enes System g und hält fallbinden, hen: Frei tgart, wurden Rarton mit änder, 1 1 Pferde: It, 1 Ser use, 1 Da , 1 Stahl Canichetten Crenuhr mit egenschirm, 1 krokodil Schlüffelchen amenporte amenregens 1 grauer Schwarzes rte auf den nadel mit rtemonnaie 26. 6. 09 Gegenstände geltend zu e fann an s und von hörde, 3im b offen. Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 pfg. monatlich Enthält alle amfl. Bekanntmachungen - oierteljährlich 1,50 Mt., vorauszahlbar, frei ins Haus. Abgeholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,20 Mt. Erscheint jeden Werktag früh.- Die„ Humoristischen Blätter" Redaktion: liegen wöchentlich einmal gratis bei. Seltersweg 83.- Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Nr. 75. - Telephon: Nr. 362. Kaffeezoll, Kaffeepreis und Börsenspekulation. der Großherzoglichen Bürgermeisterei sowie vieler anderer des Großherzoglichen Polizei Amtes Behörden Oberhessens Expedition: Seltersweg 83. ( Haus Brüder Schmidt.) Mittwoch den 29. März 1911 das Volk jährlich um 100 Millionen erleichtert wird, dann geht das keinem Menschen etwas an; denn Geschäft ist eben Geschäft! Aus Stadt und Land. Gießen, den 29. März 1911. Bekanntlich hat uns die letzte Reichsfinanzreform auch eine Erhöhung des Kaffeezolles um 10 Pfennig für das Pfund ungebrannten Kaffee gebracht. Kaffee ist ohne Frage ein Volksgetränk im wahrsten Sinne des *) Gießen. Der Großherzog hat den ordentl. Wortes. Die Steuer trifft daher auch mehr oder weni- Professor an der Universität Budapest Dr. Ludw. Schleger alle Schichten der Bevölkerung und es kann nicht singer mit Wirkung vom 16. Auril 1911 an zum orWunder nehmen, daß die Parteien, welche die Unzufriedentlichen Professor für Mathematik in der philosophidenheit des Volkes zu parteipolitischen Zwecken aus- schen Fakultät der Landesuniversität ernannt. zunuzzen versuchen, gerade im Kaffeezoll ein wirksames Agitationsmittel zu haben glauben. Die rötlich= roten Blockbrüder von Bassermann bis Bebel treiben daher auch eine geradezu verwüstende Agitation mit dem Kaffeezoll. - Den meisten Grund, über diese Steuer zu schweigen, hätten eigentlich die Freisinnigen. Sie haben freilich gegen die Erhöhung des Kaffeezolles gestimmt, aber nicht deshalb, weil diese Steuer auch den kleinen Mann trifft, sondern weil der Kaffee ein beliebtes Spekulations- Objekt der Börse ist. Daher verstand es sich von selbst, daß der Freisinn, der sich zu allen Zeiten als Hüter und Schüzer des Großkapitals erwiesen hat, gegen den Kaffee30ll sich erklärte. Wie wenig Rücksicht der Freisinn auf die Konsumenten zu nehmen pflegt, haben die Abgeordneten Hormann und Pachnicke dadurch bewiesen, daß sie sich für eine Besteuerung der Kaffee- Ersatzmittel ( 3ichorien, Malzkaffee 2c.) aussprachen. Hormann hat sogar den Vorschlag gemacht, aus diesen Kaffee- Ersatzmitteln, die doch fast ausschließlich den ärmsten Volks klassen den Bohnenkaffee ersetzen müssen, jährlich Millionen Mark Steuern herauszuholen! 3u diesen 80 Millionen hätten die oberen Volksschichten, die sich reinen Bohnenkaffee erlauben können, nicht einen Pfennig beigesteuert! So sieht freisinnige Volksfreundlichkeit aus'! 80 Dieser Weit nachteiliger für unser Volk als die durch die Reichsfinanzreform geschaffene Erhöhung des Kaffeezolles sind die mit Hülfe der Börse durchgeführten künstlichen Preistreibereien, die 1906 von dem südamerikanischen Staate Sao Paolo eingeleitet wurden. Staat kaufte damals von der 15 bis 16 Millionen Sack betragenden brasilianischen Kaffeeernte 7 Millionen Sack auf, um dadurch eine künstliche Preiserhöhung zu bewirfen. Diese Großspekulation war nicht leicht durchzuführen, weil ein Kapital von 300 Millionen Mark dazu nötig war. Nach vielen vergeblichen Versuchen gelang es Sao Paolo, diese gewaltige Anleihe von 300 Millionen, die sogenannte„ Sao Paolo- Kaffee- Anleihe", von Brasilien garantiert zu erhalten. Der kleine Staat war nun in der Lage, jene 7 Millionen Sack Kaffee festzuhalten und dem Handel zu entziehen. Naturgemäß setzte nun eine gewaltige Steigerung des Kaffeepreises ein. Während in den letzten 13 Jahren der Durchschnittspreis für 1 Pfund Kaffee im Welthandel 34 Pfennig, zeitweise sogar nur 26 bis 28Pfennig betrug, stieg er jetzt infolge der künstlichen Preissteigerung auf 55 bis 58 Pfg. Was bedeutet diese Preissteigerung für unsere Volkswirtschaft?- Das deutsche Volk verbraucht jährlich 400 Millionen Pfund Kaffee. Erhöht sich also der Preis um 1 Pfg. pro Pfund, so bedeutet das also einen Verlust am Volksvermögen von 4 Millionen Mark. Demnach erleidet das deutsche Volk durch die künstliche Erhöhung des Kaffeepreises von 34 Pfg. auf 58 Pfg. einen Verlust von jährlich fast 100 Millionen Mark, ohne jeden Nutzen für das deutsche Reich, zum alleinigen Vorteil Brasiliens. An und für sich ist Deutschland gegen diese von Brasilien unterstützte Großspekulation machtlos. Aber beschämend und bezeichnend für das nationale Empfinden unserer deutschen" Börse ist folgende Tatsache: Von der 300 Millionen- Anleihe des Staates Sao Paolo zur Verteuerung des Kaffees und zur Schädigung des deutschen Volkes ist ein Betrag von 40 Millionen Mark an den Börsen von Berlin, Frankfurt und Hamburg zugelassen worden. Unsere Börse bietet also die Hand dazu, daß ein fremder Staat unser Volk um jährlich 100 Millionen schädigt! Für dies Verhalten gibt es keine Rechtfertigung. Es widerspricht sogar dem Börsengesetz, wonach„ die Zulassungsstelle die Aufgabe und die Pflicht hat, Emissionen nicht zuzulassen, durch welche erhebliche allgemeine Interessen geschädigt werden, oder welche offenbar zu einer Uebervorteilung des Publikums führen." Wenn freisinnige Abgeordnete sich für Besteuerung der Kaffee- Ersatzmittel in Höhe von 80 Millionen begeistern, dann wird das mit dem Mantel der Liebe zu gedeckt. Wenn aber der Deutsche Reichstag 35 Millionen Mark Kaffeezoll um der Notlage des Reiches willen bewilligt, dann ist das für den Freisinn Grund geWenn aber die Börse nug, sich künstlich aufzuregen. aus reiner Spekulationswut die Hand dazu bietet, daß - * Gießen, 27. März. Der Provinzialtag für Oberhessen beschloß einstimmig, den mit dem hessischen Staate abgeschlossenen Vertrag über die Lieferung elektrischer Energie aus der vom Staate zu errichtenden elektrischen Zentrale bei Wölfersheim, die für etwa die halbe Provinz ausreichen wird, zuzustimmen. Ebenso wurden die Verträge mit Buderus- Hirzenhain und mit der Stadt Friedberg wegen Abnahme von Elektrizität gutgeheißen. Nach dem mit dem hessischen Staat abge= schlossenen Vertrag baut und bestreitet dieser das Werk bei Wöllersheim, während die Provinz Oberhessen nur die Rolle des Großabnehmers von Energie dem Staate gegenüber übernimmt und zu diesem Zwecke das Ver= teilungsnetz 2c. herzustellen hat, für dessen Anlage eine Provinzialanleihe von 2800 000 Mt. aufzunehmen ist. Die Zustimmung zu der Versorgung der Provinz mit elektrischer Energie für Licht- und Kraftzwecke wurde vom Provinziallandtag erteilt unter der Bedingung, daß das staatliche Werk bei Wölfersheim zustande kommt. -n Gießen, 29. März. Morgen Donnerstag findet eine Sigung der Stadtverordneten statt, in der über die Umgestaltung der Westanlage und über den Bebauungsplan für den Nahrungsberg beraten wird. Wetzlar, 29. März. Dem Staatsarchivar Geheimen Archivrat Dr. Veltmann wurde aus Anlaß seines bevorstehenden Uebertritts in den Ruhestand der Kronenorden dritter Klasse verliehen. -m- Hungen, 25. März. Der Schmiedemeister und Landwirt Kohlheŋer wurde von seinem Pferde an die Stirne geschlagen. Der Verletzte kam unter das Pferd zu liegen, wobei ihm dieses noch andere Verletzungen beibrachte. der( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreis 15 Pfg. die 44 mm breite Petitzeile oder deren Raum, auswärts 20 Pfg.; die 90 mm breite Petitzeile im Reklameteil 50 Pfg., auswärts 60 Pfg.; Tabellen mit 50% Aufschlag. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung des Zahlungszieles( 30 Tage), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Verlag der ,, Gießener Zeitung" G. m. b. H. Telephon: Nr. 362. 23. Jahrg. tion richtet, die von Anfang ihrer Gründung an auf dem Boden des Tarifvertrages gestanden und zur Verwirklichung dieses Gedankens schon schwere Kämpfe bestanden hat, die bei der im Schneidergewerbe bestehenden Tarifgemeinschaft als Mittontrahent in Betracht kommt. Letztere ist nicht von einzelnen Ortsgruppen, sondern von den Hauptvorständen abgeschlossen, hat somit Gültigkeit für alle Mitglieder der in Betracht kommenden Organisationen. Sozialdemokratischerseits setzt man sich aber über derartige Bestimmungen hinweg, um die christlich gesinnten Schneider durch Gewaltanwendung zu zwingen, dem sozialdemokratischen Verbande beizutreten. Kulturdokumente. Der Gauleiter des sozialdemokratischen Tabatarbeiterverbandes schrieb an einen Unteragitator wörtlich wie folgt: Werter Kollege! Die Versammlung in Philippsburg findet am Sonntag, den 19. März statt, ich habe dies nach dort mitgeteilt. Die Christlichen werden es noch mehr versuchen, diese Schlappschwänze. Wenn am Sonntag die Christen Versammlung haben, dann geht nur hin und räumt einmal gründlich auf. Ihr habt ja genügend Leute oder holt Euch in Hockenheim noch welche. Jch. spreche am Sonntag in Rohrbach und Kirchheim. Vor allem seht in der Versammlung, daß auch unsere Leute vertreten sind und Euch bei Eintritt in die Versammlung die Redezeit freigestellt wird. Wenn Ihr am Sonntag die Attacke gut besteht, dann werden die Christen zusammenschmelzen. Die Hauptsache ist die, daß diese, die reden, sich nicht aus der Ruhe bringen lassen, denn die Sorte will nur, daß man Sie persönlich beleidigt, um dann Klage zu erheben, um dann zu sagen, seht wir hatten recht. Macht Eure Sache gut, dann pfeifen Sie bald auf dem letzten Loch. Freundlichen Gruß Christ. Stock. Der Brief läßt einen tiefen Blick in die moralische Qualifikation der großartigen Bewegung zur Hebung des vierten Standes" tun. Wie schrieb doch seinerzeit der sozialdemokratische Gauleiter Ahrens:„ Wir müssen schlecht sein wie die Nacht." Die Erfüllung des am Schluß ausgesprochenen Wunsches, die christlichen Gewerden die Sozialdemokraten nicht erleben, und wenn sie noch so strupellos gegen sie anfämpfen. - Unter den Lebens- Versicherungsgesellschaften des In- und Auslandes nimmt die Stettiner Germania wegen ihrer Größe, Sicherheit, Leistungskraft und günstigen Bedingungen eine bevorzugte Stelle ein. Der Bestand in der Lebens- und Rentenversicherung * Darmstadt, 28k März. In der gestrigen Sitzwerkschaften möchten bald auf dem letzten Loch pfeifen, ung beschäftigte sich der Vorstand der Landwirtschafts= kammer mit der Erweiterung und der neuzeitlichen Einrichtung der Haushaltungsschule in Lindheim. Der Vorstand genehmigte prinzipiell den Umbau des zeitigen Gebäudes; die Umbaukosten sollen von der Gemeinde Lindheim getragen und der Betrag selbst von der Landwirtschaftskammer verzinst und amortisiert werden. Weiter wurden noch die Bestimmungen über das Obstbau- Verbesserungsverfahren angenommen. Das Obstsortiment für die Provinz Oberhessen wird demnächst im Druck erscheinen. Auch die Frage der Revision der der= zeitigen Bestimmungen des Körgesetzes, das erlassen wurde, bevor die Landwirtschaftskammer errichtet war, wurde eingehend besprochen. In einer späteren Sizung wird der Vorstand über die Stellung von Abänderungsanträgen Beschluß fassen. Marburg. Der König von Preußen hat den Hauptmann und persönlichen Adjutanten des Landgrafen von Hessen Freiherrn Gunthram Schenk zu Schweinsberg zu Fronhausen a. d. Lahn zum Ehrenritter des Johanniterordens ernannt. Koblenz. In einem Seitental der Mosel, im sogenannten Goldbachtal, sind zahlreiche Goldfunde gemacht worden. Stücke im Werte von 50-100 Mart wurden gefunden. * Friedewald. In dem benachbarten Lei m- ba ch geriet der Sohn eines Handelsmannes an der Futterschneidemaschine mit der linken Hand so unglücklich unter die Messer, daß ihm die Hand buchstäblich abgeschnitten wurde. Soziales. beMißbrauch des Tarifvertrages. Bei einer Damenschneiderfirma in Wiesbaden schlossen die in der Mehrzahl befindlichen Mitglieder des sozialdemokratischen Schneiderverbandes, daß die christlich- organisierten Gehilfen überzutreten oder die Arbeitsstelle zu verlassen hätten. Ihren Beschluß begründeten sie damit, der christliche Verband habe zur Zeit des Tarifabschlusses im Damenschneidergewerbe in Wiesbaden feine Mitglieder gehabt, mithin seien sie auch jetzt nicht berechtigt, in tariftreuen Firmen zu arbeiten. Das terroristische Vorgehen der Sozialdemokraten ist um so verwerflicher, da es sich gegen Mitglieder einer Organisaumfaßt Ende 1910: 857 Millionen Mark Kapital und 11 Millionen Mark jährliche Leib- und Invalidenrente. Die Sicherheitsfonds betragen Ende 1910: 382 Millionen Mark und sind in sichern Werten angelegt, allein mit 322,33 Millionen Mark in Hypotheken- Darlehen. Weit über eine halbe Milliarde Mark sind bisher für Versicherungsbeträge und Dividenden an die Versicherten ausgezahlt worden. Die Bedingungen der Germania sind in jeder Hinsicht günstig für die Versicherten, sie gewähren Unverfallbarkeit und unanfechtbarkeit, die Policen sind Weltpolicen. Die Todesfall- Versicherung mit Einschluß der Invaliditätsgefahr, wonach bei der Germania schon 24 143 Versicherungen über 126,80 Millionen Mark Kapital und 8,33 Millionen Mark jährliche Invalidenrente laufen, bietet eine für alle Berufskreise sehr zweckmäßige Pensionsversicherung, die in weit vorteilhafterem Maße den praktischen Bedürfnissen Rech= nung trägt als der vor kurzem veröffentlichte Entwurf eines Gesetzes über die Pensionsversicherung der Privatangestellten. Auch schließt die Germania Unfall- und Haftpflicht- Versicherungen zu vorteilhaften Bedingungen, die den Versicherungsschutz im weitesten Maße bieten. Fahren Sie SUPERIOR RAD musterhaft in Bau u Ausstattung, grösste Stabilität, vorteilhafteste Preislage! Fordem Sie illustrierte Preisliste auch über Nähmaschinen Haushaltungsgegenstände, Waffen, Uhren, Musikwaren, sowie sonstige o Radfahrer- Bedarfsartikel gratis u franko. HANS HARTMANN A: G.EISENACH 5, GRÖSSTES FAHRRADHAUS MITTELU.SÜDDEUTSCHLAN Die Jubiläumsfeier in Italien zur Erinnerung an das fünfzigjährige Bestehen des Königretches hat offiziell am Montag begonnen. Um Mitternacht wurde in Rom und den anderen Großstädten durch einen Kanonenschuß das Zeichen für den Beginn der Festlichkeiten gegeben. Trotz der vorgerückten Stunde war die Stadt Rom sehr belebt. Ueberall wurden Rufe laut: Es lebe Italien, es lebe Rom. In den Cafees und Restaurants wurden patriotische Kundgebungen veranstaltet; zahlreiche Häuser hatten illuminiert. Mit ungewöhnlichem Gepränge fand am Montag vormittag bei schönem Wetter im Senatspalast des Kapitols die Festsizung statt. Nachdem die Majestäten die Thronsize eingenommen hatten, hielten die Präsidenten des Senats und der Kammer so= wie der Bürgermeister unter lebhaftem Beifall Huldigungsansprachen; sodann ergriff unter begeisterten Kundgebungen der Festversammlung der König das Wort zur Erwiderung. Er legte das Gelübde ab, Italten groß und glücklich zu machen; er sprach von den unveräußerlichen Nechten, die das italienische Volk auf Rom als Hauptstadt hat, und betonte, daß es sich dieses Rechtes würdig gemacht habe durch den freiheitlichen Ausbau seiner Institutionen, durch den Schutz der Gewissensfreiheit und Verleihung voller Freiheit für alle Kirchen. Er erinnerte daran, daß die Weisheit der Duldung von dieser Stelle zuerst von Marc Aurel ausgesprochen wurde, und gedachte des Wortes seines Vaters vom einst römischen Italien und heute ita= tenischen Rom. Das römische Italien sei der Ausbruck der Gewalt gewesen, das italienische Rom sei der Ausdruck des Rechtes. Frei nach innen und außen werde die Nation ihren Weg gehen. Von Satz zu Sabz steigerte sich der Beifall der Zuhörer. Minutenlang mußte der König schweigen, als er auf die Kultusfreiheit in Rom hinwtes. Unter dem Jubel der Bevölkerung fehrte das Königspaar nach dem Quirinal zurück. Die Glückwünsche der Dreibundfürsten. Das von Kaiser Wilhelm an den italienischen König gesandte Telegramm hat folgenden Wortlaut: " Die Kaiserin und ich sind glücklich, Dir vom gastlichen Boden Deines schönen Landes unsere aufrichtigen und herzlichsten Wünsche auszudrücken, die wir mit ganz Deutschland für Dich und für die befreundete Nation zu der heutigen Feier des 50. Jahrestages hegen. Wir nehmen den lebhaftesten Anteil an der Erinnerungsfeier, die dem Werke Deines erlauchten Großvaters, des Schöpfers des Königreichs und der Einheit Italiens gilt. Wir bitten Gott, daß er all seinen Segen auf Dich. Dein Haus und Deine Regierung ausbreite und daß er stets fetne mächtige Hilfe leihe zum wachsenden Gedeihen und zum Ruhme Italiens. Unsere herzlichen Grüße der Königin." Vom Kaiser Franz Josef hat der König nachste= hendes Telegramm erhalten: " Die Feier der Proflamierung des Königreichs Italien gibt mir Gelegenheit, Ew. Majestät meine aufrichtigsten Glückwünsche mit den besten Wünschen für die Wohlfahrt Ihres Landes darzubringen. Ich bin überzeugt, daß die enge Freundschaft, die in so glücklicher Weise unfere Staaten verbindet, dazu beitragen wird, wie in Vergangenheit, so auch in Zukunft thre gegenseitigen Be ziehungen zu entwickeln, und ein weiteres Unterpfand zur Aufrechterhaltung des allgemeinen Friedens sein wird." Der König erhielt auch eine Depesche vom Sultan der Türkei mit den herzlichsten Glückwünschen zum Jubiläum. Ferner sandten Telegramme die Könige von Dänemark und pon Montenegro, der Großherzog von Wetmar und der Präfident von Chile. Rundschau vom Cage. Politisches. Die Blättermeldung über einen Zusammenhang der Samburger Spionage mit dem Juwelendiebstahl im Reichsfanzlerpalais wird dementiert. Die„ Nordd. Allg. 3tg." bezeichnet die Meldung als unrichtig. Die Hamburger Berhaftung hat mit dem Pretiosendiebstahl nichts zu tun. Dokumente irgendwelcher Art sind im Reichskanzlerpalais liberhaupt nicht abhanden gekommen. In der Budgetkommission des Reichstags wurde am Montag ein sozialdemokratischer Antrag, der eine Million für infolge Aenderung des Tabaksteuergesetzes are beitslos Gewordene verlangt, gegen 4 Stimmen abgelehnt, nachdem der Reichsschatzsekretär erklärt hatte, von einem Notstand in der Tabakindustrie könne man jetzt nicht mehr sprechen. Es wäre geradezu verhängnisvoll und anderen Industrien gegenüber nicht zu verantworten, wollte man jetzt plöglich wieder mit Unterstützungen beginnen. Ein anderer sozialdemokratischer Antrag, der 400 000 Mark für arbeitslos gewordene 3ündholzarbeiter verlangt, wurde gegen 3 Stimmen abgelehnt, nachdem der Reichsschazsekretär erklärt hatte, nach den Berichten sämtlicher Bundesregierungen seien jetzt nur noch sehr wenig Zündholzarbeiter arbeitslos. 1) Des Des Rätsels Lösung. Roman von Ludwig Blüm de. 1. Kapitel. Nachdruck verboten. Der Referendar Hans Raben stand vor dem großen Epiegel seines einfach möblierten Zimmers und gab sich verzweifelte Mühe, seinem gar zu widerspenstigen Schnurrbart eine tadellos moderne Form zu geben. Alles andere an ihm, der nagelneue Frack, die weiße Weste, Halsbinde, furz alles war picfein, so daß er, der Bescheidene, der bisher wenig Wert auf seinen äußeren Menschen gelegt, sein Ebenbild im Spiegel geradezu überrascht anstaunte.„ So muß ich ihr gefallen!" murmelten dabei seine Lippen, und die großen, grauen Augen glänzten in kindlicher Freude. - „ Potz, Bliz, Bomben und Pandekten, altes Haus, was bedeutet das? Schnurrbartbinde in Deinem Philistergesicht? überhörst mein Anklopfen?" So polterte spo= renklirrend ein Kürassierleutnant von riesiger Gestalt herein, stürzte sich auf den erschreckten Juristen, schloß ihn in seine muskulösen Arme und zerdrückte ihn fast. - „ Hardi Du wieder hier? Um Gottes Willen, habe Erbarmen! Du siehst doch, daß ich-" ,, Sehe alles und ahne auch, was Du vor hast. Du bist für heute abend zu Geheimrat Boltens geladen, nicht wahr? Auf Jdas Veranlassung geladen! Ja, alter Junge, mei: nen ehrlichsten Glückwunsch! Ist ein Prachtmädel, hat Geld außerdem, und der alte Herr wird für Deine Zutunft sorgen, wie es eben nur ein Geheimrat Bolten tann." Damit warf der Leutnant Müze und Reitpeitsche auf den Tisch, ließ sich auf das altertümliche Sofa fallen, daß es trachte und ächzte und schaute den vor Ueberraschung noch immer ganz verwirrten Freund mit seinen ehrlichen blauen Augen glüdstrahlend an. Da war auch nicht ein Fünfchen von Neid und Mißgunst in seinem treuen HerEin neuer Kolonialstandal? Eine betrübende Nachricht kommt aus Daressalam. Die offiziöse„ Ostafrikanische Rundschau" veröffentlicht die Einleitung des Hauptverfahrens wegen Meineids gegen v. Wächter, den stellvertretenden ersten Referenten des Gouvernements; von Wächter war in dem bekannten Prozesse gegen den Herausgeber der„, Deutsch- ostafrikanischen Zeitung" beschuldigt worden, anonyme Briefe an den Herausgeber v. Roy ge= richtet zu haben, die den Verdacht eines Vergehens nach § 175 von ihm ablenken sollten und hat die Autorschaft abgeleugnet. Für die Errichtung eines Kolonialtriegerdenkmals. Zur dritten Beratung des Etats für den Reichskanzler be= antragt der konservative Abg. v. Treuenfels mit Unterstützung seiner Fraktion im Reichstage, den Reichskanzler zu ersuchen, den Beschlüssen des Reichstags vom 19. März 1908 und vom 3. Februar 1910 endlich Folge zu geben und die notwendigen Mittel zur baldigen Errichtung eines Kolonialkriegerdenkmals in der Reichshauptstadt bereit zu stellen. Die Petitionstommission des Reichstags hat Petitionen, die dahin gehen, den Flaschenbierhandel, sowie den Kleinhandel mit geistigen Getränken einer Konzession zu unterwerfen, dem Reichskanzler als Material überwiesen. Bebels Reichstagsmandat. In einer Versammlung des sozialdemokratischen Wahlvereins im Hamburg wurde August Bebel wieder als Reichstagskandidat für den ersten hamburgischen Wahlkreis aufgestellt. Bebel hat die Kandidatur angenommen. Er äußerte sich in einer längeren Rede über die politische Lage, wobei er sich über die Aussichten der Sozialdemokratie bei den Reichstagswahlen sehr zuversichtlich aussprach. An der Privatbeamtenversicherungsvorlage, die durch Einbeziehung der Werkpensionskassen eine Ümarbeitung erfährt, wird gegenwärtig im Bundesrat gearbeitet. Es tann erwartet werden, daß diese Arbeit bis Ostern beendet sein wird, so daß der Gesetzentwurf in den Osterferien dem Reichstage wird zugehen können, was den Wünschen der Regierung hinsichtlich der Erledigung der Vorlage vor den Wahlen entsprechen dürfte. Voraussichtlich wird dann nach den Osterferien die Vorlage einer Kommission überwiesen werden. Die Erledigung durch das Plenum des Reichstages würde dann in der Herbsttagung gemäß den Beschlüssen des Seniorenkonvents erfolgen können. Stolypin und sein Programm. Ministerpräsident Stolypin läßt ankündigen, sein neues Regierungspro= gramm werde liberal gehalten sein. Man weiß noch nicht recht, was darunter zu verstehen ist. Es heißt, daß den Universitäten größere Freiheit gewährt werde und daß auch einzelne Härten des Judengesezes gemildert werden sollen. Der Erfolg in dem Streitfalle mit China stärkt die Stellung Stolypins, der die Absendung des legten scharfen Ultimatums veranlaßt hatte. Ueber den Stand der Dinge zwischen Merito und den Vereinigten Staaten meldet der Sonderberichterstatter der ,, Kölnischen Zeitung" aus der Grenzstadt San Antonio unter dem 26. März: Die Lage wird hier widersprechend beurteilt. Der Glaube an die Erhaltung des Friedens ist indessen gering. Von unterrichteter Seite wird die Meinung vertreten, daß die einflußreichsten Kreise in Merito auf dem Rücktritt des Präsidenten Diaz bestehen; die dann unvermeidliche Anarchie würde den Anlaß zum Einschreiten geben. Hier liegt seit längerer Zeit ein fertiger Einmarschplan vor. Das Militär atmet erleichtert auf, weil endlich die Enscheidung naht. Die Ungewißheit und Untätigkeit wirken nervenaufreibend. Kleine Nachrichten. Eine praktische Verwendung leerer Konservenbüchsen ist von der bayerischen Militärverwaltung ins Auge ge= faßt worden. Es wurde verfügt, daß die Garnisonen des 1., 2. und 3. bayerischen Armeekorps ihre sämtlichen Vorräte an leeren Konservenbüchsen an eine Hauptsammelstelle in der Pfalz, Bad Dürkheim, abzugeben haben. Ste sollen zum Zwecke des Insektenfanges in den Weinbergen aufgehängt werden. Der Mainzer Dom gefährdet. Wie der Domkapitular Dr. Bendix in der Ersten hessischen Kammer ausführte, ist der Mainzer Dom insofern gefährdet, als die Grundpfeiler unterspült sind. Die Regierung wird an eine umfaffende kostspielige Erneuerung denken müssen, um das bedeutsame Werk fernerhin zu sichern. Ein kostbarer Fund wurde auf der Station Büchen gemacht. Von einem Schaffner des dieser Tage dort um 6.50 Uhr von Berlin eingetroffenen Personenzuges wurde in einem Abteil zweiter Klasse eine Damenhandtasche ge= funden, in der sich Wertpapiere im Nominalbetrage von 100 000 Mart befanden. Die Tasche mit ihrem wertvollen Inhalt wurde sofort dem Fundbureau übergeben. Die Verliererin hat sich noch nicht gemeldet. zen, er gönnte dem Freunde sein Glück und freute sich mit ihm. Aber nun sage mir doch nur um alles in der Welt, wie kommst Du so Hals über Kopf in unser erbärmliches Nest zurück?" fragte Hans Raben jetzt in seiner langsamen, gemessenen Art.„ Woher weißt Du meine geheimsten Heimlichkeiten? Ich kann das alles gar nicht verstehen." Dabei entfernte er bedächtig die Binde von seinem überaus gutmütigen, nicht gerade schönen, aber doch recht sympathischen Gesicht. Der blonde, borstige Schnurrbart hatte freilich aller Kunst und Mode Trotz geboten. Nun, das machte nichts. Man hätte sich den Referendar auch gar nicht ohne ihn in seiner Eigenart denken können. Ein Mann wie Raben voll Geist, Verstand und Humor, zudem ein Muster von Solidität, konnte bei den Müttern und Töchtern von Thalbrücken auch so reüssieren.- Das bewies die heutige Einladung zu Geheimrats, der ersten Familie im Städtchen. Hardi von Eschenholdt zog seine Zigarrentasche hervor, präsentierte sie dem Freunde, der dankend ablehnte, zündete sich selbst eine Havanna an, strich mit einem Bürstchen über seinen martialischen, wohlgepflegten Schnurrbart und begann dann in seiner lauten Art zu erzählen: - ,, Also, warum ich hier bin?- Sehr einfach; der Herr Papa hat es so gewollt und er ist allmächtig. Gebe gern zu, daß ich es in der Residenz etwas toll getrieben habe. Da kennst ja meine Passionen. Na, auf einmal saß die Karre fest. Papa haßt nichts tödlicher als schuldenmachende Leutnants, er kennt nur das eine, um das sich in seinem Leben alles dreht: strengste Pflichterfüllung. Er hat stets danach gelebt und es darum bis zum General gebracht. Ich habe es bisher nicht so sehr genau damit genommen, wie jedermann weiß. Genug, Papa bezahlte meine nicht unbeträchtlichen Schulden, ich gab ihm mein Wort, fortan ein solider Mann zu sein und wurde zur ,, verlorenen Schwadron", wie man uns hier bezeichnet, versetzt, um bei dem strengsten und tüchtigsten Rittmeister Ein schwerer Kirchenraub wurde in Hohensalza( Provinz Posen) verübt. In die dortige Nikolaikirche orangen Diebe ein und raubten vom Muttergottesbilde am Altar zwei goldene Ringe, mehrere hellrote in Gold gefaßte Korallen sowie drei silberne Medaillen. Die Diebe wurden bisher noch nicht ermittelt. Ein mit größter Dreistigkeit ausgeführter Raubanfall war, wie gemeldet wird, die Veranlassung zu einer aufregenden Verbrecherjagd im Norden Berlins. Schließlich wurde der Räuber, ein Ziseleur, ergriffen und ihm die Beute, eine Tasche mit über tausend Mart, abgenommen. Mit seinem Dienstgewehr erschossen hat sich in Mainz der Infanterieunteroffizier Rezlaff. N. sollte sich wegen Mißhandlung Untergebener und Mißbrauchs der Dienstgewalt verantworten. Der Racheaft eines abgewiesenen Freiers hat in Lippstadt i. W. zwei Menschenleben gefordert. Der bet einer Witwe Thiemann beschäftigte Gehilfe, der mit der 16fäh= rigen Tochter ein Liebesverhältnis angeknüpft hatte, tötete aus Rache dafür, daß ihm die Stellung gekündigt war, das Mädchen durch einen Revolverschuß und erschoß sich dann selbst. Volkswirtschaftliches. bes Schiff gewöh nige Stand folgte ter tr tief, gewäl Teidhte Inner bes G tracht weifen fönnte fahrer hafter vermi tung ter, a Gefah an bi leber wie a näher Strah fich au fläche der G Weise Miann Einig ber dem Neues Streiks und Aussperrungen. Nach amtlichen Zusam menstellungen wurden im Jahre 1910 2109( im Vorjahre 1537) Streits beendet. Davon wurden insgesamt 8269( 4811) Betriebe mit zusammen 372 119( 253 831) beschäftigten Personen betroffen. Zum völligen Stillstande tamen infolge der Streiks 2209( 1387) Betriebe. Die Höchstzahl der gleichzeitig Streifenden betrug 154 693( 96 925) und die der ge= zwungen Feiernden 12 217( 10 130). Die Streits hatten in 409( 283) Fällen vollen, in 905( 520) Fällen teilweisen und in 795( 734) Fällen keinen Erfolg. Aussperrungen wurden im Jahre 1910 1121( im Vorjahre 115) beendet. Davon wurden 10 831( 1749) Betriebe mit 314 988( 36 870) Arbeitern betroffen. Zum völligen Stillstand kamen infolge der Aussperrungen 3421( 225) Betriebe. Die Höchstzahl der gleichzettig Ausgesperrten betrug 217 194( 22 924), die der gezwungen Feiernden 8839( 904). Die Aussperrungen hatten vollen Erfolg in 122( 47), teilweisen Erfolg in 944( 50) und keinen Erfolg in 55( 9) Fällen. Die meisten Ausfperrungen entfielen auf das zweite Vierteljahr 1910 mit 987 Fällen und 171 611 Ausgesperrten. Wissenschaft, Kunst und Literatur. Eine neue Operette von Paul Linde. Im Cölner Metropoltheater erzielte Paul Lindes Operette Grigri" bet ihrer Uraufführung einen durchschlagenden Erfolg. Die Handlung ist amüsant und mit vielen luftigen Szenen durchsetzt. Die Musik verrät in jedem Taft den alten Paul Lince. Sie ist melodiös, gefällig, und namentlich der zweite Aft enthält wirkungsvolle Tanzduette und Walzer. Keine deutsche Aufführung des Rosenkavalier" in Paris. Die Pariser Aufführung des„ Rosenkavalier" durch die Frankfurter Oper kommt nicht zustande. Nachdem bereits alle Vorbedingungen erfüllt und auch die Verhandlungen mit dem Solopersonal der Frankfurter, Dresdener und Münchener Oper zum guten Ende gediehen waren, hat Richard Strauß die deutsche Aufführung des Rosenfavalier" in Paris aus prinzipiellen Gründen für diese Spielzeit abgelehnt. Vermischtes. Was an Zugftüden" verdient wird. Am letzten Montag beendete Max Reinhardt seine erfolgreichen „ Dedipus"-Aufführungen im Zirkus Schumann in Berlin. 30mal ist„ Dedipus" in diesem Winter gegeben worden. Diese 30 Vorstellungen waren für den Leiter des Deutschen Theaters in Berlin ein sehr einträgliches Geschäft. Sie haben ihm, wie wenigstens der„ Konfektionär" mitteilt, eine Einnahme von 435 000 Mark gebracht. Reinhardt hat für jeden Abend, den er im Zirkus spielte, Herrn Kommissionsrat Schumann 5500 Mart bezahlt. Seine Einnahmen betrugen der Zirkus faßt 4500 Personen durchschnittlich für den Abend, da er immer ausverkaufte Häuser erzielte, 14 500 Mart, so daß ihm also ein Ueberschuß von 9000 Mark pro Abend, für die Vorstellungen demnach 270 000 Mark blieben. Demgegenüber sind die Ausgaben verhältnismäßig gering. Bei den Kostümen und dem Szenenausbau handelte es sich um eine einmalige Ausgabe,- der Chor, der aus Studenten gebildet wurde, erhielt keine Bezahlung, sondern bekam als Vergütung Freikarten zum Deutschen Theater und zu den Kammerspielen. Unterzeeboot und Walfisch. Das japanische Unterseeboot Nr. 9 hatte, wie eine japanisch- englische Marinezeitschrift erzählt, vor kurzer Zeit ein Erlebnis, das interessant genug ist, um hier wiedergegeben zu werden. Auf einer größeren Uebungsfahrt fühlten die in dem Unterseeboot befindlichen Mannschaften plötzlich einen Zusam= menstoß mit irgendeinem Körper, den sie nach der Art - unseres Eliteregiments Raison zu lernen. Kenne das ja alles aus meiner Junkerzeit und werde mich hier schnell wieder eingelebt haben. In einer Stunde kann ich Wedelstein erreichen, unsern alten Stammsiz, das ist viel wert, denn, glaube mir, Hans, ich hänge an der heimatlichen Scholle. Paß auf, ich werde ein ganz anderer Mensch, und Du sollst mir dazu verhelfen, Du Philosoph und Gelehrter auf allen Gebieten. Wie geht es übrigens bei Euch zu Hause? Was machen Eltern und Geschwister?" Danke, der Vater rentmeistert in Deines Vaters Diensten gewissenhaft weiter, genau, ganz genau, wie seit dreißig Jahren, Mütterle probiert immer neue Kuren gegen Nervosität und Gicht durch, Arzt und Apotheke reich Wilhelm machend, Erna ist wieder daheim_und Du weißt wohl von der traurigen Geschichte ja, der ist in Amerika, nachdem er durch den Bankerott seines großartigen Exportgeschäftes alles, was Vater mühsam erspart, verloren hat. So steht es zu Hause. - - - Sm, tut mir aufrichtig leid um den Wilhelm, um Deinen Vater, um Euch alle!. Der Junge steckte so voll Hochfahrenden Ideen. Jeder prophezeite ihm eine glänzende Zukunft. Aber, ist das ein neues Familienbild da? Laß doch einmal sehen!" ,, Wurde zur silbernen Hochzeit der Eltern gemacht. Ist wohlgelungen." Der Leutnant war aufgesprungen und hatte die Photographie, die da in blinkendem Rahmen auf der Kommode stand, ergriffen und betrachtete sie mit einer so feierlichen Miene, daß Hans lächelnd fragte: ,, Sind wohl gar zu ehrpusselige Gesichter, wie?" ,, Sehr gut getroffen, die Eltern und Du wenigstens. Deine Schwester Erna habe ich ja seit Jahren nicht gesehen. Sieht sie wirklich so so reizend aus?" - ( Fortsetzung folgt.) aus agent Gesto bas S Edua inner bem Stahl pon weld 1 Pr Bent dern Jahre oder gen Don e Forde Tatja fieben flärte ber e fein Man Träu Vert ben wiede fung tige Che Kind dung fieber Bora durch genüg die e gend bung erzäh Fam Scheir der Tür gefül Klei „ Jo, geme Hils falid ner Eich Büg geffe halb fleir Dan Sta den Ger wäh Wal ung des fam eng fite leg der dun Iteg im der nati ftell Sa her Bet wir gen Br terf reit gla von win ber gen Die Ste wir faiza( Bra he brangen am Altar gefaßte Ro be wurden Raubanjal iner aufte Schließli d ihm die genommen in Main fich wegen Der Dien at in Lipp bei einer der 16fäh Satte, tötete t war, das fich dann en Bujam Vorjahre 8269( 4811) igten Per en infolge der gleich te der ge hatten in veisen und en wurden et. Davon Arbeitern der Aus der gleich e der ge gen hatten 944( 50) isten Aus 1910 mit atur. m Cölner Grigri Erfolg. Die En Szenen alten Paul der zweite zer. valier" in lier" durg achdem be Verhand Dresdener en waren, Rosen für diese m letzten folgreichen in Berlin. n worden. des Deut Geschäft. när" mit ht. Rein Elte, Herrn Seine Ein ersonen sverkaufte zin Ueber rstellungen sind die Kostümen einmalige det wurde, Vergütung Kammer: Untersee Marinezeit as interef den. Auf em Unter en Zusam der Art Renne das hier schnell tann ig as ist viel er heimat 13 anderer Philofoph t es übri n und Ge es Vaters u, wie feit eue Kuren thete reich Bilhelm ja, der ift eines groß m erspart Thelm, um dte fo voll eine glän milienbild n gemacht e die Pho der Kom einer fo wie?" wenigftens 1 night ge 5?" bes Zusammenstoßes sich nicht erklären konnten. Ein Schiff fonnte es nicht gewesen sein, da der Gegenstoß un= gewöhnlich elastisch war. Wie das Unterseeboot nur we nige Meter tiefer gegangen war, war sofort der Gegenstand des Anstoßes beseitigt. Einige Sekunden später erfolgte ein zweiter Zusammenstoß, der denselben Charakter trug. Es war im Augenblick des Zusammenstoßes zu tief, um eine Orientierungsmöglichkeit durch das Periskop gewähren zu können. Die Ballasttanks wurden darum erleichtert und das Boot ging wieder in die Höhe. Der im Innern des Bootes stehende Spiegel, durch den vermittels bes Spiegelfernrohrs die Oberfläche des Wassers zu betrachten ist, hatte wieder keinerlei Anhaltspunkte aufzuweisen, um was es sich bei dem Zusammenstoß handeln könnte. Der Offizier beschloß darum, möglichst tief z u fahren, um einen weiteren Zusammenstoß mit der rätselhaften Erscheinung zu vermeiden. Lange schien die Gefahr vermieden, bis sie nach mehreren Minuten der Erwartung wieder aufzutauchen schien. Es war umso rätselhafter, als man schon längst glaubte, aus dem Bereich der Gefahr gekommen zu sein. Ein nochmaliges Aufsteigen an die Oberfläche brachte endlich die Lösung des Rätsels. Ueber dem Wasser schien in dem Spiegel ein feiner Strahl wie aus einem Springbrunnen aufzutauchen. Man sah näher hin, es war tatsächlich keine Täuschung, sondern der Strahl war wieder sichtbar. Im selben Augenblick ließ sich auch irgend ein dunkler Körper über der Wasseroberfläche sehen, so daß man sich jetzt klar darüber war, daß der Stein des Anstoßes ein Walfisch war. Auf diese Weise ließ sich auch die Elastizität erklären, die von den Mannschaften bei dem Zusammenstoß empfunden wurde. Einige wenige Bewegungen brachten das Unterseeboot aus ber Nähe dieses Ungetüms, das immerhin geeignet war, dem Unterseeboot gefährlich zu werden. Eine Versicherung gegen das Gestohlenwerden. Das Neueste auf den Gebiete der Versicherungsbranche hat, wie aus Neuyork berichtet wird, eine dortige Versicherungsagentur gleistet, bei der man jetzt seine Kinder gegen das Gestohlenwerden versichern kann. Der erste Versicherte ist das Hundertmillionenbaby, der Sohn von Mr. und Mrs. Eduard Mac Clean. Jm vorigen Sommer wurde, wie ers innerlich sein wird, versucht, dieses Kind zu stehlen; seitdem wird der Knabe in einem Kinderwagen, der mit Stahlgittern umgeben ist, gefahren und bei jeder Ausfahrt Die Prämie, von drei besonderen Detektivs bewacht. welche die vorsichtigen Eltern zu erlegen haben, beträgt 1 Prozent für gänzlichen Verlust des Kindes und ½ Prozent für Erstattung des Lösegeldes, das die Räuber fordern würden, bis zur Höhe von 40 000 Dollars. Die Ehe auf fieben Jahre. Eine Ehe auf sieben Jahre, die nach Ablauf dieser Zeit wieder aufgehoben oder verlängert werden kann, wird als Allheilmittel ge= gen die in Amerika grassierende Ehescheidungsepidemie von einer Mrs. Holt Den empfohlen. Ich gründe meine Forderung für einen siebenjährigen Ehevertrag auf die Tatsache, daß die menschlichen Verhältnisse innerhalb der fieben Jahre eine deutliche Aenderung erfahren," so ertlärte die fühne Ehereformatorin. ,, Man tann während der ersten Beit der Ehe wahnsinnig ineinander verliebt sein und schließlich doch zu dem Resultat kommen, daß Mann oder Weib durchaus nicht den Hoffnungen und Träumen einer glüdlichen Ehe entsprechen. Wird aber ein Vertrag auf Zeit unterzeichnet, der nach Verlauf von sieben Jahren jedem Teil die völlige Freiheit läßt, die Ehe wieder aufzuheben, so wird das von sehr günstiger Wirfung sein. Beide Ehegatten werden aufeinander die nötige Rücksicht nehmen, um die vorläufig nur provisorische Che zu einem dauernden Bund gestalten zu können. Die Kinder aber werden nicht dem Skandal eines Eheschei dungsprozesses ausgesetzt sein, wenn eine Trennung nach sieben Jahren als etwas durchaus Vertragsmäßiges und Vorausgesehenes erscheint. Mein Plan unterscheidet sich durchaus von dem der„ Versuchsehe". Ich will nur eine genügende Probezeit schaffen, in der sich zwei Menschen, die eine so enge Beziehung eingehen wollen, auch genügend kennen lernen und will der Gewohnheit der Scheibung entgegenarbeiten." er= Die bösen Fremdwörter! Die Tägliche Rundschau" erzählt folgendes ,, wahre Geschichtchen": Das Jüngste der Familie ist erkrankt. Der Hausarzt wird gerufen, scheint aber, da verhindert, erst am anderen Morgen in der Frühe, als die Eltern noch schlafen. Von dem die Tür öffnenden Hausmädchen direkt in das Kinderzimmer geführt, fragt er die alte Wärterin nach Untersuchung der Kleinen:„ Hat das Kind in der Nacht phantasiert?" ,, Jo, öwer man ganz dünn," ist die Antwort. Ein Lobalbahnidyll wird den„ M. N. N." aus Baden gemeldet. Auf der Station Elsenz an der Lokalbahn Hilsbach- Bruchsal hatte der Lokomotivführer ein Signal falsch verstanden und fuhr mit dem Zügle ohne den Schaff= ner und den Schlußbremser ab. Auf der nächsten Station, Eichelberg, wurde das bemerkt. Aber diesmal fuhr das Bügle nicht wie sonst vielleicht einfach zurück, um die Vergessenen zu holen, nein, es wartete in Eichelberg eine kleine halbe Stunde, bis das Zugpersonal die zwei Kilometer fleine Strecke auf Schusters Rappen zurückgelegt hatte. Dann ging's mit Volldampf weiter Bruchsal zu. Ein erbitterter„ Bürgerkrieg" tobt seit Monaten in dem Gegen Städtchen Münchenbernsdorf in Sachsen- Weimar. den Willen des Gemeinderats war dort der ortsansässige Gerbereigeschäftsführer Karl Lucas zum Bürgermeister ge= wählt worden. Seine Gegner brachten es zuwege, daß die Wahl vom Bezirksausschuß wegen eines Formfehlers für ungültig erklärt wurde. Die nochmalige Ausschreibung des vakanten Postens ergab aber nach einem heftigen WahlKampf die Wiederwahl des Lucas. Das erneute Mißtrauensvotum für den Gemeinderat gab dem Gemeinderatsvor fitzenden, Teppichfabrikanten Poser, Veranlassung, in der letzten öffentlichen Gemeinderatssitzung zu erklären, daß der Gemeinderat die Tätigkeit einstelle bis zu der Entscheidung durch den Bezirksdirektor, ob nach Prüfung der vorItegenden Tatsachen und Beschlüffe des Gemeinderats es im Interesse der Gemeinde geboten set, eine Neubesetzung der Mandate durch Ersazwahlen herbeizuführen. Eine städtische Kücheninspektorin. Die Stadt Cincinnati hat eine Kücheninspektorin erwählt. Sie ist eine Angestellte des Gefundheitsamtes und hat dafür zu sorgen, daß Sauberkeit in den Küchen der Hotels und Restaurants herrscht und daß sämtliche sanitären Vorschriften in diesen Betrieben auch in Anwendung gebracht werden. Ferner wird die Kücheninspektorin ermächtigt, die Kochvorrichtun gen zu inspizieren, die Qualität und die Verfassung des Esmaterials, das den Gästen vorgesetzt werden soll, zu untersuchen und die Art und Weise, in der die Speisen zubereitet werden, zu kontrollieren. Man könnte nun vielleicht glauben, daß die Einrichtung des städtischen„ Topfguckens" von den Hotels und Restaurationen Cincinnatis mit Unwillen aufgenommen worden set. Das Gegenteil aber ist ber Fall. Die Geschäftsführer und Eigentümer von dortigen besseren Hotels und Restaurants haben die Einführung dieser Kücheninspektion mit Freuden begrüßt, da sie als Reklame für die Reinlichkeit ihres Betriebes angesehen wird. Frauen als Geschworene. Die Frauenrechtlerinnen in den Vereinigten Staaten von Amerika baben einen neuen Erfolg errungen. Im Bundesstaat Washington wurde soeben ein Gesetz angenommen, das den Frauen das Recht gibt, bei den Gerichten als Geschworene zu fungieren. Während aber die Männer das Amt eines Geschworenen nur unter ganz bestimmten, wichtigen Gründen ablehnen dür fen, wurde den Frauen sogar das Recht zugestanden, die Ausübung dieses Amtes ohne weiteres ablehnen zu dürfen. Diese Bestimmung ist eingeführt worden, damit Frauen mit einer starken Familie oder solche, die sonst aus ihrem Heim schwer abkömmlich sind, nicht gezwungen werden fönnen, das Geschworenenamt zu übernehmen. Der kaiserliche Sonderzug. Der kaiserliche Extrazug ist nicht so alten Datums, wie man annehmen möchte. Er wurde erst im Jahre 1883 eingerichtet, wenngleich er damals niemals benutzt wurde. Kaiser Wilhelm der Große machte in den letzten Jahren seiner Regierung nur sehr wenige Reisen, und wenn er die Fahrt von Berlin nach Wiesbaden antrat, benutte er niemals den fatserlichen Extrazug. Auch Kaiser Friedrich hat den kaiserlichen Extrazug nur ein einziges Mal benutzt, und unserem Kaiser war es überlaffen, ihn erst eigentlich einzuweihen. Der Zug gleicht in jeder Beziehung einer bequem ausgestatteten und eleganten Wohnung, deren einzelne Teile durch Durchgangskorridore verbunden sind. Die einzelnen Teile dieser Wohnung auf Rädern sind der Gepäckwagen, der Gefolgewagen, der Salon der Kaiserin, der Salonwagen des Kaisers, der Speiseraum und ein weiterer Gefolgeraum. Sehr schön und elegant ist der Salonwagen der Katserin. Das erste Kupee ist das sogenannte Herrenkupee, in das man durch die Flügeltüren des Gefolgewagens und durch die Seitentüren gelangen fann. Dieses Herrenkupee ist reizend und wohnlich ausgestattet, es enthält gepolsterte Ledersessel, denen gegenüber sich die Wandschränke befinden. Die Wandschränke sind mit Schreibplatten und Schubladen versehen, ein ovaler Spiegel aus feinstem Kristallglas mit Goldrahmen hängt darüber. In diesem Raume stehen zwet Wandleuchter, die der Tradition gemäß noch durch Kerzen zu erleuchten sind, während der übrige Raum elektrisch erhellt werden kann. Ueber den Kerzen sind zwei Glocken aus mattem Glas mit eingeschliffenen Verzierungen ange= bracht, und eine Wasserkaraffe, die noch aus der Zeit Kaiser Wilhelms des Großen stammt, sowie zwet Gläser befinden sich noch darin. Unter den Sesseln liegen die Vorrichtungen für die Dampfheizung, und die Reguliervorrichtungen derselben. Die Wände und die Decke sind mit Nips bekleidet, auf dem Fußboden liegt ein türkischer Teppich, In den feinsten Farben ausgeführt, Tür- und Fensterrahmen sind aus Nußbaumholz. Das Toilettezimmer der Kaiserin ist durch eine Tür mit den anderen Räumen verbunden. In der rechten Längswand dieses Raumes ruht wagrecht eine Marmor= platte, in die eine riesengroße Waschschüssel eingekittet ist. Das Wasser kommt aus dem Reservoir, das in der Decke eingelassen ist, durch einen vergoldeten Hahn in die Schüssel, und kann nach unten zu wieder abfließen. Auf silbernen Untersätzen stehen die Karaffen, die Gläser und die Toilettengegenstände der Kaiserin, während ein aus Nußbaum gefertigtes Spind mit Schubladen und Fächern die Gegenstände aufnimmt. Ueber der Waschtoilette hängt Spiegel, mit einem Rahmen aus geschliffenem Glas, der sich von den blauüberspannten Wänden sehr schön abhebt. Aus dem Toilettenzimmer gelangt man durch eine Schiebetir in das Schlafzimmer der Kaiserin, das gleichfalls in blau gehalten wird. ein Durch das Dienerabteil und das Entree gelangt man zum Wagen des Kaisers. Auch der Wagen des Kaisers hat ein Herrenabteil, einen Schlafraum, Toilettenraum, SaIon und Entree. In dem Schlafcoupee des Kaisers befindet sich sein Schreibtisch, da er oft in seinem Schlafraum zu arbeiten beginnt. Der Schreibtisch ist aus grauem AhornHolz, mit dunkelblauem Tuch überzogen, alle Gegenstände, die der Kaiser in seinem Arbeitszimmer in seinem Schlosse hat, muß er hter wiederfinden, wenn ihm ein ungestörtes Nachdenken und Arbeiten möglich sein soll: das filberne Tintenfaß, eine Sandschale, einen Löschblatthalter, ein Streichholzbehälter und einen silbernen Aschbecher. Ueber dem Schreibtisch ist ein Thermometer angebracht, das durch eine silberne Siegessäule dargestellt ist. Die Einrichtung der kaiserlichen Reisegemächer ist einfach, aber sehr geschmackvoll. Es ist die Farbenharmonie von grauem Ahornholz mit blauem Damast hergestellt. Die Fußböden sind mit Teppichen belegt, und in fedem Wagen befindet sich ein Knopf, der durch einen Druck den Telegraphen in Bewegung setzt. Mit großer Eleganz sind hingegen die Gefolgewagen ausgestattet. Die Wände, dte Decken sind mit feinstem Damast bekleidet, die Gardinen und Rouleaux bestehen aus blauseidenem Taffet, die Möbel aus bräunlichem Damast, kurz. sowohl inbezug auf die Farben, als auch inbezug auf die Ausstattung sind die Gefolgeräume so hergestellt, daß sie den verwöhntesten Ansprüchen genügen. Die Schreibtische weisen alles auf, was zu einer Korrespondenz nötig ist; in dem Gefolgewagen steht noch auf jedem Schreibtisch ein Telefon, damit die Herren des Gefolges des Anrufes gewärtig sein können. Bei der Neuyorker Brandkatastrophe find nach neueren Meldungen achtzig Mädchen deutscher Herkunft unter den Toten, 154 Personen getötet und über 100 verlegt worden. Von diesen letzteren liegen zwölf in fritischem Zustande darnieder. Unter den Toten befinden sich ungefähr 125 Mädchen, und von diesen sind über achtzig Dentsche oder deutscher Abkunft, der Rest Italienerinnen. Was sich nach dem Ausbruch des Feuers in und vor dem brennenden Gebäude abspielte, war von einer Gräßlichkeit, die das Blut im Leibe der Zuschauer gerinnen machte. Man sah Polizisten, Feuerwehrleute, Milizsoldaten, Zeitungskorrespondenten vor Entsehen in Ohnmacht fallen. Einige Korrespondenten standen dem brennenden Gebäude so nahe, daß sie von Blut und Gehirn überspritzt wurden. Auf der Straße hatte sich ein ganzer Berg von Leichen angehäuft. Am Fenster eines oberen Stockwerks rang ein junges Mädchen schreiend und verzweifelnd mit einer alten Frau, riß sich schließlich los und stürzte aus dem Fenster. Beim Absturz überschlug sie sich mehreremale und fiel schließlich auf den Leichenhaufen, von dem sie tot abwärts rollte. An einem anderen Fenster erschienen ein Mann und eine Frau zu= sammen; sie füßten sich und sprangen dann, sich fest um= schlungen haltend, in die Tiefe. Viele männliche Angestellte zeigten einen erbärmlichen Mangel an Edelmut. Sie brachen sich mit den Fäusten Bahn und warfen die Frauen ins Feuer oder zu den Fenstern hinaus, um sich selbst retten zu fönnen. Die verstümmelten Leichen wurden so schnell wie möglich in eiligst herbeigeholte Särge verpackt und weggeschafft. Hierbei wurde auch ein Mädchen, das auf dem Leichenhaufen lag, aber nur ohnmächtig war, in einen Sarg gepackt, wo es aus seiner Ohnmacht erwachte und träftig schrte. Wäre das Feuer nur eine Viertelstunde später ausgebrochen, so wären sämtliche Arbeiter und Arbeiterinnen bereits mit ihrem Wochenlohn auf der Straße gewesen. Die meisten der jetzt umgekommenen Arbeiter waren erst vor einigen Tagen in die Fabrik eingetreten, um Streifende zu ersezen. Das furchtbare Brandunglück in Neuyorf weckt die Erinnerung an verheerende Feuersbrünste, von denen die Menschheit in unserer Zeit heimgesucht ist. Am weitesten zurück liegt der Brand des Wiener Ringtheaters im Jahre 1881, der 386 Personen das Leben kostete. Im Jahre 1907 forderte ein Brand in einer Zelluloidfabrik in Geispols heim 21 Opfer, in demselben Jahre famen bei einer Feuers brunst in einem chinesischen Theater in Kanton mehrere hundert Menschen ums Leben. Furchtbare Folgen hatte auch ein Theaterbrand in Boyertown( Pennsylvanien). 169 Personen fanden ihren Tod in den Flammen. Ueber die Neuyorker Brandkatastrophe dürften schließlich noch folgende Drahtmeldungen von Interesse sein: Neuyort, 28. März. Bei dem ersten öffentlichen Verhör über das Brandunglück sagten die Zeugen aus, es habe sofort die größte Panik geherrscht. Die Treppen des Gebäudes seien zu eng und die anderen Ausgänge verschlossen ge= wesen. Die einzige Feuernotleiter sei unbrauchbar gewesen. Das Baudepartement wird in der Durchführung der Feuerlöschvorschriften der Nachlässigkeit beschuldigt. Die strafrechtliche Untersuchung ist eingeleitet. Neuyork, 28. März. Ueber Hunderttausend Menschen suchten gestern die provisorische Leichenhalle auf, um die verkohlten und verstümmelten Leichen aus der Brandkatastrophe zu rekognoszieren. Es spielten sich herzzerreißende Szenen ab. Die bisherigen Feststellungen ergaben als Ursache der Katastrophe den Umstand, daß die aus der Fabrik auf die Treppe führenden Türen geschlossen waren. Der Chef der Feuerwehr erklärte, daß sich noch 300 solcher Feuerfallen in Neuyork befänden. Drabtnachrichten und neuestes. Von Venedig nach Korfn. Venedig, 28. März. Die Jacht Hohenzollern mit der kaiserlichen Familie an Bord ist heute früh 5% Uhr nach Korfu in See gegangen. Große Unterschlagungen eines Bürgermeisters. Nordhausen, 28. März. Der Bürgermeister des be nachbarten Städtchens Stolberg, Dr. Pampel, hat sich nach Unterschlagung von 127 000 Mart Sparkassengeldern erschossen. Die Unterschlagungen reichen mehrere Jahre zurück. Durch Fälschung von Unterschriften zweier Mitglieder des Direktoriums hat er seit etwa fünf Jahren vom Magdeburger Bankverein auf Konto der Sparkasse Stolberg größere Beträge abgehoben, die zusammen die genannte Summe ergeben. Die Unterschlagungen famen- erst gestern abend durch Zufall ans Tageslicht. Große Holzarbeiteraussperrung. Hamburg, 28. März. Nachdem etwa 1200 Holzarbeiter nacheinander die Arbeit im Zusammenhang mit Differenzen über den paritätischen Arbeitsnachweis eingestellt hatten, haben gestern abend die Arbeitgeber in Hamburg, Altona, Wandsbek und Harburg die Aussperrung aller im Holzarbeiterverbande organisierten Arbeiter für heute abend be= schlossen. Die Betriebe sollen gesperrt werden. Die in Afford arbeitenden Leute sollen bis zur Erledigung der be= treffenden Akkorde weiter arbeiten. Von der Aussperrung dürften insgesamt etwa 4000 Personen betroffen werden. Unfälle beim Berliner Sechstagerennen. Berlin, 28. März. Im Sechstage rennen stürzte ge stern abend Arend durch Anfahren in der Kurve und brach das linke Schlüsselbein. Er wurde damit außer Kampf ge= setzt. Später brach auch v. Natzmer das Schlüsselbein und gab das Rennen definitiv auf. In der 70. Runde waren 1868,02 Kilometer zurückgelegt. Goldfunde in der Moselgegend. Koblenz, 28. März. In einem Seitental der Mosel, im sogenannten Goldbachtal, sind zahlreiche Goldfunde gemacht worden. Es wurden Stücke im Werte von 50 und 100 Mark gefunden. Erfroren aufgefunden. Göln, 28. März. Bet Fischbach wurde ein Steinhauer, der sich ermüdet in den Schnee gesetzt hatte, erfroren aufgefunden. Ein brennender Speisewagen. Metz, 28. März. Am Speisewagen des Schnellzuges Berlin- Met geriet gestern ein Achsenschenkel in Brand. Das Feuer wurde beim Durchfahren der Station Kobern bemerkt. Als der Zug in der nächsten Station zuw Halten gebracht wurde, fiel der Speisewagen auf die Seite. Die 18 Insassen tamen mit leichten Verletzungen davon. 23 Gebäude niedergebrannt. Linz, 28. März. Im Dorfe Hörsching brach gestern abend Feuer aus. 23 Gebäude sind vernichtet. Zwei Kinder werden vermißt. Drei Touristen von einer Lawine verschüttet. Graz, 28. März. Drei Wiener Stiläufer, die am Sonntag in der Bösensteingruppe bei Trieben von einer Lawine verschüttet wurden, sind gestern als Leichen gefunden worden. Panik in einem Kinematographentheater. London, 28. März. Während der Vorstellung in einem Kinematographentheater in Middlesborough entstand infolge Feuerlärms eine Panik, bei der drei Personen getötet und 13 verletzt wurden. Eine Schiffsfatastrophe. Brisbane( Australien), 28. März. Der Dampfer " Yongale" mit 70 Mann Besabung und 68 Passagieren an Bord, der bereits vor fünf Tagen in Mackay hätte eintref= fen müssen, ist überfällig. Einige Trümmer des Schiffes wurden bereits an den Strand geworfen. Bandel und Verkebr. Frankfurt a. M., 27. März. Viehmarktpreise vom 27. März. Preise für 1 Zentner: Rinder: A. Ochsen: a) vollfleischige, ausgemästete höchsten Schlachtwertes höchstens 7 Jahre alt( Lebendgew.) M 50-53,( Schlachtgew.) M 91 bis 93, die noch nicht gezogen haben( ungejocht)( Lebendgew.) M 46-49,( Schlachtgew.) M 83-89, 6) junge fleischige nicht ausgemästete und ältere ausgemästete( Lebendgew.) M 41 bis 45,( Schlachtgew.) M 75-83. B. Bullen: a) vollfleischige, ausgewachsene, höchsten Schlachtwertes( Bebendgew.) M 44 bis 45,( Schlachtgew.) M 78-75, b) vollfleischige jüngere ( Lebendgew.) M 41-43,( Schlachtgew.) M 68-71. C. Fär sen und Kühe: a) vollfleischige ausgemästete Färsen höch ften Schlachtwertes( Lebendgew.) M 44-48,( Schlachtgew.) M 79-86, 6) vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren( Lebendgew.) M 44-48, ( Schlachtgew.) M 82-86, c) 1. wenig gut entwickelte Färjen ( Lebendgew.) M 38-43,( Schlachtgew.) M 73-83, do. 2. äl= tere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe( Lebendgew.) M 35-43,( Schlachtgew.) M 65-80,$) mäßig genährte Kühe und Färsen( Lebendgew.) M 28-33, ( Schlachtgew.) M 56-66, e) gering genährte Kühe und FärD. sen( Lebendgew.) M 21-26,( Schlachtgew.) M 48-59. Gering genährtes Jungvieh( Fresser)( Lebendgew.) M 00 bis 00,( Schlachtgew.) M00-00, Stälber: a) Doppellender feinste Mast( Lebendgew.) M 00-00,( Schlachtgew. M 00 bis 00, 6) feinste Mast( Vollm.- Mast) und beste Saugfälber ( Lebendgew.) M 57-61,( Schlachtgew.) M 95-102, c) mittl. Mast- und gute Saugfälber( Lebendgew.) M 52-56,( Schl.Gew.) M 88-95,$) geringere Saugkälber( Lebendgew. M 49-50,( Schlachtgew.) 83-85. Schafe: A. Stallmastschafe: a) Mastlämmer und jüngere Masthämmel( Lebendgew.) M 40-42,( Schlachtgew.) M 85-88, b) ältere Masthämmel und gut genährte Schafe( Lebendgew.) M-,( Schlachtgew.) M B. Weidmastschafe: Schweine: a) vollfleischige Schweine von 80-100 kg. Lebendgewicht( Lebendgew.) M 47-50,( Schlachtgew.) M 62-64, 6) vollfleischige Schweine unter 80 g. Lebendgewicht( Lebendgew.) M 47-50, ( Schlachtgew.) M 60-62, c) vollfleischige Schweine von 100 bis 120 Klgr. Lebendgewicht( Lebendgewicht) M 47½- 50, ( Schlachtgewicht) M 60 bis 63, d) vollfleischige Schweine von 120-150 Algr. Rebendgewicht( Lebendgewicht) M 48-50, ( Schlachtgewicht) M 58-63. Giessener Lesehalle- Verein. Mittwoch, den 5. April 1811, abends 8% Uhr Ordentliche Mitglieder- Versammlung im ,, Hotel Schütz". Tages- Ordnung: Als Saatkartoffel empfehle: Up do date, Industrie, Ella, Alma, Woltmann, Böhms Erfolg, Böhms Hafsia, Böhnis Vater Rhein, Böhms frübe, Elderado, Frühe Kaiserkrone, Frühe Perle von Erfurt, Frühe Rosen, Frühe Primel. Ferner: I a deutscher Rot1. Geschäftsbericht über das abgelaufene Vereinsjahr. lee, Ewig Klee, Weiß-, Schweden2. Neuwahl des Vorstandes. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen bittet Der Vorstand. Stettiner Germania Lebens Versicherungs- Aktien- Gesellschaft. Neve Anträge 1910: 80,700,000 Mart Kapital. 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