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M. hme iche ten. ocht icht mlen Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 40 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen - olerteljährlich 1,20 Mr., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 90 Pfg. Erscheint Dienstags, Donnerstags, Samstags. Redaktion: Seltersweg 83.- Für Aufbewahrung oder Rücksendung rricht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 230. - Telephon: Nr. 362. Reichstagswahlen 1912. Die liberale Einigung ist nun auch in Württemberg durchgeführt. Im 14. Württembergischen Reichstagswahlkreis( Ulm- Heidenheim) unterstützt die nationalliberale Partei den Kandidaten der Volkspartei, Hähnle, während umgekehrt die Volkspartei bei den Landtagswahlen für die nationalliberalen Kandidaten in Ulm- Stadt und Geislingen eintritt. ! Mainz. Eine am Sonntag abgehaltene Versammlung der Nationalliberalen Partei des Reichstagswahlkreises Mainz- Oppenheim hat beschlossen, zur Reichstagswahl einen Kandidaten aufzustellen und Fühlung mit anderen Parteien zu suchen. Ferner wurde auf Beschluß der Versammlung beim Lan desvorstand der Partei die Einberufung einer a ußer= ordentlichen Sigung des Landes- A u s- schusses beantragt, damit eine Klärung der verwor renen Verhältnisse in der Landespartei herbeigeführt werde. Hessische Landtagswahlen 1911. = § Als Termin für die Eröffnung des 35. Landtages ist die Zeit zwischen dem 13. und 20. Dezember in Aussicht genommen. Der Großherzog wird auch diesmal die Thronrede im Residenzschloß persönlich verlesen. § Nierstein. Da sämtliche Stimmzettel des ge= wählten Bauernbündlers Michael Wolf in der Länge und in der Breite je einen Zentimeter zu klein sind, also wegen Kenntlichkeit den gesetzlichen Bestimmungen nicht entsprechen, so wird die Wahl angefochten werden. Soziales. Die„ Wetzlarer 3tg." erhielt vom Reichstagsabgeordneten Behrens folgenden Brief: Sie bringen in Nr. 220 vom 7. November unter Soziales eine Zuschrift vom 3echenverband, in der auf meine Rede in der Reichstagssitzung vom 17. Oktober Bezug genommen wird. Ich habe in dieser Reichstagsizung u. a. gesagt:„ Es sei mir von einer Stelle mitgeteilt worden, daß nach den Listen des Arbeiternachweises 10-15 000 Bergarbeiter arbeitslos sind." Der Zechenverband behauptet nun in seiner Zuschrift, daß diese Mitteilung den tatsächlichen Verhält nissen nicht entspricht. Im Nachsatz zu dieser Zuschrift ist gesagt:„ Was man danach von den Behauptungen des Abg. Behrens zu halten habe, kann jeder Unbefangene selbst entscheiden." Diese Schlußbemerkung ist irreführend. Ich selbst habe nichts behauptet, sondern habe lediglich dem Reichstage mitgeteilt, was mir von derer Stelle über die Arbeitslosigkeit nach den Listen des Arbeitsnachweises mitgeteilt worden ist. Ob die mir zugegangene Mitteilung falsch oder richtig ist, beweißt der Zechenverband in seiner Zuſchrift, auf Grund seiner Arbeits nachweislisten nicht, sondern er ruft sich lediglich auf Statistiken des Bochumer Knappschaftsvereins und des sozialdemokratischen Bergarbeiterverbandes. Die Statistiken dieser beiden Instanzen sind an= be= jedoch nicht beweiskräftig. Beweiskräftig fönnte ledig lich sein, wenn der Zechenverband die Liste seines Arbeitsnachweises benutzen würde. Dies hat der Zechen= verband jedoch wohlweislich vermieden. Die mir gewordene Mitteilung über die in den Listen des Arbeitsnachweises verzeichneten arbeitslosen Berçarbeiter stammt aus einer Quelle, die, soweit ich es be= urteilen kann, aus eigenem Wissen Kenntnis der Liste des Arbeiternachweises hat. Daher brauchte ich im Reichstage am 17. Oktober anbetrifft, so ist das eine unteilung weiterzugeben. Was nun den zweiten Teil aus meiner Rede im Reichstage am 17. Oktober anbe, rifft, so ist das eine unumstößliche Tatsache, daß verschiedene große Zechen im Ruhrrevier fortgesetzt größere und große Scharen von Ausländer ins Ruhrrevier hineinschleppen. Diese für die einheimischen Arbeiter, sowie für den deutschnationalen Gedanken unangenehme Tatsache hat der Zechenverband auch nicht in Frage zu stellen vermocht. * Auf diese Zeilen ist dem Schreiber folgende Antwort geworden: Es gehört in der Tat die ganze Sophistik eines Herrn Behrens dazu, hinsichtlich seiner von uns widerlegten Ausführungen im Reichstage zu sagen:„ Ich selbst habe nichts behauptet, sondern habe lediglich mitgeteilt, was mir von anderer Stelle über die Arbeitslosigkeit mitge= teilt worden ist." Will Herr Behrens hiermit erklären, er sei persönlich nicht in der Lage, seine Ausführungen des Großherzoglichen Polizei Amtes = der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Donnerstag, den 30. November 1911. zu vertreten, so wird er uns gestat, en, vom gleichen Gesichtspunkte aus auch seine weiteren Ausführungen Ihnen gegenüber zu bewerten. Uns ist unverständlich, was Herr Behrens aus den Arbeitsnachweislisten her= auslesen will, denen alles andere, nur nicht die von ihm behauptete Arbeitslosigkeit zu entnehmen ist. Ist es etwa nicht deutlich genug, wenn wir mit aller Klarheit festgestellt haben, daß die Behauptungen des Herrn Behrens die tatsächlichen Verhältnisse genau auf den Kopf stellen. Mit voller Absicht haben wir den Beweis hierfür den amtlichen Nachweisungen des Knappschaftsvereins entnommen. Würden wir mit Belegen aus der Statistik des Arbeitsnachweises gedient haben, so hätte doch zweifellos Herr Behrens diese Zahlen nicht als beweiskräftig gelten lassen, zumal der Arbeitsnachweis des Zechenverbandes jener„ Parität“ entbehrt, die Herrn Behrens so begehrenswert erscheint. Wir müssen es uns daher als völlig zwecklos versagen, sachlich auf die Argumente des Herrn Behrens einzugehen. Wie wir genannten Herrn kennen, würde er allen sachlichen Darlegungen doch nur dieselben Redensarten entgegensetzen und schließlich immer wieder erklären, seiner„ Quelle" mehr zu glauben, als unseren einwandfreiesten Fest= ſtellungen. Was die weitere Behauptung des Herrn Behrens über das Einschleppen größerer und großer Scharen von Ausländern ins Ruhrrevier anlangt, so müssen wir diese in dem behaupteten Umfange, auf Grund des uns zur Verfügung stehenden sachlichen Materials, nach wie vor als unrichtig zurückweisen. Möge der Abgeordnete Behrens seine Behauptungen mit Zahlen und Namen auf einwandfreier Grundlage belegen. Da er aber hierzu nicht in der Lage sein wird, so haben wir unsere Aus= führungen in feiner Hinsicht einzuschränken. Rus Stadt und Cand. Gießen, 30. November 1911. n Gießen. Die Hinrichtung des Raubmörders Erbe wird wahrscheinlich in den nächsten Tagen auf dem Hofe des Landgerichts stattfinden. Wie man weiter hört, ist ein Gnadengesuch von dessen Mutter an den Großherzog gerichtet worden. Sie hat eine Audienz nachgesucht, um persönlich ihre Bitte um Gnade für den Sohn anbringen zu können. o Hungen. Nach dem Genuß von Wurstsuppe, die über Nacht in einem fupfernem Kessel gestanden haite, ist gestern hier eine Frau nach etwa dreiwöchigem Kran fenlager an Vergiftung gestorben. o Bad Nauheim. Das Gerücht vom Eingehen des hiesigen Telephonamtes infolge Einrichtung einer Zentrale für Nauheim und Friedberg in Friedberg, erregt hier ziemliches Aufsehen. Wir können das nicht glauben, daß dem Weltbad dieses sehr wichtige Verfehrsinstitut genommen werden soll. Die Oberpostdirek tion hat nach einer neueren Nachricht erklärt, daß an eine Verlegung des hiesigen Telephonamtes nicht ge= dacht werde. Jedenfalls hat da Jemand etwas läuten hören, aber nicht richtig. un= o Bad Nauheim. Die Eingemeindung seres Nachbarortes Schwalheim steht in naher Aussicht. o Friedberg. Zwischen den eng benachbarten Städten Friedberg und Bad- Nauheim soll eine cleftrische Bahn erbaut werden, die unter Umständen auch noch nach einigen nahegelegenen Ortschaften weiter geführt werden kann. o Friedberg. Die Stadtverordnetenversammlung hat den städtischen Beamten, Lehrern, Bediensteten und Arbeitern, die weniger als 2600 Mark Einkommen haben, Teuerungszulagen bewilligt. Den Lehrern wird das Wohnungsgeld von 550 auf 600 Mait erhöht. Für den neuen Voranschlag soll eine allgemeine neue Gehaltsordnung ausgearbeitet werden. ):( Schli. Mit dem Bau der Bahnlinie SchlitzNiederaula- Hersfeld soll im Februar nächsten Jahres begonnen werden. o Offenbach a. M. Die Stadt Offenbach gewährt auch in diesem Jahre eine Ehrengabe im Betrage von 25 Mark an diejenigen hier wohuhaften reichsdeutschen Kriegsteilnehmer von 1864, 1866, 1870-71 einschließlich der auf dem Kriegsschauplatz tätig geweſenen Nichtkombattanten, die ein Einkommen von nicht mehr als 1500 Mark haben oder aber bei einem höheren Einkommen in dürftigen Verhältnissen leben. s Darmstadt. Auf Einladung des Reichs- Verbandes der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften in Darmstadt, der nahezu 2000 Genossenschaften um( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile.- Stellen gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pfg. Ertrabetlagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs. zieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg faßt, findet im Mai 1912 die dritte Tagung des internationalen Bundes der landwirtschaftlichen Genossen= schaften zum ersten Male auf deutschem Boden, und zwar in Baden- Baden statt. Zur Vorbereitung des Bundestages wurde in einer Sitzung des Vorstandes des internationalen Bundes, die hier unter dem Vorsitz des Geheimrats Ha a s stattfand, eine Kommission eingesetzt. ! Worms. In fünf hiesigen Geschäften wurden bei einer Revision mehr als hundert Brote beschlag- nahmt, weil sie zu leicht befunden wurden. Gegen die Geschäftsinhaber wurde Strafanzeige erstattet. ! Wörrstadt. Der hiesige Bürgermeister Christ hat den Vorsitz im Landwirtschaftlichen Verein der Provinz Rheinhessen niedergelegt. Man bringt seinen Rücktritt mit politischen Vorgängen während der letzten Landtagswahlen in Verbindung. ! Alzey. Eine Vertrauensmännerversammlung der Fortschrittlichen Volkspartei für den Wahlkreis AlzeyBingen nahm einstimmig eine Resolution an, derzufolge die persönliche Kampfesweise gegen den Kandidaten, Landtagsabgeordneten Adolf Korell mit Entrüstung zurückgewiesen wird. ! Bingen. Bei Pferdeschlachtungen wird mit Genehmigung des Großherzoglichen Ministeriums des InGebühr von 6 Mark zur Kreiskasse erhoben. nern fortan für die Schlachtvieh- und Fleischbeschau eine ):( Weilburg. Am 2. Dezember findet die Feier der Grundsteinlegung der neuen Unteroffizierschule statt. ):( Herborn. Aus verschiedenen Orten der Umgegend wird über die zunehmende Unsicherheit geklagt und namentlich hat sich der Einwohner dieser Orte eine gewisse Aengstlichkeit bemächtigt. Auch in der Umgegend von Dillenburg und Haiger treibt eine größere Anzahl dem Arbeiterstande angehörender Italiener sich umher, die von ihren Arbeitgebern entlassen werden mußten, weil sie ihre militärische Einberufungsordre erhalten haben und anscheinend dieser nicht Folge leisten wollen. ):( Wiesbaden. Gegen das in dem Welker= Prozeß ergangene Urteil ist von dem Nebenkläger Pfarrer Diefenbach von Rauenthal und dessen Vertreter dem Rechtsanwalt Dr. Beres wiederum die Revision ange= meldet worden. ):( Marburg. Die Stadt Marburg konnte sämtliche Kartoffelbestellungen zur vollen Zufriedenheit erledigen. Etwa 500 Zentner Kartoffeln sind zum späteren Verkauf seitens der Stadt eingefellert worden, sodaß ein Hinaufschwellen der Preise im Winter wohl hier vermieden wird. Die Stadt verkaufte die Kartoffeln zu 3.40 Mark pro Zentner. ):( Oberurse I. Ein hiesiger Arbeiter hatte ein zahmes Rotte hIchen, das frei im Zimmer amherflog. Am Karfreitag flog es durch ein offenes Fenster ins Freie und war den ganzen Sommer nicht mehr zu sehen. Letzten Donnerstag stellte sich der Ausreißer vom Frühjahr wieder ein und hat nun wieder ein sicheres Winterquartier. KnorrHafermehl und Reismehl sind wegen ihres hohen Gehaltes an blutbildenden Nährsalzen u. Eiweiß natürliche Kräftigungsmittel für Bleichsüchtige und Blutarme, die dabei rotwangig und blühend werden. Deutscher Reichstag. Freundschaft mit anderen Mächten und den bestehenden Vertragsverpflichtungen festzuhalten und schloß dann: Wir stehen nicht im Licht einer Macht, die einen Blaz an der Sonne finden will. Wir haben teine Ursache zu irgendwelchen Strett mit irgendeiner Großmacht in der Welt. Das allererste britische Interesse ist heute wie immer der Weltfriede und der Erreichung dieses ZieIes tst unsere ganze Politik gewidmet. Rundschau oom Cage. Politisches. Dr. Solf Staatssekretär des Reichskolonialamts? Wie in parlamentarischen Kretsen verlautet, hat sich Gouverneur Dr. Solf bereit erklärt, die Geschäfte des Kolontalamtes, die er zurzeit provisorisch verwaltet, definitiv zu übernehmen. Die Ernennung zum Staatsfekretär dürfte demnächst erfolgen. Nach zehntägiger Pause trat am Montag der Reichstag in sehr schwacher Befeßung zur Beratung der oftafrikanischen Eisenbahnvorlage zusammen. Die Redner der bürgerlichen Parteien traten für die Vorlage ein. Das Haus beschloß die Verweisung der Vorlage an die Kommission und trat dann in die Beratung des folgenden Punktes der Tagesordnung ein: die zweite Lesung des Hausarbeitsgesetzes. Die Debatte, die ketnerlet intereffante Momente ergab, fchloß mit der unveränderten Annahme der beiden ersten Paragraphen. Am Dienstag wurde zunächst der Rest des Schiffahrtsabgabengesetzes in zweiter Lesung erledigt und darauf die Beratung des Hausarbeitsgefezes fortgesetzt.§ 8 steht das Auslegen von Lohnverzeichnissen oder das Aushängen von Lohntafeln in den Arbeitsräumen vor, damit die Arbetter sich über die jeweilig gezahlten Löhne für die zur Ausgabe gelangenden Arbetten unterrichten tönnen. Für neu einzuführende Muster soll diese Bestimmung nicht gelten( in der Fabrikation von Mustern werden mit die besten Löhne gezahlt). Der Bundesrat tann für bestimmte Gewerbezwelge und Betriebsarten auf Antrag Beteiligter Ausnahmen gewähren. Diese letteren Bestimmungen will ein Antrag der Sozialdemokraten stretchen, ein Antrag der Fretsinnigen will Muster und Probearbeiten nicht in die Lohntafel einbe ziehen, da oft verschiedene Arbeiter an ein und demfelben Stück arbeiten, so daß eine Tarifierung unmög lich ist. Außerdem liegen zwet Anträge des Zentrums vor, die die Preisangabe ausdehnen wollen auch auf die von den Hausarbeitern gelieferten Roh- und Hilfsstoffe. Die Behauptungen der Sozialdemokraten in der Kritik der auf diesem Gebiet bestehenden Zustände und in den Forderungen wurden von allen Setten zurückgewiesen und u. a. festgestellt, daß die niedrigen Preise verschuldet feten durch die Konkurrenz des Auslandes, wo viel traurigere Arbeitszustände herrschen als bei uns. Ein weiterer Antrag des Zentrums, neue Muster von der Tariftafel auszunehmen, wurde angenommen, der sozialdemokratische abgelehnt. Staatssekretär Del= brück erklärte, die verbündeten Regierungen würden unter allen Umständen einem Gesetz ihre Zustimmung versagen, das in irgend einer Form eine obligatorische Festlegung der Löhne unter Mitwirkung der Behörden bringt. Darauf vertagte das Haus die Wetterberatung auf Mittwoch. Greys Rede im Unterhause. Die Lage in der Berliner Metallindustrie nimmt allmählich bedrohlichere Formen an. Am Dienstag vormittag wurde ein letzter Einigungsversuch gemacht, der aber auch gescheitert zu sein scheint. Die Besprechungen der Ausschußmitglieder der Berliner Metallindustriellen mit den Delegterten des Metallarbeiterverbandes waren streng vertraulich. Die Metallindustriellen sollen erklärt haben, daß sie die Forderungen der seit Anfang Oktober streifenden 3500 Gießereiarbetter und Former nicht erfüllen könnten. Das fet ja auch der Ausgangspunkt für die jetzige, so bedauerliche Kriegslage geworden. Die Aussperrung von 60 Prozent der Arbeiter, also von rund 75 000 Perfonen, werde unbedingt am 30. November in Kraft treten, wenn eine Einigung nicht zustande fäme. Die Montagsigung des englischen Unterhauses, in der der Minister des Auswärtigen Grey seine mit Spannung erwartete Rede über die auswärtige Bolttik hielt, ist ohne die Sensation verlaufen, die von thr erwartet wurde. Grey hat gesprochen, aber er hat kaum etwas anderes gefagt, als man erwartet hatte. Grey begann seine Rede, indem er ausführte, die Angelegenheft set so ernst, wichtig und delikat, daß er sich auf Marokko sowie die Beziehungen Englands zu Frankretch und Deutschland beschränke. Entgegen dem diplomattschen Brauch sei er von den beabsichtigten Aufklärungen im Reichstage vorher nicht unterrichtet worden. Nachdem der Banther", entgegen der Zusage, nicht sofort nach Erfüüung seiner Aufgabe, die Deutschen zu fchüßen, zurückgezogen worden war, habe er dem deutschen Botschafter sofort erklärt, daß für England eine neue Lage geschaffen worden set, die die Wahrnehmung der englischen Interessen hetsche. Der Minister ging dann die Verhandlungen durch, wobei er den engli= schen Standpunkt darlegte. Fitr die große Oeffentlich-= fett find diese Arsführungen weniger von Interesse. Beachtung verdienen allerdings die Schlußfolgerungen, Der Reichshaushaltsetat für 1912 dürfte, wie ver lautet, recht günstig abschließen. Während der Etat für 1909 zu seiner Balancierung noch einer Anleihe von 250 Millionen Mark bedurffe, war es für den lezten Etat möglich, mit einer Anleihe von rund 100 Millionen Mark auszukommen, und für den Etat 1912 dürfte man noch unter den letzten Betrag erheblich heruntergehen. Eine Ansprache des Vapftes. Im gestrigen Kon fistorium, in welchem der Papst die neuen Kardinäle ernannte, hielt er eine Ansprache, in der er das Jahr 1911 als ein Trauerjahr für die Kirche bezeichnete. Er sprach sein lebhaftes Bedauern über die in Italten gefeterten geräuschvollen Feste und die Verfolgung der Kirche in Portugal aus. Der Papst erneuerte darauf den Wortlaut seiner Enzyklika, worin er die Trennung zwischen Kirche und Staat verurteilt. Dann drückte er noch seine Befriedigung über die in Montreal, London, Cöln und Madrid stattgefundenen eucharistischen Kongresse aus. Die Nachricht von der Abbernfung des Krenzers " Berlin" von Agadir scheint in Paris die erwartete Aufnahme gefunden zu haben. In den Wandelgängen der französischen Kammer äußerte man große Befriedigung darüber. Die von Journalisten befragten Abgeordneten aller Partelen, von den Konservativen bis zu dem Sozialisten Jaurès, haben vorbehaltslos thre Genugtuung ausgesprochen. Man erblickt in der Abberufung nicht nur eine liebenswürdige Kundgebung, sondern auch ein Zugeständnis an die öffentliche Meinung Frankreichs, das zur Folge haben wird, daß die gedrückte Stimmung, die im französischen Volke herrscht, beseitigt werden wird und einer Beruhigung Plaz macht, die den französischen Parlamentsdebatten über die deutsch- französische Konvention ohne Zweifel zugute kommen werde. Kleine Nachrichten. Das Luftschiff„ Schwaben", das am Montag vormittag 9,15 Uhr in Gotha aufgestiegen war, landete nach glatter Fahrt um 4 Uhr nachmittags vor der Halle in Baden- Dos. Dort nimmt der Luftkreuzer sein Win=. terquartier. Mit der Frage der Entsendung von Truppen nach Klantschen zum besseren Schuße unserer Kolonte gegen die chinesischen Revolutionäre haben sich die maßgebenden Stellen der deutschen Reichsregierung beschäftigt. Ob es zu einer Entfendung von Verstärkungen kommen wird, steht noch dahin, vorläufig hält man die deutschen Streitkräfte in China für ausreichend, um die deutschen Interessen zu schützen. Wenn eine Entsendung von deutschen Truppen nach China notwendig werden follte, so wird sie erfolgen im Einvernehmen mit den übrigen Großmächten, die alsdann ebenfalls Verstärfungen nach China entfenden würden. Für diese Verstärkungen dürfte der Weg über Rußland und die Mandschuret gewählt werden. die Grey aus dem Gang der Verhandlungen zog. Er fagte: Deutschlands Stärke ist in sich selbst eine Garantte, daß kein anderes Land einen Streit mit ihm anfangen wird. Das ist eine Seite des Bildes, auf die Deutschland stolz sein kann. Aber es gibt eine andere Sette des Bildes, was der öffentlichen Meinung in Deutschland zu denken geben sollte. Wenn eine Nation die größte Armee der Welt und eine sehr große Flotte besitzt und im Begriff steht, eine noch größere zu bauen, so muß sie alles tun, um die so natürlichen Befürch= fungen anderer Nationen zu zerstreuen, daß sie keine aggresive Absichten befize. Ich glaube nicht an aggref= five Blane. Andere Nationen könnten aber besorgt und empfindlich werden. Ich möchte alles tun, was ich kann, um die Beziehungen zu Deutschland zu bessern, aber die Freundschaften, die wir haben, haben jest mehrere ahre gehalten und es muß der Hauptpunkt bet der Besserung unserer Beziehungen zu Deutschland sein, daß wir keine von ihnen opfern. Premterminister Asquith erklärte: Ich hoffe, es ist unnötig, in diesem Augenblick in Abrede zu stellen, daß wir in irgendeiner Phase der Verhandlungen durch Haß und Feindschaft oder indirekte Motive trgendwel cher Art oder durch Netaung die legitimen Ambitionen und Ziele der anderen Großmächte zu freuzen beseeft gewefen sind. Der Minister betonte sodann ausdrücksich den Willen der Regierung, an der bestehenden 80) Aus Eifersucht. Roman von Mar Hoffmann. ( Nachdruck verboten.) Ein Preis zur Bekämpfung der Schlaffrankheit. Die Königin von Beigten hat für die beste Arbeit zur Bekämpfung der Schlaffrankheit einen Preis von 240 000 Francs ausgesetzt. Dieser Betrag stellt das Ergebnis einer wohltätigen Sammlung dar, die durch den Verkauf von Edelweißblumen erzielt worden ist, und durch die Initiative der Königin veranlaßt wurde. Begnadigung eines ehemaligen Kommerzienrats. Dem früheren Befizer der Altonaer Wachsbletche, ehemaligem Kommerzienrat Möller, der seinerzeit mit 11 Millionen Mark fallierte und wegen Betrugs zu fünf Jahren Gefängnis veruteilt wurde, ist, dem Vernehmen nach, ein Jahr dieser Strafe im Gnadenwege erlassen worden, so daß zum April 1912 seine Entlassung aus der Strafhaft erfolgen wird. Die Verhandlungen in der Berliner Metallin: dustrie, die feit Dienstag vormittag zwischen Ausschußmitgliedern der Berliner Metallindustriellen und den Delegierten des Metallarbeiterverbandes gepflogen wurden, um die drohende Aussperrung in Groß- Berlin zu vermeiden, waren von Erfolg gekrönt. Nach vielstündiger Beratung gelang es in später Nachtſtunde, durch Nachalebigkeit auf beiden Selten zu einer Eint gung zu gelangen und einen dahingehenden Beschluß zu formulieren. Stimmt heute die Arbeitnehmervers fammlung diesem Vorschlage zu, so wird damit die Aussperruna, von der etwa 75 000 Metallarbeiter betroffen worden wären, vermieden. Ein Racheakt, wie er unter Winzern noch nicht das gewesen ist, wurde in Waltammer in der Pfalz verübt. Als am Freitag die Pachtghter auf weitere 20 Jahre versteigert wurden, verlautete die Drohung, daß etwas geschehen würde, wenn es jemanden einfallen sollte, den alten Bachtpreis zu überbieten. Am Montag entdeckten nun die neuen Bächter, daß 250 Rebstöcke abgeschnitten wurden. Als Täter nahm die Gendarmerie einen Winzer fest, der die Tat auch bereits eingestanden hat. Keine Kandidatur des Grafen Säfeler. Graf Häfeler hat seine Kandidatur für den Wahlkreis Mülheim- Duisburg- Oberhausen zurückgezogen. Die rechtsstehenden Parteien stellen feinen neuen Kandidaten auf und treten für den nationalliberalen Kandidaten ein. Braunwa Aner vor ittrigen gen, die ben. So rierbar narbung folg, die barften fern es fa daß a bedeutet Tragweit Die neue Spur in der Konizer Mordaffäre. Der unter dem Verdachte der Ermordung des Gymnasiasten Winter in Konig verhaftete Agent Breulich wurde nach dem Beuthener Untersuchungsgefängnts übergeführt. Ein erneutes Verhör des Verhafteten ergab, daß Breulich folgende Aeußerungen getan hatte: An den Kragen wird es mir wohl nicht gehen, höchstens bekomme ich 15 Jahre Zuchthaus." Der erweiterte Vorstand der deutsch- konservativen Bartel tagte am Dienstag unter außerordentlich starter Beteiligung aus Preußen und allen deutschen Bundesstaaten im Abgeordnetenhause. Die Verhandlungen waren vertraulich. Auf Antrag der Vertreter der dret größten füddeutschen Bundesstaaten wurde einstimmig folgender Beschluß gefaßt: Der weitere Vorstand der deutsch- konservativen Bartet billigt in vollem Umfang das Verhalten ihrer Vertreter im Reichstag bet den Verhandlungen in der Marokkofrage. Das Marokko- Abkommen in der franzöfifchen Kam= mer. In der Kammerfommission für auswärtige Angelegenhetten waren bei der Abstimmung über das Deutsch- französische Abkommen, wie jest feststeht, 29 Abgeordnete anwesend; 15 haben für und 2 gegen die Annahme gestimmt, 12 haben sich der Abstimmung enthalten. Mit der größten Umsicht traf er seine Vorkehrun gen. Schon dreiviertel Stunden nachdem er den Auftrag bekommen hatte, war das angegebene Haus in der Wißmannstraße unter schärfster, aber vorsichtiger Beobachtung, sodaß jeder Ein- und Ausgehende aufs Korn genommen werden konnte, ohne daß der Betreffende etwas davon merkte. Es war beretts gegen Abend, und als am nächsten Morgen eine ganze Kolonne von Krimt= nalmännern und uniformierten Schußleuten anrickte, stand fest, daß der Gesuchte während der Nacht das Haus nicht verlassen haben konnte. Das Gebäude selbst wurde umftellt, der Ausgang nach der Straße und nach dem Hof doppelt besetzt und auch an jedem Flurfenster ein Posten aufgestellt. Auch der Bodenraum und die Ausgänge nach dem Dach wurden mit Wachen versehen, so Daß eine Flucht dorthin unmöglich war. Das alles ging so letse und unauffällig vor sich, daß die Bewohner des Sauses nicht das geringste davon merkten. Und dann Flingelte Weide, der von vier handfesten Leuten begleitet war, an der Tür der Witwe Mandelftiel. Ste öffnete selbst. The sie noch ein Wort hervorbringen konnte, war fte bet Seite geschoben, und die fünf Beamten stürmten in das links vom Korridor belegene Wohnzimmer. Verhaftung wegen Verdachts des Giftmordes. Vor einiger Zeit starb in Alteffen der Apotheker Nolshoven, angeblich an einem Schlaganfall. Es tauchten ledoch bald nach seinem Tode Zweifel an der Todesursache auf. Am Montag abend wurden nun die Frau des Verstorbenen und ihr Vetter Rolswoven, ein früherer Pfarrer, unter dem Verdachte des Giftmords verhaftet. Zwischen beiden sollen schon längere Zett Beziehungen bestanden haben. jeder Seite postierte sich einer neben ihn, und Welde sagte ruhig: „ Machen Sie keine Umstände weiter, Majewsk! Sie sind verhaftet." Ein Kirchenbrand hat in dem kleinen märkischen Städtchen Lippehnen gewütet. Der Brand entstand infolge schadhafter Heizungsanlage, ergriff den Dachstuhl der Kirche und brettete sich so schnell aus, daß nur die Kirchengeräte, das Taufbecken und die Gedenktafeln in Sicherhett gebracht werden konnten. Auch der Turm ist ganz ausgebrannt. Die Glocken sind geschmolzen. Die Bersteigerung der Juwelen des Erfultans Abdul Hamid brachte am Dienstag, dem zweiten Tage der öffentlichen Ausbietung 2 090 000 Francs. Der Mann erblaßte. Der Biffen, den er eben von einem Brötchen genommen hatte, blieb ihm beinahe im Halse stecken. Dann aber sah er sofort ein, daß hter feder Widerstand nuplos und töricht sein würde. Er faßte sich und sagte:„ Aha! Ich kann's mir denken. Ste hat gepfiffent. Na ja, so sind die Weiber. Erst machen fie alles mit, und dann verraten sie einen." Und gemütlich setzte er hinzu:„ Ich kann doch wenigstens mein Frühstück verzehren, nicht wahr?" Hinter dem Tisch, auf dem eine brennende Petroleumlampe stand, saß auf dem Sofa in dicker Lodenjoppe etn Mann, der friedlich sein Frühstück verzehrte. Er wollte bet dem unerwarteten Eintreten der fremden Männer aufspringen, aber zwet Beamte schoben den Tisch dicht an thn heran, daß er eingeklemmt war, auf Bei einem Einbruch in der Kurfürstenstraße zu Berlin in der Nacht zum Mittwoch erbeuteten Einbrecher Pelzwaren im Werte von 6000 Mark. Die Täter entfamen unerkannt. ,, Gewiß!" versicherte Weide, der geschickt auf seinen Ton einging. Ich wundere mich nur, daß Sie schon so früh aufgestanden find, Majewski." Zum Bürgermeister von Bremen an Stelle des verstorbenen Bürgermeisters Dr. Marcus wurde der bisherige Senator Stadtländer gewählt. Na, Ihnen kann ich's ja sagen, Herr Kommiffar," erwiderte der Verbrecher zutraulich. In einer Stunde hätten Sie mich schon nicht mehr gefunden. Ich wollte um halb acht vom Anhalter Bahnhof abdampfen." „ Wir werden auch fahren," sagte Welde mit fatirtschem Humor. Gine berüchtigte Einbrecherfamilie wurde ge= stern in Poliz an der Elbe wegen eines in Königstein verübten Einbruches verhaftet, wobei sich ein förmlicher Kampf zwischen den Gendarmen und den Mitgliedern der Bande abspielte. Letztere wurden schließlich über= wältigt; ein Gendarm wurde dabet durch einen Schuß schwer verletzt. Majewski nickte verständnisinnig und grinste. Als er sah, daß zwet Beamte sämtliche Möbel des Zimmers durchsuchten, fragte er: Was suchen denn die Herren da? Ach, Sie wünschen das Geld zu haben? Sie finden es in der kleinen Siste hter unter dem Sofa." Wissenschaft, Runst und Citeratur. Auf dem Wege zur Krebs: und Tuberkulose- Seilung? Die Deutsche medizinische Breffe" veröffentlicht etnen Artikel, wonach es einem Arzt in Davos refp. Als die Kiste geöffnet und geleert war, sagte Weide: " Da sind siebzig Hundertmarkscheine. Wo ist das übrige Geld?" Du mein Gott, man muß doch leben! Tausend Mark habe ich ausgegeben." wahr ist, will ich gestehen, aber man soll mich nicht unnitz verdächtigen." „ Sie haben doch viel mehr als achttausend Mark gehabt!" Weide beruhigte thn. Das wird sich ja noch alles Herausstellen. Sie sind wohl lett fertig? Dann bitte!" Majewskt erhob sich. In demselben Augenblick war von jeder Seite ein Beamter an ihn herangetreten und thm waren Handschellen angelegt. Grollend mußte er fich hinunterführen lassen. Der Verbrecher schlug mit der Faust auf den Tisch. " Nicht einen Pfennia mehr, Herr Kommiffar! Was die Medta Hter hatten sich mittlerweile doch einige Zuschauer eingefunden, und er stteg ellig in die bereitstehende Droschke, um in Begleitung von vier Beamten, von denen einer auf dem Bock neben dem Kutscher Platz nahm, nach dem Untersuchungsgefängnis zu fahren. Unfa bob ams auf, durd nem Jah Jahren den ware war auf folgt, der die Dieb die wirkl lebt Frei Staatsta von Sta Noch an demselben Vormittag wurde der Festgenommene dem Untersuchungsrichter zum Verhör vorgeführt. Er war zuerst sehr wortfarg und wog alle seine Worte vorsichtig ab; als ihm aber zur Stärkung eine halbe Flasche Portwein und verschiedene Brötchen mit Lachs und vortrefflichem Schinken vorgesetzt worden waren, ward er allmählich gesprächiger und war bereit, Auskunft zu geben über die Art, in der er seine Tat ausgeführt hatte. Ein hat der einem D etn Kuve laffen. D Tagebl." Jahre 184 febige Ge war in i dienstet. wefend m chen öffn bat die Mallmiß, der zur Aufnahme des Protokolls zuge= gen war, hatte sein Einglas festgeklemmt und fixterte thn wie ein seltenes Tier mit großem Interesse. Also nun erzählen Sie einmal, Majewski!" for= derte Herr v. Scharfenstein auf. Wie kamen Sie überhaupt auf den Gedanken, jene Tat auszuführen?" ,, Das ist eigentlich so ein ganz unbewußter Vorgang gewesen, Herr Untersuchungsrichter. Sehen Sie, nötig war es ta, daß ich irgend ein Ding drehte, denn ich war leergebrannt wie ein ausgestorbener Krater, und da mußte ich eben sehen, wie ich mir Geld verschaffen konnte." Wäre das nicht durch ehrliche Arbeit möglich ge= wesen? Ste find doch kein ungebildeter Mensch, wie tch merke." das den Kaffee un fremden Mädchen Antworte Mädchen, und seine großen K mitgeteilt Nach nehme e Kaufmann vollstreckb erwirkt. ordentlich trob wie Offenbar gegen be lang nich geblich be nover bef Tochter Gartentir einem G ren Bee zur Abf vom Ge Der zelheiten Bostillon Immer ve der Betß ftraße. Ei gen. Im Die Postb der beiden fohlenen befchäftigt, festzustelle Ein f der Konti nedy been raschung b Verteilung wurde, we ftellt, fam gelten, die Seller der erhielt mun ren, wie v von sechs Spefenred walter fu Firma 12 Maje bin Kunst fucht, man man mie man erst fchwer, fe Dann ist Sie folgt? belligt w „ Ja, babe, das Sm. Einbruch Irge bachte nu beim etm Da war t Das ftein ein. Ja, Wert dea veranlaßt den, und Wohe MO, fie urecht. E bat feiner Ich Ihnen Thre Kat belfen Belle baltniffe ge ten Bettp Bar wagm felb wole ver Etat Hir Lethe von en lebten Millionen 12 ditrite herunter en Kon Kardinale das Jahr hnete. Er talten ge gung der le darauf Trennung dritate er London, hen Kons tag vor landete der Halle ein Win frankheit. ( rbeit zur rets von t das Erdurch den tit, und urde. rzienrats. iche, che it mit 11 zu fünf Verneh wege er Entlaffung nicht das Iz verübt. 20 Jahre aß etwas en sollte, ntag ent stöde abndarmerie eingestanfäre. Der mmafiasten h wurde 3 überge ergab, atte:" An höchstens rdes. Vor tolshoven, ten jedoch desursache Frau des Friherer verhaftet. tehungen märkischen ntstand inDachstuhl ß nur die ftafeln in Turm ist molzen. altans Ab: Tage der ftraße zu eten GinDie Täan Stelle cus wurde wurde geKönigstein förmlicher Mitgliedern Blich überinen Schuß pratur. rfulofe- Sei Deröffentlicht Davos refp. nicht unnoch alles ann bitte!" genblid war getreten und 5 mußte er e Buschauer ereitstehende ten, von dePlatz nahm, 7. der Festgerhör vorge Og alle feine ärkung eine Brötchen mit ezt worden no war beder er seine cofolle zuge und flrterte tereffe emati" for Sie fiberbren?" ußter VorSehen Sie, Srehte, denn ner Arater, r Gelb ver möglich ge Menfch, wie Braunwald( Schweta) nament Roerig gelungen ist, mit tner von ihm hergestellten Ralflösung eine Reihe von tttrigen Gewebseinschmelzungen zur Hellung zu bringen, die teilweise bisher feder Behandlung getrost haben. So hat er zerfallenen Krebs, der nicht mehr operierbar war, sowie veraltete Hautgeschwüre zur Vernarbung gebracht und versucht fest, anscheinend mit Erfolg, die Tuberkulose zu bekämpfen. Bedenkt man, daß die Medizin Krebs und Tuberkulose, den beiden furcht= barsten Boltsfrankheiten, machtlos gegenübersteht, sofern es sich nicht um die allerersten Anfänge handelt, ja daß auch dann häufig jede Theorie vergebens ist, so bedeutet diese Erfindung eine Errungenschaft, deren Tragweite noch nicht zu übersehen ist. Aus den Gerichtssälen. Unschuldig verurteilt. Die Straffammer in Essen bob am Dienstag ein im Februar d. J. gefälltes Urteil auf, durch das ein Arbeiler aus Gelsenkirchen zu et nem Jahr Gefängnis und ein zweiter zu anderthalb Jahren Gefängnis wegen Diebstahls verurteilt worden waren, und sprach betde fret. Die Verurteilung war auf Grund der Aussage eines Schußmanns er= folgt, der in den Angeklagten mit aller Bestimmtheit die Diebe wiederzuerkennen glaubte. Später wurden die wirklichen Täter ermittelt. Alle Auslagen, die den lett Freigesprochenen entstanden sind, werden durch die Staatskasse übernommen, außerdem werden die beiden\ von Staatswegen entschädigt werden. Vermischtes. Ein faiserliches Geburtstagsgefcent. Der Katser hat der Frau des Schneidermeistes Schulz in Klezke, einem Dorfe bei Rathenow, zu ihrem 80. Geburtstage ein Kuvert mit einem Hundertmarkschein überreichen laffen. Die Ursache zu dem Geschent ist dem„ Berl. Tagebl." zufolge eine kleine Begebenheit aus dem Jahre 1848 gewesen, bet der Kaiser Wilhelm I. und das fetzige Geburtstagskind eine Rolle spielten. Frau Schulz war in ihrer Jugend bei einem Pfarrer Quikow bedienstet. An einem Spätabend, als der Pfarrer ab wesend war, flopfte es an der Haustüre. Das Mädchen öffnete, fah draußen mehrere Herren stehen und bat die Fremden, näher zu treten. Es tochte ihnen Kaffee und fette ihnen ein ländliches Abendbrot vor, das den Gästen ausgezeichnet mundete. Der eine der fremden Herren plauderte dabet freundlich mit dem Mädchen und amüsierte sich köstlich über die urwüchsigen Antworten. Als der Pfarrer zurückkehrte, erfuhr das Mädchen, daß die Gäste Prinz Wilhelm von Preußen und seine Begletter gewefen waren. Dem Neffen des großen Kaisers war diese Geschichte der Achtzigjährigen mitgeteilt worden. Nach der Trauung verhaftet. Eine sehr unangenehme Ueberraschung wurde vor einigen Tagen einem Kaufmann in Hannover zuteil. Gegen ihn war ein vollstreckbarer Schuldtitel über zusammen 30 000 Mark erwirkt. Die Schuldvollstreckung gestaltete sich außer= ordentlich schwierig, der Mann bezahlte nicht, fam aber trob wiederholter Ladung auch nicht zur Leistung des Offenbarungseides. Der Gläubiger erwirkte Haftbefehl gegen den Schuldner, aber auch dieser fonnte monatelang nicht vollstreckt werden, well der Schuldner antgebitch beständia aui Reisen war und sich weit von Hannover befand. Schließlich erfuhr der Gläubiger, daß die Tochter des Schuldners am vorigen Freitag in der Gartenkirche getraut werden sollte. Er begab sich mit einem Gerichtsvollzieher zu der Trauung, und nach deren Beendigung wurde der Kaufmann, bevor er seine zur Abfahrt bereitstehende Droschke besteigen fonnte, vom Gerichtsvollsteher verhaftet. Der große Berliner Boftraub ist jetzt in allen Einzelheiten aufgeklärt. Der ganze Plan ging von dem Bostillon Wendt aus, der het felnen Rennwetten fast Immer verlor. Punft 8% Uhr abends stand Cavello mitt der Beißzange an der Ecke der Leipziger- und Kurftraße. Einige Minuten später kam Wendt mit dem Wagen. Im Handumdrehen war der Wagen geöffnet. Die Postbehörde, welche 4000 Mart für die Ergretfung der beiden Räuber und Wiederherbetſchaffung des gestohlenen Gutes zu verteilen beschloß, ist noch damit beschäftigt, die genaue Summe der gestohlenen Werte festzustellen. Ein fetter Konkurs. Vor einigen Tagen wurde der Konkurs der Meraner Installationsfirma Wisnecky beendet. Den Gläubigern stand ein große Ueber= raschung bevor, denn die Quote, auf Grund welcher die Verteilung der Bestände der Firma vorgenommen wurde, war 0,001258. Um ein Rechenbeispiel anzufüh= ren, wie viel dies, in flingender Münze umgefeßt, dar= stellt, kann die Forderung einer Innsbrucker Firma gelten, die fich mit einem Guthaben von 86 Kronen 30 Heller dem Konkursverfahren anschloß. Diese Firma erhielt nun nach Beendigung des Konkurses die Summe von sechs Hellern zugewiesen, und gleichzeitig fam die Spesenrechnung des Advokaten mit, der als Maffeverwalter fungierte. Diese Spesenrechnung betrug für die Firma 12 Kronen 8 Heller. Majewski warf sich in die Brust. Allerdings, tch bin Kunsttischler, habe die Realschule bis Tertia be= fucht, manches gelernt und viel gelesen. Aber wie soll man wieder auf einen gritnen Zweig kommen, wenn man erst ein paarmal im Rittchen gewesen ist? Das ist schwer, sehr schwer, das kann ich Ihnen versichern. Dann ist einem überall die Polente auf den Ferfen." ,, Sie meinen, Sie wurden von der Polizet verfolgt? Ste find doch aber in der letzten Bett nicht bebelligt worden." " Ja, seitdem ich mich unangemeldet aufgehalten habe, das ist richtig. Aber vorher war's schlimm." Hm. Sie hatten also die Absicht, sich durch einen Einbruch Geld zu verschaffen?" " Irgend so etwas schwebte mir unklar vor. Ich bachte nun, es wäre vielleicht dort in dem BeatricenHeim etwas zu machen. Deshalb sprach ich dort vor. Da war ich zufällig Zeuge eines Telephongesprächs ,, Das kenne ich bereits," fiel Herr von Scharffenstein ein.„ Und Sie hatten sofort Ihren Plan fertig?" Ja, wie ein Blitz durchfuhr es mich: Das ist ein Wert des Schicksals! Ich etlte au meiner Freundin, veranlaßte fie, sich dort als Krankenpflegerin zu melden, und bestellte dann telephontsch in dem Helm ab." " Woher hatte Ihre Freundin die Tracht?" " O, sie ist ein sehr geschicktes Mädchen, das kann tch Ihnen sagen, und machte sich am Abend noch alles zurecht. Es stimmte zwar nicht ganz genau, aber das bat feiner gemerkt." " Ihre Freundin sollte Ihnen bei der Ausübung der Zat helfen?" Beileibe nicht! Ste sollte nur die dortigen Verbältniffe genau ausfundschaften und mich auf den rechten Bettpunkt aufmerksam machen." Wärs nicht einfacher gewesen, Ihre Freundin mahm selber das Geld?" Millionenschäden durch das franzöfifche B- Pulver. Die jetzt beendete Vernichtung der für die Sicherheit der französischen Kriegsschiffe als gefährlich befundenen Pulvermassen gibt Anlaß zu folgender Statistik: Ins Wasser versenkt wurden Pulvermengen im Gesamtwerte von 20 Millionen Mark. Hierzu kommt der durch das verderbliche Pulver verursachte Verlust des Schlachtschiffes" Liberté" mit 42 Millionen und die zu= grunde gegangene Ausrüstung dieses Schiffes mit 8 Millionen. Hierbel sind nicht die noch genauer zu be= ziffernden Millionen für die Reparaturen der bet jener Katastrophe schwer beschädigten Kriegsschiffe, fowie fitr Zerstörung des„ Liberté"-Wracks in Rechnung gezogen. Folter in einem russischen Gefängnis. Der russische Justizminister hat eine Untersuchung gegen den Direktor des Gefängnisses in Krasnojarst eingeleitet, dem die Folterung von Gefangenen vorgeworfen wird. Verwandte eines Untersuchungsgefangenen richteten ein Telegramm an den Minister, worin fie berichteten, der Gefängnisdirektor habe vier Gefangene auf alühende Reffel feßen lassen, angeordnet, daß sie mit glühenden Nadeln gestochen würden, ihnen die Glieder recken laffen und ähnliche Greuel mehr verübt. Ein Untersu chungsgefangener set infolge der Folterungen gestorben, ein anderer set trrsinnig geworden. Der Minister entsandte einen Beamten des Ministeriums nach Krasnofarst der die Untersuchung führen wird. Unfall bei der Landung der Schwaben". Bet der Landung des Luftfchiffes Schwaben" vor der Luftschiffhalle in Baden- Oos am vergangenen Montag aab es einen Unfall, der noch gut ablief. aber leicht hätte fchlimmere Folgen haben können. Als der Luftkreuzer um 4 Uhr landen wollte, wurden Selle niedergewor fen, die von Angestellten ergriffen wurden, um den Ballon niederzuziehen bezw. festzuhalten. Blößlich ging das Luftschiff wieder in die Höhe, dret Mann wurden, an den Seilen hängend, mit hinaufgezogen, Iteßen dann in 10 Meter Höhe die Seile los und stürzten ab. Giner erfitt einen Handgelenkbruch und wie es heißt, innere Verlegungen, die beiden anderen leichte Berlegungen. Das Luftschiff steuerte dann nach Sandweler zu, fehrte um und konnte um 4 1hr 20 Minuten lan= den, während die Verbringung in die Halle um 4 Uhr 40 Min. beendet war. Gin Barinäicer Selbstmärker. Der Maurer Wilhelm Hener in Belgern a. d. Elbe, der in fortwährendem Unfrieden mit feiner Frau lebte, tam dieser Tage von einer Meise nach Leipzig nach Belgern zurück und fand feine Wohnung leer: feine Frau batte ihn verlas= fen und fich eine andere Wohnung gemietet. In feiner maßlofen Wut zerstörte er die gesamte Wohnungseinrichtung. ftecfte ein großes Messer an sich und beaab ftch in die Wohnung seiner Frau. Hler wurde ihm der Eintritt verweigert. Da er vor der Wohnumgatitr drohte, seine rau tot aut stechen, nahm die Boltzet ihm auch noch in Berwahruna. Nach einigen Tagen wurde er entlassen; mit einem Degen bewaffnet, fuchte er aber miederum in die Wohnung seiner Frau zu dringen. A18 er fah, daß es ihm nicht gelingen würde, versuchte er sich die Bulsadern zu durchschneiden, was nicht recht aliickte. Triefend von Blut Hef er dann nach der Elbe, mo er sich durch Ertränken das Leben nehmen wollte. Ein Wiesenouffeher ava thn aus dem Wasser und verband thn. Am nächsten Mornen aber fand man ihn erhängt in feiner Wohnung. Norber hatte er noch verfucht, sich den Hals zu durchschneiden. Im Münchner Sofbränhans, Gast( zu feinem Tischnachbar, der ihm foeben aus der Bettung fiber die nenten Kriegsfchiffe vorgefefen hat): Seh'n S', mas mir von die nenen Kriegsschiff' am besten g'fallt, dös 18 die große Waffernerdrängung." carna. Sabe die Ehre, Frau Wirkliche Gehelme riensrat mit dem Range 1. Klasse!" „ Guten Maraen, Frau charakterisierte Mator zur Disposition in Wiederverwendung!" Ter Dottillon auf dem Renuplak. Die Beranbuna etnes Postmagens auf offener Strake ist für deutsche Verhältnisse noch ein feltenes Gretants. n Berlin hat der erste Verfuch mit der Ergretfung der Täter geendet, und es bat fich herausgestellt, daß der Hauptübeltäter der Postillon war, der den Wagen gelenkt hatte. Der Plan zu der Beraubung Iteat, wie gemeldet, schon längere Zeit zurück, und der Grund zur Tat ist in der Geldverlegenheit des BostirIons zu fitchen, der ein leidenschaftlicher Spieler auf Pennplähen war. Er hatte mit feinen Wetten menta Glück, verfchuldete und fann daher auf eine„ Sanierung" aroßen Sils. Wir haben hier, so urteilt dte „ Tal. Rosch." über dieses aukeraemähnliche Vorkommnts, einen neuen Beweis für das von uns schon öfters beflante 1mfichareifen der Spielsucht. Mit der Arbeit fann man nicht mehr vorwärt8fommen fo heißt es heute in meiten Kreifen. Es ist ja heute fo bequem gemacht das Wetten fann mit den fleinsten Mitteln durch Hilfe einer Inmasse von Agenten be= trieben merden. Mohl am häuffaften sind aerade„ kleine ,, Wie ich schon andeutete Herr Untersuchungsrichter, paßt sie nicht dazu. Das wollte sie auf keinen Fall übernehmen. Und da blieb mir eben nichts wetter übrig, als es selbst zu tun." - ,, Ind Sie hatten von Anfang an die Absicht, jeden niederzustoßen, der Ihnen in den Weg fam?" Der Verbrecher blickte halb erschrocken, halb unwillig auf.„ Ich weiß nicht, wie man bazu-" stotterte er ängstlich. Herr von Scharffenstein warf ihm einen tronischen Blid zu.„ Oder gehörte der Mord vielleicht auch zu dem Unbewußten, von dem Ste vorhin fprachen?" - Matewatt hatte seine Faffung wieder gewonnen. „ Ich habe überhaupt niemand getötet, Herr Unterfuchungsrichter. Sehen Sie, das ist ja eben das SchrecItche, daß man denkt-" ,, Ach was!" schnauzte thn der kleine Herr schroff an. „ Machen Sie doch keine faulen Ausreden! Gestehen Ste doch lieber von Anfang an alles, dann ist die Sache für uns viel rascher erledigt und auch für Sie viel vortellhafter." „ Aber wenn ichs Ihnen doch sage, Herr Untersuchungsrichter! Ich kann doch nichts weiter gestehen als die reine Wahrheit." Er sprach es in flehendem Ton, felne Stimme zitterte, und dann fing er an zu schluchzen.„ Ich bin ja etn Verbrecher, fa, ich habe gestohlen, ein Dieb bin ich und will auch die verdiente Strafe tragen, aber ich bin kein Mörder! Niemals wirde ich einen Menschen umbringen, ich schwöre es Ihnen bet allem, was mir hellig ist-" „ Wer stiehlt, Iügt auch." ,, Ach nein, Herr Untersuchungsrichter, nicht immer. Ich schwöre es Ihnen beim Andenken an meine Mutter, die mtr immer Iteb und teuer war, und die ich leider viel zu frith verloren habe. O, sie war so gut zu mir, und wenn sie länger gelebt hätte, wäre ich gewiß kein schlechter Mensch geworden!" Leute" dem Spielteufel verfallen und schließen in Met nen Wirtschaften Wetten ab. Der Postillon Wendt tſt feine Ausnahme. Er war, wie so viele Wettende, nicht mehr der Ansicht, daß alles Einkommen durch Arbeit verdient und erworben sein solle.. So wenig nun auch dieser Grundsatz in seiner ganzen Strenge durchgeführt werden kann, so sollte man doch die Gefahr nicht verfennen, die darin besteht, daß weite Schichten der Bevölkerung daran verzweifeln, durch Arbeit vorwärts fommen zu können. Wo dieser Glaube aber verloren geht, da sinkt die Achtung vor der Arbeit und die Arbeitsleistung eines Volkes. Deshalb verdienen solche traurigen Zeichen der Bett die ernsteste Beachtung. Italiens geheime Absichten. In den letzten Tagen machte ein Interview in Rom viel Aufsehen, welches ein Redakteur eines in Genua erscheinenden Blattes mit einer hochgestellten militärischen Persönlichkeit" hatte. Der Journalist war mit diesem Herrn zufällig auf der Reise von Rom nach Genua zusammengetroffen und hatte sich ihm nicht nur als Redakteur, sondern zugleich als Verwandter eines bekannten in Tripolis stehenden oder besser eines auf dem dortigen Luftschiffe fahrenden Offizters vorgestellt. Möglicherweise hat diese Verwandtschaft dem" hoheit Militär" besonderes Vertrauen eingeflößt, so daß er, vielleicht, auf die Diskretion des Journalisten rech nend, diefem manches erzählt hat, was er unter anderen Umständen wohl verschwiegen hätte. Aber der Redakteur war nicht diskret, und so erfahren wir aus dem Munde des hohen Militärs allerlei recht interessante Dinge. Zunächst wird uns mitgeteilt, daß der italientfche Generalstab. speziell der der Marine, schon seit acht Jahren ganz geheim einen Kertea gegen die Türkek und eine ihr wahrscheinlich verbindete Macht" vorbe rettet, daß zu diesem Zwecke Admiral Aubry unter der Maske eines amerikanischen Touristen auf einer Jacht zu verschiedenen Malen Vergnügungsreifen nach Salonift, Smyrna, den Dardanellen und dem Hafen von Konstantinopel unternahm, während General Caneva als reicher Getreidehändler in langen Zwischenräumen Tripolis, Benghaft. Derna und Tobruf besuchte. Die nengebackenen hiesigen Nationalisten, meinte der hohe Militär, hätten demnach sehr unrecht, wenn sie sich als die einzigen Urheber der Eroberung von Tripolts auffpielten" Die jetzige militärische Attion fet langer Hand vorbereitet worden, und wenn sie gerade fetzt in Szene gefetzt wurde, so fet dies dem deutsch= französischen Konflikt wegen Marokko zuzuschreiben, well tollen nicht zwischen den um den afrikanischen Boden streitenden zwei Parteten die Rolle des Dritten fpielen wollte, der dabei den Kürzeren zieht. Der erste Aft der tettaen militärischen Arton, so erfahren wir wetter, hätte sich eigentlich nach dem Plan des Gene= ralftabs in den Dardanellen, und zwar vor Konstantinopel abinielen follen, und das set nutr nicht geschehen aus Rücksicht auf die großen finanziellen und kommerziellen Intereffen einer Macht", deren Preffe talten jetzt das ritchfichtsvolle Vorgehen mit so viel Undant lohnt. Aber aufneschoben sei nicht aufgehoben! 1nd sicher verde der Akt, mit dem das tentge militärische Drama beoinnen wollte, diefes be= schließen und der Rug nach den Dardanellen und Kons stantinopel die herrliche Krönung eines großen Unternehmens bilden. Die Friedensbedingungen der Türket. Der türkische Geschäftsträger übermittelte dem engIifchen Auswärtigen Amte eine amtliche Note der tür fifchen Reaterung zur Kenntnis, in der mitgeteilt wird, daß die Türkei nur unter Aufrechterhaltung der vol= Ien Souveränität in Tripolis zu Waffen= stillstandsrerhandlungen berett ist. Mono Chriftenmorde in Thing. Aus der französischen Provinz Cochinchina fommen Meldungen über mehrere Europäermorde. Aus Sofoon, der Hauptstadt der Provinz, meldet der Draht darüber: In der Umgegend von unanfu wurde der Miffionar Castenet ermordet. Der lofsit des apoftolischen Vitars wurde geplündert. Acht Chriften, die sich darin aufhielten, wurden getötet. Maßnahmen der fremden Mächte. Da fich die Lage der Fremden in China immer unsicherer gestaltet, haben die Mächte Vorsichtsmaßregeln getroffen. Holländische Marinemannschaften sind in Schanghai gelandet worden und befinden sich auf dem Wege nach Nanting, wo die Lage noch immer am bedrohlichsten ist. Britische Entfaßtruppen sind von Tientsin nach Hifianfu in Weftchina, wo fürzlich Fremden- Niedermeßelungen stattgefunden haben, abaeaangen. Auch die deutsche Regterung hat ein Truppendetachement in die am meisten gefährdete Gegend ent= fandt. Nach einer telegraphischen Meldung aus Berlin find 200 Mann von der Besaßung des Schutzgebietes Kiautschou nach Tientsin abgegangen. Ste bilden zunächst eine militärische Reserve in der Brovinz Tschilt. Der große starke Mann meinte wie ein Kind. Dicke Tränen quollen aus seinen Augen und liefen thm über die fahlen Wangen. Herr von Scharffenstein betrachtete thn mißtrautsch von der Seite. Spielte dieser Kerl Komödie? Nein, das schien wtrklich nicht der Fall zu sein. Das war feins von jenen verstockten, Hinterfiftigen Individuen, deren er schon zahlreiche vor sich gehabt hatte. Er schlen Gemlit zu haben, wie feine Tränen und sein Hinweis auf die Mutter verrieten. Aber kam es nicht häufig vor, daß selbst hartgefottene Verbrecher ein welches Gemüt besaßen? Satte es doch schon Mörder gegeben, die nicht den Mut hatten, einen ihn Itebgewordenen Hund zu töten, und sich durch diese Weichmittigkeit in die Hände der verfolgenden Bolizel geliefert hatten! Nein, dieser Mensch mußte erst noch eingehender beobachtet werden, ehe man ihm Glauben schenken konnte. Mitten in diesem Nachdenken wurde der alte Herr durch die Meldung eines Polizisten gestört. Er nickte nur, und gleich darauf wurde eine Dame in Diakonissentracht hereingelaffen. Es war die schlanke, vornehme Schwester Marte. „ Verzeihen Sie, wertes Fräulein," wandte sich Scharffenstein Höflich an dte zögernd Eingetretene ,,, daß tch Sie herbemüht habe. Wir bedürfen Ihrer nur we nige Minuten. Bitte, schauen Sie sich einmal diesen Mann da an! Erkennen Sie ihn wieder?" Majemati hatte sich rasch die Tränen, deren er sich offenbar vor einer Dame schämte, abgewischt und sah mit gerunzelter Stirn zur Erde. Die Schwester warf einen scheuen Blick nach ihm hin und schüttelte dann den Kopf.„ Ich entsinne mich nicht, ihn gesehen zu haben." ( Fortsetzung folgt.) Bekanntmachung. Betr.: Vergebung der Walzarbeiten für das Jahr 1912. Das Eindecken und Einschlämmen, sowie das Was seifahren bei den Walzarbeiten im Jahre 1912 soll vergeben werden. Angebote find bis Dienstag, den 12. Dey. d. Is vormittags 10 Uhr, auf dem Unterzeichneten einzureichen, woselbst auch die Angebotsunterlagen während der Dienststunden jederzeit zur Einsichtnahme offen liegen. Gießen, den 29. November 1911. Der Großh. Kreisbauinspektor: Hechler. Fleischverdingung. Am 4. Dezember 1911, vorm. 9 Uhr wird im Geschäftszimmer der Verwaltung - Kaserne I- wo auch die Bedingungen ausliegen, der Bedarf an Fleisch und Wurstwaren für die Garnison Gießen vom 1. Jan. bis Ende Juni 1912 berdungen. ONA ONA PUHONNY Das, ONA" tut es nicht allein, Schriftliche Angebote sind bis zu dem genannten Stets muss die, Palm'am Anfang sein! Zeitpunkte mit der Aufschrift: " Angebot auf Lieferung von Fleisch und Wurst. waren" versehen, im Geschäftszimmer versiegelt abzugeben. Garnisonverwaltung. Zur Einführung unserer Vanille: Schokolade 250 V vertellen wir in der Zelt vom 20. November bis 8. Dez. in unseren bislang eröffneten Filialen bis zu 100 000 Probe- Tafeln Vanille- chokolade 250 V gratis und zwar erhält jeder Kunde beim Einkaufe von Mt. 1 50 Abels E chokolad von 70 Bf 6. M. 4- pro Pib. 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