1 Herbo ausarbeit, rfteht. Oberarzt er.( 221) g fireicher: tang per te ermeister 908. 51904 8. daille siger utz anten: es.Leipzig 50 PF.u.1MK lich. sil ige ittel weiße Reiben ur durch - stünKein v. Seife ver er alb billig ch. hädlich. Original SSELDORF. olen auch mten ch- Soda beiten ligster ( 179) 22. hlen Str. 70 Pf 90" 75 " reifen: elierte( ge und Braun und Zechen essen er Str. 51 Plagsdrucker Flicher. ein Prospe hard G.m bei. Wir em er besonderen Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich vierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweig ausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mt. Erscheint Mittags 3 Uhr. Die„ Illuftr. Weltrundschau" Redaktion: liegt alle 14 Tage einmal gratis bei. Seltersweg 83.- Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 100. - ( 1. Blatt.) Dreissig Jabre deutscher Sozialpolitik Ein großes Werk deutscher Politik will die Reichstagsmehrheit nach den Osterferien unter Dach und Fach bringen: die Reichsversicherungsordnung. Das Schicksal dieses sozialen Riesengesetzes, das nach jahrelangen Vorbereitungen und Vorberatungen, nach einem gewaltigen Aufwand von Arbeit und Kampf jetzt endlich ſpruchreif geworden ist, soll in den nächsten Wochen, zwischen Ostern und Pfingsten, entschieden werden. Es handelt sich dabei um den Ausbau der Gesetzgebung, zu der vor nunmehr 30 Jahren, am 17. November 1881, in der denkwürdigen Botschaft des damals 84jährigen ersten Deutschen Kaisers der Grundstein gelegt worden ist. Die Vollendung der staatlichen Arbeiterversicherung steht be= vor. Der große Bau der deutschen Sozialreform soll gefrönt werden, der schon heute ohne gleichen dasteht, vorbildlich, bahnbrechend, mit dem nichts verglichen werden fann, weil es seither nicht ein einziger anderer Kulturstaat auch nur annähernd zu einer gleich großartigen Leistung in der Sorge für die breiten Volksschichten ge= bracht hat. In jener kaiserlichen Botschaft vor 30 Jahren, die in der Geschichte des deutschen Geistes und der deutschen Arbeit einen Markstein darstellt, ist die Aufgabe der ,, positiven Förderung des Wohls der Arbeiter" gekennzeichnet als„ eine der höchsten Aufgaben jedes Gemeinwesens, das auf den sittlichen Fundamenten des christlichen Volkslebens steht". Wenn es dem gegenwärtigen Reichstage noch gelingt, diese Aufgabe in den nächsten Wochen abzuschließen, so darf er sich das Zeugnis ausstellen, zwei Großtaten von nationalpolitischer Trag= weite vollbracht zu haben: Die Reform der Reichsfinanzen und der Reichs- Arbeiterversicherung. Der Segen der Arbeiterversicherung erhellt genugsam aus der Tatsache, daß nach Einführung der Reichsversicherungsordnung die Versicherungsbeiträge der Unternehmer, der Arbeiter und des Reiches sich zusammen jährlich auf nicht weniger als eine Milliarde Mark belaufen werden. Die Zahl der Versicherten wird dann, da das neue Gesetz die Versicherung auch auf die Landarbeiter, Hausindustriellen und Dienstboten ausdehnt, etwa 20 Millionen betragen. Anderwärts, z. B. in England, beginnt man erst jetzt, Anstalten zu treffen, um zu Einrichtungen zu gelangen, die sich aus unserem wirtschaftlichen und sozialen Leben gar nicht mehr wegdenken lassen, die gleichsam Gemeingut deutschen Volkstums geworden sind. Die letzte der Errungenschaften auf dem Wege, den vor drei Jahrzehnten die weitschauende christliche Arbeit und Fürsorge von Kaiser und Kanzler angebahnt haben, bilden die Witwen- und Waisenversicherung, die schon der Zolltarif von 1902 versprochen hat. Nach einem weiteren Jahrzehnt wird diese bei uns so Fleisch und Blut geworden sein, daß dann die staatlich geregelte Versorgung der Hinterbliebenen der Arbeiter für so selbstverständlich gilt, wie heute der gesetzlich festgelegte Anspruch auf Unterstützung im Falle der Erwerbsunfähigkeit, die durch Krankheit, Alter oder Invalidität eintritt. Aus Stadt und Land. Gießen, den 29. April 1911. Gemeinnützige Baugenossenschaft. Am Donnerstag traten zum ersten Mal Vorstand und Aufsichtsrat der neugegründeten gemeinnützigen Baugenossenschaft zusammen, um über die zunächst nach gerichtlicher Eintragung erforderlichen Schritte zu beraten. Die im Vordergrund stehenden Fragen Geldbeschaffung und Geländeerwerb wurden eingehend erörtert und beschlossen, einer Kommission die dazu erforderlichen Vorarbeiten zu übertragen, deren Vorschläge demnächst einer Mitgliederversammlung unterbreitet werden. Man hofft zahlreich geäußerten Wünschen nach Erbauung von E i n- familienhäuseen mit entsprechendem Garten Rechnung tragen zu können, wenn die Geländeerwerbsfrage sich in einigermaßen befriedigender Weise lösen läßt. Weitere Anmeldungen von Mitgliedern bittet man an den Vorstand der Baugenossenschaft zu richten, der auch gerne bereit ist, jede gewünschte Auskunft zu erteilen. - Der Bürgerverein hielt gestern abend im Saale des Hotel Einhorn eine sehr gut besuchte Hauptversammlung ab. Aus dem Jahresbe richt des 1. Vorsitzenden Lehrer Valentin Müller ist zu entnehmen, daß innerhalb des Vereins emsig gearbeitet worden ist. Die Finanzen des Vereins stehen günstig; dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Die Vorstands wahl ergab teine Aenderung. Unter dem Titel„ Verschiedenes" kam der 2. Vorsitzende Kaufmann Horst noch einmal auf die letzten Stadtverordnetenwahlen zu sprechen, für deren Vorbereitungen der Bürgerverein eine Einigung aller politischen und wirtschaftlichen KorEnthält alle amfl. Bekanntmachungen der Großherzoglichen Bürgermeisterei des Großherzoglichen Polizei- Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. sowie vieler anderer ( Haus Brüder Schmidt.) Samstag, den 29. April 1911. porationen erstrebt hatte. Er betonte besonders, daß die bem nationalliberalen Verein von gewisser Seite gemach ten Vorwürfe wahrhaftig zu unrecht gemacht worden feien. In der sich daran anschließenden Debatte wünschte Lehrer Hagenmüller, daß der Bürgerverein stets auf vaterländischem Boden stehen sollte; demgegenüber betonte Professor Urst a dt, daß auch wir( er meint damit die Fortschrittliche Volkspartei) genau so vaterländisch sind, wie die Nationalliberalen. Trotzdem plädierte Professor Urstand, dem Vorstand anheimzustellen, in geeignet erscheinenden Fällen in der soz.- dem.„ Oberhessi schen Volkszeitung" Veröffentlichungen bekannt zu geben. An die Hauptversammlung schloß sich eine allge= meine Bürgerversammlung. Zuerst wurde über die Verlegung der städtischen Aemter in die alte Klinik gesprochen. Der Bürgerverein will dazu eine bestimmte Stellung nicht einnehmen, weil seine Mitglie der in allen Teilen der Stadt zerstreut wohnen und für viele eigene Interessen mit der Verlegung der Bürgermeisterei gefährdet sind. Zur Errichtung einer Universität in Frankfurt a. M. äußern sich Stadtverordneter Justizraf Grünewald, Professor Sommer, Apotheker Schwieder. Es wurde die von Professor Sommer eingebrachte Resolution angenommen: Die von dem Bürgerverein in Gießen am 28. April 1911 einberufene allgemeine Bürgerversammlung erklärt Folgendes: ,, Die wahrscheinlich bevorstehende Gründung der Universität Frankfurt a. M. bringt die Gefahr mit sich, daß die Universität und dadurch die Stadt GieBen Einbuße erleiden wird. Da es den beteiligten die Großh. hessischen Faktoren nicht zusteht, gegen Gründung der Universität Frankfurt als eine innere preußische Angelegenheit Einspruch zu erheben, so kann ein Protest gegen diese Errichtung von Gießen aus nicht erfolgen. Die Abwehr gegen die eventuell begründete Universität Frankfurt kann nur in einer zu sammenfassung aller beteiligten Kräfte zum Gedeihen der Universität Gießen bestehen. Es ist daher besonders ein zweckmäßiges Zusammenwirken zwischen Staat, Stadt, Universität und Bürgerschaft bei der weiteren Entwickelung der Bildungseinrichtungen in Gießen zu wünschen, die einerseits den Studenten, andererseits der weiteren Oeffentlich= keit zur Belehrung dienen sollen. Das Vorgehen der Stadt Frankfurt und ihr Zusammenwirken mit dem Staat erscheint dabei vorbildlich. Jedenfalls hat die Stadt Gießen an der weiteren Entwickelung der Universität lebhaftes, nicht nur materielles sondern auch geistiges Interesse und es ist zu hoffen, daß ihre altberühmte Universität auch nach Errichtung einer weiteren Universität in ihrer näch= sten Nähe durch tüchtige Lehrkräfte und gute Unterrichtseinrichtungen, sowie durch eine gute Weiterent wickelung der Stadt und durch ihre schöne Umgebung ihre Anziehungskraft bewahren wird." Juli ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. - Stellen die 44 mm breite Inseratenzeile. gesuche und Familienanzeigen 10 Pfg.- Die 90 mm breite Zeile im Reklameteil 50 Pfg.- Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. - Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. stens während der Brutzeit, d. i. 15. April bis 15. die Katzen namentlich des Nachts einzusperren. -d= Bieber b. Rodheim, 27. April. Ein großer Trauerzug bewegte sich vor wenigen Tagen durch unseren Ort, voran der Turnverein mit umflorter Fahne. Galt es doch, einem seiner besten Turner, Heinr. Rinn 2., das letzte Geleit zu geben. Der noch nicht 20jährige junge Mann war auf der hiesigen Grube Eleonore am Montag nachmittag beim Reparieren einer Wasserpumpe von dem Förderkorbe erfaßt und sofort erdrückt worden. Sämtliche Beamten und die etwa 150 Mann zählende Belegschaft gaben dem so jäh aus dem Leben Geschie denen die letzte Ehre. -e- Biedenkopf, 27. April. Auf der Eisen= bahnbrücke bei Ferndorf wurde gestern nachmittag ein Fabrikarbeiter aus Weidenau vom Zuge überfahren und getötet. sch Biedenkopf, 29. April. Gestern wurde die 26 Kilometer lange Verbindungsbahn zwischen der oberen Lahn und dem Dilltal über Oberscheld, Wallau und Biedenkopf feierlichst eröffnet. Der Extrazug fuhr nach Dillenburg, wo im Kurhaus das Festmahl stattfand. Wiesbaden, 29. April. Dem von Geisen= heim abends 7.30 Uhr nach hier abgelassenen Personenug warf der Sturm bei der Maschinenfabrik Johannisberg einen Holzschuppen auf das Geleise. Der Zug fuhr über die Trümmer hinweg, ohne Schaden zu leiden. er= -r- Wiesbaden, 28. April. Die Handelskammer hat sich in einer Resolution gegen das Zustandekommen des Privatbeamten- Versicherungsgesetzes ausgesprochen. Sollte das Gesetz doch zustande kommen, will sie sich für die fakultative Zulassung des Handwerks, sowie für den Anschluß der Versicherung an die Invaliditätsversicherung erklären. Hanau, 28. April. Mit Rücksicht auf die Gefahr der Verschleppung der Maul- und Klauenseuche wurde die Abhaltung des auf den 3. Mai angesetzten Hanauer Zucht- und Fettviehmarktes von der Polizei= direktion untersagt. Nervosität. Nervös ist heutzutage die mehrzahl der Menschen, sei es durch Neberarbeitung, Aerger, Schicksalsschläge oder ernste Krankheiten. Um die Nerven zu beruhigen und 34 kräftigen wird im Allgemeinen Le= ciferrin verordnet und angewandt. Le= Die 3. Angelegenheit: Einjährig- Freiwilligen- Einstel- ciferrin, ist von sehr angenehmen Gelung beim Regiment Kaiser Wilhelm Nr. 116 soll daschmack, gut bekömmlich und wird von lung beim Regiment Kaiser Wilhelm Nr. 116 soll dahin verfolgt werden, daß auch, wie früher, am 1. In April solche eingestellt werden, wie es 3. B. in' Butzbach Jung und Alt gerne genommen. 2 Jahren vom früheren Oberst von Müller angeordnete ganz kurzer Zeit bessert sich das AllVerfügung die für die Bürgerschaft nicht gerade zum gemeinbefinden, der Appetit und die Verdauung werden gefördert. und Offenbach geschieht. Gießen ist durch die vor etwa - Vorteil war- ins Hintertreffen gekommen. Es wurde weiter sehr rege debattiert über die projek tierten Bahnen durch's Biebertal nach Gladenbach, deren Ausführung von Wetzlarer Seite zu verhindern versucht wird, und über die Linie durch's Klee bachtal. Stadtverordneter Gabriel legte in sehr ausführlicher Weise dar, daß die Bahn durch's Biebertal ohne Zweifel sehr rentabel und für Gießen sehr wertvoll sei. Stadtv. Justizrat Grünewald sprach zur Kleebachtalbahn. Er ermahnte, daß man sich hüben wie drüben entgegen kommen solle und wünschte, daß man eine vernünftige Verkehrspolitik auch in der Gießener Stadtverordneten- Bersammlung treiben möchte. Will der Staat, daß die Kleebachtalbahn jetzt in Dutenhofen einmünden soll, so könne man vorläufig damit zufrieden münden soll, so könne man vorläufig damit zufrieden sein. Vogelschutz. Die Brutzeit einer ganzen Anzahl der lieblichsten und nützlichsten Singvögel hat begonnen. Unter ihnen sind viele, die ihr Nest unmittelbar auf dem Erdboden oder nur wenig über der Erde, in Büschen, unter altem Laub, in dem Wurzelwerk älterer Bäume ze. errichten. Nachtigallen, Rot- und Blautehlchen, die drei Laubsänger, Lerchen und Pieper, die verschiedenen Grasmückenarten 2c. Alle diese Tiere sind zur Brutzeit durch die Hauskatze außerordentlich gefährdet. Jedes Nest, das die Kaze weiß, ist dem Untergang geweiht. Nicht bloß die Rücksicht auf das lieb= liche Familienleben des Vogels, sondern auch auf den ureigensten Nutzen des Landwirts und Obstzüchters gibt Veranlassung zur Bitte an alle Katzenbesitzer, wenigPreis der großen Flasche Mt. 3; an 8uder gebunden enthält Doo- Lecithin 0.5. Eisen als Eisenoxybhybrat 0.75, aromatische Bestandteile in Cognac und Alkohol 40.0, Reft bestilliertes Wasser. ( 217) In Apotheken erhältlich, ganz sicher von: Universitäts- Apotheke, Gießen und Engel- Apotheke in Frankfurt a. Main. Fahren Sie SUPERIOR musterhaft in Bau u. 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Auf der anderen Seite kommen aus den verschiedensten Orten Frankreichs und der Kolonien Meldungen von Truppensendungen nach Marokko, Maßregeln, die in schroffem Gegensatze zu dem tatsächlichen Bedürfnisse zu stehen scheinen. Berteaux, der französische Kriegsminister, erklärt, er handle in vollem Einverständnisse mit seinem Kollegen vom Auswärtigen, Cruppi; das soll wohl heißen, keine fremde Macht habe irgendwelche Einwendungen gegen den Spaziergang nach Jez und die Unterwerfung des ganzen Scherifenreiches zu er= heben. Der Pariser Ministerrat beschloß die dazu erforderliche Truppenverstärkung. Nach Beendigung der Beratung begaben sich der Premierminister sowie die Minister des Krieges und des Auswärtigen, einer Einladung des Baron Schön folgend, zum Diner in die deutsche Botschaft. Dem Außenstehenden muß sich dadurch die Ueberzeugung aufdrängen, daß Deutschland nunmehr rückhaltlos einer französischen Besitzergreifung Marokkos zustimme. Denn nur auf eine solche können die französischen Vorbereitungen hinzielen, das weiß die deutsche Diplomatie ebensogut wie die gesamte Presse Europas, die alle Vorwände vom Schute bedrohter Europäer als das behandelt, was sie sind, Sand in die Augen derjenigen, die nicht sehen wollen. Bon Fürst Bülows Leben in Rom veröffentlicht das Maiheft der Deutschen Revue"( Stuttgart, Deutsche Verlagsanst.) einen Artikel, aus dem wir zusammenfassend das politisch Bemerkenswerteste hervorheben. Fürst Bülow hat mit der ihm eigenen geistigen Geschmeidigkeit und dank seiner umfassenden Bildung es verstanden, auch seine Ruhezeit so auszufüllen, daß die lebendigen Kräfte seines Wesens ihr Genüge finden. Mußte er während seines früheren römischen Ausenthaltes aus Gründen dienstlicher Pflichterfüllung auf das Studium der römischen Kunstschätze und Denkmäler verzichten, so holt er das jetzt planmäßig nach. In seinem gastlichen Hause bieten neben dem geistig- künstlerischen Leben der deutschen Heimat Italten und Rom am häufigsten das Gesprächsthema dar. Die Politik wird nur selten berührt. Der Fürst scheint sie geflissentlich zu meiden, weicht jedoch nicht aus, wenn die Rede darauf kommt, geht aber auf Erörterungen über schwebende politische Fra= gen und politische Führer nicht ein. Mit größter Schonung äußert er sich über Menschen, die ihm im Kampfe gegenüberstanden oder ihm während seines staatsmännischen Wirkens Schwierigkeiten und Bitternisse bereitet haben. Spricht er einmal von seiner eigenen Amtstätigkeit, so scheut er sich nicht zu bekennen, daß er da oder dort Fehler begangen und sich in der Auswahl von Personen geirrt habe, die er auf verantwortungsvolle Posten stellte, aber für die von ihnen gemachten Fehler weiß er, auch wenn sie ihm schwere Sorgen bereiteten, meist ein entschuldigendes Wort zu finden. Als einen wichtigen Leitsatz seiner amtlichen Tätigkett betont Fürst Bülow die Auffassung, daß polttische Gegensätze mit den persönlichen Beziehungen nichts zu tun hätten, daß man politische Gegensätze nicht aufs persönliche Gebiet übertragen, sondern sich stets bemühen solle, mit dem politischen Gegner persönlich auf gutem Fuße zu stehen. Für Deutschland kann diese Mahnung nicht oft genug wiederholt werden! Von sachverständiger militärischer Sette wird auch versichert, daß die jetzt aufgebotene französische Truppenmacht vollkommen ausreicht, um in nicht allzulanger Zeit das Land zu erobern; Marokko ist nicht mehr ein Knochen, an dem eine europäische Macht sich ein Dezenntum lang die Zähne ausbeißen kann, wie dies früher einmal behauptet worden ist. Im Zeitalter der Schnellfeuergeschüße, Maschinengewehre und Aeroplane wird der Kabylenwiderstand in kürzester Frist zusammenbrechen. Erhält Frankreich bet der heute begonnenen Aktion freie Hand, dann ist das Schicksal des Scherifenreiches besiegelt. Dann werden aber auch die französischen Bataillone das Land niemals wieder verlassen. Der Vorwände zum Verbleiben wird es genug geben: Die Opfer an Menschen, die nicht vergeblich gebracht sein dürfen, an Millionen, die das verwüstete Land nicht wird ersetzen können, der Schutz der Handelsinteressen und Minenkonzessionen und zuletzt die Farce: Die Sicherung der Durchführung der Algecirasakte, die dann nicht mehr den Wert des Papiers haben wird, worauf sie ge= schrieben wurde. Die deutsche Presse legt im allgemeinen den Vorkommnissen der auswärtigen Politik gegenüber eine große Gleichgültigkeit an den Tag. Unseren Tagespolitikern und Parlamentariern erscheint das Gezänk um mögliche Stichwahlparolen bei den niemand weiß wann? kommenden Reichstagswahlen ungleich wichtiger, als eine Aktion, bei der es sich in den Konsequenzen um nicht mehr und nicht weniger als um die Sicherheit und die Existenz des Reich es handelt. Denn erwirbt Frankreich Marokko, bildet es vor den Toren Europas ein riesiges geschlossenes Kolonialreich, bewohnt von Millionen waffenfähiger, friegsgewohnter Streiter, dann ist die französische Unterlegenheit gegenüber der deutschen Wehrmacht numertsch mindestens ausge= glichen. Dann kann das schon bestehende Werk der afrikanischen Rekrutierung ins Ungeheure ausgedehnt werden. Dann können wir unsere Rüstungen, von deren Einschräntung Utopisten träumen, bis zur Unerträglichkeit steigern, dann wird die Gefahr der Revanche eminent. Uns drängt sich heute die besorgte Frage auf: Was geht hinter den Kulissen vor? Sollen wir das Diner des Barons Schön als Symptom für die Stellungnahme der Reichsregierung gegenüber der französischen Marokkopolitik ansehen? Sind Herrn v. Kiderlen, an dessen Mut, Energie und Klugheit wir nicht zweifeln, die Hände gebunden? Hat er ein kategorisches:" Bis hierher und nicht weiter in Maroffo!" sprechen dürfen, und welche Garantien sind ihm geboten, daß seinen Worten die Tat folgt?! Rundschaur vom Cage. Politisches. 3igaretteneine Teilnahme des Erzherzogs an den Armeemanövern und über einen Gegenbesuch im Laufe des Sommers nichts bekannt. Vereinbart ist dagegen worden, daß der österrei chische Thronfolger den diesjährigen Flottenmanövern bei wohnen wird. Die Nachricht über die Vertagung des Besuches des Königs Peter in Budapest wurde in allen ernsten politi schen Kreisen Belgrads mit aufrichtigem Bedauern aufge nommen. Man gibt vielfach der Ansicht Ausdruck, daß die Verschiebung der Reise insofern günstige Folgen nach sich ziehen werde, als durch die Vertagung volle Beruhigung auch in den extremsten chauvinistischen Kreisen eintreten werde. Die Bekämpfung des Mangels an Offizieren in der Türkei hat Kriegsminister Mahmud Scheffet sich zur Auf gabe gemacht. Es ist soeben eine Verfügung des Kriegsministeriums ergangen, daß in diesem am 15. März be gonnenen Jahre 1327 kein Offizier pensioniert werden kann. Die amtliche Uebersicht über die Einnahmen aus den Zöllen, Steuern und Gebühren für das Etatsjahr 1910 liegt nunmehr vor. Die Reichseinnahmen stellen sich darnach in den wichtigsten Posten wie folgt: Zölle 659 155 192 M( Anschlag: 631 900 000 M); Tabaksteuer 11 787 677 M( 14 413 000); steuer 24 336 258 M( 23 711 000); 3uckersteuer 151 110 557 M( 147 178 000); Satzsteuer 60 182 672 M ( 58 048 000); Branntweinverbrauchsabgabe 157 424 096 M( 180 000 000); die Betriebsauflage für Branntwein ergab ein Minus von 4 444 918 M. An Schaumwein steuer gingen ein 9833 792 M( Anschlag 10 210 000 M); Leuchtmittelsteuer 9984 084 M( 15 013 000); 3ündwarensteuer 14 079 567 M ( 15 010 000); Brausteuer 110 217 711 M( 111 500 000); Wechselstempelsteuer 18 365 443 M( 20 000 000); Stempelabgabe von Schecks 3 528 721 M( 7 350 000); von Grundstücksübertragungen 42 811 695 M. ( 25 480 000). Die Erbschaftssteuer brachte 41 560 958 M( 34 000 000). Der offiziöse Pariser„ Temps" ist uns mit gutem Betspiele vorangegangen, wenn er verlangte, daß bei der französischen Expedition nach Fez„ keine scherifische Maske vorgenommen, sondern mit voller Offenheit gesagt werde, was Frankreich vorbereite und was es wolle", und daß Frankreich von seinen Absichten nichts zu verbergen habe". Das Gleiche gilt für die deutsche Politik, auch wir müssen sagen, was wir wollen: Im Interesse der Sicherheit des Deutschen Reiches und des europäischen Friedens fann niemals zugegeben werden, daß Marokko tunifiziert werde, und wir müssen verlangen, daß die Reichsregierung In diesem Sinne klipp und klar Farbe bekenne und dementsprechend handle. 26) Des Rätsels Lösung. Roman von Ludwig Blüm ck e. ( Nachdruck verboten.) Vorbereitungen zu den Reichstagswahlen. Für die sechs Berliner Reichstagswahlkreise haben die Konservativen, Deutsch- Sozialen und Christlich- Sozialen sich zu ge= meinsamem Vorgehen bei den nächsten allgemeinen Reichstagswahlen verbunden. Die merikanischen Friedensverhandlungen scheinen gute Fortschritte zu machen. Die Regierung soll bereit sein, den verwundeten Insurgenten Pensionen zu gewähren und die Schulden der Insurrektion zu decken. Auch will ste zugestehen, daß kein gegenwärtiger Beamter wiederge: wählt werden kann. ten) von 1911) 9 perlic tig fo befteh fährli Don 2 heits dem feftät nigs, frant offia Geb flagg gäng Still misch thm Schm dahin berich einer daß zu ta fie ni Auf Schul großer nun im V fei, a Kapi das zu De mögli möchte J Daß polize sein. Gnfter ber berart weibli der ange beim 1909 geftell Eine Niederlage der australischen Regierung. Durch eine Volksabstimmung sollte am Mittwoch eine Verände rung der Bundesverfassung in die Wege geleitet werden, um die gesamte industrielle Gesetzgebung einschließlich der Errichtung eines Schiedsgerichts zur Beilegung von Streitigkeiten zwischen Arbeitern und Arbeitgebern, auch wenn diese auf einen einzelnen Staat beschränkt sind, aus den Händen der Einzelstaaten zu nehmen und an die Zentralgerichte zu übertragen, sowie um eine Verschärfung der Bundesgesetzgebung gegen Handels- und Industriemonopole herbeizuführen. Soweit sich bisher übersehen läßt, sind beide Vorschläge mit überwiegenden Mehrheiten abgelehnt. Das Ergebnis bedeutet eine schwere Niederlage der Bundesregierung und der Arbeiterpartet. Die Beihilfen für Kriegsteilnehmer. Nachdem der Reichstag die Summe von 5 Millionen Mark als Beihilfen für hilfsbedürftige Kriegsteilnehmer bewilligt hat, und die neuen Ausführungsbestimmungen zur Gewährung dieser Beihilfen bekannt gemacht sind, wurden viele neue Anträge von Kriegsteilnehmern gestellt. Die Behörden wurden angewiesen, diese Gesuche auf das wohlwollendste zu untersuchen und, wenn irgend möglich, den geäußerten Wünschen nachzukommen. Es wird möglich sein, in diesem Jahre etwa 60 000 Kriegsteilnehmern mehr als sonst Beihilfen zu gewähren. Woltersdorf hatte seinen Plan gefaßt: Die Sünden der Vergangenheit sollten Hardis Glück vernichten. Und glückte das nicht, was er sich da gar listig ersonnen, so würde er noch andere Mittel und Wege finden, sein Ziel zu erreichen. Es waren ihm verschiedene Damen in der Residenz bekannt, die sich rühmten, einmal in Hardis ganz besonderer Gunst gestanden zu haben. Und eine von diesen sollte seine Helfershelferin werden. Erst als des Mondes silberglänzendes Licht das Schlichte Gärtlein mit den duftigen Rosen zu überfluten begann, drückte Hardi seinem Bräutlein den Gutenachtfuß auf die roten Lippen. Lange schon hatten die alten Rabens sich zur Ruhe begeben. Ihnen war es nicht aufgefallen, daß Erna noch immer nicht hereingekommen. Als Hardi wieder im Schloß antam, kehrten sein Vater und die Schwägerin gerade von ihrem Besuch zurück. Mit wenigen Worten erklärte er ihnen, warum er hier war. Das Befinden des Kaisers Franz Josef ist andauernd sehr zufriedenstellend, der Gesundheitszustand kann als normal bezeichnet werden. Da jedoch der Monarch noch einiger Schonung bedarf, so ließ er sich bestimmen, von der Abnahme der diesjährigen Parade abzustehen, um sich nicht den Gefahren der unbeständigen Witterung auszusetzen. Auf Anordnung des Kaisers findet die Parade troz dem statt, und zwar wird sie Erzherzog Franz Ferdinand abnehmen. Und dabei siehst Du so kreuzfidel aus?" fragte der General nicht wenig überrascht. Papa, ich will Dir alles erklären, wenn Du ein Viertelstündchen für mich übrig hättest," flüsterte Hardi ihm zu. Der alte Herr schüttelte das greise Haupt und führte Hardi in sein Arbeitsgemach, gar gewichtige Dinge ahnend. Kleine Nachrichten. Kaiserspenden auf Korfu. Das Kaiserpaar, das am 1. Mai Korfu verlassen wird, stiftete 2000 Frcs. für die Armen der Stadt Korfu, 500 Frcs. für die Armen des Ortes GaSturt und 1000 Frcs. für die griechische Gendarmerie. Prinz Karol von Rumänien, der älteste, jetzt 17 Jahre alte Sohn des rumänischen Kronprinzen, wird sich, wie der Voss. 3tg." aus Bukarest gemeldet wird, im Herbst nach Berlin begeben, um zur militärischen Ausbildung in ein Garderegiment eingereiht zu werden. Der österreichische Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand soll nach Pressemeldungen an den deutschen Kaisermanövern im Herbst teilnehmen, und außerdem wurde gemeldet, daß der Thronerbe dem deutschen Kronprinzen im Laufe des Sommers einen Gegenbesuch abstatten würde. Wie die„ Inf." erfährt, ist an unterrichteter Stelle über Und Hardi hielt sich nicht lange bei der Vorrede auf. Keck und fühn sagte er frei heraus:„ Ich habe mich heute abend mit Erna Raben verlobt. Darum bin ich so glücklich. Auf Deinen Segen, lieber Vater, darf ich hoffen, das weiß ich genau. Wolltest Du mir früher denselben versagen, well Du meintest, Erna wäre keine standesgemäße Partie, Du müßtest Dich ihrer vor unseren Ahnen schämen, so gebietet Dir jetzt die Pflicht der Dankbarkeit es ja doch, die Retterin eines unseres Geschlechts mit allem zu belohnen, was Du ihr zu geben vermagst." Einjährige können jetzt auch bei den Luftschifferbataillo: nen eintreten. Während bisher bei den Verkehrstruppen außer bei den Eisenbahntruppen nur bei den Telegraphenbataillonen Einjährig- Freiwillige eingestellt wurden, werden vom 1. Oktober d. J. ab auch bei den drei Luftschifferbataillonen, sowie bei dem Kraftfahrbataillon EinjährigFreiwillige eingestellt. Einen Augenblick hielt er inne, denn des Vaters gar zu durchdringender Blick verwirrte ihn etwas. Du bist also noch immer nicht damit einverstanden?" fragte er dann mit leiser Stimme. Der Hauptgewinn der Südpolargeldlotterie in Höhe von 60 000 M ist in der Mittwochziehung auf das Los Nr. 167 917 gefallen, das in einem Berliner Lotteriegeschäft gekauft wurde. Der glückliche Gewinner soll ein Arbeiter in Berlin sein. ,, Mein Sohn, ich habe gegen Fräulein Raben nicht das mindeste einzuwenden," erwiderte der General zögernd. , Was mir Sorge macht, ist lediglich die Befürchtung, daß Du eines Tages anderen Sinnes werden könntest. Und das möchte ich nicht erleben. Ich bitte Dich also: Prüfe Dich zunächst!" Die Passagierfahrten der Deutschland" werden bis zum Eintritt günstigeren Wetters ausgesetzt. Es herrscht in Düsseldorf fast ununterbrochen starker Regen. Ein mit Wolkenbruch verbundenes starkes Sturmwet: ter hat Mittwoch mehrere niederrheinische Ortschaften heimgesucht. In der Stadt Mörs entlud sich eine Wasserhose und deckte die Dächer vieler Häuser ab. Mehrere Schaufenster wurden zertrümmert, der Wagen eines Arztes umgeworfen, wobei der Kutscher erhebliche Verlegungen er= litt. Viele Straßengänger kamen durch die Gewalt des plötzlich einsetzenden, kaum eine Minute anhaltenden Sturmes zu Fall. ., Lieber Papa, dann bin ich vollkommen glücklich! Wenn Du nur dies einzige Bedenken hast, dann steht mei= nem Glück ja nichts mehr im Wege. Ich habe mein Herz geprüft und weiß, was Liebe ist, erst seit ich Erna damals wiedersah. weiß ich es." Da schloß der Vater seinen Sohn in die Arme. Ein paar helle Tränen perlten ihm über die rauhe Wange in den weißen Bart. Kinder ohne Aufsicht. In Poghausen( Ostfriesland) zündete ein sechsjähriges Mädchen, das zur Beaufsichtigung des Kleinsten allein zu Hause war, das Bett an, worin das Kind lag. Nachbarn erstickten die Flammen, doch hatten beide Kinder schwere Brandwunden erhalten, denen das Kleinste bereits erlegen ist. Der Zustand des Mädchens ist sehr bedenklich. ,, Gott segne euch! Vergilt Du Erna, was sie uns ge= tan und suche das Unrecht, das sie und die ihrigen erlitten, durch Liebe gut zu machen," sprach er mit bewegter Stimme. Volkswirtschaftliches. 1891 503 Invalidenrenten. Nach der im Reichsversiches rungsamt gefertigten Zusammenstellung betrug die Zah der seit dem 1. Januar 1891 bis einschließlich 31. März 1911 bewilligten Invalidenrenten 1891 053, wovon am 1. April 1911 921 149 Iiefen( gegen 918 760 am 1. Januar 1911). Die Zahl der während desselben Zeitraums Hewilligten Altersrenten betrug 496 300, wovon am 1. April 1911 96 879 liefen ( gegen 98 335 am 1. Januar 1911). Invalidenrenten gemäß§ 16 des Invalidenversicherungsgesetzes( Krankenreneinen erbärmlicheren Menschen könnte man sich ja kaum denken. Und an den sollte seine Tochter zeitlebens gekettet sein? Erna hatte ihren Eltern am nächsten Morgen alles eingestanden und bereitete sie auf Hardis Besuch vor. Die Mutter war, wie so leicht und so oft, zu Tränen gerührt, der Vater aber schritt mit umwölfter Stirn in der Stube auf und nieder. Welche neue Sorge sich da plötzlich auf sein gequältes Herz gewälzt, ahnten Mutter und Tochter nicht. Des Rentmeisters erster Gedanke war, gerade wie es der des Generals gewesen:„ Meint er es auch wirklich ernstlich? Wird es ihn nicht bald gereuen?" Und dann dieser Verdacht, den er nun einmal nicht überwinden fonnte, so sehr er sich auch bemühte! Wenn der Leutnant dennoch der Dieb wäre! Ach. Bei solchen Gedanken war es dem alten Mann unmög lich, eine heitere Miene zu zeigen. Erna über die glühende Wange streichend, sagte er:„ Mein Töchterchen, so ein junges Menschenherz ist gar unerfahren. Denke an das Dichterwort:„ Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich das Herz zum Herzen findet! Der Wahn ist kurz, die Reu' ist lang." Glaube mir, ich will Deinem Glück ganz ge= wiß nicht im Wege sein. Wüßte ich nur, ob dies, was Dich heute so selig macht, Dein Glück ist." ,, Ach Vater," fiel ihm die Mutter jetzt ins Wort, ihre Tränen trocknend, sieh nicht gar so schwarz! Man hört über den jungen Herrn, seit er dem Papa Besserung gelobt, nur Gutes. Er ist ein Muster von Solidität gewor den. Hans, unser sparsamer Junge, sagt das doch sogar, und der kennt seinen Freund doch wie sich selber. Hans sagte auch, daß all die vielen Liebesabenteuer, die der Leut nant früher erlebt, durchaus nicht derart gewesen wären, daß seine zukünftige Gattin mit Entsetzen daran denken müßte. Nun wollen wir nur abwarten, was Erzellenz sagt. Und ich glaube, sowohl der General wie dessen ganze Verwandtschaft wird nichts gegen unsere Tochter haben. Sie haben Erna nach dem Rettungswerk doch ganz und gar wie eine zu ihnen Gehörige behandelt. Siegfried nennt sie Tantchen! Also, Väterchen, verdirb uns die Freude nicht!" Hardi erschien auf Mittag in glänzender Paradeuniform in Rabens schlichter Wohnung und hielt um Ernas Hand an. Er hatte nicht geglaubt, daß er, nachdem der eigene Vater ihm bereits seine Einwilligung und seinen Segen gegeben, bei dem Rentmeister auf so viele Schwie rigkeiten stoßen würde. Ganz unumwunden sprach dieser seine Bedenken aus und ließ Hardi nicht im Zweifel dara über, daß er ihm ganz und gar mißtraue.(&. f.) Verwe der K Auch Seit d Inner Berlin Nähe lern eine Befit darin Jahre und le Gedan ben, e Scheint perteil das L wirts das G heute und je ist nu diefes in de Besti Besit ridg Jollte es onfel die wahr Mith Jehn minde nicht find in unmit bere" halten Lebens bem A Ist der iberna rat au ein au schaft Hausal es mit Dem Fr Den To jrau ih Mannes ( Kanto Jeine F des Ver Familie nes so wefend dem fie fich gen fich mit an. Er liche To bollitän borgen Su Offerob rmeemanöve ommers ni B der öfter manövern Befuches erniten poli dauern auf drud, daß Igen nadi Beruhigu ifen eintre zieren in h fich zur des Krie 15. März niert werd gen fcheine foll bete en zu gem n. Auch w ter wieberg rung. 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Han die der Let wesen wären Daran benter vas Erzellen deffen gan ochter haben od ganz egfried nennt die Freud Paradeuni elt um Ernas nachdem der g und feinen viele Gwie Sprach bieler 3weifel bar ( 81) ten) wurden seit dem 1. Januar 1900 bewilligt 118 328, wovon am 1. April 1911 16 946( gegen 16 965 am 1. Januar 1911) Tiefen. Vermischtes. Bom König Otto von Bayern.„ Seiner Majestät förperliches Leiden den Umständen nach gut, die Paralyse stetig fortschreitend", so lautet der Befund der Kommission, bestehend aus einem Arzt und zwei Hofchargen, die sich alljährlich gewöhnlich vor dem Geburtstag des Königs Otto von Bayern nach Schloß Fürstenried begibt, um ein Krankheitsbild des franken Königs zu gewinnen und darüber dem Prinzregenten Bericht zu erstatten. Der franken Majestät bezeugte am 27. April, dem 63. Geburtstag des Königs, der seit nahezu 33 Jahren in unheilbarer Geistesfrankheit auf Schloß Fürstenried dahinsiecht, Bayern seine offizielle Ergebenheit. Die staatlichen und öffentlichen Gebäude hatten zu Ehren des unglüdlichen Königs ge= flaggt, der ohne Bewußtsein seines Geschickes und der Vorgänge, die ihn vor 25 Jahren auf den Thron hoben, lebt. Still und immer stiller ist der Kranke geworden, die stürmischen Anfälle haben sich gelegt. Das Nierenleiden scheint thm nur noch wenig Beschwerden zu machen, denn kein Schmerzenslaut kommt über seine Lippen. Er dämmert dahin, ein Bild des Mitleids. Das Frühstück der Schulkinder wird in dem Jahresberichte des Kaiser- Friedrich- Realgymnasiums in Rigdorf einer beachtenswerten Kritik unterzogen. Es heißt da, daß als eine nicht zu duldende Unfitte auf das lebhafteste zu tadeln sei, wenn Echüler den Teil ihres Frühstückes, den sie nicht mehr zu genießen vermögen, einfach wegwerfen. Auf dem Hofe würden in den Papierfästen und unter den Schulbänken täglich Brot-, Ausschnitt- und Obstreste in großen Mengen gefunden. An diese Mitteilung fnüpft nun der Direktor die Bitte an die Eltern, dieser Unsitte im Verein mit den Lehrern zu steuern, die um so sträflicher sei, als es gewiß manchem Vater schwer werde, das Brot zu verdienen, welches sein Sohn achtlos fortwirft. Das Kapitel schließt mit der besonderen Bitte, daß die Eltern das in die Schule mitgegebene Frühstück so einfach wie möglich gestalten und dabei jeglichen Lurus vermeiden möchten. Junge Mädchen bei der Berliner Kriminalpolizei. Daß junge Mädchen im Dienste der Berliner Kriminalpolizei Verwendung finden, dürfte nicht allgemein bekannt sein. Zuerst wurden junge Mädchen nach amerikanischem System als Detektivinnen angestellt, und die Erfahrungen der Kriminalpolizei mit weiblichen Hilfskräften waren berart, daß man beschloß, den Außendienst aufs neue mit weiblichen Kräften zu besetzen. Aber auch im Innendienst der Kriminalpolizei sind junge Damen seit einiger Zeit angestellt. Auf Antrag des Berliner Polizeipräsidiums beim Ministerium des Innern wurden zuerst im Jahre 1909 15 junge Mädchen in den Dienst der Kriminalpolizei gestellt; 5 sollten beim Tagesdienst der Telephonzentralen Verwendung finden, die anderen sollten zur Verfügung der Kriminalpolizei bet größeren Vernehmungen stehen. Auch Stenotypistinnen und Maschinenschreiberinnen sind seit diesem Antrag des Berliner Polizeipräsidiums im Innendienst der Kriminalpolizei beschäftigt. Die Millionenerben von Halensee. In Halensee bei Berlin liegt ein hübsches Gartenlokal, das von den in der Nähe wohnenden Künstlern, Schauspielern und Schriftstellern gerne besucht wird und für seinen Besitzer jedenfalls eine kleine Goldgrube bildet. Oder vielmehr für seine Besitzer; denn das Lokal gehört mehreren Leuten, und darin liegt die Pointe der Geschichte. Vor etwa zwanzig Jahren nämlich, als die Gegend dort draußen noch wüste und leer war, kam eine fröhliche Stammtischrunde auf den Gedanken, in der Halenseer Gegend ein Terrain zu erwerben, ein Sommerlokal darauf zu errichten und den wahrscheinlich bescheiden bleibenden Gewinn unter einander zu perteilen. Geplantgetan! Jeder zeichnete 7000 Mart, das Lokal wurde errichtet, einer aus der Runde, ein Gastwirtssohn, übernahm die Dekonomie, und bald florierte das Geschäft glänzend. Der Wert des Grundstücks in dieser heute vornehmen Berliner Gegend stieg von Jahr zu Jahr, und jetzt wäre es für eine Million nicht feil. Das Kuriose ist nur, daß die jeweiligen Erben eines der Mitbesitzer dieses Lokals von diesem Wertzuwachs gar nichts haben: in den Gesellschaftsvertrag wurde nämlich seinerzeit die Bestimmung aufgenommen, daß beim Ableben eines der Besitzer die Erben nur die Bareinlage von 7000 Mark zurüdgezahlt erhalten sollen, und nur der Lettüberlebende Jollte alles erben. Nie, so lange die Welt steht, hat es Erben gegeben, die so inbrünstig ihren Erbonfeln ein langes Leben wünschten, und niemals haben die Erben beim frühzeitigen Tode des Erblassers so viele wahre Trauer an den Tag gelegt, wie beim Ableben der Mitbesizer jenes Lokals. Deren Zahl, die ursprünglich jehn betrug, hat sich nun im Laufe der Jahre um acht vermindert. Die zwei Uebriggebliebenen lauern aber nun nicht mehr etwa einander auf des andern Tod, sondern find in treuer Freundschaft verbunden. Beide haben keine unmittelbaren Leibeserben, beide wünschen, daß der„ anbere" der endgültige glückliche Erbe sein möge, und beide halten darauf, daß der andere sich keinem leichtsinnigen Lebenswandel hingebe, der seiner Gesundheit schaden und dem Antritt der Erbschaft im Wege sein könnte. Der eine Ist der Gastwirt selbst, der seinerzeit den Wirtschaftsbetrieb übernahm; der andere ist sein inzwischen zum Medizinalrat aufgerüdter Jugendfreund. Und nun ist der eine auf ein ausgezeichnetes Mittel verfallen, dem andern die Erbschaft zu sichern! Der Medizinalrat hat sich selbst zum Hausarzt seines Freundes ernannt und der Gastwirt hat es mit Freuden angenommen. Freiwilliger Feuertod einer Witwe. Aus Gram über hen Tod ihres Gatten hat in der Schweiz eine Landwirtsjrau ihrem Leben ein schreckliches Ende bereitet. Es wird bem, B. T." darüber aus Zürich gemeldet: Jm besten Mannesalter starb im verflossenen Winter in Aettenswil ( Kanton Bern) der Landwirt Jakob Jenny und hinterließ seine Frau mit acht unmündigen Kindern. Ein Bruder des Verstorbenen führte fortan die Landwirtschaft für die Familie weiter. Die Frau aber hatte der Tod ihres Man nes so schwer getroffen, daß sie zeitweilig wie geistesabwesend erschien. Gestern begab sich die Unglückliche, nachdem sie die Photographie ihres verstorbenen Mannes an fich genommen hatte, in den Keller ihres Hauses, umwidelte sich mit Säden, goß Petroleum darüber und zündete sich an. Erst durch den Brandgeruch wurde man auf die schreckliche Tat der geistesumnachteten Frau aufmerksam, die als vollständig verkohlte Leiche aus dem brennenden Keller geborgen wurde. Sut und Habicht. Ein heiterer Vorfall wird aus Osterode am Harz gemeldet. Eine Dame ging mit einem - Das Ungetum von Sut spazieren. Plötzlich stieß ein Habicht, der vorher kaum sichtbar war, mit rauschendem Fluge zwischen die Menschenmenge und griff mit seinen scharfen Fängen nach dem Hute der entsetzten Inhaberin. Angstgeschrei der Dame und die in der Nähe befindlichen Menschen verscheuchten den frechen Räuber, der es auf eine ausgestopfte Taube, die den Hut der Dame zierte, abgesehen hatte. Selbstverständlich hatte die Dame zu dem Schaden der Hut war total zerzaust- den Spott gratis. Die automobilfeindliche Schweiz. Nachdem im Kanton Graubünden bekanntlich schon vor längerer Zeit der Verkehr von Automobilen durch Volksabstimmung verboten wurde, ist jetzt auch im Kanton Bern eine Volksbewegung gegen die Automobile im Gange. Der Automobilbetrieb soll im genanten Kanton an den Sonntagen gänzlich verboten werden, ausgenommen sind die Kraftfahrzeuge der Aerzte und Tierärzte. Ferner sollen nur Personen, die sich seit drei Monaten im Kanton Bern aufgehalten haben, Fahrbewilligungen erhalten. Die Volksbewegung richtet sich vornehmlich gegen die Lurusautomobile. Wegen der Staubentwickelung und der Gefährdung der Straßensicherheit sind die Kraftfahrzeuge in Stadt und Land wenig beliebt, und wahrscheinlich wird die automo bilfeindliche Bewegung auch nach anderen Kantonen übergreifen. Zweitausend Erben. Ein ,, Onkel aus Amerika" hat in dem englischen Städtchen Dingwall durch seinen Tod ziemliche Verwirrung gestiftet. Von dort war nämlich vor über 50 Jahren ein Einwohner namens Urquhart nach Kalifornien ausgewandert, um, wie so viele andere, Gold zu graben. Das Glüd war ihm besonders günstig, und das Vermögen, das er dort erwarb, soll viele Millionen bes tragen. Urquhart starb nun eines Tages finderlos, und es wurde in seiner Heimat öffentlich bekannt gemacht, daß sich die Erbberechtigten zu melden hätten. Darauf liefen von allen Seiten nicht weniger als 2000 Antworten ein, und eine Schar lachender Erben machte sich auch sogleich auf den Weg, nach Dingwall, wo sich der Testamentsvollstrecker niedergelassen hat. Ein Kinderluftballon als Brandstifter. Auf eigenartige Weise ist in Kromolice bei Krotoschin( Posen) eine ganze Wirtschaft durch Feuer vernichtet worden. Der dortige junge Lehrer ließ zum Vergnügen der Kinder einen Luftballon steigen, der ein Benzinlämpchen mit sich führte. In der Luft geriet der Ballon, vermutlich durch Explosion des Benzins, in Brand und fiel auf eine Scheune, die im Nu in Flammen stand. Bei dem herrschenden Winde brannte das ganze Gehöft nieder. Der Lehrer war über das von ihm heraufbeschworene Unheil vollständig fassungslos und ist seitdem verschwunden. Soldaten im Kampf mit Bienen. Der französische Oberstleutnant Baratter, der lange Jahre hindurch der französischen Kolontaltruppe angehörte, hat seine Erinnerungn an seine afrikanische Dienstzeit in einem Bande erscheinen lassen, der eine packende Schilde= rung des Kampfes einer größeren Truppenabteilung mit einem Bienschwarm enthält. Baratier erzählt: In der Nähe einer verlassenen Hütte Iteß der Kapitän de Planhol das Lager errichten, und auf seinen Befehl suchte ich nach einer Behausung, die geeignet war, unsere Kranken aufzunehmen. Mit der Spitze eines Steckens prüfte ich die Festigkeit der Bedachung, als plöblich aus einer der Hütten ein ohrenbetäubendes Surren sich vernehmen ließ. Ich hatte in eine Wabe gestochen und den Frieden der Bienen gestört, die zwischen der Erdmauer und den Gräsern auf dem Dach ihren künstlichen Bau errichtet hatten. Im Nu holten ste mich mit bedrohlichem Gesumme ein, aber noch schtenen sie zu zögern, mir formell den Krieg zu erklären. Ich zog mich behutsam zurück. Einige Bienen stürzten sich nun auf die Leute, die draußen auf mich warteten. Ich rief ihnen zu, sie sollten sich nicht rühren. Aber vergebene Liebesmüh! Schon wehrten sich die Leute und reizten die Bienen noch mehr, die mein Buruf noch wilder gemacht zu haben schien. Es blieb keine Rettung als die Flucht. Ich sprang in das Gebüsch. Unglücklicherweise stürzten meine Leute auf den Krankenconvoi zu, der unter einem Baume zurückgelassen worden war. Im Nu stürzte alles, was an Bienen in der aufgestöberten Hütte zurückgeblieben war, ja alles was das Dorf überhaupt an Bienen aufzubieten hatte, auf die Eindringlinge, und im nächsten Augenblick ist die Panik eine vollständige. Offiziere, Tirailleure und Kranfenträger laufen, wie von Sinnen, nach allen Seiten aus= einander und suchen sich in dem hohen Grase zu bergen, wobei ste, um ihr Gesicht zu schützen, wie wild mit den Armen um sich schlagen und sich selbst zu ohrfeigen scheinen. Aber die wütenden Insekten erhalten beständig neuen Zuzug und verdoppeln ihren Eifer. Einen Augenblick habe ich die Empfindung, daß sie Sieger bleiben werden. Glühende Eisen bohren sich in meinen Schädel, und der unerträgliche Schmerz nimmt unaufhörlich zu. Plötzlich erblicke ich eine Rauchwolke. Einem meiner Leute war es gelun= gen, Feuer anzuzünden. Alles stürzt sich auf den Punkt und schüttelt vor den Flammen ganze Trauben von Bienen ab, die sich an den Haaren, am Bart, an den Fäusten, am Hals und überall, wo sie ihren gefährlichen Stachel einbohren konnten, festgesezt haben. Endlich, nach bangen Minuten, tut der Rauch seine Wirkung; Ruhe und Besinnung kehren zurück. Kapitän de Planhol gibt den Befehl zum Appell. Ein Mann fehlt! Der fränkste der beiden Artilleristen, die auf der Bahre getragen wurden. Furchtbares ahnend, blicken wir einander entsetzt an. Hat er die Kraft gehabt, sich in Sicherheit zu bringen? Mit Fackeln bewaffnet, eilen wir an die Stelle, wo der Convoi geblieben Der Unglückliche ist da! Er verschwindet unter den Bienen, die ihn von oben bis unten bedecken.... Er ist tot.... Es ist nicht allein der Schmerz um den Verlust des Kameraden, der uns niederdrückt, es ist das Gewissen! Das Gewissen in uns rührt sich, weil wir uns von der Besinnungslosigkeit unterfriegen ließen, die eine Folge der tausend Stiche war, welche Augenlider, Lippen, Gehirn verbrennen, jede Ueberlegung töten und nur dem Instinkt Raum laffen, dem Instinkt des Tieres, der nichts MenschItches fennt. Und trotz aller dieser Vernunftsgründe stehe ich auch heute noch, wo ich diese Zeilen schreibe, vor einem Nätsel. Von allen denen, die bei dem Vorfall dabei ge= wesen sind, sind, glaube ich, nur zwei noch am Leben: de Champvallier und ich; die anderen sind tot, getötet vom gelben Fieber oder vom Feinde. Keiner hat je gezittert, weder vor der Krankheit noch vor dem Kugeln; und vor den Bienen sind wir gefloben, ohne zu wissen, was wir tun. war Drabtnachrichten und neuestes. Eine Wohltätigkeitsspende des Großherzogs von Sachsen- Weimar. Weimar, 28. April. Der Großherzog von SachsenWeimar hat aus Anlaß der heute stattfindenden Taufe der Prinzessin dem Patriotischen Institut der Frauenvereine die Summe von 100 000 Mark überwiesen. Das Institut betreibt verschiedene Wohltätigkeitsanstalten, besonders auf dem Gebiete der Kranken- und Waisenpflege. Der Nachfolger Hills. Washington, 28. April. Als Botschafter in Berlin ist der frühere Gouverneur von Ohio, Herrick, ein intimer Freund Tafts, in Aussicht genommen. Russische Kriegsvorbereitungen. Petersburg, 28. April. Die Regierung trifft umfaf sende Vorbereitungen für einen Chinakrieg. Finanzmini ster Kokowzew ist nach Paris zu Verhandlungen wegen einer eventuellen Kriegsanleihe abgereift. Die Generale Suchomlinow und Grigorowitsch begaben sich nach dem fernen Osten zur Inspizierung von Militärbezirken und der Amurflotte. Gutschkow gilt als mutmaßlicher General- Bevollmächtigter des Roten Kreuzes. Petersburg, 28. April. Gutschkow, der eben in Charbin wellt, erklärte einem Korrespondenten, zum Herbste feien Komplikationen im fernen Osten unvermeidlich. Er werde nach seiner Rückkehr die Reichsduma in diesem Sinne informieren. Revolutionäre Unruhen in China. Kanton, 28. April. Infolge Verhaftung eines an geblichen Revolutionärs zogen dessen Genossen mit Revol vern bewaffnet nach dem Palast des Vizekönigs und steckten ihn in Brand. Truppen gingen gegen die Aufrührer vor und trieben sie auseinander. Ein Oberst wurde verletzt. Bahlreiche Personen wurden verhaftet. Ein zweiter Zeppelin für Passagierfahrten. Frankfurt a. M., 28. April. Im Jult wird ein zweites Passagterluftschiff der deutschen Luftschiff- Aktiengesellschaft in Dienst gestellt werden. Es erhält zunächst Baden- Baden als Standort. Später soll es in Frankfurt a. M. Stationiert werden. Die Deutschland wird noch im Herbst nach Hamburg fahren, vorausgesetzt, daß der dortige Luftschiff= Hafen zeitig genug fertiggestellt wird. Familientragödie. Berlin, 28. April. Der Maurer August Kuhlmer, Breslauerstraße wohnhaft, hat in der vergangenen Nacht nach einem voraufgegangenen ehelichen Zwist seine Frau mit einem Revolver zu erschießen versucht und seine Stieftochter durch einen Revolverschuß getötet. Kuhlmer stellte fich nach der Tat der Polizei. Die Frau ist an der Wange leicht verletzt. Verhütete Lohnkämpfe in Dänemark. Kopenhagen, 28. April. Gestern abend spät wurde zwischen Vertretern des Arbeitgebervereins und den veretnigten Fachverbänden ein Uebereinkommen erzielt, wonach die für heute angesetzte Aussperrung, die mit den beretts bestehenden Aussperrungen 40 000 Mann umfassen würde, zurückgezogen wird und die bereits vorliegenden Aussperrungen spätestens am 4. Mai aufgehoben werden. Das Uebereinkommen sieht die Erneuerung der bestehenden Arbeitsverträge auf 5 Jahre vor, doch wird den Arbeitern darin eine Herabsetzung der Arbeitszeit und eine geringe Lohnerhöhung zugebilligt. Opfer des Verkehrs. Berlin, 28. April. Ein dreifacher Zusammenstoß entstand gestern abend dadurch, daß ein Krankenautomobil und eine Autodroschke bei Kreuzung der Straßenbahngleise zusammenstießen und in diesem Augenblick von einem Straßenbahnwagen angefahren wurden. Während das Kranfenautomobil, in dem sich eine Dame in Begleitung eines Arztes befand, die Fahrt fortseßen konnte, wurde die Droschke vollständig zertrümmert. Die betden Insassen, zwei Herren, wurden erheblich verletzt. Eine ganze Familie verbrannt. Breslau, 28. April. Bei einem in dem russischen Grenzort Gorft ausgebrochenen Feuer verbrannte eine ganze, aus sechs Personen bestehende Bauernfamilie. Brutaler Racheakt wegen erfolgter Kündigung. Breslau, 28. April. Aus Rache unternahm ein Werkführer, dem gekündigt worden war, in Zaborze einen Mordversuch auf einen Möbelhändler. Dieser trug eine große Gesichtswunde davon. Der Werkführer wurde nach heftiger Gegenwehr verhaftet. Hartnäckiger Selbstmörder. Trier, 28. April. Bei Groß- Blittersdorf sprang ein Eisenbahnbeamter in die Saar. Ein Ingenieur sprang thm nach und rettete den Selbstmörder ans Ufer. Dort versetzte ihm der letztere einen Schlag auf den Kopf, sprang wieder in die Saar und ertrank. Ein Pestfall in Prag? Prag, 28. April. Wie ein hiesiges Blatt meldet, starb gestern im Allgemeinen Krankenhause ein Knabe unter Symptomen, die auf Beulenpest hindeuten. Es wurden sofort alle Vorsichtsmaßregeln getroffen. Berliner Getreide- und Schlachtviehmarktbericht. Die amtlichen Saatenstandsberichte Preußens und Bayerns haben die Befürchtungen, welche man hinsichtlich des Zustandes der Getreidefelder nach Erscheinen des Berichts des Deutschen Landwirtschaftsrates vom Anfang April hegen mußte, bestätigt, wenn nicht übertroffen. Hieraus folgt eine fräftige Anregung für den Getreidehandel sowohl des Auslandes wie des Inlandes, und die Preise haben in der am 26. April beendeten Berichtswoche durchweg eine recht ansehnliche Erhöhung erfahren. Am Berliner Markte ist Weizen per Mai ziemlich stark beglichen worden, nachdem vorher das Inland erheblich gedeckt hatte. Roggen wurde auf Deckungs- und Meinungsfäufe in großem Umfange aus dem Markt genommen. Auch für den Export zeigte sich Begehr. Hafer stieg auf erhöhte Forderungen der Provinz und den Roggenmangel. Auch Gerste erfuhr eine Besserung, wurde aber etwas nachgiebiger, als Rußlands große Wochenverschiffungen bekannt wurden. Mais war von Nordamerika nur wenig und sehr teuer angeboten, was sich natürlich in den hier bezahlten Preisen zum Ausdruck brachte. Am letzten Tage der Berichtswoche übte die Aussicht auf Regen im allgemeinen eine abschwächende Wirkung aus; namentlich für Brotgetreide. Für Lieferung im Jult stellten sich die Notierungen wie folgt: Weizen 203,25 M, Roggen 162,25 M, Safer 166,50 M Mais 139,75 M. Preise des städtischen Schlachtvieh- Marktes. 1. Ochsen: a) vollfleischige ausgemästete höchsten Schlachtwertes, ungejocht 76 bis 84 M, 6) junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 71 bis 78 M, c) mäßig genährte junge und gut genährte ältere 68 bis 72 M, d) gering genährte jeden Alters M. 2. Bullen: a) vollfleischige höchsten Schlachtwertes 73 bis 78 M, 6) vollfleischige jüngere 71 bis 76 M, c) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 68 bis 74 M, d) gering genährte M. 3. Färsen und Kühe: a) vollfleischige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwertes 70 bis 77 M, b) vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes, höchstens 7 Jahre alt 65 bis 72 M, c) ältere ausgemästete und weniger gut entwickelte jüngere Kühe 60 bis 65 M, d) mäßig genährte Kühe und Färsen 51 bis 60 M, e) gering genährte Kühe und Färsen bis 57 M, f) gering genährtes Jungvieh( Fresser) 56 bis 72 M. 4. Kälber: a) Doppellender feinster Mast 104 bis 133 M, 6) feinste Mastfälber 107 bis 113 M, c) mittlere Mast- und beste Saugfälber 84 bis 98 M, d) geringe Saugkälber 55 bis 78 M. 5. Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthammel 76 bis 84 M, 6) ältere Masthammel, geringere Mastlämmer und gut genährte jüngere Schafe 70 bis 76 M, c) mäßig genährte Hammel und Schafe( Märzschafe) 62 bis 72 M. 6. Schweine: a) Fettschweine über 3 Zentner Lebendgewicht M, 6) vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen über 2½ Zentner Lebendgewicht M, c) vollfleischige der, feineren Rassen und deren Kreuzungen bis 2½ 3ntner Lebendgewicht M, d) fleischige Schweine 50 bis 52 M, e) aering entwickelte Schweine M, f) Sauen 45 bis 46 M. LICHTSPIEL- THEATER Café Leib- Colosseum Inhaber: Th. Rösch, Gießen, Walltorstraße 36-38. Einziges modernes Konzert- Restaurant am Blaze. Walltorstasse 36-38 Spezial Ausschank Münchener Thomasbräu." Gute, preisweite Küche. Täglich erstklassige Künstler Stonzerte Dir.: K. Probst. Telephon 645 bes ungarischen Salon Orcheste 8„ Szabò"; ab 1. Mat groß. Solistenkonzerte der Orig. Blindenkapelle, sämtlich erstklassige Stünstler. Walltorstrasse 36-38 1elephon 645 Bitte überzeugen. Café Amend ( 236) Eintritt frei Heute zum letzten Male: Grosse Sommerwoche bei ermässigten Preisen. Gala- Elite- Schlager- Programm. Raffael und die ,, Fornarina". Ergreifendes Drama. Wunderbar kolorirt. Reihenfolge der Bilder: 1. Der Kardinal Bebbiena äussert Raffael den Wunsch, seine Zeichnungen zu bewundem. 2. Liebster Meister! Ich erwarte Euch im Palaste, ich möchte gern Eure berühmten Cartons für die Ausschmückung der vatikanischen Logen sehen. Kardinal Bernardo Bebbiena. 3. Erste Begegnung Raffaels mit der Fornarina. 4. Als Maria Bebbiena im Hause ihres Onkels, des Kardinals Bernardo Bebbiena, Raffael sieht, wird sie von leidenschaftlicher Liebe zu ihm erfasst und ersucht ihn um eine Zusammenkunft. 5. Die Fornarina willigt ein, Raffael in seinem Atelier Modell zu stehen. 6. Maria Bebbiena gesteht Raffael ihre Liebe, die er aber nicht erwidert. 7. Raffael und die Fornarina wohnen einem Vorbeizuge des Papstes mit seinem Gefolge bei. 8. Als Raffael erfährt, dass Maria Bebbiena im Sterben liegt, eilt er an ihr Lager. 9. Während Raffael sein Meisterwerk ,, Die Verklärung" malt, wird er von einem plötzlichen Unwohlsein befallen. 10. Unter dem Beistand des Kardinals von Medici und der Fornarina stirbt Raffael vor seinem Meisterwerk. Der Zweifel. Drama aus dem Leben. Rückkehr zur Pflicht. Ein erwärmender Lichtblick aus dem Frauenleben. Dramatisch. Naukes erster Aprilscherz. Humoristisch zum Totlachen. Tonbild: Ein Frühlingsausflug. Täglich Künstler- Konzert Anfang 8 Uhr ( 238) Eintritt frei. Café Astoria Vornehmstes, grösstes Café am Platze Anerkannt vorzüglicher Kaffee nur reiner Süssrahmbutter Eigene Konditorei mit Verwendung 2 franz. Billards mit Kegelspielen pro Stunde 60 Pfg. Schach, Domino, Kartenspiele und Damenbrett stehen den verehrl. Gästen zur freien Verfügung. NB. Neueinführung: Von nachmittags 2-7 Uhr Kaffee Stamm" bestehend aus einer Kanne Kaffee und einer Kanne Milch mit Schlagsahne dazu, Preis 25 Pfg., sowie Kaffee à la Paris" bestehend aus einer Tasse Kaffee schwarz oder braun mit einem franz. Kognak oder franz. Kirschwasser dazu, Preis 40 Pfg. Echte Holländ. Bols u. Original Münchener und Pilsener Biere Beste Weine hiesiger u. Stibbe sowie franz. Casemiér- Liqueure auswärtiger Firmen. [ 232 Sprachschule für Giessen. Engl. und französ. Unterricht durch akadem. gebild. und geprüfte nationale Lehrkräfte. Die The Linguist School ( Mainz, Wiesbaden etc.) beabsichtigt in Giessen eine Nebenschule zu errichten. Es wird am Montag, 1. Mai, abends 84 Uhr im Café Metropol, Plockstrasse, eine Engl. Gratisprobestunde The six Promtom Girls. Varieté Film, interessant. abgehalten werden, um dem Publikum eine Idee des Unterrichts Papa Frühling. Eine Komödie, sehr humorvoll, Farben- nach The Linguist erfolgr. 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