t. offen rdrells. se 28 chten kene Schuppenflechts ema, Hautausschlage, eFüsse Beingeschwäre, Ader Finger, alte Wurde sehr hartnäckig: vergeblich hoffte den, mache noch elas der bestens bewährtes O- SALBE ei. Dose Mk. 1.16.2. in Originalpackong rot und mit Firm ert& Co., Weinbobla a weise man zurück. t. je ló, Walrat 20, Bea Corp., Kampferpfl., Pers Eigelb 35, Chrysar. 6, in den Apotheken. ERTROFFEN zum chenund Putzen AUMANNIA IMANN SEIFE Stadt Gießen me Tochter, Anna eine Tochter, Ph fter eine Tochte tte. Johann Philip rl Schmidt ein Katharina Rid mit Anna Ke Blich, beide i bießen, mit denwalde. mit Marie B 3, mit Elifabet und Kompagni lbrecht in Gwin it JdaBecker, be n. neifter, mit Ra mit Anna Rein en. it Wilhelmine Bell mit Maria No mit Maria Re mit Ratharine M nate alt. ter, 58 Jahre all 17, 38 Jahre all 1, 30 Jahre all hner, 59 Jahre er, 73 Jahre all Bornamen, 1 Gl. rin, 55 Jahre beide in Gießen Gießener Zeitung - ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich oierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mt.- Erscheint Mittags 3 Uhr. Die„ Illustr. Weltrundschau“ liegt alle 14 Tage einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 125. - Telephon: Nr. 362. Der neue Bundes[ taat. Mit 211 gegen 93 Stimmen bei 7 Stimmenenthaltungen ist am Freitag das große Werk der elsaß- lothringischen Verfassungsreform vom Reichstag endgültig in dritter Lesung angenommen worden. Man mag über den vielen Einzelhindernissen und Parteiwirrnissen wäh= rend der langwierigen Kommissions- und der PlenarEnthält alle amfl. Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei Amfes sowie vieler anderer Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Dienstag, den 30. Mai 1911. sichtswinkel kann man mit doppelter Spannung dem immer näher rückenden Entscheidungskampf um die weitere Entwickelung der innerdeutschen Verhältnisse in den nächsten Jahren gelegentlich der bevorstehenden Reichstagswahlen entgegensehen! Und so hat das elsaß- lothringische Verfassungswerk national- politische Bedeutung im weitesten Sinne des Wortes erlangt! beratungen hie und da den Blick für die Größe und die Belfischer Fortschrittlicher Parteitag. Dem Parteitag am Sonntag ging eine Besprechung des Engeren Ausschusses voraus, in der eine Reihe von taktischen Fragen besprochen wurde. Kurz vor 10 Uhr eröffnete Justizrat Gallus- Darmstadt den Parteitag, zu dem zahlreiche Delegierte und Parteigenossen aus dem ganzen Lande erschienen waren. Der Vorsitzende begrüßte die Gäste und gab eine Reihe telegraphischer Grüße zur Kenntnis. Solche waren u. a. eingelaufen: Vom Verein„ Jung- Frankfurt", von den Vereinen der Fortschrittlichen Volkspartei Griesheim a. M., Wiesbaden, Diez a. L., Heidelberg, Baden- Baden, Stuttgart. Auch der neugewählte Gießener Landtagsabgeord= nete Justizrat Grünewald, der beruflich am Erscheinen verhindert war, hatte ein Begrüßungstelegramm abgesandt. Gleichfalls wegen seiner Berufspflichten mußte Pfarrer Korell den Beratungen am Sonntag vormittag fernbleiben. Justizrat Dr. Gutfleisch- Gießen war aus Gesundheitsrücksichten am Erscheinen verhindert. Bedeutung des nun abgeschlossenen Abkommens übersehen haben. Tatsächlich ist das Deutsche Reich um einen Bundesstaat vermehrt worden, gewiß ein außerordentliches Begebnis! Elsaß- Lothringen ist in die Reihe der sitz und stimmberechtigten deutschen Bundesstaaten eingetreten. Es kann fortan seine eigenen Angelegenheiten selbständig ordnen, es kann an allen Aufgaben der deutschen Volksgesamtheit aktiv mitarbeiten. Es ist der letzte Schritt vor der vollen Autonomie. Diese steht insofern noch aus, als die Verfassung, die dem Lande jetzt vom Reich verliehen wurde, auch nur vom Reiche wie der geändert werden kann. Aber jedenfalls sind die jetzt schon gewonnenen Errungenschaften so große, daß gewiß Jahrzehnte vergehen werden, bis sich das Reichsland in den neuen Verhältnissen heimisch gemacht und sich der großen deutschen Mutter so innig und endgültig auch innerlich verbunden hat, daß jenem letzten Schritte, der absoluten Selbständigkeit, nichts mehr im Wege steht. Elsaß- Lothringen hat Großes als Geschenk erhalten, Größeres, als es im Hinblick auf bestimmte unliebsame Erscheinungen am Volkskörper zurzeit vielleicht noch verdient hat. Aber dennoch war die Reform eine nationale Notwendigkeit. Und diesen Umstand klar erfaßt zu haben, ist das nicht hoch genug einzuschätzende Verdienst des Reichskanzlers v. Bethmann Hollweg. Möge das Reichsland sich der großen Gabe nunmehr würdig erweisen. Und möge es nie vergessen, daß es diese Gabe in erster Linie der Großmut eines Startes verdankt, für den es oft genug noch hämische Blicke und Worte hatte, der Großmut Preußens. Jetzt, da das Werk abgeschlossen ist, muß diese Tatsache einmal nach drücklich ins rechte Licht gerückt werden. Preußen hat ein enormes Opfer gebracht. Und man mag parteipolitisch denken wie man will, so kann man doch den Konservativen nachfühlen, wenn sie die Größe dieses Opfers als zu bitter empfanden, um bedingungslos darin einstimmen zu sollen. In durchaus würdiger, von wahrhaft politisch- sittlichem Ernste getragener Weise hat diese Stellung der so oft als„ Spaßmacher" verschriene Abg. v. Oldenburg- Januschau vertreten, und während seiner Rede hat sich niemand im Saale einer tiefgehenden Wirfung entziehen können. Es bleibt die Tatsache bestehen, daß die süddeutschen Staaten, die doch geographisch wie auch gemäß ihrem Volkscharakter und ihrer Konfession dem Reichsland um vieles näher stehen wie Preußen, das Geschenk eines stimmberechtigten Bundesstaates an Elsaß- Lothringen von sich aus nicht gegeben hätten. Sie hätten lieber Elsaß- Lothringen in der alten abhängigen Stellung belassen, als daß sie Preußen drei Bundesratsstimmen mehr bewilligt hätten! Und da ward das gewiß nicht Alltägliche Ereignis: Preußen willigte darein, daß die drei reichsländischen Bundesratstimmen gezählt werden sollen, wenn sie zugunsten Preußens abgegeben werden! Nur ethische Werte können für diesen Verzicht von Preußen und vom Kanzler in die Wagschale gelegt werden, nicht politische, nicht schlechtweg staatskluge-, das darf man nicht vergessen, wenn man nicht ungerecht gegen die Haltung der preußischen Konservativen als politischer Partei werden will! nicht Aber die Verhandlungen im Reichstag haben noch über die eigentliche Materie hinaus eine nicht zu übersehende Bedeutung erlangt, wobei wir uns besonders an die Adresse der Linken zu richten haben. Es geht nicht gut mehr an, im Wahlkampf von einem„ schwarzblauen Block" um jeden Preis zu sprechen.„ Block"- Manier ist es wahrlich nicht, wenn die beiden Kontrahenten auf völlig entgegengesetztem Boden stehen und darauf bis zur Entscheidung verharren! Und ebenso sicher ist, daß man der Reichsregierung nicht mehr nachsagen kann, sie stehe absolut im Schlepptau jenes „ Blocks", wie man den Konservativen nicht mehr in die Schuhe schieben kann, sie seien bedingungslose Regierungs- Jasager! Anderseits muß aber auch hervorgehoben werden, daß die Linke nicht mehr als absolute Opponentin der Regierung angesprochen und die Sozialdemokratie nicht mehr als prinzipielle Neinsagerin um jeden Preis hingestellt werden kann. Es hat in gewissem Sinn eine völlige Umwertung aller bisherigen parteipolitischen Werte stattgefunden, es hat mehr als eine große Ueberraschung gegeben! Unter diesem Ge| ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile.- Stellen: gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pig. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. den angenommen. Ferner erfolgte die Wahl des Vorstandes, des engeren Ausschusses und eines Kontrollausschusses. Nach einer kurzen Aussprache wurde der Parteitag geschlossen. Am Nachmittage erfolgte ein gemeinsamer Ausflug nach dem Nationaldenkmal, wo eine patriotische Kundgebung stattfand. Aus Stadt und Land. Gießen, den 30. Mai. Richterverein hielt am Samstag seine HauptversammHessischer Richtortag. Der Hessische referierte über das Thema:„ Die Vorbildung der Julung in Mainz ab. Landgerichtsrat Schudt referierte risten". Der Redner trat ein für eine Erweiterung des Kreises der obligatorischen Vorlesungen auf der Universität, größere Rüdsichtnahme auf den praktischen Zwed des Rechts. Weder die Unterbrechung des Studiums durch einen praktischen Vorbereitungsdienst, noch die Einleitung des Studiums durch einen solchen ist zu empfehlen, wohl aber die Einführung einer Zwischen= prüfung, die den Studenten mehr wie bisher schon in den ersten Semestern zur Arbeit erzieht, ungeeignete Elemente zu ihrem eigenen Vorteil möglichst frühzeitig ausbereitungsdienst wäre auf 3 oder 3½ Jahre zu bemesscheidet und die späteren Prüfungen entlastet. Der Vorsen. Die Versammlung schloß sich den Leitsätzen des Referenten grundsätzlich an. Nach Schluß der VersammMittagsmahl im Gutenberg- Kasino. Eine Rheinfahrt, lung vereinigten sich die Teilnehmer zum gemeinsamen auch Damen teilnahmen, bildete den Abschluß. Die die vom herrlichsten Wetter begünstigt war und an der nächste Hauptversammlung wird in Gießen stattfinden. Den Geschäftsbericht erstattete Parteisekretär Kuhlmann. Redner streifte die Reichstagsersatzwahlen von Alzey- Bingen, Friedberg- Büdingen und Gießen Nidda. Sie waren so führte er aus- ein Beweis für das Aufwärtsstreben der freisinnigen Bewegung in Hessen. Die Erfolge der Partei hierbei sind erzielt worden durch die zielbewußte Agitation der Freunde und vornehmlich durch die aufopfernde Tätigkeit Korells. Die rege Betätigung bei den Ersatzwahlen ermöglichte zugleich den Ausbau der Organisa- Mart, tion. Heute zählt die Organisation 113 Vereine mit rund 9500 Mitgliedern, davon sind im letzten Winterhalbjahr 15 Vereine mit 658 Mitgliedern neu entstanden. ** Staatsschuld. Nach der soeben erschie nenen Landesstatistik beläuft sich die gesamte verzinswofür insgesamt 13 131 135 Mark als Zinsen bare Staatsschuld Hessens auf 438,833,308 jährlich aufzubringen sind. Viehseuche und Jungviehweide. Der Landwirtschaftstammer- Ausschuß für Oberhessen erläßt an alle Landwirte, welche die Jungviehweiden zu Lauterbach, Zell, Hungen und Wenings mit Vieh beschickt haben, ein Ausschreiben, daß das Besuchen der Viehweiden seitens der Weidebeschicker wegen der be= stehenden Maul- und Klauenseuchegefahr verboten sei. Zum Schutze der Weiden sei diese Maßregel unbedingt nötig. Die Landwirte sollen dem Weidepersonal Vertrauen schenken; dasselbe werde schon für das Wohlergehen der Tiere Sorge tragen. Sollte ein Tier vielleicht bedenklich erkranken, so wird der Besitzer rechtzeitig benachrichtigt. Selbstverständlich ist der Besuch der Weiden auch anderen Personen strengstens untersagt. Friedberg, 29. Mai. Jm Walde zwischen Vilbel und Bergen wurde am Freitag vormittag ein Radfahrer aus Kassel erschossen aufgefunden. Der Tote trug größere Barmittel bei sich. Anscheinend liegt Selbstmord vor. - Gedern, 27. Mai. Auf der Jungvieh= weide Hof„ Enten fang" bei Birstein ist die Maul- und Klauenseuche unter dem Rindvieh ausgebrochen. Ein Tier ist bereits der Seuche erlegen. In Mittel- Seemen wurde bei der heutigen Bürgermeisterwahl das seitherige Oberhaupt H. Peppel mit 29 Stimmen wiedergewählt. Sein Gedenkandidat erhielt 28 Stimmen. In Volkartshain wurde der seitherige Bürgermeister H. Winnecker einstimmig wiedergewählt. Den politischen Jahresbericht erstattete Stadtverordneter Henrich- Darmstadt. Dieser griff auf den Bülowblock zurück, an dem die Fortschrittlichen im Reiche nie besondere Freude gehabt hätten. Später hätte sich nach der Reichsfinanzreform herausgestellt, daß die Scheidelinie nicht mehr mitten durch den Liberalismus durch gegangen sei. Die Liberalen hätten sich zusammenge= funden. Die Sache stehe heute so, daß der größte Teil der nationalliberalen Partei im nächsten Reichstagswahlkampfe Schulter an Schulter mit dem Fortschritt in den Kampf ziehe. Allerdings, in Hessen lägen die Verhält nisse anders. Eine Partei, die es über sich gebracht hätte, in der Stichwahl für den Zentrumskandidaten die Parole auszugeben, statt für Korell, bedürfe feines besonderen Leumundszeugnisses. Sie hätten eine Verſtän digung mit den Nationalliberalen tunlichst für alle hessischen Wahlkreise gewollt, auf der Grundlage, daß der aufzustellende Kandidat nicht der Reichsfinanzmehrheit angehöre, ferner mit dem Bund der Landwirte, den Konservativen und den Antisemiten nichts zu tun haben dürfe. Die Antwort der Nationalliberalen sei gewesen: Wir sind bereit uns zu einigen gegen die Sozialdemokratie. Die Mandatsfrage sei untergeordneter Natur gewenn sie wesen. Es wäre ihnen schon recht gewesen, ein Drittel, die Nationalliberalen zwei Drittel der Mandate bekommen hätten. Redner sprach noch über den Landtag und kam dann zu dem Schlusse, daß die Partei in den Wahlen zum Reichs- und Landtag voraussichtlich allein stehen werde. Sie würde in allen Wahlkreisen Kandidaten aufstellen, und zwar 20 zum Landtag, 9 zum Reichstag. Ueber die Tätigkeit im hessischen Landtag sprach Landtagsabg. Reh- Alsfeld. Die ser erklärte, daß die Partei beim Wahlgesetz zu irgendwelcher Arbeit nicht herangezogen worden sei. Er schloß: Nieder mit dem hessischen Reaktionsblock. Wern wir das erreichen, haben wir eine liberale Tat getan. Dann sprach Kopsch- Berlin, der besonders betonte, daß die Meinung Korells inbezug auf die 3ölle die gleiche wie die der Gesamtpartei ist. Er verbreitete sich über die verschiedenen Parteien und die Art ihres Aufmarsches und warnte besonders vor der Unterschätzung der Gegner. Zwei Erklärungen, eine, in der besonders hervorgehoben wurde, daß jede persönliche oder fonfessionelle Bekämpfung der Gegner ausgeschaltet sein soll und eine, in der die Stellungnahme des LandesAusschusses in der Einigungsfrage gebilligt wurde, wurMarburg, 30. Mai. Das Landgericht verurteilte nach zweitägiger bis in die Abendstunde dauernder Verhandlung die Inhaber der Getreidefirma M. A. Strauß in Marburg, und zwar den Kaufmann A. Strauß wegen betrügerischen Bankerotts, Wechselfälschung und Betrugs zu drei Jahren und drei Monaten, und dessen Bruder German Strauß zu zwei Jahren und acht Monaten Gefängnis. Die Schädigungen belaufen sich auf insgesamt 450 000 Mark. *) Main 3, 29. Mai. Auf einem Bleichplatze vermißte man fast täglich Wäsche, bis sich herausstellte, daß der Dieb ein Hund war. Er wurde auf frischer Tat ertappt, doch wagte niemand, dem knurrenden Burschen seinen Raub abzunehmen, den er nach Hause zu seinem Herrn trug. Im übrigen lenkte der diebische Köter auch schon vor einigen Tagen die Aufmerksamkeit der Polizei auf sich, als er mit einer weißen Damenhose im Maule durch die Neustadt jagte. Die Wasch frauen der Neustadt haben jetzt dem frechen Wäschedieb einmütig den schärfsten Krieg erklärt. Deutscher Reichstag. In der Sonnabendsibung teilte der Präsident mit, daß, falls es gelänge, am Sonnabend die dritte Lesung der Reichsversicherungsordnung zu erledigen, am Montag zwet Sibungen stattfinden sollten, um den Rest des Arbeitsstoffes noch aufzuarbeiten. Die Generaldebatte wurde fortgesetzt bei der Reichsversicherungsordnung. Abg. Fischer( Soz.) wendet sich gegen Zentrum, Nationalliberale und Konservative, denen er den Vorwurf macht, daß fie Parteipolttik getrieben haben. Redner bezeichnet die Witwen- und Waisenversorgung als puren Schwindel und schließt seine heftigen Ausführungen, indem cr betont, daß seine Partei im Interesse der deutschen Arbetter gegen dieses Ausnahmegesetz stimme. Abg. Horn( natl.) verteidigt den Standpunkt der Mehrheitsparteien. Redner geht auf Einzelheiten der Vorlage ein und bestreitet, daß der Großgrundbesitz in der Vorlage bevorzugt werde. Das neue Verfahren bringe wesentliche Vorteile. Inzwischen sind die neuen Kompromißanträge Schulz eingegangen. Hiernach wird die Einkommengrenze bei der Krankenver= sicherung( Krankenhilfe in den ersten drei Wochen) von 2000 auf 2500 Mark erhöht, u. s. w. Staatssekretär Delbrück geht auf den Entwurf näher ein, der Aenderungen erfahren habe, die er nicht gewünscht habe. Redner hebt die Vorzüge der Vorlage im einzelnen hervor und kommt zu dem Schlusse, daß auf dem Gebiete der sozialpolitischen Fürsorge ein erfreuliches Resultat erzielt worden ist. Es set gelun gen, über manche Schwierigkeiten hinweg ein großes und gutes Stück vaterländischer Arbeit zu leisten. Abg. Korfanty( Pole) erklärt, seine Partei werde sich der Stimme enthalten. Abg. Beder( Zentrum) verteidigt die Haltung des Zentrums. Abg. Mugdan( fr. Vp.) spricht sich gegen den Antrag Schulz aus. Abg. Molkenbuhr( Soz.) verlangt Vertagung und bezweifelt die Beschlußfähigkeit des Hauses. Ein namentlicher Aufruf ergibt die Anwesenheit von 226 Abgeordneten. Das Haus ist also beschlußfähig. Der Vertagungsantrag wird abgelehnt. Es folgen dann Reden der Abgg. Becker- Arnsberg( 3.) und Molkenbuhr( Soz.). Damit schließt die Generaldiskussion. Das Haus vertagt sich auf Montag 11 Uhr. Diaz Abschied von Meriko. Nach einer telegraphischen Meldung aus Meriko wird fich der Expräsident Diaz nach Spanien begeben, um dort in voller Burückgezogenheit zu leben. Sein Rücktrittsgesuch wurde im Kongreß unter eindrucksvollem Schweigen verle= sen und einem Komitee überwiesen, das alsbald die Annahme empfahl. Während der Abstimmung rief man auf der Galerie:„ Viva Madero!" Nachdem der Rücktritt vom Kongreß angenommen war, erhob sich ein Mitglied und rief: Präsident Porfirio Diaz ist tot, lang lebe der Bürger Diaz!" Die meisten Anwesenden stimmten in den Ruf ein. Der Finanzminister Limantour hat sein Amt niedergelegt. Ehe er ging, übergab er seinem Unterstaatssekretär den Staatsschah, beinahe 260 Millionen Mark in Gold, und ließ sich von ihm eine Quittung darüber ausstellen. Nach einem weiteren Telegramm aus Mexiko wurde die Reise des Expräsidenten nach Veracruz mit allen Vorsichtsmaßre= geln ausgeführt. Es wurden drei Züge benutzt. Frau und Sohn des Diaz reisten mit dem zweiten Zuge, der dritte führte eine Abteilung Soldaten mit sich. Die Abfahrtszeit wurde nicht bekannt gegeben, da man befürchtete, Aufrührer könnten die Flucht verhindern und Diaz mißhandeln. Dieser hat sich an Bord des Dampfers Ypiranga" begeben, der Donnerstag von Veracruz nach Europa abgeht. Die Lage im Lande ist, so schreibt man der Magdeb. 3tg.", äußerst verworren. Und nicht nur Mißgünstige bezweifeln, daß es de la Barra gelingen werde, Ordnung zu schaffen und die verschiedenen widerstreitenden Elemente auszusöhnen. Das Ende der Rebellion raubt den Banditen jeden Vorwand für ihr Treiben und die„ Cientificos", so Heißen die Bureaukraten, die bisher den kleinen Mann in Mexiko aussogen, werden dem neuen Regime noch viel zu schaffen machen. Die Neuwahlen dürften in den ersten Tagen des Oktobers stattfinden, und wenn sich die Dinge nicht gewaltig ändern, wird Madero der nächste Präsident der merikanischen Republik werden. Bis dahin wird der erfolgreiche Rebellenführer, wie bekannt, dem provisorischen Präsidenten de la Barra als Ratgeber zur Seite stehen. Rundschau vom Cage. Politisches. Begegnung Kaiser Wilhelms mit dem Zaren? Wie dem Berl. L.-A. gedrahtet wird, spricht man in Petersbur ger Hoffreisen von einer in diesem Sommer während der Schärenfahrt des 3arenpaares bevorstehenden Zusammenfunft mit Kaiser Wilhelm bei Björkö. Der Bundesrat hat in seiner Sizung am Sonnabend den vom Reichstag angenommenen Entwürfen eines Verfassungs- und Wahlgesetzes für Elsaß- Lothringen zuge= Stimmt. Die verstärkte Gemeindefommission des Abgeordnetenhauses hat nun das Gesetz über die Wegereinigung in er17) 3wei Kirschen an einem Stengel. Roman von A. von LtItencron. ( Nachdruck verboten.) Nach einigem Hin und Her, nach Bedenken und Seufzen war es der Tochter denn auch gelungen, Frau Amrum dazu zu bringen, daß sie sich einverstanden mit diesem Dienste bei der Schwester erklärte. Die dreihundert Mark sollten dann auf die Sparkasse gebracht werden als Heiratsgut der Tochter. Der nächste Tag war ein Sonntag. Frau Amrum hatte der Tochter vorgeschlagen, in ihrem gewöhnlichen bäurischen Sonntagsstaate zur Kirche zu gehen, aber diese ließ es sich nicht nehmen, ihre städtische Kleiderpracht bei dieser Gelegenheit zu zeigen. Die kleinen Eitelkeitsteufel waren denn auch ganz geschäftig bei dem Kirchgang und beunruhigten sie selbst bei der Predigt, so daß sie nicht wie sonst eine Herzstärkung mitnehmen konnte. Den Hans hatte sie oben unter den Männern sitzend entdeckt und war mit ihm zusammengetroffen auf dem Gange durch den Kirchhof. Hinter ihr her war er gefommen, und da der Weg an den Gräbern vorbei nicht breit war, so mußte er sich ordentlich vorbeizwängen an der Kathi und ihrer Mutter, die nebeneinander gingen. Seinen Hut hatte er dabei abgezogen und gegrüßt, aber kein Wort gesprochen und war davon gehaftet, als ob er Siebenmeilenstiefel anhätte, wie das Mädchen in threm Aerger dachte. ster und zweiter Lesung beraten. Die Kommission hat den § 5 des Gesetzes dahin geändert, daß die Gemeinden die Hauseigentümer nur zur Hälfte der ihnen durch die Stra= ßenreinigung entstehenden Kosten heranziehen dürfen. Die Handelsvertragskommission erteilte Sonnabend abend mit 11 gegen 5 Stimmen dem deutsch- schwedi schen Handelsvertrag seine Zustimmung und gab der Regierung die nachgesuchte Vollmacht zur Erneuerung des zum 16. Juli d. J. von Japan gkündigten Handelsabkommens. Eine dritte Friedenskonferenz im Haag. Wie der Frankf. 3tg." aus Cöln gemeldet wird, finden zurzeit Verhandlungen zwischen den Mächten zwecks Einladung zu einer dritten Friedenskonferenz im Haag statt. Die Konferenz wird voraussichtlich zur Einweihung des von Carnegie gestifteten Friedenspalastes zusammentreten. Von Holland wird der Antrag zur Beratung gestellt wer= den, daß alle folontalen Rechtsfragen dem Schiedsgericht unterstellt werden sollen. So merkwürdig hatte er ausgesehen, als er sie streifte. Kathi grübelte. Finster und bärbeißig war er anzuschauen gewesen, und sie meinte bei sich, ganz spöttisch hätte er ausgesehen, wie er den Hut so tief gezogen und es dann doch nicht der Mühe wert gehalten, ihr einen„ Guten Tag" und„ Willkommen daheim" zu bieten! Morgen nachmittag reiste sie wieder ab. und se fragte sich, ob sich überhaupt Verschlimmerung im Befinden des Papstes. Das Befinden des Papstes läßt trotz aller Dementis aus dem Vatikan zu wünschen übrig. Der Schwächeanfall, von dem die Agenzia Stefani" berichtete, datiert mehrere Tage zurüd. Es handelt sich nicht um eine Ohnmacht, sondern nur um ein vorübergehendes übles Befinden und Asthma, doch ist es zweifellos, daß eine seelische Depression im Bunde mit der veränderten Lebensweise, deren Folgen sich jetzt allmählich bemerkbar machen, die Gesundheit des Papstes ungünstig beeinflußt haben. H Die russische Note an die Pforte ein Fiasko. Die russische Note an die Türkei wegen der montenegrinisch- albanesischen Grenzunruhen wird einem Telegramm der Mgdb. 3tg. aus Paris zufolge dort als ein schwerer diplomatischer Fehler beurteilt. Der Mißerfolg der Note beweist die völlige Isolierung Rußlands in der Balkanpolitik. Ein neuer türkisch bulgarischer Grenzzwischenfall. Sonnabend vormittag gruben Soldaten eines türkischen Postens einen Graben auf bulgarischem Gebiete im Bezirk Küstendil. Als bulgarische Soldaten herankamen, gab der türkische Offizier Befehl zu feuern, worauf Türken und Bulgaren sich gegenseitig beschossen. Wie es heißt, sind auf türkischer Seite ein Offizier und zwei Soldaten gefallen, auf bulgarischer Seite wurde ein Mann verwundet. Erst am Abend wurde das Feuer eingestellt. Kritische Lage in Portugal? Meldungen des„ Newyork- Herald" und der„ Daily Mail" aus Lissabon bezeichnen die Lage als sehr kritisch. In Caminho Novo griffen mehrere 100 Monarchisten eine aus Kavallerie und Infanterie bestehende Militärabteilung an. Herbeieilende Munizipalgardisten gaben Schüsse auf die Monarchisten ab, und es gelang ihnen, sie zu zerstreuen. Eine große Anzahl Verhaftungen wurde vorgenommen. Im ganzen Norden des Landes ist es still; es ist aber, wie es scheint, nur die Ruhe vor dem Sturm. Die Regierung trifft aus ßerordentliche Vorsichtsmaßregeln. Zahlreiche wohlhabende Lissaboner Familien haben Portugal mit Rücksicht auf die bevorstehenden Ereignisse verlassen. Man sieht den Wahlen mit den größten Besorgnissen entgegen. Kleine Nachrichten. Streik der Berliner Bäcker. In einer von mehreren Bäderfrequenz. Badenweiler 1335; Brückenau 228; Franzensbad 1362; Karlsbad 12 848; Kissingen 5831; Königstein 2403; Marienbad 3388; Nauheim 7836; Neuenahr 3542; Orb 648; Pyrmont 2818; Salzungen 576; Soden 777; Sooden a. d. W. 708; St. Blasien 4509; Teplitz- Schönau 1188. Der Hauptausschuß der deutschen Turnerschaft, der jetzt 9000 Vereine mit über einer Million Mitglieder angehören, hat am 26. und 27. d. M. in Leipzig unter dem Vorsitz des nunmehr 85jährigen Sanitätsrats Dr. Goetz seine diesfährige Sigung abgehalten. Tod eines deutschen Prinzen im Auslande. Prinz Johann zu Schleswig- Holstein- Sonderburg- Glücksburg ist Sonnabend abend in Kopenhagen an Lungenentzündung im 86. Lebensjahre gestorben. Der Sieger im deutschen Zuverlässigkeitsflug. Im deutschen Zuverlässigkeitsflug am Oberrhein ist der 25jährige Oberingenieur Hirth auf seinem Etrich- Rumpler- Eindecker Steger geworden. Er erhielt den ersten Zuverläs figkeitspreis vor 35 000 Mart und den Sonderpreis des Kriegsministeriums von 5000 Mark. Hierzu treten noch Etappenpreise und Preise für Passagierflüge, so daß er runo 50 000 bis 60 000 M erhalten wird. Außerdem hat das Kriegsministertum in Aussicht gestellt, daß es dem Steger einen Apparat für etwa 25 000 Mabkaufen wird. Im Offiziersonderflug erhielt Reutnant Förster den Preis des Kriegsministeriums. Ein deutscher Professor von griechischen Räubern ent führt. Der deutsche Proffseor Eduard Richter, der sich auf einer Studienreise im Olympgebirge befand, wurde bei Kokinoplo, obwohl zwei Gendarmen ihn begleiteten, von grienoch eine Gelegenheit bieten würde, den Jugendfreund zu sprechen. Am Nachmittage sollte von den jungen Burschen des Dorfes und der Nachbarschaft im Wirtshaus irgendeine Beratung abgehalten werden, das hatte sie zufällig im Gespräche nach dem Kirchgange auf der Dorfstraße gehört. Üm was es sich bei der Sizung handeln sollte, war thr entgangen, es erschien ihr auch völlig gleichgültig, denn bei ihr drehte es sich nur um die eine Frage: wird Hans dabei sein, und fönnte ich ihn nicht bei dieser Gelegen= heit sprechen? Sie wurde dadurch abgelenkt und antwortete den Mädchen, die sie aufgesucht, um allerhand Neues von ihr zu erfahren, ziemlich zerstreut und nicht mit beredten Schilderungen, die sie gestern der Mutter gegenüber bei der Hand gehabt hatte. Am Nachmittag erklärte Kathi, sie wolle noch ein bißchen an die Luft gehen, und wanderte, sehnsüchtig in die Ferne spähend, den bekannten Waldweg entlang, der nach Spreewitz führt. Jetzt hätte sie aufjubeln mögen, denn nun erkannte sie auch wirklich in dem hochgewachsenen Burschen, der ihr entgegenkam, den schmerzlich Erwarteten. Er hielt den Kopf etwas gesenkt und schien über irgendeine Sache scharf nachzudenken. So fam es, daß er das Mädchen erst dann bemerkte, als sie ihm den Weg vertrat. ,, Willst etwa auch noch ohne Gruß vorbi? Hast feine Augen mehr für mi?" fragte sie, und durch ihre Stimme ging ein leises Zittern. Er blieb stehen." Hab' ich das feine Stadtfräulein hüt früh nit mit alle Respekt gegrüßt?" gab er zurück. " Fast hätt ich sie gar nit fennt, so anders steht sie ut als die Kathi, mit der ich im Sommer mei Kurzweil hätt." Din Kurzweil?" griff sie das Wort auf.„ Din Kurzwell? Und weiter nir?" Er blickte ihr fest in die Augen, es war, als ob er chischen Räubern überfallen und entführt. forschungen waren bisher erfolglos. Die Nach Das Acht tödliche Unfälle beim Wasserleitungsbau. Tonnengewölbe eines Reservoirs der neuen Wasserleitung für Apulien in Süditalten brach plötzlich ein und begrub 12 Arbeiter unter den Trümmern. Acht Arbeiter wurden getötet, die anderen vier schwer verletzt. Für 100 000 Mark Pelze gestohlen. In einem Pelzwarengeschäft in Berlin waren vom Hausdiener seit debruar für etwa 100 000 M Pelzwaren entwendet worden. Jetzt sind 14 junge Leute in Untersuchungshaft genommen. Elf andere Hehler wurden einstweilen auf freiem Fuß gelaffen. Englandą zweitgrößte Stadt. Birmingham ist nun die größte Stadt nach London in Großbritannien geworden, da die Vorlage über die Erweiterung der Grenzen vom Parlament angenommen worden ist. Vor hundert Jahren war Birmingham eine kleine Stadt mit nur 78 000 Einwohnern, heute zählt sie beinahe 900 000. Ein Nachklang zum Moabiter Krawall. Der Schlosser Emil Bock, der bei den Moabiter Krawallen einen Schutzmann durch Messerstiche schwer verletzt und deshalb vom Schwurgericht zu 3½ Jahren Gefängnis verurteilt worden war, hat sich in seiner Zelle im Untersuchungsgefängnis erhängt. Bock hatte gegen das Urteil Revision einlegen laffen, diese war aber verworfen worden. Verbot der Zobeljagd in Rußland. Die russischen Behörden gehen jetzt energisch gegen die rücksichtslosen Pelzfäger vor. Eine von der Kommission der Duma angenom mene Jagdgesetzvorlage verbietet, wie aus Petersburg gemeldet wird, für immer die Jagd auf Flußbiber und Auerochsen und für drei Jahre den Zobelfang. Ein Finder, der sich selbst belohnt. Vor einigen Tagen verlor der Angestellte eines Geschäfts in München einen Betrag von 17 000 M. Dem Verlierer, der in der Zeitung um Rückgabe des Geldes gebeten hatte, gingen jetzt auf anonymem Wege 15 500 Mark zu. Der Finder hatte die restlichen 1500 M als Belohnung für sich gleich in Abzug gebracht. Berhaftung des Direktors eines Berliner Sportpalas stes. Direktor Rostin vom Sportpalast in der Potsdamer Straße wurde gestern abend unter dem Verdacht schwerer Urkundenfälschung, Betrugs und Unterschlagung verhaftet. Zusammenstoß englischer Schlachtschiffe. Die Schlachtschiffe„ Bellerophon“ und„ Inflexible" sind bei der Einfahrt in den Hafen von Portland zusammengestoßen, wobet die„ Inflexible" ein großes Leck sieben Fuß unter der Wasserlinie bekam. Dis„ Bellerophon" wurde nur leicht beschädigt. Beide Schiffe gingen sofort in Dock. Schwere Sturmschäden in Südrußiand. Durch einen Sturm auf dem Dnjepr sind am Sonnabend viele Fahrzeuge beschädigt worden. Auch Verluste an Menschenleben sind zu beklagen. Bei einer Bootsfahrt ertrunken. Bei einer Bootsfahrt, welche drei Referendare des Oberlandesgerichts Hamm auf der Lippe machten, kenterte bei der Heesener Schleuse das Boot und alle dret Insassen fielen ins Wasser. Ein Referendar Wulf ertrank. Die Reiche konnte bisher nicht ge funden werden. Selbstmord vor den Augen seiner Angehörigen beging am Sonnabend der Regierungsrat Krause in Stralsund, indem er sich mittels eines mit Wasser geladenen Revolvers erschoß. Der Beweggrund ist unbekannt. Todessturz bei der Petersburger Flugwoche. Am Sonnabend, dem ersten Tage der Flugwoche, stürzte der Flieger Smith mit einem Sommecapparat aus einer Höhe von 40 Meter herab und starb auf dem Wege zum Krankenhause. Aus den Gerichtssälen. Ein psychologisch interessantes Liebesdrama hat vor dem Schwurgericht in Leipzig seinen Abschluß gefunden. Unter der Anklage, thren Geliebten, den Kaufmann Habedank erschossen zu haben, hatte sich die 31 Jahre alte Schneiderin Scharf zu verantworten. Die Angeklagte unterhielt mit Habedank längere Zeit ein Verhältnis, das nach ihrer Metnung zur Ehe führen sollte. Als Habedank aber keine Anstalten zur Verlobung machte, schrieb sie an dessen Vater einen Brief und bat um seine Einwilligung zur Verlobung mit dem Sohne. Der alte Herr schrieb aber zurück, daß aus einer Heirat nichts werden könne, er sei jedoch bereit, ihr eine Abfindungssumme zu zahlen. Bei einem Rechtsanwalt kam auch ein Vertrag zustande, wonach die Angeflagte gegen Zahlung von 4000 Mart sich bereit erklärte, thre Ansprüche auf den jungen Habedank aufzugeben. Kurz nach Unterzeichnung des Vertrages holte fie aber eine Ptstole aus ihrer Wohnung, lauerte ihrem Geliebten auf und schoß ihn nieder. Als Habedank blutend am Boden lag, nahm sie seinen Kopf in ihren Schoß und streichelte ihn; dann versuchte sie, sich selbst zu erschießen, was ihr aber infolge Versagens der Pistole nich: gelang. Sie wurde von der Stelle weg verhaftet. Die Verhandlung gegen sie sollte bereits in voriger Woche stattfinden, mußte aber auf-, geschoben werden, weil sie in ihre Zelle einen erneuten Selbstmordversuch gemacht hatte. Die Geschworenen sahen, die Tat der Angeklagten, der ihr Geliebter nach wenigen, Stunden erlegen war, als Totschlag an; das Urteil des Gerichtshofes lautete auf fünf Jahre Gefängnis. mehr zu sich selbst als zu ihr spräche.„ Bist mir immer gewest, wie so a Heiderösle, so frisch und herzig, hat mich nit gestört, daß Du allweil auch manchmal mit die Dörners steche funntst, aber nu schaust mi fremd aus, daß ich min Mädel von dazumalen nit wiederkenn." ,, Darfst nit so wunderliche Red' führe," schalt sie,„, in vier Woche kann ich doch nimmer nit vertauscht sin." „ Bists halt doch," beharrte er, denn auf der Kathi ihr Wort, wie ich sie kennen tät, funnt ich mich verlasse wenn di mir sagt, vierzehn Tag geh ich furt, dann bliewt Sie auch nit a Stund länger, und noch zumalen, wo ich ihr sagen tät, das fann mir nit gefalle, daß Du zu die feine Verwandte ins Wirtshaus gehen wüllst." Kathi schwankte zwischen Empfindlichkeit und Trok. „ Ich funnt halt nit früher fumme, se bruft mi so nötig." Hm," machte Hans, vielleicht der Herr Vetter, der wüll das Cousinchen wohl zur Frau Gastwirtin mache?" Nun aber fuhr sie auf.„ Red' nit närrisch! Arm bin ich wie a Kirchenmaus, und der Vetter brukt in sin Wirtschaft eine, die Geld hat, dat seggt er alle Dag." Es war, als ob diese etwas stürmisch gegebene Antwort den Burschen etwas beruhigt hätte. Er streďte ihr sogar die Hand entgegen, und es war ersichtlich, daß er einlenken wollte. ,, Na, gebost hat michs, daß Du so lang wegbliebe bist," gestand er,„, aber nun wüll ich auch allweil nit mehr grantig sin. Also, Mädel, ein schön Willkomm dahem." Sie schlug herzhaft in die dargebotene Rechte, die sich fest um ihre Hand schloß. Ihr hübsches Gesicht strahlte. ,, Gelt, nun is wieder allens gut," schmeichelte ste ,,, und nu schaust nicht mehr so grimmig drein." Auch auf seinem Gesichte lag jetzt heller Sonnenschein. Er nickte. Ich dank min Herrgott, daß wi nu widder samme ins reine fumme sein, es wullt mir schier das Herz abdrucke, wanns ich dacht, nu süllts zu End' sin mit die zwei Kirsch an oinem Stengel." ( Fortsetzung folgt.) Wisse Lin pre rechts Ph Symphonieto aufführung 2000 Perfone anwesend. gleichnamigen den Applaus lich ein Sof Preußen. Der Nati bat infolge d meldungen bi längert. Ein deuts dante der S der Aufführu verschiedenen die Deutsche Jept zum erft zwar in dem beutschen Feft Ihr großes J die Stadt Ho Million Mar Aurparfs Ite mitten der r Festspielhaus gen tausend reuth nur zu deutsche Vol genwärtig fd terung des gung von me In nächfter 36 dürfte in Jah mung übergeb Ein Haus Bergfturz wur Saus verschiltt durch den Dach Schmiedemeister les, und ein S ogen. Es ist unter den Trün Straße gedrüdt Zu dem A teilen, daß di Blumenberg lär Hiert wurde, auf Umstand benutzt erbeuteten dabei tenetui, zwei B und eine Briefta dem fielen ihnen Sände. Die Die Menschenflei gemeldet: Ein a der Arzneikunde ten Gingeborener u effen zu geben ten fich daraufh Stammes, töteter vor. Die Angel gelommen, der fo leltet hat. e Todessturz Jährige Handelsf tern mit polizeil fend Personen ve Bride. Csipcsal Metern in die D Elisabethbrüde in nicht mehr zum vergebens. Csipe Training für die befannter Wettsch wonnen hat. Ueberschwemm Wilajet Hudaven einer schweren Ue 48 Stunden geht Die Ebene des U ind zwei Brüden Betürzt. Taufend jähriges Mädchen And außerordentli tarihe Hilfe, P terial. Aus Adr melbet. Goldfunde in lehrten am Son Batrid Odonogh einigen Jahren Lommen jegt nad mit einem Gad Jahre 1901 aufge ten. Die Mine heraus. Die Brü gbl., bereits 52 ten jedoch diefes beuten wollen. Britische Ga ung schreibt: erpaar als Gast Boden weilte, far Neuesten Gaffenh And besonders be Batte einen Alpb men fchredlichen fallen wurde; dur berfallen. Ring ger, und die g Aber ich lieb fie lamen, mit Bajo Bettfche, dann( ch e alle meine e England fagent, mit folchem Pich! Wie t ftet, wenn et Hoes Brivatleb emper Begleitn Die Nad Asban. Das Wafferleitung und begrub beiter wurden einem Belz ener feit Fe endet worden. ft genommen. elem Fuß ge m ist nun die geworden, da n vom Barla Jahren war Einwohnern, Der Schlosser einen Schuk deshalb vom Turteilt wor ingsgefängnis fion einlegen russischen Be Stalofen Belz ma angenom etersburg ge er und Auer inigen Tagen ünchen einen der Zeitung gen lezt auf der hatte die ich in Abzug er Sportpalas er Potsdamer dacht schwerer ing verhaftet. Die Schlacht bei der Einstoßen, wobet uß unter der e de nur leicht đ. Durch einen 5 viele Fahr Menschenleben er Bootsfahrt, ts Hamm auf Schleuse das jer. Ein Resher nicht ge örigen beging Stralsund, inen Revolvers e. Am Sonn e der Flieger Höhe von 40 Prankenhause. hat vor dem unden. Unter nn Habedank e Schneiderin interhielt mit ach ihrer Metber feine An deffen Vater ur Verlobung r zurück, daß jedoch bereit, einem Rechtsach die Angeereit erklärte, zugeben. Kurz aber eine Pi ebten auf und n Boden lag, treichelte ihn; was ihr aber Sie wurde Tung gegen fie ußte aber aufinen erneuten vorenen fahen nach wenigen as Urteil des guis. ft mir immer erzig, hat migh it die Dörners , daß ich min Schalt fie,„ in auf der Kathi auscht fin.' mich verlasse t, dann bliewt Ten, wo ich ihr uzu die feine weit und Troh mi so nötig." rr Vetter, der pirtin mache?" isch! Arm bin it in fin Wirt Dag." gegebene Ant Er streďte ihr chtlich, daß er wegbliebe bift," mit mehr gran dahem." ne Rechte, die Geficht ftrahlte. helte fie ,,, und Sonnenfchein. wi nu widder Schier das Her d' fin mit bie Wissenschaft, Kunst und Literatur. in preußischer Prins als Komponist. Prinz Joachim orechts Phantafte Raskolnikow" wurde gelegentlich eines Symphoniekonzerte von der Karlsbader Kurkapelle zur Uraufführung gebracht. Der Aufführung wohnten nahezu 2000 Personen bei. Der Prinz und seine Gemahlin waren anwesend. Dte Phantasie für großes Orchester nach dem gleichnamigen Werk von Dostojewskt erntete langanhaltenben Applaus. Der musikalisch begabte Prinz ist bekannts lich ein Sohn des verstorbenen Prinzen Albrecht von Preußen. Der Nationalausschuß für die deutschen Jugendfestspiele hat infolge der über Erwarten erfolgten zahlreichen Anmeldungen die Spieldauer von drei auf vier Wochen verlängert. Ein deutsches Festspielhaus in Bad Homburg. Der Gedanke der Schaffung deutscher Festspielhäuser, der infolge der Aufführung des Oedipus" durch Prof. Reinhardt in verschiedenen deutschen Städten aufgetaucht ist, und durch die Deutsche Volks- Festspiel- Gesellschaft gefördert wird, hat jetzt zum ersten Male greifbare Gestalt angenommen, und zwar in dem seit kurzem vorliegenden Plane des ersten beutschen Festspielhauses in Bad Homburg v. 6. H. Um Ihr großes Interesse für das Unternehmen zu zeigen, hat die Stadt Homburg einen Bauplatz im Werte von rund 1 Million Mark, der prächtig in unmittebarer Nähe des alten Kurparks liegt, zur Verfügung gestellt. Dort soll sich inmitten der reizvollen Taunuslandschaft das erste deutsche Festspielhaus erheben, ein Theater großen Stils mit eintgen tausend Sitzplätzen, das nach dem Vorbilde von Bayreuth nur zu gewissen Zeiten im Jahre sich öffnen soll, um deutsche Volksfestspiele zur Aufführung zu bringen. Gegenwärtig schweben die Verhandlungen wegen der Finan zierung des Unternehmens; es handelt sich um die Aufbringung von mehreren Millionen Mark. Falls es gelingt, fie in nächster Zeit zu einem gedeihlichen Abschluß zu bringen, dürfte in Jahresfrist der Riesenbau bereits seiner Bestim mung übergeben werden können. Vermischtes. Ein Haus durch Bergsturz verschüttet. Durch einen Bergsturz wurde in Eichstetten in Baden ein größeres Haus verschilttet. Eine Frau rettete sich nur mit Mühe durch den Dachstuhl während ihr Sohn verletzt wurde. Der Schmiedemeister Hörsch, der Besitzer des eingestürzten Hauses, und ein Kind wurden tot aus den Trümmern gezogen. Es ist nicht unmöglich, daß noch weitere Personen unter den Trümmern liegen, da das Haus direkt auf die Straße gedrückt wurde. Zu dem Automobilunglück bei Goslar ist noch mitzuteilen, daß die Leiche des getöteten Fabrikanten Otto Blumenberg längere Zeit, ehe sie nach Goslar transporHert wurde, auf offener Landstraße liegen mußte. Diesen Umstand benutzten Räuber, die Leiche zu berauben. Sie erbeuteten dabei eine goldene Uhr, ein goldenes Zigaret tenetui, zwei Brillantringe im Gesamtwerte von 3000 M und eine Brieftasche mit etwa 250 M Papiergeld. AußerSem fielen ihnen noch 250 M in Gold und Silber in die Hände. Die Diebe konnten bisher nicht ermittelt werden. Menschenfleisch als Krantenspeise. Aus Tunis wird gemeldet: Ein alter Marabut( Wanderheiliger), der sich Der Arzneikunde widmete, hatte der Familie eines franTen Eingeborenen geraten, dem Patienten Menschenfleisch zu essen zu geben. Die Mitglieder der Familie bemächtigten sich daraufhin zweier Kinder eines benachbarten Stammes, töteten sie und setzten das Fleisch dem Kranken vor. Die Angelegenheit ist zu Ohren des Gouverneurs gekommen, der sofort eine eingehende Untersuchung eingeleitet hat. Todessturz eines Schwimmkünstlers. Der siebzehnfährige Handelsschüler Michael Csipcsala_unternahm geStern mit polizeilicher Bewilligung einen Sprung von der Elisabethbrücke in Budapest in die Donau. Mehrere tausend Personen versammelten sich in der Umgebung der Brüde. Csipcsala sprang von einer Höhe von dreißig Metern in die Donau, tam aber zum Entsetzen der Menge nicht mehr zum Vorschein. Alle Rettungsversuche waren vergebens. Csipcsala, der den Sprung in die Donau zum Training für die olympischen Spiele unternahm, war ein bekannter Wettschwimmer, der bereits mehrere Preise ge= wonnen hat. Ueberschwemmungstatastrophe in Kleinasien. Das Wilajet Hudavendigiar mit der Hauptstadt Brussa ist von einer schweren Ueberschwemmung heimgesucht worden. Seit 48 Stunden geht ein wolkenbruchartiger Regen nieder, der die Ebene des Ulfertschai unter Wasser setzte. Bei Brussa Find zwei Brücken eingerissen. Eine ganze Straße ist eingestürzt. Tausende von Personen sind obdachlos. Ein 13jähriges Mädchen ist ertrunken. Die Materialverluste find außerordentlich groß. Die Regierung entsandte milttärische Hilfe, Pioniere mit Kähnen und Rettungsmaterial. Aus Adrianopel werden große Schneewehen gemeldet. Goldfunde in Bolivia. Auf dem Dampfer„ Cedric“ Yehrten am Sonnabend zwei Jren namens Steven und Patrick Odonoghue nach Jrland zurück. Sie waren vor einigen Jahren nach Nordamerika ausgewandert und Tommen jetzt nach vielen Versuchen, ihr Glück zu machen, mit einem Sad Gold aus Bolivia zurück, wo sie eine im Jahre 1901 aufgegebene Goldmine für 20 000 Mart kauften. Die Mine stellte sich aber als noch sehr goldhaltig heraus. Die Brüder bekamen, so drahtet marf dem Berl. Igbl., bereits 52 Millionen Mark dafür geboten, sie lehnten jedoch dieses Angebot ab, da sie die Mine selbst ausbeuten wollen. " Britische Gastlichkeit. Die Rheinisch- Westfälische Zeifung schreibt: In denselben Tagen, da das deutsche Kaierpaar als Gast des Königs von England auf englischem Boden weilte, sang man in den Londoner Musithallen den neuesten Gassenhauer:„ Ich knallte mit meiner Peitsche" und besonders bejubelt wurde die dritte Strophe:„ Ich hatte einen Alpdruck gestern abend und träumte solch einen schrecklichen Traum. Jch träumte, daß England überfallen wurde; durch die kriegerischen Deutschen wurden wir berfallen. Rings um mein Haus fam ein Trupp Deuther, und die ganze Nacht hindurch brüllten Kanonen. ber ich ließ sie meine Laune sehen, als sie alle vor mich lamen, mit Bajonett und Säbel. Ich knallte mit meiner Bettsche, dann schloß ich die Tür mit einem Stoß und ließ ie alle meine Stimmung spliten!" Was würde man in England sagen, wenn sein Königspaar auf deutschem Boen mit solchem Peitschentnall empfangen würde? Sinaus Mit euch! Wie tat das prüde Albion doch früher so enttet, wenn Eduards, des Prinzen von Wales, untöniges Brivatleben die deutschen Wizblätter zu nahelieonder Begleitmufit berlodte. Bei uns wurde dagegen aus einem Brettllang Jofort eine Haupt- und Staatsaltion gemacht. So aber schwiegen unsere Offiziöfen in allen Sprachen und wollen, Watte in den Ohren, die„ hochbefriedigt" genossenen Festdiners verdauen. Berlin- Marotto in drei Tagen. Die Verbindung zwischen Europa und Marokko ist sehr wesentlich beschleunigt worden Fährt man von Berlin Sonntag mittag 1.00, von Paris weiter mit dem Süderpreß Montag 12.16 nachm., von Madrid Dienstag abend 8.20 nach Algeciras, So erreicht man den dortigen Hafen Mittwoch nachmittag 2.00. Von hier fonnte man erst Donnerstag früh 7.00 weiterfahren, obgleich man nur 2 bis 3 Stunden nach Tanger braucht. Jetzt geht schon eine Stunde nach der Ankunft aus Madrid, also 3.00 nachm., der Dampfer nach dem marottanischen Hafen. Ebenso mußte man bisher Tanger schon Mittwoch 12.00 mittags verlassen. Jetzt fährt man erst Donnerstag vormittag 11.00 von dort und ist 1.30 in Algeciras. Von hier gehts 3.05 weiter, so daß man in Madrid Freitag früh 9.05, in Paris Sonnabend 9.37 abends, in Berlin Friedrichstraße Sonntag abend eintrifft. Die Reise nach und von Tanger wird also um je eine Nacht verkürzt. Man braucht nur noch drei Tage von Berlin nach Tanger und zurück. Das verlorene Paradies der Scheidungsluftigen. Der Staat Nevada, der bisher das Paradies aller scheidungsuchenden Eheleute von Amerika war, hat plötzlich die Bedingungen zur Erlangung einer Scheidung bedeutend verschärft. Bisher war es genügend, eine Wohnung in Nevada auf sechs Monate zu mieten und sich ab und zu dort zu zeigen, um eine Scheidung auf Grund geistiger Unstimmigkeiten" und dergleichen zu erlangen. Jetzt aber hat die Legislatur dieses westlichen Staates der amerikanischen Union ein Gesetz angenommen, das zur Bedingung macht, daß Personen, die auf Scheidung flagen, tatsächlich sechs Monate im Staate gewohnt haben. Das Gesetz tritt am 1. Juli in Kraft, und nun sind alle Züge nach Reno, der Hauptstadt von Nevada, von Ehefrauen überfüllt, die sich vorher noch die Vorteile des jetzigen Zustandes zunuzze machen wollen. Die Entdeckung Ameritas durch einen Polen. In Amherst im Staate Massachussetts in Nordamerika wurde im April d. J. ein großer polnischer Farmertag abgehalten. Dabei hielt der Pole Dr. Tupper aus Boston, einer der Hauptführer der Polen Amerikas, einen Vortrag über die Verdienste, die sich die Polen um Amerika erworben haben". Vor allem hob Dr. Tupper hervor, daß 16 Jahre vor der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus dieser Erdteil bereits durch den Polen Jan aus Kolno im heutigen russischen Gouvernement Lomscha entdeckt worden sei. Jan aus Kolno sei zunächst nach Labrador gekommen und dann weiter südlich gegangen. Auch im 17. Jahrhundert wären die Polen die Pioniere der Kultur in Amerika gewesen und zwar auf der Halbinsel Manhattan, da wo heute Neuyork steht. Viele preußische Polenblätter, so auch der„ Pielgrzym" in Pelplin( Westpreußen) in seiner Nummer vom 20. Mai 1911, drucken diese Weisheit des Herrn Dr. Tupper zustimmend ab. Auf diese Art Geschichte zu machen ist wirklich so einfach wie die Lösung des Problems vom Ei des Kolumbus. - Eine Zwergdemonstration. Sonnabend früh erschienen in der Potsdamer Straße in Berlin eine Anzahl von 3wergen mit ihren Impresarios vor dem geschlossenen Sportpalast, für den sie, insgesamt 125 Personen mit kleinen Pferden und dem ganzen Apparat eines großen Zirkus, engagiert waren. Die Krisis im Sportpalast hat indessen thr Auftreten verhindert. Die Demonstration sollte den Zwed haben, dem Publikum zu zeigen, in welche mißliche Lage die kleinen Leute gekommen sind. Chinesische Wetterregeln. Die Wetterregeln, die der chinesische Bauer im Laufe der Jahrhunderte, ja Jahrtausende erprobt hat, treffen im allgemeinen zu. Denn sie beruhen zum großen Teil auf feinsinniger Naturbeobachtung, die sehr wesentlich durch den alten Mondkalender unterstützt wird. Soweit allerdings der Aberglaube eine Rolle dabei spielt, ist das Eintreffen der Regel natürlich nicht so oft zu beobachten. Als merkwürdiges Zusammentreffen führt der Ostasiatische Lloyd" die Tatsache an, daß auf die ersten Nachrichten von dem Erscheinen des Hallenschen Kometen die chinesischen Bauern, thren alten Anschauungen getreu, sofort große Ueberschwemmungen, Mißwachs und Unruhen befürchteten, was in der Tat denn auch alles eingetroffen ist. Mit unerschütterlich festem Glauben hält der chinesische Bauer an seinen Wetterregeln fest und richtet sich bei Ausfaat und Ernte unbedingt danach, und zwar ebenso bet seinen landwirtschaftlichen Geschäften, wie bet Verlobungsfeiern, Hochzeiten usw. Das Morgenrot gilt ihm als Vorbote für den Regen, Abendrot läßt auf gutes Wetter schlte= ßen. Je nach dem Aussehen der Morgensonne wird auf die Wettergestaltung des kommenden Tages geschloffen. Die Frühsonne mit einem Mondgesicht" kündet falten Nordwind an. Wird die Sonne im Sommer früh sichtbar, dann ist Regen unausbleiblich; wenn sie erst später aus dem Gewölf hervortritt, so soll während des Tages eine solche Hize herrschen, daß selbst der Kranich eingeht". Aus der Richtung des Windes schließt der Bauer natürlich auch auf das kommende Wetter. Südwind in der Frühe hat Niederschläge im Gefolge. Bleibt der Wind zu Anfang des Sommers stetig, dann wird es vierzig Tage lang so weiter wehen. Herbst ohne kalten Wind bringt Winter ohne Schnee, der vom Bauern sehr gefürchtet wird. Viel Wind im Frühling ist der Vorbote eines nassen Herbstes, der der Ernte verderblich wird. Wolken und Regenbogen werden gleichfalls zu Rate gezogen. Ein Regenbogen im Osten bringt Wind, im Westen Regen. Erscheint ein Regenbogen im Süden, dann werden ,, die Kinder verkauft". Das heißt, es steht eine so schwere Teuerung bevor, daß arme Bauernfamilien genötigt sind, ihre Kinder zu verkaufen, um ihr Leben fristen zu können. Auch das Gebaren der Tiere hat zu Wetterregeln Anlaß gegeben. Schreit der Reiher in der Frühe, so bedeutet das bewölkten Himmel. Ruft er am Abend, so wird der nächste Tag klar sein. Das Quaken der Frösche und das geschäftige Rennen der Ameisen deutet auf Regen. Niest ein Hund, so wird der Tag nebltg werden. Sommerfäden sind ein Beichen, daß ein fruchtbarer Herbst bevorsteht. Die Sommerfäden stammen übrigens nach dem Bauernglauben aus der Milchstraße, dem großen weißen Himmelsstrome. Sie sind dte Reste der vermoderten Gefieder der Vögel, die sich ant fiebenten Tage des siebenten Monats gen Himmel geschwungen haben, um eine Brücke über den Himmelsstrom zu bauen, auf der die himmlische Weberin, der Stern Vega, ihren Gatten, den Stern Aquila, allein im ganzen Jahr an diesem Tag, besuchen darf. Der Himmelsgott Shangti hat die beiden Gatten nämlich an die entgegengesetzten Ufer der Milchstraße gebannt, weil die Gattin über dem Gatten das Weben vergaß. Wenn seine Regeln einmal ausnahmsweise nicht zutreffen, dann tröstet sich der chinesische Bauer mit dem Spruch: Wenn es falt oder warm sein müßte, dies aber nicht ist, dann steht ein schlechtes Jahr bevor." Denn richt die Wetterregeln haben unrecht, sondern das Wetter, das den seit Urzeiten feststehenden Bräuchen nicht folgt. Nachflänge zur Londoner Kaiserreise. Ein englisches Berichterstatter weiß von den Londoner Kaisertagen noch allerlei Interessantes zu erzählen:„ Man hat," so plaudert er,„ besonders den Kaiser bei allen seinen Handlungen genau beobachtet und gewissermaßen unter die Lupe genommen. Man fand, daß er ein wenig stärker geworden sei, aber im übrigen noch recht jugendlich aussehe. Vieles von dem, was er meint oder empfindet, läßt sich aus den mehr oder minder energischen Bewegungen seiner Schultern erkennen: wenn er aufgebracht ist oder Widerspruch findet, schüttelt er die Schultern mit fräftiger Bewegung; wenn er aber guter Laune und in anregender Unterhaltung begriffen ist, dann bewegen sich die Schultern sozusagen in anmutiger, eleganter Linie. Man hat ferner genau darauf geachtet, wie er die Hand reicht und drüct. Es handelt sich nicht um das fühle, reservierte Hinstrecken von drei Fingern: es ist vielmehr ein echter, rechter Hände. druck, dem ein geradezu stürmisches, nicht so bald aufhören. das Händeschütteln folgt. Bet dem von Lord Londes. borough veranstalteten Gartenfest hatte der Kaiser an den in ihrer Nationaltracht erschienenen neapolitanischen Sängern solche Freude, daß er, aufgeräumt wie selten, Anekdoten erzählte, Witze machte und mit glänzender Verve die Kosten der Unterhaltung bestritt; man hätte glauben können, daß er nicht Gast, sondern Gastgeber set; er vergaß sich bei dem Plaudern und Scherzen so sehr, daß Lord Londesborough ihn schließlich erinnern mußte, daß König Georg ihn, den Kaiser, zu einer bestimmten Stunde erwarte, und daß er das Rendezvous versäumen werde.. Was die Kaiserin angeht, so knüpft sich ein besonders hübsches Geschichtchen an den Besuch, den sie in einem Londoner Hospital machte. Sie hatte alles mit großem Interesse besichtigt und wollte gerade das Krankenhaus verlassen, als von einem weißen Bettchen her der in dieser Umgebung etwas ungewöhnlich flingende Ruf: Sip, hip, hurra!" ertönte. Der Ruf war echt deutsch, aber das Stimmchen echt englisch. Die Kaiserin drehte sich rasch um und blickte in das Gesicht eines kleinen Mädchens, das über seine Kühnheit offenbar selbst erschrok. fen war und vor lauter Verwirrung über und über erröte te. Das hast du hübsch gemacht," sagte die Kaiserin zu der verlegenenKleinen, du sollst dafür auch eine Blume haben." Sprach's, nahm aus einem Sträußchen, das sie am Busen trug, eine Rese und legte sie auf das Bett des Kindes. Der Riesenbrand auf Coney Island. Das Der Brand in dem Nenyorfer Vergnügungsort Coneg Island, worüber bereits in einem Teil der Sonnabendnummer drahtlich berichtet wurde, hat ungeheure Ver wüstungen angerichtet. Der Schaden wird auf zwölf Millionen Mark geschätzt. Sechs Stunden lang bis 53/, Uhr, wütete der Brand. Das umfangreiche Vergnügungslokal „ Traumland" wurde vollständig zerstört und vier ganze Gebäudeviertel fielen den Flammen zum Opfer. Feuer zerstörte mehrere Dutzend Vergnügungs- Etabliffements, Hotels und Restaurants, viele andere wurden schwer beschädigt. Die Feuerwehr konnte wenig ausrichten, da der Wasserdruck völlig unzureichend war und überdies der Wind die Flammen dreimal von neuem anfachte. Die brennender Aussichtstürme beleuchteten die Szene kilome terweit. Manche Besiber sind schon dadurch ruiniert, daß die laufende Satson für sie verloren ist. Dutzende von Menschen entfamen den Flammen nur mit knapper Not. Zuerst hieß es, daß mehrere Menschenleben zu beklagen seien, auch sechs Kinder, die in einer Kinderbrutanstalt untergebracht waren, sollten verbrannt sein. Es stellte sich jedoch später heraus, daß alle gerettet worden sind. Während die Feuersbrunft arr ärgsten wütete, entsprang ein Löwe aus senem Käfig in„ Dreamland" und stürzte sich auf die Menschenmenge, die von der Straße aus das Feuer beobachtete. Eine Panik bemächtigte sich der Leute, dte nach allen Seiten davonstoben. Ein Dußend Polizisten feuerten ihre Nevolver auf das Tier ab und töteten es. 146 Tiere mußten in den Menagerien, die vom Feuer bedroht waren, erschossen werden Coney Island( Kanincheninsel) ist die dem Neuvorker Stadtteil Long Island südlich vorgelagerte Insel, die im Sommer den Hauptausflugsplaß der Neuyorker Bevölkerung bildet. Außer Seebädern befinden sich dort zahlreiche Vergnügungsanlagen: Theater, Schaustellungen, ein Lunapark usw. Einen Hauptanztehungspunkt für die Besucher bildet allabendlich die Darstellung eines Großfeuers, bet dem eine ganze, aus Fachwerk errichtete Straße abbrennt und die Bewohner von der Feuerwehr gerettet werden. Drabtnachrichten und neuestes. Schwerer Automobilunfall durch einen Hund. Iserlohn, 29. Mat. In ein mit 4 Herren besetztes Automobil sprang ein großer Hund. Der Chauffeur vers lor die Gewalt über das Automobil und dieses zerschmetterte an einem Baum unmittelbar an einer 20 Meter tiefen Böschung. Die vier Insassen wurden schwer verletzt nach dem Krankenhause gebracht. Der Chauffeur hat leich tere Verlegungen davongetragen. Blutiges Familiendrama. Neustadt( Pfalz), 29. Mai. Im benachbarten Hambach erschlug der 50jährige Schreinermeister Frübis seine Frau, durchschnitt seinem fiebenjährigen Sohn den Hals. und erhängte sich darauf im Speicher. Russische Bombenwerfer. Moskau, 29. Mat. In das Haus eines Gutsver walters in der Nähe der Ortschaft Weffelaja in Südrußland wurde von Räubern eine Bombe geworfen. Die bes waffneten Räuber drangen hierauf in das teilweise zerstörte Haus und beraubten den Verwalter. Drei von ihnen wurden schwer verwundet. 400 Häuser durch Fener zerstört. Petersburg, 29. Mai. In dem Flecken Mir fam ein Feuer aus, durch das in 24 Stunden 400 Häuser eins geäschert wurden. Tödlicher Absturz eines Fliegers. 0 Rom, 29. Mat. Wie aus Voghera in Obertalten gemeldet wird, stürzte auf dem Flugfeld der Flieger Cirrt' angesichts einer großen Zuschauermenge aus 200 Meter Höhe ab. Das Flugzeug geriet in Brand; Cirri starb alsbald. Blutiger Zusammenstoß zwischen spanischen Karlisten und Radikalen. Barcelona, 29. Mai. Bei einem Zusammenstoß zwischen Karltsten und Radikalen wurden drei Radikale, ein Karlist und ein Gendarm getötet. Viele Personen erlitten Verlegungen. Bandel und Verkebr. Cassel, 27. Mat. Weizen( 100 Kilogramm) 19,75 b18 20,25 M. Roggen( 100 Kilogramm) 17,50-18,00 M. Gerste, ( 100 Kilogramm) 17,00-18,00 M. Safer( 100 Kilogramm) 18,50-20,00 M. Son( Rentner) 2,70-3,50 M. Stroh( Zentner) 1,80-2,80 M. Empfehle zu Pfingsten Gelegenheitsposten in Knaben-, Burschen- u. Herren- Anzügen, Sommerloden-, Lüster- u. Wasch- Joppen, :: Knaben- Waschblusen und Anzügen:: ferner: reichhaltigste Auswahl in Kleider- und Blusenstoffen Samt- u. Seidenzeuge, Leinen u. Baumwollwaren, Anzugstoffe u. Sommerdrells. 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