Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 pfg. monatlich verteljährlich 1,20 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 90 Pfg.- Erscheint Mittwoche und Samstags. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung night verlengter Manuskripte wird nicht garantiert. Berlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 71. Telephon: Nr. 362. Der Kaiser in der Schweiz. Berlin, 2. September. Der Kaiser ist um 30 Uhr abends zu den Manövern nach der Schweiz gereist. Mit dem Kaiser fuhren Fürst Fürstenberg, eneraloberst von Plessen, Oberhofmarschall Graf Eu burg. Um 3,31 Uhr verkündeten Kanonenschüsse die Anmit des kaiserlichen Sonderzuges in Basel. Um 3,33 hr fuhr der Zug in den Bundesbahnhof ein. Sobald 3ug stillstand, verließ der Kaiser, der die UniIn der Gardejäger frug, den Wagen und wandte an die ihm bekannten Herren, worauf die Vorsteling der Anwesenden vor sich ging. Der Kaiser unterell sich zunächst mit dem Bundesbahnendirektor Zingg nd den Mitgliedern der Baseler Regierung, ebenso mit en Offizieren, insbesondere mit dem Obersten Sprecher Bernegg. Vor der Verabschiedung sprach der Kaiser en Bafeler Regierungsräten seine besten Wünsche für Gedeihen der Stadt Basel aus. Um 3,45 Uhr hr der Zug, in dem auch Generaldirektor Zingg und e drei schweizerischen Offiziere Platz genommen hatten, Zürich weiter. - er= Am Bahnhof 3ürich hatten sich Tausende artungsvoller Zuschauer eingefunden. Um 15 Uhr g mit flingendem Spiel die 3. Kompagnie des Schüt nbataillons Nr. 6, welche den Ehrendienst stellte, unwurden Hauptmann Moser an. Gegen 16 Uhr er= e Bajonette aufgepflanzt, ein begeistertes Rufen inte, Bundespräsident Forrer fam angefahren. Er begrüßte dort zunächst den deutschen Generalkonsul von ürid, Faber- Dufour, sodann den Frhrn. v. Kleist, der ader Uniform der Potsdamer Garde- Husaren erschieen war. " Das traditionelle Wort vom Kaiserwetter llte auch für die Schweiz gelten, den furz vor Anmit des Kaisers trat aus dem bewölkten Himmel die benne hervor. Dann noch einige kurze Augenblicke und dex Sofzug fuhr langsam unter den Klängen„ Hei! Dirim Siegerfranz" in den Züricher Bahnhof Jhm entstieg zunächst der deutsche Gesandte in Ben von Bülow, dann der Kaiser, der sehr wohl ussah, in der Uniform der Potsdamer Gardejäger. Er schritt sofort auf den Bundespräsidenten Forrer zu and begrüßte ihn herzlich. Dieser stellte ihm dann Unter Feinden. Roman von Karl Matthias. ( Nachdruck verboten.) Bourlier drehte dem Quäler den Rücken zu. Er ar entschlossen, die Ursache dieses auffallenden Betehmens zu erforschen, ließ einen Wagen anspannen End fuhr nach der Stadt, geradewegs zu Herrn Murlitwn, dem früheren Maire. Der Mann ließ sich verleugmen, Prevendaug, einst der treueste Freund, gleichfalls. Bourlier bebte vor Entrüstung, er fuhr zu seinem dvokaten. Devereux mußte Stand halten, denn noch Dr Bourlier sein Klient. Ich kann Sie nicht mehr besuchen," sagte der Analt fühl, wenigstens nicht als Freund, da es bekannt geworden ist, daß Sie es mit dem Feind halten." Welch' eine unsinnige Beschuldigung!" Nicht so ganz. Man hat erfahren, daß Ste in Dresden eine Ausnahmestellung unter den Kriegsgefangenen batten. Sie wohnten in einer bequemen Villa, hatten quisite Verpflegung, vollkommene Freiheit. Das muß Verdacht erwecken." Ich verdanke diese Vorzüge meinem ehemaligen Egwiegersohne." Dem Todfeinde Ihres Sohnes," ergänzte Devecary mit beißendem Hohn.„ Sie hätten sich's überlegen ollen, die kompromittierende Güte anzunehmen. Ohne Segenleistung ist das nicht. Daß Sie diese Gegenleistung bereits ins Werk setten, ist erwiesen. Sie lieferten durch einen Mittelsmann den Deutschen topographische Bereibungen unserer Umgebung und Festungswerke, ja ollständige Karten, die Sie eigenhändig rerbesserten. Rimmen Sie das leugnen?" Bum Teufel, nein. Mir wird doch ein Briefwechel mit meinen Freunden erlaubt sein. Wo ist das UnEcht? Sedan ist den Deutschen, die noch heute die Expedition: Seltersweg 83. Mittwoch, den 4. September 1912. - - den Bundesrat Hoffmann, den Chef des Militärdepartements, vor. Nach der gegenseitigen Vorstellung des Gefolges der Kaiser begrüßte jeden einzelnen in seiner gewinnenden herzlichen Artschritt er bei flingenschritt er bei flingendem Spiel die Front der Ehrenkompagnie ab, von der Menge mit großem Jubel begrüßt, welcher fein Ende nehmen wollte. Den ihn verfolgenden Photographen winkte der Kaiser freundlich zu, ihres Handwerks nur ruhig zu walten und er stellte sich mit dem Bundespräsidenten sogar extra zum Photographieren auf. Unter tosendem Jubel trat er dann die Fahrt durch die Stadt in die Villa Rieter an. Zürich, 3. Sept. Abends 28 Uhr fand Tafel 31 36 Gedecken im Hotel Baur au Lac statt. Bei der Umfahrt um das Hotel wurde der Kaiser von der versammelten Menge mit Hochrufen begrüßt. Bei der Tafel saß vom Kaiser rechts der Bundespräsident Forrer, links der Bundeshauptmann und Chef des Militärdepartements. Nach der Tafel trat der Kaiser auf die offene Veranda heraus, um ein Ständchen anzuhören, das ihm der Männergesangverein Zürich und die Harmonie, die als die besten Gesangvereine gelten, durch einige imposante Chöre darbrachten. Sie hielten es für eine Ehrenpflicht, dem Gaste des Landes Zeugnis von echt schweizerischer Gesangskunst abzulegen und dabei das Hauptgewicht auf das Volkslied зи legen. So gelangten u. a. unter Leitung der Dirigen ten Faßbender und Andreae der Schweizer Psalm, " Das weiße Kreuz im roten Feld" und ein Dialektlied von Huber, betitelt„ Lueget vo Berg und Tal" zum Vertrag, das dem Kaiser sichtlich große Freude bereitete. Er ließ sich nach dem Ständchen vom Stadtpräfidenten( Bürgermeister) Billeter die Dirigenten und Präsidenten der Vereine vorstellen und sprach ihnen seinen Dank und seine Hochachtung aus. Dann verab= ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 20 pig. die 44 mm breite Inseratenzeile.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pfg. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs. zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Druck der Gießener Verlagsdruckerei. Telephon Nr.: 862. 24. Jahrg. des militärischen Schauspiels kreuzten zwei Leniballons und 12 Flugzeuge in den Lüften über dem Tempel= hofer Paradefeld. Nach der Parade beglückwünschte der Kaiser die Gewinner der Kaiserschießauszeichnungen zu ihren Erfolge und verlieh dem Pionierbataillon Raud( Brandenburg. Nr. 3) die Büste des Generals der Infanterie von Rauch. von Die Herbstparadefestlichkeiten wurden mit einem Feldgottesdienst, einer Parade der Truppenabordnun= gen und einer Veteranenparade eingeleitet. * Berlin. An der Berliner Herbstparade nahmen: 2 Lenkballons und 10 Flugzeuge teil. * Der Kaiser hat amtlich den Wunsch zu er= fennen gegeben, daß etwa in Aussicht genommene persönliche Geschenke aus Anlaß des 25jährigen Regierungsjubiläums für wohltätige und gemeinnützige Zwede verwendet werden möchten. Erst jetzt wird bekannt, daß der Reichs= kanzler v. Bethmann Hollweg in Tirol den Besuch des russischen Botschafters in Paris, Jswolski, empfangen hat. Generalfeldmarschall v. Bock und Polach, der Generalinspekteur der 3. Armeeinspektion in Hannover, vollendet am 5. September sein 70. Lebensjahr und wird nach Beendigung der Kaisermanöver von seiner jetzigen Dienststellung zurücktreten. Berlin. Der neue Berliner Oberbürgermeister Wermuth, unser ehemaliger Hüter des Reichs= schatzes" hat sich einem Berliner Blatt gegenüber sehr pessimistisch über die Reichsfinanzen ausgesprochen. Die Aufstellung des neuen Etats für 1913 werde dem Reichskanzler und Bundesrat diesmal schwieriger als im vorigen Winter gelingen. Eine neue Militärvorlage stellt eine Berliner Korrespodenz für den kommenden Winter in Aussicht. Die neue Vorlage sei notwendig geworden, damit ein automatisches Militärgewehr, das eine wesentliche Verbesserung gegenüber dem heutigen Typ darschiedete sich der Kaiser vom Bundespräsidenten und sei stelle, sobald als möglich eingeführt werden könne. An ner Umgebung und begab sich in die Villa Rieter zurüd. Politische Rundschau. Deutschland. * Der Kaiser nahm in Gegenwart des kaiserlichen Hofes und zahlreicher Fürstlichkeiten die große Herbstparade über das Garde- und 3. Armeekorps ab. An der Parade beteiligten sich 50 000 Mann. Während Festung besetzt halten, besser bekannt, als unserer Armee. Jene haben wahrlich Zeit genug dazu gehabt, ihre Karten zu ergänzen. Ich unterstütze nur einen Privatmann bei Herausgabe eines Prachtwerkes." , nein, Sie trieben Landesverrat, Herr Bourlier! Jeder weiß es in der Stadt, und kein Patriot kann ferner mit Ihnen verkehren." - " Ihr seid verrückt!" schrie Bourlier.„ Mich wollt Ihr verdächtigen, da ich für Frankreich mein Leben einsette, während Ihr die Hände furchtsam in den Schoß legtet? Ich habe bewiesen, daß ich ein Patriot bin Thr aber seid feige Spießbürger, die mit hämischer Politi: glauben, das längst verlorene Vaterland zu retten. über diese Dummheit und Erbärmlichkeit! Wer ist der Spion, den Ihr hinter mich hergehetzt habt?" Devereux zuckte die Achseln. Ich denke nicht daran, den Mann zu verraten, der uns Wohlgesinnten den unschäzbaren Dienst geleistet hat, Ihre verräterischen Umtriebe aufzudecken." „ Nun denn, so werde ich ihn selber finden!" rief Bourlier. Ihnen aber, verehrter Herr, entziehe ich die Vollmacht, mit der Sie mich zu Gunsten meines Soh= nes schädigen, und bitte mir in acht Tagen vollständige Rechnungslegung aus. Wir sind fertig miteinander." Nach Hause gekommen, fündigte er seiner Tochter an, daß sie sofort nach Brüssel abreisen. Seine Schwester verlangte unaufhörlich nach Desiree- und er wollte freie Ruft in Sedan haben er war entschlossen, den Kampf mit der Gemeinheit und dem schleichenden Verrat aufzunehmen. Sein Verstand sagte ihm, daß nur Olivier, der seine Briefe gesehen, vielleicht auch gelesen hatte, der Spion und Verleumder gewesen sei. Er haßte th. wie er ihn einst geliebt hatte. Eine Auseinandersetzung vermied er. Der brave Sohn hätte ja doch geleugnet. Er beschloß, ihn härter zu treffen. An demselben Tage schrieb er zwei Briefe, einen an Pezold und einen an Waldemar Tyrolt, der in - unterrichteter Stelle in Berlin wurde erklärt, die Nachricht sei in„ dieser" Form erfunden. Danach muß man annehmen, daß etwas Wahres an der Meldung sein muß. Hauptmann Ko ste witsch, der in Deutschland verhaftete und gegen Raution entlassene russische Spion betreibt mit großem Nachdruck seine Rehabilisierung. Nach seinem, von Rußland bestimmt erwarteten Freispruch, soll der Hauptmann seine unterbrochene DienstAachen weilte, wo er die Stellung eines Fabrikdirek tors angenommen hatte. Desiree reiste ab zur großen Freude Oliviers, der sofort Madelon wieder nach der Villa führte. Pumarquet war noch nicht zum Vorschein gekommen, und die Frau folgte seinem Drängen. Er wollte dem Alten zeigen, Madelon fürchte sich nicht mehr. Was die Welt sagte, war Herrn Olivier gleichgültig. „ Wir sind keine Landesverräter", sagte er frech, ,, und nur solche sind von der öffentlichen Meinung geächtet." Bourlier aber brach hinter sich die Brücke ab. Er sehnte sich nach Frieden, und den, wußte er, fand er in der Heimat nicht mehr. Die Abwickelung seiner Geschäfte übergab er einem Advokaten in Mezieres. Er hatte die Villa verkauft und alle erreichbaren Kapitalien an sich gezogen. Bevor er aber abreisen konnte, geschah etwas unerwartetes. Madelon war eines Tages verschwunden und hatte alle Kostbarkeiten, die sie besessen, das ganze Geld, welches ihr Olivier anvertraut hatte, um es vor seinem Vater sicher zu stellen, mitgenommen. Sie war nicht allein in die Welt gegangen. Ihr Begleiter war Jose Bumarquet, der sie in ihrem Versteck aufgefunden und sich mit ihr hinter dem Rücken Oliviers versöhnt hatte. ,, Es ist ja mein rechtmäßiger Gatte", schrieb sie an Olivier, und ein schöner Mann, nicht so ein Krüppel wie Sie, mein Freund. Jezt bin ich erst darauf gekommen, wie sehr ich ihn liebe. Wir werden, hoffe ich, recht glücklich werden, da wir ja Geld genug haben." Zum ersten Male in seinem Leben sah Bourlier seinen Sohn weinen. Er schied ungerührt von ihm und ging dorthin, wo er wußte, daß er bessere Menschen finden würde. ( Fortsetzung folgt.) Die Rivalinnen. Aus dem Sauerland. Der rauschende Beifallsjubel, der an ihr Ohr dringt, berMit einem siegesgewissen Lächeln schreitet die Fremd= reise nach Belgien, England, Frankreich und Desterreich Ungarn fortjeßen, um seine offiziellen Aufträge zu er lebigen. • Die deutsche Seeberufsgenossenschaft beabsichtigt die zwangsweise Einführung der untentele graphie auf den Passagier- und Frachtdampfern Deutschlands, die den Atlandischen und Stillen Ozean freuzen. Berlin. Die Reichshauptstadt birgt in diesen Tagen einen seltenen Besuch in ihren Mauern, den aufs herzlichste zu begrüßen, unfer offiziöses Regierungs or gan, die Nordd. Allg. 3tg." Veranlassung genommen hat. Es handelt sich um schwedische Journa listen, die der Einladung deutscher Kollegen folgten und so deren vorjährigen Besuch in den nordischen Ländern erwiderten. Für die Stellung zweier Mächte zu einander kann die Haltung der Presse von nicht geringem Einfluß sein, daher fällt den schwedischen Blättern für eine freundschaftliche Gestaltung der deutsch- schwedi schen Beziehungen ein bedeutender Einfluß zu. Desterreich. Die österreich- ungarischen Botschafter bei den Mächten haben nunmehr detaillierte Anweisungen für den Vorschlag des Grafen Berchtold erhalten, so daß die Konversation nunmehr bald in Fluß kommen dürfte. Ungarn. Budapest. Die ungarische Regierung hat angesichts des bevorstehenden Wiederzusammentritts des Abgeordnetenhauses umfassende Sicherheitsmaßregeln getroffen. Frankreich. • Paris. Auf einer Sedanfeier in Franreich erklärte der ehemalige französische Kriegsminister Etienne, daß die gegenwärtige politische Situation ernſter denn je wäre. Wir ständen am Vorabend großer Ereignisse. Spanien. • Madrid. Der von französischen Blättern angekündigte Anschluß Spaniens an die Triplentente wird in Madrid nicht bestätigt. China. Die chinesische Regierung hat die Ansprüche Großbritanniens auf Tibet in einer ziemlich energischen Note zurückgewiesen. Die Note wurde dem britischen Gesandten in Pefing überreicht. Amerika. • Bei den nächsten Wahlen in den Vereinigten Staaten werden dadurch, daß zum ersten Mal auch Frauen ihre Stimme abgeben, fünf Millionen mehr Stimmberechtigte sein als im Jahre 1908. Vom Bergbau. ( Schluß.) bezirt fiel sie von 52 397 auf 51 736, während sie sich| legschaft berechnet, von 1,862 auf 1,929 gestiegen. J in Niederschlesien mit 27 988 auf der gleichen Höhe hielt wie im Vorjahr( 27 979). Der Jahresarbeitsverdienst eines Arbeiters der Gefamtbelegschaft betrug in den letzten Jahren: im D.- B.- Bez. Dortmund in Oberschlesien 1907 1908 1909 1910 1911 M. M. M. M. M. 1562 1494 1350 1382 1446 1003 1016 986 964 980 1185 1182 1136 1122 1168 990 1000 975 974 998 1455 1409 1344 1375 1395 Die Jahreslöhne der unterirdisch beschäftigten eigentlichen Bergarbeiter( etwa die Hälfte der Gesamtbeleg= fchaft) betrugen: Im letzten Abschnitt des Berichts wird ausführlich n- und Arbeiterverhältnisse in den preußischen Bergbaubezirken berichtet. Die Arbeiterzahl( ohne Beamte) stieg im Oberbergamtsbezirk Dortmund von 334 619 in 1910 auf 341 716 im Be richtsjahr, in Oberschlesien von 116 262 auf 117 403, im Aachener Bezirk von 22 224 auf 23 302; im Saar90) Unter Feinden. Roman von Karl Matthtas. im Saarbezir! in Niederschlesien im Aachener Bezirk- Dortmund Oberschlesien Saarbezirk Niederschlesien Acchen 1907 1908 1909 1910 1911 M. M. M. M. M. 1871 1766 1556 1589 1666 1130 1146 1100 1068 1094 1330 1333 1273 1248 1298 1080 1088 1045 1040 1069 1599 1532 1456 1502 1524 Auf eine Schicht der Gesamtbelegschaft sowie der eigentlichen Bergarbeiter entfiel in den letzten 3 Jahren folgender Verdienst: Unterirdisch beschäftigte ( Nachdruck verboten.) „ Du hattest Recht, Waldemar," sprach er zu Tyrolt, als er im Beisein von Tante Nataly die Hände seiner Kinder ineinanderfügte. Des Menschen Herz ist wandelbar. Gott lenkt es nach seinem Entschluß, und indem er mir mein Sedan in der Schlechtigkeit meines Sohnes und der Erbärmlichkeit meiner chauvinistischen Freunde zeigte, öffnete er mir die Augen, daß ich den einzigen Weg zum Frieden fände, der nicht Haß und Revanche, sondern einzig und allein in Eurem Glücke zu finden ist." „ Verzeih mir, Vater, daß ich nur einen Augenblick an Deinem Edelsinn zweifeln konnte", bat Desiree, den Kopf an seine Brust legend. Gesamt. belegschaft eigentl. Bergarbeiter 1909 1910 1911 M. M. M. Bergbau des Dortmunder Bezirks fiel die entsprechen Verunglüdungsziffer von 2,240 auf 2,222. Am Schluß des Berichts wird noch über die Täi keit des Berg gewerbegerichts Dortmun berichtet. Die Zahl der im Jahre 1911 erhobenen S gen betrug danach 1179( 33 auf je 10 000 Mann be Belegschaft.) Aus Stadt und Land. Gießen, 4. September 1911 • Der Großherzog hat folgende Auszeit nungen zum 31. August 1912 zum Jubiläum der Op werfe verliehen und zwar: das Ritterkreuz 1. Klasse Verdienstordens Philipps des Großmütigen den inhabern der Firma Adam Opel, Heinrich Dp ' trugen 3 Die Schu abend und Friz Opel; das Ritterfreuz 2. Klasse desfell paren ein 6 Friedr. Die hl; das Allgemeine Ehrenzeichen mit nach Hause. 3nschrift Für treue Arbeit" den Fabritarbeitern Ro Börner, J. Schmitt, Joh. Treber, Martin Summerband deutsche Martin Daum, Philipp Heinr. Müller, Adam Sc. Mts. in W Heinr. Daum, Peter Schmitt, Martin Burk, 3. Senlung abhält, lich, Friedrich Schilling, Adam Hummel, A. Diehl der zufolge Joh. Hummel 14. Aerztlicher Fortbildungskurs der Verlau Die erhöhten der Universität Gießen. Im Wintersemester 1912 der Produkti werden folgende Vorträge für Aerzte gehalten: 1. Be ſowie der Ro 5,33 5,37 5,55 Dr. Garten: Die neueren physiologischen Methodiprechende Br zur Untersuchung der Herztätigkeit. 2. Profeffor fumierenden Neumann: Die Protozoen als Krankheitserreger muß, da ein Die bakteriologische Diagnose in der Praxis. 3. r auf Kosten 1909 1910 1911 M. M. M. Dortmund 4,49 4,54 4,69 Oberschlesien 3,48 3,44 3,48 3,97 3,91 3,98 Saarbezirk 3,96 3,97 4,06 4,51 4,50 4,60 Niederschlesien 3,23 3,23 3,30 3,47 3,46 3,54 Aachen 4,45 4,49 4,59 5,01 5,09 5,19 Die Lebens- und Unfallversicherung " Nun, der alte Stern war faum noch erkennbar, mit einer dicken Kruste von allem Häßlichen umgeben, das die Seele des Menschen nur erfüllen konnte", wehrte er kopfschüttelnd. Ich bemühe mich noch immer, ihn ganz und gar berauszuschälen und von den eklen Schlacken frei zu machen. Dazu soll Dein Verlobter mir belfen. Willst Du das, Du braver, uneigennütziger Mann?" „ Nun denn, verlaß mich nicht mehr. Gib Deine neue Stellung auf, aieb zu uns, nach dem freien Belgien. Wir wollen und dort ein neues Heim, eine neue Werkstätte bauen und zusammen arbeiten zum Wohle ber Menschheit und des Friedens." XXVII. der Beamten der dem Bergbauverein angehörenden 3e chen erfolgte hauptsächlich bei der Versicherungsgesellschaft „ Nordstern". Die Zahl der mit dieser Gesellschaft eingegangenen Lebensversicherungen stieg von 8654 Policen mit einer Versicherungssumme von 48,8 Millionen Mar zu Anfang 1911 auf 8837 Policen und 50,74 Mill. Mt. zu Anfang 1912. Gegen Unfall und Invalidität waren auf den Vereins werken im Jahre 1911 12 479 Personen versichert mit einer Jahresprämie von 332 860 Mt. Davon zählte allein der„ Nordstern" 8272 Personen und 236 223 Mt. Fünfundzwanzig Jahre des ununterbrochenen Friedens sind dahingeflossen. In tel weben die Flaggen aller Nationen. Auch die französische Trikolore Tattert von dem Maste der stolzen Schlachtschiffe der Republik, die gekommen sind, teilzunehmen an der Ueber die gesamte Arbeiter Versicherung werder ebenfalls ausführliche statistische Nachweise geboten, sowohl über den Allgemeinen Knappschaftsverein wie die Sektion 2 der Knappschafts- Berufsgenossenschaft. Darach betrug die Mitgliederzahl des Knappschaftsver eins Ende des Berichtsjahres 366 793 gegen 352 156 Ende 1910. Der Belegschaftswechsel betrug auf 100 der im Jahresdurchschnitt beschäftigten Arbeiter 62 3ugänge und 59 Abgänge. Das Vermögen des Knapp schaftsvereins stieg von 175,3 Mill. auf 199,4 Mill. Mark. Von der Sektion 2 der Knappschaftsberufsgenossenschait wurden im letzten Jahre für tödliche Unfälle insgejamt 4,22 Mill. Mr. an Entschädigungen gezahlt. Für nicht tödliche Unfälle wurden 8,17 Mill. Mr. an Entschädigungen aufgewandt. Insgesamt wurden für Get die Zwecke der Unfallversicherung innerhalb des tionsbezirks im letzten Jahre 15,57 Mill. Mt. umgelegt, von denen 99,6 Proz.. allein auf den Steinkohlenbergbau entfielen. Nach einer Uebersicht über die Todesursachen der im Oberbergamtsbezirk Dortmund sowie beim gesamten Bergwerksbetriebe Preußens vorgekommenen Verunglüdungen ist die Zahl der tödlichen Unfälle im Bergwerksbetriebe Preußens, auf 1000 Mann der BeFeier des größten deutschen Werkes, der Vollendung des Kaiser Wilhelm- Kanals. Frankreich, das solange feindlich beiseite gestanden, wenn es galt, deutsche Erfolge zu würdigen, deutscher Kunst Einlaß zu gestatten, deutsche Industrie anzuerkennen, hat trotz seiner Handvoll chauvinistischer Schreier das Grollen aufgegeben und salutiert mit seinen ehernen Feuerschlünden, dem deutschen Katser, der gekommen ist, das Wert zu vollenden, welches sein großer Ahne begonnen hat. Unter feierlichen Hammerschlägen wurde der Schlußstein_gelegt. Im Namen des dreieinigen Gottes, zur Ehre Katser Wilhelms, zum Heile Deutschlands, zum Wohle der Völker waren die Worte, welche Wilhelm II. dazu sprach. Und nun beginnt die Flottenrevue. Die mächttgen Schiffskoloffe haben Stellung genommen. Die„ Hohenzollern" fährt durch ihre Reiben. Der deutsche Katser steht auf ihrer Kommandobrücke. Ueberall schallen ihm die begeisterten Zurufe der Matrosen, die rollenden Geschützfalven der Schiffe entgegen, daß durchdringende Hurrab der Oesterreicher wird abgelöst von dem Evviva" der Jtaltener, der Dreibund feiert sein Ber brüderungsfest. Wie jedoch das Kaiserschiff bei dem französischen Panzer Hoche" vorüberkommt, winken die Franzosen stumm in den Wanten; die Musik spielt wohl auf dem Schiffe, der französische Admiral faluttert, die Kanonen werden gelöst, aber der Gruß ist fühl. Wie anders Klang der Salut in Kronstadt, als die Franzosen um Rußlands Freundschaft warben. Dr. Voit: Klinische Demonstrationen. 4. Prof. Poppert: 1) 3ur chirurgischen Behandlung Gießen. 2 en unter Anerken Appendicitis; 2) Klinische Demonstrationen. 5. Bmtsdiener Leon Dr. Opitz: Konservative Gynäkologie. Röntgenbeha lung in der Gynäkologie. 6. Prof. Dr. Vossius Dienſte vom Aus der Unfallpraxis in der Augenheilkunde. Das ulatland verfekt u ferpens corneae. 7. Prof. Dr. v. Eiden: Ueber der Inschri tramteningeale Komplikationen bei Ohreiterungen. U Gießen. D die direkten Untersuchungsmethoden der Luftwege der Speiseröhre. 8. Prof. Dr. Sommer: Diffe le des Elektrizi tialdiagnose der progressiven Paralyse. Hirntumorang entgegen. Auc 9. Prof. Dr. Jesionet: Moderne Syphilistherapon zwei neuen Ueber Elzem und Ekzemtherapie. 10. Profeffor ale ist in Koeppe: Ueber den praktischen Wert der Aufstellum bereits teilweise des Begriffes der Diathese spez. der ersudativen montiert werd these. Die Bedeutung von Heubners„ Energie Quoti Bagenhalle fü ten" für die Säuglingsernährung in der Praxis. Herstellung foll den Vorträgen finden 5 vor Weihnachten und 5 men werden. Weihnachten und zwar im allgemeinen alle 14 Gießen. Donnerstag von 5 bis 7 Uhr statt. Einzelne enem in etwa 14 S ungen bleiben vorbehalten. Die Teilnehmerfarte ollendet, an der sämtliche Vorträge beträgt 10 Mart. Der Betrag vorher mit genauer Adresse an die Universitäts- Qui einzusenden, worauf Zusendung der Mitgliedskarte folgt. Anmeldungen bis spätestens 15. Oftober erbein „ Sie können nicht vergeben und vergessen," sagte ein Herr zu seiner Begleiterin, welche gleich ihm an der Rampe eines Lustdampfers stand, der bet Beginn der Flotten- eRevue dem Ufer zugefahren war und abfelts in der Nähe des Hoche" htelt. Diese zurückhaltung ist das Eingeständnis, daß sie die Boulangisten und die anderen Revancheschreter in Paris fürchten." Ich bitte Dich, sprich nicht so laut, der Papa tönnte n Sedan. Ein schöner Zug ist es, daß man den militärischen Vereinen jährlich des großen Tap von Sedan gedenkt. Diesen Tag feierte letzten Gomm wieder der Kriegerverein Gießen mit Fa lien im Philosophenwald. Sehr gut war das Fet sucht und es bot reichliche Gelegenheit zur Unterhalt für Groß und Klein. Der Vorsitzende, Staatsam Trümpert, hielt die Ansprache, die in ein Hoch Kaiser und Großherzog austlang. Der Vorsitzende Kriegerkameradschaft, Bruchhäuser, gab eine G derung aus seinen Kriegserlebnissen am 31. Auguft 1. September 1870 und brachte dem Keiegerverein delet Gießen, ist bei Bi Leirmund von en. Der Tod Alein Li e ein fiebenjäh Das Feld fuhr. freuen Tiere fagte, in die Lier hatte dem Silen. Die lof Beentjernt werd Offenbac Auguft der Hirra aus. Oberassistent Margolf trug ein hübben, unter A Gedicht vor. Scheibenschießen, Tanz und gemein, vom 1. OH Brauni Dich hören," warnie die Dame, eine noch immer( 10 Uhr, fom Brünette, an seiner Seite. der Gewerficha „ Bah, der hört nichts," lächelte ihr Gatte, ein Oranien u fer hochgewachsener Mann, im Anfange der Fünfels und Le behaglich seinen blonden Vollbart streichelnd. Sel er mit dem Franzosen drüben spricht, hört und fick nichts mehr von der ganzen Flottenparade." Aber der Blonde irrte sich. Der Bezeichnete, Greis, mit silberweißen Haaren und Bart, aber ungebeugter Haltung und eleganter Erschein wandte sich plötzlich dem Ehepaare zu, welches foc seine Reden im zärtlichsten Tone ausgetauscht hatte Dorim firdhenrats in mien liberal griff seines Nachbarn Arm und stellte ihn feinen Entlaffur dern vor. „ Mein Shwiegersohn Waldemar Tyrolt und m Tochter Desiree, seine Frau. Die hier Herr Graf d court, General der Republik." Der Letztere verbeugte sich, ohne die Dame au Augen zu lassen. Bet Nennung des Namens erb der Ausdruck der Freude sein männlich schönes, tich bräuntes Antlitz, Ihr Vorname, Madame, verbunden mit dem men Ihres Herrn Baters, erwedt in mir die G nerung an ein hochbedeutendes Erlebnis," sagte er volltönender Stimme.„ Bor fünfundzwanzig Ja hatte ich das Glud, mit einer jungen Dame gleichen mens auf der„ Esperance" nach Bordeaux zu fabren sie von dort nach Orleans zu begleiten." „ Das war ich, Herr General ,,, entgegnete die raschte Frau, welche schon bet Nennung feines Nam gestutzt hatte. Ich habe sie nicht vergessen, Ste re ten mich vor& erter und Untergang." „ Wir haben viel von Ihnen gesprochen, mein ber rief Tyrolt voll Freude über dieses Zusammentre nach so langen Jahren; es war stets mein Wunsch, fennen an fernen und Ihnen au banken." ( Schlus lo n. Diarrer llageidrift feite in Müniter G P der spa Fra tiegen entipre er die orim hobenen Mam gerecht wird Ihrem Geschmack gerecht wird ,, Kornfranck" mit„ ,, Aecht Franck". Gibt ein intensiv dunkles Kaffeegetränk von sehr feinem und Kräftigem Geschmack. 661 1. tember De Aus um der 1. Ala n den affe des tichfang trugen zur Unterhaltung bei und die Kinder- an den König ein Gnadengeſuch zu richten. In Streipcele waren ein Glanzpunkt bei dem schönen Feste. e und 10 Uhr abends ging es mit Musik und Lamichen uns nach Hause. beitern in 5 am G B Die Schuhwaren werden teurer. Verband deutscher Schuhwarenhändler, der vom 1. rf, J. is 3. d. Mts. in München seine diesjährige GeneralA. Demmlung abhält, hat einer Mit, eilung von Schud nd Leder" zufolge einstimmig anerkannt, daß eine Erhung der Verkaufspreise für Schuhwaren eintreten sturang. Die erhöhten Preise der Rohmaterialien, die Steiester 19for ung der Produktionskosten, der Spesen im Detailten: 1. del sowie der Kosten der Lebenshaltung erzwingen en Meine entsprechende Preiserhöhung, die auch im Interesse rofessors fonsumierenden Publikums konsequent durchgeführt theitseerden muß, da ein Verkauf zu den bisherigen Prei is. 3. ja nur auf Kosten der Qualität ermöglicht werden Profcann. ndlung n Gießen. Am 28. August wurde der Haupten. 5. veramts diener Leonhard Albert Petri auf sein NachSntgenbuchen unter Anerkennung seiner langjährigen treu gein den Vosslofteten Dienste vom 10. Oktober 1. Js. an De. Dasuhestand versetzt und ihm das Allgemeine Ehrenzein: Uebehen mis der Inschrift„ Für langjährige treue Dienste" rungen lehen. uftwege n Gießen. Die Erweiterung der Maschinener: halle des Elektrizitätswerkes geht rasch ihrer Vollen Hirntur doung entgegen. Auch das Fundament für die Aufstellphilistang von zwei neuen Maschinen für die Ueberlandrofessor 3entrale ist in der Halle fertig hergestellt, so daß er Auf die bereits teilweise angekommenen Maschinenteile daidative of montiert werden können. Auch eine Vergrößerung ergie der Wagenhalle für die Straßenbahn ist vorgesehen; Braris. dre Herstellung soll sobald als möglich in Angriff geund 5 nummen werden. Ile 14 n Gießen. Die Lesehalle am Selterstor zelnegird in etwa 14 Tagen wieder eröffnet. Der Umbau merkar i vollendet, an der inneren Ausstattung wird noch geBetta beitet. fitätsgliedsta ftober großen G Gießen, 4. Sept. Heute, in früher Morgenhande ist bei Vilbel der hier wohnhafte Kellner Lehrmund von einem Automobil überfahren , daß porden. Der Tod soll augenblicklich eingetreten sein. o Klein- Linden. Von einem Pferde gebissen gten burde ein siebenjähriger Knabe, der mit Bauersleuten en mi onuf das Feld fuhr. Der Knabe machte sich bei r das sprit treuen Tiere zu schaffen, das ihn plötzlich an der Unter rust faßte, in die Höhe hob und dann fallen ließ. Staatse as Tier hatte dem Jungen die linke Brust vollständig ein Ihsgerissen. Die losen Fleischteile mußten auf operativem mußten auf ege entfernt werden. Vorsitze Jab eine 31. Au dem o Offenbach. In den Ruhestand versetzt wurde cm 26. August der Reallehrer Ludwig Stahl auf sein Mahsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen enste, vom 1. Oftober 1912 an. egerver g ein d geme J immer Batte, d der Fi Ind. rt und de." Bezeichn Bart, ah Grid welches aufcht h ):( Braunfels. Am 11. September, vormittags 10 Uhr, fommen am Amtsgericht Braunfels a. L. die der Gewerkschaft„ Vindobona" gehörigen Bergwerke Saus Oranien" und„ Landeskrone" unweit der Städte Braunfels und Leun zur Versteigerung. Aus aller Welt. ::: Dortmund. Das Urteil des Evangelischen berkirchenrats in dem Disziplinarverfahren gegen den thelonnten liberal gesinnten Pfarrer Traub lautet auf Entlassung aus dem Amte ohne Penion. Pfarrer Traub soll nach einer umfangreichen rolt nila geſchrift seitens der Kirchenbehörde das Konsistovium in Münster beleidigt haben. Es wird erwogen, hn felm rr Graf Dame tamens Schönes it mit bo mir die " fagte wanzig me glei zu fab onele f fetnes effent, e ent, their ett GlobusPutz- Extrakt der sparsame Metallputz. Frauen! die sen der Freunde der Evangelischen Freiheit wird Nachricht, daß Pfarrer Traub unter Verlust seiner Pension des Amtes entsetzt wurde, mit großer Entrüstung aufgenommen. Die Kölnische Zeitung bemerkt zu dem Urteil: Das ist ein Urteil von so außerordentlicher und überraschender Härte, daß es sicherlich die liberalen Kreise im Protestantismus zum Einspruch herausfordern wird. ::: München. Der hier abgehaltene Verbands- tag Deutscher Schuhwarenhändler faßte den Beschluß, infclge der gesteigerten Einkaufspreise eine Erhöh= ung der Detailpreise für Schuh waren eintreten zu lassen. * Berlin. Am gestrigen Dienstag begann wieder der von der Stadt veranstaltete Seefischverkauf zur Linderung der Fleischnot. Die Anfuhr in diesem Jahre ist die größte seit dem Bestehen des Marktes. ::: Der Wasserspiegel der Grunewaldseen bei Berlin ist trotz reicher Niederschläge in letzter Zeit in so bedenklicher Weise weitergesunken, daß man eine allmähliche vollständige Austrocknung befürchtet. Halle. Der Rittergutsbesitzer Kuehn in Modelwitz bei Halle erschoß sich inmitten seiner Leute auf dem Felde, als er die durch langen Regen völlig verderbene, reiche Weizenernte sah, zwei Kugeln in die Brust und verletzte sich lebensgefährlich. ::: Posen. Zur Steuerung der Fleischnot hat der Magistrat in Posen die Einfuhr frischen Fleisches aus Rußland beschlossen. ::: Petersburg. Durch einen plötzlich ausgebrochenen Bäckergehilfenstreik ist eine allgemeine Kalamität an Backwaren eingetreten. Geschäftliches. nur :: Ein verblüffendes Experiment ist für die meisten Hausfrauen der erstmalige Gebrauch des selbsttätigen Waschmittels„ Persil"! Was früher nur durch Reiben, Bürsten und Verwendung ätzender Stoffe wie Chlor 2c., wodurch die Wäsche sehr mitgenommen wurde, zu erzielen war, erreicht man jetzt durch eirmaliges zirka 4- stündiges Kochen in Persillauge. Wieviel Zeit, Arbeit und Aerger, die regelmäßigen Begleiterscheinungen der alten Waschmethode, wäre den Hausfrauen erspart geblieben, wenn sie sich schon früher zu einem Versuch mit diesem einzig dastehenden Waschmittel entschlossen hätten. Persil wirkt nicht allein absolut selbsttätig, sondern es macht die Wäsche viel weiher und reiner, wie je zuvor, ohne sich auch nur im geringsten anzugreifen. Dabei ist es höchst einfach und billig im Gebrauch und garantiert, unschädlich. Versil wird deshalb überall als das idealste selbsttätige Waschmitte! bezeichnet, das schon nach einmaligem Versuch nicht mehr entbehrt werden kann. Literarisches. ? Von Vol zu Pol mit Sven Hedin. Die begeisterte Aufnahme, die das jüngste Werk des berühmten Reisenden„ Von Pol zu Pol"( Rund um Asien), das im November vorigen Jahres im Brockhausschen Verlag erschien, bei dem deutschen Volke und besonders bei der deutschen Jugend gefunden hat, bestimmte den Verfasser, das Versprechen, das er am Schluß jener ersten Weltreise gab, schon jetzt wahr zu machen. Soeben erscheint im gleichen Verlag und Pfeil dreieck- Seifen sind die besten Verkaufsstellen durch dieses Plakat kenntlich. Fabrikant August Jacobi, Darmstadt. Beachtet, leset und abonniert die Empfehlt bei den Geschäftsleuten die зи | 322191X demselben billigen Preise von Mt. 3.„ Von Pol zu Pol"( Neue Folge)„ Vom Nordpol z um equator". Mit einer behaglichen Nordlandsreise beginnt die neue Wanderung; sie führt uns von Slandinavien zum Nordkap, dem Ziel so zahlreicher Vergnügungsreisen. Und wenn auch das Rätsel des Nordpols noch nicht völlig gelöst ist, wenn noch immer waghalsige Helden wie Andree neuen Versuchen zum Opfer fallen schon ist der dunkle Schleier desselben für alle Zeit gelüftet und immer klarer tritt das Bild der arktischen Zone hervor. Zur südlichen Halbkugel der Erde führt jetzt, entsprechend dem Titel des Buches, untser Weg. Hedin steuert nach Afrika, dem Kreuzungs= punkt der heutigen kolonialpolitischen Bestrebungen. Ein zweites, nicht weniger gewaltiges Drama spielt sich vor den Augen des Lesers ab. Aus der dämmernden Kenntnis der Vorzeit, aus der schmachvollen Finsternis des Kannibalismus, der Sklavenjagden und des dumpfsten Aberglaubens, reckt sich der schwarze Weltteil wie ein erwachender Riese langsam und unbeholfen dem Licht der Kultur entgegen. Von Pol zu Pol" wird bei seinem spannenden Inhalt, bei seiner prächtigen Ausstattung mit farbigen und schwarzen Vollbildern und Textfarten und seinem erstaunlich geringen Preis von 3 Mt. ( gebunden) eine große Bewunderung bei der deutschen Lesewelt finden. Extra Preiseinforderung Jacobsohns Singer- Nähmaschine Krone I neueste Technik verbessert durch Kurrenfadenhebelanzug, keine Feder mehi Maschine stickt und stopft, mit automatischem Selbst.er. Rüd: u vorwärtsnahend. verriegelt zugl, jed. Naht am Ende, regelt ben Fadenanzug durch eine schöne und feftere Naht. Nähmaschinens Großfirma MJacobsohn, über Maschine versenkbar Vorzugspreise und Fahrrad: Berlin N. 24, Linienstraße 126. Seit 30 Jahren Bertragslieferant der Post. u. Reichseifenbahn Beamten Vereine, Lehrer, Militär. Krieger Vereine, verf. bie hodhormige Nähmaschine cone II mit hngienischer Fucke rube f. alle Arten Schneiderei, 40, 45, 48, 50. 4 wöchentliche Probezeit. 5 Jahre Garantie, Jubiläumo atalog gratis. Lefer d. 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