Mittel, nleits en). wesentlichen gefchehen, er fie felbft hält. Als ffigkeit der elegenheiten echt und die Erziehungs. bestimmen, It. Sie hat n, und bei r. A. nd von ein ammenfindet, chen Grund. Tracht. Stauen von g hätten als Siguren fah, Es ist nach dell Paquin. er foll bereits renhelm. Tot et. Individuell Das Gegenstück bestehend, gibt Sür praktische ieren ihn dod Taschen, deren laffen. Sorm der langen erausholen will met ausgeführt tet. P.G. henem, heißem Hochendes Waffer und dann mit n Dorraum vor rwenden. ung Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 pfg. monatlich vierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mt. Erscheint jeden Werktag früh.- Die„ Humoristischen Blätter" Redaktion: liegen wöchentlich einmal gratis bei. Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Herausgeber: Albin Klein& Otto Fischer. Nr. 25. - Telephon: Nr. 362. Enthält alle amfl. Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei- Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Montag den 30. Januar 1911 ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Re flame teil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Gesamtleitung: Albin Klein. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. Um die Würde der Volksvertretung. sinnigen, fie müßten an einem Links liberalen fest legierte aus allen Städten des Gaugebiets erscheinen Auch in diesen Tagen, wo allenthalben im deutschen Lande Kaisers Geburtstag gefeiert wurde und große nationale Gedanken anflingen, kommen wir nicht los vom gewohnten politischen Treiben. Die Parteien sind sich flar darüber, was bei den nächsten Wahlen auf dem Spiele steht. Im ganzen sind etwa 600 Kandidaturen aufgestellt, zirka 130 von den Nationalliberalen, 113 von den Sozialdemokraten und 102 von der Fortschrittlichen Volkspartei. Es folgen dann die Konservativen mit 85, das Zentrum, das es sich leisten kann, mit der Aufstellung in aller Ruhe vorzugehen, mit 55, Wirtsch. Vereinigung und Reformer mit etwa 50, Reichspartei mit 25, Polen mit 16 Kandidaturen, während Welfen, Dänen und Elsässer zusammen etwa 10 Kandidaturen herausgebracht haben. In 80 Kreisen ist noch kein Kandidat aufgestellt, während in 22 Kreisen bereits mehr als drei Anwärter auf die Würde der Volksvertretung in die Arena des politischen Kampfes eingetreten sind. wor= Wann die allgemeinen Neuwahlen zum Reichstage stattfinden werden, ist neuerdings wieder sehr fraglich geworden. Einesteils soll der jetzige Reichstag die wichtigen Angelegenheiten, mit denen er befaßt den ist, aufarbeiten, andernteils wünscht man auf Seiten der Rechten und wohl auch der Regierung, für die Neuwahlen einen Zeitpunkt anzusetzen, der auch der ländlichen Bevölkerung eine möglichst um= fassende Beteiligung erleichtert, und zum dritten möchte man natürlich gerne, daß die Wogen der Verärgerung und der gegenseitigen Verhetzung vor den Neuwahlen sich noch etwas glätten. Ob aber auch die gewünschte Beruhigung eintreten wird, ist sehr fraglich. Wir geben uns auf Grund der gemachten Erfahrungen keinen Illusionen hin. daß man mehr wie sonst die großen Daseinsfragen des Volkes erörtern wird. Vielmehr wird man auf den. angeblichen gegenseitigen Fehlern herumreiten, so daß der Wahlkampf diesmal noch une hrlicher, unsolider wie bisher geführt werden wird. Wie die Wahlen zum Reichstag ausfallen mögen, so ist das eine schon mit Bestimmtheit vorauszusagen, deutsche daß ein Qualitätsparlament, an dem das Volk seine Freude haben könnte, nicht zustande kommen wird. Und doch brauchten wir mehr wie je Männer, flarblickende, großzügige Persönlich= keiten, denen die Lebensfragen des Volkes wichtiger sind, als kleinliches Parteigezänt. Reichstagswahlvorbereitungen. = = ck= * r Gießen, 30. Jan. In der gestern hier im Lenz'schen Felsenkeller stattgehabten gemeinsamen Vertrauensmänner- Versammlung der deutschen und der christlich sozialen Partei, die äußerst zahl= reich besucht war aus den perschiedensten Orten des Wahl freises auch aus Gießen selbst( noch bedeutend zahlreicher als diejenige, in der Köhlers Kandidatur auf gestellt worden war), wurde nach längerer zustimmender Aussprache und Empfehlungen von den verschieden sten Seiten einstimmig und begeistert beschlossen, Herrn Oberlehrer Dr. Werner- Butzbach die Kandidatur der Wirtschaftlichen Vereinigung für den durch P. Köhler's Tod erledigten Reichstagssiz anzutragen. Herr Dr. Werner nahm die Kandidatur an. == Westerburg, 26. Jan. Als Kandidat der Fortschrittlichen Volkspartei für den 5. Nassauischen Wahlkreis ist Pfarrer Freesenius in Essenheim auf gestellt worden. Zur Reichstagsersatzwahl für Gieffen. Der 10. März ist von der Regierung als Wah I- tag für die Reichstags- N a ch wa h I im Kreise GieDie Ben- Grünberg- Nidda nunmehr bestimmt worden. Wahlschlacht kann also beginnen, d. h. die Befehdung der bürgerlichen Parteien nimmt nun erst recht ihren Anfang. Eigentlich wäre ja jede Agitation überflüssig. Man könnte einfach die Stimmzettel verteilen und übermorgen wählen lassen, dann fäme im großen und ganzen dasselbe heraus wie nach 6 Wochen. Aber es wäre feine Schlacht, es ginge ohne Verletzung ab und das ist bei dem demokratischen Wahlrecht die Hauptsache; der Kandidat, der Gewählte, das Vaterland, das Wohl des letzteren ist Nebensache. Also los. Je mehr die bürgerlichen Agitatoren in ihrer schrecklichen Verblendung die kleinlichen Gegensätze schlecht machen, dem gegneri schen bürgerlichen Kandidat am Zeug flicken, um mehr steigen die Aussichten des Sozialdemokraten, schon im ersten Gang eine enorm hohe Stimmenzahl zu er= halten. Vorgestern erzählte uns ein Anhänger der Freiso halten, sonst würde schon ein Teii ihrer Wähler gleich So im ersten Gang rot wählen. Das ist Wahrheit. siehts im Herzen der demokratischen Freisinnigen aus, sie sind republikanisch gesinnt, mögen sie es noch so laut mit dem Munde leugnen. Und unsere Beamten schaft? Sie gründet in Butzbach im Bunde mit Sozialdemokraten einen Konsumverein, sie wählte in der Stichwahl zu Friedberg teils gar nicht, teils sozialdemofratilch, ein höherer Beamter ist aus dem Vorstand der nationalliberalen Partei dieser Tage ausgetreten, weil ihn dieser zu weit rechts steht. Wahrlich traurige beschämende Verhältnisse in Hessen! Nicht ein Dutzend Beamte hat mehr Mut, sich als Männer mit konservativer Weltanschauung zu bekennen und offen für den Bauernstand, den Mittelstand und deren Vertreter einzutreten. Lokal- Nachrichten. Gießen, den 30. Januar. -e Gießen, 30. Jan. Am 16. und 17. Juli 1911 hält hier der Oberh. Bienenzüchterverein seine 50. Wanderversammlung ab. Gleichzeitig wird mit der Wanderversammlung eine Ausstellung lebender Völk! r, bienenwirtschaftlicher Geräte und, falls das Jahr 1911 ein gutes Honigjahr wird, eine Honigausstellung mit Honigverkauf verbunden werden. -b- Gießen. Gestern Sonntag hielt der Verein für Sterbeunterstützung, welcher nunmehr in das 6. Geschäftsjahr eintrat, im Restaurant Sauer seine diesjährige General- Versammlung ab. Dieselbe hatte einen ziemlich guten Besuch aufzuweisen. Um 4 Uhr eröffnete der Vorsitzende, Herr Seidewand, die Sigung mit furzer Begrüßung und gab u. a. bekannt, daß im Laufe des Jahres 19 Personen gestorben sind; ferner, daß 6 Mitglieder ausschieden und 45 Neuaufnahmen erfolgten. Dem nachher vom Rechnungsführer zur Verlesung gebrachten Bericht ist zu entnehmen, daß der Verein während seines Bestehens 101 Sterbefälle hatte und Reservefonds von 12 282,33 Mt. abgeschlossen wurde, hierfür 27 270 Mt. auszahlte, ferner, daß mit einem und daß der Verein einen Bestand von 1507 Mitgliedern aufweist. Dem Rechnungsführer wird Decharge erteilt. Zu Punkt 2( Festsetzung des Sterbegeldes)- gab der Vorsitzende zunächst eingehende Erläuterungen. Die anschließende längere Debatte endigte mit dem Beschlusse, das Sterbegeld bei dem bisherigen Satz, 270 Mark, zu belassen. Die im 3. Punkt vorgesehenen Neuwahlen ergaben die Wiederwahl der alten Vorstandsmitglieder: Seidewand als 1. Vorsitzender, Bruchhäuser als Kassierer, Bonarius als Schriftführer und die Neuwahl des Herrn Heinrich Noll zum 2. Vorsitzenden. Zu Beisitzern wurden die seitherigen Herren Reitz, Beckmann und Diehl wiedergewählt. Der Aufsichtsrat setzt sich zusammen aus den wiedergewählten Herren Müller, Rieß, Wißner und den neugewählten Herren Rühl und Fourier. Punkt 4( Verschiedenes) entfesselte eine längere Debatte über das Eintrittsgeld und endigte mit dem Beschluß, es bei dem bisherigen Satze bewenden zu lassen. Schluß der Sitzung 5.45 Uhr. * Heuchelheim, 29. Jan. Die Tabakfirma von Rinn u. Cloos hat jetzt in Brockerode die 27. Fabrik gekauft. Wetzlar, 30. Jan. Durch Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 28. April 1910 werden die Reichskassenscheine zu 50 und 20 Mark, sowie die zu 5 Mt. 1. Ausgabe, vom 1. Jan. 1911 ab nur noch von der Preuß. Kontrolle der Staatspapiere in Berlin eingelöst. * Wetzlar, 30. Jan. Regierungsbaumeister Schoffenhauer von Ragnit in Ostpr. ist als Nachfolger des Baurats Stiehl nach hier versetzt worden. * Wetzlar, 29. Jan. Nach der im Hess. Regier ungsblatt Nr. 18 von 1897 veröffentlichten Konzessionsurkunde hat der hessische Staat sich ausdrücklich das Recht vorbehalten, die Biebertalbahn unter bestimmten Bedingungen zu erwerben. Die Abtretung der Bahn kann bereits nach Ablauf von 15 Jahren vom Tage der Betriebseröffnung von dem Staate gefordert werden. Die Zeitungsnachrichten, wonach es ist Hessen nicht möglich sei, die Biebertalbahn unter gewissen Voraussetzungen durch den Staat zu übernehmen, sind also unzu= treffend. -b- Das schöne Wetter, welches uns der gestrige Sonntag bescherte, lockte Alt und Jung ins Freie. Ueberall konnte man Spaziergänger beobachten. Einige Veranstaltungen in der Stadt hatten infolgedessen einen schwächeren Besuch aufzuweisen. -h Wetzlar, 30. Jan. Hier findet am 5. März eine Wanderversammlung des Rhein- Main- Gaues im Verbande Deutscher Handlungsgehilfen statt, zu der Dewerden. -n Dutenhofen, 30. Jan. Gestern nachmittag kurz vor 5 Uhr wollte der auf Bahnhof Gießen be= schäftigte Rottenführer Müller von hier, verheiratet und Vater mehrerer Kinder, seine Arbeitsstätte verlassen, wobei er von einem Rangierwagen erfaßt und fahren wurde. Er war sofort tot. Den Hinterbliebenen bringt man größte Teilnahme entgegen. über= 0= Vom Dünsberg. Die diesjährigen Holzversteigerungen ergaben bei den Gemeinden durchweg höhere Preise als im Vorjahr. Buchenscheite kosteten 11 bis 12 Mark und Buchenknüppel 10 Mt. per Raummeter. Sehr begehrt waren die Werkholzstämme für Glaser und Schreiner, welche 60 Mark per Festmeter erzielten. = 0= Kölschhausen, 30. Jan. Durch das eingetretene Tauwetter sind die Straßen sehr schmutzig ge= worden. Besonders befindet sich der Weg von hier nach Ehringshausen durch die schweren Lastfuhrwerke für Fußgänger in einem fast unpassierbarem Zustande. Ein origineller Schuhmacher kam nun auf den Gedanken, Ehringshausen per Rad über die Wiesen zu erreichen. Da aber seine Kraft nicht ganz dazu ausreichte, spannte er einen großen Hund davor, und nun ging es mit vereinten Kräften über den weichen Wiesenboden dahin. Wir konnten leider nicht in Erfahrung bringen, ob er mit diesem Stückchen die Zugkraft seines Hundes ausprobieren oder ob er gegen die schweren Lastfuhrwerke demonstrieren wollte. Friedberg, 28. Jan. Ein Streit ist um die 1000 Mark entbrannt, die bei dem Spießgesellen des Bombenattentäter D. Wingeß gefunden worden sind. Durch mehrfache Arreste ist die Geldsumme jeder Ver= fügung entzogen, solange, bis das Gericht darüber entscheidet, wer Eigentümer des Geldes iſt. * Herborn, 29. Jan. Der Feuerwehrtag für den Bezirk Wiesbaden und die damit verbundene Ausstellung finden am 8., 9. und 10. Juli hier statt. Friedberg, 30. Jan. Am Mittwoch fand die Entlastungsprüfung der Klasse 1b des hiefigen Lehrer- Seminars ſtatt. diger Buchbinder hat beschlossen, die Preise der Buch= - Frankfurt. Die Freie Vereinigung selbstänbinderarbeiten um etwa 20 Prozent zu erhöhen. * Frankfurt a. M., 29. Jan. Außer den roten, blauen, grünen und Silber- Radler- Instituten beleben seit neuerer Zeit noch die„ Gold- Radlerinnen" unser StraBenbild. - Hungen, 27. Jan. Der Bezirksvorstand hat in Verbindung mit dem Vorstand des Kriegervereins von Trais- Horloff als Tag des in diesem Jahre in TraisHorloff stattfindenden Bezirkskriegerfestes den 2. Juli festgesetzt. Mainz, 29. Jan. Um 32 000 Mark war die Bezirkssparkasse Oppenheim von den Mainzer Erben Haas auf die Gewährung einer Hypothek verklagt worSen. Die Bezirkssparkasse hatte s. 3. die Hypothek gewährt und den ganzen Betrag an den verstorbenen in Konkurs geratenen Notar Hubert in Oppenheim ausgezahlt. Hubert aber zahlte nur einen kleinen Teil des Geldes an die Erben Haas, während er den größeren Teil für sich behielt. Die Bezirkssparkasse weigerte sich nun, den übrigen Teil der Hypothek an die Erben Haas zu zahlen, da sie die volle Hypothek schon an den Notar Hubert gezahlt hatte. Das Landgericht Mainz verurteilte die Bezirkssparkasse Oppenheim zur vollen Zahlung der Hypothek an die Erben Haas. Die Bezirks= sparkasse hat gegen das Urteil Berufung eingelegt beim Oberlandesgericht in Darmstadt, die gestern kostenfällig verworfen wurde. -n- Griesheim, 30. Jan. Am Sonntag, den 12. Februar, nachmittags 3 Uhr findet hier eine Delegierten Versammlung des Mittelrheinischen Verbandes ev. Arbeitervereine statt. Darmstadt, 30k Jan. In einer hier abge= haltenen Versammlung des Hansabundes gerieten Freisinn und Nationalliberale hart aneinander. Ein Rechtsanwalt aus Groß- Gerau drohte mit dem Austritt zahlreicher Freisinniger aus dem Hansabund, wenn der Bund nicht mit aller Entschiedenheit sich gegen den nationalliberalen Kandidaten und für den freisinnigen Kandidaten im Wahlkreise Darmstadt- Gr.Gerau erkläre. Das ist ein deutlicher Beweis, daß der Hansabund nichts anderes darstellt, als eine Schutztruppe für die Besorgung der Wahlgeschäfte des Freisinns. Der Hansabund wird auf diese Weise den Wahlfreis totsicher wieder der Sozialdemokratie in die Hände spielen. -m- Alsheim, 29. Jan. Am 6. Februar begehen die Eheleute Rudolf Müller 1. das Fest der diamantenen Hochzeit. Der Jubilar ist 83., die Jubilarin 88 Jahre alt. Fünf Tage Zuwachssteuerdebatte. Die Steuer in zweiter Lesung angenommen. mit Ruhe entgegensehen zu können. Daß die Seuche tort unten noch schlimme Opfer fordern wird, ist kaum zu bezweifeln. Das bringt schon die Lebens- und Wohnungsweise der Bevölkerung mit sich, vor allem das Zufam= menhausen mit den Ratten. In dieser Beztesung hat die Pest in Indien ein für Europäer beruhigendes und lehrreiches Beispiel gegeben. In Städten, in denen die Krankheit furchtbar hauste, blieben die Europäer von ihr verschont, und wenn man die eingeborene Bevölkerung in Quartiere überführte, in denen das Rattenungeziefer nicht herrschte, so war auch die eingeborene Bevölkerung geschüßter. Der Kampf gegen die Krankheit charakte hert sich damit zum Teil auch als ein Kampf gegen die Ratten. Im übrigen besteht eine Anweisung des Bundesrats zur Bekämpfung der Pest, die im Jahre 1902 erlassen wuide. Am Mittwoch sollte nun endlich die zweite Lesung des Reichsbesteuerungsgesezes, über der ein Unglücksstern zu walten scheint, zu Ende gehen. Aber noch waren diejenigen Bestimmungen zu erledigen, die Staatssekretär Wermuth, der gleich als erster Redner auf den Plan trat, als die Angelpunkte" des ganzen Gesetzes bezeichnete: die rückwirlende Kraft, der Wegfall des Grundstücksumsatzstempels und der Termin des Inkrafttretens des Gesetzes, das heißt furz gesagt: der Ertrag. Infolgedessen hielt es der Staatsfekretär, wie erwähnt, für angebracht, noch einmal seine ganze Beredsamkeit aufzubieten, an die mit dem Gesez verbundenen Etatsforderungen für den Heeresbedarf und für die Veteranen zu erinnern, für die die Aufhebung des Umsabstempels vor dem 1. April 1914 einen ausreichenden Betrag nicht sicherstellen würde. Er wies darauf hin, daß es fich um einheitliche Vorausberechnungen, um die Durchführung eines Gesamtplanes für die nächsten drei Jahre handelt. Im gleichen Sinne sprach Graf Westarp als fonservativer Redner, und auch der nationalliberale Sprecher Dr. Weber wie der des Zentrums Dr. Jäger erklärten, sich von der Notwendigkeit eines längeren Fortbestehens des Umsatzstempels nun doch überzeugt zu haben. Auch der Abg. Dr. Arendt von der Reichspartei stimmte ihnen zu. Wenn man überhaupt finanzielle Erwartungen an das Geseb knüpfen wolle, so müsse man wenigstens vorläufig auch das zweite Drittel des Umsatzstempels beibehalten; freilich konnte Dr. Arendt auch hier seinen Pessimismus nicht unterdrücken, indem er meinte, daß der Stempel bei dem geringen Effekt der Zuwachssteuer wohl sobald überhaupt nicht wieder fortfallen werden. Die rückwirkende Kraft wurde bis zum 1. Januar 1911 bemessen. Eine recht hartnäckige Debatte entspann sich beim§ 55, der dem Bundesrat das Recht gibt, um Steuerhinterziehun= gen vorzubeugen, einzelne Teile des Gesetzes außer Kraft zu setzen und Verordnungen zu erlassen, die dem Reichstag nachträglich vorzulegen sind. Hiergegen wandte sich insbe sondere der Abg. Dr. Weber, der dem Bundesrat einen Spiegel seiner Sünden bei der Ausführung des Talonsteuergesetzes, des Branntwein- und des Schecksteuergesetzes vorhielt. Auch vom Abg. v. Savigny vom Zentrum wurde davor gewarnt, dem Bundesrat gesetzgeberische Vollmachten, die dem Reichstage zustehen, in die Hand zu geben. Der Staatssekretär und sein Unterstaatssekretär wehrten sich heftig gegen diese Vorwürfe. Nach der Debatte wurde der Paragraph dem Wunsche der verbündeten Regierungen entsprechend angenommen. Rundschau vom Cage. Politisches. hischen interrichtsverwaltung bereitwillig anerkannt, daß die Volksschullehrer an sich ein durchaus schätzenswertes Material für diese Pesehung der Schöffen- und Geschworenenbank bilden. Der Ausschluß 1om Schöffen- und Geschworenendienst solle in feiner Weise eine Zurüdsezung oder Geringshägung bedeuten, lediglich sachliche Erwägungen fänen dafür in Betracht. Ein Lob der Reichsfinanzreform sprach der württembergische Finanzminister gestern bei der Beratung des Hauptfinanzetats im württembergischen Landtage aus. Der Minister betonte: Wer die Zukunft des Reiches auf die direkten Steuern basieren wollte, würde damit einen Weg einschlagen, dessen abschüssige Bahn direkt auf den Einheitsstaat zuführt. Er halte sich für verpflichtet, um so nachdrücklicher darauf hinzuweisen, als schließlich die Steigerung der direkten Steuern des Landes auch ihre Grenzen haben müsse. Wenn die württembergische Regierung gegen die Reichsfinanzreform auch noch Bedenken gehabt hätte, so müsse doch anerkannt werden, daß eine gute Reichsfinanzreform der eigenen Finanzreform den Weg gebahnt habe. Niemand könne bestreiten, daß der Wohlstand des ganzen Landes im ganzen genommen größer sei als je zuvor. Bei§ 56a beantragten die Sozialdemokraten und die Volksparteiler Streichung aller Befreiungen. Das Zentrum will nur die des Landesfürsten und der Landesfürstin bestehen lassen. Bei der Abstimmung über die Abgabenfreiheit des Landesfürsten und der Landesfürstin ist die gleiche Parteigruppierung wie bei der vorigen Abstimmung vor einigen Tagen, nur stimmen die Polen, die damals den Saal verlassen hatten, mit, und zwar für die Abgabenfreiheit. Als Schlußparagraphen beantragten die Sozialdemo= fraten die Aufhebung des Zündwarensteuergesetzes zugleich mit Infrafttreten des Zuwachssteuergesetzes. Für den Antrag der Sozialdemokraten stimmten nur noch die Volkspartei. der Antrag wurde abgelehnt. amit war die zweite Lesung des Zuwachssteuergesetzes erici. Das Geses soll am 1. April 1911 in Kraft treten. In der siebenten Abendstunde begann man dann noch die zweite Lesung des Reichsbesteuerungsgesetzes, die un= ter der Gunst der vorgerückten Zeit schnell und glatt er= ledigt wurde. Zum Beschluß wurde dann noch auf Antrag des Ako: Beck- Heidelberg( natl.) mit Rücksicht auf die in zahircimen Petitionen gegebenen Anregungen die Fernfprechgebührenordnung an die Budgetkommission zurückverwiesen. Jin Interesse der wissenschaftlichen Fortbildung der Lehrer hat der ationalliberale Abg. von Campe im preuzischen Abgeords tenha se fangenden Antrag eingebracht: Die Königliche E atsr- gierung wird ersucht, im Interesse des Volksschulwens inrichtungen zu treffen, durch welche B- fsschullehrern eine bessere Möglichkeit zu ihrer wissenschaftlichen Forth'dung an preußischen Universitäten zum Zwecke der Vorbereitung für den Dienst an Mittelschulen, in der Leitung von Volksschulen, in der Lehrerbildung und Schulaufsicht gewährt wird." Für die Reichstagserfahwahl in Allenstein- Rössel an Stelle des verstorbenen Bentrumsabgeordneten Hirschberg hat, der„ Allenst. 3tg." zufolge, das Zentrum den Landgerichtsrat Austen- Allenstein als Kandidaten aufge= stellt. Polnischer Kandidat ist Pfarrer BarczewskiBraunswalde. Die Wahl findet am 27. Februar statt. Ueber die holländische Küstenverteidigung, die beson= ders in Frankreich und England die Gemüter so heftig bewegt hat, sind die Würfel gefallen. Am Mittwoch hat die holländische Regierung die Vorlage über die Küstenbefestigung in unveränderter Form mit Einschluß der Befestigung Vlissingens wieder eingebracht. Das weitere Schicksal der Vorlage hängt vom Parlament ab. Das Ministeriam wird die Vertrauensfrage stellen. In einem Schreiben des Papstes an den Kardinal Fischer, das gestern veröffentlicht worden ist, wird erklärt, die Theologieprosessoren der staatlichen Universitäten seien zwar von der Leistung des Antimodernisteneides entbunden, seien aber moralisch verpflichtet, ihn als die ersten zu leisten, sonst sei ihre Lehre nicht gerade verdammenswert, aber es zeige sich, daß sie Kirchengegnern folgen, die behaupten, dieser Eid sei gegen die menschliche Würde und Freiheit der Wissenschaft. Die Bischöfe sollten bei der Absetzung der Pfarrer, die den Eid nicht leisten, keine Angst vor den weltlichen Behörden zeigen. Keine Pestgefahr für Europa. Angesichts der aus China so bedrohlich klingenden Nachrichten über die Pest darf um so eher die Frage nach der Größe der Gefahr auch uns beschäftigen, als der äußerste Often durch den Schienenweg der sibirischen Bahn mit unserem Weltteil und unserer Kultur jetzt eng verknüpft ist. Der Leiter des Berliner hygienischen Instituts, Geheimrat Flügge, hat einem Mitarbeiter des B. Lot.- Anz." gegenüber sich über die Situation ausgesprochen und er hat dies in einer Weise getan, die durchaus beruhi= gend wirken muß. Der Gelehrte äußerte: Bei der Einbringung des französischen Kriegsbudgets in der Deputiertenkammer wies der Berichterstatter auf die Notwendigkeit hin, die Fortschritte der Industrie und die Entdeckungen nukbar zu machen, was neue Ausgaben bedinge, namentlich auf dem Gebiete der Funkentelegra= phie, der Luftschiffahrt und Flugtechnik; weiter wird auf das Anwachsen des Kriegsbudgets in Frankreich und in Deutschland hingewiesen und hervorgehoben, daß Frankreich Deutschland nur nachgeahmt habe und sich sogar noch weit hinter ihm halte. Das Kriegsbudget für 1911 erfordert im Vergleich zum Vorjahre ein Mehr von 28 Millionen. In der Budgetkommission des Reichstags gab gestern Staatssekretär von Tirpitz Erläuterungen über den Unfall des Unterseebootes„ U 3" und schilderte eingehend die Rettungsarbeiten. Er erwähnte, daß die Insassen des Turmes genau auf der Stelle gefunden wurden, die ihnen ihre Tätigkeit nach den Manöverrollen zuweist. Die Besorgnis, daß durch den Schienenstrang, der uns heute direkt mit den von der Pest heimgesuchten Gebieten verbindet, die Gefahr einer Verschleppung und Uebertragung vermehrt ist, erscheint mir nicht zutreffend. Die Erfahrung spricht dagegen, daß Epidemien wie Cholera und Best dem Schienenweg zu folgen pflegen. Fast ausnahmslos geschieht die Uebertragung im kleinen Verkehr vom Menschen zum Menschen. Bei der Pest ist dies noch ausschließlicher der Fall als bei der Cholera, da bet dieser die Möglichkeit einer explosionsartigen Verbreitung durch das Wasser vorliegt, wie wir dies in Hamburg erlebten. Bei der Pest aber kommt die Uebertragung nur durch unmittel= bare Berührung in Frage. Auf Grund dieser Erfahrungen sind wir vollständig gerüstet, um der weiteren Entwicklung Der Famillenschmuck der Wallutjeffs. 16) Eine Kandidatur Bassermann. Die Vertreterversammlung des nationalliberalen Vereins für den Wahlkreis Saarbrücken nahm einstimmig der Vorschlag einer Kandidatur Bassermann an, so daß die Proflamierung dieser Kandidatur des nationalliberalen Führers ge= sichert ist. Im amerikanischen Senat ist auf Veranlassung der staatlichen Einwanderungskommission ein Gesezentwurf eingebracht worden, der die Bestimmungen über die Einwanderung verschärft und die volle Verantwortung für die Einwanderung von Ausländern den Schiffahrtsgesellschaften auferlegt. Die Vorlage sieht schwere Strafen und sogar Beschlagnahme der Schiffe vor für den Fall, daß Ausländer gesehwidrig ausgeschifft worden sind. Ueber Heer und Marine als Schule der Erziehung zur Männlichkeit schreibt der„ Hannov. Courier", indem er des Unterseebootsunglücks gedenkt: Und wenn das Unglück auch wieder zu„ antimilitaristischen" Rodomontaden ausgebeutet wurde man wird damit herzlich wenig Anflang finden: die Heldentaten des Kommandanten und seiner Getreuen, die Ruhe und Disziplin, in der die anderen ihre Rettung erwarteten, sie haben von neuem gezeigt, daß unser Heer, wenn es auch mehr und mehr ein Instrument des Friedens wird, eine Schule der Erziehung zur Männlichkeit ist, für die noch keine andere Schulform gefunden ist und der ein sehr beträchtlicher Anteil an den deutschen Erfolgen auf allen Gebieten zugesprochen werden muß. Darum wollen wir an dieser Erziehungsschule nicht rütteln lassen. ( Nachdruck verboten.) Kriminalroman von Freifrau G. v. Schlippenbach. ,, Aber natürlich, kommen Sie gleich nach unserer Anfunft in Neuyork. Mutter und ich, wir werden uns freuen, Sie begrüßen zu können. Bleiben Sie in Neuyork?" „ Ich hoffe es," entgegnete White mit mehr Wärme, als er selbst wußte,„ doch wäre es leicht möglich, daß ich die Stadt verlassen und wo anders hin muß." „ Nun, ich bin überzeugt, daß es Ihnen bei uns ge= fellen wird," rief Mabel eifrig, nirgends fühlt man sich so frei, wie in der amerikanischen Republik, nirgends ist man so weitherzig. Vorrechte der Geburt und Standesvorurteile gibt es da nicht, erst die Arbeit gewährt die Achtung der Retenmenschen. Reichtum gilt erst dann, wenn Tüchtigkeit damit verbunden ist." Kleine Nachrichten. Der kleinste deutsche Bundesstaat ist nach dem Ergeb nis der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 das Fürstentum Reuß ä. 2. Es hat im letzten Jahrfünft um 2013 Ginwohner zugenommen und zählt jetzt deren 72 616, und zwar 34 695 männliche und 37 921 weibliche. Das Ostseebad Heiligendammt wurde bet der gestrigen Zwangsversteigerung an einen Herrn Glühenstein aus Hamburg für 1 500 000 M verkauft. Eine heftige Influenzaepidemie herrscht in Salzburg, In den letzten zehn Tagen sind tausend Personen von der Krankheit heimgesucht worden. Die Aerzte sind außerstande, den an sie gestellten Anforderungen gerecht zu werden. Von 8000 Mitgliedern der allgemeinen Arbeiterkrankenunterſtüßungskaffe sind rund 34% an Influenza erfrankt Die Forderung der Zulassung von Volksschullehrern zu dem Amte eines Schöffen und Geschworenen ist bekanntlich auch in der Strafprozeßkommission des Reichstages von neuem erhoben worden. Erwähnenswert ist die Erklärung, die von der preußischen Unterrichtsverwaltung abgegeben worden ist. Die preußische Unterrichtsverwaltung bittet, die Frage der Heranziehung der Volksschullehrer zum Schöffen- und Geschworenendienst nicht als eine Standesfrage aufzufassen, denn um eine solche handele es sich keineswegs, vielmehr werde auch von der preuDie schönen Augen Miß Lionels blizten freudig auf. Sie war reizend in ihrer Begeisterung. Robert White fühlt: wieder das verwandte Element in sich; seine Lebensansichten deckten sich mit denen der jungen Dame. Er sagte es ihr, und sie gerieten in ein Gespräch, das sie in lebhaftem, anregendem Austausch ihrer Gedanken erhielt. Ich habe mich noch gar nicht nach der Hauptsache, nach Ihrem Befinden erkundigt," sagte White.„ Geht es Ihnen heute besser?" „ Ja, der Doktor meint, daß ich nach drei Tagen aufstehen darf. Es ist auch die höchste Zeit, denn ich entbehre hier unten in der Kabine die frische Luft, die mir Bedürfnis ist," antwortete Mabel. raden die Hand. Dann ging er auf Deck; rauchend und in tiefes Sinnen versunken, schritt er auf und ab. und gedro leben un Bolizei, ef für feine diefer felbf Bei de jet Albers lafende lang es nig Die Errichtung einer zweiklassigen Frauenschule haben, die städtischen Körperschaften in Danzig beschlossen. Die Schule soll an die bestehende zehnklassige städtische höhere Töchterschule, angegliedert werden. Lehrgegenstände sind besonders: Hauswirtschaftslehre, Handarbeit, Kinderpflege, Erziehungslehre und Erweiterung der Allgemeinbildung. Von einer phantastischen Trauung einer Miß Sheiton im Luftschiff in einer Höhe von 800 Metern wird aus Teras berichtet. Die Trauung des jungen Paares fand über den Wolfen statt. Nach der Trauung legte die ganze Gesellschaft noch 35 Meilen in der Luft zurück und stieg dann nieder, um in einem Hotel das Hochzeitsdiner einzunehmen. ,, Diese Bekanntschaft wird mir von unberechenbarem Nuken sein," dachte der Geheimpolizist. Ich komme dadurch mit der guten Gesellschaft von Neuyork in Berührung. Ich vermute, daß Meyer nach dem Verkauf des Schmudes versuchen wird, eine Rolle zu spielen; aber vielleicht können Wochen vergehen, ehe ich ihn in der Riesenstadt auffinde. Das erste, was ich tun muß, ist zum Leiter der Neuyorker Detektivpolizei zu gehen und ihn zu bitten, mir einen seiner findigsten Angestellten zu überlassen. Mit dessen Citskenntnis und Hilfe werde ich bald erfahren, ob Meyer in der Stadt ist oder nicht." Und als White sich erhob, um sich zu verabschieden, sagte sie, ihm die Hand zum Abschiede reichend: Bitte, tommen Sie bald wieder, es plaudert sich gut mit Ihnen." Dieses Mal drückte er ihr nur wie einem guten KameTod in de verkohlt au zum Teil Gine 2 von Maria Familie& allein befa birge und weigerte fi Behörden, fchickte. G Sohnes fir Gine Warschau termilch u jowie Uhr Das Geheimnis der alten Kommode. In Edesheim int der Rheinpfalz hat der Tünchermeister Habermehl in einer ersteigerten alten Kommode 4000 M gefunden, auf deren Herausgabe ihn jetzt die Erben eines Gutsbesitzers verflagt haben, aus dessen Nachlasse die alte Kommode stammt. Ein Massenausbruch von religiösem Wahnsinn wird aus den Kreisen Tiraspol und Ananjem im russischen Gonvernement Cherson gemeldet. Der Urheber ist ein Mönch namens Innofenti. Infolge seiner fanatischen Predigten sind in den letzten Tagen 10 Bauern an religiösem Wahnfinn ins Irrenhaus eingeliefert worden. Auf einen Eisenbahnzug geschossen wurde auf der Strecke Löwenberg- Sigersdorf in Schlesien. Die Kugel durchschlug ein Wagenfenster und verletzte einen jungen Mann sehr schwer, sodaß er ins Krankenhaus transportiert werden mußte. Jeden Tag verbrachte White jetzt einige Stunden in dem kleinen Salon bei Miß Lionel. Er las ihr vor, lachte und plauderte mit ihr, sie fanden gegenseitiges Wohlgefallen an ihrer Gesellschaft. So schnell und scheinbar leicht sich die Bekanntschaft der beiden jungen Leute angeknüpft hatte, so war doch White zu sehr Gentleman, um irgend einen Nutzen für sich persönlich daraus zu ziehen, auch wenn das Wesen der Amerikanerin weniger achtunggebietend gewesen wäre. Es lag feine Spur von Gefallsucht in ihrer Art und Weise, vielmehr eine herve Jungfräulichkeit, die eine gewisse Grenze zog, die nicht überschritten werden durfte. Dabei sprach Mabel in einer ruhigen, schlichten Art über manches Thema, das sonst in der Unterhaltung von jungen Europäerinnen ängstlich vermieden wird. Ein gefährlicher Erpresser wurde in Leipzig festgenommen. Der Mann, ein 50 Jahre alter, bereits wiederholt vorbestrafter Maler, hatte an mehrere dortige Familien, darunter einen Professor, hohe Geldforderungen gerichtet ,, Weiß Gott," dachte Robert White oft,„ Miß Lionel ist gerade so, wie ich mir immer das Ideal der Frau vorgestellt habe. Glücklich der Mann, der einst ihre Liebe gewinnen wird." Ein Seufzer begleitete diese Worte. betrat sie nach einigen Tagen das Deck und nahm auf einem der bequemen Schiffsstühle Play. Man näherte sich ihr und erkundigte sich nach ihrem Befinden. Reisende auf einem Schiff sind wie eine große Familie, man schließt sich leichter aneinander, als auf dem Festlande. Auch White hatte schon in der kurzen Zeit recht viele Bekanntschaften gemacht und Näheres über Mitreisende erfahren. Er fand das Leben auf der„ Virginia" sehr angenehm und freute sich, daß er es so gut getroffen hatte. Mabel war ein halbes Jahr in Paris bei Bekannten gewesen. Nun tehrte sie in ihre geliebte Heimat und zu ihrer Mutter zurück, an der sie mit findlicher Zärtlichkeit hing. Auf die starken Arme ihres Freundes gestützt so nannte Mabel Robert, wenn sie an ihn dachte - ,, Wissen Sie, wer Miß Lionel ist?" fragte ein alter Herr, ein Neuyorker Kaufmann, eines Tages Robert. „ Eine ebenso schöne als liebenswürdige junge Dame," entgegnete White lachend. ,, Und nebenbei eine der reichsten Erbinnen von Neuyork," sagte der Kaufmann, ein gewisser Mr. Kirkmann. Unsere jungen Leute helen sich zahlreiche Körbe von ihr; sie scheint sehr mählerisch zu sein." White tat, als ob ihn das gar nicht interessierte, aber ein Gefühl der Enttäuschung beschlich ihn. Bejtraj cin ichöne Geldstrafen len Gepfl Schöffenger lichen Herr wegen Mil Warum sind Sie heute so ganz anders wie sonst, Mr. White?" fragte ihn Mabel. Sie sagen etwas ab= seits von den übrigen Reisenden. Das Meer war unruhig, seine mächtige Brust hob und senkte sich, das Wetter, das bisher gut gewesen war, schien umzuschlagen. „ Fürchten Sie sich vor der Seekrankheit?" nedie Mas bel ,,, ich werde Sie dann pflegen, ich bin seefest." " Ich auch," entgegnete White, und er schüttelte seine Verstimmung gewaltsam ab, sich bemühend, heiter und unbefangen zu erscheinen. Mart, weg den Milchy stellt, daß d v. 5. Waff eine Gefäng von 350 0 einer Gefä ten, wenn auf die höc vermögensf wohl faum worden ist. Die B im Prozeß prochenen den zu eine Angeflagter die wegen Strafe veru Verschieden als ganz v Das scharfe Beobachtungsvermögen der jungen Ame rifanerin ließ sich aber von dieser Maste nicht täuschen. ,, Er hat einen stillen Kummer," dachte sie, und das Mitleid schlich sich in ihr Herz. Sie war bemüht, ihn zu er heitern. ( Fortsetzung folgt.) Emein eine im 84 aus Bouro geftrigen S sie für tot Frankreich infolgedes man sie a wollte, so Als gester den Deckel tote Lebens ganz munt aus der di Bett, wo später, und geschlossen. die Aerzte Totenschein nen Wissen ficheren Fe Die 5 Meldungen uni 8 Uhr Ende. Es an dem di fnüpft wur ogenannte Edhaffott der Gefäng der Verurt fonen bei. Die G ginelle He erlebten d berger Ed jawimmer der Veran die anwe ihre Kunj jenden Sto ten später icherten ve Recht dazu men" eins zwar für S Mertw Strausberg Jahre alte Maurers V gebrüdtes holt, er we n Schwinde, auffinden. in der Näh den Leichna tändig ein fidh offenba Critiden zu Die T geriajt von Kindertrag dreizehnjäh nele" gefch Jahre Tebte rateten On eine Fabri Der entlasie sehr übel, tommen, a haben. 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Es gelang der Polizei, einem der Kinder zu folgen, die von dem Mann für seine Botengänge benutzt wurden und dadurch konnte dieser selbst festgenommen werden. Bei dem Brande einer Gastwirtschaft in Grünenthal jet Albersdorf in Holstein wurden 15 in einem Raum schlafende Arbeiter von dem Feuer überrascht. Einem gelang es nicht mehr, das Freie zu gewinnen und er fand den Tod in den Flammen. Seine Leiche wurde später völlig verkohlt aus dem Schutt gezogen. Die 14 anderen erlitten zum Teil erhebliche Brandwunden. Eine Bande bewaffneter Räuber überfiel in der Nähe von Marsala auf Sizilien das Schloß der millionenreichen Familie Genzy, in dem sich der Sohn mit Bediensteten allein befand. Die Räuber schleppten den Sohn ins Gebirge und verlangten 30 000 Lire Lösegeld. Die Familie weigerte sich, das Lösegeld zu zahlen und verständigte die Behörden, die zwei Infanteriebataillone ins Gebirge abschickte. Sie fonnten aber nur die Leiche des ermordeten Sohnes finden. Eine weibliche Anarchistenbande überfiel gestern in Warschau den reichen Antiquitätenhändler Abraham Muttermilch und raubte ihm die Brieftasche mit 1400 Rubeln jowie Uhr und Kette. Aus den Gerichtssälen. Bestrafte Milchpauscherei. Die Milchpanscherei scheint ein schönes Stück Geld einzubringen, denn selbst hohe Geldstrafen sind nicht imstande, die Panscher von ihren üblen Gepflogenheiten abzuschrecken. Vor dem Solinger Schöffengericht hatte sich wieder einer dieser unverbesserlichen Herren, ein Befiber aus Wald, der schon viermal wegen Milchfälschung bestraft worden ist, zuletzt mit 350 Mart, wegen desselben Vergehens zu verantworten. Bei den Milchproben hatte der Nahrungsmittelchemiker festge= stellt, daß der Milch, die der Angeklagte geliefert hatte, 16 v. H. Wasser zugescht war. Der Amtsanwalt beantragte eine Gefängnisstrafe von einem Monat und eine Geldstrafe von 350 Mart. Das Gericht fah jedoch noch einmal von einer Gefängnisstrafe ab, erkannte aber, um dem Angeklag= ten, wenn möglich, endlich die Pauscherei zu verleiden, auf auf die höchste zulässige Strafe von 1500 Mark oder im Unvermögensfalle 300 Tage Gefängnis, ein Urteil, wie es wohl faum wegen Milchverfälschung jemals ausgesprochen worden ist. Die Berliner Krawallprozesse haben mit dem gestern im Prozeß wegen der Streifkrawalle auf dem Wedding ge= sprochenen Urteil ihr Ende erreicht. Zwei Angeklagte wurden zu einem Jahre, einer zu neun Monaten, die übrigen Angeklagten zu einem bis fünf Monaten Gefängnis und die wegen Beleidigung Angeklagten zu 50 und 100 M Geldstrafe verurteilt. Ein Angeklagter wurde freigesprochen. Verschiedene Strafen wurden durch die Untersuchungshaft als ganz oder teilweise verbüßt erachtet. Vermischtes. Scheintot in den Sarg gelegt. Die Witwe Papet, eine im 84. Lebensjahre stehende Rentnerin, starb, wie aus Bourges in Frankreich gemeldet wird, in der vorgestrigen Nacht in ihrer Wohnung. Menigstens hielt man sie für tot. Ein Arzt stellte den Totenschein mit der in Frankreich nun einmal üblichen Beschleunigung aus, und infolgedessen wurde der Körper der Frau eingesargt. Da man sie aber in Varis in einem Erbbegräbnis beisetzen wollte, so wurde für den Transport ein 3infsarg bestellt. Als gestern der Klempner gerade damit beschäftigt war, den Deckel des Metallfarges zu verlöten, gab die Scheintote Rebenszeichen von sich und fing bald darauf sogar an, ganz munter zu plaudern. Man entfernte sie schleunigst aus der düsteren Umgebung und legte sie wieder in ihr Bett, wo sie bald vollends zu sich kam. Eine Minute später, und der Sar hätte sich für immer über die Witwe geschlossen. In weitesten Kreisen herrscht Entrüstung über die Aerzte, die mit einer grenzenlosen Leichtfertigkeit Totenscheine ausstelien, ohne die ihnen von der modernen Wissenschaft an die Hand gegebenen Hilfsmittel zur sicheren Feststellung des Todes anzuwenden. Die Hinrichtung der japanischen Verschwörer ist nach Meldungen aus Tokio am Dienstag erfolgt. Sie begann uni 8 Uhr und erreichte erst um 3 Uhr nachmittags ihr Ende. Es war nur ein einziger Galgen errichtet worden, an dem die Verurteilten einer nach dem andern aufge= fnüpft wurden. Die Delinquenten wurden zuerst in die ogenannte Sünderzelle gebracht, von wo man sie auf das Schaffott schleppte. Der Urteilsvollstreckung wohnte nur der Gefängnisdirektor, ein Gefängnisarzt, die Verteidiger der Verurteilten, einige Richter und wenige fremde Personen bei. Die Schwimmlonfurrenz der Stadträte. Eine ori ginelle Ueberraschung, die nicht auf dem Programm stand. erlebten die Zuschauer auf dem Schwimmfest des Heidelberger Schwimmklubs„ Neckar", nämlich ein Stadtrats= jd, wimmen. Ein Gönner des Vereins stiftete während der Veranstaltung 100 M unter der Bedingung, daß auch die anwesenden Stedträte zum Schluß des Programms ihre Kunst im Schwimmen zeigten. Und die drei anwesenden Stadträte besonnen sich nicht lange; wenige Minuten später schon staken sie in den Badehosen und plät= scherten vergnügt im Wasser. Und sie hatten auch das Recht dazu; hatten sie doch mit ihrem Stadtratsschwim men" einen richtigen„ blauen Lappen" erworben, und zwar für Wohltätigkeitszwecke. In Merkwürdiger Selbstmord eines Elfjährigen. Strausberg bei Berlin verschwand vor 2 Wochen der 11 Jahre alte Sohn Wilhelm des in Berlin wohnhaften Maurers Wolff. Der Knabe zeigte in der letzten Zeit ein gedrücktes Wesen und äußerte zu Schulkameraden wiederholt, er werde sich ein Leid antun. Falls er einmal verschwinde, werde man ihn in einer Erdhöhle als Leiche auffinden. Tatsächlich entdeckte ein Arbeiter letter Tage in der Nähe der städtischen Mühle unter einem Erdhügel den Leichnamt des Knaben. Der Körper war fast vollständig eingegraben. Der jugendliche Lebensmüde hatte sich offenbar in das Erdreich verkrochen, um den Tod durch Ersticken zu finden. Die Tragödie eines Waisentindes. Jm Leichenschaugericht von Warwickshire in England kam gestern eine Kindertragödie, wie sie in Gerhart Hauptmanns„ Hannele" geschildert ist, zur Verhandlung: der Selbstmord der dreizehnjährigen Anna Farmer. Seit seinem vierten Jahre lebte das verwaiste Kind im Hause seines verheirateten Onfels. Im November wurde sie zur Arbeit in eine Fabrik geschickt, aber schon wenige Tage später wieder entlassen. Man nahm der kleinen Anna das zu Hause sehr übel, und sie tat ihr Bestes, anderswo Arbeit zu be= fommen, aber kein Mensch wollte das schwächliche Kind haben. Am Mittwoch wollte sie der Sohn ihres Onkels zwingen, ihm die Schuhe zu reinigen, und als die Kleine sich sträubte, schlug sie der junge Lümmel. Die Frau des Onfels warf sie nun aus dem Hause und sagte ihr, sie solie sich nicht unterstehen, heimzukommen, ohne Arbeit gefunden zu haben. Hunger und Kälte trieben jedoch die Kleine am Abend wieder in das unfreundliche Heim, wo sie mit bösen Worten empfangen wurde. Da lief das Kind verzweifelt in die Nacht hinaus, und am Morgen wurde seine Leiche aus dem Kanal gezogen. Der Wahrspruch des Leichenschaugerichtes lautete auf„ Selbstmord im Zustande temporärer Geistesverwirrung." " Ein Fell von Aussag auf der Insel Fünen. Die Lepra, die bekanntlich im Altertum und Mittelalter Tausende von Opfern forderte, ist auch heute in Europa noch nicht ganz ausgestorben, und namentlich in den nordischen Ländern wird noch dann und wann ein Fall von Ausfaz gemeldet. In Svendborg auf der Insel Fünen ist dieser Tage ein Fall von Aussatz festgestellt worden. Die Frau eines Telephonarbeiters mußte vor einiger Zeit wegen Gliederschmerzen und eines Hautausschlages an den Füßen und Unterschenkeln ärztliche Hilfe in Anspruch neh= men. Der Arzt glaubte aussahähnliche Symptome feststellen zu können, und der Fall wurde an das Sanitätsfollegium in Kopenhagen berichtet. Der Spezialarzt für Hautkrankheiten, Professor Dr. Ehlers, der sich ganz besonders dem Studium des Aussages gewidmet hat, begab sich sofort nach Svendborg und konstatierte, daß tatsächlich Aussatz vorliegt. Es wurden sofort umfassende Verhaltungsmaßregeln zur Jelierung der Kranken in einem Hause außerhalb der Stadt getroffen, und man hofft, verhindern zu können, daß die gefährliche Krankheit weiter um sich greift. Die ertrankte Frau stammt aus Island, wo Fälle von Aussatz nicht zu den Seltenheiten gehören. Der Einbruch im Pfarrhose. In Oberndorf am Neckar fuhr der Stadtpfarrer Brinzinger früh morgens um 4 Uhr plötzlich aus dem Schlaf empor und sah einen Mann vor seinem Bett stehen, der leise zu ihm sagte:„ Pfarrer, ich brauche Geld! Keinen Lärm machen! Kein Licht anzünden; sonst sind Sie des Todes!" Troy allen Schredens rasch besonnen, erwiderte der Stadtpfarrer: Ich habe den Kassenschlüssel nicht bei mir, ich muß ihn erst holen." Dem in der Dunkelheit nicht erkennbaren Einbrecher scheint dies eingeleuchtet zu haben, er ging mit dem Stadtpfarrer in die Studierstube hinaus, wo das Geld verwahrt war; der Pfarrer aber sprang in ein angrenzendes drittes Zimmer und rief seinem auf demselben Korridor schlafenden Vikar und zum Fenster hinaus den gerade gegenüber wohnenden städtischen Polizeiwachtmeister zu Hilfe, die beide die Rufe hörten und sofort erschienen. Der Einbrecher hatte daraufhin sofort die Flucht ergriffen und war im Dunkel der Nacht unerkannt entkommen. Der Polizeihund Tell aus Stuttgart hat ihn aber dann im Gasthause zur Sonne, einer Wandererherberge, herausgefunden. Es ist ein junger Schlosser, der zu Tode erschrak, als der vierbeinige Polizist auf ihn zufam. Deutsche Ingenieure für türkische Dienste gesucht. Vom türkischen Ministerium der öffentlichen Arbeiten werden für das laufende Jahr Ingenieure für den Wegebaudienst gesucht. Gefordert wird Kenntnis der französischen Sprache und praktische Betätigung im Wegebaufach. Als Monatsgehalt werden je nach der Vorbildung 2500 bis 3500 Piaster, das sind 460 bis 640 Mark, angeboten. Meldungen sind an die Direktion für Brücken und Chausseen im Ministerium der öffentlichen Arbeiten in Konstantinopel zu richten. Bisher erfreuten sich französische Wegebautechniker einer besonderen Bevorzugung in der Türkei. Ratsam ist, die Beschäftigung nur auf Grund eines Vertrages zu übernehmen. Es wäre erwünscht, wenn deutsche Diplomingeniuere und Regierungsbaumeister bei solchen Arbeiten im Auslande mitwirkten. Sie würden dadurch nicht allein ihren eigenen Blick erweitern, sondern auch zur Förderung des Deutschtums im Auslande beitragen. Ein böser Schaltsstreich. In Altlußheim bei Schwetzingen spielte ein Zigarrenarbeiter in der Hamburger Lotterie. Ein Spaßrogel, der seine Hoffnungen kannte, sandte dem Manne einen fingierten Brief, er habe 33 000 Mark auf seinen Losantel gewonnen. Bei der Rheinischen Kreditbank in Ludwigshafen sei das Geld zu erheben. Der Gewinner verließ sofort die Fabrik und lief nach Hause, um seiner Frau das große Glück mitzuteilen, mußte sich aber dann vor Aufregung ins Bett legen, und das war ganz gut. So machte er wenigstens weiter keine Dummheiten, wie sein Bruder und Lospartner, der zunächst seiner Braut den Laufpaß gab, weil er jetzt eine Reichere haben könne, und dann in's Wirtshaus ging, um ein Fest zu veranstalten. Als die Wahrheit endlich herauskam, wollte er sich in seiner Verzweiflung den Schädel einrennen. - Musikfreundinnen. A.: Wie hat Ihnen dergestrige Kammermusifabend gefallen?" B.:„ Ich habe von dem ganzen Konzert nichts gehört neben mir saßen zwei Damen, die sich die ganze Zeit davon unterhielten, wie sehr sie die Musik lieben." Aus dem Reiche der Technik. Eine epochemachende Erfindung. Ein amerikanischer Ingenieur hat eine neue Erfindung gemacht, die es ermöglicht, Schiffe in voller Fahrtgeschwindigkeit sofort zu einer Gegenbewegung zu bringen. Die betreffende Erfindung wird direkt unter der Kommandobrücke ange= bracht und kann von dem Kommandanten selbst bedient werden. Dank dieser neuen Erfindung soll es möglich sein, die Kollisionsgefahr bedeutend zu vermindern. Nach den stattgehabten Probeversuchen haben die Schrauben so= fort bei vollster Geschwindigkeit durch Anwendung des neuen Apparates aufgehört, sich zu drehen und in entgegengesetzten Sinne zu wirken begonnen. Die Ueberheizung der Wohnungen. Nach einem häufig mißbrauchten Muster könnte man du Satz prägen: Sage mir, wie du heizest, und ich sage dir, wer du bist. Nicht nur mit Bezug auf den einzelnen Menschen und seine förperlichen Gewohnheiten und Bedürf= nisse, sondern auch nach ganzen Völkern ist das Verhalten in der fünstlichen Erwärmung der Wohnungen verschic= den. Man braucht sich in den Provinzen und Ländern nur nach den Ofen und ihrer Einrichtung umzusehen, um wichtige Anhaltspunkte wie für das Klima auch für die dort lebenden Menschen zu gewinnen. Bisher ist nun scheinbar noch niemand auf den Gedanken verfallen, eine Feststellung dahin zu versuchen, mit welcher mittleren Wohnungstemperatur die Leute in den einzelnen Ländern durchschnittlich auskommen. Da mit der Statistik so viel gearbeitet wird, könnte man sich wohl auch auf eine solche jedenfalls nübliche Abschätzung einlassen. Einzelne Ziffern dieser Art liegen übrigens doch schon vor, wenn sich auch ihr Wert nicht recht prüfen läßt. So behauptet ein Fachmann im Medizinischen und Chirur gischen Journal" der Stadt Boston, daß ein gehistes Zimmer in England, wenn es dem Behagen der Bewohner entspricht. nur etwa 15% Grad Celsius hat, in Amerifa bin= gegen mehr als 24 Grad. Dieser Unterwyled at, wie jes der zugeben wird, der einige Wärmeempfindlichkeit besitzt, canz außerordentlich groß. Nun wird ein Kenner der Physik und Hygiene freilich einwenden, daß mit der Gegenüberstellung solcher Temperaturziffern noch nicht alles nesagt ist, da für das Wärmegefühl der Grad der Luftfeuchtig feit von größtem Einfluß ist. Bei Berücksichtigung dieses Punftes wird der Unterschied zwischen Amerikanern und Engländern aber noch größer. Der Mensch braucht selbstverständlich einen gewissent Feuchtigkeitsgrad der Luft, und je wärmer diese ist, desto mehr Feuchtigkeit braucht er. Nun ist aber in den Vereinigten Staaten und in Kanada die Luftfeuchtigkeit im Durchschnitt überhaupt schon geringer, als beispielsweise in England, und es ist daher ganz töricht, seine Wirkung durch verstärktes Heizen noch mehr herabzuseben. Die eng= lischen Hygieniker gehen so weit, zu behaupten, daß der Gewöhnung an feuchte Luft das gute Aussehen ihrer LandsTeute, die helle Gesichtsfarbe und die glatte Saut zu verdanken sei, obgleich sie dafür freilich eine stärkere Neigung zu rheumatischen Erkrankungen in Kauf aehmen müssen. Daß die Amerikaner die Heizung der Wohnungen in ganz unvernünftiger Weise übertreiben wird am besten an der Tatsache gezeigt, daß die Feuchtigkeit in ihren Woh= mungen oft nur halb so groß ist wie in der Wüste Sahara. Die Folgen lassen sich von den Aerzten leicht nachweisen, denn es gibt gewisse Sorten von Katarrhen, die man ge= radezu als amerikanische Nationalkrankheiten bezeichnen kann. Vielleicht steht wenigstens teilweise die leberhandnahme der Quacksalberei und der Patentmedizinen in Ame= rifa auch damit in Zusammenhang. Gewiß werden auch nach der anderen Richtung viele Fehler gemacht. Eiskalte Schlafiimmer, zugige Korridore und feuchtkühle Wohnzimmer sind ebenso wenig als gefund zu bezeichnen. Arme Leute brauchen sich überdies vor einer iteberheizung ihrer Wohnungen infolge der hohen Kohlenpreise nicht in acht zu nehmen. Wer aber nach seinem Behagen leben kann, der sollte sich sagen, daß ein zu starkes Heizen, namentlich wenn nicht durch regelmäßiges und ge= nügendes Oeffnen der Fenster oder andere Ventilation für einen Ersatz der Feuchtigkeit gesorgt wird, den Grund zu vielen Erkrankungen legt. Drabinachrichten und neuestes. Eine Stiftung für die Akademie der Künste. Berlin, 26. Januar. Geheimer Kommerzienrat Arnhold hat der Akademie der Künste 500 000 Mark zum Aufauf eines Terrains in Rom vor der Porta Pia und dem Bau von Atelterhäusern auf diesem Gelände zur Verfügung gestellt. Mit dem Rompreis ausgezeichnete Stipendiaten sowie andere junge Künstler sollen Gelegenheit haben, längere Zeit sorgenlos in Rom zu arbeiten. Deutsche Lokomotiven für Frankreich. Chemnitz, 26. Januar. Die sächsische Maschinenfabrik Hartmann hat von der französischen Ostbahn den Auftrag zur Lieferung von Lokomotiven im Werte von zwei Millionen erhalten. In der Notwehr erschossen. Neisse, 26. Januar. Im hiesigen Stadtwäldchen suchte ein Kupferschmiedegeselle sich einer Dame, die sich in e- gleitung eines Mannes befand, zu nähern. Der Begleiter der Dame gab einen Revolverschuß auf den Gesellen ab, der ihn sofort tötete. Schwer bestrafte Unvorsichtigkeit. Crossen a. D., 26. Januar. Die hiesige Straffamt= mer verurteilte den 14jährigen Eigentümerssohn Schulze aus Jähnsdorf, der aus Unvorsichtigkeit seine 13jährige Schwester erschossen hat, zu 10 Tagen Gefängnis. Rachcaft von Wilderern. Breslau, 26. Januar. Der Oberförster Adam Kledos wurde auf einem Gute bei Neu- Radomsk in Rußland, als er beim Abendessen saß, durch ein Fenster von Wilde= rern erschossen. Ein Schüler als Lebensretter. Tiefenbach( Niederbayern), 26. Januar. Hier hai ein 11jähriger Schüler ein auf dem Gise eingebrochenes Mädchen mit großer Klugheit und Geistesgegenwart voi dem sicheren Tode des Ertrinkens gerettet. Er legte fich auf die dünne Eisdecke und froch auf dem Bauche, einen Rodelschlitten vor sich herschiebend, bis zu der Eingebroche nen heran. Das Mädchen konnte den Rodel erfassen und der Knabe zog es an diesem glücklich aus dem Wasser, vorsichtig wieder auf dem Bauche zurückkriechend. Unschädlich gemachte Mädchenhändler. Nom, 26. Januar. Unter dem Verdacht des MädchenHandels wurden in Rom zwei Russen verhaftet, in deren Begleitung sich eine Frau und ein junges Mädchen befan= den. Sie waren im Besitz von Fahrkarten, um in den nächsten Tagen nach Argentinien abzureisen. Die Leiche eines Afrikaforschers gefunden. Paris, 26. Januar. Der Leichnam des ersten Europäers, der bis Timbuktu vordrang, des 1826 dort erschlage= nen englischen Afrifaforschers Laing, ist von einem franzö= fischen Offizier auf Grund von Ueberlieferungen der Eingeborenen einen Meter tief unter einem Baum gefunden worden. Die Best breitet sich in China in erschreckender Weise aus. O Paris, 26. Januar. Einer Meldung aus Pefing zufolge breitet sich die Pest im Innern Chinas in erschreckender Weise aus. In Fudiansjan sind der Seuche in der letzten Woche angeblich 2776 Menschen erlegen. Der internationale Gerichtshof in Tientsin hat seine Sibungen abgebrochen, da die Richter vor der Pest geflohen sind. Auch aus Pefing flüchten die Europäer. Gharbin, 26. Januar. Die Dörfer, die als Pet herde gelten, sind auf einen weiten Umkreis abgesperrt. Am 24. Januar befanden sich hier 1552 Personen in Bechachtung, darunter zwet Europäer. In den letzten 24 Stun den sind 39 Personen der Senche erlegen. Handel und Verkebr. Cassel, 25. Januar. Schlachtvichpreise vom 24. Januar. 1. Rinder. A. Ochsen: a) vollfleischige angemästete höchsten Schlachtwertes 83-85 M, b) vollfleischige ausgemästete im Alter von 4 bis 7 Jahren M, c) junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 75-78 M, d) mäßig ge= nährte jünge, gut genährte ältere 68-73 M. B. Bullen: a) vollfleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwertes 77 bis 78 M, b) vollfleischige junge 75-76 M, c) mäßig genährte jüngere, gut genährte ältere 66-68 M. C. Färsen u. Kühe: a) vollfleischige ausgemästete Färsen höchst. Schlachtwertes 80-82 M, b) vollfleischige ausgemästete ühe höch sten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 74-76 M, c) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere ühe und Färsen 66-71 M, D) mäßig genährte Kühe und Färs sen 55-60 M, e) gering genährte Kühe und Färsen 48-52 M. 2. Kälber.( Lebendgewicht.) a) Doppellender, feinster Mast 3. b) feinste Mastkälber- 3, c) mittlere Masts und beste Saugfälber 54-56 3, d) geringere Mast- und gute Saugfälber 48-50 3, e) geringere Saugfälber 42 big 47. 3. Safe. A. Stallmastschase: a) Mastlämmer und jüngere Masthammel 78-80 M, b) ältere Masthammel, ge ringere Mast lämmer und gut genährte junge Schafe 73 bis 75 M, c) mäßig genährte Hammel und Schafe( Merz schafe) M. 4. Schweine. a) Fettschweine über 150 Kilogr -M, 6) vollfleischige von 120-150 Rilogr. 66-68 M. c) vollfleischige von 100-120 Kilogr. 64-65 M, d) vollfleischige von 80-100 Gifvar. 62-63 M, e) vollfleischige unter 80 g 60-61 M. Bekanntmachung. zur Bei der in der Sizung der Stadtverordneten- Versammlung vom 20. d. Mts. vorgenommenen plan= mäßigen Verlosung der am 1. Mai 1911 Rückzahlung kommenden Schuldverschreibun gen des Anlehens der Stadt Gießen vom Jahre 1903 wurden folgende Stücke zur Rückzahlung bestimmt: Reihe 3 Nr. 54, 101, 162, 262, 298, 364, 393, 397 zu 2000 Mk. " 3 Nr. 405, 448, 487, 504, 519, 608, 617, 691 zu 1000 Mk. " 3 Nr. 882, 965, 969, 1025, 1065, 1121 1172 zu 500 Mk. " 3 Nr. 1229, 1248, 1298, 1328, 1341, 1441, 1528, 1545 zu 200 Mk. " 1 3 Nr. 1568, 1656, 1674 Haupt- und Inkasso- Vertretung für Giessen und Umgebung. Unser langjähriger verdienter Vertreter Herr Jean Boeck in Giessen beabsichtigt wegen vorgeschrittenen Alters unsere Vertretung abzugeben. Wir suchen daher als Nachfolger einen rührigen Herrn, der gewillt ist, sich persönlich intensiv der Akquisition zu widmen. Gefl. ausführliche Anerbieten erbeten an die Direktion der Karlsruher Lebensversicherung a. G. Versicherungsbestand Ende 1911: 706 Millionen Mk. !! Räucherapparate!! mit Trockenvorrichtung( 2mal gefeil. gefd).) Ich mache Interessenten auf die Vorteile dieser Einrichtung aufmerksam. Wer sich überzeugt, fauft feinen anderen Apperat, da derselbe nicht schwißt, infolgedessen nicht rostet und nur tadellose Rauchwaren erzielt werden. Wo Lobende Anerkennicht bekannt, liefere zur Probe. nungsschreiben zu Diensten, - Alleiniger Fabrikant: H. K. Heun, Niederscheld,( Dill). piertel Abge ausgal jeden Itegen Selter nicht Es wird dies unter dem Anfügen zur Besitzer der Schuldverschreibungen gebracht, lösung der gezogenen Stücke bei der Stadtkasse Gießen, zu 100 Mk. Kenntnis der daß die Einbei der Mitteldeutschen Kreditbank in Frankfurt a. M. und Berlin, bei der Dresdener Bank in Frankfurt a. M. und Berlin erfolgen kann, sowie daß die Verzinsung am 1. Mai 1911 aufhört. Von den in früheren Jahren ausgelosten Schuld verschreibungen sind noch nicht zur Rückzahlung vorge legt worden: Reihe 3 Nr. 200 über: 2000 Mark 200 Mark Reihe 3 Nr. 1253 über Reihe 3 Nr. 1481 über 200 Mark Reihe 3 Nr. 1618 über 100 Mark Gießen, den 21. Januar 1911. Großh. Bürgermeisterei. Mecum. Bekanntmachung. Bei der in der Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung vom 20. Januar 1911 vorgenommenen planmäßigen Verlosung der am 15. Mai 1911 zur Rückzahlung kommenden Schuldverschreibungen der Anlehen der Stadt Gießen von den Jahren 1896, 1897 und 1899 sind folgende Stücke gezogen worden: a) vom 1896er Anlehen. Lit. Q. 48, 54, 133, 225, 235, 265 zu 100 Mk. 200" " R. 119, 128, 140, 231, 254, 288, 300, " S. 46, 95, 202, 240, 250, 264, 373, 376, 500 " " " 1 2. 42, 53, 56, 124, 142, 144, 303, 423, 429, 485, 537, 538, 555 368, 455, 526, 535, 568, 570, 712, 724 u. 71, 73, 130, 220, 235, 266 Lit. V. 32, 51, 125, 128 п " 1000 2000 " " " b) vom 1897er Anlehen. 100 " " " W. 54, 95, 133 200 " " " *. 20, 73, 86, 160, 183, 214, 236, 259, 500 " " . 54, 68, 120, 199, 277, 389, 395, 410, 411 1000 " " " 3. 37, 59, 85 2000 " " c) vom 1899er Anlehen. Serie 1 Nr. 96, 99 2000 " 1 " " 177, 202, 213, 215 1000 " " " " 1 415, 416, 434, 457, 475 500 " 1 " " 567, 573, 595, 600, 611, 621, 200 " 1 " " 787, 793, 795 100 " I " 1 " Es wird dies unter dem Anfügen zur Kenntnis der Besitzer der Schuldverschreibungen gebracht, daß die Einlösung der Schuldverschreibungen a) des 1896 er und 1897 er Anlehens: bei der Stadtkasse Gießen, bei der Mitteldeutschen Kreditbank in Frankfurt a. M. und bei der Dresdener Bank daselbst; b) des 1899er Anlehens: bei der Stadtkasse Gießen, bei der Mitteldeutschen Kreditbank Filiale Gießen erfolgen fann, sowie, daß die Verzinsung am 15. Mai 1911 aufhört. Von den in früheren Jahren ausgelosten Schul d= verschreibungen sind noch nicht zur Rückzahlung vorgelegt worden: Lit. Q. 9 über 100 Mk. " 2. 282, 1000" Gießen, den 21. Januar 1911. Großh. Bürgermeisterei. Mecum. Jagdverpachtung. Mittwoch, den 1. Februar 1911, nachmittags 12 Uhr soll auf hiesigem Rathause die Jagd in der Ge markung Watzenborn- Steinberg mit ziria 2800 Morgen Feld und Wald auf weitere 6 Jahre bei pachtet wer den. Die Gemarkungsgrenze ist zu erreichen per Bahr, Haltestelle Schiffenberg, in 2-3 Minuten, Strede Steßen- Gelnhausen. Wagenborn- Steinerg, den 10. Januar 1911. Großh. Bürgermeisterei Watenborn- Steinberg. Stehende und liegende 鼎 晶® Motoren für alle Brennstoffe. Billigste Preise. Geringe Tourenzahl. Sehr günstige Zahlungsbedingungen. Weitgehendste Garantie. Ingenieurbesuch kostenlos! A. Collin, Frankfurt a. M. Schillerstr. 28. Vertreter überall gesucht. Tüchtiger Möbelschreiner sofort gesucht. W. Krämer II. Langsdorf b. Gießen. Möbl. Zimmer von jungem Herrn gesucht. Off. u. W. F. an die Erp. d Bl. 1 Erntewagen, gut erhalten, komplett, billig zu berkaufen Friedrich Mack III. 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