en 70 Pig 90 75 n: " erte( ge BraunBedhen Str. 51. brik Wilhelm sage. us 29. tigen Fer bis en. Reffelhaus eßen er Collididt aleclaffe ieben. em Amte, e dorther u, Uhr, nen ftige, bor Ware, lie lifte fret tgers, ( Westfal.) Filiale leich welchen oder Dorf werden. nat 400 Mt. nicht nötig. fchäftigung. litäten Rhein. ändigen, korateur brit iegen. Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen Erscheint oierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mr. jeden Werktag früh.- Die„ Illuftr. Weltrundschau“ liegt alle 14 Tage einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 76. - - Telephon: Nr. 362. Abrüstung. der Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei- Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) sowie vieler anderer In den Parlamenten der europäischen Großstaaten ist es seit langem üblich, sich alljährlich mindestens einmal über die Abrüstungsfrage und die Einführung des ewigen Friedens zu unterhalten. Auch in diesem Jahre ist das bereits mehrmals geschehen. Die unverdrossenen Vertreter des Abrüstungsgedankens und des Weltfriedens verfahren nach dem sonst bewährten Satze, daß Beharrlichkeit zum Ziele führt. Aber damit werden sie in diesem Falle nichts erreichen. Denn sie wollen, was der unabänderlichen Natur der Menschen und aller geschichtlichen Erfahrung widerspricht. Im Leben der einzelnen wie der Völker ist der Kampf ums Dasein die bewegende Kraft, und der Widerstreit und der Wettstreit der Interessen wird unter Staaten im äußersten Falle niemals anders als durch Krieg, als nach dem Worte The odor Körners geschlichtet werden können:„ Das höchste Heil, das letzte liegt im Schwerte!" an Nichts veranschaulicht besser den Widersinn der sogenannten Weltfriedensbewegung, als daß England, das, wenigstens mit Worten und auf dem Papier, deren Spitze marschiert, seine Rüstungen am allereifrigsten betreibt und in der neuesten Zeit mehr als einen Krieg geführt hat. Nicht minder liebt man es in Nordamerika, die Schalmei des ewigen Friedens zu blasen und die Abschaffung der Kriege zu fordern, aber das hat die Union nicht einen Augenblick abgehalten, sich mit Spanien auf friegerischem Wege auseinanderzusetzen. Bald nach der ersten Haager Friedenskonferenz begann zwischen Rußland und Japan, obwohl beide die Friedensbeschlüsse unterzeichnet hatten, einer der blutigsten Kriege der Neuzeit, und nie ist ein Abrüstungsantrag schlagender widerlegt worden, als der Virchows wenige Monate vor Ausbruch des Krieges von 1870-71. Der berühmte Gelehrte begründete im preußischen Landtage am 21. Oktober 1869 seinen Antrag auf allgemeine Abrüstung" mit der Versicherung, das französische Volk sei viel zu gebildet und friedfertig, um in absehbarer Zeit an einen Krieg gegen Deutschland auch nur zu denken. Wäre man vor 42 Jahren auf diese Torheit der Abrüstung in Deutschland eingegangen, so hätten wir heute wahrscheinlich fein Deutsches Reich und an seiner Spitze feinen Kaiser. Donnerstag den 30. März 1911 Jahr". Seitdem sind diese Worte vielfach bewiesen worden. Unser deutsches Heer ist nicht nur nicht unproduk tiv, sondern bedeutet als die weitaus wichtigste und wirksamste Einrichtung der allgemeinen Volkserziehung die Grundlage unserer förperlichen, sittlichen und wirtschaftlichen Kräfte und bildet den Grundpfeiler unserer nationalen Zukunft. Schon daraus erklärt sich, daß unter den Abrüstlern die Sozialdemokraten an erster Stelle stehen: kommt das Heer, dieser Grundpfeiler unserer gesamten Zukunft, ins Wanken, dann kann es sie nicht mehr allzu viel Mühe kosten, die bestehende Ordnung über den Haufen zu werfen. Krieg, nach Moltke ein Element der natürlichen und göttlichen Ordnung der Dinge, wird es immer geben, es sei denn, daß es alle Völker und Staaten dahin bringen, in ihren Interessen völlig übereinzustimmen, oder daß ein einziger einheitlicher Weltstaat mit gemeinsamer Rechtsordnung von ewiger Dauer hergestelit wird. Weder das eine noch das andere wird jemals gelingen, und darum bleibt es ein naturwidriges, unvernünftiges Streben, den Krieg abschaffen zu wollen und zu diesem Zwecke abzurüsten. Wenn es überhaupt eine Friedensbürgschaft gibt, so kann sie nur in einem starten, friegsbereiten Heere bestehen. Wollte das Deutsche Reich mit dem Beispiele der Abrüstung vorangehen, so würden dies unsere Feinde, weit entfernt, diesem Vorbilde zu folgen, als die Eröffnung der längst ersehnten Aussicht begrüßen, mit uns abzurechnen und uns von der = Aus dem Reichstag. Die Resolution Behrens, Kölle: Der Reichstag wolle beschließen, den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, die Verwaltung der Reichseisenbahnen anzuweisen, daß Höhe unserer Machtstellung durch Krieg jäh hinabzu stürzen. Daß das deutsche Heer dem französischen überlegen ist, darauf beruht hauptsächlich die Sicherheit des europäischen Friedens. Rüsten wir ab, so hörten diese Ueberlegenheit und diese Friedenssicherheit auf; jenseits der Vogesen würde dann der Gedanke der„ Vergeltung" unheimlich wachsen. Die Friedenszünftler begehen den Fehler, daß sie die großen Armeen der europäischen Festlandsmächte als eine Gefahr für den Frieden behandeln, während sie in ihrer furchtgebietenden Schlagfertigkeit das Gegenteil, Friedensbollwerke sind. Abrüstungen würden kriegerische Auseinandersetzungen nicht verhüten, eher dazu anreizen, und den Vorsprung und Vorteil müßten dann die haben, die dem Leichtsinn der Entwaffnung nicht oder am wenigsten gefrönt haben; die jedoch, die zu unvollkommener Kriegsrüstung übergegangen sind, müßten das tausendfach büßen. 1. möglichst für alle Arbeiter in den Werkstätten, Betrieb und Bahnunterhaltung Arbeiteraus= schüsse errichtet werden; 2. den Arbeiterausschüssen bei Gestaltung der Lohnund Arbeitsbedingungen eine geeignete Mitwirkung ermöglicht wird; 3. in dem Bericht über die Verwaltung der Reichseisenbahnen auch über die Tätigkeit der Arbeiter= ausschüsse berichtet wird; 4. alle Arbeiter und Handwerker der Reichseisenbah= nen nach 10jähriger einwandsfreier Dienstzeit aus dem Arbeitsverhältnis mit 14tägiger Kündigung in ein gesicherteres Arbeitsverhältnis( Diplomverhältnis) überführt werden, wurde einstimmig angenommen. Aus Stadt und Land. Gießen, den 30. März 1911. Preußische Klassen Lotterie. Die Erneuerung der Lose zur 4. Klasse muß mit Vorlegung der Lose 3. Klasse spätestens bis zum 3. April, abends 6 Uhr, geschehen sein. Auch müssen die Freilose zur 4. Klasse gegen Rückgabe der Gewinnlose 3. Klasse bis zum vorerwähnten Termin eingefordert sein. * ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reflameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. Grab ausgehoben hatte. Diese Arbeit hat er am Samstag bereits besorgt, seitdem wurde er vermißt. Gießen, 30. März. Der Großherzog hat dem Bürgermeister, Ortsgerichtsvorsteher und Standesbeamten Konr. Schmidt zu Strebendorf das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift„ Für langjährige treue Dienste" am Bande des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. * Butzbach, 30. März. Der hiesige Gemeinde= rat beschloß die Einführung des fakultativen Unterrichts der französischen Sprache an der hiesigen Volksschule. * Wiesbaden, 29. März. Wegen Unterschlagung im Amte stand der 62jährige Gemeinderechner G. aus Riedelbach bei Usingen vor dem Schwurgericht. G. hat während des vorigen Jahres 2500 Mk. verein nahmte Holz-, Obst- und sonstige Gelder unterschlagen. Das Gericht erkannte gegen ihn auf 7 Monate Gefängnis. * Gießen, 30. März. Am Samstag abend hielt der Vogelsberger Höhenklub, Zweigverein Gießen, auf der Liebigshöhe sein Stiftungsfest ab. Musikvorträge, Gesänge der Gesangsabteilung und Einzelvorträge wechselten miteinander ab. An den Unterhaltungsteil schloß sich ein Tanz. Am Sonntag wurde ein Ausflug nach Dutenhofen unternommen. * Gießen, 30. März. Hessischer Blu= mentag. Wie wir hören, hat der Inhaber der Firma Georg Volt, Fabrik für Blechemballagen und Metallwaren in Rüsselsheim a. M., den gesamten Bedarf an Sammelbüchsen für den allgemeinen hessischen Blumentag, etwa 5000 Stüd, gestiftet. von * Dalherda, 30. März. Jm nahen Walde fand man dieser Tage frischgeschlachtetes Fleisch und Würste in Schüsseln. Die„ Fabrikanten" waren vor hinzukommenden Förstern geflüchtet. Das Fleisch stammt einem gepfändeten Schwein, das dem Besitzer angeblich aus dem Stall gestohlen und im Wald„ verwurstelt" wurde. Frankfurt, 30. März. Zur Milchpreiserhöhung nahm am Montag eine Versammlung der Milchhändler Stellung. Man beschloß, die von den. Land- wirten geforderte Milchpreiserhöhung abzulehnen. Die Großhändler und Molkereien haben sich mit den Händlern solidarisch erklärt. Es sind auf beiden Seiten die umfassendsten Vorbereitungen für den am 1. April beginnenden Milchkrieg getroffen worden. Gießen, 30. März. Der Hessische Landesverein für Innere Mission hat den Pfarrassistenten Zentgraf, seither in Gustavsburg, als Vereinsgeistlichen berufen, während der seitherige Vereinsgeistliche, Pfarrer Glock in Nieder- Ramstadt, seine Tätigkeit nunmehr ganz den dortigen Anstalten widmen wird. Die Geschäfts= stelle des Landesvereins befindet sich von jetzt ab wieder in Darmstadt, Karlsstraße 21. * Lich, 30. März. Nächsten Sonntag hält der Verein der Orts- und Polizeidiener für die Provinz Oberhessen in Steins Saalbau seine diesjährige Generalversammlung ab. Auf der Tagesordnung steht u. a. die Frage des Beitritts zum Verbande der hessischen Kommunalbeamten. - Wetzlar, 30. März. Vom 13.- 15. Mai findet in Frankfurt a. M. die 25. Hauptversammlung des Mittelwestdeutschen Stenographenbundes Stolze- Schren" statt. Bei der Akademischen Feier hält Ferdinand Schrey aus Berlin den Festvortrag über das Thema„ Die ZuVor allem verharren die Abrüstungsapostel unbe= lehrbar bei dem Grundirrtum, daß die Heere, besonders die auf der allgemeinen Wehrpflicht beruhenden Volksheere, eine gänzlich unproduktive Belastung darstellen. Jahraus, jahrein fehrt in den parlamentarischen Abrüstungsplaudereien die Behauptung wieder, die Armee vergeude geradezu das Nationalvermögen, und der ungeheuere Druck der Heereslasten müsse den finanziellen Zukunft der Stenographie". sammenbruch der Staaten zur Folge haben. Schon im Jahre 1899 sagte auf der Haager Friedenskonferenz der damalige militärische Vertreter Deutschlands Oberst von Schwarzhoff: Das deutsche Volk ist nicht unter den Militärlasten zusammengebrochen, und es geht nicht der Erschöpfung und dem Ruin entgegen. Ganz im Gegenteil: die ganze Lebensstellung hebt sich von Jahr zu Niederroßbach- Neustadt, 30. März. Vom Zuge überfahren wurde gestern morgen auf dem Bahnübergang an der hiesigen Station das Gefährt des Gemeinderechners. Vor den mit Sand beladenen Wagen waren zwei Kühe bespannt, von denen eine auf der Stelle getötet wurde. Der Lenker des Fuhrwerkes fam mit dem Schrecken davon. * Groß- Auheim, 30. März. Sein eigenes Grab geschaufelt hat sich hier der Totengräber. Der 45 Jahre alte Mann hieß Schmidt, war Schuhmacher und nebenbei Totengräber. Gestern fand man ihn nun auf dem Friedhofe in der Leichenhalle, wo er sich an der Totenbahre erhängt hatte. Als man näher nachsah, fand man, daß Schmidt vorher fein säuberlich sein eigenes Höchste Zeit ist es zur Erneuerung Ihres Abonnements auf die ,, Gießener Zeitung" Um eine Unterbrechung in der Zustellung zu verhindern, bitten wir Sie, diesen Zettel auszufüllen und an unsere Expedition sofort einzusenden. Sofern Sie noch nicht Abonnent unserer Zeitung sind, bitten wir Sie, dieselbe für 1 Monat zur Probe zu bestellen und wir sind überzeugt, daß wir Ihre Zufriedenheit erringen. Das Abonnement fostet monatlich 50 Pfg.. vierteljährlich 1.50 Mt. frei ins Haus geliefert. In unserer Expedition, Seltersweg 83( Laden), a b= geholt 1.20 Mt. Wir bitten Sie, falls Unregelmäßigkeiten in der Zustellung vorkommen, uns dies sofort mitzuteilen, damit Abhilfe geschafft werden kann. Hochachtungsvoll Der Verlag der Gießener Zeitung ( Gießener Neueste Nachrichten) B. m. b. H. Bestellzettel. Unterzeichneter bestellt hiermit 1 Exemplar der Gießener Zeitung" für das 2 Quartal 1911 zum Abonnementspreis von Mk. 150 Name: Straße: den......... ten 1911 Deutscher Reimstag. Im Reichstage wurde am Dienstag zunächst der zweite Nachtragsetat für die Schutzgebiete für das Jahr 1910 in aweiter und dritter Lesung ohne Debatte angenommen. Sobann wurde die zweite Lesung des Etats der Reichseisen= bahnen begonnen. Wte alljährlich wurden von den Vertretern der Straßburger Wahlkreise, den Abgg. Will( 3.) und Böhle( Soz.) Arbeiter- und Beamtenwünsche geäußert, auf die Minister v. Breitenbach einging. Er verwies insbe= sondere auf den starken Andrang, der sich bei der Eisenbahnverwaltung geltend macht, um zu beweisen, daß die Lohnverhältnisse nicht so schlecht sein können, wie sie der sozialdemokratische Redner schilderte. Die Löhne sind denen der Industrie angepaßt. Die Verwaltung muß streng wirtschaftItch vorgehen, um die Steigerung der persönlichen Ausgaben mit der geringen Einnahmesteigerung in Einklang zu bringen. Die Einführung der neunstündigen Arbeitszeit, die in den Werkstätten bereits durchgeführt ist, ist für die Betriebsarbeiter aus Gründen des Betriebes nicht möglich. Den Arbetterausschüssen kann nur die Eigenschaft lokaler Verbände zugebilligt werden. Der Abg. Wezel( ntl.) empfahl einen noch engeren Zusammenschluß der deutschen Eisenbahnverwaltungen und die vollständige Vereinheitlichung der deutfchen Eisenbahnpolitik, wobei er auf die guten Erfolge verwies, die mit dem Staatswagenverband erzielt worden sind. Von der fortschrittlichen Volkspartei brachte der Abg. Kar= stens die Reform der Fahrkartensteuer erneut in Anregung; er äußerte weiter Wünsche mit bezug auf die Sonntagsfahrkarten und die im Bahnhofsbuchhandel erhältliche Lt= feratur. Der Minister sagte zu, die Vereinheitlichung auf allen Gebieten weiter zu betreiben. Ueber die FahrkartenSteuer hoffe er mit dem Beginn der nächsten Session einen Abänderungsversuch vorlegen zu können. Auf den Vertrieb von Presseerzeugnissen habe die ReichseisenbahnverFerner erklärte der Minister, waltung feinen Einfluß. dem Wunsche einer Resolution des Abg. Behrens( wirtsch. Bg.), dte dieser begründete, folgen und nach Möglichkeit alle Arbeiter in die Arbeiterausschüsse einbeziehen zu wollen. Er habe bereits angeordnet, daß Arbeiterausschüsse eingerichtet werden sollen, auch wenn nur 50 Arbeiter vorhanden sind. Ferner sagte auf Anregung des Abg. Hormann ( fortschr. Vp.) der Minister zu, daß die Verwaltung auf die Lokomotivführer wegen ihres schweren Dienstes weitgehende Rücksicht nehme. Uebrigens zeigten die Penfions= verhältnisse derselben ein durchaus günstiges Bild. Nach furzer weiterer Debatte wurde der Etat der Reichsetsenbahnen genehmigt. Ueber die Gewährung von Veteranenbeihilfen Spiele ist, mag dahingestellt bleiben. Auch die Regierung scheint bereit, noch einige Gesetzentwürfe erledigen zu lassen. Eine Herbstsession kann aber nur zustandekommen, wenn die Regierung sich dazu entschließt, durch ein Notgesez neue Diäten bewilligen zu lassen. Die Herbstsession müßte spätestens am 13. Dezember beendet sein, da dann das Mandat des Reichstags erlischt. Im allgemeinen beurteilt man die Frage, ob es unter diesen Umständen noch zu einer Herbstsession kommen wird, im Reichstage sehr pessimistisc). Die Hamburger Spionageaffäre zieht immer weitere Kreise. Augenblicklich finden Erhebungen in fast allen größeren Küstenstädten der Nord- und Ostsee statt, da man Spuren fand, daß der verhaftete Engländer Schulz zahlreiche Heifershelfer hatte. Es steht fest, daß man es mit einer großen Spionageaffäre zu tun hat. Ein Wechsel im Oberpräsidium der Provinz Sachsen? Dem ,, B. Lot.- Anz." zufolge ist der Oberpräsident der Provinz Sachsen, Hegel, als Nachfolger des demnächst aus seinem Amte scheidenden Chefpräsidenten der preußischen Oberrechnungskammer und Präsidenten des Rechnungshofes des Deutschen Reiches v. Magdeburg ausersehen. Als Nachfolger Hegels nennt das Blatt den Regierungspräsidenten in Potsdam v. der Schulenburg. Jm Oberpräsi dium zu Magdeburg ist von einem Wechsel indessen nichts bekannt. find die neuen Ausführungsbestimmungen dem Reichstage ugegangen. Nach diesen Bestimmungen sind als Kriegsfetlnehmer anzusehen alle Personen des Unteroffiziers- und Mannschaftsstandes, die an dem Feldzug 1870/71 teilgenom= men haben; ferner die an einem von deutschen Staaten por 1870 geführten Kriege zu kriegerischen Zwecken die feindIche Grenze überschritten oder an kriegerischen Operationen teilgenommen haben. Als Kriegsteilnehmer der Marine gelten solche Marineangehörige, die an Gefechten und kriegerischen Unternehmungen in der Zeit vom 1. Februar bis 2. August 1864, vom 15. bis 21. Juni 1866 teilgenommen Haben, ferner die in den Jahren 1870/71 zu den Besayungen bestimmter Schiffe gehörten oder sich bei den nach Frankreich entsandt gewesenen Marineabteilungen befunden haben. Eine unterstützungsbedürftige Lage der Kriegsteilnehmer wegen dauernder gänzlicher Erwerbsunfähigkeit ist als vollendet anzusehen, wenn der Betreffende infolge von Alter, chwerem Stechtum, unheilbarer Krankheit oder anderen Gebrechen dauernd außerstande ist, eine seine Kräften und Fähigkeiten entsprechende Tätigkeit, die ihn zu unterhalten Imstande, auszuüben. Ueber die Bewilligung der Beihil= fen, insbesondere darüber, wer im Einzelfalle als Kriegsfeilnehmer anzusehen ist, entscheidet die Regierung desjentgen Bundesstaates, in welchem der Antragsteller zurzeit der Einreichung seines Antrages seinen Wohnsitz oder dauernden Aufenthalt hat; in Ermangelung eines Wohnfizzes oder dauernden Aufenthaltes die Regierung desjenigen Bundesstaates, dessen Staatsgehörigkeit er besitzt. Die Beihilfen sind in voller Höhe unbeschränkt zu bewilligen. Die Zahlung beginnt mit dem Ersten des Monats, in welchem sie bewilligt wird. Ausnahmsweise kann die Anweisung vom Beginn des Monats ab erfolgen, in dem die Gewährung der Beihilfen nachgesucht worden ist. Die Beihilfen sind monatlich im Voraus zu bezahlen. Soweit sie beim Ableben des Berechtigten aber nicht völlig abgehoben waren, gebühren sie den Hinterbliebenen Familienangehörigen. Rundschau vom Cage. Politisches. Die Mehrheitsparteien des Reichstages wünschen, so erfährt die ,,. G. C." aus parlamentarischen Kreisen, eine Herbstsession, die von Anfang Oktober bis Anfang Dezem ber laufen würde. Wie weit dabei der begreifliche Wunsch, vor die Wähler nicht mit leeren Händen zu treten, im 2) Des Rätsels Lösung. Roman von Ludwig Blümde. ( Nachdruck verboten.) Jm vierten Berliner Reichstagswahlkreise, der ja sicherer Besitz der Sozialdemokratie ist, wird diese es diesmal bei der Ersagwahl für den verstorbenen Abgoerdneten Singer ganz besonders leicht haben. Die Freisinnigen und die Konservativen stellen keinen Kandidaten auf und proflamieren Stimmenthaltung, um Geld und Arbeitskraft für die bevorstehende Neuwahl aufzusparen. Demnach steht dem sozialdemokratischen Kandidaten Büchner nur der Zählkandidat des Zentrums Graf v. Oppersdorf gegen= über. Für die Landtagsstichwahl in Leipzig- Land haben die Nationalliberalen und die fortschrittliche Volkspartei Wahlparolen veröffentlicht. Die Nationalliberalen treten uneingeschränkt für die Wahl des Freikonservativen Feller ein, während die fortschrittliche Volkspartei sich gegen die Wahl Fellers ausspricht und die Stimmabgabe für den Sozialdemokraten freiläßt. Hans zuckte die Achseln und antwortete etwas furz: Rann als Bruder nicht recht darüber urteilen. Man findet mein Schwesterlein allerdings reizend, doch sie ist gar vernünftig und läßt sich nicht gern die Cour schnetden." ,, Ach so! hm, sage' mal, Weihnachten bist Du doch auch in Wedelstein?" " Ich denke woh!!" Ueber den Stand der Enteignungsfrage gab der preußische Landwirtschaftsminister Freiherr von Schorlemer am Dienstag in der Finanzkommission des Herrenhauses eine Erklärung ab, in der er bestätigte, daß die Königliche Staatsregierung fest entschlossen ist, die durch das Gesetz vom 26. April 1886 inaugurierte Ansiedlungspolitik zum Schutze des Deutschtums in den Provinzen Posen und Westpreußen fortzuführen. ,, Na, mir steht ja schon seit zwei Jahren ein längerer Urlaub zu. Werde jedenfalls einen Teil desselben in der alten Stammburg Weihnachten verbringen. Habe ja lange nicht in den heimatlichen Jagdgründen gejagt.- Werde Abrigens Samstag mal mit der Kleinbahn hinüberrutschen. Kostbare Neuerung das!" Auf die Glückwunschtelegramme der Dreibundfürsten zur italienischen Nationalfeter hat der König von Italien in Telegrammen an Kaiser Wilhelm und Kaiser Franz Josef geantwortet. Darin heißt es u. a.:„ Das Bündnis der Völker, die durch Bande se aufrichtiger, gegenseitiger Sympathie vereinigt sind, wird immer eine mächtige Garantie bilden für ihren Fortschritt und den der Welt." Und an anderer Stelle:„ Ich teile das Vertrauen in die Verwirklichung der edlen Rolle des Friedens und des Fortschritts, die unseren Völkern zufällt, und für die ich eine sichere Gewähr finde in der Freundschaft und dem Bündnis, die sie einigen." ,, Darf ich Dir ein Glas Bier anbieten?" fragte der Referendar sich jetzt auch niedersehend.„ Wein oder Kognat habe ich leider nicht auf meiner Bude. Du weißt ja, wie ich mich einschränken muß." ,, Dante, werde heute dem edlen Rebensaft noch alle Chre antun müssen. Machte da gestern die Bekanntschaft bes Grafen Rossau, den Du gewiß kennst. Verflucht vornehmer Mann das. Der bat mich und noch einen Kame= raben, ihm im„ Blauen Stern" ein Stündchen Gesellschaft zu leisten. Der alte Herr soll eine reizende Frau und eine noch reizendere Schwägerin haben, die den Winter auch hier in unserm nachgerade berühmt werdenden WaldStädtchen verbringen wollen." Kleine Nachrichten. Keine Weltausstellung in Paris. Der Gemeinderat von Paris hat einen Beschlußantrag angenommen, in dem die Regierung aufgefordert wird, sich mit dem Plan einer im Jahre 1920 abzuhaltenden Weltausstellung nicht weiter zu befassen, dafür aber Maßnahmen zu treffen, um eine Reihe internationaler Sonderausstellungen veranstalten zu kön= Eine Flottenparade" auf dem Rhein vor dem Kaiser ist gelegentlich des Kaiserbesuches in Cöln am 22. Mat in Aussicht genommen. Es werden daran die gesamten in Cöln vor Anker liegenden Rhekn- und Seeschiffe teilnehmen und zur Mitwirkung auch die oberhalb der Stadt liegenden Boote herangezogen werden. So, so, ich habe den Grafen nur flüchtig gesehen. Er gilt für sehr reich und sehr leichtsinnig." ,, Steht aber dennoch in meines alten Herrn besonderen Gunst. Doch nun erzähle mir von Deinem eigenen Ergehr ein Wort, von Geheimrats, von Jda usw. ulm." - nen. Die Juwelen im Rauchfang. Bei dem General von Brun in Potsdam war kürzlich ein wertvoller Juwelenschmuck gestohlen worden. Bei einem verdächtigen Arbeiter wurde eine Haussuchung vorgenommen. Der gestohlene Familienschmuck fand sich dort im Schornsteine vor. Er war ganz mit Ruß überzogen. Der Stapellauf des großen Kreuzers" H" hat am Dienstag auf der Werft von Blohm& Voß stattgefunden. Der Commandierende General des 8. Armeekorps, General der Infanterie v. Plög, taufte den Kreuzer im Auftrage des Kaisers auf den Namen„ Göben". General v. Göben war früher Kommandant des 8. Armeekorpts. Ein hoffnungsvolles Bürschchen ist der 18jährige Sohn des Oberbuchhalters des großherzoglichen Finanzamtes in München, Alfred Leist. Er entwendete gestern seinem Vater den Schlüssel zum Kassenamt und entnahm dem Schranke 54 000 Marf, mit denen er das Weite suchte. Ein tragischer Unfall hat sich in Barcelona anläßlich eines Stiergefechtes zugetragen. Ein Toreador wurde von einem Stier aufgespießt und eine Zeitlang festgehalten. Seine Verlegungen sind lebensgefährlich. Der Zwischenfall verursachte große Aufregung unter dem Publikum. Einen interessanten Beitrag zur Lösung des Problems der Arbeitsschule hat die Volksschule in Mannheim der Munifizenz der Familie Lanz zu verdanken. Diese stellte den Jugendhorten des Stadtteils Lindenhof eine stattliche Fläche Landes als Hortgarten zur Verfügung. Die Kinder sollen sich dort der Gemüse- und Blumenzucht widmen. Eine Unterkunftshalle und Spielpläße ergänzen die Anlage. Beim Fensterputzen ans der dritten Etage abgestürzt ist Dienstag nachmittag in Berlin eine in der Straßmannstraße wohnende Frau Busch. Sie war dabei beschäftigt, in ihrer Wohnung die Fensterscheiben zu putzen, verlor, als sie sich zu weit hinauslehnte, das Gleichgewicht und stürzte auf die Straße nieder, wo sie mit zerschmetterten Gliedern tot liegen blieb. Der diesjährige Anarchistenkongreß findet am 4. und 5. Junt in Düsseldorf statt. Es sind bei den Anarchisten große Agitationen im Gange, um eine Massenbeteiligung in Düsseldorf zu erzielen. In der rheinischen Kunstmetropole wollen die Anarchisten sich eine umfassende Organtsatton schaffen. Das tat der Referendar denn auch mit einiger Umständlichkeit. Kellnerinnen im Hosenrod. Blattmeldungen zufolge ist in Zittau ein findiger Gastwirt auf eine Idee gekommen, die seinem Lokal dauernd ein volles Haus zuführt. Er hat die Anordnung getroffen, daß in seinem Saale, in dem eine froatische Tamburitzafapelle konzertiert, sämtliche Kellne= rinnen im Hosenrock bedienen. Ein Schutzkleid gegen Radiumstrahlen hat ein Pariser Arzt für Aerzte, die sich vorzugsweise mit der Radiotherapie beschäftigen, angefertigt. Kautschuk, Blei und Wismut finden bei dem eigenartigen Dominogewande, das der Ärzt anzieht, zweckdienliche Verwendung. Als sie dann beide eine Stunde später das alte Giebelhaus, in welchem sich Hans Rabens bescheidene Wohnung befand, verließen, da lag dichter Nebel über den engen, winkligen Straßen, aus dem vereinzelte Laternen wie Jrrlichter aufleuchteten. Auf dem Markte trennten sich die Freunde. Der Referendar lenkte seine Schritte der Neustadt, dem sogenannten Villenviertel, zu, während der Leutnant auf den„ Blauen Stern", ein modernes, vornehmes Hotel, lossteuerte. Ein Ballonunfall, bei dem die Insassen mit dem Schreck davonkamen, ereignete sich in Graubünden. Ein Ballon aus Mailand mit drei Insassen, darunter eine Dame, wurde in die Bündener Berge verschlagen. In 2000 Meter Höhe blieb der Ballon an einem Baume hängen. Die Insassen konnten sich jedoch retten und gingen zu Tal, wo sie Obdach fanden. Drei Kinder erstickt. In einer Mühle bei Trostberg in Oberbayern ließ eine Tagelöhnersfrau ihre drei kleinen Kinder für kurze Zeit unbeaufsichtigt in der Wohnung. Inzwischen geriet der Kinderwagen in Brand und alle drei Kinder erstickten durch Rauchentwickelung. Zweinnddreißig Ertrunkene. Der Dampfer„ Bruce", der den Verkehr zwischen Neufundland und der Kap- Bretoninsel vermittelt, wurde infolge des starken Treibeises aus seinem Kurse getrieben und ist bei Louisburg( Kanada) gestrandet. Es gelang 120 Passagieren und 30 Mann der Besatzung trotz des hohen Seeganges sich zu retten. während 32 Passagiere den Tod in den Wellen fanden. Der Besitzer desselben empfing ihn mit vielen Bücklingen und komplimentierte ihn in einen hocheleganten Salon, wo der Herr Graf Rossau, ein Regierungsassessor v. Renter, Hardis Kamerad v. Waldau und ein paar andere Herren ihn bereits erwartet zu haben schienen. Der Graf, ein hagerer Mann mit fahler Platte und grauem verlebten Gesicht, streckte dem Ankommenden mit wohlwollender Gönnermiene seine mit ein paar funkelnden Diamantringen geschmückte Rechte entgegen und nötigte ihn, Platz zu nehmen. Sofort stand auch vor dem Leutnant ein Seftglas und der hohe Herr setzte seine Erzäh= lung, die er eben unterbrochen, sort. Es war das eigent= lich nichts weiter als eine Prozerei und Renommiſterei in großartigstem Stil. Beständig redete er da von seinem Vetter, dem Erbprinzen so und so, von seiner Tante, der Fürstin Rosenburg, von Hofjagden, von Reiseabenteuern, von seinem intimsten Freunde, dem Könige von Belgien usw. usw. Vermischtes. Ein aufregender Vorfall spielte sich bei Sondern in Westfalen ab. Zwei etwa dreijährige Kinder spielten auf dem Bahnkörper der Eisenbahn, als ein Personenzug die Strecke passierte. Die Maschine und mehrere Wagen gingen über die Kinder hinweg, ehe der Zug zum Halten gebracht werden konnte. Da die Kinder zwischen den Schienen ge= spielt hatten, so blieb das eine vollkommen unverletzt, während das andere nur ganz geringfügige Hautabschürfungen davontrug. Hardi mußte sich, je länger er dem Grafen, um dessen Gunst alles buhlte, zuhörte, desto verwunderter fragen: ,, Wie ist es nur möglich, daß Papa an einem solchen Menschen Gefallen finden kann?- Ja, ja, der gute Papa ist zu arglos, er glaubt eben alles und denkt, jeder haßt die Lüge, wie er selbst es tut." Eine dreifache Mordtat wird von der schlesisch- galizischen Grenze gemeldet: In Nizna herrschte seit langer Zeit zwi= schen den Bauernfamilien Kolankow und Seidel eine erbitterte Feindschaft. Diese wurde noch dadurch verschärft als ein zwischen beiden Parteien schwebender Prozeß zuungunsten Kolankows entschieden wurde. Aus Rache drangen die männlichen Miglieder dieser Familie in die Wohnung der Familie Seidel und schlugen darin mit Arthieben Seidel, dessen Frau und seine Schwiegertochter nieder. Die Mörder sind verhaftet worden. Jedenfalls war dieser hohe Herr, der die schönste Villa von Thalbrücken besaß, enorm reich, besaß sehr vorEin Diamant im Gewicht von 244 Karat ist in den Gruben einer Gesellschaft in Johannesburg gefunden wor= den. Der Wert dieses Edelsteins wird auf 700 000 Mark geschätzt. Der jetzt aufgefundene Diamant ist nur um 36 Karat kleiner als der größte jetzt existierende Diamant, der „ Großmogul", wobei allerdings in Betracht zu ziehen ist, daß der neu gefundene Stein beim Schleifen mehr als ein Drittel verlieren wird. Eine Gehaltszulage von tausend Mart, die der Gemeinberat von Borz in der Rheinprovinz einstimmig seinem Bürgermeister bewilligt hatte, hat dieser mit der Begründung abgelehnt, daß die Regelung seiner Dienstbezüge vor wenigen Jahren in einer durchaus zufriedenstellenden Weise erfolgt sei. Auf Wunsch des Bürgermeisters soll der Betrag zur Gewährung eines Frühstücks an arme Schulkinder und zur Errichtung einer Wanderhaushaltungsschule ver= wendet werden. nehme Verwandtschaft und hatte bei Hofe unlängst noch eine Rolle gespielt. ,, Wie wäre es mit einem kleinen Jeu?" fragte der Graf, die Karten aus einem Etui hervorsuchend. " Ich spiele grundsätzlich nicht mehr," sagte Sardi darauf etwas vorlaut, wie es die anderen dünkte. Ein strafender Blick durch des Grafen Monocle traf ihn, und der Herr Assessor meinte mit spöttischem Lächeln:„ Wenn die Kinder artig sind, kommt das liebe Weihnachtskind." Dann räusperte er sich, nachdem er in das schallende Gelächter der übrigen eingestimmt, rückte seinen goldenen Klemmer zurecht, schlug dem gereisten Leutnant, dem eben eine nicht gerade sanfte Erwiderung auf der Zunge schwebte, träftig auf die Schulter und sagte mit verbindlichem Lächeln:„ Nichts für ungut, Herr Kamerad! Scherz muß cinmal sein. Wollte Sie nicht kränken übrigens fällt mir eben ein, Sie kennen ja wohl den Referendar Raben?" - Ganz genau. Er ist mein bester Freund," entgegnete Hardi sehr kurz. - - Apropos, der junge Herr - ,, So, so, na, freut mich. soll beabsichtigen, sich uns ich meine uns Offizieren vom Landwehrbezirk- zur Wahl zu stellen. Verkehrt ja bei Boltens, und da gilt der bunte Rock viel. Wollte Sie nun einmal. natürlich ganz vertraulich über die Familie Raben ein wenig ausfragen." - ,, Bah, ist nicht meine Sache! Vertraulich?" erwiderte Hardi mit finsterer, mißtrauischer Miene, denn dieser gar zu bewegliche, geschmeidige Herr da vor ihm gefiel ihm nicht, trotzdem die Damenwelt ihn wegen seiner feurigen schwarzen Augen und des hübschen, fast mädchenhaft zarten Gesichts vergötterte.„ Die Rabens", fuhr. er nach lurzer Pause fort, sind die achtbarsten, würdig sten Leute, die man sich denken kann. Bürgerlich sind ste von Geburt, aber adelig von Gesinnung. Der Hans Ra ben würde ein Offizier sein, wie unser König fie brauchen kann: ehrenhaft, tapfer-—“( Forts. folgt.) Der ve Besuche in Pelamuff, Muff verm Kieler Kor alle Stellen lufte benad auf die Gu wurde der auch gefund fallen und räumten Festteilnehn er der Kai dentens feh Der Herr v. Ja mit seinem Jeinen„ Su lizeipräfiber an Herrn v geboren ere nung eines Schubes mit habe. Hoch Ein N liber folgen [ pielt hat: Sonntag no ters, der n Schwarzen tefe. Als Mädchens aufmerksam das Recht Weizen zu einen Poli lien erfolgte Ein R richteten, is Mordtat au liegt und m fallen ist. find der 31j rich, der ge Magdeburg Schwanede. zahlen. Da Geld habe, Ulrich bei G Ulrich einer hängte ihn nur 24 fer Eine T bem vor fu dampfer, jurüdgefehr amt in Br baß es sich furchtbaren Winterszeit find. Der rend eines angefemmer Lichter noch folgte die S pfer her und Lübjen, der ber zweite fich in das ter der Bad len, nachder hatte, ebenf er von den folgten spät Maschinist, gen der Ka bruch flaute daß fie dicht ner ließen frochen bei noch ein M Die Uebrige Schen Bauer den. Späte tehrten von Der Gr Aus Darm Ernst Ludm unerkannt Darmstadt Ist dabei hö er neue Pla wieder allei einen stellu tannte, da tommen wa bald ins Ge blidlich fehr Kaufmann junge Man gefährten, u Glauben zu feinen Dr Kraftausori Draht feine Sanach. Er Draht, den Binte, Pint denn er wi Weiter woll Fragen nich fragte, ob e Chen Drah richtig, daß thit, wozu Ich möchte Kaujmann, Ich so schnell erit eine Draht" w was für ein pie der A das Wort luftigt und Beamten he ein Schneid Kosten des blieb verbli herzog ging ber Hofgefe fchichte schne Der verlorene Muff der Kaiserin. Bei ihrem letzten Besuche in Kiel benutzte die Kaiserin auch einen kostbaren Pelzmuff, der ein Geschenk des Kaisers darstellt. Diesen Muff vermikte die Kaiserin plötzlich, nachdem sie vom Kieler Kornblumentage heimgekehrt war. Sofort wurden alle Stellen, die die Kaiserin besucht hatte, von dem Verluste benachrichtigt, und ein Chauffeur machte sich sofort auf die Suche nach dem kostbaren Pelzwerke. Tatsächlich wurde der Muff, der einen Wert von 6000 Mark hat, denn auch gefunden. Er war der Kaiserin im Gedränge entfallen und lag unter einem Stuhle der noch nicht aufgeräumten Lokalität. 3war ziemlich durch die Füße der Festteilnehmer beschmutzt, aber dennoch unbeschädigt, konnte er der Kaiserin, die über das Wiederauffinden des Andenfens sehr erfreut war, wieder zugestellt werden. Der Jegowator". Der Polizeipräsident von Berlin, Herr v. Jagow, tritt jetzt für den Hutnadelschutz" auch mit seinem Namen ein. Ein Berliner Fabrikant, der seinen Sutnadelschutz" auf den Namen des Berliner Polizeipräsidenten taufen wollte, erhielt auf eine Anfrage an Herrn von Jagow nachstehenden Bescheid:„ Euer Wohlgeboren erwidere ich ergebenst, daß ich gegen die Bezeich nung eines von Ihnen in Handel zu bringenden Hutnadelschutzes mit dem Namen„ Jagowator" nichts einzuwenden habe. Hochachtungsvoll ergebenst Jagow." Ein Negeridyll in Halle. Die„ Saaleztg." berichtet über folgenden Vorfall, der sich kürzlich in Halle abgespielt hat:„ Zur Anzeige gebracht wurde ein Neger, der am Sonntag nachmittag den 12jährigen Jungen eines Arbeiters, der nach Kinderart ein Stückchen Weg hinter dem Schwarzen herlief, mit einem dicen Spazierstock bearbeitefe. Als der Mohr, der in Begleitung eines deutschen Mädchens war, auf das Unzulässige seines Benehmens aufmerksam gemacht und ihm bedeutet wurde, daß er nicht das Recht habe, aus nichtigen Ursachen das Kind eines Weißen zu prügeln, wurde er noch dreist, worauf durch einen Polizeisergeanten die Feststellung seiner Personalien erfolgte. Hoffentlich bleibt der Denkzettel nicht aus!" Ein Raubmord wegen 24 Pfennig. Wie wir berichteten, ist man in Warsleben bei Halle a. S. einer Mordtat auf die Spur gekommen, die fünf Jahre zurüdliegt und welcher der Dekonom Schwanede zum Opfer gefallen ist. Die als Täter verhafteten beiden jungen Leute sind der 31jährige Landwirt Grupe und der Arbeiter Ulrich, der gegenwärtig beim 26. Infanterieregiment in Magdeburg dient. Ülrich wohnte vor fünf Jahren bei Schwanede. Bum Quartalsersten konnte er die Miete nicht zahlen. Da riet ihm Grupe, er solle Schwanede, der viel Geld habe, bestehlen. Während Grupe Wache stand, stieg Ulrich bei Schwanecke ein. Als dieser erwachte, warf ihm Ulrich einen bereitgehaltenen Strid um den Hals und hängte ihn am Bettpfosten auf. Die Verbrecher erbeuteten nur 24 Pfennige. Eine Tragödie auf See. Die fünf Ueberlebenden von bem vor kurzem bei Island gestrandeten deutschen Fischdampfer Brema" aus Bremerhaven sind in die Heimat zurückgekehrt und standen gestern als Zeugen vor dem Seeamt in Bremerhaven. Aus ihren Aussagen ergab sich, baß es sich bei dem Untergang der„ Brema" um eine jener furchtbaren Schiffskatastrophen handelt, wie solche zur Winterszett an der isländischen Küste leider nicht selten find. Der Dampfer Brema" war am 21. Februar während eines schweren Sturmes an der Südküste von Island angekommen. Es war finstere Nacht und es wurden weder Lichter noch Land gesichtet. Gegen 4% Uhr morgens erfolgte die Strandung. Die Wellen stürzten über den Dampfer her und drehten ihn wie einen Kreisel. Der Kapitän Lübsen, der Steuermann Dettinger, der Koch Stegmener, ber zweite Maschinist Jochem und zwei Matrosen retteten fich in das Ruderhaus, während die übrige Mannschaft unter der Bad Zuflucht suchte. Als der erste Maschinist Dirksen, nachdem er die Feuer unter den Kesseln herausgerissen hatte, ebenfalls in das Ruderhaus flüchten wollte, wurde er von den Wellen über Bord gerissen und ertrank. Ihm folgten später de: Kapitän, der Steuermann, der zweite Maschinist, der Koch, sowie ein Matrose, die vor den Augen der Kameraden in die Tiefe sanken. Bei Tagesanbruch flaute der Sturm ab und die Schiffbrüchigen sahen, daß sie dicht unter Land waren. Die halberstarrten Män= ner ließen sich an einem Tau vom Deck hinunter und frochen bei Ebbe auf einen nahen Felsen. Hierbei wurde noch ein Matrose von einer Welle in die Tiefe gerissen. Die Uebrigen schleppten sich an Land, wo sie von isländischen Bauern aufgefunden und gastlich aufgenommen wurden. Später wanderten sie zu Fuß nach Reykjavik und fehrten von dort zu Schiff nach hier zurück. Der Großherzog von Hessen hat keinen„ Draht" bei sich. Aus Darmstadt wird der Inf." geschrieben: Großherzog Ernst Ludwig liebt es, in einfachem Anzug und möglichst unerkannt einsame Spaziergänge in der Umgebung von Darmstadt und besonders im Herrengarten zu machen. Er ist dabei höchstens von einem Künstler begleitet, mit dem er nene Pläne bespricht. Vor einigen Tagen erging er sich wieder allein im Park. Hier traf er einen jungen Mann, einen stellungslosen Kaufmann, der den Großherzog nicht kannte, da er erst vor kurzer Zeit nach Darmstadt ge= tommen war. Der Großherzog kam mit dem jungen Mann bald ins Gespräch und erfuhr von ihm, daß es ihm augenblicklich sehr schlecht gehe, da er kein Einkommen habe. Der Kaufmann hielt den Großherzog auch für einen Leidensgefährten, und der Großherzog tat nichts dazu, ihm diesen Glauben zu nehmen. Im Laufe des Gesprächs betonte der junge Mann, daß nichts unangenehmer sei, als wenn man feinen„ Draht" bei sich habe. Der Großherzog, der diese Kraftausdrücke nicht kannte, wußte nicht, was für ein Draht seinem Begleiter fehle und erkundigte sich schüchtern danach. Er erhielt darauf die klassische Antwort:„ Na, der Draht, den Sie und ich nicht haben. Ich meine natürlich Vinke, Pinke." Nun war der Großherzog um nichts flüger, denn er wußte jetzt wieder nicht, was" Pinke, Pinke" ist. Weiter wollte er sich aber nicht erkundigen, um durch seine Fragen nicht aufzufallen. Als nun der junge Mann ihn fragte, ob er nicht vielleicht ihm auf einige Tage ein bischen„ Draht" borgen könnte, erklärte der Großherzog aufrichtig, daß er feinen Draht bei fich habe. Dabet fragte er th, wozu er denn den Draht augenblicklich nötig habe. Ich möchte mir gerne einen Anzug kaufen, sagte der junge Kaufmann, denn in den schäbigen, den ich anhabe, werde tch so schnell nicht eine neue Stellung friegen. Hab' ich aber erst eine Stellung, dann gebe ich Ihnen bestimmt den " Draht" wieder." Jetzt begriff der Großherzog erst, um was für einen Draht" es sich handelte, und daß es ebenso wie der Ausdruck Pinfe, Pinke" eine Umschreibung für das Wort Geld sei. Er war über diese Geschichte sehr beIuftigt und rief einen vorübergehenden großherzoglichen Beamten heran und befahl ihm, mit dem jungen Manne in ein Schneidergeschäft zu gehen und ihm einen Anzug auf Kosten des Großherzogs machen zu lassen. Der junge Mann blieb verblüfft mit offenem Munde stehen, und der Großherzog ging mit einem freundlichen Gruß schnell fort. In der Hofgesellschaft von Hessen- Darmstadt, wo sich diese Geschichte schnell herumsprach, lacht man noch heute darüber. Der Bod als Gärtner. In einem Cölner Warenhause wurden in der letzten Zeit häufig Diebstähle ausgeführt, ohne daß es gelang, der Spitzbuben habhaft zu werden. Zwei auf der Lauer liegende Angestellte des Hauses faßten nun in einer der letzten Nächte den Dieb ab. Es war ein Wächter der Cölner Wach- und Schließgesellschaft, der den Sicherheitsdienst versah und also in höchsteigener Person als Spitzbube in flagranti ertappt wurde. Eine ganze Anzahl Personen kommen wegen Hehlerei in Haft. In der Wohnung des verhafteten Wächters wurde ein ganzes Warenlager ge= stohlener Gegenstände gefunden und beschlagnahmt. Der unartige Affe in Rosenkavalier". Bei der letzten Aufführung des„ Rosenkavalier" im Münchener Hoftheater hat der Affe, der auf dem Käfig des Tierhändlers sitzt, fich entgegen seiner sonstigen Folgsamkeit sehr unartig be= nommen. Er sprang zu den am Boden liegenden drei adligen Damen herab und nahm einem der drei Fräuleins das Häubchen und die Perücke vom Kopf, um beides verächtlich wegzuwerfen. Die dret Damen waren ob dieses Vortommnisses natürlich sehr erschrocken. Neues von Achilleion. Von den Schwierigkeiten einer kaiserlichen Hofhaltung auf der angeblichen Phäakeninsel macht man sich in der deutschen Heimat sicherlich nicht die richtige Vorstellung. Sämliche Kulturprodukte, Werkzeuge, Maschinen und Komfortartikel müssen ja hierher gebracht werden. Phantastisch hoher Zoll ist auf alles und fedes, was hereinkommt, gelegt, da man auf Korfu keine Steuern, sondern nur Zölle zahlt. Was man hier an brauchbarem Material hat, ist aus Triest, Venedig, Brindisi und Athen. Waren wie Menschen. Das forfiotische Arbeitermaterial ist unglaublich faul und ungeschickt. Man möchte sagen, daß nicht nur die griechische Beitrechnung um 13 Tage nachhinkt, sondern auch vieles andere ebenso rückständig ist. Telegramme vertraut man besser dem englischen Privatkabel nach Athen als dem grie= chischen Amte, Geldbriefe und Postanweisungen am besten niemanden an. Siebzig Personen hat das Achilleton zu beherbergen, nämlich den Kaiser, die Kaiserin, Prinzessin Viktoria Lutse, das Kronprinzenpaar( von Aegypten fommend), über ein Dutzend Gäste und fünfzig Köpfe Personal. Kaiserin und Prinzessin bewohnen wieder im oberen Stockwerk die Gemächer, die einst von Elisabeth von Oesterreich benutzt wurden. Für den Kaiser ist im unteren Stockwerk alles nach seiner Bequemlichkeit und Gewohnheit hergerichtet. Die Decke zwischen dem ersten und zweiten Stockwerk ist durchbrochen, um Platz für eine Treppe zu gewähren, auf der der Kaiser in die Gemächer der Damen gelangen kann, ohne über die große Staatstreppe" gehen zu müssen. Das Kronprinzenpaar muß in Gastzimmern des Schlosses untergebracht werden. Das Achilleion, das den Dimensionen eines mittleren Schweizerhotels entspricht, ist immer noch für den fatser= lichen Haushalt und Hofstaat zu klein. Immer noch, obwohl durch den Aufbau über dem obersten Stockwerk und durch das neue Kavalierhaus nebenan neue Räume geschaf= fen sind. Ein wahres Glück war es, als nach fast verzweifelten Bohrversuchen endlich ein artefischer Brunnen ge= funden wurde, der gutes, felsenfrisches Wasser liefert. Vorher mußte alles Wasser von einem fast 1 Kilometer entfernten Brunnen herbeigeschafft werden. Die Badehäuser für dte kaiserliche Familie sind unten am Strande hergerichtet. Ein prächtiges Eisentor schließt den Part gegen Eindringlinge auch von der Seesette ab. Eine weiße Mole ragt weit in die See hinaus und an threm Ende empfängt ein marmorner Delphin:„ Der lachende Philosoph des Meeres", wie die Kaiserin Elisabeth ihn uinte, die anlandenden Gäste. Das Schloß ist mit der Stadt Korfu( 1½ Stunden Wagenfahrt) nicht nur telephonisch, sondern neuerdings auch durch einen Telegraphendraht verbunden. Elektrische Beleuchtung hatte das Schloß schon zur Zeit der Kaiserin Eltsabeth. Aber bet der Besitzübernahme durch das Hofmarschallamt des Königs von Preußen fanden sich die Leitungen in zerstörtem Zustande vor und mußten durch neue ersetzt werden. Ueberhaupt, was mußte nicht ersetzt werden, und welche Riesensummen hat dieser hellenische Traum" nicht schon gekostet! Die erste Errichtung verschlang 22 Millionen Drachmen( 17 Millionen Mark), d. t. weit mehr als die Bausumme für den Berliner Dom. Dabet dürfte es wohl für viele etwas neues sein, daß das Achilleion in den Jahren 1889/91 aus den Trümmern eines alten venetianischen Bauwerks, der Villa Braila errichtet wurde. Eine Million zahlte der deutsche Katser dafür. Das war ein höchst königItcher Preis. Ein Privatmann hätte es wohl um 800 000 Mark bekommen. Alles, was sich jetzt an Einrichtung im Achilleion befindet, ist neu. Aber auch das Gebäude selbst mußte vom Keller zum Dache eigentlich noch einmal durchgebaut werden, da das ursprüngliche Material sehr viel zu wünschen übrig ließ. Man hat wiederholt die Frage aufgeworfen, ob der kaiserliche Besitz als solcher bei verhältnismäßig so kurzem Aufenthalt die riesigen Kosten rechtfertigt. Diese Frage wird jeder bejahen, der sich dort einmal aufhielt. Denn dort lebt man es ist nicht zu viel gesagt auf einem der schönsten Fleckchen Erde unserer Welt. Es ist ästhetisch genommen schon ein wahrhaft königlicher und faiserlicher Besitz. Attentat auf einen deutschen Offizier. Oberstleutnant v. Schlichting von einem türkischen Soldaten erschossen. Vor der Kaserne vom Jildiz- Kiosk in Konstantinopel schoß am Dienstag ein Militärposten den inspizierenden Oberstleutnant v. Schlichting, einen deutschen Instruftionsoffizier, durch die Magengegend. Der Posten wurde verhaftet. Die Tragödie erregt allgemein aufrichtige Teilnahme. Oberstleutnant von Schlichting steht als Instruk tionsoffizier erst seit zwei Monaten in türkischen Diensten. Bis dahin war er etatsmäßiger Stabsoffizier im ElisabethGarderegiment. Schlichting hatte in Konstantinopel das Infanteriemodellregiment unter seinem Befehl. Dienstag morgen besichtigte er mit dem Divisionär Izzet dieses Regiment. Die Wache trat beim Herrannahen der beiden hohen Offiziere ins Gewehr. Während diese die Wache langsam abschritten, senkte ein Mann der Wache, ein Soldat albanesischen Stammes, sein Gewehr und schoß es ab. Der unmittelbar vor ihm stehende Oberstleutnant v. Schlichting wurde tödlich getroffen. Der Schuß verletzte den Magen und das Rückgrat. Schlichting brach zusammen. Der Attentäter wurde sofort verhaftet. von Schlichting fonnte in das deutsche Hospital transportiert werden. Dort erlangte er sein Bewußtsein wieder. Er diftierte sein Testament und verlangte, mit dem albanesischen Attentäter konfrontiert zu werden. Das geschah. Auf die Frage Schlichtings, warum er ihn töten wollte, antwortete der Albanese, wetl Schlichting thn mißhandelt habe. Auch bei dem weiteren Verhör verblieb der Albanese bei seiner Aussage. Das Kriegsgericht wird den Albanesen heute aburteilen. Die Todes strafe gilt als sicher. Die Posten vom Jildiz- Kiosk haben keinerlei scharfe Munition. Der Generalissimus ordnete sofort eine strenge Untersuchung an zur Feststellung, woher der Posten die scharfe Patrone hatte. Oberstleutnant v Schlichting richtete von seinem Sterbebette aus einen Brief an den Generalissimus, in dem er mit herzlichen Worten für das schöne Regiment dankte, das er ihm anvertraut habe und in dem er die Hoffnung ausspricht, daß dasselbe rüiftig fortschreiten und dem Vaterlande zum Ruhm gereiche! Abends um 6 Uhr ist Oberstleutnant von Schlichting gestorben. Nachmittags erschien der Kriegsminister Generalissimus Mahmut Pascha, begleitet vom Divisionär Hassan Izzet und zwei Adjutanten beim deutschen Botschafter, um das tiefste Bedauern der türkt schen Armee auszusprechen und die Versicherung zu ge ben, daß der Attentäter mit der ganzen Strenge des Ge setzes bestraft werden würde. Nach einer weiteren Meldung erwiderte Schlichting als der Attentäter mit ihm fonfrontiert wurde und auf die Stellen hinwies, wohin Schlichting ihm angeblich mit dem Gewehr wiederholt gestoßen haben sollte, ruhig:„ Mein Sohn, niemals habe ich Dich berührt; ich bin einer Unwahrheit nicht fähig." Tatsächlich erfreute sich Schlichting bei seinen Soldaten weitester Sympathien. Man glaubt, daß der Soldat die Tat begangen hat, weil v. Schlichting ihm bei der Inspektion den Helm gerade gerückt hatte. Die Gattin und die Kinder v. Schlichtings sollten in nächster Zeit in Konstantinopel eintreffen. Zu dem traurigen Vorfall meldet heute noch der Draht: Konstantinopel, 29. März. Die gesamte Presse ist entrüstet über die Ermordung des Oberstleutnants von Schlichting und lobt das ersprießliche Wirken der deutschen Instrukteure. In miliärischen Kreisen erwartet man, daß der Generalissimus Mahmud Scheffet von der Tribüne der Kammer eine feierliche Erklärung abgeben und das Parlament einen Kredit beschließen wird, der wenigstens die materielle Lage der Familie von Schlichtings sichert. Der Sultan hat an den Kaiser ein Beileidstelegramm gerichtet, auch hat der türkische Kriegsminister dem preußischen Kriegsminister seine Teilnahme ausgedrückt. Drabtnachrichten und neuestes. Der russisch- chinesische Konflift. Petersburg, 29. März. Die russisch- chinesische Krise wird, da das Auswärtige Amt durch Chinas Antwort zufrieden gestellt ist, als beendet betrachtet. Allerdings steht die Antwort des Zaren über Chinas Antwort noch aus. Auch aus Wladiwostok liegen beunruhigende Nachrichten vor. In Charbin ist die Stimmung noch sehr erregt. London, 29. März. Dem Reuterschen Bureau" wird mitgeteilt, daß Japan in der letzten Phase des russisch- chinesischen Konflikts entsprechend seiner früheren Stellungnahme in dieser Frage und seinen Wunsch, den Frieden im fernen Osten aufrecht zu erhalten, China wiederum als ratsam nahegelegt habe, den Forderungen des russischen Ultimatums zu willfahren. Eine hervorragende militärische Flugleistung. Samburg, 29. März. Vollständig unerwartet sah man gestern nachmittag gegen 6% Uhr in der Gegend des Wandsbefer Exerzierplates in beträchtlicher Höhe einen Zweidecker mit zwei Personen, der in elegantem Bogen über die Stadt Wandsbek und den Exerzierplay hinwegflog und bald darauf im Glettflug landete. Der Führer des Apparates war Oberleutnant Erler von den Verkehrstruppen in Berlin, sein Begleiter Leutnant Mackenthum vom 144. Infanterieregiment in Meß. Die beiden Offiziere waren um 3 Uhr nachmittags in Döberitz aufgestiegen. Die weite Strecke legten sie also genau in 3% Stunden zurück, also in derselben Zeit, die der schnellste Zug Berlin- Hamburg braucht. Die Landung auf dem Ererzterplate erfolgte, da der Flug nicht angekündigt war, ohne jede Hilfeleistung. Die Strecke Berlin- Hamburg beträgt in der Luftlinie 240 Kilometer. Schwerer Unfall infolge Spielens mit einer Schußwaffe. Berlin, 29. März. Auf einem Ausfluge der Stegliter Gemeindeschule nach Schmöckwitz wurde gestern nachmittag in einem dortigen Restaurant der 14jährige Schüler Kind von einem Kameraden durch einen unglücklichen Zufall mit einem Tesching angeschossen und lebensgefährlich verletzt. Die Gefahren des Flugsports. Berlin, 29. März. Der faiserliche Chauffeur Krieger unternahm gestern auf dem Flugplay Johannistal zum erstenmal auf seinem selbst erbauten Zweidecker einen Flugversuch. Beim Beschreiben einer Kurve überschlug sich der Apparat plöblich zweimal in der Luft und stürzte zu Bo den. Das Flugfahrzeug wurde vollständig zertrümmert, während der Flieger wie durch ein Wunder unverletzt blieb. Paris, 29. März. Während eine Fluges über dem Pariser Vorort Puteaux verunglückte gestern abend der Aviatiker Cei, ein junger Italiener. Cei war in Issy les Moulineaux mit einem kleinen Zweidecker aufgestiegen und hatte in bedeutender Höhe die Häuser von Pouteaux erreicht, als plötzlich der Motor versagte und der Apparat zu finken begann. Obwohl Cei verzweifelte Anstrengungen machte, den Zweidecker zu beherrschen, artete der Gleitflug allmählich in einen Sturz aus und der Zweidecker fiel auf der Rothschild'schen Insel in der Seine nieder, wo er zerschellte. Man fand Cei bewußtlos und schwer verletzt unter den Trümmern. Der Schädel war an mehreren Stellen gebrochen, die Kinnlade zerschmettert und die Füße gebrochen Der Verunglückte starb bald nach seiner Einlieferung ins Spital. Von einem Hunde angefallen und zerfleischt. Berlin, 29. März. Gestern nachmittag wurde das sechsjährige Töchterchen eines Tischlers in Lichtenberg von einem Schlächterhunde angefallen und so entsetzlich zuge richtet, daß es in der Nacht seinen Verlegungen erlegen ist. Die Brandkatastrophe in Neuvork. Frankfurt a. M., 29. März. Wie der rff. 3tg." aus Neuyork gemeldet wird, ergab die Untersuchung, daß viele Arbeiterinnen über die Fluchtmöglichkeit überhaupt nicht unterrichtet waren, viele verstanden fein Englisch. Die herabspringenden Menschen schlugen so massenweise auf das Straßenpflaster auf, daß das Zählen, meist sogar das Sehen unmöglich war. Nur der dumpfe Krach beim Aufschlagen war hörbar. Wären die Mädchen einzeln gesprungen, so wäre die Rettung mittels der Sprungtücher möglich gewesen. Da aber immer mehrere auf einmal, viele mit umeinander geschlungenen Armen herabstürzten, riffen die Matraßen und brachen die Sprungfedern und die die Sprungtücher haltenden Männer wurden niedergerissen. Es wurden Leichen zu fünfen übereinandergehäuft gefunden. Bandel und Gerkebr. Gaffel, 28. März. Schlachtvichpreise. 1. Rinder. A. Ochsen: a) vollfleischige ausgemästete höchsten Schlachtwertes, die noch nicht gezogen haben( ungejocht)( Schlachtgew.) 87-88 M, 6) vollfleischige ausgemästete im Alter von 4 bis 7 Jahren 88-86 M, c) junge fleischige nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 78-82 M, d) mäßig genährte füngere, gut genährte ältere- M. B. Bullen: a) vollfleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwertes 83-84 M, 6) vollfletschige junge 79-82 M, c) mäßig genährte jüngere, gut ge= nährte ältere M. C. Färsen und Kühe: a) vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes 82-85 M, 6) vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 79-80 M, c) ältere ausgemästete ühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen 76-78 M, d) mäßig genährte Kühe und Färsen 78-75 M, e) gering genährte Kühe und Färsen 58-65 M. 2. Kälber. a) DopM, b) feinste pellender, feinster Mast( Lebendgewicht) Mastfälber M, c) mittlere Mast- und befte Saugkälber 55-58 M, d) geringere Mast- und gute Saugkälber 50-52 M, e) geringere Saugkälber 45-48 M. 3. Schafe. Stallmastschafe: Mastlämmer und jüngere Masthammel( Schl.Gew.) 82-85 M. 4. Schweine. a) Fettschweine über 150 Algr.( Schlachtgewicht)-M, 6) vollfleischige von 120-150 Algr. 60-61 M, c) vollfleischige von 100-120 Igr. 59-60 M d) vollfleischige von 80-100 Igr. 57-58 M, e) vollfleischige unter 80 Klgr. M, f) unreine Sauen und geschnittene Eber 52-56 M. IVO PUHONNÝ. Wie diefe Palme das auf der Erde wandelnde Tierreich überragt, fo über. ragen die Pflanzenfette Palmin und Palmona( Pflanzen. Butter Margarine) die tierischen Fette durch ihre Reinheit und Güte. Das beweift am besten der Umstand, daß Palmin und Palmona tierische Fette in der feinen und bürgerlichen Küche immer mehr verdrängen. Palmin zum Kochen, Braten und Backen. Palmona als Brotaufftrich. Wohnung gesucht 3-4 Zimmer in schöner Lage, Nähe Seltersweg, Giessen. Offerten mit Preisangabe unter ,, Fakir" an die Exped. ds. Bl. Einzug Ende April oder Anfang Mai. Günstige Gelegenheit! Brandbeschädigtes Getreide aus dem Genossenschaftskornhausbrande in Fulda herrührend, welches sich zur Schweine, Rindvieb und Geflügelfütterung eignet, liefert à mt. 3.70 per Zentner mit Sack fret an die Bahn Fulda unter Nachnahme, sowie Probezentner stehen zu Diensten. M. Strauss, Johannisstraße 4 in Fulda. Kaufm. Lehrling gesucht für einen Zeitungs- Verlag. Temselben ist Gelegenheit geboten, sich gründlich in den Arbeiten des Verlags auszubilden. Lichtspiele Kolosseum Walltorstr. 38 Gießen Walltorstr. 38 Nenes hervorragendes Programm vom 29. bis 31. März. 1. Englische Seebäder, Naturaufnahme. 2. Der verhängnisvolle Steuersaz, 3. Eine Posse im Bilde. Rachel, eine Geschichte russischer Unterdrückung. 4. Der Gewinner, 5. Eine Komödie. 1 unterbrochenes Telegramm, bürgerliches Drama. 6. Am großen St. Bernhard, Naturaufnahme, 7. Gustav und Guste, sumoreste Gespielt von Md. Marta d'Hervilly und Mons. Cacalis vom Theater de l'Athènée in Paris, 8. Auf ewig verloren, Drama aus der Biebermeterzeit n. Tennysone berühmter Dichtung„ Maud"." 9. Müller als Jäger, Off. unter ,, Verlag" an die Geschäftsstelle dies Blattes. 10. Kalk- u. Marmor- Werke u. Dampfziegelei Telefon 84. Aug. Gabriel jr. Giessen, Telefon 84. la. Qualitäten Massenfabrikationen- Bahnanschluss 4 Groteske, Arizath Die Priesterin d. Tanit. Kolortert Kunstfilm, dargest. v. 1. Künstlern Programmänderung vorbehalten. Umzugshalber ein schöner deutscher Bulldogge billig zu verkaufen. Näheres Villa Klinterfuß Bad Nauheim. Gut in Hessen und Hessen- Nassau zu taufen gesucht. Angebot C. Eisfeller, Mainz. Aromatischer Eisen- Likör Großartiges Nähr- und Kräf tigungsmittel, wohlschmeckend undbekömmlich Flasche Mk.1.50. Otto Schaaf, Giessen Adler- Drogerie Seltersweg 39. Ia. To: fmull, 100 k- Ballen M. 3.20 Nachn. Torfstreu, Wagg. frco. bill. Kalisili kat- Peru Guano Füllhorn- Marke. ,, Melasse- Torfmehl- Futter" 75 kg Sack M. 7.-. Neue Hobelbänke mit Franzöfifcher Vorderzange zu verkaufen. Wilhelm Ulm, Schreiner, Vounkirchen Damen finden Itebeb, diskrete Aufnahme b.FrauRückert, Hebamme, Jdftein im Taunus. Ein mit den Verhältnissen der Stadt und Umgegend gut vertrauter Mann mit. 8eugnissen und f. Raution findet als Einkassierer dauernde Stellung. Off. unter S. 22016 an die Expedition dieses Blattes. ' Rheinisches e Technikum Bingen Maschinenbau, Elektrotechnik, Automobilbau, Brückenbau. Chauffeurkarse. Damen und Herren ist um Heiraten gute Gelegenheit geboten durch Frau Pfeiffer Nachf., Frautfurt a. M. Mainzerlandftr. 711. Ueber vollständige Heilung elnes selt 16 Jahren bestehendem skroph. Ekzema's durch Ihre bekannte Rino- Salbe, Rino- Tee, RineSelfe kann ich Ihnen berichten. Ich sage nicht zuviel, wenn ich behaupte, daß es gegen Ekzema keine bessere Hellsalbe geben kann, als RinoSalbe. Mit dieser Versicherung empfehle ich mich bestens dankend. M., 6. 4. 09. C. St. Diese Rino- Salbe wird mit Erfolg gegen Beinleiden, Flechten und Hautleiden angewandt und ist in Dosen à Mk. 1.15 und Mk. 2.25 In den Apotheken vorrätig; aber nur echt in Originalpackung weißgrün- rot und Firma Schubert& Co., Weinböhla- Dresden. Fälschungen weise man zurück. Polizei- Verordnung. Betreffend den Besuch von Kinematographen- und Tonbild- Theatern durch Kinder unter 14 Jahren. Auf Grund des Artikels 56 der Städteordnung wird nach Anhörung der Stadtverordneten- Versammlung und mit Genehmigung Großh. Ministeriums des Innern vom 17. März 1911 zu Nr. M. d. J. 1 3629 für den Bezirk der Stadt Gießen verordnet, wie folgt: § 1. Kindern unter 14 Jahren ist der Besuch von Kinematographen und Tonbild- Theatern ohne Begleitung eines Elternteiles oder desjenigen, der Elternsteile vertritt, oder eines Lehrers untersagt. Die Vorschrift des Abs. 1 findet keine Anwendung auf Schülervorsteliungen, die als solche öffentlich ange= kündigt sind, spätestens abends 7 Uhr enden und deren Spielplan von dem Großherzoglichen Polizeiamt im Einvernehmen mit der Schulbehörde vorher genehmigt worden istf § 2. Den Besitzern, Inhabern und Leitern von Kinematographen- und Tonbild- Theatern oder deren Stellvertretern ist es verboten, den nach§ 1 untersagten Besuch oder Aufenthalt von Kindern unter 14 Jahren bei Aufführungen zu gestatten. Sie sind verpflichtet, die in ihren Geschäftsräumen verbotswidrig sich aufhaltenden Kinder unter 14 Jahren unverzüglich aus ihnen zu entfernen. § 3. Zuwiderhandlungen gegen vorstehende Anordnungen werden mit Geldstrafe bis zu 30 Mark, die im Falle der Uneinbringlichkeit in Haft umzuwandeln ist, bestraft. § 4. Vorstehende Polizeiverordnung tritt mit dem Tage ihrer Verkündigung im„ Kreisblatt" in Kraft. Gießen, den 22. März 1911. Großh. Polizeiamt. Gebhardt. oie A au je Ite S ni E litikern jeder derdin gen, ungen Volk Supp in de A verme mus auch Schnel wolle verfä Strön 3iele in D reißer Schon G 2 Stärfe Schnel man noch vor Sicher das den sich 2 vertr dahi das, zurü unrü jenje neue Ziel fann gibt. Gen nann neue des wiej des daß gew feine Scheu neu Hor зи dem man hatt hini Stro leich rüd wob Für jeden . Geschäftsmann gibt es Kein Er muss darauf sehen, dass kein wichtigeres Moment als das, sich sein Geschäft immer mehr auszudehnen. Stillstand ist gleichbedeutend mit Rückgang. Tag Das kann aber nur erreicht werden durch unausgesetzte Aufmerksamkeit und Tätigkeit. Kann doch vergeht, in der nicht wenigsteus einige neue Kunden gewonnen werden. ohne Mitteilung das Publikum garnicht wissen, dass man etwas gutes und neues zu liefern hat. der der ein der Un Bri Sch eint ma far tief ral Es ist deshalb notwendig, unausgesetzt sachgemässe Reklame zu machen, wofür die Giessener Zeitung eine gute Gelegenheit bietet, wi un der Sen läu der St Druck der Gießener Verlagsdruckerei, Klein& Fischer. Verantwortlich: Robert Roller, Gießen.