mann eile.. g agen etzt" iere Loeb. ade mit Zebras, uns, gen dit- Verein Bdorf E. G. Perf. Kredite erb.[ 24/12 minen ahlg, Illustr. irsch, Döbeln. bar .: mit ber auchslänge B chemisch Stüd 14.beffen [ 265/2 Gießener Beitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 pfg. monatlich vierteljährlich 1,50 M., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mt. Erscheint Mittage 3 Uhr. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung richt verlangter Manuskripte wird nicht garantiert... Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 177. Telephon: Nr. 362. Die Steuerverteilung im Reiche. Ueber die Frage der Steuerverteilung im Reiche hat der Abg. Erzberger Material mitgeteilt, in dem bewiesen wird, daß Deutschland die gerechteste Steuerverteilung unter allen Großmächten besitzt, daß es Frankreich gegenüber ungemein überlegen ist und daß auch England keine besseren Verhältnisse aufweisen kann. Unterlagen zu diesem Material lieferten Arbeiten des Reichsschazamtes, welche der Budgetkommission vorgelegen haben. Die Enthält alle amfl. Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei Amtes sowie vieler anderer Behörden Oberheffens Expedition: Seltersweg 83. Neuerdings behandelt Professor Wittschewsky in den ,, Annalen des deutschen Reiches" dasselbe Thema. Der Gelehrte stellt dabei zwei Entwickelungen an: wie die Bevölkerung nach der Einkommenshöhe geschichtet ist, und welcher Anteil am Steueraufkommen auf die verschiedenen Einkommensstufen entfällt. Nun ist aber eine brauchbare Stufenleiter der Einkommensgrößen für das Reich nicht zu beschaffen; in einzelnen Staaten wird das Einkommen, und zwar nach recht ungleichartigen Grundsätzen, für Steuerzwede allerdings veranlagt, doch hieße es den tatlächlichen Verhältnissen Gewalt antun, wenn man diese Steuerergebnisse für alle Reichsteile verallgemeinern wollte. Selbst wenn aber eine solche Rangordnung nach dem versteuerten Einkommen für die Gesamtbevölkerung als zulässig befunden werden sollte, so wäre es doch schlechterdings unmöglich, die bunte Vielheit der Reichs- und Staatssteuern nach einem festen Schema so zu verteilen, daß die Steuerhöhe für jede Einkommensstufe erkennbar wäre. Trotzdem kann die steuerliche Belastung nur im Vergleich mit dem Einkommen richtig beurteilt werden, daher ist eine Klassi fizierung nach dem Einkommen unentbehrlich. Der Verfasser glaubt den Schwierigkeiten wenigstens teilweise ausweichen zu können, falls an Stelle jeder weiteren Differenzierung einfach zwischen den untersten, also den wirklich unbemittelten Volksklassen, einerseits, und allen anderen Einkommensgruppen andererseits unterschieden wird. Als Grenzscheide wird ein Steuereinkommen von 1500 Mt. empfohlen. Bei einer solchen Zweiteilung in eine Ober- und Unterschicht würden, wie näher dargelegt wird, 75 Proz. der Bevölkerung der Unterschicht zuzuweisen sein; das Stärkeverhältnis zwischen oben und unten stellt sich hernach wie 1: 3. Nun kommt aber die große Schwierigkeit: der Einklang der Steuersätze für jede der beiden Klassen. Der Verfasser setzt, um einen positiven Ueberblick zu gewinnen, an Stelle der hier und da gewählten Konsumschätzungen das Umlageverfahren, d. h. er sucht die effektive Steuersumme nach der größeren oder geringeren Wahrscheinlichkeit zwischen den beiden oben konstruierten Volksschichten aufzuteilen. Dem subjektiven Ermessen bleibt bei solchen Schätzungen immer ein weiter Spielraum; es wird von Voraussetzungen ausgegangen, deren Richtigkeit gewiß ange= zweifelt werden kann, ohne deren Einstellung in die Rechnung man aber völlig im Dunkeln tappen würde. Als Ergebnis wird festgestellt, daß die vom Verfasser auf rund 1500 Mill. Mark bezifferte Reichssteuerlast zu fast gleichen Teilen auf die 75 Prozent der Unterschicht und 25 Prozent der Oberschicht entfällt. Wenn die beliebte Methode nach der Berechnung der Kopfzahl angewandt wird, so zeigt sich für die Belastungshöhe das umgekehrte Bild: das einzelne Individuum der Oberschicht ist mit 75 Prozent, der Unterschicht mit 25 Proz. belastet, richtiger: 46,5 und 15,6 Mt. Das hier gefennzeichnete Lastenverhältnis erscheint für die ärmsten Gesellschaftsklassen ungünstig, sofern die staatlichen und fommunalen Steuerlasten zu den Reichsauflagen nicht hinzugerechnet werden. Wenn das aber geschieht, dann verteilt sich die mit 3½ Milliarden Mark angenommene Last etwa wie folgt: ein Drittel- 1,1 Milliarden Mk. fallen auf die unteren 75 Prozent und zwei Drittel 2,35 Milliarden Mark fallen auf die oberen 25 Proz. der Bevölkerung. Aus diesem Steuerverteilungstableau erhellt, daß die Reichsfinanzpolitik keineswegs von einer Tendenz zur Schonung der stärkeren Schultern beherrscht sei. Der Anteil der dünnen Oberschicht auch nach den Reichsabgaben abgaben sei nach den vorliegenden Zahlen nicht so gering, wie ohne Kenntnis des Materials bisweilen angenommen wird. Damit werde auch der Legende, daß die indirekten Reichssteuern zu weitaus dem größten Teil von den ärmsten Volksklassen getragen werden müssen, der Boden entzogen. Der Reichsfinanzpolitik werde daher mit Unrecht vorgeworfen, daß sie ohne Verständnis für die Erfordernisse sozialen Ausgleichs ihres Amtes walte. Diese Zahlen werden in der Wahlbewegung gut zu gebrauchen sein und sie gestatten, den unverantwortlichen Hezzern entgegenzutreten. * ( Haus Brüder Schmidt.) Montag, den 31. Juli 1911. Landtagswahlvorbereitungen Die Fortschrittliche Volkspartei hat im Wahlkreise Bensheim- 3wingenberg Professor& legler- Bensheim und im Wahlkreise B i- chofsheim- Rüsselsheim Bürgermeister Hü h- nerkopf als Landtagskandidaten aufgestellt. Aus Stadt und Land. Gießen, den 31. Juli. Der Großherzog empfing am 29. Juli den Landgerichtsrat Dr. jur. Friedrich, außerordentlichen Professor an der Universität Gießen, die Professoren Dr. Versluys, Dr. Thomas und Dr. Glaun von der Universität Gießen. * Uebertragen wurde dem Schulamtsaspi ranten Ernst Ploch aus Romrod, Kr. Alsfeld, die vierte Lehrerſtelle an der Gemeindeschule zu Grünberg, Kr. Gießen. =*= Der Mitteldeutsche Sängerverband hielt gestern unter zahlreicher Beteiligung von auswärts seinen 2. Liedertag ab. Der 1. Vorsitzende, Provinzialdirektor Dr. Usinger begrüßte die Anwesenden und erinnerte wieder, daß gerade durch das Lied und speziell durch das Volkslied die Liebe zu Heimat und Vaterland gepflegt und gefördert wird. Die nun folgenden Gesänge zeigten, daß im Kreise Gteßen die Vereine an ihrem technischen Ausbau fleißig arbeiten. Es sangen 13 Vereine. Der Verbandschormeister Professor Irautmann gab zum Schluß des offiziellen Teiles bekannt, daß der heutige Tag wieder gezeigt habe, daß die Vereine immer wieder hinzulernen können. Es folgte der gemütliche Teil; Konzert der Gießener Regimentskapelle. Zwischendurch wurden dann von einigen besonders gut geschulten Vereinen noch Kunstchöre zum Vortrag gebracht. Lange blieb man bei einander unter dem Eindruck des Gehörten, so daß der Zweck des Tages vollauf erreicht war. An der Truppenschau vor dem Kaiser am 11. August * Kaiser- Truppenschau in Mainz. auf dem großen Sand bei Mainz nehmen, wie jetzt endgültig vom Generalkommando des 18. Armeekorps festgesetzt wurde, teil: die Infanterie- Regimenter Nr. 80, schule in Biebrich, das Brandenburgische Fußartillerie81, 87, 88, 115, 116, 117 und 118, die UnteroffizierRegiment Nr. 3, die Pionierbataillone Nr. 21 und 25, Abteilung des Fußartillerie- Regiments Nr. 27 und die das Magdeburgische Dragonerregiment Nr. 6, die erste zweite Abteilung des Feldartillerie- Regiments Nr. 63, ferner die hierzu gehörigen Divisions- und Brigade stäbe. 3uschlagstarten für Schnellzüge. Die preußische Staatseisenbahnverwaltung erläßt folgende wichtige Anordnungen:„ Reisende, die mit einer für Eil- und Personenzüge gültigen Fahrkarte einen zuschlagpflichtigen Zug benutzen und über die Bestim= mungsstation der Fahrkarte hinaus ihre Reise fortsetzen wollen, haben außer der für die Weiterreise zuzulösenden Anschlußkarte nur eine bis zur Bestimmungsstation der Anschlußkarte gültige Schnellzugsfahrkarte zu lösen." Hierdurch soll vermieden werden, daß der Zuschlag innerhalb derselben Zone doppelt erhoben wird. Milchpreiserhöhung. Wegen der knappen Futterverhältnisse und der bereits in den Nachbarstädten vorausgegangenen Preis- Erhöhung beschlossen die Milchhändler und Produzenten, vom 1. August ab das Liter Milch von 20 auf 22 Pfg. zu erhöhen. Eine betrübende Erscheinung bie ten jetzt auf unseren Schmuckplätzen und Promenaden, in Parkanlagen und Privatgärten zahlreiche Bäume: das Laub, namentlich der unteren Zweige, hängt schlaff herab, teilweise ist es verdorrt, zum Teil schon gänzlich vergilbt. Die große Hitze und anhaltende Trockenheit hat den Bäumen, deren Lebenshaltung die Stadtverhältnisse ohnehin auf einen färglichen Etat stellen, außerordentlich geschadet, und die künstliche Bewässerung, die man ihnen zu Teil werden ließ, hat die natürliche Labung nicht zu ersetzen vermocht. Man sieht Sträucher und kleine Bäume vielfach wie abgestorben: die zarten Blätter sind von der Sonnenglut total verbrannt. Wenn da noch der Wind knisternd über die dürren Halme streicht und die gelben Blätter in raschelnden Wellen vor sich hertreibt, dann gewinnt man einen recht herbstlichen Eindruck. Die Gewitter der letzten Tage vermochten den Schaden nicht gut zu machen; was sie an Feuchtigkeit brachten war wie der Tropfen auf den heißen Stein. Es werden ganz ergiebige Regen( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pig. die 44 mm breite Inseratenzeile.- Stellen gesuche und Familienanzeigen 10 Big. Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pig. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt komunt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 80 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Begfall. Platvorschriften ohne Berbindlichkeit. Berlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. S. Telephon: Nr. 362. 23 Jahrg. güsse dazu gehören, die erschlaffte Vegetation nachhaltig zu erquiden. == Bettenhausen, 31. Juli. Hier ist die Maulund Klauenseuche in 5 Gehöften ausgebrochen. Daß die Seuche durch Besucher des oberhessischen Bauernfestes hier verbreitet wurde, trifft nach neueren Feststellungen nicht zu. -n- Aus dem Ohmtal, 29. Juli. Ein schreckliches Unwetter wütete am Mittwoch in unserer Gegend. Gewitterregen mit furchtbarem Sturm und Hagel richteten großen Schaden an. Seit Jahren ist es wieder das erste Unwetter, das mit solch verheerender Gewalt aufgetreten ist. Dächer wurden abgedeckt, Bäume entwurzelt, Aeste abgerissen und meterweit fortgeschleu= dert. Das konnte man in den Dörfern beobachten, sodie Luft erfüllte, möglich war. Im Felde wurden die weit ein Beobachten bei dem ungeheuren Staub, der Kornhaufen auseinandergerissen, die Gebunde in die Höhe gehoben, herumgewirbelt und mehrere Meter( oft bis zu 150 Meter) fortgeschleudert. < d= Nidda, 30. Juli. Auf der Bahn Nidda-- Schotten wurden Freitag abend an einem Bahnübergang bei Ober- Schmitten einer Frau beide Beine abgefahren. Die Frau ist alsbald gestorben. M = d= Bad Nauheim, 31. Juli. In der Nacht von Samstag auf Sonntag gegen 21 Uhr brach in dem südlichen Teile der Fabrit feuer- und säurefester Produkte( Chamottefabrik) Fr. Siemens A.-G. in Dresden Feuer aus. Die Feuerwehr war dem sich durch die herrschende Trockenheit rasch ausdehnenden Feuer gegenüber ziemlich machtlo s. Mit kaum zu beschreibender Geschwindigkeit hatte das Feuer fast sämtliche Gebäude ergriffen; prasselnd stürzten, Mauer auf Mauer ein, so daß sich die Spritzenmannschaften mit nur größter Mühe retten konnten. Dabei war in den Hydranten durch den Wassermangel und die Versagung der staatlichen Wasserleitung fast gar fein Druck vorhanden. Das Wasser mußte allein von der kleinen städtischen Wasserleitung geliefert werden. Glücklicher= weise brachte es, die brave Löschmannschaft fertig, den nur unter 2 Atmosphären stehenden Dampfdruckkessel durch fortwährendes Bespritzen von einer Explosion, die angesichts der tausenden und abertausenden von Kurgästen und Einheimischen und die Nähe eines großen Schlotes entsetzliche Folgen gehabt haben würde, зи retten. Sonntag früh gelang es endlich, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken, ohne daß ein Menschenleben gefährdet wurde. Mit Ausnahme der etwas abseits liegenden Bureauräume ist die Fabrik ein Trümmerhaufen. Maschinen, Kessel, welcher noch glücklich entleert werden konnte, Schreinerei, Formerei 2c. alles ist vernichtet. Der Schaden ist bedeutend. -d= Büdingen, 29. Juli. In Vonhausen bei Büdingen brannte gestern infolge Blitzschlages die der Witwe Weinel gehörige Scheune nieder. Langanhaltende schwere Gewitter zogen die ganze Nacht über die hiesige Hegend hin. * Worms, 29. Juli. Bei dem gestern Nachmittag über Worms und Umgegend niedergegangenen Gewitter wurden zwei Monteure der Rheinischen SchuckertGesellschaft, welche in Bechtheim mit der Legung der eines Stromleitung beschäftigt waren, auf dem Dache Hauses vom Blitz getroffen. Der eine erlitt am Fuße Verbrennungen nicht schwerer Natur. Der Blitz sprang auf den anderen Monteur über und warf ihn tot vom Dache. Der Getötete wollte in 8 Tagen seine Hochzeit feiern. Das Wichtigste beim Einmachen. Ich fannte eine äußerst tüchtige und praktische, dabei aber auch sehr selbstbewußte Hausfrau, die immer behauptete, daß ihr niemals etwas mißlingen fönne. So wäre es bei ihr ganz ausgeschlossen, daß ihre eingemachten Sachen verdürben, das könne ihr einfach nicht passieren. Grenzenlos war deshalb ihr Erstaunen und ihr Aeger, als ihr dennoch eines guten Tages alle so sorgfältig eingemachten Früchte 2c. verschimmelt und in Gährung übergegangen waren. Sie hatte nämlich das Wichtigste und Unentbehrlichste beim Einmachen vergessen, Han= und ja- Salicyl, dieses unbedingt sichert einfache billige Schutzmittel gegen das Verderben alles Einge= machten. Wer also beim Einmachen ganz sicher gehen und vor Schaden und späteren Enttäuschungen bewahrt bleiben will, der muß sich zunächst Hansa- Saliciyl holen, das überall zu haben ist; wo nicht, wende man sich wegen Aufgabe von Bezugsquellen direkt an die bekannte Nährmittelfabrik Sanja", Hamburg 6. Droht eine neue Fleischnot? Die Folgen der Maul- und Klauensenche. Vielfach wird in landwirtschaftlichen Streifen der Befürchtung Ausdruck gegeben, daß infolge der immer mehr um fich greifenden Maul- und Klauenfeuche die Gefahr einer Fleischnot droht. Zu dieser Frage wird fest der„ Inform." geschrieben: Im Reichstage hatte der Vorsitzende des Bundes der Landwirte Dr. Roefice schon im März dieses Jahres die Erflärung abgegeben, daß bei einem fortbauernden Umfichgreifen der Maul- und Klauenjeuche die Nachzucht unseres Viehbestandes ernstlich gefährdet set und eine wirkliche Fleisch not bevorstehe. Als Dr. Noeside diese Befürchtung aussprach, waren in Deutschland laut amtlicher Zählung 8513 Höfe verseucht. Heute nach wenigen Monaten hat die Seuche bereits derartig um sich gegriffen, daß fast dreimal so viel Höfe verseucht sind. Am 1. Jult waren es schon 20 795 Höfe. Es fann feinem Zweifel mehr unterliegen, daß durch die Bedrohung des Viehstandes die Fleischversorgung Deutschlands bet dem jetzigen Stand der Seuche aufs allerschwerste gefährdet sei. Im preußischen Landwirtschaftsministerium siebt man der Entwicklung der Dinge mit größter Aufmertjamfelt entgegen, zumal bisher die scharfsten Maßnahmen ohne wesentlichen Erfolg geblieben sind. Rundschau vom Cage. Politisches. Der Kaiser in Swinemünde. Die„ Hohenzollern" mit dem Kaiser an Bord nebst den Begleitschiffen traf Freitag abend im Hafen von Swinemünde ein. Die Festung gab den üblichen Salut ab. Eine nach vielen Tausenden zählende Menschenmenge begrüßte den Kaiser mit jubelnder Begeisterung. Der Kaiser dankte wiederholt. Voraussichtlich wird der Kaiser in Swinemünde heute den Vortrag des Reichskanzlers entgegennehmen. Es wird vermutet, daß sich auch der Staatssekretär des Aeußeren, Herr v. Kiderlen- Wächter, nach Swinemünde begibt. Ueber das Befinden des Prinzregenten Luitpold brachten ein pfälzisches Blatt und nach diesem auch andere Blätter in den letzten Tagen Nachrichten, die, wie von zuständiger Seite erflärt wird, nicht der Wahrheit entsprechen. Es sei wohl richtig, daß auch der Prinzregent unter den Einwirkungen der abnormen Hize etwas zu leiden hat, doch seien alle anderen Einzelheiten, die von den Blättern über den Gesundheitszustand verbreitet worden sind, direkt erfunden, ebenso die Mitteilungen, daß Kaiser Wilhelm, der Kaiser von Desterreich und andere Fürstlichkeiten wegen des Befindens des Regenten Veranlassung hätten nehmen müssen, wiederholt Erfundigungen im Hoflager zu Hohenschwangau einzuziehen. Die Entwicklung der Seuche umfaßt jetzt gerade ein Jahr, denn am 1. Jult 1910 wurden die ersten 124 verfeuchten Gehöfte gezählt, die durch Einfuhr verseuchten Bichs aus Rußland in die östlicher deutschen Provinzen zu dem Krankheitsherd wurder, durch den ganz Deutschland so schwer betroffen wurde. Die Folge bteser Seuche ist in erster Reihe in einer Verminderung der Weiterzucht und Nachzucht zi erblicken, die einen Fleischmangel zur Folge haben muß. Der Auftrieb an Bleh wird geringer werden müssen, da der Zuwachs an Herden, der schon tm vorigen Jahr eine beträchtliche Verminderung aufzuweisen hatte,( rund 78 000 Stitd) in den kommenden Monaten fast völlig verschwinden wird. Interessant ist dabet die Feststellung, das Deutsch land durch die scharfen Maßnahmen der Behörden bis Juni 1910 völlig feuchenfrei war, bis es durch einige aus Rußland eingeführte Rinder im Laufe eines Jahres derart verfeucht wurde, daß jetzt die Fleischversoraung ernstlich bedroht erscheint. Ob in den nächsten Wo hen eine Abnahme der Seuche erfolgen wird, erscheint trotz der strengsten Abwehrmaßregeln zweifelhaft. Es Itegt nur die Möglichkeit vor, daß die Wintermonate. die einer Verbreitung der Seuche nicht glinstic sind, ctne Minderung bringen. Deutschland bleibt kühl. In Berliner maßgebenden Kretsen sieht man aus der Rede des Premierministers Asquith mit Befrie digung, daß England eine freundschaftliche Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich wünscht. Man ist aber nicht der Ansicht, daß der unmittelbare Einfluß der Rede auf die Verhandlungen so groß ist, wie man an manchen Stellen anzunehmen scheint. Jedenfalls wird die Haltung Deutschlands in dieser Frage nach wie vor durch die eigenen wohl erwogenen Interessen bestimmt bleiben. fiber Neuyork eintrafen, wittet vor den Toren der Stadt eine Schlacht zwischen den Revolutionären und den letzten Regierungstruppen, die verzweifelt die Hauptstadt verteidigen. Präsident Simon soll Port- au- Prince verlaffen haben und geflohen sein. Die Revolutionäre verfügen über gute Waffen, große Munitionsbestände und suchen durch hohen Sold Truppen zu gewinnen. Von den westindischen Nachbarinseln kommen Aben teurer auf Haiti an, um an dem Kampf teilzunehmen. Bei den Kämpfen um Port- au- Prince ist ein deutscher Aufseher durch einen Schuß in den Arm verwundet worden. Reserveoffiziere und Sozialdemokratie. Das Kriegsmirifierium ha' wie die Bost" mitzuteilen weiß unter dem 8. Juli 1911 nachstehende Verfügung erlassen: „ Ein Offizier des Beurlaubtenstandes hat vor der Stichwah: zu einer parlamentarischen Körperschaft zur Wahl eine Mitgliedes der sozialdemokratischen Partet öffentlich aufgefordert und sich auch sonst in diesem Sinne agitatorisch betätigt. Dem Offizier ist darauf hin der Abschiet erteilt worden." Die" Post" bemerkt dazu erläuternd, daß sich diese Verfügung nicht auf den Reserveoffizier bezieht, der in ihren Spalten fürzlich die Diskussion über das Thema„ Reserveoffiziere und die Wahl von Sozialdemokraten in der Stichwahl" eröffnete. Kleine Nachrichten. Die Zahl der Berliner Gemeindeschulkinder be trägt zurzeit 224 967; davon find 111 366 Knaben und 113 601 Mädchen. Sie sind in 5252 lassen einschließ lich 191 Vor- und Nebenklassen untergebracht. Klassen befinden sich noch in Wieträumen. 502 Der Wasserverbranch Berlins hat sich fett Sonntag von 207 000 Rubifmeter auf 275 000 Rubikmeter am Donnerstag gesteigert. Die Steigerung dürfte weiter anhalten. Am schwarzen Brett der Berliner Universität prangt feit vorgestern folgender einladender Aushang: In der Erntezeit freie Station und 75 Pfennige Tagelohn. Ausfunft erteilt das Amt für studentische Ferienarbeit der Marburger freien Studentenschaft, Marburg( Lahn), Hirschberg 16." Gegen das Tragen spizer Sntnadeln seitens der Damen erließ auch der Magistrat in Halle eine War nung und drohte mit empfindlichen Polizeistrafen. Ans Anlaß der Hundertjahrfeier der Breslaner Universität stifteten die schlesischen Landwirte 100 000 Mart zum Neu- und Ausbau der landwirtschaftlichen Institute der Universität. Eir„ Völkerverbrüderungstag" fand gestern abend 11: der Berliner Hasenheide statt. Er diente der Besprechung über die„ Solidarität der Völker Deutschlands und Frankreichs". Angenommen wurde eine Resolution, in der es heißt:" Die versammelten Berliner Arbeiterschaft begrüßt die Vertreter der französischen Arbeiterschaft und dankt ihnen für die Beweise internationaler Kameradschaft und brüderlicher FriedensItebe. Die Versammelten erklären, daß sie sich eins fühlen mit der Arbeiterschaft Frankreichs wie auch anderer Länder in dem Bestreben, den Völkern den Frteden zu erhalten und allen Machinationen der zum Kriege drängenden herrschenden Klasse entgegen zu treten. Die Versammelten fordern die Arbeiter Deutschlands wie Frankreichs auf, angesichts der gegenwärtigen drohenden Kriegsgefahr jederzeit auf dem Posten zu sein und ihren ganzen Einfluß zur Verhinderung des Krieges aufzubieten. Ste fordern die Einberufung der verantwortlichen Volksvertretung, um dieser die Entscheidung über die Lösung internationaler Konflikte zu ermöglichen." Die Versammlung protestierte auch gegen die Ausweisung des französischen Sozialisten Yvetot. Eugland ist recht friedlich geworden. Angesichts der entschiedenen Haltung Deutschlands ist der Wind in England wieder umgeschlagen, und die offiziöse Londoner Presse versichert, daß England die friedlichsten Absichten von der Welt habe. Es will feine angemessene" Expansion Deutschlands und feinen deutsch französischen Ausgleich in Westafrika verhinbern. Wh habe es so beißt es nämlich in der offislösen Lonbonter reffe, mit einer Lage zu tun, die, wenn sie nichi corsichtig und flug behandelt wird, Folgen haben könnte, die in gar keinem Verhältnis zu dem Anlaß stehen würden, die sie herbeigeführt haben. Wird sie aber flug und vorsichtig behandelt, dann ditrste fie und, wie wir hoffen, wird sie zu einem dauernden besseren Einvernehmen zwischen allen beteiligten wächten führen. Glücklicherweise ist guter Grund zu der Annahme vorhanden, daß die Diplomatie nach einigen Tagen der Erregung in ein rubigeres, normaleres Fahrwasser zurückkehrt. Wir bedauern offen, das zwischen uns und Deutschland die Diplomatie so bald nach dem Besuch des Kaisers und nach der augenscheinlichen Besserung der gegenseitigen Beziehungen zu einem Bunft der Spannung gekommen ist. Weiter wird die Legende" bekämpft, daß England bestrebt fet, eine angemessene Expansion Deutschlands zu verbindern, die ihm notwendigen Zugänge zur See zu versperren und seine Diplomatte in der ganzen Welt zu durchkreuzen. Wir haben feine solche Absicht und freuen uns, daß der Bremierminister durch eine öffentliche Erklärung beweisen konnte, daß wir einen deutsch- französischen Ausgleich in Westafrika nicht zut verbindern beabsichtigen. 28) Jugendfreundschaft. Roman von G. v. Schlippenbach. ( Nachdruck verboten.) Ein Brand in der ostdeutschen Ausstellung. Freitag mittag brannte auf der ostdeutschen Ausstellung in Posen der Pavillon nieder, in dem sich das Verkehrsbureau und ein Barbiersalon befanden. Die Feuerwehr beschränkte das Feuer auf seinen Herd. Die Ent stehungsursache ist unbekannt. Ein eigentümlicher Unglücksfall wird aus Tostedt im Landkreise Harburg gemeldet. Dort traf ein Blitzstrahl den Totengräber auf dem Friedhof, als er ein Grab schaufelte, und tötete ihn an der selbstgegrabenen offenen Gruft. Durch das vorzeitige Losgehen eines Sprengschuss ses bei den Sprengarbeiten auf der alten Gasanstalt in Herford, die von den Mindener Pionieren ausgeführt werden, wurden gestern morgen ein Unteroffizter und ein Feldwebel schwer verletzt, während ein Pionier mit leichteren Verlegungen davonfam. ten e Ge Be etry alle ler wo #led Ter Lell Ausg baute dem Jahr 1. sabl Frau Mitg aff Turn tage ber nerfd Leber fertig Saß feiter die Auch fen, eindr nicht thren turnu wurd Fraue Bablu feuer brer Betell Turne gemac Then it vor b einer hiede bfe m für de bat ge nes D juges den Wirtu weins gefucht Audem ergeß ganger worden thn do an fich gewähr Letche stellt. aud aus th Heimre einem vont faßt, t fie den Ei walde fterit f fibend Beim Baden im Rhein bei Duisburg ertranfen gestern vier Personen, darunter ein 14jähriger Schüller. Bet Oberhausen erlitten drei Personen den Tod durch Sitzschlag, in teberruhr verlor ein Arbeiter infolge der Hize den Verstand. Die Oberleitung der französischer Armee hat jetzt eine neue Form angenommen. Präsident Fallieres hat gestern die Defrete unterzeichnet, durch die ein höherer Rat für die Landesverteidigung eingesetzt wird. Er setzt sich zusammen aus den Ministern des Krieges, des Aeußern, der Finanzen, der Marine und der Kolonien. Er steht unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten. Dem Rat wird eine ständige Studienabteilung beigegeben werden, gebildet aus dret höheren Offizieren, und zwar aus den Chefs der militärischen Operationsbureaus in den Ministerien des Krieges, der Marine und der Kolonien. Der Generalstab der Armee und der technische Ausschuß des Generalstabes werden künftig von einem General abhängen mit dem Titel Chef des allgemeinen Generalstabes, der in Kriegszeiten den Oberbefehl über die Hauptarmee fährt. Der oberste Kriegsrat bleibt bestehen. Er besteht aus den kommandierenden Generälen der Armee. Der Posten eines Chefs des allgemeinen Generalstabes wird General Joffre übertragen. Es ist spät, sie sind allein, Eva teilt ihrer Mutter Zimmer, und wie sonst in den Kinderjahren kämmt die Mutter ihrer Lieblingstochter Haar, es wallt in reicher Fülle über den Rücken und die Schultern des schönen Mädchens nieder. „ Euchen," beginnt Frau Grotenbach stockend. " Ja, Mutting." „ Er ist hier; ich meine Latour. Hast Du ganz überwinden?" „ Sel Tubig, Dauiting, ich bin wieder ganz Deine alte, fröhliche Eva.„ Sollte ich Latour zufällig sehen, so brauchst Du Dich nicht zu beunruhigen. Aber was tut er bier?" „ Er ist verbeiratet." " Mit wem?" ruft Eva. „ Mit der Tochter eines Millionärs, einer ältlichen, Häßlichen Person, neulich sab Adam ihn im Tiergarten." Eva blickte nachdenklich zu Boden, dann hob sie die blauen Augen zur Mutter empor und sagte ernst: „ Möchte er das Glück finden, das er mir einst zerstörte." „ Gott segne Dich, mein gutes Kind!" Die fiegreiche Revolution auf Haiti. Nach den letzten Nachrichten aus Port- au- Prince, die am Freitag Vom Blizz erschlagen. In Diedenhofen schlug der Bltz gestern nachmittag bei einem schweren Gewitter in einen Neubau ein. Ein italienischer Arbeiter war sofort tot, ein zweiter starb nach einer Viertelstunde, und ein dritter wurde betäubt. „ Sie behandeln den kleinen Sohn Karlas," begann Frau Haideck, nachdem sie sich etwas gesammelt hatte, ,, wie geht es ihm? Haben Sie Hoffnung, thn zu er halten? Es ist das letzte, was seine Mutter besitzt." Frau Grotenbach schloß Eva innig in die Arme. Frau Haideck empfing Alfred Grotenbach am andern Tage, er sagte auf ihre Frage hin, daß Uchatscheff unheilbar krant set, eine Gehirnerweichung wäre fon statiert worden; er sollte vorläufig in der Anstalt bletben und nicht mehr nach Petersburg zurückkehren; er war willenlos wie ein kleines Kind und völlig stumpf geworden. „ Mein armes Kind," sagte Frau Haideck bewegt, so endet Dein heiß erfehntes Glitc." Folgenschwerer Gebändeeinsturz. In Grande Que villy bet Rouen ist ein Fabrikneubau eingestitrat. Neun Arbeiter wurden getötet und vier schwer verletzt. EinEisenbahnunglid ereignete sich gestern nachmits, tag bei Crewe in England durch den Zusammenstoß eines mit Ausflüglern besetzten Zuges und einem auf der Strecke leerstehenden Buge. Die Zahl der Verletz ten beträgt 36. Die Verlegungen sind fast durchweg, leichter Natur. In der Notwehr erschossen hat in der Danziger Delmühle der Inspektor Schatzmann den Arbeiter Böhlke. Der Arbeiter hatte ihn mit dem Tode bedroht, weil er entlassen worden war. " Kolja ist noch sehr zart, aber ich glaube, er erholt sich, nachdem ich ganz allmählich für Abhärtung und ein anderes Regime sorgte. Ich wünsche, daß der Knabe den Sommer im Wald bleibt und dann mit der Mutter in ein gesundes, südliches Klima geht nach Montreux oder Niva; darüber sprechen wir noch. Ihre Frau Tochter würde sich ebenfalls fern von Petersburg besser erholen, sie sieht recht blaß aus und ist sehr nervös geworden." „ Das ist kein Wunder bei dem Leben, das sie geführt hat," dachte Frau Haldeck. Volkswirtschaftliches. Was geschieht mit den Millionen der Klebemarke? Die Zahlungen auf Grund des Invalidenversicherungsgesetzes haben im Jahre 1910 die Summe 175,724,872 Mart erreicht. Vor 10 Jabren hatte dieser Betrag etwas über 87 Millionen erreicht. An Invaltdenrenten wurden 145, Millionen, an Altersrenten über 15 Millionen, an Beitragserstattungen nicht ganz 9% Millionen und an Krantenrenten etwas über 3 Millionen gezahlt. Gegen das letzte Jahr haben die reichsgesetzlichen Zahlungen aus Invalidenrenten um 4,6 Proz. und aus Beitragserstattungen um 0,1 Proz. zugenommen, aus Kranfenrenten um 2,0 Proz. und aus Altersrenten um 3,4 Proz. abgenommen. Die Reichspost zahlte allein fast 144 Millionen, die bayerische Post 17%, die württembergische 6% Millionen aus. Von 10,000 Mark reichsgesetzlichen Zahlungen tamen auf Invalidenrenten 8393, Kraufenrenten 195, Altersren" Ich will schon Sorge tragen, daß Mutter und Kind sich unter meiner Obhut erholen," sagte Frau Haided, ,, wie dankbar müssen wir aber Ihnen sein, lieber Alfred, für alle Ihre Mühe und Freundschaft." „ Sie nennen das richtige Wort," versetzte der junge Doktor, die treue Jugendfreundschaft unserer Mittter vererbt sich auf uns Kinder weiter." Die Trauung Klaras und Rosens war vorüber, alle begleiteten das junge Paar zum Bahnhof; der nach Königsberg fahrende Zug sollte gleich abgehen. Die Neuvermählte umarmte Mutter, Tante und Geschwister in ihrer ruhigen, herzlichen Art, Rosen schitttelte den Schwägern mit seinen Riesenfäusten die Hände, küßte Evchen und Lina und neigte sich über die Rechte seiner Schwiegermutter. „ Auf Wiedersehen in Lachsdienen!" rief er noch vom Fenster aus, als sich der Zug schon in Bewegung setzte. Am nächsten Tage reiste auch Alfred nach Petersburg zuriick. Eines Tages traf das ein, was vorauszusehen war, Eva und Latour sahen sich wieder. Eva trat aus einem Laden in der Leipziger Straße, da fuhr ein offener Lan dauer auf Gummirädern langsam vorbet; ein füdländisch aussehender Herr und eine sehr geputzte Dame faßen auf den seidenen Rissen. Es waren Latour und seine Frau, geborene Goldenberg, deren Hakennase ihre Abkunft verriet; ein böser, gefniffener Zug prägte sich auf dem gelblichen, häßlichen Gesicht aus. Evas Augen blickten sehr ruhig auf ihren früheren Verlobten, er sah noch eben so aus, auch das füßliche Lächeln, mit dem er sich an seine Frau wandte, um ihr etwas Schmeichelhaftes zu sagen, war dasselbe wie früher. Eva gab sich ernstlich Mithe, dte Schwester zu er setzen und sie war erstaunt, wie gut sie sich in alles hineinfand. Die elektrische Bahn fam, die feurigen Pferde vor dem Landauer wurden unruhig, so daß der Kutscher sie anhielt. „ Er hat sich verkauft," sagte Eva verächtlich, und sie dachte daran, wie verändert Latour gegen sie geworden, als er erfuhr, daß Frau Haided eine Tochter und Erbin besaß. In diesem Augenblick sah Latour Eva. Er riß den Hut vom Kopfe und grüßte. Sehr gelassen erwiderte ihn Eva, dann schritt die hohe, vornehme Mädchengestalt ruhig weiter. " Wer war diese Person?" fragte Latour hochmittig. " O, eine flüchtige Bekannte von früher," entgegnete thr Mann. " Nun, Du hast sie ja wie eine Fürstin gegrüßt," spottete sie. „ Du bist wieder einmal unnütz eifersüchtig," war alles, was Latour sagte. ( Fortsetzung folgt.) In ein Aab ar Often fich au Weltre roman den", Anaber bat. T er fich Dont 26 von fe nachbe Brüge De Defterr leben, bauptet dolf vo Edönhe Ratastr nach An tet, mär verichw beiratet bayne, um als den. Al Ranada liebte fi Dougald bont be Bähren Me Do benheila baynes, bas grif fera. 17 miffes 6 Ein bet Nou teller& thn aus nallaterr nachher Den anta tranett 1 merben tönnen. auf eine Higung Lönnen. gefilbrt. r Stadt Den leb uptstadt ce ver ttonäre eftände vinnen. Aben nehmen. eutscher wundet er bes en und Schließ 502 Sonnter am weiter prangt In der Aus ett der Lahn) 6 der War ent. Blaner 100 000 ftlichen Freting in tehrs Feuer e Ents Tostedt Bliz er ein abenen gicula anstalt Jeführt Er und er mit ranfen Schüler. durch ge der ug der witter r war Stunde Que Neun chmit tenstoß m auf Jerlez rchweg, mziger rbeiter edroht, narke? rungsvon dieser nvaltrenten t ganz' iber 3 en die Proz. und Die jerische 3. Von en um t auf røren It war, einem r Lan# dlän Dame tr und se thre zte fich Augen er fab it dem netchelde vor her fie md fle Jorden, Erbin tß den viderte igeftalt hoch gegnete grligt," " war ten 866, Beitragserstattungen 546 Mart. Von 1000 Mart Rentenzahlungen famen auf das Retch 320, das Gemeinvermögen 466, die Sondervermögen 214. Die Bettragseinnahmen beltefen sich im Jahre 1910 auf etwas über 197 Millionen. Sie sind im letzten Jahre allein um fast 9 Millionen gestiegen. Wissenschaft, Kunst und Litteratur. Im Schillerhaus zu Gohlis bet Leipzig, wo Schiller im Jahre 1785 als Gast des Buchhändlers Göschen wohnte, an" Don Carles" arbettete und das„ Lied an dte Freude" dichtete, soll der Zustand, in dem es sich zu Schillers Bett befand, wieder hergestellt werden. Die niedrigen 8immer des Obergeschoffes, in denen SchtlJer wohnte, werden genau wie zu Schillers Betten, zum Letl noch mit den von Schiller selbst benutzten Möbeln, ausgestattet werden. Vermischtes. Die Entwicklung der Deutschen Turnerschaft tst dauernd tm Fortschreiten begriffen, wie aus dem auf dem 15. Deutschen Turntage in Dresden erstatteten Jahresbericht hervorgeht. Nach einer Zunahme von fast v. H. in einem Jahre ist die Bahl der Vereine am 1. Januar 1911 auf 9691 gestiegen, und die Mitgliederzahl bei einer Zunahme von über 6. v. H. auf 1 360 009. Frauenabteilungen gibt es in 1690 Vereinen mit 58 477 Mitgliedern. 859 Turnhallen sind aus eigener Kraft ges fchaffen worden. Die Zunahme der Böglinge hat 7 b. H. betragen. 8um Reichsheere hat die deutsche Turnerschaft 35 912 Jünglinge gestellt. Auf dem Turntage beantragte der Vorsitzende Dr. Goeg die Aufnahme der Frauenturnvereine in die Deutsche Tur nerschaft, da die Stellung der Frau im öffentlichen Leben eine Gleichstellung mit den Männern gerechtfertigt erscheinen lasse. Verschiedene Redner fürchteten, daß durch die Aufnahme der Frauenvereine 3wisttgfeiten entstehen würden. Dem wurden die Erfahrungen, die man in Berlin gemacht hatte, gegenübergestellt. Auch dort bestanden noch vor einigen Jahren Bedenfen, daß die Frauenrechtlerinnen in die Turnvereine eindringen und dort wühlen würden. Das ist aber nicht eingetreten, und so haben die Berliner Turner thren Widerspruch gegen die Aufnahme von Frauenturnvereinen längst zuritckgezogen. Der Antrag Goetz wurde angenommen. Ferner wurden die Vereine mit Frauen- und Mädchenabteilungen berechtigt, durch Bahlung der vollen Gau-, Krets- und Turnerschaftsfeuer für thre Turnerinnen über 17 Jahre die Zahl hrer steuernden Mitglieder zu erhöhen. Die attive Beteiligung der Frauen an den in der Deutschen Turnerschaft bestehenden Turnfesten wurde abhängig gemacht von dem in den Kretsen und Gauen der Deutschen Turnerschaft bestehenden Bestimmungen. Ueber das Verhalten des Lokomotivführers Platten vor dem Müllheimer Eisenbahnunglück wird jetzt nach einer Meldung der Franks. 3tg." aus Karlsruhe verschiedenes bekannt, was die nachsichtige Beurteilung, die man trotz der schweren Katastrophe wohl allgemein für den Mann bereit hatte, erheblich dämpft. Blatten hat gestanden, daß er die Ruhestunden vor Antritt setnes Dienstes zur Führung des Basel- Frankfurter Frühzuges nicht zur Ruhe benutzt, sondern in einer spantschen Weinstube gezecht und dann der dursterregenden Wirkung des bet der size doppelt gefährlichen Südweins durch weitere altoholtfche Getränke zu begegnen gesucht hat so daß er sich schließlich auf der Maschine in einem schlafähnlichen Bustände befand. Platten war audem schon vor Jahren einmal nach einem Alkoholerzeß sehr unvernünftig mit einer Lokomotive umgegangen und deswegen ganz vom Führerdienst enthoben worden, bis man schließlich seinen Bitten nachgab und thn doch wieder verwendete. Leider haben nun für die an sich schöne menschliche Ritchficht, die dem Einzelnen gewährt wurde, viele Unschuldige bißen müssen.- Die Reiche der unbekannt beerdigten raut tft tett feſtgestellt. Es handelt sich um die 24jährige Marte Bohnet aus rotenhaus in Witrttemberg. Sie ist am 17. Jult aus ihrer Stellung in Basel ausgetreten und hatte die Heimreise angetreten. Durch einen Koffer, den sie in einem Heim in Basel zurückließ, fah man sich veranlaßt, nach ihr zu forschen, und es stellte sich heraus, daß fte den verunglückten Zug benutzt hatte. Ein fugendlicher Berliner Ausreißer ist in Eberswalde aufgegriffen worden. Bahnbeamte fanden gesternt frith hinter dem Dienstgebäude auf einem Stuhl figend einen tungen Burschen, der fest schlief. Der Junge aab an, daß er der 15jährige Sohn Oskar eines im Osten Berlins wohnenden Schloffermeisters set und fich auf einer„ Reise um die Welt" befinde. Bet dem Weltreifenden wurde ein ganzes Paket von Schundromanen aller Art. wie„ Der König der Partier Apachen"," Texas Jack" usw. gefunden, deren Lektüre den Knaben zweifellos zu feinem Unternehmen angeregt hat. Das Reisegeld hatte er sich dadurch verschafft, daß er sich von der Barschaft seines Vaters einen Betrag von 26 Mark anetanete. Der funne Weltretsende wurde von seinem inzwischen benachrichtigten Vater abgeholt, nachdem thm an Ort und Stelle eine ordentliche Tracht Prügel verabreicht worden war. Der Roman der Tochter des Kronprinzen von Defterreich. In Montreal erregt ein Fall großes Aufsehen, in dem eine funge Dame verwickelt ist, dte behauptet, eine natürliche Tochter des Kronprinzen Rudolf von Desterreich zu sein. Die Dante. die eine große Schönheit sein soll, erklärt, daß sie nach der bekannten Katastrophe im Auftrage der österreichischen Regterung nach Amerika gesandt set. Ein Priester hatte sie beglettet, wäre aber dann mit dem für sie bestimmten Gelde verschwunden. Sie selbst nannte sich Alma Vetsera und heiratete endlich einen Makler in Toronto, namens Hayne, mit dem sie zusammen nach Desterreich fuhr, um als Tochter des Kronprinzen anerkannt zu werden. As thr dies nicht gelang, kehrten die beiden nach Kanada zurück. Nach der Geburt eines Kindes verliebte sich ein junger Herr aus Montreal, J. B. Mc Dougald, in die Mrs. Hayne, und infolgedessen wurden von beiden Seiten Scheidungsprozesse eingeleitet. Während der Prozesse erschien der Vater des jungen Mc Dougald und sperrte seinen Jungen in eine Nervenhetianstalt in Montreal ein. Die Versuche Mrs. Haynes, ihn zu befreien, mißlangen. Der Fall erregt das größte Aufsehen infolge der angeblichen Alma Vetfera. Ueber thr eigentliches Vorleben ist nichts Gewisses bekannt. Gin gefährlicher Weichensteller. Der in Barentin bet Rouen( Nordfrankreich) gestern verhaftete Weichenfteller Logoas erklärte dem suchungsrichter, der thn ausfragte, er habe lezzthin die Scheibe der Signallaterne der genannten Station selbst entfernt, um nachher diese Tats selbst entdecken(!) und den Behörden anzeigen zu können. Er glaubte so, das Vertrauen und die Anerkennung fetner Vorgesetzten erwerben und ein Anrecht auf Beförderung erlangen zu tönnen. Vor kurzem habe er( Logoas) um Versehung auf einen anderen Posten gebeten, und diese Vergünftigung hoffte er durch seinen Pflichtetfer erlangen zu können. Logoas wurde tns Untersuchungsgefängnis abgeführt. Ein Lebensabend auf dem Wasser. Am legten Sonntag hat sich der greife Erfinder der bekannten amerikanischen Hammond- Schreibmaschine, der 73jäh= rige Millionär James B. Hammond in Neuvork auf feiner neuen, besonders konstruierten Jacht eingeschifft mit dem Vorsaße, die Planken des Fahrzeuges 27 Jahre lang nicht mehr zu verlassen. Ich gehe auf eine 27jährige Kreuzfahrt," so erklärte der alte Erfinder lächelnd am Hafen den Interviewern, denn ich hoffe hundert Jahre alt zu werden. Erst dann will ich wieder dte Riste betreten und der amerikanischen Regierung mein Schiff vermachen als ein Meistermodell eines Seebootes aus dem 20. Jahrhundert." Hammonds Jacht ist in der Tat ein Meisterwerk des Lurus; das Fahrzeug ist im ganzen 31 Meter lang, verfügt über Segeleinrichtung und eine eingebaute Maschine, die der Jacht eine Höchstgeschwindigkeit von fünfzehn Seemetlen tit ber Stunde verleihen kann. Der greise Millionär ging mit einem Aquarium von Goldfischen, einem preisgekrönten Forterrier, etnem Bullterrier und einer ganzen Nethe von Kanartenvögeln an Bord. Ein Maffeur, etne krantenwärterin, ein Sekretär und ein Technifer für drahtlose Telegraphie bilden das Gefolge. Hammond ist in den letzten Jahren in Amerita pielfach durch fetne exzentrischen Neigungen aufgefallen. Vor einigen Jahren war auch ein Verfahren auf Entmündigung gegen ihn eingeleitet, weil er nicht mehr fmftande fein sollte, feine eigenen Geschäfte zu führen. Aber der alte Erfinder hat ben Prozeß fiegreich durch= gekämpft und fucht fett also auf den Wellen des Dze= ans einen friedlichen Lebensabend. Der Millionär als Baufenschläger. In Neuyork tst gestern plötzlich einer der reichsten Bierbrauer, Stmon Bernheimer, gestorben, und zwar mit dem- Pautenschlägel in der Hand. Bernheimer hinterläßt achtzig Millionen Mart. Er hatte etne seltsame Vorliebe für bte große Baufe, und um dieser zu frönen, unterhielt er sett langer Bett eine eigene Kapelle, dte tým 80 000 Mart im Jahre kostete, und bet deren Konzerten er als Baufenschläger auftrat. Vor einigen Tagen spielte diese Kapelle die Ouverture zu einer Wagner- Oper. Bern= heimer strengte sich gerade mächtig mit dem Paukenfchlägel an, als ein Herzschlag seinem Leben mitten während des Spieles ein Ende machte. Er war 60 Jahre alt und unverheiratet. Mehrere setner Erben leben in Deutschland. Das fühle Warenhans. Eine Einrichtung, von der man, besonders bet der augenblicklich herrschenden, drückenden Size, wünschen möchte, daß sie auch in Deutschland Nachahmung fände, befindet sich, wie die " Textil- Woche" mitteilt, in etnem Warenhaus in Virginten( Vereinigte Staaten), und zwar handelt es sich um eine ausgedehnte Kaltluftanlage, ote das ganze rtefige Haus in allen seinen Etagen und Räumen mit talter Luft versorgt, so daß ble Temperatur in ihm beträchtlich fühler und daher angenehmer ist als die auf der Straße. Die Neuerung hat sich sofort bewährt, denn niemand will sich dieses Keiththaus" entgehen lassen, und von der Stille, die sonst während der Sommerzett in thm herrschte, ist jetzt nichts mehr zu spüren. Zwet Millionen Francs aus Stolz zurückgewiesen. Von einer sonderbaren Erbschaftszurückweisung wird aus Parts geschrieben: Vor etiva 10 Jahren bewarb sich ett funger Arzt um die Hand feiner Kousine, der Tochter eines sehr wohlhabenden Mannes. Der Vater des jungen Mädchens willtate in diese Heirat nicht ein, und es blieb der Tochter nichts anderes übrig, als sich dem Wunsche des Vaters zu fügen und eine Geschäftsfreund zum Gatten zu erwählen. Der funge Doktor Meunter war ebenso empört über die Särte des Vaters, wie über die mangelnde Standhaftigkeit seiner Base und zog sich ganz von dem Verkehr mit seinen einzigen und nächsten Anverwandten zurück. Er war nicht wenig erstaunt, als thm vor einigen Tage die Nachricht zuging, daß er der Erbe von 2 Millionen Francs fet, eine Summe, welche sein Onkel ihm vermacht hatte. Den alten Herrn hatte anscheinend noch nachträglich die Reue gepackt, daß er in diese Heirat nicht einmilltate, zumal die Ehe setner Tochter mit feinem Geschäftsfreunde höchst unglücklich geworden und nach einem Jahre wieder geschieden wurde. Wohl gleichsam als Entschädigung hatte er seinem Neffen die Summe vermacht. Dieser aber, der inzwischen ein bekannten und gefuchter Arzt geworden ist, weigerte sich, die Erbschaft anzunehmen. Er wtes fte energisch zurück und erklärte, daß er aus der Hand dieses Mannes, selbst nach setnem Tode, nichts entgegennehmen möchte, well der Stolz thm das verbtete. Eine neue Bekanntmachung über die langen Sutnadeln hat der Berliner Voltaetpräsident von Jagow erlassen, nachdem fein erster Appell on die Trägerinnen dieser gefährlichen Hutbefestigungsmittel nicht ganz den erhofften Erfolg erztelt hat. In der Bekanntmachung Hetßt es: Da die in den Bettungen ergangenen, auch in den Wagen der öffentlichen Verkehrsanstalfen ange= schlagenen Aufforderungen an die Damen, nicht langporstehende Hutnadeln zu tragen, btsher" httcht immer Hinreichend beachtet worden sind, fehe ich mich veranlaßt, darauf hinzuweisen, daß nach den§§ 230,231 des Strafgesetzbuchs fahrläfftae Körperverlegungen, wie sie durch das Tragen derarttger Nadeln verursacht werden tönnen, mit Geldstrafe bis zu 900 Mark oder mit Gefängnis bis zu zwet Jahren bestraft werden, und daß neben der Strafe auf eine an den Verletzten zu erlegende Buße bts Aut 6000 Mark erkannt werden kann." Hoffentlich verfehlt die erneute und in ernsterem Tone gehaltene Warnung des Herrn von Jagow nicht thre Wirkung. Ein guter Rat. In einem Orte der Umgegend von Bonn bedurfte temand etnes Urlaubsgefuchs zwecks Teilnahme an einem Begräbnts. Der zuständige Bürgermeister genehmigte das Gefuch, fonnte aber nicht umhin, folgenden Vermerk zu schreiben:„ Für die Folge wollen Ste derartige Gesuche mindestens 3 Tage vorher zur Genehmigung einreichen." Die Kalshaare.( In Banern.) Fremder: So etne Bauer: Dös will Kalbshare gibt wohl viel aus?" t moana. Bal mtr a Haus oane ham, frteg f' t' erfcht, bann met Alte, nacha d' Magd und z'lezt der Hund!" Der Hamburger Elbtunnel. Ein Wunder der Technik. rige Leute unter der Erde tätig, um die fetzten Arbetten auszuführen und die Wagen- und Personenaufaitge auf ihre Leistungsfähigkeit zu prüfen. Diese Aufzitge haben bei ihrer Herstellung besondere Anstrengungen und Mühen verursacht. In den beiden Einfahrtschach ten auf dem rechten und dem linken Elbufer stehen fe vier Aufzüge für den Wagenverkehr, und je awet wet tere Aufzitge fitr die Personenbeförderung zur Verfit gung. Jeder Personenaufzug bat Raum für 30 Per fonen, es können jedoch nach Bedürfnis auch einzelne Personen befördert werden. Von den vier Lastenauf aftgen find je zwei für die zwei größten vorkommenden Wagen und eine Tragkraft von 10 000 kilogramm und zwei weitere fitr 6000 Kilogramm Höchstbelastung be rechnet. In den Zeiten des Haupt- Arbeiterverkehrs sollen auch die Lastenaufzüge mit zur Personenbeförderung herangezogen werden. Diese können jeweilig 135 oder 80 Personen cinchen, sodaß, wenn alle Aufzüge für eine Richtung beng Bt wirden, es möglich ist, 7000 Per fonen in einer balbe Stunde zu befördern. Der Bau des Hamburger Elbtunnels, etnes her=. vorragenden Werkes deutscher Ingenieurfunst, ist nunmehr so gut wie vollendet. Bet seinem letzten Besuche hat Katser Wilhelm, so wird der Straßb. Post" aus Hamburg geschrieben, den Tunnel besichtigt, vor wentgen Tagen haben Senat und Bürgerschaft ihn in Augenfchein genommen und binnen kurzem wird er dem öffentlichen Verkehr übergeben werden. Am 22. Jult 1907 ist der erste Spatenstich zu dem Tunnel geschehen, am 29. März 1910 fand der Durchschlag des östlichen, am 4. Junt 1910 derjenige des westlichen Tunnelstollens statt. Damit war der Tunnel im Rohbau fertiggestellt. Seit dieser Zeit ist an der Inneneinrichtung des 426% Meter langen Tunnels sowie an dem Ausbau der diese abschließenden imporanten Einfahrtsstollen gearbeitet worden. Gegenwärttg find noch einige Hundert den verschiedensten Betrieben angehöDer Höhenunterschied von 23,5 Meter, der zwischen dem Straßenpflaier und dem des Tunnelrohres be steht, wird von den Aufaitgen je nach ihrer Größe bet benkbar sicherstem Betrieb in 35, 30 und 25 Sekunden durchfahren. Alle Aufzüge sind mit mehrfachen Sicherhettsvorrichtungen ausgerüstet, sodaß bei Seilstreckung, zu schnellem Fahren, Ueberfahren der Endstellungen oder Stromunterbrechungen in fitrzester Zeit der Aufs aug sanft, ohne Ruck und Sloß, stillgesetzt wird. Ves triebsunfälle erscheinen so gut wote ausgeschlossen. Der elektrische Strom fitr die Tunnelanlagen wird aus einem in der Nähe für diesen Zweck bjonders errichte ten staatlichen Kraftwerk geliefert. Beim Bau der reichItch eine Million fostenden Maschinenanlage ist etira eine Million Kilogramm Eisen verwendet worden; das Gesamtquantum des für die Tunnelröhren benutztent Eisens beläuft sich auf 7 Millionen Kilogramm, der Gesamtkostenaufwand auf etwa 12 Millionen Mark. Auf Beschluß der Bürgerschaft ist die Benutzung des Tunnels fitr Personen und deren Handgepäck und Sondwerkzeug fret, dagegen werden im übrigen insbeson dere für Wagen Gebühren erhoben, die sich bei Lastwagen nach dem Gewicht bemessen. Die Nachforschungen nach Richter. Mit großer Spannung hat man während der letzten Tage auf einen Erfolg der behördlichen Nachforschungen in der Angelegenheit des entführten deutschen Ingenieurs Richter aus Jena gewartet. Die Verfolgung geschah nach verschiedenen Richtungen hin, leider wurde damit gar nichts erreicht und die Spuren und Anhaltspunkte, die man gefunden zu haben glaubte und auf die man die weiteren Nachforschungen aufbaute, haben sich als trügerisch erwiesen. Die Räuber haben es verstanden, die Behörden gründlich zu nasführen, andererseits wimmelt es im Lande derart von Banden, daß es schwer sein mag, die richtige zu finden. Der türtische Jägeroberst Hamid Bey, der mit großer Zuversicht nach dem Olympgebirge gegangen ist und der Richter innerhalb weniger Tage finden wollte, tst ob dieses Mißerfolges ganz niedergeschlagen, gibt aber die Hoffnung noch nicht auf, und will die Verfolgung der Bande noch während einiger Tage betreiben. Er kommt aber auch bereits zu dem Schlusse, daß die Bande Richter auf griechischem Boden in Sicherheit gebracht haben müsse, fich aber durch die Drohbriefe den Anschein geben wolle, als ob sie auf türkischem Boden welle, falls ja die türtische Regierung sich noch zur Zahlung eines Telles des Lösegeldes entschließen sollte. Die Grenzgegend ist trotz der militärischen Besetzung für Leute dieses Schlages leicht zu passieren, sie finden Schleichwege, die fein Soldat fennt und schließ Itch rechnen sie auch ziemlich stark mit der Bequemlichfelt der türkischen Soldaten im Wachdienste. Die türtischen Behörden haben in der ganzen Gegend, die für den Fall in Betracht kommt, faum ein Dörfchen ausgelassen; überall haben sie die Leute rücksichtslos verhört und getrachtet, diese zu Geständnissen zit presfen. Nur wer die Verlogenheit des dortigen Landvolfes fennt, wird verstehen, daß sich die Türfen in dieser Beztehung noch solcher Mittel bedienen, die andersmo streng verurteilt werden. Aber die Bewohner dieses Landstriches sind in der Tat ein so verkommenes, tücktsches und hinterlistiges Volf, daß auch der Gerechteste thnten gegenüber in Zorn gerät. Was es sonst mit dieser Entführung für eine Be wandtnis hat, ist bis zur Stunde noch nicht aufgeklärt. Stcher scheint aber zu sein, daß da auch politische Momente mitspielen und daß das Lösegeld nicht der Habsucht einiger Räuber dienen soll, sondern für ganz andere Zwecke bestimmt ist. Die türkischen Behörden äußern sich ziemlich offen dahin, daß bet dieser Entführung und bei der Flucht der Räuber auf griechischen Boden auch griechische Offizere der Grenzwache thre Hand im Spiele haben, und daß sie es sind, welche die Sache nun letten. Die Entführer haben in Griechenland in der Grenzgegend Bekannte, wo sie sich ohne Gefahr für ihre Sicherheit aufhalten fönnen, denn dort wird man ihnen nichts anhaben, für die griechischen Behörden tst la Richter nicht vorhanden, sondern befindet sich auf türkischem Boden. Aller Voraussicht nach werden auch die wetteren türkischen Bemühungen ohne Erfolg verlaufen, und dann wird man jedenfalls die Verfolgung offtztell einstellen. Wo und wie später Serr Richter zum Vorschein kommen wird, muß man dann abwarten. Drahtnachrichten und Deuestes. Tragischer Ausgang einer Bootsfahrt. Berlin, 29. Jult. Auf dem Schlachtensee Tenterte gestern abend ein Boot, in dem sich zwet Erwachfene und zwet Kinder befanden. Die beiden Kinder tonnten gerettet werden, während die andern Insassen des Bootes ertranfen. Folgenschweres Brandnnglück. Arnstadt. 29. Jult. Während eines gestern abend über der Stadt niedergehenden Gewitters schlug der Blizz in das Werk der Firma Otto Minner und zitndete. Ein Schuppen und das Maschinenhaus brann-) ten vollständig nieder. Bet den Löscharbeiten wurden zehn Feuerwehrleute verlegt, vier davon so schwer, daß fte ins Krankenhaus gebracht werden mußten. Der Bitcherrevisor Ruchtaschel, der aus dem Geldschrank etnige Bücher retten wollte, wurde unter einer einstürzenden Mauer verschüttet und konnte nur als Leiche geborgen werden. Dofer der Berge. Wien, 29. ult. Beim Abstieg von der Glet wizerhütte nach Fusch im Kaprunertal sind der 15jährige Gymnastast Walter Gebesam und die 19jährige Elfe Schön, Tochter eines Statthaltereirats, beide aus Brünn, abgestürzt. Beide sind tot. Die gleichfalls abgestürzte Mutter des Gebesam wurde gerettet. Blöglicher Tod eines türkischen Diplomaten. Der türkische Botschafter Barts, 29. Jult. Naum Pascha ist gestern abend, während er in einer Gesellschaft weilte, plötzlich verschieden. Gießen. ( Württemberg) Bezirksivartai Geke Kaffee- Rösterei Hall Solbad Die am 1. Juli 1. J. fällig gewesenen halbjäht lichen Zinsen von Darlehen aus unserer Stasse fönnen nur noch bis zum 10. Auguft cr. ohne Kosten be zahlt werden. ( 26/8 Eine nochmalige spezielle Aufforderung erfolgt nicht. Bießen, am 29. Juli 1911. 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Vorschlosser an der Straßenbahn Joseph Rendel eine Tochter, Margarete. 23. Metzgermeister Heinrich Schwarz ein Sohn, Wilhelm Heinrich. 23. Kellner Karl Ferdinand Gustav Rühl ein Sohn, Hans Ludwig. 24. Küfer Heinrich Sommerkorn eine Tochter, Antonie Henriette. " 25. Former Ludwig Heinrich Hauß eine Tochter. 13 25. Maschinisten Ludwig Lich eine Tochter, Margarete. Daniel. ,, 25. Wagenführer Karl Seibert ein Sohn, Karl Aufgebote. Juli 22. Ferdinand Eisenbrandt, Fabrifarbeiter, Maria Müller, beide in Gießen. mit „ 24. Eugen Seeger, Forstassessor in Schlitz, mit Luise Schlenke in Gießen. " " 24. Friedrich Göbel, Kaufmann in Wetzlar, mit Marie Balser in Gießen. 24. Heinrich Schmitt, Hilfsheizer in Frankfurt a. M., mit Katharina Stark in Gießen. 26. Haymann Sachs, Kaufmann in Wetzlar, mit Toni Bär in Gießen. ,, 27. Gustav August Heinrich Weller, Kaufmann in Wieseck, mit Elisabethe Jakob in Gießen. 27. Peter Beyer, Wagenführer, mit Elisabeth Rinklage, beide in Gießen. Eheschließungen. Juli. 22. Johannes Wilhelm, Erdarbeiter in Gießen, mit Maria Holzapfel in Klein- Linden. " " 22. August Grünewald, Schlosser in Gießen, mit Mathilde Becker in Weilburg. 22. Ernst Kuhl, Elektromonteur, mit Maria Haas, beide in Gießen. 22. Franz Heinemann, Kgl. Lademeister, mit Wilhelmine Riebel, beide in Gießen. Damen und Herren ist zum Heiraten gute Gelegenheit geboten durch Frau Pfeiffer Nachf., Frank furt a. M. Mainzerlandftr 711 Mehrere kräftige, gesunde Tagelöhner für dauernde Beschäftigung gegen guten Lohn gesucht. Angebote mit Angabe des tigung an Alters und früherer Beschäf Ernst Brockhaus& Co., Gesenkschmiederei in Wiesenthal bei Plettenberg in Westfalen. Flechten näss. u. trockene Schuppenfl chte, skroph. Ekzema, Hautausschläge, offene Füße Beinschäden, Beingeschwüre, Aderbeine, böse Finger, alte Wunden sind oft sehr hartnäckig; wer mit diesen Leiden behaftet, mache einen Versuch mit der bestens bewährten Rino- Salbe frei von schädlichen Bestandteilen. Dose Mark 1,15 u. 2,25. 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