! d).) cichtung anderen icht rof n. Wo Anecten RDICHTEN HGLANZI ttel OHNE KURRENZI -חי ter Kunt en aktion, e AusBlätter frei druckere icher. Gießen. Preisliste Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen vierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mt. Erscheint - - jeden Werktag früh.- Die„ Humoristischen Blätter“ Itegen wöchentlich einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Herausgeber: Albin Klein& Otto Fischer. Nr. 26. Telephon: Nr. 362. Reichstagswablvorbereitungen. Gießen. Die Einigungsversuche zwischen den Nationalliberalen und der Fortschrittlichen Volkspartei für die Reichstagsnachwahl sind gescheitert. Die Vertrauensmänner der Fortschrittlichen Volkspartei beschlos= sen, allein in den Wahlkampf einzutreten und ihren Kandidaten in einigen Tagen bekannt zu geben. Die Nationalliberalen halten an der Kandidatur des Professors Gise viu s- Gießen fest. * Erbach i. O., 28. Jan. Als gemeinsamer li= beraler Kandidat für den Wahlkreis Erbach- Bensheim wurde Friedrich Scior aufgestellt. Lokal- Dachrichten. Gießen, den 31. Januar. • Gießen, 30. Jan. Der Landwirtschaftskammerder Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Dienstag den 31. Januar 1911 Wirtschaft beging der hiesige Kriegerverein den Geburtstag des Kaisers. - Niederkleen, 31. Jan. Die hiesige Gemeinde schenkte 18 Veteranen je einen Sessel. Mögen die alten Krieger noch lange Zeit sich dieses Geschenkes erfreuen. * Hochelheim, 29. Jan. Der hiesige Krie= gerverein versammelte sich Freitag nachmittag im Gasthause des Herrn Karl Jung, um den Geburtstag des Kaisers festlich zu begehen. In seiner Begrüßungsansprache feierte Herr Lehrer Drescher die Verdienste der Hohenzollern vom ersten Markgrafen bis zum jetzigen Kaiser. Zur Genüge habe nun Kaiser Wilhelm 2. bewiesen, daß er seine Lorbeern nicht mit den Tränen des Volkes und dem Blute der Krieger zu ernten gedenke, vielmehr habe er die Friedenspalme in seine Krone eingeflochten. Ein dreimaliges Hoch auf den obersten Kriegsherrn beschloß die beifällig aufgenommene Anſprache. Dann folgten einige vorzügliche Konzertſtücke Der Ausschuß für Oberhessen hat am vergangenen Mittwoch und Gesangsvorträge des Gesangvereins„ Frohsinn". Die in seiner Sitzung folgende Mittel zur Förderung am abend von seiten des Vereins vorgeführten humoder landwirtschaftlichen Technik genehmigt: zur Förderung ristischen Veranstaltungen erzielten lebhaften Beifall. Es der Pferdezucht 8954 Mt., der Rindviehzucht 36 204 wurden noch mehrere Ansprachen gehalten, so toastete Mark, der Schweinezucht 5400 Mt., der Ziegenzucht Herr Lehrer Braun auf die liebe Frauenwelt und 3670 Mt., der Schafzucht 800 Mt., der Geflügelzucht Vorsitzende, Herr Gemeindevorsteher Schiefer stein, auf die Gäste und Ehrenmitglieder. Ein gemütliches 3026 Mt., des Obstbaues 6109 Mt., der Bodenkultur 7100 Mt. und für sachliche und persönliche Verwalt- Tanzvergnügen beschloß die Festlichkeit und hielt Alt ungskosten 15 240 Mark. Um eine Deckung von Einund Jung noch lange bei fröhlichster Stimmung zu= sammen. nahmen und Ausgaben zu erzielen, mußten die diesjährigen Ortsschauen für Simmentaler und Vogelsberger gestrichen, einige fleinere Vorsehungen für Bullenstationen und Schweinezucht eingeschränkt und die Ehren35 preise für Geflügelausstellungen reduziert werden. Auch eine Erhöhung des Weidegeldes für Rinder von auf 40 Mark wurde mit Rücksicht auf die um 1½ Monate verlängerte Weidezeit, die umfangreichen Verbesserungen der Weiden und die größeren Gewichtszunahmen beschlossen. -h- Demnächst werden bei den preußisch- hess. Staatsbahnen Versuche mit elektrischen Scheinwerfern für Lokomotiven angestellt werden. Die Versuche, die der größeren Sicherheit dienen sollen, währen einige Wochen. Wetzlar, 30. Jan. Innerhalb des Regierungsbezirkes Koblenz dürfen Saison- und Inventurausverkäufe nur in der Zeit vom 2. bis 31. Januar und 1. bis 31. Juli jeden Jahres stattfinden. Heute müssen daher sämtliche derartige Ausverkäufe geschlossen werden. Ausverkäufe anderer Art müssen mindestens 2 Wochen vor Beginn bei den Ortspolizeibehörden( in Wetzlar bei der Handelskammer) angezeigt und ein vollständiges Verzeichnis der dem Ausverkauf unterstellten Waren eingereicht werden. - - Wetzlar, 30. Jan. Auf dem Wochenmarkte fostete das Pfund Butter 1.20 bis 1.30 Mt., Eier per Stüd 10 und 11 Pfg. == A z ba ch, 30. Januar. Jm Saale der Kellerschen Wagner- Liszt- Abend von aber Heinrich Knote und Ernst Riemann. Stunden reinsten Genusses waren es, welche die hiesige Ortsgruppe des Alldeutschen Verbandes gestern Abend in den Räumen des Stadttheaters einer andächtig lauschenden Kunstgemeinde durch seine Veranstaltung verschaffte. Mit der Liszt'schen Fantasie quasi Sonata" wurde das Konzert eröffnet. Die Konzessionen, welche der Komponist im ersten Teile der Komposition dem Virtuosen macht, sind anfangs gering; aber bald kommt der Heros, der mit Titanenfaust in die Saiten greift, zur vollen Geltung. Feindselig, fast gegen alle Kunstregeln und ästhetischen Gesetze verstoßend, brausen die seltsamen Akkorde dahin. Liszt geht hier ganz auf eigenen Wegen. Seinen musikalischen Gebilden, welche sich in dieser Richtung bewegen, fehlt es an Gefühlswärme; es mangelt ihnen, ganz abgesehen von der speziellen tonkünstlerischen Beschaffenheit, im allgemeinen ein vermittelndes Moment für die Möglichkeit unmittelbarer musikalischer Auffassung. Ernst Riemann dokumentierte bei der Wiedergabe eine glänzende Technik und ein phänomenales Gedächtnis. Mühelos reihte er die seltsamen Töne und Akkorde ohne Unterstützung des Notenblattes aneinander. Diametral entgegengesetzt war dem Inhalte nach das bei seinem Ererste Lied, das Heinrich Knote scheinen auf der Bühne lebhaft begrüßt zu Gehör brachte.„ Am stillen Herd zur Winterszeit". Weg und Steg verschneit. Wie süß läßt es sich im warmen Stübchen vom holden Lenz und der lieblichen Sommerszeit träumen! Jnnige, zu Herzen gehende Töne fand der gottbegnadete Künstler, als er den Intensionen des Altmeisters Wagner nachspürte. - Wetzlar, 30. Jan. Der Personenzug 781a Frankfurt- Gießen, Abfahrt Frankfurt 5.30 Uhr nachm., Frankfurt- Gießen, Abfahrt Frankfurt 5.30 Uhr nachm., lich gefahren wurde, verkehrt ab 4. Februar nur noch Ankunft Bad- Nauheim 6.51 Uhr abends, der seither tägSamstags und an Tagen vor Feiertagen. 0 HohensoIms, 30. Jan. Bei einem verendeten Schweine des Karl Frink zu Erda ist die Schweinefeuche amtlich festgestellt worden. Gehöftsperre ist angeordnet. Limburg, 30. Jan. Am Sonntag hielt der Handwerkerverband für den Regierungsbezirk Wiesbaden hier eine Vorstandssitzung ab. Vertreter waren auch erschienen von der Lahn und vom Westerwald. Es wurde u. a. beschlossen, die bewilligten Gelder für die beiden eher auszuzahlen, bis dieselben errichtet sind. Als Ort Handwerkersekretariate Wiesbaden und Frankfurt nicht des nächsten Handwerkertages wurde Hadamer bestimmt. = 0= Gladenbach, 29. Jan. Durch Großfeuer wurden in Niedereisenhausen 7 Gebäude zerstört. Eberstadt, 28. Jan. Ein 17jähriges Mädchen von hier ist wie durch ein Wunder dem Tode entronnen. Es wollte auf einen in Bewegung befindlichen 3ug springen, glitt aber ab und fiel auf die Schienen. Nur dadurch, daß sie sofort den Kopf zur Seite bog, kam sie mit dem Schrecken davon. Lauterbach, 28. Jan. 3wei Dienstmädchen waren in der Küche mit Kleiderreinigen beschäftigt gewesen, wobei sie Benzin benutzt hatten. Auf bis jetzt unaufgeklärte Weise kam das Benzin zur Explosion und | ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reflameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs. zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Gesamtleitung: Albin Klein. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. setzte die Kleider der Mädchen in Brand. Die Mädchen liefen auf die Straße, einer Feuersäule gleich. Sie wurden ohnmächtig ins hiesige Krankenhaus geschafft und sind am Freitag ihren Verletzungen erlegen. - in Konkurs geratenen Vorschußkasse gingen 34 000 wt. Büdingen, 29. Jan. Für die Mitglieder der ein. Vom Hassiaverband gingen aus 420 Kriegervereinen 5564 Mark für geschädigte Kameraden ein. tär angenommen wurde, erschoß sich in Utp he der 20jährige Steinhauer Wilhelm Schneider auf dem Friedhof in der Nähe eines Grabsteins, den er als Gesellen= 0= Hungen, 29. Jan. Weil er nicht beim Milistück angefertigt hatte. = b Alsfeld, 29. Jan. Der Althändler A. Cahn wurde, weil er Knochen in einem Gebäude lagerte, das nicht den vorgeschriebenen Abstand von den gewohnten Gebäuden hatte, vom Kreisamt Alsfeld die Weiterbenutzung der Anlage untersagt. Gegen diese Verfügung verfolgte er Beschwerde an den Provinzial- Ausschuß, die aber ergebnislos verlief. * Darmstadt, 29. Jan. Eine Enttäuschzählung vom 1. Dezember 1910 nicht die erhoffte Beung wurde unserer Stadt insofern zuteil, als die Volksvölkerungssumme von 90 000 Einwohnern ergab, sonverteilt, ergibt demnach für das Jahr ein Minus von dern nur 87 000. Dieser Ausfall von 3000 auf 5 Jahre 600 Personen. - Mainz, 30. Jan. Neun Bautechnikern wurde von der hiesigen Fortifikation zum April und Mai gekündigt, weil die Gehälter für diese Posten vom Kriegsministerium nicht mehr bewilligt worden sind. Es sind Leute dabei, die schon über 15 Jahre im Dienste sind. * Frei Weinheim, 30. Jan. Sein 23. Kind brachte dieser Tage ein hiesiger Bürger zur standesamtlichen Anzeige. Aus erster Ehe hat er 14, aus zweiter Ehe 9 Kinder; 5 sind gestorben. * Köln, 29. Jan. Bei der von dem Bunde der Viehhändler Deutschlands abgehaltenen Versammlung wurde die Mitteilung gemacht, daß das Jahr 1911 voraussichtlich eine Fleischteuerung bringen werde, wie man sie in den letzten Jahrzehnten nicht erlebt hat. Zur Arbeiter- Bewegung. Sie schwindeln hartnädig weiter. Vor mehreren Wochen brachten einige sozialdemokratische Blätter einen Schwindelartikel über das Jahrbuch der christl. Gewerkschaften 1911, worin das tollste Zeug zusammengelogen war. In der Tagespresse und in christlichen Gewerkschaftsorganen sind die direkt unwahren Behauptungen durch die Leitung der christlichen Gewerkschaften zurückgewiesen worden. Es wurde nachgewiesen, daß der Verfasser des Artikels sich einer Reihe dreister Fälschungen bedient hatte, um die Unterlagen für seine Anrempelungen zu erhalten. So stellte er die Gesamtausgaben der christlichen Gewerkschaften von 1905 bis 1909 den verausgabten Unterstützungen gegenüber, um auf diese Art einen Fehlbetrag von 6 753 750 Mark für den betreffenden Zeitraum herauszurechnen. Der famose „ Rechenkünstler" unterschlug dabei u. a. die„ Kleinigkeiten", daß den Ortskassen im fraglichen Zeitraum allein 2 887 365 Mark verblieben, weiter, daß nicht weniger wie 1 951 583 Mark für die beruflichen Verbands- Drgane ausgegeben wurden. Das alles stempelte der sogaben", um die Arbeiter vor einer erdichteten Mißwirtschaft der christlichen Gewerkschaften gruselig zu machen. Hatte dies Lied:„ Am stillen Herd" aus den„ Meistersingern" die Sehnsucht nach dem Frühling wachgerufen, so führte uns Siegmunds Liebeslied:" Winter= stürme wichen dem Wonnemond" aus„ Walküre" mitten in die liebliche Frühlingslandschaft hinein. Die linden Lüfte sind erwacht; die Vöglein singen; die Blumen sprießen, siegend sprengt die Sonne mit„ tapferen Strei- zialdemokratische Beilenschinder zu„ Verwaltungs- Auschen" des Winters strenge Tür. Wundervoll paßte sich die Stimme diesen Naturmotiven an; zart und weich, bis das strahlende Organ sich aufschwang, den Sieg der Sonne zu versinnbildlichen. Zur vollen Entfaltung tam Knotes Stimme bei den letzten beiden Liedern: Gralserzählung„ In fernem Land" aus„ Lohengrin" und Preislied aus„ Die Meistersinger von Nürnberg". Die Seele versinkt in eine Welt von Duft und Schönheit, sie weitet sich bei der Offenbarung, die diese Stunde des reinsten Gottesdienstes bedeutet, und schwer ist es, sich zurückzufinden in die rauhe Wirklichkeit. Beifallsstürme durchbrausten den Saal, und man ließ nach dem letzten Liede nicht locker, so daß der Künstler sich zu einer Zugabe bequemen mußte. Hofpianist Riemann bot außer dem ersten Stücke noch drei andere Liszt'sche Kompositionen:„ Die Wasserspiele der Villa d'Este"," Sposalizio" und die„ E- Dur- Polonaise Nr. 2". Unter seinen Händen wuchsen die schwierigsten Passagen zu silbernen Bächen; lebte Liszt noch, er stände dankend vor dem Pianisten, der dem großen Meister den Glorienschein des Genies selbstlos erhellt. Auch von diesem Künstler verlangten die Zuhörer eine Zugabe. Der Ortsgruppe des Alldeutschen Verbandes aber gebührt aufrichtiger Dank, daß er dieses Konzert zustande gebracht, und man kann nur wünschen, daß auch in finanzieller Hinsicht ihr ein voller Erfolg beschieden sein nanzieller Hinsicht ihr ein voller Erfolg beschieden sein möge. Die öffentliche Widerlegung dieser Unwahrheiten, die nur als Ausfluß polizeiwidriger Dummheit oder per= fider Gewissenlosigkeit bezeichnet werden können, erfolgte in den Tagen vom 17. bis 20. Dezember 1910. Und trotzdem bringen es eine Anzahl sozialdemokratischer Blätter fertig, noch Wochen nachher denselben Schwindelartikel ihren Lesern vorzusetzen. So u. a. die sozialdemokratische„ Bergarbeiter- Zeitung" am 7. Jan. 1911, die Frankfurter„ Volksstimme" am 12. Jan. 1911 2c. Für derartige journalistische Gepflogenheiten gibt es feine parlamentarische Bezeichnung. Dieser Presse ist der letzte Rest von Anstand und Ehrlichkeit verloren gegangen. Es ist wirklich schon so weit mit ihr gekommen, daß man sie nur noch durch Berichtigungen auf Grund des Preßgesetzes dazu zwingen kann, der systematisch von ihr vergewaltigten Wahrheit die Ehre zu geben. Holzverkäufe u. Versteigerung. Bürgermeisterei Villingen: Mittwoch, 1. Februar, vorm. 10 Uhr, Distr. Mühlberg, Eisensteinstrauch und Eiköppel. Donnerstag, 2. Februar, vormittags 10 Uhr: Distrikt Blaustück und Schlaghaus. Zusammenfunft am 1. Tage im Distrikt Mühlberg auf dem Verbindungsweg zwischen Villingen und Langd, am 2. Tage im Distrikt Blaustück am Waldeingang der Bahnlinie Villingen- Hungen. Deutscher Reichstag. Die Verfassung der Reichslande. der Marine, Admiral Prinz Heinrich von Preußen, seine Beförderung zum Großadmiral. Als Nachfolger des in den Ruhestand tretenden deutschen Botschafters in Totio Mumm von Schwarzenstein ist der Gesandte in Peking Graf von Rex in Aussicht genommen. Dessen Nachfolger wird der gegenwärtige Vertreter des Reichs in Siam, Frhr. Konrad v. d. Golz. Der zweite Tag der Beratung über die Verfassung für Cllah- Lothringen am Sonnabend brachte auch den ReichsZanzler auf den Plan. Er nahm nicht sogleich das Wort, fondern l'eß dem konservativen Abgeordneten Winckler den Vorrang, der sich dem geplanten Vorgehen der Regierung sehr bedenklich und skeptisch gegenüberstellte, dagegen anerkannte, daß die Verfassungsverhältnisse in Elsaß- 20thringen ein Uebergangsstadium darstellen und daß das Biel sein muß, diesem Lande die bundesstaatlichen Rechte zu geben. Reichskanzler v. Bethmann- Hollweg be< fonte zunächst, daß die Stimmung, die vor einem Jahre eine sehr günstige gewesen sei, inzwischen steptisch geworden set. Der Stillstand in den letzten Jahren, den Deutschland gegenüber den Reichslanden zeigte, müsse für manche uner freuliche Erscheinungen in Elsaß- Lothringen verantwortlich gemacht werden. Eine Politik der Nachgiebigkeit und des Entgegenkommens gegen die Elemente, die den Anschluß an Deutschland bekämpfen, habe uns rückwärts gebracht. Diese Elemente müßten die Hand der Regierung fühlen. Bestrebungen, wie sie in Meh vorgekommen feten, dürften nicht geduldet werden. Die Gesetzesvorlage soll, so führte der Kanzler weiter aus, den Rahmen abgeben, in dem sich die elsaß- lothringische Bevölkerung weiter entwickeln kann. Die Vorlage bedeute selbst in ihrer jetzigen Form einen großen Fortschritt für Elsaß- Lothringen. Das Wahlrecht fönne feineswegs so gestaltet werden, daß die Masscs die Herrschaft über die Regierung unb bie Partamente erhalten würden. Der Reichskanzler schloß mit den Worten: Dem Lande, sus des Landes ist, und dem Reiche, was des Reiches ist." Cine bemerkenswerte Kaisersgeburtstagsrede hat der preußische Gesandte beim Vatikan von Mühlberg gehaltenten. Er wies auf die Krise im vergangenen Jahre hin und betonte, daß der konfessionelle Friede in Deutschland sowie die Beziehungen seiner Regierung zum päpstlichen Stuhl bedroht schienen. Man befinde sich in Rom in einem Irrtum, wenn man behaupte, daß die katholische Religion in Deutschland verfolgt werde. Die Ansprache des Kaisers im Kloster Beuron enthalte eine so flare Anerfennung des Wertes des Glaubens für das deutsche Volk, daß darüber bei jedem Patrioten die trennenden Punkte in beiden Konfessionen verschwinden und nur die Momente hervortreten, die die beiden christlichen Konfessionen einen und zusammenschließen sollen zu einer gemeinsamen Arbeit für das Vaterland und zum Schutz der kulturellen Interessen. Gegen die drohende Ausrottung der deutschen Schrift hat in Berlin eine vom Allgemeinen deutschen Sprachverein einberufene stark besuchte öffentliche Versammlung Scharfen Protest eingelegt. Die Petitionskommission des Reichstages hat fürzlich unter Zustimmung des Regierungsvertreters einer Petition, daß die Schulkinder sämtlicher Schulen in den ersten drei Jahren nur lateinische Schrift zu lernen und zu üben haben, zugestimmt und sie dem Reichskanzler zur Berücksichtigung überwiesen. werden. Ein Bergmann war tot, sechs schwer und vierzehn leicht verwundet. Zwei schwere Verbrecher schlugen auf der Strecke Myslowiß- Breslau in einem Etsenbahnwagen den Aufsehei nieder. Dann sprangen sie aus dem fahrenden Zuge und entkamen. Einige andere Verbrecher versuchten ebenfall zu entfliehen. Ihre Flucht mißlang jedoch. Die beiden Flüchtlinge sind gefährliche Verbrecher. Einen Mordversuch auf seine Wirtin, eine Witwe, machte in Reckenthin bei Osnabrück der Arbeiter Garbe. Er versuchte die Frau zu vergewaltigen, was ihm aber nicht gelang, und verwundete sie dann durch mehrere Messerstiche in den Hals schwer. Aus dem Zuge gestürzt ist am Sonnabend auf der Strecke Dresden- Berlin in der Nähe von Luckenwalde ein zwölfjähriges Mädchen aus bisher unbekannter Ursache. Der Zug wurde sofrt angehalten und das schwer verletzte Kind aufgehoben. Es dürfte kaum mit dem Leben davonkommen. Siebzig Gier in 25 Minuten verzehren zu können, hatte in einer Wirtschaft in München ein Schreinermeister gewettet. Er ließ die Eier hart kochen, schälen, zerstampfen und ohne Mehl mit Butter zu einem nicht allzu großen Eierkuchen zubereiten, den er innerhalb 22 Minuten vertilgte. Die überraschten Gegner des Siegers wollten diese Umgehung der Wette nicht gelten lassen, und es entstand eine große Rauferei, bei der der Schreinermeister jämmerlich zugerichtet und schwer verletzt wurde. Im Interesse der Eisenbahnarbeiter weist der preußische Eisenbahnminister von Breitenbach in einem Erlasse darauf hin, daß es für die Lebenshaltung der Arbeiter von großem Nutzen sei, wenn sie ein Stück Land zur Bewirtschaftung pachten könnten. Es ist daher, so heißt es in dem Erlaß weiter, den Wünschen der Arbeiter auf Verpachtung von eisenbahnfiskalischem Gelände nach Möglichfeit zu entsprechen. Soweit solches Gelände nicht zur Ver= fügung steht, lege ich es den föniglichen Eisenbahndirektionen nahe, den Arbeitern eine andere Landpachtung zu vermitteln und zu erleichtern, wo sich günstige Gelegenheit bietet. Vor allem wird es sich um solche Arbeiter handeln, die nach dem Stande ihrer Familien einerseits der Landbenutzung bedürftig sind, andererseits die Bearbeitung des Landes durch Familienmitglieder besorgen können, ohne selbst dem Interesse des Dienstes entzogen zu werden. Dem Kanzler folgte als Redner der demokratische Elfäßer Preiß, einer der Führer der nationalistischen Agttateren. Er bezeichnete die Vorlage als ein Gelegenheitsprodukt und betonte, niemand in Elsaß- Lothringen wolle von einer Monarchie etwas wissen. Redner forderte einen lebenslänglichen Statthalter, ferner das allgemeine gleiche Wahlrecht und lehnte das Ernennungsrecht der Krone zur ersten Kammer ab. Ganz das Gegenteil forderte der Abg. Liebermann von Sonnenberg( W. Vg.), der aus den Ausführungen des Abgeordneten Preiß den Schluß zog, daß das Land für eine solche Vorlage noch nicht reif set. Redner lehnte die Vorlage vollständig ab und hält die Einführung der geplanten Verfassung für eine gefährliche Sache, weil der nächste Krieg hierdurch in größere Nähe rücke. Staatssekretär Delbrück stellte fest, daß der Abg. Preiß durch seine Rede die Sympathien für seine weitge= henden Forderungen nicht gestärkt habe und daß dessen Ausführungen nicht der Mehrheit der elsaß- lothringischen BeDer Staatssekretär äußerte die völkerung entsprechen. Hoffnung, daß die Verhandlungen in der Kommission und im Plenum der Auffassung der Regierung Recht geben. Abg. Freiherr v. Hertling( 3.) war mit den Ausführungen der Abg. Preiß und von Liebermann, die von Versöhnung wenia merfen ließen, nicht einverstanden, und betonte, eine elsaß- lothringische Frage gebe es nicht mehr, weder als deutsche noch als internationale Frage. Auch das Zentrum reflamiere für seine elfaß- lothringischen Freunde, Träger des deutschen Gedankens zu sein. Seine Partei sei prinzipiell für die Einführung des Reichstagswahlrechts auch in den Reichslanden. An den von der Regierung vorgeschlagenen Einschränkungen werde seine Partei die Vorlage nicht scheitern lassen. Der Sozialdemokrat Böhle und der Freisinnige Dove wiederholten im wesentlichen die Gedankengänge, die schon die ersten Redner ihrer Frattion vorgebracht haben. Böhle behauptete, der Klerus set es gewesen, der die elsaẞ- lothringische Bevölkerung lange in dem Glauben erhalten habe, daß einst der Tag kommen werde, der Elsaß- Lothringen wieder mit Frankreich vereinen würde. Abg. Dove wünschte einen weiteren Ausbau der Vorlage. Zum Schluß hielt der elfäffische Zentrumsab geordnete Dr. Wetterle eine scharfe Rede vom nationalt= stischen Standpunkte. Ihm antwortete der Staatssekretär 3orn von Bulach, der diese Angriffe als übertrieben zurückwies. Hierauf schloß die Debatte. Die Vorlage wurde an eine Kommission von 28 Mitgliedern verwiesen.. Rundschau vom Cage. Politisches. Zu argen Erzessen fam es gestern nachmittag im Gefängnis des Krakauer Landgerichts. Zahlreiche Gefangene, die sich gerade im Hofe befanden, erhoben plötzlich ein furchtbares Geschrei:„ Gebt uns Brot! ermordet uns nicht!" Der Lärm war so groß, daß er bis auf die Straße gehört wurde. Die Exzedenten zerschlugen viele Scheiben. Daraufhin ließ der Gefängnisdirektor Militär requirieren, das die Ruhe wieder herstellte. Heftige Schneestürme richteten in Kaukasien große Verheerungen an. Mehrere Menschen sind umgekommen. Einige Züge find in den kleinen Stationen oder auf freiem Felde im Schnee stecken geblieben. Die ausgesandten Schneepflüge können nicht durch den Schnee dringen. Das Schicksal einiger mit Lebensmitteln ausgesandter Züge ist unbekannt. Vergiftet, weil er sein Testament zu ungunsten seiner Frau ändern wollte, wurde in einem Orte bei Bozen ein alter Bauer von seiner jungen Frau und deren Liebhaber. Ein britisches Eingeständnis. Der Londoner Daily Telegraph meldet in einem Artikel über die Befestigung Vlissingens, niemand könne bezweifeln, daß Holland völferrechtlich absolut zu ihr berechtigt sei, ebenso begreiflich sei aber, daß sie den Westmächten sehr unliebsam sei. Und warum?„ Weil sie jeden englischen Versuch ernstlich hindern würde, im Kriegsfall mit Frankreich zu kooperieren." Das Blatt gesteht faktisch zu, daß eine Verlegung der holländischen Neutralität durch England im Kriegsfall nicht unwahrscheinlicher wäre als eine Verlegung der belgischen durch Deutschland, die England ja als bestimmt voraussetzt. Was die geplante Kooperation mit Franket reich betrifft, ſo versichert ein elftiger engliſcher Parteigänger der Tripelentente, während der Marokkokrise sei die Abmachung gewesen, daß England, wenn es zum Bruch läme, schnell hunderttausend Mann über Vlissingen nach Antwerpen werfen und von da auf die Maaslinie marschieren lassen sollte. Er setzt hinzu, wenn das englische Kabinett die Sperrung dieses Einfalltores nicht verhin= dere, dürfe man auf einige interessante Resignationen ge= faßt sein! Die Würde des Großadmirals, dessen Rang und Titel, wie gemeldet, dem Staatssekretär des Reichsmarineamts, Admiral von Tirpik, verliehen worden ist, entspricht der= jenigen der Generalfeldmarschälle der Armee, und wurde erst im Jahre 1900 geschaffen. Zunächst nahm nur der Kaiser diese Rangstellung ein, bis sie 1905 während der ,, Kieler Woche" auch dem damaligen Chef der aktiven Schlachtflotte und Generalinspekteur der Marine, Admiral v. Koester, verliehen wurde, der auch nach seinem Rücktritt in den Ruhestand auf Befehl des Kaisers in der Marine- Rangliste fortgeführt wird. Dann erhielt auch im Herbst 1909, bei seinem Rücktritt vom Kommando der Hochseeflotte, unter Ernennung zum Generalinspekteur Zahlreiche Fälle von Secräubereien sind an der Küste von Niederländisch- Indien neuerdings vorgekommen. So sind allein im letzten Monat sieben Schiffe von Seeräubern überfallen worden. Die Räuber haben es besonders auf chinesische Waren abgesehen. Die chinesischen Händler haben sich zusammengeschlossen und sind bei der holländischen Regierung vorstellig geworden, damit sie zum Schutz des Haudels mehrere Kriegsschiffe in die niederländischen Gewässer entsendet. Eine Reichstagskandidatur des ehemaligen Gouverneurs Leutwein. Die Konservativen und der Bund der Landwirte haben dem ehemaligen Gouverneur Leutwein die Reichstagskandidatur für Karlsruhe- Bruchsal ange= tragen; Leutwein hat angenommen. Das Zentrum hat ſich bereit erklärt, Leutwein, deſſen Bruder evangeliigher Pfarrer in der Nähe von Freiburg ist, zu unterstützen. Der Kreis wird gegenwärtig von dem Sozialdemokraten Ged vertreten, der in der Stichwahl gegen den Freisinnigen gewählt wurde. Kleine Nachrichten. Von einem Eingeborenen ermordet worden ist auf einer deutschen Pflanzung in Deli auf Java der Deutsche Arnold. Der Mörder wurde festgenommen. T Aus den Gerichtssälen. Das Oberpofto Don 95 00 Seit dem affiftent S Bonn ein tet hat, i mordgeba fich durch bas er no übrigen f nichts von lich hat d des Flücht Der i Seil wide ift Johan Nationalt fit zu eine Schwindel dortigen den Chrift Operette d von Wiene Der Räuber Karl Mohr vor dem Schwurgericht. Der Tischler Karl Mohr in Berlin hatte sich am Sonnabend vor dem Schwurgericht des Landgerichts 2 zu verantworten. Von den zahlreichen Straftaten, die ihm zur Last gelegt werden, ist das schwerste Verbrechen ausgeschieden. Wie erinnerlich, stand er auch unter dem Verdacht, ein Pastorenehepaar auf Rügen ermordet zu haben. Diesen Verdacht konnten jedoch die Ermittelungen nicht zu einer Auflage verdichten, deshalb mußte das Verfahren wegen dieses Verbrechens gegen Mohr eingestellt werden. Bei den jetzt zur Anklage stehenden Fällen handelt es sich in der Mehrzahl um Straßenraub, versuchten Straßenraub, Bandendiebstahl und Unterschlagung. Der schwerste Fall ist die dem Mohr zur Last gelegte Anstiftung und Beihilfe zum versuchten Mord, bei der es sich um den mißglückten Ueberfall auf den Küster Rösener in Friedenau handelt. Auf Befragen gesteht Mohr verschiedene Diebstähle und Anstistungen dazu, sowie Pompadourräubereien ein. Dagegen bestreitet er, der Anstifter zu dem Mordversuch auf den Küster Rösener gewesen zu sein. Das Urteil gegen Mohr lautete auf 15 Jahre Zuchthaus und 10 Jahre Ehrverlust. Eine heftige Explosion schlagender Wetter entstand am Sonnabend abend auf der Zeche„ Deutscher Kaiser" bei Hamborn in Westfalen. Die herbeigeeilten Hilfsmannschaf= ten fuhren sofort in die Grube ein und retteten zunächst Die zehn Bergleute, die fast alle leicht verletzt waren. übrigen zwanzig Berglente. Die noch eingeschlossen waren, konnten in den späten Abendstunden zutage gefördert Wallutjeffs. wüfter Lärm und Geſchrei. White umspannte den RevolDer Famillenschmuck der Wallutjeffs. 19) Roman von Baronin G. v. Schlippenbach. ( Nachdruck verboten.) Sie trennten sich für heute. Auch zum Geschäftshause der Lebensversicherung fuhr White. Mit leichter Mühe wurde er als Valantär für die Equitable" angenommen. Er gab vor, daß er das Geschäft gründlich erlernen wolle, um später in Europa eine Agentur der Gesellschaft zu übernehmen. Den Rest des Tages benutzte White, um den Plan der Stadi gründlich zu studieren und sich in ihr umzusehen. Am nächsten Tage verbrachte er die Vormittagsstunden im Bureau, und später besuchte er die Museen und Sehenswürdigkeiten Neuyorks. In der Nad mittecszeitung stand unter den vielen Inseraten ein einer Stern, für den Nichteingeweihten leicht zu übersehen, aber für Whites scharfe Augen sogleich sichtbar. Mit Ungeduld sehnte er die elfte Stunde herbei. Er zog den Havelod an, der seine schlanke Gestalt viei breiter erscheinen ließ, jegie einen großen, schwarzen Filzhut auf, und auf der Straße angekommen, trat er in einen dunklen Hof Als völlig verwandelter Mensch verließ er ihn. Ein brauner Lippen- und Bollbart, ein Zwider von rauchfarbigem Glase ließen ihn ganz verändert erscheinen. White hatte vom Echiff her einige Bekannte, welche jetzt in Neuyork weilten, es lag ihm viel daran, auf seinem Gange nicht erkann. zu werden. ver in seiner Tasche fester. Er war entschlossen, sein Leben teuer zu erkaufen, falls er von einem Raufbolde belästigt werden sollte. Ein feiner, sonderbarer Pfiff ließ sich hören; er glich dem des Regenhuhnes, das in den Wäldern Nord- Ameritas nistet. Die Gravenstreet lag im Norden der Stadt, in der Nähe der Friedhöfe. Das hatte sich White in seinem Plan eingezeichnet. Er nahm die elektrische Bahn und fuhr fase dreiviertel Stunden. Dann stieg er aus und wagte sich in das Gemirr kleiner Winkelgassen, die schlecht beleuchtet waren. Hier mußte die ärmste Bevölkerung wohnen. Duntie Gestalten huschten eilig über den schmalen Fußsteig, schlecht gekleidete Weiber und betrunkene Männer zanften sich. Aus einer Kellerkneipe erflang ,, Nr. 6", las White über der Tür eines niederen, scheinbar halb in die Erde gesunkenen Hauses, dessen Läden verschlossen waren. ,, Knight, jind Sie es?" fragte Robert leise, als er eine dunkle Gestalt sich von der Wand lösen sah. „ Ja, aber nennen Sie meinen Namen nicht," flüsterte Jim ,,, ich heiße in diesem Stadtteil anders, Long, Fred Long, zu Ihren Diensten." Ich werde es mir merken." Eine Giftmischerin freigesprochen. Die Wiener Geschworenen fällten am Sonnabend einen sensationellen Freispruch. Angeflagt war die 53jährige Frau Berta Kasteletz, die im Juni vorigen Jahres ihre Kusine, der 60jähri gen Frau Laura Morawet, zum Geburtstag Schokoladenbonbons gesandt hatte, die mit Sublimat gefüllt waren. Frau Morawet, die von den Bonbons aß, wurde bald da rauf von Heftigem Unwohlsein befallen. Doch richtete das Gift weiter feinen Schaden an. Die Angeklagte beging die Tat, um der Notwendigkeit enthoben, zu sein, Zinsen von einem Betrage von 12 000 kronen zu zahlen, die Frau Merawetz der Mutter der Angeklagten vor Jahren gegen das Versprechen geschenkt hatte, den Betrag zu verzinsen. Diese Pflicht war mit dem Erbe auf Frau Kastelet überge gangen, die mittlerweile in finanzielle Notlage geraten war. Trotzdem die Angeklagte der Tat geständig war, sprachen sie die Geschworenen einstimmig fret. Der junge Detektiv zog White durch einen langen, bunteln Gang mit sich in einen kleinen Pavillon, der im Garten lag. Euch hier waren die Läden fest verschlossen; fein Späher fonnte in das achtedige, nur notdürftig ausgestattete Gemach hineinsehen. Sorgfältig schloß Jim die Zür hinter sich ab. Er zündete eine Diebslaterne an und deutete auf einen wackligen Stuhl. Beide Geheimpolizisten sahen sich an und lachten. „ Trefflich mostiert!" rief White, der einen alten, graubärtigen Monn vor sich sah, statt des glatten pfiffigen Jungengesichtes seines Gehilsen,„ Sie verstehen Ihr Sandwerk, lieber Freund." ,, Und Sie nicht minder," gab Jim zurück, beim flüch= tigen Begegnen auf der Straße hätte ich Sie nicht erfannt." Hotels Nachforschungen zu machen haben, auch bei den Juwelieren sehen Sie sich die Auslagefenster genau an. Ich glaube bestimmt, daß Meyer das Perlenkollier nicht mit den Brillantsternen und Ohrgehängen zusammen verkauft hat, vielmehr die einzelnen Stüde an verschiedene Juweliere. Hier ist die Zeichnung des Schmuckes, den ich Ihner: schon genar beschrieben habe. Sprachen Sie Kapitän Robran, der die„ Maud" führt, selbst?" ,, Was haben Sie mir zu sagen," fragte White,„, haben Sie die Maud" gefunden?" „ Ja, sie liegt weit drunten auf der linken Hafensette, schon vor vier Tagen ist das Schiff eingetroffen." „ Das erschwert die Sache," meinte White verstimmt, ,, wer weiß, ob Meyer noch hier ist. Sie werden in den ,, Nein, ich wandte mich an den Steward( Schiffs= diener) und fragte ihn aus. Als Vorwand gab ich an, daß der Reisende hier einen Onkel habe, der erst vor zwei Tagen von seines Nessen Ankunft erfahren habe, und mich hergeschickt hätte, um zu hören, welches Absteigequartier er wohl gewählt habe. Aus der Antwort des Stewards erfuhr ich folgendes: Meyer nannte sich während der Ueberfahrt Bergmann und sagte, er sei Handlungsreisende. Seine Papiere waren in Ordnung. Ich denke es mir so, daß er wohl in Marseille oder Toulon den Baß eines Herrn an sich brachte, der den angegebenen Namen führte." Aber Sie wuzien es nicht; wie fingen Sie es an, dem Steward die richtige Persönlichkeit zu bezeichnen?" fragte White. durch norm freilich au und durch Verhä Szomor in Da sie Gel einem Gaf fer brachte Rimmer u ,, Sehr einfach. Ich wußte durch Sie, daß nur noch einige Fahrgäste mit der Maud" gereist wären: zwei Frauen und ihre halbwüchsigen Söhne, und ein alter Mann. Durch geschicktes Fragen brachte ich den arglosen Diener dazu, mir den Namen zu nennen." rauben. A Sahudamm Dann fchli und ermor Mus unert Lagerstätte der Fremd jeiner jahre dem fehlt Millio In Aarhus Viggo Rah Nun gut, und was sagte der Steward aus? Wie benahm sich der Reisende während der Fahrt?" Er trank viel und schlies bis in den Tag hinein. Wenn er wach wurde, schien eine rastlose Ungeduld ihn hin und her zu treiben. Er ging auf und ab, beklagte sich über die langsame Gangart der„ Maud" und über das Wetter. Oft saß er da und grübelte vor sich hin, oder starrte ins Wasser."„ Der Mann machte einen zerfahres nen Eindruck", so erzählte mir der Steward.( F. f.) fälldung v angefehene den Kontu gerichtlicher reits vor Banten for falsche Bud einem jähr deleien bel nen. Die has größte flottes Let horti, der büft. Aiching gersen B Aschinger, Lungenentz frantheit so geschwä raffte. Au aus Nürnb 20 Jahren Instinkt far der Million rants vorha fich schnell Imbiß start zulassen un entstand in erite Aichin Das neue U und Enden Dor. Der verhältnism vergrößerte fern große zentralisiert Wurftlerei Aftichgefelt Standen zu nehmens. Ueber her Stuffa und dann tenbach wa in einen 2 dai Breite Frau einsch zuschneiden fid trok de und unter e bach, der to laufen, gin Hier erfaßte 4 Kinder, und fie der Frau, die u wohnt hatte wo fie schwe barsleute un brangen in nem Bettpfo Das Kranten ten nach fein Rinder brad Todeswa ameritanijch Todeswarnu anjaliiger G Spiritistischen in furzer 3e in einer Bi Mann zwei Spiritistischen Don einer fernten Sta will, daß ma bisher in T Daß amei fe Herzehn My8uffcher ge und enfalle beiden mache. Er nicht erstiche f der de ein Crface. havon= erlebte , batte gewetn und Gier rtilgte. Imgeheine merlich m Gengene furcht" Der wurde. in ließ Ruhe e Bermmen. freiem andten Das üge ist feiner en ein bhaber. - Kütite 1. So äubern r& auf haben en ReHauewäffer it auf Dentiche t. Der nabend worten. gelegt Wie astorenBerdacht Iuflage Ver ebt zur ehrzahl iebstahl Mohr Tuchten anf den gen gedazu, itet er, Röjener auf 15 er Ge onellen Rafte 60jähri Foladen waren. 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Suttanus gibt im übrigen seine Schuld zu, erwähnt aber auffallenderweise nichts von der Unterschlagung der Privatgelder. Bekanntlich hat die Cölner Oberpostdirektion auf die Ergreifung des Flüchtlings 1000 M Belohnung gesetzt. Der in Mufit gesezte Cool. Herrn Dr. Cook wird Heil widerfahren. Wie aus Christiania berichtet wird, ist Johann Halvorsen, der Kapellmeister des dortigen Nationaltheaters, gegenwärtig damit beschäftigt, die Mufit zu einer Operette zu schreiben, der Dr. Cooks Nordpolschwindel zugrunde gelegt ist. Das Libretto ist von einem dortigen Rechtsanwalt Dybwad geliefert worden. Nach den Christianiaer Blättern war für das Entstehen dieser Operette der Wunsch maßgebend, dem beständigen Import von Wiener Operetten Einhalt zu tun und eine durch und durch norwegische Operette zu schaffen. Diese Operette ist freilich auch, wenigstens was den Text anbetrifft, durch und durch amerikanisch. Verhängnisvoller Jretum eines Raubmörders. In Szomor in Ungarn traf eine Frau auf der Durchreise ein. Da sie Geld bei sich führte, logierte sie sich nachts nicht in einem Gasthaus, sondern bei dem Bahnwächter ein. Diefer brachte die Fremde mit seiner eigenen Frau in einem Rimmer unter und beschloß, sie zu ermorden und auszurauben. Als die Frauen eingeschlafen waren, ging er zum Bahndamm, wo er in der Nähe eine Grube schaufelte. Dann schlich er sich ins Zimmer zum Bette der Fremden und ermordete die Schlafende mit einem Küchenmesser. Mus unerklärlichen Gründen hatten jedoch die Frauen die Lagerstätte gemechselt. So fam es, daß der Wächter statt der Fremden die eigene Frau ermordete. Als er sich jeiner schrecklichen Tat bewußt wurde, flüchtete er. Geitdem fehlt jede Spur von ihm. Millionenschwindeleien eines italienischen Konsuls. In Aarhus in Dänemark wurde der italienische Konsul Viggo Rahr wegen betrügerischen Bankerotts und Wechselfälschung verhaftet. Rahr, der Inhaber eines alten, hochangesehenen Handelshauses war, hatte vor einem Jahre den Konturs erklärt. In der inzwischen vorgenommenen gerichtlichen Untersuchung wurde festgestellt, daß Rahr bereits vor zehn Jahren insolvent war. Um sich bei den Banten fortlaufenden Kredit zu sichern, hatte er durch falsche Buchführungen den Anschein erweckt, als ob er mit einem jährlichen großen Ueberschuß arbeite. Die Schwindeleien belaufen sich auf annähernd zwei Millionen Kronen. Die Verhaftung Rahrs rust überall in Dänemark has größte Aufsehen hervor. Der Verhaftete, der ein sehr flottes Leben führte, ist ein Vetter des Erministers Alhorti, der bekanntlich zurzeit seine Zuchthausstrafe verbüßt. Aschingers Werdegang. Der Mitbegründer der Aschingerschen Bierquellen in Berlin, der Rentner August Aschinger, ist, wie bereits gemeldet, an den Folgen einer Lungenentzündung gestorben. Infolge langjähriger Zuckerfrankheit war der ehedem sehr rüstige Mann körperlich so geschwächt, daß ihn das atute Leiden schnell dahinraffte. August Aschinger stammte, wie sein Bruder Karl, aus Nürnberg. Von dort kamen die Brüder vor einigen 20 Jahren nach Berlin, und mit sicherem, geschäftlichem Instinkt fanden sie heraus, daß in dem hastenden Getriebe der Millionenstadt Bedürfnis nach einer Art von Restaurants vorhanden war, in denen der eilige Geschäftsmann sich schnell durch einen frischen Trunk und einen billigen Jmbiß stärken fonnte, ohne sich erst lange häuslich niederzulassen und auf den dienstbaren Geist zu warten. entstand im Jahre 1892 in der Rosenthaler Straße die erste Aschingersche Bierquelle, und bei dem Zuspruch, den das neue Unternehmen sand, wuchsen bald an allen Eden und Enden Berlins die blau- weißen Stehbierhallen hervor. Der große geschäftliche Erfolg machte die Brüder in verhältnismäßig furzer Zeit zu reichen Leuten; andauernd pergrößerten sie ihr Unternehmen, schufen in eigenen Häufern große Restaurants, richteten Konditoreien ein und zentralisierten den Betrieb durch eine eigene Fleischerei, Wurstlerei und Bäckerei. 1900 wurde die Firma in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Die Brüder Aschinger standen zuletzt als Aufsichtsräte an der Spitze des Unternehmens. Go Ueber die furchtbare Familientragödie in Bochum, wo der Stuffateur Breitenbach seine Frau und vier Kinder und dann sich selbst ermordete, wird noch gemeldet: Breitenbach war am Freitag mit seiner Frau aus Eifersucht in einen Wortwechsel geraten. Dieser wurde so erregt, daj Breitenbach schließlich mit einem Hammer auf die Frau einschlug und ihr mit einem Messer die Kehle durchzuschneiden versuchte. Der Unglücklichen gelang es aber, sich trok der erlittenen schweren Verlegungen loszureißen und unter ein Bett im Schlafzimmer zu flüchten. Breitenbach, der wohl annahm, seine Frau sei zur Polizei ge= laufen, ging dann in das Schlafzimmer seiner Kinder. Hier erfaßte ihn offenbar der Wahnsinn; er ermordete seine 4 Kinder, indem er mit dem Hammer auf sie einschlug und sie der Reihe nach am Bettpfosten erhängte. Die Frau, die unter dem Bette der furchtbaren Szene beigewohnt hatte, stürzte sich aus dem Fenster auf die Straße, wo sie schwer verletzt auf dem Pflaster liegen blieb. Nachbarsleute und die Mutter der Frau, die gerade hinzukam, wurden, sein Haus zu betreten, während er in demselben hilflos starb. Bater soll nun am nächstfolgenden Tage an den Wirkungen einer zu großen Dosts Morpium gestorben sein. Gleichzeitig sollen nun tatsächlich zwei seiner Freunde vom Hunde verhindert worden sein, die Haustür zu öffnen, und als sie sich schließlich Zutritt verschafften, fanden sie Bater im Sterben liegend. Die Klidenfee als„ Kommilitonin". Als Studentie gab sich eine Schwindlerin aus, die jetzt in Königsberg i. Pr. festgeommen wurde. Das 23 Jahre alte frühere Dienstmädchen Hedwig Müller verstand es vor einigen Monaten in Berlin so geschickt, die Rolle einer„ Kommilitonin" zu spielen, daß ihr eine Anzahl Studenten ins Garn gingen. Sie war ein flotter Bursch", machte auch fleine Kneipfahrten mit und nahm ihren Freunden unter dem Vorwande, daß der„ Wechsel" noch nicht eingegangen sei, bares Geld und Geldeswert ab. Als sie sich nicht mehr sicher fühlte, verschwand sie aus Berlin. Die betrogenen Studenten warteten vergeblich auf ihr Geld, das bald zu= rückgegeben werden sollte, und wandten sich endlich an die Polizei. Diese ermittelte, daß die angebliche Studentin nuch Königsberg abgereist war und benachrichtigte die dortige Behörde, die sie jetzt festnahm. Auch in Königsberg hatte sie unter falschem Namen wieder Anschluß an Studenten gefunden. Die Geprellten waren nicht wenig erstaunt, als sich die ,, Kommilitonin als ein früheres Dienstmädchen entpuppte. Wissenschaft. Kunst und Literatur. Eine interessante Entdeckung. Die Chemie des Stickstof= fes hat einen sehr bemerkenswerten Fortschritt zu verzeich= neit. Professor Haber- Karlsruhe( der Direktor des neuen Forschungsinstituts in Berlin) ist es gelungen, Ammoniak direkt aus seinen Elementen herzustellen. Die„ Abneigung" des Stickstoffes gegen Wasserstoff wurde durch hohen Druck und Kalelysatoren überwunden. Da die Ammoniakfalze bekanntlich in der Landwirtschaft eine wichtige Rolle spielen, so kann dies neue Verfahren, das die Badische Anilin- und Sodafabrik für den Großbetrieb ausbildet, die wichtigsten volfswirtschaftlichen Folgen haben. Eine Pariser„ Akademie der 40 unsterblichen Frauen". Die Niederlage der Frau Curie in der Akademie der Wissenschaften hat die Anhänger und die Anhängerinnen der Frauensache nicht entmutigt. Mitglieder der fünf verschie= denen Akademien befürworteten ießt die bereits von anderer Seite angeregte Gründung einer sechsten Akademie, einer„ Akademie der 40 unsterblichen Frauen". Das Institut Francais soll, dem B. L.-A. zufolge die Wahl der erften 40 Frauen, die sich später durch eigene Wahl ergän= zen, vollziehen. Die neue Akademie soll eine Elite der Französinnen auf dem Gebiete der Künste, der Literatur und der Wissenschaften bilden, doch sollen auch ausgezeich= nete Wohltäterinnen und sonstige verdiente Frauen Aufnahme finden können. Ob aber mit dieser sechsten Akademie die Wünsche der Frauen ganz erfüllt sein werden, steht dahin. Abenteuer eines Deutschen in Bolivien. Der Reisende einer Hamburger Exportfirma, der in Bolivien Geschäfte betreibt, fandte seinem Hause folgenden Bericht: Auf dem Wege, eine Tagereise vor Santa Cruz, ist eine scheußliche Bluttat passiert, wie Bolivien sie noch nicht geschen hat. Durch Zufall bin ich einer großen Gefahr entgangen. Als ich in Puerto Suarez war, hatte eine deutsche Firma von Europa eine Goldrimesse von 7000 Lstrl. erhalten. Dieses Gold follte nach dem Jtenez gesandt werden, um Gummi damit zu kaufen. Um die Rimesse möglichst ficher zu geleiten, war der Letter des San- Jose- Hauses mit mehreren Mozos nach Puerto Suarez gekommen, außer= dcm ritten noch zwei Deutsche mit, sowie zwei Frauen und noch einige Mozos, ferner ein fürzlich engagierter Deutfcher namens V., im ganzen 12 Personen. Am letzten Tage schlossen sich dann noch zwei Engländer an, die sich der obigent Firma als Vertreter eines englischen Gummi- Syndi fats vorstellten und im Jtenez Gummiwälder besichtigen wollten. Ich hatte nun mit der obengenannten deutschen Firma abgemacht, daß ich ebenfalls mit der Rimesse reiten wollte, war aber nicht fertig als die Gesellschaft abreiste, und konn= te erst einen halben Tag später folgen und wollte dann den Leiter des San- Jose- Hauses in einem der nächsten Rastpläge einholen. Das wäre auch geschehen, da die große Gesellschaft langsamer reiste als ich. Nun hatte ich aber am zweiten Tage das Unglück oder das Glück, mit der Mula zu stürzen und mir die Hüfte zu quetschen, so daß ich zwei Tage vor Schmerzen nicht reiten konnte und in Jacuzes liegen bleiben mußte. Das war mein Glück, denn sonst lägen meine Gebeine mit ziemlicher Sicherheit verscharrt auf der Waldwiese am Ipias. Die beiden Engländer, die sich als Raubmörder schlimmster Sorte herausstellten, hatten nämlich mit dem obenerwähnten Angestellten V., ebenfalls einem Abenteurer mit dunkler Vergangenheit, den Plan gefaßt, unter= wegs im Walde die ganze Gesellschaft niederzuschießen und die 7000 strl. zu rauben. Am Jpias, einer einsamen Waldlichtung, wo in 50 Kilometer Umkreis feine Ansiedlung vorhanden ist, führten sie den Plan aus. Der nichtsahnende Leiter des San- Jose- Hauses wurde, als er in den Sattel steigen wollte, von dem deutschen Angestellten V. durch drei Nevolverschüsse getötet. Gleichzeitig erschossen die Englän der die Frau des Leiters, ebenfalls den deutschen Begleiter und noch einen Mozo und verwundeten noch zwei oder drei. Die anderen stoben nach allen Richtungen auseinander, verfolgt von den Kugeln der Mörder. Der letzte der deutschen Begleiter, der ohne Waffe an den Fluß zum Vaden gegangen war. fonnte sich, nur mit Hemd und Hose bekleidet, in den Wald retten, nachdem die Mörder zehn Schüsse auf ihn abgegeben hatten. Im Walde traf er mit zwei verwundeten Mozos zusammen, und die drei erreichten nach eineinhalb Tagen halbtot die nächste Ansiedlung. Von dort wurden sofort Leute aufgeboten. Am vias fanden sie die vier Leichen mit zerschmetterten Schädeln, unfenntlich gemacht, und auch die Leiche eines der drei Mörder, des Deutschen V., der von den beiden Engländern beim Teilen der 7000 strl. erschossen worden war. drangen in die Wohnung ein. Der Mann hatte sich an ei- Nachdem die Reichen beerdigt waren, wurde die Sour nem Bettpfosten erhängt. Die beiden Eheleute wurden in Das Krankenhaus geschafft, wo der Mann wenige Minu= ten nach seiner Einlieferung starb. Die Leichen der vier Kinder brachte man nach dem Leichenschauhaus. Todeswarnungen. Wieder einmal gehen durch die amerikanischen Zeitungen sensationelle Nachrichten über Todeswarnungen. Ein in Spokane, Washington, bisher ansässiger Spiritist namens Sampson soll während einer spiritistischen Sihung die Botschaft erhalten haben, daß er in furzer Zeit sterben werde. Gleichzeitig sah er sich selbst in einer Vision in einem Sarge liegen. Richtig soll der Mann zwei Stunden nachher gestorben sein. Das unter spiritistischen Riten abgehaltene Leichenbegängnis wurde von einer Predigerin geleitet, die in einer ziemlich entfernten Stadt die spiritistische Botschaft erhalten haben will, daß man sie in Spokane benötige. William Baker, bisher in Marion( Ohio) ansässig, soll geträumt haben, baß zwei seiner Freunde von seinem Hunde abgehalten - der Engländer aufgenommen und diese auch bald im Walde aufgefunden. Sie verteidigten sich. Der eine Engländer wurde aber schließlich durch einen Schuß in den Kopf ge= tötet und der andere gefangen genommen. Das geraubte Geld wurde wiedergefunden. Wir brachten nun den Engänder auf die Mula geschnallt nach San Jose zum Verhör. Der Mordbube gestand mit der größten Kaltblütigkeit, daß sie sämtliche Mitreisende erschießen wollten, damit niemand den Ansiedlern Nachricht bringen fonnte. Dann hätten fie Beit gehabt, nach Norden über die brasilische Grenze zu flüchten. Die Schrecken der Peft werden in Berichten der Charbiner Blätter als geradezu furchtbar geschildert. In Fudsadjan, dem Hauptherde der Seuche, und auf den Straßen der Umgegend liegen die Leichen zu Dußenden und Hunderten umher. Sie werden yon herrenlosen Sunden benagt und von Raben und anderen Vögeln gefressen, die die Pest über das ganze Land ver Schleppen. Gegen derartige Infektionsträger sind alle Schutzmaßregeln der Welt nublos. Zahllose Veichen wer den in den Fluß geworfen, von wo aus sie in den Amur gelangen. Wie wenig die Chinesen die Austeckungsgefahs fürchten oder richtiger begreifen, geht aus folgendem Straßenbild hervor: Ein Straßenhändler. der mitt cinem Korbe voll Nüssen und Sonnenblumensaat auf der Straße steht, erkrankt an der Pest, wird schließlich von Agonic er faßt und erbricht auf seine Waren. Ihn umstehen etwa 40 Chinesen, die seinen Tod nicht ohne Nebenabsicht erwarten. Kaum war der Chinese verschieden, als sich die gaffenden Landsleute auf seine Waren stürzten und sie mit großem Behagen verzehrten. Geradezu heroisch ist der französische Arzt Meunier gestorben, der sich bei der Untersuchung eines Pestfranfen infizierte. Er selbst bezeichnete seine Erkrankung als Best und bestellte sich, da er im Hotel in Charbin lebte, selbst einen Krantenwagen, um niemanden von seiner Umgebung anzustecken. Dann hüllte er sich in ein mit Sublimatlösung getränktes Laken ein und fuhr nach der Pestbarake ab. Dort angekommen, erklärte er seinen Kollegen, daß sein Tod nach zwei Tagen eintreten werde. Er bat nur, seine Angehörigen von seinem Tode zu benachrichtigen. Alle Bemühungen der russischen Kollegen, ihn au retten, waren vergeblich. Nach einem Privattelegramm aus Tientsin sind dort und an anderen nördlichen Orten bereits eine Anzahl Aerzte und Wärter an der Peft gestorben. Zwischen Charbin und Mukden sind ganze Dörfer ausgestorben. Die chi nesischen Behörden erweisen sich außerstande, die sanitären Schutzmaßregeln durchzusetzen. Hunderte von Aerzten sind im Norden nötig, wohin Peking und Tientsin nur ganz wenige entfenden können. In Schantung breitet sich die Krankheit nach dem Süden zu aus. In Tientsin sind wicder einige Todesfälle vorgekommen, und in gewissen Vierteln Pefings fordert die Pest täglich zahlreichere Opfer. Drabtnachrichten und neuestes. Baffermann über die politische Lage. Duisburg, 30. Januar. Der Abgeordnete Bassermann sprach gestern über die politische Lage im Reich in einer aroßen mationalliberalen Versammlung. Bassermann richtete im Verlauf seiner Ausführungen die Mahnung an die Regierung, sich nicht zum Werkzeug einer einseitigen Juteressenpolitif machen zu lassen. Der Ruf zur Sammlung in der gegenwärtigen politischen Hochsaison sei verspätet and gehe am Volf ohne Echo vorüber. Bei der kommenden Reichstagswahlschlacht gelte der Kampf in erster Linie ihren beiden größten Gegnern dem Zentrum wnd den Sozialde= mokraten. An einem maßvollen Schutzzoll, dem die Zukunft gehöre, werde seine Partei festhalten. Eine Verlobung am Zarenhofe? Frankfurt a. M., 30. Januar. Der Frff. 3tg." wird aus Petersburg gemeldet: In Hoffreisen zirkuliert das Gerücht, die älteste Tochter des Kaiserpaares. Großfürstin Olga, die das fünfzehnte Lebensjahr zurückgelegt bat, fet mit dem Großfürsten Dmitri Pawlowitsch, dem Sohn des Oheims des Raren. Großfürsten Paul Alerandrowitsch verlobt worden. Der junge Großfürst ist in der letzten Zeit besonders ausgezeichnet worden Er und seine Schwester find während der Verbannuma des Vaters wegen feiner Heirat mit einer Frau von Pistohlfors, von der Schwester der Kaiserin Alerandra, der Großfürstin Elisabeth, erzogen worden. Großfürst Dmitri erbte das große Vermögen seines ermordeten Oheims Sergius. Ranbmord vor den Toren der Reichshauptstadt. Berlin. 30. Januar. In dem an der Nordbahn gelegenen Orte. Stolpe unweit Oranienburg wurde an einem Feldweg eine Ziegeleiarbeiterfran ermordet aufgefunden Die Frau war ihrer Barschaft, bestehend aus zehn Mark, beraubt worden. Von dem Täter fehlt iede Spur. Schwere Kerabwunden im Gesicht lassen darauf schließen. daß ein hartnäckiger Kampf mit dem Mörder stattgefunden hat. Ursprünglich nahm man an, daß es sich um einen Lustmord handle. Die ärztliche Untersuchung ergab, daß dies nicht der Fall ist. Der Tod wurde durch Erdrosselung herbetgeführt. Das Grubennnglid bei Samborn. Samborn, 30. Januar. Von den infolge der Erplosion auf der Gewerkschaft Deuticher Kaiser verunglückten Bergleuten find im Laufe der Nacht zum Sonntag und ge= stern vormittag sechs Beralente gestorben. Als Ursache der Explosion wurde festgestellt, daß vor der Vesperpause ein Schuß im Nebengestein abgegeben wurde, der wahrscheinlich einen fleinen Bläfer freigeleat hat. Als nach der Pause der Schießmeister vorschriftsmäßig den Ort auf Schlag= wetter untersuchen wollte, hat das inzwischen angesammelte Gas sich auf bisher unaufgeklärte Weise an der Lampe entzündet. Keine Streifabsicht der Ruhrberglente. Effen, 30. Januar. In einer GewerkschaftsversammInng erklärte der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Hue, die leitenden Kreise der in der Lohnbewegung der Ruhrbergleute zusammengehenden Bergarbeiterverbände hätten bisher von einem Streif überhaupt nicht gesprochen. Ste arbeiteten auch nicht auf einen Streik hin. Tragisches Ende eines Universitätsprofessors. Bonn, 30. Januar. Universitätsprofessor Wilmanns wurde von der Straßenbahn überfahren und schreck lich verstümmelt; er starb sofort. Ein elfjähriger Brudermörder. Bamberg, 30. Januar. In Hohen- Mirsberg ( Oberfranken) hat ein elfjähriger Bauernjunge im Streit feinen 2 Jahre älteren Bruder erstochen. Johann Orth, der verschollene Erzherzog. Wien, 30. Januar. Am 1. Februar läuft die Frist ab, die vom Wiener Oberhofmeisteramt für die Todeserklärung Johann Orths gesetzt worden ist. Nach den bisherigen Ergebnissen kann als sicher angenommen werden, daß Johamn Orth für tot erflärt werden wird, da sich seit Erscheinen des Ediftes des Oberhofmeisteramtes niemand gemeldet hat, der glaubwürdige Angaben über den Verbleib Johann Orths machen kann. Die Todeserklärung wird für das Jahr 1890 ausgesprochen werden. Diese Maßnahme ist namentlich in erbrechtlicher Hinsicht von Bedeutung. Der Nachlaß Orths wird sich auf ungefähr 3 Millionen belaufen. Eine Pension für König Manuel? Paris, 30. Januar. Einem hiesigen Blatt wird aus Lissabon gemeldet, die Regierung wolle dem ehemaligen König Manuel eine monatliche Entschädigung von 660 Pfund Sterling zahlen. Die Schecks für Oktober bis Dezember seien an den König bereits abgegangen. Arbeiterstreik in der Mandschurei. Petersburg, 30. Januar. In Charbin sind 300 Arbeiter der Werkstätten der chinesischen Ostbahn in den Ausstand getreten. Sie verlangen die Ausweisung der chinesischen Arbeiter, die in den von der Pest verseuchten Orten leben. Die Verwaltung lehnte die Forderungen der Arbeiter ab. Die Arbeiter nehmen die Arbeit nicht eher auf, bis ihre Forderungen erfüllt sind. Die Verwaltung verlangte militärischen Schuh. Aus Petersburg erging der Befehl, alle Arbeiter sofort zu entlassen und aus den Wohmungen zu weisen. Die Pest in China. Charbin, 30. Januar. Auf Befehl der chinesischen Regierung wurden in den letzten Tagen 2000 Särge mit Bestleichen verbrannt. Der Boden ist derartig gefroren, daß man mit Dynamit die Gräber einsprengen muß. Amerika auf der Suche nach Kali. Washington, 30. Januar. Der Staatssekretär für Ackerbau hat den Kongreß um die Bewilligung von Beth mitteln ersucht zur Erforschung neuer Kalilager. 6 Friedberger FrühjahrsPferdemarkt findet Dienstag den 28. Februar und Mittwoch den 1. März 1911 statt. Dienstag den 28 Februar fiudet Prämiierung selbstgezüchtet. Fohlen statt und werden hierzu von dem Landes Pferdezuchtverein, dem Landw.- Kammer- Ausschuß, dem Pferdemarkt- Komitee und der Stadt Friedberg ansehnliche Beträge be= willigt. = Mittwoch den 1. März Vich und Krämer- Martt. Zur Benugung unserer Pferdeställe wolle man sich rechtzeitig an das unterzeichnete Komitee wenden. Futter und Streu wird zu ermäßigten Preisen abgegeben. Am 1. März, nachmittags 4 Uhr, Verlosung von 6 schönen Arbeits- Pferden ( auf dem Markte angekauft) sowie von sonstigen Haus- u. landw. Gegenständen, im ganzen 200 Ge winne. Lose à 1 Mk. sind zu beziehen durch die Herren J. Hirsch u. Wilh. Trapp in Friedberg. Das Pferdemarkt Komitee. Gastoks. © Vom 1. Februar 1911 ab fostet 1 3tr. ab Gaswerk Stückfoks Nußkoke bei Abnahme von mindestens 6 3tr. 1,10 mt. 1,25 Mt. 36 " " " " " 200 " " " " " 400 " " " " 1,05" 1,00" 0,95 1,20 1,15 1,10 " " " über 800 0,90" 1,05" " " Geschlossen. Eine Sensation auf dem Gebiete der Möbelfabrikation! ,, Klio" Noten- u. 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Für Abnehmer außerhalb der Gemarfung Gießen ermäßigen sich die Preise außerdem um den Betrag der Oftrois Rückvergütung von 4 Pfg. für den Zentner. Gießen, 25. Januar 1911. Städt. Gas-& Wasserwerk Gießen. Steding. Viele Tausende verdanken ihr ausgezeichnetes Wissen, ihre sichere, einträgliche Lebensstellung einzig dem Studium der weltbekannten Selbst- Unterrichts- Werke Methode Rustin 1. Der wissenschaftlich gebildete Mann. 2. Der gebildete Kaufmann. 8. Der Bankbeamt 4. Das Gymnasium. 5. Das Realgymnasium. 6. Die Oberrealschule. 7. Das Abiturienten- Examen. 8. Die höhere Mädchenschule. 9. Die Handelsschule. 10. Die Mittelschullehrerprüfung 11. Einjansig- Freiwilligen- Prüfung. 12. Der Präparand. 13 Der Militäranwärter. 14. Die Studienanstalt. 15. Das Lehrerinnen- Seminar. 16. Das Lyzeum oder Höhere Lehrerinnen- Seminar. 17. Das Konservatorium Glänzende Erfolge. Crosse Sammlung von Dank- und Anerkennungsschreiben kostenlos. Ansichtssendungen bereit. willigst. Kleine Teilzahlungen. 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Der Gesammtbetrag wird verteilt auf: 4 Mal 320000 Mark 4 Mal 160000 Mark 4 Mal 76832 Mark 4 Mal 450000 Mark 4 Mal 24000 Mark 4 Mal 17000 Mark 4 Mal 12832 Mark 2 Mal 10285 Mark 4 Mal 90000 Mark und über 78000 Treffer im Werthe von 17 bis 8500 Mk. 2 No. kosten nur Mark 4,- دو 3 " " " 6,- 4 " 33 " 8,- ." " " " 10,- u. s. w." Weniger als 2 No. werden nicht abgegeben. دو Bei Zusendung unter Nachnahme 5 Pfg. Porto- Zuschlag. Gewinnliste gratis und franko. Bestellungen bef umgehend die Offerten Annahmestelle: B. Ostendorf, Bremen, 37. Sedanstrasse 69. Su Unentbehrlich für jede Familie! Underberg Boonekamp emper idem, Fabrikan allahee Gabsimnlee der Firme: H.UNDERBERG- ALBRECHT Hoflieferant Sainer Majestät des Kaisers und Königs Wilhelm II. am Rathhauseln RHEINBERG am Niederrhein. Gegr. 1846. Anerkannt bester Bitterlikör! 24 Preis- Medaillen Man Underberg- Boonekamp. ausdrücklichs Drud der Gießener Berlagsdruckerei, Klein& Fischer. Verantwortlich für die Redaktion i. 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