e bewährte t beste itur de und Defen glänzend. OS cht nicht! Derkauf n, Knochen, Blet, Zink, Betten, Weiß Silberfachen quitäten. ger, Gießen. Gießener Zeitung Bezugspreis 40 Pfg. monatlich ( Neueste Nachrichten) oiertelführlich 1,20 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig. ausgabestellen vierteljährlich 90 Pfg. Dienstage, Donnerstags, Samstags. - Erscheint Redaktion: Seltersweg 83.- Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 204. ( 2. Blatt.) Literarisches. rtanf. Als erstes Heft der Sammlung„ Das Gemeindebürgerrecht Deutschlands in Einzeldarstellungen" von halt. Lager: Gerichts assessor Dr. Waldecker ist im Verlag von C. ylords, Halb Geschäfts: und aller Art, neu Butzbach. It reell Frau das Bindernagel's Hofbuchhandlung in Friedberg„ Das Ortsbürgerrecht in Hessen" erschienen( 5% [ 21/3 Bogen, Preis Mt. 1.50). Die Sammlung will Gemeindebürgerrecht für die einzelnen deutschen Staaten historisch darstellen. Das erste Heft bietet ein ansprechendes Stück hessischer Wirtschafts- und Verfassungs= Geschichte. In anregender Darstellung wird die Heraus= bildung der ortsbürger- und heimatrechtlichen Verhältnisse in Hessen seit den ältesten germanischen Zeiten verfolgt und deren spätere gesetzliche Behandlung geschildert. Ein außerordentlich reichhaltiges Material ist geschickt verarbeitet und macht jede Seite des Werkchens interessant. Wiesbaden, asse 551, hten chuppenflechte, Hautausschläge, Füße eschwüre, Aderr, alte Wunden hartnäckig; Leiden behaftet, ch mit der bestens rten Salbe en Bestandteilen. 1,15 u. 2,25. ehen täglich ein. hs, Ol, Terpentin Eigelb 20, Salic, je 1. ginalpackung und mit Firma Inböhla- Dresden, se man zurück. en Apotheken. hes Bingen ktrotechnik, rückenbau. or Hoepke. Kurse. t nur chont und sich durch Fabrikanten eltberühmten da [ 23/4 werden kann. el, London Enthält alle amil. Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei Amtes sowie vieler anderer Behörden Oberheffens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Samstag, den 30. September 1911. und Bismarcbuch für den gebildeten Deutschen, und zumal für Alldeutschlands Jugend, seine Abiturienten Studenten, seine Lehramtszöglinge und seine Kadetten. Ein wirkliches Buch zum Durchstudieren an schönen Urlaubstagen, oder an langen Winterabenden. Danken wir ihm, indem wir sein prächtiges Bismarckbuch nach Kräften verbreiten! - Das Der Schiffs zimmermann, Wrad. Von Friedrich Gerstäder. Mit 36 Bildern Mt. 3.- Wenn das Kennzeichen einer gediegenen Jugendschrift ist, daß sie gleicherweise jung wie alt interessiert, so dürfte dieser Band die Probe glänzend bestehen. ? Der Weg zum Reichtum. Wie man ohne besondere Talente oder Glücksumstände auf rechtliche Weise in gute Vermögensverhältnisse kommt. Lebenserfahrungen und Belehrungen. Preis 1.60 Mk., gebunden 2 Mt.. Verlagsanstalt Emil Abigt, Wiesbaden 35. Das Buch enthält u. a. wertvolle Ratschläge der erfolgreichsten Männer unserer Zeit, plaudert über den Werdegang mehrerer Millionäre, bringt praktische Winke für selbständige Geschäftsleute, Angestellte, Eltern und Erzieher. Es zeigt, welche Grundsätze, Eigenschaften und Kenntnisse nötig sind, sich selbst zu helfen". Eltern sollten in erster Linie das Buch lesen und ihre Kinder durch das Beispiel erziehen. - Jugend, ich grüße dich. Von T. G. Starnfeld. Mit 24 Bildern und 17 Vignetten Mt. 4.-. Durch das herrliche Buch lacht flotter Humor und ein lustiger Schalt ist sein Begleiter. Die Kleinen werden diesen Gruß freudig empfangen, die Großen wie eine liebe Erinnerung ihn mitgenießen. Kultur - Landhaus und Villa. Illustr. KunstAngewandte Hausgärten zeitschrift für Eigenhauskultur, Architektur und Wohnungskunst Kunst. Unter Mitwirkung führender Männer, herausgegeben von Emil Abigt. 7. Band. Jährlich 12 Hefte für 12 Mark, Einzelhefte Mk. 1.25 durch die WestdeutBedenkliches Schwinden unserer Heizmaterialien. Es unterliegt keinem 3wei fel, daß der Vorrat unserer Erde an Brennmaterialien im Schwinden begriffen ist, während sich der Verbrauch und damit der Preis ständig steigern. Trotzdem geschieht die Ausnutzung, d. h. die Umwandlung der in diesen Brennmaterialien aufgespeicherten Energie in Wärme nur in sehr unvollkommener Weise. Der größte Teil der im Betrieb befindlichen häuslichen und gewerblichen Heizanlagen sind außer stande, mehr als 10 Prozent der ihnen zugeführten Wärmemenge auszunutzen. Noch ungünstiger stellt sich dieses Verhältnis für gewisse Gewerbe, die selbst diesen geringen Prozentsatz nur immer So für kurze Zeiträume zur Geltung bringen fönnen. 3. B. der Schmied, der nur einen Nuzeffekt von höchstens 3 Prozent zu erzielen vermag. Abhülfe gegen diese mehr als bedenkliche Erscheinung kann nur dadurch geschaffen werden, daß die Millionen und Abermillionen von Einzelfeuerungen verschwinden, in denen die immer lostbarer werdenden Brennmaterialien verzettelt und vergeudet werden. Mit Recht vertritt deshalb Dr. A. Neuburger in seiner soeben erschienenen sehr bemerkenswer- sche Verlagsgesellschaft in Wiesbaden 35. Weil HausGeten Abhandlung über das Feuer in Haus und werbe den Standpunkt, das nur die Zentralen in Form von Fernheizwerken oder welcher Art sie sonst sein mögen, den kommenden Geschlechtern das werden leisten können, was wir bisher inbezug auf Behand lung und Ausnutzung der Brennmaterialien nicht zu erreichen vermocht haben, und daß man sobald wie möglich allgemein zu solchen zentralen Heizsystemen über gehen sollte. Welche Perspektiven sich dabei der Verwertung von Elektrizität und Gas eröffnen, behandelt der Verfasser in äußerst interessanter und leicht verständlicher Darstellung. Wir finden diese übrigens durch eine große Zahl sorgfältig und geschmackvoll gewählter Textillustrationen, farbiger und schwarzer Bilderbeilagen ganz ausgezeichnet illustrierte Arbeit in Hans Kraemers fulturwissenschaftlichem Prachtwerk„ Der Mensch und die Erde", dessen neueste Lieferungen 130-134 vorliegen( Deutsches Verlagshaus Bong& Co., Berlin W. 57, Lieferung 60 Pfg.) 日 Bismard, sein Leben und sein Werk, von Gottlob Egelhaaf. Mit einem Bismarckbild. Ein starker Band von 456 Seiten geheftet Mt. 7.50, in Leinenband Mt. 9.-, in Halbleder Mk. 10.-. Verlag von Carl Krabbe( Erich Gußmann) Stuttgart. Der Verfasser, ein geschulter Historiker und ein Mann, der mitten im politischen Leben steht, stellt knapp und klar das staatsmännische Ringen und Wirken Bismarcks dar. Der Historiker äußert sich in der urkundlichen Genauig feit und Treue, mit der er jedem Vorgang ins Gesicht leuchtet, der nationalgesinnte Politiker in dem warmen Gefühlsstrom, der unterirdisch die Darstellung begleitet. Der wackere Schwabe hat zu der überreichen Bismarckliteratur einen Beitrag geliefert, zu dem jeder greifen wird, dem es um die rasche und sichere Feststellung des tatsächlichen Hergangs und der politischen Zusammen- hänge zu tun ist. Egelhaafs Arbeit ist eine grundgelehrte Darstellung, aus Quellen ersten Ranges, das auch dem Forscher Neues bietet: wir erwähnen nur die letzten Afte des Vorspiels von 1866, oder die Vorgänge bei Bismarcs Entlassung; und dabei nicht blaß und farblos,„ objektiv", sondern die nationalen, erzieherischen Werte dieses einzigartigen Heldenlebens auch in würdiger Weise hervorhebend und unterstreichend; kurz das Bismardbuch, wie wirs bis jetzt nicht besaßen, das beispiele und Einrichtungen für alle Ansprüche vorgeführt werden, ist die Zeitschrift ein immerwährender guter Ratgeber für Fachleute und Laien. - " " " " " " " ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile.- Stellens gesuche und Familienanzeigen 10 Pig.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pig.- Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungs. sieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Berbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. 20. Kaufmann Joseph Gustav Allmayer ein Sohn, Walter. 20. Steinhauer Johann Bruno ein Sohn, Otto. 21. Elektromonteur Heinrich Gißel eine Tochter, Anna Marie. 22. Fabril- Betriebsleiter Karl Denlinger eine Tochter, Anna Maria Theresia. 22. Versicherungsinspektor Max Speier ein Sohn, Kurt. 22. Bierbrauer Heinrich Weber eine Tochter, Else Luise Minna. 22. Vizefeldwebel Johann Finger eine Tochter, Helena Dorothea Henriette. " 22. Kaufmann Heinrich Friedrich ein Sohn, Helmut Karl Heinrich. " 1 23. Sergeanten Karl Ochsenhir, ein Sohn. " 25. Portier Georg Eisenbrandt eine Tochter, Marie. " Sep. " 26. Schlosser Wilhelm Steger eine Tochter, Anna Katharine. Aufgebote. 22. Adolf Seibert, Metzger, mit Katharina Wagener, beide in Gießen. 22. Heinrich Keil, Taglöhner in Wiesed, mit Lina Henß in Gießen. " 22. Karl Wilhelm Staubach, Postbote in AltenBused, mit Maria Schmitt in Gießen. 9 23. Otto Imhoff, Werkmeister in Gießen, mit Anna Müller in Detmold. " 23. Karl Otter 2., Bahnschaffner in Gießen, mit Margarete Adolph in Heuchelheim. " " 23. August Kneip, Kaufmann in Düsseldorf, mit Marie Lamberth in Gießen. 23. Heinrich Hahn, Kaufmann in Gießen, mit Johanna Neuhaus in Oberlahnstein. " 25. Wilhelm Amend, Postassistent in Worms, mit Emilie Auguste Pauline Hedrich in NiederGemünden. 25. Ferdinand Nord, Maschinenschlosser, mit Elisabethe Schepp, beide in Gießen. ," " 26. Emil Klug, Fuhrmann, mit Margarete Fuchs, beide in Gießen. " 27. Johann Broger, Viehwärter, mit Susanna Libera, beide in Beckrath. " 28. Friedrich Benner, Bahnarbeiter in Heuchel- heim, mit Helene Döpfer in Gießen. " 29. Friedrich Nothnagel, Bahnbau- Assistent in GieBen, mit Elisabethe Schneider in Griesheim. Eheschließungen. Soeben ist das Oktoberheft der rühmlichst bekannten und beliebten Darmstädter Kunst- Zeitschrift ,, Deutsche Kunst und Dekoration"( Verlagsanstalt Alexander Koch, Darmstadt), diesmal in einem neuen, phantasievolleren Gewande, erschienen. Fast das gesamte Gebiet der freien und angewandten Kunst kommt in diesem vorliegenden Hefte zur edelsten Würdigung. Die Malerei ist durch zahlreiche bedeutende Werke von berufenen Künstlern vertreten. Plastische Schöpfungen werden u. a. von Prof. Hoetger- Darmstadt dargeboten Sep. 23. August Westrupp, Schneider, mit Christina und auch eine umfangreiche Veröffentlichung besonders wohlgelungener Beispiele neuzeitlicher Landhaus- Architektur und Raumkunst ist zu lesen. Das Heft enthält über 125 Abbildungen nebst farbigen und Sepiatonbeilagen und ist für Mt. 2.50 durch alle Buchhandlungen oder direkt von der Verlagsanstalt Alexander Koch in Darmstadt zu beziehen. Geschäftliches. Eine für die Leserinnen angenehme Ueberraschung bringt die Oktober- Nummer der„ Großen Modenwelt" mit Fächervignette. Verlag John Henry Schwerin, Berlin W. 57, indem die so überaus beliebfen Normalschnitte jetzt sämtlich für nur 20 Pfg. und 10 Pfg. Porto abgegeben werden, wobei jetzt das ganze Kostüm, der Mantel, Rock und Taille zusammen, Rock und Jackett zusammen für je nur ein Schnitt a 20 Pfg. gerechnet werden. Abonnements auf„ Große den Titel) zu 1 Mark vierteljährlich nehmen sämtliche Gratis= Modenwelt" mit Fächervignette( man achte genau auf Probenummern bei ersteren und dem Verlag John Postanstalten und Buchhandlungen entgegen. Henry Schwerin, Berlin W. 57. Keller, beide in Gießen. " 23. Otto Seipel, Landwirtschaftslehrer, mit Johanna von Münchow, beide in Gießen. " 23. Otto Neuer, Kanzleigehilfe, mit Elise Habicht, beide in Gießen. " " 23. Dr. Ludwig Hillenbrand, Lehramtsassessor in Wimpfen a. Bergstr. mit Elisabeth Engelhardt in Gießen. 27. Heinrich Momberger, Schutzmann in Bad= Nauheim, mit Anna Heilmann in Gießen. 28. Dr. Jakob Horn, Lehramtsassessor in Worms, mit Luise Seibel in Gießen. Gestorbene. Sep. 22. Luise Müller, geb. Krez, 79 Jahre alt. " 23. Elisabethe Else Weinlig, 18 Jahre alt. " 24. Elise Euler, geb. Simon, 59 Jahre alt. 11 24. Ochsenhirt( Knabe ohne Vornamen), 20 Std. " 26. Georg Stabel, 91 Jahre alt. " 28. Friedrich Hermann Hezger, 2 Mte. alt. Hautausschläge- Geschwüre fennzeichnen das Bemühen der Natur, die im Blute befindlichen Unreinigkeiten auszuscheiden. Reine Haut hat nur derjenige, wel. Standesamt- Nachrichten der Stadt Gießen. cher reines Blut hat. Folglich is in solchen Fällen eine BlutGeborene. Sep. 17. Bantbeamten Gustav Heinrich Zeuner ein Sohn. 19. Rechtsanwalt Georg Konrad Wilhelm Kaufmann eine Tochter, Maria Magdalena Henriette. 11 reinigungsfur notwendig und die beft bekannte wird durch Dr. Wegener's Tee erzielt. Die Wirkung ist eine rasche. angenehme und nachhaltige. Dr. Wegener's Tee besteht aus eblen Kräutern und toftet Mt. 1.50 das Packet, in Apotheken erhältlich. Wo nicht vorrätig wende man fich an die Ferromanganingesellschaft, Kronprin zenstraße 55, Frankfurt a/ M. Bolero Nr. 6143. le abgebildeten Modelle können leicht im Haufe gefchneidert werden mit Hilfe von favoritichnitten. Za beziehen durch die hielige Verkaufsitelle: Alex. Salomon& Co., Schulftraße. Das Reich der Frau. Außer der Modell- nummer gebe man bei Beftellung von Schnittmustern der Internationalen Schnittmanufaktur zu Dresden- M. 8, 29-31 als Mah an: für Talllen die Hälfte der Oberweite, für Röcke die ganze Hoffweite, die, wie die nebenitehende Abbildung zeigt, zu nehmen find. Umbang nr. 19026. zu fügen haben. Wenn wir uns dieses so recht vor Augen halten, werden wir unsere Toilette und all das, was zu ihr gehört, ent sprechend abstimmen und selbst in der heutigen Sarbenfreudigkeit Dor Unmöglichkeiten geschützt sein. Geht man mit offenem Blick durch die Straßen, muß man fich oft fragen, wie ist es möglich, daß solche Sarben zusammengebracht werden. Um nur eines heraus zugreifen, sei auf die mode der farbigen Strümpfe aufmerksam gemacht. Den ganz schwarzen Strümpfen, die früher als alleinige Herrscher auftraten, folgten bald solche mit bunter Mufterung, an geblich aus hygienischen Gründen, weil schwarz leicht zu Blut vergiftungen führen follte. Mit den braunen Schuhen bürgerten fich die braunen Strümpfe ein, denn die Mode verlangte bis dato Strumpf und Schuh übereinstimmend in der Sarbe. Als der Lupus in unserer Garderobe auf die Straßentoilette überging, verlangte die Mode auch für die Straße Schuhe in Sarbe und Material des Kleides. Das Leinenkostüm bedingte den farbigen Leinenschuh, die helle Kammgarn und Tuchtoilette den entsprechend eingefärbten Wildlederschuh; ihm gefellte fich der Velourstiefel mit Lachkappe. Alle diese Stoffschuhe haben jedoch den Nachteil, daß fie, besonders in hellen Sarben, den Suß ihrer Trägerin gerade nicht kleiner erscheinen lassen, ein Umstand, der eben doch manche Dame, die auf etwas großem Sußze lebte, zwang, den Lederschuh vorzuziehen. Außerdem bildet der zum Kleid abgestimmte Schuh eine etwas kostspielige Kleinig keit. Um die farbigen Strümpfe nicht zu verdammen, gestattet die mode den Strumpf, zum Kleid passend. Wohlverstanden, zum Grundton der Toilette. Eine Aus nahme machen die weißen Kleider, da weiße Strümpfe zum Halbschuh nicht fein wirken. Man würde zu einem weißen Kleid mit farbigen Punkten, deren Sarbe als Garniturstoff außerdem vertreten ist, den Strumpf in dieser Sarbe wählen. Niemals aber dürfen zu einem mittelgrauen Kleid mit blaßblauer Kragengarnitur, dunklem, gelb garniertem ut lila Strümpfe und schwarze Schuhe getragen werden, ein Bild, pie ich es tatsächlich sah. Es ist dies so geschmacklos wie die farbigen, fichtbaren Bänder der Unter taille, die womöglich noch zur Garnitur an Bluse und But abgestimmt werden. Ist ein Kleid ganz und gar in einer Sarbe gearbeitet, kann man den Strumpf in einer anderen Sarbe, wie wir fie vielleicht auf dem But haben, halten. Aber bitte nicht zu grell ab 6. stechend. schnittenen, halblangen Aermel ab, während etwas Spitzenstoff La und Stehkragen bildet. Schmaler Saltengürtel, der blau oder schme gearbeitet werden kann. Ju diesem Kleid ist der Schnitt in 42, 444 48, 50, 52, 56 cm halber Oberweite für 1,25 m. zu beziehen. Prinzeßtleid mit Tunitarod Ar. 5613. Die Dorliebe für ftreifte Stoffe kennzeichnet unfere Vorlage, für die schwarzer weiß schwarz gestreifter Kaschmir das Material ergeben. D Dorderteile der Taille treten im Taillenschluß gleich der Tuni etwas übereinander; letztere öffnet fich nach unten und steigt na hinten leicht auf. An die Taillenteile schließt fich ein schwarz und an diesen ein weißer Westenteil, der mit einer schmalen Soutac kante bekleidet ist. Die Soutachekante wiederholt fich, jedoch deutend breiter, am unteren Tunikarand. Paffe und Stehkrage sowie Aermelmanschetten aus weißem Säumchentüll. Gefaltete Se deckt den Ansatz des Rockies. Bierzu ift der Schnitt in 46, 48, S 52, 54, 56 cm halber Oberweite für 1,25 m. erhältlich. Unterrod mit Saltenvolant fr. 2236. Der Unterrock zeigt tr seiner Weite durch den schlankfallenden Volant die moderne Eng Der Volant wird außerdem durch einen aufgesetzten Streifen gehalt Nummer 20. Illustrierte 1670 emrout Die Mode. So mancher glaubt bei Beginn der Saison mit dem Vorrat feiner Garderobe allen Anforderungen eine ganze Saison lang genügen zu können und muß doch, haben wir den Böhepunkt überschritten, einsehen, daß er nicht auskommt, daß sich Neuanschaffungen nötig machen. Und diese neuanschaffungen sollen dann hinüber führen in die kommende Saison. Durch die immer noch beliebte Verarbeitung von zweierlei Stoffen und verschiedenen Sarben können wir uns auch leicht aus zwei vorhandenen Kleidern ein neues arbeiten. Mit der Bevorzugung der kompletten Kleider traten all die kleinen Boleros und Umhängfel früherer Zeiten wieder in ihre Rechte. Aus den modernen, leichten Stoffen gearbeitet, geben fie dem Kleid die nötige Ergänzung, die die Dame auf der Straße nicht gerne vermißt; fle hüllen den Körper ein und schützen ihn, ohne zu drücken oder zu belästigen. Man sieht ja leider öfters die im Winter im Salon berechtigten Chiffonschals, mit Perlen benäht, auf der Straße. Eine Dame von Geschmack wird dies niemals tun; Perlen, vor allem metallperlen, gehören ins Zimmer und nicht auf die Straße. Wer gezwungen ist, in solchem Kleide die Straße zu betreten, muß den schützenden Mantel umnehmen. Wir haben hier zwei leichte Umnahmen dargestellt, von denen die erste zugleich die Bluse ersetzt, d. h. eine festsitzende Untertaille mit Spitzenpaffe und Stehkragen, fowie Spitzenarmeln genügen als Unterlage. Beide Vorlagen sind für ältere Damen und junge Srauen bestimmt, die niemals in der Taille ausgehen sollten. Wir müssen suchen, auf der Straße alles Auffallende zu meiden und uns bewußt sein, daß wir als Einzelteil uns in ein Ganzes ne 3.1% Basic Gr. 6252 Rinderkleid in bängerform f. 5240. Beschreibung der Bilder. Bolero Nr. 6143. Unsere Abbildung zeigt einen Bolero, der für junge Srauen bestimmt ist. Er kann über einer leichten Bluse, wie auch über einer Untertaille mit Spitzenarmel und Paffe getragen werden. Als Ma terial diente gestreifte Chinéseide, etwas glatte Seide und weich fallende Spitze. Der Bolero ist in kimonoform gehalten, wobei er vorn pattenartig über den latzartigen Teil aus glatter Seide greift. Diese begrenzt oben glatt den viereckigen Ausschnitt, während sie unten in Salten geordnet ist. Der Schnitt ist in 44, 48, 52, 56 cm halber Oberweite für 50 Pf. erhältlich. Umbang Ar. 19020. Ebenfalls für junge Srauen bestimmt ist der kleine, leichte Umhang, den auch ältere Damen gerne tragen. Tuch und Seide in einer dunklen Sarbe ergeben nebst einigen seidenbezogenen Knöpfen das gediegene material. Der Umbang besteht aus patten artig abgerundetem mittelteil und den je bis zum Taillenschluß reichenden Dolantteilen. Diese werden von einer schmalen Seidenblende begrenzt und sind dem mittelteil untergesteppt. Dorn fügen fich lange, gefaltete Seidenenden an. Der Schnitt hierzu ist in 44, 48, 52, 56 cm halber Oberweite für 50 Pf. erhältlich. Rimono- Rinderkleid Ar. 5252. 3u rotem musseline bildete schwarzer Taffet und etwas weißer Spitzenstoff das dankbare material. Dem im ganzen geschnittenen Kleidchen find die halblangen 2ermel angeschnitten. Rittelfeld fr. 5239. Diese treten eingereiht in ein Bündchen. Reihfalten schränken die Weite so ein, daß ein kurzes Röckchen entsteht. In der vorderen Mitte greift Soutache über kleine Goldknöpfe. Der Schnitt ift in 28, 30, 32, 34, 36 cm halber Oberweite für 75 Pf. zu beziehen Rinderkleid in bängeriorm Ar. 5240. Taturfarbenes Leinen und Waschsoutache bildet nebft Bola knöpfen das waschbare material. Das leidchen zeigt glatte Kimono form mit Seitenschluß den Knöpfe markieren. Den länglichen Aus schnitt begrenzen Paffe und Steh bragen aus Sáumchenmull und um Arandet eine Sormblende, mit Sou tache besetzt. Biermit harmoniert der Aufschlag des eingesetzten Zermels Slr das Kleidchen ist der Schnitt für 4-10 jährige in 30, 32, 34 cm halber Oberweite für 60 Pf. zu beziehen. Rittelfieid A. 5239. Das schlichte Sängerkleidchen ist in einige aus springende Salten gesteppt. Den Balsausschnitt begrenzt ein Batist. kragen mit Pliffeeabschluß. Ein eben solcher Aufschlag tritt über das Bündchen des balblangen Aermels. Der Schnitt hierzu ift für 2-8 jäh rige in 28, 30, 32 cm halber Ober meite für 60 Pf. erhältlich. Empirefleid v. 5015. Schlicht und einfach erscheint unsere Dorlage aus blauem Schantungleinen, dem fich etwas schwarzer Caffet geſellt. Dieses bekleidet die kleinen Revers und bezieht die Knöpfe, die die mittelnaht markieren. Eine schmale, schwarze Blende schließt den ange lau agin stule sind die srudenspan ad taffal dr Bitbsrad Riscos Beachtet, lefet und abonniert die Frauen! Emplebit bei den Geſchäftsleuten die Empirefleid fr. 5615. Prinzeßkleid mit Tanitarod nr. 5613. Als material hommen nur weiche Stoffe in Betracht. Der Schnitt hierzu ist in 96, 100, 108, 116, 125, 135 cm halber Oberweite für 60 Pf. erhältlich. Tagbemd mit Adielschluß fr. 2225. Das Taghemd eignet sich durch seine Maht und eine Salte in der Rückenmitte besonders für stärkere Siguren. Der Ausschnitt hann herzförmig oder rund gehalten werden. Der Schnitt ist er. hältlich in 40, 44, 48, 52, 56 cm halber Oberweite für 50 Pf. Untertaille mit Schößen Av. 2240. Ausschnitt der glatten, durch Abnäher anlie gend gestalteten Untertaille Det kann auch rund gearbeitet wer Sen. Sie ist ohne Schoßchen bis huapp unter halb des Taillenschluffes zu arbeiten. Der Schnitt hann in 42, 44, 46, 48, 50, 62, 64, 56, 58, 60 cm halber Oberweite für 40 Pf. bezogen werden. hatersoft Salienvolant 3. 2230. Cashemb mit Achie Br. 22.25 P. 224 Giessener Zeitung aze stehend Danerkannt hochfeinen Mischung wie uniangeboten franko in einer StandDose für M. 6.60, unter der Bedingung, dafs ich die Sendung zurückschicken darf, wenn nicht gefällt. 11, XV. 27 Sevtember 1911. 30 fung en Streifen gehalt die moderne E == Anzeigen. Verein für Zeppelinfahrten. Geor Jabresbeitrag 6 Mk. Unter den Mitgliedern werden fortwährend Freifahrten im Zeppelinluftschiff ausgelost. 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Eine Zeppelinfahrt für 6 Mark! Der bisherige hohe Preis für Zeppelinfahrten hat es nur wenigen Bevorzugten ermöglicht, eine Fahrt mitzumachen, die nach dem einstimmigen Urteil aller der Glücklichen, die einmal mitfuhren, zum Schönsten und Großartigsten gehört, was ein Mensch überhaupt erleben kann. Nun aber haben wir einen Verein für Zeppelinfahrten mit 6 Mark Jahresbeitrag, dem zur Zeit überall Mitglieder in großer Zahl zuströmen. Da der ganze Ertrag der Mitgliedszahlungen und Stiftungen nach Abzug der Verwaltungskosten zum Ankauf von Fahrscheinen für ein Zeppelinluftschiff verwendet wird, die dann unter die Mitglieder verlost werden, so sind die Chancen sehr günstige. Wer einigermaßen Glück hat, kann sicher in Bälde ein Luftschiff besteigen. Anmeldungen für Gießen und Umgegend bei Buchdruckereibesitzer Albin Klein zu Gießen. Nummer 20. Illustrierte 27 September 1911. Welt- Rundschau Verlag der Gießener Verlagsdruckerei Klein& Fischer, Gießen. Illustrierter Stadt- Anzeiger Die Schwäbische Alb. Dieser Tage bin ich wieder in Tübingen hinter dem alten Schloß auf dem„ Schänzle" gestanden und habe Umschau gehalten über das gesegnete Land, das sich dort am Ufer des Neckars weithin vor dem Auge ausbreitet, und meine Blicke sind wie einst hinübergeflogen zu den blauen, so schön geschwungenen Bogen der Schwäbischen Alb. Die Gegenwart versant mir und ein Gesicht aus vergangenen Tagen umfing die Seele. Ich bin wieder jung, und um mich stehen einige Freunde aus dem Norden, die gekommen sind, am grünen Neckar ein paar frohe Semester zuzubringen. Ich höre sie in Rufe des Entzückens ausbrechen über den Blick, der sich vor unsern Augen auftut. ,, Donnerwetter, ist das mal schön. So hübsch hätte ich mir euer Schwaben doch nicht gedacht. Sieh mal einer die Pracht!" Dann werden sie stiller. Die Augen beginnen in der Ferne zu weilen. Nun kann ich reden und ihnen mit Stolz von meiner Heimat sagen, von den schlanken Bergen, den grauen Burgen, den zackigen Felsen, den grünen Tälern, den lichten Wäldern, Leser zu führen als mit der Feder schwarz auf weiß zu beschreiben, was so farbig und wohlgestaltet, so luftig und duf.ig unter Gottes blauem Simmel sich breitet. Die Schwäbische Alb ist ein Teil eines größeren Ganzen, des Juragebirges, welches als SchweizerJura an der Nordwest- Grenze der Schweiz in gewaltigeren Bildungen als im Schwabenland sich hinzieht. Bei Schaffhausen überschreitet es den Rhein, um in Württemberg seine schönste und formenreichste Gestalt zu gewinnen und verliert sich in Bayern im fränkischen Jura. Das Juragebirge wiederum ist nur ein verhältnismäßig fleiner Überrest der Ablagerungen des alten Jurameers, welches einst einen großen Teil von Europa bis nach England hinein bedeckte. Der Jurameeresboden, welcher sich im Werden unserer Erde hob und faltete, zerspalten, fortgeschwemmt, ausgewaschen wurde, auch in der Tiefe versunten ist, ist im Lauf der Jahrhunderttausende oder Millionen Jahren zum heutigen Juragebirge geworden, welches in der Schwäbischen Alb den stillen Dörfern und klaren Bächen, den Sagen und Burg Zollern. als Mittelgebirge mit Erhebungen von rund 700-1000 m Ruinen, den Blumen und Menschen der schwäbischen Alb. Wie sie aufhorchen! Das müssen wir sehen, das mußt du uns zeigen." Wir haben's gesehen auf fröhlichen Fahrten und weiten Wanderungen. Wie vielen habe ich seither die Alb gezeigt! Wär' mir auch heute lieber, mit dem Stab in der Hand meine Meereshöhe vor uns steht. Wer mit offenen Augen wandert, der sieht allenthalben die deutlichen Spuren des alten Meeres in den versteinerten Überresten der Meertiere, den Ammoniten, Belemniten, Muscheln, Austern, Korallen und Schnecken. Keine Formation der Erde ist an derartigen Lahemb mit Nhfellis Br. 2225 Cunilarod Nr. 56 Bolero v. 6143. Sille abgebildeten Modelle können held Im Haufe gefchneidert werden mit Hilfe von favorifichnitten. Zu beziehen durch die hielige Verkaufstelle: Alex. Salomon& Co., Schulftraße. Das Reich der Frau. Auher der Modell- nummer gebe man bei Beftellung von Schnittmustern der Internationalen Schnittmanufaktur zu Dresden- 1.8, 29-31 als Maf an: für Talllen die Hälfte der Oberweife, für Röcke die ganze Haftweite, die, wie die nebenitehende Abbildung zeigt, zu nehmen find. 27 September 1911. 22 Umbang nr. 19026. zu fügen haben. Wenn wir uns dieses so recht vor Augen halten, werden wir unsere Toilette und all das, was zu ihr gehört, ent sprechend abstimmen und selbst in der heutigen Sarbenfreudigkeit Dor Unmöglichkeiten geschütt sein. Geht man mit offenem Blick durch die Straßen, muß man fich oft fragen, wie ist es möglich, daß solche Sarben zusammengebracht werden. Um nur eines heraus zugreifen, sei auf die mode der farbigen Strümpfe aufmerksam gemacht. Den ganz schwarzen Strümpfen, die früher als alleinige Herrscher auftraten, folgten bald solche mit bunter Mufterung, an geblich aus hygienischen Gründen, weil schwarz leicht zu Blut vergiftungen führen follte. mit den braunen Schuhen bürgerten fich die braunen Strümpfe ein, denn die Mode verlangte bis dato Strumpf und Schuh übereinstimmend in der Sarbe. Als der Lupus in unserer Garderobe auf die Straßentoilette überging, verlangte die Mode auch für die Straße Schuhe in Sarbe und Material des Aleides. Das Leinenkostüm bedingte den farbigen Leinenschuh, die helle Kammgarn und Tuchtoilette den entsprechend eingefärbten Wildlederschuh; ihm gesellte sich der Velourstiefel mit Lackkappe. Alle diese Stoffschuhe haben jedoch den Nachteil, daß fie, besonders in hellen Sarben, den Suß ihrer Trägerin gerade nicht kleiner erscheinen lassen, ein Umstand, der eben doch manche Dame, die auf etwas großem Suße lebte, zwang, den Lederschuh vorzuziehen. Außerdem bildet der zum Kleid abgestimmte Schuh eine etwas hoftspielige Kleinig keit. Um die farbigen Strümpfe nicht zu verdammen, gestattet die mode den Strumpf, zum Kleid passend. Wohlverstanden, zum Grundton der Toilette. Eine Aus nahme machen die weißen Kleider, da weiße Strümpfe zum halbschuh nicht fein wirken. Man würde zu einem weißen Kleid mit farbigen Punkten, deren Sarbe als Garniturstoff außerdem vertreten ist, den Strumpf in dieser Sarbe wählen. niemals aber dürfen zu einem mittelgrauen Kleid mit blaßblauer Kragengarnitur, dunklem, gelb garniertem ut lila Strümpfe und schwarze Schuhe getragen werden, ein Bild, pie ich es tatsächlich sah. Es ist dies so geschmacklos wie die farbigen, sichtbaren Bänder der Unter taille, die womöglich noch zur Garnitur an Bluse und But abgestimmt werden. Ist ein Kleid ganz und gar in einer Sarbe gearbeitet, kann man den Strumpf in einer anderen Sarbe, wie wir fie vielleicht auf dem But haben, halten. Aber bitte nicht zu grell ab 5. stechend. 11, XV. schnittenen, halblangen Aermel ab, während etwas Spitzenstoff La und Stehkragen bildet. Schmaler Saltengürtel, der blau oder schwag gearbeitet werden kann. Ju diesem Kleid ist der Schnitt in 42, 44, 4 48, 50, 52, 58 cm halber Oberweite für 1,25 m. zu beziehen. Prinzeßtleid mit Tunitarod Nr. 5613. Die Dorliebe für ftreifte Stoffe kennzeichnet unfere Vorlage, für die schwarzer and weiß schwarz gestreifter Kaschmir das Material ergeben. Die Dorderteile der Taille treten im Taillenschluß gleich der Cunil etwas übereinander; letztere öffnet fich nach unten und steigt ma hinten leicht auf. An die Taillenteile schließt fich ein schwarza und an diesen ein weißer Weftenteil, der mit einer schmalen Soutade kante bekleidet ist. Die Soutachekante wiederholt fich, jedoch be deutend breiter, am unteren Tunikarand. Paffe und Stehkrage sowie Aermelmanschetten aus weißem Säumchentüll. Gefaltete Sel deckt den Ansatz des Rockes. Bierzu ift der Schnitt in 46, 48, 60 52, 54, 56 cm halber Oberweite für 1,25 m. erhältlich. Unterrod mit Saltenvolant Sr. 2236. Der Unterrod zeigt tro seiner Weite durch den schlankfallenden Dolant die moderne Eng Der Volant wird außerdem durch einen aufgesetzten Streifen gehalte 1074 о Die Mode. So mancher glaubt bei Beginn der Saison mit dem Vorrat feiner Garderobe allen Anforderungen eine ganze Saison lang genügen zu können und muß doch, haben wir den Böhepunkt überschritten, einsehen, daß er nicht auskommt, daß sich Neuanschaffungen nötig machen. Und diese Neuanschaffungen sollen dann hinüber führen in die kommende Saison. Durch die immer noch beliebte Verarbeitung von zweierlei Stoffen und verschiedenen Sarben können wir uns auch leicht aus zwei vorhandenen Kleidern ein neues arbeiten. Mit der Bevorzugung der kompletten Kleider traten all die kleinen Boleros und Umhängsel früherer Zeiten wieder in ihre Rechte. Aus den modernen, leichten Stoffen gearbeitet, geben fie dem Kleid die nötige Ergänzung, die die Dame auf der Straße nicht gerne vermißt; sle hüllen den Körper ein und schützen ihn, ohne zu drücken oder zu belästigen. Man sieht ja leider öfters die im Winter im Salon berechtigten Chiffonschals, mit Perlen benäht, auf der Straße. Eine Dame von Geschmack wird dies niemals tun; Perlen, vor allem metallperlen, gehören ins 3immer und nicht auf die Straße. Wer gezwungen ist, in solchem Kleide die Straße zu betreten, muß den schützenden Mantel umnehmen. Wir haben hier zwei leichte Umnahmen dargestellt, von denen die erste zugleich die Bluse ersetzt, d. h. eine festsitzende Untertaille mit Spitzenpaffe und Stehkragen, sowie Spitzenärmeln genügen als Unterlage. Beide Vorlagen sind für ältere Damen und junge Srauen bestimmt, die niemals in der Taille ausgehen sollten. Wir müssen suchen, auf der Straße alles Auffallende zu meiden und uns bewußt sein, daß wir als Einzelteil uns in ein Ganzes Rinderkleid in bängerform fr. 5240. Beschreibung der Bilder. Bolero Ar. 6143. Unsere Abbildung zeigt einen Bolero, der für junge Srauen bestimmt ist. Er kann über einer leichten Bluse, wie auch über einer Untertaille mit Spitzenarmel und Paffe getragen werden. Als Ma terial diente gestreifte Chinéseide, etwas glatte Seide und weich fallende Spitze. Der Bolero ist in kimonoform gehalten, wobei er vorn pattenartig über den latzartigen Teil aus glatter Seide greift. Diese begr den viereckigen Ausschnitt, während fie u geordnet ist. Der Schnitt ist in 44, 48, 52, Oberweite für 50 Pf. erhältlich. Umbang Ar. 19026. Ebenfalls für bestimmt ist der kleine, leichte Umhang, Damen gerne tragen. Tuch und Seide in Sarbe ergeben nebst einigen seidenbezogene gediegene material. Der Umbang bestel artig abgerundetem mittelteil und der Taillenschluß reichenden Dolantteilen. Di einer schmalen Seidenblende begrenzt i mittelteil untergesteppt. Dorn fügen fich Seidenenden an. Der Schnitt hierzu ist 56 cm halber Oberweite für 50 Pf. erhäl Rimono Kinderkleid Ar. 5252. 3u r bildete schwarzer Taffet und etwas wei das dankbare material. Dem im ganze Kleidchen find die halblangen 2ermel Diese tret Rittelfeld fr. 5239. ein Bunde schränken kurzes Ri vorderen I kleine Go in 28, 30 Oberweite Rinde Ar. 5240. und Wasd Eine große Ersparnis erzielen Sie, wenn Sie nur noch Westphals anerkannt hochfeine Mischung Pfund nur 78 Pfennig beziehen. Diese Mischung besteht aus hochfeinen Kaffeebohnen gemahlen und prima Kaffeegewürz, also vollständig gebrauchsfertig. Jeder Kenner wird von dieser aromatischen Mischung unbedingt entzückt sein. Ich versende 81/2 Pfund völlig portofrei für M. 6.60 und gebe außerdem zu jeder Sendung eine Stand- Dose vollständig gratis. Bitte daher auf umseitiger Karte sofort zu bestellen und nehme ich die Sendung zurück und zahle den vollen Betrag retour wenn nicht gefällt. Daher kein Risiko. Gustav Westphal knöpfen das waschbare material. Das Kleidchen zeigt glatte Kimono form mit Seitenschluß den Knöpfe markieren. Den länglichen Aus schnitt begrenzen Paffe und Steh bragen aus Saumchenmull und nmirandet eine Sormblende, mit Sou tache besetzt. Biermit harmoniert der Aufschlag des eingesetzten Aermels Silr das Kleidchen ist der Schnitt für 4-10 jährige in 30, 32, 34 cm halber Oberweite für 60 Pf. zu beziehen. Bittelkleid A. 5239. Das schlichte Sängerkleidchen ist in einige aus springende Salten gesteppt. Den Balsausschnitt begrenzt ein Batist. kragen mit Pliffeeabschluß. Ein eben folcher Aufschlag tritt über das Bündchen des balblangen Aermels. Der Schnitt hierzu ift für 2-8 jäh rige in 28, 30, 32 cm halber Ober meite für 60 Pf. erhältlich. Empirefleid r. 5015. Schlicht und einfach erscheint unfere Dorlage aus blauem Schantungleinen, dem fich etwas schwarzer Caffet gefellt. Dieses bekleidet die kleinen Revets und bezieht die Knöpfe, die die mittelnaht markieren. Eine schmale, schwarze Blende schließt den ange lausapin stu18 is ... фи smdensome s 19ffal dr gitarrod Riscos Frauen! Beachtet, lefet und abonniert die Empfehlt bei den Geschäftsleuten die Altona- Hamburg Kaffee- Großhandlung. rund gehalten werden. Der Schnitt ist er. hältlich in 40. 44, 48, 52, 56 cm halber Oberweite für 50 Pf. Untertaille mit Schößchen T. 2240. Det Ausschnitt der glatten, durch Abnäher anlie gend gestalteten Untertaille kann auch rund gearbeitet wer den. Sie ist ohne Schönchen bis huapp unter halb des Taillenschluffes zu arbeiten. Der Schnitt hann in 42, 44, 46, 48, 50, 52, 54, 56, 58, 60 cm halber Oberweite für 40 Pf. bezogen werden. hatod met Salievolent . 2230. Cathemb mit Achi Ev. 2225. Giessener Zeitung Nummer 20. Illustrierte Ersparni 2, 11, XV. s Spitzenftoff 27 September 1911. die moderne E nterrock zeigt b Streifen gehaft Saltlich. nitt in 46, 48, ill. Gefaltete S und Stehkrage It fich, jedoch Schmalen Souta fich ein schwar en und fleigt gleich der Tun al ergeben die schwarzer Dorliebe für zu beziehen hnitt in 42, 44, blau oder fame = Anzeigen.= Verein für Zeppelinfahrten. Georg Appel, Gießzen Jabresbeitrag 6 Mk. Unter den Mitgliedern werden fortwährend Freifahrten im Zeppelinluftschiff ausgelost. Anmeldungen für Giessen und Umgegend in der Expedition der Giessener Zeitung, Seltersweg 83, oder im Bankhaus Strauss, Alicestr. 2. Gravierungen Biermarken Vereinsabzeichen jeglicher Art. 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Der bisherige hohe Preis für Zeppelinfahrten hat es nur wenigen Bevorzugten ermöglicht, eine Fahrt zumachen, die nach dem einstimmigen Urteil aller der Glücklichen, die einmal mitfuhren, zum Schönsten und Großartigsten gehört, was ein Mensch überhaupt erleben kann. Nun aber haben wir einen Verein für Zeppelinfahrten mit 6 Mark Jahresbeitrag, dem zur Zeit überall Mitglieder in großer Zahl zuströmen. Da der ganze Ertrag der Mitgliedszahlungen und Stiftungen nach Abzug der Verwaltungskosten zum Ankauf von Fahrscheinen für ein Zeppelinluftschiff verwendet wird, die dann unter die Mitglieder verlost werden, so sind die Chancen sehr günstige. Wer einigermaßen Glück hat, kann sicher in Bälde ein Luftschiff besteigen. Anmeldungen für Gießen und Umgegend bei Buchdruckereibesitzer Albin Klein zu Gießen. Nummer 20. Illustrierte Rundschau Verlag der Gießener Verlagsdruckerei Klein& Fischer, Gießen. Illustrierter Stadt- Anzeiger Die Schwäbische Alb. Dieſer Tage bin ich wieder in Tübingen hinter dem alten Schloß auf dem„ Schänzle" gestanden und habe Umschau gehalten über das gesegnete Land, das sich dort am Ufer des Neckars weithin vor dem Auge ausbreitet, und meine Blicke sind wie einst hinübergeflogen zu den blauen, so schön geschwungenen Bogen der Schwäbischen Alb. Die Gegenwart versank mir und ein Gesicht aus vergangenen Tagen umfing die Seele. Ich bin wieder jung, und um mich stehen einige Freunde aus dem Norden, die gekommen sind, am grünen Neckar ein paar frohe Semester zuzubringen. Ich höre sie in Rufe des Entzückens ausbrechen über den Blick, der sich vor unsern Augen auftut. ,, Donnerwetter, ist das mal schön. So hübsch hätte ich mir euer Schwaben doch nicht gedacht. Sieh mal einer die Pracht!" Dann werden sie stiller. Die Augen beginnen in der Ferne zu weilen. Nun kann ich reden und ihnen mit Stolz von meiner Heimat sagen, von den schlanken Bergen, den grauen Burgen, den zackigen Felsen, den grünen Tälern, den lichten Wäldern, Leser zu führen als mit der Feder schwarz auf weiß zu beschreiben, was so farbig und wohlgestaltet, so luftig und duf ig unter Gottes blauem Simmel sich breitet. Die Schwäbische Alb ist ein Teil eines größeren Ganzen, des Juragebirges, welches als SchweizerJura an der Nordwest- Grenze der Schweiz in gewaltigeren Bildungen als im Schwabenland sich hinzieht. Bei Schaffhausen überschreitet es den Rhein, um in Württemberg seine schönste und formenreichste Gestalt zu gewinnen und verliert sich in Bayern im fränkischen Jura. Das Juragebirge wiederum ist nur ein verhältnismäßig fleiner Überrest der Ablagerungen des alten Jurameers, welches einst einen großen Teil von Europa bis nach England hinein bedeckte. Der Jurameeresboden, welcher sich im Werden unserer Erde hob und faltete, zerspalten, fortgeschwemmt, ausgewaschen wurde, auch in der Tiefe versunken ist, ist im Lauf der Jahrhunderttausende oder Millionen Jahren zum heutigen Juragebirge geworden, welches in der Schwäbischen Alb den stillen Dörfern und klaren Bächen, den Sagen und Burg Zollern. als Mittelgebirge mit Erhebungen von rund 700-1000 m Ruinen, den Blumen und Menschen der schwäbischen Alb. Wie sie aufhorchen! Das müssen wir sehen, das mußt du uns zeigen." Wir haben's gesehen auf fröhlichen Fahrten und weiten Wanderungen. Wie vielen habe ich seither die Alb gezeigt! Wär' mir auch heute lieber, mit dem Stab in der Hand meine Meereshöhe vor uns steht. Wer mit offenen Augen wandert, der sieht allenthalben die deutlichen Spuren des alten Meeres in den versteinerten Überresten der Meertiere, den Ammoniten, Belemniten, Muscheln, Austern, Korallen und Schnecken. Keine Formation der Erde ist an derartigen Br2225 themb mit Hhfell antertattle wit Sp tung -Hambur and a se aan de aquval( pang J Филип ләззат фон qun изфош эта об u!! am play : v g gvq qvaip avдng д T gugu} ან น อ Q Jnv sig que te Japo подо Qun a un uǝqiǝpisnv aquaшa bankanum& 2 Die Schwäbische Alb. Einschlüssen so reich wie die Jura. Schon Goethe hat die wundersamen Gebilde mit seinen hellen Augen entdeckt, als er auf seiner italienischen Reise die Alb bei Balingen über schritt. Zu Tausenden sind diese Petrefatten in historischen und öffentlichen Sammlungen vereinigt, am schönsten und reichsten im Stuttgarter Naturalientabinett. Auch die Tübinger Sammlung, welche von dem eigentlichen Entdecker des Jura, Professor Queenstedt, angelegt ist, ist sehr sehenswert. Aber immer noch liegen Tausende von Versteinerungen über die Alb zerstreut und Hunderttausende sind in ihrem Innern begraben. Wer suchen will, wird aus Stein. brüchen, Bachbetten und anderen Aufschlüssen noch manch schönes Stück mitnehmen. Die riesigsten Tiere jener Urwelt, die von Scheffel besungenen Saurier, finden sich in den Kalkplatten um Holzmaden bei Kirchheim u. T. der Aufstieg auf ihre Höhen steil und warm, so lohnt die Aussicht oben reichlich die Mühe. Sie ist nicht so großartig wie auf den Aussichtsbergen der Alpen, aber sie zeigt eine Weite, Mannigfaltigkeit und liebliche Schönheit, die ihresgleichen in deutschen Landen sucht. Ich habe sieben Jahre unter dem Gipfel des Hohenstaufen gewohnt und habe während dieser Zeit vielhundertmal auf seiner Höhe gestanden. Aber mit immer neuem Entzücken hat mein Auge in die Runde geschaut auf die massigen, schlanken, gestreckten, geschwungenen Gestalten der Albberge mit ihren klaren Profilen, in die fruchtbaren, volkreichen Täler mit Wiesen und Feldern von dunkleren Wäldern unterbrochen, auf die friedlichen, in Obstgärten eingebetteten Dörfer, die gewerbefleißigen Städtchen, und in die weiten Fernen, im Süden die Alpen, im Westen der Schwarzwald, im Norden der Odenwald, im Osten der fränkische Jura im blauen Dufte verschwimmend. Im Sonnenglanz und Abendgrauen, im Schnee und in Frühlingsfarben immer neue Bilder voll Fülle und Leben. Blick auf Lochenste.n. Die Schwäbische Alb zieht sich von Südwesten nach Nordosten von Tuttlingen bis Bopfingen wie eine gewaltige Mauer in einer Länge von zirka 250 km und einer Breite von zirka 40 km quer durch Württemberg, im Süden von der Donau, im Norden vom Neckar und seinen Nebenflüssen begrenzt. Die schönere, formenreichere Seite ist ohne Frage dem Neckar zu gewandt. Hier ist der Steilabfall, bier ragen die Berge am kühnsten, hier sind die Täler am tiefsten eingeschnitten, bier lacht am Fuß das fruchtbare, bügelreiche Unterland mit seinen Weinbergen, Obst gärten und goldenen Getreidefeldern. Aber auch der südliche, sanfter abfallende Sang der Alb ist nicht ohne Reize, besonders durch die schönen Täler, das obere Donautal, das Lautertal, das Blautal. Auf der nördlichen Seite ist der Alb eine Reibe von Sügeln und Wer die intimsten Reize der Alb kennen lernen will, der muß im Frühling zur Zeit der Obstblüte kommen. Dann herein in ein Albtal! Berühmt sind dafür das Lenninger-, das Neidlinger Tal, das Tal bei Urach. In meinem Leben habe ich nirgends eine solch jungfräuliche Schönheit ge= sehen als wenn in diesen Tälern die Kirschen blühen. Auf grünem, saftigem Wiesengrund die zahllosen weißschimmernden Bäume, bienendurchsummt und lichtüberflutet, daneben das kristallklare Bächlein rauschend, zu beiden Seiten die steilen Berghalden vom ersten Frühlingsgrün der Bu chenwälder bekleidet, oben herein ein schmales Stück blauer Himmel. Überhaupt diese Täler und Talschlüsse. Da hört die Welt auf und fängt eine Welt für sich an. Einengend und beimelig ragen die waldigen Berge, im stillen Winkel stürzen die Wasserfälle, wie aus der Erde geschossen heben sich die weißgrauen Felsen, teils einsam sich reckend, teils die Wälder durchziehend und die Berge umkränzend, zum Teil selber noch mit Burgen und Ruinen Die Wurmlinger Kapelle bei Tübingen. ( Das Motiv für Uhlands Gedicht: Droben stehet die Kapelle".) Bergen vorgelagert. Stolz wie Offiziere vor der Front stehen sie vor der Bergkette, so der Ipf bei Bopfingen, der Rechberg, der Staufen, die Achalm, der Sobenzollern. Ihre kegel förmige schlanke Gestalt läßt auf einen vulkanischen Ursprung schließen. In der Tat sind einige wie der Turmberg und Georgenberg vulkanischen Ursprungs, aber die meisten sind vom Wasser im Laufe der Jahrtausende isoliert und geformt. Ist auch Die San Franziskoer Weltausstellung. Die große Weltausstellung, die im Jahre 1915 in San Franzisko zur Eröff nung des Panamafanals abgehalten wird, ist, wie uns aus der Kalifornischen Handels. metropole mitgeteilt wird, wiederum ein Stück der Verwirklichung nähergerückt. Am 25. Juli wurde das Terrain bestimmt, auf dem sich das große Ereignis der ,, Panama Pacific World's Fair" abspielen soll. Wie uns mitgeteilt wird, beginnt das Ausstellungsterrain am sogen. ,, Telegraph Hill", von dem vor langen, langen Jahren die ersten Schiffe avisiert wurden, und erstreckt sich bis zur Harbor View- Seite, zum Presidio sowie den Lincoln und Golden Gate Parks. Ein ungefähr acht englische Meilen langes und an der Bay sich entlang ziehendes Boulevard stellt Internationale Weltblige. die Verbindung zwischen Telegraph Hill und der Harbor ViewSeite her. Eine spezielle Ausstellungsbahn( Interminal Railbroad) wird die einzelnen Ausstellungsterrains noch enger verbinden. Auf der vom Fort Mason, der Lombard Street, dem Presidio und der Bay- Front gebildeten Harbor View- Seite werden nach vorläufigen Bestimmungen sich die Transport-, Maschinen- und Industrie Ausstellungen befinden, desgleichen der sogenannte ,, Vergnügungsort", wo sich das nächtliche Ausstellungsleben abspielen soll. Beim Presidio werden die amerikanischen Regierungsausstellungen ihren Platz finden. Der Lincoln Park wird in ein kleines szenisches Paradies mit Restaurants, Cafés und einem mächtigen Erinnerungsdenkmal verwandelt werden. Auf dem Terrain zwischen dem Lincoln- Park und dem herrlichen Golden Gate Part werden Ausstellungen der fremden Länder, verschiedene amerikanische Staatsgebäude sowie die landwirt. schaftliche und elektrische Ausstellung eine Unterkunft finden. Im Golden Gate Park werden außer dem Museum und der Kunstausstellung die japanischen und chinesischen Gärten, Fontänen, Denkmäler usw. zu sehen sein. Auch wird hier eine Riesen- Station errichtet, sowie eine Darstellung des Panamatanals en miniature gegeben werden. Nach den vorliegenden Bildern, Plänen usw. verspricht die San Franziskoer Weltausstellung eine Attraktion ersten Ranges zu werden. Ruinen von Sanssouci bei Port au Prince. 7 Das Paradies der Neuen Welt. Kolumbus hatte recht, wenn er die Insel Haiti das„ Paradies der Neuen Welt" nannte. Kubadie Perle der Antillen, Saiti der Garten von Westindien. Tropenpracht, nichts wie Tropenpracht. Aber nur äußerlich ein Paradies auf Erden, innerlich, und das ist die Kehrseite der haitischen Medaille, ein Dorado des Bürgerkrieges. Heute lustige Musik und fröhliche Menschen, die in den Cafés und Bars ihren Rum schlürfen, morgen demolierte Cafés und Bars, aufgeregte Menschenmassen, Pulverdampf und Blutvergießen. Alte Musteten und europäische Kanonen a. D., um, wie es im haitischen Jargon heißt: à bombarder la capitale. Seute noch Präsident des Landes, morgen ein barfüßiger Flüchtling am Bord irgendeines fremden Kriegsschiffes. Das ist Saiti, wo fürzlich wieder einmal der Bürgerkrieg tobte, der mit der Einsetzung eines neuen Präsidenten endete. Saiti ist ein Land der Paradorien. Bei der größten Site läuft der Haitianer im schwarzen Rock, hohen Stehkragen und Zylinder herum. Statt fühlender Getränke zieht er sich einen Rum nach dem andern zu Gemüte. Statt dem Geburtsregister treu zu bleiben, wechselt er alle Augenblicke seine Namen, die immer historischen Ursprungs sind. So wimmelt es auf der Insel von Ciceros, Cäsars, Louis Bonapartes, Voltaires, Telemachs usw. Blick auf die Harbor Biew- Seite. unv suv uvd! G дag uблздsдpуs Java javдoaб of agne a p i jugoj of' шava que aqяg зaq! Jag - a b c d we e of 6 Benezolanischer Haushalt. Die Deutschen in Venezuela. flare, tühle Wasser allmorgendlich zum Bade laden. Ein Paradies auf Erden voll berauschender Tropenherrlichkeit und blendendem Tropenglanz. Vor dessen Glanz und Herrlichkeit selbst die Seimatssehnsucht zum Schweigen gelangt. Der dritte venezolanische Haupthafen, Maracaibo am gleichnamigen Golf, ist direkt eine deutsche Gründung. Paläste, öffentliche Bauten, Kirchen und Klöster, sowie mit Denkmälern, Gartenanlagen und Springbrunnen geschmückte Parts verleihen Maracaibo ein großstädtisches Aussehen. In den Warendepots am Hafen und in den Kaufhäusern der Hauptstraße, der Calle ancha, herrscht reges Leben. Deutsches und venezolanisches Kapital haben gemeinsam eine bedeutende Industrie geschaffen; elektrisches Licht, Straßenbahnen, Dockanlagen, Fabriten und eine Brauerei. Im Klub, dem Mittelpunkt der Geselligkeit, verkehren Venezolaner und Deutsche in bester Harmonie. Man darf bei einer Betrachtung des deutschen Lebens und Treibens in Venezuela nicht an einer eigenartigen deutschen Gründung vorübergehen, welche fernab vom Weltverkehr, von den Mittelpunkten des Handels und ohne die großen Mittel deutscher Handelshäuser inmitten des Urwaldes, welchen bis dahin kaum eines Menschen Fuß durchquert hatte, errichtet worden ist. Man darf die Bauern von Tovar nicht vergessen. Man muß diese Kolonisten bewundern, die mit echt allemanischer Zähigkeit an die Arbeit gingen, den Urwald ausrodeten, Wohnstätten errichteten, Kirchen und Schulen bauten und weitab von jeder bewohnten Stelle ein blühendes Gemeinwesen schufen. Der spätere Präsident Tovar hatte die Ländereien den Kolonisten geschenkt und nach ihm wurde die Kolonie benannt. Der Bremer Handelsherr Carlos Marren interessierte sich für die Gründung und stand den Ankömmlingen mit Rat und Tat zur Seite. Bis auf den heutigen Tag hat sich die Ansiedlung ihren ausgesprochen deutschen Charakter bewahrt. Vielleicht t zum größten Teil ist die zähe Erhaltung der deutschen Sprache und deutschen Wesens dem Elmstand zu verdanken, daß es aufs höchste verpönt ist, eine Nichtdeutsche zu heiraten. Wer sich dieser Bestimmung nicht fügen will, muß aus der ALWA TOIL 4000 Die Villa Zoila des Erpräsidenten Castro. Gemeide ausscheiden und verliert alle Rechte an Grund und Boden. Diese Vorschrift besteht bis auf den heutigen Tag. Die Tovarer Bauern halten fest an den Sitten der Seimat, fest auch an den ihnen verliehenen Vorrechten; die venezolanische Regierung mischt sich nicht in die inneren Angelegenheiten der Kolonie und die Bewohner sind, obwohl sie längst Venezolaner geworden, vom Militärdienst befreit. Die Schrift auf dem Stein, welche von einstmaliger deutscher Herrschaft und Herrlichkeit im fernen Venezuela, das sie das Welserland nannten, zeugt, ist verblaßt. Aber in goldenen, unauslöschlichen Lettern steht auf den Tafeln der Geschichte verzeichnet, was deutscher Unternehmungsgeist und deutsche Ausdauer, die sich die Welt erobert, auch in der südamerikanischen Republik errungen haben. Das Unternehmen des Augsburger Handelshauses brach zusammen unter der Tücke der Feinde und unter den ungünstigen Verhältnissen der Heimat selbst. Das neu erstandene Deutsche Reich ist im Innern erstarkt und geeinigt und öffnete seinen Söhnen den Weg nach draußen. Und es schützt seine Angehörigen im Ausland gegen die Tücke der Feinde. Das hat Cipriano Castro erfahren, der glaubte, den in seinem Lande lebenden Deutschen mit Mißachtung begegnen zu können. Auch den venezolanischen Boden hat deutsches Blut als Kulturdünger gut durchtränkt. Mancher ist dort verdorben, gestorben, vergessen. Aber die deutsche Kraft hat sich durchgerungen. Jeder an seinem Teil. Der mächtige Handelsherr in seinen Geschäftsräumen, in welchen der Pulsschlag des Welthandels fühlbar ist, der deutsche Handwerker in seinem engen Kreise und der alemannische Bauer auf verlorenem Posten, sie alle haben das Jhrige dazu getan, den deutschen Namen zu Ehren zu bringen. Ihnen hat die Glut der Tropensonne nicht das deutsche Mark dörren, noch die einschläfernden Lüfte und das verweichlichende Leben des Landes die Energie lähmen können. Das Siegesdenkmal, das demnächst in Caracas enthüllt wird. Die bedeutendsten Einfuhrhäfen Venezuelas liegen an der westlichen Küste. Im Osten nimmt nur Ciudad Bolivar eine gewisse Stellung ein, neben Maturin, Cumana und Barcelona der Insel Margarita gegenüber, welche einst in der Leute Mund war, weil sich das Gerücht verbreitet hatte, Deutschland beabsichtige dort die Errichtung einer Kohlenstation für die Flotte. Der Hafenort La Guaira ist zwischen Meer und Gebirge wie eingeklemmt. Aber der in einer Entfernung einer halben Stunde östlich am Strande gelegene Badeort Macuto bietet mit seinen herrlichen Parkanlagen, prächtigen Palmenhainen, der kühlenden Seebrise und seinen zumeist in deutschen Händen befindlichen Hotels Erholung nach der Hitze des Tages und willkommene Rast. Ein Tropenparadies voll Himmelsbläue und Abendfrieden. Auf der Landseite verliert sich der Blick bis zu den in die Wolken ragenden Häuptern der Bergriesen, die von Silberschleiern umwogt sind. Wo früher Reisige zogen, der Karren mühsam sich fortbewegte, flettert jetzt die Lokomotive mühelos die Felsen hinauf. Wenn die Nacht niedersinkt, grüßt vom Meere her das„ Kreuz des Südens". Wenn es Tag ist, regen sich viele fleißige Sände, regt sich deutscher Unternehmungsgeist und deutscher Fleiß. Die Schwäbische Alb. gekrönt. Wie schön hat Gustav Schwab das Bild in den Vers gefaßt: .Aus einem tiefen, grünen Tal- Schießt auf ein Fels als wie ein Strahl. Drauf schaut das Schlößchen Lichtenstein Vergnüglich in die Welt hinein." Schmale, felsenumklimmende Pfade führen durch den Wald nach oben. Aufatmend tritt der Wanderer auf die Felsenzinne des Berges und schaut hinab auf ein wogendes Meer von grünen Zweigen und Blättern, aufs blühende Tal und die kleinen Siedlungen des Menschen hinüber zum jenseitigen Bergrand, hinaus ins weite Hügelland, rückwärts über Wälder, Felder und Berge der Alb. Wunderbar fühlt sich hier die Seele gehoben. Hier wohnten einst die Götter unserer Ahnen. Hier hat Wodans Roß mit goldenem Huf den Felsen gezeichnet. Hier stand der Teufel und schaute mit gierigen Augen hinaus, die Menschen lockend, drüben erhob ein Engel Gottes warnend die Hand, hier opferten die alten Priester, hier bauten starke Geschlechter ihre trußigen Burgen. Hier rankt Sage und Dichtung um Felsen, Ruinen und Klüfte, wie uns Hauffs ,, Lichtenstein" bezeugt. Hier redet die Geschichte zu ung von den Römern, die ihre Heerstraßen über die Berge geführt, von den Alemannen, welche die Römer über die Alb zurückwarfen und sich selber auf den luftigen Höhen ansiedelten, vonden Kaisergeschlechtern der Staufen 3 ganz dünne machen und nach Art der Erdgeister unterirdisch die Alb durchwandeln könnte, der würde märchenhafte Wunder schauen, glänzende Hallen und schimmernde Märchenschlösser. Denn die ganze Alb ist durchzogen von Klüften und Höhlen, deren Wände, Decken und Böden mit massenhaften Kristallen in zauberhaft schönen Formen bekleidet sind. So groß sind diese Höhlen, daß sie ganze Flüsse verschlucken können, wie jeden Sommer mit der Donau bei Tuttlingen geschieht. Eine Reihe von Höhlen ist von der Erdoberfläche aus zugänglich, so die berühmte Nebelhöhle beim Lichtenstein, die Charlottenhöhle und andere. Die älteren sind allerdings zum guten Teil ihrer ursprünglichen Schönheit beraubt. Aber es werden immer wieder neue entdeckt, die in unberührter Pracht strahlen. Durch diese Höhlen versichert das Regenwasser in die Tiefen und kommt am Albrand in starken klaren Quellen wieder ans Licht. Manche Quellen strömen als völlige Bäche aus dem Boden und ihre Felsentrichter bilden kleine wundersame Seen, von denen der Blautopf bei Blaubeuren durch seine tiefblaue Farbe und seine Hohenurach mit Brüdtal. und Zollern, die diesen Bergen entsprossen, von den Rittern, die hier gehaust, den Herzogen und Städten, welche um den Besitz des Landes ringsum gestritten. Hier blüht auf den Felsen und Triften ein würziges der Alpenflora stammverwandtes Geschlecht von Blumen und Kräutern, die Luft mit süßem Odem füllend. Jeder Berg bietet neue Bilder und Reize. Zum schönsten gehört eine Rundwanderung von Berg zu Berg, die Berge umkreisend und übersteigend, die Täler durchquerend oder umgehend, an jedem Ausblick mit sehfrohem Auge die Welt einsaugend, mit tiefatmender Lunge die Bergluft trinkend, über Felsen kletternd, im Heidekraut sich sonnend, im Waldschatten sich kühlend, aus dem Rucksack sich nährend, am Bergquell sich labend. Die Hochfläche der Alb ist einförmiger. Sie gilt vielen als unschön und schon der Name„ Rauhe Alb" wird manchen abschrecken. Aber der Liebhaber findet auch hier seine Genüsse. Wer gerne einsam in der Sonne geht, durch hochgelegene Ährenfelder und Weiden zu wandern liebt, wer den weiten, weiten Himmel mag und den bodenständigen Reiz weltentlegener Dörfer erschaut, wer ab und zu im schlichten Dorfwirtshaus rasten und am Sonntagmorgen mit den Älblern in ihrer einfachen Dorfkirche sich erbauen kann, der ziehe getrost ein paar Tage über die Hochfläche der Alb. Nun müssen wir noch unter die Erde fahren. Wer sich einzigartige Umgebung der schönste ist. Wer in sternklarer Nacht an ihm verweilt oder in der ersten Frühe eines Sommermorgens an seinem dunkelblauen Wasser sitzt und Mörikes Geschichte von der schönen Lau am stillfließenden Borne liest, dessen Seele wird etwas erleben, was sie nicht Alls Führer über die Schwäbische Alb wieder vergessen wird. empfehle ich das Buch des vertrautesten Kenners derselben: Pfarrer Dr. Engel, Unsere Schwäbische Alb( Verlag von Ebner, Ulm), dessen Lektüre an sich ein Genuß ist. Die Alb ist in allen ihren Teilen leicht zu erreichen. Stuttgart ist das rechte Einfallstor. Von hier aus führt die Bahn an und über die Alb nach allen Richtungen. Wer wenig Zeit zur Verfügung hat, nehme die Gegend um Kirchheim, Urach, Reutlingen, Tübingen, oder Hohenstaufen, Rechberg, Aalbuch oder Sigmaringen, Donau, Beuron. Die Wege sind vom Schwäbischen Albverein allenthalben gut markiert. An den Bahnhöfen sind Wandertafeln und Karten angebracht. Sehr zu empfehlen ist auch dem Liebhaber der Heimatkunde die Besichtigung der alten Städtchen am Fuße der Alb, in welchen viel gute alte Brunnen, Kirchen, Klöster, Schlösser mit sehr wertvollen Kunstschätzen zu finden sind. Auch Glückauf zur Wanderung! Wenn's warm und durstig wird, so bietet die Alb ihre erfrischenden Sauerwässer, Ditzenbacher, leberkinger, Göppinger u. a. Wein wächst auf dem warmen Basalttuff und an geschützten südlichen Hängen. Zwar in fühlen Jahren gerät er etwas rauh, daß der Studentenwitz Recht hat, welcher von dem billigen Wirtshaus in Reutlingen erzählt, allwo man um 20 Pfg. ein Viertel Wein und eine Portion saure Zunge bekommt. 4 Frig. Frizz. er Portier betrachtete die Figur lange und aufmerksam. Er hatte den schwarzgeränderten Zwicker ganz tief unten auf der Nase sitzen das tun alle Leute, die von ägyptischen Altertümern etwas verstehen und endlich blickte er den Herrn Kommerzialrat ernst an und sagte:„ Echt! Gehr echt! Vorzügliches Stück! Was haben der Herr dafür gezahlt?". Der Kommerzialrat schmunzelte:„ Sieben Pfund, zwölf hat er verlangt." " D!" sagte der Portier,„ da verstehen der Herr zu kaufen! Das ist ein Gelegenheitspreis. Ich habe gut empfohlen, nicht wahr? Der alte Moiß Necharem ist einer der wenigen ehrlichen Sändler." Ich danke," sagte der Kommerzialrat, brückte dem Portier ein Zehnfrankenstück in die Hand und ging stolz mit seiner MaatStatuette zum Lift. Fritz war daneben gestanden und hatte schweigsam zugehört. Er hieß eigentlich Saffan und war, Tor- Araber" des Hotels, aber weil er Deutsch sprach, nannte er sich Frit. Das gehörte zum Geschäft. Alle nach einiger Zeit der Herr Kommerzialrat zum Lunch herabkam, stand plöglich Fritz neben ihm und schüttelte betrübt den Kopf. " Da große Schwein, Moiß Necharem," sagte er einfach. ,, Was?" fragte der Rat. " Da große Schwein," wiederholte Frig, Figur sehr schlecht, ganz schlecht! Ich sehr unzufrieden, wenn Chawage geben so viel Geld für schlechte Antiquiti!' Des Herrn Kommerzialrats Gesicht wurde sehr länglich. ,, Wober wissen Sie das?" fragte er. ,,, D, ich kennen ganz gut Antiquiti!" beteuerte Fritz ,,, ich kennen auch ganz gut Moiß Necharem!" Ja, was soll ich da machen?" meinte der Kommerzialrat gedehnt. Der Araber zuckte die Achseln. Er dachte nach. Dann erhellte sich sein Gesicht: nun bat er's! 3cb bolen meine Freund Ali Jbrahim el Arabi; das großer Mann und guter Mann. Der fennen Antiquiti mehr gut als in Mjuseum. Das foften nichts. Nur fleinen Backschisch. 38 gut so?" " Ja, wenn Sie glauben," sagte der Herr Rat ,, ich will Sie gern entlobnen." Beim Lunch erzählte er seiner Frau die Sache und fand es doch sehr nett, daß der einfache Araber so viel Rechtsgefühl habe. Sm," sagte die Gnädige. Man wußte nicht, ob sie ihrem Zweifel Ausdruck geben wollte oder zu viel Fisch im Munde hatte. Nachmittags tam Ali Ibrahim el Arabi. Wie ein großer Mann" fab er gerade nicht aus. Er war sehr flein und sehr schmierig, aber er batte große, runde Brillen auf; das haben nur ganz gelebrte Araber. Er studierte die Figur, schabte mit einem fleinen Meißel an dem Sockel herum und dann sagte er: ,, Barrani!" Das ist das Todesurteil für eine Antiquität, denn es heißt ,, Gefälscht!" Frig, der seines großen Freundes Worte zu verdolmetschen hatte, strahlte Genugtuung. ,, Ja, was soll ich aber jetzt machen? Der Kerl wird es abstreiten," sagte der Herr Rat sehr kleinlaut. Wieder mußte Fritz lange nachdenken. Aber er war ein feiner Kopf. Er fand wieder das Richtige. ,, Ali Ibrabim soll machen das! Er wird hinbringen Figur und Moiß Necharem große Angst baben und geben zurück Geld oder gute Figur!" Dann sprach er eifrig auf Alli ein; es schien schwer, ihn zu überreden. Endlich waren sie bandelseins. ,, Ali Ibrahim wird gehen, Berr. Du ihm nur geben für Weg und Zeit etwas!" ,, Na gut, das will ich gern." Und Ali Ibrahim el Arabi zog ab mit der zweifelhaften Maat, der Göttin der Gerechtigkeit. Am nächsten Tag kam er richtig mit einer neuen Figur angerückt. Es war zwar keine Maat, sondern eine Nephthys mit einer Art Kaffeemühle auf dem Saupt, aber sie war eben ,, asli" echt, ganz echt! And billig, Alli Ibrahim batte dem Moßi Necharem nur drei Pfund aufgezahlt. Für sich selbst ver langte er gar nichts, nur für Weg und Zeit etwas"." Etwas" heißt in solchem Falle immer: ein Pfund. Der Herr Kommerzialrat war ein wenig verblüfft: vier Pfund! Und dem Friz mußte er doch auch eine Kleinigkeit geben es waren fünfzig Piaster; nun kostete die Sache schon an zwölf Pfund alles in allem. Na tut nichts! Jetzt batte er wenigstens eine echte Statuette. Aber dem Kerl, dem Necharem, wollte er es gelegentlich ordent lich sagen. Zur Korfozeit fuhr das Ehepaar nach Gezireh, um den Afternoon tea im Palace Hotel zu nehmen, und - wer fam da auf der großen Terrasse vergnügt auf sie zu? Der gute, alte Moiß Necharem, mit einer Osiris- Statuette im Arm und alten russischen Schneeschuhen an den Füßen. Er grinste schon von weitem. Dem Kommerzialrat schwoll ob dieser Unverfrorenheit die Zornesader, und kaum daß Necharem beim Tisch stand und die Statuette weggestellt hatte, um freie Sände zum Reden zu bekommen, ergoß sich ein solcher Schwall von französischen Vorwürfen über ihn, daß der alte Mann nicht wußte, was schlechter war: er oder das Französisch. Endlich fehlten dem Herrn Kommerzialrat die Luft und die französischen Vokabeln. Er schwieg still mit einer bezeichnenden Handbewegung. Moiß sentte sein Saupt milde nach rechts, hob die Hände in Schulterhöhe, die Handfläche nach oben, und sagte traurig: Je ne sais point!" Jch nig kenn' Ali Ibrahim, ich nir nehm' retour die Maat, je ne sais point!" Und nun tam's heraus: Es sei kein Ali Jbrahim bei ihm gewesen, und die Maat sei echt, und er sei ein ehrlicher Mann oder seine Frau solle sofort der Schlag treffen. Das war dem Herrn Rat zu bunt. Er setzte den alten Moiß auf den Kutschbock samt Osiris, fuhr zum Hotel zurück und direkt auf Fritz los. Aber dem tat er sichtlich unrecht! Erst verstand er gar nicht, um was es sich drehte, dann als er begriff erfaßte ihn ehrlicher Zorn. Er glühte, er kochte, er brütete Rache. Wie ein Wirbelwind fauste er ins Zimmer und holte die unglückselige Nephthys herab, hielt sie unter Necharem's ausgiebige Nase und sagte, zitternd vor Erregung: ,, Echt das?" Moiß lächelte mitleidig. ,,' err Baron," die Deutschen, die erster Klasse fahren, sind alle Barone ,,, das sein slette Falsifitation, nir wert!" Da batte man's. Fritz nahm die Osirisschwester Nephthys unter den Arm und wendete sich dem Ausgang zu. ,, Was wollen Sie tun?" fragte der Kommerzialrat.„ Ich geben Karakol!( Polizeiamt.) Ali Ibrahim da zu große Schwein! Er müssen sein eingesperrt in Turra( Gefängnis in Kairo) drei Jahr!" Der gute, alte Necharem schüttelte mißbilligend das Haupt. ,, Das sein nix gut! Der' err Baron werd' stehen' erum bei Karakol, werd' stehen' erum bei Tribunal, werd' nir bekomm' fein Statuette. Das nir gut! Gib Statuette! Ich kenn' ein Efendi, un homme tres honnête, dem werd' geben ich eine Pfund; er wird lassen holen den Vaurien, den Ibrahim, wird nehmen ihm die Statuette; cela s'arrangéra!" ,, So! Das gut! Das sehr gut!" rief Fritz begeistert; ,, ich gehen mit Dir!" und fort waren sie. Der Nach dem Diner famen sie triumphierend wieder. Efendi hatte seine Schuldigkeit getan: Maat war heimgekehrt zu ihrem rechtmäßigen Besitzer. Aber schwer war es gewesen! Der Efendi hatte sein Pfund bekommen, aber er selbst konnte die Sache nicht machen; er führte sie zu einem anderen Efendi, der bekam zwar auch ein Pfund, aber er war wenigstens der rechte Mann. Er ließ eine Arabije( Droschte) kommen, packte sie beide hinein und-jalah, jalah( schnell, schnell) ging's zu Ali Ibrahim. Der war zu Tode erschrocken und schwor erst, er habe die Maat schon verkauft und sie sei falsch gewesen, aber dann gab ihm der Efendi eine hinters Ohr und Friß eine hinter das andere Ohr und endlich gab er die Maat heraus. Ja, das war eine böse Expedition! Der Kutscher habe nur dreißig Piaster verlangt und Moiß verlange für sich gar nichts, nur für den Weg und die Zeit etwas". Was konnte der Herr Kommerzialrat anders tun, als die Tugend belohnen? Moiß bekam 1 Pfund zu den 2 Pfund 30, die er bar ausgelegt, und Fritz erhielt auch noch 50 Piaster. Jetzt kostete die gute Maat an die 16 Pfund. Na, der Herr Kommerzialrath war bald getröstet; ein paar Pfund auf oder ab! Er konnte es verschmerzen; hatte er doch wieder seine echte Statuette. Nur der armen Maat ging die Sache furchtbar auf die Nerven, denn sie war ja die Göttin der Gerechtigkeit und sie wußte ganz genau, daß der Bildhauer Athanassopoulos, draußen in Schubra, der sie gemacht, nur 40 Piaster bekommen hatte. Im Bar Bab- el- Lut aber war spät am Abend Generalversammlung: da saßen der Portier, Friz rekte Saffan der gelebrte Ali Jbrahim el Arabi und der gute, alte Moiß Necharem beiſammen und schütteten die Dividenden aus. Natürlich wurde der Portier betrogen und auch die beiden Araber tamen ein wenig zu kurz, denn Moiß Necharem hatte sich eine kleine Super. dividende beiseite gesichert. Die Deutschen in Venezuela. Die Deutschen in Venezuela.*) Die Mauer eines alten Hauses in Augsburg trägt, in Stein gebauen, folgende Inschrift:„ Sier war einst die Bank des weltberühmten Wechselbauses der Welser, welche die ersten Schiffe nach Indien sandten. Bartholomäus Welser besaß Venezuela, das kürzlich seine Jahrhundertfeier beging, das man das Welserland nannte." Ein einziges Kaufbaus, Dr. Dominici, der venezolanische Gesandte in Berlin. dazu nicht am Meere, sondern im Binnenlande gelegen, hatte Anfang des 16. Jahr hunderts, zur Zeit, da großartige Entdeckungen in fernen Ländern neue Sandelswege eröffneten, die Jdee der überseeischen Kolonisation aufgenommen. Schon vor400Jahren hat sich deutscher Unternehmungs. geist den Weg gebahnt bis nach Südamerita. Aber noch nicht drei Jahrzehnte dauerte die Welser Herrschaft in Venezuela. Bis 1870 galt Venezuela als„ wil des Land". Von Bürgerkriegen zerfleischt. Ohne Schutz für Leben, ohne Sicherheit für das Eigentum. Die Dit. tatur des tatkräftigen Generals Guzman Blanco, des Bismarcks Venezuelas, der sich selber„ el ilustre Americano" nannte, der ein Jahrzehnt lang die Zügel mit eisenfester Sand führte, hatte der Entwicklung des Landes Stetigkeit verliehen, und die Augen der deutschen Handelswelt auf das Land gezogen. Deutscher Unternehmungsgeist, deutscher Fleiß, Tatkraft und deutsches Kapital haben festen Fuß gefaßt und erobern sich auch die südamerikanische Republit. Das deutsche Element beherrscht, trotzdem es an Zahl gering ist, den Großhandel. Deutsche haben in La Guaira, Puerta Cabello, Maracaibo, Ciudad Bolivar, den Haupthäfen des Landes, die führenden Ausfuhr- und Einfuhr- Säuser gegründet. Deutsches Kapital spielt die erste Rolle in Caracas und Valencia, den beiden regsamsten Städten im Binnenlande. In den Almacenes", den Geschäftsräumen eines deutsch- venezolanischen Handelshauses, spiegelt sich der Handel des Landes wieder, surrt das Räderwerk des Weltverkehrs. Man zählt gegen 50 bedeutende deutsche Handels- Unternehmungen. Die deutschen Häuser in San Christobal und ein deutsches Haus in Tovar be. herrschen geradezu den Handel. Dazu kommt, daß ein sehr großer Teil der Einfuhr über England und Nordamerika durch deutsche Hände geht. Beim Bahnbau hat die Technik deutscher Ingenieurkunst Triumphe gefeiert, und um das Bild der deutschen Machtstellung zu vervoll. ständigen, sei auch der edle Gerstensaft, soweit von Gerste die Rede sein kann, nicht vergessen. Eine deutsche Brauerei besorgt die Kulturarbeit auf dem Gebiet der Trinkfrage, kämpft als Kulturträger unter dem Banner des Gambrinus. Selbst Castro hat seinerzeit in seiner Casa amarilla, dem Gelben Haus in Caracas, den Wert deutscher Kulturarbeit zu schätzen gewußt, die sich auch auf dem Felde des Unterrichts betätigt. Deutsche Hauslehrer und deutsche Erzieherinnen trifft man in vielen vornehmen venezolanischen Häusern an, wenn auch bei der Bequemlichkeit des Lebens, der sich die vornehme venezolanische Welt hingibt, die heranwachsende Jugend, die Zukunft des Landes, *) Siehe auch Bild auf Seite 8. 5 es kaum liebt, sich den Kopf übermäßig anzuftrengen. Als Technifer, Apothefer, Hotelwirte und Ladeninhaber mühen sich Deutsche mit mehr oder weniger Erfolg ab, und auch der deutsche Handwerker findet in Venezuela günstige Gelegenheit. Coro bildete zur ersten spanischen Zeit und zur Zeit der Welser- Herrschaft die Hauptstadt Venezuelas. Von Coro aus unternahmen die Deutschen ihre Entdeckungsreisen in die Cordilleren und die sich jenseits derselben ausbreitenden Llanos des Orinoco, aber die Erfolge dieser Expeditionen lockten die Engländer herbei. Englische Korsaren brandschatten Coro im Jabre 1567, und um gegen derartige Überfälle sicher zu sein, wurde der Sitz des Gouverneurs jenseits der Berge ins Innere des Landes, nach Caracas, verlegt. Das veranlaßte die Gründung des Safens von La Guaira, dessen Entwicklung mit der Hauptstadt Schritt bielt. Freilich war die Verbindung zwischen beiden bis in die lente Zeit auf einen steilen Karrenweg beschränkt, der über den Gebirgspaß an der Flanke des in die Wolken ragenden Silla von Caracas auf 1000 m Söbe emporführte, von wo er sich dann um 50 m nach der Hauptstadt sentte. Jahrhunderte lang zog alles diesen Weg. Um die heutige Stellung der Deutschen in Venezuela und den Stand des deutschen Einflusses zu erkennen, muß man die gleiche Straße ziehen. Von La Guaira nach Caracas und von dort weiter nach den bedeutendsten Handelsplätzen des Landes. Als Geschäftsleute und in der Gesellschaft gleich beliebt, spielen die Deutschen von Caracas eine hervorragende Rolle. Nicht weit vom Kapitol befindet sich der Deutsche Klub", die Stätte der Betätigung der intimeren deutschen Lebensweise und Lebensgewohnheit. Heute ist in dem Klub ein Mittelpunkt geauch der Weihnachtsschaffen, der mit seinen Veranstaltungen baum wird dort alljährlich zur Christzeit angezündet- selbst auf die Venezulaner Anziehungskraft ausübt. Auf dem Bahnhof von Caracas wird das Signal zur Abfahrt gegeben. Der Zug der„ Gran Terrocarril de Venezuela", der Großen Venezolanischen Eisenbahn", steht zur Abfahrt nach Valencia, der zweitgrößten Stadt des Landes, bereit. In dieser 185 km langen Bahnstrecke hat sich die deutsche Ingenieurtechnik im fremden Lande ein Denkmal gesetzt. Sie ist von deutschen Ingenieuren und mit deutschem Gelde gebaut. Von Valencia führt eine Bahn nach Puerto Cabello. Der dortige Handel befindet sich fast ausschließlich in den Händen von 40 bis 50 Deutschen, welche zusammen mit den Regierungsbeamten und einigen Plantagenbesitzern die Gesellschaft der Stadt ausmachen. Ein deutsches Sotel ist's mit weiten fühlen Räumen, guter Küche und einem Leſezimmer, welches eine deutsche Bibliothet birgt und in welchem deutsche und andere ausländische Zeitungen aufliegen. Auch Puerto Cabello weist ein deutsches Klubhaus auf. 5 km südlich von der Stadt liegt, mitten in den Urwald gebettet, im Tal des St. Esteban Flusses, das Dorf gleichen Namens. Die Billenkolonie der deutschen Handelsherren von Puerto Cabello. Ein mächtiger Naturpark umgibt die Kolonie und die einzelnen Landhäuser; auch nicht ein einziger dieser Baumriesen darf gefällt werden. Aus den Gebüschen locken die Fruchttrauben und leuchten die Blätterdolden, und zwischen all der Pracht rauscht der St. EstebanBach, dessen Tas venezolanische Torf Siguerotte.