Trauun die Tra ganz n noch w Beistlic gleichze taunlic Bemüt muß. Verwegene Flush cines Berliners aus der frana zösischen Fremdenlegion. In der marokkanischen Stadt Melilla befindet sich seit einigen Tagen als Gefangener der Spanier ein 35jähriger Deutscher namens Paul Gumprich, der aus Berlin gebürtig ist. G. war vor 1% Monaten mit neun Kameraden aus der französischen Fremdenlegion in Maroffo desertiert, auf der Flucht ftelen sie in die Gewalt der Eingeborenen, die ihnen alles raubten, was sie bet sich trugen. Nachdem die Marokkaner sieben der Flüchtlinge getötet hatfen, gelang es G. mit einem Kameraden Ernest Lacort aus Lüttich sich in Sicherheit zu bringen. Auf ihrer Flucht gelangten fie schließlich zu den Vorposten der in Marokko operte renden spanischen Armee vor Zekuan, von wo sie als Gefangene Spaniens nach Melilla ins Hauptquartier gebracht wurden. G. trägt eine höchst originelle Tätowierung auf dem Arm: ein Schwein, das mit einer französischen Offiziersuniform bekleidet ist. Streifende Nenyorker Wäschermädchen. In Neuyork haben fünfzigtausend Wäschermädel die Arbeit niedergelegt. Die Folge davon ist, daß viele Leute mit schmutzigen Kragen umhergehen. Am Dienstag haben die Streifenden einen großen Umzug in der Stadt und eine Versammlung im Zentralpark abgehalten, in der sie sich verpflichteten, nicht eher an die Arbeit zurückzufehren, bis thre Forderungen erfüllt sein werden. Publikum und Presse stehet auf ihrer Sette, die einen sehr geringen Lohn erhalten und metst unter gesundheitsschädlichen Verhältnissen zu arbeiten gezwungen sind. Der Scherif Haarburger hat eine Anzahl von Damen der besten Gesellschaft als Unterscherifs ernannt, um diese Verhältnisse zu untersuchen. Im Freiballon von Amerika nach Europa. Der Gordon- Bennet- Sieger im Freiballon, Ingenieur und Oberleutnant der Reserve Gericke- Berlin, ist erst am 30. Dezember von Amerika nach Deutschland zurückge= fehrt. Ihn beschäftigt jetzt ein neuer großer Plan, den er schon in Amerifa mit allen in Betracht kommenden Personen besprochen hat: er will im nächsten Herbst im Freiballon die Fahrt über den Ozean unternehmen. Ein Ballon von rund 10 000 Raummetr. Größe soll zu dies fem Zweck gebaui werden, der sich bis zu zwei Wochen schwebend erhalten tann. Gertae nimmt aber an, daß er in etwa fünf Tagen den Flug, der in Buffalo begin= nen dürfte, um zuerst ein paar hundert Kilometer über den Kontinent zu führen, vollenden kann. Eingehende Studien der Windverhältnisse, die das tägliche Material der letzten 12 Jahre umfaffen, haben ihn davon über= zeugt, daß die ganze Luftmasse sich auf der nördlichen Route im Herbst und Winter regelmäßia von Amerika nach Europa bewegt, durchschnittlich noch schneller als dte Dampfer, mitunter sogar nur in zwei Tagen. Auch die deutsche Transatlantische Flugerpedition" in um gefehrter Richtung auf der Südroute hält es für ein ficheres Unternehmen. Gefährdung des Eisenbahnverkehrs in Frankreich. Es scheint fast so, als ob die Atte verbrecherischer Anfchläge aller Art im öffentlichen Verkehr zu einer stän digen Rubrik der französischen Zeitungen werden solIen; denn es nergeht fein Tag, an dem nicht neue Verbrechen gemeldet werden, die nur zum Teil durch die Wachsamkeit des Aufsichtsnersonals unschädlich gemacht werden können. In der Nähe von Armentieres( Dep. Nord) haben nachts zwet unbekannte Männer die Wetchenlaternen zertrümmert, einen Stein auf das Gleise aewälzt und die Schienen in einer Länge von neun Meter aufgerissen. Als der Wächter, kurz vor dem Schnellzuge, die Stelle passierte, wurde er durch mehrere Revolverschüsse schwer verletzt. Der Zug konnte dicht vor der beschädigten Stelle zum Halten gebracht werden, sonst wäre unermeßliches Unheil angerichtet worden. grüßte. Mit einem leichten Schret riß sie an dem Zügel so heftig, daß das gute Tier, an eine solche Behand lung nicht gewöhnt, stehen blieb und unwillkürlich den Kopf schüttelte. Ein helles Rot war in Hildas Gesicht gestiegen und ein Strahl inniger Freude aus den sanften Augen traf den hochgewachsenen Fremden, der mit nicht minder leuchtenden Augen zu ihr hinüber sah. Es war eine vornehme und zugleich männliche Gestalt, die da so unerwartet vor Hildas Augen aufgetaucht war, und das schöne Gesicht des Fremden, gebräunt von dem anstrengenden Dienst im Manöverfelde, zeigte in diesem Augenblick den Wiederschein hoen Glückes. Eine verlegene Scheu bemächtigte sich nach der ersten jähen Ueberraschung Hildas, denn sie hatte gefühlt, wie ein heißer Blutstrahl ihr in die Wangen schoß und schüchtern und doch tnnig blickte fie auf den Mann, der den Hut in der Hand, das Antlitz ihr zugekehrt, vor ihr stand. Sekunden vergingen so, denn keines der beiden freudig überraschten Menschenkinder fand ein Wort. Endlich sagte Hilda:„ Ste hter, Herr Holtau? Wer hätte das vermutet?" ,, Gnädiges Fräulein, ein glücklicher Zufall, den ich fegne, führte mich mit meiner Reisegefährtin wieder zusammen." Er log ganz schamlos, denn er hatte diesen Weg nur eingeschlagen in der Hoffnung, thr zu begegnen. „ Aber wie kommen Sie in diese Gegend?" " Ich bin Gast auf Meerholz. Mit Erhard Meerholz bin ich von der Schule und vom Regimente her befreundet." Und wußten Ste nicht, das Dieskau ganz nahe Itegt?" Ich wußte es," sagte er letse und auch in sein Ge ficht stieg eine leichte Röte; er war jetzt nicht weniger verlegen als fte. fich die baft au mit ein machts Aber st Schlage Re Beritra abfliche Revolt simmer ich im Diszip und fichtspe mußte eret lang, brauch 29 fptelte Zwet ffande Mam baber mit i von e8 3 fegur und lette Schaff nate regel trop die der feine wöh даб äuße Ged gem ftell rofic gegr und met glü die als Fra drob Balf lern Wee wie Me ren Str fig Abr Fre ent emden rde. Bestern en im einen schlug Pulturs Schiff 100 000 derung Eine er an er 25 den Straße Bung Letch 1 dem Luft Boll reden bwetfrans Stadt gener Paul r1% ischen lucht hnen Ma ng es hsich ngten perte e als artter Täto einer Neuniemit aben und der dzuBub sehr ettssind. men um Der und am dge= den den im Etn Die hen бав in ber nde rial berChen rifa als uch etn etc. Anänsol= Dep. Bet eife una Sem cb= nte acht htet ***** g and den icht anfmit ES Ste Jat, von 馆 er hlt, and nn hrt, Sent ort. Ber to бет an jer he Je ger Die franzöfifche Sprachlehrerin Fräulein Thirion, te bekanntlich in Cöln unter dem Verdacht der Spionage verhaftet und zu einer inzwischen verbüßten Gefängnisstrafe vom Reichsgericht in Leipzig verurteilt wurde, well fle, wie es in der Urteilsbegründung heißt, bte ihr von einem preußischen Offizier gestellte Falle nicht als solche erkannt hatte, tst gegenwärtig damit beschäftigt, für einen Pariser Verlag ihre Erlebnisse in Deutschland zu schildern, wobei sie hauptsächlich die Abfich verfolgt, fich an dem preußischen Offizier zu rächen. Fräulein Thirion verlangt eine riesige Summe für den Abdruckt diefer Niederschrift, viermal mehr, als Frau Toselli vom Verlage des" Matin" für ihre Memoiren erhalten hat. Ueberfall auf einen Kassenboten durch einen Bank: beamten. Donnerstag nachmittag wurde der Kassenbote Klein in Berlin in einer Autodroschte im Tiergarten von dem Bankbeamten Julius Friche überfalfen. Friebe würgte den Kassenboten mit geflochtenem Klein Meffingdraht in der Absicht, ihn zu berauben. Fonnte sich freimachen und um Hilfe rufen. Der Täter wurde festgenommen und der Polizei überliefert. Klein hatte 40 300 Mark bei sich, was dem Täter bekannt war. Der überfallene Klein ist seit Jahren bei der DarmStädter Bant beschäftigt. Vor einigen Jahren trat dort auch der jetzt 30jährige Julius Friehe als Kaffenbote ein und wurde seinerzeit von Klein ongelernt. Inzwischen hat Friehe bei der Bant eine Stelle als Bureaubeamter erhalten. Da der Täter selbst Kassenbotengänge gemacht hatte, wußte er genau, wann Klein im Besize großer Geldbeträge war. Friehe fam wie zufällig mit einer Kraftdroschke im Tiergarten an Klein vobet und lud thn ein, mitzufahren. da er denselben Weg zu machen habe. Bei der Vernehmung gestand Friche ein, daß er schon lange einen Ueberfall auf Klein geplant habe. Er hatte alles sorgfältig vorbereitet und Außerdem auch ein scharf geschliffenes Beil bet sich. hatte er einen Lodenmantel und einen Schlapphut mitgenommen, um nach der Tat unerkannt entfliehen zu fönnen. Ein unheimlicher Vorgang, der mit dem Tode etner Braut endete, ereignete fich in Zarizyn in Rußland. In einer Kirche in Zarizyn sollte ein gewisser Lobanow getraut werden. Er war bereits in der Kirche. Die Braut fam angefahren, begrüßt von dem Schrette, schreite" der Sänger. Der Bräutigam geht ihr entge gen, praft aber entsetzt vor ihr an der Kirchentür zu ritck. Dicht hinter der Braut betritt ein Leichenzug die Kirche. Wenige Schritte hinter der Braut wird ein Sarg in die Kirche getragen. Der Geistliche, der die Trauung zu vollziehen hatte, begann ganz gemütlich die Trauhandlung, während der Sarg mit der Letche ganz nahe bei dem Brautpaar hingestellt wurde. Und noch während der Geistliche traute, sang ein anderer Geistlicher die Grabgefänge. Beide Fetern fanden gleichzeitig am selben Orte statt. Wer wird es für ertaunlich erklären, daß dieses Ereignis auf das erregte Gemüt etner jungen Braut von größtem Einfluß sein muß. Während der ganzen Trauungszeremonie hielt fich die Braut, die dicht neben dem Sarg stand, frampf= baft aufrecht. Beim Verlassen der Kirche fiel sie aber mit einem furchtbaren Schret hin und schten einen Ohnmachtsanfall zu haben. Als sich aber der junge Gatte Aber sie beugte, erkannte er, daß die junge Frau einem Schlaganfall zum Opfer gefallen war. vor seinen Augen die Stiefel ausziehen. Da fielen nuk die Bronzestücke heraus. Sorellon wurde verhaftet und gestand ein, daß er täglich gegen 14 Pfund gestohlener Bronze aus dem Arsenal schleppen konnte, weil er es zweimal verließ, wobei er jedesmal 7 Pfund Bronze in seinen Riesenstiefeln verborgen hatte. Die Berliner Methylalkoholvergiftung. Wie neuerdings gemeldet wird, haben die Ermittelungen der Kriminalpolizet in der Angelegenheit der Massenerfrankungen unter den Asylisten ein sehr eigenartiges Ergebnis gehabt: Kriminalfommissar Toussaint hat festgestellt, daß eine große Reihe von Erkrankungen und Todesfällen, die zum Teil bis in den Juli des verflossenen Jahres zurückreichen, nach dem Genuß von Methylalkohol eingetreten find. Vier Erkrankungsfälle, die im Juli in Berlin eintraten, sind besonders typisch für das Krankheitsbild der Methylalkoholvergiftung. Es erfrankten damals fast zu gleicher Zeit vier Männer, die alle aus derselben Flasche getrunken hatten. In der Flasche befand sich, wie nachgewiesen wurde, mit Methylalkohol vermischter Sprit. Zwei von den Erkrankten starben schon nach eingen Sinden; die beiden anderen erholten sich wieder, nachdem sie zwei Tage lang fast vollständig erblindet gewesen waren. Die Kriminalpolizet hat wetter festgestellt, daß der verhaf= tete Drogist Scharmach weit größere Mengen von Methylalkohol von verschiedenen Fabriken bezogen hat, als er bisher zugestand. Die Nachforschungen der Boltzet in Charlottenburg führten dazu, daß auch eine Charlottenburger Schankwirtschaft, in der der gefähr= liche Schnaps von Scharmach ausgeschenkt wurde, polizeilich geschlossen wurde. Seit Anfang dieser Woche sind feine Erkrankungen mehr infolge von Methylalkoholvergiftung vorgekommen. Wie weit der englische Deutschenhak geht, erhellt aus einer Buschrift, die das Luzerner Vaterland aus seinem Leserkreise erhalten hat:„ Wiederholt haben Ste auf die Nervosität der Engländer aufmerksam gemacht, die sich überall da zeigt, wo von Deutschland und von Deutschem zu sehen oder zu hören ist. Ich kann Ihnen dazu ein kleines Beleg liefern, das zwar für sich genommen fast als Lächerlichfett erscheinen mag. Als sympto matische Erscheinung mag der Vorfall Beachtung verdienen. Letzten Frühsommer mtetete etne reiche alleinstehende Engländerin in der Innerschweiz eine kleine Villa. Eine junge Luzernerin trat hier zu ihr in Dienst. Als die Dame gegen den Herbst hin nach London zurückfehrte, nahm sie die ihr liebgewordene Luzernerin mit. Bald nach ihrer Rückkehr wurde die Dame frank und starb, und die Luzernerin sah sich nach einem anderen Plaze um. Durch ein Plazierungsbureau wurden thr mehrere Stellen offeriert. Die erste Dame verlangte, daß sich unsere Luzernerin vorstelle. Das geschah. Die Dame fand Gefallen an ihr, um so mehr, als sie französisch gestellte Fragen prompt in fließendem Franzöfisch beantwortete. Beretts waren sie über den Dienstvertrag einig, als der Dame schwere Bedenken famen. Sie fragte plößlich:„ Wenn Sie etwas denken, wie denfen Sie es, deutsch oder franzöfifch?" Verblüfft über eine so alberne Frage antwortete die Luzernerin frisch: Deutsch, natürlich!" Ja, dann ist's was anderes. Wenn Sie französisch denken würden, wären wir einig gewor den; weil Ste aber deutsch denken, kann ich Ste nicht brauchen. Adteu!" Revolte in einer Weiber strakanstalt. In der Wet- Die Leiden des Deutschen Henne in China. Berstrafanstalt zu Clairmont, einer Ortschaft im franösischen Departement Otfe, fam es zu einer großen Revolte der bort eingeschlossenen dreihundert Frauenzimmer im Alter von 15 bis 20 Jahren. Sie rotteten tch im Hofe zusammen, verlangten die Abschaffung der Disziplinarstrafen und schlugen endlich in den Schlafund Spetsesälen alles kurz und klein. Da das Auffichtspersonal der Anstalt ausschließlich weiblich ist, so mußte die Gendarmerie geholt werden, um die Meuteret niederzuschlagen, was erst nach vier Stunden ge= lang, well die Gendarmerie von der Waffe feinen Gebrauch machen wollte. Blutiger Kampf um den Liebhaber. In Neapel sptelte sich dieser Tage eine Eifersuchtstragödie ab. Zwei verheiratete Frauen aus dem besseren Bürgerftande waren in heftiger Liebe zu ein und demselben Manne entbrannt. Als dieser wahrhaft„ edle" Liebhaber nach einem vergeblichen Erpressungsversuch damit drohte, den Ehemännern der betden Gattinnen von dem Liebesverhältnis Mitteilung zu machen, fam es zwischen den beiden Frauen zu einer Auseinanderfebuna, in deren Verlauf die eine einen Revolver zog und ihre Freundin" durch dret Schüsse schwer ver= lette. Die Märtyrerin der Liebe wurde ins Spital ge= schafft, die Attentäterin ins Gefängnis von Neapel. Die Riesenstiefel des Bronzediebes. Schon seit Monaten ftel es der Arsenalverwaltung in Brest auf, daß regelmäßig Bronzestücke gestohlen wurden, ohne daß es trotz genauefter Ueberwachung gelang, dem Dieb auf die Spur zu kommen. Da bemerkte nun dieser Tage der Portier, daß der Arbeiter Horellon, als er sich mit feinen Kameraden aus dem Arsenal entfernte, unge= wöhnlich große Stiefel anhatte und er Iteß Horellon Aber sie faßte sich früher als er, seine Verlegenheit gab ihr Mut und so vermochte sie in leichterem Tone zu äußern: " Ihre Reisegefährten müssen kaum noch in Ihrem Gedächtnis leben, sonst hätten Sie uns gewiß die Freude gemacht, auf Dieskau vorzusprechen. Frau von Her stell wird Ihre Saumseligkeit vermerken." Ein kaum merkliches Lächeln umspielte dabet thre rosigen Lippen. Das gab ihm seine Haltung wieder und artig entgegnete er:„ Ich bin sa erst seit gestern auf Meerholz und werde natürlich nicht verfäumen, Frau von Herstell meine Ehrerbietung zu bezeugen, nachdem mich ein so glückliches Ungefähr gleich beim ersten Spaziergang in dte Nähe von Dieskau geführt hat." Sein Blick und der lächelnde Zug um den Mund, als er mit scheinbar absichtlichem Nachdruck die würdige Frau von Herstell voranstellte und nur von ihr sprach, drohten sie wieder in Verlegenheit zu bringen, aber ste Half sich und sagte, um nur etwas zu erwidern: ,, Sie sind zum ersten Male in unseren schönen Tälern?" „ Ich war als Schüler schon einmal als Gast auf Meerholz." ,, D," dachte sie, dann wußte er also ganz genau, wie nahe Dieskau bei Meerholz Itegt!" Daß er auf Meerholz sofort Erkundigungen eingezogen und erfahren hatte, daß die Tochter des Freiherrn fast täglich diese Straße entlang ritt, ahnte ste freilich nicht. „ Ste bletbent wohl noch einige Zeit in Deutschland?" " Ich habe noch über vier Wochen Urlaub zu verfligen." „ Es muß doch eine große Freude setn, nach längerer Abwesenheit sein Vaterland, seine Angehörigen und Freunde wiederzusehen. Mir war schon ein kurzer Aufenthalt in England genügend, um Sehnsucht nach der Im Anfang der chinesischen Revolitionsbewegung gelangte, wie man sich erinnern wird, die Nachricht nach Deutschland, daß der als Postdirektor in chinesischen Diensten stehende Deutsche Henne, Ende Oktober in Sianfu das Opfer eines von den Revolutionären angerichteten Gemezels geworden fet. Glücklicherweise bestätigte sich diese Nachricht nicht im vollen Umfange. Henne hat zwar schwere Verlegungen erlitten, ist aber wie durch ein Wunder noch mit dem Leben davonge= tommen. Die Gefahren und Leiden, mit einem Schwerte niedergeschlagen haben. Ich kam erst wieder zur Besinnung, als ich zn Hause war. Daß ich mit dem Leben davon gefommen bin, ist das reine Wunder. Dret vernünftige Soldaten hatten sich meiner angenommen und mich nach Hause geschafft. Wenn es uns nicht gelungen wäre, diese dret Soldaten zu überreden, als Wache in unserem Hause zu bleiben, so wäre es sehr fraglich, ob heute noch eine See le von uns am Leben wäre. Mit Einbruch der Dunkelheit nahm aber das Morden und Brennen erst recht setnen Anfang. In unserer Straße, wo fast nur reiche Chinesen wohnen und die großen Banken sich befinden, zog sich die ganze blutdürftige Menge zusammen, und alle Häuser wurden geplündert. Ringsherum hatten wir Feuer. Das Gefindel lag beständig vor unserem Tor und verlangte Einlaß. Doch gelang es den Soldaten, die Hyänen abzulenken. Es war eine schreckliche Nacht. Ich lag halbtot, völlig angezogen im Bett. Die Letter stand an der Mauer nach hinten, und wir waren die ganze Nacht zur Flucht bereit. In derselben Nacht wurde eine außerhalb des Südtores gelegene kleine Missionsschule für Kinder von Missionaren vom Pöbel vollständig zerstört und 6 Kinder im Alter von 6 bis 15 Jahren, sowie die Hausmutter und der Lehrer in der grausamsten Wetse, die man sich denken kann, umgebracht, während es dem Hausvater gelang, mit dem Jüngsten Kinde zu entkommen. Von der englischen Misfion sind auch noch verschiedene schwer verletzt und andere völlig ausgeraubt worden. dte er ausgestanden hat, schildert sehr eindrucksvoll ein vom 12. November 1911 batterter Brief des Postdtrektors Henne, der durch einen Boten der Missionen von Stanfu nach Hankau gebracht und von dort am Neufahrstage in Hann. Münden, von wo Henne gebitrtig tst, eingetroffen ist. Darin hetßt es:„ Am 22. Oktober brach auch hier in Stanfu dte Revolution aus, plötzlich, doch kann ich nicht sagen, daß wir davon sehr überrascht waren. Ich rttt noch schnell zum Hofpital, um dort Rücksprache zu nehmen. Auf dem Rückwege ftel tch bewaff= netem Gesindel, etwa 150 oder mehr, in die Hände. Man nahm mir das Pferd ab und ich hatte einen harten Stand, um mich bis an die nächste Straßenecke durchzufämpfen. Dann erhielt ich von einem Kerl mit einem etma 10 Bentimeter dicken Knippel etnen furchtbaren Schlag auf die linke Schulter und im nächsten Augenblick hielt mir ein anderer Halunke etn Gewehr entge= gen, um mir etne Kugel in den Unterleib zu fagen. Ich ftürzte mich auf den Menschen, schlug den Gewehrlauf zur Sette und der Schuß ging scharf an metner rechten Sette vorbet. Was weiter passtert ist, weiß ich nicht, denn im selben Augenblick muß man mich Heimat zu empfinden und ich war glücklich, als ich ste wiedersah." " Ich begretfe das, doch vermag ich es nicht ganz nachzufühlen. Nicht, daß ich dem Vaterlande fremb geworden wäre, aber die trauliche Heimstätte, an der mich Itebe Menschen erwarten, fehlt mir, tch stehe ganz allein im Leben." " D," wie ein leiser Hauch entschwebte es threm Munde, ein Ton herzinniger Teilnahme. Er, der mit ruhigem Ernst gesprochen, einem Ernst, der doch etwas wehmutsvolles an sich hatte, fühlte es wohl: der Laut kam aus mitfühlendem Herzen. " Ich bin zwar nicht ohne Freunde, aber eine Familie fehlt mir, darum fällt es mir weniger schwer, mich auch in der Fremde wohl zu fühlen, so ist mir denn auch England Iteb geworden." teber 10 000 Mandschus find vollständig ausgerottet worden und weder Frauen noch Kinder verschont. Ich glaube, ein solches Morden steht in der Weltgeschichte einzig da. Mein Befinden ist den Umständen nach nicht fchlecht. Die Wunden sind vorzüglich geheilt, aber das Gehör des rechten Ohres habe ich vollständig verloren. Mein Gedächtnis ich noch schlecht und den linken Arm fann ich nur wenig bewegen. Gefahr besteht augenblick= Itch für uns nicht"." Allein? Der Arme doch bin ich denn nicht auch allein? schoß es thr durch den Sinn. Bin ich nicht fremd inmitten der Meinen? Habe ich außer meiner guten Herstell ein Wesen, das mich mit guter HerzensItebe umfinge?" Mit leichtem Zögern sagte ste: „ So haben Sie auch allein den Kampf mit dem Le= ben aufnehmen müssen?" Berliner Getreide und Schlachtviehmarkt. Die Nachrichten über die Herabminderung des Weizenertrags Argentiniens die mögliche Ausfuhrletftung wird jetzt mit 2% Millionen Tonnen gegen früher 4% Millionen angegeben wirden zweifellos einen weit stärkeren Einfluß auf die Märkte gemacht haben, wenn nicht gleichzeitig sich vermehrtes Angebot kanadischen Weizens am Weltmarkt zu nachgiebigen Forderungen gezeigt hätte. Außerdem sind die nach Europa schwimmenden Weizenmengen recht ansehnlich und die Verschiffungen der Welt in der letzten Woche durchaus genügend groß. Auffällig ist das für diese Jahreszeit recht geringe Inlandsangebot in Deutschland, namentItch an Rogoen. Man erklärt sich diese Erscheinung teils durch die unnatürliche, teils durch die Einfuhrscheine geförderte Ausfuhr an Brotgetreide, teils aus dem Umstande, daß die Landwirte wegen der enormen Höhe der Gerste- und Haferpreise vielfach Roggen zur Fütterung verwenden. Man befürchtet, daß eine Knappheit an Roggen, Hafer und Gerste sich in den nächsten Monaten noch stärker geltend machen dürfte, während fir Wetzen der Umfang der demnächst in stärkerem Maße einsetzenden Ausfuhr aus den südamerikanischen Staa= ten bestimmend sein wird. Hafer und Gerste haben bet starker Bedarfsnachfrage beträchtlich im Werte gewon= nen. Die Preise für Lieferung im Mai stellten sich fchließlich wie folgt: Weizen 216,50, Roggen 198,00, Safer 193,50, Mais 165,00 M. „ Ja, denn früh ließen mich metne schon befahrten Eltern einsam auf dieser Welt, aber," und sein Auge leuchtete in männlichem Selbstbewußtsetn auf-„ tch bin als Steger aus dem Kampfe hervorgegangen. Ich habe eingesehen, daß nur Arbeit fret macht und ich habe gearbeitet." - Die schöne, männliche Gestalt vor thr mit der wirkItch vornehmen Haltung und dem sympathischen offenen Antlig, aus dem zwet aufrichtige Blauaugen bltzten, das kräftige Selbstbewußtsetn, das aus seinen Worten und Mtenen sprach, alles dies bildete einen folchen Gegensatz zu den Gestalten, an die fie gewöhnt war, dak Preise des städtischen Schlachtviehmarktes. 1. Ochfen: a) vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwertes, ungejocht 83-89 M., 6) tunge fletschige nicht ausgemästete und ältere ausgemästete M., c) mäßig genährte junge und gut genährte ältere M. 2. Bullen: a) vollfleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwertes 77-83 M, 6) vollfleischige jüngere 75-82 M., c) mäßia genährte tüngere und gut genährte ältere 72 bis 77 M. 3. Färsen und Kithe: a) vollfleischige ausge= mästete Färsen höchsten Schlachtwertes- M., b) vollfleischige ausgemästete ühe höchsten Schlachtwertes, bts zu 7 Jahren M, c) ältere ausgemästete und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färfen 74-79 M, b) mäßig genährte Kühe und Färsen 67-73 M, e) gering genährte Kühe und Färfen bis 64 M., f) gering genährtes Jungvleh( Freffer) 56-70 M. 4. Kälber: a) Doppellender feinster Mast 114-150 M. 6) feinste Mastfälber 113-120 M, c) mittlere Mast- und beste Saugfälber 100-110 M, d) geringere Mast- und gute Saugfälber 91-102 M. e) geringe Saugfälber 65-85 Mart. 5. Schafe: a) Maftlämmer und jüngere MastHammel 72-82 M., b) ältere Masthammel, geringere Mastlämmer und gut genährte junge Schafe 62-70 Mrs c) mäßig genährte Hammel und Schafe 50-66 M. 6. Schweine: a) Fettschweine über 3 Bentner Lebendgem. 62-63 M., b) vollfleischige Schweine 240-300 23fd. 61 bts 63 M. c) vollfleischige Schmetne 200-240 93fd. 60 bis 62 M., d) vollfleischige Schweine 160-200 fb. 57 bis 60 M, e) vollfleischige Schmetne unter 160 Bfd. 53 bts 56 M. f) Sauen 55-58 M. deutlich ein Ausdruck kindlicher Bewunderung in threm rosigen Antlig erschien. Er verstand dies und die Freude über die setner mannhaften Tätigkeit so unverholen dargebrachte Anerfennung spiegelte sich in seinen Blicken wieder. ,, Wie schön ist es, das von sich sagen zu können, und wie stolz müffen Sie auf das selbst Errungene fein!" " Ich freue mich der Freiheit und Selbständigkeit, dte mir mein Fleiß erwarben." ,, Und Sie sind so früh Waise geworden?" " Das Geschick wollte es so und es hat mich wild im Leben umhergewirbelt, aber ich behielt das Steuer in der Hand und gelangte zum Ufer. Einige Freunde und die tiefe Liebe zu meinem Heimatsvolt erhielten mich in allen Fährnissen treu dem Vaterlande und ich trage mit Stolz von Zeit zu Zeit den Rock des deutschen Artegers." Silda fühlte, daß die Unterhaltung vom Sattel her. ab schon zu lange gedauert hatte. So ungern sie abs brach, sagte fte doch: ,, Wir erwarten Sie also auf Dieskau, Herr Holtau, Frau von Herstell wtro Ste mtt Vergnügen empfan gen." Ich werde nicht zögern, gnädiges Fräulein!" Schon neigte fie das Köpfchen verabschiedend und zog die Zügel des in aller Ruhe verharrenden Tiered an, als elliger Hufschlag von der Straße herklang, dte Bilda gekommen war. Ste sowohl als auch Holtau horchten auf und gleich darauf bog auf hochgestelltem Roffe Harald von Dieskau um die Baumgruppe, dte hter den Weg etnengte. Das Gesicht des jungen Mannes war gerötet, es war dies wohl etne Folge des ge noffenen Weines und bes etligen Rittes; auch saß es nicht ganz fest im Sattel. ( Fortsekung folgt.) 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Die meisten von ihnen sind auf finanzielle Beihilfe von gelehrten Gesellschaften oder Einzelpersonen angewiesen. Wohl dem, der schon einen Rekord zu verzeichnen hat und den die Wissenschaft mit ihren reichen Mitteln freigebig L.J Inserate die 44 mm breite Petitzeile 25 Pfg.; Reklame die 90 mm breite Petitzeile 50 Pfg. Extra Beilagen nach Uebereinkunft. kommt er für einige Wochen aus dem Rechnen und Kalkulieren nicht heraus. Denn jeder Pfennig muß so nützlich als möglich angewendet werden. Vor allem ist es die Provisions- Frage, die ihn beschäftigt, bei der auch nicht das kleinste Ding vergessen werden darf. Endlich hat er Gelegenheit, mit einem Dampfer, einer Jacht oder auch nur einem Schooner nach dem Norden abzureisen. Die Zeitungen bringen Notizen über ihn Renntierschlitten. unterstützt. Für den, dessen Name maßgebenden Persönlichkeiten noch nicht geläufig ist, bedeutet's meist einen recht dornenvollen Weg. Die meisten unserer Forscher können davon wohl ein Liedchen singen und so mancher von ihnen begrüßte bei seiner sieggekrönten Rückkehr da und dort einen der eifrigsten Enthusiasten, der vor Beginn des Unternehmens mit zweifelnden Worten nicht sparte. Hat der Expeditions- Leiter wirklich genügend Kapital zusammengebracht, dann ist die Zeit für ihn getommen, wo er sich als Kaufmann betätigen muß. Dann und sein Vorhaben in lakonischer Kürze. Was bedeutet es, wenn heute, im Zeichen des Verkehrs, ein Mensch nach Grönland abreist! Dann landet er an der Grenze der Zivilisation. Die Welt der Esfimos wird auch seine Welt. Seine Vorräte, Tabak, Zucker, Tee, Mehl, billiger Perlenschmuck, buntes Tuch, Eisenwaren und billige, aber glänzende Waffen sind ihm willkommene Zahlungsmittel. Die Provision für seine persönlichen Bedürfnisse, zumeist Konserven, getrocknetes Fleisch und Hartbrot werden in lederbeschlagenen Risten von ganz bestimmter Größe sorgfältig untergebracht. Dann unterhandelt er mit den intelligentesten Eskimos wegen eventueller Beteiligung an der Schlittenreise. Das ist außerordentlich schwer und verschlingt viel kostbare Zeit. Denn diese Naturkinder, die für eine derartige Fahrt unschnell entscheiden, stellen die naivsten Fragen, werden unverschämt in ihren Forderungen, sobald sie ge= Reckslangen eulen haltiges Musterhrung. eck, Bonn. ttgeschliffener Nr. 10. it fepar. Eingang. nfort der Neuzeit Bimmer zake 81 But taftraße 301 Bimmer Bimmer Liebigftr. 75 Verantwortlich: Albin Klein, Gießen. 2 Nordpol- Expeditionen. willt sind, mitzugehen, sind dann aber auch die treuesten Begleiter, die man sich denken kann, sobald sie definitiv gewonnen sind. Begleiter, die bis zum bittersten Ende ausharren. Das ist erst von der Danmark- Expedition unter Mylius Erichsen wieder bezeugt worden, wo der den Forscher begleitende Eskimo Jörgen Brönlund bei Nacht und Schneetreiben mit dem letzten Rest seiner Kräfte sich vom innersten Ende des Danmark- Fjordes nach dem Depot auf Lambert- Land schleppte und sich dort in einer Felskluft zum Sterben niederlegte mit dem einzigen Gedanken: hier kann meine Botschaft gefunden werden.( Sie gab Kunde von dem traurigen Geschick des Expeditionsleiters, der ebenfalls elendiglich zugrunde ging.) deckte oder sonst sterile Strecken zu durchmessen, ist der Hund als Zugtier unbedingt erforderlich. Und die Anwendung der Hunde wiederum ist nur möglich, weil sie erstens durch den kolossalen Fischreichtum jener Breiten gewissermaßen leicht am Leben erhalten werden können und weil sie zweitens über den festgefrorenen Schnee leicht dahintrippeln, so daß eine möglichst große Arbeitsleistung erreicht werden kann. Die Hunde werden nicht mit der Leine gelenkt, sondern durch Zurufe, reagieren auch nur auf eine Stimme, die ihnen bekannt ist, und gehorchen nur einer Hand, die sie eingefahren hat. Meist spannt man 12 vor einen Schlitten, je zwei und zwei sowie an der Spitze als Nr. 13 einen Leithund, der oft soviel kostet, e ǝquvz шL Ein japanisches Kirschblütenfest. Eine moderne Hölle. Ein japanisches Kirschblütenfest. Japanisches Kirschblütenfest. Kroll 1911. 7 Eine Kollektion von Pseudo- Japanerinnen. aus den Operetten„ Der Mikado" und„ Die Geisha" umfaßte. In den Pausen zwischen den einzelnen Akten wurden Lichtbilder von der Reise des Kronprinzen nach Ost- Asien und aus Japan vorgeführt. Die Säle des Krollschen Etablisse= ments waren dem Charakter des Festes entsprechend in einen Schiffs- Salon des Norddeutschen Lloyd und in einen japanischen Garten mit Teehaus zur Kirschblütenzeit umgewandelt. Um das ,, Kirschblütenfest" recht malerisch zu gestalten, waren, wie auf unserem Bilde ersichtlich, die an dem Fest teilnehmenden Damen gebeten, möglichst in japanischen Kostümen oder im Matrosenanzug zu erscheinen. Da auch die Berliner japanische Kolonie zahlreich vertreten war, so entbehrte das Gesamtmilieu im Neuen Königlichen OpernUnter großer Beteider ligung fand im Monat Dezember im Neuen Königlichen Operntheater in Berlin ein Wohltätigkeitsfest zum Besten Wilmersdorfer Vereine vom Roten Kreuz statt, das den Charakter eines japanischen Kirschblütenfestes trug. Das Fest war so gedacht, daß eine mit einem Dampfer des Norddeutschen Lloyd in Japan angekommene Reise- Gesellschaft dort von den Kindern der DeutschenKolonie durch ein Festspiel mit Chor und Orchesterbegleitung begrüßt wurde. Für den zweiten Akt war ein Konzertabend auf der Deutschen Botschaft in der Nagata- cho in Tokio vorgesehen, während der dritte Teil das eigentliche japanische Kirschblütenfest" mit Geisha- Tänzen und Darbietungen Das Innere einer Polarwohnung. Hat der Polarforscher sein Menschenmaterial er gänzt, wobei er sich als guter Diplomat zeigen mußte und mit stets verbindlichem Lächeln scheinbar auf alle, auch die unmöglichsten Forderungen der Eskimos cinging, um dann schließlich doch seinen Willen durchzu setzen, so ist für ihn eine weitere Hauptfrage der Ankauf von Schlitten( Narten) und das Einhandeln von Hunden sowie Futter für dieselben. Alle anderen Zugtiere und technischen Beförderungsmittel müssen absolut versagen, sobald es sich um die Bewältigung weiter Strecken handelt. Besonders in der Antarktis hat man versucht, mit AutomobilSchlitten zu arbeiten. Sowohl Dr. Charkot wie auch Shackleton haben ihn zeitweise benutzt, aber sie sind über einen eigentlichen Versuch auch nicht hinausgekommen. Wo es gilt, größere, mit Sand oder Eis beals die übrigen 12 zusammen, nämlich 25 bis 30 Dollars. Der Leithund ist zumeist ein altes Tier oder eine kleine, schlaue Hündin. Auf ihn muß sich der Führer verlassen, denn die übrigen bilden in ihrer Gesamtheit nur eine faule, mürrische Bande, die nur gezwungen arbeitet und mit allen möglichen Eigenschaften behaftet ist, wie Feigheit, Eifersucht und vor allem Futterneid. Das Gewicht eines Hundes beträgt im Durchschnitt 40 Pfund. Er erscheint fett, ist aber de facto hundemager. Die Färbung der Tiere ist verschieden: schwarz, rötlich, bunt, blendend weiß und wolfsgrau. Die Ohren fast immer spitz. Die Hunde bedürfen keines Obdaches, sind vielmehr stets, auch bei fürchterlichster Kälte und heftigsten Schneestürmen im Freien und lassen sich während der Ruhepausen fast gänzlich einschneien. Sie bedecken ihre Schnauze sehr Dran vom Dschebel Murdschadscho gesehen. In Oran betreten die Rekruten für die Fremdenlegion zum ersten Male afrikanischen Boden. Fort St. Jean in Marseille. ( Der Sammelpunkt der Fremdenlegionäre.) hause nicht der Echtheit und die Original- Japaner gaben im Verein mit den Pseudo- Japanerinnen ein interessantes Bild. Eine moderne Hölle. Die französische Frem denlegion, die schon seit langem das ,, Schmerzenskind" für die deutsche Regierung geworden ist, hat fürzlich wieder einmal von sich reden gemacht. In dem Grenzort Avricourt wurde ein französischer Werber mit einem neuen deutschen Opfer dingfest gemacht. Ein Beweis, daß die französischen Agenten immer wieder versuchen, neue menschliche Beute für die ,, moderne Hölle" in Afrika zu ergattern. Diesmal sogar innerhalb der schwarz- weißroten Grenzpfähle. 2 logo - herololi ông( pHD 12qp hung quạ‘ uaqa[ n qu qul#]] & 6 Im Lande der weißen Elefanten. Leute kommen, um ihre Besorgungen zu machen, in zahl= reichen Booten. Jedes Haus hat natürlich sein Boot und obendrein besitzen noch viele Kinder kleine Kanoes, in denen sie sich munter herumtummeln. Die meisten uns begegnenden Boote werden von Frauen gerudert, und wir beobachten, daß in Siam überhaupt den Frauen bei weitem die meiste Arbeit zu= fällt; das männliche Geschlecht ist bestrebt, es sich so be= quem wie möglich zu machen, eine stark ausgeprägte Landessitte. Während die Männer rauchend und schwatzend herumlungern, verrichten die Frauen alle Arbeiten, die zum Lebensunterhalte erforderlich sind. Wir sehen Hunderte von Booten, die schwer mit Waren beladen sind, durch schwächliche Mädchen von Haus zu Haus rudern. um Früchte, Gemüse und allerlei andere Artikel feilzubieten. Auch die schweren Frachtboote werden von altersschwachen Frauen, unter größter Anstrengung, vorwärts bewegt, furz immer und immer ist es die Frau, welche die Arbeit besorgen muß. Bemerkenswert ist die siamesische Reinlichkeit; dreiviermaliges Baden des Tages lieben die meisten Siamesen, und Parfümieren des Körpers ist sehr gebräuchlich. Mitunter ziehen die Frauen es vor, anstatt des Badens sich fleißig Wasser über den Kopf zu gießen. Niemals gehen sie gänzlich nackt in den Fluß, da bei ihnen vollständige Nacktheit bei erwachsenen Personen als im höchsten Grade unsittlich betrachtet wird. Auch kann eine Frau nicht ärger beleidigt werden, als wenn in ihrem Beisein obscön geredet wird. Sehr geneigt zur Konversation, hat der Siamese keine Schwierigkeit, sich klar über seinen lebhaften Gedankengang auszudrücken; von Natur gutherzig, bescheiden und höflich, ist er hingegen hochfahrend, wenn von ihm mehr Unterwürfigfeit verlangt wird als ihm von Rechts wegen zukommt. Beide Geschlechter haben Abscheu vor Trunkenheit, und die Eltern schulen ihre Kinder in sittsamem Betragen und Unterwürfigkeit gegen ältere Personen. Zwischen den Gatten besteht, ungeachtet der ungerechten Arbeitsüberbürdung der Frau, große Anhänglichkeit. Stark ausgeprägt ist bei den Siamesen der Hang am Althergebrachten, und eine Folge dieser Neigung ist die Verehrung der verstorbenen Verwandten, während sie für die ihnen in der Neuzeit aufgedrungenen fortschrittlichen Unternehmungen wenig Sinn an den Tag legen. Gleichgültigkeit, Ruhe und Frieden geht ihnen über alles andere, und ein außerordentlicher Abscheu vor dem Vergießen von Blut ist ihnen eigen. befindet, als mehr ehrenvoll angesehen wird, wie die rechte Hand in wichtigen Angelegenheiten bindende Versicherungen schließt. Wenn der König die Stadt besucht, was jährlich einmal mit orientalischem Pomp ohnegleichen geschieht, werfen sich alle Eingeborenen auf der Straße auf das Gesicht so lange nieder, bis er vorüber geritten ist, erst dann richten sie sich wieder auf und starren ihm staunenden Auges, mit heiliger Scheu nach. Der König macht seine Ausflüge auf weißen Elefanten, die so kostbar geschmückt sind, daß jeder Elefant ein ungeheures Vermögen mit sich auf dem Rüden herumträgt. Das Gefolge mit einer Unmenge Elefanten ist gleichfalls ungemein verschwenderisch ausgestattet. Mitunter läßt sich der König auch in cinem riesigen Stuhl herumtragen, der ebenso wie der Baldachin von Gold und Edelsteinen stroßzt. Weder Geburt noch Besitz verhelfen in diesem Lande einer Person zu hoher Stellung, die Gunst und der Wille des Königs allein sind maßgebend, und bewirken, insofern nicht selten Wunder, als ganz niedere Personen, infolge irgendeines Ereignisses, das ihnen zur Gunst des Königs verhilft, plötzlich zu hoher Stellung und Macht aufrücken, während andere, weit befähigtere Männer zuWot Poh in Bangkok, die größte Tempelanlage. Subordination ist den Siamesen von alters her anerzogen, und auch jetzt noch ist es Sitte, daß Dienstboten in Gegenwart ihrer Herrschaft niemals stehen, sondern knien, oder auf den Fersen sitzend, den Kopf ein wenig vorgeneigt, die Hände vor die Stirn legen. Wenn Un= tergebene ihre Herren auf der Straße treffen, so haben sie den Oberkörper tief zu beugen und mit den zusammengelegten Händen die Stirn zu berühren. Besucht ein Niederer eine höher stehende Person, so fniet er nieder, legt den Oberkörper nach vorn über, bis er mit der Stirn den Boden berührt und bleibt in dieser Situation so lange, bis der Vorgesetzte ihn angesprochen hat, denn er darf niemals das Gespräch eröffnen. Im Leben Gleichgestellte bieten dem Besuchenden ihren eigenen Platz an, den sie inne hatten, und außerdem muß jener auf der rechten Seite des Zimmers sitzen, da alles, was sich rechts rückstehen müssen. Als die europäischen Staaten anfin= gen, Gesandtschaften und Konsulate in Siam einzurichten, entstanden nicht geringe Schwierigkeiten dadurch, daß der König gewohnt war, als Gottheit betrachtet zu werden. In der Art ihrer Ernährung sind die Siamesen äußerst bescheiden Reis bildet die Hauptspeise, nur verschiedenartige Früchte, Gemüse und Fische bringen etwas Abwechslung in das monotone Menu. Fleischnahrung ist der buddhistischen Religionslehre zuwiderlaufend und wird daher von den Siamesen ausgeschlossen. Dem Glau= ben der Buddhisten zufolge wandert die Seele eines Menschen nach dem Tode in ein Tier über; daher der Tierkultus bei den Gläubigen. Obgleich die Siamesen im allgemeinen nicht ein unschöner Menschenschlag genannt werden können, wird ihr Äußeres jedoch durch die Unsitte, die Zähne schwarz zu färben, sowie infolge des auch hier üblichen Betelkauens, wodurch Mund und Lippen sich in häßlicher Weise röten, stark beeinträchtigt. Die Kleidung ist natürlich dem heiBen Klima entsprechend eine sehr leichte und beschränkt sich bei den Männern der Reichen auf luftige Unterbeinkleider und ein langes Muslinhemd, während die Frauen meist einen farbigen Kaliko- Unterrod und einen Muslinschal als ausreichend ansehen. Polarhunde. Die dünnen, breiten Sohlen fertigt man zumeist aus Birkenholz an, die Verbindungsstücke sind aus hartemLärchenholz hergestellt. Kein Nagel oder Pflock wird beim Zusammenfügen verwandt, alles wird durch Riemen stark verfestigt, so daß selten ein Bruch vorkommt. An jedem Tage vor dem Aufbruch werden die Schlittenkufen mit Wasser übergossen, so daß sich eine glatte Kruste bildet, die weit besser als Stahlbänder funktionieren. Am Kap Dejenew in der Beringstraße. Nordpol- Expeditionen. Vor dem Kap, das aus weißent Marmor besteht, frenzen zwei Tschuttschen- Boote. einfach mit dem buschigen Schwanze und lassen sich durch nichts stören. Nur einmal am Tage, und zwar nach getaner Arbeit, werden sie abgefüttert. Jedem Hunde fällt dann ein Fisch im Gewicht von 3 bis 5 Pfund zu, beziehungsweise einige kleinere Fische im gleichen Gewicht. Bom getrockneten Fisch( Juckola), rechnet man auf einen Schlitten mit 12 Hun den 320 bis 480 Pfund im Monat. Je nachdem, ob die Tiere leichte oder schwere Arbeit zu leisten haben. Die Schlitten sind langgestreckt, schmal und außerordentlich niedrig. Der obere Teil der Korb ist vollkommen flach und hat nur eine niedrige Berte. Vor einem Eskimozelt. Borderende des Schlittens befindet sich ein starker Bügel, an dem die Zugleine befestigt ist und der im übrigen als Handhabe dient, wenn Hindernisse zu beseitigen sind und er sich festgefahren hat, besonders im Packeise. Die Zugleine ist aus Walroßhaut und etwa 20 Fuß lang. An diese sind wiederum die fleineren Zugleinen für die einzelnen Hunde wechselständig befestigt. Das Geschirr stellt eine sattelförmige Vorrichtung mit breiten Bruſtriemen dar. Eine gut bespannte Narte trägt etwa 800 Pfund nebst einem Menschen. Zuweilen packt man wohl auch 2000 Pfund auf. Wir sehen also, wie schwierig und mannigfaltig die Vorbereitungen sind, die für eine Fahrt durchs trügerische Polareis erforderlich werden. Und dann die Fahrt selbst. Mit der Hoffnung im Herzen, den Pol zu erreichen. gun лод 1J1 Both s Siu Ein Duell. Ein In eines der ersten Kaffeehäuser zu Marſeille trat im Jahre 1860 ein unbekannter Mann von etwa 45 Jahren, sehr einfach gekleidet, und wenn man etwas an ihm lururios nennen durfte, so war es die feine und blendend weiße Wäsche, die er trug. Sich ein abgesondertes Ecktischchen wählend, ließ er sich vom flinken Marqueur nach holländischer Manier ein Tonpfeifchen bringen, stopfte dies mit Varinas, schlürfte dazu eine Tasse Mokka und las eine englische Zeitung. Er mochte etwa zehn Minuten in seiner ruhigen und behaglichen Stellung verweilt haben, als an der Spize mehrerer französischer Offiziere ein Leutnant eintrat, letzterer sich brüst umsah, den einfach gekleideten, anspruchslosen, ruhig sein Pfeifchen rauchenden Mann erblickte, ihn scharf firierte und seine Kameraden, indem er auf einen Tisch, der sich in jenes Mannes unmittelbarer Nähe befand, zuschritt, mit den Worten zum Niederlassen aufforderte: Laßt uns hier placieren, Ihr sollt heute Euren Spaß haben." Ein Schwall von lauten Worten ließ in ihm einen jener Händelsucher, die stets eine Impertinenz auf der Zunge spüren, erkennen. Und der junge Dffizier war heute ganz besonders bei Laune und wählte zu seinem Ziele den schweigsamen Mann mit der Pfeife. Nachdem er mehrere Scherze plumpster Art auf ihn losgelassen, dieser aber davon gar feine Notiz genommen hatte, sondern ruhig, als sei er ganz allein, fortlas, sagte der Leutnaut zu den anderen Herren:" Der hat ein dickes Fell, dem muß man schon etwas bieten, ehe es durchdringt; wahrscheinlich ein Holländer?" stand auf, ging mit seiner Zigarre zu des Einsamen Tisch, zündete sie, ohne sich zu entschuldigen, an und verlöschte dann die Lampe. Die anderen Offiziere unterhielten sich köstlich. Doch der Fremde stand ruhig auf, zündete sein Licht an einem nebenste= henden an und las, als wenn nichts Außerordentliches geschehen, weiter. Jetzt glaubte der Leutnant seinen Mann zu kennen, und sich selbst an dessen Duell. ,, Höchst wahrscheinlich, und gewiß eine sehr lehrreiche!" entgegnete der Fremde lakonisch. Ich bin Schiffskapitän und erwarte Sie morgen früh pünktlich um sieben Uhr." Ruhig wandte sich der Fremde um und ging, ohne ein Wort weiter zu sagen, fort. Am nächsten Morgen erschien mit dem Leutnant die ganze gestrige Gesellschaft auf dem bezeichne= ten Plazze, wo sie der Kapitän bereits erwartete, der weiter nichts Militärisches als seine Seemannsmütze mit der Goldborte trug. Die gegenseitige Begrüßung war äußerst artig, und als die Begleiter des Leutnants bemerkten, daß der Kapitän keinen Sekundanten bei sich habe und sich einer der Herren freiwillig dazu offerierte, antwortete derselbe:„ Ich danke, meine Herren; ich brauche keinen Sekundanten. Hier steht mein Steward, der, wenn ich falle, weiß, was er zu tun hat. Sie alle sind Män= ner von Ehre und werden mir kein Unrecht zufügen lassen." Sich darauf zu dem Geforderten wendend, sagte er:„ Sollten Sie, Herr Leutnant, keine guten Pistolen haben, so stehen Ihnen welche von den meinen zu Befehl!" Dabei rief er seinen Steward, der ein Mahagonikästchen trug, öffnete es und langte vier präch= tige Pistolen heraus, wovon er zwei dem Leutnant offerierte. Dieser dankte jedoch, wobei er ungemein ernsthaft und feierlich aussah, da er auf seine Pistolen eingeschossen sei. Nach dem Feste.") Nun sind die Lichter leise ausgegangen, Jm Silberkleide schläft der Tannenbaum, Die Wünsche, die am Sternenzelt gehangen, Sind Glück und Glanz in tiefem Kindertraum. Was war das für ein überlautes Lachen, Von frischen Lippen selig- freier Dank, Ersehntes Spielen mit den Weihnachtssachen Trompetenton und frischer Trommelklang. Nun ist es still. Das schwarze Nachtkleid düstert, Ein Wolkenschwarm sich nach der Heimat müht- Mein blonder Bub' im Kinderbettchen flüstert Noch einmal sacht sein kleines Weihnachtslied... *) Aus dem Gedichtbuch„ Glück und Glanz" von Hans Herbert Ulrich( Verlag L. Heege, Schweidnitz). Ruhe aufregend, trat er zu ihm hin und bot ihm die Hand mit den Worten:„ Guten Abend, Schulmeisterchen!", wobei er ihm zugleich die irdene Pfeife in mehrere Stücke zerbrach. Ein lautes, allgemeines Gelächter der anderen Herren begleitete diese Tat. Der Fremde bewahrte seine Ruhe und rief: Marqueur, eine andere Pfeife!", brannte diese wieder an und las, als wenn gar nichts vorgefallen wäre, weiter. Der Leutnant nannte den Gehänselten einen„ göttlichen Kerl"! Da aber mit ihm durchaus nichts anzu= fangen war, folgte er der Einladung eines anderen Offiziers zu einer Kartenpartie, ließ den Einsamen an seinem Tisch sitzen und entfernte sich mit seinem Gefolge in ein Nebenzimmer. Der Fremde las noch mehrere Zeitungen, rauchte eine neu gestopfte Pfeife, ließ sich Tee bringen, und auch nicht ein Zug von Unwillen über jenen erduldeten Hohn war zu erblicken. Nach Verlauf von etwa einer halben Stunde stand er auf, ging ins Nebenzimmer, wo der Leutnant spielte, trat vor ihn hin, faßte ihn an einem Knopf seiner Uniform und sagte mit eiserner Ruhe:„ Sie werden sich morgen um sieben Uhr am Strande einfinden und mit mir Kugeln wechseln, mein Herr!" Unter heftigem Lachen entgegnete ihm der Leutnant: , Wahrscheinlich bringen der Herr Schulmeister dero Fibel mit!" Die Distanz wurde auf fünfzehn Schritte bestimmt, die Pistolen geladen, der fleine Raum abgemessen und die Duellanten auf ihre Stellungen gewiesen. Da sagte der Sekundant des Leutnants zum Kapitän: „ Sie, als der beleidigte Teil, haben den ersten Schuß, beginnen Sie." Der Kapitän rief seinen Gegner an, überlegte einen Augenblick und sagte dann ernst: „ Meine Herren, ich bin kein Raufbold, noch weniger ein Windmacher! Auf welche Weise ich mit Pisto= lenkugeln umgehe, möge Ihnen eine kleine Probe beweisen." Er rief seinem Steward zu:„ Wirf etwas in die Höhe, ein Stück Geld, einen Knopf oder dergleichen!"- worauf dieser eine Pflaume aus der Tasche nahm und sie aufwarf. Der Kapitän zielte und schoß, und gleich darauf flog die Frucht in tausend kleinen Stückchen zersplittert auseinander. Alle Umstehenden machten bedenkliche Gesichter; der Leutnant zitterte, und obgleich er gefaßt erscheinen und sogar seine Bewunderung über die Geschicklichkeit des Kapitäns aussprechen wollte, war es ihm nicht möglich, ein Wort über die geschlossenen Lippen zu brin= gen. Der Kapitän sprach kein Wort, lud in Gegenwart jämtlicher Offiziere seine Pistole von neuem, stellte sich auf seinen Plaz und rief dem Leutnant zu:„ Schießen Sie jetzt, die Geschichte dauert mir schon zu lange!" Als aber wiederholt der Sekundant Einsprache dagegen erheben wollte, wurde der Seemann rauhborstig und rief laut und kräftig:„ Herr, schießen Sie!"- und der Leutnant schoß, und fehlte. Ohne auch nur eine Miene zu verziehen, sagte jetzt der Kapitän: Sie haben nicht gut gezielt. Schießen Sie noch einmal, Herr Leutnant! Falle ich, so ist es hier für die anderen Herren ein Glück; denn so wahr ich hier ſtehe, Sie alle, die Sie gestern über mich lachten, müssen mir einer nach dem andern vor meiner Pistole stehen!" Diese Erklärung, an die keiner der Herren im entferntesten gedacht hatte, strich wie ein Würgengel an den Versammelten vorüber. Jeder beteuerte sich jetzt im Ein Duell. - Jm Lande der weißen Elefanten. Innern, gar nicht gelacht zu haben, und keiner widersprach mehr der Aufforderung des Kapitans, daß der Leutnant noch einmal schießen sollte, denn dieser schoß jetzt für sie alle; streckte er dieses Ungeheuer jetzt nicht in den Sand, so traf sie alle dies traurige Los; die überzeugung hatte ein jeder. Der Leutnant nahm sich zusammen, blickte auf den ruhig und fest ihn anblickenden Seemann, und zitterte unwillkürlich vor Aufregung. Da sagte der Kapitän: ,, Gestern war ich Ihr kleiner Schulmeister', heute muß ich schon Ihr großer sein; selbst die Fibel' ist nicht vergessen, nur halten Sie dieselbe sehr schlecht und dürften kaum einen Nutzen daraus ziehen. Sie halten zu hoch, Herr, und werden mich so nicht treffen! Vorwärts also!" Der Leutnant zielte, schoß und- traf fehl. Ein falter Fieberschauer traf alle Glieder des Offiziers, als der Kapitän kurz anlegte, gleich aber wieder mit den Worten absetzte:„ Herr Leutnant, Sie sind ein elender Krakehler und Maulheld, ein Renommiſt in der Uniform. Ich habe mich gestern abend noch genau nach Ihnen erkundigt, und alle Leute sprachen schlecht von Ihnen. In zwei Minuten sind Sie tot! Beten Sie fromm zu Gott um Vergebung aller Ihrer Sünden; bitten Sie allen Menschen, die Sie so vielfach beleiWen 5 digt haben, ab, und Gott wird Ihnen ein barmherziger Richter sein! Meine Herren, Hüte ab! wenn ich von Gott in dieser Weise spreche!" rief der Kapitän, seine Mütze ziehend, zu allen Anwesenden mit einer Löwenstimme und unwillkürlich, wie auf Kommando, entblößten alle ihre Köpfe, eine furchtbare, angstvolle Bause entstand. „ Amen!" rief der Kapitän, legte rasch an, zielte, setzte ab, gab seine Pistole dem Steward, und sagte verdrießlich: ,, Dieser Mann ist kein ehrliches Seemannspulver wert! Doch Sie, meine Herren, wünschen Sie eine Genugtuung? Hier stehe ich zum Frieden, wie zum Streite!" Alle Offiziere reichten dem Seemann die Hände und versicherten aufrichtig, daß ihnen der ganze Vorfall sehr ärgerlich, die daraus gezogene Lehre aber von Nutzen sei! ,, Gut denn, meine Herren! Ich wünsche einen guten Morgen!" sagte ernst der Kapitän, winkte seinem Steward und entfernte sich grüßend mit ihm. Noch an demselben Abend erschien er wieder in demselben schwarzen Frac im Kaffeehause und las seine Zeitung. Der Leutnant war gezwungen, sogleich seinen Abschied zu nehmen. Im Lande der weißen Elefanten.") enn uns einer der Dampfer des Norddeutschen Lloyd, die den Verkehr zwischen Singapore und Siam vermitteln, nach Bangkok bringt und wir uns der siamesischen Hauptstadt nähern, so haben wir, während wir den Menam hinaufsegeln, die beste Gelegenheit, uns sofort ein richtiges Bild von Land und Leuten in Siam zu gestalten. Zu beiden Seiten des breiten Flusses tritt der tropische Urwald in seiner ganzen Pracht bis dicht an die Ufer heran. Auf den durcheinander geschlungenen Zweigen der kraftstrozenden Baumriesen bemerken wir prachtvoll gefiederte Vögel ohne Zahl, und die geschwätzigen Affen treiben an den Ufern ihr munteres Spiel. Hunderte schwimmender Häuser bedecken die Wasserfläche, mit den Kanälen Straßen lebhaften Verkehrs bildend. Die Ortschaften, die sich an den Ufern hinziehen, tragen ungemein zur Charakteristik dieses fremdartigen Landes bei. Die Häuser sind ausnahmslos auf hohen Pfählen errichtet, doch ist der Baustil ein sehr einfacher. Die Rahmen des Hauses sind gewöhnlich aus Bambusstäben hergestellt und ebenso wie das Dach mittels Strohmatten bekleidet. Je mehr wir uns der Stadt Bangkok nähern, desto lebhafter wird das Bild. Die Kanäle werden zahlreicher und die schwimmenden Häuser beginnen ein Chaos zu bilden, durch das wir uns nur langsam unseren Weg zu bahnen vermögen zu Tausenden aller= wärts verstreut verleihen sie der Landschaft ein wunderbar malerisches Gepräge. Vor unserem entzückten Auge beginnt sich ein Panorama zu entrollen, wie es selbst der schöne Osten selten zu bieten vermag. Bangkok, das„ Venedig des Ostens". Die Hauptstadt, an den Ufern des Menam gelegen, ist mel, das daselbst herrscht, machen, wenn man bedenkt, daß von der Gesamt- Einwohnerzahl Bangkoks, die 700 000 beträgt, allein 600 000 in den schwimmenden Häusern wohnen. Dieselben sind entweder verankert, oder mittels Bambuspfeiler in ihrer Lage gehalten, und Tausende und Abertausende winziger Boote vermitteln den Verkehr zwischen den Bewohnern. In diesem Gewirre primitiver Fahrzeuge dampfen und puffen die Motorboote der europäischen und reichen chinesischen Kaufleute herum, das Chaos noch bedeutend vermehrend. Es ist in der Tat ein sinnverwirrendes, aber zugleich ein wunderbar fesselndes Bild. Tagelang fönnte man in Bangkok verweilen, ohne jemals bei seinen Ausflügen oder geschäftlichen Siamesisches Landschaftsbild. etwa 40 Meilen vom Golf von Siam entfernt und von einem Wall von sechs Meilen Länge umgeben. Innerhalb dieser Umwallung befindet sich der berühmte Palast des Königs, die Tempel und Heiligenschreine, wie auch die öffentlichen Gebäude. Auf eine Entfernung von etwa zehn Meilen, flußauf und-ab, schließt sich die Unzahl der schwimmenden Häuser an, die den Fluß und die Kanäle bedecken, ohne die das Bild Bangkok kein vollständiges sein würde. Man kann sich annähernd eine Idee von dem GewimBesorgungen das Land betreten zu müssen. Noch ist es erst wenige Jahre her, daß nicht ein einziger Wagen in der siamesischen Hauptstadt aufzutreiben war. Seitdem hat jedoch der inzwischen verstorbene unternehmungslustige König Chu- la- lang'- forn reichlich für die ausländischen Gebrauchsgegenstände Sorge getragen. So sehen wir denn auch jetzt an Einrichtungen der Neuzeit sogar ein Netz von Straßenbahnen die Hauptverkehrswege kreuzen, elektrische Bogenlampen werfen ihr grelles Licht auf erotische Eingeborene in phantastischen Kostümen, und Telephone sind allenthalben im Gebrauche. Auch das Eisenbahnnetz des fleißig aufstrebenden Staates wird beständig erweitert. Wir wollen nun einen Streifzug durch Bangkok unternehmen, um uns von allem Sehenswerten ein Bild zu verschaffen und betreten zunächst eins der schwimmenden Wohnhäuser, alles einstöckige Giebelgebäude, die selten mehr als drei Wohnräume enthalten. Die innere Einrichtung ist äußerst primitiv und Möbel sind so gut wie gar nicht vorhanden. Die schwazhaften Bewohner sihen der orientalischen Sitte gemäß auf dem Fußboden, niedere Bambus- Pritschen dienen als Bettstätten. Das Kochen geschieht an kleinen, offenen Feuern mittels Holzkohle und in Ermangelung von Schornsteinen muß sich der Rauch durch die als Fenster dienenden öffnungen den Weg bahnen. Einzelne der schwimmenden Häuser dienen den Kaufleuten als Lager- und Verkaufsräume und die *) Jm Monat November hat in Bangkok die Königsfrönung stattgefunden. Bough a qun' qva 69-10 อา อ gun uagvg G a guy w - Hong u5 ang nis. Es ist Tatsache, daß die richtige Zubereitung der Fische im Binnenlande nicht genügend bekannt ist und dieser Umstand hat bisher die weitere Einführung der Fischnahrung erschwert. Das vorliegende Buch schafft Abhilfe, ist praktisch, reichhaltig und billig. Carl Loos Giessen, Kirchenplatz Literarisches. Hess. Volksschulwesen. Von den 981 Volksschulen in Hessen wird nur noch in 6 Schulgeld erhoben und zwar in vier Schulen in Starkenburg und in zwei in Oberhessen; in Rheinhessen sind in sämtlichen Gemeinden die Schüler von der Bezahlung eines Schulgeldes befreit. Für die Kündigung von Verträgen bei Versicherung gegen Feuer-, Unfall-, Haft pflichtgefahr usw. überaus wichtig und von allgemei= nem Interesse ist die nachstehende gesetzliche Bestimmung: Jm Paragraph des Reichsgesetzes über den Versicherungsvertrag wird vorgeschrieben, daß eine Vereinbarung, nach welcher ein Versicherungsverhältnis als stillschweigend verlängert gilt, wenn es nicht vor dem Abempfiehlt in grosser Auswahl zu billigsten Preisen lauf der Vertragszeit gekündigt wird, insoweit nichtig Manufactur und Weisswaren Gestrickte Westen Normalwäsche Betttücher Beltcolter ist, als sich die jedesmalige Verlängerung auf mehr als ein Jahr erstrecken soll." Praktische Bedeutung erhält en diese Vorschrift für diejenigen Versicherungsnehmer, die den Zeitpunkt der Kündigung übersehen haben. Es wird mit Recht als eine unbillige Härte angesehen, jeDauer, vielleicht unter wesentlich veränderten Umständen, aufs neue zu binden. Herren- u. Knaben- Anzüge manden an ein Versicherungsverhältnis von längerer Paletots. Pelerinen Arbeiter- Kleider Illustrierter Wochen- Anzeiger Welt- Rundschau. Bezugspreis fürs Vierteljahr 1 Mark durch die Agenten, 1,20 Mark durch die Post und 1,50 Mark direkt unter Kreuzband. Stadt- Anzeiger. 100 Mark Prämien erhalten unsere Abonnenten laut unseren Bedingungen. Inserate die 44 mm breite Petitzeile 25 Pfg.; Reklame die 90 mm breite Petitzeile 50 Pfg. Extra- Beilagen nach Uebereinkunft. Das Abonnement auf den Illustr. Wochen- Anzeiger" ist erst dann gültig, wenn der Bezieler eine auf seinen Namen ausgestellte und von unserer Expedition abgestempelte Vierteljahrs- Abonnementsquittung in Händen hat und diese Quittung vor Beginn des betr. Vierteljahres, für das sein Abonnement Gültigkeit haben soll, durch Zahlung eingelöst hat. Das Abonnement kann auch durch Bezahlung wöchentlich 10 Pfg. fortgesetzt werden, in diesem Falle wird dann am Schluß des Vierteljahres die Vierteljahrs- AbonnementsQuittung ausgehändigt. Jeder Abonnent hat eine laufende Nummer auf seiner Abonnements- Quittung, der wir uns bei Briefkasten- Beantwortungen etc. bedienen. Nur bei schriftlicher Abbestellung oder nicht rechtzeitiger Einlösung der Abonnements- Quittungen gilt der Bezug dieses Wochen- Anzeiger als aufgehoben. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. von Nr. 1. - - Gießzen, 6. Januar 1912. 9. Jahrg. Die Anker hoch! Die Anker hoch! Und dann mit Gott hinaus In Wogendrang und Wellenbraus, Gott lebt ja noch! Die Anker hoch! Ins neue Jahr hinein! Sein heller, lichter Gnadenschein Glänzt uns ja noch! Die Anker hoch! Ob's wütet, stürmt und blitzt- Wenn Christus nur am Steuer sitzt, Geht's sicher doch! Die Anker hoch! Wenn nur das Segel schwillt, Von Seines Geistes Wind gefüllt, Gehts vorwärts doch! Die Anker hoch! Wer ist es, der noch zagt? In Seinem Namen sei's gewagt! Er lebt ja noch! Die Anker hoch! Mit Gott hinein, hinaus! Er bringt die Seinen schon nach Haus'. Er liebt ja noch! KnorrHafermehl Reismehl und sind bei Ärzten u. Müttern beliebt wegen ihres Wohlgeschmacks, hohen Nährwerts und ihrer leichten Verdaulichkeit. Unserer heutigen Gesamtauflage liegt ein Prospekt betr. Dr. Hommel's Haematogen bei. Depots in Apotheken und Drogerien. Unterseebote vor die Front! oder Des Vaterlandes letzte Rettung.") Schluß. Dort, wenige Meilen entfernt, strecken sich die Leiber schwarzer Riesen aus den blinkenden Fluten. Gerade vor sich hat er den Feind. Von rechts und links kommen schon die Signale, daß die anderen Boote sie gleichfalls fichteten. und die Einige leise Kommandoworte Boote tauchen verstohlen hinab in die Tiefe. Nichts verrät ihren Standort. Jm Periskop verfolgt man aufmerksam die Bewegungen der Panzerschiffe. ,, Wie weit mögen sie noch ab sein. Drei- vier Seemeilen?" - Die Maschinen poltern mit äußerster Kraft. - Jn Dwarslinie rangiert, scheinen die Kolosse fast still zu liegen. - Nein, sie haben keine Witterung, keine Ahnung von der ihnen drohenden Gefahr. Niemand verriet das Auslaufen der Unterseeboote. Der Flottillenchef gab bei der letzten Instruktion den Befehl aus:„ Das Ziel darf nicht verfehlt werden." Also ist höchste Annäherung vorgeschrieben!- Torpedos treffen wohl auf fünftausend Meter, auch darüber hinaus, aber besser ist's, dem Feind ganz dicht auf den Leib zu rücken, ihm den Explosionsstoff direkt in die Haut zu stoßen. Ob er die Prozedur vertragen wird? Sicher nicht. - Gegen 120 Kilogramm Schießbaumwolle wächst kein Gras. Auch die dickste Panzerwand vermag ihnen nicht zu widerstehen. „ Ob die anderen Boote noch Position halten?" Bei der vorgeschriebenen Fahrt und da gerade jeder sein Gegenüber zu attackieren hat, müßte die Ueberraschung dort drüben fast zu gleicher Zeit erfolgen. „ Wie viele Meilen sind sie noch entfernt? 3wetdrei?" In der Mitte liegt das Admiralsschiff. Stolz weht die Flagge am Großtop. „ Genau darauf zu", kommandiert der Flottillenchef dem Mann am Ruder. Die Sonne sendet ihre Strahlen über das Wasser. Die Funken spielen. PhoenixWasser MotorWaschmaschine WIETE B.GORY Anerkannt geringster Wasserverbrauch, Weitgehendste Garantie. Phoenix Grosse Preia 80Ltr Mk 110 100--- 120 120--- 130 140-140 Zu haben in allen erstklassigen Hausund Küchengeräte- Geschäften. * T * 61 mmn2G Um so besser.-- Dann werden sie die Periskopgläser nicht sehen. Jmmer höhen wachsen die Linienschiffe im Spiegelbild empor. Leiser Rauch quillt aus den Schornsteinen. Kaum ein Mensch ist zu sehen.- - Kaum - Direkt Sie werden noch in den Hängematten liegen. Desto größer wird die Verwunderung sein. Zeit zum Begreifen. Wie-- Warum? aus dem Schlaf, hinüber in die Ewigkeit. Vielleicht ein kurzer Kampf, hinaus aus der warmen Lagerstatt in das kalte Wasser.- Eine etwas plötzliche Morgendusche. Eine gründliche Reinigung, bevor man vor den höchsten Richterstuhl tritt. ,, Gott sei euch Sündern gnädig", denkt der Flottillenchef. Anfertigung feiner Schuhwaren nach Maß Weg dame Feinste Massarbeit am Platze. Eigene Schaftenstepperei. Reparatur prompt bei billigster Berechnung. Wilh. Paul, Schuhmachermeister, Walltorstrasse 18 p. TEMY PLATTESS BEIL- EILAG D.KG.MO Alle seine Gedanken hält das Rachegefühl umfangen. Keinen Augenblick beschäftigt er sich mit dem eigenen Schicksal, daß auch ihm die nächsten Minuten gleichfalls ein nasses Grab bereiten können. Jetzt wird's Zeit. Kaum zweitausend Meter kann das Ziel entfernt sein. Ob die anderen nun auch ihre Torpedos feuern werden? Nichts verrät dort oben, daß man eins der Periskope sah.- Nein näher heran wäre Verwegenheit. Einen Moment noch zögert er.--- Er hört seinen Atem klopfen. Bugraum.- Nun klingelt er hinunter in den „ Fertig— los!" Der Torpedo wird aus dem Rohr getrieben. Einen Augenblick noch verfolgt er mit angehaltenem Atem im Spiegel des Periskop den Blasenlauf des Geschosses.-- Dann weicht der Alpdruck. Dort drüben hat man die Unterseeboote bemerkt. Alle Kanonen sprühen Blitze. Ein dunkler Schauerregen fällt hinab, überdeckt im weiten Umkreis die Wasserfläche.- Mit größter Eile wird das Periskop hinuntergefurbelt. Man ist durch dieses Manöver blind. ab= Mit Hartbackbordruder will der Flottillenchef drehen da- Stoß, der das ganze Boot in seinen Fugen erzittern läßt. Die drei im Turm liegen mit gedröhntem Schädel auf dem Boden. Das elektrische Licht verlöscht--- die Maschinen stehen still. H. Trechsler Steinstrasse 48. Telefon 581 Eiskellerei, Bier- und Kartoffelhandlung empfiehlt: Ia. Speise- u. Salatkartoffein zu den billigsten Tagespreisen zu jeder Tageszeit Jeder Quantum trei Haus. Nach wenigen Sekunden strahlt das Sonnenlicht in die Bulleyes. Die feindlichen Granaten überschütten den Turm, sie peitschen das Wasser. Hoch spritzt der Gischt auf. Der Matrose am Ruder bemüht sich, mit dem Leutnant die Turmflappe aufzufurbeln. — Unnützes Beginnen. Eine Granate schlägt krachend die Mit aufgerissenen Leibern und Kuppel in Stücke. herausquellenden Eingeweiden fallen die beiden hinunter. Der Flottillenchef noch unversehrt, klettert auf den geborstenen Blechen in die Höhe. Da reißt eine zweite Grantate den unteren Teil des Turmes fort und nimmt seine beiden Beine mit.- Mit den Händen klammert er sich an einen stehengebliebenten eisernen Stumpf.--- Noch ist er bei Bewußtsein, aber er begreift, daß der Blutverlust ihn in wenigen Minuten wird sterben lassen.- Das Wasser spült halb über ihn hinweg.- Ströme seines Blutes färben es. Durch das Donnern Besatzungen, und seine Brust trampft sich in rasender der Kanonen hört er das Hurragebrüll der feindlichen Verzweiflung zusammen. Doch während er langsam stirbt, mischen sich dort drüben, zwischen der Linie der Panzerschiffe, wenn auch seinen umflorten Sinnen nur schwach wahrnehm= bar, in die frechen Siegesfanfaren Töne, die sein Herz höher schlagen lassen. Dumpfe, gewaltige Detonationen überschreien die Hurras, die plötzlich wie abgeschnitten verhallen. - Hier und da springen mächtige Wasserfontänen auf, die Kanonen brechen mit ihrem Todesbrüllen ab, als wäre ein Blitz den Geschützmannschaften in die Arme gefallen.-- In der dann folgenden kurzen Grabesstille dringt es wie ein grausiges Todesröcheln aus den Schiffsleibern empor. „ Es war die Vergeltung!" Der Flottillenchef liegt in den letzten Zügen. Schöne Briefkassetten mit Namendruck billigst. Ein Wonnegefühl durchschauert ihn. Sein heißer Rachedurst ist gestillt. Köstliche Musik schlägt an sein Ohr. Immer neue Explosionen donnern über das Wasser, dazwischen tönt das verzweiflungsvolle Geschrei Verbrannter und Ertrinkender. Kommandos und Sirenengeheul. siges Konzert. Ein grauHier und da taumelt ein Panzer, wie ein Betrunkener, hin und her. Dann neigt sich der Koloß tiefer tiefer bis er sich nicht mehr aufrichtet. Jetzt sinkt die Reeling ins Wasser.- Das ganze Deck ist sichtbar. Dann ein Sprung - das Schiff ist gekentert. Auf dem Antlitz des Flottillenchefs liegt ein seliges Lächeln. sanft Er ist zu glücklich um zu leiden- schlummert er, eingewiegt von den blauen, im Sonnenlicht glitzernden Wellen, die seinen Körper langsam, kosend, von den Trümmern des Unterseebootes hinabziehen hinüber-- in ein besseres Jenseits. Literarisches. ? Dr. jur. E. Karlemeyer:„ Ohne Rechtsan= walt". Großes Handbuch des gesamten Mahn- und Klagewesens. 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Der Flottillenchef rafft sich als erster auf und setzt instinktiv die Mechanismen zum Aufwärtssteuern Bootes in Bewegung. En detail Spezialität: Brautausstattungen. Hotel- u. Wirtschaftseinrichtungen. AEROX as ! u a te su sig ирелә дип әдәб„ випиля n ил = sun s pavq od 19 189 ST H plavov v uoa p " 139 เอ นว - han ( pang - uv lag of un Nummer 19. 13. September 1911. Illustrierte Anzeigen. LEBENSSTELLUNG! Georg Appel, Gießen Telefon 131 - Seltersweg 56 Leistungsf. Vers.- Gesellsch., die die Kranken-, Unfall- u. Sterbe- Zentralheizungen und gesundheitstechnische Anlagen vers- Branche betreibt, sucht an allen Orten tüchtige und ehrenhafte Herren als Vertreter. Nach kleiner Probeleistung, welche mit hohen Provisionen vergütet wird, kann feste Anstellung gegen Gehalt gewährt werden. Nichtfachleute werden eingearbeitet. Stellung ist angenehm und dauernd, da gut bezahlt. Offerten an Südwestdeutsche Versicherungs- Gesellschaft, Filiale Wiesbaden. 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Seine geheimnisvolle Anziehungskraft wächst von Jahr zu Jahr. Island ist ein ganz merkwürdiges Land. Zusammengebraut aus Feuer und Eis, den beiden Gewalten, die sich sonst aufs feindlichste gegenüberstehen, liegt dieses alte Sageneiland wie ein weit ins Meer hinausgeschleuderter Meteor steinhart an der Grenze der arktischen Zone. klaren, nordischen Sonne in prächtig- himmelblauer Farbe. Am Fuße der Gletscher finden sich brausende Wasserstürze, die oft unmittelbar ins Meer hineintoben. Den Rahmen eines solchen köstlichen, nordischen Eisgemäldes bilden der tiefbaue Himmel und das wogende grüne Meer mit seinen weißen Schaumkämmen, aus dem hier und da die Dampfund Wasserstrahlen der bei Island ziemlich zahlreichen Walfische emporsteigen. Der Gedanke schweift zurück in die Reitende isländische Landpost. Nirgends in der ganzen Welt findet dieses Feuer- und Eisland etwas auch nur entfernt Ähnliches. Man mag sich Island nähern, von welcher Seite man immer will: überall wird das Auge gebannt durch Landschaftsbilder von so großartiger Kühnheit des Aufbaus und so eigenartigem Kontrast starker Farben, daß sie auch den nüchternsten Kopf in ihren Bann zwingen. Breite, weiße Gletschermauern steigen scheinbar unmittelbar aus dem Meere zum Himmel. Tiefe Risse und Runzeln durchfurchen das Antlitz dieser Eisriesen, und diese Spalten leuchten in der fernen Zeiten, in denen vor diesen Eismauern die schildgeschmückten, hochgeschnäbelten Wikingerschiffe erschienen, die dem Lande die ersten Ansiedler, rauhe Recken aus adligem norwegischem Blute brachten. Sie ließen sich durch den starren Eiswall nicht abschrecken. Vom Lande selbst war damals wie heute nichts zu sehen. Und doch liegt hinter dem Eisgürtel ein zweites Land voller welliger Bergzüge und grüner Ebenen, in denen reißende Flüsse ungehemmt sich breiten. Die wildzackige Bergwelt ist tot wie einst. Man darf Island nicht bloß sehen, man muß es fühlen und erleben. Am Abhange donnern gewaltige Wasserfälle in tief ausgewaschene Rinnsale und lassen ihren feinen Wasserstaub in die Lüfte steigen. Die klare Sonne webt einen farbenprächtigen Regenbogen hinein. Am welligen Hügelrücken entströmen weiße Dampfsäulen der Erde. Nach ihrem Zischen und Fauchen scheinen sie Anzeichen einer im Innern der Erde vor sich gehenden, ungeheuren Dampfentwicklung Smo o usu ләбәрәзл 2 Jslandreisen. zu sein. Aber manchmal wird der Druck übermächtig. Die Erde fängt an zu zittern, ein dröhnendes Gepolter ängstigt den einsamen Reiter. Der Boden wankt ihm unter den Füßen. Plötzlich brechen die kochenden Wasser hervor, eine Säule von zwei Meter im Durchmesser bildend. Immer höher und höher steigen sie, wohl an dreißig Meter. Gewaltige Dampfwolken umgeben die emporgeschleuderten Wassermassen, die sich wohl zehnmal erheben und dann klatschend in sich selbst zusammenfallen. Eine wunderbare, weiche Poesie legt sich um das weltabgeschiedene Sagenund Wundereiland, und die empfangenen Eindrücke verschmelzen miteinander zu einem Gesamtbilde von hinreißender Schönheit, das man nie wieder vergißt. Es dürfte einem oft ausgesprochenen Bedürfnisse entgegenkommen, wenn die folgenden Zeilen den besonderen Zweck haben sollen, hauptsächlich touristische Fragen bezüglich Islands zu erörtern. Konserven und Marmeladen erhält man billig in Reykjavik. Alles muß fest und unverrückbar in die großen, den Packpferden beigegebenen Packkisten verstaut werden. Manche dieser Behälter sind innen mit Blech ausgeschlagen und verlötet; jedenfalls frage man nach solchen. Sie sind unbezahlbar bei der Unterbringung von photographischen Apparaten, Plattenvorräten, Büchern, Zigarren, Patronen, Wäsche usw. Alles muß sehr fest liegen; es gibt sonst am Abend des Reittages ein heilloses Durcheinander. Die kleinen Pferdchen, die man für 2 Kronen pro Tag( 2,26 M.) in Reykjavik für die ganze Reise mietet, sind ruhige, ungemein sicher schreitende Tiere, zumeist Paßgänger, so daß sich der kurze Galopp, den sie sehr gern einschlagen, auch für den, der keine Ahnung vom Reiten hat, ganz gut reitet. Es ist ganz wohl möglich, auf Island selbst eine größere Tour auszuführen, ohne vorher jemals auf einem Pferde gesessen zu haben. Einen Fehler haben aber die isländischen Pferde fast durchgängig; das ist antrabt, setzt sich die ganze Koppel in Bewegung, und es gibt oft die ergötzlichsten Szenen, wenn es einem Unkundigen absolut nicht gelingen will, auf den drängenden Gaul zu kommen. Aus dem bisher Gesagten geht auch zur Genüge hervor, daß auf Island die Mitnahme eines eingeborenen Führers zur Notwendigkeit wird. Er ist Wegweiser, Dolmetscher, Pferdebändiger, Zeltbauer, Koch usw., alles in einer Person. Ein tüchtiger Führer kann ganz gut 8 bis 10 Pferde dirigieren und alle übrigen Bedürfnisse bestreiten. Er erhält für den Tag 5 bis 6 Kronen, muß sich aber selbst beköstigen. Als beste Reisezeit würden Juli und August zu das häßliche„ Kleben". Sobald der erste Reiter aufsitzt und empfehlen sein. Die Tage sind dann freundlich und warm, und selbst in kalten Nächten sinkt die Temperatur nur selten bis auf den Nullpunkt. Auch wird es während dieser ganzen Zeit nic recht dunkel, so daß man im Juli auch zu jeder Nachtzeit im Zimmer ohne künstliches Licht schreiben und leſen kann. Es ist daher in der Hauptreisezeit auch ganz gleich, ob man seinen Reisetag abends oder morgens beginnen läßt. Besondere Vorbereitungen erfordert der Reiseanzug für Island. Der Reiseanzug muß warm und dick sein. Ganz unerläßlich sind hohe, wasserdichte Stiefel und der unter Umständen unbezahlbare Ölanzug, den man für ein billiges Geld( ca. 12 Mt.) in Reykjavik erstehen kann. Man darf nicht vergessen, daß Island eins der regenreichsten Länder der Erde ist, was sich ja aus seiner Lage leicht erklärt. Natürlich regnet's nicht immer auf Island. Es gibt auch sehr viele schöne Tage, und ich erinnere mich mit Vergnügen eines langen Rittes im Sommer 1906, der mich drei Wochen aufs Pferd zwang und während dessen ich keinen einzigen Regentag hatte, dafür aber einige besonders freundliche Tage, an denen die Temperatur um die Mittagszeit ziemlich bedeutend über+ 20° hinaufstieg. Auch für Damen sind Ölanzug und hohe Reitstiefel unbedingt erforderlich. Die täglichen Reiseunkosten stellen sich für einen einzelnen Touristen auf etwa 20-25 Mk. Alles, was man auf einer Reise im Innern Islands an Lebensmitteln braucht, muß von Reykjavik aus mitgeführt werden. Gasthäuser gibt es im Innern des Landes nicht. In den Bauernhäusern und Pfarrhöfen, in denen man mit der größten Bereitwilligkeit und Gastfreundschaft aufgenommen wird, sind meist nur Milch und Butter, daneben ausgezeichneter Kaffee und, falls der Hof in der Nähe eines Flusses oder Sees gelegen ist, vorzügliche Fische( Forellen und Lachse) zu bekommen. Sehr zu empfehlen sind für größere Inlandreisen unsere deutschen Manöver- Konserven mit Hartspiritusheizung; Schwarzbrot und ganz vorzügliche englische KompottDie Reise nach Island ist verhältnismäßig billig. Es kommt also nach wie vor nur die Verbindung Islands mit dem Festlande durch die von Kopenhagen ausgehenden, dänischen Postdampfer in Betracht. Zwei große dänische Schiffahrtsgesellschaften, die„ Forenede DampskibsSelskab" und die Dampskibs- Selskabet„ Thore"( Thor E. Tulinius) vermitteln den Verkehr mit der Eisinsel. Fast jede Woche läuft ein Schiff aus. Isländerin im Kopfschmuck des„ Faldur". Für den Ritt ins Innere Islands würde sich folgende Route besonders empfehlen: Von Reykjavik zur alten Thingstätte Islands am Thingvallavatn, dem schönen See mit den typischen Kraterinseln, zum ungeheuren Lavaspalt der Allmannagyar und durch das Tal des Lögavatn hin zum Geysirfelde, auf dem wohl an hundert heiße Quellen vereinigt sind. Weiter führt der Weg zu dem etwa 50 m hohen Gullfoß( Goldfall), dem schönsten Wasserfalle Europas, und dann hinüber zur Hekla, die man in einem Tage ersteigen kann. Herrlich ist der Ausblick in die südisländische Gletscherwelt. Der Rückweg führt über die größten isländischen Ströme und die bekannten Schwefelfelder von Krisnoik wieder nach der Hauptstadt. Diese überaus schöne Partie erfordert 8 bis 10 Tage. Und wenn der Tourist am Ende seiner Fahrt in Reykjavik das letztenmal aus dem Sattel gleitet, wird Sehnsucht Aus den Philippinen. Internationale Weltblizze. Internationale Weltblize. In fremden Diensten. Es gibt bekanntlich drei fremde Armeen, in denen Ausländer als Soldaten angenommen werden: die französische, holländische und nordamerikanische. Während das Los in der französischen Fremdenlegion( vor dem Eintritt in diesen Truppenkörper kann nicht genug gewarnt werden) ein mehr als trauriges ist, steht das Kolonialheer der Holländer in Niederländisch- Indien auf einem etwas höheren Niveau als die französische Legion. Am vorteilhaftesten gestaltet sich noch der Eintritt in das nordamerikanische Bundesheer. Die Löhnung ist eine verhältnismäßig hohe, Verpflegung, Behandlung usw. gut. Unser Bild zeigt uns einen Deutschen, der es im amerikanischen Seere bis zum Kapellmeister gebracht hat und als solcher auf den Philippinen stationiert ist. Auch im Lande des„ Ilang Jlang", wie die Philippinen nach dem dort erzeugten Parfüm genannt werden, ist die praktische japanische Rickschaw heimisch. Das Zeremoniell der schnellsten Pferde. Die Riesentöpfe in Schweden. 7 Jedes Land hat seine Naturkuriositäten. So auch Schweden. Auf unserem Bilde sehen wir einen der sogenannten„ Riesentöpfe" bei dem„ Döda Fallet"( toten Fall) in der Nähe von Ragunda und Bispgarden. Obwohl sich auch an die„ schwedischen Riesentöpfe" die Sage knüpft, so wird doch für die Entstehung dieser Naturkuriosität eine einfache geologische Erklärung gegeben. Die Riesentöpfe, die anderswo auch Gletschertöpfe oder Strudelbecher genannt werden, finden sich gewöhnlich in der felsigen Unterlage jetziger oder früherer Gletscher oder an den benetzten Wänden gegenwärtiger und alter Flußbetten. Bei niedrigem Wasserstande sind derartige Riesentöpfe" auch am Felsriff im Schaffhausener Rheinfall zu sehen. Auch der Gletschergarten in Luzern, sowie Überlingen am Bodensee und Rüdersdorf bei Berlin besitzen„ Riesentöpfe". " Ein Riesentopf" beim Döda Fallet. Eine amerikanische Hochzeitsfitte. Trotz der Missionstätigkeit unter den Indianern und anderer fürsorglicher Einrichtungen für die Rothäute in den Vereinigten Staaten bleiben die Romanhelden Coopers ihren traditionellen Gebräuchen treu. Zu diesen gehört auch ,, die Zeremonie der schnellsten Pferde". Sat sich ein Indianer eine Braut erforen, so setzt er sie auf eines seiner schnellsten Pferde und beginnt dann mit ihr einen rasenden Galopp. Bleiben die Pferde beieinander, so ist der indianische Bund fürs Leben geschlossen. ww Assay who a L suv pot d'uдoл д u ! бiniq uvш avgpṇaaдun qu a gun usддluo uaq guva a1G gggg i u бифрлэфирш зэр qu 6 Die Kartenlegerin. Die Kartenlegerin. leich nach Tisch kam Berta, mein Stubenmädchen, und sagte, daß eine Kartenlegerin da sei, ob ich vielleicht „ Soll hereinkommen, Berta!" ... Berta zog grinsend ab, und dafür erschien eine kleine rundliche Frau mit einem verschwommenen Gesicht und sehr schmutzigen Fingernägeln. Überhaupt, unsauber schien alles an ihr: Bluſe, Rock, Jackett, sogar der zerknitterte Strohhut mit den beiden Veilchenbuketts. Ich schiebe ihr einen Stuhl an den Tisch: Also los, Madame!" und setze mich ihr gegenüber. Während ich die abgegriffenen Karten mische, überfällt mich Reue, diese Frau in mein Zimmer gelassen zu haben. Ihre ganze Erscheinung Todsicher hat sie Flöhe. Ich überlege, wie viele dieser Geschöpfe sie innerhalb einer Viertelstunde zurücklassen kann. Dann während sie die Karten in Reih' und Glied vor sich hinlegt bete ich, daß sie nicht noch andere Tiere bei sich haben möge. Und mitten in dieses Gebet tönt plötzlich die Stimme der Wahrsagerin, ruhig und sachlich:" Saben Sie ein Verhältnis?" Im ersten Moment bin ich völlig starr. Diese Frage eine Unverschämtheit! Dann aber sage ich mir, daß es wahrscheinlich zu ihrem Beruf gehöre, antworte kühl:" Nein" und konstatiere innerlich, daß die Kartendeuterei keine so ungeheure Kunst sei, wenn man mit so einfach direkten Fragen im Handumdrehen Dinge zu seiner Kenntnis bringen kann, Dinge, nach denen man sich in guter Gesellschaft höchstens bei Dritten erkundigt - „ Jedenfalls liegt Ihnen ein junger Mann zu," beginnt sie jetzt zu deuten und tippt auf einen verblichenen Cceurbuben. " Aber da ist viel Ärger dabei. Die alte Dame( Pikdame erhält einen Stoß ins Gesicht) seine Mutter will von der Geschichte nichts wissen." Sie hält inne und sieht mich fragend an. Freundlich, aber durchaus schweigend gebe ich den Blick zurück. „ Er ist wohl Beamter?" erkundigte sie sich nun. Ich sage, daß ich das ja noch nicht wüßte. „ Aber den kennen Sie doch," entgegnete sie eifrig;„ da," sie fährt über ein paar rote und schwarze Karten, es ist doch deutlich ersichtbar, mein liebes Fräulein, er kommt ins Haus." Ich erwidere, es täte mir leid, aber bei mir wäre er noch nicht gewesen. Die Kartenlegerin scheint darob etwas verstimmt. Sie prophezeit mir einen Brief mit unangenehmen Nachrichten, sagt, daß ich schon manchen Ärger gehabt hätte und voraussichtlich noch mehr erleben würde schließlich streut sie aber ein wenig Zucker über all das Bittere und verheißt mir eine Erbschaft. Ich bin angenehm überrascht. Ob ich wüßte, woher? Ich verneine. Vielleicht, daß sie mir sagen könnte Sie wiegt den Sut mit den Veilchenbuketts und erklärt mit Gönnermiene:" Von auswärts, meine Dame, von auswärts." Dann schiebt sie mit rascher Handbewegung die Karten beiseite und reicht mir ein zweites Spiel zum Mischen: schmale Blätter mit allerhand Bildern wie aus einem Kinderlotto: da ist eine Rose, ein Ring, eine Wiege, ein Grab, ein weinender junger Mann und anderes. Eine Dame im Kostüm der siebziger Jahre soll mich vorstellen. Zwischen ihr und dem weinenden Manne liegt ein großer gelber Schlüssel, und daraus wird mir nun auseinandergesetzt:„ Sie sehen, der junge Beamte ist jedenfalls vorhanden, und" sie atmet schwer, wie bekümmert ,, ich muß Ihnen sagen, meine Dame, da sind Sie die Untreue gewesen." Das letzte wird von einem vorwurfsvollen Blick begleitet. Ich wage nicht, zu widersprechen, ich habe zu große Angst, daß der schwarze Fingernagel dann plötzlich auf die Karte mit dem Grab springen und mir kurzerhand erklärt würde:„ Es ist schmerzlich, meine Dame, aber lange machen Sie es nicht mehr." vielMein Schweigen scheint ihr Wohlwollen zu erregen leicht hält sie es für Ergriffenheit. Jedenfalls verfällt sie plötzlich in einen gutmütig tröstenden Ton:„ Sehen Sie, der junge Mann hängt mit allen Fasern seines Herzens und Gemüts an Ihnen aber er kann ja nicht wegen dem Pekuniären. Kann's beim besten Willen nicht machen, meine Dame. Aber sonst ein hochanständiger Mensch. Und wenn er auch schweigt seien Sie geduldig die Stunde kommt, da seien Sie nur ganz ruhig, die Stunde kommt bei dem." Jch nicke mit möglichst gläubigem Gesicht. Zu schade, daß ich den jungen Beamten nicht kenne, dem ich untreu gewesen bin, und der so an mir hängt und wegen dem Pekuniären nicht kann. Indessen hat die Wahrsagerin schon wieder das erste Kartenspiel ergriffen. Karodame wird in die Mitte gelegt, darum in Kreuzform: ,, Gedeckt, daneben, zu Füßen, was noch schwebt!" Je vier Karten aufeinander. Gedeckt: ich lerne einen alten Herrn kennen, der glänzend situiert ist. Daneben: der Beamte mit dem guten Herzen, der bösen Mutter und gar keinem Geld. Zu Füßen: nächtliche Zusammenkunft auf Stube. Sier macht die Kartenlegerin eine Pause und beginnt dann sehr feierlich und dringend:" Sehen Sie, auch hier wieder der alte Herr. Ich kann Ihnen nur raten: greifen Sie zu.( Für den Beamten scheint sie gar kein Mitgefühl mehr zu haben.) Greifen Sie zu, vielleicht kann das wie in der Königgrätzer Straße werden." Zögernd frage ich, wie es in der Königgrätzer Straße geworden ist. ,, Nun," meint sie wichtig, da war eine Dame, da hat, er' innerhalb weniger Tage alles bezahlt, was sie stehen hatte." Ich blicke die Wahrsagerin an; groß, ruhig, dann sehe ich langsam, prüfend an mir selbst hinunter: Siehst du denn heute so heruntergekommen aus oder so elegant? Die Kartenlegerin studiert indessen schon:„ Was noch schwebt." Ihre Stirn ist in Falten gezogen, der Mund zusammengefniffen. Teufel, jetzt wird es tragisch, denke ich. Und da kommt's auch schon. „ Es wird mir schwer, meine Dame, aber der Storch liegt Ihnen zu." Ich bin eigentlich gar nicht sehr verwundert, nach dem Vorangegangenen kommt mir das nicht mehr überraschend. Ruhig greife ich nach meinem Portemonnaie, da ich der Meinung bin, daß mit dem Storch die Geschichte zu Ende ist. Die Kartenlegerin ist meiner Handbewegung gefolgt, ihr Gesicht erhellt sich plötzlich zusehends, und mit einem furzen Blick auf„ Was noch schwebt" setzt sie hinzu:" Regen Sie sich nicht auf, meine gute Dame, es geht vorüber auf jeden Fall kommt es nicht zum Ausbruch." " Ich danke ihr. Sie verlangt fünfzig Pfennig und entschwindet. Eine Stunde ist seitdem vergangen. Flöhe haben sich noch nicht bemerkbar gemacht. Allerdings, die hatte sie auch nicht prophezeit obwohl gerade das das einzige gewesen wäre, was ich ihr geglaubt hätte. A. K. Islandreisen. Szenen von einer vom Norddeutschen Lloyd veranstalteten Polarfahrt. Isländische Sänger und Sängerinnen an Bord des „ Großen Kurfürsten." Auf dem Marktplatz in Reykjavik. ihn erfassen, Sehnsucht nach dem schönen Lande mit seinen jungfräulichen Eisbergen und seinen rauchenden Quellen, den glitzernden Seen, grünen Matten und einfachen Menschen. Unauslöschliche Reiseeindrücke nimmt er mit heim, und sein Mund wird nicht müde werden, zu erzählen von den geheimnisvollen Schönheiten der Feuer- und Sageninsel. Zum Schluß noch etwas Allgemeines über Island. Außer den Pony, die zum eigenen Bedarf wie auch zur Ausfuhr( vor allem nach Schottland) gezüchtet werden, werden vor allem Schafe gezüchtet, während Rindvieh, Schweine und Ziegen auf der Insel selten sind. Nur etwa 27% der Einwohnerschaft beschäftigt sich mit der Fischerei. Der Handel Islands ist seit neuerem im Aufblühen begriffen. Zu rechter 3 Entwickelung ist er aber noch nie gekommen, denn im Mittelalter hatten die Hanseaten zusammen mit den Engländern den isländischen Handel, der fast ausschließlich Tauschhandel war, monopolisiert, und als Anfang des 17. Jahrhunderts durch ein Machtgebot des dänischen Königs die Hanseaten verdrängt waren, wurde der isländische Handel von den dänischen Kaufleuten monopolisiert. So kam es, daß sich in Island der Eigenhandel nicht recht entwickeln wollte. Auch daß die Insel nicht zu wirklichem Wohlstande gelangte, hängt damit zusammen. Daraus vor allem ist auch zu erklären, daß der Isländer nur wenig Sympathie für Dänemark hat und sich möglichst ganz von ihm losreißen möchte. Die Umrisse der weiten Bucht von Reykjavik zeichnen sich scharf von dem grünlich- blauen Gimmel und Wasser ab. Die Stadt selbst liegt zwischen zwei flachen Hügeln; ihre weißgrauen kleinen Häuser mit den mennigroten Wellblechdächern zeigen alle Linien so hart und deutlich, als wäre das Bild von Kinderhand gemalt. Zu beiden Seiten sieht man Wiesen, dahinter erhebt sich niederes, zum Teil mit Schneerinnen und-flecken bedecktes Hügelland. Der Hafen wird von kleinen Inseln fast abgeschlossen. Nacht am Meer. Das sind so die schönsten Stunden Wenn der Tag sich ausgeglüht, Und die Nacht ihren schwarzen Mantel Über Meer und Eiland zieht. Dann rauschen die schwarzen Wogen Viel lauter wohl als am Tag, Dann kommt die Sehnsucht gezogen Ins Herz mit wildem Schlag Wer könnte das Meer vergessen, Der es einmal zur Nacht geschaut Und dem Liede der großen Sehnsucht, Dem Meereslied, gelauscht? O herrliche Nacht am Meere Bei rauschender, singender See,- Erinnerung deiner Wunder Füllt mir das Herz mit Weh. Agi Rogge. Panhherde, bereit zum Ausflug nach dem Tröllafos im Esjagebirge. 4 Wie die Deutschen in Kamerun leben. Wie die Deutschen in Kamerun leben. Von Richard Rohde. Trotz des erschlaffenden Klimas in Kamerun, verstehen die dort lebenden Deutschen, sich körperlich und geistig frisch zu erhalten. Die dem Klima entsprechend luftig gebauten Häuser sind meistens komfortabel eingerichtet, und die jedes Haus umgebende breite Veranda bietet mit ihren Korbfesseln, Longchairs und Schaukelstühlen bequeme Ruhesitze. Nach des Tages Last und Size nimmt jeder Europäer ein erfrischendes Bad, dann zieht er sich einen bequemen leichten Sausanzug an und macht es sich auf der Veranda bequem. So eine Veranda ist der Kulminations. punkt einer jeden Häuslichkeit in Ramerun; dort bespricht man mit seinen Kollegen und Angestellten die Tagesereignisse empfängt Besuche, und debattiert bei einer fühlen WhiskySoda und einer aromatischen Zigarette stark über Weltpolitik. Ein Grammophon darf auch nicht fehlen. Bald ertönen süße Walzer, oder die ganze Gesellschaft singt eine ihnen bekannte Melodie mit. Nach der vierten oder fünften Whisky- Soda fängt die Periode der Wize an. Selbst die bekanntesten und faulsten Kalauer werden mit fröhlichen Gelächter belohnt. Wenn man diese singende, lachende, trinkende und Ein Ausflug in die rauchende Gesellschaft sieht, denkt man nicht davan, mit wieviel Mühe und Arbeit diese paar fröhlichen Stunden erkauft sind, denkt auch nicht daran, daß man vielleicht nach einigen Tagen dem einen oder dem anderen vom Schwarzwasserfieber sehr schnell Dahingerafften das letzte Geleite gibt. Manchmal sucht man sich auch ein schattiges Plätzchen vor dem Hause aus und genießt die letzte Stunde vor Sonnenuntergang oder die frühen Morgenstunden in Gottes freier Natur. Trunken schweift der Blick über die meist entzückende Tropenlandschaft, und mancher Gruß wird dann aus fröhlicher Kehle der fernen Heimat zugesandt. Der vornehmste Sport der dort lebenden Europäer ist die Jagd. An Sonn- und Festtagen, wenn nicht gearbeitet wird, geht vormittags alles auf die Jagd. Die herrlichen Urwälder bieten ein reiches Tierleben, und manche Schopfantilope, manches lustige Affchen verfällt dem tückischen Rohr des Jägers. In den späten Nachmittagsstunden schießt man nach der Scheibe oder unternimmt hoch zu Roß wenn keine Pferde vorhanden sind, auf dem Rücken des ewig friedlichen Langohrs- einen Ausflug nach einer naheliegenden Pflanzung. würde das auch landschaftlich schöne Kamerun ein Eldorado sein, wenn es nicht so heiß und gesünder wäre. Wer weit im Lande reisen will, muß sein Gepäck, Proviant, Handelsartikel, Maschinen, Boote, wissenschaftliche Instrumente usw. durch Träger befördern lassen. Für einen längeren Aufenthalt im entlegenen Innern muß man natürlich ganz anders ausgerüstet sein, da auf Ersatz der verbrauchten Sachen im Lande oft nicht gerechnet werden kann. Der Reisende führt dann seinen ganzen Bedarf an Proviant, Bekleidung, Wäsche, Stiefeln, Munition und dergl. mit sich. So gehören zu einer längeren Reise von 1-2 Jahren etwa: 2-3 weiße Anzüge für Festiage und besondere Gelegenheiten, 3-4 Khakiröcke, 4-5 Khakihosen, 12 Paar Strümpfe, 2-3 Paar derbe, feste Schnürstiefel, event. hohe Stiefel, 1 Paar leichte Lagerschuhe und 1 Paar leichte, weiche Lagerstiefel mit halbhohem Schaft, um die Beinkleider hineinstecken zu können( Moskitostiefel), Lodenmantel, großer fester Regenschirm, einige warme Bekleidungsstücke für kühle Tage und Nächte, genügend Munition, event. photographische Platten, Briefpapier, Nähzeug, Seife und alle kleinen Bedürfnisse, welche auf jeder Reise mitzunehmen sind. Nicht zu vergessen einige Bücher, doch diese in sorgfältiger Auswahl, da sie das Gepäck sehr erschweren. Europäer, die auf einer Station bleiben, haben 6-8 weiße Anzüge nötig. Als HauptFußbekleidung dienen hier weiße Segeltuchschuhe. Vorzuziehen sind halbhohe, weiße Tuch schnürstiefel, da sonst der Fuß am ungeschüßten Knöchel mit Vorliebe von Moskitos zerstochen wird. Jm großen und ganzen hat man zur Reise außer dem Zelt usw. dasselbe nötig wie bei Wanderungen zu Hause, nur Ober- und Unterkleidung aus anderem Stoff und alles in größerer Menge. Als Kopfbedeckung ist der Tropenhelm wegen der intensiven Sonnenbestrahlung unerläßlich. Umgegend von Duala. Radsport in Kamerun. Am Weihnachtsfeste und Neujahr vereinigen sich meist sämtliche Europäer eines Distriktes zum fröhlichen Mahle. Frohe deutsche Lieder erschallen dann durch die stille Tropennacht. Mit schäumendem Sett stößt man auf das Wohl seiner Lieben in der fernen Seimat an. Die ausgelassenste Fröhlichkeit herrscht dann bis tief in die Nacht hinein. Die Verpflegung der Europäer ist in Kamerun eine vorzügliche. Für geistige Nahrung ist auch gesorgt, denn auf jeder Faktorei oder Pflanzung findet man eine große Auswahi von Zeitungen, illustrierten Zeitschriften und Büchern. Da die europäischen Angestellten hier meist sehr gut bezahlt werden, Humor. Mahnung. இகு Direktor( einer Schmiere, als er einem Schauspieler vor der Vorstellung einen Vorschuß von 80 Pfg. auszahlt): Hoffentlich spielen Sie mir nachher den Bettler trotzdem mit der gewohnten Natürlich keit!" Ganz unmöglich. Vater:„ Liebe Helene, diesen Trot mußt Du Dir abgewöhnen. Deine Mutter war früher gerade so. Den Eigensinn hast Du mit der Muttermilch eingesogen. Helene:„ Aber Papa, ich habe ja eine Amme gehabt." Durchschaut. Neffe:„ Heute habe ich eine Maschine gesehen, die die Arbeit von dreihundert Männern leistete!"- Onkel:„ Das will nicht viel heißen... wenn die Männer alle soviel tun, wie Du!" Ständchen in Duala. Eine Fächer- Banane. Kamerun- Szenen. 5 Kamerun- Szenen. Ein Sonntag- Nachmittag auf der Mukonje- Farm des Verfassers unseres Artikels. Angestellte einer Faftorei in Edea auf einer Eselpartie. Im Busch. Hütte in Batoni.