1 omobilchinen. naschb. eizung beton. pr. Juli, r Prof. genieur d.Elbe en für metnen Ceffende meinen ge, be Erfolg Haut Dofen à otheken riginal Firma Dresden. rild. ( 250/8 50 Pf. + Eifel Sbrißen Herfar in 72. Beste [ 210/6 Voll tändig elahrlos. thält nur e Wachle pentinol ihr elt! Gießen. Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen - - oierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mk. Erscheint Mittags 3 Uhr. Die„ Illuftr. Weltrundschau" liegt alle 14 Tage einmal gratis bei. Redaktion: Seltersweg 83. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung ,, G. m. b. H. Nr. 150. - - Telephon: Nr. 362. Der Sommer 1911 wird an politischen Ereignissen reich sein und dürfte seinem Vorgänger umsoweniger etwas nachgeben, als er der letzte Sommer vor den Wahlen zum deutschen Reichstage ist. Unsere Zeitung wird immerfort be= müht sein, über alles Wissenswerte in der Politik sowie über alle wichtigen Vorkommnisse in und außerhalb der rot- weißen Grenzpfähle zu berichten; ganz be= sonders aber wird sie die Leser über die Vorgänge in unserer näheren Heimat auf dem Laufenden erhalten. Da das alles in fnapper, übersichtlicher Form geschieht, wird auch der in dieser Periode so außerordentlich in Anspruch genommene Landmann die Zeit finden, um unser Blatt weiter zu lesen und sich darüber zu unterrichten, der Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei Amfes = sowie vieler anderer Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Donnerstag, den 29. Juni 1911. glättet hatten, sprach Freiherr von Zedlitz dem Präsi-| denten und den Mitgliedern des Präsidiums den Dank für die umsichtige Leitung der Geschäfte des Hauses aus. Der Präsident teilte darauf mit, daß das Abgeordneten haus am Ende seiner Beratungen angekommen sei und schloß mit einem Hoch auf den König, in das alle Abgeordneten, mit Ausnahme der Sozialdemokraten, einstimmten. Gemeinschaftliche Schlußßißung beider Häuser des Landtages. Am Ministertische Ministerpräsident v. Bethmann Hollweg und sämtliche Minister. Anwesend sind etwa 100 Mitglieder beider Häuser. Der Präsident des Herrenhauses, Frhr. v. Manteuffel, eröffnet die Sitzung um 5 Uhr 10 Minuten. Der Ministerpräsident v. Bethmann Hollweg verlas alsdann die allerhöchste Botschaft, durch die die Session des Landtages geschlossen wurde, überreichte dem Präsidenten die Urkunde und erklärte den Landtag für geschlossen. Frhr. von Manteuffel brachte ein von den Versammelten lebhaft aufgenommenes Hoch auf den König aus und schloß die Sitzung um 1.15 Uhr. Aus Stadt und Land. Gießen, den 29. Juni. Die 110. Sitzung der Zweiten Kammer der Landstände findet Dienstag, den 4. Juli, vormittags 10 Uhr statt. Die Tagesordnung umfaßt 31 Punkte. Der 3 weiten Ständekammer ist folwas jed. Staatsbürger wissen muß. gende Anfrage der Abgeordneten Grünewald Zur Vermeidung von Unregelmäßigkeiten in der Zustellung beim Quartalswechsel bitten wir das Abonnement gefl. sofort zu erneuern, auch sind wir für Empfehlung in Freundes- u. Bekanntenkreisen dankbar. Verlag und Redaktion. und Reh, betr.: den Neubau eines Amtsge= richtsgebäudes in Gießen zugegangen, welche folgenden Wortlaut hat: An den Herrn Justizminister richten wir folgende Anfrage: Seit der Fassung des Beschlusses, welcher den Neubau eines Amtsgerichtsgebäudes in Gießen anordnet, haben sich die Wirkungen der im vorigen Jahre erlassenen Prozeßnovelle ergeben und es fragt sich, ob der kostspielige Neubau jetzt noch einem Bedürfnisse entspricht. Es hat außerdem in Richter- und Anwaltskreisen sich die Ueberzeugung gebildet, daß der Neubau, etwa 150 Meter entfernt vom Justizgebäude, in dem das Landgericht bleiben soll, unpraktisch ist, weil die Entfernung der Sizungsräume von einander den Verkehr der Gerichte miteinander erschwert und die Wahrnehmung der häufig letzten Endes leiden hierunter auch die Parteien. Ein Flügelanbau an das Justizgebäude wäre, wenn überhaupt eine Vermehrung der Räume nötig ist, durchaus ausreichend. Es liegt auf der Hand, daß hierdurch eine große Ersparnis bewirkt werden könnte und wir richten an Se. Exzellenz den Herrn Justizminister die Anfrage: ob nicht Regierung und Stände den geplanten Ne u= bau vorerst nicht ausführen, sondern die Frage, ob derselbe nötig ist, nochmals in Erwägung ziehen wollen. ron L. U. Bei dem bevorstehenden Jahresfest der Landesuniversität ist, wie wir hören, der Zugang zur neuen Aula für die Festteilnehmer ausschließlich von dem Haupteingang des Kollegiengebäudes in der Ludwigstraße aus vorgesehen. Der Eingang der Goethestraße aus bleibt für die studentischen Fahnenträger und die Mitglieder des akademischen Gesangvereins vorbehalten. Da die neue Aula für einen größeren Kreis Platz gewährt, sind bei der Feier, die um 11.15 Uhr pünktlich beginnt, außer den geladenen Gästen auch andere Freunde der Universität willkommen; einer besonderen Eintrittskarte bedarf es nicht. Schluss des preussischen Landtags. Das Abgeordnetenhaus trat in die dritte Beratung der Rheinischen Gemeindeordnung ein mit der Wiederholung der am 23. wegen Beschlußgleichzeitig zum Aufruf gelangenden Termine hindert; unfähigkeit unmöglich gewordenen Abstimmung. Es wird zunächst namentlich über den Antrag Dr. Bell abgestimmt, der die Wählbarkeit der Bürgermeister for dert. Bisher wurden sie ernannt. Bei 198 Abstimmen den ergab sich wiederum die Beschlußunfähig keit des Hauses. Der Vorsitzende beraumt eine neue Sizung auf 12 Uhr an. Die für die erste Sitzung bestimmten Gegenstände sollen auf die neue Tagesordnung gesetzt werden mit Ausnahme der Rheinischen Gemeindeordnung. Um 12 Uhr eröffnet der Vorsitzende die Sitzung. Dr. Kampe erhebt gegen diese Sitzung Widerspruch, da nach der Geschäftsordnung die Tagesordnung gedruckt vorliegen müsse. Der Vorsitzende Kröcher will über diesen Punkt abstimmen lassen. Bei Beginn der Abstimmung verläßt die Mehrzahl der auf der linken Seite des Hauses sitzenden Abgeordneten den Saal. Bei der Abstimmung waren 160 Abgeordnete anwesend, so daß das Haus abermals beschlußunfähig war. Der Präsident war daher gezwungen, eine neue Sitzung auf halb 2 Uhr einzuberufen. Die dritte Sitzung wird pünktlich um halb 2 Uhr vom Präsidenten eröffnet. Es beginnt sofort eine lebhafte Geschäftsordnungsdebatte, in der von der Linken ausgeführt wurde, daß zu der Sitzung nicht ordnungsgemäß eingeladen worden sei. Die Einladung ist dadurch erfolgt, daß den Abgeordneten die gedruckten Einladungen auf die Plätze gelegt wurden. Dadurch hätten nur die Abgeordneten von der Sitzung erfahren, die zufällig im Hause anwesend gewesen seien. Von konservativer Seite wurde der Vorschlag gemacht, die Sitzung zu schließen. Der Antrag fand auch genügende Unterstützung und wurde schließlich angenommen. Der Präsident teilte hierauf mit, daß die feierliche Schlußsizung des Hauses auf 5 Uhr anberaumt sei. Das gab wiederum Veranlassung für die Linke zu einer Geschäftsordnungsdebatte. Die Debatte erreichte ihren Höhepunkt mit einer Rede des Abg. Hoffmann, der den kurzen Abbruch der Verhandlungen des Abgeordnetenhauses als dem Ansehen des Hauses unwürdig bezeichnet. Er schließt mit den Worten:„ Das ist rücksichtslos und gemein". Daraufhin erhob sich ein lebhafter Sturm im rechten Teile des Hauses. Es wurden Pfui- Rufe und Rufe „ Hinaus!" laut. Als sich die Wogen wieder geL.-H. 4 pro 3. Staatsschuldbuch- Forderungen können 3. 3t. durch Bareinzahlungen( ohne vorherige Beschaffung von Obligationen) unter Zugrundelegung des Kurses der 4prozentigen 1918er Staatshessen erworben werden. * Der Arbeitsnachweis in den hessi= ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Inseratenzeile. Stellen= gesuche und Familienanzeigen 10 Pig. Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pig.- Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. Ein honigreiches Jahr scheint be vorzu stehen. Wenn nicht die Anzeichen sich als trügerisch erweisen, dürften die Bienenzüchter für den Ausfall der Honigernte, besonders im verflossenen Jahr, heuer entschädigt werden. Infolge des ungünstigen Wetters fielen die Schwärme frühzeitig und diese, wie auch die Mutterstöcke haben ganz bedeutende Mengen Honig angesammelt. Die reichen Baumblüten, wie auch die stigen Wetter von den fleißigen Immen ausgenutzt wer Blüten in Wiesen, Feld und Wald konnten bei dem günden. Verschiedentlich trat bereits die Honigschleuder in Tätigkeit; die stark honigende Lindenblüte wird auch fleißig beflogen werden. * Ein interessanter Post fall beschäf tigte die Heilbronner Handelskammer. Eine dortige Firma hatte eine Nachnahmekarte, die ordnungsgemäß mit 5 Pfennig frankiert und mit weiteren 10 Pfennig für die Besorgung beklebt und von der Post bescheinigt wor den war, nach München geschickt. Nun ist aber diese Nachnahmekarte von einem Unbekannten entwendet und für sich erhoben worden. Der Nachnahmebetrag ist nicht zur Postkasse gelangt und da der Erheber nicht zu ermitteln ist, obwohl er die Uniform eines Postunterbeamten getragen haben soll, lehnt die Postverwaltung unter Hinweis auf die§§ 6-11 des Postgesetzes jede Ersatzpflicht ab. Die Handelskammer nahm sich der Sache an und verfolgte sie bis zum Ministerium, erhielt jedoch bei allen Instanzen denselben ablehnenden Bescheid. Da auch auf dem Prozeßweg schwerlich etwas erreicht werden wird das Reichsgericht hat in ähnlichen Fällen entsprechend entschieden so erteilt die Handelskammer den wohlgemeinten Rat, diese Art, Nachnahmen zum Einzug zu bringen, fünftig zu unterlassen und lieber das kleine Opfer an Porto für eingeschriebene Briefe nicht zu scheuen. Friedberg, 28. Juni. Die Friedberger Stadtverordneten stimmten einer gemeinsamen Klär- und Kanalisationsanlage für Bad- Nauheim und Friedberg im Prinzip zu. -d- Büdingen, 29. Juni. Am Sonntag, den 2. Juli, verkehren zwischen Gelnhausen und Büdingen folUhr vorm., Büdingen an 8,24 Uhr vorm.; Gelnhausen gende Sonderzüge 2. bis 4. Klasse: Gelnhausen ab 8 tags; Büdingen ab 9,48 Uhr nachm., Gelnhausen an ab 8.43 Uhr vorm., Büdingen an 9,09 Uhr vormit10,12 Uhr nachm. * brach gestern früh in der Hofraite eines Landwirts Feuer Stangenrod( Westerwald), 27. Juni. Hier ser rasch um sich griff und 9 Häuser in Asche legte. aus, das durch heftigen Westwind und Mangel an WasEin Stück Rindvieh, acht Schweine und eine Menge Kleinvieh kamen in den Flammen um. Der Landwirt Weber konnte sich nur durch einen Sprung aus dem 2. Stock seiner Wohnung auf die Straße retten, wobei er sich schwere Verletzungen zuzog. Die meisten Geschädig ten sind nicht versichert und wenig bemittelte Leute, so so auch der 96 Jahre alte Landwirt Strunk. =)(= Mülheim a. d. Ruhr, 24. Juni. Das 63. Bundesfest des Westdeutschen Jünglingsbundes, des größten innerhalb des deutschen Nationalbundes, nahm in Mülheim a. d. Ruhr in allen Teilen einen erhebenden Verlauf. Im Mittelpunkte der Verhandlungen stand ein Vortrag vom Bundesdirektor Stuhrmann über: ,, die Weitererziehung der schulentlassenen, männlichen Jugend nach der religiösen, sozialen und nationalen Seite." Redner forderte eine klare und scharfe Stellungnahme gegen die Sozialdemokratie, nicht als politische Partei, sondern gegenüber ihren unleugbaren religionsund christentumsfeindlichen Bestrebungen gerade in der Jugendpflege. Zum Schluß widmete der Vorsitzende des Bundes dem scheidenden und auf ein weiteres Arbeitsfeld hinaustretenden Direktor Stuhrmann warme Morte des Dankes für sein 6jähriges, tatkräftiges und erfolg= schen Kriegervereinen. Die mit der Zentralreiches Wirken. Am Sonntag morgen fanden in dreizehn anstalt für Arbeitsnachweis in Darmstadt, Waldstraße 6. getroffene Einrichtung des kostenlosen Nachweises ron Arbeitsstellen hat auch im Jahre 1910 einer Anzahl jüngerer Kameraden zu guten Stellen verholfen. Der Vorstand der Kriegerkameradschaft Hassia" richtet deshalb an die älteren Kameraden die dringende Aufforderung, bei ihnen offen werdende Stellen, mit der Aufschrift ,, Reservisten bevorzugt" versehen, entweder an die vorgenannte Zentralanstalt oder auch an die Arbeitsnachweisstellen: Mainz, Gießen, Worms und Offenbach oder an das Präsidialmitglied Hauptmann der Landwehr Lahr in Darmstadt bis spätestens Ende Juli einzu reichen. Kirchen von Mülheim und Umgegend Festgottesdienste statt, an die sich am Nachmittag, vom herrlichsten Wetter begünstigt, eine große öffentliche Volfsversammlung auf dem, inmitten der riesenhaften Schornsteine aus der Industrie einer Dase gleich gelegenen„ Tersteegensruh" anschloß, an der über 6000 Männer und Jünglinge teilnahmen. Den Höhepunkt bildete die Absendung eines Telegramms an den Kaiser, als den warmen Förderer und mächtigen Freund der deutschen Jugendsache! Möge dem Westdeutschen Jünglingsbunde weiteres kräftiges Wachsen und Gedeihen seiner segensreichen Arbeit beschert sein; sie ist gerade jetzt der Anspannung aller Kräfte wert unddringend bedürftig! Die Moskauer Intendanten. Die Senatsrevisionen in Rußland, die auf VeranJaffung des Ministerpräsidenten Stolypin mit Strenge burchgeführt werden, haben in Rußland unendlich viel Staub aufgehtrbelt und nicht nur die„ kleinen Diebe" an den Galgen gebracht. Kurz vor Beginn des Progeffes gegen die Moskauer Intendanten hat im gleichen Moskauer Gerichtssaale die Verurteilung des einst allmächtigen Stadthauptmanns von Moskau, General Reinbott, zu Zuchthaus stattgefunden. Die Senatoren haben tezt eine ganze Reihe anderer hoher Offiziere vor Gericht gestellt, das sie schmußigerer Dinge anflagt als Reinbott und über sie nicht milder urteilen fann, als gegen diesen. 68 Offtztere und Beamte der Moskauer Militärintendantur haben sich in Moskau vor dem Hauptmilitärgericht zu verantworten, weil sie von 1904 bis 1909, also vom Kriegsjahr an, als sich das Vaterland in großer Not befand, bis zu bem Jahre, wo die Senatoren bereits die Untersuchung gegen die Intendantur eingelettet hatten, sich offenfundig bestechen ließen und wissentlich schlechte Beklei= bungsgegenstände für die Truppepn annahmen und die guten zurückwiesen. Denn die Lieferanten zahlten nur, wenn unbrauchbare Waren angenommen wurden; guté Waren liefern und noch Schmiergelder zahlen, war für fte durchaus unvorteilhaft. gen mit. Bet dem Hauptmann Lux fallen derartige Momente weg, die ganze Verhandlung wird jedenfalls hinter verschlossenen Türen vor sich gehen Rundschau vom Cage. Politisches. Eine Sigung des Präsidiums des Hansabundes wird sich am heutigen Mittwoch mit dem Konflikt, der durch den Austritt Rötgers geschaffen tst, zu beschäfttgen haben. Vielfach tst behauptet worden, daß der Abgeordnete Stresemann Rötgers Nachfolger werden solle. Eine Entscheidung ist noch nicht getroffen. Wie die ersten Tage der Verhandlung ergeben haben, wurden verfaulte Fellmüßen und Tuchstoffe, zundrige Stiefel und verfaulte Konserven geliefert und angenommen. Ohne Schmiergelder sei mit dem Militärfistus kein Geschäft zu machen, erklärten die Lieferantten vor Gericht. Diese Abgabe mußte mit der größten Pünktlichkeit genau nach dem immer mehr erhöhten Schmiergelderfartf entrichtet werden, sonst wurde schi= faniert und der Lieferant ruiniert. Beschwerden waren aussichtslos. Denn die Vorgesetzten steckten mit den Untergebenen unter einer Decke, und die fernstehenden Vorgesezten sagten sich: unser Eingreifen hilft doch nichts und verursacht uns nur Scherereten. Die Soldaten waren gewohnt, die Intendanturstiefel nicht zu tragen. Sie verkauften sie, legten vom eigenen Gelde hinzu und kauften sich Privatstiefel, die Intendanturstiefel aber wurden aufgekauft, der Intendantur wieder geliefert und von ihr wieder ange= nommen: ein netter Kreislauf der Dinge! Eine preußische Schulkonferenz wird am 30. Junt auf Veranlassung des Ministers Trott zu Solz im Kultusministerium abgehalten. Die Konferenz dient dazu, Provinzialschulräte über einige interne schultechnische Angelegenheiten zu befragen. Die Nachricht, daß auch die Frage einer Reform des humanistischen Gymna= siums auf die Tagesordnung einer amtlichen SchulKonferenz gesetzt werden soll, ist, wie der„ B. Lok.Anz." schreibt, irrig. Das neue französische Kabinett Gaillang tst gebil det worden. Die Zusammenseßung ist folgende: Präsidium und Inneres Caillaux, Justiz Cruppt, Aeußeres De Selves, Krieg Messtmy, Marine Delcaffé, Unterricht Steeg, Finanzen Klob, Oeffentliche Arbetten Augagneur, Handel Couyba, Ackerbau Pams, Kolonien Lebrun, Soztale Fürsorge Renould. Protestversammlungen gegen die Absetzung des Pfarrers Jatho, die vom rheinisch- westfälischen Verband der Freunde evangelischer Freiheit einberufen waren, fanden Dienstag abend in Cöln statt. Nachdem mehrere Redner gegen die Amisentsetzung protestiert hatten, wurde folgende Resolution einstimmig ange= nommen: 7000 rheinische Protestanten, Männer und Frauen, empfinden die Amtsentsetzung von Pfarrer Jatho als eine ungeheuere Unbill an der Cölner evangelischen Kirchengemeinde und als nie wieder gutzumachende Schädigung echter Religion." In den nächsten Tagen werden auch in anderen rheinisch- westfältschen Städten solche Versammlungen stattfinden. Drei Generalmajore sind angeklagt, einer ist ge= flüchtet, einer leugnet, einer ist geständig, dann kommt ein Duhend Obersten usw. Was sagen diese Träger des kaiserlichen Roces zu ihrer Entschuldigung? Wtr haben uns bei der Sache nichts übles gedacht; es war eine traditionelle Sitte, daß wir„ Bezüge" erhielten, wenn wir die Interessen der Lieferanten wahrnahmen." Dieses im gekränkten Tone der tiefsten Entrüstung. Die Schmiergelder wurden in Form von Monatsge= hältern der Firmen, als Prozente bet günstigen Abschlüssen, Gratifikationen usw. gegeben. Die Offt= tere waren somit Angestellte der Lieferan fen, die diese Erscheinung als etwas ganz Natürliches betrachteten und vor Gericht daraus kein Hehl machen. Und vor Gericht wird offen gesagt, daß die Sitte auch nach dem Gericht nicht aufhören wird, nur daß man vorsichtiger sein will. Da tui freilich ein eiserner Besen not, um hier ordentlich auszukehren. Kleine Nachrichten. Ein neuer Rundflug. Der Verleger der Zeitung Petit Bleu in Brüssel stiftete 50 000 Francs für den im nächsten Jahre zu veranstaltenden Rundflug, der Berlin als Hauptstützpunkt haben müsse. Auf der Kommandobrüde gestorben. Der Kapitän eines englischen Vergnügungsdampfers wurde auf der Heimfahrt von der Flotkenrevue bet Spithead tot auf der Kommandobrücke aufgefunden. Da der Tod des Kapitäns erst eine Viertelstunde später bekannt wurde, ist man verwundert darüber, daß dem Schiffe keinerlei Unfall zugestoßen ist. Der bekannte Führer der nationalliberalen Frak: tion des preußischen Abgeordnetenhauses, Dr. Friedberg, feiert am Mittwoch den 60. Geburtstag. Der frühere Universitätsprofessor, Geheime Regierungsrat Dr. Robert Friedberg, gehörte dem Abgeordnetenhause von 1886 bis 1903 für den Wahlbezirk Halle( Saale= kreis) und seit 1903 für den Wahlbeztrk Lennep- Remscheid- Solingen an. Von 1893 bis 1898 war er auch Mitglied des Reichstages. Ein Denkmal Josefs v.Eichendorff, das aus frets willigen Beiträgen aus ganz Deutschland errichtet ist, wurde gestern in Breslau enthüllt. Das Denkmal stellt den Dichter in seiner Jugend als fröhlichen Wanderer dar. Zum Thema Wahlen und Zolltarif melden Berltner Blätter: Die Vorarbeiten zu der Zolltarifrevision werden wahrscheinlich erst nach Beendigung der Reichstagswahlen beginnen, um nicht jetzt schon durch das Bekanntwerden der Richtlinien den Wahlkampf zu be= einflussen. In einem Anfall religiösen Wahnsinns begab sich der Anstreicher Omischowski, in der Baumstraße in Solingen wohnhaft, in der Nacht vom Montag zum Dienstag mit einer brennenden Kerze auf das Dach seines Wohnhauses. Er stürzte ab. Mit zerschmetterten Gliedern blieb er tot auf der Straße Itegen. Ans Liebesgram verübte die 16jährige Tochter des Rettors Reichardt in Viez an der Ostbahn einen furcht baren Selbstmordversuch. Ste begoß ihre Kleidung mit Petroleum, zündete dieses an und sprang dann aus dem zweiten Stock der elterlichen Wohnung auf die Straße hinab, wo sie mit schweren Brandwunden und tödlichen Verletzungen aufgefunden wurde. burgh berba A graue Grena haben fich de Meiß and Hage tober Luther gefang Letche der ä werde im 23 den C bermu um 31 Madh Die T aus B nannt brows fenmei aller C gemein Die po Berha aufget ben fet den se mittel find se Große Ueberschwemmung in China. In der Pros vinz Hunan ist eine Ueberschwemmung eingetreten, bek der viele Menschen umgekommen sind. Massenerkrankungen an Scharlach. In Kotschano witz in Westpreußen sind ungefähr 200 Kinder an Schar lach und Mafern erkrankt. 15 find bereits gestorben Fünf Soldaten beim Baden ertrunken. Von einem Honvedregiments das gestern in Budapest manövrterte, find beim Baden fünf Soldaten ertrunken. Der Deutsche Gewerkschaftskongreß in Dresden setzte am Dienstag setne Tagung fort mit der Beratung über die Errichtung einer gewerkschaftlich- genossenschaftlichen Unterstützungskasse. Eine Kommission, die zur Vorberatung der Frage eingesetzt worden war, hat den Standpunkt eingenommen: Ein zwangloser Unterstüßungsverein von Gewerkschaften und Genossenschaften muß die Versicherung der Arbeiterschaft übernehmen, nicht etwa Aktiengesellschaften. Jedes Mitglied einer Gewerkschaft, Genossenschaft, eines Konsumvereins soll berechtigt sein, dieser Versicherung beizutreten. Ein Rechtsanspruch auf Unterstüßung soll nicht vorhanden sein, damit man nicht unter die Versicherungsgeseze falle. Es wurde sodann folgende Resolution anbeauftragt, genommen:„ Die Generalkommission wir gemeinsam mit dem Zentralverband Deutscher Konsumvereine eine gewerkschaftlich- genossenschaftliche Vereintgung ins Leben zu rufen." Neuer Spionagefall vor dem Reichsgericht. Der höchste deutsche Gerichtshof hat sich am Donnerstag abermals mit einem Spionagefall, mit der Affäre des Hauptmanns Lux vom französischen Generalstab zu beschäftigen, der am 3. Dezember 1910 wegen Spionage in Friedrichshafen verhaftet worden ist. Der Angeklagte, der sich in Leipzig im Untersuchungsgefängnis befindet, tst der Geniehauptmann Charles Lux, dreißig Jahre alt, geborener Pariser und zuletzt in Belfort in Garnison. Anfang Dezember vergangenen Jahres war man auf der Zeppelinwerft in Friedrichshafen, wo an dem Luftkreuzer gebaut wurde, wegen dessen Ankauf die deutsche Heeresleitung mit der Zeppelingesellschaft in Unterhandlungen stand, auf einen Fremden aufmerksam geworden, der offenbar ein ganz besonderes Interesse für den Luftschiffbaut hatte, dieses Interesse aber unter einem harmlosen Aeußeren zu verstecken sich bemühte. Als mehrere Werftarbeiter eines Tages beobachteten, daß der Fremde Teile des Luftkreuzers zeichnete und skizzierte, machten sie davon der Werftleitung Mitteilung, und der Verdächtige wurde, da er über den Zweck feiner Besuche auf der Werft keine befriedigende Auskunft gab, in Haft genommen; es war der Hauptmann Lur. Er wird nun Gelegenheit haben, sich vor dem höchsten deutschen Gerichtshofe zu rechtfertigen. Als Verteidiger stehen ihm zwet Rechtsanwälte zur Seite. Einer von thnen verteidigte seinerzeit auch im Dezember vorigen Jahres einen der beiden englischen Offiziere, die beim Spionieren an unserer Nordküste abgefaßt wurden. Die Verhandlung gegen die beiden Engländer wurde allem früheren Brauch entgegen bis auf die Gutachten der militärischen Sachverständigen, in voller DeffentItchkeit durchgeführt, es spielten da politische Erwägun1) Jugendfreundschaft. Roman von G. v. Schlippenbach. ( Nachdruck verboten.) 1. stapitel. Die türkische Studienkommission besuchte Dienstag früh das Ansiedlungsdorf Golenhofen in Bosen. Nach der Rückkehr wurde dte ostdeutsche Ausstellung weiter besichtigt. Die Wetterretse nach Kiel erfolgte abends. 3nr Kabinettskrifts in Desterreich wird aus Wien gemeldet: Die Ernennung des Freiherrn von Gautsch zum Ministerpräsidenten soll erfolgt sein. Freiherr v. Bienerth wird Statthalter von Niederösterreich. Die tschechischen Blätter betrachten den Rücktritt Bienerths als einen tschechtschen Steg und bezeichnen das Kabt= nett Gautsch als ein Provisorium. Nach langen Jahren. Strandhof auf Rügen, 12. März 1890. Wirst Du noch meine Handschrift erkennen? Lange Jahre sind vergangen, seit wir uns sahen, sett wir uns zuletzt schrieben, aber ich hoffe, daß Dir dieser Brief willkommen ist in Erinnerung an unsere ferne Jugendzeit. Weißt Du noch, wie wir uns Treue schworen, wie wir beim Abschied aus unserer Pension weinten? Seitdem ist die Zeit dahingeeilt, nahe an zwanzig Jahre sahen wir uns nicht. 103 Jahre alt wurde am Dienstag die Lehrerwitwe Auguste Beck in Emanuelsegen( Schlesien), die sich in der Pflege thres jüngsten Kindes, einer 67jährigen Toch ter, befindet. Frau Beck, die schon 53 Jahre im Wit wenstand lebt, stand dem Haushalt eines Sohnes noch als Hundertfährige vor. Als Geburtagsgratulanten er schtenen noch zwet ältere Söhne, von denen der eine das 80. Lebensjahr überschritten hat. Volkswirtschaftliches. Wie viel Kapital die Engländer im Ansland ans gelegt haben. Die Gesamtsumme des englischen Kas pitals, das gegenwärtig außerhalb Englands angelegt ist, beträgt, wie der Tägl. Korr." mitteilt, 3192 Mt Itonen Pfund Sterling oder 62,211.5 Millionen Mart. Davon entfallen auf Deutschland nur 6 Millionen Pfund, ein Beweis, daß Deutschland die Benutzung englischen Kapitals immer weniger notwendig hat. Un fer den europäischen Staaten steckt das meiste englische Kapital, 38 Mintonen Pfund, in Rußland. In den Vereinigten Staaten von Amerika haben die Englän der sogar 688 Millionen Pfund angelegt, in Kanada 337, in Indien und Ceylon 365, in Südafrika 351, in Austra Iten 302, in Argentinien 269, in Brasilien 94, in Mexiko 87, in Japan 53, in Spanten 18, in Italien 11 und in Frankreich 7 Millionen Pfund Sterling. Auch Frank reich hat eben nicht nötig, seinen Industrien englisches Kapital zuzuführen. Im ganzen entfallen auf die bri tischen Kolonten 1554, und auf fremde Länder 1638 Millionen Pfund Sterling. Dieses im Auslande und in den Kolonten angelegte brittsche Geld bringt England, fährlich 155 Millionen Pfund Sterling oder 3166.6 Mil Itonen Mark Zinsen ein, was einer Verwertung des Kapitals zu mehr als 5 Prozent entsprechen würde. Ans Anlaß der Krönungsfeierlichkeiten in London fand am Dienstag nachmittag im Buckingham- Palast ein Gartenfest statt, das von etwa 6000 Gästen besucht war. In Zelten wurden Erfrischungen geboten. Die Tafeln waren mit silbernem Gerät, Nelken und Nofen geschmückt. Gegen 4 Uhr erschien das Königspaar mit den fürstlichen Gästen. Die Königin schritt voran, geführt vom deutschen Kronprinzen, es folgte der König mit der deutschen Kronprinzessin. Die Herrschaften machten einen Rundgang über den Festplatz und kehrlen dann zur Terrasse zurück, wo eine Anzahl von Vorstellungen erfolgte. Aus den Gerichtssälen. Eine Gerichtsentscheidung über das Zeugnis. Das Kaufmannsgericht in Trier hat entschieden, dem Handlungsgehilfen steht ein gesetzliches Recht auf sofortiges Ausstellen eines Zeugnisses nach erfolgter Kündigung zu. Der Begriff bet Beendigung" im§ 73 des H.- G.B. ist nicht gleichbedeutend mit nach Beendigung", sondern dahin auszulegen, daß das Zeugnis fällig, ist, wenn Wahl des Namens unseren ersten und letzten Streit hervorgerufen; mein lieber Mann wünschte unser Kind nach mir Anna zu nennen, ich stimmte für Karla, ein jedes wollte den Namen setner geliebten Hälfte auf das zarte Geschlecht vererben. Jetzt ist unser Ltebling zu einem sehr Iteblichen Mädchen erblüht, halb noch Kind, halb Jungfrau mit ihren fünfzehn Jahren. Ein Krets vont lieben Freunden und Bekannten versammelte sich in unserem gastfreten Hause; seit der Geburt Karlas wünschte ich zuweilen weniger Verkehr, doch ließ es sich nicht mit Hatdecks Stellung vereinbaren. Ich fühlte mich zum Schluß des Winters so angegriffen, daß unser Arzt mich auf mehrere Wochen nach Rügen schickte. Namenlos schwer fiel mir der Abschied von meinem Manne, es war wie eine Vorahnung trauriger Tage. Unvergeßlich ist mir der erste Eindruck Rügens geblieben, im Schein der Abendsonne lag dieses schöne Fleckchen Erde vor mir. Die Kreidefelsen Stubbenkammers, die Bläue des Meeres und die grünen Buchenwälder einten sich zu einem herrlichen Bilde. Noch ehe ich das Schiff verließ, fühlte ich, daß ich die Scholle Iteben werde, die seitdem meine dauernde Heimat geworden ist. Ich durchstreifte die Gegend um Saßnih und fuhr nach Binz hinüber, jeden Tag fühlte ich mich erstarken. Das schreibt sich so leicht und doch, wie viel hat man erlebt! Viel Freude und viel Leid. Wir sind nicht wehr jung, meine Thekla, und: So mancher Schnitt ist mitten durchs Herz gegangen", so heißt es mit Recht Im Liede. Ich will Dir nun berichten, was ich unter= dessen erlebt habe. Als wir uns zuletzt sahen, war ich die Braut meines geliebten Karl, der in Petersburg Direktor eines großen Eisenwerkes war; Du warst schon mehrere Jahre glückliche Frau und Mutter. Du weißt, daß mein Mann Witwer war, als ich ihn kennen lernte, er war viel älter als ich, ich lernte ihn im Hause der russischen Famille kennen, in der tch Lehrerin war; ich stand ja seit meiner frühesten Kindheit als Watse allein. Unsere Ehe war so harmonisch und glücklich, wie es vielleicht bei dem großen Altersunterschied selten ist; wir haben Jahre reinsten Glückes verlebt. Meines Mannes Reichtum mehrte sich, zuerst kam ich mir wie die Prinzessin im Märchen vor, ich, die arm und abhängig gewesen war. Im sechsten Jahre unserer Ehe schenkte ich meinem Gatten eine Tochter, nun schien uns das Glück noch größer zu werden. Die Kleine wurde Karla getauft. Fast hätte die - sein einst heller Verstand hatte gelitten. Und eines Nachts, als ich mit meinem Kummer schlaflos rang, als ich mich noch nicht in Gottes Willen ergeben gelernt, da kam mir blißartig der Gedanke: 3teht nach Rügen, dort findet ihr, was thr braucht, Ruhe und Stille, feine neugierigen Menschen, deren Mitleid oft so verletzend ist." Da rief mich eine Drahtnachricht plötzlich nach Pe= tersburg zurück. Mein Mann hatte einen schweren Unfall gehabt, er war aus dem Wagen so unglücklich ge= schleudert worden, daß er das Rückgrat verlegt hatte, eine Gehirnerschütterung kam hinzu. Laß mich über meinen Schmerz schweigen, Liebste, da hat es auch für mich geheißen:" So mancher Schnitt ist mitten durchs Herz gegangen." - So siedelten wir über, den Sommer verlebten wir auf Rügen, im Winter zogen wir nach Berlin, damit. Hatdeck von den besten Aerzten behandelt würde. Er war an den Rollstuhl gefesselt, immer mehr umnachtete sich sein Geist, so ging es sehr lange Jahre. Zuletzt war es nur noch ein trauriges Vegettern. Was ich dabet Ittt, kann ich Dir nicht beschreiben. Die berühmten Aerzte, die ich fragte, wünschten ein besseres Klima für den Kranken, es mußte ein stiller, weltferner Ort setn, ich allein mußte alles bestimmen, denn Haideck war willenlos wie ein Kind geworden, Als wir ihn begruben, habe ich trotz meines gebrochenen Herzens doch sprechen können:„ Was Gott lut, das ist immer recht getan." Ja, meine Thekla, ich habe mich unter heißen Kämpfen zum innigen Glauben durchgerungen. Karla war ja noch ein Kind, als sie den Vater verlor, aber thr weiches Gemüt hat dieses erste, große Weh tief gefühlt. Wir schlossen uns noch inniger aneinander und blieben fortan ganz in Rügen, wo ich das Grab meines teuren Gatten in der Nähe habe. Ich kaufte eine schöne, große Villa bet Saßnitz und taufte fie Strandhof, später kaufte tch noch eine kleinere Villa, die Petersburg heißt. En piafcha interna Londo Offizie ter Ev produzi hat, ge muß m ganze auf de stere f möchter gebene Kontu thre G hätten, fonttil man d und di Deutfa Netter Hu Und die Zeit verging, Karla ist bald erwachsen. Soll ich sie Dir beschreiben? Es liegt ein Hauch von Reinheit und Poesie über ihrem Wesen, etwas sehr Sensitives, das mir oft Sorge macht. Wie wird das rauhe Leben sich thr zeigen? Mein Kind könnte an einer Enttäuschung zugrunde gehen. Karla tst von Mittelgröße, sehr schlank und anmutig, sie soll mir gletchen, aber ich finde, daß sie auch vom Vater manchen. Bug hat. Eine tüchtige Lehrerin unterrichtet meine Tochter, die recht hübsch die Geige spielt. ( Fortsetzung folgt.) Im tr ben Ki gebroch Stretfe und fie gangen binaus den fin Trittsche Jahres Str Bwet bie auf mobil, Aberra etgnete bölferu fich des belt w Brand Hilfe. ter Wa werden gen ab Ser lent bef der in nur die tommer werden fannteft Auslan pltzen Rorz t Gewahr nicht ge Artegen berufsm Defterre to dus als Aur er auch Bra herrichte Naphtar ein fur fellschaft Papital etn furd Beftern durch di und das Ben bre fchwemm von thm von der Brand hoch ntd Die Kretsen großen Der Dre Mondsch arrangle nun die pört. Si Verein noch nich ben gana Ta Ma tg T int uf 谁 Let ets ſt, er ich in ag 08 er en. Des ht ntt us Die nd TO bet 10 ar en em te tag Cad iter 88. we in ch Bit er das and Kas legt art. new ung tiche den Tätt 337, tra rito ant ches bri 1638 d in land Mil des Das and tiges gung -.sonvenn eines rang, 1 ge nach und id oft t wir damit 2. Gr chtete Bulett ch da8 ge Gott la, tch Glau d, als t dieuns nz in in der a bet te th en. 1 hvon 6 febr το δαβ ante an t von r glet anchen meine Durch Kündigung der Tag der Beendigung des Dienstberhältnisses feststeht. Ans dem dunkelsten Berlin. Ein Verbrechen, dessen grauenerregende Einzelheiten seinerzeit weit über die Grenzen der Reichshauptstadt hinaus Aufsehen erregt haben, beschäftigt das Schwurgericht Berlin I, vor dem fich der Wächter Wegener und die Gelegenheitsarbeiter Meißner und Wolff wegen Notzucht mit Todeserfolg und Bethilfe dazu zu verantworten haben. Der Anflage Itegt folgender Tatbestand zugrunde: Am 16. Ottober v. J. wurde in der Frühe in der Spree an der Luther- Brücke ein auf dem Wasser treibender Sack auf gefangen. Als er geöffnet wurde, fand sich in diesem die Ketche einer etwa 19- bis 20jährigen Frauensperson, an der äußere Spuren von Gewalt nicht wahrgenommen werden konnten, die aber offenbar schon längere gett im Wasser gelegen hatte. Die Tote fchten dem dienenden Stande angehört zu haben. Die Kriminalpoltzet vermutete sofort einen Mord und leitete Recherchen ein, um zunächst die Persönlichkeit der Toten festzustellen. Nach vielen Bemühungen gelang es, zit ermitteln, daß die Tote tdentisch war mit einer Bertha Schardrowsti aus Bartels bei Bromberg, die sich auch Marie Schmidt nannte. Des weiteren wurde festgestellt, daß die Scharbrowstt mit ihrer Freundin, einer gewissen Anna Wefenmeter, zuletzt in einem Lokal der Friedrichstraße th aller Eile ein Abendbrot zu sich genommen und dann gemeinsam nach dem Humboldthofen zugegangen seien. Die polizeilichen Ermittlungen führten schließlich zit der Verhaftung der Angeklagten. Es war die Vermutung aufgetaucht, daß der Mord auf einem Kahn verübt worden set, der am Humboldhafen vor Anker lag. den set, der am Humboldthafen vor Anker lag. mittelung des Täters ausgesetzt. Zur Verhandlung find sechs Sachverständige und 57 Zeugen geladen. Vermischtes. - - Die Die Englisches Urteil über die Deutschen auf der Olym piaschau.„ Eines der anzichendsten Momente in der internationalen Pferdeschau in Olympia", schreibt ein Londoner Blatt, war das Retten der zwölf deutschen Offiziere, die eine Reihe mehr oder weniger verwickelter Evolutionen mit einem Charme und einer Grazte produzierten, die jeden, der für Reiten Verständnis hat, geradezu entzückten. Wenn man ehrlich sein will, muß man sagen, daß die deutschen Freunde uns eine ganze Menge bet der Gelegenheit thres ersten Besuches auf der Schau gelehrt haben. Daß aber unsere Offtziere sich diese Lehren zu Herzen nehmen werden, das möchten wir nicht absolut sicher voraussagen. Zugegebenermaßen waren die Deutschen die bestberittenen Konkurrenten in der betreffenden Abteilung, und wenn thre Chargenpferde an den Reitklassen teilgenommen hätten, so hätten sie jedenfalls weit über das Durchschnittliche Hinaus geleistet. Aber auch ohne das mußte man die Leichtigkeit der Hand, die Eleganz des Sizes und die Wirkung der kaum sichtbaren Beinhilfen der Deutschen bewundern, die sich als die bedeutendsten Netter unter dem Dache Olympias erwiesen." Hungertyphns nnd Skorbut in der Kirgisen steppe. Im transkaspischen Geblet tst unter den nomadisterenben Kirgisen der Hungertyphus und der Skorbut ausgebrochen. Wte dem„ B. T." gemeldet wird, sind im Seretse Mangischlak achtzig Prozent aller Schafherden und fiebzig Prozent aller Kamele und Pferde einge= gangen, fodaß der Wohlstand der Nomaden auf Jahre hinaus untergraben ist. In vielen Belten der Nomaden findet man die Betchen verhungerter Kirgisen. Die Trittsche Lage ist auf die schlechte Ernte des vorigen Jahres und den Futtermangel zurückzuführen. Straßentumult infolge eines Automobilunfalls. Bwet junge Mädchen im Alter von 12 und 6 Jahren, bte auf Fahrrädern fuhren, wurden von einem Automobil, das in rascher Fahrt sie überholen wollte, aberrannt und furchtbar verstümmelt. Der Unfall ereignete sich im Arbeiterviertel Barcelonas. Die Bevölkerung gertet in große Erregung und bemächtigte fich des Lenters des Kraftwagens, der arg mißhanbelt wurde. Schließlich wurde auch das Automobil in Brand gesetzt. Feuerwehr und Poltzet eilten zur Hilfe. Die Poltzet mußte verschiedene Male mit blanter Waffe gegen die Menge vorgehen, ehe sie zerstreut werden konnte. Dabet ist es nicht ohne Verwundungen abgegangen. Sensationelle Spionageaffäre. Seit vielen Monalen befand sich in Wien ein geheimnisvoller Häftling, der in allen Registern ohne Namen geführt wurde und nur die Bezeichnung N. N. trug. Nun ist die Bett ge= kommen, wo die Anonymität des Mannes aufgehoben werden kann. Der Häftling heißt Korz und ist der bekannteste und gefährlichste Spton, dessen Verhaftung im Auslande nicht bekannt werden sollte, um seine Kompltzen und namentlich einen, der lange Zeit mit dem Korz in Verbindung gestanden hatte, gleichfalls in Gewahrsam zu bekommen. Dies ist aber bisher letder nicht gelungen. Korz, ein Deserteur der deutschen Kriegsmarine, beschäftigte sich sett mehr als 5 Jahren berufsmäßig mit Spionage gegen Deutschland und Desterreich. Er hielt sich zumeist in Frankreich auf, von wo aus er in allen möglichen Verkletdungen Reisen als Kundschafter unternahm. Außer für Frankreich hat er auch für Jtalten sptontert. die Brand eines Naphtawerkes. Vorgestern nacht herrschte in der Umgebung von Gorlice in Galizien ein furchtbares Unwetter. Ein Bitz schlug in Naphtaraffinerte der galtztschen Naphta- Industrie- Gesellschaft und entzündete die großen Mengen von Naphta, die sich im Reservotr befanden. Es entstand ein furchtbarer Brand, der die ganze Nacht über wütete. Gestern früh stürzten die Wände des Reservoirs, die durch die enorme Gluthtze geschmolzen waren, und das ganze brennende Naphta ergoß sich in gro= Ben brennenden Strömen nach allen Richtungen, überschwemmte die Straßen und feste alles in Brand, was von thm erreicht wurde. Die Stadt Gorlice ist zurzeit von der Außenwelt völlig abgeschnitten. Ob bet dem Brand auch Menschenleben zu beklagen sind, konnte noch nicht festgestellt werden. ein Die Mondscheinfahrt der Drehorgelspieler. In den Kretsen der Berliner Drehorgelspieler ist es zu einem großen Konflikt gekommen! Es besteht ein„ Verein ber Drehorgelspteler", und der hat für den 8. Jult eine Mondscheinfahrt mit Musik nach Voigts Krampenburg arrangiert. Ueber diese pomphafte Veranstaltung find nun die nichtorganisierten Drehorgelspieler Berlins empört. Sie behaupten in einem Rundschreiben, daß der " Verein" nur aus einem Dußend Leuien besteht, die noch nicht einmal richtige Leterkastenmänner seten und ( ben ganzen Stand schädigen. Ein Leterkastenmann set auf die Pfenniggaben fetner Mitmenschen angewiesen und könne nicht Mondscheinfahrten unternehmen. Wie Man sieht, herrscht in einem Telle der DrehorgelspielerGilde ein ausgeprägter Leterkastengeist. Neicher Kinderfegen scheint ein Kennzeichen der Familten auf dem Berliner Nieselgut Ruhlsdorf bei Teltow zu feln. Vor kurzem wurde dort in einer Famille bas 18. Kind geboren; gestern aber trug sich noch ein btel selteneres Ereignis zu: die Frau des Kutschers Benz gebar das 25. Kind. Die Mutter ist eine stattItche Frau, Anfang der vierziger Jahre. Es leben zehn threr Kinder, unter denen sich zwet Zwillingspaare bee finden. In einer anderen Famille des Rieselgutes Ruhlsdorf wird dieser Tage der 18. Erdenbürger erwartet. Der Räuberhauptmann von Smyrna. Daß es unter der Herrschaft des Halbmondes noch eine Räuberzunft gibt, wurde den Europäern durch das Verschwinden des Jugenteurs Richter nur zu gut ins Gedächtnis gerufen. Aber je wetter man nach Osten kommt, desto üpptger scheint die Gaunerpoefte zu blühen. Was ist diese olympische" Bande z. B. gegen Tschattröscht, den„ Räuberhauptmann von Smyrna"! Tschaftröscht ist ein Herrtcher; er treibt von retchen Leuten oder Gemeinden TrtBut ein, läßt die Männer eines Dorfes plötzlich antreten ind, weil ein Angeber unter ihnen ist, zehn Leuten den Kopf abschlagen usw. Aber er schenkt auch armen Mädchen ein Heiratsgut und sorgt auf seine Art für das öffentliche Wohl. Als z. B. in einem Dörfchen eine neue Brücke vonnöten war, bestimmte er, daß ein gewisser retcher Türke die Kosten von 20 000 Mark zu tragen habe. Und da seine Aufforderung fruchtlos blieb, entführte er den Mann mitten aus der Moschee, erhteft 40 000 Mart Lösegeld und ließ die Brücke bauen. Eine Dollarprinzessin als Schmugglerin. Auch eine Dollarprinzessint hat jetzt in Neuvort erfahren müssen, daß nichts so fein gesponnen ist, daß es nicht an das Licht der Sonne kommt. Vor zwei Jahren hatte sie auf einer Europareise in Paris Juwelen im Werte von 1 600 000 Mart gekauft, die sie unverzollt in ihr Heimatland gebracht hatte. Ein Teil dieser Juwelen war thr nun vor einigen Wochen gestohlen worden. Man las in den Zeitungen vom Diebstahl und erfuhr, wie die Schmuckstücke ausgeschen hatten. Auch der Zolleinnehmer Loeb von Neuyork erfuhr das, und als er die Bollregister nachsah, fand er, daß die beschriebenen Schmucksachen nicht verzollt waren. Statt der gestohIenen Juwelent erhielt die Dollarprinzessin eines Tages etne Anklage wegen Schmuggelet. Durch Zahlung einer Sunrme, die fast dem Wert der vor zwei Jahren ge= kauften Edelsteine und Schmuckgegenstände gleichkommen soll, gelang es thr schließlich, die Zollbehörde zur Burückziehung des Strafantrages zu bewegen. Die geprellten Freier. Tragikomische Erlebnisse schilderten gestern vor der 7. Berliner Straffammer zwei Zeugen, die beide eine Millionen erbin hatten freien wollen und dabet arg enttäuscht worden waren. Der auf der Anklage= bant sigende Gegenstand threr Hetratslust war ein hochgewachsenes, mit verführerischen Reizen keineswegs verschwendertsch ausgestattetes Mädchen, das den gutbürgerlichen Namen Sack führte. Die beiden Zeugen, etn Kaufmann Paul H. und ein Töpfermeister G., lernten besagtes Fräulein Sack unter dem Namen Margarete von Szamory kennen. Herrn H. wurde dieses Glück in einem Konzertlokal zutell, während Herr G. auf einem populären Ball in die Neze des Fräulein von Szamory geriet. Sowohl Herr H. wie auch Herr G. find bereits verhetratet gewesen, haben sich aber von ihren respektiven Gattinnen scheiden lassen. Troßdem waren ste nicht abgeneigt, sich aufs neue mit Hymens Rosenketten zu beladen, nachdem Margarete von Szamory ihnen verraten hatte, was für eine glänzende Bartte sie set: Eine Million in bar, deponiert bet etner Bank in Nostock, ein Rittergut bet Rogasen, große Biegeleten in der Nähe von Rathenow usw. bringe sie ihrem Erkorenen als Morgengabe mit in die Ehe, dabet bestße sie ein Herz voller ungestillter Liebessehnsucht. S. und G. waren bezaubert. Ste bewarben sich sofort um Gunst und Hand der Millionenerbin und erzielten einen vollen Erfolg: Gunst wurde ihnen noch desselbigen Tages zutell, die Hand erhielten sie für später zugesichert. Man rüstete alsbald zur Verlobung, und in der zwischenzeit durf ten die Bräutigams der Dame thres Herzens allerlet Gefälligkeiten erweisen. Es wurde ihnen gestattet, HDtelrechnungen zu bezahlen, Wäsche zu kaufen, Geschenke in bar zu machen und anderes mehr. Auf den Gebanken, daß die angebliche Margarete von Szamory flunfern könnte, kam weder Herr H. noch Herr G., obwohl ihre gemeinsame Braut sozusagen faustdicke Litgen auftischte. Mit welcher Dreistigkeit das junge Mädchen auftrat, geht daraus hervor, daß Margarete von Szamory" Herrn H. veranlaßte, mit ihr nach Stettin zu fahren, um eine Vermögensstreitigkeit zu erledigen, und threm Ritter Telegramme schickte, in denen der Generalleutnant von Szamory dem glücklichen Bräu#gam in Verfen gratulierte. Ein andermal führte sie thn zu einem Rechtsanwalt und erteilte diesem in Gegenwart thres Bräutigams Prozeßvollmacht zu einer Klage gegen ihre selbstverständlich auch adlige Tante, die angeblich Sachen ihrer Nichte nicht herausgeben wollte. Als die S. eines Tages flagte, fie fühle sich von threr Verwandtschaft verfolgt, dte sie entmündigen lasfen wolle, ging Herr H. flugs mit seiner Dame zu einem Medizinalrat, um sie auf ihren Geisteszustand unterfuchen zu lassen. Dieser erklärte, die junge Dame set anscheinend ganz normal, um aber ein sicheres Gutachten abgeben zu können, sei eine sechswöchige Beobachtung erforderlich. Hierzu hatte die S. aber keine Netgung. Nach längerer Bett hatte sich die phantasiebegabte Maid in thr Lügengewebe aber doch so verstrickt, daß das ganze Kartenhaus zusammenbrach. Ste wurde in Haft genommen und unter Anklage gestellt. In der Verhandlung beantragte der Staatsanwalt gegen die wegen gleichartiger Delikte bereits vorbeftrafte Angeklagte drei Jahre Gefängnis für die Hochstapeleien und vier Wochen Haft für die unberechtigte Führung des Adelsprädikats. Der Gerichtshof erkannte auf sieben Monate Gefängnis. Ueber die Katastrophe des Parseval in Hannov.- Münden geht dem„ Hannov. Cour." der Bericht eines Augenzeugen zu, in dem folgendes ausgeführt wird: Als ich am Tage der Katastrophe gegen 12 thr mittags den Festplat betrat, hatte das Publikum die Umzäunung des Landungsplazes umgestürzt. Das Wetter schien durchaus günstig. Die Luft war fast ruhig. Nachlässig hielten im Grafe liegende Männer dte zit beiden Seiten des vorderen Luftschiffes angebrachten Haltetaue, als plöblich einige windstöße famen, welche den Ballon hin und her schwanken ließen und die Geister mehr und mehr aufzurütteln begannen; denn es zeigte sich, daß der von Münden her talabwärts wehende Wind, dem der Ballon völlig preisgegeben war, stärker wurde, und daher alle Aufmerksamkeit er forderlich war, um das Höhensteuer bei den Abwärtsneigungen des Schiffsvorderteils vor dem Aufschlagen auf den Erdboden zu bewahren. Alle Bemühungen was ren aber bei dem bölgen Charakter des Windes vers gebens. Zunächst wurde das Steuer nur etwas verbogen, dann aber ein eisernes Gestänge zweimal an derselben Stelle geknickt, so daß das Eindringen der Stange in die Ballonhülle befürchtet werden mußte. Schließlich wurden auch andere Teile des Steuers beschädigt. Schneller als erwartet werden konnte, nahte nun das Unglück. Das Hanftau, mit welchem der Bal Ion vorn und zur Seite, hter von Menschenhänden, dort durch die Verankerung gehalten, befestigt war, zerriß, und nur ein kräftiger neuer Windstoß wäre erforderlich gewesen, das Fahrzeug völlig den Elemens ten pretszugeben. Die große Gefahr erkennend, zog der Monteur die Reißleine. Flimmernd sah man das Gas entströmen, und unter grotesken Forment sant der eben noch so stolze Ballonkörper kraftlos zu Boden. Mit erhobener Stimme forderte gleichzeitig der eine Monteur das Publikum auf, den Festplatz zu verTassen; man leistete der Aufforderung aber feine Folge. Plötzlich ertönte ein explosionsartiger knall. Eine gewaltige Feuer- und Rauchsäule wälzte sich an der Unglücksstelle zum Himmel empor, und dehnte sich, vom heftigent Winde getrieben, nach dem Festplatz zu aus. Es war, als wenn ein feuerspetender Berg plöts Itch seine Gluten entfendet und die Bewohner der nahen Ortschaften in angstvolle Flucht gefagt hätte! Unter Schreckensrufen stob das Publikunt, darunter zahlreiche Schulfinder mit ihren Lehrern, nach allen Seiten aus einander. Während dieser pantkartigen Flucht, und während die lodernde Flamme das„ Gebild von Mens schenhand" in einen Haufen Asche verwandelte, leterte die Orgel eines Karussells unausgesetzt ihre fröhlichen Weisen. Einen der Monteure sah man weinend vor Schmerz über das Unglück am Boden liegen. Hätte man doch am Abend nach der Landung das Luftschiff an eine geschitt tere Stelle gebracht, wie man dies ursprünglich auch beabsichtigt hatte. Ueber die Entstehungsursache wird fich faum ein bestimmtes Urteil fällen lassen. Möglich ist, daß durch das Herausstreichen des Gafes mit der Hand aus der mit Gummt durchsetzten Seldenhülle des Ballons ein elektrischer Funke entstanden ist, der sofort die Entzündung des gefährlichen Knallgases herbeigeführt hat. Das Luftschiff P. 5" ist im Jahre 1910 in Bitterfeld gebaut worden. Im ganzen hat das Luftschiff 150 Fahr fen vollendet, ohne jemals wesentlichen Schaden erlitten zu haben. Im Jahre 1910 allein haben 400 Personen mit dem P. 5" Fahrten unternommen, die Insgesamt sich über eine Strecke von 2200 Kilometern ausdehnten. In diesem Jahre unternahm der„ P. 5" auch eine Retse nach Amsterdam, wo er wiederholte Aufstiege glücklich absolvierte. Der V. 5" hat eine Länge von 40 Meter, einen größten Durchmesser von 8 Meter, einen Fassungsraum von 1600 Subikmeter und eine größte Elgengeschwindigkeit von 35 Kilometer in der Stunde. In der Gondel konnten bei jedem Aufs stieg insgesamt 5-6 Personen befördert werden. Drabtnachrichten und neuestes. Die Fortsetzung des Deutschen Rundfluges. Münster, 28. Junt. Hier sind heute früh zum Fluge nach Cöln gestartet um 4,08 Uhr Lindpaintner und um 4,30 Uhr Vollmöller. Lindpaintner mußte bet dem Dorfe Appelhuesen eine Notlandung vornehmen, weil der Zylinder des Motors beschädigt war. Voll möller nahm bet Havigbeck eine Landung vor, um sich zu orientieren. Bet der Landung wurde der Propeller beschädigt und mußte repariert werden. Bielefeld, 28. Juni. König ist um 4,15 Uhr aufgestiegen. Er überflog in dichtem Nebel den Teutoburger Wald und landete schließlich in Bielefeld. Da der Nebel jede Orientierung unmöglich machte, fonnte der Flieger den Flugplatz nicht auffinden und landete in der Schillerstraße, einer Vorortstraße von Bielefeld. Von der Kieler Woche. Eckernförde, 28. Junt. Heute morgen 8,05 Uhr begannen die Wettfahrten von Eckernförde nach Kiel, an der auch der Meteor teilnahm. Die Jacht Jduná mit der Kaiserin und der Prinzessin Vittoria Luise an Bord folgte den übrigen Jachten nach Kiel. Bom Blizz getötet. Görlig, 28. Juni. In Bergen bei Hoyerswerda wurden durch einen Blitzschlag in einer Wohnung eine 78fährige Frau und deren 28jähriger Enkel getötet und andere Familienmitglieder betäubt. Eine Spionageaffäre in Frankreich. Paris, 28. Juni. Blättermeldungen zufolge find in Chalon sur Marne zwei Personen und hier ein Handlungsagent verhaftet worden. Weitere BerHaftungen sollen bevorstehen. Ueber die Affäre wird zunächst noch tiefes Stillschweigen bewahrt. Handel und Verkebr. Frankfurt, 26. Juni. Viehmarktpreise vom 26. Junt Preise für 1 Zentner: Rinder: A. Ochsen: a) vollflets fchige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes höchstens 7 Jahre alt( Lebendgewicht) 50-55 M,( Schlachtgewicht) 91-95 M, die noch nicht gezogen haben( ungejocht)( Le= bendgew.) 46-49 M,( Schlachtgew.) 83-89 M, b) junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete ( Lebendgew.) 42-45 M,( Schlachtgew.) 77-83 M. B. Bullen: a) vollfleischige, ausgewachsene höchst. Schlachtwertes( Lebendgew.) 44-48 M, Schlachtgew.) 79-86 Mark, b) vollfleischige, ausgemästete ühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren( Lebendgem.) 43-46 M, ( Schlachtgew) 80-83 M, c) 1. wenig gut entwickelte jüngere ühe( Lebendgew.) 36-41 M,( Schlachtgew.) 67-76 M, 5) mäßig genährte Kühe und Färsen( Lebendgew.) 30-34 M,( Schlachtgew.) 60-68 M, e) gering genährte Kühe u. Färsen( Lebendgew.) 23-26 M, ( Schlachtgew.) 52-59 M. Kälber: a) feinste Mast= ( Vollmilch- Mast) und beste Saugtälber( Lebendgew.) 57-61 M,( Schlachtgew.) 95-102 M, b) mittlere Mast und gute Saugkälber( Lebendgem.) 52-56 M,( Schlachtgew.) 88-95 M, c) geringe Saugkälber( Lebendgew.) 48-50 M,( Schlachtgew.) 81-85 M. Schafe: Stallmastschafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthämmel( Lebendgew.) 41-42 M,( Schlachtgew.) 86-88 M, b) ältere Masthämmel und gut genährte Schafe( Lebendgew.) M. Schweine: a) vollfleischige M,( Schlachtgew.) Schweine von 80-100 g. Lebendgewicht( Lebendgew.) 46-48 M,( Schlachtgew.) 60-62 M, b) vollfleischige Schweine unter 80 kg. Lebendgew.( Lebendgew.) 45-47 Mart,( Schlachtgew.) 58-60 M, c) vollfleisch. Schweine von 100-120 kg. Lebendgew.( Lebendgew.) 46-48 M, ( Schlachtgem.) 58-60 M, 5) vollfleischige Schweine von 120-150 g. Lebendgewicht( Lebendgew.) 45-47 M. ( Schlachtgew.) 57-59 M. AM Vollständig nen hergerichtetes Unzerreissbar Wirtschafts- Anwesen sind die .. Erntestricke. Marke„ Fortschritt" feurig violett gefärbt, 6 mm start mit bersenktem Holzverschluß, 170 cm Gebrauchslänge inkl. Knoten, gegen Mäuse fraß chemisch imprägniert in Bündeln zu 500 Stück. Preis per 1000 Stück M. 14.franko allen Stationen. Landw. Hauptgenossenschaft für Oberhessen Friedberg i. H. Telefon 47. Stein's Garten.. Giessen Bes. C. Stein Hotel Restaurant und 1. VergnügungsEtablissement mit großem Garten Mittagstisch in und außer Abonnement. Fremdenpension Bad im Hause. Elektr. Licht. - Telephon Nr. 5. 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