ber ann ution n ble k, en enheit cant: .711, ung dem beRineIch upte, sere Rinoerung < end. St. Erfolg und st In 2.25 aber wellCo. Lick Lonwird gund nnern ir den Kineitung ver= dung ange deren im hmigt nemaellver Be ren bei die in tenden zu ent ungen Falle estraft. Lage Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich viertelfährlich 1,50 Mr., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mf. Erscheint jedeu Werktag früh.- Die„ Illuftr. Weltrundschau" Redaktion: liegt alle 14 Tage einmal gratis bei. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 77. - Telephon: Nr. 362. Jenseits des Grabens. Enthält alle amfl. Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer Es gibt noch zu viel Optimisten, auch unter den Politikern. Leute die alles im rosigsten Lichte sehen, von jeder Neuerscheinung begeistert, fasziniert sind, sich Wunderdinge von ihr versprechen. Politische Neuorientierungen, Schwenkungen, Wandlungen altbewährter Gruppier ungen, das sind ihnen Dinge, mit denen das deutsche Bolt im Handumdrehen, gewissermaßen zwischen der der Suppe und dem Rindfleisch fertig wird. Wir haben's in den letzten Monaten erlebt. Als nach der Erledigung der Reichsfinanzreform der vermeintliche breite Strom eines neugestärkten Liberalismus über das Reich dahinzufluten schien, da war man auch in den Kreisen des gemäßigten Liberalismus gar schnell bei der Hand, die Bewegung für sich nutzen zu wollen, gar ängstlich bemüht, den Anschluß nicht zu versäumen, zur rechten Zeit hineinzusteuern in die schnelle Strömung, die mit solch erfreulicher Eile dem großen Ziele zuzuführen schien, dem Ziele einer liberalen Aera in Deutschland. Und wenn die Strömung auch etwas reißend schien, man würde das Ruder des Parteischiffes schon fest in der Hand zu halten wissen. So meinte man. Doch es kam anders. Die Strömung erwies sich stärker als die Kraft des Steuermannes, und immer schneller ging die Fahrt von statten. Aber noch verlor ' man ja nicht das Ziel aus dem Auge; auch fuhr ja noch ein ander Schiff wegweisend, zur Nachfolge lockend, vor einem her. Was tat's, wenn hinter einem das sichere Land immer weiter zurückwich, vor einem lag das Neuland, lag schlimmsten Falls die Möglichkeit, mit den Insassen des ersten Schiffes zu gegenseitiger Hilfe sich zu verbinden. Aber was geschah? Die Strömung, der man sich vertraut, und die so munter fördernd unter dem Schiff dahin gebraust war, sie erwies sich als ein Wildwasser, das, rasch entstanden, auch rasch sich verläuft und nichts zurückläßt als ein seichtes Rinnsal, dem großen Schiff unrühmliches Stranden bereitend. des Großherzoglichen Polizei Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Freitag den 31. März 1911 Aus Stadt und Land. Gießen, den 31. März 1911. ** Gießen. Der Großherzog hat am 29. März d. Js. den Direktor der Landesirrenanstalt bei Alzey Medizinalrat Dr. Karl Oßwald zum Direktor der Landesirrenanstalt bei Gießen, den Oberarzt bei der Landesirrenanstalt in Heppenheim Dr. L. Röm= held zum Direktor der Landesirrenanstalt bei Alzey, ben Oberarzt an der Landesirrenanstalt Philipps- Ho' spital" bei Goddelau Dr. Johannes Dietz zum Oberarzt an der Landesirrenanstalt bei Gießen, den Bürovorsteher der Abteilung des Ministeriums des Innern für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe Karl Lozz zum Hausverwalter und Rechner an der Landesirrenanstalt bei Gießen, sämtlich mit Wirkung vom 16. April 1911 an, ernannt. Ferner wurden vom Großherzog ernannt: Prof. Dr. Max 3 immermann zu Gießen zum Oberlehrer an dem Gymnasium Fridericianum zu Laubach, Oberlehrer Professor Joseph Geyer zu Alzen zum Oberlehrer an dem Realgymnasium und der Oberrealschule zu Gießen. Und so ist denn das Schiff der Partei gestrandet, jenseits des Ufers, von dem die Abfahrt erfolgte, auf neuem Land, unbekanntem Boden, ohne das winkende Ziel erreicht zu haben. Und den Weg zu diesem Ziel kann man nicht finden, vielleicht weil es gar keinen gibt. Aber als man ans Land stieg, da fand man die Genossen vor aus dem anderen Schiffe,„ Fortschritt" genannt, die sich gar heimisch zu fühlen schienen auf dem neuen Grund, an dessen Horizont die rötliche Sonne des Sozialismus aufstieg. Doch die Fahrtgenossen erwiesen sich als wenig entgegenkommend gegen die Leute des gestrandeten Bootes. Und zu spät erkannten diese, daß das vorausfahrende, wegweisende Schiff ein Korsar gewesen, der jetzt ihre bedrängte Lage zur Ausübung seines erpresserischen Gewerbes zu mißbrauchen sich nicht scheute. - * Gießen, 29. März. Der Großherzog empfing gestern mittag 12 Uhr im Neuen Palais den Prälat D. Dr. Flöring. Abends 8 Uhr 20 Min. wohnte der Großherzog einem Herrenabend bei dem Geh. Kommerzienrat Freiherrn v.- Heyl zu Herrnsheim bei. -0- Gießen. Der allgemeine hess. Blumen= tag wird in den Städten Mainz, Darmstadt, Offenbach, Worms und Gießen am Samstag, den 6. Ma i, stattfinden. Hinsichtlich der kleineren Städte und Landgemeinden haben die Kreiskomitees zu be schließen, ob sie den Blumentag am Samstag, den 6., oder Sonntag, den 7. Mai, abhalten wollen. Auf dem Lande wird er wohl meist auf den Sonntag gelegt werden. Vergebens sahen sie sich nach Hilfe um, auf dem neuen Boden aber war keine zu erspähen, denn die am Horizont flammende Lohe schreckte, blendete und drohte zu versengen. Der Blick wandte sich rückwärts. Nach dem Ufer zurück, das man verlassen, auf dessen Boden man lange sich heimisch gefühlt, manche Bande geknüpft hatte. Da war doch früher eine Brücke gewesen, die hinüberführte über das ausgewaschene Bett des Wild= stroms. Aber sie war ja nicht mehr da. Als man sich leichtgemut der reißenden Strömung anvertraut, den Zurückbleibenden am alten Ufer ein halb spöttisches Lebewohl zugewinkt hatte, da hatte sie noch bestanden. Bei der rasenden Fahrt freilich, die begann und die Nerven der Fahrer so angenehm erregte, da war wohl einmal ein Schwanken eingetreten bei dem Mann am Ruder, der allzu fasziniert dem fernen Ziele entgegengeschaut. Und ein Krach, ein Splittern, man hatte das Joch der Brücke umgerannt. Und hinter dem weiter eilenden Schiff trieben Balken und Bretter in lustigem Wirbel einher. Damals hatte man sich den Teufel darum geschert, man war seiner Sache doch so sicher gewesen. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Ne flameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. hain und Düdelsheim; die dritte Hochspannungs- Fernleitung führt quer durch die Wetterau nach Nieder- Florstadt, verzweigt sich dort in der Richtung nach Alten= stadt und Groß- Karben. - Gießen, 31. März. Mit dem heutigen Tage hört die bisherige Formation des hessischen Gendarmeriekorps auf zu bestehen. Die Gendarmeriekorps Gießen und Mainz gehen ein und führen nunmehr den Namen Gendarmerie- Sektion, der ein Oberwachtmeister ( hier in Gießen Oberwachtmeister Sch war 3) vorsteht. ' Die innerhalb eines Kreises bestehenden Gendarmerie= stationen sind nur in manchen Dienstverhältnissen der Seftion angegliedert, in vielen Angelegenheiten müssen sie aber dierekt mit dem Kommando in Darmstadt verkehren. Herr Oberstleutnant Schmidt, der bisherige Kommandeur in Gießen, ist nach Darmstadt als Adjutant und 2. Offizier des dortigen Kommandos versetzt; ihm untersteht im wesentlichen die Ausbildung der jungen Gendarme. Kommandeur der gesamten hessischen Gendarmerie ist Herr Oberst v. Norrmann in Darmstadt. Mit dieser Neubildung der hessischen Gendarmerie werden auf Nachsuchen u. a. pensioniert Oberstleutnant v. 3 ahn in Mainz und Oberwachtmeister Ploch in Gießen. Jetzt hatte man sich festgerannt, vor sich den Korsaren, der seine Bedingungen diktierte, hinter sich das tiefe Bett des versiegenden Wildwassers, genannt, liberaler Gedanke", und am anderen Ufer, aber nun kaum wieder erreichbar, alte Genossen. Was wird nun werden? Wird man die Bedingungen des Kosaren„ Fortschritt" annehmen, wird man den Versuch machen, wenn auch verzweifelt, das verlas sene Ufer zu erreichen? Heute noch steht es dahin, vorläufig noch hämmert in den Köpfen der dumpfe Schmerz der Erkenntnis, statt ins gelobte Land an räuberischen Strand geraten zu sein. Wer sich in Gefahr begibt....! 1 -m- Rodenberg( Sr. Friedberg), 31. März. Die Maul- und Klauenseuche wurde in dem Gehöft des Pächters Weber amtlich festgestellt. p= Gießen, 31. März. Der Plan über die Errichtung einer oberirdischen Telegraphenlinie in LangGöns liegt bei dem Kaiserlichen Telegraphenamt von heute ab 4 Wochen aus. * Darmstadt. Landtagsabgeordneter Ad a m Seelinger in Lampertheim, der seit November 1899 den Wahlbezirk 9 Starkenburg( Lorsch- Gernsheim- 3wingenberg) in der Zweiten Kammer der Stände vertrat, hat sein Mandat niedergelegt. Darmstadt.( St. Bürokratius.)„ Ihre Geldsendung vom 4. Oktober war nicht bestellgeldfrei und fönnen auf Ihre Schuld nur 3.06 Mf. verbucht werden. Wir ersuchen bei Vermeidung der Zwangsvoll streckung um baldigsten portofreien Ersatz der fehlenden 5 Pfennig. Großh. Bezirkskasse Darmstadt 1." == Gießen, 30. März. Bei dem am Dienstag stattgefundenen Markte waren aufgetrieben: 228 Pferde, 22 Fohlen und 141 Schweine. Der nächste Schweineund Krämermarkt findet am 26. April statt. Händlerschweine sind ausgeschlossen. - Koblenz. Mittwoch früh wurde der Doppelmörder Grub aus Mayen, der seine beiden Ehefrauen ermordete, hingerichtet. Berlin, 31. März. Der internationale europäische Rundflug, der vom„ Journal" in Paris, der B. 3. am Mittag", dem„ Petit Bleu" in Brüssel und dem„ Standard" in London geplant wird, ist durch die chauvinistischen Umtriebe und Hetzereien ernstlich in Frage gestellt. Vorläufig hat man sich in Paris dazu entschlossen, dort den Flug durch Deutschland aufzugeben und will den Versuch machen, den Flug land zustande zu bringen. Es ist aber fraglich, ob die Don Paris aus durch Belgien und Holland nach Engübrigen beteiligten Zeitungen damit einverstanden sind. Von einem europäischen Rundflug kann jedenfalls nach Ausschließung Deutschlands nicht mehr gut die Rede Gießen, 31. März. Wider Erwarten schnell ist neuerdings ein Witterungswechsel eingetreten. Mittwoch nachmittag stieg die Temperatur auf über 20 Gr. Celsius im Schatten. Eine gleich hohe Temperatur im März wurde seit 100 Jahren nicht beobachtet. - Wetzlar, 31. März. Gestern Nacht gegen 21 Uhr wurden die Einwohner durch Alarmsignale der Feuerwehr aufgeschreckt. És brannte in der alten Schreinerei der Leitz'schen Fabrik. Nach kurzer Zeit war jedoch jede Gefahr beseitigt. Tein. Wölfersheim, 30. März. In zahlreichen interessierten Gemeinden Oberhessens haben in den letzten Wochen Verhandlungen wegen des Anschlusses an die von Staat und Provinz geplante elektrische Zentrale bei Wölfersheim stattgefunden, und nach Blättermeldungen haben die meisten Ortsvorstände den Anschluß beschlossen. Im Gegensatz zu dem von der Provinz früher geplanten Elektrizitätswerk Lißberg erwachsen den Gemeinden durch den Anschluß an Wölfersheim teinerlei Kosten. Sie müssen lediglich die Verpflichtung übernehmen, daß die Straßenbeleuchtung elektrisch eingerichtet wird. Vorgesehen zum Anschluß sind etwa 85 Orte. Von der Zentrale führt eine Fernleitung nach LaubachHungen, verzweigt sich dort nach Lich und Grünberg. Die zweite Hochspannungsfernleitung geht nach Stockheim, verzweigt sich von dort nach Hirzen= Höchste Zeit ist es zur Erneuerung Ihres Abonnements auf die ,, Gießener Zeitung" Um eine Unterbrechung in der Zustellung zu verhindern, bitten wir Sie, diesen Zettel auszufüllen und an unsere Expedition sofort einzusenden. Sofern Sie noch nicht Abonnent unserer Zeitung sind, bitten wir Sie, dieselbe für 1 Monat zur Probe zu bestellen und wir sind überzeugt, daß wir Ihre Zufriedenheit erringen. Das Abonnement kostet monatlich 50 Pfg., vierteljährlich 1.50 Mt. frei ins Haus geliefert. In unserer Expedition, Seltersweg 83( Laden), ab= geholt 1.20 Mt. Wir bitten Sie, falls Unregelmäßigkeiten in der Zustellung vorkommen, uns dies sofort mitzuteilen, damit Abhilfe geschafft werden kann. Hochachtungsvoll Der Verlag der Gießener Zeitung ( Gießener Neueste Nachrichten) GB. m. b. H. Westellzettel. Unterzeichneter bestellt hiermit 1 Eremplar der ,, Gießener Zeitung" für das 2 Quartal 1911 zum Abonnementspresi von Mk. 1.50 Name: Straße: den......... ten 1911 Deutscher Reichstag. Kleine Nachrichten. Vom Dorf zur Großstadt. Die größte preußische Landgemeinde, Hamborn, die bekanntlich 110 000 Einwohner hat, stiftete anläßlich ihrer Stadtwerdung 100 000 Mark für ihre unverschuldeten Armen. erklärt sich dadurch, daß der Seemannsberuf immer noc eine verhältnismäßig recht geringe Anziehungskraft auf die Söhne der regierenden und sonstigen fürstlichen Fa= milien Deutschlands ausübt. Hat es doch eine geraume Weile gedauert, bis im Offizierskorps unserer Marine auch adlige Namen nicht mehr eine verschwindende Seltenheit waren. Der junge Prinz von Hohenzollern wird nur wenige Genoffen seines Ranges in seinem Dienstzweige finden. An der Spitze der deutschen Marine steht als Großadmiral und General- Inspekteur Prinz Heinrich von Preußen, des Kaisers Bruder. Dessen betde Söhne werden, ohne Dienst zu tun, a la suite der Marine geführt, der ältere, Prinz Waldemar, als Oberleutnant, der junge Prinz Sigismund als Leutnant zur See. Im aktiven Dienst steht, aus souveränem Hause, nur noch der Prinz Christian von Hessen, ein jüngerer Bruder des Landgrafen Chlodwig von Hessen- Philippsthal- Barchfeld als Oberleutnant zur See bei der 5. Torpedobootflottille in Wilhelmshaven. Prinz Heinrich XXXII. Reuß jüngerer Linte, ein Sohn des ehemaligen deutschen Botschafters in Wien, trägt die MarineUniform nur als Oberleutnant a la suite. Die nichtre= gierenden, mediatisierten fürstlichen Geschlechter sind durch den Prinzen Karl zu Ysenburg- Büdingen, Korvetten- Kapt= tän und Chef der 8. Torpedobootflottille in Kiel, und den Prinzen Nikolaus von Thurn und Taxis, Oberleutnant zur See auf S. M. Kreuzer Prinz Adalbert" vertreten. Damit ist die Reihe der deutschen Prinzen in der Marine beendet. Groß ist dagegen die Zahl der ausländischen Fürsten, die in den Listen der deutschen Marine geführt werden. Es sind der Bar, die Könige von Dänemark, England, Griechenland, Schweden und Spanien, die Erzherzöge Franz Ferdinand und Karl Stephan, die Großfürsten Michael und Kyrill, der Prinz- Gemahl Heinrich der Niederlande und die Herzüge von Genua und der Abruzzen. Von deutschen Bundesfürsten gehört, außer dem Kaiser, dem Oberbefehlshaber aller deutschen Wehrkräfte zu Wasser und zu Lande, nur der Großherzog von Oldenburg unserer Marine, eben= falls a la suite, an. Der Präsident Graf von Schwerin- Löwitz eröffnete die Mittwochfizzung mit der Bemerkung, daß er beabsichtige, falls die sehr umfangreiche Tagesordnung nicht rechtzeitig erledigt werde, eine Abendsizung stattfinden zu lassen. Der Gang der Debatte in den ersten Sizungsstunden eröffnete darauf die besten Aussichten, denn nachdem das Gesetz, be= treffend die Tagegelder, Fuhrkosten und Umzugskosten der Kolonialbeamten der Budgetkommission überwiesen und das Gesetz zur zwetten Ergänzung des Besoldungsgesetzes in erster und zweiter Lesung debattelos angenommen war, ging die zweite Lesung des Etats des Reichseisenbahnamtes in behäbtger Breite weiter, ohne daß neue Gesichtspunkte dabei zutage getreten wären. Der Präsident des Reichseisenbahramtes Wackerzapp gab auf die Anregungen von Rednern verschiedener Parteten in längerer Rede Ausfunft. Seine Ausführungen bewiesen, daß die Eisenbahnverwaltungen bestrebt sind, den Wünschen der Beamten und Arbetter, so weit es mit der Betriebssicherheit und den Zwecken des Verkehrs vereinbar ist, zu entsprechen, und alle Waterten, die ihrer Natur nach eine internationale RegeIung vertragen, tm Einverständnis mit den fremden Staaten zu ordnen. Nach dreistündiger Debatte wurde etn Schlußantrag angenommen. Der Etat der Reichsdruckeret rief feine Debatte hervor. Beim Etat des Reichstags wur den Wünsche inbezug auf die Ausschmückung des Hauses und andere innere Angelegenheiten in teilweise humoristtschr Weise zum Vortrag gebracht. Es lag ein Antrag Wags ner( fons.) vor auf Beseitigung der Fremdwörter aus der Geschäftsordnung, der sich dem im Abgeordnetenhause vom Abg. Viereck( frk.) gestellten Antrage anschließt. Die Abgg. Kaempf( Vpt.) und Jund( ntl.) verlangten, daß die Kommissionsberatungen den Interessenten zugänglich gemacht werden sollten. Abg. Arendt( Rpt.) wandte sich mit Entschiedenheit gegen besondere Diäten für die Herbstsatson, die Klage über Ueberbürdung wurde in beweglicher Weise vorgetragen, der Verkauf eines dem Reichstag benachbarten Grundstückes bemängelt u. s. f. Schließlich bewilligte man den Etat des Reichstages, nahm den Antrag auf Verdeutschung an und erledigte auch den allgemeinen Pensionsfonds. Für Donnerstag wurde der Etat des Reichskanzlers und Auswärtigen Amts auf die Tagesordnung gestellt. Zum Attentat auf Frhrn. von Schlichting. Der Mörder des Oberstleutnants v. Schlichting ist von einem Mittwoch mittag zusammengetretenen Kriegsgericht einstimmig zum Tode verurteilt und standrechtlich erschossen worden. Kriegsminister Mahmud Scheffet- Pascha hat in einer Unterredung den Botschafter Marschall v. Bieberstein vor allem darum gebeten, Deutschland möge das traurige Ereignis nicht als einen diplomatischen Fall behandeln. Der Botschafter sagte dies zu. Mittwoch nachmittag erschien der erste Adjutant des Sultans in der deutschen Botschaft in Konstantinopel, um das Beileid des Sultans aus Anlaß der Ermordung v. Schlichtings auszusprechen. Namens der Regierung fondolterte der Großwesir. Die türkischen Marineoffiziere sandten dem deutschen Botschafter ein Beiletdstelegramm. Da die türfische Armee bedeutende Ehrungen für den Verstorbenen vorbereitet, bat der Kriegminister, die Beisetzung bis Sonnabend aufzuschieben. Der deutsche Militärattachee besprach auf dem Kriegsministerium ein Programur für die Ueber= führung der Leiche nach dem Bahnhof. Viele Regimenter haben bereits Abordnungen angemeldet. Die deutschen Of= fiziere, die in türkischen Diensten stehen, vereinigten sich am Mittwoch im deutschen Hospital zu einer schlichten und würdigen Feier um den mit Blumenspenden bedeckten Sarg. Die Leiche Schlichtings ist einbalsamiert und wird in der deutschen Kapelle beigesetzt, bis die Anordnungen der Familie aus Deutschland eingetroffen sind. Der Kriegsminister Mahmud Scheffet teilte den Fall dem Generalfeldmarschall von der Goltz mit, dessen Sohn im Schlichtingschen Testament als Vollstrecter benannt ist. Wie weiter verlautet, dürfte die türkische Regierung der Witwe eine monatliche Rente von 1700 Mark bewilligen. Rundschau vom Cage. Politisches. Wie sehr die Zahl der Lehrerinnen in lezter Zeit ges wachsen ist, beweist am besten die Statistik. In Preußen gab es 1886 7000 Lehrerinnen und 60 000 Lehrer, 1906 16 000 Lehrerinnen und 85 000 Lehrer, am 1. Mai 1909 19 000 Lehrerinnen und 92 000 Lehrer, am 15. Oktober vorigen Jah res gab es in Preußen 424 höhere Mädchenschulen, 288 weiterführende Bildungsanstalten und 43 Volksschullehrerinnenseminare. Das Kaiserpaar, die Prinzessin Viktoria Luise und Gefolge, die Mittwoch mittag vor Korfu anlangten, begaben sich um 2½ Uhr an Land und fuhren in Automobilen nach dem Achilleion, wo sie Wohnung nahmen. Sie wurden überall von der Bevölkerung mit Hochrufen und Händeklatschen aufs herzlichste begrüßt. Der Berliner Vich- und Schlachthof ist am Mittwoch, wie die Allg. Fleischerztg." meldet, von neuem wegen Ausbruchs der Maul und Klauenseuche für den Abtrieb gesperrt worden. Die Zuwachssteuerkommission des preußischen Abge: ordnetenhauses beschloß am Mittwoch bei der Beratung des§ 3 gegen den Widerspruch der Regierung, daß der Anteil von 10 Prozent, der den Einzelstaaten für die Verwaltung und Einziehung der Reichswertzuwachssteuer ge= geben werden soll, dahin geteilt wird, daß 5 Prozent den veranlagenden Gemeinden und dem Staate ebenfalls nur 5 Prozent zufallen. Ein sehr hoher türkischer Offizier stellt den Vorgang folgendermaßen dar: Der Posten vor der Jildizkaserne hat feine scharfe Munition. Der Attentäter war früher mehrmale mit der Hend von Schlichting in Richtung gebracht worden, das letztemal stieß ihn Schlichting mit der Rettgerte ganz leicht ens Gesicht, um ihm den Kopf zu drehen. Darauf behielt der Attentäter sich von einem Scharfschteßen zwei scharfe Partonen zurück und erklärte, wie die kriegsgerichtliche Vernehmung ergab, seinen Kameraden schon vor einigen Tagen, wenn der deutsche Offizier ihn noch einmal mit der Gerte berühre, werde er ihn erschießen." Der türkische Offizier fügte hier ein, Schlichting habe leider nicht gewußt, daß solche Berührung schon genüge, daß etn Albanese seinen eigenen Vater morde. Der Soldat sprach vor dem Kriegsgericht sein tiefstes Bedauern aus. Einen seltenen Fall von Personalunion zwischen Justiz und Technik erfährt man aus den amtlichen badischen Mit teilungen: Ein Gerichtsassessor und Diplomingenieur ist als Rechtsanwalt beim Landgericht in Freiburg zugelassen worden. Eine Brandkatastrophe wird aus Rotterdam gemeldet. In einem Hause, das von einem alleinstehenden Ehepaare bewohnt war, entstand durch das Zerschlagen einer Lampe Feuer. Dem alten Mann gelang es mit größter Anstrengung, seine Enkelkinder, die wegen eines Familienfestes zu Besuch bei ihm weilten, alle zu retten; als er nochmals ins Haus zurückkehrte, um seine Frau zu retten, brach er zusammen. Mann und Frau verbrannten. Gehirnschlag als Folge einer Ohrfeige. Der Arbeiter Knoth in Darmstadt versetzte seinem zehnjährigen Sohne etne Ohrfeige aus geringfügigen Gründen, die so gewaltig war, daß ein Gehirnschlag eintrat, an dem der Knabe als= bald verstarb. Der Vater wurde verhaftet. Ein tragisches Geschick traf die Familie des Rittergutspächters Doennig in Elisenthal in Ostpreußen. Seine Gattin gab zwei gesunden Knaben das Leben, an dem= selben Tage starb jedoch der Gatte und Vater. Ein Ausschuß zur Aufklärung über die Fremdenlegion ist in Bildung begriffen. Er will flare Verstellung schaffen über die französische Fremdenlegion sowohl im Deutschen Reich, in Desterreich und der Schweiz, wie auch in Frankreich selbst, wo man, durch die Presse irregeführt, sehr wenig von der Legion weiß. Ferner soll versucht werden, vor französischen Gerichten junge Fremdenlegionäre in geeigneten Fällen vom Legionsdienst freizubekommen. Endlich soll alles Material gesammelt werden, das notwendig ist, bei einer etwa wieder vorkommenden völkerrechtlichen Verhandlung, wie seinerzeit bei der Casablanca- Affäre, wo das Grundsätzliche der Frage gar nicht berührt wurde, für diese Verhandlung das Material vorzubereiten. Vollkommen ausgeschlossen sein soll die Beihilfe zur Desertion aus der Fremdenlegion. Prinzen in der deutschen Marine. Der Fürst von Hohenzollern hat bestimmt, daß sein zweitgeborener Sohn, der jetzt neunzehnjährige. Prinz Franz Joseph, in die deutsche Marine eintreten und sich der Seeoffizierlaufbahn widmen soll. Die Beachtung, welche dieser Entschinß in der Deffentlichkeit gefunden hat, 3) Des Rätsels Lösung. Roman von Ludwig Blümck e. ( Nachdruck verboten.) Schon gut, schon gut," unterbrach v. Reyter ihn. ,, Genügt mir, unser Herr Graf wird ungeduldig.- Ein andermal mehr davon." „ Heuchler!- Infamer Kriecher!" brummte Hardi vor sich hin und beschloß, sich zu empfehlen, da er sich hier für überflüssig hielt. Die Rache eines Seminaristen. In der russischen Gouvernementsstadt Saratow tötete ein aus dem geistlichen Seminar ausgeschlossener Zögling den Rektor des Semis nars Zelebrowski durch mehrere Messerstiche. Fräftiges das Reg und die wiefen, Hon wel beretts Die fer neue pondenz ben wir mäß alle Rompaß bracht, u burch da ift, von i ift derart teile ein Verteilu mehrere ftürmisch daß eint Schußwi Rompafie Ste Berf Von alle tit, läßt eine Be fedem J der Nach Kompaffe werden Prüfung fchlage g Die Pri den, die den könn Prüfung Mitarbei dert den maßen: tung, mi prüft. Gi Ein schwerer Verbrecher wurde in Coblenz verhaftet. Er gestand ein, mit einigen flüchtig gewordenen Komplizen mehrere Anschläge auf Eisenbahnzüge verübt zu haben. In einem Falle versuchten sie einen Zug der Hunsrückbahn an einer steilen Stelle zum Entgleisen zu bringen. In diesem Falle sowohl wie in einem anderen, wo sie dte Schrauben der Schienen gelöst hatten, wurde durch die Aufmerksamkeit der Bahnbeamten ein schweres Unglück. verhütet. Ein hervorragendes Ereignis in Desterreich ist der friegsministerielle Erlaß, wonach Offiziere die bisher faum ausnahmsweise erwerbende Frauen heiraten durf= ten Lehrerinnen mit einem Minimaleinkommen von 2000 Kronen heiraten dürfen. Bisher mußte ein Leutnant 60 000 kronen Kaution leisten, jetzt gilt das Lehrerinnengehalt als Aequivalent der Kaution. Die Erlaubnis soll demnächst auch auf Frauen anderer Berufe ausgedehnt werden. Noch ein paar formelle Phrasen, ein paar gnädige, seine Sclidität mit etwas zweifelhaftem Ernst anerkennende Worte des Grafen, und er ging. Der Schulfrieg in Belgien nimmt im ganzen Lande eine immer heftigere Form an; im Brabanter Landtage sowie in den meisten Gemeinderatssitzungen kam es be reits zwischen Liberalen und Klerikalen zu erregten Auftritten. Man erwartet nächsten Freitag aus Anlaß der Vorberatung der Schulvorlage im Kammerausschusse einen heftigen Zusammenstoß der Parteien. Sa es ist ein ewiges Zerren am Narrenseit“, sagte er mit sarkastischem Lachen zu sich selber, wie er nun durch den Nebel seiner Behausung zuwanderte. „ Ein halbes Jahr früher, da hätte ich noch zu ihnen gepaßt! Wein, Weib und Karten, das dünkten mich damals noch die höchsten Güter irdischen Genußlebens. Es ist vorbei!- Ein Mann, ein Wort!" * - Aus den Gerichtssälen. Mit empörenden Mißhandlungen von Kindern hatte sich gestern das Schwurgericht in Amberg zu beschäftigen. Die Anklage richtete sich gegen die Zeugschmiedsehefrau Marie Ernst aus Thal; sie wurde der barbarischen MißHandlung ihrer eigenen und ihres Mannes Kinder aus erster Che beschuldigt. In einem Falle hatte sie den fünffährigen Stiefsohn Xaver zur Strafe für eine Unart auf die heiße Ofenplatte gesetzt und das Feuer kräftig nachgeschürt, so daß das Kind furchtbar verbrannte; dann warf fte das unglückliche Geschöpf mit voller Wucht zu Boden. Am anderen Tage erlöste der Tod den Knaben von seinen Qualen. In einem zweiten Falle hatte die Angeklagte einem ihrer eigenen Kinder ein offenes Messer derart in das Gesicht geworfen, daß es oberhalb des linken Auges stecken blieb. Das Urteil lautete auf acht Jahre, drei Monate Zuchthaus und zehn Jahre Ehrverlust. Zum russisch- chinesischen Konflikt wird aus Petersburg gemeldet: Wie verlautet, wird der hiesige chinesische Gesandte abberufen und durch eine andere Persönlichkeit ersetzt werden. Da die Nachrichten von der chinesischen Grenze noch immer sehr bedenklich lauten, haben die russischen Truppen noch feinen Befehl erhalten, sich zurückzuziehen. Ein herrlicher Novembertag! Just, als wäre es nach furzem Winterregiment es war freilich ein recht ge= strenges gewesen-vor Weihnachten noch einmal Frühling geworden. Heiter lachte die Sonne vom blauen Himmel auf die fahle Erde hernieder, und nur die Lerchen fehlten, um die Täuschung vollkommen zu machen. Die Einwohner des Städtchens Thalbrücken strömten benn auch in Scharen hinaus in die liebliche Umgegend, deren herrliche Waldungen und Seen ihre Heimatsstätte berühmt gemacht, um zu genießen, was Mutter Natur thnen so ganz aus reiner Mütterlichkeit noch zuguterlegt bot. die Sonne ihm zulächelte, denn seine Gedanken schweiften in weite Fernen, in traurige Tage der Vergangenheit. Wissenschaft, Kunst und Literatur. Die Schätze der Berliner Kgl. Bibliothek. In einem Artikel über die Kgl. Bibliothek in Berlin macht Professor Adolf Harnack in den„ Preußischen Jahrbüchern" Mitteilungen über die gegenwärtigen Bestände der Kgl. Bibliothef. Es befinden sich in der Druckschriftenabteilung 1149 006, in der Kartensammlung 9440, in der Musiksamm Iung 46 191 und in der Handschriftenabteilung 31 518 Bände. Die Gesamtzahl der Bände beträgt 1236 155. Die Frage einer Hamburgischen Universität wird in allernächster Zeit das Hamburgische Parlament, die Bürgerschaft, beschäftigen. Das von dem Hamburger Bürger Edmund Siemers gestiftete Vorlesungsgebäude wird am 14. Mat. dem Jubeltage des 100jährigen Bestehens der Firma G. J. H. Siemers& Co., eröffnet werden, und es wird den Grundstock der Hamburger Universität bilden. Als er vor länger als drei Jahren nach Schloß Waldenstein reiste, da war es ihm, dem lebensfrohesten jungen Offizier gewesen, als wäre des Himmels Sonne für alle Zeiten verfunken in traurige Nacht. Seine Mutter, die er abgöttisch geliebt, hatte plötzlich die Augen geschlos= sen. Und wie er eintrat in die Hallen des alten, grauen, an jenem Tage so ganz besonders düsteren Schlosses, da hatte er all die vornehmen Fremden, die noch vornehme ren Verwandten, die erstlich zu begrüßen doch seine Pflicht gewesen wäre, in seinem übergroßen Schmerz gar nicht beachtet. Nur dem Vater war er ans Herz gesunken, und dann hatte er an der Leiche der Mutter geweint und ge= weint in einem Weh, das die anderen nicht kannten, nicht verstanden. Mit falten Augen schaute ihn hernach sein ältester Bruder, des Vaters Stolz, der Herr Gesandte, an und sagte:„ Aber Bernhard, schäme Dich! Du willst Offi= zier sein? 3eige doch der Welt nicht Deinen Schmerz! Sei doch etwas männlicher!" Hardi von Eschenholdt schritt gemächlich zur Station der neuen Kleinbahn hinaus, um heute endlich einmal die heimatlichen Fluren wieder zu besuchen. Er sah nicht die vielen müßigen Spaziergänger, er sah auch nicht, wie - Die„ Deutsche Antarktische Expedition" wird am 2. Mat von Hamburg unter Leitung des Oberleutnants Filchner thre Ausreise antreten. Der wissenschaftliche Stab und das nautische Personal sind vervollständigt. Die Umbauten des Schiffes Deutschland", eines norwegischen im Eise schon erprobten Walfängers, und der Einbau der Funkenspruchstation werden Anfang April beendet sein. Die Deutsche Antarktische Expedition" steht bekanntlich unter dem Protektorat des Prinzregenten Luitpold von Bayern. Die Reichsregierung bringt dem nationalen Unternehmen tatKapital in die Hände gefallen, so stürzte er sich blindlings in den Strudel der Weltlust, lebte sehr leichtsinnig, verpraßte das Geld, machte enorme Schulden und kam erst wieder zur Besinnung, wie der gestrenge Vater ihm eines Tages ein sehr energisches ,, Bis hierher und nicht weiter!" zurief. Es wurden nicht viele Worte gewechselt. Der alte General sagte nur:„ Ich werde für dieses Mal Deine Schulden bezahlen. Ich tue es aber nie wieder. Ich verlange dafür Dein Wort darauf, daß dieses Leben mit dem heutigen Tage ein Ende haben soll. Denke an unser Geschlecht, denke an Deine Ahnen! Sei ein Edelmann!" Auch der andere Bruder, der Hauptmann im großen Generalstab, zuckte verächtlich die Achseln. Selbst Schwester Herta, die an einen Grafen Lehndorff verheiratet war, konnte nicht verstehen, daß er die Etikette so ganz außer acht gelassen. Nur der gramgebeugte Vater machte ihm keine Vorwürfe, sondern ließ ihn ruhig an seiner Brust weinen. Und nach dem Begräbnis war er so schnell wie nur möglich wieder in die Garnison zurückgereist. Nur Rentmeister Rabens hatte er noch begrüßt und sich von diesen guten Leuten, in deren Hause er von frühester Kindheit an so gern geweilt, trösten lassen. Erna kam ihm damals noch gar so unbedeutend und klein vor. Ste aber und Hans hatten mit ihm geweint, und das würde er ihnen nie vergessen. An das, was auf jenes traurige Ereignis folgte, mochte Hardi heute nur mit Scham zurüddenken. Da ihm nach dem Testament der Mutter ein nicht unbeträchtliches Und Hardi von Eschenholdt gab dem Vater sein Wort, das ihm heilig war. Ganz in Gedanken versunken stieg er in das Kupee 2. Klasse des Zügleins, als einziger Passagier, und langsam schnaufte die Kleinbahn dahin durch die wunderbar schöne Landschaft, Laubwald in stetem Wechsel mit dunkelgrünen Föhren und Tannenschonungen, Seen und Wiesenflächen, durchrieselt von perlmutterglänzenden Bächlein, Ruinen einst mächtiger Ritterburgen auf den Höhen, so sah Hardi die Heimat wieder. - ,, Brachheide!" ruft auf der ersten Haltestelle der Schaffner. Welch ein Menschengewimmel! Maurer, Waldarbeiter, Fabrikleute mit berußten Gesichtern, alle wollen, da es Samstag, heimfahren. Sie wohnen meist in dem großen Dorfe Wedelstein, in dessen Nähe auch das Schloß Sr. Exzellenz des Generalleutnants von Eschenholdt liegt.- Da drängte sich auch eine schlanke Mädchengestalt, bepact mit Schachteln und Düten, durch die Menge. Hardi steht unter dem grünen Hütchen nur eine Fülle goldglänzenden Blondhaares. Das Gesicht ist durch eine der Schachteln verdeckt; er kann es sich aber nicht anders als bildschön denken.„ Tadellose Figur! Schlank und behende wie ein Reh!" murmelt er vor sich hin.„ Nur fix, fix!" ruft der Schaffner. Schnell alles einsteigen! Sie fahren dritter, was, Fräulein? Da ist alles besetzt. Kommen Sie hier rein, der Herr Leutnant wird nichts dagegen haben."(&. f.) fann dur teiten ge eln Torp Wogenfa fowohl f werden, Tanz be rung. Kra ner Ein heilansta überrasch Schüsse a Silfegefa Anstalt brecher c dungen Einbrech führt. Der Schon fur des Groß Leist, sei 54 000 20 gesucht h noch folg Bater ha hat den und zum Sohn wa feinen ge Der Sohn gab sich Baters u nahm da und Gold geliefert chent geor Dieb lieg oder sie diener, d Bureau f fierer Lei ohne die noch feine laffen hat mation tomme. als der tomifd) is Alarmvo beim Bu Unglüdli Sehr nero ling hat einiger 3 tommen Der nadh Brot Brot hat allgemein einem Li Zeit hier hat so id hungern Stand jei erhalten, den." Sap über die foll, werd fähriger Merzte di ben Sug dem Hyp aus Bitt liegt, zu Beit in e zufrieden parat mi bestimmt ments an Medium hypnotisch bem eine at, te es 5 0 ha 五, n to น t. ce De C 11 er e де 7= 1 1 -t. 11 1. 11. де d. te 1. f 11 te or 产 食品 包 止 推 代 02 10 De. in I' ба 14. na το Cal er 08 es on ch= the 0 Die at95 Er rst Tes =!" Ite alge U= Se rt, Jee Im ne en en, ent rdt er, lle ift Das lot alt, rdi FUT ch= jön ein ber ter, in, 7) fräftiges Interesse entgegen. So hat sie der Expedition das Recht zur Führung der Reichsdienstflagge verliehen, und die kaiserliche Gesandtschaft in Buenos Aires angewiesen, von der argentinischen Regierung für die Expedttton weitgehendste Unterstüßung zu erbitten. Diese ist auch beretts in Aussicht gestellt. Aus dem Reiche der Technit. Die Kompasse des neuen Dreadnoughts„ Kaiser". Unfer neuer Dreadnought Kaiser" verfügt, wie der Korres spondenz„ Heer und Politit" aus Marinefreisen geschrie ben wird, über 12 Kompasse, deren Konstruktion naturgemäß allen Bewegungen der Wogen gewachsen ist. Jeder Rompaß ist in einem großen Gefäß schwimmend unterges bracht, um dadurch die Erschütterungen, denen das Schiff durch das Dröhnen der Maschinen und Geschüße ausgesetzt ist, von ihm abzuhalten. Die Unterbringung der Magnete ist derartig, daß alle Reibungen bis auf genz geringe Bruchteile eines Reibungskoeffizienten aufgehoben sind. Die Verteilung der Kompasse erfolgt nach dem Prinzip, daß Bet mehrere Kompasse stets gebrauchfähig sein müssen. stürmischer See oder im Kriege ist es nicht ausgeschlossen, daß einige Kompasse durch das Meerwasser oder durch die Schußwirkung vernichtet werden. Es müssen darum die Kompasse derart verteilt sein, daß die Steuerfähigkeit durch die Zerstörung einiger Instrumente nicht gefährdet wird. Von allen den Teilen, an denen ein Kompaß untergebracht tst, läßt sich die Steuerung ermöglichen. Zur Nachtzeit ist etne Beleuchtung des Kompasses nicht notwendig, da in fedem Instrument eine Glühlampe eingeschlossen ist, die in der Nachtzeit wirksam ist, und das Ablesen ermöglicht. Die Kompasse, die bei unserer Kriegsmarine gebraucht werden, werden vor ihre Bewendung einer derartig energischen Prüfung unterzogen, daß sie jedem Wetter und Wellenschlage gewachsen sind und darunter nicht leiden können. Die Prüfung der Kompasse erfolgt nämlich unter Umstän den, die von keiner Gewalt des Wetters übertroffen wer den können. Es dürfte von Interesse sein, einiges über diese Prüfungsstation unserer Marinekompasse zu erfahren. Ein Mitarbeiter der Stuttgarter Technischen Monatshefte schtldert den überaus interessanten Vorgang abei folgendermaßen: In Friedenau gibt es eine merkwürdige Einrich tung, mit der man alle Kompasse unserer Kriegsmarine prüft. Etu etsernes Kompaßhaus, das auf einer Welle steht, kann durch einen achtpferdigen Motor in allen Geschwindig keiten gedreht, geschleudert und gestampft werden, als ob eln Torpedoboot oder ein Kriegsschiff sich in dem wildesten Wogenkampfe befände. Diese drei Bewegungsarten können sowohl fede für sich, als auch alle dret zugleich ausgeführt werden, und erst wenn der Kompaß sich in diesem tollen Tanz bewährt hat, gelangt er bei der Marine zur Ablieferung. Vermischtes. Krantenwärter im Kampf mit Einbrechern. Zwei Cölner Einbrecher wurden bei einem Einbruch in die Lungenheilanstalt Hohenhonnef von dem diensttuenden Wärter überrascht und gaben auf diesen eine Anzahl Revolverschüsse ab, die den Wärter tödlich verletzten. Auf das Silfegeschrei des Wärters eilten mehrere Bedienstete der Anstalt hinzu, die gleichfalls Revolverschüsse auf die Einbrecher abfeuerten und einem von diesen schwere Verwundungen beibrachten. Der Wärter und der schwerverletzte Einbrecher wurden sterbend in die Bonner Klinik überführt. Der andere Einbrecher wurde verhaftet. Der Gymnastast als Kassenräuber. Wir berichteten schon kurz, daß der 18jährige Sohn des Oberbuchhalters des Großherzoglichen Finanzamtes in Mannheim, Alfred Leist, seinem Vater aus dem Schranke im Kassenamt 54 000 Mark entwendet und mit der Summe das Weite gesucht habe. Der„ Berl. Lot.- Anz." meldet zu dem Fall noch folgende Einzelheiten: Der 18 Jahre alte Kurt Leist hat den Diebstahl am Sonntag vormittag ausgeführt. Sein Vater hatte die Gewohnheit, den Schlüssel zum Bureau und zum Kassenschrank in den Sekretär zu legen. Dem Sohn war dies bekannt. Als nun Herr L. nach 10 Uhr Jeinen gewöhnlichen Sonntagsspaziergang unternahm, holte der Sohn aus dem Sekretär die beiden Schlüssel und be= gab sich auf das Amt. Hier öffnete er das Bureau des Baters und den besonders verschlossenen Kassenschrank und nahm daraus die Summe von 54 000 Mart in Banknoten und Gold. Das Geld sollte am Montag bei der Bank abgeliefert werden. Die Banknoten waren bereits in Päckchen geordnet und das Gold gerollt. 20 000 Mark ließ der Dieb liegen. Er hat die Geldrollen offenbar nicht gesehen, oder sie waren ihm zu schwer geworden. Der Bureaudiener, der im Amtsgebäude wohnt, sah den Schlüssel im Bureau stecken. Er war jedoch der Meinung, daß der Kassierer Leist in seinem Bureau arbeite, und ging vorüber, ohne die Tür zu öffnen. Die Eltern hatten am Sonntag noch keinen Argwohn, weil der Sohn einen Zettel hinterlassen hatte, auf dem er mitteilte, daß er zu einer Konfirmation gehe und deshalb am Sonntag nicht nach Hause fomme. Die Tat wurde erst am Montag morgen entdeckt, als der Vater die Schlüssel zu sich steden wollte. Tragikomisch ist der Umstand, daß sich an dem Kassenschrank eine Alarmvorrichtung befindet, die an drei Stellen im Hause, beim Bureaudiener und zwei höheren Beamten, läutete. Unglücklicherweise war die Vorrichtung auf Wunsch eines sehr nervösen Beamten abgestellt worden. Von dem Flüchtling hat man noch keine Spur. Es heißt, daß schon vor einiger Zeit einmal 400 Mark aus dem Schranke weggekommen sind, ohne daß man eine Erklärung dafür hatte. Der verhungernde Hungerkünstler. Jede Kunst geht nach Brot, auch die des Hungerkünstlers, und wenn er fein Brot hat, muß er trotz seiner Kunst verhungern. Diese allgemeine Wahrheit wird bestätigt durch eine Notiz in einem Lübecker Blatte, die lautet:„ Der in der letzten Zeit hier in einem Restaurant aufgetretene Hungerkünstler hat so schlechte Geschäfte gemacht, daß er beinahe zum Verhungern gekommen wäre. Nach seiner Befreiung war der Stand seiner Kasse gleich Null, und um ihm das Leben zu erhalten, mußte er dem Krankenhause überliefert werden." Hypnose durchs Telefon. Interessante Einzelheiten über die angebliche Hypnotisierungskraft, die ein zwanzigjähriger Telegraphist mit Hilfe des Telefons ausüben soll, werden aus Canton( Ohio) berichtet. Sechs bekannte Aerzte dieser Stadt beobachteten einige Patienten, welche den Suggestionen lauschten, die ihnen durchs Telefon von dem Hypnotiseur, einem Herrn Fernando Louzenheiser, rechtes Bein ist gefühllos. Du kannst überhaupt nichts fühlen." Die Aerzte, die den ganzen Vorgang beobachteten, machten darauf die bei derartigen Vorführungen üblichen Experimente und Proben, indem sie mit Nadeln irgend ein Zeichen des Schmerzgefühls bei dem Mann hervorzurufen suchten, was ihnen aber nicht gelang. Schließlich flüsterte Louzenheiser:„ Du bist jetzt Stein!" Das Medium wurde dann mit Kopf und Füßen auf je einen Stuhl gelegt und ein schwerer Mann stellte sich auf den Brustkorb des Liegenden, ohne jedoch den Körper aus seiner Lage bringen zu können. Unberechtigte Tenorgehälter. Unter dem etwas erzwungenen Titel„ Tenoritis" veröffentlicht der„ Kunstwart" die folgenden durchaus berechtigten Betrachtungen: " Die Wiener Hofoper hat, so lieft man, Caruso 15 000 Kronen für den Abend bewilligt. Gewiß, der Mann ist ein großer Gesangskünstler. Aber die hohe Selbsteinschätzung seiner Leistungen beruht doch auf der Annahme, daß man thm diese Beträge auch bewilligt. Bewilligt, nicht etwa an Privatbühnen, die um jeden Preis ihre Sensationen haben wollen, sondern an Hoftheatern, wo man jetzt fast überall spart und mit den Autoren um ein halbes Prozent der Tantiemen handelt. Je größere Opfer man bringt, desto höher steigen die Ansprüche der Artisten. Gerade die Hoftheater müßten hier im eigensten Interesse sich Grenzen ziehen und nein sagen lernen. Dann würden die Tenöre, die der Erfolge an großen Hoftheatern für ihr Geschäft auch ihrerseits bedürfen, ihre Ansprüche auch ermäBigen. Nichts liegt einem ferner, als dem Künstler den Verdienst zu schmälern, aber dieser Verdienst muß doch in einem gewissen Verhältnis stehen zu den Sätzen, womit menschliche Leistungen sonst entlohnt werden. Wenn ein Mensch in vier aufeinanderfolgenden Tagen so viel verdient, daß die Zinsen davon genügen, um einen bür gerlichen Haushalt durch ein Jahr zu bestreiten, so tann die Leistung nicht anders als überbezahlt sein. Ueberall wo es die Förderung der nationalen Kunst gilt, mangelt es an Mitteln. Hier vergeudet man sie mit vollen Händen für eine Darbietung, die ohnehin, weil sie in einer fremden Sprache erfolgt, ganz nur von einem kleinen Bruchteil des Publikums gewürdigt werden kann. So wird auch der Fall Caruso einmal eine schöne Illustration für ein wichtiges Kapitel der Wirtschaftslehre mit Kunstgütern hergeben. Dabei ist ganz davon abgesehen, wie diese Ueberentlohnung des Stars auf die künstlerische und moralische Zucht der heimischen Kräfte wirken muß." Eine schulpflichtige Ehefran. Eine verzwickte Rechtsfrage verursacht zurzeit der Schulbehörde von Cincinnati im Staate Ohio nicht geringes Kopfzerbrechen. Der Kernpunkt des der Lösung harrenden Problems stellt sich in der Frage dar, ob eine verheiratete Frau als Schülerin in den öffentlichen Schulen der Vereinigten Staaten Aufnahme finden fann." Die verheiratete Frau, die hier den Stein ins Rollen brachte, tst die zwölffährtge Gattin eines jungen ttalienischen Einwanderers, namens Frant Stump. Das Mädchen besuchte seit einiger Zeit eine der städtischen Volksschulen, und da sie an einem der letzten Tage nicht zur Schule gekommen war, hatte sich der mit der Aufsicht betraute Lehrer nach der Wohnung der Eltern begeben, um sich nach dem Grunde der Schulversäumnis zu erkundigen. Er war begreiflicherweise nicht wenig erstaunt, als ihm hier die Kunde wurde, daß das Mädchen sich einen Ferientag genommen hatte, weil es just zur Unterrichtszeit seine Hochzeit feierte. Die Kleine und thr Ehemann sind beide JtaItener, und die Trauungszermonte fand mit voller Zustim= mung der beiderseitigen Familien statt. Sie schienen auch an der Sache durchaus nichts Ungewöhnliches zu finden, und fügten erklärend hinzu, daß man in Italien gemeinhin frühzeitig zu heiraten pflege. Der Gatte selbst zählt volle 19 Jahre. Die junge Frau wurde daraufhin wegen unentschuldigten Fernbleibens vom Unterricht vor das Jugendgericht gestellt, allein der Richter wies die Klage mit dem Bemerken ab, daß von einer Bestrafung wegen Schulvers säumnis im vorliegenden Falle nicht die Rede sein könne, da einer verheirateten Frau gar nicht das Recht zusteht, einer Schule als Schülerin anzugehören. Die Aufsichtsbehörde wird unter den obwaltenden schwierigen Verhältnissen vermutlich den Ausweg wählen, an den Direktor der Schule das Ersuchen zu richten, Mrs. Stump" die Fortsetzung ihrer Studien zu gestatten. Das entspricht im übrigen auch den Wünschen der jungen Frau, nur möchte sie mit Rücksicht auf ihre Pflichten als Hausfrau gern, daß sie statt der üblichen Tagesschule eine Abendschule besuchen darf. Ein internationaler Kongreß für moralische Erzie hung soll im August des kommenden Jahres im Haag zusammentreten. Im Mittelpunkt werden die Verträge ung Diskussionen über Charakterbildung stehen. Auch der Wert der körperlichen Ausbildung und die Bedeutung des Spor tes und der internationalen Wettkämpfe für öte moralt sche Erziehung sollen Gegenstand der Erörterungen sein. Wertvolle Aufschlüsse und Fingerzeige erwartet man von der Untersuchung des Einflusses, den das Familienleben und die Geselligkeit auf das heranwachsende Geschlecht ausüben; man hofft dabei, daß vor allem Mütter ihre Erfah rungen mitteilen werden. In besonderen Sizungen wird über die Erziehung und Charakterbildung anormaler Kinder blinder, lahmer, tauber und körperlich zurückgebliebener verhandelt, wie auch über den Wert und Einfluß der sogenannten Besserungsanstalten. Für den Kongreß sind als offizielle Sprachen Englisch, Deutsch, Französisch und Holländisch vorgesehen. Nene Namen für den Hosenrock. Um für den nicht gerade graziösen Ausdruck Hosenrock" einen wohlflingenderen Namen ausfindig zu machen, hatte der„ Confektionär" ein Pretsausschreiben erlassen, auf das er eine Unmenge von Vorschlägen erhalten hat. Es finden sich darunter Bezeichnungen wie: Sturmrod"," Hygienarod",„ Emanzipationsrock", Suffragettenrock"," Stimmrechtsrock"," Spaltenrock",„ Maskulinrod", Pantallongenrock"," Asphaltrock", „ Männirock"." Palentine"," Damenburen", Burenrock", „ Schreitkleid"," Der Emanzipierte"," Spreizer"," Er- Rock", " Renormalkleid"," Körpersäulenetuirod",„ Pascharock", „ Roerenrock"," Kombino" usw. Man sieht, die Einsender haben die Sache meist von der humoristischen Seite aufgefaßt und mit mehr oder weniger Wit ihrer entfesselten Phantasie die Zügel schießen lassen. Ein richtiges Schlagwort, furz und bündig, wie das Wort Hosenrock, hat sich aber unter all den Vorschlägen nicht gefunden. Das genannte Fachblatt hat deshalb von der Verteilung des ersten Preises Abstand genommen und die beiden Namen„ Kavalierrod" und" Amazonenrock" prämitert. Der Verbilligung des neuen Kleidungsstückes werden übrigens nach Kräften die Wege geebnet, bietet doch die Berliner Konfektion bereits Hosenröcke zum Engrospreise von 10 Mark an. und Arbeit geopfert werden müssen. Einfache Spielgeräte haben ihre Schöpfer schon oft zu reichen Leuten gemacht; der Mann z. B., der die Kinderklapper erfand, fene einfache, an einem Stiel befestigte Blechkugel, in deren Innerem einige Steine enthalten sind, lebte in bescheidenen Verhältnissen, bis er eines Tages auf die Idee fam, für sein Kind ein solches Spielzeug herzustellen. Beiläufig fam er dann darauf, die Klapper fabrikmäßig in großen Massen anfertigen zu lassen, und in wenigen Jahren war er dadurch der glückliche Besitzer eines Vermögens von rund 5 Millionen Mark geworden. Auch der Mann, der den immer wiederkehrenden Ball erfand, hat erfahren, wie fletne Einfälle sich lohnen können. Er kam auf die Idee, an einem gewöhnlichen Holz- oder Gummiball eine lange dün ne Gummischnur zu befestigen: das Ergebnis war ein Gewinn von vielen Hunderttausenden von Mark; die ersten Jahre aber verdiente der„ Erfinder" jährlich mehr als 200 000 Mark. Vor nicht allzu langer Zeit war der Bürger noch gezwungen, sich allmorgendlich seine Schuhe mühsam zusam menzuschnüren, indem er das Schuhband durch Dese und Dese steckte. Kein Mensch war auf die Idee gekommen, die Herrenstiefel mit jenen einfachen kleinen Hafen zu versehen, die das Zuschnüren so erleichtern und die uns längst zur Gewohnheit geworden sind. Die„ Erfindung", so berichtet eine englische Wochenschrift, stammt von einem ge= wissen Herrn H. A. Snipp, der sich freilich über die Bedeutung seiner Entdeckung nicht recht klar geworden sein muß, sonst hätte er kaum das Patent für die lumpige Summe von tausend Mark verkauft. Die Unternehmer, die die Ausbeutung der Idee begannen, haben dann in wenigen Jahren damit Millionen verdient. Der Erfinder des Schuhbandes, Harvey Kennedy, hat mit seinem Einfall nicht weniger als zehn Millionen Merk verdient, und ähnliche Höhe erreichte auch die Einnahme, die Mr. Plimpton, der Erfinder des heute überall so populären Rollschuhs, mit seiner„ Entdeckung" erzielte. Vor einigen Jahren erregte in London ein Prozeß großes Aufsehen, in den der Erfinder der Metallsohlen verwickelt war. Er hatte Jene fleine Metallplatten eingeführt, die dazu dienen, das rasche Abtragen der Schuhsohlen zu verhindern. Bei dem Prozesse erfuhr man, daß im ersten Jahre des Vertriebes, im Jahre 1879, 12 Millionen solcher Platten verkauft worden waren; im Jahre 1887 betrug der Gesamtumsas 143 Millionen, die den Fabrikanten in jenem Jahre 4 600 000 Mark Reingewinn einbrachten. Doch nicht immer vergönnt es das Schicksal dem Erfinder, die Frucht seiner Arbeit und seiner Phantasie selbst zu ernten. Der Engländer Longridge, der bekannte Ingenieur, erfand die noch heute in England bei der reitenden Artillerie verwendete sogenannte Drahtkanone bereits im Jahre 1854; er setzte alle Hebel in Bewegung, um die Behörden zur Prüfung seiner Erfindung zu bewegen, aber niemand wollte etwas von der Drahtkanone wissen. Erst Jahrzehnte später wurde der Gedanke von Armstrong aufgenommen, und 1884 endlich entschloß sich die Militärbehörde zu Versuchen, die dann zeigten, daß die von Longridge erfundene Drahtkanone die bis dahin in England benutzten Kanonen an Leistungsfähigkeit und Widerstandsfraft weit übertraf. Dem Erfinder aber war es nicht vergönnt, diesen Triumph noch zu erleben, er war kurz vor= Her verbittert und enttäuscht aus dem Leben geschieden. Drabinachrichten und neuestes. Zur Ermordung des Oberstleutnants von Schlichting. Berlin, 30. März. Generalfeldmarschall von der Goltz erklärte einem Mitarbeiter der Morgenpost gegen= liber, er habe Oberstleutnant von Schlichting als einen ruhigen besonnenen Offizier gekannt, bet dessen ganzer Charakteranlage es ausgeschlossen set, daß er seine Leute mißhandelt, ja auch nur schroff behandelt habe. Schlichting habe aber nicht den eigenartigen Ehrbegriff der Albanesen gefannt. Direkte Kabelverbindung zwischen Deutschland und Südamerika. Cöln, 30. März. Das von der deutsch- südamerikanischen Telegraphengesellschaft gelegte Kabel Monrovia- Pernambuco ist gestern eröffnet worden. Hierdurch ist die lang angestrebte direkte Kabelverbindung zwischen Deutschland und Südamerika, von Emden über Teneriffa und Monrovia nach Pernambuco vollendet. Von heute ab tritt eine Ermäßigung der Telegrammgebühren zwischen Europa und Südamerika um 60 Pfennig in Kraft. Unfall eines Torpedobootes. Kiel, 30 März. In der vergangenen Nacht geriet das Torpedoboot S 121 bei einer Angriffsübung vor Kiel dem als Schulschiff dienenden kleinen Kreuzer Hela vor den Bug. Bei dem Zusammenstoß erhielt S 121 an der hinteren Hälfte ein großes Leck. Die Hela wurde an der Ramme beschädigt; verlegt wurde niemand. Die Hela wird nach kurzer Reparaturzeit wieder fahrbereit sein. Militärischer Ueberlandflug. Bremen, 30. März. Die Oberleutnants Erler und Mackenthum, die am Dienstag von Döberib nach Hamburg geflogen waren, haben gestern mit ihrem Flugapparat die Strecke Hamburg- Bremen in fünfviertel Stunden zurückgelegt und sind auf einer vorher bezeichneten Stelle glatt gelandet. Großer Waldbrand. München, 30. März. Zwischen Rosenheim und Kufstein entstand durch Arbeiter, die trockenes Reisig anzündeten, um sich das Essen zu kochen, ein Waldbrand. Biz gestern abend hat man vergeblich versucht, den Brand einzudämmen. Es sind ihm bereits über 200 Morgen zum Opfer gefallen. Der neueste Zeppelin. Friedrichshafen, 30. März. Das Luftschiff„ Erjazz Deutschland" wurde gestern gefüllt und soll heute früh zum ersten Mal aufsteigen. In den ersten Tagen des April soll der Flug nach Düsseldorf angetreten werden, der in drei Etappen ausgeführt werden soll. Ein russisches Räuberstückchen. Warschau, 30. März. Ju einem Wäldchen zwischen Widzow und Neuradomsk lauerten zehn mit Gewehren bewaffnete Terroristen nachmittags dem Warschauer Personenzug auf und brachten ihn zum Halten. Das Zugpersomachtlos. nal, das mit Erschießen bedroht wurde, war Zwei Passagiere, die ausstiegen, um sich nach der Ursache des Aufenthalts zu erfundigen, wurden von den Räubern einfach über den Haufen geschossen. Die Räuber begaben fich zum Backwagen und zwangen den Packmeister, ihnen 16 eiserne Geldkasten auszuliefern, die 100 000 Rubel enthielten. Die Summe gehörte der Bahngesellschaft und war zur Gehaltszahlung bestimmt. Die Räuber suchten dann mit der Beute das Weite. Ein Beamter als Mörder. Wien, 30. März. Der 35jährige Finanzkommissar Dr. Oskar Hofmeister tötete den 24jährigen Beamten der Kre dieser angeblich die Heirat seiner Schwester mit Hofmeister verweigerte. Der Täter wurde verhaftet. aus Bittsburg, das 160 Kilometer von Canton entfernt Kleine Einfälle, die Millionen bringen. Sitgereinsbank Franz Solthaus durch Revolverschüffe, weil liegt, zukamen. Fünf der Patienten wurden auf lange Beit in Schlaf versetzt, während bei zweien der Erfolg nicht zufriedenstellend ausfiel. Louzenheiser sprach in den Apparat mit seltsam modulterter Stimme, die von einem bestimmt gegebenen Kommando zu Beginn des Experiments an bis zu einem Wispern sich abschwächte. Medium nach dem andern wurde auf Kommando in den hypnotischen Schlaf versezt, und Louzenheiser wisperte dem einen zu:„ Dein rechter Arm ist gefühllos. Dein Ein Vor kurzem wurde bekannt, daß ein bejahrter engli= scher Ofenfabrikant, der ein neues Verfahren zur Herstellung von Salz erfunden hat, seine Entdeckung für 20 Mill. Mark an ein amerikanisches Syndikat verkaufte. In diesem Falle waren freilich viele Jahre stiller und rastToser Arbett vergangen, ehe die Erfindung so vervollkomm net war, daß ste für die Industrie einen Wert von ungezählten Millionen gewann. Aber die Fälle sind keineswegs selten, in denen ein flüchtiger fleiner Einfall zum Erfinder und dann zum Millionär werden läßt, ohne daß Reit Schiffszusammenstoß. Kopenhagen, 30. März. Der schwedische Frachtdampfer Ellen, von Königsberg nach Bornholm unterwegs, stieß ge= stern vormittag bei dichtem Nebel im Deresund mit dem Küstendampfer Sverige zusammen. Ellen wurde mitte schiffs getroffen und sank innerhalb 3 Minuten in dem 20 Meter tiefen Waffer. Das Schiff ist verloren, doch wurde die Besatzung gerettet. Polizei- Verordnung. Betreffend den Besuch von Kinematographen- und Tonbild- Theatern durch Kinder unter 14 Jahren. Auf Grund des Artikels 56 der Städteordnung wird nach Anhörung der Stadtverordneten- Versammlung und mit Genehmigung Großh. Ministeriums des Innern vom 17. März 1911 zu Nr. M. d. J. 1 3629 für den Bezirk der Stadt Gießen verordnet, wie folgt: § 1. Kindern unter 14 Jahren ist der Besuch von Kinematographen- und Tonbild- Theatern ohne Begleitung eines Elternteiles oder desjenigen, der Elternsteile vertritt, oder eines Lehrers untersagt. Die Vorschrift des Abs. 1 findet keine Anwendung auf Schülervorsteliungen, die als solche öffentlich angekündigt sind, spätestens abends 7 Uhr enden und deren Spielplan von dem Großherzoglichen Polizeiamt im Einvernehmen mit der Schulbehörde vorher genehmigt worden istf § 2. Den Besitzern, Inhabern und Leitern von Kinematographen- und Tonbild- Theatern oder deren Stellvertretern ist es verboten, den nach§ 1 untersagten Besuch oder Aufenthalt von Kindern unter 14 Jahren bei Aufführungen zu gestatten. Sie sind verpflichtet, die in ihren Geschäftsräumen verbotswidrig sich aufhaltenden Kinder unter 14 Jahren unverzüglich aus ihnen zu entfernen. § 3. Zuwiderhandlungen gegen vorstehende Anordnungen werden mit Geldstrafe bis zu 30 Mark, die im Falle der Uneinbringlichkeit in Haft umzuwandeln ist, bestraft. § 4. Vorstehende Polizeiverordnung tritt mit dem Tage ihrer Verkündigung im Kreisblatt" in Kraft. وو Gießen, den 22. März 1911. Großh. Polizeiamt. Gebhardt. Bürgerverein Giessen. Montag den 3. April, abends 8% Uhr, in Steins Saalbau Oeffentl. Versammlung Tages Ordnung: 1. Die Verlegung der städt. Aemter in die alte Klinik als zukünftigem Rat: haus. 2. Verschiedenes. Wir laden hiermit alle Einwohner unserer Stadt zu der Versammlung freundlichst ein und rechnen auf zahlreiche Beteiligung. Der Borstand. Wohnung gesucht 3-4 Zimmer in schöner Lage, Nähe. Seltersweg, Giessen. Offerten mit Preisangabe unter„, Fakir" an die Exped. ds. Bl. Einzug Ende April oder Anfang Mai, Der technische Fachschulunterricht st bis ins kleinste nachgeahmt in den technischen Selbst- Unterrichts- Werken: 1. Maschinenbauschule. 2. Hoch und Tiefbauschule. 3. Bergschule. 4. Elektrotechnische Schule. 5. Schlosserschule. 6. Tischlerschule. 7. InLichtspiele Kolosseum Walltorstr. 38 Gießen Walltorstr. 38 Neues hervorragendes Programm vom 29. bis 31. März. 1. Englische Seebäder, Naturaufnahme. 2. Der verhängnisvolle Steuersatz, 3. Eine Posse im Bilde. Rachel, eine Geschichte ruffischer Unterdrückung. 4. Der Gewinner, Eine Komödie. 5. 1 unterbrochenes Telegramm, bürgerliches Drama. 6. Am großen St. Bernhard, Naturaufnahme, 7. Gustav und Guste, Humoreske Gespielt von Md. Marta d'Hervilly und Mons. Cacalis vom Theater de l'Athènée in Paris, 8. Auf ewig verloren, Drama aus der Biedermeierzeit n. Tennysone berühmter Dichtung„ Maud"." 9. Müller als Jäger, 10. Groteske, Arizath, Die Priesterin d. Tanit. Koloriert. Kunstfilm, dargest. v.1. Künstlern Programmänderung vorbehalten. Nur noch 3 Tage in Wetzlar Circus L. Strassburger. Heute Freitag, 8% Uhr abends Grosse Clown- u. KomikerVorstellung. Morgen Samstag Grosser Oefen macht Herde u. Kamine das beste tief Globeline Ofenglanzmittel Giebt tiefschwarzen Alleiniger Fabrikant Fritz Schulz jun.Aktiengesellschaft Leipzig Glanz Hochste Auszeichnung Grand Prix Wellausst St Louis 19 schwarz glänzend Globeline die bestbewährte Ofenpolitur überall erhältlich. Millionen Sport- Abend. oranzen, kräftige, vor. In jeder Vorstellung neues Programm! Nur echte Henkel's Bleich Soda Garantirt chlor frei gibtu hält blendend weisse Wäsche züglich bewurzelte Ware, liefert billigst, Preisliste fret Wilh. 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Konfirmation der Kinder aus der Lukasgemeinde; im Anschluß Feier des hl. Abendmahles. Nachmittags 6 Ühr: Pfarrer Ausfeld. Abends 7 Uhr: Versammlung der konfirmierten männlichen Jugend der Johannesgemeinde. Mittwoch, den 5. April, abends 6 Uhr: 6. Passionsandacht. Pfarrer Ausfeld. Freitag, den 7. April, nachm. 4 Uhr: Versammlung des Frauenmissionsvereins der Lukasgemeinde; abends 5% Uhr: Versammlung der konfirmierten weibKuverte mit Aufdruck Giessener Verlagsdruckereichen Jugend der Johannesgemeinde. Ein mit den Verhältnissen der Stadt und Umgegend gut vertrauter Mann mit. Zeugnissen und fl. Raution findet als stallateurschule. 8. Stukkateurschule. 9. Steinmetz- Einkassierer schule. 10. Polierschule. 11. Eisenbahnwerkmeisterschule. 12. Giessereitechnikerschule. 13. Lokomotivführerschule. 14. Zimmermeisterschule. Glänzende Erfolge. Grosse Sammlung on Dank. und Anerkennungsschreiben kostenlos. sendungen bereit willigst. Kleine Teilzahlungen. Bonness& Hachfeld, Verlag, Potsdam. SO Kaufm. 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Gemeinden unter übertigungsmittel, wohl schmeckend wiegend katholischer Bevölkerung erhoben. Ebenso wird undbekömmlich Flasche Mk.1.50. am Karfreitag die übliche Kollekte für die evangelischen Otto Schaaf, Giessen Anstalten in Jerusalem erhoben werden. Adler Drogerie Seltersweg 39. Buthelische Gemeinde Samstag, den 1k April. Möbelwagen, Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Geder leer von Tübingen oder Stutt art Ende April nach Gießen fährt für einen Umzug gesucht. Off rten mit Breis unter M. 22017 an bte Ero. dieses Blattes. 4-5 tüchtige Weisbinder gesucht sowie 1 tüchtigen Gipser und Terranovaarbeiter. Weylar, Parisergaffe Nr. 3. legenheit zur hl. Beicht. Sonntag, den 2. April. Passions- Sonntag. - Feier des großen Gebetes. Vorm. von 6½ Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht. Vorm. um 7 Uhr: Die erste hl. Messe. Aussetzung des Allerheiligsten. Beginn der Bet= stunden. Vorm. um 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion. Vorm. 9 Uhr: Heilige Messe. Vorm. 11 Uhr: Heilige Messe. Nachm. um 5 Uhr: die letzte Betstunde, darauf feier= licher Schluß mit Te Deum. Dienstag und Freitag abends um 6½ Uhr ist Fa stenandacht. Freitag um 7 Uhr ist hl. Messe mit Segen. Verantwortlich: Robert Roller, Gießen.