essen ügungsten ension use. one 35. 258 nda. Küche len. Öönigstein i. 1 50 an; gule Cause.[ 22/1 chmitt. Gießen. Sohn, Hein ein Sohn, n, Heincid Johanna. hter, Elisa ein Sohn, Matthes ein ohn, Franj ie Tochter, n, Wilhelm. Sohn, Har r, Augufte Elifabeth ent Georg Selmina. ne Tochter, er, Gertrud aroline Leu t. in Gießen, genieur in en- Bladbach Pirmasens Pig, beide Berlin, mit mit Anna Gießen, mit mit Marie in Erlangen eim. it Chrifting alle a. d. Ben. Klaffe, mil ßen. ifabeth Min ter in Gießen t a. M. Steßen, mit 6 Jahre all Jahre alt er t.., 69 alt. HO Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen - - Erscheint Redaktion: olertetjährlich 1,20 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigansgabestellen vierteljährlich 90 Pfg. Dienstags, Donnerstags, Samstags. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 191. Telephon: Nr. 362. Aus Stadt und Land. Gießen, den 31. August 1911. * Uebertragen wurde dem Schulamtsaspiranten Kurt Vogel aus Ortenberg, Kr. Büdingen, die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Vaitshain, Kr. Lauterbach. * Die kommenden Landtagswahlen. In einer Vertrauensmännerversammlung des Bundes der Landwirte, die am Sonntag in Biebesheim statt= fand, wurde It.„ Frtf. 3tg." als Landtagskandidat für den Wahlkreis Pfungstadt- Gernsheim der Landwirt Friedrich- Groß- Rohrheim aufgestellt. Privatdozent und 1. Assistent an der Landes- Universitäts- Frauenklinik, Dr. Anton Sigenfrey, ist am Samstag nach längerem Leiden in seiner Heimat Kruschau, österr. Schlesien gestorben. Neues Postwertzeichen. Am 1. Okto= ber tritt zu den im Reichspostgebiete geltenden Postwertzeichen eine Freimarke zu 60 Pfg. hinzu. Sie wird auf weißem Papier in violetter Farbe in der Ausführung der übrigen Pfennigwerte hergestellt. Freimarken zu 60 Pfg. werden bei den Postämtern bereit gehalten werden, wo sie häufig zur Franfierung von Postsendungen gebraucht werden. Auch bei den Postanstalten in Bayern und Württemberg werden von dem genannten Tage ab Freimarken zu 60 Pfg. erhältlich sein. Evangelischer Bund. Die diesjährige Landesversammlung des Hessischen Hauptvereins des Ev. Bundes wird, wie bereits mitgeteilt, am 10. und 11. September in Butzbach stattfinden. Es wurde hierfür folgendes Programm aufgestellt: Für den Vormittag des ersten Tages sind in Butzbach selbst und in den Nachbargemeinden Festgottesdienste vorgesehen. Nach einer Sizung des Vorstandes und Festausschusses soll am Nachmittag eine große evangelische Volksversammlung die Evangelischen des Bezirkes mit den Gästen aus dem Lande vereinigen.„ Deutsch und evangelisch!", so lautet das Thema für diese Versammlung, in besonde rer Abzweckung:„ Deutsch und evangelisch! 1. in der Ostmark, 2. in Desterreich, 3. in den Kolonien." Für jedes Thema wird ein sach, fach, beziehungsweise landeskundiger Redner geworben. In der Abendversammlung, die die üblichen Begrüßungen bringen wird, soll zwei Herren( Nichtgeistlichen) in hervorragenden Stellungen das Doppelthema behandelt werden:„ Mehr Treue zur evangelischen Sache!"„ Mehr Mitarbeit am kirchlichen Leben!" Am zweiten Tag sind die Arbeitssitzungen, auch die des Hessischen Hilfsausschusses zur För= derung der evangelischen Kirche in Desterreich. In der Abgeordneten- und Mitgliederversammlung werden„ Die firchlichen Selbständigkeitsbestrebungen in ihrer Bedeutung für den deutschen Protestantismus" von einer hess. Autorität auf dem Gebiete des Kirchenrechtes untersucht werden. Butzbach und Umgebung bringen der Tagung ein lebhaftes Interesse entgegen. Die Zweigvereine im ganzen Lande werden gebeten, sich über die Beschikfung des Festes zeitig schlüssig zu machen. Es sollte kein Zweigverein unvertreten sein. von Eine wichtige Neuerung bei der Reifeprüfung der höheren Lehranst a I= ten wird von Ostern 1912 ab in Kraft treten. Bisher sandten die Klassenlehrer für ihr Fach drei Themata für die schriftlichen Arbeiten ein, von denen dann das Provinzialschulkollegium eins bestimmte. Aus den Andeutungen war es den Schülern fast immer möglich, die Themata herauszubekommen und sich vorzubereiten, was nach den Bestimmungen für die Reifeprüfung eigentlich nicht der Fall sein sollte. Um dies zu verhindern, wird das Provinzialschulkollegium in Zukunft allein das The mata aufstellen und dem Direktor einen Tag vor der Arbeit versiegelt zustellen. Der Direktor darf den Brief erst in Gegenwart der Schüler öffnen. - Großes Konzert in Bad Nauheim. Wie man uns mitteilt, findet der Kartenverkauf für das Konzert am 4. September in Bad- Nauheim bei der hiesigen Verkaufsstelle Firma E. Challier, Musikalienhandlung nur bis inkl. Samstag, den 2. Sept., statt; später im Kurhaus Nauheim. Es sei darauf hingewiesen, daß ausnahmsweise die Konzertkarten zum freien Besuch der Kurterasse am genannten Tage berechtigen. *) Gießen, 30. Aug. Der Turm und die Fassade der Johanneskirche sind gegenwärtig mit mächtigen Gerüsten umgeben. Leider hat sich der Pfälzer gelbe Sandstein, der zu den Gesimsen und Ornamenten verwendet worden ist, nicht so wetterbeständig erwiesen, als er damals allgemein galt. Bei der Beurteilung der Sachlage und der Erwägung der zu treffenden Maßder Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei Amfes sowie vieler anderer Behörden Oberheffens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Donnerstag, den 31. August 1911. regeln standen und stehen dem Kirchenvorstand die berufensten Sachverständigen mit ihrem Rat zur Seite, nämlich außer Kirchenbaumeister Architekt Mener der Mineraloge der Universität Prof. Dr. Kaiser, der auch als Sachverständiger für den Kölner Dom tätig ist, und der Landeskirchenbaumeister Prof. Pützer aus Darmstadt. Nach dem mit ihnen festgestellten Bauprogramm werden die ganz schadhaften Teile, wie z. B. das Kreuz, ausgewechselt und durch solche aus Muschelkalk vom Main ersetzt, der als völlig unverwüstlich gilt. gewaltigen Steine einen zu tiefen Eingriff in das BauDie Wasserspeier sollen, da das Herausbrechen dieser werk erfordern würde, durch kupferne ersetzt werden. Im übrigen werden alle Sandsteinteile gereinigt und auf Jahrzehnte hinaus wetterbeständig zu erhalten hofft. mit Leinölfirniß getränkt, wodurch man sie mindestens Die Kosten sind auf etwa 15 000 Mark veranschlagt. Grünberg. Die 5. Hauptversammlung des Hier statt. Der Tagung geht eine Einleitungsfeier in der Hessischen Lehrerturnvereins findet am 23. September Turnhalle am Abend des 22. September voraus. Schotten. Der Stadtvorstand genehmigte den Vertrag mit der Provinz wegen Anschluß an die elektrische Ueberlandzentrale in Wölfersheim. Schotten. Die Ludwigstags- Konferenz der oberhessischen Lehrer im Lehrerheim auf dem Vogels= berg war zahlreich besuch ,. Lehrer Link- Rudingshain gedachte in seiner Begrüßungsansprache des Großherzogs und brachte ein Hoch auf ihn aus. Hauptlehrer B a chGroßeniinden hielt einen sehr interessanten Vortrag über „ Das Sinnenleben des Kindes und die Schule". Er behandelte dabei die Punkte: Das Sinnenleben als Begleiterscheinung des Unterrichts, als Unterrichtsmittel und als Unterrichtsgegenstand. *) Alsfeld, 30. Aug. Auf Antrag einer Anzahl Vertrauensmänner der Landwirtschaftskammer hatte Dekonomierat Korell- Angenrod die Landwirte des Kreises zu einer Besprechung über die zu ergreifenden Maßnahmen zur Ueberwinterung und Erh al tung der Vieh bestände eingeladen. Der gut besuchten Sizung wohnten u. a. auch Kreisrat Dr. Hein richs, Vorsteher der landw. Winterschule Heck, und Sefretär Schwarz- Gießen bei. Folgende Resolutionen gelangten zur Annahme: 1. An die Landwirte des Kreises Alsfeld wird der Appell gerichtet, alles zu tun, um die Viehbestände auf einer der Wirtschaftsgröße entspre chenden Höhe zu erhalten. 2. Folgende hierzu erforder= lichen Hilfsstoffe werden zum sofortigen gemeinsamen Bezug empfohlen: a) Futterſaatgut: Weißer Senf, Senf und Buchweizen, Stoppelrüben( zur Gewinnung Herbstfutters); Johannisroggen mit Winterwicken, Raps ( zur Gewinnung von frühzeitigem Frühjahrsfutter). b) Die zurzeit preiswürdigsten und geeignetsten Kraftfuttermittel wie: Rapskuchen, Sesamkuchen, Palmferntuchen, Kokoskuchen, Reisfuttermehl und Baumwollsaatmehl. c) Torfstreu und eventuell Stroh. 3. An die Großherzogliche Regierung soll das Ersuchen gerichtet werden, daß die zum Ersatz von Stroh erforderliche Waldstreu unentgeltlich gemeindeweise abgegeben und unter Aufsicht des Forstpersonals durch die Interessenten aufgearbeitet wird; das bis jetzt schon aufgeforstete Laub soll zum Selbstkostenpreis abgegeben werden. 4. Es soll darauf geachtet werden, daß die um 50 Prozent mäßigten Frachtsätze für Futter- und Streumittel Landwirten zugute kommen. des er= den Herbstein. Das Fest der goldenen Hochzeit beginnen am Samstag der Leinweber August Berting und Frau. Das Ehepaar ist noch sehr rüstig. == Schli, 30. Aug. In einer Versammlung der Fortschrittlichen Volkspartei äußerte sich der Referent Professor Urstadt aus Gießen über die kommenden Reichstagswahlen dahin, daß ein Zusammengehen der Liberalen notwendig sei. Wenn die Nationalliberalen in Gießen, wie sie schon zugesichert hätten, für die fort schrittliche Volkspartei eintreten, sei diese bereit, im in Reichstagswahlkreis Alsfeld- Lauterbach und noch einem oder zwei anderen Kreisen die Nationalliberalen zu unterstützen. Darmstadt, 30. Aug. Die amtlichen Feststellungen haben nunmehr ergeben, daß der Brand in den Opelwerken mit aller Wahrscheinlichkeit seine Ursache in der Eigenartigkeit und gewissen Gefährlichkeit des sehr ausgedehnten Betriebes hat. Jm vorliegenden Falle sei es allerdings nicht ausgeschlossen, daß eine gewisse Unvorsicht das Auskommen des Feuers stützt hat, doch hat sich bisher irgend eine Fahrlässigkeit in keiner Weise nachweisen lassen. * unter= der Mainz, 30. Aug. Ein Lastautomobil Rheinischen Aktienbrauerei fuhr über die Rheinbrücke ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile.- Stellen gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg. Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pfg. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Nabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bel Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. S. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. | nach Kastel. Infolge Versagens der Steuerung stieß es gegen das Geländer, dieses brach auseinander und das Automobil hängt nun, über die Brücke hinausragend, in dem Gitterwerk. Der Chauffeur und ein Arbeiter konnten sich durch Abspringen retten. *) Worms, 30. Aug. Der 16jährige Fr. Dörr sprang vom Sprungbrett auf einen schwimmenden Kameraden. Durch den Anprall verletzte er sich wahrscheinlich tötlich und ging unter. * Bingen, 30. Aug. Verhaftet wurde gestern vormittag hier der jugendliche Kreisamtsgehilfe Julius Dahmen aus Aachen, der von dem Gemeindeeinnehmer von Monsheim unter der Vorspiegelung Kassenrevisor zu sein, Einsicht in die Kasse verlangte und 2080 Mark hatte mitgehen heißen. Er war früher bei den Kreisämtern Oppenheim und Schotten seit Januar auf dem hiesigen Kreisamt beschäftigt und zuletzt in Oppenheim in Stellung. Von der Bergstraße, 30. Aug. Infolge der anhaltenden seitherigen Trockenheit hatten viele Bäume, besonders auch viele Waldbäume ihre Blätter verloren. Der niedergegangene Regen verursucht nun, daß diese verdörrt geglaubten Bäume sich mit frischem Laub schmücken. * Marburg, 30. Aug. Ober- Regierungsrat W. Hassenpflug in Posen ist zum Kurator der hiefigen Universität unter gleichzeitiger Verleihung des Charakters als Geheimer Ober- Regierungsrat mit dem Rang der Räte 2. Klasse endgültig bestätigt worden. =) Limburg, 31. Aug. Der Brand in Mensfelden stellt sich etwas kleiner heraus, als wie zuerst angenommen wurde. Montag abend gerieten auf bisher unaufgeklärte Weise in der Nähe des Ortes etwa 80 bis 90 Fuder Getreide, das zum Dreschen bereit lag, und zwei Dreschmaschinen in Brand. Die Feuerwehr konnte gegen das gefräßige Element nichts ausrichten. Die brennenden oder glühenden Getreidekörner bildeten lange Zeit ein großes Funkenmeer und eine große Gefahr für das Dorf. Ein 200 Meter von der Brandstelle entfernt stehendes Haus begann zu brennen, doch gelang es der Feuerwehr, das Element einzudämmen, so daß nur der Dachstuhl des Hauses vernichtet wurde. Aufrufe des Landrates des Kreises Limburg, wegen der Futternot einen Hirten anzustellen, der das Vieh auf die Weide treibt, haben sofort eine größere Anzahl Gemeinden entsprochen. - Dem - Dillenburg, 30. Aug. Eine Bluttat hat sich hier wegen eines Mädchens ereignet. Ein gewisser Sauerland, der früher hier wohnhaft war, erstach einen jungen Ziegelarbeiter. Der Täter wurde in Haft ge= nommen. * Frankfurt, 31. Aug." Don", der sprechende Hund kommt, nachdem er Hamburg, Berlin, Wien als Gast absolviert hat, nach Frankfurt. Er wird die große Ueberraschung des September- Programms im Albert Schumann- Theater bilden. Bevor jedoch„ Don" den Frankfurtern etwas zeigen wird, muß er sein Examen vor Behörde und Presse bestehen. Zu diesem Zwecke ist eine Extra- Separatvorstellung arrangiert in der besonders die Presse mit„ Don" sich auseinandersetzen soll. Frankfurt a. M. Bei dem am Sonntag in Paris stattgefundenen Ruderwettkampf des FrankfurtPariser Achterrennens auf der Strecke Courbevoie- Asnieres siegte die Pariser Mannschaft mit 1½ Längen, nachdem sie 2500 Meter in 8 Min. 7 Set. zurückgelegt hatten. Literarisches. - Käte Leur, Jtarusflug. Elegant broschiert 1.50 Mt. Verlag bon Mt., in Leinen gebunden 2- Albert Goldschmidt, Berlin W. 35. Den uralten Zwiespalt zwischen Wollen und können schildert die Verfasserin in erschütternder Weise. Der„ Ikarusflug, ist jedem Freunde einer spannenden Lektüre wärmstens zu empfehlen. Ein Freund des Landmanns wie des Städters hat sich abermals auf die Wanderschaft gemacht, getreu einer alten Ueberlieferung. Es ist der Lahrer hinkende Bote". Dem geneigten Leser will er, wie sonst, mit ernsten und luftigen Erzählungen die Zeit bertreiben; er will im aber auch mit vielem Müzlichen zu Rate gehn. Eine Reihe tüchtiger Volksschriftsteller und Erzählerinnen sind ihm wieder mit Beiträgen zu Hilfe gekommen. Der" Lahrer Hinkende Bote" erscheint in 3 Ausgaben: Billige Ausgabe 30 Pig., Erweiterte Ausgabe 50 Pfg., Großer Volkskalender 1 Mt. Der Kaiser und die Pommern. Brinz Eitel Friedrich Statthalter der Provinz. Ein alter Wunsch der Pommern ist am Montag während des Verweilens Raiser Wilhelms in den Mauern Stettins in Erfüllung gegangen: ein Hohenzollernprinz wird in Bufunft als Statthalter von Bommern im alten Greifenschloß refidieren. Da der Kronprinz, einer älteren Bestimmung gemäß, nach Danzig- Langfuhr übersiedeln wird, so fiel die Wahl des Kaifers auf den Brinzen Eitel Friedrich. Der Kaiser gab die Ernennung des Brinzer zum Statthalter gestern abend gelegentlich der Festtafel für die Provinz Bommern in einer Rede fund, worin er u. a. ausführte: fnd und daß die günstigen Aeußerungen deutscher Blätfer die Stimmung der amtlichen Streife in Berlin widerspiegeln. Jedenfalls erhofft man bereits von der ersten Unterredung zwischen tiderlen und Gambon eine entscheidende Wendung in dem Sinne, daß eine prinzipielle Verständigung in den großen Linten festgelegt wird. Ordensauszeichnungen in großer Anzahl hat der Kaiser aus Anlaß seiner Anwesenheit in Hamburg und der Provinz Bommern verliehen, die gestern im Reichsanzeiger veröffentlicht wurden. Dem Reichstagspräsi denten Grafen Schwerin- Löwig wurde der Charakter als Wirklicher Geheimer Rat mit dem Prädikat Erzellenz, dem Abgeordneten Freiherrn v. Gamp( Reichspartei) der Stern zum Roten Adlerorden 2. Klasse mit Eichenlaub verliehen. Groß ist der Fortschritt und die Entwickelung, die Stettin genommen hat als Hafenstadt, als Handelsstadt und als industrielle Stadt, und es gereicht mir zur Befriedigung, daß ich thr durch die Verbesserung der Seewege und den neuerdings stattfindenden Ausbau des Großschiffahrtsweges, der Stettin mit meiner Hauptstadt verbinden soll, habe entgegenkommen fönnen. Besondere aber möchte ich rühmend am heutigen Tage der pommerschen Landwirtschaft gedenken, zu der ich mich als Besitzer von Schmolsin doch auch rechnen kann. Sie hat mit der Anwendung aller mobernen Hilfsmittel rastlos vorwärts gestrebt und ist dadurch geradezu vorbildlich geworden für die Landwirtschaft des Königreichs Preußen. Einen Umstand möchte tch ganz besonders erwähnen, der heute wieder, als ich burch die Straßen von Stettin ritt, in Erscheinung trat: der Ausdruck der alten traditionellen Pommerntreue. Damit haben ihr die alten Häuptlinge und Herzöge jahrhundertelang mit ihren tapferen und von Liebe zur Heimatlichen Scholle erfüllten Leuten ihr schönes Land gegen den Ansturm mancher Völker bewahrt, die die Hand darauf legen wollten. Diese Gesinnungen sind in der Provinz noch lebendig, und ich weiß, daß ich auf sie bauen und auch in ernsten Zeiten mich auf sie verlassen kann. Um der Provinz einen neuen Ausdruck und Bewets dieser meiner Zunetgung zu geben, habe ich beschlossen, einem langjährigen Wunsche der Provinz zu entsprechen und die sett langer Zeit unbesetzte Stelle eines Statthalters wieder zu besetzen. Schon einmal hat ein Großmeister des Johanniterordens die Stelle innegehabt, zuletzt mein Hochseliger Bater. Ich ernenne hiermit meinen Sohn, den Prinzen Ettel Friedrich, zum Statthalter von Pommern. Mein Glas wethe ich dem Fortschritt, der Entwickelung und der Treue der Provinz. von Die Herbstmanöver der deutschen Hochseeflotte haben am Montag unter Führung des Admirals Holzendorff begonnen. Die Manöver finden hauptsächfich in der westlichen Ostsee und den dänischen Gewäs fern statt. Sie begannen mit einem Torpedobootsangriff. Am 5. September findet bekanntlich die Flottenparade vor dem Kaiser in der Kieler Bucht statt. Nach Beendigung der Tafel unternahm das Kaiserpaar mit seinen Gäffen und den übrigen Fürstlichkeiten eine Dampferfahrt auf der Oder. Die Fahrt ging zunächst stromabwärts. Die Ufer und Hügel zu beiden Setten waren illumintert. Teerfackeln erleuchteten beide Ufer. Als der Dampfer wendete und stromaufwärts fuhr, begann ein prächtiges Feuerwerk. Die Ufer waren durch Buntfeuer erleuchtet, und fortwährend wechfelten alle nur erdenklichen Lichteffekte. Auch die Stadt batte allenthalben illumintert. Rundschau vom Cage. Politisches. von Bemerkenswerte Aussprüche des Königs Spanien meldet die Londoner" Daily Mail" aus Bilbao. Der König hatte an Bord seiner Jacht„ Giralda" den als scharfen Republikaner bekannten Präsidenten der Schüßengilde von Bilbao, Lind Rue, empfangen. Als die Umgebung des Königs ihn auf dessen republt= tanische Gesinnung aufmerksam machte, sagte der König:" Das geht mich nichts an, jeder möge denken, was er wolle." Als Rue an Bord der Jacht fam, wurde er vom König herzlich begrüßt. Der Monarch drückte thm die Hand und sagte: Jd freue mich außerordentlich, Sie hier zu sehen. Ihre politische Meinung fann tein Hindernis sein, daß ich Sie nicht wie jeden anderen, fa noch mit größerer Freundlichkeit empfange. Ich felbst bin Monarchist, weil ich eben als König geboren bin. Wer weiß, welche Meinung ich hätte, wenn es an= ders wäre, wer weiß auch überhaupt, ob wir nicht bald alle Republikaner sein müssen." Den persönlichen Freimut des Königs in Ehren, aber wenn die Geschichte sich wirklich so zugetragen und der König die vorstehenden Worte gesprochen hat, dürfte man seine Haltung vom staatsmännischen Standpunkt aus taum als einwandfrei oder flug erklären. Kaiserrebe und Flottenverstärkung. In Beantwortung einer Anfrage des Berliner Korrespondenten der„ Daily Mail" über die Bedeutung der Hamburger Kaiserrede, sowett eine eventuelle neue Floftenvorlage in Frage käme, hat der Graßadmiral v. Köster als Präsident des Flottenvereins aus Riel folgendes telegraphiert: Die Hamburger Kaiserrede läßt meines Erachtens zunächst die Absicht der Einbringung einer über den Stand des Flottengesetzes hinausgehenden Flottenvorlage nicht zu. Dem Wunsche nationalgesinnter deutscher Männer dürfte es aber entsprechen, daß unsere Flotte zur Durchführung der ihr vom Kaiser gestellten Aufgaben genügend start set." Reichstanzler von Bethmann Sollweg ist heute in Berlin eingetroffen. Sein Aufenthalt in Berlin ist, wie die„ Voss. 3tg." zu berichten weiß, nur auf wenige Tage bemessen und nicht lediglich durch die Marokkoverhandlungen veranlaßt, sondern gilt Besprechungen verschiedenster Art und der Erledigung einiger geschäftlichen Angelegenheiten. Selbstverständlich wird Herr von Bethmann Hollweg auch Gelegenheitt nehmen, sich mit dem Stand der deutsch- französischen Verhandlun gen zu befassen. Diese selbst aber wird Herr von Kiderfen dort wieder aufnehmen, wo sie unterbrochen worden find. Die Wiederaufnahme der deutsch- franzöfifchen Mas roffoverhandlungen wird in Paris andauernd optimistisch betrachtet. Man glaubt, daß die französischen Vorschläge der deutschen Reichsregierung bereits bekannt 7) Wefferwolken. Roman von M. v. Buch. Das Hausgefek der Romanows. Durch eine Abänderung des§ 188 der Statuten des russischen Kaiserhauses wird bestimmt, daß fortan fein Großfürst und feine Großfürstin mit einer Person, die feinem regierenden oder standesherrlichen Hause angehört, die Ehe eingehen darf. Kleine Nachrichten. Die Offiziere des„ Eber" beim Khalifen. Am 24. August hatten sich einige Offiziere des deutschen Kanonenboots Eber" zu einem Besuch des Khalifats nach Agadir begeben. Dort wurden ste vom Khalifen in sehr zuvorkommender Weise aufgenommen. Er ließ ste dte Ritadelle und die Stadt besichtigen. ( Nachdruck verboten.) Beate sptelte. Unter ihren weißen Händen perlten die Melodien, sangen die Töne. Eine Stunde mochte verronnen sein, die zwette beganu. Noch immer mustaterte sie. Aus den Gerichtssälen. Müffen Milchkannen geeicht sein? Mit einer prin zipiellen Frage batte sich die Frankfurter Straffammer zu befaffen. Die Frankfurter Milchhändler batten sich beim Polizeipräsidium beschwert, weil die Milchkannen der Landwirte vielfach verbeult feien und sie oft nicht das richtige Maß an Milch geliefert erhalten, sondern bis zu einem Liter weniger. Der Landwirt Reiß in Södel bei Friedberg( Oberheffen) erhielt hierauf eine Strafverfügung, weil er beim Verkauf von Milch ein ungeeichtes Maß benutzt hat. Eine 20 Literkanne soll einen halben Liter zu wenig gefaßt haben. Nach§ 369,2 des Strafgesetzbuches werden Gewerbetreibende, bei denen zum Gebrauch in ihrem Gewerbe geeignete, mit dem gefeßlichen Eichstempel nicht versehene oder unrichtige Maße vorgefunden werden, oder welche sich einer an deren Verlegung der Vorschriften über die Maß- und Gewichtspolizei schuldig machen, mit Geldstrafe bestraft. Reiz beantragte richterliche Entscheidung gegen die po lizeiliche Strafverfügung. Er behauptet, fein Gewerbetreibender zu sein, da er nicht Milch auffaufe, sondern nur seine eigene im Landwirtschaftsbetrieb erzeugte Milch nach Frankfurt an seine Abnehmer liefere. Das Schöffengericht ließ sich auf die Entscheidung dieser für alle Landwirte interessanten Frage nicht ein. Es er fannte schon deshalb auf Freisprechung, weil die Kannen nicht dem öffentlichen Verkehr, sondern nur dem Transport zwischen dem Landwirt und seinen Lieferan ten dienen. Die Kannen brauchen daher nicht geeicht zu sein. Die Straffammer verwarf die Berufung der Staatsanwaltschaft. Die Milchzufuhren nach Berlin haben weiter abgenommen, so daß es den Milchhändlern sehr schwer fällt, thre Kundschaft zu befriedigen. Große Mengen Milch tommen jetzt schon abgefocht hier an und finden schlanken Absatz. Plötzlich Horchte sie auf. Es war, als habe nebenan eine Tür geklinkt, oder hatte sie sich getäuscht? Der feltene Fall, daß eine Fahril anf behördliche Anordnung stillgelegt wird, ist in Neurode in Schlesien zu verzeichnen. Dort wird am 1. September die Glasfabrik Schlegel auf Anordnung der kgl. Gewerbeinspektion stillgelegt, da die Arbeitsräume den gesetzlichen Anforderungen nicht entsprechen. Allerdings werden dadurch über 100 Arbeiter brotlos. Sie nahm die Hände von den Tasten, alles blieb still. Sie spielte weiter oder vielmehr, sie wollte es tun. Plötzlich hielt sie von neuem ein. Sie fühlte, daß da drinnen im Kabinett ihrer Mutter jemand wellte, der thr lausche, und sowie sie wußte, daß man sie belauschte, wurde sie bedrückt und unsicher. Die Jathospende hat dem Vernehmen nach 240,000 Mark ergeben. Die Zinsen des Kapitals werden dem Pfarrer Jatho zur Verfügung gestellt werden. Rasch erhob sie sich und ging ins Nebenzimmer. Ihre Ahnung batte sie nicht betrogen. Mitten auf dem fostbaren Smyrnateppich im Hellen Lichtscheine sah sie eine elegante, schlanke Männergestalt Das war der, den sie am wenigsten hier vermutet hätte, Baron Bodo von Malzahn... Unwillkürlich ließ sie einen Laut der Ueberraschung hören. Ste stieß einen leichten Schret aus. Einen Mordverfach an einen Arzt unternahm in Königsludwig bet Recklinghausen der Bergmann Matttowiat. Er bestellte den Arzt Dr. Feldmann zum Besuche eines franken Kindes in seine Wohnung. Beim Betreten des 3immers ftel Mattkowiak über ihn her und schlug ihn mit einer schweren Eisenstange nieder. Dann warf er den Bewußtlosen die Treppe hinunter, wo er schwer verletzt aufgefunden wurde. Mattfowiak, der die Tat aus Wut darüber begangen hatte, daß der Arzt ihn nach mehrwöchigem Serantsein gesund geschrteben hatte, wurde verhaftet. Malzahn verneigte sich tief; da als er bemerkte, daß er die junge Dame erschreckt hatte, griff er unwill fitrlich, wie um sie zu stitzen, nach ihrer Hand. " Berzeihung, Komtesse," bat er. Ich habe Sie erschreckt, und das ist meine Schuld, meine ganz allein. Ich tomme als ungebetener Gast." " Nicht doch." Ste lächelte.„ Der Empfangssalon meiner Mutter ist neutraler Boden und jedem Besucher unseres Hauses zugänglich." Ein gefährliches Spielzeug. Vier junge Burschen in Bitburg bei Trier spielten mit einer Pistole. Einer von ihnen wurde in den Kopf geschossen, worauf die anderen die Flucht ergriffen. Der Getroffene starb in dem Straßengraben. " Der Lakat wollte mich melden," fiel Malzahn ein, tch befahl ihm, es nicht zu tun; warum? Weil ich Ihr Klavierspiel vernahm, Komtesse, tch wollte Ste belauschen. Ich hatte ja keine Idee, was für eine Künstlerin Vermischtes. Cod unt Bringeffi 300 Bandels rift da Emdente Stoff fit Heberla Jen und geholfen. Endente Coffee Ti benten a Gifenbab umfange Beantwo Beantwo ftega berer Be miefen, fammer erwinfch Nefes M Swi Biteftent Berliner Barrers Stellung eignete elegantes fibtlich e rug in Die Zarenfamilie in der Sommerfrische. Seit einer Reihe von Jahren verlebt der gar mit seiner Familie die Sommermonate auf seiner Jacht in den finnischen Gewässern. Die Reede, in der die fatferliche Jacht " Standart" vor Anker liegt, ist von Norden her durch das Festland geschützt, von der Seefeite umgibt sie eine Gruppe von bewaldeten und Hügeligen Infelchen, die Schären, in malerischem Kranz. Der Ankerplatz, der wegen seiner geschützten Lage einem stillen See gleicht, 1st vom Kaiser selbst ausgesucht worden. In dieser Abgeschiedenheit erholt sich der Herrscher im engsten Fa milientreise. Bet günstiger Witterung wird ein großer Teil des Tages dem Wassersport gewidmet. Der Bar ist ein leidenschaftlicher Seemann. Täglich rudert er ganz allein ins offene Meer hinaus oder unternimmt größere Fahrten im Segelboot. Zu Lande ist er ein äußerst rüstiger Wandersmann; unermüdlich durchstreift er die Umgebungen. Die jungen Großfür stinnen beteiligen sich an vielen Ausflügen, während der Thronfolger auf der Insel Kavon- Saari bleibt. Dort ist für ihn eine kleine Festung hergerichtet worden, in der er unter ständiger Aufsicht eines zuverlässigen Matrosen allerlei Kriegsspiele treibt. Ein russischer Polizeimeister als Doppelmörder. Russischen Blättern zufolge hat der Polizeimeister von Uralst, Ltrofin, zwei Kaufleute erschossen, weil diese ihn wegen Bestechlichkeit angezeigt hatten. Liwkin, der sofort setnes Amtes enthoben wurde, erklärte, so vorgegangen zu sein, weil er sich in seiner Ehre verletzt fühlte. Sie find," fuhr er ganz erregt fort. Von nun an werde ich Sie bitten, mir öfter diesen Genuß zu verschaffen und mir vorzuspielen. Finden Sie das sehr anmaßend von mir?" Massenerkrankungen an Blinddarmentzündung. Der Landrat des Obertaunuskreises, Dr. Ritter von Marr, erläßt eine Bekanntmachung, in der er auf die in den letzten Tagen in auffallender Weise zunehmen den Erkrankungen an Blinddarmentzündung hinweist und auf die Gefahren aufmerksam macht, die bei großer Hizze durch den Genuß falter und besonders nicht ein wandfreier Getränke entstehen. Er ersucht die Eltern, die Kinder vor dem Genuß solcher Getränke zu warnen. Auch auf die Auswahl der Nahrung set größte Sorgfalt zu verwenden und besonders der Genuß unverdaulicher oder verdorbener Nahrungsmittel zu vermeiden. Jede Verdauungsstörung erfordere schleunige Abhilfe. Hierzu wird bekannt, daß die Blinddarmentzündungen hauptsächlich auf dem Lande vorgekommen sind, während in den Städten des Kreises derartige Erfrankungen nicht häufiger vorfamen wie sonst. „ Von nun an?" wiederholte Beate. Ihre feinen Nasenflüge bebten, thre Lippen zitterten. Wie eigentümlich mir das Wort in den Ohren klingt," fuhr sie nachdenklich fort, als ich vorhin die Treppen heraufstieg. hatte ich eine ganz wunderliche Empfindung, die ich Ihnen nicht beschreiben kann, mir war, als wäre alles in schwankender, zitternder Bewegung, als bebte der Boden unter meinen Füßen, als müsse alles vergehen, versinken, ich mit.. " Komtesse Beate," rief Malzahn. Noch nie hatte er sie mit Vornamen genannt. Dabei sah er sie unver wandt an. Wie schön sie war in ihrer zarten Jugend, in dem hellen Kleide bei dem unsicheren Kerzenscheine, das den Glanz ihrer Farben und ihrer Augen hob. Noch nie hatte er ihre Schönbelt so empfunden wie heute. Endlich nahm er die Blicke von thr. Er suchte ihr, wie er meinte, frankhaftes Empfinden auf ihren förperlichen Zustand zu schieben. Ste schüttelte den dunklen Kopf. „ Lassen wir das, ich will Ihnen nicht Unbehagen einflößen; lieben Sie Musik?" ,, leber alles in der Welt," ried Malzahn, froh, die Unterhaltung in ein harmloseres Fahrwasser zu lenken. „ Spielen Sie weiter, ich bitte Sie darum." Die Kosten der Refordreise um die Welt. In genau 39 Tagen 19 Stunden 43 Minuten 37, Sefunden hat der Redakteur des Pariser Blattes„ Excelsior" Schmidt seine Reise um die Erde zurückgelegt. Die Kosten betrugen: Billett Paris bis Paris 2880 Francs, Supple ment für Schiff 180 Francs, Trinkgelder und sonstiges 3000 Francs, so daß die Kosten an sich etwas über 6000 France ausmachen. Die Telegrammtosten natürlich nicht gerechnet. Das Paar ging in das Musikzimmer. Beate IteB sich wieder in den Sessel sinken und griff von neuem in die Tasten. Süße Melodien rauschten und sangen, denen der junge Mann, der unweit der Spielerin auf einem niedrigen Taburett saß, entailet Tauschte. Ein Brinzessinnenschicksal. Die Tochter des verstorbenen spanischen Thronprätendenten Don Carlos, die Prinzessin Margarita de Bourbon, hat sich jetzt nach jahrelangen abenteuerlichen Fahrten in Rio de Ja neiro nach Europa eingeschifft, um dauernd ihren Aufenthalt in Desterreich zu nehmen. Die von ihrem Vater verstoßene und enterbte Prinzessin war seinerzeit mit dem spanischen Stierfechter El Gardenero nach Buenos Aires geflüchtet, wo sie ins Elend geriet. Zulegt war fie Artistin eines Wanderzirfus in der argentinischen Provinz Tucuman. Ihr Liebhaber, der einft berühmte Torero, hatte sich bald nach der Anfunft in Argentinien dem Trunke ergeben und sie verlassen. Schließlich war er immer tiefer aefunfen, und ein eigenartiges dramatisches Geschick wollte es, daß er in der Trunkenheit den Als Beate mit einem brausenden Akkord schloß, sprang Bodo auf, um ihr in stummer Huldigung die Finger zu küssen. Das war eine Liebkosung, die er bisher noch nicht gewagt, und bei der Beate dunkelrot wurde. Nun fam thr wohl auch das Eigentümliche der Situation zum Bewußtsein. Sie, ein junges Mädchen, saß in vorgerückter Nachtstunde mit einem jungen Mann allein im Zimmer. Unwillkürlich sah sie fragend zu ihm auf, und er schien die stumme Bitte, die in den dunklen Sternen Tag, sofort zu verstehen. " Meine Anwesenheit kommt Ihnen eigentümlich vor, Komtesse, lassen Sie sich erklären. Ich erhielt Depeschen von meinem Hofe, die mich zwangen, eine Unterredung mit Ihrem Herrn Vater nachzusuchen. Als ich hierher eilte, fand ich Se. Erzellenz nicht zu Hause. Er ist ins Schloß befohlen, allein man foot mir. er befände sich dort bereits seit Stunden und könne jeden Augenblick zurückkommen. Der Lakat führte mich in den Empfangsraum, dort hörte ich Sie spielen, nun, das übrige wissen Sie. Ich danke Ihnen, daß Sie mir in so liebenswürdiger Weise Gesellschaft geleistet haben." Ihre Augen blickten ihn wie verklärt an. Sie sagten ihm abermals ohne Worte, daß sie dies gern, ach allzu gern getan habe. Bodo von Malzahn erschraf vor diefer stummen Kunde. Er wollte, er durfte sie nicht hören. Er durfte der weichen Regung seines Herzens nicht Folge leisten. Warum hieß sie Beate von Brühl? Warum war sie die Tochter ihres Vaters? Auch sie schaute ihn an mit einem so fummervollen, tränenschweren Blick, daß es ihn in tiefer Seele ergriff. Da sprang er plötzlich vom Taburett auf. " Ich will Sie nicht länger aufhalten, Ihren Herrn Bater muß ich dann morgen früh zu sprechen suchen. Gute Nacht, Komtesse, schlafen Sie schön und nochmals vielen Dank!" auf dene In der re verfuchte Mübe n ie den treng g fie dann frant tit fach in t in der verfuche Gine Monats richtet, d wurde, reidheann benachrid wegen nunmehr Artillerie Unteroffi Sprengit lofe Neu verhaften " Gute Nacht," fam es wie ein Hauch aus threm Munde. Da wurde die Tür zum Nebenzimmer plößlich aufgerissen, Seine Exzellenz, der Herr Graf Brühl erschien. Als er den preußischen Gesandten im Tete- a- tete mit seiner Tochter erblickte, schien er ein wenig verwun dert, jedoch ebenso erfreut als verwundert. balten. Verfahre den nach der Affä Ein Shen Gre Me Umg ten Mel Flammer fen ihre 1000 Sol ibren Li jelchnen men umg vernichtet Fieben St Lonnte f Brand b Hegenden geboten gestern a Drei weite Re 7,9 und fuchen. Ten von hatten er Barichau auf die Kinder, was Gel wo fie d Gew Gegende Beipenic durchzieh fladt an folchen S geftochen Pfälzer und We der Um auf dem 0 Ihrem lange fonnte Ge. Ma ist sehr haben." Mal Ma behrlich machen CB, fich Gunit fo ch um dies fid mein unterhalt Die Soffent et leifer Ach die an Mädchen wahr? Hir folch Der ton?" dete fid Grafen i In eine fanbte d taufend Straßen Dantel Augen F fuchten f audi blt Aner prin aftammer hatten fich Achtannen oft night , sondern Reitz in rauf eine Milch ein anne foll 8369,2 e, bet de , mit dem unrichtige etner an Naß- unt e bestraft. n die pos Gewerbe , sondern erzeugte Fere. 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Sie faggern, ach schraf vor fle nicht Herzens n Brühl? mervollen, le ergriff. f. cen Herrn en fuchen. nochmals us threm ner plög af Brithl Tete- a- tete verwun Tod unter den Rädern eines Buges fand, in dem die| Brinzessin zufällig gerade felbst führ. Zuviel verlangt. Unter diefer Ueberschrift tlagt die Bandelstammer zu Düsseldorf in ihrer leßten Monatsschrift darüber, daß sie neuerdings immer häufiger von Studenten der Volkswirtschaft gebeten würde, ihnen Stoff für Doktorarbeiten zu liefern. Soweit es sich um Ueberlassen von Jahresberichten oder Atten, Auskünflen und Aufklärung von Zweifeln handle, werde gern geholfen. Nun sollten aber die Handelskammern den Studenten einen wesentlichen Tell des fertigen Rohstoffes liefern. Als Beispiel wird der Brief eines Stubenten angeführt, der eine Arbeit über die Wirkung der Eisenbahnausnahme- Frachtsäße schreiben will und sechs umfangreiche Fragen mit einer Reihe Unterfragen zur Beantwortung an die Handelskammer gerichtet hat. Die Beantwortung dieser Fragen set im regelrechten Geschäftsgange ganz unmöglich. Sonst müßte ein besonderer Beamter eingestellt werden. Solche Anfragen bewiesen, daß die Studenten über die Arbeit der Handelstammer nicht genügend unterrichtet seien, und daß es erwünscht wäre, wenn die Professoren für Beseitigung dieses Mangels sorgten. Zwischenfall in einer Pastorenkonferenz. Im Architektenhaus zu Berlin nahm am Montag abend die Berliner liberale Pastorenkonferenz zu dem Fall des Pfarrers Straat von der Charlottenburger Luisenkirche Stellung. Kurz vor Eröffnung der Versammlung ereignete sich ein eigenartiger Zwischenfall. In ein hochelegantes, tiefschwarzbraunes seostüm gekleidet, trat eine fichtlich erregte Dame in den Versammlungssaal. Sie trug in der linken Hand ein Patet mit Ansichtskarten, auf denen allerlet fromme Sprüche verzeichnet waren, in der rechten schwang sie eine weiße Fahne. Die Dame versuchte, gegen die Versammlung zu protestieren. Mit Mühe nur gelang es, sie davon zu überzeugen, daß sie den Saal verlassen müsse, da die Versammlung eine streng geschlossene set. Unter lebhaftem Protest verließ fie dann den Saal. Die Dame, die offenbar getstestrant ist, stammt aus Hannover. Ste hat schon mehrfach in ihrer Heimatstadt und am letzten Sonntag auch in der Luisenkirche zu Charlottenburg Demonstrationsversuche gegen Pfarrer Kraaß unternommen. Eine folle Spionageaffäre, die sich zu Anfang des Monats in Bayern abspielte und deren Opfer, włe berichtet, der Eisenbahnsekretär Courtain aus Gmünden wurde, hat nun ihren Abschluß gefunden. Der Oberreichsanwalt in Leipzig hat ihn unter dem 21. August benachrichtigt, daß das gegen ihn eingelettete Verfahren wegen versuchten Verrates militärischer Geheimnisse nunmehr eingestellt worden ist. Courtain hatte den Artillerieschießplatz Grafenwöhr besucht und dort einem Unteroffizier gegenüber den Wunsch geäußert, etn Sprengstück als Andenken mitzunehmen. Diese harmlose Aeußerung genügte, thn wegen Landesverrats zu verhaften und fünf Tage lang im Gefängnis zu behalten. Aber selbst nach seiner Freilassung nahm das Verfahren gegen thn seinen Fortgang. Die Aften wurden nach Leipzig an das Reichsgericht geschickt, das jetzt der Affäre ein Ende bereitet hat. Ein riesiger Waldbrand ist an der deutsch- holländtschen Grenze bet Elmpt ausgebrochen. Stundenwett ist die Umgebuna in Rauchwolten gehüllt. Nach den lezzten Meldungen stehen etwa 4000 Morgen Wald in Flammen. Die Leute der bedrohten Ortschaften rette= ten thre Habseligkeiten aufs frete Feld. Es sind etwa 1000 Soldaten an der Unfallstelle tätig ohne daß sie mit ihren Löscharbeiten einen merkbaren Erfolg zu verzeichnen hätten. Bisher ist nicht bestätigt, daß Personen umgekommen sind, dagegen sind zahlreiche Gehöfte vernichtet worden. In einem Umkreise von sechs bis Sieben Stunden ist der Rauchgeruch unerträglich. Man fonnte sogar in Cöln in Form von Höhenrauch den Brand bemerken. Die gesamten Einwohner der umlegenden Ortschaften sind amtlich zu Löschversuchen aufgeboten worden. Nach einer späteren Meldung soll es gestern abend gelungen sein, das Feuer zu löschen. Drei Kinder auf der Suche nach der Mutter. Eine weite Reise haben dret kleine Mädchen im Alter von 7, 9 und 11 Jahren unternommen, um ihre Mutter zu fuchen. Die Kinder, die fürzlich Berlin passierten, waren von ihrer Mutter in Boston verlassen worden. Ste hatten erfahren, daß die Mutter mit einem„ Onfel" nach Warschau gereist war. Schnell entschlossen hatten sie sich auf die Suche nach der Mutter gemacht. Die mutigen Kinder, die sich mit Lebensmitteln, Fahrkarten und etwas Geld verfehen haben, famen glücklich nach Thorn, wo sie den Mitreisenden ihre Abenteuer erzählten. Gewaltige Wefvenschwärme. Aus verschiedenen Gegenden an der Haardt wird gemeldet. daß ungeheure Wespenschwärme die ganze Haardt- und Rheingegend durchziehen, wie wohl selten. In Hambach bei Neustadt an der Haardt wurden zwet Pferde von einem solchen Hornissenschwarm überfallen und fast zu Tode gestochen. Die Gemeinde Mußbach hat nach dem Bericht Pfälzer Blätter auf die Zerstörung fedes Hornissenund Wespennestes 40 Pfennig als Prets ausgesetzt. In der Umgebung von Bad Dürkheim können die Leute auf dem Felde kaum ihre Arbeit verrichten, so hausen ,, Mein lieber Baron," rief er, man hat mir von Ihrem Hiersetn berichtet, ich bin ganz untröstlich. Wie lange habe ich Ste warten lassen! Aber natürlich, ich konnte von Ihrem Besuche nichts ahnen und wenn auch, Se. Majestät hielt mich auf. Ste wissen, Se. Majestät tst sehr schweigsam, allein er liebt es, mich um sich zu haben." Malzahn lächelte sarkastisch. „ Man sagt, daß Ihre Gesellschaft dem König unentbehrlich ist, Sie haben sich ihm eben unentbehrlich zu machen verstanden. Nur wenigen Sterblichen gelingt es, sich ununterbrochen in den Strahlen königlicher Gunst sonnen zu dürfen, wie Ihnen, Erzellenz." " Ich habe mein ganzes Leben damit zugebracht, um dies zu üben. Doch lassen wir das, ich sehe, daß sich meine Tochter wahrscheinlich bemüht hat, Sie zu unterhalten. Das ist vernünftig von Dir, mein Kind!" „ Die Komtesse war so gnädig", metnete Malzahn. Hoffentlich habe ich sie nicht allzu sehr ermüdet", ſette er leiser hinzu. ,, Ach was, ermüdet," meinte Brühl, der Tochter die Wangen streichelnd. Was fehlt denn den jungen Mädchen in den metsten Fällen? Liebespetn, nicht wahr? Der Ring am Finger tst das beste Heilmittel für solches Uebel, meinen Sie nicht auch, Herr Baron?" Der Baron aber meinte gar nichts. Er verabschtedete sich nur ruhig von der Komtesse und folgte dem Grafen in dessen Arbeitszimer. Dort vertiefte man sich in eine längere Unterhaltung. Ms der preußtsche Gesandte das Brühlsche Palats verlteß, war es 12 Uhr. Es war eine schöne milde Frühlingsnacht, von tausend Sternen erhellt. Als er jedoch durch die stillen Straßen ging, fröstelte thn ein wenig und er schlug den Mantel fester um die bretten Schultern. Seine Hellen Augen Blickten scharf vor sich hin. Es war fast, als fuchten sie etwas, was war das? Schatten, wohin er auch blickte dort die Wespen. Im allgemeinen gelten Wespenjahre als gute Weinjahre. Harte Strafe. Im Alter von 91 Jahren ist in Amerika ein gewisser Gilson Ruland gestorben, der wett über die Grenzen seines Heimatstädtchens hinaus in der Union einst eine gewiffe Berühmtheit erlangt hatte durch die ungewöhnliche Strafe, die er über seine Frau verhängt hatte. Kurz vor dem amerikanischen Bürgerfriege hatte Ruland geheiratet; als die Feindseligkeiten begannen, meldete er sich sofort als Freiwilliger und tehrte 1865 aus dem Feldzua in seine Heimatstadt Batchogne zurütd. Er brach hier fast nieder, als er erfahren mußte, daß seine Frau in der Zeit, da er mit dem Gewehr in der Hand sein Leben für das Vaterland einfegte, ihrem Gatten leichtfertig die Treue gebrochen hatte. Mit der Kaltblütigkeit des Amerikaners raffte er sich schließlich zusammen und beschloß, seine Frau auf seine eigene Art für ihre Schamlosigkeit zu Strafen. Von dieser Stunde an hat er nicht ein einziges Wort mehr an die Frau gerichtet, die feinen Namen trug, und dieses Schweigen hat Gilson Ruland 40 Jahre lang aufrechterhalten. An sein Haus ließ er zwei Sim mer anbauen, die mit der Wohnung der Frau nicht in Verbindung standen; hier lebte er, und nie hat die Gattin diese Räume betreten dürfen. Alle Annäherungsversuche mies der in seinem Innersten verlegte Mann wortlos zurück, und auch als die Frau auf dem Totenbette log, bileb er seinem harten Vorsatze treu und öffnete nicht ein einziges Mal die Lippen... Seimgefchickt. Im Miesbacher Anzeiger", der im Schlierseer Gebiet erscheint, fand sich dieser Tage folgende Anzeige: Gefunden. Jener ältere Herr, der feine Augen an den Hütten des Damenschwimmbades hängen ließ, wird ersucht dieselben baldigst abzuholen. Die Badeverwaltung." Die Kino- Katastrophe im Amerika. Durch die gänzlich unbegründete Feuerpanik, die am Sonnabendabend während einer Kinematographen vorstellung im Opernhause von Cannonsburgh bet Pittsburg ausbrach, sind, wie jetzt feststeht, unmittelbar 29 Personen getötet und über 60 zum Tell schwer verletzt worden. Von den Schwerverletzten meist Frauen und Kinder, starben weitere sechs, so daß man jetzt im ganzen 35 Tote, darunter 27 Frauen und Kinder, zählt. Die Panik entstand infolge einer unbedeutenden Explosion in der Kammer des Maschinisten. Es wurde Feueralarm gegeben, trotzdem nicht der ge= ringste Grund zu Befürchtungen vorhanden war. Die Flammen wurden sofort gelöscht und nur ein dichter Qualm drang aus der Kammer hervor. Die Zuschauer, zum weitaus größten Teile Frauen und Kinder, wurden in eine derartige Aufregung versetzt, daß sie in wilder Eile nach dem einzigen Ausgange des Saales drängten. Von rückwärts gestoßen, fielen zahlreiche Personen die stelle Treppe hinunter, und auf diese Perfonen fielen dann weitere Zuschauer, sodaß in kurzer Beit der Ausgang versperrt war. Dret Meter hoch lagen die Menschenleiber aufeinanbergeturm So groß war der Druck der Menschenmassen, daß sogar in der Menge, dte auf die Straße hinausgedrängt wurde, hin und wieder Menfchen umfielen, die in dem Knäuel zu Tode gedrückt was ren. Die meisten der auf der Straße gefundenen Toten maren erstickt, vielen von ihnen waren Arme und Betne oder das Rückgrat gebrochen. Die Feuerwehr ellte fo= fort zu Hilfe. Ste mußte zuerst die Lebenden aus dem Saale auf die Straße bringen, ehe sie an die auf der Treppe angehäuften eng neben- und übereinander lieBewunderns= genden Toten gelangen konnte. des wert benahnt sich die Klavierspielerin Theaters, die während der Banik einen langsamen Marsch spielte, wodurch schließlich ein Teil der Menfchen beruhigt wurde und noch größeres Unglück verhittet wurde. Die Tatsache, daß das Theater im zweiten Stockwert Itegi und nur mittels einer einzigen schmalen Treppe zugänglich war, ist wohl der alleinige Grund, daß so viele Personen der Katastrophe zum Opfer ftelen. Die Explosion an sich war ganz unerheblich und hatte felbst den Maschinisten nicht gefährdet. Der Zwischenfall war jedoch von einem betrunkenen Bergarbetter bemerkt worden, der Feuer!" fchrte. Eine Beloh= nung von 2000. tft ausgesetzt worden fitr die Ermitte= lung des Menschen, der den Feueralarm gab. Ein Lebenszeichen von Richter. Bet den Angehörigen des Ingenieurs Richter ist gestern nachmittag ein Telegramm von Richter selbst eingetroffen, aus Cosana, 29. August, 11 Uhr 20 Minuten, datiert, in französischer Sprache abgefaßt und mit Edward unterzeichnet. Richter fragt darin nach dem Aufenthaltsort seiner Frau und erbittet Antwort an eine angegebene Adresse in Saloniti. Frau Richter hat gestern nach Saloniki telegraphiert und mitgeteilt, daß sich die Richtersche Familie wohl befinde. Er möge über seinen Aufenthalt schnell Nachricht geben. Die Die Unterredung mit Brühl hatte nichts zutage ge= fördert, als was vorauszusehen gewesen. Es hatte sich um die Ernennung eines sächsischen Gesandten am preußischen Hofe gehandelt, einer Person, die dem König Friedrich nicht genehm war. Da hatte Brühl auf Vorstellung des Herrn von Malzahn sich sofort berett erklärt, an Stelle des unltebsamen Diplomaten etnen anderen nach Berlin zu entfenden, femand, der dem König persönlich bekannt war. So war diese, preußt= schersetts vorgetragene Bitte freundschaftlich erledigt worden, und doch war Malzahn wenig befriedigt. Hinter Brühls Liebenswürdigkeit ahnte er Verstellung, die Freundlichkett erschten ihm unecht Langsam wandelte er durch die stillen Straßen. Brühl will mich gewinnen", murmelte er,„ bte Sache mit der Tochter ist auffallend. Ein Mann wie er, und versucht, mtr sein Kind förmlich aufzudrängen, warum? Um meiner sicher zu sein, um mein Schweigen zu erkaufen? Denn hat er mich durch Beate an setn Haus geknüpft, tst er überzeugt, daß ich setne eventuellen Geheimnisse nicht verraten werde. Er will nicht Beate Furcht vor mir haben, und sie,- fie, - " Malzahn dachte an ste, und ein wetcher Bug huschte über sein Gesicht. Sie war schön und jung, und das gestand er sich ein, während sich ein letser Seufzer über fetne Lippen stahl, fte Itebte thn, Itebte thn wirklich. Armes Kind, warum heißt Du Beate vonBrühl, warum bist du die Tochter deines Vaters? Man könnte dich Itebgewinnen, du füßes Kind Die Sterne bltzten verhetßungsvoll, als wenn ste den himmlischen Frieden auf die Erde senden wollten. Malzahn schaute hinauf. Ein eigentümliches Gefühl ergriff sein Herz. Wieder dachte er an die, an dte er nicht denken wollte. Doch genug davon! Und wie zur Bekräftigung warf er den Kopf in den Nacken. Menschenleer waren die Straßen, dunkel die Häuser. Malzahns Augen flogen darüber hin. Da wurde er durch einen Lichtschein gefesselt. Firma Carl Selß hat den deutschen Konful in Salonikt telegraphisch erfucht, Richter mitzuteilen, daß er von Mutter, Frau und Kind in Jena erwartet wird. Auf besonderen telegraphisch ausgedrückten Wunsch Richters reiste ihm ein Inhaber der Firma Jenny Vod in Saloniki nach Karaferia entgegen und bringt Rich ters Handgepäck und seine Brieffchaften. Nach Richters Telegramm gedenkt er Mittwoch abend in Saloniki einzutreffen. Der Bosnier, welcher im Auftrag des deutschen Konsuls Richter befreite, reiste ihm ebenfalls ent gegen, ebenso Journalisten und Photographen. Richter foll beabsichtigen, seine Erlebnisse zu veröffentlichen. Wie verlautet, planen die Räuberhauptleute Loltos neuerdings die Entführung von Ingenieuren und zwar haben sie es auf französische Ingenieure abgesehen, die bei Brückenbauten in der Umgebung von Serfidiche arbeiten. Infolgedessen wurde die militä rische Bedeckung der Ingenieure verstärkt. Heute meldet ein Telegramm über den Aufenthalt Richters: Saloniki, 30. August. Ingenieur Richter ist heute vormittag in Ostrova angekommen. Da er dort einer Quarantäne von 24 Stunden unterworfen ist, fann seine Ankunft in Saloniti nicht vor morgen abend erfolgen. Mar Schulz aus Frankfurt. Ueber die Persönlichkeit des in Plymouth verhafteten angeblichen deutschen Spions Mar Schulz aus Frankfurt a. M., gegen den augenblicklich vom Gericht in Plymouth verhandelt wird, erfährt die" rfft. 3tg." von kompetenter Seite folgendes: Der angebliche Spion Mar Schulz ist niemals im Dienst der deutschen Regierung tätig gewesen; er war nie Oberleutnant der Reserve des 13. Husaren- Regiments und war überhaupt nie Soldat. Auch seine Behauptung, er sei Dr. phil., ist Schwindel. Schulz ist lediglich ein hoch= stapler, der stets großzügige Schwindelpläne ausheckte. Er ist am 20. Juni 1880 in Frankfurt als der Sohn des verstorbenen Telegraphensekretärs Schulz ge= boren und absolvierte das Gymnasium. Einen bestimmten Lebensunterhalt fann er nicht nachweisen; einmal wirkte er vorübergehend als Privatlehrer; im übrigen lebte er von Schwindeleien. Schulz tft wegen Betrugs und Diebstahls in Düsseldorf, Köln, Königswinter, Aachen und Antwerpen abgeurteilt. Seine letzte Strafe erhielt er in Aachen mit sechs Monaten. Im Jahre 1905 bis 1906 beging er hier Heiratsschwindeleien; ein Verfahren ist deshalb jedoch nicht an= gängig gemacht worden. Im Februar 1906 wurde Schulz einmal als geistesgestört der Jrrenanstalt überwiesen, wo er bis Mai blieb. Von da ab ist Schulz aus Frankfurt verschwunden und hat sich nicht wieder sehen lassen. Ueber die Verhandlung gegen Schulz meldet der Draht: London, 30. August. Die Verhandlungen gegen den angeblichen Spion Max Schulz vor dem Bolizeinericht in Plymouth führten zur Ueberweisung des Beschuldigten an das Geschworenengericht in Ereter. Schulz beteuerte seine Unschuld und behielt sich seine Rechtfertigung vor. Drabtnachrichten und Deuestes. Das Kaiserpaar in Pommern. Stettin, 30. August. Der Kaiser und die Kat serin mit der Brinzessin Vittoria Luise sowie der Kronprinz und Prinz Oskar sind heute vormittag 10 Uhr Im Automobil nach Stargard zur Weihe der neuen Marienkirche abgereist. In Altdamm fand eine Begrüßung durch die städtischen Körperschaften statt. Die österreichischen Gäste bei den deutschen Flottenmanövern. Wien, 30. August. Der Erzherzog- Thronfolger Franz Ferdinand reist am 4. September zu den deutschen Flottenmanörern nach Stel und fehrt am 7. September wieder zurück. In seiner Begleitung werden sich Marinekommandant Graf Montecuccoli und Vize admiral Haus befinden. Brand einer französischen Eisenbahnwerkstätte. Paris, 30. August. In den Eisenbahnwerkstätten zu Romilly brach gestern abend ein Brand aus. Das Gebäude brannte nieder mit den darin zur Aus= besserung befindlichen Eisenbahnwaggons. Sturmverheerungen in Amerika. Neuyort, 30. August. Das von einem furchtbaren Orfan betroffene Gebiet in Süd- Carolina zeigt ein Bild der Verwüstung. Ganze Häuser wurden fortgetragen. 3wischen vielen Orten ist die Verbindung noch nicht wieder hergestellt. Mehrere Schiffe werden vermißt. Sechs Torpedoboote sind gestrandet. In der Stadt Savannah tamen neun Menschen um. Der Schaden wird auf 1% Millionen Dollar geschätzt. In dem Eckhause, dort, wo die Rosmaringasse in die Schloßstraße einmündet, brannte Licht. Man sah es, obgleich die Läden vor dem Edfenster geschlossen waren. Aber der helle Schein brach zitternd durch die Spalten und lag auf den Steinen der Straße. Wer war der Einsame, der da noch wachte? Da traf Malzahn den Nachtwächter, der, wohlbewaffnet mit Bike und Horn, die Runde gemacht hatte und vom Altmartte tam. " He, guter Freund", rtef er den Mann an,„ kann Er mir nicht sagen, wer dort wohnt?" Damit wies er auf das Haus, aus dessen Fenstern der Lichtschein auf die Straße ftel. " Dort-" Der Nachtwächter sah den Fremden, der noch um Mitternach die Gassen durchstreifte, fast mißtrauisch an. Erst als sich Malzahn zu erkennen aab und von Geschäften sprach, die ihn bis Hef in die Nacht hinein gefesselt, wurde er zugänglicher. „ Wer dort wohnt, gnädiger Herr? Ich weiß nicht recht. Geben Sie mir die Bett, daß ich mich besinne. Halt, tch hab es jetzt," rtef er nach einer kurzen Pause.„ Dort oben wohnt der Kanzleisekretär Menzel." „ Danke, danke, mein Freund," sagte Malzahn und steckte dem für das Wohl der Stadt Wachenden eine tletne Silberminze in die Hand. Dann schritt er feiner Wohnung zu. „ Also Menzel," murmelte er. Und plötzlich war, thm, als habe er den Namen schon einmal gehört. Aber wo? Wo doch? Er sann und sann, allein er war müde, heute konnte er sich nicht mehr darauf befinnen... ( Fortsetzung folgt.) 4444 Den Anklang, den unsere Erfrischungsbonbons beim Bublifum gefunden haben, beranlaßt uns, die Gratisverteilung bis auf weiteres fortzusetzen; wir werden also in unseren sämtlichen Filialen wiederum saure Erfrischungsbon bons als Gratiszugabe berteilen und zwar erhält jeder Kunde beim Einkaufe von Mt. 1.-/ Pfd. Bonbons Die beliebten durch Reichsgesetz genehmigten Pappenheimer Loose etc werden am I Sept. cr. wieder gezogen. 4 Treffer a 320 000 Mk. 2 Treffer a 300 000 Mk. 4 Treffer a 160 000 Mk. 2 mal 81000 Mk. 4 mal 76 832 Mk. " " " " 2.- 12 3. " " 3 " " 1 " " 4 " " 4.1 2 mal 48 000 Mk. " " " " M Bekanntmachung. Butzbach- Licher Eisenbahn. Mit Gültigkeit vom 1. November 1911 wird der Tarif für unserea Binnenverkehr dahin abgeändert, daß die Frachtsäße des Ausnahmetarifs 6 um 2 Pfg. für 100 kg. erhöht werden. Ausgenommen hiervon ist der Verkehr zwischen Münster( Oberhess.) und Gambach( Hess.) einerseits und Bad- Nauheim Nebenbhf., sowie Butzbach- Ost und Buzzbach- Stbf. andererseits. In diesen Verfehrsbeziehungen wird der Ausnahmetarif 6 nur um 1 Pfg. für 100 kg erhöht. Buzzbach, den 29. August 1911. Butzbach- Licher Eisenbahn [ 29.26 11 Verlangen Sie außerdem in unserer Fabrikniederlage Gratisproben von Abels entöltem Kakaopulver. Abels Schokolade- Werke Fabrikniederlage: gratis. 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