Gießener Zeitung - - ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 pfg. monatlich diertelfährlich 1,20 M., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen viertelfährlich 90 Pfg. Redaktion: Dienstage, Donnerstags, Samstags. Seltersweg 88.- Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Berlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 217. - Enthält alle amfl. Bekanntmachungen des Großherzoglichen Polizei Amtes = der Großherzoglichen Erscheint Bürgermeisterei sowie vieler anderer Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. Telephon: Nr. 362. Parteipolitisches. Reichstagswahlen 1912. Im Wahlkreise Bielefeld- Wiedenbrück haben nach längeren Verhandlungen Nationalliberale, Konservative, Christlichsoziale und Zentrum beschlossen, von der bis dahin beabsichtigten Aufstellung eigener Kandidaten für die kommende Reichstagswahl abzusehen und, einer Anregung des Zentrums folgend, den Grafen von Posadowsky- Wehner als gemeinsamen Kandidaten aufzustellen. Graf Posadowsky hat die Kandidatur angenommen. Er wird für den Fall seiner Wahl fraktionslos bleiben. Man hofft mit ihm erfolgreich eine Wiederwahl des sozialdemokratischen Abgeordneten Severing bekämpfen zu können. Köln. Das Zentralwahlkomitee der Zentrumspartei hat wieder Justizrat Karl Trimborn für den Stadtkreis Köln aufgestellt. - Rettenbach. Mit zwei Versammlungen in Hennethal und hier eröffnete die Fortschrittliche Volks= partei ihre Wahlarbeit im 2. nassauischen Wahlkreis. Reichstagskandidat Albert Sturm hielt die Wahlrede. - Erfurt. Die hiesigen vereinigten Liberalen schlossen für die Reichstagswahl mit den rechtsstehenden Parteien ein Stichwahlkompromiß gegen die Sozialde mokraten. r Die auf zirka 11 000 Seelen geschätzte Zunahme der Einwohnerschaft des Wahlkreises Altenkirchen- Wetzlar dürfte ein Mehr von ungefähr 2000 Wählern entsprechen, also einer Gesamtzahl von rund 32 000. Hessische Landtagswahlen 1911. § Die Zweistimmen- Wähler müssen für jeden Zettel einen besonderen Umschlag benutzen, da sonst beide Zettel nur für eine Stimme zählen und gar ungültig werden, wenn sie auf verschiedene Namen lauten. 8. In zwei oberhessischen Landtagswahlkreisen ist es doch noch zur Einigung der beiden liberalen Parteien gekommen, die infolge des getrennten Vorgehens in Gießen zu scheitern schien. In Lich- Hungen- Laubach unterstützt die nationalliberale Partei den fortschrittlichen Seminarlehrer Leuchtgens- Friedberg, wogegen die Fort schrittspartei unter Zurückziehung ihres Kandidaten Justizrat Metz in Nidda für den nationalliberalen Kreisfeuerwehrinspektor Vetzberge r- Nidda eintritt. § Gegen Ende dieses Monats waren noch über 1200 Offenbacher Wähler mit der Zahlung ihrer Steuer im Rückstand. Sie bleiben von der Wahl ausgeschlossen, wenn sie bis zum 3. November ihre Staatsund Gemeindesteuer nicht geregelt haben. § Bingen. Als Kandidat für die Landtagsersatzwahl wurde vom Zentrum der Stadtverordnete H. Wendel- Soherr aufgestellt. § In Worms- Stadt wurde Rechtsanwalt SoldanMainz von der Fortschrittlichen Volkspartei aufgestellt. Aus Stadt und Land. Gießen, 31. Oktober 1911. Eine große Sanitätsübung fand gestern bei GroBen- Buseck statt. ( Haus Brüder Schmidt.) Dienstag, den 31. Oftober 1911. | ungsgebäude auf dem hiesigen Bahnhof wird am 1. November in Betrieb genommen. Der alte Güterbahn hof wird dann mit diesem Tage geschlossen. o Nieder- Mörlen. Hier wird die Errichtung eines Schwesternhauses geplant. o Friedberg. Der Bau des neuen Bahnhofes schritt bisher sehr vor. Der Güterbahnhof und der Personenbahnhof wurden am 1. Oktober 1913 dem Vertehr übergeben. Beide sind durch die 170 Meter lange Unterführung mit einander verbunden. Die Arbeiten für die Erbauung einer Güterhalle mit Abfertigungsgebäuden, verschiedener Rampen und eines Wasserturmes sind ausgeschrieben und zum Teil schon vergeben. o Friedberg. Auch bei uns beschloß man den Ankauf von Kartoffeln in großen Mengen zwecks Abgabe zu Einkaufspreisen an Minderbemittelte. o Hörgenau. Zu dem Kursus der Kreishaus haltungs- und Kochschule haben sich 35 Schülerinnen gemeldet. s Offenbach. Der Schulvorstand beschloß, den armen Kindern während der Wintermonate in der gleichen Weise Milchfrühstück zukommen zu lassen, wie bisher. o Ortenberg. Ganze Scharen von geringen Leuten sammeln in den Eichenwaldungen die Eicheln als Futter für die Schweine. o Gedern. In einigen umliegenden Orten herrscht schon seit längerer Zeit unter den Kindern der Keuch= husten. Besonders ernstlich tritt diese Krankheit in OberSeemen, Steinberg und Merkenfrizz auf. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile. Stellen: gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg.- Die 90 mm breite Zeile im Neklameteil 50 Pfg.- Extrabetlagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs. zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bet Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichfett. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b.§. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. | letzte Geschäftsjahr die früheren normalen Verhältnisse nicht wieder ergeben hat, daß aber im laufenden Jahre ein erfreuliches Einsetzen der Bautätigkeit festzustellen war. Die Reserven des Verbandes haben im letzten Jahre um 30 000 Mt. zugenommen und betragen Mt. 110 000. Das Geschäftskapital hat die Höhe von fünfviertel Millionen erreicht, davon sind 1 150 000 Mart eingezahlt. Bisher wurden 702 Häuser mit 1500 Wohnungen zum Betrage von 7½ Miliionen Mark erbaut. Besonderer Dank wird dem Geh. Regierungsrat Dr. Dietz von der Landesversicherungsanstalt für sein Entgegen tommen in Geldfragen ausgesprochen. Auch andere Kassen, sowie einzelne Arbeitgeber seien jetzt leichter zur Geldhergabe bereit. Sehr wünschenswert sei die bessere Mitarbeit der Arbeitgeber. Der Redner macht dann noch Erläuterungen über die Stempelfrage, über die Nachteile der Wertzuwachssteuer und über die einschränkenden Bestimmungen wegen der Anlegung der Gelder der Reichsversicherungsinstitute. Geh. Regierungsrat Dr. Dietz empfiehlt die bessere Mitarbeit der Frauen. Nach furzer Aussprache wird der von Direktor DoeringGießen vorgetragene Geschäftsbericht genehmigt. Es folgen Vorträge über die Hypothekar- Lebensversicherung und über die großen Vorteile des Eigenheims. nächstjährige Tagung soll in Mainz stattfinden. Die ! Mainz. Ueber ein Dutzend Metzger meldet heute einen ganz erheblichen Fleisch preis abschlag an. Einzelne bieten Ochsen- und Rindfleisch schon zu 44 und 45 Pfg., andere zum Preise von 48 und 50 Pfg. an. Hammelfleisch kostet gar bloß 40 Pfg. das Pfund, Bratenfleisch ist schon zu 50 Pfg. und Kalbfleisch zu 60 Pfg. zu haben. Schweinefleisch wird schon zu 70 Pfg. und Wurst zu 50-80 Pfg. feilgeboten. Partien Kartoffeln einzukaufen, um diese an die Unbe! Bingen. Auch unsere Stadt beschloß, größere mittelten zum Einkaufspreise abzugeben. s Darmstadt. Eine Vertreterkonferenz der hessischen Handelskammern beschäftigte sich mit der seinerzeitigen Eingabe des Rhein- Main- Gastwirteverbandes an samten Gastwirtegewerbes als eine besondere Abteilung das Ministerium des Innern um Angliederung des gean die Handelskammern. Die Konferenz wies darauf hin, daß auch Gastwirte in die Handelskammer gewählt werden können. Ein Anlaß, in der Vertretung der Gast- Richter über seine Erlebnisse während seiner Gefan):( Frankfurt. Am 18. November wird Edw. wirte weiter zu gehen, als die bestehenden Gesetze vorsehen, liege nicht vor, und die Errichtung einer beson- genschaft in der Türkei sprechen. Der Vortrag iſt öffentderen Wirtekammer für das Großherzogtum Hessen könne nicht befürwortet werden. s Darmstadt. Nach der Entscheidung des Oberlandesgerichtes darf die Stadt Darmstadt Oktroi auf Wildpret und Geflügel nicht mehr erheben, was einen Einnahmeausfall von 20-30 000 Mark pro Jahr für die Stadt ausmacht. s Darmstadt, 29. Okt. Ein Verbandstag der hessischen Staatsbaubeamten fand gestern nachmittag in Frankfurt statt. Den Vorsitz führte Großh. Baurat Becker- Gießen. Die Verhandlungen, die vertraulicher Natur waren, drehten sich um verschiedene interne Angelegenheiten im staatlichen Bauwesen, namentlich um die infolge der Sparsamkeitsbestrebungen in der Kammer angeregte Neuorganisation. s Griesheim a. M. Der Gemeinderat hat belich. ):( Hanau. Der Dienstknecht Holsberger, der einen mit Backsteinen beladenen Wagen fuhr, knallte mit der Peitsche und traf eine Zivilperson an die Beine. Der Getroffene beschwerte sich hierüber bei einem Polizeibeamten. Da Holsberger seine Personalien verweigerte, wurde er mit Gewalt auf Wache gebracht und bei der Namensfeststellung stellte sich heraus, daß Holsberger im deutschen Fahndungsblatte wegen vorsätzlicher Brand- stiftung von der Staatsanwaltschaft Hanau ausgeschrieben und zu verhaften ist, was denn auch geschah. Neueste Nachrichten. Konstantinopel, 31. Oft. Hier sind Drahtnachrichten über einen großen Sieg der türkischen Truppen eingetroffen. Die Jtaliener sollen über 5000 schütze verloren haben. Tripolis sei wieder in den Händen der Türfen. schlossen, billiges Fleisch für die Einwohnerschaft Tote, mehrere Hundert als Gefangene und zahlreiche Gezu beschaffen. Zunächst wurde mit den der Innung angehörenden Metzgermeistern verhandelt, um sie zu einem billigen Verkaufe des Schweinefleisches zu bewegen. Dies haben die Metzger abgelehnt, und nun beabsichtigt der Wichtige Winke für Hausfrauen. Gemeinderat, selbst Fleisch aushauen zu lassen, wie vor drei Jahren mit den Seefischen geschah. es ! Heppenheim a. B., 29. Oft. Der Verband Sterblichkeitsverhältnisse in Hes sen. In der letzten Berichtswoche, die die Zeit vom 8. der Gemeinnützigen Bauvereine im Großherzogtum Hesbis 14. Oktober umfaßt, ist in den größeren Städten ein sen hielt heute hier unter dem Vorsitz des Landeswoherfreulicher Rückgang der Sterblichkeit gegen die Vor= nungsinspektors Gretschel seine diesjährige Tagung ab. woche eingetreten. Nur Gießen macht davon eine AusAus dem Geschäftsbericht ist hervorzuheben, daß das nahme, wo die Zahl der Todesfälle von 8 auf 13 stieg, was, auf ein Jahr und 1000 Bewohner berechnet, eine Steigerung der Sterblichkeitsziffer von 13,3 auf 21,6 bedeutet. n Auf der letzten Lehrerkonferenz in Grünberg wurde beschlossen, gelegentlich der Kreiskonferenz eine Ausstellung von Schülerzeichnungen zu veranſtalten. n Freitag 3.20 Uhr früh wurden dem 26 Jahre alten Bremser Chr. Krämer aus Huntershagen auf Bahnhof Gießen beide Beine abgefahren, der linke Arm gebrochen und der Kopf verletzt. o Lollar. Der Schulamtsaspirant Karl Volp aus Lindenstruth erhielt eine Lehrerstelle an unserer Gemeindeschule. o Wieseck. Im Oberhessischen Obstbauverein sprach letzten Sonnabend Dr. Hoffmann- Friedberg über Beerenkulturen. o Bad Nauheim. Das neue Güterabfertig= Nawrsofa folltan Kathreiners Malzlaffen Arinlan Wenn irgend ein Familienmitglied mit Blutarmut Bleichsucht Nervenschwäche nervöse Kopfschmerzen Verdauung Ernährungsstörung behaftet ist, so ist es wichtig sogleich Leciferrin zur Hand zu haben, welches in furzer Zeit diese Störungen beseitigt. Wenn abgespannt und energielos, Wenn durch Yeberanstrengungen heruntergekommen, Nach schweren erschöpfenden Krankheiten, Nach schweren Blutverlusten um die Körperkräfte wieder herzustellen und das Blut zu erneuern, Bei Kindern, welche überangeßtrengt sind durch Schularbeiten, ist Leciferrin das zuberläßigte Präparat, wie von vielen Professoren und Aerzten anerkannt. Leciferrin dürfte somit in keiner Familie fehlen. Leciferrin( Ovo Lecithin Eisen) foftet. 3.- die Beim Einkauf achte man genau auf den Namen„ Leciferrin." Bu haben in Apotheken, ganz ficher von: Das Gehalt macht's! Flasche. Universitäts- Apotheke Gießen und Engel- Apotheke in Frankfurt a. Main. Su spät. Paula wollte entrüstet aufspringen, aber Alerig' 3u spät. Blicke Reformen zu schwärmen. du vorgabst, meine Gefühle zu erwidern, Als ich dich aber lieben lernte und wurde ich ein anderer in auf wish gus Aus den Parlamenten. Deutscher Reichsiaa. Am Freitag wurde fast vor leerem Hause über die Interpellation des Zentrums und der fortschrittlichen Boltspartet über den Umfang der Maul- und Klauenlenche und die von der Regierung geplante Schadloshaltung der Landwirte verhandelt. Staatssekretär Delbrück beantwortete die Interpellationen, indem er ausführte, eine folterung der Seuche set in diesem Jahre nicht möglich gewesen. Das neue Viehseuchengesetz solle am 1. April 1912 in Kraft treten. Auf das vom Abg. Fegter( fortschr. Vp.) gestellte Verlangen, Reichsmittel für die Erforschung der Seuche berett zu stellen, gab der Staatssekretär den Bescheid, daß zunächst die Ergebnisse ber vom preußischen Staate veranlaßten wirtschaftlichen Arbeiten abgewartet und, wenn diese Forschungen fein positives Ergebnis liefern, Reichsmittel aufgewendet werden sollen. Landwirtschaftsminister Frhr. v. Schor= lemer berichtete über die den kleinen Landwirten ge= währten Erleichterungen in der Durchführung des Viehseuchengesezes. Nach wetterer Debatte vertagte sich das Haus bis zum 7. November, ohne daß die Besprechung der Teuerungsinterpellation beendet wurde. 3wei Reichstagserfazwahlen. Konstanz und Ratibor. Am letzten Freitag fand im badischen Wahlkreise Konstanz die Stichwahl zwischen Nationalliberalen und Zentrum statt, während im Wahlkreise Ratibor das Bentrum das Mandat im ersten Wahlgange zu verteidigen hatte. men. Er wird für den Fall seiner Wahl fraktionslos bleiben. Man hofft, mit ihm erfolgreich eine Wiederwahl des bisherigen sozialdemokratischen Abgeordneten Severing bekämpfen zu können. Die Wählerlisten für die Reichstagswahl müssen nach dem Reichstagswahlgesetz spätestens 4 Wochen vor dem zur Wahl bestimmten Tage zu jedermanns Einsicht aufliegen." Nach dem Wahlreglement müssen die Wählerlisten mindestens 8 Tage" ausliegen. In Bayern hat der Minister des Innern angeordnet, daß die Liſten von Montag, den 11. Dezember ab ausgelegt werden. Die Vorbereitungen zu den Reichstagswahlen werden in den einzelnen Bundesstaaten bereits in Angriff genommen. So geht die Bürgermeisteret in Darmstadt fchon jetzt mit der Aufstellung der Listen der Wahlberechtigten vor. Durch diese zeitige Maßnahme wird eine sorgfältige Aufstellung der Wählerlisten ermöglicht und die Gemeinden erleichtern sich die Arbeiten ungemein. Die hiesigen vereinigten Liberalen in Erfurt schlossen für die Reichstagswahl mit den rechtsstehenden Parteien ein Stichwahltompromiß gegen die Sozialdemokraten. Die fortschrittliche Volkspartel hat im Reichstage einen Antrag zur Sicherhelt der Wahl frethett zu den bevorstehenden Wahlen eingebracht. Bet der Wahl in Konstanz erhielt Gärtner Schmid( liberaler Block) 15 114 Stimmen, Landgerichtsrat Freiherr v. Rüpplin( Bentrum) 14 045 Stimmen. Schmid ist somit gewählt. Bet der Hauptwahl waren von den insgesamt abgegebenen 27 737 gültigen Stimmen 13 262 Stimmen auf den Zentrumskandidaten v. Rüpplin, 11 441 auf den Nationalliberalen Schmid, 3025 auf den Sozialdemokraten gefallen. Von diesen so= zialdemokratischen Stimmen hing die Entscheidung ab; denn, wenn es auch dem Zentrum gelingen mußte, aus der Reserve noch einige hundert Wähler mehr an die Urne heranzuführen, so war es doch unmöglich, den Vorsprung, den fein Gegner mit den sozialdemokratischen Stimmen in Höhe von 1200 Stimmen voraus hatte, ganz einzuholen. Daß die Sozialdemokraten zum Stimmenthaltung üben würden, war nicht anzunehmen, nachdem ihre Parteileitung die Parole ausgegeben hatte, geschlossen für den liberalen Kandidaten einzutreten. Tett Die Parteizusammensetzung in der zweiten Rammer von Elsaß- Lothringen wird sich nach den inzwischen erfolgten Nachmahlen folgendermaßen zusammensehen: 24 Zentrum, 9 Liberale, 11 Sozialdemokraten, 10 Iothringer Block 6 Unabhängige und zwar 4 liberale Unabhängige und zwei zentrumsgesinnte Unabhängige. Bei der Reichstagserfaßwahl in Rattbor erhielt Stadtrat Sapletta( Zentrum) 7897 Stimmen, Pfarrer Banas( Pole) 4773, Landschaftssyndikus Regterungsrat a. D. Lüdke( Reichspartet) 3265, Gewerkschaftssekretär Schwob( Soz.) 1609 Stimmen. Es findet somit Stich= wahl zwischen Sapletta und Banas statt. 1907 war der inzwischen verstorbene Zentrumsabgeordnete Erzpriester Wilhelm Frank im ersten Wahlgang mit 11 411 Stimmen gegen 5105 freifonservative, 4591 polnische und 1294 fozialdemokratische Stimmen gewählt worden. Der Wahlkrets war sett 1877 im dauernden Besitz des Zentrums, und es ist seitdem das erste Mal, daß das Bentrum in diesem Kreise sich einer Stichwahl unterztehen muß. Rundschau vom Cage. Politisches. An den Kaisermanövern 1912 werden, wie amtlich bekanntgegeben wird, das 3.( brandenburatsche), 4.( föchfische), 12.( 1. föniglich fächsische) und 19.( 2. königlich fächsische) Armeekorps beteiligt sein. dete, zu dauerndem Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Die mitongeklagte unverehelichte Verkäuferin Regel, die Mutter des Kindes, wurde wegen Kindesmordes unter Zubilligung mildernder Umstände zu 2 Jahren Gefängnis verurteilt. Reichstag und Sonno- Abkommen. Die Nordd. Ang. 3tg." schreibt: Die Frage, ob ein Staatsvertrag über die Abtretung oder den Erwerb von Kolontalbesitz zu seiner staatsrechtlichen Gültigkeit der Zustimmung des Budesrats und der Genehmigung des Reichstaces bedarf, ist, wie wir hören, von den zuständigen Reichsämtern geprüft und im vereinenden Sinne beantwortet worden. Kleine Dachrichten. Nach verbüßter Strafe freigesprochen. Aus Posen wird berichtet: Vor Jahresfrist war der Oberleutnant Webel vom 50. Infanterie- Regiment in Rawitsch vom Oberkriegsgericht Bosen wegen mehrerer Vergehen ge= gen ein dortiges Bürgermädchen unter 16 Jahren zu einer mehrmonatigen Gefängnisstrafe und zur Dienstentlassung verurteilt worden. Webel hat inzwischen feine Strafe abgeseffen und wohnt jezt in Breslau, von wo er die Wiederaufnahme des Verfahrens mit Erfolg betrieb. In einer neuen Verhandlung vor dem Kriegsgericht der 10. Division, die jetzt in Rawitsch stattfand, wurde der Angeklagte kostenlos freigesprochen. Die erste deutsche Hochschule für Franen wurde am Sonntag in Leipzig eingeweiht. Der Rektor der Untpersität, Professor Lamprecht, trat für die Notwendigfeit von Frauenhochschulen ein. Für die Borlesungen tm nächsten Semester haben sich bereits 500 Damen angemeldet. Ein Gouverneurwechsel in Ostafrika fann trotz widersprechender Aeußerungen wohl mit einiger Sicherheit aus der beschleunigten Rückkehr des Gouverneurs von Rechenberg geschlossen werden. Aus kolonialen Kreifen wird nun dem„ Deutschen Boten" mitgeteilt, daß man erneut mit der Berufung des Herzogs Adolf Friedrich zu Mecklenburg nach Daressalam rechnen zu können glaube. Herzog Adolf Friedrich ist ein gufer Kenner von Deutsch- Ostafrika und Britisch- Ostaf= rifa, vom belgischen und französischen Kongo und von Deutsch- Kamerun. Differenzen zwischen dem Staatssekretär von Linde: guist einerseits und dem Reichskanzler und von Kiderlen- Wächter anderersetts, die zu einem Rücktritt des Herrn von Lindequist führen würden, sollten nach der Meldung eines Berliner Blattes bestehen. Wie die Nordd. Alla. 3tg." jest dazu erklärt, entbehrt diese Meldung jeglicher Begründung. Vermischtes. Die reichsten Frauen der Welt. Als die reichste Frau der Welt wird gewöhnlich die Amerikanerin Hetty Green bezeichnet. Diese Dame verfügt über ein Vermö gen von rund 350 Millionen Mart. Am nächsten steht ihr Mrs. Russel- Sage, dte seinerzeit ein Vermögen von 340 Millionen Mark erbte, den größten Teil desselben fedoch wieder für wohltätige Zwecke ausgegeben hat. Das Vermögen der Frau v. Bohlen- Halbach, der Toch= ter Krupps, zählt man auf 320 Millionen Mark, während Mrs. Anne Wightmann Walker in Neuyork über 240 Millionen verfügt. Auf der Jagd von einem Kollegen aus Invorsich= tigkeit erschossen wurde in Thorn ein Gutsbesitzer. Beide gingen hintereinander, als der eine plötzlich strauchelte. Dadurch entlud sich sein Gewehr und die ganze Schrot= ladung drang dem anderen in den Rücken, so daß er auf der Stelle tot zusammenbrach. In einem Steinbruch verfchittet. 18 französische Soldaten, die in einem Steinbruch in der Umgebung von Tanger arbeiteten, wurden vom Erdreich verschüttet. 16 wurden getötet und ziet schwer verwundet. Graf Vosadowsky Reichstaaskandidat. Im Reichstagswahlkreis Bielefeld- Wiedenbrück haben nach längeren Verhandlungen Nationalliberale, Konservative, Christlichsoziale und zentrum beschlossen, von der bis dahin beabsichtigten Aufstellung eigener Kandidaten für die kommende Reichstagswahl abzusehen und einer Anregung des Zentrums folgend den Grafen von Posapowsky- Wehner als gemeinsamen Kandidaten aufzutellen. Graf Bosadowsky hat die Kandidatur angenom= 17) Aus Eifersucht. Roman von Max Hoffmann. ( Nachdruck verboten.) Brand eines Kurhotels. In Bad Nenndorf in Hannover ist am Sonnabend morgen das bekannte Hotel von Jathe einem Großfeuer zum Opfer gefallen. Das Hotel ist mit verschiedenen Nebengebäuden vollständig ntedergebrannt. Der Schaden ist sehr erheblich. Per= fonen sind nicht zu Schaden gekommen. 28 brach Dreh perbr ba 2 alle L Befan abgeft den vo ten, d hinder etne E B Ins 8 Vogt Feuer Flüge tet ur infpef und fo rere len m Fider rhäng D wird gefelle otelen her S ben ni vermo König fchafts lichkei schlech die en leicht Dant Mütte fames fett Dame töchte D marft Was Neuyork wert ist, hat die städtische Abschätzungskommission in der amerikanischen Metropolenunmehr festgestellt: genau 8 274 603 633 Dollars. Dieser Berechnung Itegen neue Abschäßungen für das kommende Jahr zugrunde. Das unbewegliche Eigentum in Neuyork beziffert sich in seinem Werte auf 7 525 474 063 Dollars, was gegen die Abschätzung vom letzten Ja nuar eine Wertzunahme von nahezu 148 Millionen Dol= lars bedeutet. Das bewegliche Eigentum wird auf 749 129 573 Dollars bewertet und zeigt damit einen Rückgang von rund 115 Millionen. Die höhere Einschäßuna des unbeweglichen Eigentums vermehrt die Schuldfähigkeit der Stadt um rund 15 Millionen Dollars. Ein furchtbares Brandnnalta ereignete sich in der russisch- polnischen Ortschaft Strzelac. Das Feuer mar am frühen Morgen ausgebrochen, als sich die erwachse= nen Einwohner bereits im Walde befanden, um Retfig zu sammeln. Im Dorfe waren daher nur Greise und Kinder zurückgeblieben. In den Flammen sind zwölf Kinder umgekommen, die sich aus den brennenden Häuser nicht mehr retten konnten. ,, Er hat dem auch zugestimmt und ist vorhin sehr ruhig und, wie es scheint, in zuversichtlicher Stimmung mit uns hierhergefahren." ,, Dann lassen Sie ihn bitte, eintreten!" In einem Porifer Stadtviertel explodierte in einem Kaffeehaus die Heizungsanlage. Durch ausströmenden Dampf wurde eine Anzahl Personen verbrüht, eine Person so schwer, daß sie bald darauf gestorben ist. Eine Staatspension seit 276 Jahren. In England gibt es, mie tett bekannt geworden ist. einen Menschen, Beffen Familie fett 276 Jahren eine Staatspension bezicht. Es ist dies ein Stallbursche namens Smith. der möchentlich 30 Schillinge aus der Staatskasse erhält. Und zwar wegen eines Dienstes, den einer seiner Vorfahren dem damaligen Brinzen Charles, späterem Köntg Karl 2., nach der unglücklichen Schlacht von Worcester erwies. Im Jahre 1675 wurde der Köntg an diese Hilfeleistung- der Prinz mußte damals in einer hohlen Eiche Schutz suchen erinnert, die er sofort durch eine erbliche Bension belohnte. Bisher hat die Familie ungefähr 430 000 Mark erhalten. Diese Pension ist die einzige ihrer Art. Gin griechischer Geistlicher ermordet. Der Abt des artechischen Klosters Prodromos wurde in der Nähe von Salonikt ermordet an einem Baume hängend aufgefunden. Der Täter ist unbekannt. Der gleich darauf erscheinende Doktor Waldow sah Infolge der überstandenen Krankheit etwas abgemagert und blaß aus, aber sein Gesicht zeigte durchaus nicht mehr die frühere Scheu und Niedergeschlagenheit. Er machte ganz den Eindruck eines Menschen, der völlig mit sich im reinen ist und weiß, was er will. Ciferbabfatefrophe in Amerika. Infolge falscher Weichenstellung fuhr auf der Unton Pacific Bahn ein Erpreßzug auf einen leeren Frachtzug. Die Wirkung des Zusammenstoßes war furchtbar. Die beiden Ritge waren vollständig ineinander gefahren. Zwanzig Personen wurden getötet und 30 verwundet. Herr von Scharffenstein blickte scheinbar uninteref= ftert zu ihm hin und bedeutete ihm in gewinnendem Ton, daß er Platz nehmen möge. Die beiden Kommisfare traten schweigend etwas zurück. „ Es sind da noch einige Sachen zu erledigen, Herr Doktor," begann der Untersuchungsrichter in schleppenbem, gleichgiltigen Ton. Waren Ste von Anfang an Hausarzt bet Herrn von Marleben?" Aus den Gerichtssälen. Die Brügelstrafe in Schottland. Wie bekannt, wird in England auch heutzutage noch von Gerichts wegen die Brügelstrafe verhängt. Es kommt sogar zuweilen vor, daß sie erwachsenen Personen zuerteilt wird, aber in der Hauptsache betrifft sie jedoch nur Halbwüchsige. In Dunfermline in Schottland, dem Geburtsort des amerikanischen Millionärs Carnegie, ist es wohl zum ersten Male passiert, daß eine Massenprügelet verhängt wurde, wie dies vor einigen Tagen geschah. Nicht we= niger als 26 Jungen wurden wegen groben Unfugs, den. sie an dem Grubeneingang in Lochgelly verübten, zur Brügelstrafe verurteilt. Gegen Schluß der GerichtsverHandlung erschten vor dem Gerichtsgebäude ein großer Wagen, und die Brügelkandidaten, von einem Boltzettn= spektor und vier Polizisten begleitet, wurden nach Dun= fermline gebracht. Vor Abfahrt des Wagens fand eine feindliche Demonstration der Mütter der Missetäter statt, denen es gelang, zwei der Delinquenten vom Wagen zu ziehen, die jedoch threm Schicksal nicht entgingen. Als der Wagen in Dunfermline angekommen war, hatte sich bereits eine Anzahl von Müttern dort eingefunden, dte scharf gegen die Prügelstrafe protestierten. Alles dies half fedoch nichts; die Erefution nahm ihren Verlauf. Todesurteil wegen Kindesmordes. Das Schwurgericht in Braunschmetg verurteilte am Sonnabend nach aweitägiger Verhandlung den Kaufmann Müller in Schöningen wegen Ermordung setnes außereheltchen zwet Tage alten Kindes zum Tode, und wegen seiner brutalen Gesinnung, die er auch an Gerichtsstelle bekun" Nein. Ich war dort überhaupt nicht Hausarzt. Erst In der letzten Zeit wurde ich hingerufen." " Durch wen?" Nun, ich glaube auf Wunsch des Herrn Regierungsrats selbst." Wer bestellte Ste?" Die Frau Regierungsrat." " Persönlich?" Doktor Waldow zögerte ein wenig, ehe er erwiderte: Buerst telephonisch." " Und darauf gingen Sie sofort hin? ,, Weshalb waren Sie nicht sofort berett?" „ Aus rein persönlichen Gründen." " Hm. Und wie kam es, daß Sie doch hingingen?" Frau Regierungsrat hat es persönlich gewünscht." Das heißt, sie ist selbst bet Ihnen gewesen und hat Ste umgeftimmt?" " Rein. Ich sagte vielmehr zurück, daß meine Bett au sehr besetzt fet." War das der Fall? " Netn." „ Das könnte sich so anhören, als wenn ich durch lange Ueberredungskünfte bewogen worden set, den Krankenbesuch zu machen. So war es aber nicht. So= bald ich die Frau Regierungsrat im Sprechzimmer sah, tellte ich ihr kurz mit, daß ich kommen würde." Alte Kleider für Rußland. An die Haushaltungen, besonders in Deutschand, ist in den letzten Tagen ein Birkular geschickt worden, in welchem um alte Kletder gebeten wird. die zu höchsten" Preisen gekauft werden sollen. Die Begründung ist eine recht sonderbare: Da in der letzten Zeit teils durch politische Unruhen, teils durch Streiks und Aussperrungen die Industrie und Heimarbeit in Stillstand geraten set, und die Preise sich erhöht hätten, so set ein geftetaerter Bedarf von Herrenund Damengarderobe vorhanden. Well nun in Rußland für getragene Kleidungsstücke kein Eingangszoll erhoben werde, so set der Import getragener Kleider nach dort sehr lohnend. Gekauft werden Herren- und Damenkleider, Wäsche usw. Die Berliner Auffäufer schicken die Ware, direkt nach Rußland an ihre Großabnehmer, die damit ein glänzendes Geschäft machen. „ Ihr blokes Erscheinen genitate also, Ste bereit zu machen. Hm, sehen Ste, Herr Doktor, tch wußte das bereits schon alles und wollte nur sehen, ob Ihre Aussage sich mit den Ergebnissen unserer Nachforschungen decken würde." ,, Sie mißtrauen mtr?" fragte Dr. Waldow erregt. „ Das gerade nicht aber Ihre bisherige zurückhaltung wird mein Verfahren rechtfertigen. Ich sehe nun zu meiner Freude, daß Ste heute viel offener find als vor einigen Wochen, wo sie mir schroff jede Ausfage verweigerten. And so hoffe ich, daß Ste sich auch zur Antwort auf die Kardinalfrage entschlossen haben, und diese lautet für uns noch immer: Wte kam tenes Geld in Ihre Händer" „ Sie sind im Fretum, Herr Untersuchungsrichter, wenn Sie vermuten, daß ich in den vergangenen Wochen meine Ansicht über diesen Punkt geändert habe. Es muß Ihnen genügen, wenn ich die Versicherung abgebe, darüber zu schweigen." Ihr Schweigen vorteilhaft für Sie ist, werden Sie selbst faum glauben." " War Ihnen die Frau Regierungsrat nicht schon von frither bekannt? " Allerdings. Aus threr Mädchenzeit." Wte war thr kenbesuchen?" Doktor Waldow zuckte mit den Achseln und machte eine Miene, als menn er sagen wolle, daß er auf alle Folgen seines Verhaltens gefaßt set. erhalten zu Ihnen bet den KranWarum haben Ste denn nun eigentlich am Tage nach der Entdeckung der Tat so plößlich Ihr Heim verlassen und sind plan- und ztellos umhergetrrt?" Auch darüber möchte ich die Auskunft verweigern." Dieses Recht steht Ghnen selbstverständlich zu. Daß „ Ich hatte tatsächlich den Kopf verloren. Als ich nach einer äußerst unruhigen Nacht am Morgen in der Zeitung Jas. daß die Nummern jener Scheine bekannt wären, da sagte ich mir sogleich, daß fie in kürzester Frist gefunden würden- “ ,, Sett welcher Zeit waren Ste in threm Befit?" Doktor Waldow achtete nicht im geringsten auf diese plötzlich dahin geworfene Frage des Untersuchungsrichters. Er tat, als wenn er sie gar nicht gehört hätte, und fuhr, starr 31 Boden sehend, fort:„ Ich wurde immer erregter geradezu verrückt- ein momentaner Wahn= furz, ich stürzte fort. finn muß mich gepackt haben Wohin? Das wußte ich selbst nicht. Nur fort! Fort! rief es in mir." - „ Sie fühlten sich also schuldig?" " Das kann ich nicht gerade sagen. Aber mich bes herrschte das unklare Gefühl, daß man mich für schuldig halten müsse." „ Sehr richtig! Denn wenn Ste etwas von dem Gelde hatten, fonnten Ste ja auch noch mehr davon ha= ben. Sie konnten also mit der Tat überhaupt in Verbindung gebracht werden. In Bezug auf Ihr Alibi für fene Nacht ist zwar nachgewiesen, daß Ihre Wirtschafterin Ste gletch am Abend nach dem letzten Kran= tenbesuche hat zurückkehren hören. Sie hat beschworen, daß Ste das Haus dann nicht mehr verlassen haben. Wir müssen daher annehmen, daß Sie nur in Verbindung zu dem Täter stande, der Ihnen etwas von dem Gelde gab nem ließ etnem lob, Wage 15 schon des C den B 2 Dor nachd fchloj Sufs Umfa In ve Infol ote a die e Bege getlo Sch im r rüber eben der batte Filia einer daß E fchon Umla fchäft Ausz treue fleine Bufa durch Toren vor S Gesch fent S der B Tofefte der E Ten T den, schaft terin Falle n ref Merge gefühl: doch la Grotest 23 pricht Abel! Da als Mä wurde e thr und fahen. S men, fin Sie find Net Julegt fa biffen S Bor Wte Jar mur au 5 tant Same a 118 tige Wollen Lamm es Dabe Tudungs te SE St t. PRIREE URESN er 16 Te 53 T= It= ote [= It, er It. tg er fe= en ne M= 2 t t = ut = 8 rð gen or, der In Без im gt De Den. zur Jer= Ber in m= ine att, gen Als fich ote Dies Jen, ein der den Da tells und fich ren tußBoll ider und äufer BabTelbft achte alle Tage 7 vers 18 tch n der fannt zefter Stefe Briche, und Immer Wahne fort. Fort! Ich be chuldig n dem on haVerAlibt WirtAranworen, en. Wir inbung Gelbe Brand einer Dynamitfabrik. Sonnabend abend brach in der Dynamitfabrik Schleebusch bet Cöln in dem Drehraum der Fabrik Feuer aus, das sich blitzschnell perbreitete und einen sehr gefährlichen Eindruck machte, Es wurden sofort ba Alkoholexplosionen stattfanden. alle Leitunglen nach den übrigen Teilen der Stadt abgeschnitten und die ganze Anlage in weitem Umkreise abgesperrt. Dem raschen Eingreifen der Arbeiter und den vorhandenen Sicherheitsmaßnahmen ist es zu danfen, daß ein weiteres Umsichgreifen des Feuers verhindert wurde. Der Einwohnerschaft bemächtigte sich eine begreifliche Erregung. Brandstiftung in einem Gefängnis. Um wieder Ins Buchthaus zurückzukommen, legte im Gefängnis zu Vogtberg der frühere Häusler Fidert aus Tiefenbrunn Feuer an. Mit Mühe tonnten die in dem brennenden Flügel internterten 36 bettlägertgen Gefangenen gerettet und der Brand gelöscht werden. Als der Gefängnisinspektor den Brandstifter in seinem Versteck entdeckte und festnehmen wollte, wurde er von diesem durch mehrere Messerstiche verwundet, so daß er Stilfe herbeiholen mußte. Als Wache und Boltzet tamen, fand man Fidert, der schon 22 Jahre Zuchthaus hinter sich hat, rhängt vor. Der Dank des Junggesellen. Aus Königsberg wird der Frtf. 3tg." geschrieben: Ein richtiger Junggefelle war es nun allerdings nicht, sondern ein seit vielen Jahren verwitweter, kinderloser Herr, ein rether Kaufmann, der bei seinem kürzlich erfolgten Able= ben nicht nur der Stadt Königsberg eine hübsche Summe vermacht, sondern auch etwa 30 Frauen und Mädchen Königsbergs Legate ausgesetzt hat. In allen Gesellfchaftskreisen war er eine bekannte und beliebte Berfönlichkeit, besonders gern brachte er dem weiblichen Geschlecht seine Huldigungen dar, und er hat nun für all bie empfangene Gastfreundschaft, Sympathie und viels leicht auch für manche kleine Gunstbezeugung seinen Dant in der Weise abgestattet, daß er die Frauen Mütter und Töchter, die in irgend einer Art sein einfames Dasein durch Freundschaft oder Liebenswürdig= teit verschönten. in seinem letzten Willen bedacht. Damen der Gesellschaft, Lehrerinnen und junge Haustöchter befinden sich unter den Glücklichen." Der schlaue Gockel. Auf dem Augsburger Wochenmarkt war am letzten Sonnabend ein stolzer Hahn set nem Käfig entflohen. Er wurde lange herumgeheßt, Iteß sich aber nicht fangen und ließ sich schließlich auf etnem Trambahnwagen nieder. Unter allgemeinem Hal Loh, aber unangefochten, fuhr der Gockel auf dem Wagen nach Oberhausen zur Stadt hinaus. Heute stehen Ste nun schon zum fünfundzwanzigstenmal vor den Schranken des Gerichts!" Stromer: Da vermiß ich eigentlicy den Blumenstrauß auf dem Gerichtstisch." Unverfroren. Richter: Ein Bankkrach vor Gericht. Der Zusammenbruch der Niederdeutschen Bank in Dortmund wird nunmehr am fommenden Montag, nachdem die umfangreichen Voruntersuchungen abge= schlossen find, eine eigens zu diesem Zwecke gebildete Hilfskammer der ersten Straffammer beschäftigen. Der Umfang der Straftaten hat es notwendig gemacht, sie In verschiedenen Abteilungen vor Gericht zu erörtern. Infolgedessen wurden von den strafrechtlichen Vergehen, bie zu dem Zusammenbruch der Bank führten, zunächst die Depotunterschlagungen herausgeschäft, die zuerst Gegenstand der Verhandlungen sein werden. Als An= getlagte erscheinen hier Bankter Ohm, Bankdirektor Schmitt und Profurist Benner. Der Zusammenbruch der Niederdeutschen Bank hat im rheinisch- westfälischen 400000 400000 Mart erschwindelt. Ein großes Betrugsmanöver, das in seiner Art in der Kriminalistik wohl einzig dasteht, ist von der Berliner Kriminalpolizei aufgedeckt worden. Der Täter, ein 34 Jahre alter Gerichtsschreiber in Berlin namens Möller, ist verhaftet. Diefer, der als Bogenschreiber beschäftigt, aber wegen Krankheit seit längerer Zeit beurlaubt war, machte einen vertrauenerweckenden Eindruck und verschaffte sich dadurch, daß er sich Dr. H. Mertini nannte und sich für einen Gerichtsaffessor, einen Stabsarzt a. D. oder einen früheren Arzt der Charitee ausgab, Eintritt in alle Gesellschaftstreise. Dabei betrieb er Patentschwindeleien im großen. Möller spiegelte den Leuten vor, daß er sehr gute Beziehungen zu einem Geheimrat im Ratserlichen Batentamt habe. Merkwürdig war, daß sich die Leute, die sich von ihm überreden ließen, nicht nur nicht nach dem Namen des„ befreundeten Gehetmrats", sondern auch nicht einmal nach der Art des Patentes und des Gefchäftes überhaupt weiter erkundigten. Dr. Mertini" machte sie schon allein dadurch sicher, daß er ihnen erzählte, dte mit ihm in Verbindung stehenden Firmen häften große Summen bet der Depottasse des Patentamtes hinterlegt, und diefes Geld set sein Verdienst, wenn das von ihm bearbeitete Patent durchgehe. Um diese Vorspiegelung glaubhaft zu machen, ließ sich der Schwindler Formulare mit der Aufschrift Depofstelle Er füllte sie des Kaiserlichen Patentamtes" drucken. dann sorgfältig aus, sette eine beliebige Journalnummer darauf, versah sie mit einem unleserlichen Namen und steckte ste in ein„ amtliches" Kuvert, auf dem er ebenfalls den Kopf des Kaiserlichen Patentamtes fälsch= te und das er dann mit nachgebildeten Siegeln verfah. Diese Depotformulare stellte er auf 4000 bis 80 000 Mark aus. Er erzählte den Leuten, daß sie durch die Hinterlegung dieser Briefe selbst für den Fall, daß er plößlich sterben sollte, vollkommen gesichert feiten. Denn bas Patentamt set dann gezwungen, ihren Betrag, die " Einlage" ohne weiteres ant sie herauszuzahlen. Zunächst begnügte sich der Gauner damit, sich von seinen Opfern fleinere Beträge geben zu lassen. Diese zahlte er ihnen dann je nach der Größe des Patentes und der Bett, die dessen Durcharbeitung beanspruche, mit hohen Dividenden" zurück. In der Regel dauerte das vier bis sieben Monate. Durch diese prompte Rückzahlung ficher gemacht und den hohen Gewinn gelockt, gaben die Leute dann bald auch größere Summen her. Es ge= nügte ihnen, wenn Dr. Mertini", der einen höchst soliden Eindruck machte, ihnen nur die" Dofumente" und Hinterlegungspapiere" vorlegte. Ste dachten gar nicht daran, daß sie gefälscht sein könnten. Nach den bishertgen Ermittlungen hat Möller in Jahresfrist über 400 000 Mart ergaunert. Wahrscheinlich aber ist es noch viel mehr. Denn vermutlich hat er noch weit mehr Leute geschädigt, als bisher Anzeige gemacht haben. Die großen Betrügereten kamen dadurch an den Tag, daß einer der Kapitalisten an dem„ Dr. Mertint" doch etwas zweifelte, und seine Bedenken dem ihm befannten Kriminalfommissar Kuhn mittellte. Dieser entlarvte den angeblichen Gerichtsaffeffor. Möller führte ein Doppelleben. Während er zu Hause, im Kreise setner Opfer und früher auch auf dem Gericht den einfachen und soliden Mann fptelte, war er außer Sichtweite dieser Kreise Lebemann, der das Geld mit vollen Händen ausgab. Die Polizet verhaftete ihn in dem Augenblicke, als er eine vornehme Weinstube in der Leipzigerstraße betrat. Man fand in seiner Westentasche nicht weniger als 107 000 Mart in braunen und blauen Schetnen, die ihm sofort abgenommen wurden. Möller hatte die Absicht, sich in nächster Zeit mit einer jungen Dame zu verheiraten. In der Wohnung seiner Braut fand man für 15 000 Mart Gold- und Brillantschmucksachen usw., die er ihr aus dem erschwindelten Gelde gekauft und geschenkt hatte. Der Ernst der Lage in Tripolis. Die wachsenden Schwierigkeiten, denen die Italiener auf dem tripolitanischen Boden begegnen, zeigen thre erste Wicfung: Ein Nachschub für das Expeditionskorps in der Zahl von 10 000 Mann soll in den nächsten Tagen nach Tripolis abgehen, um die Garnisonen in den besetzten Hafenstädten zu verstärken. Also an Blut włe an Geld steigen die Kosten des frohgemut unternommenen Spazierganges, und sie werden noch weiter stetgen. Der türkische Botschafter in Berlin hat daher wenigstens in dieser Beziehung- völlig recht, wenn er einem ihn über die Friedensaussichten befragenden Interviewer mit orientalischer Gelassenheit erklärte, die Türkei tönne mit Ruhe warten, ste verltere bet der Hinausziehung des Kriegszustandes so gut wie nichts, wohl aber talten. Man beginnt auch allmählich in rüber hinaus nicht minder großes Aufsehen erregt und ebenso schwerwiegende Folgen gezeitigt, wie seinerzett der Konkurs der Leipziger Bant. Der Direktor Ohm hatte es verstanden, durch Gründung von zahlreichen Filialen- Insgesamt 29 den Geschäften der Bank einen außerordentlichen Umfang zu geben. Gerüchte, daß es mit der Bank nicht besonders gut stehe, waren schon längere Zeit vor der wirklichen Katastrophe im Umlauf, Ohm wußte aber die gegen ihn und seine Geschäftsmethode laut werdenden Bedenken durch prompte Auszahlung gekündigter Einlagen und Depots zu zerstreuen. Um so größer war da der Schrecken der vielen tleinen Sparer und Einleger, als sich der wirtschaftliche Rusammenbruch nicht mehr aufhalten ließ. Es sollen durch die Bant insgesamt etwa 50 millionen Mark verloren gegangen sein. Als Hauptschuldtaer allt nach wie vor Ohm, der als tüchtiger, aber etwas leichtfertiger Geschäftsmann geschildert wird und einen sehr lururidfen Haushalt führte. Auf ihn ist die Geschäftsmethode der Bank zurückzuführen. die schließlich mit den ſtrupel- Italien nachdenklich zu werden; der lärmende Jubel losesten Mitteln wirtschaftete. Um den schlechten Stand der Bilanzen zu verdecken und vor allem, um die fautlen Debitoren aus den Büchern herauszubringen, wurden, wieder mit den Mitteln der Bank, Tochtergesellschaften gegründet. Diese dienten dann dazu, dem Mutterinstitut durch Wechsel Geld zu verfchaffen. Das ist ja ungeheuerlich, Herr Richter. In diesem Falle wäre ich ebenso schuldig wie der Verbrecher selbst." „ Na, da erklären Sie mir doch endlich die Sache!" rlef Herr von Scharffenstein mit schlecht verhehltem Aerger. " Ich darf es nicht!" " Aus welchem Grunde? Aus falschem Anstandsgefühl? Wollen Sie tene tote Frau schonen? Das ist doch lächerlich! Sie dürfen die Galanterie nicht ins Groteske übertreiben." Was Ste auch sagen und denken mögen, es widerspricht meinem Gefühl, hier zu sprechen." " Das hat gar keinen Sinn, nehmen Sie mirs nicht übel! Ich wiй Ihnen helfen: Frau von Marleben ist als Mädchen von Ihnen geltebt worden, Ihre Liebe wurde erwidert, Ste verkehrten zwei Jahre lang mit thr und mieden ihre Nähe, da Ste sie als Frau wiederfahen. Nachdem Sie aber wieder in thre Nähe gekommen, sind vielleicht alte Erinnerungen geweckt worden, Ste find vertraulicher mit einander geworden " Nein, nein!" rief Waldow.„ Von dem, was Ste zuletzt sagten, kann gar keine Rede sein. Aber woher wiffen Sie das andere alles?" " Von einer Ihnen sehr nahestehenden Dame." " Wie? Von ihr? Sie hat mich verraten?" " Jawohl, von Fräulein Heinroth selbst. Und zwar nur zu Ihrem Besten. Nennen Ste es nicht Verrat, ich kann es nicht dulden, daß Sie dieses Wort auf eine Dame anwenden, die meine höchste Verehrung und Sochschätzung befizt. Fräulein Heinroth steht in Ihrer ngelegenheit flarer als Sie selbst. Sie fühlt, daß Ste aus irgend welchen übertriebenen Rücksichten schweigen. Wollen Ste mich nun aufklären?" Erinnern Ste mich, bitte, nicht mehr daran! Ich kann es nicht. Es ist mir zu gräßltch." Dabet blteb der Doktor. Was auch der Unterfuchungsrichter sagen, wie sich dieser auch bemühen und die Begeisterung, die früher die zum Kriegsschauplab abfahrenden Truppen bet threm Abschied um= brausten, ist merklich stiller geworden und ernsterer Stimmung aewichen. Man weiß tros der überaus strenschon viel Blut an der tripolitanischen Küfte geflossen ist und wohl noch viel mehr fließen wird, und auch in mochte, thn zu einem Geständnis zu bringen, er schwieg schließlich ganz und antwortete nur durch Achselzucken und verlegenes Mienenspiel und starrte traumverloren vor sich hin. „ Lassen Sie Herrn Grulich etntreten!" befahl der Untersuchungsrichter. Doktor Waldor fuhr zusammen. Auch das noch! Es sollte ihm, wie es schten, kein Tropfen des bitteren Kelches erfpart bleiben. Der dicke Agent mit dem schwammigen Gesicht, der Tangfam heretnfam, machte heute einen viel vorteilhafteren Eindruck als an jenem Tage, an dem ihn Herr von Bardekow in setnem verbrauchten Schlafrock gesehen hatte. Der schwarze Gehrock, der seine speckige Fülle umschloß, war ja allerdings auch nicht mehr die letzte Neuheit und zeigte an einigen Stellen die Spuren schlecht fortgertebener Flecke, die manche genoffene Mahlzelt dort hinterlassen hatte; aber das weiße, blanke Vorhemd war tadellos, eine dicke, goldene uhrkette thronte auf der welt ausgeschnittenen Weste an der behäbigsten Stelle setner leiblichen Rundung, und am fleinen Finger der linken Hand blitzte ein Brillantring. Kurz, Herr Grulich war heute auf jeden Fall ein Mann, der sich sehen lassen konnte. Dessen schten er sich auch voll bewußt zu sein, denn er grüßte die anwesenden vier Herren mit einer Freundlichkeit und Unbefangenhett, als wenn es sich um ein für ihn sehr angenehmes Geschäft handle, während Doktor Waldom mit zusammengepreßten Lippen verächtlich an ihm vorbeischaute. " Ste nennen sich," so begann von Scharffenstein, nachdem er in seinen Akten geblättert hatte, Agent für Mobilten, Herr Grulich. Was verstehen Sie darunter?" „ Was der Ausdruck besagt, Herr Richter. Agenturgeschäfte für bewegliche Gegenstände. Allerdings ist der Begriff für mich eng begrenzt," setzte er verschmitt blinzelnd hinzu. der großen Maffe dämmert allmählich die Erkenntnis auf, daß pfadlose Wüste, glühender Sand und ein fanatischer, des Landes fundiger Feind ernstere Gegner sind, als einige alte Befestigungen, die modernen Schiffsgeschützen fast widerstandslos zum Opfer fallen missen. Siegesjubel in der Türkei. Konstantinopel, 30. Oftober. Die türkische Presse jubelt über die türkischen Erfolge in Tripolis." Sabah" sagt, der Sieg enthülle die große Kraft des Osmanen fums und die Treue der Araber. Den Blättern wurde verboten, Mitteilungen über den Durchzug titrkischer Offiziere durch Aegypten nach Benghast sowie über den Versand von Geld und Lebensmitteln durch Aegypten zu machen. Allerlei Gerichte aus Tripolis. Konstantinopel, 30. Oftober. Der Jfdam" veröffentlicht die sensationelle Nachricht, daß die italienische Flotte die Reede von Tripolis infolge hohen Seeganges verlassen mußte und sich auf die hohe See zurückgezogen hat. Die Türfen und Araber benutzten diese Gelegen= hett, um nach einem heftigen Kampf einige Forts vont Frivolis zu erfirmen. Nach anderen Meldungen sollen die Türken und Araber nach blutigen Kämpfen, bet denen mehrere tausend Italiener in Gefangenschaft gerieten, Tripolis und Renabafi wieder genommen haben. Wieder andere Gerüchte besagen, die Türken bätten die Italiener nach fiegreichem Gefecht aufgefordert, die betden Städte zu räumen. Diefe Meldungen werden vont verschiedenen Ministern dahin modifiziert, daß die ItaItener einer Depesche aus Malta zufolge fild!! ch vort Tripolis entscheidende Niederlagen erlitten und sich auf Tripolts zurückgezogen hätten, um Verstärkungen abzuwarten. Ene Wendung in China? Nach den letzten aus Peking eingetroffenen Meldungen scheint im chinesischen Aufstandsgebiet eine Wendung zugunsten der Regierung eingetreten zit felm. Nach Petersburg gelangte verläßliche Meldungen besagen, daß die Regierungstruppen überall siegreich vordringen. Sie haben die wichtigsten von den Aufständigen besetzt gehaltenen Punkte wieder zurückerobert. Dazu wird aus Peking noch weiter gemeldet: Die Revolutionäre haben dem Vormarsch der Regierungstruppen auf Santau nur geringen Widerstand entgegengesetzt. Behin Räumen der Stellung bet ilometer 10 Iteßen sie alle Kononen und ihre Feldausritstung zurück und floben in vollständiger Unordnung. Daraufhin gab Admiral Sachenping den Konsuln setne Absicht bekannt, Wutsch ang und Haniana am Sonnabend nachmittag 2 Uhr zu beschteßen, und. forderte, daß alle fremden Schiffe sich aus dem Bereich der Kanonen der Aufrührer begeben sollten. Die frem= den Kolonten sind benachrichtigt und die notwendigen Vorsichtsmaßregeln getroffen. Den Regierungstruppen sollen zahlreiche Geschlite fomie große Mengen Mitnition in die Händ gefallen sein. Die neuesten Berichte aus dem Aufstandsgebiet. Aus Hantau wird vom 28. gemeldet, daß die Aufständischen unterhalb Wutschona bet Tagesanbruch die vor der Stadt ankernden Kanonenboote mit einer Batterie beschossen haben, die das Feuer nur langsam und unregelmäßig erwiderten. Ein Edift befiehlt, den Vizekönig vov Nanking zu verhaften. In Tainanju haben die Soldater gemeutert. Die Stadi wahrscheinlich zu den Aufständischen übergegangen. In dre Umgegend ven Tichengfu greift das Näuberwefen immer mehr um sich. In Simpangchan und Stirmischung werden täglich zahlreiche kaiserliche Soldaten getötet. Einige Gefandtschaften haben den Frauen und Kindern ihrer Nation empfohlen, an die Siste zu kommen Drahtnachrichten und Deuestes. Eisenbahnunfall in Mecklenburg. Berlin, 30. Oftober. Der Personenzug 208 Stralsund- Berlin ist heute nacht mit dem Güterzug 6021 in Stargard in Mecklenburg zusammengestoßen. Die Bahnpostschaffner Kühn und Falt find verletzt. Der Bahnpostwagen ist start beschädigt. Der Verkehr wurde durch Umsteigen aufrecht erhalten. Die Gärung unter den englischen Eisenbahnern. London, 30. Oftober. Gestern fanden im ganzent Lande Versammlungen der Eisenbahner statt, in denen Verkürzung der Arbeitszeit und Erhöhung der Löhne verlangt wurde. Falls die Forderungen nicht bewilligt würden, solle in den Generalstreif eingetreten werden. Russische Truppen in Berften. Teheran, 30. Oftober. 3met Bataillone ruffifcher Truppen find in Enfelt aelandet. Weitere 1700 Manit sollen folgen und 1900 Mann sind in Täbris gelandet. In Teheran ist ein Telegramm eingetroffen, monach die Anhänger des früheren Schahs mit Unterstüthuna der russischen Truppen und dem Feuer rufftscher Kononenboote die Regierungstruppen vollständig geschlagen haben. „ Sie wollen, wenn ich Sie recht verstehe, sagen, daß Ste fich hauptsächlich mit Geldgeschäften befassen, nicht wahr?" ,, Ganz recht! Das dürfte den Nagel auf den Kopf treffen." „ Also auf gut deutsch: Ste verleihen Gelder und laffen tüchtige Binsen dafür zahlen?" ter." " Immer in den Grenzen des Gesetzes, Herr Rich„ Schön. Und Ste hatten auch Geld an Herrn Dottor Waldom geltehen?" " Belletbe nicht! Nicht einen Pfennig! Ich gebe nur an ganz sichere Leute. Und der Herr Doktor war damals noch Kandidat ohne bestimmte Einkünfte, ohne Position in der Welt, als er die Schuld machte." " Aber Ste hatten doch eine Forderung an den Herrn Deb ette Doktor?" " Freilich. Schon vor zwet Jahren hatte ich sie aufgekauft. Ste war nicht billig, foftete mich bare zwölfhundert Mark. Und es war doch immerhin ein bes trächtliches Risiko. Wenn nun der Doktor in der Zelt starb? Dann ginge die ganze Geschichte in Rauch auf und ich hätte das Nachsehen-" " Bu włe hohen Zinsen war dte Summe ausgeItehen?" Grulich brachte den Finger an die Nase und schwieg, als wenn er sich nicht recht bestnnen könne. " Bitte, da können Sie uns wohl Auskunft geben, Herr Doktor?" wandte sich der kleine Herr an Doktor Waldow. Ien." " Ich hatte monatlich dreißig Mark Zinsen zu zah( Fortsetzung folgt.) Mitbürger! Die fortschrittliche Volkspartet hat innerhalb des Landtagswahlbezirkes Gießen- Wieset bei den letzten Reichstagswahlen über 2200 Stimmen erhalten, gegen noch nicht 1000 Nationalliberalen. Sie erhebt also mit Fug und Recht Anspruch auf die Vertretung Gießens in der Hessischen Kammer. Aber nicht nur auf Grund der Zahlen. Die Partei darf von sich auch behaupten, daß sie während des letzten Landtages den Kampf für Gerechtigkeit und Volksfreiheit wader gekämpft hat, und sie ist dabet von der„ auchliberalen" Bruderpartei faft in allen Fragen im Stich gelaffen worden, wo es galt, die Voltskammer gegen erhöhte Machtansprüche der Herrenkammer zu verteidigen, wo es galt, die Uebergriffe des Ultramontanismus abzuwehren, wo es galt, das städte und kulturfeindliche antisemitische Agrartertum zu bekämpfen. In dieser Tatsache, daß die Nationalliberalen im Kampf gegen rechts bersagt haben, liegt der tiefe Grund dafür, daß es zu einer Verständigung zwischen den beiden Parteien nicht gekommen ist, und nicht in persönlichen Zänkereten oder in unserer Haltung zu der Sozialdemokratie. Wir erklären wiederholt, daß wir ein Bünd nis mit der Sozialdemokratie nicht eingegangen sind, und wir weisen darauf hin, daß keine Partet so schneidig wie wir den großen Prinzipienkampf mit der Sozialdemo tratie geführt hat nnd führt. Aber wir halten es für unwürdig einer liberalen Partet den Gegner mit Ausnahmegesehen zu bekämpfen und teilen mit den Nationallibe ralen anderer deutscher Bundesstaaten die Ueberzeugung, daß eine Gesundung unserer politischen Verhältnisse nur eintreten wird, wenn es gelingt, die Sozialdemokratie zur pofitiven Mitarbeit heranzuziehen oder dabei festzuhalten. Wir brauchen im Landtag aufrichtige tapfere Männer, die nichts für sich begehren, deren Herz dem Volt gehört. Solche Männer gibt es in jedem Beruf und in jedem Stande, und wir wissen, daß auch die Gewerbetreibenden Gießens es berurteilen, wenn man, dem Vorbilde der Agrarter folgend, die einzelnen Berufsklassen gegeneinander ausspielt. Hat doch selbst der Ortsg werbeberein sich unlängst einen Oberlehrer zum Vorsitzenden gewählt und ist es doch allen politisch Interessierten befarnt, daß wir keine Ständewahl, sondern eine Staatsbürgerwahl vorzunehmen haben. Es handelt sich nicht um die Personen, nicht um eine Kandidatur Urftadt" oder eine„ Kandidatur Klingspor", sondern um eine Entscheidung über die politische Gesamtauffassung, die auf der einen Seite von Männern wie Gutfleisch und Korell, auf der anderen Seite von solchen wie Osann und b. Heyl vertreten wird. Wir glauben gern, daß auch der Kandidat der hiesigen Nationalliberalen den ernsten Willen hat, in liberalem Sinne zu wirken, und seiner Partet wieder liberalen Geist einzuhauchen; aber was dem Abg. Pagenftecher mißlungen ist, wird auch ihm taum gelingen. Auch er wird es nicht vermeiden können, wieder zurückzutreten oder auch in Fällen mit seiner Partei zu stimmen, wo es seiner Parteileitung nüglich erscheint, den antisemitischen Bauernbündlern einen Gefallen zu tun, deren Hilfe man, ach, so nötig hat, oder den Bundesgenossen des Herrn Dr. Becker, der mit Zentrumshilfe als hessischer Nationalliberaler in den nächsten Reichstag wieder einzuziehen hofft. Dann heben sich die beiden Gießener Stimmen einfach auf, und es ist, als wären wir nicht vertreten. Darum betrachten Sie die Taten der Nationalliberalen im letzten Landtag ganz unbefangen, überlegen Sie die Wichtigkeit der Aufgaben des nächsten Landtages und dann gehen Sie hin und helfen Sie, daß unsere liebe Vaterstadt den Ruhm bewahrt, daß in ihren Mauern eine gut fortschrittliche, freigesinnte Bürgerschaft wohnt. Wählen Sie den Kandidaten der fortschrittlichen Volkspartei, den Stadtverordneten Herrn Prof. Otto Urstadt in Giessen Der Verein der fortschrittlichen Volkspartei. 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